Parabrahman

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Parabrahman (Sanskrit: परब्रह्मन् parabrahman n.) ist eine der vielen Bezeichnungen für das Höchste, das Absolute. Das Sanskritwort Parabrahman besteht aus zwei Wörtern, "Para" und "Brahman". Brahman, ist das Absolute. Para ist das Höchste. Parabrahman ist das hinter aller Form, hinter allen Namen Seiende. Parabrahman ist jenseits von Ishvara. Parabrahman ist der stille Zeuge, reines Bewusstsein.

Meditation auf den Gipfeln der Berge - Parabrahman, dem Höchsten nahe sein

Sukadev über Parabrahman 2015

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Parabrahman

Parabrahman ist das höchste Brahman. Para heißt "jenseits", "oberhalb", "das Höchste". Und Brahman ist das Absolute. Eigentlich ist Brahman schon das Absolute, etwas Höheres als Brahman kann es nicht geben. Dennoch, Inder neigen dazu, gerne etwas noch stärker auszudrücken, deshalb sagt man auch Parabrahman. Also nicht nur Brahman, was schon das Absolute ist, sondern letztlich, Brahman ist jenseits allem Vorstellbaren, deshalb Parabrahman. Gott ist jenseits von allem, Para, Gott ist Brahman, das Absolute. Es gibt auch viele Sanskrit-Hymnen, die Parabrahman enthalten, zum Beispiel: „Guru Brahma Guru Vishnu Guru Devo Maheshwara Guru Sakshat Param Brahma Tasmai Shri Gurave Namaha.“ Der Guru ist Parabrahman, das höchste Brahman, das Brahman jenseits allen Vorstellbaren.

Parabrahman - Der innere Führer

Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Jnana Yoga" von Swami Sivananda (Hrsg.: Divine Life Society, 2007), S. 79-83

Gruß sei Parabrahman, das die Essenz der inneren Führung darstellt, das der Höchste Herr der inneren Führung sowie der höchste Purusha in der göttlichen Hierarchie ist. Parabrahman ist die Verkörperung von Erkenntnis und Glückseligkeit.

Parabrahman, das in dieser Welt weilt, das die Welt nicht kennt, dessen Körper diese Welt ist, das die Welt von Innen heraus lenkt, ist dein innerstes Selbst, dein innerer unsterblicher Führer. Es ist der höchste Herr der inneren Führung.

Parabrahman, das im Körper weilt, das der Körper nicht kennt, dessen Körper dieser Körper ist, das den Körper von Innen heraus lenkt, ist dein innerstes Selbst, dein innerer Führer.

Parabrahman, das in den Augen weilt, das die Augen nicht kennen, dessen Körper diese Augen sind, das die Augen von Innen heraus lenkt, - wisse, dass Es der höchste Herr der inneren Führung ist.

Parabrahman, das in den Ohren weilt, das die Ohren nicht kennen, dessen Körper diese Ohren sind, das die Ohren von Innen heraus lenkt, - wisse, dass Es der höchste Herr der inneren Führung ist.

Parabrahman, das im Geiste weilt, das der Geist nicht kennt, dessen Körper dieser Geist ist, das den Geist von Innen heraus lenkt, - wisse, dass Es der höchste Herr der inneren Führung ist.

Parabrahman, das im Prana weilt, das der Prana nicht kennt, dessen Körper dieser Prana ist, das den Prana von Innen heraus lenkt, - wisse, dass Es der höchste Herr der inneren Führung ist.

Parabrahman, das in der Buddhi weilt, das die Buddhi nicht kennt, dessen Körper diese Buddhi ist, das die Buddhi von Innen heraus lenkt, - wisse, dass Es der höchste Herr der inneren Führung ist.

So wie jedes Land eine Regierung besitzt, um die Nation zu führen und Gesetz und Ordnung zu erhalten, so gibt es auch eine Innere Führung, die Gesetz und Ordnung des Universums erhält. Diese wunderbare innere Führung hat Satyam als Banner, Dharma als Siegel, Omkara als Binde, Unterscheidungskraft als Wappen und Leidenschaftslosigkeit als Schild.

Es ist eine ewige Führung. Sie hat ein unveränderliches Ziel, nämlich, die Aspiranten zur Erkenntnis des Selbst zu leiten. Sie dürstet nicht nach Gewalt. Ihr Schatz ist unerschöpflich. Ihre Herrschaft ist unendlich und grenzenlos. Ihr Wohlstand besteht aus höchstem Frieden, ewiger Glückseligkeit, immerwährender Freude, ewiger Zufriedenheit und dem heiligen Wissen der Upanishaden.

Der Herr dieser Führung ist kein Präsident, kein Diktator, kein König. Der Herr der inneren Führung ist Isvara, der Höchste Herr. Drei Gestalten nimmt Er an, Brahma, um die Welt zu erschaffen, Vishnu, um die Welt zu erhalten und Rudra, um die Welt aufzulösen. Er ist der Antaryamin, der innere Führer, der spirituelle Herr.

Über Isvara steht Parabrahman, der stille Zeuge und Höchste Herr. Durch Sein Gebot trennten sich Himmel und Erde. Durch Sein Gebot strahlen Sonne und Mond. Durch Sein Gebot laufen Seen und Flüsse nicht über. Durch Sein Gebot gelingen die Jahreszeiten, die Sonnenwenden und das Jahr. Durch Sein Gebot erfüllen sich Karma und die Früchte daraus. Durch Sein Gebot stehen Sonne und Mond am richtigen Platz am Himmel.

Das gesamte Universum entströmte Brahman und geht in das Höchste Brahman ein. Dieses Brahman ist Schrecken, ein erhobener Donnerkeil. Die Es erkennen werden unsterblich. Aus Ehrfurcht vor Brahman brennt das Feuer. Aus Ehrfurcht vor Brahman scheint die Sonne. Aus Ehrfurcht vor Brahman wirken Indra, Vayu und der Tod. Es gibt vollkommene Gerechtigkeit bei der inneren Führung. Die Devatas erhalten ihren Stand entsprechend ihrer Leistung und ihrer gerechten Taten.

Gott wird von acht Lokapalas, den Wächtern der Himmelsrichtungen, unterstützt. Ihre Namen sind Indra, Varuna, Agni, Yama, Nirriti, Marut, Kubera und Isana. Yama, Varuna, Indra, Brihaspati und Surya sind die Minister des inneren Führers. Sie haben einen feinstofflichen Körper und können jede beliebige Gestalt annehmen. Sie sind mit großer Macht ausgestattet. Die acht Vasus, die elf Rudras und die zwölf Adityas erfüllen ebenso ihre Aufgaben in der Verwaltung der inneren Führung. Indra ist der Herr über die Devas. Jeder, der dazu befähigt ist, kann ein Indra werden. Indra ist ein Status innerhalb der Hierarchie der Devas.

Das Wehen des Windes, das Aufgehen der Sonne, der Wechsel der Jahreszeiten, Regen, alles wird von den Devas verwaltet. Die Devas sind hierarchisch organisiert. Angenommen, hier ist ein junger Mann, ein guter junger Mann, belesen in den Schriften, diszipliniert, mutig und stark. Angenommen die Erde, mit all ihrem Wohlstand, ist sein. Das entspricht der Glückseligkeit eines Menschen. Das Hundertfache der Glückseligkeit eines Menschen ist die Maßeinheit der Glückseligkeit für einen menschlichen Gandharven. Das Hundertfache der Glückseligkeit eines menschlichen Gandharven ist die Maßeinheit der Glückseligkeit für einen himmlischen Gandharven. Das Hundertfache der Glückseligkeit eines himmlischen Gandharven ist die Maßeinheit der Glückseligkeit für einen Deva. Das Hundertfache der Glückseligkeit eines Devas ist die Maßeinheit der Glückseligkeit für einen Karma Deva. Das Hundertfache der Glückseligkeit eines Karma Devas ist die Maßeinheit der Glückseligkeit für Indra. Das Hundertfache der Glückseligkeit Indras ist die Maßeinheit der Glückseligkeit für Brihaspati. Das Hundertfache der Glückseligkeit Brihaspatis ist die Maßeinheit der Glückseligkeit für Prajapati. Das Hundertfache der Glückseligkeit Prajapatis ist die Maßeinheit der Glückseligkeit für Brahma. Die Glückseligkeit Brahmas ist nur ein Atom, verglichen zur Glückseligkeit des Höchsten Herrn, des inneren Führers.

Der Wechsel bei den Ministern des inneren Führers erfolgt zu Beginn eines Mahakalpas. Gott ist allmächtig. Alles geschieht durch Sankalpa. Gott braucht keine Werkzeuge wie Hände usw. Auch die Devas nicht.

Das Christentum sagt, dass es einen kollektiven Körper der Engel gibt, der in drei Gruppen und neun Ordnungen verschiedener Macht und Herrlichkeit unterteilt ist: 1. die Seraphim und Cherubim, 2. Herrschaft, Tugend, Macht und 3. Mächtige, Erzengel, Engel. Der Engel ist ein göttlicher Bote, ein Sohn Gottes. Er entspricht den Devas des Hinduismus. Der Erzengel ist ein Engel höchster Ordnung.

Körper, Geist und Sinne werden von einem bestimmten Deva gelenkt. Auch hier wirkt der innere Führer. Varuna lenkt die Zunge, Indra die Hände, Vishnu die Füße, die Sonne die Augen, Vayu die Haut, Dik die Ohren, die Ashvin die Nase, Agni die Sprache, Yama den Anus, Prajapati die Zeugungsorgane, Soma den Geist, Brahma den Intellekt, Vishnu das Chitta, Rudra den Ahamkara. Ebenso lenkt ein Deva die fünf Elemente. Diese Devas lenken uns und reichen uns die Hand auf unserem Weg zur höchsten Herrlichkeit, wenn wir uns Ihnen mit Hingabe nähern. Sie nehmen die Hindernisse und leuchten uns auf dem spirituellen Weg. Sie erhalten die Harmonie der Welt. Sie werden gepriesen durch Darbringung von Ghee und Wasser sowie durch die Rezitation von Gebeten und Mantras. Anrufungen Agnis und Suryas finden wir in der Isavasya Upanishade.

Wer das harmonische Wirken der inneren Führung versteht, wer mit der inneren Führung in Harmonie schwingt und wer den höchsten Herrn der inneren Führung kennt, der erlangt Wohlstand, nie endenden Ruhm, Herrlichkeit, ewige Glückseligkeit und Unsterblichkeit.

Sukadev über Parabrahman 2014

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Parabrahman

Para heißt schon „das Höchste“ und „jenseits“. Brahman ist das Absolute. Eigentlich ist Brahman schon das Absolute und Para allein ist schon das Absolute. Parabrahman ist das "absolute Absolute", "das jenseitigste Jenseits". Es ist einfach nur ein Ausdruck, der ganz besonders ausdrücken will, dass wir zum Höchsten kommen wollen. Es gibt ja auch diesen Ausdruck: „Gurur Brahma Gurur Vishnuh Gurur Devo Maheshwarah Guruh Sakshat Param Brahma Tasmai Shri Gurave Namaha. Ehrerbietung dem Guru, der sich manifestiert als Brahma, Vishnu und Shiva. Ehrerbietung dem Guru, der Parabrahman verwirklicht hat. Und Ehrerbietung dem Guru, der mich bitte zu diesem Parabrahman führen möge.“

Parabrahman – das Absolute. Parabrahman – das Höchste. Parabrahman – die Erfahrung von Parabrahman, das ist das Ziel aller Existenz. Letztlich kann man sagen, es gibt den manifestierten Brahman, das ist diese Wirklichkeit, diese Welt. Im Grunde gibt es nur Brahman. Shankara sagt: „Brahma Satyam. Es gibt nur Brahman. Jagan Mithya. Die Welt, als etwas Getrenntes, ist nur Täuschung und Illusion.“ Es gibt nur Brahman.

Brahman, kann man sagen, hat zwei verschiedene Aspekte: Es gibt den manifestierten Brahman, und diese ganze Welt ist Brahman. Man kann auch sagen, wir nennen die Welt Brahman und Brahman die Welt. Zwar kann man sagen, die Welt ist auch Illusion, die Welt gibt es nicht so, wie du sie wahrnimmst, aber du siehst eine Welt. Die Vedantins können sich unterhalten: „Gibt es die Welt, gibt es sie nicht? Ist es nur Schein? Ist nur der Schein wirklich oder unwirklich?“ De facto nimmst du eine Welt wahr. Und weil du eine Welt wahrnimmst, aber die Welt trotzdem Brahman ist, muss die Welt Brahman sein. So gibt es also einen manifestietren Brahman.

Und du kannst dir das auch vorstellen, du kannst sagen: „Ja, diese wunderschönen Blüten sind Brahman. Diese wunderschönen Blumen sind Brahman. Auch das weniger Wunderschöne ist auch Brahman. Alles ist Brahman.“ „Sarvam Brahman, Sarvam Kalvidam Brahman“, das ist ein anderer Ausdruck einer Schrift, „alles ist wahrhaftig Brahman“. Also, Brahman gibt es als manifestierten Brahman, aber es gibt eben auch Parabrahman. Und Parabrahman heißt: nicht manifestierter Brahman, die Wirklichkeit, reines Bewusstsein, das sich nicht manifestiert, das ist das, was du auch erfahren willst.

Du kannst Gott auf zweierlei Weise erfahren: Du kannst erfahren, dass Gott überall im Manifesten ist, und du kannst Gott verwirklichen, indem du jenseits des Manifesten gehst. Als drittes gibt es dann natürlich noch Ishwara. Ishwara ist wie das Mittelding zwischen Nicht-Manifesten und Manifesten. Ishwara ist Brahman, der in die Welt als Intelligenz hinein wirkt und letztlich die Welt schafft, erhält und zerstört. So wird auch gesagt, Ishwara wäre Saguna Brahman, das heißt, Brahman mit Eigenschaften.

Jetzt hast du schon einiges. Du hast Parabrahman, den jenseitigen Brahman. Du hast den manifestierten Brahman, diese Welt. Dann hast du Nirguna Brahman, das ist Gott ohne Eigenschaften, identisch mit Parabrahman. Und du hast Saguna Brahman, Ishwara, der Schöpfergott, der Gott, der die Welt schafft, erhält und auflöst. Also, viel mit Brahman, und besonders eben Parabrahman – Brahman, der jenseits aller Vorstellungskraft ist, jenseits aller Gedanken. Parabrahman – höchstes Brahman, höchstes Bewusstsein.

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Jnana Yoga, Hrsg.: Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag
  • Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von Heute

Weblinks

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