Selbstsucht

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Selbstsucht ist ein Verhalten, das vor allem an den eigenen Interessen ausgerichtet ist. Selbstsucht ist Egoismus, Ichsucht. Wie jede Sucht versucht auch die Selbstsucht ein Loch zu stopfen, dass aber mit dem Objekt der Sucht nicht zu stopfen ist. Wahre Selbstliebe ist auch uneigennützige Liebe. Wer diese Art von Selbstliebe nicht hat, auch das Gefühl hat, von anderen nicht geliebt zu werden, der kann Selbstsucht entwickeln. Selbstsucht kann verschiedene Charakteristika einer Sucht entwickeln: Wer eine Weile nichts für sich selbst herausgeschlagen hat, der bekommt Entzugserscheinungen. Wer etwas für sich herausgeholt hat, der schwebt eine Weile in Glücksgefühl. Es braucht aber eine immer höhere Dosis, um zufrieden zu sein.

Liebe ist die Sehnsucht aller, auch bei Selbstsucht

Selbstsucht macht nicht zufrieden und glücklich. Selbstsucht kapselt einen ab von anderen Menschen. Liebe und Mitgefühl, das Gefühl etwas für andere zu bewirken, ein übergeordneter Sinn im Leben, all das braucht ein Mensch, um glücklich zu sein. Letztlich mündet Selbstsucht in Isolation und Unglück - und ist deshalb Strafe in sich. Eigenliebe, Selbstliebe ist gut - Selbstsucht macht unglücklich. Mehr zum Thema Selbstsucht aus spiritueller Sicht unter dem Stichwort Egoismus.

Umgang mit Selbstsucht anderer

Sukadev in einem Kurzvortrag 2015

John F. Kennedy: "Überlege nicht was dein Land für dich tun kann. Überlege was du für dein Land tun kannst."

Vielleicht hast du das Gefühl, das jemand anders ständig an sich selbst denkt. Anstatt etwas für die Gemeinschaft zu tun, tut er nur für sich etwas. Und er macht nur insofern etwas, wie er denkt, das etwas für ihn rausspringt. Du überlegest, ist der vielleicht selbstsüchtig und wie kann man ihm diese Selbstsucht austreiben?

Mein Tipp, sei etwas vorsichtig. Wenn man Menschen vorwirft, selbstsüchtig zu sein, dann fühlen die sich gekränkt, angegriffen und verteidigen sich. Wenn jemand mal im Verteidigungsmodus ist, dann ist es schwierig, mit ihm zu einem guten Ergebnis zu kommen.

Wichtiger wäre, kommuniziere deinen eigenen Bedürfnisse. Sage dem anderen, ich bräuchte das und das. Erwarte nicht, das der andere das sieht. Sondern sage es. Oder sage auch, was für die Gemeinschaft wichtig ist. Sage, ja – unser gemeinsames Anliegen ist das und das. Und da wäre es hilfreich, wenn jeder an einem Strang zieht. Was kannst du dazu beitragen? Manchmal wollen Menschen nicht, das man ihnen etwas vorschreibt. Aber wenn man sie fragt, was willst du dabei beitragen, dann sind sie gerne bereit etwas dazu bei zu tragen.

Also, wirf dem anderen keine Selbstsucht vor sonder überlege, wie du sie dazu inspirieren kannst, bei der gemeinsamen Sache mitzuwirken. Natürlich ist es nicht deine Aufgabe, den anderen genau zu motivieren. Aber wenn du dem anderen klar machst, das seine Hilfe notwendig ist wird er typischerweise gerne mithelfen.

Selbstsucht und Gemeinnutz

Sukadev Vortrag zum Thema 2016

Swami Sivananda stellte den Gemeinnutz vor Eigennutz

Ein Mensch kann sich entweder auf der Ebene der egoistischen Bedürfnisbefriedigung befinden oder sich überlegen "wie kann ich das größtmöglich Gute für andere erreichen?". Man kann das als dualistisch sehen, muss es aber nicht. Denn wenn du etwas für den Gemeinnutz, für andere tun willst, musst du auch dafür sorgen, dass du das langfristig tun kannst. Deshalb wäre das klügste, du überlegst nicht "was brauche ich?", sondern "wie kann ich meine Fähigkeiten und Talente optimal für andere nutzen? Wie kann ich andern optimal helfen?".

Du kannst andern optimal helfen, wenn du selbst an dir arbeitest, gesund bist, viel Prana, Lebensenergie hast, eine Gelassenheit hast, inspirieren kannst, einfach durch dein Wesen, deine Liebe, deine Freude. In diesem Sinn kannst du sagen, du isst und lebst gesund, machst deine Yoga Übungen und Meditationen, auch um anderen zu helfen. Das ist keine Selbstsucht, sondern für das Wohl anderer. Genauso kannst du auch dafür sorgen, dass du dich genügend ausruhst und genügend hast, was du brauchst. Aber nicht für dich selbst, sondern um anderen zu helfen.

Insofern ist es nicht dem Gemeinnutz entgegengerichtet, sich um sich selbst zu kümmern. Umgekehrt, wenn du dich um den Gemeinnutz kümmerst, überlegst, was du Gutes für andere tun kannst, und auch überlegest "wie kann ich meine Talente zum Wohl anderer einsetzen?", dann ist das auch etwas wunderschönes für dich selbst. Mit die schönste Erfahrung ist, wenn du die Erfahrung machst, dass du andern etwas Gutes tun kannst und du merkst, dass du jemanden glücklich gemacht hast, im Herzen berührt hast. Schön ist es auch, wenn du sehen kannst, dass deine besonderen Fähigkeiten besonders viel Gutes bewirken.

Mein Tipp wäre tatsächlich, den Gemeinnutz vor den Eigennutz zu stellen. Sorge aber dafür, dass du dich ausreichend um dich selbst kümmerst, um langfristig andern zu helfen. Gemeinnutz geht vor Eigennutz, das ist meine feste Überzeugung. Und die Menschen sind am glücklichsten, die überlegen, wie sie ein sinnvolles Leben führen können, um anderen zu helfen und zu dienen.

Überlege jetzt, ob du ein Leben führst, das so ausgerichtet ist, um anderen Gutes zu tun. Überlegst du, wenn du Entscheidungen triffst, "wie kann ich anderen am meisten helfen und dienen?"? Überlegst du im Umgang mit anderen "wie kann ich so handeln, dass es für sie am besten ist, oder dass wir gemeinsam das größte bewirken können?" oder überlegst du immer erst "wie krieg' ich für mich am meisten?", "Wie kann ich dafür sorgen, dass ich am größten bei rauskomme?", "Werde ich richtig behandelt?", "Werde ich richtig anerkannt?", "Sind die Leute freundlich genug zu mir?"? Das ist alles mehr auf sich selbst ausgerichtet. Wichtiger ist, überlege, wie du andern helfen und dienen kannst.

Um andern helfen und dienen zu können kann es auch notwendig sein, dass du dich um deine Reputation sorgst, dass du auch dafür sorgst, dass du letztlich einen Einfluss hast, der hilft, dass andere mit dir zusammen wirken. Aber immer ist erst die Frage, wie du deine Fähigkeiten und Talente am besten für andere nutzen kannst. "Was ist das gemeinsame Anliegen von vielen Menschen? Was wollen viele Menschen zusammen Gutes bewirken und wie kann ich mich dort gut integrieren? Wie kann ich mich dort optimal integrieren?".

Wenn du das tust, dann wirst du am glücklichsten sein. Diejenigen, die sich hauptsächlich um sich selbst kümmern, ecken immer wieder bei anderen an. Und wenn du bei anderen aneckst, wirst du unter keinen Umständen glücklich sein. Mensch kann nicht allein glücklich sein, Mensch kann nur glücklich sein, wenn er irgendwo mit anderen verbunden ist, wenn er eine Einheit mit anderen spürt. So ist Gemeinnutz wichtiger als Eigennutz und Selbstsucht kann viele Probleme bewirken.

Überlege selbst, inwieweit gehst du realistisch damit um? Inwieweit denkst du an das Gemeinwohl und wo bist du egoistsch verhaftet? (Materialismus)

Selbstsucht in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Selbstsucht gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Selbstsucht - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Selbstsucht sind zum Beispiel Egoismus, Egozentrik, Ichbezogenheit, Narzissmus, Selbstbesessenheit, Selbstverliebtheit, Eigenliebe, Selbstliebe .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Selbstsucht - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Selbstsucht sind zum Beispiel Selbstkritik, Selbstablehnung, Selbstverneinung, Selbsthass . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Selbstsucht, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Selbstsucht, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Selbstsucht stehen:

Eigenschaftsgruppe

Selbstsucht kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Selbstsucht sind zum Beispiel das Adjektiv selbstsüchtig, das Verb suchen, sowie das Substantiv Selbstsüchtiger.

Wer Selbstsucht hat, der ist selbstsüchtig beziehungsweise ein Selbstsüchtiger.

Siehe auch

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Devadas Mark Janku,

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