Arbeit

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Swami Sivananda

Arbeit als Gottesdienst

Artikel von Swami Sivananda aus: „Practice of Karma Yoga

Verwandle Arbeit in Gottesdienst und Meditation. Diene allem mit tiefer Liebe ohne der Vorstellung, dass sie Mittel zum Zweck sind, und ohne Lohn im Austausch zu erwarten. Dann wirst du Gott verwirklichen. Dienst an der Menschheit bedeutet Dienst an Gott. Arbeit erhebt, wenn sie im richtigen Geist ohne Anhaftung oder Egoismus ausgeführt wird. Wenn du ein Bhakta bist, fühle, dass du ein Nimitta (Instrument) in den Händen Gottes bist. Wenn du den Weg des Jnana einschlägst, werde dir bewusst, dass du ein stiller Sakshi bist und dass Prakriti alles veranlasst. Jede Arbeit ist heilig. Es gibt keine niedrige Arbeit vom Blickwinkel des Höchsten, (aus der Sicht des Absoluten und vom Karma Yoga her gesehen). Sogar Straßenkehren, mit der richtigen geistigen Haltung, wie oben beschrieben ausgeübt, wird zur yogische Tätigkeit der Gotteswahrnehmung.

Überwinde Selbstsucht

Die Selbstsucht hat dein Herz bedauerlich schrumpfen lassen. Sie ist der Fluch des menschlichen Lebens und vernebelt das Verständnis. Selbstsucht bedeutet Kleingeistigkeit. Bhoga (Sinnesfreude) vergrößert Selbstsucht und egoistischen Pravritti (Verhalten). Es ist das Grundübel menschlichen Leidens. Wirklicher geistiger Fortschritt beginnt mit selbstlosem Dienen. Diene Sadhus, Sannyasins, Bhaktas, den armen und kranken Menschen durch Bhava, Prem und Bhakti. Der Gott ist in den Herzen aller.

Bhagavad Gita und Arbeit als Gottesdienst

Isvarah sarvabhutanam hriddese arjuna tishthati
Bhramayan sarvabhutani yantraroodhani mayaya.
„Gott wohnt in den Herzen aller Wesen, Oh Arjuna, und lässt durch seine täuschende Kraft alle Wesen sich drehen, so als stünden sie auf einer Maschine“ Gita: Kapitel XVIII-61.

Der Geist des Dienens muss tief in die Knochen, Zellen, Gewebe und Nerven deines Körpers dringen. Die Belohnung ist unschätzbar. Übe und fühle die kosmische Ausdehnung und unendliches Ananda. Unglaubwürdiges Gerede und lässiges Geschwätz reichen nicht aus, meine lieben Freunde. Bekunde glühenden Eifer und Begeisterung für die Arbeit im Geist des Dienens.

Geistige Einstellung bei der Arbeit

Habe Nishtha (Verankertsein) zu Gott und Chesta (Bemühung) mit Händen wie der Bahurupi, der Nishtha eines Mannes und Chesta einer Frau hat. Allmählich wirst du durch Üben in der Lage sein, zwei Dinge gleichzeitig zu erledigen. Wiederhole den Namen Gottes während der Arbeit. Im Allgemeinen ist Karma Yoga mit Bhakti Yoga verbunden. Ein Karma Yogi opfert Gott alles, was er mit Karma Indriyas (Handlungsorganen) tut, als Opfer - Isvara Pranidhana (Hingabe an Gott). Ein Karma Yogi erwartet als Gegenleistung nicht einmal Liebe, Hochschätzung, Dank oder Bewunderung von den Menschen, denen er dient.

Überwinde Unreinheiten durch Spiritualisierung der Arbeit

Anfangs mögen nicht all deine Karmas von der reinen Art des Nishkamya sein. Einige sind vielleicht Sakamya (mit Erwartung), andere Nishkamya. Du musst sehr wachsam sein und deine Motive während der Handlung überprüfen. Du musst immer in dich gehen. Nach und nach, wenn das Herz durch ständige Arbeit immer reiner wird, sind deine Handlungen völlig zweckfrei und selbstlos.

Im Geist herrschen drei Doshas vor, Mala (der Schmutz von Laster, Verderbtheit und Leidenschaft), Vikshepa (Zerstreuung) und Avarana (Schleier des Unwissens). Mala wird durch Nishkamya Karma Yoga ausgelöscht, Vikshepa durch Upasana (Verehrung) und Avarana durch das Studium der vedantischen Literatur und Jnana. Karma Yoga schafft Chitta Suddhi. Es reinigt das Herz und bereitet den Geist für Jnana Udaya (Dämmerung der Erkenntnis) vor.

Nur wer seine Wünsche zurücknimmt und seine Indriyas kontrolliert, kann Karma Yoga ausüben. Wie kann ein Mann im Luxus mit revoltierenden Indriyas anderen dienen? Er beansprucht alles für sich selbst und möchte andere ausbeuten und dominieren. Als weitere Tugend muss er einen ausgeglichenen Geist haben. Er muss auch frei von Raga Dvesha sein. „Handlung, die geboten ist, keine Verhaftung bringt und ohne Zu- oder Abneigung von einem Menschen ausgeführt wird, der keinen Lohn dafür wünscht – diese Handlung wird als sattvig angesehen“. Gita: Kapitel XVIII-23.

Arbeit und Verzicht

Du musst das Geheimnis des Verzichts auf den Lohn deiner Handlung begreifen. Es ist eine lange und mühselige Aufgabe. Du musst Energie für die Arbeit mit Gleichgültigkeit dem Arbeitsergebnis gegenüber verbinden. Zerstöre den Ehrgeiz und die Begierde des Lebens nach Bequemlichkeit. Arbeite wie es Ehrgeizige tun. Respektiere das Leben, wie es solche tun, die es begehren. Sei glücklich wie jemand, der für das Glück lebt.

Die Versöhnung dieser Gegensätze ist das Geheimnis des Verzichts. Wer immer Macht und ein bequemes Leben anstrebt, handelt in Hinblick darauf, diesen Lohn zu erhalten und zu genießen. Das Motiv für die Anstrengung ist der Lohn. Das Sehnen nach ihm inspiriert das Bemühen. Aspiranten müssen so energisch wie die Kinder dieser Welt arbeiten, aber mit einem neuen Motiv. Sie arbeiten zur Erfüllung des göttlichen Gesetzes, damit der göttliche Zweck verbreitet und der göttliche Wille in alle Richtungen ausgeführt wird. Darin besteht das neue Motiv und die alles bezwingende Macht. Sie arbeiten allein für Gott und bauen so keine Karmafesseln auf, denn der Wunsch ist es, der uns bindet.

Nun ist es schwierig, zum totalen Verzicht zu gelangen und es verlangt lange und geduldige Praxis. Der Probant beginnt, den Ergebnissen gegenüber, die ihm persönlich durch seine Handlungen zuteil wurden, gleichgültig zu sein. Er versucht, sein Bestes zu geben und sich dann aller, durch die Reaktion ausgelöster Gefühle, zu befreien, indem er hinnimmt, was immer ihm auch widerfährt. Stellt sich Erfolg ein, bremst er sein Hochgefühl, ist es Misserfolg, so wird er nicht zulassen, dass Niedergeschlagenheit von ihm Besitz ergreift. Er wiederholt seine Anstrengungen ständig bis er langsam feststellt, dass er anfängt, auf Stockungen (oder Misserfolge) wenig zu geben, während er gleichzeitig nichts von seiner Energie und Sorgfalt bei seinen Handlungen einbüßt. Er sucht keine äußeren Aktivitäten, sondern tut sein Bestes in jeder sich ihm stellenden Pflicht. Er beginnt, einen gleichmütigen Geist zu zeigen, der die krönende Stärke und Loslösung der Seele kennzeichnet.

Er treibt diese Entwicklung voran, indem er die Werte der sogenannten weltlichen Kosten kühl kalkuliert und indem er über ihre vergängliche Natur, Sorge und Unruhe derjenigen, deren Herz daran geheftet ist sowie die Leere in ihnen, wenn sie schließlich festgehalten werden, und den Überdruss, der gleich auf Besitz folgt, meditiert. Die intellektuelle Anerkennung dieser Kosten kommt ihm bei der Enttäuschung zu Hilfe, hält ihn im Erfolg zurück und hilft ihm so beim Halten von größerem Gleichgewicht. Dies ist ein Thema der tagtäglichen Anstrengung, die seine Kraft auf Jahre hinaus in Anspruch nehmen wird. Der Proband muss sich darauf besinnen, dass ein Großteil seiner Aufgabe darin besteht, die Konzepte zu üben, die von sämtlichen ernsthaften religiösen Vorbildern aufgesetzt wurden.

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