Wut

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Wut - Definition und praktische Lebenshilfe. Wut ist eine gesteigerte Form des Ärgers. Wut ist ein sehr heftiges Gefühl von Zorn. Wenn die Wut ausbricht, kann man das als Wutanfall bezeichnen. Dann wird der Betreffende auch laut, kann in seiner Wut Dinge sagen und tun, die er nachher bereut. Man kann vor Wut rot anlaufen. Man kann eine Wut im Bauch haben, die man aber unterdrückt. Manchmal wird man von der Wut gepackt und schreit los. In beruflichen Kontexten wird eher empfohlen, seiner Wut keinen Ausdruck zu verleihen. Auch in der Kindererziehung wird empfohlen, dass Eltern nicht wütend zu ihren Kindern sprechen. Wut ist heute eher etwas, das Kinder gegenüber Eltern oder anderen Kindern ausdrücken. Ob man seiner Wut in der Zweierbeziehung Ausdruck verleihen soll oder kann, darüber streiten sich die Psychologen und Paarberater. In der GfK, der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg, wird empfohlen, dem anderen nicht in der Wut Vorwürfe zu machen, sondern seiner Wut in Ichbotschaften Ausdruck zu verleihen. Das Wort Wut kommt vom althochdeutschen wuot, das im 8. Jahrhundert heftige Bewegung, heftige Gemütserregung, Raserei bedeutet. Wuot war ein Substantiv vom Adjektiv woda, besessen, erregt. Wut hat vom Wortursprung etwas zu tun mit Wotan, einem der wichtigen Götter in der germanischen Mythologie. Wut bezeichnet eine leidenschaftlich ausbrechende Gemütserregung, die sich gegen eine Person oder Sache richtet. Der Zorn, die Wut, kann auch edel, berechtigt und von der Vernunft beherrscht sein. Gerade in früheren Zeiten wurden Emotionen auch theatralisch überhöht, um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Heutzutage, in Zeiten der Coolness, gilt es als uncool, wenn ein einzelner wütend wird. Wut wird eher ausgelebt in der Masse. Der westliche Mensch lebt z.B. seine Emotionen besonders stark beim Zuschauen von Fußballspielen aus. Bekannt ist auch die Empörungskultur, der Wutbürger. Kollektiviert ist Wut also etwas, was weiterhin eine starke Macht hat. Aber einzelne verlieren an Achtung, wenn sie ihrer Wut freien Lauf lassen.

Entspannung ist wichtig bei Wut

Wut in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Wut gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Wut - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Wut sind zum Beispiel Wut, Anstrengung, Glut, Empörung, Ärger, Furor, Hemmungslosigkeit, Raserei, Zorn, Wutausbruch, Anfall, Erbitterung, Aufgebrachtheit, Stinkwut, Wutausbruch, Wutanfall, Leidenschaft, Dynamit, Elan, Erregung, Feuer, Fieber, Intensität, Passion, Schwung, Hitze .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Wut - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Wut sind zum Beispiel Entspannung, Entspanntheit, Entkrampfung, Lösung, Enthemmung, Erholung, Ruhe, Beruhigung, Frieden, Ruhepause, Rast, Regeneration, Erneuerung, Untätigkeit, Untertreibung . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Wut, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Wut, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Wut stehen:

Eigenschaftsgruppe

Wut kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

  • Schattenseiten-Kategorie Ärger

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Wut sind zum Beispiel das Adjektiv wütend, das Verb wüten, sowie das Substantiv Wütender.

Wer Wut hat, der ist wütend beziehungsweise ein Wütender.

Buntes Potpourri zum Thema Wut

Eine frühere Wikischreiberin aus der Anfangszeit von Yoga Wiki hat folgendes Potpourri zum Thema Wut hinterlassen. Es erscheint etwas ungeordnet - aber vielleicht regt es zum Nachdenken an:

Swami Sivananda über Ärger:

"Und der Mensch stottert und sucht in großer Wut nach Worten. (...) Der Zorn ist wie ein Bumerang, denn er verletzt den Menschen, der zornig wird. Er kommt zum Wütenden zurück und fügt ihm Schaden zu (..) Zorn ist persönlich und normalerweise selbstsüchtig. Er entstand aus tatsächlichem oder vermeintlichem Übel, das einem zugefügt wurde. Unmut ist unpersönliches und nicht selbstsüchtiges Mißfallen über unwürdige Taten. Reiner Unmut wird nicht gefolgt von Reue und bedarf keiner Entschuldigung. Er ist auch besser beherrscht als Zorn. Zorn ist gewöhnlich ein Laster. Unmut ist oft eine Pflicht. Wir sprechen von ‘gerechtem / religiösem Zorn’. Nehmen wir als Beispiel, daß ein Mann ein Mädchen belästigt und ein Zeuge über ihn zornig wird, dann nennt man dies »gerechte Empörung«, die nicht von Übel ist;leichten Zorn selbstlos als Kraft "...

Die Begrifflichkeit ist ärgerlich?

Mehr dazu

Wut und Zorn scheinen im hiesigen religiösen Raum (oft?) umgekehrt unterschieden zu werden - auch, um sich über bewußte Wut ab zu grenzen. D.h. zu unterlassen, sich eher unbewußt bzw. blockiert aufzuopfern und damit selbst zu verletzen. Siehe den Buchtitel mit "Wut" auf die, hier Kapitel: Kirche von darin durchaus etablierten Priestern und Pfarrer/innen, wie Beispiel u.a.... Friedrich Schorlemmer präzisiert ebenda, es sei wohl eher ein protestantischer Begriff - Katholiken hätten W. vermissen lassen (vgl. Ökumene-...).

Selbstverständlich: Wut darf in einer Religion eigentlich gar keine Gewalt bedeuten; auch keine Selbstverletrzung = eher Mitleid, Nachsicht, ... oder so? (darf noch dringend ergänzend erklärt werden müssen, s. oben; als in der Übersetzung Swami Sivanandas siehe oben Unmut).

Weitere Hintergrundgedanken hier

Vgl. u.a. Wikipedia über Wotan:

"(...) verwandt mit altindisch vátati. Die protogermanische Urform des Götternamens lautete demnach Wōdanaz. Das mittelhochdeutsche und althochdeutsche wuot, neuhochdeutsch Wut, (...) entstammt ebenfalls diesem indogermanischen Wortgeschlecht, entsprechend altnordisch ódr, mit der Bedeutung von „Stimme, Gesang, Leidenschaft, Dichtung“, verwandt mit gemeingermanisch *wōda ‚besessen, erregt‘. (...) sind charakteristische Darstellungen der Wesenhaftigkeit und der Handlungsmaximen Odins/Wodans. Die inspirierte, eelische Erregung kann sich auf die poetische Dichtung ebenso beziehen wie auf die Magie und deren Möglichkeiten im Krieg, indem die Gegner magisch verblendet wurden, oder auf die jähzornartige Berserkerwut.

("(...) „Wuodan id est furor“ („Wodan bezeichnet das Wüten“). Richard Wagner entschied sich für die zwischen Wodan und Wuotan vermittelnde Schreibweise Wotan - nur im Langobardischen einmal belegt ist, wurde durch den Einfluss seiner Opern die heute gebräuchlichste Schreibweise des Namens. (.) Der Wochentag Mittwoch nimmt in anderen germanischen Sprachen nach der Interpretation (respektive Anlehnung) des römischen Vorbilds auf Wodan Bezug. Der „Wodanstag“ oder auch „Wodenstag“, Woensdag im Niederländischen, wurde im Neuenglischen zum Wednesday (...) (...))"


Siehe auch

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