Selbsterkenntnis

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Selbsterkenntnis Was versteht man unter Selbsterkenntnis? Woher stammt das Wort? Wozu ist Selbsterkenntnis hilfreich? Was sind Synonyme (ähnliche Begriffe), was sind Antonyme (Gegenteile) von Selbsterkenntnis? Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, des eigenen Charakters, gehört zu den wichtigen Aufgaben eines Menschen. Dazu will auch dieser Artikel dich animieren. Selbsterkenntnis bedeutet sich über sich selbst klar zu werden. Ein Sprichwort sagt: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

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In der Psychologie ist Selbsterkenntnis das Verstehen der eigenen Fähigkeiten, der eigenen Gefühle und Motive. Im Yoga gibt es die relative und die absolute Selbsterkenntnis: Die relative Selbsterkenntnis ist die Kenntnis seiner Selbst im körperlichen, energetischen, emotionalen und psychologischen Kontext. Die absolute Selbsterkenntnis, Atma Jnana, ist die höchste Erkenntnis des eigenen Selbst, gleichbedeutend mit der Erleuchtung.

Selbsterkenntnis heißt sich selbst zu erkennen. Es gibt die niedere und die höhere Selbsterkenntnis: In der niederen, der praktischen, Selbsterkenntnis, erkennt man sein Stärken und Schwächen. Man lernt so, realistisch mit sich selbst umzugehen und an sich zu arbeiten. Die höhere Selbsterkenntnis, Atma Jnana, ist die philosophische Selbsterkenntnis: Die Erkenntnis des Wahren selbst. Die Selbsterkenntnis in diesem Sinn ist die Antwort auf die Frage: Wer bin ich? Selbsterkenntnis in diesem Sinn hat die gleiche Bedeutung wie Selbstverwirklichung, Atma Sakshatkara.

Swami Sivananda: Schritte zur Selbsterkenntnis

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Oft will der Mensch den Geschmack eines Gerichtes kennen, ehe er es überhaupt probiert hat; er will schwimmen lernen, ohne ins Wasser zu müssen! Theorie ist keine Erfahrung; und, natürlich enttäuscht, wendet er sich von der Wahrheit ab, auf den Pfad von ziellosem, zwecklosem, animalischen Leben. Der Mensch ist das Abbild Gottes; und dies ist heute genauso wahr wie es zu biblischen Zeiten war, im vedischen Zeitalter. Wahrheit ändert sich nicht; das ist das Kriterium der Wahrheit. Die Suche nach dieser Wahrheit ist außerdem ewig und immer neu. Im Herzen jedes Individuums gibt es die Sehnsucht, die Wahrheit zu kennen. Aber die Wahrheit zu kennen heißt, sie zu erleben, nicht bloß, sie mit dem Intellekt zu verstehen. Letzteres ist eine Station auf dem Weg, nicht das Ziel.

Der Mensch will sich kennen, sich erkennen. Er will die Welt um sich herum verstehen. Er will erforschen, was hinter allem liegt, in Raum und Geist. In ihm ist ein unstillbarer Hunger nach WISSEN. Er formt die Instrumente, mit denen er dieses Wissen erlangen kann. Er ist mit keinem langfristig zufrieden. Welchen Nutzen haben äußere Instrumente und Gerätschaften? Sie sind nichts als Unterstützung, oft schlechte Unterstützung, seiner eigenen inneren Intelligenz!

Die Psychologie versucht das „Innere“ des Menschen zu analysieren. Diejenigen, die sich tief genug hinein wagen, sind von der Größe dieses inneren Feldes erschüttert. Diejenigen, die an der Oberfläche kratzen, stochern im Dunkeln. Der Mensch, der wahre Mensch, bleibt unbekannt. Die kleinen Hände eines Babys können kein Buch halten, noch kann ein ungelernter Geist es lesen. Der kleine, begrenzte, schwache, unreine Intellekt kann das unendliche, strahlende Selbst des Menschen nicht erkennen. Ein schmutziger Spiegel, dick mit dichtem Ruß bedeckt, kann dein Gesicht nicht reflektieren. Des Menschen unreines Herz, voll beladen mit den subtilen Impressionen zahlloser Leben ungöttlichen Lebens, kann nicht auf einmal die Göttlichkeit erkennen lassen, die in ihm eingeschlossen ist.

Selbstreinigung

Eines nach dem anderen. Entferne den Ruß und reinige den Spiegel, anstatt diesen zu verdammen oder zu erklären, dass es unmöglich sei, seine eigene Reflektion im Spiegel zu sehen. Reinige das Herz von allen Rückständen, von allen angesammelten Unreinheiten, mit der Bürste der Reinheit, der Liebe und des spirituellen Strebens. Lasse das Baby zum Jugendlichen heranwachsen und sich bilden, ehe das Buch des Lebens in seine Hände gegeben wird. Der Mensch sollte seiner Bestialität entwachsen, sollte selbst seiner menschlichen Natur entwachsen und göttlich werden; er muss in der Kunst und Wissenschaft des Yoga oder göttlichen Lebens geschult werden, ehe er seine wesentliche göttliche Natur verstehen und erkennen kann.

Die alten Weisen, die Pioniere bei der Entdeckung der Seele des Menschen, haben erkannt, welche Ausrüstung der Sucher nach Wahrheit benötigt, und welches vorhergehende Training und welche Disziplin unabdingbar ist, wenn er die Wahrheit erkennen möchte. Diese zu ignorieren bedeutet die Freude der Selbstentdeckung zu verlieren.

Jede Religion der Welt, jede Schule für religiöse Gedanken, jeder Heilige oder Prophet hat betont, dass der Mensch sein Herz reinigen muss, in Selbstlosigkeit und Selbstbeherrschung, Wahrhaftigkeit, Demut und Reinheit wachsen muss, ehe er wirklich, wahrhaftig und erfolgreich nach Wahrheit suchen kann. Aber der Mensch, stolz auf seine Entdeckungen und Erfindungen auf materieller Ebene und nicht willens, das Tier in ihm aufzugeben, versucht voller Eitelkeit den Geist mit seinen materiellen Instrumenten zu erforschen, und wenn diese ihn nicht finden, erklärt der Mensch, er würde nicht existieren!

Glaube

Doch die Wahrheit leidet nicht unter solch kindlicher Leugnung. Es ist der Mensch selbst, der leidet. Elektrischer Strom hört nicht auf, durch ein funktionierendes Kabel zu fließen, nur weil ein unwissender Mensch ihn leugnet; der törichte Mensch jedoch bekommt den Schlag, wenn er das Kabel berührt. So wird der unwissende Mensch, der Gott leugnet, der die Seele leugnet, der die Existenz von allem leugnet, außer der groben, "soliden" Welt der Materie, rüde davon aufgeschreckt, dass es mehr als das gibt. Sei es durch eine unvorhergesehene Katastrophe oder durch ein unerwartetes Ereignis in seinem eigenen Leben oder in einem der Leben, die ihn umgeben. Hätte er darauf warten sollen, dass das passiert? Hätte er dem warnenden Finger, der in den heiligen Schriften erhoben wird, keine Aufmerksamkeit schenken sollen?

Dies ist dann die erste und wichtigste Voraussetzung. Glauben an die Weisheit der ‘Männer Gottes’, die durch ihr eigenes strahlendes Beispiel, und durch ihre eigene flammende Abkehr von der Welt der Materie und durch Geringschätzung materieller Freunden und Besitztümern, still die Wahrheit lehrten: "Die Welt ist vergänglich; erhebe dich über sie und trete ein ins ewige Königreich Gottes."

Aneignung von Tugenden

Hat man den Glauben an die Männer Gottes gefunden, sollte man sich mit dem grundsätzlichen ausstatten: tugendhafte Eigenschaften. Tugend ist Gift für den bösartigen Geist! Der Geist wird sich auflehnen. Glauben ist der Stab, der ihn bezwingen wird; Hingabe ist die Peitsche, die ihn zur Ruhe bringt; das Schwert des Strebens wird ihn niederschlagen.

Die Sporthalle, der Sportplatz und andere Orte dienen ihm zur Arbeit am Körper. Genauso muss er, wenn er einen starken und gesunden Geist haben möchte, von den Menschen der Weisheit und des Lernens lernen; er muss darüber nachdenken, was er gelernt hat. Er muss verstehen und angleichen. Wenn er seine Tugenden ausbaut, wenn sein Herz größer wird, muss er sich in den Bereich des Dienens begeben, und sich für selbstlosen, egolosen, unermüdlichen Dienst an der Menschheit engagieren. Auf dem Gebiet dieses Dienens wird er sich mit seiner eigenen inneren Natur konfrontiert sehen, und, wenn er aufrichtig und introspektiv ist, wird er wissen, an welchen Tugenden es ihm mangelt und welche Bösartigkeiten in ihm lauern. Ohne der Verzagtheit oder Niedergeschlagenheit nachzugeben, wird er sich daran machen, die Laster auszumerzen und die Tugenden zu kultivieren.

Verwurzelt in Glauben und Hingabe, mit wachsenden Tugenden, wird auch die Vision der Wahrheit in ihm immer deutlicher wachsen. Er wird wahrnehmen, dass der Körper nur die äußere Hülle ist, so wie die Kleidung, die er trägt, dass der Geist selbst ein dünner Schleier ist, der das innere Licht verhüllt, daraus aber seinen eigenen Glanz erhält, und dass außerhalb von Körper und Geist, als Basis von allem das Selbst oder die Wahrheit in seinem Herzen wohnt. Er wird erkennen, dass damit alles eine Wichtigkeit von Wert erhalten kann; aber ohne nichts einen Wert hat.

Sinn für Moral

Aber der Reihe nach. Diese Erkenntnis ist nur möglich, wenn der Suchende Selbstkontrolle und göttliche Tugenden bewiesen hat. Der Sinn für Moral muss fest in ihm verankert sein. Dies erreichen wir am besten, indem wir der Jugend Sinn für Moral beibringen. Das ist die beste Zeit, um den Samen für ethischen Idealismus, Sinn für Moral und Gerechtigkeit zu säen. Die jungen Männer und Frauen an unseren Schulen und Universitäten müssen die Grundlagen von Moral und Ethik lernen. Diese wurden wunderschön in folgendem Sprichwort zusammengefasst: "Anderen zu helfen und zu dienen ist Tugend; anderen zu schaden ist Sünde." Dieser Gedanke muss in den Herzen aller unserer Studenten vorhanden sein. Dann und nur dann können wir hoffen, dass von unseren Universitäten gute und edle Bürger kommen, auf die wir, die Nation und die ganze Welt stolz sein wird.

Unter solchen Bürgern werden der edle Patriot, der große Sozialarbeiter, der Weise und der Mensch Gottes zu finden sein. Denn ist die Grundlage moralischen Lebens einmal wirklich gelegt, wird das innere spirituelle Streben jeden Suchenden richtig auf den Pfad des Yoga führen, zum großen Ziel der Selbsterkenntnis. Lasst uns also der Reihe nach um die Dinge kümmern.

Originaltext

Kultivierung von Selbsterkenntnis

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Selbsterkenntnis kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Selbsterkenntnis stärker werden lassen in dir. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Selbsterkenntnis mehr zum Ausdruck zu bringen.
  • Du kannst z. B. den Entschluss fassen: "Während der nächsten Woche will ich Selbsterkenntnis stärken, stärker zum Ausdruck bringen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein selbsterkennenderer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Selbsterkenntnis ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z. B.: "Ich entwickle Selbsterkenntnis ".
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z. B.: Ich bin selbsterkennend ".

Affirmationen zum Thema Selbsterkenntnis

Hier einige Affirmationen für mehr Selbsterkenntnis. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Selbsterkenntnis

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin selbsterkennend

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin selbsterkennend. Om Om Om.
  • Ich bin ein Selbsterkennender, eine Selbsterkennende OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Selbsterkenntnis

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin selbsterkennend " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Selbsterkenntnis
  • Ich werde selbsterkennend
  • Jeden Tag werde ich selbsterkennender
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Selbsterkenntnis

Dankesaffirmation für Selbsterkenntnis :

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag selbsterkennender werde.

Wunderaffirmationen Selbsterkenntnis

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr selbsterkennend. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Selbsterkenntnis entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr selbsterkennend zu sein.
  • Ich bin jemand, der selbsterkennend ist.

Gebet für Selbsterkenntnis

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Selbsterkenntnis :

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Selbsterkenntnis.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein selbsterkennender Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Selbsterkenntnis mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Selbsterkenntnis zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Selbsterkenntnis zu entwickeln?
  • Wie könnte ich selbsterkennend werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Selbsterkenntnis
  • Angenommen, ich will selbsterkennend sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre selbsterkennend, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Selbsterkenntnis kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als selbsterkennender Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Meditation des inneren Schlosses – für Selbsterkenntnis, Selbstfindung und Lebensorientierung

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Meditationsanleitung von Swami Nirgunananda

In dieser Meditation kannst du durch die verschiedenen Lebensräume und Ebenen deines Wesens hindurchgehen. So kann diese Meditation dir helfen, dich besser kennenzulernen oder Hinweise für dein weiteres Vorgehen und deine Lebensplanung zu bekommen, wenn du dich beispielsweise in einer Umbruchsituation befindest oder dich neu orientieren willst. Schließe sanft die Augen. Wenn du willst, sprich ein Gebet oder bitte um Segen und Führung für diese Meditation. Du kannst dir jetzt vorstellen, dein Inneres ist wie ein wunderschönes Schloss – mit ganz vielen prachtvollen wunderschönen Räumen. Wenn dir Visualisierungen leicht fallen, male dir die Räume alle wunderschön, in den schönsten Farben, aus. Oder stelle dir einfach in Gedanken vor, du betrittst der Reihe nach verschiedene Türen.

Gehe also durch dein Schloss hindurch – vielleicht siehst du eine prachtvolle Halle oder einen Flur mit vielen Türen. Vielleicht haben die Türen Überschriften, die zu deinen verschiedenen Lebensräumen, den verschiedenen Ausprägungen und Aspekten deines Lebens und deines Wesens gehören: Zum Beispiel die Tür der Partnerschaft/Beziehung, die Tür der Familie, die Tür des Berufs, die Tür deiner Freizeit, die Tür eines bestimmten Gedankens oder einer Gruppe von Gedanken, die Tür eines bestimmten Gefühls oder einer Gruppe von Gefühlen, usw.

Öffne langsam eine Türe nach der anderen. Verweile eine Weile in dem Raum, schaue dir an, was er birgt. Nach einer Weile verlässt du den Raum wieder, schließt die Tür hinter dir und betrittst den nächsten Raum. Manche Räume sind vielleicht wunderschön, harmonisch eingerichtet, voller Licht und Helligkeit, du verweilst gerne darin und fühlst dich wohl. Andere Räume sind vielleicht eher dunkel und staubig – vielleicht fängst du an, dort die Fensterläden zu öffnen und Licht und Luft hereinzulassen. Vielleicht fängst du an, ein bisschen Staub zu entfernen. Oder du machst die Türe einfach wieder zu, wenn es noch nicht an der Zeit ist, dich mit diesem Raum zu beschäftigen. Es mag auch Räume geben, die stehen voller Gerümpel – vielleicht entschließt du dich jetzt, sie ganz oder teilweise zu entrümpeln.

Gehe so in Ruhe durch die Kammern deines inneren Schlosses – absichtslos, genießend, wahrnehmend. Und vielleicht kommt dabei die eine oder andere Erkenntnis oder Intuition, was du vielleicht in deinem Leben noch vertiefen möchtest, in welchem Lebensraum du dich gern mehr und länger aufhalten möchtest. Und welchen Raum du gern lüften und entrümpeln oder auch erst mal einfach zuschließen möchtest.

10 - 15 Minuten Stille.

Zum Schluss gehe jetzt ganz nach innen, in die innerste Kammer, die Schatzkammer, das Heiligtum deines Schlosses. Hier ist alles ganz still, eine wunderbare beruhigende, heilige, heilende Atmosphäre. Und du weißt: Hierher, in die innerste Kammer deines Schlosses kannst du dich jederzeit zurückziehen, Kraft, Stärke, Ruhe und Frieden finden und auftanken. Verweile einige Momente in dieser heiligen Stille im Innersten. Om, Om, Om

Diplomarbeit: Training der Selbsterkenntnis durch Spiritualität?

Ein Artikel von Martin Stadie aus dem Yoga Vidya Journal Nr. 30, Frühling 2015

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2014 ist Martin Stadie an den Berufsverband Yoga Vidya herangetreten und hat uns um Unterstützung bei seiner Masterarbeit gebeten. Die Ergebnisse und auch seinen Erfahrungsbericht wie es ihm hier im Yoga Vidya Seminarhaus Bad Meinberg ergangen ist, kannst du im nachfolgenden Artikel nachlesen:

Hast du auch manchmal den Eindruck, dass dir bei wichtigen Entscheidungen dein Herz oder Bauch das eine sagen und dein Verstand aber zu etwas ganz anderem rät? Hier erfährst du, wie du deine Selbsterkenntnis unterstützen kannst und wie sie von Spiritualität profitiert.

Viele von uns kennen solche Konflikte zwischen Kopf und Herz. Ich z. B. kenne sie im großen Stil, als ich mich für eine Uni entscheiden wollte. Psychologie in Berlin oder Trier? Gar nicht so viel später, nachdem ich mich mit einigem Hin und Her zwischen den beiden Kräften in mir irgendwie für Trier entschieden hatte, stieß ich in einer Vorlesung darauf, dass zu diesem Problem sogar in der wissenschaftlichen Psychologie geforscht wird. Das Schlagwort heißt „Motivkongruenz“ und meint, wie groß die Harmonie zwischen dem ist, was der Kopf und der Bauch jeweils im Leben eines Menschen wollen. Wow, genau mein Ding! Ich bezeichne sie auch mit „Selbsterkenntnis“ oder „Herz-Kopf-Harmonie“. Je mehr man davon hat, desto besser für Wohlbefinden und Gesundheit! Ich blieb für Jahre fasziniert.

Wie kann ich die Herz-Kopf-Harmonie trainieren?

So lernte ich interessante Methoden, wie man diese Herz-Kopf-Harmonie bzw. Selbsterkenntnis diagnostizieren, steigern und sogar im Coaching und in der Psychotherapie anwenden kann. Beispielsweise wurde gezeigt, dass sie sich durch Imaginationen und Visionen steigern lässt. Man malt sich z. B. in einer Entscheidungssituation räumliche Gegebenheiten, die mit ihr verbundenen Handlungen und andere Konsequenzen bildlich detailliert aus und stellt sich vor, wie sich der Körper beim Erleben der Situation anfühlt. Dabei ist besonders sinnvoll, speziell auf Gefühle von Freude, Flow, Glücklichsein und Stärke zu achten, da sie besonders gut die Harmonie von Kopf und Herz signalisieren. Das Erleben von Entspannung, Schulung des Körpergefühls und selbstbestimmtes (statt von anderen beeinflusstes) Handeln begünstigen ebenfalls, dass der Kopf über die Vorlieben des Bauches informiert ist. Fühlt man sich schon zerrissen, dann hilft über emotionale Erlebnisse zu sprechen – man kommt wieder zu sich „selbst“. Wenn du ein motivkongruentes Ziel suchen willst, kannst du auf deine Körpersprache achten: Sobald du und andere bei dir körperliche Zeichen von Zufriedenheit entdecken in Form von Lächeln, Lachen, eine Veränderung der Körperhaltung, Atmung oder Mimik, die eine Art „inneres Strahlen“ vermitteln, dann hast du es gefunden! Glücklicherweise hatte ich auf der Suche nach meiner Traum-Uni und -stadt einige dieser Tricks damals intuitiv angewandt und blieb die ganze Zeit über meine Wahl glücklich. Und jetzt war auch noch die Wissenschaft auf meiner Seite!

Einfluss von Spiritualität und Yoga auf die Herz-Kopf-Harmonie?

Es gibt Menschen, die unter Stress ihre Herz-Kopf-Harmonie verlieren, da sie Stress nur schwer selbstgesteuert herabregulieren können. Sie werden als Lageorientierte bezeichnet. Leute,die gut mit Stress umgehen können, nennt man handlungsorientiert. Sie behalten unter Stress die Harmonie zwischen den zwei Instanzen. Jedoch las ich auch Befunde, dass sich Verbundenheitsgefühle gegenüber anderen Menschen auf Lageorientierte unter Stress positiv auf ihre Selbsterkenntnis auswirkten. Damit kam mir die Idee für meine Diplomarbeit: Ich stellte die Hypothese auf, dass auch spirituelle Verbundenheitsgefühle positive Auswirkungen auf Lageorientierte unter Stress haben könnten. Die Herz-Kopf-Harmonie sollte bei dem Gefühl von (spiritueller) Verbundenheit mit sich, mit anderen Menschen, mit der Umgebung oder mit etwas Trans- zendentem bzw. Gott nicht mehr zusammenbrechen. Außerdem fiel mir die frappierende Ähnlichkeit der eben beschriebenen Techniken und weiterer mit dem ganzheitlichen Yoga auf.

Meine Untersuchung

Meine Überlegungen wollte ich testen und somit war aus einer bloßen Abschlussarbeit ein Herzenswunsch geboren. Ich bat Yoga Vidya um die Möglichkeit der Realisierung. Schließlich begannen im August 2014 drei geniale und arbeitsreiche Wochen: Mein Tischchen und ich bildeten im Foyer der Chakra-Pyramide in Bad Meinberg Ablenkung beim Warten an der Rezeption sowie eine Möglichkeit zur Bilanzverbesserung des eigenen Karma-Yogas. Nicht ganz, denn eine Person konnte auch etwas gewinnen, nämlich eine Yoga Ferienwoche oder den Gegenwert von 234 €. Etwa 600 Gespräche dürfte ich mit Gästen geführt haben, meistens kurze. 237 Fragebögen verteilte ich, 158 kamen zurück und 113 in die Auswertung.

Vereinfachte Ergebnisse meiner Arbeit

Es zeigte sich statistisch, dass sich Leute mit stärker ausgeprägten spirituellen Überzeugungen im Alltag etwas weniger gestresst fühlten (Korrelation r = - 0,21) und generell eher zu Handlungsorientierung neigten (r = 0,48), sprich gut und schnell Stress bewältigen. Außerdem fand sich vor dem Yoga-Aufenthalt die höhere Selbsterkenntnis der Handlungs- gegenüber den Lageorientierten unter Stress. Lageorientierte zeigten dagegen unter Entspannung eine höhere Herz-Kopf-Harmonie. Einen Einfluss von Spiritualität gab es entgegen meiner Hypothese vor dem Aufenthalt nicht. Allerdings veränderte sich nach etwa vier Tagen Yoga-Aufenthalt das Bild: Hoch spirituell Lageorientierte unter Stress wiesen nun höhere Übereinstimmungen zwischen Kopf und Herz auf als die nicht spirituell Lageorientierten sowie alle Handlungsorientierten. Gemäß meiner Hypothese brach also bei ersteren mit hoher Spiritualität trotz hohem Stress die Harmonie zwischen den zwei Entscheidungsinstanzen Herz und Verstand nicht zusammen. Für Handlungsorientierte spielte Spiritualität unter hohem Stress keine Rolle für die Harmonie. Aber unter Entspannung war Spiritualität für sie vorteilhaft, dagegen für Lageorientierte klar von Nachteil.

Fazit: Kombiniere Spiritualität & Yoga

Warum ein Unterschied zwischen der Zeit vor und nach dem Aufenthalt bestand, ist spekulativ. Das Ergebnis kam vor allem durch die Gäste mit wenig bis keiner Yogaerfahrung zustande. Also ist der Yoga-Aufenthalt die plausibelste Erklärung: Nicht nur das Wissen um die eigene Spiritualität sondern das zusätzliche Praktizieren von Spiritualität, z. B. in Form von Yoga oder Ähnlichem, könnten hilfreich sein für die Aufrechterhaltung der Herz-Kopf-Harmonie unter Stress. Regelmäßiges Yoga im Beisein spiritueller Gefühle gleicht eventuell langsam die Selbsterkenntnis der Lage- an die Handlungsorientierten an.

Heinrich Zimmer über Selbsterkenntnis

Reflektion des Indologen Heinrich Zimmer aus seinem Buch "Der Weg zum Selbst" 1944 erschienen im Rascher Verlag Zürich

»Selbsterkenntnis ist ein leichtes Ding«, schrieb einmal ein Schüler, »denn das Selbst ist Sein, und nichts kann so wirklich sein wie das,« Der Schüler legte sein Wort dem Erhabenen Shri Ramana Maharshi vor und bat ihn, einen Sang zu schreiben, der mit diesen Worten anfinge, »Selbsterkenntnis ist ein leichtes Ding, — das leichteste aller Dinge.

Das Selbst ist etwas, das ganz wirklich ist, — auch für einen einfachen Menschen. Man könnte sagen: eine Frucht in der offenen Hand ist ein Trug im Vergleich zu ihm. Das Selbst, das als Sonne im Herzen strahlt, ist wirklich und alldurchdringend. Es offenbart sich, sobald falsches Vorstellen zerstiebt und kein Flecken bleibt. Denn dieses Vorstellen ist der Grund, daß wahnhafte Gestalten erscheinen: Welt und Ich, die so wirklich dünken wie das Selbst, das wahrhaft dauert, wandellos und wahr. Leuchtet das Selbst auf, so zerstiebt das Dunkel; Leid vergeht, Seligkeit bleibt allein,

Die Vorstellung »ich bin der Leib« ist der Faden, an dem Vorstellungen aller Art wie Perlen aufgereiht sind. Tauchst du aber tief hinab mit dem Fragen: wer bin ich und woher? — so schwinden die Vorstellungen, und das Wissen vom Selbst bricht strahlend auf als »ICH-ICH« in der Höhle des Herzens, Das ist Himmel, Stille, Stätte der Seligkeit. Was hilft es, um alles und jedes zu wissen und nicht um das Selbst? Was bleibt zu erkennen für einen, der das Selbst erkannt hat? Wer in sich das Selbst als wirklich erfährt, das einzige, aus sich selber leuchtende Eine in Myriaden von Selbsten, dem strahlt das Licht des Selbst von Innen, Das ist wirkliche Entfaltung der Gnade, Ende des Ich und Anfang höchster Seligkeit.

Um die Bande des Schicksals samt ihrer Verwandtschaft zu lösen und sich vom grauenvollen Kreislauf durch Geburten und Tode zu erlösen, ist dieser Pfad ungleich leichter als andere. Darum halte dich still und heiß Zunge, Gemüt und Körper schweigen. Dann wird das aus sich selber Leuchtende in dir aufgehen, Das ist das höchste Erlebnis. Alle Furcht vergeht. Das ist das uferlose Meer vollkommener Seligkeit.

'Annamalai', das unübersteigbare Gebirge, das Eine Jenseitige in uns, ist das Auge hinter dem Auge des Gemüts. Es gewahrt das Auge und alle Sinne, die ihrerseits das Firmament erhellen und alle Elemente rings, Es ist das geistige Firmament, vor dem das Firmament des Gemüts zur Erscheinung kommt, Es leuchtet innen im Herzen, das aller Regung und Gedanken bar ist, und bleibt vor dem stäten ruhenden Blick nach innen als ES. Annamalai selbstleuchtend strahlt, doch Gnade des Meisters ist vor allem not. So ergib dich gläubig dem Selbst, und Seligkeit wird dein Teil sein.«

Rückenschmerzen als Hilfe zur Selbsterkenntnis

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Wenn du Rückenschmerzen hast, dann wirst du vielleicht auch überlegen: „Was haben die Rückenschmerzen mit meiner Psyche zu tun?“ Du überlegst: „In welcher psychischen Situation werden die Rückenschmerzen stärker?“ Du überlegst: „Wann werden sie schwächer?“ All das ist eine Sache der Selbsterkenntnis. Oft kommst du nicht sofort zu einem Schluss, oft musst du das eine oder andere überlegen und du überlegst: „Was ist mir wichtig? Was sind meine Eigenschaften? In welchen Situationen entwickle ich Rückenschmerzen?“ In diesem Sinne können Rückenschmerzen eine Hilfe sein zu Selbsterkenntnis.

Und manchmal hilft es auch bei Rückenschmerzen, einen oder zwei Gänge zurückzufahren und mehr zu überlegen: „Rückenschmerzen sind ein Mittel zur Selbsterkenntnis. Was wollen mir die Rückenschmerzen sagen?“ Es kann sein, dass sie dir nichts Besonderes sagen wollen oder vielleicht sagen sie dir einfach nur: „Auch du kannst mal lahmgelegt werden, auch bei dir geht es nicht immer nur gut.“ Das kann die Botschaft der Rückenschmerzen sein. Nicht immer sind die so großartig, aber vielleicht erfährst du auch mehr. Rückenschmerzen können dir zur Selbsterkenntnis helfen, nimm sie als solches an. Und du kannst auch einfach zu deinen Rückenschmerzen sprechen und sagen: „Zu welcher Selbsterkenntnis wollt ihr mir verhelfen?“

Selbsterkenntnis - Antonyme, Synonyme und andere Persönlichkeitsmerkmale

Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Selbsterkenntnis in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Selbsterkenntnis - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Selbsterkenntnis, also Synonyme zu Selbsterkenntnis sind z. B. geistige Klarheit, Selbstwahrnehmung, Einsicht, Erleuchtung.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Selbsterkenntnis übertrieben kann ausarten z. B. in falsche Selbstwahrnehmung, Einbildung, Trugbild. Daher braucht Selbsterkenntnis als Gegenpol die Kultivierung von Gnade, Wissen, Wahrheit, Verbundenheit.

Gegenteil von Selbsterkenntnis - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Selbsterkenntnis, Antonyme zu Selbsterkenntnis :

Selbsterkenntnis Antonyme auf einen Blick

Antonyme Selbsterkenntnis, also Gegenteile, sind Gnade, Wissen, Wahrheit, Verbundenheit, Unwissenheit, Unkenntnis, Unverstand, Nichtwissen.

Selbsterkenntnis und die großen Temperamentgruppen

Multimedia

Beständigkeit der Selbsterkenntnis - Bhagavad Gita XIII 11

Was ist das Ziel deines Lebens. Lesung und Kommentar von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

Aus Selbsterkenntnis kommt die Erfahrung des Höchsten. - Bhagavad Gita V 16

Dein Bewußtsein ist Gott. Lesung und Kommentar von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

Siehe auch

Weblinks

Seminare

Yoga und Meditation Einführung

25. Mai 2017 - 28. Mai 2017 - Yoga und Meditation Einführung
Ideal zum Entspannen und Aufladen mit neuer Kraft und Positivität. In diesen Tagen erhältst du eine Einführung in die zahlreichen Aspekte des Yoga und der Meditation. Erfahre Yoga und Meditation…
Ramashakti Sikora,
26. Mai 2017 - 28. Mai 2017 - Yoga und Meditation Einführung
Ideal zum Entspannen und Aufladen mit neuer Kraft und Positivität. In diesen Tagen erhältst du eine Einführung in die zahlreichen Aspekte des Yoga und der Meditation. Erfahre Yoga und Meditation…
Ramashakti Sikora,

Meditation

26. Mai 2017 - 28. Mai 2017 - Spirituelle Tiefe und Vielfalt - Jubiläumsseminar mit Sukadev und der Yoga Vidya Family
Ein einzigartiges spirituelles Highlight: Erlebe Sukadev und langjährige Yoga Vidyaner ganz persönlich und ganz nah! Zum Jubiläum teilen Sukadev, Shivakami, Swami Nirgunananda und Keshava ihr Wi…
Keshava Schütz,Sukadev Bretz,Swami Nirgunananda,Shivakami Bretz,Narendra Hübner,
02. Jun 2017 - 04. Jun 2017 - Achtsame Yogapraxis als Weg in die Ruhe
In diesem Seminar ist alles was du tust eine Übung in Achtsamkeit. Wenn du Yoga-Asanas und Pranayama übst tust du dies mit Bedacht, langsamer als üblich. Wenn wir miteinander im Schweigen essen,…
Radhika Nosbers,