Sanskrit

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Sanskrit (संस्कृत saṃskṛta adj. und n.) zusammengefügt, gebildet; fein, verfeinert; geweiht, heilig; das Sanskrit, die heilige Sprache Indiens. Sanskrit wird auch als संस्कृता भाषा saṃskṛtā bhāṣā (f.) "die heilige (saṃskṛtā) Sprache (Bhasha)" bezeichnet und ist die älteste und ursprünglichste der (nord)indischen Sprachen.

Suchst du die Übersetzung eines Sanskrit Begriffs? Dann gib oben ins Suchfeld das Sanskritwort ein - und du findest die Übersetzung, oft auch mit Video und Audio. Das Yoga Wiki ist nämlich auch ein Multimedia Sanskrit Lexikon

Dem Sanskrit kommt im dravidischen, also nicht-indogermanischen Sprachzweig Südindiens als Schriftsprache lediglich das Alttamil an Alter und Bedeutung gleich. Der Begriff saṃskṛta ("verfeinert, gehoben") grenzt das Sanskrit von den als Prakrit (prākṛta bedeutet "natürlich") bezeichneten mittelindischen Sprachen ab.

Sukadev über Sanskrit

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Sanskrit

Sanskrit oder auf Sanskrit gesagt, "Sanskrita“ heißt eigentlich wörtlich "gebildet“, "fein“ und "verfeinert“. Sanskrit ist natürlich die heilige Sprache, es ist die Sprache der Veden, es ist die Sprache des Yoga, die Sprache der heiligen indischen Schriften.

Sanskrit ist eine der ältesten Sprachen der Welt, vermutlich die älteste Sprache, die heute noch gesprochen wird, mindestens 3500 Jahre alt, wie es die Indologen sagen. Die Inder behaupten, dass Sanskrit 7000 Jahre alt oder noch älter sei, manche sagen sogar, dass vor der Schöpfung des Universums als erstes Sanskrit geschaffen wurde. Denn im Sanskrit, in den Silben des Sanskrit-Alphabets, sind die Urklänge enthalten und aus den Klängen ist das Universum entstanden und das ganze Universum ist letztlich eine Form von Sanskrit.

Die Sanskrit-Sprache ist eigentlich, man kann sagen, diese kosmischen Energien in eine Sprachform hineingebracht. Sanskrit ist auch die Sprache der Mantras, Sanskrit ist die Kraft eines Klanges. Sanskrit kann zwar übersetzt werden und es gibt ja jetzt die Bhagavad Gita in zig Versionen auf Deutsch, und das Yoga Sutra, die Upanishaden sind so häufig übersetzt worden, dennoch, wenn du die Schriften in der Originalsprache rezitierst, spürst du allein durch die Rezitation eine Kraft.

Wenn du den Text in der Ursprache auch verstehen kannst, dann merkst du, wie viel verschiedene Bedeutungen da sind. Es gibt auch gute Gründe, weshalb Sanskrita heißt, "verfeinert“, weshalb Sanskrita auch heißt, "gebildet“ und "fein“. Sanskrit ist eine sehr feine Sprache, mit vielen Bedeutungsnuancen. Und es ist nicht so einfach, es immer zu verstehen. Es gilt, sich darauf einzulassen und sich dafür zu öffnen.

Du findest auf unseren Internetseiten, auf Yoga Vidya, eine Menge Informationen über Sanskrit. Du brauchst bloß eingeben, "Sanskrit“ in das Suchfeld und dann erfährst du eine ganze Menge mehr über Sanskrit als Sprache und auch Sanskrit bzw. Devanagari als Schrift. Die Yoga Vidya Internetseiten sind so etwas wie das umfangreichste Sanskrit-Lexikon online.

Umfangreich jetzt nicht durch die Menge an Stichwörtern, es gibt andere Sanskrit-Lexika im Internet, die mehr Stichwörter haben, sondern am umfangreichsten, weil dort auch lange Artikel dabei sind, nicht nur als Wortdefinitionen, sondern auch als inspirierende Artikel, oft auch mit Videos und mit Audios und so ist ja auch dieser Vortrag Teil des Sanskrit-Lexikons, des Multimedia-Sanskrit-Lexikons von Yoga Vidya.

Sukadev über Sanskrit

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Sanskrit

Sanskrit ist die älteste Sprache der Welt, die Sprache der Mantras, die Sprache hinter dem Yoga, die Sprache hinter der indischen Philosophie, die Sprache der indischen Schriften. Sanskrit, das Wort selbst auf Sanskrit ist "Sanskrita". Sanskrit, wie wir es im Deutschen gerne aussprechen, ist eigentlich der Hindi-Ausdruck. Sanskrita ist der Sanskrit-Ausdruck für Sanskrit. Allerdings wird im Sanskrit selbst nie von Sanskrit gesprochen, denn Sanskrit ist einfach die selbstverständlich gebrauchte Sprache. Erst später wurde in Abgrenzung zu moderneren Sprachen "Sanskrit“ gesagt.

Was heißt jetzt Sanskrita? Sanskrita heißt "das richtig Zusammengestellte“, "das richtig Gebildete“, "das Opferreine“. "San“ heißt "zusammen mit“ und "Krita" heißt "gestellte“ und "gebildete“. Sanskrita ist also das Zusammengebildete. Worauf bezieht sich das? Sanskrit ist letztlich die Sprache der Mantras. Es gibt Mythen über die Entstehung von Sanskrit.

Es gab die so genannten Rishis. Und die Rishis waren in tiefster Meditation. In der tiefsten Meditation haben sie Mantras empfangen. Diese Mantras waren da natürlich zusammengesetzt. Und diese Mantras haben sie dann zusammengestellt und aus den Mantras heraus sind dann in richtiger Zusammensetzung die Sanskrit-Wörter und die Sanskrit-Sprache geworden. Also, von der Mythologie her, gab es nicht erst eine Sanskrit-Sprache und daraus sind die Mantras entstanden, sondern es gab erst Mantras und aus den Mantras ist dann die Sanskrit-Sprache entstanden.

Und sehr viel später gab es dann einen Meister namens Patanjali, manchmal auch "Panini" genannt, und er hat dann eine Sanskrit-Grammatik geschrieben und die Logik hinter der ganzen Sanskrit-Sprache beschrieben, aufgeschrieben, niedergelegt, auch in Merksätzen niedergelegt. Ob das jetzt wirklich so gewesen ist, ist eine andere Frage und für uns auch nicht relevant. Jedenfalls ist Sanskrit die älteste Sprache der Welt, die heute noch in Gebrauch ist.

Sie ist mindestens 3500 Jahre alt, vermutlich sehr viel älter. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse sind über 3000 Jahre alt, und die uralten Mantras auf Sanskrit werden heute noch verwendet. Das Interessante ist auch, dass gerade die Veda-Mantras heute vermutlich noch genauso rezitiert werden wie vor 3000 Jahren. Wenn du einen klassischen Pandit, z.B. Purusha Suktam rezitieren hörst, ist das so, als ob du jemanden vor 3000 Jahren rezitieren hörst. Da ist Power dahinter, da ist spirituelle Kraft dahinter.

Sanskrit ist deshalb auch das Reine, ist die reine Sprache. Sie hat sich nicht verändert, die spirituelle Kraft dahinter ist immer noch die gleiche. Es ist etwas anderes, ob du ein Mantra auf Sanskrit rezitierst oder einfach nur ein Gebet sprichst. Ein Gebet ist auch wirkungsvoll. Wenn deine Hingabe stark ist, kannst du mit dem Gebet Gott erfahren. Aber Sanskrit-Mantras wirken durch die Kraft des Klanges. Diese uralten Sanskrit-Mantras wurden den Rishis im Überbewusstsein enthüllt. Die alten Sanskrit-Mantras wurden weitergegeben. Generation um Generation von spirituellen Aspiranten haben über diese Sanskrit-Mantras hohe Verwirklichung erreicht.

Es ist gut, ein paar Grundbegriffe im Sanskrit zu kennen und die Sanskrit-Mantras korrekt aussprechen zu können. Und daher gibt es ja jetzt auch dieses Sanskrit-Lexikon, wo wir ja nicht nur in der einfachen Transkription die Dinge schreiben, sondern auch in der so genannten I.A.S.T.-Transkription, also einer Transkription mit verschiedenen diakritischen Zeichen, so dass man genauer weiß, wie etwas auszusprechen ist.

Es gäbe noch so viel mehr über Sanskrit zu sagen, du kannst bei Yoga Vidya auch Sanskrit-Seminare mitmachen, um so die Sanskrit-Schrift zu lernen. Es gibt längere Sanskrit-Seminare, wo du auch eine Einführung in die Sanskrit-Sprache und Grammatik bekommen kannst. Und du findest auf den Yoga Vidya Internetseiten auch mehr Informationen über Sanskrit. Schaue nach unter www.yoga-vidya.de. Dort gib ins Suchfeld ein, "Sanskrit“ und da kannst du es ruhig in der vereinfachten Transkription eingeben. Dort findest du zum einen Seminare, wo du Sanskrit lernen kannst, und du findest umfangreiche Lexikoneinträge, wo du sehr viel mehr über Sanskrit erfährst.

Bedeutung von Sanskrit

Im indischen Kulturkreis hat Sanskrit eine ähnliche Bedeutung wie die lateinische und griechische Sprache für Europa. Eine Vielzahl von Texten aus Religion, Philosophie und Wissenschaft sind in Sanskrit geschrieben. Vor allem im Hinduismus hat Sanskrit als Sprache der Brahmanen große Bedeutung. Sanskrit gilt als heilige Sprache, in der wichtige Texte wie die Upanishaden, die Veden die Bhagavad Gita und auch das Shrimad Bhagavatam verfasst wurden. Sanskrit, das vor allem für Rituale benutzt wurde, blieb jedoch lange eine ausschließlich mündliche Sprache.

Sanskrit ist Teil der indoiranischen Unterfamilie der indoeuropäischen Sprachfamilien. Zu den ältesten Texten in Sanskrit zählt man Teile des Rigveda, die man dem mittleren bis späten zweiten Jahrtausend vor Christi Geburt zuordnet. Schriftliche Quellen existieren aus dieser Zeit nicht. Es gilt als gesichert, dass eine mündliche Überlieferung unter den Brahmanen für sakrale Zwecke erfolgte.

Die indoarischen Sprachen wie das Sanskrit weisen Ähnlichkeiten bei den Wortstämmen, der Phonetik und der Grammatik zu den indogermanischen Sprachen auf. Ein gutes Beispiel dafür ist das lateinische Wort "deus", ( Gott), verwandt mit dem Sanskritwort "deva" (Gott).

Sanskrittexte wurden in verschiedenen Schriften geschrieben. Seit dem Mittelalter hat sich in großen Teilen des mittleren und nördlichen Indiens die Devanāgāri als die gebräuchlichste Schriftform für Sanskrittexte durchgesetzt. Heute wird in den meisten (jedoch nicht in allen) indischen Bundesstaaten für gedruckte Sanskrittexte weitestgehend die Devanagari verwendet.

Fast alle Mantras und viele wertvolle Schriften über die hinduistischen Traditionen und die yogische Praxis sind in Sanskrit verfasst.

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Geschichte der Sanskrit Sprache

Sanskrit ist ein Mitglied der indoarischen Unterfamilie der indoeuropäischen Sprachfamilie. Ihre nächsten Verwandten sind die iranischen Sprachen Altpersisch und Avestisch. Um die Gemeinsamkeiten von Sanskrit und anderen indoeuropäischen Sprachen darzulegen, vermuten viele Sprachwissenschaftler, dass die ursprünglichen Sprecher des Sanskrit im Nordwesten Indiens während des zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung angekommen sind. Beweis für diese Migrationshypothese liefert die enge Beziehung der indoiranischen Sprachfamilie mit den baltischen bzw. slawischen Sprachen.

Erste schriftliche Nachweise sind brahmanische Texte des Rigveda, welche auf das späte zweite Jahrtausend v. Chr. datiert werden. Es gibt jedoch keinerlei Aufzeichnungen aus dieser Zeit. Allerdings sind sich die Wissenschaftler sich sicher, dass die mündliche Überlieferung dieser Texte vertrauenswürdig ist, da diese zeremonielle Literatur auf die korrekte Aussprache angewiesen war, da sie entscheidend für ihre religiöse Effektivität ist.

Ausgehend vom Rigveda bis hin zu Pāṇini (400 v. Chr.) ist die Entwicklung der frühen vedischen Sprache anhand folgender vedischer Texte nachvollziehbar: Samaveda, Yajurveda, Atharvaveda, Brahmanas, und die Upanishaden. Während dieser Zeit haben das Prestige der Sprache, die Nutzung für heilige Zwecke und die Wichtigkeit der korrekten Artikulation als starke konservative Kräfte dem normalen Prozess des linguistischen Wandels entgegengewirkt. Die älteste überlebende Grammatik des Sanskrit ist Pāṇini’s Aṣṭādhyāyī. Im Wesentlichen ist es eine Vorschrift, eine Autorität, die korrektes Sanskrit definiert.

Der Begriff Sanskrit wurde nicht als spezifische Sprache gesehen, sondern als eine besonders reine und perfektionierte Art des Sprechens. Kenntnisse des Sanskrit waren ein Indiz für den sozialen Status und Bildungsgrad im antiken Indien, da die Sprache hauptsächlich den Angehörigen der höheren Kasten gelehrt wurde. Demzufolge existierte Sanskrit als die erworbene Sprache des Alten Indiens neben dem Prakrit (mundartlich), auch mittlelindische Sprachen genannt, und schließlich neben den zeitgenössischen indoarischen Sprachen.

Grammatik der Sanskrit Sprache

Das Sanskrit gehört wie das Lateinische und Altgriechische zu den sogenannten flektierenden Sprachen, d.h. es zeichnet sich durch eine große Formenfülle an Endungen aus. Diese treten beim Substantiv (Nomen) als Nominalendungen (Deklination) und beim Verb als Verbalendungen (Konjugation) an die jeweiligen Wortstämme an.

Kasus (Fall)

Auch das Deutsche gehört zu den flektierenen Sprachen, was u.a. an den unterschiedlichen Nominaldeklinationen der vier Fälle (Kasus) ersichtlich ist, z. B.: der Mann (Nominativ), des Mannes (Genitiv), dem Mann(e Dativ), den Mann (Akkusativ). Das Sanskrit verfügt im Gegensatz zum Deutschen jedoch über acht Fälle, die in der altindischen Grammatik (Vyakarana) wie folgt angeordnet sind:

  • 1. Fall: Nominativ (Prathama, skt.: prathamā, d.h. "die Erste Vibhakti = Kasusendung)")

Der Nominativ antwortet auf die Frage Wer? z.B.: rājā "ein König"

  • 2. Fall: Akkusativ (Dvitiya, skt.: dvitīyā, d.h. "die Zweite")

Der Akkusativ antwortet auf die Frage Wen? oder Wohin? z.B.: vanaṃ "in den Wald"

  • 3. Fall: Instrumental (Tritiya, skt.: tṛtīyā, d.h. "die Dritte")

Der Instrumental antwortet auf die Frage Durch wen? oder Womit? z.B.: aśva-hasti-ratha-bhṛtyaiḥ "mit Pferden, Elefanten, Wagen und Dienern"

  • 4. Fall: Dativ (Chaturthi, skt.: caturthī, d.h. "die Vierte")

Der Dativ antwortet auf die Frage Wem? oder Wofür? z.B.: rājñyai "für die Königin"

  • 5. Fall: Ablativ (Panchami, skt.: pañcamī, d.h. "die Fünfte")

Der Ablativ antwortet auf die Frage Woher? oder Warum? z.B.: vanāt "aus dem Wald"

  • 6. Fall: Genitiv (Shashthi, skt.: ṣaṣṭhī, d.h. "die Sechste")

Der Genitiv antwortet auf die Frage Wessen? z.B.: āmra-vṛkṣasya "eines Mangobaumes"

  • 7. Fall: Lokativ (Saptami, skt.: saptamī, d.h. "die Siebente")

Der Lokativ antwortet auf die Frage Wo? oder In welchem Zusammenhang? z.B.: vihāre "im Lustgarten"

  • 8. Fall: Vokativ (Sambodhana, skt.: sambhodhana, d.h. "der Anrufefall")

Der Vokativ wird benutzt, um jemanden zu rufen oder anzusprechen, z. B.: he rājñi "oh Königin"


Hieraus entsteht die folgende kleine Geschichte:

rājā (Nom.) vanam (Akk.) aśva-hasti-ratha-bhṛtyaiḥ (Instr.) gacchati. rājñyai (Dat.) vanāt (Abl.) phalāny (Akk.) āmra-vṛkṣasya (Gen.) samāharati. vihāre (Lok.) sva-bhāryāṃ (Akk.) bravīti: he rājñi (Vok.), tubhyam (Dat.) etāny (Akk.) āmra-phalāni (Akk.) dadāmi.

Ein König (rājā Nom.) geht in den Wald (vanam Akk.) mit Pferden, Elefanten, Wagen und Dienern (aśva-hasti-ratha-bhṛtyaiḥ Instr.). Der Königin (rājñyai Dat.) bringt er aus dem Wald (vanāt Abl.) Früchte (phalāny Akk.) eines Mangobaumes (āmra-vṛkṣasya Gen.) mit. Im Lustgarten (vihāre Lok.) sagt er zu seiner Gattin (sva-bhāryāṃ Akk.): Oh Königin (he rājñi Vok.), ich schenke dir (tubhyam Dat.) diese (etāny Akk.) Mangofrüchte (āmra-phalāni Akk.)!


Mehr zu den acht Fällen des Sanskrit erfährst Du hier.

Genus (Geschlecht)

Ein weiteres Merkmal des Sanskrit als flektierender Sprache ist, dass es (wie das Deutsche auch) über drei Genera (grammatisches Geschlecht, Linga) verfügt: männlich (Maskulinum, m.), weiblich (Femininum, f.), sächlich (Neutrum, n.). Dabei stimmt das grammatische Geschlecht nicht unbedingt mit dem natürlichen Geschlecht überein (vgl. dt. das Weib, das Kind). In manchen Fällen ist das Genus an der Art der Endung des Wortstammes zu erkennen, jedoch nicht immer, z.B.:

kavi (m.) "der Dichter"; śakti (f.) "die Energie"; vāri (n.) "das Wasser"


Substantive, die auf die Langvokale ā, ī und ū enden, sind in der Regel weiblichen Geschlechts:

sabhā (f.) "die Versammlungshalle"; devī (f.) "die Göttin"; bhū (f.) "die Erde"

Numerus (Zahl)

Das Sanskrit verfügt zudem über drei Numeri (grammatische Zahl, Sankhya), wobei sich zur auch im Deutschen bekannten Einzahl (Singular, Ekavachana) und Mehrzahl (Plural, Bahuvachana) noch der Dual ("Zweizahl", Dvivachana) gesellt, dessen Endungen immer zwei Personen oder Dinge bezeichnen:

puruṣa (Nom. Sg.) "ein Mann"; puruṣau (Nom. Dual) "zwei Männer"; puruṣāḥ (Nom. Pl.) "Männer" (d.h. mindestens drei)

Der Dual wird naturgemäß gern für paarige Körperteile verwendet:

hastau (Nom. Dual) "zwei Hände"; pādau (Nom. Dual) "zwei Füße"; karṇau (Nom. Dual) "zwei Ohren"

Verb

Beim Verb (Kriya, Akhyata) wird der Formenreichtum des Sanskrit noch deutlicher (im vedischen mehr als im klassischen Sankrit). Die Verbalendungen geben in Verbindung mit den entsprechenden Verbalstämmen genaue Auskunft über Person, Zahl, Genus verbi (d.h. Aktiv, Passiv bzw. Medium oder Mediopassiv, d.h. Reflexiv), den Modus (wie Indikativ, Optativ, Imperativ) sowie über die entsprechende Zeitform (Tempus). Hierbei wird das Verb nach den in Paninis Ashtadhyayi formulierten Regeln von einer Verbalwurzel (Dhatu) abgeleitet, von der zunächst ein Verbalstamm gebildet wird, an den die entsprechenden Flektionsendungen treten. Dabei erfährt der Stamm maßgebliche Veränderungen durch Bildungsmechanismen wie Ablaut (i wird bspw. zu e oder ai) oder Redublikation (die Verdoppelung eines Teils der Verbalwurzel). Die altindische Grammatik (Vyakarana) teilt die Verben bzw. Verbalwurzeln des Sanskrit in zehn Klassen ein, die im sogenannten Dhatupatha aufgelistet sind.

Von den meisten Verben existieren somit für eine bestimmte Zeitform und einen Modus 18 verschiedene Formen, die teilweise allerdings zusammenfallen: 1., 2. u. 3. Person Singular, Dual u. Plural für das Aktiv (insgesamt 9 Formen) und weitere 9 Formen für das Medium. So wird bspw. von der Wurzel bhū "sein" im Präsens (Gegenwart) der Stamm bhava gebildet, an den die entsprechenden Personalendungen antreten: bhavāmi "ich bin"; bhavasi "du bist"; bhavati "er, sie, es ist" usw.

Hier noch einige Beispiele für verschiedene Zeitformen und Modi im Sanskrit: abhavam "ich war, wurde" (Imperfekt); babhūva "ich bin geworden" (Perfekt); bhaviṣyāmi "ich werde sein" (Futur); bhaveyam "ich möge sein" (Optativ, d.h. Möglichkeitsform).

Wortarten

In der Sanskritgrammatik werden traditionell die folgenden vier Wortarten unterschieden:

  1. Naman: "Nomen", Substantiv: hierzu zählen alle Wörter, an die Nominalendungen treten, also auch Adjektive (Visheshana)
  2. Akhyata: "Verb, Zeitwort": Wörter, an die Verbalendungen bzw. entsprechende Suffixe treten
  3. Upasarga: "Präposition" sowie Nominal- und Verbalpräfix
  4. Nipata: "Partikel"

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Siehe auch

Literatur

Weblinks

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