Bhagavad Gita Einführung

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Die Bhagavad Gita (Sanskrit, f., भगवद्गीता, gītā – Lied, Gesang, Gedicht; bhagavan – Gott), „der Gesang Gottes“, „der glanzvolle Gesang des Erhabenen“ ist eins der meistgelesenen Bücher in Indien. Viele Inder tragen sie immer bei sich, um darin zu lesen, und die Wahrheit zu verinnerlichen. Es ist die „Bibel der Hindus“. Sie gilt als eine der wichtigsten Schriften im Yoga und hilft uns besonders, den Alltag bewusst zu leben und zu spiritualisieren.

Die Rahmenhandlung: das Mahabharata

Die Bhagavad Gita ist Teil eines großen Epos, des Mahabharata. Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata „die große [Geschichte] der Nachkommen König Bharatas“) und die Ramayana sind die 2 bekanntesten indischen Epen. Das Mahabharata wurde westlichen Forschern nach ca. 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben, beruht aber auf Überlieferungen aus vedischer Zeit, d.h. ca. 3000 v.Chr.. Als Autor des Mahabharata gilt der erleuchtete Weise Vyasa, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt, und der auch viele andere Schriften, u.a. die Veden (Vedavyasa), niedergeschrieben hat. Der Legende nach soll er es komponiert und Ganesha diktiert haben.

Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse und ist damit eines der umfangreichsten literarischen Werke der Welt. Als Epos mit vielen Helden- und Göttergeschickten zählt es zu den Itihasas. Der philosophisch bedeutendste Teil des Mahabharata, die Bhagavad Gita, wird aber auch zu den Shrutis, den Offenbarungsschriften, gezählt. Er enthält in einer poetischen Sprache tiefe zeitlose spirituelle Weisheit. Auch viele westliche Gelehrte und Philosophen waren begeistert von dem spirituellen Reichtum und Tiefsinn, der darin enthalten ist.

Die Mahabharata ist in achtzehn Kapitel und einen Anhang über das Leben Krishnas unterteilt und enthält neben der Hauptgeschichte hunderte von Nebengeschichten und kleinere Episoden. Grundsätzlich beschäftigt sich das umfangreiche Epos mit allen Themengebieten, die für ein spirituelles Leben von Bedeutung sind: Mit dem Leben der Geschöpfe, mit Tod und Wiedergeburt, mit Karma und Dharma (Rechtschaffenheit), es beschreibt Glück und Leid, die Ergebnisse der guten und der schlechten Taten, das Opfer, sowie die verschiedenen Zeitalter, es beschäftigt sich mit den Göttern und überliefert uralte Hymnen.

Obwohl an der Oberfläche betrachtet religiöse Vorstellungen der Hindus prägend sind, ist die spirituelle Tiefenbedeutung, vor allem in Essenz in der Bhagavad Gita, unabhängig von bestimmten Glaubensrichtungen. Deshalb gilt es als eines der wichtigsten Dharma-Bücher: Es erläutert die Pflichten - das Swadharma - eines Individuums, die Herausforderungen des Lebens, denen es sich stellen muss, um im Einklang mit der kosmischen Ordnung - Dharma - zu leben, zu lernen, zu wachsen. Hierfür werden insbesondere in der Bhagavad Gita die verschiedenen Yogawege als Ansatzpunkte für Menschen verschiedener Temperamente und Naturelle dargelegt: Karma Yoga, Bhakti Yoga, Jnana Yoga.

Bevor die Bhagavad Gita erklärt wird, werden die wichtigsten Charaktere der Mahabharata, die in der Gita eine große Rolle spielen, vorgestellt.

Die wichtigsten Charaktere im Mahabharata

Das Mahabharata erzählt die Geschichte der Nachkommen König Bharatas, der Pandavas und der Kauravas. Sie waren Cousins ersten Grades, und ihr Streit um das Königreich war die Ursache des schrecklichen Krieges auf dem Schlachtfeld Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten eine unumstrittene Tatsache.

Handschrift mit einer Darstellung von Kurukshetra

Die Bhagavad Gita als Teil der Mahabharata setzt genau in dem Augenblick vor Beginn der Schlacht ein: Sie ist ein Zwiegespräch zwischen Krishna - einem weltlichen König und Verwandten der Pandavas zugleich Inkarnation Gottes, und seinem Freund, dem Pandava-Prinzen Arjuna und Anführer der Pandavas in der Schlacht. Die Erzählung der Mahabharata beginnt drei Generationen vor Krishna und Arjuna, als König Shantanu regierte. Seine erste Gemahlin war Ganga, eine Göttin, die Personifizierung des heiligen Flusses Ganges. Sie gebar ihm den Sohn Bhisma, zog sich jedoch danach sofort in die heiligen Wasser des Ganges zurück. Da Shantanu nochmal heiraten wollte, dabei aber die Nachkommen seiner neuen Frau Satyavati nicht benachteiligt werden würden, verzichtete der gewaltige Bishma auf den Königsthron und schwor, kinderlos zu bleiben.

Shantanu zeugte also mit Satyavati die beiden Söhne Chitragada und Vichitravirya. Beide starben aber bevor sie Kinder zeugen konnten, woraufhin die Königinmutter, Satyavati, anordnete, der Weise Vyasa solle den Witwen Vichitraviryas Ambika und Ambalika stellvertretend Kinder zeugen.

Vyasa war nämlich der Halbbruder der beiden, der erste Sohn Satyavatis: Bevor Satyavati mit Shantanu vermählt wurde war sie eine Fischerstochter. Sie war mit einem Fluch belegt gewesen, nach fauligem Fisch zu stinken, so dass niemand sich mit ihr vermählen wollte. Der Weise Parashara segnete sie mit einem Sohn, strahlender Schönheit und einem feinen Lotosduft. Der Sohn war: Vyasa, der auch ein Weiser wurde. Da damals das Landesgestz herrschte, ein Bruder solle kinderlos Verstorbenen Nachkommen zeugen, berief sich Satyavati also darauf.

Die daraufhin geborenen Söhne waren als Sohn der Ambika Dhritarashtra, der blind zur Welt kam, und als Sohn der Ambalika Pandu. Dhritarastra, der ältere der beiden Brüder, musste zugunsten Pandus auf den Thron verzichten, weil er blind zur Welt gekommen war. Pandu gelang es in zahlreichen Kriegen seine Herrschaft bis an die Grenzen der Welt auszudehnen.

Dhritarashtra nahm Gandhari zur Frau, die aus Ehrfurcht vor ihrem blinden Gemahl ihre eigenen Augen verband, um gemeinsam mit ihm ein Leben der Dunkelheit zu ertragen. Sie hatten hundert Söhne. Der älteste und spätere Anführer der Kauravas Duryodhana, wurde später zum Prinzregenten für seinen blinden Vater.

Pandu hatte zwei Gemahlinnen: Kunti und Madri. Über Pandu war aber ein Fluch ausgesprochen worden, da er während einer Jagd versehentlich einen Weisen getötet hatte. Dieser Fluch besagte, dass er sterben müssen sobald er eine Frau umarme. Es schien also zunächst so, als ob er kinderlos bleiben müsse. Da verriet ihm seine Frau Kunti, dass sie vor ihrer Vermählung mit einer übernatürlichen Kraft gesegnet worden war: Ein Weiser, der tief beeindruckt war von ihrer Rechtschaffenheit und Tüchtigkeit, hatte ihr Mantras geschenkt, durch deren Anwendung sie mit irgendeinem Gott, den sie anrief, Nachkommen zeugen konnte. Pandu beschwor Kunti, von diesen Mantras Gebrauch zu machen. Daraufhin rief sie nacheinander die Devas Dharma, Vayu und Indra an und gebar drei Söhne: Yudhisthira, Bhima und Arjuna. Ihr ältester Sohn Yuddhisthira stammte von Dharma, dem Gott der Tugend und des Todes ab; Bhima von Vayu, dem Gott des Windes und der Stürme (=Lebenskraft) und Arjuna von Indra, dem König der Götter. Pandu wünschte sich, dass auch Madri Kinder haben könne, und so schenkte Kunti ihr das letzte heilige Mantra. Madri rief daraufhin die Zwillingsdevas Ashwini Kumaras, die göttlichen Ärzte, an und empfing Zwillingssöhne: Nakula und Sahadeva.

Pandu starb bevor seine Söhne ein regierungsfähiges Alter erreicht hatten. Daher wurde Dhritarashtra stellvertretend als Regent eingesetzt. Die fünf Pandava-Prinzen und die hundert Kaurava-Prinzen wurden zusammen erzogen und von ihrem Lehrer Drona unterrichtet.

Arjuna übertraf alle an Tapferkeit und in der Kriegskunst, keiner kam ihm gleich. Allmählich kamen bei den Kauravas eifersüchtige und feindselige Gefühle gegen die Pandavas auf. Duryodhana lehnte sich dagegen auf, dass Yudhisthira der rechtmäßige Thronerbe war und stiftete häufig aber erfolglos Verschwörungen an, um die Pandavas zu vernichten.

Da wurde von König Drupada ein Swayamvara veranstaltet - das war ein prachtvolles Fest, auf dem seine Tochter Draupadi ein Ehemann gewählt werden sollte. Drupada hatte die Bedingung gestellt, dass er seine Tochter nur einem Prinzen geben wollte, der einen gigantischen Bogen spannen konnte - den man eigens für diesen Anlass besorgt hatte und damit in das Zentrum einer verhüllten Zielscheibe traf. Viele Prinzen kamen herbei, konnten den Bogen aber noch nicht einmal heben. Arjuna aber schaffte alles mühelos und gewann Draupadi zur Frau. Als die fünf Brüder zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, da sie ihren Jubel hörte, sie hätten einen Preis gewonnen und rief ihnen zu, sie sollten ihren Gewinn gleichmäßig miteinander teilen. Da ein Wort der Mutter in Ehren gehalten werden muss, heiratete Draupadi alle fünf Söhne.

Inzwischen hatte der Konflikt zwischen Pandavas und Kauravas den Höhepunkt erreicht. Duryodhana ersann einen hinterlistigen Plan: Yudhisthira und seine Brüder wurden zu einem unehrlichen Würfelspiel an ihren Königshof eingeladen. Yudhisthira wurde bei jedem Wurf besiegt, wobei der Einsatz der beiden Schwindel erregende Ausmaße annahm, bis Yudhisthira schließlich all seine Schätze und sein gesamtes Königreich verspielte. Dem Spielfieber verfallen, setzt er sogar seine vier Brüder und sich selbst als Pfand und verlor. Als allerletzten Einsatz verliert er seine Frau Draupadi, die schließlich von Dushasana - dem Bruder Duryodhanas - als Sklavin an den Haaren vor den König gezogen wird. Die Pandavas und Draupadi müssen daraufhin 12 Jahre lang als Asketen in den Wäldern leben und ein 13. Jahr in die Verbannung gehen, wo sie nicht erkannt werden dürfen. Nach dieser Zeit erhalten sie ihr Reich und alle ihre Schätze wieder zurück. Werden sie vor dieser Zeit erkannt, müssten sie weitere 12 Jahre Verbannung auf sich nehmen. Doch nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas unter der Führung von Duryodhana die Rechte der Pandavas, wobei sich auch der regierende blinde König Dhritarashtra mit seinem Beraterstab auf die Seite seiner Söhne stellt.

So kommt es zum großen Krieg, bei dem elf Stämme auf der Seite der Kauravas gegen sieben auf der Seite der Pandavas kämpfen. Als der Krieg unvermeidlich geworden war, bat Arjuna Krishna um Hilfe für die Pandus und Duryodhana bat Krishna um Hilfe für die Kauravas (Krishna war als Sohn des Bruders von Kunti ein Verwandter und befreundet mit Arjuna). Krishna erwiderte, dass die eine Kriegspartei sein gewaltiges Heer und die andere ihn als persönlichen Berater haben könne, dass er jedoch nicht bewaffnet am Kampf teilnehmen werde. Arjuna durfte als erster wählen und wählte ohne zu zögern weise Krishna. Duryodhana war überglücklich, dass er das gesamte Heer Krishnas auf seiner Seite hatte. Krishna fragte Arjuna: „Du hast mich gewählt, was hast Du nun davon, da ich nicht kämpfen werde?“ Arjuna bat: „Oh Gott, wenn es Dir nichts ausmacht, werde mein Wagenlenker, dann bist Du immer bei mir.“ Dies ist symbolisch zu verstehen: Gott ist bereit, unser Wagenlenker zu sein. Krishna wurde Arjunas Wagenlenker, Arjuna stand als geschicktester Krieger unter der Führung von Bhima in vorderster Front der Pandavas für seinen König Yudhisthira.

Bhagavad Gita

Die Bhagavad Gita ("der Gesang Gottes") zählt als Teil der Mahabharata zu den Itihasas (Heldenepen) und gehört neben den Upanishaden (Vedanta), der Hatha Yoga Pradipika und den Yoga Sutras von Patanjali zu den wichtigsten Yogaschriften. In ihr werden Karma-, Bhakti- und Jnana Yoga betont und ist somit eine besondere Stütze im bewussten spirituellen Leben des Alltags.

Mahatma Gandhi schreibt über die Bhagavad Gita: „Die Gita (Kurzname) ist mir stets eine Quelle des Trostes gewesen. Wenn mich kein Lichtstrahl mehr erreicht, schlage ich die Gita auf, und ein Vers, den ich zufällig finde, gibt mir mein Lächeln zurück. Wer über die Gita meditiert, wird jeden Tag neue Freude aus ihr ziehen und neue Bedeutungen entdecken.“ (Dhoti, Brille, Esschale, Bhagavad Gita)

Fakten über die Bhagavad Gita

  • wird seit Jahrhunderten immer wieder neu interpretiert
  • besteht aus 700 / 701 (Kap. 13/1 nicht nummeriert) Versen in 18 Kapiteln - Teil des 6. Buches des Mahabharata (18 Bücher), steht im Bhishma Parva
  • der gesamte Text der Gita ist ein Dialog zwischen Arjuna und Krishna in den Momenten kurz vor dem Beginn der Schlacht auf Kurukshetra. Arjuna stellt seinem Lehrer Krishna immer wieder praktische und philosophische Fragen zum Yoga und zum Leben
  • Krishnas Antworten: Unterweisungen in die Wissenschaft der Selbstverwirklichung
  • ewige Fragen der Menschheit werden thematisiert: Vorstellung von Pflicht, Wahrheit, Leben und Tod
  • Gita kann als Werzeug genutzt werden, um Schwierigkeiten des Lebens zu verstehen und zu meistern. Es richtet sich an Menschen, die mitten im Leben stehen, wie Arjuna, der Krieger auf dem Schlachtfeld
  • die Verse selbst sind nicht leicht in ihrer vollen Bedeutung zu verstehen. Sie können sehr vielschichtig gedeutet werden: Psychologisch wie auch handlungsbezogen im Äußeren. Hilfreich ist es, einen Lehrer zu haben, oder einen ausführlichen Kommentar
  1. Karma Yoga: Kap. 1-6 das Individuum TVAM
  2. Bhakti Yoga: Kap. 7-12 das Universale TAT
  3. Jnana Yoga: Kap. 13-18 die Vereinigung der beiden ASI
  • Die Essenz lautet "TAT TVAM ASI" und bedeutet: "Das bist du".
  • Die Gita enthält:
  1. Yoga Shastra: Wissen, welches ein reifes Individuum, frei von Konflikten, Furcht, Erregung und Kränkung hervorbringt
  2. Brahma Vidya: Wissen über das Ganze, das zu Moksha, Selbstverwirklichung führt

Die wichtigeste Aussagen der Bhagavad Gita

  1. Verhaftungslosigkeit (Vairagya)
  2. Pflichterfüllung (Swadharma)
  3. Selbstkontrolle (Atmavinigraha) als Mittel zum Erreichen der Selbstverwirklichung

Einführung Bhagavad Gita

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

  • Was ist die Hintergrundgeschichte der Bhagavad Gita?
  • Was hat Bhagavad Gita mit Mahabharata zu tun?
  • Wer ist der Autor?
  • Was sind die Themen der Bhagavad Gita?

Die Bhagavad Gita, wörtlich der Gesang Gottes oder der Gesang des Erhabenen, ist eine der wichtigsten Yoga Schriften. Zusammen mit dem Yoga Sutra, den Upanishaden und der Hatha Yoga Pradipika gehört die Bhagavad Gita zu den vier Schriften, die für die Yoga Vidya Tradition von besonderer Bedeutung sind. Unter diesen vier ist im klassischen Yoga die Bhagavad Gita die wichtigste Schrift.

Die Bhagavad Gita gilt als heilige Schrift. Die Verse der Bhagavad Gita haben Mantra Charakter. Bis heute gibt es Menschen, die die ganze Bhagavad Gita jeden Tag vollständig rezitieren. Auch bei Yoga Vidya rezitieren wir die Bhagavad Gita immer wieder. Es ist ein großartiges Buch, mit dem man immer wieder neue Aspekte der Spiritualität entdeckt. Und so ist es gut, etwas mehr zu wissen über den Hintergrund der Bhagavad Gita.

Ich selbst habe einen Kommentar zur Bhagavad Gita verfasst, wo ich die Hintergrundsgeschichte zur Bhagavad Gita etwas ausführlicher beschrieben habe. Hier werde ich sie etwas vereinfachen. Wenn du etwas mehr darüber wissen willst, kannst du in dem Buch nachlesen. Ebenfalls gibt es einen Bhagavad Gita Blog, wo ich zu jedem Vers der Bhagavad Gita einen Beitrag geschrieben habe.

Bhagavad Gita – Gesang des Erhabenen

Bhagavan bedeutet der Erhabene, Gita heißt der Gesang, die Gesungene. Mit Bhagavan ist Krishna gemeint. Die Bhagavad Gita ist geschrieben als Dialog, Zwiegespräch zwischen Krishna und Arjuna – Krishna, der Lehrer, Arjuna, der Schüler. Arjuna hat eine Frage an Krishna und Krishna antwortet, indem er ihm letztlich die Grundlagen des ganzheitlichen Yoga beschreibt.

Wie ist es aber dazu gekommen? Die Bhagavad-Gita ist ein Teil des Mahabharata-Epos. Mahabharata ist eines beiden Itihasas, der großen Epen, zusammen mit Ramayana. Mahabharata ist das umfangreichste Epos der Weltliteratur. Es hat sehr viele Verse. Es heißt sogar, es hat verschiedene Bücher. Mahabharata beschreibt letztlich die Geschichte eines Herrschergeschlechtes, der Bharatas. Es beschreibt die verschiedensten Dinge, die passiert sind. In Indien gibt es den Ausdruck, was es im Mahabharata nicht gibt, das gibt es nicht. Insbesondere zwischenmenschliche Situationen, jede ethische Frage, jede Entscheidung, jeder Charakter, alles findet man im Mahabharata.

Maha bedeutet großartig Bharata bezieht sich auf einen König mit diesem Namen. Die Mahabharata ist die Geschichte dieses Königs Bharata und seiner Nachkommen, die als Bharatas oder auch Bharatias bezeichnet werden.

Die Inder haben sich selbst lange Zeit als Bharatias bezeichnet, als diejenigen, die Nachkommen sind von Bharata. Der Name für Indien ist eigentlich Bharatavarsha. Der Name Indien leitet sich her vom Fluss Sindhu, den die Griechen Indus nannten. Sindhu ist ein Fluss in Nordwestindien, heute im eigentlichen Pakistan. Für die Griechen war das Land vor und hinter dem Fluss Indus Indien.

Die Perser nannten diese Region Hindustan. Hindu bezeichnet einen Inder, Hindustan ist das Land Indien. Von den Engländern wurde das Land India genannt. Für die Inder selbst war das Land lange Zeit Bharatavarsha. Es ist relativ neu, dass die Inder sich selbst als „Inder“ ansehen. Es ist eine Zuschreibung von außen.

Bharata war ein so großartiger Held, ein so großartiger König, tugendhaft, tapfer. Er hat ganz Indien gemeint, ein legendärer König und so großartig, dass das ganze Land nach ihm benannt wurde. Die Bewohner des gesamten Subkontinentes sich benannten nach ihm. Das Herrschergeschlecht, das von ihm ausging waren die Bharatas.

Im Mahabharata wird das Leben von Bharata beschrieben, seine Daten, wie er zum Schluss einem Königreich entsagt hat usw. Bharata hatte viele Nachfahren. Irgendwann kommt es zu einem namens Kuru. Kuru war auch noch ein großer König, aber nicht so großartig wie Bharata. So geht es Schritt für Schritt bergab. Kuru war immer noch groß und das Herrschergeschlecht benannte sich nach Kuru als Kaurava, die Nachkommen von Kuru.

Darunter gibt zwei wichtige Brüder, der ältere Dhritarashtra und der jüngere Panda. Normalerweise hätte Dhritarashtra die Königskrone erben sollen, aber er war blind. Weil es hier um die Essenz gehen sollen, werde ich die Geschichte, warum er blind ist, hier nicht erzählen. Dhritarashtra war blind und so haben die Großen des Landes beschlossen, dann soll Pandu König werden und das Königreich regieren. Pandu hatte fünf Söhne, die sich die Pandavas nannten. Einer von ihnen, der eine wichtige Rolle in der Bhagavad-Gita spielt ist Arjuna. Seine Brüder waren Yudhishthira, Bhima, Mahadeva und Sakula.

Pandu ist relativ früh gestorben, die Pandavas waren noch minderjährig. Wer sollte jetzt das Königreich regieren? Es brauchte einen König. Also beschlossen die Großen des Landes nun doch Dhritarashtra König werden zu lassen. Und so wurde Dhritarashtra, obgleich er blind war, zum König gekrönt. Dhritarashtra war nicht nur körperlich blind, was nicht ganz so tragisch gewesen wäre. Er war auch geistig blind, er hat immer wieder seine Augen verschlossen, insbesondere vor den Un- und Missetaten seiner Söhne. Dhritarashtra hatte 101 Söhne mit einer einzigen Frau. Pandu hatte fünf Söhne mit drei Frauen.

Dhritarashtra hatte also 101 Söhne und warum es 101 waren, ist eine faszinierende Geschichte, die hier aber nicht erzählt wird. Der älteste dieser 101 Söhne war Duryodhana, der Schreihals, derjenige, der immer wieder laut etwas sagte. Kein allzu schöner Name für einen Sohn. Duryodhana wollte herrschen, er wollte Macht und er wollte keinen anderen neben sich haben. Die anderen hundert Kauravas trauten sich neben Duryodhana nichts und wurden so seine treuen Gefolgsleute. Jetzt gab es nur ein Problem. Dhritarashtra war der König. Wer sollte König werden nach Dhritarashtras Tod? Die meisten im Königreich dachten, dass müsste der älteste Sohn von Pandu werden, also Yudhishthira, denn Pandu war ja der vorige König. Andere standen auf dem Standpunkt, Dhritarashtra ist der jetzige König, also sollte sein Sohn Duryodhana der König werden. Und so war die Erbfolge ungeklärt.

Duryodhana wollte nicht warten bis Dhritarashtra sterben würde und die Edlen des Landes es entscheiden würden. Er wollte sein Schicksal in seine Hand nehmen und versuchte mehrmals alle fünf Pandavas umzubringen. Von Jugend an gab es ein Attentat nach dem anderen, das Duryodhana selbst ausführte oder in Auftrag gab. Die Pandavas konnten all diesen Attentaten entgehen. Und so wurde es immer mehr.

Die Pandavas bemühten sich, das Gute zu tun, das Rechtmäßige zu tun, gut zu lernen, freundlich zu ihren Mitmenschen zu sein und im Umgang mit anderen zuvorkommend, sich einzusetzen für die gute Sache. Duryodana und den Kauravas ging es um Macht und Vergnügen, um Wohlstand. Sie wollten etwas für sich haben.

Schließlich dachten die Großen des Landes, so kann es nicht weitergehen. „Es geht nicht, das die Kauravas die Pandavas ständig drangsalieren. Wir müssen eine Lösung finden.“ Yudhishthira sagte das auch und bot an, der Dhritarashtra solle weiter Oberkönig sein. „Wir könnten das Königreich in zwei Teile teilen. Duryodhana regiert die eine Hälfte, ich die andere Hälfte unter dem Oberkönig Dhritarashtra. So können wir es gut regeln.“ Die Großen des Landes stimmen zu, auch Duryodhana stimmte zu.

Duryodhana sagte, „aber ich darf mir aussuchen, welchen Teil ich regieren darf“ und Yudhishthira, um des lieben Friedens Willen, stimmte zu. Bis jetzt hatten sich die Pandavas gegen die all die Mordanschläge nie zur Wehr gesetzt. Sie hatten sich immer retten können, aber sie hatten nie gekämpft gegen die Kauravas. Sie haben sie auch nicht zur Anklage gebracht. Sie haben es einfach erduldet. Duryodhana suchte sich jetzt die fruchtbare und die bevölkerungsreiche Hälfte des Landes aus. Er wollte in Hastinapura, der Hauptstadt, regieren und Yudhishthira irgendwo im Dschungel und in Wüsten, wo wenig Menschen lebten.

Aber Yudhishthira war ein sehr guter König, er war ein geschickter, wohlmeinender König. Er regierte gut und so kam die Hälfte des Königreiches, wo Yudhishthira regierte, zum Blühen. Die Menschen zogen dorthin, Land wurde urbar gemacht, Städte und Straßen entstanden. Yudhishthira baute auch Tempel und Krankenhäuser. Er förderte die Wissenschaften, er förderte ein gutes Heer.

Yudhishthira lebte in Frieden mit allen Nachbarn und andere erkannten ihn immer mehr als Oberherrscher an, weil sie dachten, wenn Yudhishthira der Oberherrscher ist, dann hören die Kriege auf und wir können Frieden haben. Und so wurde Yudhishthira schließlich von vielen Königen gebeten, er möge das Kaisertum annehmen. Dhritarashtra war noch da. Aber viele bedrängten Yudhishthira damit Frieden im ganzen Land herrscht, ein Kaiser über ganz Indien zu werden. Das war die damals bekannte Welt.

Yudhishthira stimmte schließlich zu und Duryodhana, dem das gar nicht behagte, wollte sich aber nicht gegen alle stemmen und so erkannte auch er pro Forma Yudhishthira als Kaiser an. Jetzt schien alles groß und wunderbar.

Aber Duryodhana rauchte vor Zorn und vor innerem Frust. Er dachte, jetzt ist dieser Yudhishthira Herrscher über alles und ich bin sein Untergebener. Er war es zwar nicht wirklich, aber irgendwo als Unterkönig. Natürlich war Dhritarashtra noch der Oberoberkönig über beide.

Duryodhana ersann eine List. Er wusste nämlich von einem „kleinen“ Laster, das Yudhishthira hatte. Er war ein Spieler, man könnte fast sagen, er hatte eine Neigung zur Spielsucht. Yudhishthira wusste das und spielte deswegen gar nicht. Insbesondere das Würfelspiel hatte er als Kind und Jugendlicher geliebt. Und so forderte Duryodhana Yudhishthira zu einem Würfelspiel heraus. Und Yudhishthira musste kommen, denn wenn ein König einen anderen zu einem Spiel einlädt und der andere die Einladung ausschlägt, kommt es zum Krieg. Yudhishthira wollte keinen Krieg. Er hatte schon Jahrzehnte seines Lebens damit verbracht verschiedenstes Unrecht über sich ergehen zu lassen. Er dachte, ok, dann spiele ich halt auch.

Hier verkürze ich die Geschichte, es gab sogar zwei Würfelspiele. Beim zweiten Würfelspiel verlor Yudhishthira wieder und wieder. Yudhishthira hatte zwar Freude am Spiel, aber er war nur ein mäßig guter Spieler. Ein Onkel von Duryodhana war ein sehr geschickter Würfelspieler. Er war sogar ein Falschspieler, der andere betrügen konnte. Er wusste wie er Würfel vor dem Wurf präparieren konnte. Und so verlor Yudhishthira ein Spiel nach dem anderen. Zum Schluss hieß es, wer den letzten Wurf verliert, der muss zwölf Jahre ins Exil gehen mit all seinen Geschwistern. Im dreizehnten Jahr muss er inkognito bleiben ohne, erkannt zu werden. Nach dreizehn Jahren bekommt er seine Hälfte des Königreiches zurück.

Es kam wie es kommen musste, Yudhishthira verlor. Er und seine Brüder zusammen mit der gemeinsamen Frau, Draupadi. Zwölf Jahre lang gingen sie ins Exil. Als spirituelle Menschen meditierten sie in dieser Zeit viel. Arjuna machte insbesondere viel Pranayama und Asanas. Er bekam verschiedene Pranas und Siddhis, alle möglichen Kräfte. Er hatte Visionen von Shiva. Im Exil im Dschungel verbrachten sie so eine schöne Zeit. Spirituelle Menschen lieben es durchaus, keine Verantwortung mehr zu haben, wenn sie praktizieren und in der Natur sein können. Sie halfen dabei auch den Weisen im Wald und besuchten einige Ashrams und Beschützten und so weiter. Im dreizehnten Jahr gelang es ihnen inkognito zu bleiben.

Nach dreizehn Jahren sandten die Pandavas Boten zu Duryodhana aus und sagten:„Wir haben die Bedingungen erfüllt und jetzt bitten wir darum, dass unser Königreich uns zurück gegeben wird.

Duryodhana war die letzten dreizehn Jahre nicht untätig geblieben. Er hatte seine Macht gefestigt. Seine Vertrauensleute hatte er auch in das Königreich von Yudhishthira gegeben. Das gesamte Königreich hatte er unter seine Herrschaft gebracht. Alle Oppositionellen waren eingeschüchtert. Von den meisten Großen des Landes hatte er sich einen Vertrauenseid schwören lassen. Und er lachte den Boten nur an und sagte: „Die Pandavas sollen im Wald bleiben. Ich behalte das Königreich!“. Die Pandavas schickten wieder einen Boten und sagten: „Wenn schon nicht das ganze Königreich, dann wenigstens einen Teil!“. Duryodhana sagte: „Nichts gebe ich Euch!“.

Die Pandavas wurden besucht von Krishna, Inkarnation Gottes, Manifestation Gottes auf Erden, auch ein machtvoller König, König der Yadava auf Dvaraka, einer großen Insel, es heißt sogar ein Kontinent, im Indischen Ozean vor dem heutigen Gudjerat. Dort wollte Krishna in Frieden leben, deswegen war er mit seinem gesamten Volk ausgewandert. Er wollte den idealen Gottesstaat errichten, einen Staat, wo Menschen alles hatten, was sie brauchten und in Frieden mit den anderen leben konnten.

Krishna war auch ein Freund von Arjuna, ein Freund der Pandavas. Ebenso war ein Freund von Dhritarashtra und ein Vertrauter an seinem Königshof. So baten die Pandavas Krishna als Bote an den Hof von Duryodhana zu gehen. Krishna ging dorthin, aber Duryodhana antwortete: „Wir geben ihnen nichts. Die Pandavas sollen im Wald bleiben!“. Krishna kam zurück. In der Zwischenzeit gab es viele rechtschaffene Menschen, die zu den Pandavas gingen. Nun überlegten die Pandavas „wollen wir den Frieden oder sollen wir für die gerechte Sache kämpfen?“. Jahrzehnte ihres Lebens hatten sie sich gegen die Missetaten von Duryodhana nicht zur Wehr gesetzt. Sollten sie jetzt wieder klein bei geben? Sie selbst hatten keine Wünsche. Für sie selbst spielte es keine Rolle, ob sie ein Königreich regierten oder nicht. Aber die anderen bedrängten sie und sagten: „Wir haben dreizehn Jahre Tyrannei erduldet. Es muss jemand aufstehen gegen diese Tyrannen!“. Und schließlich entschieden sich die Pandavas, zu kämpfen. Viele kamen zu ihnen, um ihnen beizustehen. Viele kleinere Könige gingen mit ihren Truppen zu Yudhishthira und den Pandavas. Duryodhana hatte natürlich das viel größere Heer. Er war der Regierende dieses Königreichs. Er hatte die anderen fast gezwungen, seine Verbündeten zu sein.

So gab es ein kleines Heer von Yudhishthira und ein großes Heer von Duryodhana. Diese trafen sich auf dem sogenannten Kurukshetra. Shetra heißt Feld, Kuru bedeutet die Nachfolgen von Kuru, also da, wo sich die Pandavas und die Kauravas treffen würden. Kurukshetra galt auch als heiliges Feld. Manchmal wird es auch als Dharmashetra bezeichnet, als Feld der Rechtschaffenheit. Pandavas und Kauravas standen sich gegenüber und was jetzt weiter geschieht, ist das Thema der Bhagavad Gita.

Wie ist die Bhagavad-Gita geschrieben?

Die Mahabharata hat verschiedene Erzählebenen. Und die Bhagavad-Gita ist so geschrieben worden. Dhritarashtra, der alte, blinde König war in der Hauptstadt Hastinapura zurückgeblieben. Er hatte einen Ratgeber namens Sanjaya, der die Gabe der Fernsicht bekommen hatte, das heißt er konnte sehen, was weit weg war. Sanjaya war also im Palast und konnte mit seinem Auge der Intuition sehen, was auf Kurukshetra geschah. Dhritarashtra erfuhr durch Boten, dass auf Kurukshetra etwas Schlimmes passierte und wandte sich an Sanjaya und fragte ihn.

Damit beginnt die Bhagavad-Gita

Erstes Kapitel:

Vers 1:

Dhritarashtra uvaca:

dharma-kshetre kuru-kshetre samaveta yuyutsavah mamakah pandavas caiva kim akurvata sanjaya

Dhritarashtra sprach: Was taten mein Volk und die Söhne Pandus, nachdem sie sich zum Kampf bereit auf der heiligen Ebene von Kurukshetra versammelt hatten, oh Sanjaya?

Vers 2:

Sanjaya uvaca:

drishtva tu pandavanikam vyudham duryodhanas tada acaryam upasangamya raja vacanam abravit

Nachdem König Duryodhana die in Schlachtreihe aufgestellte Armee der Pandavas gesehen hatte, ging er zu seinem Lehrer und sagte:

Vers 3:

Duryodana sprach:

pasyaitam pandu-putranam acarya mahatim camum vyudham drupada-putrena tava sisyena dhimata

Sieh, Oh Lehrer! Diese gewaltige Armee der Söhne der Pandus, die der Sohn Draupadas, dein weiser Schüler in Schlachtordnung aufgestellt hat

Dhritarashtra hat den Sanjaya gefragt, was ist passiert, was ist geschehen zu Beginn dieser Schlacht. Und Sanjaya erzählt, was passiert war. Sanjaya sagte „Duryodhana schaute über das ganze Schlachtfeld. Er schaute die Reihen an, seine eigenen und die der Gegner“. Duryodhana hatte letztlich wiederum Angst.

Vers 10:

Duryodhana spricht:

Unsere Armee, die von Bhishma befehligt wird, ist unzureichend, während die ihre, die Bhima führt, groß genug ist

Das ist auch schon eine große Lektion. Ein Tyrann hat immer Angst, selbst wenn er die Macht hat. Duryodhana hat ein viel größeres Heer mit den größten Generälen. Die Pandavas, dreizehn Jahre im Exil, keine Erfahrung mehr im Umgang mit Waffen und Schlachten und so weiter. Sie konnten gut meditieren, sie konnten sich gut an Gott wenden. Aber Duryodhana mit seiner großen Armee, schlachterprobt, hatte die Zeit genutzt alle möglichen Könige ihm untertan zu machen. Trotzdem – Duryodhana hat Angst, denn letztlich weiß er Dharma, das Recht, ist auf der Seite der anderen. So beschreibt es Sanjaya.

Was machte Duryodhana? Er schaute sich alles an. Er ging durch die Reihen. Er war nervös. Er sprach mit seinen Generälen.

Nun die Frage: Was machten die Pandavas?

Vers 14:

Krishna und Arjuna im Streitwagen

Dann bliesen auch Krishna und Arjuna, die in ihrem mit weißen Rössern bespannten prächtigen Streitwagen saßen, in ihre göttlichen Muschelhörner

Nun sind auch Krishna und Arjuna da. Was machte Krishna auf dem Schlachtfeld? Krishna war ein König. Er hatte eigentlich gesagt, er wolle in die Streitigkeiten, die Kämpfe und die Kriege nicht involviert sein. Er will ein friedvolles Regime führen. Deshalb hat er ja mit seiner Yoga-Shakti einen ganzen Kontinent vor der Küste Indiens geschaffen und ist mit seinem Volksstamm, den Yadavas, dahin ausgewandert. Er wollte zeigen, friedvoll erblüht ein Königreich am besten. Aber nachdem der Kampf beginnen sollte, bat Arjuna den Krishna, „bitte, bitte, bitte steh mir doch bei!“

Krishna sagte: „Du kannst entweder meine Armee haben, die Ardavas, eine große Armee, gut trainiert oder ich komme zu dir, aber ich selbst werde nicht kämpfen“. Arjuna lächelte und sagte: „Ich will nur dich, denn da wo du bist, da wird auch Sieg sein. Ich will nicht deine Armee. Ich will nicht deine Waffen. Ich will nur dich“.

Auf eine gewisse Weise, ist darin eine Grundfrage, die man immer wieder gestellt bekommt. Was willst du haben, Gott oder seine Armee? Immer wieder wirst du auf dem spirituellen Weg vor diese Frage gestellt. Willst du dich für Gott entscheiden oder für die Gaben Gottes? Manchmal musst du eben wählen. Diese eine Entscheidungsalternative führt dich vielleicht eher zu Gott, die andere gibt dir mehr Vergnügen und Reichtum, mehr Freunde und Anhänger und so weiter. Auch das ist alles göttlich, aber es ist die Armee Gottes. Im Zweifelsfall solltest du dich für Gott entscheiden.

Und so machte es Arjuna. Krishna lachte und sagte, was willst du denn jetzt mit mir anfangen, ich werde nicht kämpfen? Arjuna sagte: „Wenn das OK für dich ist, dann sei du mein Wagenlenker. Wenn du mein Wagenlenker bist, dann bist du immer bei mir und dann kann mir nichts passieren“. Krishna lächelte und sagte „OK, ich werde dein Wagenlenker sein“. Das zeigt, Gott kann auch sehr demütig sein. Arjuna war, man könnte sagen, ein Dahergelaufener. Ihm gehörte gar nichts, selbst wenn Yudhishthira gewinnen würde. Arjuna war nur ein Prinz. Krishna dagegen, Inkarnation Gottes, Herrscher über Dvaraka, einem friedvollen Königreich – der Großartigste seiner Zeit. Er wurde jetzt zum Wagenlenker von Arjuna, also ein Kleiner im Verhältnis zum anderen. Für Krishna war das ganz OK.

Krishna und Arjuna bliesen ihr Muschelhorn und das hieß, jetzt war zum Beginn der Schlacht geblasen worden. So beschreibt es der Vyasa in den Worten von Sanjaya, was dort alles geschehen ist. Vyasa ist der Autor der Mahabharata und er lässt Sanjaya dem Dhritarashtra alles erzählen.

Vers 20:

Als nun Arjuna, der Sohn Pandus, dessen Zeichen Hanuman, der Affe war, die Leute aus der Partei Dhritarashtras so in Schlachtreihe aufgestellt sah und auch sah, wie die Waffen entsichert wurden, um zu beginnen, nahm er seinen Bogen und wandte sich mit den folgenden Worten an Krishna

Verse 21 und 22:

Arjuna sprach:

Stelle meinen Wagen in die Mitte zwischen die beiden Armeen, Oh Krishna, damit ich die sehe, die hier zum Kampfe bereit aufgestellt sind, und weiß, gegen wen ich zu kämpfen habe, wenn die Schlacht beginnen soll

Vers 23:

Denn ich möchte sie genau sehen, die hier zum Kampf versammelt sind, und dem übelgesinnten Duryodhana (dem Sohn Dhritarashtras) in der Schlacht zu gefallen wünschen

Vers 26:

Da sah Arjuna, dass hier (in den Armeen) Väter und Großväter, Lehrer, Onkel, Brüder, Söhne, Enkel und auch Freunde aufgestellt waren

Vers 27:

Er sah Schwiegerväter und auch Freunde in beiden Armeen. Als der Sohn Kuntis, Arjuna, alle seine Angehörigen so aufgestellt sah, sprach er von großer Sorge und tiefem Mitleid erfüllt

Krishna führte den Wagen auf einen kleinen Hügel. Arjuna schaute über das ganze Feld. Er sah, seine Gegner waren die Verwandten. Auf seiner Seite waren diejenigen, die Verwandte hatten auf der anderen Seite. Das Ganze war ein Bruderkampf, Geschwisterkampf und ihm graute davor.

Auf eine gewisse Weise ist das auch eine wichtige Lektion im Leben des Menschen, denn – wir sind alle Geschwister. Arjuna wusste es die ganze Zeit, aber jetzt wurde es ihm bewusst. Wir alle auf diesem Planeten sind Kinder von Mutter Erde, Kinder Gottes. Wir sind alle Geschwister und wenn wir plötzlich erkennen wir sind alle eins, dann ist die Frage wie können wir jetzt weiter vorgehen?

Im Fall von Arjuna, die anderen mögen Schlechtes getan haben, sie sind trotzdem meine Verwandten. Soll ich mich jetzt wirklich gegen sie wenden?

Vers 28:

Arjuna sprach:

Wenn ich diese meine Verwandten kampfbereit in Schlachtreihe aufgestellt sehe, Oh Krishna,

Vers 29:

Versagen meine Glieder, mein Mund wird trocken, mein Körper zittert, und mein Haar steht zu Berge

Vers 32:

Ich wünsche nicht den Sieg, Oh Krishna, nicht das Königreich und auch nicht Freuden. Was nützt uns Herrschaft, Oh Krishna, oder Freuden, oder selbst das Leben?

Vers 33:

Die, für die wir Königreich, Freuden und Annehmlichkeiten wünschen, stehen hier, bereit zu kämpfen und Leben und Vermögen einzusetzen

Arjuna braucht ja nichts. Er ist deshalb der ideale Schüler. Er lernt in den letzten dreizehn Jahren, er muss nur meditieren und dann ist er glücklich. Er braucht ein bisschen was zu essen, das bekommt er im Wald. Er braucht keine besonderen Kleider, er braucht kein besonderes Zuhause. Er würde letztlich nur als Bruder von Yudhishthira, das Königreich mit regieren, damit es anderen gut geht. Aber diejenigen, für die er das Königreich übernehmen würde, die werden jetzt gleich kämpfen. Kampf heißt Krieg, Krieg heißt Tod. Tod will er nicht. Und so weiß Arjuna nicht, was er tun soll.

Vers 46:

Arjuna sprach:

Es wäre für mich besser, die bewaffneten Söhne Dhritarashtras erschlügen mich im Kampfe, während ich unbewaffnet bleibe und keinen Widerstand leiste

Vers 47:

Arjuna hat den Bogen weggeworfen und wendet sich an Krishna - Inkarnation Gottes

Sanjaya sprach:

Nachdem Arjuna so in der Mitte des Schlachtfeldes gesprochen hatte, warf er Pfeil und Bogen von sich und setzte sich mit von Sorgen überwältigtem Geist im Streitwagen hin

Eine ganz dramatische Situation, zwei Armeen aufgestellt – sie wollten eigentlich schon aufeinander zugehen. Krishna und Arjuna jetzt zwischen den beiden Armeen. Arjuna hat die Waffen weggeworfen. Beide Parteien schauen verwundert, was machen die dort! Die Pandavas wollen nicht weiter gehen, sie sind eine kleinere Armee. Nur weil Arjuna so großartig ist, außerdem jetzt die Waffen von Shiva hat, Prana hat, Energie und weil er ein so guter Bogenschütze ist, haben sie überhaupt eine Chance. Ohne Arjuna sind sie verloren und gehen in das sichere Verderben. Also gehen sie nicht weiter.

Die Kauravas denken „ah, der Sieg ist unser! Arjuna wirft die Waffen hin! Jetzt haben die anderen keine Chance“. Sie gehen auch nicht weiter voran und hoffen, dass Arjuna weg geht. Sie fürchten, wenn sie jetzt nach vorne brechen, dann wird Arjuna vielleicht doch zu den Waffen greifen. Also warten sie und hoffen darauf, dass Arjuna weggeht.

In dieser Situation fragt Arjuna Krishna.

Zweites Kapitel

Vers 4:

Arjuna sprach:

Oh Madhusudana, wie soll ich im Kampf Pfeile gegen die verehrungswürdigen Bhishma und Drona schicken?

Vers 5:

Besser ist es in der Tat, in dieser Welt Almosen zu empfangen, als die Edelsten niederzustrecken. Töte ich sie aber, wird schon in dieser Welt all meine Freude am Besitz und an der Erfüllung meiner Wünsche mit ihrem Blut befleckt sein

Vers 7:

Mein Herz ist vom Makel des Mitleids überwältigt; mein Geist verwirrt hinsichtlich meiner Pflicht. Ich bitte Dich: Sage Du mir klar, was für mich richtig ist. Ich bin Dein Schüler. Lehre mich, da ich bei dir Zuflucht gesucht habe

Vers 8:

Ich sehe nicht, dass es diese Sorge, die meine Sinne verbrennt, beseitigen würde, auch nicht wenn ich blühende und unangefochtene Macht über die Erde und Herrschaft über die Götter erlange

Der ideale Schüler

Jetzt beginnt die eigentliche Bhagavad Gita.

  • Man sagt Arjuna hat seine Frage gestellt. Man sagt manchmal, Arjuna ist der ideale Schüler. Damit man einen Lehrer bekommt, braucht es einen Schüler. Manchmal entsteht die Frage, wie finde ich einen Guru? Du findest einen Guru, indem du ein Schüler bist. Arjuna hat schon ein gewisses Alter. Schon einmal ist er zu einem Lehrer in die Lehre gegangen. Viele Jahrzehnte hat er spirituelle Praktiken gemacht. Man könnte sagen für einen idealen Schüler ist das erste Kriterium: Arjuna hat schon gelernt über Yoga, er hat schon intensiv praktiziert. Also er hat erstens gelernt.
  • Zweitens er hat praktiziert.
  • Drittens er hat sich bemüht, ein rechtschaffenes Leben zu führen. Er hat sich immer bemüht, das Richtige zu tun. Er hat an sich gearbeitet. Er hat schon Visionen Gottes gehabt, Shiva ist ihm erschienen.
  • Viertes Kriterium ist, er ist bereit alles aufzugeben. Er hängt an nichts. Er hat schon das Luxusleben im Königreich geführt. Er hat alles aufgegeben und lebte als Bettler im Wald. Öfters hat er gehungert, weil es nichts zu essen gab. Öfters hat er im Monsun draußen geschlafen, aufgeweicht und nass. Es hat ihm nichts ausgemacht. Er ist also wunschlos. Er will für sich nichts, volles Vairagya.
  • Fünftes Kriterium von Arjuna als idealer Schüler ist, er ist in einer verzweifelten Situation. Er weiß nicht weiter. Nur wenn du nicht weiter weißt, brauchst du einen Guru. Dann brauchst du wirklich einen Guru. Arjuna ist in dieser Situation, eine ethisch unlösbare Situation: Kämpft er, dann gibt es Blutvergießen. Kämpft er nicht, so gibt es auch Blutvergießen. Denn wenn er nicht kämpft, werden die Kauravas sicher gewinnen. Dann gibt es weniger Blutvergießen, weil schnell alle Pandavas getötet werden. Wenn er aber kämpft, werden in beiden Parteien viele sterben. Was soll er tun? Man könnte sagen, ein weiteres Kriterium ist, er hat seit so vielen Jahren versucht, im Frieden zu leben. So oft gab es Anschläge. Um des Friedens willen, haben die Pandavas nichts dagegen getan. Aber jetzt hatten sie sich nach der Konsultierung von Vielen, auch von Krishna, entschlossen doch zu kämpfen.

Aber Arjuna weiß jetzt, es sind alle seine Geschwister, auch die Bösen. Es gibt nicht wirklich gut und böse. Das Ego würde sagen, wir sind die Guten, die anderen sind die Bösen. Das ist weggeblasen. Objektiv gesehen sind die anderen die Bösen. Die auf der eigenen Seite sind die Guten. Aber eigentlich ist es so: Alle Wesen sind Geschwister. Was soll er jetzt tun?

Es gibt keine gute Lösung. In dieser Situation wendet er sich an Gott, er wendet sich an Krishna. Und jetzt kann Krishna lehren. Das Interessante ist, jetzt ist sein Lehrer sein Freund. Krishna ist der Freund von Arjuna, die beiden kennen sich seit Jahrzehnten. Aber erst jetzt wird Krishna der Lehrer von Arjuna. Wo Arjuna nicht weiter weiß und sich ganz an Krishna wendet, jetzt kann Krishna sprechen.

Eine Frage, die oft im Kontext der Bhagavad Gita gestellt wird: „Gibt es einen gerechten Krieg?“. Und es ist keine einfach zu beantwortende Frage. Die Bhagavad Gita beantwortet sie in ihrem Schluss, wo Krishna Arjuna in siebzehn Kapiteln Ratschläge gibt. Er spricht zu ihm über das Selbst und das Nichtselbst, über die Gunas, über ethisches Leben, rechtschaffenes Leben. Er spricht mit ihm über Karma Yoga, Raja Yoga, Bhakti Yoga, Jnana Yoga. Er spricht über Svarupa und Svadharma. Er spricht alle Aspekte des spirituellen Lebens an, auch wie man meditiert. Eigentlich verrückt. Es dauert mehrere Stunden, alle warten. Krishna unterweist Arjuna. Zum Schluss sagt Krishna dem Arjuna: „Jetzt tue, wie du es spürst, was richtig ist“.

Arjuna weiß jetzt, ohne dass Krishna ihm zum Schluss noch rät, es ist richtig zu kämpfen. Sie kämpfen. Es gibt ein furchtbares Gemetzel. Die Pandavas gewinnen.

Die Pandavas regieren das gesamte Königreich. Nachdem sie die Regierung eingesetzt haben und das Land wieder gut regiert ist, verlassen diese fünf wieder das Königreich, ziehen in die Einöde und meditieren. Ihnen ging es nicht um das Königreich. Sie wollten dem Guten und Rechtschaffenen zum Sieg verhelfen, das Gute wieder einsetzen.

Auf eine gewisse Weise würden wir heute sagen, schöner wäre es gewesen, sie hätten eine neue Art von gewaltfreiem Widerstand gefunden und Duryodhana wäre auf diese Weise abgesetzt worden. Es hätte eine Palastrevolution gegeben, blutlos, und alles wäre gut ausgegangen. Leider, so ist es nicht gewesen. So wäre es ein liebes Ende gewesen.

Öfters gibt es diese Frage. War es richtig, das die Alliierten im zweiten Weltkrieg gegen Hitler-Deutschland in den Krieg gezogen sind? War es auf Seiten der Amerikaner richtig, hätte man Hitler gewähren lassen sollen? Wenn er alle versklavt hätte, wäre irgendwann die Herrschaft zusammengebrochen. Die Amerikaner, die Engländer und vieles andere haben sich entschlossen, nein wir wollen kämpfen. Hitler hatte Churchill Friedensangebote unterbreitet. Der hätte sagen können, warum sollen wir weiter kämpfen? England kann weiter regieren. Aber vermutlich war es richtig, dass Churchill weiter gekämpft hat, dass die Amerikaner in den Krieg gezogen sind und das nicht Hitler freie Bahn bekommen hat, bis er Russland, die Sowjetunion, ganz Eurasien unterworfen hätte und sein Terrorregime versucht hätte, dauerhaft zu machen. Und es gibt immer wieder diese Frage. Aber man soll die Frage nach dem gerechten Krieg nicht zu frühzeitig stellen. Auch dabei kann man aus der Mahabharata lernen. Die Kauravas haben über Jahrzehnte probiert, Krieg zu verhindern. Sie haben über Jahrzehnte Unrecht gewähren lassen im Sinne von keine Waffengewalt, zwar protestieren, Boten und Vermittler schicken, Mediatoren schicken, wieder und wieder. Aber irgendwann ging es nicht mehr. Nach Jahrzehnten der Versuche, haben sie sich entschlossen zu kämpfen.

Aber die Bhagavad Gita hat nicht nur dieses zum Thema, sonst würde man sagen, was hat das mit uns zu tun? Wir leben im, ich hoffe auch langfristig, friedvollen Mitteleuropa. Wir stehen nicht vor dieser Frage. Manchmal steht die UNO vor solchen Fragen in der Welt.

Aber vor allen Dingen ist auch manchmal die Frage, soll ich mich bemühen? Soll ich mich einsetzen? Soll ich Widerstand leisten oder soll ich es nicht tun? Nicht mit Waffen, solange es einen Staat mit einer Rechtsordnung gibt, wenn auch nicht immer gerecht ist und ihre Probleme hat. Man kann trotzdem überlegen, soll ich mich einsetzen? Soll ich den Mund aufmachen? Soll ich mich für die gute Sache einsetzen? Soll ich mich für Tierrechte einsetzen? Soll ich mich für Veganismus einsetzen? Soll ich mich einsetzen für Ökologie? Soll ich mich dafür einsetzen, dass Bäume gut behandelt werden? Immer wieder Fragen. Soll ich es selbst dann machen, wenn ich andere Menschen innerlich verletze? Es ist manchmal gut, im Sinne von übergeordneten Sachen auf kleine Dinge zu verzichten. Keine einfachen Fragen. Die Pandavas, aus gutem Grund, haben über Jahrzehnte alles Mögliche probiert.

In diesem Sinne ist die Bhagavad Gita auch eine Entscheidungshilfe. Man könnte sagen die Bhagavad Gita ist ein Lehrgespräch. Arjuna stellt eine Frage. Er weiß nicht weiter. Krishna antwortet ihm. Er gibt ihm Kriterien, anhand derer er selbst entscheiden kann, was zu tun ist. Und diese Antwort von Krishna und die Kriterien, die er dem Arjuna gibt, das sind letztlich die gleichen Kriterien, anhand derer auch wir Entscheidungen treffen können. Krishna sagte dem Arjuna auch zum Schluss: „Jetzt entscheide selbst!“. In der Mehrheit der Situationen, in denen man einen großen Lehrer fragt, was man tun soll, geben die Lehrer einem Kriterien und sagen dann „und jetzt entscheide du selbst!“. Und dann kommt die Intuition.

Manchmal stellen Menschen die Frage, warum spielt die Bhagavad Gita auf dem Schlachtfeld, eine Situation, die spirituellen Menschen unsympathisch ist. Sie möchten gerne alles friedvoll haben. Wir könnten vielleicht sagen: „Ja, damit wir keine Ausrede haben“. Manchmal sagen Menschen, wenn ich Ratschläge gebe, „du hast gut reden, du lebst in einem Ashram. Dort ist es immer alles friedvoll. Menschen gehen sehr freundlich miteinander um. Da gibt es keine Konflikte. Woher weißt du wie es im wahren Leben zugeht?“. Mein Kameramann lächelt mir gerade zu, auch in einem Haufen von Idealisten wie in einem Ashram, gibt es natürlich Konflikte. Natürlich nicht solche Konflikte wie der Krieg zwischen Pandavas und Kauravas.

Die Antwort ist in jedem Fall „ja, Krishna hat Arjuna in der extremsten menschlichen Situation spirituelles Leben erläutert und zwar deshalb, damit wir wissen, spirituelle Prinzipien sind in jeder Situation anwendbar. Es ist nicht so, dass man sagt, nur wenn die Arbeit getan ist, alles in Ordnung ist, ich Ruhe habe, jetzt kann Spiritualität sein“.

Nein, in jedem Moment, auch in der extremsten menschlichen Situation, dort sind spirituelle Prinzipien anwendbar. Jeder Moment des Lebens ist ein spiritueller Moment. Jeder Konflikt ist von einem spirituellen Gesichtspunkt aus zu sehen. Dein ganzes Leben, Berufsleben, Familienleben, Hobbyleben, Engagementleben, Einsatz für die gute Sache, alles solltest du betrachten unter einem spirituellem Aspekt. Wie ein Leben sprirituell gelebt werden kann, darum geht es in der Bhagavad Gita und darüber werde ich die nächsten Male sprechen und aus der Bhagavad Gita rezitieren und zitieren.

Ich will noch einen Vers aus der Bhagavad Gita lesen, die Antwort von Krishna im zwölften Vers, zweites Kapitel:

Vers 12:

na tv evaham jatu nasam na tvam neme janadhipah na caiva na bhavisyamah sarve vayam atah param

Und was das bedeutet, darüber werde ich dir beim nächsten Mal erzählen.

Das war also Einführung in die Bhagavad Gita, Hintergrundgeschichte der Bhagavad Gita, Hintergrundgeschichte des Lebens.

Hinweise

Mehr zur Bhagavad Gita findest du in dem Kommentar zur Bhagavad Gita. Es gibt ja viele große Kommentare. Ich habe einen Kommentar geschrieben, wo ich versucht habe, die Bhagavad Gita so zu erläutern, das Menschen in einem westlichen Kontext viele Tipps bekommen, ihr Leben zu spiritualisieren.

Es gibt auch von Swami Sivananda eine wunderschöne Bhagavad Gita, die von einem sehr hohen Standpunkt aus geschrieben ist, dem Vedanta-Standpunkt. Swami Sivananda ermahnt immer wieder: „Löse dich von allem Beschränkten. Tue deine Aufgaben. Sieh Gott in allem.“

Wir haben bei Vidya auch Bhagavad Gita-Seminare, Bhagavad Gita-Weiterbildungen. Auf unseren Internet-Seiten gibt es den gesamten Text der Bhagavad Gita mit Wort-für-Wort-Übersetzung, Sanskrit, Devanagari und Umschrift, Rezitation und umfangreiche Vorträge, Video-Vorträge, Audiovorträge, jeder einzelne Kommentar ist kommentiert von Swami Sivananda, verschiedene Kommentare von mir und anderen. So kannst du sehr tief in die Bhagavad Gita einsteigen. Alles zu finden auf den Yoga Vidya Internetseiten.

Video - Bhagavad Gita Einführung

Hier ein Vortrag zum Thema Bhagavad Gita Einführung von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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