Gita

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1. Gita (Sanskrit: गीत gīta adj. u. n.) ist das PPP der Sanskrit Verbalwurzel (Dhatu) gā/gai und bedeutet gesungen, besungen, in gebundener Rede verkündet; Gesang.

2. Die Bezeichnung Gita (Sanskrit: गीता gītā f. "die Gesungene, Gesang, Lied") ist eine häufig verwendete Abkürzung für Bhagavad Gita. Gita ist auch der Name für eine Schriftgattung. Neben der Bhagavad Gita ist die Ashtavakra Gita von besonderer Bedeutung.

Gita heißt "die Gesungene" und auch "Gesang". Im folgenden Vortrag geht es um die Wortherleitung des Wortes "Gita". Höre hier, warum so viele indische Schriften als Gitas, als Gesungene bezeichnet werden. Dies ist nur ein Kurzvortrag. Er ist ein Teil des Yoga Vidya Multimedia Indien Lexikons http://wiki.yoga-vidya.de/Indien_Lexikon.

Sukadev über Gita

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Gita

Gita – die Gesungene, bezieht sich insbesondere auf die Bhagavad Gita. Gita (kurz) ist gesungen und Lied und das Gesungene. Und Gita (mit dem langem a am Ende) bezieht sich dann auf die Gesungene und es bezieht sich insbesondere auf die Bhagavad Gita. Die Bhagavad Gita ist eben die wichtigste Gita. Und daher ist, wenn die Inder von „der Gita“ sprechen, immer die Bhagavad Gita gemeint.

Wir sagen bei Yoga Vidya gerne „die Bhagavad Gita“ und „es steht in der Bhagavad Gita“. Aber wenn du in indischen Ashrams bist, da wird meistens gesagt, „in the Gita“, also „in der Gita, da steht das und das“. Wenn man nur von „der Gita“ spricht, dann ist es die Gita schlechthin, also die Bhagavad Gita. Also, Gita, ohne einen weiteren Zusatz und mit langem „a“, bezieht sich auf die Bhagavad Gita.

Und Gita (kurz) ist „Lied“ und „das Gesungene“. Noch einmal, Gita – die Gesungene, die Bhagavad Gita, eine der wichtigsten Yoga-Schriften, Auszug oder ein Teil aus dem Mahabharata. Achtzehn Klein-Kapitel aus dem Mahabharata ergeben die Gita, die Bhagavad Gita, das Zwiegespräch zwischen Krishna, dem Lehrer, und Arjuna, dem Schüler. Gita – die Gesungene, insbesondere die Bhagavad Gita.

Meditation über Strophen der Gita

Swami Sivananda empfiehlt, so zu meditieren, wie es einem liegt. Eine Möglichkeit der Meditation ist die Meditation über Strophen der Gita. Swami Sivananda schreibt:

Lerne einige wichtige Verse der Bhagavad Gita auswendig und wiederhole sie in Gedanken, nachdem du deine Stellung (Asana) eingenommen hast.

  1. Konzentriere dich und meditiere über Verse des 2. Kapitels, die von der Unsterblichkeit der Seele handeln. Diese Übung ist von großem Nutzen.
  2. Meditiere über die Gedanken, die im 2. Kapitel den Zustand der Gedankenfestigkeit beschreiben (Shita Prajna).
  3. Meditiere über die Gedanken, die im 6. Kapitel die Wirkungen des Yoga beschreiben.
  4. Meditiere über die Verse des 13. Kapitels, die von den Eigenschaften des Yogis handeln, der sich der reinen Erkenntnis widmet (Jnanin).
  5. Meditiere über die göttlichen Eigenschaften (dail1i sampad), die im 16. Kapitel aufgezeigt werden.
  6. Meditiere über die vielerlei Gestalten des Kosmos (Vishvarupa), die im 11. Kapitel beschrieben werden.
  7. Meditiere über: "Solch ein Verehrer ist mir lieb" (aus dem 12. Kapitel).
  8. Meditiere über den Gedanken "jenseits der drei Eigenschaften"« (Gunatita).

Ich habe acht Gedankenreihen angegeben, von denen der Schüler diejenige aussuchen kann, die ihm am besten entspricht. Die Gedanken können auch von einer Reihe zur anderen übergehen.

Copyright Divine Life Society

Verschiedene Schriften mit dem Namen Gita

Gita heißt "Gesang". Gita ist auch ein Gattungsbegriff für verschiedene Schriften. Die Gitas sind grundsätzlich im Shloka Versmaß geschrieben und können deshalb rezitiert bzw. gesungen werden. Die Gitas sind immer ein Dialog zwischen einem Lehrer/Meister/Guru und einem Schüler. Hier im Wiki findest du alle wichtigen Gitas beschrieben sowie deren wichtigste Textstellen zitiert. Klicke einfach auf den Namen der entsprechenden Gita, um mehr zu finden. Zu den Gitas gehören unter anderem:

  • Bhagavad Gita, der Gesang Gottes: Zwiegespräch von Krishna mit Arjuna, Teil der Mahabharata
  • Ashtavakra Gita, Dialog zwischen dem Weisen Ashtavakra und König Janaka. Die Ashtavakra Gita ist ein Vedanta Text, in dem die Einheit des Selbst mit Brahman systematisch erläutert wird
  • Die Guru Gita ist ein Verehrungslied des Gurus: Durch Verehrung des Guru, des spirituellen Lehrers, kommt spirituelle Weisheit und Verwirklichung. In der Guru Gita wird der Aspirant aufgefordert, im Guru nicht das Menschliche, sondern das Göttliche zu sehen. Die Guru Gita ist ein Zwiegespräch zwischen Shiva und Parvati.

Die Guru Gita besteht aus 352 Versen und ist Teil der Skanda Purana. Als ihr Autor gilt Vyasa.

  • Die Avadhuta Gita, wörtlich "Gesang" eines Nackten (Avadhuta), ist eine der wichtigen Texte des Advaita Vedanta. Die Avadhuta Gita ist die Lehrrede zwischen dem Weisen Dattatreya und seinem Schüler Skanda. Die Avadhuta Gita beschreibt die höchsten Verwirklichungsstufen eines Jivanmukta, des lebendig Befreiten.
  • Die Anu Gita ist wie die Bhagavad Gita ein Zwiegespräch zwischen dem Avatar Krishna und seinem Schüler und Freund Arjuna. Auch die Anu Gita gehört zur Mahabharata. Die Anu Gita gilt als Vertiefung, Zusammenfassung und Fortsetzung der Bhagavad Gita
  • Die Brahma Gita ist Teil der Yoga Vasishtha. Die Brahma Gita ist das Zwiegespräch zwischen dem Meister Vasishtha und dem Avatar Rama, der hier als Schüler auftritt. Die Brahma Gita spricht in klarer Weise über die Natur Brahmans, der Welt und der individuellen Seele. Die Brahma Gita gehört zu den Texten des Advaita Vedanta.
  • Die Janaka Gita ist ausnahmsweise ein Monolog und kein Dialog: Nach Gesprächen des Janaka mit mehreren Vollkommenen (Siddhas) spricht der König und Weise Janaka zu sich selbst über die höchste Wahrheit. Die Janaka Gita ist Teil der Yoga Vasishtha und gehört auch zu den Vedanta Texten.
  • Ribhu Gita, Teil der Vishnu Purana
  • Auch die Siddha Gita ist Teil der Yoga Vasishtha
  • Die Uttara Gita ist ein Teil der Brahmanda Purana, einer der 18 Puranas.
  • Die Vasishtha Gita gilt als bedeutender Vedanta Text. Die Vasishtha Gita ist Teil der Yoga Vasishtha. Der Weise Vasishtha unterweist seinen Schüler Rama in den ewigen Wahrheiten.
  • Die Baka Gita ist eine Lehrrede zwischen Gott Indra als Lehrer und dem Rishi Baka als Schüler. Die Baka Gita ist wie die Bhagavad Gita Teil der Mahabharata.
  • Die Bhikshu Gita ist Teil der Shrimad Bhagavatam, eine der Puranas. Krishna, Avatar, Inkarnation Gottes, ist der Lehrer, der die Bhikshu Gita verkündet.
  • Die Gopi Gita bringt die tiefe Hingabe (Bhakti) an Gott zum Ausdruck bringt. Die Gopi Gita gehört zur Shrimad Bhagavatam.
  • Die Hamsa Gita ist ein Lehrgespräch zwischen Vishnu in Gestalt eines einer Wildgans (Hamsa) und den Söhnen von Brahma. Die Hamsa Gita ist Teil Shrimad Bhagavatam.
  • Die Uddhava Gita ist ein Lehrgespräch von Krishna mit seinem Schüler Uddhava. Die Uddhava Gita ist die letzte Unterweisung Krishnas in der Mahabharata. Die Uddhava Gita lehrt: Löse dich vom Relativen. Erkenne, dass alles Relative vergänglich ist. Erkenne deine wahre Natur als Atman, als unendliches ewiges Selbst. Erfahre dich selbst als eins mit der Weltenseele, Brahman.

Siehe auch

Literatur

Seminare

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Devanagari ist eine Schrift die zur Schreibung von Sanskrit und einigen modernen indischen Sprachen verwendet wird. Erlerne die Devanagari Schrift zum korrekten Aussprechen der Mantras in Sanskrit.…
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11. Nov 2016 - 13. Nov 2016 - Sanskrit
Devanagari ist eine Schrift die zur Schreibung von Sanskrit und einigen modernen indischen Sprachen verwendet wird. Erlerne die Devanagari Schrift zum korrekten Aussprechen der Mantras in Sanskrit.…
Rama Schwab,Prof. Dr. Catharina Kiehnle,Kaivalya Meike Schönknecht,