Shanti

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Shanti (Sanskrit: शान्ति śānti f.) Ruhe des Gemüts, Seelenruhe, innerer Friede, Frieden, innere Stille; das Ruhen der Sinne, Leidenschaften, Gefühle, Empfindungen und Impulse; das Erlöschen (des Feuers), Nachlassen, Aufhören; Pausen, Unterbrechung; das Ausbleiben einer üblen Wirkung, eine darauf gerichtete Zeremonie, ein dagegen angewandtes Mittel; das Vermögen sich von allem Widerwärtigen zu befreien; Friede, Heil, Segen, Wohlergehen; Vernichtung, das zu Grunde Gehen; der Eingang zur ewigen Ruhe, das Sterben, Tod; die personifizierte Seelenruhe.


Im Yoga wird oft am Ende und am Anfang einer Yogastunde drei Mal Shanti gesungen: Frieden für Körper, Geist und Seele. Frieden mit sich selbst, Frieden mit den Mitmenschen, Frieden für die ganze Welt.

Shanti bedeutet Ruhe, Stille. Shanti ist auch der Name der Tochter von Sraddha und Daksha. Shanti war die Frau von Dharma. Auch die Frau von Atharvan hieß Shanti. Shanti ist ein Name Durgas und ist eine der 50 Shaktis von Ganesha.

Sukadev über Shanti

Teil 1

Shanti heißt Frieden, Shanti heißt wörtlich "die Beruhigung“, heißt "die Stille“. Shanti heißt Ruhe. Shanti ist der äußere und innere Frieden. Shanti ist ein sehr wichtiger Ausdruck im Yoga. Shanti wird zum ersten Mal in den Upanishaden immer wieder verwendet. Die Upanishaden haben als Einleitung die so genannten Shanti Mantras. Und jedes Shanti Mantra endet mit drei Mal Shanti. Z.B.: "Om Purnamadah Purnamidam Purnat Purnamudachyate Purnasya Purnamadaya, Purnameva Vashishyate. Om Shanti Shanti Shanti.“

So gibt es zehn Haupt-Shanti-Mantras, die alle mit Shanti enden. Und dreimal Frieden, dreimal Shanti, als Ausdruck von Frieden für Körper, Geist und Seele, oder auch, Frieden für dich selbst, Frieden für deine Mitgeschöpfe, Frieden für die ganze Welt, oder auch, Shanti, Frieden mit deiner Vergangenheit, Frieden mit deiner Zukunft, Frieden mit deiner Gegenwart, mit allem, was die Gegenwart betrifft.

Und seit der Zeit der Upanishaden werden immer wieder Shanti-Mantras rezitiert, und Shanti wird gesungen am Anfang und am Ende der Meditation gesungen, am Anfang und am Ende einer Yogastunde, während einer Puja und wann auch immer. Shanti sind Friedenswünsche: "Möge Friede sein.“ Das ist so wichtig! Heute noch wichtiger als früher, innerer Frieden, aber vor allen Dingen auch äußerer Frieden.

Teil 2

Shanti heißt Frieden, Shanti heißt innerer Frieden und äußerer Frieden, Shanti heißt auch Ruhe und Gelassenheit. Shanti ist natürlich auch äußerer Frieden. Und so gilt es als Yogaübender, mit den Mitmenschen in Shanti, in Frieden zu leben, es gilt auch, sich für den Frieden in der Welt einzusetzen, es gilt, Shanti, friedvolle Gedanken überall hinzuschicken.

Shanti heißt aber auch, dass du in dir selbst friedvoll sein willst. Du willst friedvoll mit deinem Körper umgehen und gesund sein, eine gesunde Lebensweise haben. Du willst Shanti haben mit deinen Emotionen, Gefühlen und Gedanken, freundlich und liebevoll mit dir selbst umgehen, Dinge unterlassen, die dich gänzlich aus dem Gleichgewicht bringen.

Das geschieht schon von selbst, es gibt genügend Gelegenheit, in Unruhe zu kommen. Du selbst kannst probieren, mehr Shanti in dir zu erzeugen. Bei Yoga Vidya folgen wir einer uralten indischen Tradition, dass wir bei jeder spirituellen Praxis, entweder zu Anfang oder zu Ende, oft auch zu beidem, Shanti dreimal wiederholen. Shanti – Frieden, Frieden für Körper, Geist und Seele, Frieden mit uns selbst, mit unseren Mitgeschöpfen, Frieden für die ganze Welt.

Shanti - Frieden

Frieden ist ein Zustand der Harmonie, der durch die Abwesenheit von gewalttätigen Konflikten und die Freiheit von Angst vor Gewalttaten charakterisiert wird. Gewöhnlich verstanden als Abwesenheit von Feindseligkeiten, deutet Frieden auch auf die Existenz einer gesunden oder neulich geheilten interpersonellen oder internationalen Beziehung hin, auf Erfolg und Prosperität in Angelegenheiten der sozialen und wirtschaftlichen Wohlfahrt, der Herstellung von Gleichheit und einer funktionierenden politischen Ordnung, welche den echten Interessen aller dient. In internationalen Beziehungen sind mit Friedenszeiten nicht bloß die Abwesenheit von Krieg oder gewalttätigen Konflikten gemeint, sondern auch die Gegenwart von positiven und respektvollen kulturellen und ökonomischen Beziehungen.

Vom lateinischen Wort "Pax", ("Freiheit von sozialem Chaos") lässt sich das englische Wort "peace" herleiten, welches ab ca. 1300 als Grußwort benutzt wurde. Die Begriffe "Shalom" (hebräisch) und "Salaam" (arabisch) haben neben der Bedeutung Frieden noch eine Vielzahl weiterer Bedeutungen wie z.B. Gerechtigkeit, gute Gesundheit, Sicherheit, Wohlergehen, Wohlstand, Gleichheit, Glück und Freundlichkeit. Auf der persöhnlichen Ebene sind friedliche Verhaltensweisen üblicherweise freundlich, zuvorkommend, respektvoll, gerecht und tolerant gegenüber den Glaubenssätzen und Verhaltensweisen anderer - generell also sehr wohlwollend.

Diese Beschreibung von Frieden kann auch dabei helfen, das Selbstverständnis des "Inneren Friedens" mit dem eigenen Bewusstsein und Geist zu verstehen, welches ab dem 12. Jahrhundert in der europäischen Literatur beschrieben wird. Der englische Begriff "peace" wird ebenfalls im Zusammenhang mit Gemütszuständen wie Ruhe, Gelassenheit, Gleichmut und meditativen Erfahrungen in Familien- und Gruppenbeziehungen benutzt - generell also als Seelenruhe. In vielen Sprachen wird das Wort Frieden auch als eine Begrüßung und eine Verabschiedung verwendet, z.B. das hawaiianische Wort "Aloha", oder das arabische Wort "Salaam". Das deutsche Wort Frieden wird gelegendlich zum Abschied gesagt, besonders bei Beerdigungen : "Ruhe in Frieden".

Swami Sivananda über Shanti

Artikel aus Stories from Yoga Vasishtha von Swami Sivananda. The Divine Life Society Publication, 9. Auflage, Uttarakhand, 2009; S. 17/18.

Wenn der Geist gelassen und das Herz ruhig sind, werden auch die Sinne ruhig und friedlich. Alles wird im selben Licht gesehen. Diese Geistesruhe erreicht man, indem man die Vasanas vernichtet. Ist diese Ruhe erst einmal erreicht, dann kann nichts mehr den Geist erschüttern. Er wird immer gelassen sein, sogar wenn er beleidigt, verfolgt, angegriffen oder verletzt wird.

Große Weise und Rishis, die sich selbst mit der Waffe des Friedens ausgerüstet haben, beschäftigten sich noch mit friedvollem Geist mit den müheseligen weltlichen Angelegenheiten.

Die höchste Wonne entsteht und wird durch den inneren Frieden aufrechterhalten. Nach sinnlichen Freuden zu streben, ist eine langwierige Krankheit. Diese Welt ist voller Illusionen. Sie ist staubtrocken. Nur der Friede kann diese Trockenheit kühlen. Nur der Friede führt zu allem Guten. Nichts kommt dem Glück des Friedens gleich. Ein friedvoller Mensch erfährt herzliche Freude und fühlt den segensreichen Einfluss der höchsten Wahrheit, die in seinem Geist aufzieht. Wer immer auch mit dieser seltenen Tugend gesegnet ist, leuchtet in dieser Welt wie die glorreiche Sonne und erlangt leicht die Erleuchtung. Mögest Du, oh Rama, mit Shanti oder süßem Frieden gesegnet sein!

Innerer Frieden

Mit dem Begriff "Innerer Frieden" oder Seelenfrieden wird ein geistig-emotionaler Zustand beschrieben, bei dem man mentalen und spirituellen Frieden erfährt, und für den man genügend Wissen, Verständnis und Erfahrung gesammelt hat, um standhaft und ausdauernd im Angesicht von Unannehmlichkeiten und Stress zu bleiben. Frieden zu erfahren, wird von vielen als ganzheitliche, allumfassende Gesundheit und Wohlbefinden (e.g. Zufriedenheit) umschrieben und als Gegenteil von Stress und Angst. Innerer Frieden wird generell mit Glückseligkeit, Fröhlichkeit, Zufriedenheit und Genügsamkeit umschrieben.

Seelenfrieden, Gemütsruhe, Gelassenheit, Gleichmut sind Beschreibungen einer seelisch-geistigen Verfassung, die losgelöst ist von den Auswirkungen von Stress. In einigen Kulturen wird "innerer Frieden" bzw. Seelenfrieden als ein Bewusstseinszustand oder sogar als Erleuchtung angesehen, welche man durch verschiedene Arten von Training erreichen kann, z.B. durch Gebete, Meditationen, Tai Chi Chuan oder Yoga. Viele spirituelle Übungen nehmen Bezug auf diesen Frieden als eine Erfahrung der bewusst erlebten Alleinheit. Seinen "inneren Frieden" zu suchen und zu finden wird oft mit religiösen Traditionen wie dem Hinduismus oder Buddhismus assoziiert.

Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, hebt die Bedeutung von "innerem Frieden" für die Welt besonders hervor: "Die Frage nach wirklichem, andauerndem Weltfrieden betrifft alle Menschen, also sind grundlegende menschliche Gefühle ebenfalls an den Wurzeln von Frieden zu suchen und zu finden. Durch inneren Frieden kann authentischer Weltfrieden erreicht werden. In diesem Zusammenhang wird die Wichtigkeit individueller Verantwortung sehr klar; zuerst müssen wir eine Friedensatmosphäre in uns selbst erschaffen und verwirklichen, um diese daraufhin schrittweise auszudehnen um auch unsere Familien, unsere Gemeinden und letztendlich den gesamten Planeten mit einzuschließen."( Kraft, Kenneth (1992). Inner Peace, World Peace: Essays on Buddhism and Nonviolence. 1992. S. 2.)

Weitere Synonyme für "inneren Frieden" sind : Erleuchtung, Sinn des Lebens, Nirvana, inneres Licht, Selbstverwirklichung, u.ä.

Bewegungen und Aktivismus

Friedensbewegungen

Eine Friedensbewegung ist eine soziale Gemeinschaft, die bestimmte Ideale verwirklichen möchte, wie die Beendigung von einzelnen Kriegen oder von Kriegen generell, oder die zwischenmenschliche Gewalt an bestimmten Orten oder bei irgendwelchen Veranstaltungen verhindern möchte, oft mit dem langfristigen Ziel des Weltfriedens.

Pazifismus

Pazifismus ist die grundsätzliche Opposition gegenüber jeglichen Formen des Krieges oder der Gewalt als Mittel zur Herrschaftsgewinnung und Ausbeutung von Menschengruppen. Pazifismus deckt ein weites Spektrum an Sichtweisen ab, z.B. dass internationale Verhandlungen friedvoll gelöst werden können und sollen, Aufrufe zur Abrüstung und Abbau von Kriegs-Institutionen, die Ablehnung sämtlicher physischer Gewalt um politische, wirtschaftliche und soziale Ziele zu erreichen.

Satyagraha

Satyagraha ist eine Philosophie und Lebenseinstellung des gewaltfreien Widerstandes, welcher von Mohandas Karamchand Gandhi - auch als Mahatma Gandhi bekannt - entwickelt wurde. Er wendete Satyagraha Techniken bei Kampagnen für die Unabhängigkeit Indiens sowie für seine vorherigen Freiheitskämpfe in Südafrika an.

Die Satyagraha Theorie hat ebenfalls Martin Luther King Jr. beeinflusst, während er seine Aktivitäten für die Bürgerrechtsbewegung in den USA durchführte. Die Satyagraha Theorie sieht die Mittel und den Zweck - das Ziel - als untrennbar an. Daher ist es ein Widerspruch durch Gewaltanwendung Frieden herstellen zu wollen. "Es gibt keinen Weg zum Frieden - Frieden ist der Weg" (A.J. Muste)

Der spirituelle Name Shanti

Shanti ist auch einer der 50 Shaktis (Kräfte/Energien) von Ganesha. Eine dieser besonderen Kräfte ist Shanti, das heißt Frieden bzw. Friedfertigkeit. Shanti ist aber auch ein Name von Durga und kann daher auch Aspirantinnen gegeben werden, die das Durga Mantra haben oder auch das Shiva Mantra.

Wenn du den Namen Shanti hast, soll das heißen, das du dich darum bemühen willst, Shanti (Frieden) zu erfahren. Werde ein offener Kanal für den göttlichen Frieden zum Wohle aller fühlenden Wesen.

Prizipien für Satyagrahis

Gandhi wollte Satyagraha nicht nur als eine Taktik, die bei aktuellen politischen Auseinandersetzungen genutzt wird, sondern als universelle Lösung gegen Ungerechtigkeit, Leid, soziale Benachteiligungen. Er fühlte, dass es gleichermaßen für große politsche Auseinandersetzungen sowie für kleinere private Konflikte genutzt werden konnte, und dass es jedermann gelehrt werden sollte. Er gründete den Sabarmati Ashram, um Satyagraha zu unterrichten. Er forderte von seinen Satyagrahis folgende Prinzipien zu befolgen (ähnlich Yama und Niyama):

  1. Gewaltlosigkeit
  2. Wahrhaftigkeit
  3. Nichtstehlen
  4. Enthaltsamkeit
  5. Besitzlosigkeit
  6. Körperliche Arbeit
  7. Kontrolle des Gaumens
  8. Angstlosigkeit
  9. Respekt gegenüber allen Religionen
  10. Ökonomische Strategien wie z.B. Boykott (Swadeshi)
  11. Freiheit von der Unberührbarkeit (Dalits - Kastenlose / unterste Kaste im indischen Kastensystem)

Bei anderen Gelegenheiten zählte er 7 Regeln auf, die "essentiell für jeden indischen Satyagrahi" sind:

  1. Man muss einen lebendigen Glauben an Gott haben.
  2. Man muss an die Wahrheit und Gewaltlosigkeit glauben und an das Gute in allen Menschen.
  3. Man muss ein enthaltsames Leben führen und gewillt sein sein Leben und Besitz zu verlieren.
  4. Man muss ein gewohnheintsmäßiger Khadi Träger (Baumwolle) und Baumwollspinner sein.
  5. Man darf keinen Alkohol oder Drogen zu sich nehmen.
  6. Man muss alle Regeln der Disziplin befolgen.
  7. Man muss die Gefängnisregeln befolgen, solange sie nicht den Selbstrespekt verletzen.

Sukadev Bretz über die spirituelle Bedeutung des Namens "Shanti"

Shanti bedeutet Frieden. Diejenige, die diesen Namen trägt, verbreitet Frieden und spürt in sich Frieden. Sie stärkt die Lichtkraft in sich, um den inneren Frieden zu spüren.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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