Evolution

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Evolution ist in der Biologie die Veränderung der ererbten Eigenschaften von Arten über mehrere Generationen. Evolutionäre Prozesse bewirken Vielfalt in allen Bereichen biologischer Organisation; sie wirken sich auf Arten, individuelle Organismen und Moleküle wie die DNA und Proteine aus. Die yogische Sicht auf die Evolotuion beruht auf der Sankhya Philosophie. Demnach ist die Prakriti der Ursprung aller "stofflichen und psychischen Erscheinungsformen" [1].

Die Evolution des Pferdes

Wie in einem Samen, der alle Informationen zur Entstehung von Leben in sich trägt, ruht in der Prakriti das Potential für die Entwicklung jeglicher Manifestation. Die Sankhya Philosophie basiert also auf der Annahme, dass alle reellen Vorkommnisse grundsätzlich nur von etwas in Erscheinung treten, das ohnehin im Vorhinein vorgesehen war. Eine weitere yogische Sichtweise auf die Evolution stammt aus einer Vision von Sri Aurobindo, einem Vertreter des Integralyogas.

Demzufolgen beinhaltet die evolutionäre Entwicklung das sukzessive Erwachen des Geistes. Der Geist wird allmählich bewusst. Eingebettet in der Materie entfaltet und entwickelt er sich in einem unendlich langem Vorgang. Der Geist ist in allem enthalten, selbst in einem Stein. Wobei er hier eine unbewusste Erscheinung einnimmt, erwacht er in Pflanzen und Tieren zum Leben. So sucht er eine zunehmend differenzierte Expression in den diversesten Offenbarungen. Eine hinzukommende mentale Stufe, die das Bewusstsein über das Denken beinhaltet, wird beim Menschen durch die Evolution hervorgebracht, beziehungsweise erarbeitet.

So besitzt der Mensch die Fähigkeit, über sich selbst und seine Absichten im bewussten Zustand nachzudenken. Das Mentale kann jedoch die Wahrheit nur eingeschränkt erfahren und wiedergeben, weil es noch ein Teil der Unwissenheit darstellt. Laut Sri Aurobindo ist bei der menschlichen Entwicklung noch mit weiteren Stufen zu rechnen. Diese werden ihn zu einem gotteserkennenden Bewusstsein der Einheit bringen.

Aus dieser Gnosis entspringend wird er demzufolgen in völliger Harmonie mit seiner höchsten Wahrheit leben und diese entfalten. Der Unterschied der verschiedenen philosophischen Sichtweisen auf die Evolution besteht darin, dass aus der Sicht des Advaita, dass Entwicklungen und Veränderungen der materiellen Welt als Illusion gesehen werden, aus der Perspektive von Sankhya und Yoga aber als real betrachtet werden. Das Gleiche gilt für die Erscheinungswelt.

Yoga und (naturwissenschaftliche) Evolution

Artikel von Narada, Dr. Christian Brehmer, Futurologe und Yogalehrer, erschienen im Yoga Vidya Journal Nr. 15, Frühjahr 2006

Mönch der japanischen Solo-Tradition

Yoga ist eine Erfahrungswissenschaft. Yoga kennt das wissenschaftliche Konzept der Evolution, einer langsam fortschreitenden Entwicklung hin zu "höheren" Formen, zumindest im geistig-spirituellen Sinne: Die Entwicklung des Bewusstseins! Yoga-Übende, Meditierende werden deshalb auch als evolutionäre Wegbereiter eines kommenden, "bewussteren" Zeitalters angesehen.

Aber auch das Wissen um involutive/evolutive Prozesse in der Natur findet sich z. B. in der Bhagavad Gita: Die Natur selbst wird dort sowohl als Ursache wie auch als Ergebnis aller Evolution und Involution verstanden; eine sehr "moderne", wissenschaftliche Sicht der Dinge, lässt man das yogische Konzept des unvergänglichen Brahman hinter allen Erscheinungen sowie des unvergänglichen Selbst jenseits allen Handelns und Wirkens einmal unberücksichtigt. Denn dies wäre auch heute noch, trotz der Erkenntnisse von Einstein, Heisenberg usw., eher "Metaphysik" und nicht Naturwissenschaft.

Gott wissenschaftlich beweisen zu wollen macht keinen Sinn; moderne wissenschaftliche Erkenntnisse nur deshalb in Frage zu stellen, weil sie sich mit dem eigenen Weltbild und Selbstverständnis nicht zusammenfügen lassen, aber auch nicht. Man sollte generell sehr zurückhaltend damit sein, visionäre Erkenntnisse alter Rishis und moderner Wissenschaftler bewertend vergleichen zu wollen. Beide könnten sich "geirrt", beide könnten "Recht gehabt" haben. Zu unterschiedlichen Zeiten mag es unterschiedliche Wahrheiten geben, und unterschiedliche Ebenen des Bewusstseins bedingen unterschiedliche Erkenntnisse.

Es spricht auch nichts dafür, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse früherer Zeitalter per se dauerhafter, besser, wahrer sind als diejenigen der Jetztzeit, oder umgekehrt! Und vermutlich machte es wenig Sinn, alle Aussagen z. B. der Rishis heute wissenschaftlich beweisen zu wollen. Es würde nur Verwirrung stiften, Chaos, das Gegenteil von Yoga. Wie man sich selbst damit aufs Glatteis führen könnte, möchte ich kurz an einem Beispiel zeigen: Noch zu Zeiten von Charles Darwin, einem der Begründer der Evolutionsforschung Mitte des 19. Jahrhunderts, gingen auch die angesehensten westlichen Wissenschaftler davon aus, dass unsere Erde einige Tausend, höchstens vielleicht einige Zehntausend Jahre alt ist. Yogische Schriften rechneten damals schon seit fast 2.000 Jahren mit dem, was heute "Geologische Zeit" genannt wird: in Jahrmilliarden seit Entstehung der Erde.

Heute setzt die westliche Wissenschaft das Erdalter mit etwa 4.5 Milliarden Jahren an. Überträgt man nun die Visionen vedischer Rishis über Yugas (Zeiträume) auf unsere moderne Zeitskala, beträgt ein Tag Brahmas, also eine komplette Entfaltung der Schöpfung, wenn ich richtig gerechnet habe 4.32 Milliarden Jahre! - Verblüffend, oder? Jetzt könnte man also denken: Die Rishis haben eben schon damals durch Intuition, innere Schau das gewusst, was unsere Wissenschaft erst heute herausfindet. Möglich, nur: Änderte dies irgend etwas am bisherigen Lauf der Welt? Zudem: Die uns betreffende kosmische Schöpfung, das Universum, in dem wir leben, ist vermutlich schon über 15 Milliarden Jahre alt. Wieso haben die Rishis das nicht gewusst bzw. notiert? Weiterhin leben wir derzeit mitten im Kali Yuga, welches noch eine ganze Zeit andauern wird. Danach kommen noch einige weitere Yugas, und dann erst, in weiter Zukunft, geht der momentane Tag Brahmas zu Ende. Das passt dann schon gar nicht mehr mit den genannten 4.5 Milliarden Jahren zusammen. Schlussendlich: Auch die moderne Naturwissenschaft könnte sich grandios geirrt haben bei ihrer Altersschätzung, so etwas passiert schon mal. - Man sieht: kein einziges Problem gelöst durch diesen Vergleich.

Allerdings bleibt, unabhängig davon, ob die "Rechnungen" im Einzelfall wissenschaftlich "korrekt" (gewesen) sind, die erstaunliche Tatsache, dass die alten Rishis überhaupt in den "richtigen Dimensionen rechneten", dass sie heutigen wissenschaftlichen Zeitvorstellungen manchmal geradezu unfassbar nahe kamen. Um das Ganze für alle am Thema Interessierten etwas durchschaubarer zu machen und Hilfe zur persönlichen Weiterforschung zu geben, habe ich versucht, eine Art Synopse aus ausgewählten yogischen und westlich-naturwissenschaftlichen Daten zu erstellen. Man darf diese Daten nicht als absolut ansehen. Sie spiegeln in etwa das wieder, was von maßgebenden Experten derzeit mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit angenommen wird. Dabei habe ich versucht, die manifesten "Uranfänge" der einzelnen Evolutionsstränge in etwa zu datieren, auch wenn mir sehr bewusst ist, dass ursächlich alles vermutlich eins war und ist. Ich verbinde mit dieser Aufstellung die Hoffnung, dass sie Yoga Übenden und Lehrenden ein kleines Stück Vidya: Wissen bringt über das, was war bzw. ist, und dass sie, gerade für Nicht-Biologen etc. im Einzelfalle hilfreich ist. Jede/r kann sie zudem problemlos um eigene Prioritäten erweitern.


Wann was geschah

Vorzeit

Jahr Ereignisse
4.5 Mrd. Entstehung der Erde. Energie- und Materie manifestieren sich. Beginn der chemisch-mineralischen Evolution
3.5 Mrd. Bildung einer geschlossenen Gesteinskruste. Erste pflanzliche Lebensspuren in Graphit Beginn der biologischen Evolution
2.5 Mrd Erste Tiere erscheinen: Algen, Wirbellose, Armfüßler. Beginn der geistig-intellektuellen Evolution?

Erdaltertum

Jahr Ereignisse
570 Mio. Alle Tierstämme außer den Wirbeltieren vorhanden
500 Mio. Erste Gefäßpflanzen und Wirbeltiere erscheinen. Erste Landtiere; Reptilien, Amphibien, Insekten; Farne und Schuppenbäume.

Erdmittelalter

Jahr Ereignisse
225 Mio. Saurier, Urvogel, Vögel und Säugetiere erscheinen.
135 Mio. Saurier verschwinden, Säuger breiten sich aus

Erdneuzeit

Jahr Ereignisse
65 Mio. Tertiär: höhere Blütenpflanzen, Menschenaffen
4.5 Mio. Holozän: Erste Vormenschen erscheinen. Beginn der Ich-Bewusstseinsevolution?
2.5 Mio. Die Tiergattung Homo (Mensch) erscheint. Erste Werkzeugkulturen und der Beginn der technischen Evolution.
1.8 Mio. Homo erectus erscheint außerhalb von Afrika. Feuer, Faustkeile, Hütten.
ab 1.4 Mio Mensch lebt als Jäger und Sammler.
350. 000 Der vormoderne Mensch erscheint. Zelte, Hütten, Kleidung, Speere.
220. 000 Der Neandertaler erscheint. Bestattungen, Kunsthandwerk. Beginn der geistig-spirituellen Evolution?
150. 000 Der moderne Mensch erscheint.
100. 000 Der vormoderne Mensch verschwindet.
40. 000 Homo erectus verschwindet.
25. 000 Der Neandertaler verschwindet; die Gattung Homo lebt seitdem (vermutlich) in nur noch einer einzigen Art weiter: dem modernen Menschen h. Sapiens Sapiens
bis 10.000 v. Chr. Gartenbaukulturen erscheinen. Verehrung der großen Erdmutter. Matriarchat, Menschenopfer.
bis 8000 v. Chr. Erste größere "Vorstädte" in Vorderasien; Sintflut?
um 4000 v. Chr. Ackerbaukulturen erscheinen; Polytheismus; Patriarchat; Kriege, Völkerwanderungen. Erste indoarische Einwanderung bringt schamanistisch-vedisches Gedankengut nach Indien. Megalithkulturen in Europa und Nordafrika.

Geschichtliche Zeit vor Christus

Jahr Ereignisse
bis 10.000 v. Chr.40 Gartenbaukulturen erscheinen; Verehrung der großen Erdmutter; Matriarchat, Menschenopfer.
bis 8000 v. Chr. Erste größere "Vorstädte" in Vorderasien; Sintflut?
um 4000 v. Chr. Ackerbaukulturen erscheinen; Polytheismus; Patriarchat; Kriege, Völkerwanderungen. Erste indoarische Einwanderung bringt schamanistisch-vedisches Gedankengut nach Indien. Megalithkulturen in Europa und Nordafrika.
3500 v. Chr. Erste größere Städte und Stadtstaaten in Ägypten und Sumer; Erfindung der Schrift.
3100 v. Chr. Großer indischer Bruderkrieg mit gegenseitiger Ausrottung des Adels; Avatar Sri Krishna (nachträgliche philosophische Aufarbeitung dieses Krieges in der Bhagavad Gita ca. 300 v. Chr.)
3000 v. Chr. Steinsiegel mit (Shiva-) Figuren in Yoga-Positionen im Industal; deutlich indisch-hinduistisch geprägte Gesellschaftsform; Beginn des Kali Yugas.
2500 v. Chr. Pyramiden von Gizeh. Geistige Entstehung von Veden und Samkhya.
2000 v. Chr. Stammvater Abraham
1600 v. Chr. Zweite indoarische Einwanderung bringt erneut vedische Ideen und Rituale nach Indien.
1400 v. Chr. Echnaton versucht in Ägypten den ersten monotheistischen (Sonnenkult einzuführen). Erste europäische Hochkultur auf Kreta. Schriftliche Fixierung des Rigveda.
1000 v. Chr. Etablierung des monotheistischen Judentums durch David und Salomo. Schriftliche Fixierung der Brahmanas.
800 v. Chr. Schriftliche. Fixierung der ältesten Upanishaden.
500 v. Chr. Buddha, Laotse, Sokrates, Pythagoras u.a.m. Schriftliche Fixierung des Ramayana.
300 v. Chr. Schriftliche Fixierung der Bhagavad Gita im Mahabharata zwischen 200 v. Chr. und 900 n. Chr. Schriftliche Fixierung des Yoga Sutra von Patanjali, des Samkhya und der jüngsten Upanishaden.

Zeitenwende

Zeit Ereignisse
0 Jesus von Nazareth
500 Mohammed
800 Shankaracharya etabliert Vedanta-Philosophie mit brahman-atman-maya.
900 Staatliche Fixierung des Vedanta.
1200 - 1800 Entstehung der Hatha Yoga Schriften
1543 Kopernikanische Wende: Die Erde kreist um die Sonne. Cartesianische Wende: Beginn der Aufklärung.
1687 Newtons "Principia"
1789 Französische Revolution: egalité, liberté, fraternité
1830 Lyells "Prinzipien der Geologie"
1859 Darwins "Entstehung der Arten"
1865 Mendel entdeckt Prinzipien der Vererbung. Beginn der humangenetischen (R)evolution.
1871 Darwins "Abstammung des Menschen"
1895 Röntgen entdeckt die X-Strahlen, Beginn des Atomzeitalters
1905 Einsteins Relativitätstheorie mit E = mc2
1953 Watson und Crick entschlüsseln den Bau der DNA.
1963 Swami Sivananda Mahasamadhi
2000 Das menschliche Genom gilt als entschlüsselt.

Erfahrungsbericht

Einleitend wurden die TeilnehmerInnen zu einer Selbsterfahrung eingeladen: Mithilfe einer einfachen Entspannungstechnik wird die Aufmerksamkeit vom Kopf weg in den Körper verlagert. Mit der eintretenden Tiefenentspannung verlieren sich die Gedankenprozesse, und in einem sanften Phasenübergang stellt sich möglicherweise ein angenehmer Zustand mentaler Stille ein, ein Zustand des reinen Bewusstseins: das neuronale System nimmt ein Regime höherer Ordnung an. Der Workshopleiter stellt die provozierende Hypothese auf, dass die Erfahrung reinen Bewusstseins als ein Hinweis auf die zukünftige Evolution des Bewusstseins gewertet werden kann. Somit vermittelt die Selbsterfahrung den TeilnehmerInnen einerseits einen lebendigen Zugang zur Thematik des Workshops und anderseits eine einfache und jederzeit anwendbare Entspannungstechnik.

Der sanfte Phasenübergang in die mentale Stille wird subjektiv als befreiend empfunden, objektiv von einer Reihe spezifischer physiologischer Parameter begleitet. Wissenschaftliche Untersuchungen aus der Entspannungsforschung lassen auf einen singulären Bewusstseinszustand schließen.

Psychologische und soziologische Erhebungen bestätigen bei Praktizierenden von Entspannungstechniken eine Tendenz zur ganzheitlichen Entfaltung der Persönlichkeit. Teilaspekt dieser Entfaltung ist die Förderung holistischen Erkennens - eine wesentliche Voraussetzung zur Überwindung der Gegenwartskrise. Somit ist es nicht nur faszinierend, sondern auch notwendig sich mit der zukünftigen Evolution des Bewusstseins auseinander zu setzen. "Ein neuer Denktypus ist unentbehrlich, wenn die Menschheit fortleben und sich höher entwickeln soll" (A.Einstein).

Phasenübergänge des Bewusstseins begegnen jeden Menschen auch im Alltag. Oftmals reflektieren wir unsere Aktivität oder unser Verhalten im Nachhinein und stellen beispielsweise fest, dass wir unreflektiert gehandelt oder emotional reagiert haben. Dadurch entstehen Fehler, Versäumnisse und verpasste Gelegenheiten. Die Bewusstwerdung stellt sich meist in der Entspannung ein - ein spontaner Phasenübergang mit der Erkenntnis: „Wie konnte ich nur....!" - Bewusstwerdung und Selbstreflexion erschließen uns einen höheren Grad an Realität. Dementsprechend können wir unser Verhalten korrigieren. Schöpft Bewusstsein Information aus seinem eigenen transzendentalen Grund, ist sie umfassender und ganzheitlicher.

Evolutionsübergänge hat es wiederholt im Verlauf der Stammesgeschichte des Menschen gegeben.

Indem wir uns mit der Evolution des Bewusstseins in der Vergangenheit auseinander setzen, können wir Hinweise entnehmen für ihren Verlauf in der Zukunft. Deshalb schloss sich an die Selbsterfahrung ein spannender Dia-Vortrag an über unsere stammesgeschichtliche Herkunft Der Verlauf der Evolution ist durch fünf markante Etappen - Phasenübergänge - gekennzeichnet.

Nach dem Standartmodell der Astrophysik entstand unser Universum mit dem primordialen Symmetriebruch des Vereinheitlichten Feldes, dem sog. "Urknall". Damit setzte eine kosmische 78 79 Evolution (1) ein, die sich an einem "anthropischen Prinzip" orientierte, und zur Entstehung der Erde führte. Hier entstanden die Bedingungen für die chemische Evolution (2). Bereits den sich selbst organisierenden physikalisch-chemischen Systemen, den so genannten dissipativen Strukturen, kann man ein "strukturelles Bewusstsein" zuordnen. Mit der Entstehung des sich selbst reproduzierenden Biomoleküls erfolgte der Phasenübergang in das Leben. Jetzt setzte die biologische Evolution (3) ein, die zu einer weit verzweigten Entfaltung des organismischen Bewusstseins führte. Stufe um Stufe kam es mit der wachsenden Komplexität der Organismen zu einer weiteren Intensivierung des Bewusstseins. Mit dem Auftreten des homo sapiens war der Phasenübergang in die mentale Evolution (4) vollzogen. Bestattungsgebräuche des Neandertaler Menschen lassen beispielsweise darauf schließen, dass er bereits über ein reflexives Bewusstsein verfügte. Der Neandertaler wurde vom Cro Magnon Menschen, dem homo sapiens sapiens, abgelöst. Der erneute Phasenübergang löste eine kulturelle Evolution (5) aus, getragen vom selbstreflexiven Bewusstsein des Gegenwartsmenschen.

Selbstreflexives Bewusstsein vermag nicht nur der Umwelt gegenüber in eine reflexive Distanz zu treten, sondern auch der Inwelt gegenüber, mithin den Vorgang der Reflexion zu reflektieren und zu korrigieren. Richtet sich das Bewusstsein nicht mehr auf seine eigenen Inhalte, sondern auf sich selbst (beispielsweise mithilfe der eingangs praktizierten Entspannungstechnik) nimmt das ihn tragende neurologische System in einem sanften Phasenübergang eine kohärente Funktion an: reines transzendentales Bewusstsein. Aus dieser Erfahrung wird das Verständnis für unsere zukünftige Evolution plausibel: denn "... dieser Weg ist zu gehen, nicht theoretisch zu beschreiben" (C.F.v. Weizsäcker).

In konsequenter Weiterführung der Intensivierung des Bewusstseins würde damit - so die Hypothese - in einer 6. Stufe die "supramentale Evolution" einsetzen, die zum "kosmischen Bewusstsein" führt.

Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass in diesem evolutionshierarchisch höheren Bewusstseinszustand die Vollzüge des diskursiven Verstandes vom reinen transzendentalen Bewusstsein, und der damit verbundenen ganzheitlich-intuitiven Erkenntnis, getragen werden. Hier läge die Zukunft des Menschen. Hier läge auch die Überwindung der Gegenwartskrise, die wahrscheinlich nichts anderes als eine Evolutionskrise ist. Die Probleme lassen sich nicht mehr allein mit dem diskursiven Verstand lösen.....

Am Ende des Workshops setzte eine lebhafte Diskussion ein, sowohl im Plenum als auch darauf in Kleingruppen. Denn wenn der gegenwärtig vorherrschende Bewusstseinsmodus als solcher unfähig ist, die Ganzheit der Wirklichkeit zu erfassen, sind trotz aller Bemühungen Fehler unvermeidlich. Wir befinden uns in einer planetarischen Krise und ihre Überwindung kann prinzipiell nicht mit dem gleichen Erkenntnismodus erfolgen, der sie verursacht hat. Ein neuer Phasenübergang steht an.

Siehe auch

Literatur

  • Das Yoga-Lexikon von Huchzermeyer, Wilfried
  • Karma und Reinkarnation, Audio CD
  • Literatur Brehmer,C.: Die Evolution des Bewusstseins und die Erforschung ihres zukünftigen Verlaufes im Rahmen eines erweiterten Wissenschaftsverständnisses.
  • Europäische Hochschulschriften, Peter Lang Verlag, Frankfurt/M. 1992 Cohen, A..: Erleuchtet leben. Ein Aufruf zur Evolution über das Ego-Bewusstsein hinaus.
  • Vianova Verlag, Pertersberg 2003 Ditfurth, H.v.: Der Geist fiel nicht vom Himmel.
  • dtv Sachbuch, München 1994 Jantsch, E.: Die Selbstorganisation des Universums. Vom Urknall zum menschlichen Geist.
  • dtv Wissenschaft, München 1982 Pelletier, K..R..: Unser Wissen vom Bewusstsein.
  • Kösel Verlag, München 1982 Wilber, K.: Eine kurze Geschichte des Kosmos. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1999.
  • Wilber,K.: Die drei Augen der Erkenntnis. Auf dem Wege zu einem neuen Weltbild. Kösel, Mü. 1988 Narada Dr. Christian Brehmer, Futurologe

Weblinks

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