Om

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Om oder Aum (Sanskrit: ॐ om̐, oṃ, ओम् om, औम् aum; ओंकार oṃkāra m. "Om-Silbe") heilige Silbe; ist das wichtigste und bekannteste Bija Mantra, das universelle Mantra; das ursprüngliche Wort, das alles in sich enthält. Repräsentation des Urklangs, der Schöpfung, der Essenz der Veda. Eine andere Bezeichnung für die Silbe Om ist Pranava. In einigen Upanishaden erscheint die Variante Aum.

Om führt Körper, Geist und Seele zur Harmonie. Om - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Om ओं, औम् oṃ, aum Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Om, ओं, औम्, oṃ, aum ausgesprochen wird:

Om - eines der umfassendsten und bedeutungsvollsten Symbole

Om steht für die Dreieinigkeit. Es verkörpert die drei Bewusstseinszustände: Wachzustand (jagrat), Traumzustand (svapna) und Tiefschlaf (sushupti) oder die drei Aspekte Gottes: A steht für Vishnu, U für Shiva und M für Brahma. Om beinhaltet immer ein viertes Element, welches über die relativen Zustände hinaus geht (Turiya).

Om existiert als ewige, universelle Schwingung und ist Knotenpunkt zwischen der absoluten und der relativen Welt.

Om ist ein Klang, der seit vielen Jahrtausenden verwendet wird, um Körper, Geist und Seele zur Harmonie zu führen. Om wird in Hatha Yoga Stunden oft am Beginn und am Ende gesungen. Om wird auch besonders in der Meditation verwendet. Letztlich sind alle Klänge des Universums auf Om zurückzuführen.

Das Wort ist von feierlicher Anrufung, Affirmation, Segnung, und Bejahung. Es ist so heilig, dass niemand es hören kann, wenn es ausgesprochen wird. Das Wort wird am Anfang von Gebeten und religiösen Zeremonien gesungen und generell am Beginn eines Buches gebracht. Es ist eine Zusammensetzung der drei Buchstaben a, u, m, die charakteristisch für die drei Veden sind. In den Upanishaden, wo sie erstmals erwähnt wurden, wird erklärt, dass diese Buchstaben eine mystische Kraft haben und dass sie sich der tiefsten Meditation würdig erweisen würden. Zu späterer Zeit stellt dieser Urklang Om das Dreibein der Hindus oder eine Vereinigung der drei Götter dar. A steht hier für Vishnu, U für Shiva und M für Brahma. Das einsilbige Wort wird auch Udgitha genannt.

Im Brandenburger Bärwalde gibt es ein von Lavendel umrandetes Kräuter-Om. Das Om erstreckt sich über ca. 12 m als Anbaufläche für Kräuter, Salat und andere Pflanzen. Die Kräuter haben durch das Om eine gehobene Schwingung! www.erkenntnis-durch-yoga.de

Sukadev über Om

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Om

Om symbolisiert und steht für Brahman. Om steht für Ishwara. Swami Sivananda hat in seinem Buch „Göttliche Erkenntnis“ ein wunderbares Kapitel über Om geschrieben. Du kannst einfach auf die Yoga Vidya Seiten gehen (www.yoga-vidya.de) Dort findest du einiges über Om. Es gibt verschiedene Schriften, die über Om sprechen. Die Bhagavad Gita erwähnt Om. Vor allem die Mandukya Upanishad beschreibt Om und sagt, dass Om aus vier Teilen besteht: A, U, M und die Stille, die danach kommt.

Om symbolisiert Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und das, was danach kommt: Shiva, Vishnu und Brahma und die Einheit von allem, symbolisiert Astralkörper, physischen Körper, Kausalkörper und das, was alle Welten transzendiert. Die Mandukya Upanishad spricht vor allen Dingen über Wachzustand, Traumzustand, Schlafzustand und den höchsten Bewusstseinszustand jenseits all dieser drei. So ist Om die Einheit aller Dreiheiten und ist das, was jenseits der Dreiheiten ist. So beschreibt es die Mandukya Upanishad.

Patanjali nennt im Yogasutra noch andere Gedankengänge zu Om. Patanjali sagt, dass Om Ishwara offenbart. "Ishwara" bedeutet Gott. Indem du ein Mantra wiederholst, wird Gott offenbart. Durch das Wiederholen eines Mantras erfährst du [ Gott]. Und Patanjali sagt danach, dass die Wiederholung des Om alle Hindernisse beseitigt. Er zählt alle Hindernisse auf und sagt letztlich, dass du durch die Wiederholung von Om alle Hindernisse beseitigen kannst. Om hat so viele verschiedene Aspekte. Am wichtigsten wäre, dass du Om wiederholst.

Auf den Yoga Vidya Seiten findest du einige Rezitationen von Om. Nicht umsonst beginnen und schließen wir bei Yoga Vidya alle Meditationen, Yogastunden und Vorträge mit Om.

Om und die Wirkung von Mantras

Erfahre die befreiende Wirkung von Mantras
  • Was ist die Wirkung von OM?
  • Warum sollte man OM wiederholen?
  • Wie kann OM und andere Mantras zu Gott führen?
  • Wie kann OM und andere Mantras, dir helfen, alle Hindernisse zu überwinden?

Patanjali Mantra, Kirtanheft Nr. 696

  • OM OM OM
  • Yogena Chittasya Padena Vacham
  • Malam Sharirasya Cha Vaidyakena
  • Yo'pakarot Tam Pravaram Muninam
  • Patanjalim Pranjalir Anato'smi

Wie du zu Gott kommst

Kommentare zum Vers 27 und 29 in Kapitel 1 des Yoga Sutra von Patanjali

27. तस्य वाचक् प्रिव् ॥ २७॥

tasya vachakah prannavah

Das Ishwara offenbarende Wort, ist OM.

Tasya heißt sein.

Ishwaras vachakah bezeichnend für das offenbarende ist.

Prannavah ist das Mantra OM.

So schreibt Patanjali, wenn wir Ishwara, Gott erfahren wollen, dann können wir OM wiederholen, beziehungsweise ein Mantra. Patanjali hat in den vorherigen Versen gesprochen über Ishwara Pranidhana, Hingabe an Gott. Er hat geschrieben, was ist Gott? Jetzt sagt er, wie kommst du zu Gott?

Zum einen durch Ishwara Pranidhana durch Hingabe an Gott. Aber wie kannst du Gott erfahren, ohne dass du Hingabe hast? Das geht indem du Mantras wiederholst.

In Bhakti Yoga gibt es 9 verschiedene Bhakti Praktiken. Darüber habe ich in einem anderen Vortrag gesprochen, der auch zur Yoga Vidya Schulungsreihe gehört.

Patanjali macht es hier ganz einfach. Er sagt, wiederhole ein Mantra und das führt dich zu Gott. Wir finden in der indischen Mystik, im Bhakti Yoga die Aussage, das Nami und Namah letztlich Eins sind.

  • Namah ist der Name.
  • Nami ist der, der durch den Namen bezeichnet wird.

Wenn du den Namen Gottes wiederholst, dann ist Gott automatisch da. Manchmal wird auch gesagt, ein Mantra ist wie der Körper Gottes. Du wiederholst das Mantra, dann ist automatisch Gott in seiner Gänze da. Wenn du ein Mantra wiederholst, stelle dir vor, über das Mantra, manifestiert sich Gott.

Du kannst dir auch vorstellen, du wiederholst ein Mantra und damit hast du den physischen Klang. In diesem physischen Klang, manifestiert sich Gott, offenbart sich Gott. Du kannst das Mantra rezitieren, du kannst in der Meditation das Mantra wiederholen, du kannst es singen.

Am Anfang, wenn die Menschen erstmals zu Yoga Vidya kommen, sehr skeptisch sind und mit Gott erst einmal nichts anfangen können, gegenüber Mantras skeptisch sind. Wenn sie ein paar Tage hier sind, oft beim Mantrasingen spüren, das Gott erfahrbar ist.

Patanjali spricht von Pranava von OM. Es gilt nicht nur für OM, es gilt für alle Mantras. Man könnte auch sagen, alle spirituellen Gesänge wollen auch dazu führen, Gott zu erfahren. Ganz konkret sind die Mantras so etwas wie die physische Gestalt des Göttlichen. Indem du das Mantra wiederholst, wird das Göttliche offenbar.

Wiederholung von Om führt zu Samadhi

Om mal anders

28. तज्जऩस्तदथबय ावनभ ॥् २८॥

tajjapastadarthabhavanam

"Ständige Wiederholung von OM, mit Gefühl und Bewusstsein, seiner Bedeutung führt zu einer Erfahrung mit Ishwara und zu Samadhi."

Patanjali sagt, ein Mantra physisch auszusprechen allein reicht nicht aus, natürlich wenn du ein Mantra wiederholst, mit großer bhavana, mit großer Versenkung oder Hingabe. Es kann auch heißen mit all deinem Sein. Bhava hat etwas zu tun mit Gefühl, es hat auch etwas mit tiefem Seinszustand zu tun. Wenn du ein Mantra wiederholst mit all deinem Sein, mit all deiner Hingabe, dann ist Gott zügig erfahrbar.

Zusätzlich kannst du auch noch wiederholen tadartha. Das ganze verbinden mit Bewusstsein der Bedeutung. Es gibt zu jedem Mantra, eine Bedeutung, wofür es steht. Zum Beispiel für OM gibt es eine ganze Upanishade, die Mandukya Upanishade. Dort wird beschrieben OM steht für A-U-M, für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und die Stille die danach kommt, ist die Ewigkeit.

A ist die physische Welt, U ist die Astralwelt und M Kausalwelt. Die Stille ist das Göttliche überall. So ist OM alle Dreiheiten und das was jenseits aller Dreiheiten ist. Es wird gesagt, die Wirkung des OM ist wie Bogenschießen. Das Ziel ist Brahman. Der Pfeil ist das individuelle Bewusstsein. Der Bogen ist das OM. Du wiederholst das OM, das ist wie das Spannen eines Bogens. Dann lässt du los, dann wird dein individuelles Bewusstsein verschmelzen mit Brahman.

Wiederhole das Mantra mit großer Intensität und wiederhole es mit dem Bewusstsein der Bedeutung. Dann wirst du Ishwara erfahren und zu Samadhi kommen. Vermutlich wiederholst du Mantras regelmäßig, wenn nicht, wiederhole ein Mantra. Mache dir bewusst, wozu wiederholst du ein Mantra, was ist die Bedeutung, was ist der Sinn und Zweck der Mantra Wiederholung. Dann wiederhole das Mantra mit Intensität, mit Hingabe und Gefühl und großer Konzentration. Dann wirst du sehen, wie schnell sich Gott offenbart über das Mantra.

Hindernisse auflösen

Der Om Klang löst Blockaden

29. तत् प्रत्यक्चेतनाणधगभोऽप्यन्तयामाबावि ॥ २९॥

tatah pratyakchetanadhigamopyantarayabhavashch

"Das Wiederholen von OM führt zur erleuchteter Innenschau und zum Verschwinden aller Hindernisse.

Tatah durch diese Übung die er im vorherigen Vers beschrieben hat, also wiederholen von OM und Mantras, kommt pratyakchetana das ist erleuchtete Innenschau. Abhava das Verschwinden von antaraya von Hindernissen.

Wiederhole Om und du kommst zu erleuchtete Innenschau und die verschiedensten Hindernissen verschwinden. Das ist ein Vers der beschreibt, wie OM und Mantras wirken. Wenn du ein Mantra wiederholst, mit großer Intensität und Konzentration erfährst du Ishwara, Gott. Du bekommst Hingabe zu Gott und Gott wird dich zur Erleuchtung führen.

Selbst wenn deine Hingabe, deine Konzentration nicht so hoch ist, wird es trotzdem einige Wirkungen geben, die du spüren kannst, erleuchtete Innenschau. Manchmal wenn du meditierst mag es sein, das alle möglichen anderen Gedanken kommen, dass du nachdenkst über das was gewesen ist und was sein wird. Indem du zusätzlich ein Mantra wiederholst, ist die Innenschau und dieses Überlegen nicht nur ein Sorgen machen und ein Kreisen. Sondern das kommt göttlicher Segen dazu. Es wird zur erleuchteter Innenschau.

Auch wenn du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, wiederhole erst ein Mantra. Dann stelle die Frage an Gott. Dann wiederhole wieder ein Mantra und danach denke nach. Wenn du so vorgehst, wirst du eine Führung spüren und du wirst wissen, was zu tun ist. Wann immer du dir Sorgen machst und Gedanken kreisen, wiederhole ein Mantra und übergib es Gott.

Wenn du etwas nicht verstehst, wiederhole ein Mantra und bitte um Verstehen. Es geschehen nicht nur schöne Dinge, es geschehen auch schlimme Dinge. Wiederhole ein Mantra und bitte um Verständnis. Du wirst Wissen bekommen und erleuchtete Innenschau.

Patanjali sagt auch noch: „ Es hilft zur Überwindung aller Hindernisse“. Im nächsten Vers zählt er die Hindernisse auf, die es auf dem spirituellen Weg gibt. Dies werde ich beim nächsten Mal beschreiben. Er sagt, alle Hindernisse können verschwinden, wenn du ein Mantra wiederholst. Das klingt erst einmal unglaublich, aber es stimmt.

  • Wenn du krank bist, Krankheit kann ein Hindernis sein. Wenn du in der Krankheit das Mantra wiederholst, dann transformierst du die Krankheit. Der Geist mag unruhig sein, wiederhole ein Mantra und der Geist kommt wieder zur Ruhe.
  • Du magst Phasen haben, wo du so antriebslos, deprimiert, niedergeschlagen bist, dass fast nichts mehr möglich ist. Aber Mantra Wiederholung ist immer möglich.
  • Wenn du eine irgendeine schlechte Angewohnheit hast, gar eine Sucht, ein Mantra hilft dir. Nimm dir vor das nicht mehr zu machen. Wenn die Gier, wenn Frust, Reinigungserscheinungen oder Entzugserscheinungen kommen, wiederhole ein Mantra. Plötzlich fällt so vieles von dir weg.
  • Wenn dein Geist unruhig ist und hin und her gerissen ist und du nicht weißt was du machen sollst. Wiederhole ein Mantra. Gottes Segen wird kommen.
  • Wenn du in großem Leiden bist, verzweifelt bist, ärgerlich bist, dich verraten fühlst, dich allein gelassen fühlst, dich enttäuscht fühlst. Dann wiederhole ein Mantra, dann kommst du darüber hinaus.
  • Du könntest die Situation auch so interpretieren, das du sagst: „Jede Sicherheit, jedes Selbstvertrauen, Vertrauen in andere wurde mir genommen damit ich mich an Gott wende und damit ich ein Mantra wiederhole, indem ich dieses wiederhole spüre ich wieder Gott“. Ein Mantra wird dir Gott offenbaren. Ein Mantra wird dich zu Samadhi führen. Ein Mantra führt dich zur erleuchteten Innenschau. Ein Mantra kann dir auch helfen, um über alle Hindernisse hinaus zu wachsen.

Wiederhole ein paarmal OM mit mir.

Das waren die Kommentare zu Vers 27-29 Patanjali zu Yoga Sutra. Dies ist ein Teil der Vortragsreihe zu Patanjali Yoga Sutra. Ein Teil der Raja Yoga Reihe, Teil der Yoga Vidya Schulung, der ganzheitliche Yogaweg. Begleitend zur 2-jährigen Yogalehrerausbildung von Yoga Vidya.

Wenn du mehr erfahren willst, schau in mein Buch „Die Weisheit des Patanjali für Menschen von heute“. Ein Buch indem ich das Yoga Sutra kommentiere und Wort für Wort übersetzte.

Du findest weitere Informationen zum Yoga Sutra auf Sanskrit und Devanagari und Wort für Wort Übersetzung. Weitere Kommentare als Texte, als Audio und Video wie auch die Wort für Wort Übersetzung des Yoga Sutra auf unseren Yoga Vidya Internetseiten.

Du findest auch die Termine auf unseren Internetseiten, der Seminare und zur 2-jährigen Yogalehrerausbildung und zur 9-tägigen Weiterbildung, zum Thema Yoga Sutra.

Video - Om und die Wirkung von Mantras

Om in Yogastunden

Yoga setzt sich zunehmend als Trendsportart durch. Nun wird die Yogapraxis nicht als selbstsüchtiges Vergnügen beschrieben, sondern dient im tieferen Kontext unserer Seele. In der Regel nähern sich Menschen dem Yoga, wenn sie körperlichen Probleme haben, aufgrund von Empfehlungen oder zur Stressreduktion. Die erste Entspannung stellt sich beim achtsamen Chanten von Om zu Beginn der Yogastunde ein. Die Silbe Om setzt sich aus den Buchstaben A-U-M als Ausdruck von Trinitäten zusammen. Der Bezug kann auf Wach-, Schlaf- und Traumbewusstsein gerichtet werden, in einer weiteren Bedeutung auf Geburt-Leben-Tod. Jeder wahrnehmbare Klang, ob geführter Smalltalk oder der Genuss einer Operette reflektiert Om. Am Anfang war das Wort – Om, ohne Materie, als Klang. Darauf aufbauend entstand das für uns Wahrnehmbare, ein materialisiertes Universum.

OM Klang farbig.jpg

Om steht also für den Anfang und kann in der klassischen Hatha-Yoga-Stunde neben der entspannten Schwingung dem Selbst als Spiegel Gottes gewidmet werden. Die Bhagavadgita als einer der großen Weisheitstexte weist auf Yajna, Opferrituale hin, wozu wir die dynamischen und statischen Übungsabläufe zählen. Somit wird dem Yoga mit Om die Selbstsüchtigkeit entzogen. Das regelmäßige Chanten von Om bringt uns zurück zu unserer wesenseigenen „Urnatur“.

Das Om-Singen fördert die Harmonie zwischen Körper und Geist, welche für die Yogapraxis notwendig ist und dir hilft, dich besser auf die Übungen zu konzentrieren. Sie ermöglicht mehr Bewusstsein für Körper und Geist, während du die Übungen ausführst. Einige Meditationstechniken werden schon hier im Kleinen angewendet, um den Geist zu beruhigen.

OM wird als der universelle Klang der Schöpfung betrachtet. Aus ihm haben sich alle Buchstaben des Sanskrit-Alphabets entwickelt. OM besteht aus den drei Klängen A, U und M, welche die volle Spanne der für die menschliche Stimme möglichen Klänge umfassen. Die Klangschwingung beim OM-Singen beginnt im Bauchnabel mit dem Klang O und wird langsam zum Klang M nach oben bis zu dem Punkt gezogen, der im Dritten Auge (Punkt zwischen den Augenbrauen) schwingt und sich weiter bis zum Scheitel ausdehnt.

Setze dich mit gekreuzten Beinen auf die Yogamatte. Du kannst dich dabei auf ein festes Kissen oder eine zusammengerollte Decke setzen. Halte die Wirbelsäule aufrecht und die Augen geschlossen. Nimm einige tiefe Atemzüge, bevor du beginnst. Singe danach dreimal langsam OM. Falls dir das Om-Singen niemand vormachen kann, übe einige Male ein langes entspanntes Summen auf dem gleichen Ton. Füge allmählich einen weiten und offenen O-Klang vor dem Summen hinzu. Schließe mit einem verlängerten M-Klang ab.

Wirkung des Om Singens

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Das Singen bzw. die Rezitation von Om bringt den Körper in harmonische Schwingungen. Du kannst das selber leicht ausprobieren: Singe sehr langsam Om. Erst spürst du die Schwingung im Bauch, im Brustkorb, im Herzen und der unteren Wirbelsäule. Danach spürst du die Schwingung in der Kehle, in der mittleren und oberen Wirbelsäule. Dann spürst du den Klang in Stirn und Hinterkopf. Und schließlich fühlst du die Scheitelgegend und den Raum darüber.

Das Chanten von Om führt zu innerer Ruhe und verhilft zu Freude. 5-10 Minuten Singen von Om kann dich aus depressiven Stimmungen heraus holen. Die Chakras werden angeregt, was du als angenehmes Pulsieren in Bauch, Brust, Kehle, Wirbelsäule, Stirn und Scheitel spürst. Das Energiefeld, die Aura, das Prana, werden ausgedehnt. Das spürst du als Gefühl der Verbundenheit, der Weite, ja der Liebe. Das Singen von Om ist eine der leichtesten Weisen, eine transzendente Erfahrung zu machen.

Mandukya Upanishad

Im ersten Mantra dieser Upanishad wird über die heilige Silbe OM folgendes gesagt:

ओमित्येतदक्षरमिदं सर्वं तस्योपव्याख्यानं भूतं भवद्भविष्यदिति सर्वमोंकार एव | यच्चान्यत्त्रिकालातीतं तदप्योंकार एव || 1 ||

oṃ ity etad akṣaram idaṃ sarvaṃ tasyopavyākhyānaṃ bhūtaṃ bhavad bhaviṣyad iti sarvam oṃkāra eva | yac cānyat trikālātītaṃ tad apy oṃkāra eva || 1 ||

OM: diese Silbe (akshara) ist das ganze Universum. Ihre weitere Erklärung ist wie folgt: das Vergangene (bhuta), das Gegenwärtige (bhavat) und das Zukünftige (bhavishyat), dieses alles ist wahrlich der Laut OM. Und was auch immer die drei Zeiten übersteigt, auch dies ist wahrlich der Laut OM.

Swami Sivanandas Tipps für die Meditation über Om

Aus dem Buch „Samadhi Yoga“ von Swami Sivananda

Om Feuer mediation.jpg
  • OM (Pranava) ist ein Fährschiff für Menschen, die in den bodenlosen Ozean des weltlichen Lebens gefallen sind. Viele schon haben mit Hilfe dieses Fährschiffs den Ozean von Samsara überquert. Auch Du kannst das, wenn Du es willst. Meditiere beständig über Om, mit Bhava und mit Bestimmtheit und erkenne das Selbst.
  • OM ist das einzige Symbol für das unsterbliche Alles-durchdringende Selbst, den Atman. Denke an Om und denke an nichts Anderes mehr. Schalte alle weltlichen Gedanken aus. Sie kehren vielleicht wieder und wieder zurück. So erschaffe dann wieder und wieder Gedanken vom reinen Selbst. Verbinde mit Om Gedanken von Reinheit, Vollkommenheit, Freiheit, Wissen, Unsterblichkeit, Ewigkeit, Unendlichkeit etc. Wiederhole Om im Geist.
  • OM ist Alles. Om ist der Name oder das Symbol für Gott, Ishvara oder Brahman. Om ist dein wahrer Name. Om umfasst alle drei Erfahrungen des Menschen. Om steht für alles, was in der Welt in Erscheinung tritt. Von Om aus wurde diese mit Sinnen erlebbare Welt projiziert. Die Welt existiert in Om und löst sich in Om auf. „A“ steht für die physische Ebene; „U“ steht für die geistigen und die astralen Ebenen, die Welt der Geister, alle Himmel; „M“ steht für den Zustand des Tiefschlafes, und Alles, was unbekannt ist, selbst im Wachzustand, und Alles was jenseits der Greifweite des Intellektes liegt. Om steht für Alles. Om ist das Fundament deines Lebens, deines Denkens und deiner Intelligenz.

Alle Worte, die Dinge bezeichnen, sind auf Om als ihren Mittelpunkt ausgerichtet. Damit ist die Welt aus Om entstanden, besteht in Om und löst sich in Om auf.

  • OM ist das Symbol von Brahman, dem Höchsten Sein. Meditiere über Om. Wenn Du an Om denkst oder mit Om meditierst, musst Du unweigerlich an Brahman denken, wofür das Symbol steht.

Verbindung mit Om bedeutet, mit dem, wofür es steht, eins zu werden. „Tad-japas-tadartha-bhavanam.“ Versuche dich mit dem allerfüllten Selbst zu identifizieren, wenn Du an Om denkst, über Om meditierst oder Om chantest, und erkläre die fünf Koshas zu illusorischen Anhängseln, die durch Maya erzeugt werden. Du musst das Symbol Om als Satchitananda, Brahman oder Atman ansehen. Das ist seine Bedeutung.

Während der Meditation solltest Du fühlen, dass Du pure Reinheit bist, reines Licht, alles-durchdringende Existenz etc. Meditiere täglich über das Selbst. Denke daran, dass Du nicht der Körper und nicht der Geist bist. Fühle „Ich bin Sat-Chit-Ananda Atman“, „Ich bin alles-durchdringendes Bewusstsein“. Das ist vedantische Meditation.

  • Meditiere über Om, bis Du Samadhi erreichst. Wenn sich dein Geist von Rajas und Tamas ablenken lässt, übe Dharana (Konzentration) und Dhyana (Meditation) wieder und wieder. Wenn man seinen Körper oder das niedere Selbst zum unteren Zweig gemacht hat Pranava (Om), zum oberen, wird man durch die Reibung, die beständiges Meditieren (Abhyasa) erzeugt, Gott (Atman) im Inneren entdecken (Svetasvatara Upanischad).

Oh Ram, Du lebst im Himalaya. Sei im Einklang mit dem Gott der Natur. Die luftigen Höhen werden dir die Geheimnisse des ewigen Lebens zuflüstern. Die gurgelnden Bäche um dich werden dir das Lied von Omkara singen. Hefte den Geist auf Pranava Dhvani und trete mit Leichtigkeit in göttliche Kommunion ein. Die Natur wird dir ihre streng gehüteten Geheimnisse enthüllen. Lerne von ihr. Spüre dein Einssein mit den schneebedeckten Bergspitzen, den Gletschern, der erfrischenden Himalayaluft, den Sonnenstrahlen, dem blauen Himmel, den blinkenden Sternen usw.

Swami Sivanandas Gebet für die Suchenden

Om - die heilige Silbe

"Möget ihr alle im nicht-dualen Brahman weilen und den Nektar der Unsterblichkeit kosten. Möget ihr alle den vierten Wonne-Zustand (Turiya) erreichen, indem ihr die Erfahrungen des Wachzustandes, des Traumes und des Tiefschlafes analysiert. Möget ihr alle ein umfassendes Verständnis von Omkara, dem Pranava, dem Atman haben. Möget ihr alle in das klanglose Om eintauchen, indem ihr die Töne A, U und M transzendiert. Möget ihr alle über Om meditieren und das Ziel des Lebens erreichen, die endgültige Wahrheit, Sat-Chit-Ananda Brahman. Möge dieses Om euch führen. Möge dieses Om euer Zentrum sein, euer Ideal und Ziel. Mögen die Geheimnisse der Mandukya Upanishad euch allen offenbart werden. Möge der Segen von Gaudapada, von Shankara und vom Seher der Mandukya Upanishad über euch allen sein. Om. Om. Om."

Meditation über Om

Übersetzung der Omkara Dhyana Shloka

Unablässig verehre ich die Silbe OM
die nur auf Grund der heiligen vedischen Texte erkannt werden kann
die von hundert von heiligen Schriften bezeichnet wird
als Grundprinzip und Gegenstand der Vedanta
als makellose Ursache von Entstehung, Bestand und Vernichtung des Alls
indes ihre Wesenheit mit dem All identisch ist, als solche
deren Höchstes Ziel der Schutz von allem ist,
die Alldurchdringende, die Erkenntnis der Wahrheit, die unendliche Hilfe, die Makellose,
deren Wesen in Reinheit besteht.

Om im Kirtanheft von Yoga Vidya

Om ist ein Dhyana Moksha Mantra. Hier findest du Videos und mp3s zum Om. Einen umfangreichen Artikel mit dem vollen Text von Om findest du auf mein.yoga-vidya.de in Yoga Vidya Kirtanheft Stichwort Om.

Im Yoga Vidya Kirtanheft findest du das Om unter der Nummer 699.

Om Videos

Hier findest du ein oder mehrere Om Videos:

Video

Hier einige Videos zur Inspiration, zum Mitsingen, zum Genießen:

Lehrvideos mit Noten

Hier ein Lehrvideo, um Om auf dem Harmonium zu singen und zu spielen oder auf einem anderen Musikinstrument zu begleiten:

Erläuterungsvideo zum Om

Hier ein Video mit Erläuterungen, Hintergrundinformationen und Übersetzungen zum Om:

Om Audio mp3s

Hier findest du einige Audio mp3 Dateien zum Om:


Audio mp3 Rezitationen dieses Mantras

Om Mantra Rezitation langsames Mantra Japa:

Om Mantra Rezitation laut-leise-flüstern

Audio mp3 Erläuterungen

Hier findest du eine Kurzvortrag von Sukadev Bretz zum Om:

Das waren einige Audios und Videos zu Om. Hier einige weitere Infos sowie Links zu weiteren Mantras, Kirtans, Shlokas, Stotras und spirituellen Liedern:

Lieder und Mantras hier im Yoga Wiki

Yoga Vidya Kirtanheft

Weitere Links zu Mantras, Kirtans, spirituelle Lieder

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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