Weise

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Weise ist die Bezeichnung von Menschen, die eine gewisse Weisheit erlangt haben. Es gibt die drei Weisen aus dem Morgenland. Ein Weiser, eine Weise, hat vieles verstanden. Damit jemand als weise bezeichnet werden kann, braucht er die Eigenschaften von Wissen, Verständnis, Mitgefühl und Gelassenheit. Hier in diesem Artikel erfährst du einiges über das Adjektiv weise und über die Charakteristika von weisen Menschen.

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Zustand des Weisen in diesem Leben

Artikel aus dem Buch „Das System des Vedanta“ von Paul Deussen, Elibron Classics, 2. Auflage, Leipzig (1906), S. 452-460.

Charakteristik des Weisen

Im Gegensatze zu dem das Brahman in exoterischer, theologischer Form erkennenden und verehrenden Frommen, von dem später zu reden sein wird, verstehen wir unter dem Weisen hier und im Folgenden denjenigen, welchem das Samyagdarshanam, die universelle Erkenntnis, d. h. das esoterische Wissen von dem höhern, attributlosen (Param, Nirgunam) Brahman zuteil geworden ist, und der infolgedessen ein unmittelbares Bewusstsein besitzt einerseits von der Identität seines Selbstes mit Brahman, anderseits von dem illusorischen Charakter alles dessen, was von der Seele, dem Brahman verschieden (Nana) ist, also der ganzen Weltausbreitung (Prapancha), den eigenen Leib und die übrigen Upadhis der Seele (Indriyas, Manas, Mukhya Prana, Sukshmam Shariram, Karman) mit einbegriffen. Für einen solchen nun gibt es keine Sinnenwelt und keine Wahrnehmung mehr, und auch das eigene Leiden wird, da es nur auf sinnlicher Wahrnehmung beruht, von ihm nicht mehr als ein solches empfunden, worüber man die Ausführungen S. 322 und 448 vergleichen wolle.


Weil ferner alle Werke nur auf Erlangung von Lust, Vermeidung von Schmerz abzwecken, Lust und Schmerz aber nicht das körperlose, sondern nur das körperliche, auf Illusion beruhende Sein betreffen (S. 435), so fallen für den, welcher diese Illusion durchschaut hat, alle Werke (Vedastudium, Opfer, Almosen, Askese, Fasten), sowie auch alle dieselben fordernden Gebote des Veda weg. Aber nicht nur der Werkteil, sondern auch der Erkenntnisteil des Veda (S. 21) wird für ihn überflüssig; denn auch er ist nur Mittel zum Zwecke: „das Überdenken und Meditieren hat ebenso wie das Hören „[nur] die Erlangung zum Zwecke;" ist dieser Zweck erreicht, so hat die Schrift ihre Bestimmung erfüllt; wie keine Wahrnehmung, kein Leiden, kein Wirken, so gibt es für den Erweckten auch keinen Veda mehr; ihm ist „der Veda nicht Veda" wie die Schrift sagt (S. 449). Mit einem Worte: alles außer Brahman, d. h. dem Selbste, der Seele, hat für ihn keine Realität mehr und vermag nicht, ihn weiter noch zu beunruhigen, so wenig wie der Strick, den er irrtümlich für eine Schlange gehalten hatte (Anm. 105, S. 290), oder der Baumstamm, in welchem er, in der Finsternis seiner Verblendung, einen Menschen zu sehen glaubte (S. 86,12).

(S. 84,5:) „Aber die Erfahrung zeigt doch, wie auch für den, der das Brahman erkannt hat, der Samsara noch fortbesteht, so dass er nicht in dem Maße wie in dem Gleichnisse vom Stricke sein Ziel erreicht hat? — Darauf antworten wir: Man darf nicht behaupten, dass für den, welcher erkannt hat, dass die Seele Brahman ist, der Samsara wie bisher fortbesteht, weil dem die Erkenntnis des Selbstes (der Seele) als Brahman widerspricht. Denn solange einer den Leib usw. für das Selbst hielt, war er mit Schmerz und Furcht behaftet, nachdem aber, mittels der durch den Veda erzeugten Erkenntnis des Selbstes als Brahman jener Wahn vernichtet worden ist, so kann auch die auf der irrtümlichen Erkenntnis beruhende Behaftung mit Schmerz und Furcht nicht mehr behauptet werden. Denn solange z. B. ein reicher Hausherr das Bewusstsein seines Reichtums hat, entsteht ihm aus dem Verluste desselben Schmerz; nachdem er aber als Einsiedler (S. 17) in den Wald gezogen ist und von dem Bewusstsein des Reichtums sich frei gemacht hat, so entsteht ihm auch aus dem Verluste desselben kein Schmerz mehr. Und solange einer Ohrringe trägt, entsteht ihm aus dem Bewusstsein, dass er sie trägt, Lust; nachdem er sie aber abgelegt hat und von dem Bewusstsein, Ohrringe zu tragen, frei geworden ist, so besteht in ihm auch die Lust an dem Tragen der Ohrringe nicht mehr. Darum sagt die Schrift (Chand. 8,12,1): ‚wahrlich, das Unkörperliche wird von Lust und Schmerz nicht berührt.

Behauptet ihr, dass erst nach Hinfall des Körpers die Unkörperlichkeit erlangt wird, nicht bei Lebenszeiten, so geben wir dies nicht zu, weil die Behaftung mit dem Körper [nur] auf der falschen Erkenntnis beruht. Denn das Behaftetsein des Selbstes mit einem Körper ließe sich gar nicht anders begreifen, als indem man es auffasst als eine irrige Erkenntnis, bestehend in dem Wahne, als wenn der Leib das Selbst sei. Denn wir haben erkannt, dass [für das Selbst] der Zustand der Körperlosigkeit ein ewiger ist, und zwar, weil er nicht durch Werke bedingt wird [nur was zur Frucht der Werke gehört, ist vergänglich]. Behauptet ihr etwa, dass die Körperlichkeit die Folge der von ihm [dem körperlosen Atman] vollbrachten guten und bösen Werke sei, so bestreiten wir das; denn weil seine Verbindung mit dem Leibe unwahr ist, deswegen ist auch die Behauptung, dass der Atman Gutes und Böses getan habe, unwahr. Denn die Behauptungen, dass er mit einem Körper behaftet sei, und dass er gute und böse Werke getan habe, stützen sich immer eine auf die andere und führen daher zur Annahme einer Anfanglosigkeit, welche einer Kette von lauter sich aneinander haltenden Blinden vergleichbar ist, indem für den Atman eine Behaftung mit Werken nicht möglich ist, da er kein wirkendes Prinzip ist."

(S. 87,5:) „Folglich beruht das Behaftetsein mit dem Körper nur auf einer falschen Vorstellung, und somit ist bewiesen, dass der Wissende schon bei Lebzeiten körperlos ist. Darum sagt die Schrift (Brih. 4,4,7, übersetzt S. 209) : „wie eine Schlangenhaut tot und abgeworfen auf einem Ameisenhaufen liegt, also liegt dann dieser Körper; aber das Körperlose, das Unsterbliche, das Leben ist lauter Brahman, ist lauter Licht“ und [mir unbekannt, wo]: „mit Augen, als wäre er ohne Augen, mit Ohren, als wäre er ohne Ohren, mit Rede, als wäre er ohne Rede, mit Manas, als wäre er ohne Manas, mit Leben, als wäre er ohne Leben“ und die Smriti zeigt in der Stelle: „was ist das Wesen des im Wissen Festen ?“ usw. (Bhagavadgita 2,54), wo sie die Merkmale des in der Erkenntnis stehenden Wissenden aufzählt, „wie er von allem Wirken losgelöst ist. — Somit besteht für den, welcher das Brahmansein der Seele erkannt hat, der Samsara nicht wie bisher fort, und bei dem er noch fortbesteht, der hat eben noch nicht erkannt, dass die Seele das Brahman ist; das ist gewiss."

Die Vernichtung der Sünde, nach 4,1,13

Ein Dasein ohne Werke ist, wie wir schon wiederholt sahen (S. 120. 420. 434) unmöglich. In der Natur des Werkes liegt es aber, als Zweck die Erzeugung einer bestimmten Frucht zu haben, und ohne dass es diese Frucht hervorgebracht hat, — so könnte man meinen — kann kein Werk zunichte werden, wenn anders die Autorität der Schrift zu Rechte bestehen soll (S. 1075,9). Dass dadurch die Erlösung unmöglich werde, braucht man nicht zuzugeben; nur müsste man sie, ebenso wie die Frucht der Werke, in den Zusammenhang von Raum, Zeit und Kausalität, einordnen (S. 1075,17; d. h. sie gleichfalls als eine Frucht der Werke betrachten). — Aber dem ist nicht so! Sondern nachdem Brahman erkannt worden, wird die vergangene Sünde zunichte, und zukünftige kann nicht mehr anhaften (S. 1076,2). Denn die Schrift sagt (Chand. 4,14,3, übersetzt S. 178): „wie an dem Blatte der Lotosblüte das Wasser nicht haftet, so haftet keine böse Tat an dem, der Solches weiß;“ und (Chand.5,24,3, übersetzt S. 168) „wie die Rispe des Schilfrohrs, ins Feuer gesteckt, verbrennt, so verbrennen alle seine Sünden;“ und abermals (Mund. 2,2,8) :

„Wer jenes Höchst-und-Tiefste schaut,
Dem spaltet sich des Herzens Knoten,
Dem lösen alle Zweifel sich,
Und seine Werke werden nichts."

Damit leugnen wir nicht die fruchtbringende Kraft der Werke; eine solche besteht allerdings; aber wir behaupten, dass dieselbe durch eine Ursache anderer Art, nämlich durch das Wissen, in ihrer Entwicklung gehemmt werde (S. 1076,14). Der Kanon der Werklehre gilt ja doch nur unter der Voraussetzung, dass die Kraft der Werke vorhanden ist; ist diese gehemmt, so verliert er seine Gültigkeit (S. 1076,15). Wenn daher die Smriti sagt: „nicht kann verloren gehn das Werk," so bleibt dieses die Regel und besagt, dass kein Werk, ohne seine Frucht getragen zu haben, zunichte werden kann, und auch die für gewisse Werke vorgeschriebene Bußleistung (Prayashchittam) macht hierin keine Ausnahme, sofern auch sie eine besondere Art der Vergeltung ist (S. 1077,1).

Anders hingegen steht es mit dem Wissen. Nimmt man daran Anstoß, dass dieses nicht, wie die Bußleistung, als ein Mittel zur Tilgung der Sünden vorgeschrieben werde (S. 1077,6), so ist zu bemerken, dass die attributhaften Formen des Wissens (Saguna Vidyah) allerdings auch zu den Vorschriften der Werklehre mitgehören und infolgedessen auch von den Verheißungen himmlischer Herrlichkeit und der Befreiung vom Übel begleitet sind (S. 1077,9); in der attributlosen Wissenschaft hingegen herrscht die Vorschrift nicht, und dennoch wird durch sie die Verbrennung der Werke vollbracht, und zwar durch die Erkenntnis, dass der Atman kein wirkendes Prinzip ist (S. 1077,12). Diese Erkenntnis, dass die Seele von Natur Nichttäter ist, bewirkt zunächst, dass dem über das Tätersein hinausgelangten Brahmanwisser künftige Werke nicht mehr anhaften, dann aber auch, dass die frühern Werke, die er in dem falschen Wahne, Täter zu sein, begangen hat, durch Aufhebung dieses Wahnes kraft des Wissens zunichte werden (S. 1078,1). Denn der Brahmanwisser spricht: „Das Brahman, welches der von mir früher für wahr gehaltenen Naturbeschaffenheit des Täterseins und Genießerseins entgegengesetzt ist und seiner Naturbeschaffenheit nach in aller Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Nicht-Täter und Nicht-Genießer ist, dieses Brahman bin ich, und darum war ich weder vordem Täter und Genießer, noch bin ich es jetzt, noch werde ich es jemals sein" (S. 1078,4). — Nur so kann die Erlösung zustande kommen; auf anderm Wege ist die Vernichtung der von endloser Zeit her sich abrollenden Werke und mithin auch die Erlösung nicht möglich. „Daher kann die Erlösung nicht wie die Frucht der Werke durch Raum, Zeit und Kausalität bedingt sein, denn dann würde die Frucht der Erkenntnis vergänglich sein und ihren transzendenten Charakter (Parokshatvam) verlieren" (S. 1078,10).

Vernichtung auch der guten Werke, nach 4,1,14

Wenn die Erkenntnis eintritt, so werden, wie wir sahen, die vergangenen Sünden zunichte, und künftige können der Seele nicht mehr ankleben. Aber wie steht es mit den guten Werken? Diese werden ja doch von der Schrift befohlen, welche anderseits auch die Quelle der Erkenntnis ist und sich nicht selbst widersprechen kann. Müssen somit nicht die guten Werke von der Vernichtung ausgenommen werden? — Wir antworten : die Vernichtung und Nichtanhaftung bezieht sich ebenso wohl auf das gute Werk wie auf das böse, aus folgenden Gründen: 1) auch das gute Werk bringt seine Frucht und hemmt dadurch die Frucht der Erkenntnis; 2) die Schrift lehrt, dass beide, das gute und das böse Werk, mit Eintritt der Erkenntnis vergehen (Brih.4,4,22, übersetzt S.211): „[Wer solches weiß] den überwältigt beides nicht, ob er darum [weil er im Leibe war] das Böse getan hat oder ob er das Gute getan hat; sondern er überwältigt beides; ihn brennet nicht was er getan und nicht getan hat;" 3) für die aus Erkenntnis des Nichttäterseins der Seele folgende Vernichtung der Werke sind gute und böse Werke gleichwertig (Tulya); es heißt von ihnen ohne Unterschied (Mund. 2,2,8) „und seine Werke werden nichts;" 4) wo nur die bösen Werke erwähnt werden, da muss man die guten mitverstehen, weil ihre Frucht, im Vergleich mit der Erkenntnis, niedrig ist; 5) wenn die Schrift sagt (Chand. 8,4, übersetzt S. 174) : „diese Brücke überschreiten nicht Tag und Nacht, nicht das Alter, nicht der Tod und nicht das Leiden, nicht gutes Werk noch böses Werk, alle Sünden kehren vor ihr um," so werden in den Worten: „alle Sünden" die vorher erwähnten guten und bösen Werke zusammengefasst (S. 1079).

Mit diesen Ausführungen kann man die des Apostels Paulus in den Briefen an die Römer und Galater Tiber die Unmöglichkeit einer Erlösung durch das Gesetz vergleichen. Nach Paulus würde das Gesetz, wenn erfüllt, uns erlösen; aber es ist, zufolge der Verderbtheit unserer Natur, unerfüllbar; nach Shankara ist das Gesetz erfüllbar, aber seine Erfüllung bringt nicht Erlösung, sondern nur Ablöhnung auf dem Wege der Seelenwanderung.

Jener hat das tiefere Bewusstsein von der Sündhaftigkeit unserer Natur, dieser die richtigere Abschätzung des Wertes der Legalität; — beides verbunden gibt die philosophische Wahrheit. Das Gesetz (z. B. das vedische oder mosaische) ist ohne Frage erfüllbar, aber, zufolge unseres angeborenen Egoismus, erfüllbar nur aus egoistischen Motiven; daher hat seine Erfüllung keinen moralischen Wert; legale und illegale Handlungen beruhen beide auf dem Egoismus, sind daher, moralisch betrachtet, gleich wertlos und führen nicht zur Erlösung. Dies tut allein diejenige Umwandlung unseres Ich, welche nach christlicher Ansicht aus dem Glauben hervorgeht, nach indischer in der Erkenntnis besteht.

Beide, Glaube und Erkenntnis, sind im letzten Grunde ein und dasselbe, nämlich das über die Welt hinaushebende, aller Möglichkeit des Sündigens entrückende metaphysische Bewusstsein. Ob dieses Bewusstsein, seine Echtheit vorausgesetzt, wie bei den Indern, in Quietismus überleitet oder, wie bei uns, in Werken der Liebe sich betätigt, das betrifft nur seine Erscheinungsform und begründet in dem Werte dessen, was hier erscheint, keinen Unterschied.

Warum der Leib, trotz der Erlösung, noch fortbesteht? Nach 4,1,15.19

Das Wissen verbrennt die Werke, jedoch nur solche, deren Frucht noch nicht angefangen hat, mögen sie nun aus diesem Leben, wie es vor der Erweckung (Prabodha) geführt wurde, herrühren, oder in einem Reste aus einem frühern Leben bestehen, welcher im gegenwärtigen Dasein nicht zum Austrage gelangen konnte (S. 120. 420). Nicht aber vernichtet das Wissen die Werke, deren Saat bereits aufgegangen ist, d. h. diejenigen, aus welchen der gegenwärtige, der eintretenden Erkenntnis als Unterlage dienende, Lebenslauf gezimmert ist (S. 1080,9; dieselbe vorzeitliche Prädestination des Lebenslaufes, die wir auch bei Platon de rep. 10,15, S. 617 E, finden). Denn wäre dem nicht so, würden durch die Erkenntnis sämtliche Werke ohne Unterschied aufgehoben, so müsste nicht erst beim Tode, sondern sofort nach Erreichung der Erkenntnis, der Stillstand (Kshema) eintreten, da für ein Fortbestehen des Lebens keine Ursache [nämlich kein abzubüßendes Werk] mehr wäre (S. 1080,12). Für diese, in unserm Systeme allerdings auffallende Tatsache, dass trotz der Erlösung der Leib noch eine Weile fortbesteht, gibt Shankara zwei Erklärungen, von denen die eine mehr realistisch, die andere idealistisch ist.

1) Wie das entstehende Gefäß als Unterlage des Töpferrades bedarf, so bedarf die Erlösung, um entstehen zu können, als Unterlage eines Lebenslaufes; und wie die Töpferscheibe noch eine Weile fortrollt, auch nachdem das Gefäß fertig geworden ist, so besteht auch das Leben nach der Erlösung noch fort, da in ihr kein Grund für die Hemmung des einmal vorhandenen Schwunges inmitten desselben enthalten ist (S. 1081,2); daher erst nachdem die Werke, wie die Schnelligkeit des fliegenden Pfeiles, sich ausgewirkt haben, die Erlösung für alle, welche das Wissen besitzen, zur vollendeten Tatsache wird; darum heißt es (Chand. 6,14,2, übersetzt S. 287) : „diesem [Welttreiben] werde ich nur solange angehören, bis ich erlöst sein werde, darauf werde ich heimgehen" (S. 916,8).

2) Wie beim Augenkranken das Sehen zweier Monde auch nach erlangter Überzeugung, dass nur ein Mond da ist, durch die Macht des Eindruckes (Samskara-Vashat) noch fortbesteht, so auch der Eindruck der Sinnenwelt, nachdem man zur Erkenntnis ihres Nichtseins gelangt ist (S. 1081,5). — Gegenüber dem Bedenklichen dieser Erklärungen zieht sich unser Autor auf die innere Gewissheit der Erlösung zurück: „Hier, sagt er, ist überhaupt nicht zu streiten; denn wie könnte einer, der sich in seines Herzens Überzeugung als Brahman weiß, wenn er auch im Leibe ist, von einem andern widerlegt werden?"

Wahrlich, ehrwürdige, heilige Worte, die beweisen, wie tief der Inder von dem, was er uns darstellt, selbst ergriffen war! — Es muss aber der hier geschilderte Zustand (auf welchen, als höchstes Ziel des Daseins, die Menschheit, nach allem was sie noch versuchen mag, wohl immer wieder zurückkommen wird) in Indien nichts Seltenes gewesen sein, wie der Umstand beweist, dass die spätere Zeit für ihn einen besondern terminus technicus hatte, nämlich Jivan-Mukti (die Erlösung bei Lebzeiten) und Jivan-Mukta (der lebend Erlöste), wiewohl wir diesen Ausdrücken bei Shankara noch nicht begegnen.

Nachdem also die Werke, deren Frucht noch nicht begonnen hat, durch die Erkenntnis vernichtet sind, diejenigen aber, deren Same schon aufgegangen ist, durch das Fortbestehen des Lebens verbraucht worden sind, tritt als äußeres Zeichen dieses Verbrauches (S. 381) der Tod und mit ihm die definitive und ewige Vereinigung mit Brahman ein; denn die Werke, um deren willen man leben musste, sind erschöpft, die übrigen aber, und mit ihnen der Same eines folgenden Daseins, sind verbrannt, indem die falsche Erkenntnis, in der sie beruhen, durch die universelle Erkenntnis vernichtet worden ist (S. 1086).

Das Adjektiv weise

Weise: Was ist weise? Was kann es heißen, weise zu sein? Woher stammt das Wort? Erfahre hier einiges zum Adjektiv weise, wie es gebraucht wird und wie es verwendet werden kann. Du bekommst auch viele Infos zu verwandten Wörtern, die mit weise im Zusammenhang stehen, ähnlichen Wortursprung haben. Du bekommst auch Informationen über ähnliche Wörter (Synonyme) zu weise sowie Wörter mit der entgegengesetzten Bedeutung, also Antonyme, zu weise. Das Adjektiv weise bezeichnet eine Eigenschaft des Menschen, die man positiv sehen kann, und die du eventuell auch in dir entwickeln willst. Dies ist ein Yoga Wiki Artikel, es geht also auch um die Entwicklung der Persönlichkeit, nicht nur um Germanistik-Wissen oder Wissen für Kreuzworträtsel. So bekommst du hier auch Affirmationen zu weise. Du kannst darüber nachdenken, ob du diese Eigenschaft kultivieren willst. Weise ist ein Adjektiv, also ein Eigenschaftswort, zu Weisheit. Weitere Überlegungen und Tipps zu weise sind zusammengefasst in einem umfangreichen Artikel, Stichwort Weisheit. Hier findest du zunächst eine kurze Definition von weise:

Weise zu sein kann bedeuten, auf Grund von Wissen, Klugheit und tiefer Lebenserfahrung bei Problemen und Herausforderungen die jeweils sinnvollste Entscheidung zu treffen. Weise Menschen besitzen ein tiefes Verständnis über Zusammenhänge in Natur, Gesellschaft und allgemeinem Leben. Sie sind fähig, das Alltägliche vom Standpunkt einer höheren Wirklichkeit zu betrachten und können deshalb bei Erfolg und Misserfolg, bei Freude und Leid, gelassen bleiben.

Weise - Verwandte Begriffe

Hier ein paar Wörter, die mit weise im Zusammenhang stehen. Zunächst ein paar Wörter, die den gleichen Wortstamm haben:

  • Das Substantiv zu weise ist Weisheit.
  • Das Substantivus Agens, also das Wort, das den Handelnden bezeichnet, ist Weiser.
  • Ein Verb dazu ist erweisen.

Gegenteil von weise - Antonyme

Ein Antonym ist ein Gegenteil. Manchmal versteht man Tugenden am besten, indem man sie in Verbindung setzt mit ihrem Gegenteil. Manchmal ist das Gegenteil einer Tugend auch eine Tugend, manchmal auch ein Laster bzw. eine Untugend. Hier also einige Gegenteile von weise, also Antonyme:

Ausgleichende Tugenden

Vieles, was ins Extrem geführt wird, wird zur Untugend. So braucht auch weise einen Gegenpol. Hier einige Gegenpole, also positive Antonyme zu weise:

Antonyme, negative Eigenschaften

Hier einige Beispiele von Gegenteilen, Antonymen, von weise, die man als Laster, bzw. negative Eigenschaften ansehen kann:

Ähnliche Wörter wie weise - Synonyme

Synonyme sind Wörter mit ähnlicher Bedeutung. Hier einige Synonyme zu weise. Manche der Synonyme haben positive Bedeutung. Allerdings gilt auch: Eine Tugend in einem anderen Kontext, oder auch eine Tugend, die übertrieben wird, kann auch negative Bedeutung haben.

Positive Synonyme zu weise

Hier also einige Beispiele von positiven Synonymen zu weise:

Negative Synonyme zu weise

Eine eigentlich positive Eigenschaft übertrieben oder in einem anderen Kontext kann negativ sein. Man kann auch die gleiche Eigenschaft sowohl positiv als auch negativ sehen. Hier einige Beispiele von negativen Synonymen zu weise:

Weisheit Affirmationen

Willst du die Eigenschaft Weisheit in dir entwickeln, stärker werden lassen, kultivieren? Hier findest du ein paar Tipps dazu:

  • Klassische Autosuggestion: Ich bin weise.
  • Entwicklungsbezogene Affirmation: Ich entwickle Weisheit.
  • Wunder-Affirmation: Angenommen, ich wäre weise, wie würde sich das anfühlen, was würde sich ändern, wie würde ich reagieren?

Hilfreich ist natürlich auch eine Meditation, in welcher du diese Eigenschaft in dir stärker werden lassen kannst. Mehr Infos findest du dazu unter dem Stichwort Eigenschaftsmeditation. Schaue auch nach unter dem Stichwort Kultivierung positiver Eigenschaften.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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