Erkenntnis

Aus Yogawiki
Version vom 7. August 2020, 10:10 Uhr von Sanatani (Diskussion | Beiträge) (Viveka Chudamani – Hilfen um zur Erkenntnis zu kommen)

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Erkenntnis ist ein Zugewinn an Wissen, Bewusstsein, Einsicht. Dieser Artikel behandelt den Begriff der Erkenntnis aus yogischer Sicht. Grundlegend handelt es sich bei Erkenntnis um den Akt und das Ergebnis des Zugewinns an Wissen, Einsicht oder Bewusstsein. Aufgrund einer Erkenntnis wird etwas zunächst nicht Offensichtliches durchschaut. Eine Erkenntnis ist abhängig vom Subjekt, das etwas erkannt hat.

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Eine andere Person kann diesen subjektiven Prozess der Erkenntnis sowie das Resultat der Erkenntnis je nach Inhalt der Erkenntnis ggf. nicht ohne weiteres nachvollziehen. Stellt sich der Inhalt der Erkenntnis für viele Menschen gleich dar, spricht man eher von Wissen, da dies objektiverer Natur ist und eher überprüfbar ist.

Obwohl die Erkenntnis abhängig ist vom Subjekt der Erkenntnis, man also nicht von einem allgemeingültigen Prozess oder Ergebnis sprechen kann, wird der Inhalt einer Erkenntnis als gesichert also als relativ wahr angesehen. Das Relative bezieht sich hier auf das Subjekt, welches davon ausgeht, etwas Wahres für sich entdeckt zu haben, selbst nicht von einer absoluten Wahrheit gesprochen werden kann.

Erkenntnis kann sein:

(1) eine persönliche Einsicht sein

(2) eine neue Entdeckung, welche den wissenschaftlichen oder administrativen der organisatorischen Kenntnisstand erweitert – so kommt die Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen, die Polizei kann neue Erkenntnisse gewinnen, die Marktforschung sucht neue Erkenntnisse – und Betriebe setzen neue Erkenntnisse um.

Hier soll es mehr um Erkenntnis als persönliche Einsicht, als persönliches neues relevantes Wissen gehen: Erkenntnis ist etwas, das man erkannt hat, für richtig befunden hat. Erkenntnis kommt von kennen, wissen. Etwas neu zu kennen bedeutet etwas zu erkennen. Erkenntnis ist aber kein rein intellektuelles Wissen. Erkenntnis ist ein durch Einsicht, Eingebung oder Erfahrung gewonnenes Wissen. Ein Sinn des Lebens ist, immer neue Erkenntnisse zu gewinnen. Tiefere Erkenntnisse betreffen den Sinn des Lebens, Sinn des Daseins, die tiefere Bedeutung des Lebens, der Welt, von Gott.

Erkenntnis - eine Tugend. Was ist Erkenntnis? Woher kommt das Wort? Wozu ist Erkenntnis hilfreich? Was sind Synonyme (ähnliche Begriffe), was sind Antonyme (Gegenteile) von Erkenntnis?

Inhaltsverzeichnis

Wege der Erkenntnis

Je nach Art des zu erkennenden Inhaltes eignen sich verschiedene Methoden des Erkennens. Manchmal reicht die schlichte Wahrnehmung mit den menschlichen Sinnen aus, um etwas zu erkennen. Hier bewegt man sich eher im Bereich von allgemein nachvollziehbarem Wissen wie das aktuelle Wetter oder die Haarfarbe einer Person.

Etwas komplexer ist die Erkenntnis durch logisches Denken in Zusammenhängen, durch Tests, Forschung, Erklärungen, Studium von Schriften etc. Auf diese Weise können etwa Naturgesetzte erforscht und Zusammenhänge verstanden werden.

Aus yogischer Sicht unterstützt auch die Meditation die Erkenntnisgewinnung. Sie wirkt zum einen durch Verbesserung der Konzentration, so dass man sich besser auf ein Objekt der Erkenntnis fokussieren kann. Zum anderen hilft die Meditation bei der Ausdünnung des Geistes, so dass quasi spontane Eingebung, Aha-Erlebnisse, einen Schub an Erkenntnis begünstigen können.

Yoga der Erkenntnis

Bücher von Swami Sivananda findest du im Yoga Vidya Shop

- Ein Artikel aus dem Yoga Vidya Journal Nr. 40 Frühjahr 2020 von Swami Sivananda - Auszug aus seinem Buch: Yoga im täglichen Leben -

Befreiung (Moksha) ist das höchste Gut des Lebens. Freiheit von Geburt und Tod bedeutet keineswegs Vernichtung, nur Vernichtung dieses kleinen Ichs. Man erlangt Moksha durch Erkenntnis des Selbst. Man muss durch unmittelbare intuitive Erfahrung die Wahrheit erkennen. Man muss durch Meditation über das Selbst den Schleier des Nichtwissens zerreißen. Dann wird man in seiner ursprünglichen Reinheit und göttlichen Herrlichkeit leuchten.“

Bejahe die Majestät deines wirklichen Selbst

Du bist nicht das kleine Selbst Herr Fritz Müller. Du bist auch nicht Fräulein Grete Meier. Und du bist nicht Herr Karl Schmidt und auch nicht Frau Bergmann. Versuche doch, diese körperliche Vorstellung zu beseitigen. Versuche diese Geschlechtsvorstellung auszulöschen. Du bist weder männlich noch weiblich. Verwandle die Geschlechtskraft oder Zeugungskraft in geistige Energie oder Ojas Shakti durch fromme Gedanken, andauernden Verkehr mit Heiligen (Satsanga), ununterbrochene Atma-Erforschung, Studium von Atma-Jnana-Büchern, geistige Schulung und Meditation. Denke immer: „Ich bin. Ich existiere. Ich bin ein Zentrum des Bewusstseins im Ozean des Lebens. Ich bin ein Zentrum von Denken, Einfluss und Macht.“

Mut, Kraft, Stärke, Weisheit und Freude sind dein göttliches Erbe, dein Geburtsrecht aus dem Absoluten. Entwickle deine Willenskraft. Der Wille hat schon Riesen des Intellekts und des Geistes geschaffen. Du bist eben soviel wie jeder andere Mensch. Du bist aus derselben Quelle hervorgegangen. Du bist ein Ausdruck des einen Lebens, des einen Seins, des einen Seienden (Sat), der einen Wirklichkeit. Du bist das wirkliche „Ich“, das wirkliche Atma. Du bist unsterblich. Du kannst kaum vernichtet werden. Du bist unbesiegbar. Du kannst auf keine Weise zerstört werden. Glaube an diese Sinnenwelt allein bedeutet Tod. Deine eigentliche Natur ist absolute Wirklichkeit (Satchidananda), Unsterblichkeit und Seligkeit. Wer das Selbst schaut, schaut weder Tod noch Krankheit noch Sorgen. Der Schauende schaut alles als sein eigenes Selbst. Er durchdringt alles. Er erkennt alles. Er ist allmächtig.

Was ist Atman?

Atman oder Brahman ist absolute Existenz, absolute Erkenntnis, absolute Seligkeit. Es ist etwas anderes als der grobe, feine und ursächliche Leib. Es reicht über die fünf Hüllen des Nichtwissens (Pancha Koshas) hinaus. Es ist Zeuge der drei Zustände: Wachen, Träumen und Tiefschlaf. Es ist Grundlage und Voraussetzung der 24 Tattvas (Schwingungszustände). Es unterscheidet sich von Jiva (Mensch) und Ishwara (persönlicher Gott), die mit Avidya und Maya (Täuschung) verbunden sind.

Das Selbst scheint infolge von Avidya (Nichtwissen) endlich zu sein. Wenn aber das Nichtwissen vernichtet wird, leuchtet Atman aus seiner eigenen Leuchtkraft wie die Sonne, sobald die Wolken aufreißen. Dieses irdische Leben (Samsara), das mit Liebe, Hass und so weiter erfüllt ist, gleicht tatsächlich einem Traum. Es scheint alles wirklich zu sein, solange man darin verwickelt ist. Wenn man aber durch Erkenntnis erwacht, wird alles unwirklich.

Wie im Wasser Blasen aufsteigen, schweben und zerplatzen, so nimmt offensichtlich Gott, das reine Atman, das die stoffliche Ursache von allem ist, durch die Berührung mit den fünf Hüllen und so weiter ihre entsprechenden Eigenschaften an. Wie wir den Himmel für blau halten, legen wir uns infolge unserer unscharfen Unterscheidung die Eigenschaften und Tätigkeiten des Körpers und seiner Organe im reinen Satchidananda Atman bei. Leidenschaft, Begierden, Glück, Elend und so weiter wirken nur während des Wach- und Traumzustandes, wenn der Intellekt zugegen ist. Im Tiefschlaf, wo der Intellekt abwesend ist, merkt man nichts von ihnen. Also sind das alles Eigenschaften des Intellekts und nicht des reinen Nirvikalpa (ohne Zweifel) Atman. Selbstsucht und die Vorstellung „Ich weiß“ entstehen, weil wir ohne genaue Unterscheidung die Satchidananda - Wirklichkeit Atmans (reines Dasein, reine Erkenntnis, reine Seligkeit) mit den Funktionen Buddhis (Vernunft, der Intellekt, die Unterscheidungskraft) vermengen.

Viveka Chudamani - Die Erkenntnis des Selbst führt zur Befreiung

Erkenne wer du wirklich bist und sei frei

- Kommentar zum Viveka Chudamani Vers 56 von Sukadev Bretz -

„Nicht durch Yoga Praktiken, nicht durch „sāṁkhya“, nicht durch Rituale, nicht durch Gelehrtheit wird man befreit, sondern nur durch das Erkennen der Einheit von Brahman und Atman.“

Erkenne die Einheit von Atman und Brahman =

Das ist eine großartige Aussage. Es ist wichtig, das zu verstehen. Nicht die Praktiken selbst führen dich zur Befreiung. Erwarte nicht, dass du nur durch ausreichende Yogapraxis und Meditation Samadhi und Erleuchtung erlangst. Es wichtig die Praktiken zu üben, aber die Erkenntnis des Selbst ist das, was notwendig ist.

Meditation und Yoga Praxis reinigt

Die Praxis des Yoga und der Meditation reinigen dich und führen dich zu einem sattvigen Gemütszustand. Frage zudem mit Intensität: „Wer bin ich?“ Erkenne dein Selbst und sei frei. Dies gilt für den Jnana Yogaweg.

Intensive Gottesliebe führt zur Gotteserfahrung

Auch im Bhakti Yoga wird die Gottverwirklichung nicht alleine durch Rituale und Mantras erreicht. Diese helfen, in dir Hingabe zu erzeugen. Aber nur die intensive Gottesliebe (Bhakti) führt dich dazu, Gott zu erfahren.

Intensität und zielgerichtete Absicht ist notwendig

Im Raja Yoga reicht es ebenfalls nicht aus, nur zu meditieren und Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara und Dharana zu praktizieren. Alleine die mechanische Ausführung von Praktiken reicht nicht aus. Die innere Intensität und Intention sind dazu notwendig und wichtig.

Stell dir die Frage: Wer bin ich?

Die Viveka Chudamani beschäftigt sich auch mit dem Weg des Jnana Yoga. Wenn du also meditierst, dann meditiere auch über die Frage: „Wer bin ich?“. Wenn du Yoga Übungen machst, halte in der Asana einen Moment inne und versuche in die vedantische Analyse zu gehen.

Lerne nicht nur Schriften - wie die Viveka Chudamani -, Sanskritausdrücke, Konzepte und Philosophien, sondern nimm diese zum Anlass dich zu fragen: „Wer bin ich?“

Strebe mit Intensität danach. Verschiedene Professoren, Indologen und Philosophieprofessoren haben die Upanishaden, die Werke von Shankara, gelesen und kennen die ganze Philosophie. Aber sind sie deshalb erlöst, oder befreit? – Nein.

Wenn du nur versuchst das Ganze mit intellektueller Neugier zu verstehen, um vielleicht zu zeigen, dass Du mehr als andere weißt, führt das zu keinem spirituellen Fortschritt. Nimm das Studium der Schriften zum Anlass, um wirklich zu fragen: “Wer bin ich?“

Praktiziere Rituale für Reinigung und Herzöffnung

Nimm deine Praxis in Form von Ritualen - zum Beispiel Puja - als Möglichkeit, dich zu reinigen, dein Herz zu öffnen und dich mit einer höheren Wirklichkeit zu verbinden. Wenn du durch Rituale wie Puja, Homa oder Arati dein Herz öffnest und Mantras singst, fällt es dir leichter, dich von emotionalen Verhaftungen zu lösen und mit Viveka leichter zum Höchsten gehen.

Tue gute Werke ohne Ego

Gute Werke tun, ist ebenfalls gut. Öffne dein Herz, gehe weg vom Ego. Tue gute Werke, helfe und diene anderen. Diene auch dem Werk des Meisters. Dies alles öffnet dich, aber alleine wird es dich nicht zur Befreiung führen.

Spüre: Du dienst dem Selbst im Anderen

Wenn du dienst, dann spüre, dass du dem Selbst im anderen dienst. Wenn du einem Werk des Meisters dienst, dann öffne dich für die Weisheit des Meisters. Wenn du Gutes für die Erde tust, dann öffne dein Herz und spüre, dass dein Selbst das Gleiche Selbst ist, wie das Selbst der Erde. So erreichst du die Gottverwirklichung.

Viveka Chudamani – Hilfen um zur Erkenntnis zu kommen

Reinige den Geist. Studiere die Schriften. Lebe sattvig. Stell dir die Frage: Wer bin ich?

- Kommentar zum Viveka Chudamani Vers 148 von Sukadev Bretz -

Wer sich mit großer Hingabe auf die Schriften ausrichtet und fest verankert nach seinem Swadharma, seiner Berufung lebt, und all dies zur Reinheit seines Geistes führt, kann durch die Reinheit des Geistes das Höchste erkennen und es verwirklichen. Nur dadurch ist es möglich, Samsara an seinen Wurzeln zu zerstören.

Im vorigen Vers hat Shankara gesagt, allein durch das Schwert der Unterscheidung kommt die Gottverwirklichung und die Erkenntnis des Selbst, die Überwindung von allen Bindungen und damit von allem Leid.

Handlungen helfen dir nicht weiter

Er hat sogar gesagt, egal, welche Handlungen du machst, sie helfen nicht weiter. Aber er modifiziert das, er hat schon im letzten Vers gesagt: Du brauchst aber auch die Gnade Gottes. Und jetzt sagt er noch: Damit das Schwert der Unterscheidung tatsächlich wirken kann, brauchst du „shruti-pramanaika-mateh“, das heißt du brauchst einen Geist, der ausgerichtet ist auf die Autorität, „Pramanaika“, der Veden und der Upanishaden, „Shruti“.

Es ist notwendig den Geist zu schulen

Er sagt also, allein durch logisches Nachdenken kommst du nicht hin. Der Geist braucht eine Schulung. Angenommen, du willst Mathematik lernen, da fängst du auch nicht einfach so an, dich mit Mathematik zu beschäftigen und selbst zu überlegen, was denn logisch wäre, sondern du folgst einem Studium. Es gibt Mathematikbücher, es gibt Mathematiklehrer, es gibt die Universität. Und auf der Grundlage von alldem kannst du dann lernen, wie du deinen Geist so schulen kannst, dass er nachher mathematisch gut denken kann.

In diesem Sinne brauchst du eben auch Schriften. Beschäftige dich mit den Upanishaden, den Werken von Shankara. Lausche den Vorträgen über Vedanta, zum Beispiel über Viveka Chudamani. Denke darüber nach. Studiere die Schriften oder höre Vorträge als Grundlage um weiter nachzudenken.

Vier Schritte der Erkenntnis

Es gibt ja diese vier Schritte der Erkenntnis, beziehungsweise des Vedanta-Weges.

  • Der erste Schritt ist Hören, „Shravana“,
  • der zweite ist, darüber nachdenken, „Manana“,
  • der dritte ist, darüber meditieren, „Nididhyasana“,
  • und dann folgt als vierter die wirkliche Verwirklichung und Erkenntnis, „Anubhava“.

Es ist wichtig, dass du das Richtige hörst, und es ist wichtig, dass du dann darüber nachdenkst, eventuell auch darüber diskutierst, dann darüber meditierst und es auch im Alltag umsetzt. Und dann folgt die wahre Verwirklichung. Aber es braucht noch mehr. Er sagt dann auch: „Svadharma - niṣṭhā“, das heißt das Hingegeben sein an seine eigene Berufung. „Svadharma“ ist die eigene Berufung, die eigene Pflicht, die eigene Aufgabe.

Erledige deine Aufgaben

Krishna spricht in der Bhagavad Gita ja sehr viel über „Svadharma“. Und er sagt dort: „Svarupa“ plus „Svakarma“ ergibt „Svadharma“. „Svarupa“ ist deine Wesensnatur, „Svakarma“ ist das Karma, das kommt, und „Svadharma“ ist deine Aufgabe. Deine Aufgabe ergibt sich im Grunde genommen aus den Umständen plus deinem eigenen Charakter. „Svadharma“ - werde deinem eigenen Karma gerecht.

Angenommen, du bist eine Mutter und hast ein Kind, das ein Jahr alt ist, dann ist es dein Dharma, dich um dein Kind zu kümmern. Du würdest nicht die höchste Erkenntnis erreichen, indem du den Pflichten um dein Kind nicht nachgehen würdest.

Oder angenommen, du bist ein Sevaka in einem Ashram, das heißt du bist jemand, der in einem Ashram bestimmte Aufgaben hat, und du würdest sagen: Nein, mir geht es jetzt nur um die Erkenntnis, sollen sich doch andere um Buchhaltung, Unterrichten, Saubermachen und so weiter kümmern. Damit erreichst du nicht die Gottverwirklichung. Shankara sagt, erfülle deine Pflicht. Verantwortungslosigkeit macht den Geist nicht fähig zur Verwirklichung. Sei dir bewusst, was deine Pflichten sind, erfülle diese Pflichten, lebe sie so gut wie du kannst.

Dann sagt er noch als Nächstes „atma-vishuddhir“, das bedeutet Reinheit des Geistes. Man könnte auch sagen, durch „Atman“ entsteht „Vishuddhi“. Und wie entsteht diese? Durch „vishuddha-buddheh“, das heißt aufgrund der reinen Erkenntnis.

Lerne deinen reinen Intellekt zu nutzen

Mit anderen Worten: Studiere die Schriften. Erfülle deine Pflichten und Aufgaben. Mach das, was im Alltag nötig ist. Dann sei dir als Nächstes bewusst, dass dies insofern gut ist, wie es zu Reinheit führt. Dann lerne, deinen reinen [[Intellekt, „vishuddha-buddheh“, zu nutzen, um „paramatma-vedanam“ zu bekommen. „Paramatma“ ist das höchste Selbst und „Vedana“ die Erkenntnis. Und nur diese führt zu „samsara-sa-mula-nashah“. Diese führt zum vollständigen Verschwinden des Daseins, Wandels, Samsara.

Du kannst jetzt also überlegen: Machst du all das? Liest du öfter Schriften oder hörst du Vedanta-Vorträge? Denkst du auch darüber nach? Erfüllst du auch deine Aufgaben und Pflichten? Machst du auch anderes, um rein zu sein?

Mittel um Sattva zu kultivieren

Im ganzheitlichen Yoga spielt „Sattva“ eine wichtige Rolle, die Reinheit des Geistes. Übe Reinheit des Geistes, dann geht vieles leichter. Wie kommst du zu einem reinen Geist? Durch:

Mit klarem Verstand frag dich: Wer bin ich?

All das zusammen führt zu einer inneren Reinheit. Diese innere Reinheit führt zu einem klaren Verstand. Und mit diesem klaren Verstand frage dich: Wer bin ich? Und erkenne: Ich bin das höchste Selbst.

Sonderfall: Selbsterkenntnis

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Laut Karl Jaspers beinhaltet Erkenntnis immer eine unaufhebbare Differenz zwischen einem erkennenden Subjekt und dem Erkanntem, was auch Subjekt-Objekt-Spaltung genannt wird. Das Subjekt (der Erkennende) ist also unterschiedlich vom Objekt (dem Erkannten). Dies sei auch bei der Erforschung des Selbst der Fall, also bei der Selbstreflexion. Wenn also im Rahmen von Erkenntnissen über sich selbst jemand seinen eigenen Charakter oder seine eigenen Gefühle erkennt (z.B. Ich bin sehr fleißig oder ich fühle mich gut.), dann ist der Unterschied zwischen dem Erkennenden (das Ich) und dem Erkannten (die Charaktereigenschaften und Gefühle) nachvollziehbar. Die Selbsterkenntnis bezieht sich hier also auf etwas, das vom Ich noch getrennt ist.

Aus yogischer Sicht besonders interessant ist jedoch genau diese Selbsterkenntnis, also die Erkenntnis über das eigene Selbst. Hier gibt es dann kein vom Subjekt getrenntes Objekt der Erkenntnis, was der Grund dafür ist, warum diese Selbsterkenntnis eine besondere Herausforderung ist.

Wer oder was ist also dieses Selbst? Es scheint keine Beschreibung möglich, denn was immer man beschreiben kann, bleibt aufgrund Jaspers Subjekt-Objekt-Spaltung unterschiedlich vom Selbst, welches erkannt werden möchte.

Rein aus dieser Logik heraus schließen sind hier sog. mystische Erklärungsansätze folgerichtig an. Im Vedanta wird genau diese Aussage vertreten. Shankaracharya schrieb schon im 8./9. Jahrhundert von dem Unterschied zwischen dem absoluten Bewusstsein und dem erlebbaren Menschen mit Körper und Geist in der Materie. Seine Schlussfolgerung, mit der er sich auf uralte indische Schriften bezieht, ist, dass das Selbst als Quintessenz nichts als Bewusstsein ist. Alles was wir wahrnehmen können hingegen sei nur geschaffenes Objekt und mithin nicht unsere wahre Natur.

Ein Weg zur Selbsterkenntnis in diesem Sinne ist der Weg über die Negation alles Wahrnehmbaren als das Selbst. "Ich sehe meinen Körper, also bin ich nicht der Körper. Ich denke etwas, also bin ich nicht die Gedanken. Ich fühle etwas, also bin ich nicht meine Gefühle." Auf diese Weise kann man sich dem Erkennen der Größe des Selbst annähern. Hier kann man zurecht von einer Unfassbarkeit des Selbst sprechen. Dieser Erkenntnisprozess wird in der Regel mehrere Leben dauern.

Die Differenz zwischen Subjekt und Objekt kann man auch als Dualität bezeichnen. Zur Selbsterkenntnis gehört also die Erkenntnis dessen, was jenseits dieser Dualität liegt: Das Selbst, höhere Selbst, allgemeine Selbst, universellen Prinzip, Gott oder wie man es bezeichnen mag.

Erkenntnis in der Bhagavadgita

Ausschnitt aus dem Buch "Der Gesang des Heiligen. Eine philosophische Episode des Mahabharatam". Eine Übersetzung der Bhagavadgita von Paul Deussen. Leipzig. F.a. Brockhaus. 1911. S. 34-36. Krishna belehrt Arjuna über Jnana Yoga, über die Hingabe an die Erkenntnis.

Krishna und Arjuna mit dem Streitwagen
33. (1026.) Aber besser als das aus stofflichen Darbringungen bestehende Opfer ist das Opfer, das im Erkennen besteht, o Bezwinger der Feinde; das ganze Opferwerk ohne Ausnahme, o Sohn der Pritha, wird vollbracht, indem man Erkenntnis hat.
34. (1027.) Dies Wissen erwirb, indem du dich niederlässt zu des Lehrers Füßen, indem du ihn befragest und ihm dienest; dann werden jene Wissenden, Wahrheitschauenden dich das Wissen lehren.
35. (1028.) Wenn du es erlernt hast, das Wissen, so wirst du nicht wiederum, so wie jetzt, der Verblendung [des Samsara] verfallen, o Pandusohn, das Wissen, vermöge dessen du die Wesen ohne Ausnahme schauen wirst in dir selbst und sodann in mir.
36. (1029.) Und wenn du unter allen Bösewichtern der ärgste wärest, so wirst du doch mit dem Schiff der Erkenntnis alles Schlimme überschreiten.
37. (1030.) So wie, o Arjuna, das angezündete Feuer das Brennholz zu Asche macht, so macht das Feuer der Erkenntnis alle Werke zu Asche.
38. (1031.) Denn es gibt auf der Welt kein Läuterungsmittel, welches der Erkenntnis gleichkäme, und dieses findet der im Yoga Vollkommene von selbst mit der Zeit in seinem eigenen Innern.
39. (1032.) Der Gläubige erlangt die Erkenntnis, wenn er einzig nach ihr trachtet und seine Sinne bezähmt, und hat er die Erkenntnis erlangt, so geht er binnen kurzem zum höchsten Frieden ein.
40. (1033.) Aber der Nichtwissende, Nichtglaubende, von Zweifel Erfüllte geht zugrunde; nicht diese Welt und nicht die andere, nicht Freude hat, wer erfüllt von Zweifel ist.
41. (1034.) Aber wer durch den Yoga die Werke abgeworfen und durch die Erkenntnis alle Zweifel von sich gelöst hat (Mund. Up. 2,2,8), wer den Atman besitzt, den binden die Werke nicht mehr, o Beutemacher.
42. (1035.) Darum, o Bharata, zerspalte mit dem Schwerte der Erkenntnis jenen im Nichtwissen wurzelnden, in deinem Herzen wohnenden Zweifel, gib dich dem Yoga hin und ermanne dich.

Die Erkenntnis der letztendlichen Wirklichkeit - Eine Geschichte aus dem Vedanta

Artikel aus Stories from Yoga Vasishtha von Swami Sivananda. The Divine Life Society Publication, 9. Auflage, Uttarakhand, 2009, S. 141/142.

Es lebte einmal ein junger Mann, dessen Vater, ein Hauptmann der königlichen Armee, auf dem Schlachtfeld gestorben war. Dieser junge Mann wollte den König sehen, um eine Abfindung für die vom Vater geleisteten Dienste für den Staat zu bekommen. Die Reise zum Königspalast war lang und unterwegs wurde der junge Mann Opfer eines Raubüberfalls. Dennoch setzte er seine Reise in der gleisenden Mittagszeit erschöpft und ausgezehrt fort. So hörte er jemanden seinen Namen mit einer sanften und liebevollen Stimme rufen. Er drehte sich um und entdeckte einen Weisen unter einem schattenspendenden Baum gleich neben der Straße. Das Gesicht des Weisen strahlte vor Liebe, Mitgefühl und Erleuchtung.

Der Weise sagte: "Oh junger Mann! Du musst dich ausruhen, komme und setze dich zu mir." Der junge Mann begrüßte das Angebot und setzte sich neben den Weisen. Der Weise sagte: "Du bist durstig", und griff aus der Luft einen goldenen Kelch voller weißem Nektar und bot ihn dem jungen Mann an. Der junge Mann trank gierig und wurde ganz erquickt. Er fragte den Weisen, woher der goldene Kelch käme. "Aus dem Königspalast", erwiderte der Weise. "Dort gehe ich gerade hin", sagte der junge Mann. "Kannst du mir helfen, den Palast zu finden?"

Der Weise sagte: "Der weltliche König liegt gerade im Sterben, und du kannst ihn nicht treffen. Ich meine den unsterblichen König, und ich kann dir helfen, Ihn dort zu finden, woher der goldene Kelch kam." Der junge Mann warf sich zu Füßen des Weisen und sagte: "Führe mich rasch zum Palast des unsterblichen Königs."

Der Weise sagte: "Es führt kein Weg zum Palast. Er ist jenseits der Dimension. Er bedarf weder einer Anstrengung noch einer Handlung, sondern nur des Friedens. Der Friede sei mit dir. "Lass deine Augen geschlossen. Atme tief und gleichmäßig. Vergiss die Prüfungen und den Kummer der Vergangenheit. Mach' dich dann fertig für den Flug des Alleinen in das Alleine. Der Flug dient dazu, dich in die letzte Schicht deines Bewusstseins zu versenken. Weißt du, wer du bist? Befrage deine Seele: Wer bin ich? Du bist weder der Körper noch der Geist. Halte fortwährend Innenschau. Der Körper und der Geist sind deine Unterscheidungsinstrumente. Das wirkliche Selbst ist jenseits von Körper und Geist. Du bist der unsterbliche Sohn des unsterblichen Königs."

Die Stimme des Weisen verklang. Er legte dem jungen Mann die Hand aufs Haupt und dieser wurde des allumfassenden Kosmos des ewigen Lichts gewahr. Er fühlte wie seine Eigenständigkeit im unendlichen Bewusstsein, der ewigen Seligkeit solange aufging, bis er die letzte Seinsgegenwart seines eigenen wirklichen Selbstes erkannte.

Erkenntnis und Gnade

Dialog zwischen einem Schüler und seinem Meister Ramana Maharshi aus einer Nacherzählung von Heinrich Zimmer aus seinem Buch "Der Weg zum Selbst" 1944 erschienen im Rascher Verlag Zürich

Schüler: Dann mag ich also aller Hilfe von außen entraten und ganz allein aus eigener Kraft und Anspannung zur tieferen Wirklichkeit gelangen?
Meister: Gewiss. Aber darin, dass dieses Fragen nach dem Selbst von dir Besitz ergriffen hat, offenbart sich greifbar die göttliche Gnade. Sie leuchtet in deinem Herzen auf, in deinem inneren Wesen, dem wahren Selbst, Sie zieht dich von innen, Du mußt dich bemühen, von außen hineinzukommen. Dein Bemühen ist das »unterscheidende Erkennen« (Vichâra), das nach dem Selbst fragt; die tiefe Bewegung innen ist Gnade, Darum sage ich: Kein wahrhaftes Erkennen ohne Gnade, und keine Gnade, die wirksam wäre, wo kein Bemühen um Erkenntnis ist. Beide bedürfen einander.

Gelassenheit durch Erkenntnis des unsterblichen Selbst

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev

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Du bist Satchidananda, Sein, Wissen und Glückseligkeit. Aus diesem Wissen heraus kannst du große Gelassenheit in den Alltag bringen, du brauchst dir nämlich die Glückseligkeit nicht zu verdienen. Du brauchst dir dein Heil nicht zu verdienen. Du musst nichts beweisen. Du bist Sat. Du bist jetzt unsterblich. Du bist jetzt unendlich. Du bist eins mit dem Ewigen. Du bist eins mit dem Unendlichen. Daher kann dir nichts etwas anhaben. Was auch immer geschieht, geschieht mit dem Körper, geschieht mit der Psyche, geschieht mit den Emotionen. Du bist nicht der Körper. Du bist nicht die Psyche. Du bist nicht die Emotionen. Du bist das Bewusstsein hinter allem. In dieser Erkenntnis kannst du sehr gelassen sein. Das ist auch etwas sehr Praktisches.

Angenommen, am heutigen Tag geschieht dir etwas, über das du dich aufregst. Sei dir bewusst, inmitten aller Aufregung, du bleibst das unendliche und das ewige Selbst. Was auch immer geschieht, du bist, warst, bleibst das unendliche, ewige Selbst. Und in dem Moment, wo du die Perspektive wechselst, deine Bewusstheit wegbringst von dem, was du gehört hast, deine Bewusstheit wegbringst von denen, die zu dir gesprochen haben, deine Bewusstheit wegbringst von dem Erfahrbaren und deine Bewusstheit zu dir selbst hinbringst, in dem Moment bist du ruhiger.

Und selbst wenn dem so ist, dass es dir nicht ganz gelingt, wirklich zu dir selbst zu kommen, es wird dir in jedem Fall gelingen, den Beobachterstatus einzunehmen, die Beobachterrolle. Du beobachtest, wie dein Atem geht, während du dich aufregst, du beobachtest, wie deine Emotionen sind, du beobachtest, wo etwas spürbar ist. Und du kannst darüber lächeln. Du kannst auch sagen: "Faszinierend." Manche kennen vielleicht noch Raumschiff Enterprise, Startreck, wo Spock öfters gesagt hat, wenn er die Dummheiten der Menschen gesehen hat: "Faszinierend." Sieh in dir selbst die faszinierenden Teile. Sieh in dir selbst, wie du überflüssigerweise allem Möglichen hinterherrennst.

Sieh deine Emotionen. Aber erkenne: "Ich bin nicht die Emotionen." Wenn du das weißt, dann bist du gelassen, was auch immer geschieht. Und sogar wenn es dir passiert, dass du diese Gelassenheit im Alltag nicht leben kannst, du bist dennoch ruhig, denn du weißt, du kannst nichts wirklich Schlimmes tun. Du bist und bleibst das ewige und unendliche Selbst. Und du bleibst Chid, Bewusstsein und Wissen. Du brauchst auch keine Angst zu haben, dass du irgendetwas nicht verstehst. Du brauchst keine große Angst zu haben, dass du andere nicht verstehst. Du brauchst keine Angst zu haben, dass du das Leben nicht verstehst.

Tief im Inneren bist du Chid. Tief im Inneren bist du Wissen und Bewusstsein. Tief im Inneren ist all das, was wirklich wichtig ist, das weißt du. Intuitiv weißt du alles, verstehst du alles, bist du alles. Daher brauchst du keine Angst zu haben, du brauchst keine Versagensängste zu haben, denn es spielt letztlich keine Rolle, was in der äußeren Welt passiert. Du bist Bewusstsein, und du brauchst auch keine Angst zu haben, dass du sterben wirst. Du brauchst keine Angst zu haben, dass dir jemand etwas wegnimmt, du brauchst keine Angst vor Krankheit zu haben. Das höchste Selbst ist unendlich und ewig, nichts kann ihm etwas anhaben.

Du bist Ananda. Ananda heißt höchste Wonne. Und du bist es jederzeit. Du musst nichts tun, um glücklich zu sein. Du kannst deinen Geist nach innen richten zu deinem eigenen Selbst, schon bist du glücklich. Oder du kannst dich verbinden mit einem anderen Menschen. In dem Moment, wo du von der Egoidentifikation wegkommst und Liebe spürst, ist auch Freude da. In dem Moment, wo du deine Bewusstheit ausdehnst, ist Freude da. Sogar einfach, wenn du im Hier und Jetzt bist, ist Freude da. Deine wahre Natur ist Ananda. Du brauchst keine Angst zu haben, dass du irgendetwas verpassen musst. Du brauchst dich nicht darüber zu ärgern, dass dir irgendjemand etwas wegnimmt. Du brauchst dich nicht darüber zu ärgern, dass Menschen zu dir gegenüber ungerecht sind.

Du kannst dir bewusstmachen: "Ich bin Ananda. Keiner kann mir etwas anhaben. Keiner kann mir mein Glück wegnehmen. Und egal, was Menschen tun, ich habe immer die Gelegenheit, nach innen zu gehen, Ananda zu erfahren." Jetzt und in diesem Moment sei dir dessen bewusst, sei dir bewusst, du bist, und diese Welt, wie du sie siehst, ist letztlich wie ein Spiel, und der Körper-Geist-Komplex ist wie ein Fahrzeug, ein Instrument der Seele, das du benutzt und mit dem du wirkst. Genieße dieses Spiel, tue es intensiv, denn zum Leben gehört auch Drama. So ähnlich wie du in Kinofilme gehst, wenn sie dramatisch sind. Ein Kinofilm, der nur schön ist, den wirst du nicht sehen wollen.

Und auch die Welt hat Drama, und du kannst in dieses Drama hineingehen. Da gibt es Höhen, da gibt es Tiefen, da gibt es Trauer und da gibt es Ärger. Du kannst das distanzierter beobachten. Du kannst auch weiter hineingehen. Solange du weißt, "ich bin und bleibe Satchidananda", ist alles in Ordnung. Menschen, die ins Kino gehen, tun das ganz unterschiedlich. Manche schauen sich das einfach an und sind fast mehr wissenschaftliche Beobachter und zum Teil nehmen sie amüsiert zur Kenntnis, wie andere weinen und laut in die Emotionen gehen. Die Mehrheit geht in den Kinofilm, gibt sich dem Film ganz hin, weint an der richtigen Stelle, lacht an der richtigen Stelle, schreit an der richtigen Stelle, bangt an der richtigen Stelle, wird traurig an der richtigen Stelle, und zum Schluss wissen alle, es war ein schöner Film, und sie wissen: "Ich war niemals der Held, der gequält worden ist. Ich war nie dieser Triumpf, der erreicht worden ist. Ich bin dort mitgegangen."

So ähnlich kannst du diese Welt anschauen wie ein Schauspiel. Und du kannst deinen Körper-Geist-Komplex wie den Hauptschauspieler sehen, mit dem du dich identifizierst. Du bist nicht dieser Schauspieler, auch wenn du dich identifizierst. Du magst entweder diese ganz gelassene Rolle einnehmen, wie ein wissenschaftlicher Beobachter in einem Kinofilm, und auch sehr amüsiert anschauen, wie die anderen dort richtig reingehen in diesen Film, in dieses Leben, oder du kannst richtig teilnehmen und auch intensiv erleben. Nur zwischendurch, mache dir bewusst: "Ich bin nicht dieser Film. Ich bin nicht diese Person im Film."

Zwischendurch in der Meditation oder auch im Alltag, löse dich davon. Erfahre dich als Satchidananda. Langfristig wirst du das vollständig erfahren. Kurz- und mittelfristig erfahre dich immer wieder. Schon ein wenig von dieser Erkenntnis, ein wenig von der Einsicht, ein wenig von dieser Erfahrung, Satchidananda Swarupoham, gibt dir viel Gelassenheit im Alltag und gleichzeitig jederzeit Kraft, bewahrt dich vor Enttäuschungen, bewahrt dich vor Frust, bewahrt dich vor Rachsucht und bewahrt dich vor großen Kränkungen, denn es ist eine Art Schauspiel, das du erlebst. Du kannst lächeln, du kannst dich freuen, du kannst dich mit anderen verbunden fühlen, denn letztlich gibt es nur ein einziges Bewusstsein hinter allem.

Erkenntnis und Rückenschmerzen

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Mit Rückenschmerzen zu besserer Erkenntnis. Erkenntnis heißt, etwas zu kennen, Erkenntnis heißt, etwas zu erkennen, Erkenntnis heißt, dass du dir etwas bewusst machst. Man kann sagen, Rückenschmerzen haben auch eine Funktion, nämlich die Funktion, dich mehr zur Erkenntnis zu führen. Rückenschmerzen können dir einiges über dich selbst sagen.

Und wenn du erkennst, dass Rückenschmerzen auch einen Sinn haben, kannst du auch leichter damit leben. Alles im Leben macht letztlich einen Sinn, man kann nicht sagen, dass irgendetwas sinnlos ist. Und durch Rückenschmerzen kannst du zu einem höheren Sinn hinkommen. Du kannst überlegen: "Wozu dienen meine Rückenschmerzen? Haben die vielleicht irgendeine Funktion?" Wenn du so nachdenkst, kommst du vielleicht zu verschiedenen Erkenntnissen.

Ich halte nichts davon, dort etwas zu sehr zu verallgemeinern. Es gibt ja Menschen, die sagen: "Rückenschmerzen, je nachdem, wo es ist, wenn du im Nacken Schmerzen hast, sitzt dir die Angst im Nacken. Wenn du im oberen Rücken etwas hast, kannst du dich nicht beugen oder du bist zu buckelig oder du katzbuckelst vor jemandem.

Oder wenn du im unteren Rücken etwas hast, dann hast du kein Rückgrat usw." Das könnte ein Indiz sein, aber es muss es nicht sein, jeder muss zu seiner eigenen Erkenntnis kommen. Du kannst selbst überlegen: "Was wollen mir diese Rückenschmerzen sagen? Welche Botschaft ist dort drin?" Ich würde es aber spielerisch machen, denn so klar ist es nicht, welche Erkenntnis dort ist.

Und du musst dich auch nicht matern damit, aber du kannst davon ausgehen: "Alles im Leben hat einen Sinn, auch die Rückenschmerzen haben ihren Sinn. Und ich werde irgendwann herausfinden, welcher er ist, ich vertraue darauf. Langfristig komme ich auch durch Rückenschmerzen zu neuen Erkenntnissen."

Das ist diese tiefe Aussage, die wir im Yoga haben, wo wir sagen: "Leben hat einen Sinn. Langfristig führt Leben zu neuen Erkenntnissen. Und letztlich geht es darum, wir wollen mehr wissen, mehr erkennen, aber auch mehr spüren, mehr erfahren, mehr wachsen und auch dafür können Rückenschmerzen gut sein."

Das Wort Erkenntnis

Erkenntnis - Antonyme und Synonyme, andere Persönlichkeitsmerkmale und Tugenden

Hier einige Anmerkungen, wie man as Persönlichkeitsmerkmal, die Eigenschaft Erkenntnis in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Erkenntnis - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Erkenntnis, also Synonyme zu Erkenntnis sind z.B. Einsicht, Vernunft, Klarsicht, gesunder Menschenverstand, Wissen.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Erkenntnis übertrieben kann ausarten z.B. in Angeberei, Effekthascherei, Imponiergehabe, Affektiertheit. Daher braucht Erkenntnis als Gegenpol die Kultivierung von Wahrhaftigkeit, Weisheit, Gefühl, Intuition.

Gegenteil von Erkenntnis - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Erkenntnis, Antonyme zu Erkenntnis :

Erkenntnis Antonyme auf einen Blick

Antonyme Erkenntnis sind Wahrhaftigkeit, Weisheit, Gefühl, Intuition, Torheit, Blindheit, Vernunftlosigkeit, Unverstand.

Erkenntnis im Kontext von Big Five, Ayurveda Doshas und DISG

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Seminare

Jnana Yoga

18.09.2020 - 20.09.2020 - Indische Schriften und Philosophiesysteme
Die wichtigsten Yogaschriften: Die 6 Darshanas. Unterrichtstechniken: Korrekturen und Hilfestellungen speziell für Anfänger, Yoga für den Rücken.
Savitri Retat,
18.09.2020 - 20.09.2020 - Jnana Yoga, Vedanta, Meditation und Schweigen
Lerne abstrakte Meditationstechniken aus dem Jnana Yoga über die höchste Weisheit des Vedanta. Intensivseminar mit täglich bis zu 6 Meditationssitzungen zu je 20-40 Minuten, 2 Yoga Stunden und M…
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Bhakti Yoga

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Das Auge der Erkenntnis erkennt Gott – BG.XVI 10, Bad Meinberg,Podcast,Sukadev,Tägl. Inspiration

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Höchste Erkenntnis – BH. G. XV 1, Bad Meinberg,Podcast,Sukadev,Tägl. Inspiration

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Tiefenentspannung zur Erkenntnis des Selbst – mp3 Übungsanleitung, Sukadev

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