Andre van Lysebeth

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Der Belgier André van Lysebeth (* 11. November 1919; † 28. Januar 2004, Perpignan) war Yogi und einer der Wegbereiter des Yoga im Westen (wie auch Swami Vishnu-devananda). Er verfasste Standardwerke über Yoga, eines über Tantra. Seine Bücher wurden in dutzende Sprachen übersetzt und erreichen zum Teil Millionenauflagen. Seine Lehrtätigkeit prägte eine ganze Generation von Yogalehrern.

Andre van Lysebeth
"Besonderheiten des Yoga in der Tradition von André van Lysebeth Weshalb praktizierst du Yoga? Welchen Nutzen ziehst du daraus? Erfahre mehr über Leben und Wirken von André van Lysebeth aus erster Hand. Mit praktischen Übungen. (Patrick Noblet)"11/2010[https://www.yoga-vidya.de/events/internationaler-yoga-kongress-2010/programm/freitag/]

Gratis Leseprobe seines Klassikers, hier: [1]

Biographie

André van Lysebeth begann mit etwa 26 Jahren Yoga zu praktizieren. Seit 1949 war er Schüler von Swami Sivananda, von dem er briefliche Unterweisungen erhielt. André van Lysebeth war auch in Kontakt mit Swami Vishnu-devananda, von dem er Anleitungen im Hatha Yoga bekam.

Eventuell war André van Lysebeth im Sivananda Ashram Mitte der 1950er Jahre und bekam dabei auch Yoga Lektionen von Swami Vishnu-devananda. Jedenfalls nannte er die Yogareihe, für die er berühmt werden würde, Rishikesh-Reihe - weil er sie von Swami Vishnu-devananda in Rishikesh gelernt hatte, wobei nicht ganz klar ist, ob per Brief oder auch persönlich.

Erst 1963, kurz vor dessen Tod, traf van Lysebeth Swami Sivananda nochmals persönlich in Rishikesh und erhielt das Diplom der "Yoga Vedanta Forest Academy" in Rishikesh. Swami Sivananda ermutigte ihn auch, eine Yoga-Zeitschrift für „den Westen“ herauszugeben. Die erscheint seit 1963 unter dem Titel Yoga in französischer Sprache bis heute (2008). Ab 1964 studierte André van Lysebeth Asanas bei Sri Krishna Pattabhi Jois. 1965 gründete er die Belgische Yoga Gesellschaft und 1972 zusammen mit Gerard Blitz (dem Gründer des Club Méditerranée) die European Union of Yoga, dem europäischen Zweig der International Yoga Federation. 1967 bereiste André van Lysebeth Südindien, um auch dort Yoga-Traditionen kennen zu lernen.

André van Lysebeths erstes Buch J'apprends le Yoga (Deutscher Titel Yoga für Menschen von heute) erschien 1968 und ist auf die westliche Lebensweise zugeschnitten. Es beschreibt nach den grundlegenden Atem- und Entspannungstechniken, die von Sivananda zusammengestellte Rishikesh-Reihe (enthält 12 Yoga-Grundstellungen), den Sonnengruß und Reinigungstechniken. Er empfahl auch Sauna. Die Beschreibung der Asanas und ihrer Varianten ist minutiös und aufgrund der vielen Hinweise auf mögliche Fehler gut zum autodidaktischen Studium geeignet. Im Unterschied zu den Techniken des Pranayama sind sie ungefährlich.

Ein Markenzeichen von van Lysebeths Büchern sind die heutzutage etwas altmodisch wirkenden Schwarzweißfotos, auf denen der Autor und seine Frau Denise van Lysebeth die Asanas vorführen. Ein weiteres Markenzeichen ist die konsequente Eindeutschung aller Sanskrit-Begriffe: Tschakra statt Chakra, Udschai statt Ujjayi usw. Yoga für Menschen von heute enthält außerdem Ernährungshinweise: van Lysebeth wollte zwar nicht, dass seine Schüler den Tagesablauf indischer Yogis kopierten, dennoch sollten sie eine ganzheitliche, gesunde Lebensweise praktizieren. Sein nächstes Buch Je perfectionne mon Yoga (1969, dt. Titel Durch Yoga zum eigenen Selbst) beschrieb weitere Asanas und außerdem „yogische Reinigungstechniken“ Kriyas.

Das folgende Buch Pranayama - le dynamique du souffle stellt die verschiedenen Atemtechniken des Yoga dar. Nach eigenen Angaben war van Lysebeth der erste, der bestimmte fortgeschrittene Atemübungen in einer westlichen Sprache dokumentierte und außerdem Fotos von Übungen in indischen Ashrams veröffentlichte. Das Buch bietet eine gründliche Erläuterung der indischen Vorstellungen von Prana/Apana und den Chakren und enthält als wahrscheinlich einziges Buch zu dieser Thematik den Hinweis, dass alle Versuche, Nadis und Chakren mit Strukturen des physischen Körpers zu identifizieren, gescheitert seien. Seine Texte sind sehr gut und verständlich geschrieben.

Werke

  • 1963. Gründung und Herausgeberschaft der französischsprachigen Zeitschrift Yoga, die zweimonatlich (teils in Doppel- und Tripel-Nummern) erscheint und bis heute (2008) besteht. Im Oktober 2000 erschien das Heft 290.
  • 1968. J'apprends le yoga, [dt.] Yoga für Menschen von heute, München 1999, ISBN 3-442-16164-9
  • 1969. Je perfectionne mon Yoga, [dt.] Durch Yoga zum eigenen Selbst, München 1991, ISBN 3-502-63413-0
  • 1971. Pranayama – la dynamique du souffle, [dt.] Pranayama - die große Kraft des Atems, Bern 1995, ISBN 3-502-63414-9
  • 1977. Ma séance de Yoga, [dt.] Meine tägliche Yogastunde, Stuttgart 1981, ISBN 3-7773-0538-3
  • 1988. Tantra, le culte de la féminité, [dt.] Tantra für Menschen von heute, München 1990,ISBN 3-570-03549-2
  • 2002. 2 x 7 jours pour rajeunir, ISBN 2082013537, (noch keine dt. Übersetzung)

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Der Artikel basiert auf dem der Deutschen Wikipedia. Die Liste der Autoren ist in der dortigen Versionsgeschichte einsehbar. [2]

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