Yoga Vidya Lebensgemeinschaft

Aus Yogawiki

Yoga Vidya ist heute Europas größte Yogagemeinschaft. Yoga Vidya betreibt verschiedene Seminarhäuser, Ashrams und Yoga Vidya Zentren und in diesen Zentren wohnen Menschen zusammen in spirituellen Gemeinschaften, spirituellen Lebensgemeinschaften.

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Yoga Vidya Lebensgemeinschaft – Einführung

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Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem"

Der Gründer

Mein Name ist Sukadev Bretz, ich bin Gründer und Leiter von Yoga Vidya. 1992 habe ich die Yoga Vidya Ashramgemeinschaft gegründet, zunächst mit einem kleinen Yogazentrum in Frankfurt. Wir waren zu zweit. Ich selbst komme aus den Sivananda Yoga Vedanta Zentren, ich habe mit Yoga begonnen in meiner Jugend.

Mit dreizehn, vierzehn habe ich mich gefragt: „Wer bin ich?“ Mit fünfzehn wurde diese Frage virulent, ich habe nach einem Sinn im Leben gesucht. Über Bücher von Hermann Hesse, von Nietzsche, Buddha, diversen Yogameistern usw. kam ich auf eine tiefe spirituelle Suche. Mit sechzehn begann ich zu meditieren, mit siebzehn fing ich mit Yoga an.

Mit achtzehn habe ich eine Yogalehrerausbildung absolviert und schon mit neunzehn bin ich in eine spirituelle Gemeinschaft gezogen, nämlich die Sivananda Yoga Vedanta Gemeinschaft, damals in München in einem kleinen Zentrum, wo wir zu sechst im Haus gelebt haben. Zwei waren dort Mitarbeiter, drei von uns waren Studenten, einer war noch Schüler und ein anderer hatte einen normalen Job außerhalb der Gemeinschaft. Letztlich kann ich sagen, seit 1982 wohne ich in Gemeinschaften.

Nach meinem Studium-Abschluss 1983 war ich „Vollzeityogi“ in den Sivananda Yoga Vedanta Zentren. Von 1983 bis Ende 1991 habe ich in den Sivananda Yoga Vedanta Zentren und Ashrams Yogalebensgemeinschaften kennengelernt, kleinere in den Zentren, größere in den Ashrams. Ich habe vieles gesehen, was gut war, manches, was nicht so gut war. Insgesamt habe ich festgestellt, Leben in einer Yogagemeinschaft ist etwas Erfüllendes, wo man spirituell gut wachsen kann, wo man tiefe Erfahrungen haben kann, was ein Gegenmodell ist zu der modernen Gesellschaft.

Leben und Arbeiten in Gemeinschaft

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Die moderne Gesellschaft zeichnet sich durch Atomisierung aus, das heißt, Menschen leben in kleinen Gruppen, vielleicht in der Zweierbeziehung oder alleine, viele verbinden sich bloß mit wenigen. Bei den meisten Menschen ist Arbeit und Freizeit, Hobby, Spiritualität, Familie etwas Unterschiedliches. Die Leute legen ihr Leben in Schubladen, Schubladendenken ist vorherrschend.

So wird oft gesprochen von der sog. work-life-balance, als ob es Leben gibt und davon getrennte Arbeit. Dasein ist ein Ganzes und das Schöne in einer Yogagemeinschaft, in einer Lebensgemeinschaft zu leben, ist, dass alles miteinander verschmilzt. Wenn du morgens aufstehst, bist du schon im Yoga. Wenn du deine spirituellen Praktiken hast, bist du im Yoga. Du kannst mit anderen zusammen üben, wenn du willst, kannst du alleine praktizieren.

Wenn du in die gemeinsame Meditation kommst, in den sogenannten Satsang, hast du eine schöne Erfahrung. Wenn du am Tag arbeitest, gehst du nicht zur Arbeit, sondern du bleibst im Zentrum bzw. im Ashram und du erledigst dort deine Aufgaben zusammen mit anderen. Du kannst dich mit anderen verbinden oder du kannst mehr für dich sein. Du kannst gemeinsam essen, du kannst alleine speisen. Das ganze Leben ist geprägt von einer spirituellen Ausrichtung.

Das konnte ich kennenlernen von 1982 bis 1991 in den Sivananda Yoga Vedanta Zentren. Ich habe aber gemerkt, ich will etwas, was noch mehr dem westlichen Denken entspricht. Ich wollte etwas haben, was auch dem Demokratiegedanken mehr verbunden ist. Schließlich habe ich die Yoga Vidya Lebensgemeinschaften gegründet, wie gesagt, zunächst in einem kleinen Zentrum in Frankfurt.

Der indische Ashram – die klassische spirituelle Lebensgemeinschaft

Was heißt es, in einer spirituellen Lebensgemeinschaft zu leben, in einer Yoga-Gemeinschaft, mit anderen Worten, in einem Ashram?

Ich hatte bereits gesprochen über meinen eigenen Lebensweg, wie ich zum Yoga gekommen bin, und dass ich seit 1982 in Yogagemeinschaften lebe. Ich meine, dass es etwas Gutes und Schönes ist, in einer Yoga-Lebensgemeinschaft zu sein. Vielleicht ein paar Aspekte noch, die ich in den Sivananda Yogazentren kennengelernt habe und die für die Yoga Vidya Gemeinschaften von Bedeutung sind. Die Sivananda Yogagemeinschaften beruhen auf den Gemeinschaften, die Swami Sivananda begründet hat. Und das wiederum gründet auf der uralten indischen Ashramgemeinschaft.

Das indische Ideal

In Indien sind Menschen in den Wald gegangen, um dort Yoga zu leben und zu lernen. In früheren Zeiten war es üblich, dass interessierte Jugendliche einige Jahre zum Meister gezogen sind, dem Guru, und in einer kleinen spirituellen Gemeinschaft im Forst gelebt haben. Charakteristisch war, dass die Schüler im Haushalt mit geholfen haben, alle Arbeiten erledigt haben, die notwendig sind. Das konnte Landwirtschaft oder Handwerk sein, das konnte das Mitwirken an Büchern sein, je nach dem Beruf des Lehrers.

So konnten Ashrams ausgerichtet sein, man würde heute sagen, wie eine autarke Lebensgemeinschaft, auf Selbstversorgung. Es konnte sein, dass es ein landwirtschaftlicher Betrieb war, dass dort Bücher erzeugt wurden. Es kam vor, dass dort Besucher vorbeikamen, dass es eine stark asketische Gemeinschaft war, die von Almosen gelebt hat. Zuwendungen konnten von einem reichen Mann stammen, der der Mäzen dieser Gemeinschaft war, oder sei es, dass die Gemeinschaftsmitglieder in die nächsten Orte gegangen sind und gebettelt haben.

Verschiedene Formen von Ashrams gab es bereits in den alten Zeiten. In den Ashrams in Indien gab es verschiedene Organisationen. Man kann sagen, es gab solche, die sich nur an Mönche ausgerichtet haben, dort war der Swami der Leiter der Gemeinschaft und er hatte sogenannte Brahmachari, Novizen, die sich darauf vorbereitet haben, Mönche zu werden. Es sind sogar verheiratete Paare gewesen, die zusammen die Gurus waren, also Mann und Frau zusammen und dort sind die Jugendlichen in ihren Haushalt gegangen.

Wann ging man in eine Gemeinschaft?

Das Paar hat typischerweise Kinder gehabt, die sind aus dem Haus gegangen und so konnten sie eine Gruppe von Schülern aufnehmen, denen sie die nächsten zwölf Jahre die Grundlagen von Yoga und eines Berufes, eines Lebensunterhaltes gelehrt haben.

Bei all diesen Formen der Gemeinschaft war einfach leben, erhaben denken, wichtig. Menschen, die in eine solche Ashramgemeinschaft gegangen sind, sind dort hingegangen, um spirituell zu wachsen. Es erwartete sie ein einfaches Leben. Das konnte entweder auf Dauer sein, wie im Fall eines Ashrams mit einem Swami als Oberhaupt, oder die Jugendlichen wussten, es ist nur für eine bestimmte Zeit.

Und wenn die Lehrperiode zu Ende war, konnten sie anschließend wieder ein gewöhnliches Leben führen, bzw. mit dem normalen Erwachsenenleben beginnen. Es waren zum Teil sogar die Gurus, die den Jugendlichen oder den jungen Männern und Frauen geholfen haben, einen Partner zu finden. Ob das so ideal war, wie es klingt, ist eine andere Sache. Zumindest gab es Ideale.

Wer will heute in den Ashram?

Die Yoga Vidya Lebensgemeinschaften sind an dem indischen Ashram ausgerichtet, wie ich gesagt hatte. Und das Ideal ist spirituelle Entwicklung, einfach leben, erhaben denken. Für manche Menschen ist das von Dauer, für manche vorübergehend.

Wir nehmen keine Jugendlichen auf, es sei denn, sie kommen mit ihren Eltern, sondern es sind typischerweise Erwachsene, die zu den Yoga Vidya Lebensgemeinschaften wollen. Wir haben Menschen, die jung sind, Achtzehn-, Neunzehnjährige, in Ausnahmefällen hatten wir schon einen Siebzehnjährigen, der das Einverständnis seiner Erziehungsberechtigten hatte, manche praktizieren eins, zwei, drei Jahre Yoga, leben in der Gemeinschaft, bevor sie studieren oder einen anderen Beruf lernen.

Manche merken, das ist genau das, was sie auf Dauer wollen. Viele kommen, nachdem sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben oder mit ihren Kindern hierher. Manche ziehen hierher, nachdem die Kinder aus dem Haus sind. Einige kommen ein paar Jahre vor ihrer Rente zu uns.

Es gibt also verschiedene Möglichkeiten. Manche kommen zu uns aus einer persönlichen Problemsituation, eine Beziehung in die Brüche gegangen, eine schwere Krankheit überwunden, eine psychische Krise, ein Burnout, einem beruflichen Misserfolg, Pleite ihrer Firma, eine Kündigung usw.

Sinn finden

Manche kommen hierher, nachdem sie sich fragen: „Was soll das Ganze, was ich bisher geleistet habe?“ Sie haben begonnen, Yoga zu praktizieren und wollen ihr Leben dem Yoga widmen. Manche stellen fest: „Ich habe einiges für mich gewonnen, ich will etwas zurückgeben.“ Viele Motive gibt es.

Und für manche ist es wie eine Periode für eine gewisse Zeit, ein, zwei, drei Jahre Pause vom Alltagstrott, sich regenerieren, Leben spirituell ausrichten, neue Kraft sammeln, um danach mit Elan den Alltag angehen zu können, an Weisheit gewachsen.

Und manche kommen gleich hierher, weil sie sagen: „Ja, ein solches Leben will ich führen. Denn letztlich, vor dem Hintergrund der Sterblichkeit und der Vergänglichkeit allen menschlichen Strebens, was könnte wichtiger sein als spirituelles Wachstum?“

Es gibt nichts Bedeutsameres als das. Kein Leben ist sinnvoller als eines, das ausgerichtet ist auf spirituelle Entwicklung. Man könnte sagen, es kann kaum ein vernünftigeres Leben geben, als das in einer Ashram-Lebensgemeinschaft.

Swami Sivananda und die Yoga Vidya Lebensgemeinschaft

Swami Sivananda am Ganges

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Swami Sivananda

Swami Sivananda war ein indischer Arzt, von Kindheit an war er spirituell interessiert, er hatte als Kind spirituelle Erfahrungen. Sein Vater war ein frommer Brahmane, der im indischen Staatsdienst war, das heißt, er war am Hof eines indischen Maharajas, der letztlich im Rahmen der englischen Kolonialherrschaft eine gewisse Selbstständigkeit hatte und einen kleinen indischen Staat dort leitete. Und dieser Brahmane hatte jeden Morgen Pujas zelebriert, Swami Sivananda hatte dort intensive Erfahrungen. Als Jugendlicher kam er zum Hatha Yoga, er lernte die Kalari, die südindische Kampfkunst, er verstand etwas von Prana, von Ayurveda und so weiter. Er wollte sein Leben dem Dienst der Menschheit widmen. Er studierte westliche Medizin, kam in Kontakt zu westlicher Naturheilkunde, er lernte über die Kneippkur und die englische Heilkunde. Er verband in einer Zeitschrift, die er gründete, Ambrosia, die westliche Schulmedizin mit Naturheilkunde, mit indischem Hatha Yoga und Ayurveda.

Das ist heute für Yoga Vidya charakteristisch. Swami Sivananda hatte diese verschiedenen Impulse zusammengebracht, klassisch indische Spiritualität in Verbindung mit westlicher Naturheilkunde, in Verbindung mit westlicher Spiritualität. Swami Sivananda war auf eine christliche Missionsschule gegangen und manches von dem, was Swami Sivananda schrieb und lehrte, versteht man, wenn man weiß, dass Swami Sivananda sich intensiv mit Christentum auseinandergesetzt hat. Er kannte die Bergpredigt auswendig und in vielen seiner Schriften sind die Prinzipien der Bergpredigt eingeflossen.

All das spielt bei Yoga Vidya eine Rolle. Wir bei Yoga Vidya sind ausgerichtet auf klassische indische Spiritualität, wir leben und lehren die alten Schriften, wie die Upanishaden, die Bhagavad Gita, die Bhakti Sutras, die Yoga Sutras, Schriften von Shankara. Wir verwenden die Yoga-Ausdrucksweise. Wenn wir uns miteinander unterhalten, werden auch Sanskrit-Ausdrücke in die Unterhaltung einfließen. Wenn du auf unsere Internetseiten gehst, in unserem Haus, in den Ashrams und Zentren, siehst du Bilder von indischen Gottheiten, die wir nicht als eigene Götter interpretieren, sondern als Manifestation des einen Unendlichen. Wir sind ausgerichtet auf die Yoga-Ideale, auf die Selbstverwirklichung, die Erleuchtung, Samadhi. Wir wollen das Höchste erreichen, wir wollen miteinander wachsen und die Einheit mit dem Göttlichen erfahren. Das sind alles klassisch indische Prinzipien. Diese Spiritualität wird aber mit anderen spirituellen Traditionen gekoppelt.

Verschiedene Quellen

Wir haben einige unserer Gemeinschaftsmitglieder, die buddhistischer Meditation folgen. Wir hatten hier einen ehemaligen katholischen Priester, der aber weiterhin an Jesus von Nazareth interessiert ist. In unserem Ashram im Allgäu haben wir jemand, die im katholischen Kirchenchor singt und hier in Bad Meinberg sind einige Gemeinschaftsmitglieder, die regelmäßig in die Kirche gehen. Wir haben solche, die Moslems sind und ihre Gebetspraxis üben. Es gibt verschiedene Verbindungen mit anderen Religionen. Das ist charakteristisch bei Swami Sivananda gewesen und auch in unserer Ashramgemeinschaft. Wir lehren klassisches Yoga, aber wir kennen ebenso Naturheilkunde. Es gibt manche, die hier Rohkost leben, manche, die ihr Leben ausrichten nach den Lehren von Bruker, Kollath und Bircher Benner und Schnitzer. Es gibt manche, die setzen andere Naturheilkunde um. Wir verbinden Ayurveda mit modernen Gesundheitslehren. Wir lehren westliche Anatomie in unseren Yogalehrerausbildungen. In den Yogatherapie-Ausbildungen spielt die westliche medizinische Forschung eine große Rolle. Wir verbinden das mit modernen Psychotherapien. Wir haben die psychologische Yogatherapie-Ausbildung.

Es gibt moderne Formen der Kommunikation, wie zum Beispiel die gewaltfreie Kommunikation. Die spielt in unserer spirituellen Gemeinschaft eine Rolle. Wir bemühen uns, unser menschliches Miteinander auszurichten auf Prinzipien, die sich im Westen entwickelt haben: Die gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg, Gemeinschaftsprinzipien nach Scott Peck, andere Gemeinschaftsprinzipien, die in der Kommunen- und Gemeinschaftsbewegung der 60er Jahre in Europa und viel früher in Amerika entstanden sind. Wir richten uns aus an den Prinzipien der humanistischen Psychologie und der Demokratie. All das ist ein großes Experiment, klassische indische Spiritualität, andere spirituelle Richtungen, Yoga-Energiearbeit mit anderer Energiearbeit zu verbinden.

Gibt es eine Hierarchie?

Die klassischen indischen Guru-prinzipien sind: Der, der länger in der Bewegung ist, weiß mehr. Der die tieferen Erfahrungen hat, der sollte mehr zu sagen haben. Das wird verbunden mit westlicher Demokratie, Basisdemokratie, repräsentativer Herrschaftsform, all das findest du bei Yoga Vidya. Aber es gibt Teamleiter, Bereichsleiter, Ashramleiter. Und ich, Sukadev, als Leiter von Yoga Vidya, habe eine besondere Autorität und es herrscht mein Wort vor, einfach spannend.

So ist die Kreativität von Yoga Vidya, das Faszinierende, es zeigt aber, dass Yoga Vidya nicht eine Diktatur ist. Yoga Vidya ist nicht quadratisch, praktisch, gut, sondern häufig ein Sowohl-Als-auch. Aber in jedem Fall ist es ein Ausrichten an hohen Idealen, an Spiritualität. Unsere Ziele sind Selbstverwirklichung, gut zu handeln, von den kleinen Bedürfnissen des Egos wegzukommen, uns eins zu fühlen, miteinander verbunden und mit Mutter Erde, mit dem Göttlichen. Und wir wollen wachsen als Diener am Göttlichen und an der spirituellen Wirklichkeit.

Yoga Vidya Menschenbild

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Jeder ist in seinem Inneren gut

Bei Yoga Vidya und damit in unseren Lebensgemeinschaften gehen wir davon aus, jeder Mensch ist tief im Inneren gut, es gibt nichts ursprünglich Schlechtes in der Persönlichkeit. Darin unterscheidet sich Yoga Vidya durchaus von anderen spirituellen Richtungen und von manchen der Weltreligionen.

Wer ist böse?

Häufig wird in verschiedenen Religionen unterschieden zwischen Gut und Böse, Gott und Teufel. Viele Menschen drohen mit der Hölle und sehen das spirituelle bzw. religiöse Leben als einen Kampf zwischen Gut und Böse. Auch in Indien gibt es das Konzept von Devas und Asuras, dem Lichtvollen und dem Dämonischen.

Ich selbst halte diese stark dualistische Denkweise und dieses Menschenbild für die Grundlage von vielen Problemen in dieser Welt, für Religionskriege. Man hat gedacht, Angehörige anderer Religionen sind des Teufels, man muss andere gewaltsam bekehren, um dem Göttlichem auf der Erde zum Durchbruch zu helfen. So wurden viele Religionen gewaltsam, auch im Christentum.

Zum Beispiel hat Luther den Papst als Antichristen bezeichnet, Luther wurde von den Katholiken als Teufel tituliert oder als Helfer des Satans. So haben beide miteinander gerungen, weil sie gedacht haben, durch das Ausrotten des teuflischen Gegners könne das Gute in der Welt gefördert werden. Später hat man auch gesagt, „Der Teufel kämpft in jeder Seele“ und so kann das Individuum sich entweder für Gott entscheiden oder für den Teufel.

So ist dieses dualistische Konzept, das eigentlich nicht im Christentum wurzelt, auch nicht im Judentum, sondern vielmehr im Manichäismus und im Zoroastrismus zur Quelle von viel Gewalt geworden: Krieg zwischen den Staaten, zwischen den Völkern, zwischen den Religionen und später auch für Kampf im Menschen selbst. Denn Christen haben aus diesem Konzept des Teufels und des Gottes geschlossen, dass man mit sich ringen muss und das Teuflische in sich bekämpfen und ausrotten muss. Eine sehr gewaltsame Sprache.

Antworten der Psychologie

Die westliche Psychologie hat gezeigt: es gibt nichts abgrundtief Schlechtes im Menschen, es gibt auch keinen wirklichen Zerstörungsimpuls. Sigmund Freud hatte das nochmals versucht, zu formulieren, dass so etwas wie ein Todesinstinkt existiert, einen Gewaltinstinkt, aber es hat sich herausgestellt in der Psychologie, das stimmt gar nicht.

Der Einzelne hat einen Selbstverteidigungsinstinkt, ein Mensch kann aus Verletzungen schlimm handeln. Er kann aus falsch verstandenen Vorstellungen reagieren, aber es gibt keinen Menschen, der von sich sagt: „Ich will das Schlechte.“ Es existiert keiner, der sich als Diener des Bösen sieht.

Menschen wollen grundsätzlich gut handeln. Sie haben manchmal eine komische Weise, das Gute bewirken zu wollen. Menschen handeln schlecht, verletzen andere, sind rücksichtslos, aber nicht bewusst schlecht. Nicht, um skrupellos zu sein, sondern zum Wohl eines Positiven nehmen sie Schlechtes in Kauf. Oder ihre Instinkte und ihre inneren psychischen Verletzungen drücken sich auf eine solche Weise aus, dass sie Schlimmes in anderen bewirken.

Welches Menschenbild hat Yoga Vidya?

Grundsätzlich gilt also: In den meisten Fällen handeln Menschen schlecht, weil sie Gutes bewirken wollen. Wenn man das erkennt, so braucht man nicht mehr andere zu bekämpfen. Und man kann aufhören, in sich zu streiten und gegen sich zu kämpfen. Stattdessen kann man schauen, wie kann man die verschiedenen Anliegen in sich selbst auf eine gute und geschickte Art angehen.

Wie kann man seinen Wünschen und Begierden gerecht werden oder erkennen, dass sie Ausdruck von tiefer liegenden Bedürfnissen sind, die auf eine andere Weise gelebt werden müssen?

Die Vorstellung, dass hinter jedem das Göttliche, das Gute, das Liebevolle steht, dass grundsätzlich in jedem Menschen wertzuschätzende Anliegen sind: Wenn man das erkannt hat, kann man liebevoll miteinander umgehen. Und das ist das Ideal unserer Gemeinschaft, davon versuchen wir auszugehen. So wollen wir miteinander, mit allen Menschen und allen Geschöpfen umgehen.

Selbst wenn man das weiß, bleiben trotzdem Emotionen und Verletzungen. Deshalb kann es auch im Alltag lauter werden, kann der andere verletzen. Aber man weiß, der Mensch hat nicht aus Bosheit, sondern im Bemühen gehandelt, Positives zu bewirken. Und man kann lernen, geschickter und mitfühlend miteinander umzugehen, auch wenn sie sich gerade ungeschickt verhalten haben.

Bedeutung des Namens „Yoga Vidya“

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Shri Karthikeyan, der den Vorschlag unterbreitet hatte, hatte uns gesagt, „Yoga Vidya“ ist ein mystischer, tiefgründiger Name, der viel Hintergrund hat. Vidya heißt Wissen, Weisheit, Vidya ist praktisches, intellektuelles Wissen, Vidya ist Wissenschaft, aber auch intuitives und höchstes Wissen. In Indien werden Schulen und Universitäten zum Teil Vidya Bhavan genannt

Z.B. gab es den Sivananda Vidya Bhavan, das war eine Armenschule in Dakshin Puri, in den Slums von Delhi. Swatmarama spricht in seiner Hatha Yoga Pradipika, also einer wichtigen Hatha Yoga Schrift, von Hatha Vidya bzw. Hatha Yoga Vidya. Und die Bhagavad Gita wird auch als Brahma Vidya, als Weisheit des Absoluten bezeichnet.

In den Upanishaden gibt es die sogenannten Vidyas, die Meditationstechniken, die zu großer Weisheit führen. Und im Tantra gibt es die Shri Vidya Tradition, eine mystisch-esoterische Überlieferung, um zur Verwirklichung höchster Weisheit zu kommen. So gibt es den Shri Vidya Mantra, das Maha Vidya Gayantri und die Maha Vidya Weisheitsgöttinnen.

Die Wissenschaft vom Yoga

So ist also Vidya ein Wort mit vielfältiger Bedeutung. Das erste Wort lautet Yoga. Yoga steht für Einheit, Harmonie, Verbindung. Es ist sowohl Zustand als auch Praxis mit dem Ziel, zu einer Einheit, Harmonie zu kommen.

Yoga Vidya meint die Wissenschaft des Yoga und schließt die Offenheit für westliches Denken und Empirie mit ein. Der Name „Yoga Vidya“ ist auch praktisches Wissen und drückt aus, dass Yoga Vidya ein breites Methodenspektrum auf dem Gebiet von Yoga lehrt.

Yoga Vidya ist aber auch das höhere Wissen, die Kenntnis von Brahman, das Absolute. Es steht für eine mystische Kraft des Göttlichen, für die wir uns öffnen und die uns zur höheren Erkenntnis führt. Yoga Vidya unterrichtet die abstrakten Meditationstechniken der Upanishaden, die Vidyas.

Somit steht also Yoga Vidya für Apara Vidya, relatives Wissen, und Para Vidya, das höchste Wissen, welches die Verwirklichung des Absoluten beinhaltet.

Der Name ist Programm

Damit ist der Name Yoga Vidya Programm. Wir wollen Yoga unterrichten in all seinen Aspekten, im Wissenschaftlichen wie auch im Intuitiven, im Praktischen wie auch im Theoretischen, von der praktischen Alltagshilfe bis zur mystischen Erfahrung des Absoluten, des Unendlichen. Und das gilt auch, wenn du in der Yoga Vidya Sevaka-Gemeinschaft bist.

Zum einen gilt es, den gesunden Menschenverstand anzuwenden, zum zweiten wollen wir keinem Aberglauben zum Opfer fallen, zum dritten muss man auch praktische Kompetenz haben, um sein Seva auszuführen. Und es ist ein mystisches Wissen. Worum es im Yoga geht, das ist nicht ganz so einfach nur dem Intellekt zugänglich, es braucht dazu Gnade.

Du siehst, es gibt viele Aspekte von Yoga Vidya und auch vom Leben in einer spirituellen Gemeinschaft bei Yoga Vidya.

Yoga Vidya online

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Swami Sivananda hatte seinerzeit die modernsten Medien genutzt, um Menschen zu erreichen. Dieses Prinzip haben wir bei Yoga Vidya übernommen.

Seit 1997 verfügt Yoga Vidya über eine eigene Webseite, die seitdem ständig ausgebaut und derzeit ca. 15.000 Mal pro Tag angeklickt wird. Die Homepage ist die Grundlage für unsere weiteren Angebote.

Um was geht es auf der Webseite? Hier findet man alles zu den 6 Yogawegen, zu unseren Häusern, Angeboten, Ayurveda, Meditation, Spiritualität und vieles mehr. Sie ist heute wohl mit Abstand die umfangreichste deutschsprachige Webseite zum Thema Yoga. 

In dieser Zeit ist auch unser Onlineshop entstanden, wo man vieles von zu Hause aus bestellen kann.

1998 kam der Blog hinzu. In unserem Weblog werden täglich neue Texte, Bilder und Links zu den unterschiedlichsten Themen veröffentlicht. Im Forum darf jeder mitdiskutieren.

Im Laufe der letzten 28 Jahre, seit der Entstehung von Yoga Vidya, sind eine Menge Audioaufnahmen und Podcasts zu den unterschiedlichsten Themen entstanden, z.B. angeleitete Yogastunden, Atemübungen, yogische Ernährung und vieles mehr. Etwa 55.000 Mal am Tag werden unsere MP3s angehört.

Seit 2008 gibt es Yoga Vidya YouTube Videos. Derzeit haben wir über 50.000 Clips auf den verschiedenen Kanälen online, sie werden im Schnitt 25.000 Mal pro Tag abgespielt. Darunter befinden sich auch zahlreiche auf Englisch.

2009 entstand unser umfangreiches Yoga Wiki Lexikon mit mehreren tausend Artikeln. Das Yoga Wiki wird im Schnitt etwa 20.000 Mal pro Tag aufgerufen.

Yoga Vidya ist auch offiziell präsent auf Facebook, TikTok, Twitter und Instagram. Täglich werden neue Inhalte oder Beiträge gepostet. Der Zugriff auf diese ist recht unterschiedlich, kann aber erstaunlich groß sein.

Mit dem Smartphone kann man unsere Webinhalte auch über die Yoga Vidya App erreichen. Hier findet man u.a. Anleitungen zu Yogastunden, Meditation, Entspannung, Pranayama mit Timer-Funktion, ein Asana- und Mantra Lexikon. Die erste App gab es bereits 2010 und eine große Neuauflage 2016.

Seit 2020 bieten wir auch Online Seminare an. Wegen der zeitweiligen coronabedingten Schließung der Seminarhäuser wurden viele Kurse ins Internet verlagert. So können wir auch während des Lockdowns weiter Seminare, Satsangs, Yogastunden usw. anbieten.

Insgesamt werden unsere Webangebote Anfang 2021 etwa 200.000 Mal pro Tag angeklickt. Tendenz steigend.

Hier sind noch einmal alle Adressen im Überblick (Stand 2021):

Yoga Vidya heute

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

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Der Yoga Vidya e.V. heute umfasst die Ashrams im Westerwald, an der Nordsee, im Allgäu und in Bad Meinberg, etwa sieben vereinseigene Zentren, ca. 80 weitere Yoga Vidya Kooperationszentren, hat über 15.000 Yogalehrer ausgebildet. Über eine halbe Million Menschen in Deutschland praktizieren Yoga nach dem Yoga Vidya Konzept, wenn man die Personen in Österreich, Schweiz, Holland und weiteren Ländern dazu zählt, sind es nochmal mehr.

In letzter Zeit erreichen wir tausende weltweit über das Internet mit unserem Blog, dem Wiki und über YouTube. Wir bieten nun auch zahlreiche Online Seminare an.

Das sind unsere Hauptniederlassungen:

• Der Yoga Vidya Westerwald Ashram (Oberlahr bei Neuwied) entstand im Jahr 1996, unser erster Ashram • Horn-Bad Meinberg (bei den Externsteinen), einer der größten Ashrams außerhalb Indiens mit 1000 Betten, begonnen 2003 • Nordsee (im Wangerland bei Wilhelmshaven) im Jahr 2008 • Allgäu (Maria Rain bei Kempten) 2013

Alle Ashrams habe ich seinerzeit günstig erworben. Im Laufe der vergangenen Jahre wurden sie meist in Eigenregie stark saniert, erweitert, renoviert, modernisiert etc., um mehr Teilnehmer aufnehmen und mehr Seminare anbieten zu können. In allen Ashrams und Zentren leben derzeit ungefähr 300 Sevakas und zwei Swaminis, Nonnen.

So hoffen wir, dass wir Teil dieser Bewegung der verschiedenen spirituellen Gruppierungen unterschiedlichster Herkunft auf der ganzen Welt sind, die sich bemühen, friedvoll miteinander umzugehen. Wir fühlen uns als Instrumente des Friedens, des Lichtes, des Verständnisses, die dazu beitragen wollen, eine friedvolle, ökologische und gerechte Erde zu schaffen.

Wir sind nicht politisch engagiert, obgleich es auch wichtig ist, dass es Menschen gibt, die das tun. Wir sind auch nicht besonders in Bürgerinitiativen involviert, obgleich sie notwendig sind. Yoga Vidya ist vielleicht eine NGO, eine Nicht-Regierungsorganisation, die sich selbst nicht direkt einsetzt auf politischem, ökologischem, sozialem Gebiet, sondern wir engagieren uns auf dem des Yoga:

Verbreitung des Yoga in all seinen Aspekten, in der Vorstellung, dass wenn Menschen Yoga üben, es zu Verbindung führt. Denn Yoga heißt Einheit. Es führt zur Harmonie und dazu, dass Menschen spüren, dass es eine tiefe Einigkeit gibt.

So hoffe ich, dass wir etwas dazu beitragen können, dass sich viele Leserinnen verbunden fühlen mit einer höheren Wirklichkeit, mit anderen Menschen, mit der Natur, mit Ökologie, Pflanzen, der Erde und so weiter. Mögen so viele Leser die Inspiration bekommen, sich selber auf verschiedensten Gebieten zu engagieren.

Willst du auch Yoga leben?

Yoga Vidya hat als eines der vielen Mottos: ‚Spirituelles Leben für eine bessere Welt‘. Vielleicht bist du jemand, der bereits mit uns in Verbindung steht. Eventuell denkst du darüber nach, enger in diesem Netzwerk dabei zu sein, vielleicht ehrenamtlich in einem der Yoga Vidya Zentren mitzuhelfen oder von zu Hause aus einiges mitzumachen.

Es gibt vieles, was man initiieren kann, auch von seinem Computer aus mit etwas Engagement. Vielleicht willst du selbst Yogalehrer werden oder bist es bereits, hast du den Einfall mehr zu bewirken oder dein eigenes Yoga Vidya Zentrum zu eröffnen. Oder du möchtest dich für das Wohl der Welt einsetzen.

Vielleicht merkst du, an der tieferen spirituellen Verbindung mitzuwirken wäre etwas Wichtiges. Dann kannst du überlegen Sevaka, also Gemeinschaftsmitglied in einem der Yoga Vidya Ashrams oder Zentren zu werden.

Yoga Vidya ist weiterhin eine wachsende Gemeinschaft, was wir bis heute erreicht haben, ist unter dem, was ich in der Vision gesehen habe. Es ist also noch einiges möglich, sofern Menschen gefunden werden, die sich engagieren, sich einbringen, Spenden geben, aber auch mit praktischen Taten die Yoga-Idee voranzubringen.

Aber am allerwichtigsten ist: Praktiziere Yoga und Meditation um selbst mehr Harmonie, mehr Energie zu haben. Übe sie, um Zugang zu einer höchsten Wirklichkeit zu finden und diese durch dich wirken zu lassen. Und fühle dich dabei verbunden mit vielen anderen. Gemeinsam werden wir leben!

Die wichtigsten Fakten noch einmal in der Übersicht

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

1987 – meine erste Vision, welche die Verbreitung des Yoga in großem Stil beinhaltete. "Yoga wird ein wichtiger Bestandteil in der neu entstehenden Weltkultur."

1992 - damals hatte ich meine zweite Vision von der Verbreitung des Yoga, dieses Mal spezifischer in Deutschland, und zwar in Frankfurt. Ich sollte dort eine Yogaschule eröffnen, die innerhalb von 5 Jahren eine große Yogabewegung in Deutschland und Europa zur Folge hätte.

Diese Vision war recht genau und sah einen Ashram mit Platz für 1.000 Gäste mit ca. 200 Mitarbeitern und damit verbunden eine weite Verbreitung und Akzeptanz des integralen Yoga in allen Bevölkerungsschichten und Gesellschaftsbereichen vor.

1992 - am 15. Juni eröffneten ich und Eva-Maria Kürzinger das Yoga Center Frankfurt am Zoo. Damit ist es quasi das erste Yoga Vidya Stadtcenter.

1993 - die erste 2-jährige Yogalehrerausbildung wird konzipiert und durchgeführt.

1994 - der Yoga Vidya Verlag wird gegründet.

1995 - die beiden Vereine, der „Yoga Vidya e.V.“ und der „Berufsverband der Yoga Vidya LehrerInnen e.V. (BYV)“ werden gegründet.

1995 - die erste 4-Wochen-Yogalehrer-Ausbildung nach dem bewährten Konzept von Swami Vishnudevananda findet bei uns statt. Diese Ausbildung hatte ich bereits seit vielen Jahren unterrichtet und weiterentwickelt.

1996 - das erste eigene Yoga-Seminarhaus, die ehemalige Mühle im Westerwald, wird eröffnet.

1996 - das zweite Yoga Vidya Stadtzentrum wird in Koblenz eröffnet.

1998 - der erste Yoga Vidya Kongress findet statt.

2003 - am 11. Oktober wird in der ehemaligen Kurklinik „Silvaticum“ das weiträumige Haus Yoga Vidya Bad Meinberg im Teutoburger Wald eröffnet.

Seit 2003 - Zusammenarbeit mit den Universitäten Bielefeld, später Magdeburg, Gießen, Witten-Herdecke auf dem Gebiet der Yoga- und Meditationsforschung. Gründung des BYVG (Berufsverband der Yoga Vidya Gesundheitsberater, Kursleiter und Therapeuten), später auch des BYAT (Berufsverband der Yoga und Ayurveda Therapeuten) sowie der Yoga Vidya GmbH.

2004 - der erste Ayurveda Kongress findet statt.

2005 - der erste Kinderyoga Kongress folgt.

2008 - der lang ersehnte Ashram am Meer entsteht in Horumersiel an der Nordsee. Nun sind Yogaferien an der See möglich.

2009 - die ehemalige „Parkklinik“ wird erworben – das „Projekt Shanti“ – und damit entsteht ein regelrechter „Yoga Campus“ in Bad Meinberg.

2010 - der erste Business-Yoga Kongress findet statt.

2011 - das 80. Yoga Vidya-Zentrum eröffnet in Freiburg.

2011 - das Haus Shanti entwickelt sich weiter: Neben dem Bereich für Gastgruppen entsteht ein neuer großzügiger Yogatherapie und Psychologische-Yogatherapie-Trakt, die Ganesha Kinderwelt sowie das Shivalaya Retreatzentrum als Ort der Stille und Einkehr für ernsthafte spirituelle Aspiranten.

2012 - der zehn-tausendste Absolvent erhält sein Yoga Vidya-Yogalehrerzertifikat. In Bad Meinberg findet man den ersten „Yogaweg“ Deutschlands: „Yogaweg 7“ ist unsere offizielle Anschrift. Der Anbau an der Nordsee wird fertig.

2012 - Swami Nirgunananda wird Hausleiterin Bad Meinberg.

Ab 2012 - verbreitete ich mehr spirituelles Wissen über das Internet in Artikeln, Videos und Audios.

2013 - der Ashram im Allgäu wird eingeweiht.

2014 - erstes Mantra Sommer Camp im Westerwald.

2015 - Devani wird Ashramleiterin im Westerwald und erhält kurz danach die Swami Weihe. Ihr neuer Name ist Swami Divyananda. Narendra Hübner wird Ashramleiter in Bad Meinberg, er übernimmt diese Funktion von Swami Nirgunananda.

2016 - „Das große Yoga Vidya Hatha Yoga Buch“ erscheint im Yoga Vidya Verlag, ebenso die „Bhagavad Gita für Menschen von heute“ mit einem Kommentar von Sukadev. Hochschulertifikatslehrgang „Wissenschaft des Yoga Vidya“ wird eingerichtet. Experience Initiative für die junge Yogaszene wird initiiert.

2019 – der Mahameru-Mittelbau in Bad Meinberg wird eröffnet. Damit ist der Campus ganz erschlossen. Der Park Silvaticum wird von uns ebenso erworben.

2020 – die globale Coronakrise trifft auch Yoga Vidya. Aber es geht weiter!

Yoga Vidya Techniken

Entwicklung der Yoga Vidya Techniken, Inspiration und göttliche Führung.

Wie habe ich mein Yoga-Lehrsystem entwickelt? Wie habe ich überhaupt entschieden, was ich in das Yoga Vidya System aufnehme und was nicht?

Gebet

Meine wichtigste Grundlage ist Gebet und Bitte um Führung bei Swami Sivananda, bei Swami Vishnudevananda, Bitte an die göttliche Mutter, Fürbitte bei Gott. Wenn ich unterrichte, öffne ich mich ganz. Ich bitte um Führung und bitte darum, ein Instrument sein zu können.

Am Anfang eines Unterrichtes, einer Yoga-Sitzung, Pranayama oder Vortrages, verbinde ich mich innerlich mit den Teilnehmern. Aus diesem Gefühl der Verbundenheit mit dem Ewigen, den Meistern und den Menschen kann oft eine Erfahrung kommen, die göttliche Führung einschließt. So spüre ich, wie manchmal Energien und Techniken sich durch mich hindurch manifestieren und die ich ganz Gott darbringen will.

Intuition

Die zweite Quelle für neue Techniken oder für die Integration von Methoden ist meine eigene intensive Praxis. Indem ich viel praktiziere, bekomme ich manchmal Intuition und Zugang zu einer Eingebung und göttlichen Inspiration.

Auch das übe ich selbst und manchmal konnte ich das anschließend in den Unterricht integrieren. Als Drittes bin ich ein neugieriger Mensch, der sich um geistige Offenheit bemüht. Ich probiere Neues aus, was ich aus Büchern, Seminaren, Vorträgen anderer Yogalehrer und Meister entnehme, aus den Workshops, die ich gebe, wenn Teilnehmer etwas ergänzen, aus Gesprächen, die ich mit anderen führe.

Ein nächstes wichtiges Element ist das Feedback. Zum einen spüre ich, was die Teilnehmer tatsächlich empfinden, bis zu einem gewissen Grad kann ich die Aura der Personen wahrnehmen und spüre, wie die Wirkung der Praktiken ist.

Wenn ich also Teilnehmern eine neue Praxis beigebracht habe, frage ich, bewirkt sie etwas Gutes. Ich bin jemand, der gerne um Feedback bittet und will wissen, welche der Praktiken, die sie praktizieren, besonders intensiv wirken, wo sie hilfreich sind, wo Teilnehmer etwas erfahren haben.

Wissenschaft

Eine nächste Quelle sind empirische Studien, Anatomie, Physiologie, Medizin und Psychologie, denn letztlich müssen die Yoga-Techniken akademisch erklärbar und in jedem Fall gesund sein, müssen Yoga-Techniken wissenschaftlich erforschbar sein.

Das Yoga Vidya Übungssystem, der Yoga Vidya Stil kann profitieren von Erkenntnissen aus Sportmedizin, Physiologie, Medizin und Psychologie. Ich bin interessiert an aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Empirische Analysen zu Medizin, Sportmedizin, sportliche Trainingslehre, und die breit gefächerte Studienlage zu der Wirkung von Yoga-Übungen versuche ich zu verarbeiten. Nicht umsonst haben wir bei Yoga Vidya die umfangreichsten wissenschaftlichen Studien und Dokumentationen zu Yoga, Meditation und Ayurveda.

Das Wichtigste ist aber: Ich bin der Überzeugung, dass hinter dem Unterrichten von Yoga göttlicher Segen steht und ich will mich öffnen für „himmlische“ Führung. Ich weiß, die göttliche Führung wirkt durch viele Menschen. Das gehört zum Yoga Vidya Stil, dass nicht nur ich selber mich der Führung von oben öffne, sondern jeder.

Zu Beginn jeder Yogastunde wird ein Mantra wiederholt, gibt es vielleicht sogar einen Moment der Stille, wo Menschen sich zugänglich machen können. Wir lehren den Yogalehrenden, sie sollen sich ganz einstimmen auf das Ewige, zum Instrument werden, ein Mantra wiederholen, um Führung bitten, Liebe zu Gott und zu den Teilnehmern kultivieren sowie Lichtenergie und Kraft durch sich wirken lassen.

Yoga Vidya Mantras

Auszug aus dem Buch "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem

Zum Yoga Vidya Übungssystem gehören Mantras. Wenn du zum ersten Mal in einen Ashram oder Zentrum gekommen bist, wird dir sicherlich aufgefallen sein, wie häufig Mantras bei uns gesungen und rezitiert werden. Wir grüßen uns mit „Om“, „Hari Om“, „Om Namah Shivaya“ oder „Om Namo Narayanaya“.

Jede Yogastunde beginnt und endet mit Om und Mantra. Oft gibt es während der Yogastunden den einen oder anderen Mantra. Die Satsangs beginnen mit Mantras, sie enthalten Mantra-Gesänge und Rezitationen. Insbesondere in unseren Yoga Vidya Ashrams gibt es tägliche regelmäßige vom Wochentag abhängige und besondere Mantra-Rezitationen.

Manchmal halten wir ausdauernde Rezitation eines Mantras, wo sich die Teilnehmer abwechseln, den Mantra zu wiederholen. Wir haben tägliche Rituale, wie Puja, Homa, bei denen sie rezitiert werden. In den Yoga Vidya Zentren und Ashrams gibt es Mantra-Konzerte, Mantra-Seminare, Mantra-Workshops, Mantra-Lehrerausbildungen, Mantra-Weiterbildungen. Die populärste Meditationstechnik bei uns ist die Rezitationen eines Mantras, also die Mantra-Meditation. Bei Yoga Vidya gibt es sogar Mantra-Weihen.

Woher stammen all diese Mantras? Wer hat sie festgelegt? Was ist änderbar? Was ist anpassbar?

Grundlage ist, was ich bei Swami Vishnudevananda gelernt habe. Für ihn war das Fundament, was er bei Swami Sivananda gehört hatte. Dazu gehören zunächst die Satsang-Mantras, also das Jaya Ganesha, das Om Tryambakam und die Arati, die stammen vom Sivananda Ashram Rishikesh.

Ferner gibt es Mantras, die typischerweise am Anfang und am Ende der Yogastunden rezitiert werden, diese habe ich von Swami Vishnudevananda und seinen Schülern gelernt. Ich bin seit 1992 regelmäßig in den Sivananda Ashram Rishikesh gefahren und viele Gemeinschaftsmitglieder besuchen auch Rishikesh. Dort haben wir andere Mantras und Rezitationen kennengelernt, also andere als bei Swami Vishnu üblich waren und die z.B. Eingang in das tägliche Stotra-Singen im Homa-Raum in Bad Meinberg gefunden haben. [[ Shri Kartikeyan]], ein Yogameister aus dem Sivananda Ashram in Rishikesh, hat einige Rezitationen bei uns eingeführt, z.B. der „Krishna, Krishna Mahayogin“ und die Surya Mantras. Es gab einen Yogameister namens Sumitra, mit dem ich seit 1994/95 befreundet war, er hat schon seinen Körper verlassen.

Sumitra hat die Yajna- und die Homa-Mantras eingeführt sowie den Mahavidya Mantra: „Om Aim Tripura Devyai Cha Vidmahe Klim Kameshwaryai Cha Dhimahi Saum Tannah Kline Prachodayat“. Der Text kann folgendermaßen übersetzt werden: „Om, Verehrung der Göttin der drei Welten (physische, astrale und kausale). Wir meditieren über sie, die uns von allen Wünschen befreit. Möge sie unseren Geist erleuchten.“

Immer wieder haben Yoga-Aspiranten Kirtans und Mantras anderer Traditionen eingeführt. So manifestiert sich göttlicher Segen in diesen und durch diese wunderbaren Mantras. Auch hier gilt wieder das Yoga Vidya Prinzip: Ein Grundgerüst von Mantras, die täglich rezitiert werden, auf deren Grundlage andere integriert werden können.

Sobald wir ein bestimmtes Unterrichtssystem eine Weile etabliert haben, gilt es, andere darin zu schulen, es weiterzugeben. So haben wir Mantra-Meditation-Intensivwochen, Mantra-Lehrerausbildungen und Weiterbildungen in Mantra-Yoga, Klang-Yoga und vielem anderen. Wir besitzen auch Techniken, wie man Satsang weitergeben kann.

Ich kann dir nur empfehlen, wiederhole, höre Mantras, nimm am Yoga Vidya Satsang teil. Gerade die Mantras im Satsang haben eine besondere Bedeutung.

Siehe auch

Literatur

Seminare

Yogalehrer Ausbildung

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