Persönlichkeit

Aus Yogawiki
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Persönlichkeit ist die Summe aller Eigenschaften, Fähigkeiten eines Menschen. Manchmal sagt man auch von einem Menschen, der einen starken Charakter hat, er sei eine richtige Persönlichkeit. Und jemand, der sehr bekannt ist, wird zur Persönlichkeit des öffentlichen Lebens.

Arbeiter

Persönlichkeit kommt vom Lateinischen Persona, Maske. Persona ist das „Durchtönende“. Im Theater der Antike hatten die Schauspieler Masken auf, durch welche ihre Stimme durchtönte. Im Yoga sagen wir: Du bist nicht die Persönlichkeit. Du bist reines Bewusstsein. Persönlichkeit ist das, durch welche die Stimme des Selbst durchtönen kann, durch welche du erleben und bewirken kannst, mit der du anderen entgegen trittst. Identifiziere dich nicht mit deiner Persönlichkeit. Du bist das unsterbliche Selbst, der Atman.

Die Persönlichkeit eines Individuums bezieht sich auf eine Kombination von Eigenschaften, Einstellungen, Emotionen und Verhalten, die einen Menschen auszeichnen. Es gibt in der Persönlichkeitspsychologie sehr unterschiedliche Theorien mit eigenen Definitionen und theoretischer Basis.

Persönlichkeit in der Yoga Psychologie

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Persönlichkeit ist in der westlichen Psychologie ein wichtiger Ausdruck. Persönlichkeit kommt eigentlich von Persona und Persona ist lateinisch und heißt „durchtönend“, sonare heißt tönen, pere heißt durch. Persona ist eigentlich die Maske. Im alten Griechenland und auch in Rom hatten die Schauspieler Masken an und durch diese Masken ging dann eben die Stimme und so war die Maske die Durchtönende. Also, die Maske ist das Durchtönen. Wenn ein Mensch ein Schauspieler ist, dann hat er eine Maske angezogen und mit dieser Maske hat er eben auch die Persönlichkeit der Person angenommen, die er verkörpert. In diesem Sinn, interessanterweise, sagen die Yogis: „Auch deine Persönlichkeit ist nur eine Maske. Du bist in Wahrheit nicht dieser Körper und du bist auch nicht die Psyche, du bist das unsterbliche Selbst, du bist der Atman, du bist reines Bewusstsein. Du bist in diese Welt gekommen mit einem Körper. Der Körper ist wie ein Raumanzug, so dass du in dieser Welt auch leben kannst. Und deine Psyche ist wie die Persona, die Maske, mit der du dann Aufgaben in der Welt erledigen kannst.“ Viele Menschen, gerade im Westen, sind ja geradezu besessen von ihrer Persönlichkeit, sie wollen herausfinden, „wer bin ich wirklich“ und meinen: „Welche Persönlichkeit bin ich?“ Yogis würden darüber lachen und sagen: „Du bist nicht irgendeine Persönlichkeit, du bist das unsterbliche Selbst. Du hast jetzt eine Persönlichkeit, um mit dieser Persönlichkeit deinen Part zu spielen. Du hast wie eine Schauspielerrolle und um deine Schauspielerrolle auszuführen, hast du eine Persönlichkeit. Dann, wenn du das so ein bisschen weißt, dann ist natürlich noch die Frage: „Welche Persönlichkeit habe ich?“ Und da gibt es viele Weisen, seine Persönlichkeit zu sehen. Im Ayurveda gibt es Vata, Pitta und Kapha, also eher luftig, Vata, oder eher Pitta, feurig, oder Kapha, eher erdig, wässrig, so ein bisschen gemütlich oder geerdet. Es gibt in der westlichen Psychologie das Big Five Modell, also man sagt, die fünf Faktoren der Persönlichkeit und da gibt es also fünf Weisen, um seine Persönlichkeit zu beschreiben. Dazu gehört zum einen Intraversion – Extraversion, das ist eine Dimension. Die zweite Dimension ist die Verträglichkeit, wie sehr verträgt man sich mit anderen Menschen. Die dritte Dimension ist Offenheit für neue Erfahrungen: „Wie offen bin ich für Neues? Oder bin ich eher konservativ?“ Die vierte Ebene ist der Neurotizismus, das heißt: „Wie schnell komme ich aus dem Gleichgewicht? Wie viel Ängste habe ich? Wie viel Sorgen mache ich mir?“ Und das fünfte ist eben auch die Verlässlichkeit oder Disziplin und Sorgfalt. Also, das sind fünf Faktoren der Persönlichkeit, wie sie in der westlichen Psychologie in einem der vielen Modelle postuliert werden. Es gibt noch so viele andere Modelle der Persönlichkeit und auf unseren Internetseiten werden ja auch einige vorgestellt. Es gibt noch das DISG-Modell, es gibt das Astrologie-Modell, es gibt das Pentagramm-Modell und noch eine ganze Reihe mehr. Es ist also hilfreich, zum einen, dir bewusst zu machen: „Ich bin nicht die Persönlichkeit, ich bin das unsterbliche Selbst.“ Als zweites ist es hilfreich, herauszubekommen: „Welche Persona, welche Persönlichkeit habe ich mitbekommen für diese Inkarnation? Welche Aufgaben habe ich dort in diesem Schauspiel der Welt? Und wie kann ich diese gut erfüllen?“ Aber sei dir auch bewusst, du kennst nicht alle Aspekte deiner Persönlichkeit, es wartet noch viel auf dich und es gibt noch viel, was du erleben kannst, es gibt noch viel, was du mitmachen kannst, noch viel in dir zu entdecken.

Big Five Modell der Persönlichkeit

Eine sehr akzeptierte Persönlichkeitstheorie ist die sogenannte Fünf-Faktoren-Theorie („Big Five“), die als wesentliche Eigenschaften eines Individuums von

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Diese Eigenschaften sind bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt und gelten als relativ stabil. Sie scheinen teilweise genetisch bedingt und sind somit nicht einfach und kurzfristig veränder- und entwickelbar. Besonders Gewissenhaftigkeit und emotionale Stabilität gelten als wichtige Komponenten für Berufserfolg.

Yoga und Persönlichkeit

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Einfacher als die oben genannten Eigenschaften sind Einstellungen, Emotionen und Verhalten zu verändern. Im Yoga wird davon ausgegangen, dass die Entwicklung des „Selbst“ (getrennt von Körper und Geist) unter anderem durch Arbeit und dem Dienst an anderen (Karma Yoga), Wissen (Jnana Yoga), Hingabe (Bhakti Yoga), Yoga-Praxis (Hatha Yoga) und Meditation erreicht werden kann.

Studien bestätigen die Wirkung von Yoga vor allem auf die Verringerung von Stress und Ängstlichkeit. Beide Faktoren tragen zu chronischen Erkrankungen bei und reduzieren die Lebensqualität der Betroffenen. Eine Übersichtsarbeit von Li/Goldsmith (2012) zeigt, dass von 35 Studien, die sich mit den Wirkungen von Yoga auf Ängstlichkeit und Stress beschäftigen, 25 einen signifikanten Rückgang bestätigen. Einschränkend ist anzumerken, dass ein Teil der Studien wissenschaftlichen Ansprüchen nicht immer genügten, da z.B. die Anzahl der Studienteilnehmer sehr gering war oder keine Kontrollgruppen gebildet wurden. Dennoch sprechen die Befunde für eine Reduzierung von Stress und Ängstlichkeit. Eine Untersuchung von Smith et al. (2007) ergab ebenfalls messbare Veränderungen auf einer Persönlichkeitsskala im Bereich „Ängstlichkeit“. Hierbei zeigte sich für die Testgruppe, die einmal pro Woche Hatha Yoga praktizierte sowie die Kontrollgruppe, die ein Entspannungsprogramm absolvierte, dass in beiden Gruppen Stress, Ängstlichkeit und das Gesundheitsempfinden deutlich verbessert wurde. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass das Persönlichkeitsmerkmal „Emotionale Stabilität“ aus der Fünf-Faktoren-Theorie durch Yoga langfristig positiv beeinflusst werden kann.

Bildung der Persönlichkeit – Swami Sivananda

Swami Sivananda schreibt über das Thema „Entwicklung der Persönlichkeit“

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter einer auffallenden Persönlichkeit eine starke, mächtig-große Gestalt mit gutem Aussehen, einer gut geschnittenen Nase, strahlenden Augen, mit einer breiten Brust, einem muskulösen Körper, symmetrischen Gliedmaßen, lockigem Haar und so fort.

In Wirklichkeit aber ist die Persönlichkeit das, was die einen Menschen vom anderen unterscheidet und mehr als dies. Sie umfasst Charakter, Intelligenz, edle Eigenschaften, sittliches Benehmen, gewisse auffallende Fähigkeiten, besondere Züge oder charakteristische Merkmale und so weiter. Eine Persönlichkeit besteht aus diesem allem. Nicht nur aus körperlichen Qualitäten.

Wenn ein Mensch fähig ist andere zu beeinflussen, sprechen wir von einer magnetischen Persönlichkeit. Ein vollkommen entwickelter Yogi oder Jnani ist die stärkste Persönlichkeit auf Erden. Er mag klein sein. häßlich aussehen, in Lumpen gekleidet gehen - dennoch ist er eine mächtige Persönlichkeit, ein großer Mahatma. Die Menschen laufen zu Tausenden ihm nach und bringen ihm ihre Verehrung dar. Ein Mensch. der ethische Vollkommenheit durch andauernde Übung rechter Zucht (Yama und Niyama) erlangt hat, ist auch eine magnetische Persönlichkeit. Er kann Einfluß auf Millionen ausüben, aber er ist einem Jnani oder Yogi unterlegen, denn dieser hat vollkommene Selbst-Erkenntnis.

Auch Menschen mit großer Intelligenz, barmherzige Menschen, ehrliche, ernsthafte, wahrhaftige, freundliche oder weitherzige Menschen sind Persönlichkeiten und gebieten Achtung und Einfluß. Selbst reiche Menschen sind dank ihrer Geldmacht Persönlichkeiten, aber sie können lasterhaft sein. Das Geld hat seinen eigenen Anteil an der Bildung einer Persönlichkeit: Es gibt dem Menschen eine gewisse Färbung. Sattvahafte Tugenden aber machen den Menschen heilig. Wer die Wahrheit spricht und Enthaltsamkeit übt, wird eine große und dynamische Persönlichkeit. In jedem Wort liegt Kraft und die Menschen werden magnetisiert. Charakterschulung ist von wesentlicher Bedeutung, wenn ein Mensch seine Persönlichkeit entwickeln will.

Enthaltsamkeit ist die Wurzel einer magnetischen Persönlichkeit. Die Entwicklung einer starken Persönlichkeit ist nicht möglich ohne Keuschheit.

Persönlichkeit kann entwickelt werden. Hierfür ist die Übung der Tugenden unerlässlich. Man sollte versuchen, stets fröhlich zu sein. Ein finsterer, unfroher Mensch kann keine Menschen anziehen und beeinflussen. Er ist ein krankhafter Parasit in der Gesellschaft und breitet überall Dunkelheit aus. Das Gesetz: »Gleiches zieht gleiches an« wirkt auf der physischen und mentalen Ebene. Eine starke Persönlichkeit braucht Menschen nicht herbeizuholen, sondern zieht die Schwächeren an wie die Blüte die Bienen. Eine machtvolle Stimme, Kenntnis auf vielen Gebieten, gutes Benehmen, Anpassung, freundliche Worte machen großen Eindruck. Du mußt freundlich, höflich, umgänglich sein und andere mit Achtung und Rücksicht behandeln. Demut ist eine Tugend, die von selbst zu Achtung zwingt und als starker Magnet wirkt.

Du musst Wege und Mittel kennen, wie du anderen begegnest, mit ihnen sprichst und dich ihnen gegenüber benimmst. Ein hochmütiger, eigensinniger und eigenwilliger Mensch kann niemals eine starke Persönlichkeit werden. Niemand wird ihn mögen. Sei freundlich und bescheiden, schreibe dir auf, was du in einer geschäftlichen Unterhaltung sagen willst. Merke dir die wichtigen Punkte gut, sprich leise, langsam, ohne Erregung oder Nervosität. Habe ernsthaft Achtung vor dem Menschen, mit dem du redest, stelle dich nicht hochmütig vor ihn hin. Dann wird man dich gern empfangen und dein Gespräch wird erfolgreich sein. Sprich zuerst über die wichtigen Punkte und überlege, ob du alles gesagt hast, was du wolltest. Im Westen legt man auf die Persönlichkeit Wert, in Indien auf die Individualität. Dort heißt es: "Aham Asmi". Dies bedeutet: .. Ich existiere. Dort versucht man die Persönlichkeit zu zerstören, um das Selbst zu verwirklichen. Wenn du die überwältigenden Geheimnisse des persönlichen Einflusses verstehst, kannst du die Fähigkeit steigern, Geld zu verdienen und ein reicheres, glücklicheres Leben führen.

"Wo es einen Willen gibt. da ist auch ein Weg." Dieser Grundsatz ist heute noch so wahr wie seit altersher.. Du mußt eine Persönlichkeit werden.

Löse dich von der Identifikation mit Persönlichkeit und Temperament

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Die Maske der Persönlichkeit

Frage: „Wer bin ich?“, erkenne dein Selbst und sei frei. Was wir nicht sind, ist die Persönlichkeit, obgleich sich die Menschen heute sehr stark mit der Persönlichkeit identifizieren. Woher kommt der Ausdruck „Persönlichkeit“? Persönlichkeit kommt vom lateinischen Ausdruck "persona", "die Durchtönende". Persona war im alten Theater bei den Griechen und später bei den Römern die Maske. Die Maske war jetzt nicht einfach nur ein bisschen Make-up, sondern die Maske, das war tatsächlich etwas, was aus Holz gemacht wurde oder aus einem anderen Material und wodurch die Zuschauer sehen konnten, wer wurde dadurch dargestellt. Durch diese Maske hindurch hat der Schauspieler gesprochen. Der Schauspieler hatte also weniger Mimik, er konnte nur hindurchtönen durch die Maske. Die Maske hat durch ihre Darstellung und ihre Farben und ihre Form bestimmt, was der Schauspieler ausdrücken kann. Der Schauspieler war also eines, die Maske etwas anderes. Aber der Schauspieler konnte durch die Maske hindurchtönen.

So kannst du sagen, deine Persönlichkeit ist die Durchtönende, damit du in dieser Welt kommunizieren, erfahren, etwas bewirken kannst, hast du eine Persönlichkeit. Die Persönlichkeit beinhaltet Fähigkeiten, Temperament, die Art, wie du mit anderen kommunizierst, wie du mit deinen Anliegen umgehst, wie du mit Ereignissen der äußeren Welt umgehst. Es scheint vom Äußeren her oder oberflächlich betrachtet, dass die Persönlichkeit relativ konstant ist. Es gibt verschiedene Studien, die zeigen, dass bestimmte Aspekte der Persönlichkeit konstant sind. Also jemand, der eher introvertiert ist in der Kindheit, wird es vermutlich auch in der Jugend und im Erwachsenenalter sein. Ein Kind, das sehr leicht cholerisch ist, wird es vermutlich auch im Erwachsenenalter sein. Jemand, der sehr neugierig ist schon in der Jugend, der wird es vermutlich auch in seinem mittleren Lebensalter sein.

Aber auch wenn die Persönlichkeit relativ konstant ist, ist sie nicht vollständig konstant. Auch die Persönlichkeit verändert sich. Auch das zeigt die empirische Forschung. Das wirst du auch selber bemerken, wenn du in deinem eigenen Leben genauer nachschaust. Oft siehst du auch nur einen bestimmten Aspekt deiner Persönlichkeit. Dann müsste man natürlich auch fragen, was ist überhaupt die Persönlichkeit? Man kann sagen, die Persönlichkeit beinhaltet zum einen die potenziellen Fähigkeiten - musikalische, künstlerische, mathematische, organisatorische - oder die Fähigkeit, jemandem zuzuhören. Persönlichkeit beinhaltet des weiteren das Temperament. Du kannst mehr ein feuriges Temperament haben, mehr ein luftiges Temperament, ein erdiges Temperament usw. Es beinhaltet auch, wie stark emotional du bist, oder ob du weniger emotional bist. Es gibt ja inzwischen in der westlichen Psychologie die so genannten „the big five“, um die Persönlichkeit zu bestimmen, aber es gibt auch die alten Klassifikationen nach zyklothymem und anderem Temperament oder den Choleriker, Sanguiniker usw. Es gibt also verschiedene Weisen, Persönlichkeiten einzusortieren.

Natürlich gibt es auch in der Astrologie Persönlichkeitsklassifikationen. Es gibt also bei der Persönlichkeit verschiedene Weisen, sie zu bestimmen oder zu überlegen. Aber je nach den Umständen können andere Aspekte deiner Persönlichkeit in den Vordergrund treten. Tatsächlich ist Persönlichkeit häufig mehr Identifikation als Tatsache. Persönlichkeit ist durchaus fluid. Ich nehme als Beispiel mal die Astrologie. Wenn jemand etwas liest, der vorher von Astrologie keine Ahnung hat, und er liest etwas über sein Sonnenzeichen, er liest z.B. dass er Jungfrau ist, und er liest über Jungfrau, dann wird er meistens sagen: „Ja, es stimmt.“ Und wenn er dann in der chinesischen Astrologie nachschaut, zu welchem Typ er dort gehört, dann wird er auch feststellen: „Ja, das stimmt.“ Und wenn jemand eine andere Typologie bekommt, wird er auch feststellen: „Ja, das stimmt.“ Und selbst wenn die Typologien nicht allzu viel miteinander zu tun haben, wird ein Mensch feststellen: „Ja, das stimmt.“ Denn die Persönlichkeit ist nicht so fest, wie es scheint. Du hast Aspekte von verschiedenen Persönlichkeiten in dir und daher können die verschiedenen Formen der Persönlichkeitszuschreibungen durchaus stimmen, selbst wenn sie sich widersprechen.

Sukadev und Astrologie

Ich habe da selbst einige Erfahrungen gemacht, was für mich auch mal so ein Augenöffner war. Ich habe mich auch schrittweise intensiver mit Astrologie beschäftigt. Zunächst habe ich mich mehr auf das Sonnenzeichen konzentriert. Also, ich bin vom Sternzeichen her erst mal Wassermann. Wassermann ist ein Luftzeichen. Und ich habe da durchaus festgestellt, dass ich ein Wassermann-Temperament habe. Eine gewisse Weite des Geistes, eine Toleranz gegenüber anderen Denkweisen. Ich konnte mich immer schon gut in andere hineinversetzen. Ich habe immer Vieles für möglich gehalten, habe mich gelöst von Scheuklappen, habe eine große Neugier gehabt, und durchaus auch die Fähigkeit, revolutionär zu denken. So habe ich eine Weile gedacht, dass ich bin wirklich eher ein Wassermann bin.

Dann habe ich mich irgendwann mit Astrologie etwas genauer beschäftigt und bin einer Astrologierichtung gefolgt, die Häuser für wichtiger gehalten hat. Das würde jetzt den Rahmen hier sprengen, was heißt Häuser, Sternzeichen und Sonne. Jedenfalls hieß es dann, die Sonne ist im zweiten Haus bei mir, also habe ich gesehen, ah, stimmt auch, ich habe ein Pflichtbewusstsein, ich habe eine Beständigkeit, ich bin auch durchaus ein geerdeter Mensch, ich bin nicht ein Luftikus im Sinne, dass ich das Praktische vergesse. Und ich konnte auch ohne Schwierigkeiten, was vielleicht andere etwas schwerer finden, jeden Tag Meditation üben, die Yoga Asanas und Pranayama. Ich habe eine Zuverlässigkeit, wenn ich etwas verspreche, dann halte ich das typischerweise auch. Also habe ich plötzlich gedacht, ja, stimmt, ich bin eher ein erdiger Typ.

Und dann, irgendwann habe ich mit einem anderen Aspekt der Astrologie beschäftigt, und dann hieß es, dass der Aszendent besonders wichtig ist. Gut, mein Aszendent ist Schütze. Schütze ist ein Feuerzeichen. Und Feuer heißt Enthusiasmus, Begeisterung, heißt auch Kreativität. Ich habe festgestellt, ja, es stimmt, ich bin auch ein enthusiastischer Mensch, ich bin ein begeisterter Mensch, ich kann auch andere begeistern, ich habe ein inneres Feuer, und wenn ich für etwas brenne, dann kann ich mich unendlich dafür einsetzen. Ich kann dann Tag und Nacht mich dafür einsetzen und es bewirken. Und in diesem Sinne würde auch heute ein Ayurvedatherapeut mich meistens als Pitta einstufen, also als einen feurigen Menschen.

Es gibt verschiedene Persönlichkeitsaspekte in einem Menschen

Gut, jetzt ist die Frage, was bin ich von all dem? In Wahrheit bin ich nichts davon wirklich. Ich bin unendliches Bewusstsein. Verschiedene Persönlichkeiten können dabei in unterschiedlichen Kontexten helfen. Persönlichkeiten sind Personas, Masken. Und das unendliche Selbst, also die eigentliche Seele, kann sich durch verschiedene Persönlichkeiten hindurch manifestieren. Man kann auch sagen, es ist wie ein Kostüm. Du kannst nicht jedes Kostüm anziehen, aber du kannst verschiedene Kostüme anziehen. Also angenommen, du hast ein gewisses Übergewicht, dann gibt es bestimmte Formen von Kleidung, die gehen halt nicht. Aber du kannst trotzdem Freizeitkleidung oder formelle Kleidung anprobieren, du kannst etwas lässiger gekleidet sein, du kannst etwas enger Anliegendes anziehen, du kannst etwas Gewagteres anziehen, etwas Konservativeres usw. Also, es geht schon einiges. So ähnlich hast du mit deinem bestimmten Geist und mit deinem bestimmten Karma in diesem Leben verschiedene Aspekte deiner Persönlichkeit, durch die du dich ausdrücken kannst.

Du bist aber nicht auf diese Persönlichkeit begrenzt, und du bist auch nicht diese Persönlichkeit. Und selbst wenn du feststellst, dass du recht beständig bist in deinen Persönlichkeitsmerkmalen, dann bist du immer noch das unsterbliche Selbst. Du drückst dich nur aus über die Persönlichkeit. Angenommen, du kaufst immer die gleiche Automarke, angenommen du bist vielleicht schon in deinen 50er, 60er oder 70er Jahren, auch wenn du immer die gleiche Automarke kaufst, bist du immer noch nicht das Auto. Daher, auch wenn etwas gleichbleibt in dir, bleibst du immer noch das unsterbliche Selbst. Zwei Beispiele, wie die Persönlichkeit, insbesondere die Persönlichkeit, mit der du dich identifizierst, sich doch ändern kann.

Eine traumatische Erfahrung oder auch eine besondere Herausforderung kann deine Persönlichkeit schlagartig ändern. Du kannst durch ein Trauma zusammenklappen und ängstlich werden oder durch ein herausforderndes Ereignis über dich selbst hinauswachsen. Es gibt gerade in dramatischen Lebenssituationen Menschen, die ganz anders werden als vorher. So sei dir bewusst, Persönlichkeit ist Persona, Maske, Ausdrucksmöglichkeit, Möglichkeit zur Erfahrung, und du hast verschiedene Masken, verschiedene Aspekte deiner Persönlichkeit. Du kannst spielerisch damit umgehen. Du kannst eben auch sagen: „So ist meine Persona. So ist meine Persönlichkeit. So habe ich mich schon in der Vergangenheit gesehen, so sehen mich andere. Die Persönlichkeit ist zwischengeschaltet zwischen mich und die Welt, aber ich bin nicht beschränkt auf die Persönlichkeit.“ So bekommst du mehr Gelassenheit.

Selbst wenn du eine feurige Persönlichkeit mit cholerischem Temperament hast, bist du das nicht. Du kannst dich davon innerlich lösen. Dann kannst du auch deine Temperamentausbrüche beobachten, eventuell sogar steuern, sicherlich kannst du dich in der Meditation davon lösen. Und du fällst nicht einem falschverstandenen Authentisch-sein-Anspruch zum Opfer, wo du denkst, du musst immer so sein, wie die Persönlichkeit das nahelegt, mit der du dich identifizierst. Du bist nämlich nicht die Persönlichkeit.

Und vielleicht für dich eine Aufgabe bis zum nächsten Mal: Überlege, wie du dich als Persönlichkeit siehst. Überlege, ob du vielleicht in deinen vergangenen Jahren oder vielleicht sogar Jahrzehnten dich anders gesehen hast als Persönlichkeit im Vergleich zu heute. Überlege, ob andere Menschen dich vielleicht anders als Persönlichkeit sehen. Und denke nicht, dass du zu deiner wahren Persönlichkeit kommen willst, sondern betrachte es eher so, dass du auch verschiedene Persönlichkeiten verkörperst, verschiedene Aspekte deiner Persönlichkeit, so dass du etwas spielerischer mit deinem Temperament, deinem Charakter, deinen Fähigkeiten, deiner Persönlichkeit umgehen kannst, und dass du mehr Möglichkeiten für die Zukunft siehst unddich mehr in der Entwicklung begriffen siehst.

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Persönlichkeit

Eigenschaften im Alphabet nach Persönlichkeit

Literatur

  • Frank De Piano, Ashe Mukherjee, Scott Mitchel Kamilar, Lynne M Hagen, Elaine Hartsman, R. Paul Olson (2002): Religious Theories of Personality and Psychotherapy. East Meets West
  • Li AW, Goldsmith CA, (2012): "The effects of yoga on anxiety and stress." In: Altern. Med Rev. 2012, March, 17(1):21-35.
  • Smith C, Hancock H, Blake-Mortimer J, Eckert K. (2007): "A randomised comparative trial of yoga and relaxation to reduce stress and anxiety". In: Complement Ther. Med. Jun;15(2):77-83. Epub 2006 Jun 21

Weblinks

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