Vata

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1. Vata (Sanskrit: वात vāta adj. und m.) ist das PPP der Sanskrit Verbalwurzel (Dhatu) und bedeutet: geweht, gerochen; Wind, bewegte Luft, Darmluft, Flatus; Windgott (Vayu); (Ayurveda:) der Dosha Vata.

Der Mensch bei Leonardo Da Vinci

2. Vata ist einer der drei Ayurveda-Doshas. Mit dieser Bedeutung des Begriffs beschäftigt sich der folgende Artikel.

3. Vata (Sanskrit: वट vaṭa m.) Banyan-Feige (Ficus benghalensis, Nyagrodha). In der Charaka Samhita (Sutra Sthana 4.15) gilt Vata (Ficus benghalensis, Nyagrodha) im Rahmen der Aufzählung der 50 Mahakashayas als Mutrasangrahaniya.

Vataprozesse im menschlichen Körper

Vata steuert alles was mit Bewegung zu tun hat:

Vatastörung

Ursachen

  • Zuviel kalte Speisen und Getränke, zuviel Rohkost
  • Kaltes, trockenes Wetter, Zug und Wind
  • Übermaß an Aktivität, Unruhe und Bewegung, Mangel an Entspannung
  • Andauernde körperliche Aktivität oder Anstrengung
  • Zuviel Reisen, Fernreisen
  • Unregelmäßiger Tagesablauf, Essgewohnheiten
  • Hektik, Stress, Kummer, Angst, Lärm, Menschenmengen

Anzeichen für Vatastörung

Vata im Ayurveda

Vata ist neben Pitta und Kapha einer der drei Doshas im Ayurveda. Vata hat den Hauptsitz im Dickdarm (Pakvashaya) und besteht aus den Elementen Luft (Vayu) und Äther/Raum (Akasha). Daraus lassen sich dann auch die Eigenschaften des Vata-Doshas ableiten. Vata ist luftig, klar, leicht, unbeständig, kühl, trocken, kreativ, flexibel, spontan, empfindsam, reiselustig, fröhlich. Ein typischer Vata-Mensch ist unter anderem schlank, feingliedrig, hat kalte Hände und Füße, eine schnelle Auffassungsgabe, aber vergißt schnell, einen leichten Schlaf, unregelmäßigen Hunger und eine Abneigung gegen kaltes, windiges Wetter.

Gerät Vata aus dem Gleichgewicht, so stört es auch die anderen Doshas, da es als einziges beweglich ist. Deshalb sollte ein Überschuß an Vata vorrangig behandelt werden, damit es die anderen Doshas nicht stört.

Sukadev über Vata

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Vata

Vata heißt Wind. Vata ist auch einer der drei Ayurveda-Doshas. Vata kann tatsächlich einfach Wind heißen. Also, wenn der Wind bläst, dann bläst Vata. Aber du kennst sicherlich das Wort "Vata" mehr im Kontext von Ayurveda. Im Ayurveda gibt es drei Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Vata ist dort das Luftprinzip, deshalb auch Wind. Vata ist auch ein Temperament. Jeder Mensch hat Vata, Pitta und Kapha. Pitta ist das Feuer, Kapha ist die Gemütlichkeit und Vata ist das Luftige.

Dies ist jetzt kein Ayurveda-Vortrag im längeren. Auf unseren Internetseiten, unter www.yoga-vidya.de, findest du umfangreiche Information über Vata: Was ist Vata? Wozu ist Vata gut? Wie lebst du ein Vata-Temperament geschickt? Was machst du bei Vata-Störungen? Hier nur noch ein paar kleine Hinweise: Wenn du ein Vata-Temperament hast, dann bist du jemand, der gerne Abwechslung hat, der vielseitige Interessen hat, der mit anderen gerne spricht oder ein Gefühl für andere hat. Das sind alles Manifestation von Vata.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn du mit Vata im Gleichgewicht bist, dann nutze deine besonderen Fähigkeiten, mit anderen zu kommunizieren, auf andere einzugehen, dich auf andere einzustimmen. Du brauchst etwas Abwechslung im Leben, gestalte auch deine Yoga-Praxis etwas abwechslungsreich. Wenn du aber ein Übermaß von Vata hast, vielleicht unter Schlafstörungen leidest, unter Nervosität leidest, unter Ängstlichkeit leidest oder an einer Vata-Krankheit leidest, dann musst du einiges tun, um das Vata wieder runterzufahren. Um Vata runterzufahren, gilt es, einen regelmäßigen Tagesablauf zu haben, wärmende Speisen zu dir zu nehmen, warmes oder heißes Wasser Wasser zu trinken, dir vielleicht eine Selbstmassage zu geben oder Ayurveda-Massagen zu genießen.

Es gibt unterschieldiche Dinge, die du machen kannst, um das Vata-Element in dir wieder zu reduzieren. Aber es ist auch wichtig, zu verstehen, jemand, der ein Vata-Temperament, eine Vata-Konstitution hat, wenn er im Gleichgewicht ist, dann sollte er auch seine Vata-Talente nutzen, mit anderen sprechen, vielseitiges Interesse haben, seinen Enthusiasmus, Begeisterung nutzen oder auch sein Einfühlungsvermögen.

Vatta Temperament - Prakriti

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Menschen mit Vata-Temperament sind kommunikativ, haben viele Ideen. Sie lieben die Abwechslung, freuen sich auf intellektuelle Herausforderungen, gehen gerne spielerisch viele Möglichkeiten durch. Sie reisen gerne und interessieren sich für alles Mögliche. Menschen mit Vata-Temperament können lernen, ihre Stärken zu nutzen. Ihre Kreativität ist gefragt und vieles bekommen sie geregelt, indem sie mit anderen Menschen sprechen. Sie kennen immer jemanden, der oder die ihnen helfen können.

Vata-Menschen müssen auch daran arbeiten, dass sie eine gewisse Verlässlichkeit und Beständigkeit zeigen inmitten ihrer Kreativität und ihres Ideenreichtums. Ansonsten regen sich die Kapha- und Pitta-Menschen über sie auf. Das führt oft dazu, dass die Vata-Menschen sich ständig mit scheinbar regelversessenen Pitta- und Kapha-Typen auseinandersetzen, die jede Idee gleich als Bedrohung empfinden. Also, eine gewisse Verlässlichkeit und Beständigkeit ist notwendig und ein gewisses Beachten von Regeln.

Aber natürlich gilt, Vata-Menschen sollten ihr Temperament leben, sie sollten sich immer fragen: „Wie kann ich die Aufgabe, die ich habe, erledigen, indem ich meine Stärken einsetze?“ Immer überlegen: „Gibt es eine neue Möglichkeit? Was könnte ich faszinierend finden an der Aufgabe? Wie müsste ich meine Aufgabe gestalten, dass ich etwas davon lerne? Wie könnte ich die Aufgabe gestalten, dass ich mit Menschen zu tun habe? Wie könnte ich andere Menschen dazu bringen, mir dabei zu helfen?“ Ein Vata-Mensch sollte bei allen Aufgaben sein spezifisches Temperament und seine Stärken nutzen.

Aber Vata-Element, Vata-Mensch muss aufpassen, dass er, sie nicht ständig mit Pitta- und Kapha-Menschen aneckt, braucht eine gewisse Verlässlichkeit und Beständigkeit und sollte auch Regeln beachten können, um überhaupt die Stärken ausleben zu können. Ich sage ja gerne, man soll sein Temperament leben, Prakriti, man soll auch an seinen Stärken arbeiten. Es ist ja oft die Frage, soll man mehr an seinen Stärken arbeiten oder mehr an seinen Schwächen arbeiten? Im Allgemeinen ist es besser, an seinen Stärken zu arbeiten. Angenommen, du arbeitest an deinen Schwächen, dann wirst du bestenfalls mittelmäßig. Angenommen, du arbeitest an deinen Stärken und nutzt deine Stärken, dann wirst du bestenfalls wirklich topp. Du musst aber insoweit an deinen Schwächen arbeiten, wie sie verhindern, dass deine Stärken sichtbar werden können. Es nutzt gar nichts, wenn du z.B. ein Topprogrammierer bist und in einem Unternehmen arbeitest, wo Pünktlichkeit eine große Rolle spielt und du ständig mit deinem Chef aneckst, weil du zehn Minuten zu spät bist, eine Stunde zu spät bist, eine Stunde länger bleiben willst als es in der Firma üblich ist usw. Es gilt, dass du dich disziplinierst und wirklich eine Weile zumindest pünktlich bist. Wenn du erst mal wirklich Gutes geleistet hast, dann bekommst du immer mehr Freiräume und Spielräume.

Auch wer jetzt nicht an Vata-Übersteuerung leidet, kann durchaus überlegen: „Gibt es etwas, das verhindert, dass meine Stärken zum Ausdruck kommen können? Und könnte ich vielleicht an den Schwächen arbeiten, die verhindern, dass meine Stärken sich wirklich ausdrücken können?“ Gut, also Vata-Temperament in der Prakriti, also in der gesunden Ausprägung, kannst du vieles damit machen und auch Menschen fröhlich beschwingt werden lassen. Auch die Pitta- und die Kapha-Menschen freuen sich, mit einem Vata-Menschen zusammen zu sein, mindestens eine Weile, weil es Leichtigkeit und Freude in ihr Leben bringt.

Vata-Typen haben aber auch die Aufgabe, auch die anderen Temperamente zu schätzen. Die Pitta-Typen, die Dinge umsetzen, sich an Leistung erfreuen, Erfolg anstreben. Und auch die Kapha-Typen, die Beständigkeit haben. Mit ihrer gemütlichen, verlässlichen, liebevollen Art, tun auch Kapha-Typen den Vata-Typen gut. Die Kapha-Typen sorgen dafür, dass das Bewährte umgesetzt wird, dass keine übereilten Entscheidungen getroffen werden und dass der langfristige Erfolg gesichert ist.

Soweit einige Tipps für Vata-Temperament, Prakriti, wenn du also in deinem gesunden Temperament bist. Du kannst selbst überlegen, bist du vielleicht ein Vata-Temperament oder hast du vielleicht auch einen starken Vata-Anteil? Und du kannst überlegen, nutzt du auch deine Stärken? Überlege, kannst du die Stärken wirklich umsetzen? Und du kannst auch überlegen, was könntest du tun, um deine Stärken etwas mehr umzusetzen? Und natürlich kannst du auch überlegen: „Gibt es etwas, wo ich vielleicht zuverlässiger sein könnte, damit die anderen mir erlauben, meine Stärken auch zu zeigen?“

Vata Vikriti / Vata Überschuss

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Es ist angenehm, ein gutes Vata-Element zu haben. Vata hilft, kontaktfreudig zu sein. Vata hilft, immer wieder begeisterungsfähig zu sein, wissensdurstig, reiselustig zu sein. Der Vata-Typ hat die Lust, etwas zu verändern, unerforschte Wege zu gehen, dem Leben einen neuen Sinn zu geben. Der Vata-Mensch ist auf der Suche, Vata-Typ ist auch wechselhaft. Vata-Menschen können so sehr leicht sein, sehr freudevoll sein, sie sind kontaktfreudig, können Verbindungen herstellen. Und ein Vata-Mensch im Gleichgewicht ist einfach eine Freude. Wenn man mit ihm oder ihr zusammen ist, fühlt man sich fröhlich, beschwingt und denkt, Leben ist doch schön, Leben ist leicht und man sollte einfach die Dinge nehmen, wie sie kommen.

Vata kann aber auch zu viel sein. Es ist interessant, wie schnell auch Menschen mit hohem Vata umschlagen können. Grundsätzlich können aber nicht nur Vata-Temperamente zu viel Vata haben, bei jedem Menschen kann Vata zu viel werden. Wenn du zu viel Vata hast, dann kann es sein, dass du nervös bist, du bist unruhig, du hast Schlafstörungen, du hast vor allem Möglichen Ängste, du bist unzufrieden, vielleicht empfindest du sogar Hoffnungslosigkeit. Du hast mangelnden Mut, etwas anzugehen. Du bist immer auf der Suche, das Ziel fehlt, du hast Entscheidungsprobleme, du fühlst dich gelangweilt.

Ängste und Sorgen sind ein Anzeichen für Vata Überschuss

Angenommen, einige dieser Zeichen in dir sind wahrnehmbar, dann ist vielleicht nicht unbedingt das Äußere so sehr das Problem, sondern es ist mehr dir Frage, hast du zu viel Vata. Jetzt, anstatt zu überlegen, dass alles so schwierig ist und es so vieles gibt, wovor du Angst hast, kannst du dir einfach sagen: „Aha, es könnte einfach sein, dass ich zu viel Vata habe.“ Und wenn du zu viel Vata hast, dann kannst du alles Mögliche tun, um das Vata-Element zu reduzieren. Wie entsteht ein Vata-Überschuss? Da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Wenn du viele Vata-Tätigkeiten machst und das übertreibst, dann kann es zu einem Vata-Überschuss kommen. Tätigkeiten, die Vata sehr stark erhöhen, sind, viel reisen, unruhiger Tagesablauf, wechselnde Anforderungen, Rampenlicht, sehr viel Abwechslung, ungeregelte Essenszeiten, essen im Stehen, im Gehen, beim Telefonieren, Fernsehen, Ängste, Zukunftsängste, mangelnde Sicherheit. Man kann durchaus sagen, unsere heutige Welt ist in einem gewissen Maße eine Vata-Welt. Sie lenkt dich ständig ab, sie führt dazu, dass du wenig zur Ruhe kommst. Nicht umsonst haben sehr viele Menschen gerade im Westen Vata-Überschuss und damit einhergehende Vata-Störungen und Vata-Krankheiten.

Was kannst du machen, um den Vata-Überschuss zu reduzieren? Einige Tipps gehen dir erst mal gegen den Strich, wenn du ein Vata-Temperament hast. Aber wenn du zu viel Vata hast und leidest unter diesem Vata-Überschuss, dann sind die Tipps tatsächlich hilfreich. Eine Weile lang habe einen geregelten Tagesablauf. Gehe zu fester Uhrzeit ins Bett. Stehe zu fester Uhrzeit auf. Egal, ob du schon müde bist oder nicht. Egal, ob du schläfst oder nicht. Wenn du nicht schlafen kannst, mache einfach eine Tiefenentspannung, konzentriere dich auf den Atem. Es ist wichtig, dass du einen festen Tagesablauf hast. Iss zu festen Zeiten, egal, ob du Hunger hast oder nicht. Bleibe bei einer Ernährungsphilosophie für eine Weile. Iss mehr gekochte Speisen, beruhigende, leicht verdauliche Speisen. Du kannst dir selbst überlegen: „Welche Speisen wären für mich beruhigend und leicht verdaulich?“

In Ayurveda-Ratgebern findest du eine Menge an Tipps. Übe täglich Meditation, Tiefenentspannung, Yogaübungen. Besonders die Wechselatmung, Ujjayi Pranayama, Surya Bheda, sowie auch Murccha sind hilfreich. Sage dir Affirmationen wie: „Ich habe Vertrauen.“ Vertrauen kann dir helfen, wieder zur Ruhe zu kommen. Zwei kleine Anmerkungen noch. Wenn du Vata-Mensch bist und einen Vata-Überschuss hast, mache dir immer bewusst, die Vorschläge, die ich eben gegeben habe, brauchst du nur eine gewisse Weile umzusetzen.

Natürlich braucht der Vata-Mensch Abwechslung, natürlich freut sich der Vata-Mensch über viel Kommunikation, Reisen usw. und es gilt ja auch, seinem Temperament zu folgen. Nur, wenn du einen Vata-Überschuss hast, was du eben daran merkst, dass du dich gelähmt fühlst, Ängste hast, Unruhen hast, dich nicht entscheiden kannst und natürlich auch verschiedene körperliche Symptome dazukommen, dann kannst du etwas tun, um Vata zu reduzieren. Normalerweise dauert das, je nachdem wie stark der Vata-Überschuss ist, zwischen einer bis vier Wochen und dann kannst du wieder ein vatagemäßes Leben führen.

Noch eine zweite Anmerkung. Nicht jedes körperliche oder psychische Unwohlsein eines Menschen mit Vata-Temperament heißt, dass du einen Vata-Überschuss hast. Es kann auch umgekehrt sein. Du brauchst Abwechslung und fühlst dich unwohl und gelähmt und du fühlst dich in deiner Entfaltung deiner Bedürfnisse gehemmt, dann kannst du schauen, wo könntest du etwas mehr Abwechslung in dein Leben hineinbringen? Wo könntest du an den Stellen etwas mehr bewirken, wo du deine Fähigkeiten einsetzen kannst? Und du kannst auch überlegen: „Die Aufgabe, die ich zu erledigen habe, wie könnte ich dort meine Stärken einsetzen?“ Dann nutzt es nichts, wenn du einen anderen Menschen versuchst nachzuahmen, sondern überlege: „Welche meiner Stärken könnte ich da besonders einsetzen?“

Und die dritte von meinen beiden Überlegungen und Ratschlägen wäre, wenn du dich als Vata-Mensch gehemmt fühlst, kann es auch daran liegen, dass du dich vielleicht an manche Sachen nicht hältst, die andere von dir erwarten und deshalb ständig von anderen gehemmt wirst. Angenommen, du bist ein Vata-Mensch und neigst zu Unpünktlichkeit und neigst dazu, dir immer wieder was Neues vorzustellen und vorzunehmen, dann werden sich die anderen Menschen oft von dir etwas überrumpelt fühlen und sie werden dich dann kritisieren, wegen der Unpünktlichkeit, wegen nicht Einhalten von Verpflichtungen und Vereinbarungen usw. Und dann bist du ständig am Kämpfen mit den scheinbaren Kleingeistern. Dann hilft es, wenn du überlegst, dass du dich etwas mehr an die Anforderungen hältst, etwas dein Vata-Temperament dämpfst und wenn du das kannst und dort eine gewisse Grundverlässlichkeit hast, dann kannst du deine Stärken voll ausspielen und dann freuen sich die anderen über deinen Ideenreichtum, deine Kommunikationsstärke, deine Verbindung mit anderen Menschen und dass du eine wunderbare Leichtigkeit ins Team bringst. Beim nächsten Mal will ich dann die erwähnten Atemübungen anleiten, die auch helfen, ein Übermaß von Vata zu reduzieren.

Pranayama Übungen zur Vata-Harmonisierung

Ujjayi Pranayama - Atemübung zur Beruhigung

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Eine der wichtigen Übungen, um Vata zu beruhigen, ist Ujjayi Pranayama. Ujjayi Pranayama verhilft zu Wärme und Ruhe. Beides braucht jemand, der unruhig, nervös, ängstlich geworden ist, seine Mitte verloren hat. Ujjayi Pranayama verhilft zu Zentrierung, Ruhe und Vertrauen. Du kannst Ujjayi Pranayama auch mit anderen Yogaübungen verbinden, z.B. Asanas und Wechselatmung, du kannst es aber auch als separate Atemübung üben und du kannst es auch am Tag üben.

Ich will es dir jetzt anleiten als Atemübung. Zunächst mal gilt es, dass du verstehst, es gibt diesen Ujjayi-Klang, der daraus entsteht, dass du die Stimmritze etwas verengst und dabei einen sanften Hauchklang erzeugst. Ähnlich wie du den Buchstaben „H“ erzeugen willst, aber bei geschlossenem Mund. Du atmest also weiter durch die Nase. Durch die Verengung der Stimmritze intensiviert sich die Atmung. Du legst dabei die Hand auf den Bauch, auf die Nabelgegend.

Dann atmest du vier Sekunden lang aus, der Bauch geht hinein, du erzeugst den Hauchklang, indem du die Stimmritze verengst. Der Atem wird leicht hörbar, es klingt wie ein sanftes Rauschen. Du atmest ein, Bauch geht hinaus. Vier Sekunden lang ausatmen, Bauch geht hinein. Vier Sekunden lang einatmen, Bauch geht hinaus. Atme langsam aus, Bauch geht hinein. Atme langsam ein, Bauch geht hinaus. Du kannst das auch verbinden mit der Konzentration auf den Bauch, du kannst dir auch eine Sonne vorstellen im Bauch. Die Sonne ist warm und die Sonne ist auch der Mittelpunkt dieses Planeten. Wenn du deine Bewusstheit im Bauch konzentrierst, dann kommst du auch zur Ruhe.

Gerade Vata-Störungen werden beseitigt durch Ruhe im Bauch. Du kannst auch Affirmationen üben. Beim Einatmen, „ich ruhe“, ausatmen, „in mir selbst“. „Ich ruhe“, ausatmen, „in mir selbst“. „Ich ruhe“, „in mir selbst“. Oder auch einatmen, „ich habe“, ausatmen, „Vertrauen“. Einatmen, „ich habe“, „Vertrauen“. Oder einatmen, „ich bin angekommen“, ausatmen, „ich lasse ganz los“. Einatmen, „ich bin angekommen“, ausatmen, „ich lasse ganz los“. Ruhe, Vertrauen, Angekommen-Sein, Loslassen, all das hilft zur Beruhigung, zur Harmonisierung und hilft insbesondere, wenn Unruhe, Nervosität, Ängste für dich ein Problem sind. Wenn dem so ist, kannst du über diese Ujjayi Atmung dich beruhigen, du kannst das Vata-Element harmonisieren. Ujjayi kannst du übrigens auch im Alltag üben. Du kannst beim Gehen üben, beim Stehen, du kannst Ujjayi auch lautlos üben, nur sanft die Stimmritze verengen. Es braucht noch nicht mal jemand mitzubekommen. Und dann kannst du ruhig mit dem Bauch atmen, dabei sanft die Stimmritze verengen, du kannst dich zentrieren und so neue Kraft und Ruhe bekommen. Probiere es aus, vielleicht wird Ujjayi eine wichtige Übung für mehr Gelassenheit im Alltag.

Surya Bhedana - Atemübung für Sonnenenergie

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Pranayama

Die Surya Bhedana Atmübung ist eine Übung, um Surya, die Sonnenenergie zu erhöhen. Eine Atemübung, um das Energiesystem zu wärmen, hilft, Vata zu beruhigen und einem Zuviel am Kapha entgegenzuwirken. Die Übung ist vom Grundsatz her ganz einfach, du atmest rechts ein und dann links aus. Wenn du dich mal innerlich erwärmen willst, diese Atemübung hilft. Surya Bhedana Pranayama hilft, die Sonnenenergie, also die wärmende, aktivierende, zentrierende Energie zu erhöhen.

Du atmest durch das rechte Nasenloch ein, hältst die Luft kurz an und atmest doppelt so lange durch das linke Nasenloch aus. Du kannst auch die Periode des Anhaltens etwas verlängern. Ziel ist, dass es dir dabei wärmer wird. Du kannst dich jetzt gerade hinsetzen, das geht sowohl auf einem Stuhl als auch im Fersensitz oder kreuzbeinig, du kannst dabei sogar stehen, aber im Sitzen sind die Atemübungen oft etwas leichter, zumindest um sie erst mal zu lernen. Du hebst deine rechte Hand und du beugst jetzt Zeige- und Mittelfinger so weit, dass die Fingerspitzen den Daumenballen berühren. Dann sind Ringfinger und Daumen zwar nicht ganz gestreckt, aber leicht gestreckt.

Dann atmest du vollständig aus. Du schließt das linke Nasenloch mit dem rechten Ringfinger und du atmest rechts vier Sekunden ein. Das kannst du gleich ausprobieren. Rechts einatmen. Dann halte die Luft an, schließe beide Nasenlöcher und halte die Luft etwa acht Sekunden lang an. Dann atme links etwa acht Sekunden lang aus und stelle dir vor, du entspannst dabei. Atme rechts vier Sekunden ein, neues Licht, Kraft, Positivität. Halte die Luft an, fühle dich angefüllt mit Licht, mit Kraft, mit Wärme. Und atme links aus, entspanne dabei. Du kannst auch sagen: „Entspannen und loslassen.“ Atme rechts ein, neues Licht, Kraft, Positivität. Halte die Luft an, konzentriere dich im Bauch und du kannst dabei sagen: „Ich ruhe in mir selbst, ich habe Vertrauen.“ Atme links aus: „Ich entspanne, ich lasse ganz los.“ Atme rechts ein, neues Licht, Kraft, Positivität. Halte die Luft an, du kannst sagen: „Ich ruhe in mir selbst. Ich habe Vertrauen.“ Atme links aus: Ich lasse ganz los. Ich entspanne.“ Atme rechts ein, neues Licht, Kraft, Positivität. Halte die Luft an. Du kannst wiederholen: „In mir ist alle Kraft. Ich bin mutig. Ich habe Vertrauen.“ Atme links aus: „Ich lasse ganz los, ich entspanne.“ Atme rechts ein, Lichtenergie in den Bauch hinein. Halte die Luft an, stelle dir im Bauch eine strahlende, leuchtende Sonne vor. Atme links aus und stelle dir vor, die Strahlen der Sonne im Bauch gehen weit in alle Richtungen. Atme rechts ein, erhöhe das Licht im Bauch, in der Mitte des Bauches. Halte die Luft an, stelle dir eine Sonne vor, die wärmt, sei im Bauch zentriert. Atme links aus und lasse die Strahlen der Sonne weit werden. Fühle, dass du richtig strahlst. Atme rechts wieder ein, lasse das Licht der Sonne stark werden. Halte die Luft an. Und atme links wieder aus, lasse Lichtstrahlen vom Bauch weit ausstrahlen. Dann atme wieder normal.

Schon ein paar Runden von Surya Bhedana können dir das Gefühl geben, wieder zentriert zu sein, wieder Wärme zu haben, Mut zu haben, strahlen zu können. All das hilft dir beim Übermaß von Vata, es beruhigt und wirkt auch Kapha entgegen, ist also auch gut gegen Antriebslosigkeit, Müdigkeit oder Trägheit. Surya Bhedana kannst du als separate Atemübung machen, morgens, mittags, abends oder wann immer du das zwischendurch brauchst. Surya Bhedana kannst du im Sitzen machen, du kannst es auch im Liegen machen, auch morgens beim Aufwachen oder auch mal zwischendurch. Surya Bhedana kannst du auch üben in einer normalen Yogastunde oder in einer normalen Pranayama-Sitzung, dann würdest du es üben nach der Wechselatmung. Probiere es mal aus. Du kannst während der nächsten Woche Surya Bhedana üben und schauen, bringt dir das etwas, hilft dir das etwas.

Weitere Tipps zur Vata-Harmonisierung

Verwurzelung

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev The media player is loading...

Zu viel Vata heißt oft, zu abgehoben sein, in den Wolken schweben usw. Viele Ideen zu haben, ist ja gut, Leichtigkeit ist gut, immer wieder Dinge von einer anderen Perspektive aus zu sehen, ist gut. Aber wenn du zu abgehoben bist, dann kann das zu einer Vata-Störung führen. Außerdem, in Wolken zu schweben, im Wolkenkuckucksheim zu wohnen, das führt irgendwann zu Realitätsferne, das kann Ängste begünstigen, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe usw., oft können Borderline-Symptome dazukommen oder andere psychische Störungen. Es muss nicht soweit kommen.

Erdung kann da helfen. Und wie kannst du dich erden? Es gibt viele Möglichkeiten. Eine einfache Möglichkeit wäre anstrengender , Krafttraining. Indem du dich körperlich anstrengst, egal, ob Krafttraining oder Joggen oder auch Treppensteigen, all das hilft, dass du in den Körper zurückkommst. Und der Körper ist letztlich mit der Erde verbunden. Und gerade, wenn der Körper angestrengt ist, dann bist du schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen. Im Hatha Yoga würde man besonders empfehlen, anstrengende Asanas zu üben, wie die Stehhaltungen, Hund, Bauchmuskelübung, Heuschrecke, Vogel. Übungen, die Menschen mit Vata-Überschuss gerne vermeiden, weil sie ja lieber in die Flexibilität gehen und die wunderschönen, leichtmachenden Asanas üben. Aber wenn du dich erden willst wegen einem Übermaß an Vata, dann übe anstrengende Asanas. Die nächste Möglichkeit ist natürlich auch Gartenarbeit. Mit Gartenarbeit kannst du dich auch gut erden.

Oder du erdest dich mit einer einfachen Erdungsübung im Sitzen oder Stehen. Dazu gibst du die Fußsohlen flach auf die Erde, du sitzt gerade oder du stehst gerade, also hier ist der kreuzbeinige Sitz ausnahmsweise nicht geeignet, sondern du stehst entweder, oder du sitzt auf einem Stuhl, so dass die Fußsohlen den Boden berühren, du kannst dich anlehnen, du kannst aber auch ohne Lehne gerade sitzen oder eben bequem stehen. Dann atme ein paar Mal tief mit dem Bauch ein und aus, dazu gib eine Hand auf die Nabelgegend, und beim Ausatmen geht der Bauch hinein, beim Einatmen geht der Bauch hinaus. Beim Ausatmen geht der Bauch hinein, beim Einatmen geht der Bauch hinaus. Atme so ein paar Mal tief ein und aus. Wenn du so ein paar Mal tief ein- und ausgeatmet hast, dann spüre die Erde unter deinen Füßen.

Und du kannst dir vorstellen, dass du über Wurzeln mit der Erde verbunden bist. Du kannst dir vorstellen, dass die Füße sind wie Fortsetzungen der Wurzeln und diese Wurzeln gehen an den Stamm des Rumpfes. Du kannst dir vorstellen, von der Erde aus gehen verschiedene Wurzeln in deine Füße und du spürst dich über diese Wurzeln gut verbunden mit der Erde. Du nimmst diese sanft beruhigende, harmonisierende Erdenergie über die Füße auf. Und diese sanft harmonisierende Energie der Erde steigt langsam durch die Füße hoch in die Waden und Oberschenkel, in den Bauch. Und diese sanft erdende Energie steigt weiter hoch zum Bauch und weiter zu Brustkorb, Armen, Händen und zum Kopf.

Du kannst dir sogar vorstellen, dass du einatmest, Erdenergie von der Erde über die Beine zum Beckenbereich, und ausatmend diese Erdenergie hoch und über die Äste und Zweige in Arme, Hände und Kopf. Einatmen, Erdenergie von unten aufnehmen über die Wurzeln und ausatmen als ob du die Energie über Stamm und Äste und Zweige in Blätter und Früchte, Blüten ausatmest. Einatmen, Erdenergie über die Wurzeln hoch zum Stamm, ausatmen, über den Stamm und die Äste und Zweige in Blätter und Blüten. Atme so ein paar Mal tief ein und aus. Fühle dich gut zentriert und dann spüre, wie du durch diese Erdenergie gut strahlen kannst. Du kannst auch noch weiter gehen. Du kannst dich von unten verwurzelt fühlen und du kannst dir vorstellen, dass von oben die wärmende Energie der Sonne kommt.

Auch Sonnenenergie ist gut, um Vata zu harmonisieren. Du stellst dir also vor, von unten diese angenehme Erdenergie und von oben die sanfte Sonnenenergie. Beide kommen zusammen und so zentrierst du dich, so beruhigst du dich, so harmonisierst du dich. „Ich bin gut verwurzelt“, kannst du sagen. „Ich bin gut verwurzelt. Ich bin gut verwurzelt und ich öffne mich für Sonnenenergie. Ich bin gut verwurzelt, ich öffne mich für Sonnenenergie. Ich bin gut verwurzelt, ich werde gut gewärmt. Ich bin gut verwurzelt und habe innere Wärme. Ich bin gut verwurzelt und habe innere Wärme.“ Du kannst diese Übungen immer üben, wann immer du willst, du kannst sie üben, wann immer du dich erden willst. Du kannst es machen am Schreibtisch, du kannst es machen in einer U- oder S-Bahn. Du magst sagen, da ist es schwieriger, sich Wurzeln vorzustellen, aber vielleicht geht es auch. Ansonsten mache es, wo auch immer du bist, und zentriere dich immer wieder, verwurzele dich und öffne dich für die Sonnenenergie. So bist du harmonisch, beständig und hast Kraft, etwas zu verändern.

Andere beruhigende Übungen

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Die Vorwärtsbeuge harmonisiert das Vata

Es gibt eine ganze Menge von Übungen, die allgemein Vata reduzieren und dich insgesamt zu einem Zustand der Harmonie führen. Dazu gehört z.B. die Wechselatmung, dazu gehört Tiefenentspannung, dazu gehört Meditation, dazu gehören Asanas, dazu gehört die Energiefeld aufbauende Übung, Kavacham. All diese findest du ja erläutert in anderen Texten zum Thema Gelassenheit. Ich möchte nur ein paar Hinweise ergänzen.

Wechselatmung für Vata-Menschen heißt insbesondere, dass du diese auch mit dem Ujjayi Atem kombinierst, dass du dabei den Rhythmus sehr genau beachtest, also wirklich im Verhältnis 1:4:2, wenn du fortgeschrittener bist oder 1:2:2, wenn du weniger fortgeschritten bist. Wechselatmung also in einem klar festgelegten Rhythmus hilft dir wieder, zur Harmonie zu kommen, hilft, Ängste zu überwinden, Nervosität loszuwerden.

Die nächste wichtige Übung ist Tiefenentspannung. Tiefenentspannung ist für Vata-Typen ganz besonders wichtig und besonders wichtig auch beim Einschlafen. Wer zu viel Vata hat, hat oft Schwierigkeiten beim Einschlafen und da kann es hilfreich sein, mit einer Tiefenentspannung einzuschlafen. Du kannst sogar die Tiefenentspannung sehr lange ausdehnen. Du kannst dir sogar bewusst machen, dass Tiefenentspannung Schlaf ersetzen kann. Manchmal haben nämlich Menschen mit zu viel Vata Angst davor, dass sie nicht einschlafen können, am nächsten Tag müde sind, unruhig sind, sich nicht konzentrieren können und dann kommen sie in eine Art Panik und deshalb schon können sie nicht einschlafen. Wenn du aber weißt, es ist unerheblich, ob du schläfst oder Tiefenentspannung übst, dann kannst du ganz beruhigt Tiefenentspannung üben und du wirst trotzdem gut regeneriert sein, auch wenn du die Nacht kaum schläfst.

Vata-Menschen denken ja auch manchmal, dass sie überhaupt nicht geschlafen haben, was aber typischerweise nicht stimmt, die meisten Menschen schlafen schon mehrere Stunden, nur sie wachen immer wieder zwischendurch auf. Auch das können Vata-Menschen machen, also Menschen mit zu viel Vata oder Menschen, die vorübergehend zu viel Vata haben, also mit einer Vata Vikriti, sie können immer, wenn sie nachts aufwachen, mit Tiefenentspannung wieder einschlafen. Es kann dir also passieren, dass du drei-, viermal die Nacht eine Tiefenentspannung machst, z.B. die klassische Yoga Tiefenentspannung oder andere Yoga Tiefenentspannungstechniken. Indem du immer wieder Tiefenentspannung machst, bist du gut erholt und regeneriert und du kannst am nächsten Tag voller Elan und mit Gelassenheit in den Alltag gehen. Dieser Tipp kann für Menschen mit Vata Vikriti sehr, sehr wertvoll sein. Immer dann, wenn du nachts nicht einschlafen kannst, immer dann, wenn du aufwachst, übe die Tiefenentspannung und übe sie sehr lange.

Etwas Weiteres zum Thema Tiefenentspannung und Vata: Menschen, die sehr starkes Vata haben, haben oft den Eindruck, sie können sich gar nicht entspannen und gehen deshalb gar nicht in die Tiefenentspannung. Es spielt gar keine Rolle, ob du das subjektive Gefühl hast, dich zu entspannen in einer Tiefenentspannung. Wichtig ist nur, du übst die Technik. Bei der klassischen Yoga Tiefenentspannung, du spannst an und lässt locker, spannst den nächsten Teil an, fünf Sekunden halten, locker lassen, du sagst dir Autosuggestionsformeln, Affirmationen usw. , da kann es sein, dass du währenddessen denkst, „Oh, was wird morgen noch passieren“ und dann sagst du, „ich entspanne die rechte Hand“. Der Geist sagt wieder, „was, wenn mein Chef das nicht mag, was ich mache“, „ich entspanne die rechte Hand“. „Und meine Kollegen erst“, „ich entspanne die rechte Hand“. „Und mit dem Kunden, der hat mich schon gestern so komisch…“, „ich entspanne den rechten Unterarm“. Ich glaube, du verstehst, was ich meine. Es ist ganz ok, wenn die anderen Gedanken auch da sind, aber mache auch die Tiefenentspannung.

Die Entspannungsforschung hat gezeigt, dass es unerheblich ist, ob jemand das subjektive Gefühl hat, tatsächlich zu entspannen in der Tiefenentspannung. Das einzige, was erheblich ist, ist, dass er die Technik übt. Du übst einfach die Tiefenentspannungstechnik. Du musst nicht abschalten können. Ein beliebter Ausdruck von Vata-Menschen, die erzählen immer davon, sie wollen abschalten. Aber der Mensch ist nicht so, dass er einfach abschalten kann, den Schalter umlegen kann, auch wenn Vata-Menschen das vielleicht in ihrem harmonischen Temperamentszustand können. Die können tatsächlich schnell umschalten. Aber gerade dann, wenn der nicht in Harmonie ist, dann ist es eben nicht so leicht, in den Entspannungsmodus umzuschalten. Es ist nicht wichtig, dass du abschaltest, nicht notwendig, dass du umschaltest, es ist nur wichtig, du übst die Tiefenentspannungstechnik.

Bei Meditation gilt, übe täglich Meditation, nach Möglichkeit zur gleichen Zeit oder zum ähnlichen Zeitpunkt. Also z.B. immer dann, bevor du einschläfst, bevor du ins Bett gehst oder auch, wenn du morgens aufwachst. Also Regelmäßigkeit bei der Meditation. Vata-Menschen haben manchmal einen sehr aktiven Geist, da kann es hilfreich sein, deine Meditation etwas aktiver zu halten oder mit der Beobachtungs-Achtsamkeitsmeditation zu arbeiten. Einfach amüsiert zuschauen, was alles in deinem Geist passiert. Indem du amüsiert achtsam allem zuschaust, was dein Geist so macht, lernst du, dich davon zu distanzieren, dich zu lösen, du bist nicht mehr so getrieben. Du kannst Ruhe bewahren, obgleich du einen sehr aktiven Geist hast. Bei den Asanas würde man besonders sagen, es ist wichtig, die Asanas zu üben, die erdend sind, anstrengend sind und die gleichmäßig ruhig und gelassen zu halten.

Zwischenentspannungen wären gut, aber Vata-Menschen mögen die oft nicht so, weil sie lieber aktiv sind. Nur auf die Tiefenentspannung solltest du nicht verzichten. Die Kavacham Übung sei auch nochmals besonders allen mit Vata-Vikriti ans Herz gelegt. Wenn du das Gefühl hast, ein geschütztes Energiefeld zu haben, von Mutter Erde getragen, genährt zu werden, vom Himmel von oben inspiriert, von hinten geschützt und getragen und nach vorne ausstrahlen, dann kannst du eine ruhige Energie haben, ruhige Ausstrahlung und dann ist auch dein Vata wieder ruhig.

Ich hatte vorher auch über erdende Übungen gesprochen. Vielleicht kennst du auch aus anderen Traditionen erdende Übungen. Gerade dann, wenn du zu sehr in den Wolken schwebst und vielleicht zu sehr in die Leichtigkeit gehst oder auch zu sehr in spirituelle Erfahrungen, Energien und Wahrnehmungen und Feinfühligkeit, Hypersensibilität usw. gehst, dann helfen erdende Übungen. In einem anderen Abschnitt habe ich ja auch über Umgang mit Hypersensibilität gesprochen. Vielleicht kann dir auch das helfen, wenn dein Vata-Überschuss sich als solches manifestiert.

Das war also eine Menge über Vata und Vata-Beruhigung. Wenn du dich aber im Gleichgewicht fühlst und viel Vata hast, dann genieße dieses Freudevolle, das Extravertierte, das Abwechslungsreiche, das Ideenreiche, genieße das und setze es gut um. Nur wenn das Vata umschlägt in Ängste, in Lampenfieber, in zu sehr Abgehobenheit usw., dann sorge dafür, dass du dein Vata harmonisierst. Und achte darauf, dass bei allem großartigen Vata und aller Experimentierfreude und bei allem Gedankenreichtum, Ideenreichtum, bei aller Kreativität, dass du für andere Menschen zuverlässig bist, mindestens ausreichend zuverlässig, dass du andere Menschen nicht immer wieder nervst und du dann von deren Genervtheit auch in Gereiztheit kommst oder in Ängste hineinversetzt wirst. Und verankere dich auch in den Tiefen deines Selbst.

Siehe auch

Literatur

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