Tiruppugazh
Tiruppugazh (Tamil: திருப்புகழ்; wissenschaftliche Umschrift: Tiruppukaḻ, auch Thiruppugazh) bedeutet „Heiliger Lobpreis“ oder „Göttlicher Ruhm“. Die tamilische Liedersammlung des Dichterheiligen Arunagirinathar führt mitten aus dem menschlichen Leben in die liebende Hinwendung zu Gott. Freude und Sehnsucht, Verfehlung und Reue, Angst und Hoffnung werden zum Gebet an Murugan, auch Skanda, Kartikeya und Subrahmanya genannt. Ihre wiederkehrende Bitte berührt einen tiefen Wunsch des Herzens: Schenke mir deine Gnade; führe mich zu deinen Füßen.
Wer auf dem Weg des Yoga nach innerer Sammlung und lebendiger Hingabe sucht, findet im Tiruppugazh einen reichen Begleiter. Der Dichter spricht offen von seinen Bindungen und vertraut zugleich auf die Möglichkeit der Wandlung. Du kannst mit einem einzigen Lied beginnen, seine Worte langsam auf dich wirken lassen und eine Bitte in die Meditation mitnehmen. So wird das Lesen zu einer Begegnung mit der eigenen Sehnsucht nach Klarheit und Freiheit.

Tiruppugazh ist Dichtung, Gebet und Musik. Seine Rhythmen lassen die Sprache tanzen; seine Bilder reichen von blühenden Hainen und perlentragenden Wellen bis zum Schlachtfeld und zum letzten Atemzug des Menschen. In dieser weiten Bildwelt erscheint Murugan als strahlender Sohn Shivas und Parvatis, als Geliebter Vallis und Deivayanais und als göttlicher Guru, der sogar seinem Vater die höchste Wahrheit eröffnet. Die besondere Stimme der tamilischen Murugan-Verehrung bleibt in all diesen Bildern lebendig.
Ein schlichtes Gebet fasst die innere Ausrichtung zusammen: „Schenke mir die Liebe, die dich in meinem Inneren erkennt“ (Lied 31). Gesang und Stille, Hingabe und Erkenntnis können sich beim Lesen gegenseitig vertiefen. Für einen ersten Zugang eignen sich auch Lied 13, Lied 36 und Lied 94.
Umfang dieser Ausgabe: Die eigene deutsche Studienübersetzung umfasst den gesamten verfügbaren, lesbaren Bestand der hier verwendeten Sammlung: 1325 Tiruppugazh-Lieder und das gesondert bezeichnete Zusatzwerk Tiru Ezhu Kuttrirukkai an Quellenposition 1326. Die Ausgabe führt von der deutschen Übersetzung zur vollständigen römischen Umschrift und zum tamilischen Text. Aufgrund des Umfangs verteilen sich diese Fassungen auf sechs miteinander verlinkte Wiki-Seiten. Überlieferte Lücken, besonders das Fragment in Lied 1305, und unsichere Deutungen sind kenntlich gemacht.
Alle sechs Seiten dieser Ausgabe
Deutsch 1–862 · Deutsch 863–1326 · Umschrift 1–670 · Umschrift 671–1326 · Tamil 1–670 · Tamil 671–1326
Zum Lesen: Deutsche Übersetzung · Umschrift · Tamilische Schrift · Werk und Überlieferung · Quellen und Editionshinweise.
Tiruppugazh: deutsche Übersetzung – Lieder 1–862
Die folgende Übertragung ist eine eigene deutsche Studienübersetzung aus dem tamilischen Wortlaut. Sie folgt grundsätzlich der Nummerierung von Project Madurai; für schwierige Lesungen wurden die auf Kaumaram angebotenen Grundtexte und punktuell die Worterklärungen von Sri Gopala Sundaram sowie die bei Tamil Surangam und Sivaya zugänglichen Texte herangezogen. Unsicherheiten stehen in den Anmerkungen. Die deutschen Liedtitel sind redaktionelle Lesehilfen.
Die Stimme des Dichters wechselt: Sie kann bekennen, bitten, ermahnen oder aus der Perspektive einer Liebenden beziehungsweise ihrer Mutter sprechen. Abwertende Selbstbezeichnungen und scharfe Beschreibungen von Verführung gehören zu dieser historischen Buß- und Entsagungsdichtung. Sie werden nicht zu allgemeinen Urteilen über den Wert von Menschen oder Frauen erhoben. Kriegsszenen und religiöse Legenden bleiben als solche erkennbar.
Vorangestellte Rhythmussilben werden nicht als deutsche Wörter übersetzt. Ihr Klang ist in den tamilischen Textabschnitten und der Umschrift erhalten. In den Liedkörper eingebettete Trommel- und Tanzlaute bleiben auch in der deutschen Fassung hörbar.
Vorangestellte Ganesha-Lieder
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1 · 100 · 200 · 300 · 400 · 500 · 600 · 700 · 800 · 862
1 – Ganesha öffnet den Weg
Ich verehre die Füße des Elefantengesichtigen, der Früchte in vollen Händen, süße Kuchen, Reisflocken und gerösteten Reis genießt. Du wohnst im Verständnis deiner Diener, die lernend deine Füße suchen. Nennen sie dich ihren wunscherfüllenden Baum, weichen ihre Verstrickungen rasch. Sohn Haras, der Stechapfelblüten und die Mondsichel trägt! Kraftvoller Elefant mit mächtigen Schultern, Herr mit dem trommelrunden Bauch, Sohn der edlen Göttin: Mit Blüten, aus denen Honig strömt, will ich dich verehren. Du Erster, der auf dem uralten Berg die Ordnung des dreifachen Tamil niederschrieb! Kühner, der die Achse des Wagens zerbrach, auf dem Shiva zur Verbrennung der drei Städte saß! Als Subrahmanya auf dem Hirsefeld unter Liebeskummer litt, nahmst du Elefantengestalt an. Du brachtest den jungen Murugan mit der Tochter des Jägervolkes zusammen und schenktest ihnen die Vermählung, großer Herr!
2 – Die Gabe des heiligen Gesangs
Ich werde deine Gnade niemals vergessen: Du trugst mir auf, mit Liebe den erhabenen Tiruppugazh zu singen – vom Vogel mit prächtigem, juwelenbesetztem goldenem Sattel, dem mächtigen Reittier; vom reifen Blütenkranz des Kadamba; vom schön geformten Speer in der Hand, der den Berg durchbohrte und zerschmetterte; vom Hahn, den alle Himmelsrichtungen ehren; von den kleinen Füßen, die Schutz gewähren, den zwölf vollendeten Schultern und dem heiligen Ort des Sohnes. Zuckerrohr, Hülsenfrüchte, gute Früchte, Zucker, Linsen mit geklärter Butter, Sesam und Puffreis, Bohnen, Straucherbsen, junges Kokoswasser, Honig, Mungbohnen, verschiedene Kuchen, rohen Reis, Pittu, Gurkenfrüchte und vielerlei Zubereitungen, reichlich gekochte Speisen und Kichererbsen nimmst du als Opfergaben an. Du Meer der Gnade, geschickter Beseitiger der Hindernisse! Wunderbarer Herr mit dem Stoßzahn, hervorgegangen aus der Gnade unseres höchsten Vaters mit dem gewundenen Haar, dessen Bogen ein Berg war![1]
3 – Lass das Herz vom Nektar der Freude trinken
Wie der himmlische Wunschbaum, die wunscherfüllende Kuh und der kostbare Wunschstein schenke mir Erfüllung. Lass mein Erkennen von Honig und Nektar des leuchtenden Meeres durchdrungen werden. Lass mich immer wieder vom Wesen der Freude trinken; umfange mein Leben mit deiner hilfreichen Gnade. Du, der für seinen jüngeren Bruder in den Wald ging! Du, der durch die Umrundung des Vaters die Frucht als Gnadengabe empfing! Du bleibende Wirklichkeit deiner Liebenden, großer Herr mit Elefantengesicht und fünf Händen!
4 – Verehrung und der Klang des Sieges
Schenke mir den Geist, der deine heiligen Füße, den Speer und das Pfauenbanner im Gedächtnis bewahrt. Ich will die Verehrung deiner goldenen, mit Fußreifen geschmückten Lotusfüße nicht vergessen: mit den drei köstlichen Früchten und Kuchen, Milch und Honig, langen Zuckerrohrstücken, süßen Kugeln, Reis, Linsen, Reisflocken, Sesam, Puffreis, unvergleichlich süßen Bananen und jungem Kokoswasser. Frohen Herzens umrunde ich den wachsenden Elefantengesichtigen mit dem einen Stoßzahn, dessen Rüsselhand einst das Meer mit seinen Wasserwesen aufnahm. Mit Blumen und Lobesworten, die Hände an den Ohren, mit ehrfürchtigen Kniebeugen und dem rituellen Klopfen auf den Kopf bringe ich Verehrung dar. Auf dem Schlachtfeld schwärmen kleine sechsfüßige Insekten; Blut, Fleisch, Galle, Fett, Eingeweide und Hirnmasse liegen dicht beieinander, und Schlangen füllen den Platz. „Tenana, tenatena, tettena!“ tönt es; große Trommeln und kleine Sanduhrtrommeln klingen „timita, timitimi, ceka cēcē“. Taktinstrumente und Handtrommeln donnern gemeinsam; die Tavil ertönt „ṭimuṭa, ṭimuṭimu, ṭiṭṭi“. Geister schlagen mit den Händen die Trommeln, die kämpfende Bhairavi tanzt ringsum. Herr, der die feindlichen Nachtwanderer im Kampf als Opfer niederwarf, gewähre deine Gnade![2]
5 – Befreiung aus der Verblendung
Die Augen der Frauen gleichen vergifteten Lanzen, den Waffen der Himmlischen, dem Dreizack und den Pfeilen Arjunas; schwer und üppig sind ihre Brüste. Ohne die Folgen meines Tuns zu erkennen, versinke ich auf duftenden Lagern in der Vereinigung, ohne Tag und Nacht zu unterscheiden. Auch diesem törichten, unwissenden Menschen, der sein Leben vergeudet, schenke deine Gnade, damit er deine hohen, bleibenden Füße erreicht! Als das kleine Mädchen der Hirten fortgebracht worden war, erkannte die Mutter die Wahrheit über die Tochter des Herrn nicht. Von Kummer erschöpft rief sie deinen Namen: „Herr, Beschützer des Kindes, Ganapati!“ Du jagtest den Feinden Angst bis ins Leben hinein, setztest ihnen nach, sodass sie die Richtung verloren und flohen. „Was heißt hier fliehen? Antworte!“ sprachst du, schlugst ihre Köpfe nieder und gewährtest Erkenntnis, Elefantengesichtiger![3]
Muttaittaru: der Beginn des Lobpreises
6 – Muttaittaru: Der göttliche Lehrer
Gemahl Deivayanais mit ihrem Lächeln und den perlengleichen Zahnreihen! Saravana mit dem mächtigen Speer, höchster Guru, einzigartiger Same der Befreiung! So preist dich der dreiäugige Höchste. Ihm lehrtest du das, was den heiligen Offenbarungen vorausliegt; die beiden anderen Götter und die dreiunddreißig Scharen der Himmlischen verehren deine Füße. Der Wolkenfarbene schoss den Pfeil, der die zehn Köpfe fallen ließ; er benutzte den einzigartigen Berg als Quirl; er machte mit seiner runden Wurfscheibe den hellen Tag zur Nacht und lenkte den Wagen seines Verehrers. Du bist die höchste Wirklichkeit, die dieser Vishnu rühmt. Wird der Tag kommen, an dem du mich mit Zuneigung behütest? Bhairavi setzt ihre mit Fußreifen geschmückten Tanzfüße im Rhythmus „tittitteya“ auf; die Himmelsrichtungen erbeben bei ihrem Tanz. Geister tanzen mit den Geiern. Die acht Bhairavas, Hüter der Richtungen, sprechen zum kunstvollen Rundtanz „tokkuttoku, tokkut tokutoku, trikataka“. Trommeln erschallen in Scharen. Alte Eulen kreisen auf dem Schlachtfeld, rufen „kukkukkuku, kukkuk kukukuku“ und scheinen „Durchbohre, begrabe, dringe ein, ergreife!“ zu schreien. Du mächtiger Herr, der die feindlichen Asuras niederschlug, sie als Opfer hingab und den Berg ihrer Schar durchbohrte – du, der so gewaltig zu kämpfen vermag!
Tirupparankundram
7 – Aus der Fessel der Begierde erwachen
Ich streichle die Blütenfüße der Frauen, erkenne ihr Verlangen und löse das Gewand um ihre Hüften. Ich berühre die verborgene Stelle, die einem Blatt gleicht, umfange ihre beiden Schultern, hinterlasse Nagelmale und küsse die Lippen, bis Zahnspuren entstehen. Im Liebesspiel ertönen Rufe wie die des Pfaus, Kuckucks und der Taube. Ich zerfließe wie Wachs im Feuer, sinke auf die Brüste, die reifen Früchten gleichen, und verliere, von Lust und Hingabe überwältigt, in ihrer tiefen, Nektar verströmenden Mitte die Besinnung. Werde ich jemals von der Freude an dieser erschöpfenden Vereinigung frei? „Du lehrtest die vedischen Mantras den sieben Weisen! Wundersamer Saravanabhava, Guha, gütiger, schöner Sechsgesichtiger, strahlender Vel!“ So erklingt das reine Tamil, kunstvoll in Sprache, Dichtung und Musik entfaltet, das du wie einen Schmuck um deine Schultern trägst. Du wirst als heiliges Kind und als Guru verehrt, der den Weg des im Tanzsaal tanzenden Shankara fortführt und seinen Dienern die Gnade der heiligen Füße beim Kurunta-Baum schenkt. Großer Saravana, Herr von Tirupparankundram![4]
8 – Komm, wenn die Angst mich überwältigt
Ich habe dich nicht täglich verehrt, dein Wesen nicht verkündet und deine beiden Füße nicht mit vielen Blumen angebetet. Keine Askese habe ich geübt. Ich kenne nicht die Wohnstätten jener, deren Herzen beständig in deiner Gnade und Liebe ruhen; deinen Berg habe ich nicht voller Sehnsucht umrundet und dein Lob nicht freudig gesungen. Wenn die Boten des dunklen, zornigen Todesherrn heranstürmen, der auf dem Nacken seines berggleichen, brüllenden Büffels reitet, wenn sie mit Schlinge und Keule kämpfen und mein verstörter Geist zusammenbricht – komm in diesem Augenblick auf dem Rücken deines Pfaus und nimm mir die Angst! Herr des Speers, der gegen die Asuras mit ihren wallenden Haaren kämpfte, während Geister auf dem Schlachtfeld sprangen und Geier das herabfallende Fleisch fraßen! Deine berggleichen Schultern duften nach Sandel und Moschus, vermischt mit dem Kumkum von den Brüsten der schönen Jägertochter, deren Stimme wie die des Kuckucks klingt. Du freust dich, wenn Vedaweise täglich Wasser und Blumen darbringen und Himmlische und Weise, die den Zorn überwunden haben, dich verehren. In den hohen Hainen trinken Bienen liebevoll Honig und summen „tenattenantana“. Großer Saravana von Tirupparankundram!
9 – Ein Menschenleben und die Bitte um Gnade
Im Mutterleib entstand ich, blieb zehn Monate darin und reifte, bis ich schließlich als Kind zur Welt kam. Man wusch mich, nahm mich auf und gab mir die strömende Muttermilch. Ich lag da, schrie, klatschte in die Hände, kroch und lernte gehen. Man schmückte mich mit Hüftbändern, Glöckchen, Ohrringen, goldenem Stirnschmuck und Fußreifen. Ich wuchs heran, suchte die Gemeinschaft schöner Frauen, litt unter Krankheit und irrte umher. Wann werde ich dein gnädiges Erbarmen empfangen? Sonne und Indra erschienen als siegreiche Affenkönige; der unvergleichliche Schöpfer vom Nabel-Lotus als Herr der Bären; das Feuer als der mächtige Nila und Rudra als der erhabene Hanuman. Auch die übrigen Himmlischen kamen in diese Schar und lebten im Wald. Mukunda machte sie zu Führern seines Heeres und besiegte die Verwandtschaft der Asuras. Murugan, geliebter Neffe dieses gepriesenen Hari! Du schlugst Brahma im Zorn, übernahmst die Erschaffung der Welt und schenkst deinen Schutz. Großer Herr, der in Parankiri erstrahlt!
10 – Löse die leidvolle Bindung
Mit den Speeren ihrer geschwärzten Augen treffen sie mein Herz; ihr kleines Lächeln verströmt die Süße reifer Früchte. Sie werfen das Netz lärmender Verführung aus, sagen: „Komm in unser Haus!“, und führen mich, dessen Herz dahinschmilzt, mit sich. Auf dem duftenden weichen Bett umarmen sie mich, ihre Brüste drängen sich an mich, Nägel hinterlassen Spuren; ich trinke von ihren nektargleichen Lippen. Aus der Kehle steigen „kumu, kumu, kumu“ klingende Laute. Mein Geist gerät außer sich, während diese jungen Frauen, gleitend wie Gift, mich verwirren. Gewähre mir Gnade, damit dieses Leiden endet! Held, bei dessen Kampf die Meereswellen „moku, moku“ dröhnten, die Schlangenhauben „neṟu, neṟu“ krachten und das Weltenrund „kiṭu, kiṭu“ erbebte: Du türmtest die gewaltigen Leiber und Köpfe der Nachtwanderer zu Bergen; Fett und Blut strömten hervor. Jüngerer Bruder Ganapatis, des Elefantengesichtigen mit Rüsselhand, gütigen Augen und mächtigem Kopf, hervorgegangen aus der Gnade der dunkelhaarigen Uma! Geliebter Sohn des Höchsten, der den zornigen Todesherrn mit einem Tritt niederwarf, großer Saravana im edelsteinreichen Tirupparankundram!
11 – Nimm die Last meiner Taten
Du Zuflucht, der auf den großen, mit Gold erfüllten Berg kam und den glänzenden Stab schleuderte, dessen Strahlung „takan, takan“ funkelte! Murugan, jüngerer Bruder des mächtigen Elefantengesichtigen, der vielerlei Speisen bissenweise genießt! Geliebter Neffe des Wolkenfarbenen, der auf der Schlange ruht und einst den Ozean quirlte! Von vielen Leiden erschüttert bin ich klein geworden, unrein und gewalttätig. Komm in deiner Gnade, damit die Last meiner schuldhaften Taten heute endet. Sohn dessen, der als Makelloser gepriesen wird und durch sein freudiges Lächeln die drei rollenden Festungen in Brand setzte! Als die Kriegstrommeln „ṭuṭuṭuṇṭuṭu, ṭuṇṭuṭu, ṭuṇṭu“ donnerten und das Weltall unter den heranstürmenden Asuras zusammengedrängt wurde, ließest du Feuer in ihre Herzen dringen und zerrissest ihre Körper und Eingeweide. Erhabener, der auf dem siegreichen Pfau erscheint! Herr von Parankiri, dessen fruchtbare Haine so hoch wachsen, dass Sonne und Mond sie berühren!
12 – Die Füße, die den Geist sammeln
Die fischgleichen Augen, die bis an die Ohren reichen, und die Pfeile, die meine fünf Sinne treffen, verwirren den Geist und erfüllen ihn mit Furcht. Wenn der Mond am dunklen Himmel aufsteigt, leuchten ihre roten Fußreifen wie Millionen Sonnen; Ringe und Armreifen glänzen. Kama greift mit seinem langen Bogen an. In dieser Verblendung streite ich, ergreife ihre Hände, folge ihrem schmeichelnden Gang und drücke mich an ihre Brüste. Lass mich nicht in diesem Leid umherirren! Schenke mir deine Gnade und jene Füße, die Liebende täglich mit duftenden Kadamba-Girlanden und sanft klingenden Glöckchen schmücken. Du Hoher, der dem auf dem Lotus Sitzenden auf den Kopf schlug und ihn fesselte, und der Shiva Shankara die Fülle der Erkenntnis lehrte! Zwölfarmiger, den Indras Tochter mit ihrem arekapalmen- und muschelgleichen Hals und die dunkle, blitzgleiche Jägertochter umfangen! Du gingst den Asuras entgegen, deren Bosheit und List niemals schliefen und die auf Shankaras Gaben pochten, und brachtest ihre Schar zum Erzittern. Großer Herr von Tirupparankundram, umgeben von kühlen, duftenden Hainen, wo Himmelswesen und Götter sich verneigen!
13 – Dich täglich in Liebe schauen
Lass mich nicht unaufhörlich, von den Ketten der Bindung gefesselt, verwirrt und wie im Schlaf umherirren. Werde ich dich täglich schauen und lieben können, indem ich immer wieder „Kanda!“ rufe? Du, der die zarte Tochter des Elefanten umfängt! Sohn der Shivai, die Shankaras eine Hälfte ist! Strahlender Speerträger von Sentil und dem schönen Kandi, großer Herr auf dem südlichen Parankundram![5]
14 – Das unruhige Herz sucht Zuflucht
Kama tritt heran, um mich zu überwältigen; der Mond brennt wie Feuer, und die Augen der Frauen nehmen mich gefangen. In den duftenden Berghainen verbindet sich der Südwind mit den weiten Teichen und steigt kraftvoll auf. Bei Tag, bei Nacht und in der Dämmerung singt der Kuckuck „tentana“. Meine beiden Augen finden keinen Schlaf; erschöpft pocht mein Herz „patan, patan“. Ich, der Täuschung verfallen und von Liebeswahn gequält – werde ich nun deine strahlenden Blütenfüße erreichen? Murugan, über den Mukunda sich freut: jener Herr, bei dem Lakshmi wohnt, der in den Häusern der Hirten Dickmilch aß, dessen Ruhm alle acht Richtungen erfüllt, der den Sängern des reichen Tamil nachgeht, wolkenfarben erscheint und mächtig die Feinde besiegt. Muruga, du kommst gnädig ins reiche Sentil, wo das nahe Meer, die Dundubhi und die Kesseltrommeln „Kumiṉ, kumiṉ“ ertönen! Großer Herr, der auf Parankiri seine Gnade schenkt, wo der Berg so hoch in den leuchtenden Kosmos wächst, dass Mond, Sonne und Wolken täglich um ihn ziehen!
15 – Vom Betteln um Anerkennung zum Dienen
„Deine breite Hand ist ein Lotus, deine Freigebigkeit eine Regenwolke, du bist die Zuflucht des schönen Tamil!“ So lobe ich Menschen, laufe bekümmert zu ihnen und bettle. Mein Herz wird wund. Dieser erschöpfte Körper taumelt wie ein Kreisel: ein Gefäß des Leidens, ein Leib aus Erde, ein Gefäß, das einmal stillliegen wird, ein Leben unter der Herrschaft der fünf Sinne. Wandle dies in einem Augenblick und nimm mich gnädig als Diener deiner mit Fußreifen geschmückten Füße an. Einzigartiger Speerträger, der Brahma das Erschaffen, Shankara das Auflösen und dem Gemahl der Lotusgöttin das Erhalten auftrug, ihre Furcht stillte und beständig im Höchsten ruht! Du junger Sohn der Ganga, die im Gewölk des westlich gelegenen höchsten Berges weilt! Großer Herr, der auf dem Hirsefeld vor der goldenen Ranke des Jägervolkes die roten Hände faltete und sich verneigte![6]
16 – Schenke mir deine Lotusfüße
„Ihre schweren Brüste gleichen eingesetzten goldenen Krügen, hohen, täglich wachsenden Bergen und elfenbeinernen Gefäßen. Ihre großen Augen gleichen dem Gift aus den Zähnen der Schlange mit geblähter Haube, summenden Bienen, Pfeilen und Fischen; die Nacht gleicht ihrem Haar.“ So rühmen junge Männer die Frauen, verneigen sich vor ihnen und erzählen ihnen alles. Von Erregung und Furcht erfüllt lösen sie das Gewand der schmalen Hüften; die Frauen schenken eine Freude, die zur bedrängenden Fessel wird. Ich bin ein verwirrter, nutzloser Tor, der darin gefangen ist. Wann gewährst du mir deine Lotusfüße mit den Fußreifen, damit die Täuschung in Geist und Verstand weicht? Strahlender Speerträger, der den aus Furcht ins Meer geflohenen Asura durchbohrte und seine Eingeweide herausschleuderte, dort, wo Haie die weißen Muscheln aufwerfen! Vor Deivayanai, deren Papageienworte süß wie Zuckerrohr sind, verbargst du dein Vorhaben. Du gingst zum Hirsefeld der Jäger, deren Hörner „kukukkuku, kukkukku“ und „titittitin, tintit, titti“ dröhnten, während sie blanke Schwerter schwangen und ihre Feinde niederwarfen. Dort sahst du die geliebte Valli, verbargst deine Gestalt, nähertest dich und umarmtest sie. Großer Herr, der im leuchtenden Tirupparankundram Wohnung genommen hat!
17 – Wende mein Herz deiner Gnade zu
Die Frauen mit berggleichen Brüsten nehmen den Besitz ihrer Verehrer an sich; streitsüchtig und listig geraten sie darüber in Streit. Ihr duftendes, dunkles Haar gleicht Wolken und schwarzem Flusssand. Mit roten, korallengleichen Lippen reichen sie Genuss, wie ein Schöpflöffel Gift reicht; ihre fischgleichen Augen röten sich, und sie verlangen nach den Gaben in den Händen der Männer. Was nützt es, dass ich ihnen nachlaufe und mein Körper völlig ermattet? Werden deine gnadenreichen Lotusfüße mir nicht Liebe schenken? Kanda Vel, den Brahma, der Lotusäugige und Shankara in rechter Weise verehren! Du mit dem Mund des reinen Tamil, der die streitbaren Jainas auf starke Pfähle bringen ließ! In den kühlen, dichten Wäldern wachsen Champaka, Kongu, Sandelholz und duftendes Adlerholz. Auf ihrem Hirsefeld umarmtest du die grüne Ranke Valli. Herr, der in Tirupparankundram weilt![7]
18 – Führe mich zu deinen geschmückten Füßen
Bienen schwärmen mit ihrem „tentana, tentana“ um duftende Blütenbüschel im Haar der Frauen. Ich trinke den Nektar ihrer Lippen; von Leidenschaft erfüllt drücke ich mich an die schweren, kruggleichen Brüste. Meine Augen schließen sich, meine Glieder werden weich, und ich falle in die Vertiefung ihrer Mitte. Führe mich zu deinen Füßen, geschmückt mit silbernen Schellen, goldenen Reifen, Glöckchen und leuchtenden Zierbändern! Sohn dessen, der Eberzahn, Schildkrötenpanzer, Schlangen und die alten Gebeine der Götter trägt! Herr von Vayalur, jüngerer Bruder des fünfarmigen Weisen, der wie ein Papagei im Käfig lieblich spricht! Du gingst zu den Bergbewohnern und nahmst ihre Tochter zur Frau. Großer Herr im südlichen Parankundram, wo dichte Haine von Champaka und goldenen Blüten wachsen und Mond, Sonne und Wolken auf den Höhen verweilen!
19 – Vertrauen jenseits der Täuschung
Sie entblößen ihre schönen, von Erregung berührten Brüste, die den Schmuck überragen, und verwirren das Leben der ihnen begegnenden jungen Männer. Selbst Kama mit seinen fünf Pfeilen gerät durch ihre besondere Kunst in Bedrängnis. Mit listigen Gedanken lächeln sie sanft: „Komm, setz dich!“ Sie nähern sich freundlich und berühren den Körper. Ihre Augen, schärfer als Gift und Waffen, betören das Herz; während sie den Besitz an sich nehmen, lassen sie die Männer auf ihren Schoß sinken und glauben machen, dies sei Liebe. Ich Kleiner, Verwirrter, habe den täuschenden Herzen vieler solcher Kurtisanen vertraut. Wirst du daran denken, mich die Gnade deiner duftenden Füße empfangen zu lassen? Schöner Speerträger, dessen Schultern Valli umfangen, das süße Zuckerrohr des Jägervolkes, mit edelsteingeschmückten Brüsten, die zwei leuchtenden Bergen gleichen! Neffe Haris, der das brausende Meer mit einer Brücke überwand und den Pfeil schoss, der den Herrscher Lankas samt seiner Asura-Schar vernichtete! Saravanabhava, Guha, höchster Guru, Murugan, der mit seinem gewaltigen Speer die widerstehenden Asuras zu Staub machte! Großer Herr der reichen Stadt Tirupparankundram, deren fruchtbare Haine von Muscheln und ihren Perlen erfüllt sind!
20 – Über das Meer der Verstrickung
Bergbreite Brüste, rote Hände mit Armreifen, stolze fischgleiche Augen, von Bissen gezeichnete rote Lippen und duftende Haarknoten: Durch sie nehmen die Frauen den Geist aller gefangen. Auch ich, dein Diener, gehe darin zugrunde wie Baumwolle im Feuer. Damit ich das Ufer jenseits dieses schmerzvollen Meeres der Bindung erreiche, schenke mir deine beiden Lotusfüße, deren Fußreifen in wechselnden Rhythmen erklingen! Sura täuschte die Himmlischen, erhob sich mit Krauncha gegen das ganze Weltenrund, verfolgte die Götter und zerstörte Indras Reich. Du schleudertest den mächtigen, glühenden Kriegsspeer, damit er verging. Neffe des Muschelträgers, dessen siegreicher Klang das Weltall erfüllt und stolze himmlische Heere erschüttert! Du gehst zum Hirsefeld, um die Jägertochter zu umwerben. Großer Herr, der in Tirupparankundram weilt!
Tiruchendur – Sentil
21 – Der Honig im Herzen
An den Wegen stehen sie, als ordneten ihre schönen Hände nur das weiche Haar, und sprechen die Vorübergehenden an, um Liebe zu wecken: „Gehst du einfach vorbei? Kennst du mich nicht? Damals kamst du eines Tages und gingst wieder. Seither haben wir dich nicht gesehen. Seit damals vergeht keine Stunde, und Schlaf findet sich nicht. Wer sonst versteht unser Inneres? Genügt denn nicht, was du früher gegeben hast? Muss unsere Verbindung davon abhängen, dass du heute noch mehr schenkst? Warum? Reicht das Bisherige nicht? Hier ist mein Haus – komm!“ Lass mich nicht vergeblich in die giftige Freude solcher verführerischen Spiele fallen! Neffe des wundersamen Herrn, der der Himmel ist, in dem Wolken sich freuen, und der Wind, der daraus hervorging; der das mächtige Feuer ist, das, vom Wind geschürt, Feinde zu Asche macht, und das laut heranströmende Wasser; der die Erde ist, die das Meer als Gewand trägt, du selbst und ich, der Lotusgeborene und euer Shankara, die ehrfurchtgebietenden Reihen der Welten und der weite Raum, und der doch an nichts haftet! Lebensfülle von Sentil mit seinen klaren Teichen, Hainen und Muscheln! Honig, den das Herz derer erkennt, die von dir leben! Großer Herr der Himmlischen!
22 – Wann werde ich dich schauen?
Wenn der Tag zurückweicht, an dem der Todesherr mich bedrängt, wenn meine immer wiederkehrende, schmelzende Liebe zu Frauen endet und die drei Eigenschaften ihre Herrschaft verlieren; wenn Tag und Nacht als Gegensatz vergehen, die Unruhe der Sinne abgeschnitten ist und ich die Größe deiner Lotusfüße besinge; wenn ich Sentil immer tiefer erkenne, Kanda immer inniger erkenne und der Weg, auf dem ich im Erkennen aufgehe, klar wird; wenn der ungestillte Geist sich löst, die Worte verstummen und mein eigenes Tun immer weiter erlischt, bis wahres Erkennen aufsteigt – wann werde ich dann deine Schau erlangen? Du gabst dem mit gefalteten Händen „Zuflucht, Zuflucht, Zuflucht!“ rufenden Indra sein Reich zurück, umfingst Deivayanais Brüste und vernichtetest die Asuras, sodass der Berg zerbarst. An deiner goldenen Hüfte erklingen Glöckchen „kiṇin, kiṇin, kiṇin“; bewegte Ohrringe verbreiten ihren Glanz. Kleine rote Fußschellen spielen „tantana, tanantanam, tana“, und edelsteinbesetzte Reifen klingen „kalin, kalin, kalin“. Du reich geschmücktes Kind mit noch unsicheren Schritten, das kommt, damit Shankari es mit schmelzendem Herzen küsst – Saravana, großer Herr, den die Welt verehrt!
23 – Gib, solange die Hände geben können
Wenn der Befehl des grimmigen Todesherrn eintrifft, dessen rote Augen Gift speien, dessen weiße Zähne wie Mondsicheln leuchten und dessen Kopf wildes Haar trägt, dann wird das Leben erschüttert. Trommeln und Pauken erschallen; die Angehörigen schreien, während man den Körper durch Kreuzungen und Straßen fortträgt. Lass den Wahn „Dies ist unser Besitz“ fallen! Teile wenigstens so viel wie ein gespaltenes Korn, wenigstens ein Hirsekorn, und iss gemeinsam mit anderen, damit der alte Vorwurf der Hartherzigkeit endet. Suche keine Ausflucht mit „heute“ oder „morgen“. Wenn das Gefühl der Dringlichkeit erlischt, führt der Weg unter dem „ṭuṭuṭuṭu, ṭuṇṭuṭ, ṭuṇṭuṭ“ der Trommeln fort. Sollte das Herz davor nicht erschrecken und teilen? Der Mond im Haar des Tänzers lässt Nektar tropfen; die Fußreifen klingen lieblich, das gewundene Haar schwingt im Rundtanz und die Göttin an seiner Seite tanzt mit. Die heilige Ganga bewegt sich; Musik steigt an. Die Fußschellen tönen „ṭekuṭekuṭa, ṭeṅkaṭ, ṭeṅka“, „tokukukuku, toṅkat, toṅkat, tokutītō“. Trommeln donnern, die Damaru in seiner roten Hand hält den Rhythmus. Höchster Guru, vor dem dieser Lehrer des Tanzes sich verneigt, der seinen Liebenden Freude schenkt! Kanda von Sentil, umspült vom dunklen Meer, dessen Wogen Perlen und Edelsteine bis zu den hohen Kokospalmen schleudern, wo Muscheln und große Meerestiere leben!
24 – Die Klage einer Mutter
Vor dem Gerede der Frauen mit pfeilgleichen Augen erschrickt unsere goldene Ranke. Kamas Lotuspfeil trifft sie; der Ruf des Anril-Vogels, der wie Feuer wehende Südwind und die Mondsichel in der Abendstunde erschöpfen sie. Sie legt ihren Schmuck ab, der nur noch schmerzt, und leidet vor Sehnsucht nach der freudigen Vereinigung. Welche Hoffnung auf Glück bleibt in dieser Welt denen, die eine Tochter geboren haben? Geliebter der Jägertochter mit lotusgleichen Brüsten, die beim Erscheinen des Elefanten mit seinen Stoßzähnen erschrak! Du, der dem mit Konrai-Blüten geschmückten, verfilzt behaarten Shiva in lieblichen tamilischen Worten das Eine zu verstehen gab! Speerträger, der im zornigen Kampf den goldenen Berg mit seinen rötlich leuchtenden Gipfeln zersprengte! Kumara von Tiruchendur, großer Herr, der die Dichter wahrer, schöner Worte liebt![8]
25 – Gib meinem Herzen Worte des Lobes
Ich dränge mich an die weiten, vollen, goldenen Krügen gleichen Brüste, geschmückt mit roten Edelsteinen und bestrichen mit Moschus und Sandel. In den Spielen der Frauen versinke ich, als empfinge ich ein Bad der Weihe; ich gebe mich ganz hin und suche das Wohlgefühl ihrer langen Arme und Brüste. Ihre dunklen Haarmassen und Girlanden geraten durcheinander; Schmuck und Kleider lösen sich. Lass mich nicht in dieser Liebe vergehen, unablässig bei Tag und Nacht betört und auf dem Lager zugrunde gehend. Schenke meinem Herzen reine Worte, damit ich deine beiden Füße besinge und wahrhaft lebe! Murugan, Sohn dessen, der die junge, juwelengeschmückte Schlange trägt, gewundenes Haar und herrliche Ohrringe besitzt und die vier ursprünglichen Veden verkündete! Neffe des wolkenfarbenen Wundersamen, der die vom tosenden Meer umgebene Welt ganz in sich aufnahm und die Himmlischen gnädig behütet! Er eilte dem berggleichen Elefanten mit gewaltiger Kraft und schäumenden Schläfen zu Hilfe, als dieser im Kampf mit dem Krokodil klar und inständig „Urgrund!“ rief. Siegreicher Saravana, der seinen Speer durch Suras Brust und den Berg sandte! Du erfreust das Herz, großer Kanda von Sentil!
26 – Lass Hingabe und Erkenntnis wieder erwachen
Ihre goldenen Ohrringe scheinen die Welt wert; die pfeilgleichen Augen reichen bis zu ihnen und verwunden mich. Ich suche die Brüste der Frauen, lerne die alten Spiele der Umarmung, zerfließe in ihrem Jubel und gerate in Verderben. Will diese Bedrängnis nicht ein wenig nachlassen? Von Herzen zu betrachten, damit die Wiedergeburt endet, deine beiden mit Kadamba-Blüten und Fußreifen geschmückten Füße mutig zu preisen, täglich voller Sehnsucht nach ihnen zu verlangen – diese Hingabe und Erkenntnis sind mir verloren gegangen. Siehst du mein von Zweifeln erfülltes Leid? Wirst du mir nicht liebevoll Gnade schenken? Selbst die ihrer Askese treuen Entsagenden erschrecken und unterliegen, wenn Kama mit den fünf Blütenpfeilen kämpft. Auf dem Südwind, süß wie Tamil, zieht dieser Sohn der Lotusgöttin umher. Shiva verbrannte ihn mit aufloderndem Feuer. Du aber zeigtest selbst diesem Shiva in wunderbarer Weise das Wesen Shivas, höchster wahrer Guru! Großer Kanda von Sentil: An der südlichen Küste wirft das Meer Muscheln und Edelsteine auf; so hoch sind die Mauern deiner herrlichen Stadt, dass die kraftvollen Pferde des Sonnenwagens an ihnen straucheln!
27 – Führe mich in die Erkenntnis des Shiva-Yoga
Auf dem Lager gerät das schwere Haar durcheinander; Schweiß glänzt auf dem Gesicht. Leidenschaft überwältigt uns. Rote Lippen lächeln, scharfe Nagelspitzen zeichnen den Körper, ich trinke von ihren Lippen und sinke auf die vollen Brüste. Mein Inneres verändert sich ganz in der Vereinigung. Lass dieses Verstricktsein in die täuschende Freude der Frauen enden! Gewähre mir mit klarem, liebendem Herzen deine beiden kühlen, weichen Lotusfüße, die mit Schellen geschmückt sind: die Füße, auf die sich jene Wissenden ausrichten, die in Shiva-Yoga schmelzen und die höchste Überlieferung der Erkenntnis und die Tantra-Lehre verstehen. Ratis und Kamas verehrter Vater, der vedische Brahma, Indra und die Himmlischen konnten das nahende Gift nicht ertragen. „Hara, Hara! Shiva Shankara, Shankara!“ riefen sie. Du bist der gnadenvolle Sohn dessen, der es trank. Neffe des mächtigen Wolkenfarbenen, der den von Meerestieren erfüllten Ozean quirlte und den stolzen Nachtwanderern entgegentrat, bis ihre Köpfe zu Staub wurden! Großer Herr, der im glückverheißenden Sentil wohnt, wo Bananen, Kurkuma und Ingwer dicht nebeneinander wachsen!
28 – Bleibe mir nahe an der Schwelle des Todes
Wenn mein Erkennen schwindet, die Verwirrung wächst, die Sprache versagt, die Augen sich verdrehen, die Körperwärme erlischt und der Leib die Ausscheidungen nicht mehr halten kann; wenn Mutter und Frau nicht von meiner Seite weichen und voller Angst mit den Angehörigen weinen – lass den feurigen Todesherrn mich nicht fortrufen. Gewähre mir, dass die dicht verflochtenen guten und schlechten Handlungsfolgen und die Bindung an Geist und Sinne weichen und ich mich deinen hohen heiligen Füßen nähere. Du lehrtest dem Shiva gleichen Weisen vom Pothigai-Berg das süße Tamil, sodass sein Herz sich freute und seine beiden Ohren Erquickung fanden! Sonne, Mond, Yama, Indra, Agni, Nirrti, Kubera, der dunkle, mit einer Waldgirlande geschmückte Vishnu und der vedische Brahma waren aus ihrer Bahn gedrängt und irrten umher. Du schleudertest den Speer, der die Brust des herrschenden Asura spaltete. Junger Gott, der auf dem Schoß des Höchsten mit Hirsch und Axt und auf dem Schoß Umas heranwächst und ihre Augen mit Freude erfüllt! Großer Herr am hohen Ufer, dessen Sand von Perlen und Edelsteinen bedeckt ist, die das Meer heranträgt, auf dem Schiffe gleiten!
29 – Rufe auch mich zu dir
Ihre kleinen Füße sind weich wie die Anicham-Blüte, wie reine, frisch aufgelockerte Baumwolle und wie das Gefieder junger Schwäne, die den Teich nicht verlassen. Ich drücke mein Gesicht an ihre Brüste, auf denen Smaragdschmuck wie die Sonne leuchtet. Ich Schuldiger suche keinen Weg zur Rettung meiner Seele. Von meinen Taten erniedrigt und nutzlos geworden, lasse ich mich durch Reichtum zu törichtem Hochmut verleiten, genieße gierig Fleisch und spreche verwirrte Worte statt des einen heiligen Wortes. Von Leidenschaft entstellt, folge ich nicht dem Dharma. Wirst du auch mich rufen, mir deine Fußsandalen gewähren und mich deine Gnade empfangen lassen? Neffe Raghavas, der das weite blaue Meer überbrückte, an dem die Kriegsmuscheln erklangen, und einen Pfeil auf die hohen Köpfe des furchtlosen Ravana sandte! Murugan, hervorgegangen aus der großen Gnade dessen, der kühle Mondsichel, Schlange, wellenreiche Ganga, Tataki-Blüten und Bilva im Haar trägt! Kraftvoller Kanda, der als Baum erschien, sodass die Jäger des Hirsewaldes erstaunt „Ah!“ riefen! Schöner Speerträger, nach dem Valli sich sehnt! Held von Tiruchendur, wo Muscheln milchweiße Perlen über Lotusteiche und erhöhte Plätze streuen, großer Herr der Götter!
30 – Ein Leben an deinen Füßen
Alle wenden sich erschrocken ab, zürnen und sagen: „Geh fort!“ Ich folge ihnen dennoch auf den Fersen und schleppe diesen elenden Körper mit mir: von Krankheit zerfressen, nach Leichnam riechend, aufgebrochen, von Würmern befallen, sodass die Knochen darin klappern. Taumelnd gehe ich von Haus zu Haus, rede gefällige Worte, nehme immer wieder Bewirtung an und folge den Launen meines Geistes, bis ich zugrunde gehe. Wann endet diese Schande? Wann werde ich die vier Veden verstehen und die Blütenfüße verehren, deren kleine Schellen in wechselnden Klängen spielen? Du, dessen heilige Brust die beiden jungen, glänzenden Brüste der Feldpfauengleichen umschließt, die Papageien vom Hirsefeld vertreibt! Held auf dem goldenen Pfau, der vor dem Vater mit dem Elefantengesichtigen um die ganze Welt wetteiferte! Herr der Berge, in denen Affen süße Früchte fallen lassen, Herr von Sentil, Guha, Kanda, ewig Junger! Als die sieben Meere, acht Berge und Nachtwanderer zitterten, sprachst du zu den erschrockenen Himmlischen: „Fürchtet euch nicht!“ Großer Herr!
31 – Lass mich dich in mir erkennen
Lass mich nicht, von der in Wort und Musik gewandten, rankengleichen Frau erschöpft, bei Tag und Nacht grübelnd umherirren. Schenke mir die Liebe, die dich in meinem Inneren erkennt, während ich in den Ozean der Freude eintauche, den deine hohe Barmherzigkeit eröffnet. Du gingst zur lotusgleichen Jägertochter, die das Hirsefeld in der von Pfauen und Schafen belebten Berglandschaft bewachte, verneigtest dich vor ihr und umfingst sie. Lebensfülle der Stadt Sentil, die dem Berg Kailasa gleicht! Kanda, jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen, großer Herr![9]
32 – Lass auch in mir das Gute wachsen
Die fischgleichen Augen reichen an die beiden Ohrringe; die knospenähnliche Nase tritt hervor, die zwei bogenförmigen Brauen ziehen sich zusammen. Auf dem Lager geraten die dunklen Haarreihen und die Gewänder der rankenschlanken Gestalt durcheinander. Ich trinke von den nektargleichen Lippen. Das betörte Herz versinkt in dieser List, während von den hohen Brüsten der Duft von Sandel, Kumkum und wohlriechenden Salben aufsteigt. Ich verkehre mit den Frauen, deren vollmondgleiches Gesicht ein rotes Stirnzeichen trägt. Gewähre deine Gnade, damit auch in mir Verblendeten das Gute entsteht! Lebensreichtum unserer Mutter Tryambaki, der dunklen Nachtigall, die der Himalaya hervorbrachte, des smaragdfarbenen Papageis, der mein Leben ist! Sie erfreut Shankara, dessen hochgebundenes Haar Feuerglanz, Mond, Ganga und Konrai-Blüten trägt. Kumara, komm beständig mit frohem Herzen auf deinem Pfau, während Hüftband, Glöckchen, Fußreifen und edelsteinbesetzte Schellen miteinander klingen! Großer Herr, der in Sentil wohnt, wo die Wellen vor dem Heiligtum freudig aneinanderstoßen!
33 – Wann werde ich deine Füße preisen?
Sie breiten ihr dunkles Haar aus, lockern das eng anliegende Gewand und werfen Blicke aus den Augenwinkeln. Sie bitten die jungen Männer spielerisch um Betelblatt und Arekanuss, antworten auf vielerlei Weise und lassen zwischendurch ein kleines Lächeln aufblühen. Mit „Komm in unser Haus!“ fangen sie sie ein, umarmen sie auf dem breiten Blütenlager und schenken schmeichelnde Zuneigung nach dem Maß der mitgebrachten Güter. Kommt einer ohne Mittel wieder ins geschmückte Haus, vertreiben sie ihn mit Schlägen und Schimpfworten. Wann lasse ich die Schande dieser einseitigen, zügellosen Verbindung hinter mir und preise deine Füße? Die kühlen Wasserfälle reißen Edelsteine und Diamanten mit, biegen den Bambus nieder und spülen schimmernd herab. Das anschwellende Wasser füllt die tiefen Mulden, häuft Sand auf und durchfließt die schattigen Haine. Dort spielt die junge Jägertochter, schmückt sich mit Blüten, schüttelt duftende Blütenbüschel ab und sitzt auf der Wächterplattform mitten im reifenden Hirsefeld. Ihr hast du dich hingegeben, Lebensfülle von Sentil! Murugan, der dem Herrn mit der jungen Mondsichel im verfilzten Haar die Lehre der Schriften gnädig eröffnete, Herr derer, die ihre Askese bewahren![10]
34 – Die Vergänglichkeit erkennen
Das glänzende, duftende Haar, dunkel wie eine Wolke, die Meerwasser aufgenommen hat und schwer davon geworden ist, wird weiß wie Baumwolle. Die einst speergleichen Augen, die Wunden schlugen, ziehen sich in ihren Winkeln zusammen; Absonderungen sammeln sich darin wie verdorbene, geronnene Milch, und das Fleisch verliert seine Frische. Die vollen Brüste, verglichen mit den gebogenen Stoßzähnen des mächtigen Elefanten, mit Spielwürfeln und Krügen, werden schlaffe Haut. Werde ich den Wandel dieser Frauen verstehen und mit wachsender Liebe über den Weg nachdenken, als Diener zu deinen Füßen zu gelangen? Du Erster, vor dem sich der viergesichtige Brahma im duftenden Gemach des entfalteten Lotus, Narayana auf der Giftschlange im Milchmeer, der mit Uma verbundene Chandrashekhara und Indra, den die Himmlischen verehren, demütig verneigen! Glückseliges Kind, Vel, der auf dem Schoß der Herrin aller Welten den freudig strömenden Nektar ihrer Brüste trank! Herr, der in Sentil Leben schenkt, wo Wellen junge Muscheln rasch aufwerfen und das dunkle, wolkenfarbene Meer anschwillt!
35 – Nimm mich liebevoll an
Soll ich nach diesen täuschenden Frauen verlangen, die rührende Worte sprechen, Geld an sich reißen, von Leidenschaft entstellt sind, ihre Augen rollen lassen und großes Unheil stiften? Rücksichtslos reden sie, geraten wie wilde Schlangen in Zorn und richten ihre Zuneigung nur nach dem Geld. Dein großer Kopfschmuck strahlt wie die Sonne. Du bist von vollkommener Schönheit und Güte, blickst deine Diener mit gnädigen Augen an, rufst sie freudig zu dir und sprichst mit ihnen. Erkenne auch mich als dir zugehörig und nimm mich Tag für Tag mit deiner Gnade liebevoll an, damit ich im Guten wachse. Die Veden, die den ursächlichen Grund überschreiten, ihr gesungener Wesenskern und die Götter verehren dich. Du Mächtiger, der ihre Bedrängnis löst! Die Askese deiner Diener findet in dir ihr Ziel. Gnadenkind des ursprünglichen Herrn mit den Tataki-Blüten im Haar, der in der Welt wohnt und freudiges Verlangen weckt! Neffe Madhavas, des Herrn mit den von Asketen und Vedaweisen gepriesenen Füßen, des leuchtenden Lichts der Welt! Großer Herr der Götter, der in Tiruchendur wohnt, wo Reisfelder gedeihen, Zuckerrohrhaine die Wolken berühren und Bananen wachsen!
36 – Verachte mich nicht
Ich suchte die Frauen mit pfeilgleichen Augen und wurde zum Toren, der den rechten Weg nicht achtet: niedrig gesinnt, nutzlos, ohne Bildung, völlig hilflos und stumpf. Große, anhaltende Verstrickung umhüllt mich; Krankheit bedrängt mich, und Wahrhaftigkeit fehlt mir. Verachte mich nicht! Wird der Tag kommen, an dem du mir das einzigartige Leben an deinen kühlen Füßen mit ihren kostbaren Edelsteinreifen schenkst? Narada, der die von Dichtern geschaffenen Lieder singt, erzählte dir von der Jägertochter. Du suchtest sie im Wald und vereintest dich mit ihr, tapferer Herr des großen Pfaus! Junger Sohn der Göttin Manonmani, der Mutter, der Allerhöchsten mit honigsüßen Worten! Großer Herr, der in Siralaivay, in Tiruchendur, im Schatten himmelhoher Haine erstrahlt!
37 – Lass mich deinem Wort treu bleiben
Ohne etwas zu bedenken, ohne genau hinzusehen, kommen die Frauen heran, bis das Leben ermattet. Dann entzweit, stehen sie da, als seien sie uns nicht verbunden, halten sich unerreichbar und lassen uns umherirren. Lass mich nicht in dieser schmerzlichen Liebe erschöpft, gekränkt und innerlich zerrüttet werden. Du mit den kraftvollen, goldenen Schultern, schenke mir die Gnade, deinem Wort nicht untreu zu werden! Unermüdlicher Sieger im Kampf, du mit duftgeschmückten Schultern, der den Berg durchbohrte! Speerträger, der den listigen, in alle acht Richtungen fliehenden Sura im Kampf erschrecken ließ! Geliebter unseres Vaters, der eine herrliche Konrai-Girlande auf der Brust trägt und auf dem Stier reitet! Honig für deine Liebenden, junger Gott mit süßen Worten, großer Herr von Sentil!
38 – Bevor der Leib fortgetragen wird
Die wohlgeformte Schönheit schwindet, der Leib erschlafft. Die Sinne, die ihn einst erfüllten, versagen; er ist zum Leichnam geworden. Einige nehmen ihren Lohn entgegen und tragen den Leichnam fort. Große Trommeln schlagen nach dem Brauch „veṭṭaviṭa, veṭṭa“ und „kiṭañcaṅ, kiṭañca“. Die Angehörigen folgen vereint, werfen sich weinend zu Boden, während andere den Weg für den Zug freimachen. Werde ich diese vergängliche Täuschung durchschauen und deine Füße erreichen? Du ließest den langen Krauncha-Berg zerbersten, als dein Speer ihn durchdrang. Die Wellen des ganzen Meeres versiegten; seine Wasser schrumpften zu aufgewühltem Schlamm. Den standhaft widerstehenden Asuras schlugst du die Köpfe ab; ihre Reihen zerfielen. Rumpfgestalten und große Geier tanzten an den Blutlachen; Edelsteine wurden aus den Kronen herausgeschleudert. Du offenbarst die Frucht kostbarer, wahrer geistlicher Erkenntnis und wohnst in Sentil, großer Herr![11]
39 – Führe mich in die Gemeinschaft der Liebenden
„Ihre Sprache ist Zucker, ihre Brüste gleichen Knospen, ihre Taille einer Ranke, ihre Augen Pfeilen und Gift, ihr Haar einer Wolke“ – so denke ich immer wieder. Ich sehe sie, begehre ihre Fülle, leide und gerate unter ihre Macht, bei Tag und Nacht, vom Geschick getrieben. Sieh, wie ich durch alte Taten umhergeworfen werde, verbrenne und stürze. Schenke mir deine Lotusfüße! Komm mit „Fürchte dich nicht, fürchte dich nicht!“, damit ich mich den Liebenden anschließe, deren edler Geist dein Lob singt, und in dieser Gemeinschaft selbst edel werde. Deine juwelengeschmückte Brust trägt Girlanden, um die Bienen schwärmen, und ist von Sandelduft erfüllt. Schön vereinte sie sich mit den roten Händen und den vollen Brüsten der sanften Jägertochter mit rankenschmaler Taille. Du sahst, wie die mächtigen Himmlischen Schutz suchten, bestiegst deinen erhabenen Pfau und zogst in den Kampf, bis die Asuras zitterten und unterlagen. Du feiertest Hochzeit am Berg und nahmst Wohnung in der Stadt Sentil, großer Herr!
40 – Das Herz auf die Gnade ausrichten
Lass mich nicht verwirrt werden von den Frauen, mit denen selbst die auf dem Lotus sitzende Sarasvati und Lakshmi nicht verglichen werden können: von ihren kühlen, mit Sandelpaste bestrichenen Brüsten, ihren Händen, nach denen ich bei Tag und Nacht verlange, ihrer in der Kunst des Raubens erfahrenen Täuschung, ihren geschwärzten Augen, ihrem berauschenden dunklen Haar und ihren mondgleichen Gesichtern. Lass mich einen reinen Geist gewinnen, die beständigen Ziele Dharma, Wohlstand und Freude durch Lernen verstehen und, nachdem ich sie durchschaut habe, darüber hinausgehen. Damit ich deine Gnade selbst erkenne, schenke mir in Liebe deine Füße, an denen süßtönende Schellen und rotgoldene Glöckchen klingen. Unsere Mutter heißt Kumari, Kali, Bhayankari, Shankari, Gauri, Nili, Parambarai, Ambikai, Kutilai, Yogini, Chandini und Kundali; sie ist die Vollkommene, Uma, Mantari, Antari und die Schöne der vielfältigen Agamas. Kumara, den sie gnädig gebar! Du jüngerer Bruder unseres Vinayaka, des fünfarmigen Königs der Ganas auf der Maus, der die giftspeiende Schlange trägt, mit dem Elefantengesicht und der Mondsichel auf dem Haupt, und der dich liebevoll in seinem Herzen trägt! Großer Herr, der in der glückverheißenden Stadt Sentil wohnt, wo Bananen, Kurkuma und Ingwer ohne Lücke dicht beieinander wachsen!
41 – Die Schönheit deiner heiligen Gestalt
Brüste gleichen Elefantenstoßzähnen, reinem Gold und Krügen voll Freude. Dunkle und rötliche Blicke treffen wie Pfeile; sie quälen, locken und ergießen ihre Verführung. Der Hals stellt die Muschel in den Schatten, goldene Ohrringe schwingen. Prächtige Haarflechten, glänzende Gewänder und der sich wiegende Körper der käuflichen Frauen betören. Erst weisen sie ab, dann lächeln sie, rufen mich herbei und reden schmeichelnd. Soll ich hier, von der Qual solcher Lust bedrängt, weiterhin umherirren? Die Scharen der Himmlischen preisen dich und genießen die Freude des heiligen Namens. Du zerschmettertest die Asuras, schleudertest sie wie Bälle, ließest die Muscheln ertönen und zerbrachst den Berg. Speerträger, der in Freude und strahlendem Triumph verweilt! Schenke mir den Anblick deines heiligen Hauptes, deiner Hände und deiner Kadamba-Girlande, das Wesen Shivas und die Kraft der Askese. Du ruhst an den Brüsten der Jägertochter vom Hirsefeld und der Tochter Shachis, großer Herr im blühenden Sentil![12]
42 – Zerbrich das Gefängnis der Wiedergeburt
Ich sehe die Frauen und folge ihnen, dem Schoß entgegen, in dem Schwangerschaft entsteht und Blut fließt, der verwundet und dahinschmelzen lässt. Mit ihnen vereinige ich mich, gerate in Aufruhr, werde gebunden, streite, juble und ermatte. So taumle ich umher, von dem grausamen Wahn gequält, der mich selbst vor der weiten Welt erzittern lässt. Sieh diese Verwirrung, rette mich und zerbrich das Gefängnis meines geborenen Körpers. Schenke mir die Freude an deinen Füßen! Strahlender Speer, du drangst in das klare, von der Sonne beschienene Meer und vernichtetest zornig die Macht des Asura. Kumaresha von Sentil, dessen kühle Haine Muscheln hervorbringen und dessen Ruhm in alle acht Richtungen strömt! Du bist der Sohn Shankaris, die behütet, Shankaras, der auflöst, und der Ganga, die Shankara immer neue Freude schenkt. Großer Herr, der an den kühlen Brüsten der goldenen Ranke des Jägervolkes ruht, die auf dem geschmückten Berg das rote Hirsefeld bewacht![13]
43 – Die Musik, die Feindschaft stillt
Duftende Salben fließen über ihre erregten Brüste; Gift und Nektar mischen sich in ihren Augen. Ihr gewaschenes, wohlgeordnetes Haar duftet nach Moschus. Mit ihren fischgleichen, bis an die Ohrringe reichenden Blicken stiften sie überall Verwirrung. Listig bringen sie junge Männer durch Worte und Verlockungen um ihren Besitz und lassen sie erschöpft zurück. Auf der Straße verspotten sie jeden, nutzen jede Gelegenheit, schmücken ihren Gang und ihre Kleidung. Wenn nur genügend Reichtum winkt, schmiegen sie sich auf dem Lager voller Zärtlichkeit selbst an einen Leichnam. Sie trinken berauschende Getränke und drängen sich ungestüm an ihre Liebhaber. Schenke mir die Gnade, von der Gemeinschaft dieser als großartig geltenden Verführerinnen frei zu werden! Als die Finger des dunklen, wolkengleichen Herrn über die sieben Löcher der Bambusflöte glitten und vielfältige Töne hervorbrachten, tranken Tigerjunge die Milch der Kühe und Kälber an den Zitzen der Tigerinnen. Berge schmolzen, trockene Äste im weiten Wald trieben frische Blätter; Elefanten mit ihren Weibchen standen gebannt, und die Vögel kamen aus dem hohen Himmel zur Erde herab. Du Neffe dieses großen Herrn der heiligen Offenbarung, der sein Herz erfreut! Du Beistand, Träger aller Tugenden, Saravanabhava – dir Verehrung! Murugan, höchster Guru, erhabener Sechsgesichtiger, Guha, großer Herr der heiligen Stadt am wellenumspülten Ufer!
44 – Wandle die rastlose Leidenschaft
Das schwere Haar gerät durcheinander, die Augen röten sich und ermüden vor Lust. Hände legen sich zusammen, Herzen schmelzen. Die Frauen setzen ihren Preis fest; ihre sanften Brüste lassen goldene Krüge vor Scham verblassen. Arme umschlingen einander in vorgetäuschter Liebe, Freundschaft und Vertrautheit. Nach der Vereinigung kommt Entfremdung, danach erneute Nähe; wieder zergeht der Leib vor Begehren. Soll ich in solcher Unruhe beständig umherirren und leiden? Du scharfer Speerträger, Sohn des Dunkelkehligen, der einst sein Auge öffnete, sodass Kama verbrannte, zerfiel und verging! Du führtest den furchtbaren Kampf gegen die Täuscher, die immer dichter herandrängten; sie zitterten vor dir. Du starker Freund, der seinen Liebenden Freude schenkt! Geliebter Neffe dessen, der im Zorn die schrecklichen Pfeile schoss, welche die Köpfe des Herrschers von Lanka zerschmetterten! Mit roten Fußschellen, klingenden Reifen und Schmuck an den Knöcheln kamst du nach Sentil, Kanda, unser großer Herr!
45 – Blicke mich gnädig an
Ihre Augen übertreffen die des jungen Rehs; ihre Brüste gleichen Lotusknospen. Nacht und Wolken scheinen in ihrem wohlgeordneten Haar zu ruhen, das duftende Blumen schmücken. Sie handeln einen Preis aus, der meinen ganzen Besitz aufzehrt, und lassen mich ihren Worten vertrauen. Mit diesen Frauen gebe ich mich dem Spiel hin und vergehe wie der Leib einer Kröte, die Gift gefressen hat. Blicke mich in deiner Gnade an! Dein Pfau hält im scharfen Schnabel die glänzende Schlange mit den roten, Gunja-Samen gleichenden Augen und der ausgebreiteten Haube. Auf diesem Pfau rittest du, als du das Heer der Asuras vernichtetest, Kumaresha, göttlicher Guru! Duftende Arekapalmen und dichte Kokoshaine umgeben die von Bienen besuchten Teiche; Affen tanzen darin. Junger Gott, der in Sentil wohnt, großer Herr der Könige des Himmels!
46 – Komm vor dem letzten Abschied
Bevor die grausamen Boten des Todesherrn meine Beine mit der Schlinge fesseln und mich fortschleppen, bevor die Geliebten, die Kinder und die Mutter mir schreiend bis zum Verbrennungsplatz folgen: Komm vor mich auf deinem prächtigen Pfau! Lass mich voller Sehnsucht deine Schultern schauen, die Dreizack, Schwert, Stab, rotes Hahnenbanner und Bogen tragen, deine breite heilige Brust und deine reinen Füße mit ihren Schmuckreifen. Neffe des ursprünglichen Wundersamen, der auf dem brausenden Ozean ruht! Als das Halahala-Gift dem Höchsten zufiel und die Götter sich fürchteten, gab er ihnen freudig den Nektar, damit sie lebten. Du Lebensfülle von Sentil, wo Muscheln zwischen Reisfeldern liegen, Teiche von Lotus umgeben sind und Wasser an den Hängen herabfließt! Großer Herr, der den scharfkantigen, rasenden Speer schleuderte, sodass der anstürmende Sura vor Angst zusammenbrach!
47 – Führe mich sanft ans Ufer
Ich vergesse den Weg wahrer Entsagung, der sich dem inneren Heiligtum zuwendet. Stattdessen verneige ich mich vor Frauen, deren Haar wie eine Wolke aufgetürmt ist. Ich versinke in der Tiefe ihrer Mitte und genieße den Nektar ihrer wasserliliengleichen Lippen. Zwischen den beiden mit Adlerholzduft und Kampfer bestrichenen Brüsten tauche ich voller Verlangen in den Ozean der Lust. Führe mich behutsam an ein Ufer und schenke mir deine Füße mit den schönen goldenen Reifen! Du lehrtest dem Höchsten das Eine: jenem Herrn, in dessen hochragendem Bereich die mächtige Ganga strömt und dessen Ausmaß der auf dem Lotus sitzende Brahma nicht ermessen konnte. Großer Kanda von Sentil, wo die Meereswellen Perlen auf die hohen Tempeltürme und Mauern, den Sockel des rotgoldenen Fahnenmastes und selbst auf die Straßen werfen![14]
48 – Löse die Verwechslung mit dem Körper
Dieser Leib ist eine von Haut umschlossene Hütte aus Eingeweiden, Fett, Knochen, Flüssigkeit, Ausscheidungen, Blut, Nerven, Eiter und Fleisch. Ich trage ihn eigensinnig umher, brüste mich mit ihm und freue mich daran – ich Unwürdiger, bis ich ermattet bin. Ich suche die Schultern der Frauen, deren dunkle Augen den mächtigen Pfeilen Kamas gleichen, und werde immer müder. Damit diese Neigung endet, durch die mein Erkennen zugrunde geht, schenke mir deine beiden Füße und nimm mich gnädig als den Deinen an! Herr des weiten Sentil! Deine Schultern sind die Lebenszuflucht der dir in Liebe zugewandten Jägertochter. Saravana, Kanda, Murugan, Kadamba-Geschmückter, der auf dem einzigartigen Pfau die Erde umrundete! Die Götter verneigten sich, als deine rote Hand den Speer ergriff, der den strahlenden Berg durchbohrte. Vernichter Suras, der im tosenden Meer stand, mächtig wie ein rascher Sonnenwagen!
49 – Zu deinen leuchtenden Füßen
Die rankengleichen Frauen bewegen ihre berggleichen Brüste, bestrichen mit Sandel und rotem Kumkum. Sie verwirren mich mit ihren Künsten, schmeicheln und sprechen; mit roten, fischgleichen Augen winken sie mich herbei und lassen ihre Verführung wachsen. Für sie mühe ich mich ab. Ich Leidender genieße immer neue Dinge, esse und mäste diesen Klumpen Körper. Lass mich nicht länger so umherirren. Führe mich zu deinen zarten roten Füßen, deren Glanz die aufgehende Sonne übertrifft und deren hohe Schmuckreifen und Glöckchen leuchten! Du bleibende Lebensfreude Shankaris, die im höchsten roten Lotus verweilt und die eine Hälfte des großen Herrn einnimmt, dessen goldenes Haar blühende Konrai-Blüten trägt! Vel mit den festen Schultern, an denen die zarten, fischäugigen Göttinnen ruhen: Deivayanai, die Tochter des Elefanten, und Valli, die Tochter des Wildes, lieblich wie junges Bambusrohr. Großer Herr, der liebevoll in Sentil wohnt, wo das Meer unter dunklen Wolken anschwillt und Muscheln an Land spült![15]
50 – Nimm mich unter deinen Schutz
Ihre Brüste schwingen, Armreifen glänzen an den roten Händen, und Bienen summen um ihr Haar, das dunklen Wolken gleicht. Ihre Stimmen klingen wie das Liebeslied der Waldkuckucke und wie das zarte Sprechen schöner Papageien. Die erschrockenen Augen gleichen wild springenden Fischen, die Stirn der Mondsichel. Von solchen zauberhaften Frauen betört, leide ich unter schwerer Krankheit und den Sorgen dieses Daseins. Erkenne meine Lage und nimm mich als den Deinen an, damit ich zu deinen blitzenden Füßen mit den herrlichen Reifen gelange! Muscheln, große Trommeln, Timilai und Dundubhi erklangen „tantana, tananta“, als die Asuras heranstürmten. Ihr Mut zerbrach; dicht gedrängt fielen sie in alle Richtungen. Du lächeltest, als das kühle Meer in Flammen aufging, Herr des Speers! Unser König, dessen die heiligen Offenbarungen sich freudig erinnern und den sie als den von Shankara geliebten Guru preisen! Mit der schönen, mondgesichtigen Jägertochter freust du dich in Sentil, das Shambhu rühmt, großer Herr!
51 – Lege deine Füße auf mein Haupt
Lass mich nicht denen verfallen, die an den Türen ihrer Häuser und an den Wegkreuzungen begegnen: Frauen mit vollen Brüsten, dichtem Goldschmuck und wolkengleichem Haar; mit mörderischen Augen, die Pfeilen und Fischen gleichen, mit schmeichelnden Papageienworten und wohlklingenden Stimmen. Lass mich den rechten Weg finden; lege deine schönen Füße auf mein Haupt und schenke mir Gnade! Du sandtest deine mächtige Waffe aus. Der Feind eilte zum finsteren Meer, suchte Zuflucht im Hain und kämpfte weiter, obwohl ihn Furcht ergriff. Der Glanz aus deiner roten Hand erreichte ihn selbst im Meer. Du wurdest ihm zur höchsten Wirklichkeit. Du schenkst dem Herzen Reife und wohnst im heiligen Hain von Sentil, Kumara, großer Herr![16]
52 – Öffne mein Herz für deine Gnade
Die rankengleiche Taille beugt sich, der Körper erregt sich, und ich trinke von den nektargleichen Lippen. Auf dem Lager lösen sich die wolkengleichen Haarflechten; in gespielter Liebe finden wir zueinander. Scharfe Nagelspitzen hinterlassen Wunden. Ich prahle mit dieser Freude, bis die Stimme versagt und ich besinnungslos werde. Die duftenden Girlanden zerfallen auf dem Lager. Ich bin ein Mensch verstrickter Taten, der an den Brüsten von Frauen mit giftgleichen Augen hängt. Mein Leben verzehrt sich; der Körper verliert sein Maß, Einsicht und rechter Wandel fehlen mir. Ich besitze nicht jene Liebe, die „Schöner, dessen leuchtendes Gold so hell erstrahlt! Herr von Sentil!“ ruft und dabei das Herz aufgehen lässt. Willst du mir nicht deine beiden kleinen Lotusfüße schenken und mich freudig lieben? Du erscheinst auf dem Pfau, der die Glieder der Schlange mit ausgebreiteter Haube zerreißt und abschüttelt. Dein Speer trifft die Götterfeinde an allen Gelenken und zerstört ihre Wut. Menschen und Himmlische verehren den uralten, formlosen Herrn mit den acht Eigenschaften, den Freund seiner Liebenden. Seine roten Augen ließen die drei leidbringenden Städte verbrennen. Ganga, Hirsch, Konrai-Blüten und die junge Mondsichel schmücken ihn; Feuer leuchtet in seiner roten Hand, und er reitet den Stier. Auf seiner einen Seite steht Gauri, Uma, die die Welt hervorbringt und dir voller Liebe die Brust reicht. Meister des Tamil, vor dem sich selbst der höchste Shankara verneigt, großer Herr!
53 – Lass keinen Tag verloren gehen
Lass mich nicht betört werden von den bis zu den Ohren reichenden Augen der rankengleichen Frauen, von ihren kühlen, mit duftendem Kumkum, Sandel und Schmuck bedeckten Brüsten, von ihrem Haarknoten mit der Girlande roter Wasserlilien und von der Schönheit, auf die sie sich stützen. Lass mich täglich singen: „Herr der Himmlischen, namo namah! Unser großer Herr, namo namah! Geliebter der Göttin mit den glänzenden Armreifen, namo namah!“ Gewähre mir, künftig nur deinen Ruhm zu besingen, dich in Liebe und rechter Ordnung zu verehren und dadurch Erlösung zu finden. Lass keinen Tag nutzlos verstreichen. Shankari wirbelt im Tanz wie ein Kreisel. Sie ist Herrin der Geister, trägt Schellen an den heiligen Lotusfüßen und den Dreizack in der Hand: die makellose Nili, Modi, Bhayankari, Mahakali, Yogini. Als sie den Kampf gegen den berauschten Sura sah, gab sie dir den machtvollen Speer und rief: „Unser Sohn, sei gesegnet, sei gesegnet!“ Ewig Seiender, Herzerfreuender von Vayalur! Vishakha mit den süßen Worten, Quelle des Erbarmens! Du bist die Lebensfülle von Sentil; schenke auch mir, deinem Diener, ein Leben, das ans befreiende Ufer führt, großer Herr!
54 – Dein Blick schenkt Halt
Ich genieße die wasserliliengleichen, nektarsüßen Lippen und zerfließe vor Verlangen nach Frauen, deren mit Moschus bestrichene Brüste mächtigen Elefanten, Bergen und Krügen gleichen. Ich Unwürdiger gerate in Verwirrung. Werde ich, damit die haltlosen Sorgen vergehen, deinen Gnadenblick empfangen und deine beiden Blütenfüße im Herzen bewahren? Werde ich den Halt in dir finden? Kind mit den edlen Worten, hervorgegangen aus der Gnade dessen, der den nördlichen Berg als Bogen trägt! Speerträger von Sentil, der den aus dem Meer kommenden Asura vernichtete! Deivayanai und die pfauengleiche Jägertochter mit bogenförmiger Stirn lieben und umarmen dich. Kumara, vollendete Schönheit, der auf dem siegreich geschmückten smaragdgrünen Pfau erscheint, großer Herr!
55 – Ein Wort aus wahrer Hingabe
„Ihr zarter Hals ist eine Muschel, ihre Lippen sind schön, ihre Zähne Elfenbein, ihre Küsse voll beglückender Süße. Ihr Haar ist eine dunkle Wolke am Himmel, ihre Brüste sind hohe, kühle Berge.“ So preise ich sie. Und zu Menschen sage ich ohne Zurückhaltung: „Du erhabener Wohltäter mit der roten Hand, du goldene Regenwolke!“ Lass mich nicht mit solchen schmeichelnden Worten umherirren und betteln. Damit Leiden und Krankheit weichen, schenke mir, aus echter Hingabe ein einziges Wort zu sprechen: „Gütiger Kanda Vel!“ Der Höchste nahm das Gift, das zornig und schlangengleich alles zu verbrennen drohte, und trank es, sodass die Himmlischen den Nektar erhielten. Er tanzt im großen Tanzsaal; das Ausmaß seiner Erscheinung bleibt selbst dem lotusäugigen Vishnu unzugänglich. Sonne und Mond glänzen in seinem Haar. Ihn erfreust du, Herr des reinen Tamil, der in Sentil wohnt![17]
56 – Erscheine in deiner leuchtenden Gestalt
Ohne innezuhalten lasse ich im Herzen die Unruhe beginnen. Sandel und Kumkum, Schmuck und prächtige Gebärden täuschen mir höchste Freude vor. Von den Brüsten der Frauen und der Verlockung ihrer Körper gefangen, gerate ich in nutzloses Leid. Lass dies enden. Freigebiger Guha, komm in deiner eigenen leuchtenden Gestalt und nimm mich in Liebe an! Sohn des Herrn, der die Ganga trägt! Schöner Kanda, Herr der himmlischen Erkenntnis! Der Herr der Götter sprach zu dir: „Behüte die Himmelswelten, damit sie nicht mehr erzittern!“ Du Held mit dem siegreichen Speer in der roten Hand, voll erhabener Macht zogst du aus, stießest auf Sura und vernichtetest ihn. Freudvoller Vel, den der rotäugige Vishnu und der Lotusgeborene verehren, Herr, der in Sentil wohnt!
57 – Wann kommst du auf deinem Pfau?
Die mit schwarzer Schminke betonten Augen der Frauen übertreffen die sieben rauschenden Meere, Honig und berauschenden Trank, Pfeile und den kämpfenden Speer, die junge Mango, die dunkle Wasserlilie, den duftenden Lotus, stark gewordenes Gift und wütend springende Fische. Auf ihre prächtigen Brüste, die mächtigen Bergen, schmuckvollen Elfenbeingefäßen und diamantbesetzten Kronen gleichen und Perlenketten tragen, habe ich mein grausam fesselndes Verlangen gerichtet. Wann wirst du für mich armen Diener auf deinem machtvollen Pfau kommen, damit ich diesen Wahn aufgebe und Hingabe übe? Du mit dem wundervoll geformten Speer und den zwölf Händen! Herr der Lieder deiner Verehrer, Reiter, dessen Reittier alle Himmelsrichtungen durchmisst! Geliebter, der Vallis Herzensliebe in der Vereinigung erfüllt! Bezwinger der bösen Asura-Herrscher, gütiger Beschützer der Rechtschaffenen! Du sprichst die Unterweisung, durch die deine Diener Befreiung erlangen. Gemahl der reinen Göttin mit papageiensüßer Stimme! Deine Füße werden von den drei Welten gepriesen. Du würdigst das süße dreifache Tamil. Die Mauern deiner Stadt reichen so hoch, dass dunkle Wolken über sie hinwegziehen. Großer Herr der drei Götter in der Meeresstadt, deren Wellen Perlen tragen!
58 – Gedenke meiner und führe mich
Sandel, duftende Salben, Kampfer, Kumkum, Moschus und kühle Parfüme umhüllen ihren Körper. Champaka- und Vakula-Girlanden, neue duftende Gewänder und Diamantketten schmücken die festen, weiten Brüste, die wie ein Zauber wirken. Diese mainagleich sprechenden Frauen verlangen vor allem nach Besitz; ihr scharfer Verstand sucht Reichtum, ihr Herz sinnt auf List. Ihre verführerischen Blicke gleichen Pfeilen, die mein Herz verwunden. Ich Unverständiger lasse mich dazu bringen, sie zu verehren. Wann wirst du meiner gedenken, kommen und mich als deinen Diener annehmen? Du oberster Hüter von Indras Stadt, Reiter des wunderbaren Pfauenrosses, ewig Junger! Du genießt die spielerische Liebe der Jägertochter und vernichtest die anstürmenden Asura-Herrscher. Kostbarer Sohn unserer Uma! Meister der vier Arten reicher Dichtung im reinen Tamil! Dein mächtiger Speer zerschmettert den Berg; für deine aufrichtigen Sänger bist du leicht erreichbar. Du gehörst zur heiligen Lehre des schönen mondbekrönten Herrn; dir eigen ist die Größe der Mantra-Unterweisung. Großer Herr der erhabenen Götter, der in Sentil wohnt!
59 – Warum suchen wir Halt im Vergänglichen?
Die unzähligen Veden verkünden den Weg zu deinen behütenden, zarten Lotusfüßen. Warum lieben manche Menschen nicht das Schwinden des Bösen, das Ende der Feindschaft und die Güte eines edlen Lebens? Warum hängen sie stattdessen an diesem trügerischen Körper, der unter Begierde, Zorn, Habsucht und den Veränderungen der Elemente zerfällt, und an den Fesseln des gebundenen Wesens? Du ließest Sura im Meer und den mächtigen Berg zu Staub werden. Dein blau schimmerndes Pfauenross setzt seinen Fuß auf die lange Giftschlange; du schickst es als Streitwagen aus. Kadamba-Geschmückter, Lebensfülle von Sentil! Sohn der Göttin, die denen, welche das heilige Opferfeuer treu hüten, Shivas Welt gewährt! Lehrer, der durch Yoga unterweist, großer Herr der Götter, vor dem die Rede verstummt![18]
60 – Vom Lob der Menschen zum Lob deiner Füße
Ihr wunderbares Haar duftet nach Tagara; über den schmalen, von Lust ermüdeten Hüften erheben sich goldgleiche Brüste. Voll Verlangen suche ich ihre Umarmung und lasse die religiöse Mantra-Wiederholung hinter mir. Tag für Tag untersuche ich kunstvolle, schwer zugängliche tamilische Dichtung und schmeichle damit Menschen, die töricht, listig und ohne innere Reinheit in der Welt umherirren. Werde ich ihr Lob aufgeben, deine goldenen Blütenfüße ergreifen, in heiliger Ergriffenheit erzittern und dich verehren? „Takuṭa taku, tānta tanta; tikuṭa tiku, tīnta minti; takukaṇaka, tāṅka ṇaṅka, tanatāna; tanana tana, tānta nanta“ – zu diesen Klängen tanzt dein einzigartiger, erhabener Pfau, auf dem du reitest, Herr mit der schönen Brust! Deine rote Hand ergriff den mächtigen Speer, sodass die Asuras in allen Richtungen fielen. Einziger Sohn der Tochter des Gipfelberges! Geliebter der Jägertochter mit diamantgeschmückten Brüsten! Großer Herr von Sentil, dessen Gipfel zu Mond und Wolken emporragen![19]
61 – Komm, bevor der Körper vergeht
Bienen trinken kühlen Honig und umschwärmen die frischen Blumengirlanden im wolkendunklen Haar der Frauen. Ihnen wende ich mein Herz voller Zuneigung zu und rede vertraulich mit ihnen – ich, dein Diener, niedriger als ein Hund. Dieser stattliche Körper ist eine trügerische Hütte, gefügt aus Erde, Wasser, Feuer, sanftem Wind und Raum. Bevor das Leben sie verlässt und sie zum grausigen Verbrennungsplatz getragen wird, komm zu mir und schenke mir deine goldenen Füße! Du vernichtetest Sura, der sich im Kreis seiner Lobredner feiern ließ, siegreicher Kumaresa! Herr des Hochzeitsberges, dessen Herrlichkeit nicht schwindet, wo Bienen in duftenden Blüten ihre Melodien singen! Du trankst die kandissüße Milch; du bezwingst die Feinde, Vel mit den duftenden Schultern! Junger Held, dessen schöne Schultern stark wie Säulen sind, Kanda, großer Herr von Sentil![20]
62 – Lass mich deinen Tanz schauen
Deine Fußreifen, Heldenspangen, kleinen Glöckchen, Schellen und klingenden Fußringe tönen zärtlich miteinander. Einst umschrittest du deinen Vater voller Liebe, umarmtest ihn in großer Freude und bliebst in dieser Liebe bei ihm. Lass auch mich dich so schauen: deine Kadamba-Girlande und schönen Kronen, die roten Lotushände und den vernichtenden Speer, deine Augen und Gesichter in ihrem Mondglanz. Werden sie nicht vor mir erscheinen und meine Augen erquicken? Als du das gewaltige Schlachtfeld betratest, erhoben sich Brahmas Welt und die sie umschließenden Welten in Freude. Wie ein goldener Berg erstrahltest du, wuchsest in alle Richtungen und tanztest, sodass der Lotusäugige und dein Vater sich von Herzen freuten. Mit diesen tanzenden Füßen tanze auch hier in Sentil liebevoll vor mir, Kanda Vel! Du genießt den Sandelduft an den Brüsten der Jägertochter. Herr, vor dem sich der aus dem Krug geborene Weise verneigt![21]
63 – Sage: Dieser Mensch gehört zu meinen Liebenden
Die Mutter, die meinen Hunger erkannte, mir den Nektar ihrer Brust reichte und den Rücken streichelte; mein Bruder und die Helfer, die mir dienten; die liebe Schwester, ihre Söhne, die Kinder, die sich mir wie dem eigenen Leben anschließen; meine Frau, die Verwandten und die Freunde, die mir beistanden und freundliche Worte sprachen – sie alle kommen, ihr Haar löst sich, und überwältigt sinken sie zu Boden. Wenn dann der Tod auf seinem Büffel heranreitet und mich bedrängt, komm du auf deinem starken Pfau und sprich: „Fürchte dich nicht!“ Sage zu jenem Todesherrn: „Dieser Mensch ist einer meiner Liebenden!“ Pfauenheld, der voller Freude die Milch trinkt, die aus den beiden Brüsten der Bergtochter fließt! Durch die Gnade des Herrn mit dem verfilzten Haar, in dem Mond, Schlange und Fluss zusammenwohnen, bist du erschienen. Großer Herr, der in der Stadt Sentil wohnt![22]
64 – Ein Lied, das zum heiligen Ort führt
„Ihr Gewand lockert sich; die rankengleiche Frau leidet unter den Pfeilen des Liebesgottes. Allein verzehrt sie sich und gerät in Verwirrung. Der sanfte tamilische Südwind und die Mondsichel brennen miteinander auf sie ein und verwunden sie.“ Manche singen einige solche dürftigen Gedichte und bleiben dabei stehen. Sie wissen nicht, Tiruchendur zu besingen und dadurch Erlösung zu finden. Vishnu, den vier Veden und Brahma bleibt er schwer erkennbar: Shiva, dessen Füße und rot verflochtenes Scheitelhaar unergründlich sind. Ihm und dem guten, aus dem Krug geborenen Weisen, der am Berg schwere Askese übte, gewährst du Gnade. Du bist die Lebensfülle des höchsten Guru! In deinem Zorn vernichtetest du die Sippe des übermächtig anwachsenden Asura, großer Herr![23]
65 – Schenke mir beständigen Dienst
Lass mich jener Unruhe fernbleiben, in der ein Mensch wegen seiner Verstrickung in Frauen leidet, körperlich abmagert, Liebe und guten Wandel vergisst und seinen Glanz verliert. Schenke mir Freude; schenke mir die Lotusfüße, vor denen die Himmlischen sich verneigen. Lass mich „Du bist meine Zuflucht!“ sprechen und dir immer, immer dienen! Du junger Herr, der sich liebevoll vor den Füßen der blitzgleichen Jägertochter verneigt und bei ihr Zuflucht sucht, damit sie sich mit dir vereine! Großer Herr, der gnädig im südlichen Sentil erscheint: An seinen Landungsplätzen funkelt feines Gold, und seine Erhebungen sind reich an Muscheln und rechtsgewundenen Schneckenhäusern![24]
66 – Befreie mich aus käuflicher Verstrickung
Auf der Straße beginnen sie ihre Verführung: Sie bewegen die Rundung ihrer Brüste, lachen, machen das Herz weich und treten übermütig auf. In einem verkommenen Lebenswandel suchen sie ihren Unterhalt. Sobald sie sehen, dass ein wohlhabender Mann sein Herz an sie hängt und in Verwirrung und Sehnsucht gerät, sprechen sie ihn an. Im Haus, auf dem erhöhten Lager, entzünden sie die Lampe, legen sich hin, ziehen ihn zu sich und schmeicheln. Doch mit dem erhaltenen Geld geben sie sich nicht zufrieden. „Dafür und dafür musst du noch aufkommen!“ So nehmen sie ihm Schmuck und Besitz ab, lassen ihn verarmen und treiben ihn hinaus. Bewahre mich vor solcher Gemeinschaft! Die zwanzig berggleichen Arme und zehn Köpfe des zornigen Ravana trotzten im Kampf. Vishnu schlug zu und trennte sie ab, sodass die kriegerischen Asuras bebend zusammenbrachen. Du bist sein geliebter Neffe! Fische springen bis über die Feldraine; auf den runden erhöhten Flächen häufen sich stattliche Perlen. Zwischen solchen fruchtbaren Feldern lebst du herrlich im weithin berühmten Tiruttani. Ewig Wirklicher, Guha, der in Sentil wohnt![25]
67 – Wende mein Herz zu deinen Füßen
Ihre Augen bedrängen mich wie der verfolgende Tod und wie eine gewaltige, heranstürmende Streitmacht. Täuschende Gewänder gleiten von Schultern und Brüsten; die Körper vereinen sich auf dem Lager. Listige Liebeskünste und erhitzte Lust bringen schließlich Leid. Ich trage den erworbenen Goldschmuck zu diesen Frauen, lasse mich durch sanfte Worte betören und werde fortgeschickt, wenn nichts mehr zu holen ist. Mein Herz gerät in diese vermeintliche Süße. Gib ihm von innen her ein, deine Füße zu lieben und dich mit Dichtung und Musik zu preisen! Selbst rechtschaffene Menschen, die lange strenge Askese übten, seufzen und ermatten, wenn der unvergleichliche Liebesgott vor ihnen auftritt und seine Pfeile entsendet. Doch Shiva ließ ihn samt seinem Wagen im Feuer vergehen. Diesem Herrn vermitteltest du in fest gegründeter Liebe die Erkenntnis. Du befreist die Himmlischen von Bedrängnis; in deiner roten Hand glänzt der starke Kriegsspeer. Kanda, großer Herr des reichen Sentur mit seinen Mauern, wo gestreifte Bienen freudig summen, als kämen sie, dich mit Musik zu preisen![26]
68 – Komm, wenn das Leben schwindet
Der Bauch hängt herab, die Haare werden weiß, die Zahnreihen wackeln, der Rücken krümmt sich, die Lippen erschlaffen, und eine Hand stützt sich auf den Stock. Frauen lachen: „Wer ist denn dieser uralte Mann?“ Der Husten rasselt; schon das erste Wort kommt verworren hervor. Die Augen verdunkeln sich bis zur Blindheit, die Ohren werden taub. Krankheit tritt ein, und der herbeigerufene Arzt fügt dem Körper noch Schmerzen zu. Die jungen Söhne drängen: „Welcher Besitz ist da? Welche Schulden?“ Kummer bedrückt mich. Meine Frau weint und sinkt nieder. Die Boten Yamas stehen vor mir und bedrängen mich; Kot entweicht, und das Leben erlischt. In diesem Augenblick musst du rasch auf deinem Pfau kommen! „Komm, mein Vater! Komm, Herr des Raghu-Geschlechts! Komm, mein Kind, mein Sohn! Komm, Licht meiner Augen, mein kostbares Leben, du Schöner! Komm hierher, mein König! Komm, trinke an meiner Brust; komm, lass mich dich mit Blumen schmücken!“ So ruft Kaushalya voller Zärtlichkeit, und der Wunderbare kommt zu ihr. Du bist der Neffe, der sein Herz erfreut! Schöner, der sich mit der jungen rankengleichen Jägertochter vereint! Tapferer Held, der die Gefangenschaft der Himmlischen beendete und die Asura-Sippe mit der Wurzel vernichtete! Kumara, hervorgegangen aus dem Höchsten, der Mond, Schlange und Fluss trägt! Großer Herr, der wohlig in Sentil weilt, wo Wellen gegen das Ufer schlagen!
69 – Gewähre mir einen Funken wahrer Erkenntnis
Ich vertraue auf diese mit Haut gedeckte Hütte und verliere mich in den täuschenden Liebesspielen der Frauen. Um Besitz anzuhäufen, eile ich umher und plage mich. Ich verfasse immer neue Botenlieder, Vier-Juwelen-Girlanden, Prabandhas, Kovai, Ula und Madal und versinke darin. Von Tür zu Tür gehe ich zu Menschen schlechten Wandels, bis meine Füße schmerzen. Nutzlos bin ich, ein Lügner, der das Rechte verdirbt, schamlos und von verkehrtem Herzen, verletzend, habgierig und vergeblich tätig – ich, der verachtete Niedrige. Willst du mir nicht ein wenig von der makellosen Fülle wahrer Erkenntnis und geistiger Sammlung schenken, damit alles Leid dieser Welt von Ursache und Wirkung endet und ich wirklich lebe? Du schlugst den viergesichtigen, rotgoldenen Schöpfer, der auf dem milchweißen Schwan sitzt. Einst bestieg Rama die Schultern des mächtigen Maruti und kämpfte; er schlug dem sündigen Ravana die Köpfe ab, ließ den edlen Vibhishana gedeihen und umarmte seine angetraute Gefährtin. Du bist der Liebling im Herzen dieses deines Oheims! Der tugendhafte Narada kam und sagte: „Hier ist das Feld, in dem sie lebt.“ Da eiltest du zu der süß sprechenden Valli und schmiegest dich an die weichen, kampferduftenden Berge ihrer Brüste. Kanda, großer Herr der beglückenden Stadt Siralaivay, wo Sel-, Valai- und Varal-Fische so hoch springen, dass sie die fruchtbeladenen Arekapalmen berühren![27]
70 – Lass Erkenntnis in mir lebendig werden
Dieser mangelhafte Körper besitzt neun aufgebrochene Tore, Hände und Füße; er besteht aus Nerven und Knochen. In ihm wirken Klang und die ursprünglichen Zugänge der Sinne, und er führt vielerlei Schauspiele auf. Bevor er sich so lange entwickelt, bis sein Leben unbemerkt entweicht, schenke mir ein anderes Leben: Lass mich nicht unzählige Bücher suchen, in Verblendung geraten und die Menschen der Welt mit hundert schönen Worten preisen, um schließlich in verkehrtes Handeln, Krankheit und Leid zu fallen. Vereine dich mit meinem Inneren und gib mir die Möglichkeit, die Schriften der Erkenntnis ganz zu lesen und zu verstehen! Als Yama kam, um dem Knaben das Leben zu nehmen, und seine Schlinge warf, erschien der uranfängliche Herr mit dem Ruf des Beistands. Der schweigende Herr blickte Kama an: „Verbrenne mitsamt deinen fünf Pfeilen!“ Du lehrtest diesen blaukehligen Shiva das Wort der Veden. Neffe des Wunderbaren, des Hirten, der den Diskus in seiner schönen Hand trägt: Er ruht im Meer, aus dem einst das Gift hervortrat, und nahm dem Elefanten die Angst. Die Veden suchen deine Füße. Du hältst das Hahnenbanner und bist der uranfängliche große Herr, der in Sentil wohnt![28]
71 – Ein Wort, das mich mit dir verbindet
„An Reichtum bist du Kubera, an Rang Indra, an Schönheit Kanda!“ So schreie ich Menschen dieser Erde mein Lob entgegen und suche bei ihnen Zuflucht vor meinem großen Hunger. Mit leidendem Herzen füge ich täglich neue Wörter zusammen, bereite mir dadurch nur Bedrängnis und lasse meinen Körper zugrunde gehen. Zerstreue die Unruhe meiner Sinne und schenke mir die Liebe, die mich mit deinen Füßen verbindet! Dein tapferer Vater betrachtete die festen drei Städte und vernichtete sie mit einem Lächeln. Er tanzt im heiligen Saal und trägt die Axt. Zu diesem Shankara gingst du und gewährtest ihm das schöne, gehaltvolle Wort in reichem Tamil. Du Lebensfülle von Sentil, wo die Wellen aufspringen, die Erhebungen treffen und rotes Gold heranspülen! Großer Herr, der vor der goldenen Ranke aus dem Jägervolk im Feld die roten Hände zusammenlegt und sich verneigt!
72 – Schenke mir den Weg deiner Lotusfüße
Ich hielt das Unbeständige für einen verlässlichen Körper. Lange Tage und Lebenszeit vergingen vergeblich. Die Fülle schwindet, Taubheit und Blindheit treten ein, Krankheiten häufen sich, und die Sinne geraten durcheinander. Kot und Urin vermehren sich auf dem Lager. Mir Törichtem schenke den angemessenen Weg: deine Lotusfüße, deren strahlende Wirklichkeit selbst die Veden kaum zu preisen vermögen! Du schleuderst den glühenden Speer, der die mordenden Asuras vernichtet, das gewaltige Meer wie einen kleinen Teich austrocknen lässt und den alten Mangobaum an der anvisierten Stelle spaltet. Erhabener Kumara, der freudig am Ufer von Alaivay weilt! Herr, der dem unvergänglichen, heiligen Shiva die alles übersteigende Wirklichkeit zeigt! Großer Herr, leicht erreichbar für deine Diener![29]
73 – Dein Mantra im Auge des Herzens
Frauen mit aufragenden Brüsten, die Spielsteinen gleichen, zerreiben Mittel mit Zuckerrohrsaft zu Kügelchen, lassen sie im Schatten trocknen und bestreichen sie mit vielerlei Duft. Wenn sie auf dem Lager nahe heranrücken, verbergen sie das Mittel auf der Rückseite eines Betelblatts und reichen es mit gespielter Zuneigung. Dann sagen sie: „Du denkst hier gar nicht an mich! Du sprichst keine zärtlichen, anerkennenden Worte!“ Sie beobachten, wie der Mann sich in ihrem Netz des Verlangens verfängt. Lass mich nicht in den habgierigen Künsten dieser Sünderinnen umherirren, die das Denken zum Schmelzen bringen. Gib mir Gnade, jeden Tag die sechs unvergänglichen Silben, deine duftende Kadamba-Girlande und den Glanz deiner Gesichter vor dem inneren Auge zu halten! Neffe dessen, dessen unvergleichlich starke Schultern Ravana bezwangen! Dieser Asura hatte den Berg des heiligen dunkelkehligen Shiva gehoben und die acht Elefanten der Himmelsrichtungen besiegt. Du wohnst im berühmten Tanjavur, in Sikkal, Valanchuzhi, Tiruchengode, Idaikkazhi, Tandalai, Kalar, Chengadu, Kurukkai und Purambayam. Sura zog mit kleinäugigen, brünstigen Elefanten, Pferden, Wagen und Fußsoldaten in den Kampf: ein Übeltäter, gewalttätig und von Täuschung erfüllt. Deinen scharfen Shakti-Speer ließest du seine überhebliche Brust spalten und sein Leben trinken. Mit dieser Waffe thronst du gnädig und strahlst in der Stadt Tiruchendur, großer Herr![30]
74 – Nimm mich in Liebe an
In der großen Finsternis einer von Mängeln geprägten Geburt taumle ich in Fesseln und Bindungen. Die fünf Pfeile treffen und verwunden mich. Wenn prunkvolle, täuschende Frauen ohne guten Wandel mich umarmen und ihre Brüste meinen Körper berühren, verstricke ich mich in Zweifel und Verlangen. Lass mich darin nicht schwach werden und ermatten! Schenke mir deine Lotusfüße, von Fußreifen und kleinen Glöckchen umgeben; nimm mich in Liebe an und erweise mir Gnade! Du ergriffst den Speer mit deiner schönen Hand und brachst den Stolz des Asura, sodass selbst Welten und Berge erzitterten. Indra, dem starken Herrn der Wolken, gabst du die Himmelswelt zurück. Du bist die Herzensfreude jener Frau, die im goldroten Haarnest Shivas wohnt, zwischen Mond, Atti, Konrai, Stechapfelblüten und Tulasi. Großer Herr des reinen Tamil, der in Sentil lebt, in dessen Hainen der Südwind weht![31]
75 – Dein Pfau durchmisst alle Richtungen
Yama, der die fünf schweren Verfehlungen heimsucht, besitzt mondsichelartige Zähne, flammendes Haar, giftstrotzende Augen und ein schrecklich leuchtendes, affenähnliches Gesicht. In seinen Händen trägt er einen langen, schnell treffenden Dreizack und die bindende Schlinge. Wie eine gewaltige dunkle Wolke ist seine Gestalt; auf dem Rücken eines ungestalten Büffels reitet der Todeskönig. Wenn er furchterregend vor mir erscheint, komm du zu mir, deinem Diener! Aus Liebe preise ich deine Füße und suche die einzige Zuflucht, deren Gnade sich von Geschlecht zu Geschlecht schenkt. Komm gütig auf jenem überwältigenden Pfau, dessen Tanz die Hülle des Weltalls zerbersten und die acht Richtungen krachend erbeben lässt! Wolkengleich wächst ihr Haar, ihre sanften Worte sind beglückender Nektar, ihr reines weißes Lächeln ist Mondlicht, und ihre duftenden Lotusaugen reichen bis zu den beiden Ohrgehängen. Schöner Bräutigam, der auf den Mandara-Bergen der vollen Brüste dieser jungen Tochter der Bergbewohner ruht! Du zogst kämpfend durch den Süden der edlen tamilischen Sprache, durch Norden, Westen und den erhabenen Osten. Du verehrtest viele Tempel des mondbekrönten Shiva und schlugst mit dem Stab auf den hohen Mahameru, du Herr unter den Königen. In der großen Stadt Sentil, wo deine Diener von Geschlecht zu Geschlecht den Weg empfangen, wohnst du voller Freude, großer Herr der Himmlischen![32]
76 – Befreie mich vom Stolz auf meine Dichtung
Auf der weiten Erde preist man überaus listige Menschen staunend als strahlende Sonnen. Man liest und versteht die großen, makellosen Schriften des guten Wandels, die Lieder der Sangam-Dichtung, Lehrwerke, Geschichten und Epen, die vierundsechzig Künste und die alten Wahrworte Tiruvalluvars. Man verfasst in vielerlei Formen unzählige Gedichte: Girlanden verschiedener Metren, Madal, Parani, Kovai, Kalambakam und weitere Prabandhas. Dann rühmt man sich: „Ich bin der große Stegreifdichter, ein gewaltiger Sturm, ein König lieblicher Poesie!“ Unter weißem Ehrenschirm, mit Auszeichnungsbanner, Becken, Trommeln und Sänfte zieht man umher. Wird diese verblendete Selbstüberhebung nicht endlich weichen? Als der schwere Kampf tobte und Vishnu dem Feind nicht standhalten konnte, zog er sich zurück und verehrte Shiva: „Shankara, Hara Hara, Shiva, Mahadeva!“ Lange betete er auf Erden mit schmelzendem Herzen: „Gib mir den Diskus, der den Leib des grausamen, übermächtigen Jalandhara zerschneidet, damit er samt seiner Fesselwaffe, seinem Panzer und seiner Kriegsmacht fällt!“ Er legte tausend Lotusblüten zu den göttlichen Füßen. Als einmal eine Blüte fehlte, brachte der rotäugige Vishnu sein eigenes Auge dar. Du bist das Kind Maheshas, der ihm half! Du vermähltest dich mit Indras Tochter. Herr im herrlichen Sentil, komm in Gnade und nimm mich, der dir als Diener zugehört, ganz an![33]
77 – Lass die Bindung ihre Macht verlieren
Ich verneige mich vor ihren beiden Lotusfüßen. In der Freude der Vereinigung richten sich ihre vollen, elefantengleichen Brüste auf und erschauern. Die großen schwarzen, fischgleichen Augen bewegen sich bis zu den goldenen Ohrgehängen; zärtliche Worte erklingen. Die duftenden Blütenbüschel im Haar neigen sich. Scharfe Nagelspitzen zeichnen neue Spuren auf den Körper; Schweiß tritt auf die weiße, mondgleiche Stirn und die Brauen. In den kunstvollen Fesseln des Liebesgottes, den der Gangaträger zu Asche machte, geht die Einsicht verloren. Werde ich nicht endlich die scheinbare Zuneigung jener Frauen lassen, die Besitz suchen und mir Leid bereiten? „Titi ti, tata tatan, tintin tantat; ṭiṭi ṭi, ṭaṭa ṭaṭaṇ, ṭiṇṭiṭ ṭaṇṭat; teṉaṉa taṉataṉan, tentat tantat, teṉaṉāṉā; tikurti takirtatin, tintit tintit; tiriri tarara!“ Unvergleichlich erschallen Timilai und Parai, sodass die Wände des Weltalls in den acht Richtungen erbeben. Die mächtigen Scharen der Asuras mit girlandengeschmückten Schultern rücken in geordnetem Schritt vor; doch erschrocken beugen sie schließlich die Köpfe zu deinen Füßen und bitten: „Gewähre uns deine Gnade!“ Kumara des Kampfes, Muruga in der Stadt mit lotusgesäumten Feldern! Kanda, großer Herr von Sentil, wo die aufgewühlten Meereswellen anbranden![34]
78 – Erbarme dich meiner Verwirrung
Frauen mit Brüsten, die nach gemischten Salben und Sandel duften, treffen mich mit seitlichen Blicken wie mit Yamas Streitmacht. In ihrem nachtdunklen, blütenduftenden Haar summen Reihen gestreifter Bienen. Ich bin ein Verwirrter, den all dies umtreibt. Erfreue dich meiner, wende mir Liebe zu und schenke mir Gnade! Heiliger Neffe Haris, dessen Brust die Kadamba-Girlande schmückt! Träger des Speers, den du schleuderst, sodass das Meer unter seinen tosenden Wellen glüht und zerschnitten wird! Wahrer Guru, vor dem selbst der Verbrenner der drei Städte sich verneigt! Jaya Jaya, Hara Hara – Kanda, großer Herr von Sentil!
79 – Schenke mir Worte voller Wirklichkeit
Ihre vollen Brüste gleichen Elfenbein und goldglänzenden Bergen; sie drängen gegen das enge Brustband und darüber hinaus. Ihre schönen seitlichen Blicke treffen wie grausame Pfeile, übertreffen die dunkle Wasserlilie und besitzen die Kraft von Diskus und Shakti-Speer. In diese Blicke verstricke ich mich mit großer Leidenschaft und verzehre mich, ohne zu erkennen, wie mein Denken dabei zugrunde geht. Lass mich Freude an deinen beiden rotgoldenen Füßen finden! Gib mir tamilische Worte, die jene höchste Wirklichkeit in mir festhalten, und nimm mich jetzt als deinen Diener an! Sura ergriff die goldene Himmelswelt mit ihren Wunschbäumen und brachte den erschrockenen Göttern großes Leid. Als er gegen dich kämpfte, ließest du ihn durch deinen erhabenen, strahlenden Speer unterliegen und vergehen. Dem Herrn der Himmlischen wandtest du liebevoll deine Gnade zu. Du wiesest den heiligen Lotusgeborenen zurecht und schlugst ihn auf den Kopf; dem guten Shiva aber erklärtest du damals liebevoll jene ursprüngliche Bedeutung. Kanda, großer Herr der goldenen Stadt Tiruchendur, in der reiner Sieg, reine Freigebigkeit und Wohlstand beständig leuchten!
80 – Dein feuriger Speer und deine liebevolle Gestalt
Fußglöckchen und Spangen schmücken ihren anmutigen Gang, als zögen Scharen von Schwänen dahin. Freudig und verführerisch singen diese puppengleichen Frauen; feines Gewebe umhüllt ihre rankenschmale Taille. Ihre beiden berggleichen Brüste bewegen sich wie gefüllte Milchtöpfe, lange Ketten liegen darauf. Ihr geschmücktes Haar ist eine ausgebreitete Wolke; goldene Bögen und die Mondsichel gleichen ihren Brauen und ihrer Stirn. Mit Kuckucksstimme und zuckerrohrsüßen Worten preisen die pfauengleichen Frauen jeden, den sie sehen: „Komm in unser Haus!“ Auf dem Lager geben sie sich liebevoll; duftende Brüste bewegen sich wie Spielsteine und Bälle, Schweiß rinnt, und zärtliche Augen, stattliche Schultern, Arme und Hände bieten die Umarmung an. Soll ich mich wirklich nach dieser Verlockung sehnen? „Tīta tōtakan, tītatintōtitimi; ṭūṭu ṭūṭuṭuṇ, ṭūṭuṭuṇ, ṭūṭuṭuṭu; ṭīku ṭīkukam!“ So donnern die mächtigen Peri- und Murasu-Trommeln. Shesha und Meru, Sura und Taraka stürzen; die sieben Berge tanzen als Staub, und die Himmlischen tanzen mit dem Ruf „Sieg, Sieg!“ Du stehst tanzend da und entsendest den feurigen Speer. Deine sechs lieblichen Gesichter, die einst dem Vater ins Ohr lehrten, und deine Schultern erstrahlen. Du vereinst dich mit unserer Mutter Valli, meiner kostbaren, geschmückten Göttin, die fortdauernde Freude schenkt. Im Hain gleitet ihr Seidengewand, und die Ketten edler Steine bewegen sich klingend. Herr, der in Sentur wohnt, wo üppige Palmen zum Himmel ragen![35]
81 – Ein Wort für die Klarheit des Herzens
Indra glänzt auf dem gefleckten, reinen, berggleichen Elefanten und auf der Wolke. Brahma erklärt in rechter Weise den Gehalt der unvergleichlichen Veden, in denen alle Lehren Zuflucht finden. Vishnu mit dem Diskus in seiner roten Hand ruht auf der mächtigen, rotäugigen Schlange. Während auch sie suchend umherwandern, schenke mir das eine Wort: Die Freude soll aufsteigen, die Wellen sollen sich legen, und mein Inneres soll beim Kosten der Erfahrung klar werden. Du wohnst im weiten, guten Lotus des Herzens, eins mit dem inneren Raum und dem höchsten Gipfel der Lehre. Der jungen Jägertochter schenkst du Freude und erweist ihr liebevoll Gnade. Träger des Speers, den du gegen den Berg mit den glänzenden goldenen Gipfeln entsandtest, sodass er auf der Erde zerstreut wurde! Kanda, großer Herr von Sentil mit seinen hohen korallenroten Mauern![36]
82 – Körper, Rede und Herz in einer Richtung
Ich treibe mich in den entstellenden, täuschenden Spielen von Frauen umher, deren volle, kruggleiche Brüste Brustbänder und kühlen Sandel tragen. Zeit vergeht nutzlos; ich werde zu einem Niedrigen, der nicht einmal merkt, dass seine Würde verloren ist. Mein Herz ist unbehütet, ich begehe die fünf schweren Verfehlungen und tue nichts Gutes. Selbst wenn ich das Leben derer sehe, die vollständig dahingegangen sind, versinke ich weiter im Begehren. Lass diese Verblendung enden! Lass Ursache und Wirkung zur Ruhe kommen, den Stolz des „Ich“ zerbrechen und Reinheit entstehen. Möge der Lebensatem den Körper durchströmen, während beide Augen auf die Nase gerichtet sind. Mögen Körper, Zunge und Herz sich auf eine Richtung sammeln, ohne die Liebe loszulassen, solange der Körper besteht. Gib mir Gnade, deiner ewigen Füße zu gedenken und wie jene Yogis zu werden, die sich in tiefer Sammlung um die Schau bemühen! Du Mächtiger voll überströmender Erkenntnis! In Liebe stehst du vor dem Herrn des Ardra-Tages und verneigst dich: „Ich werde mich vor dir beugen.“ So machst du die Mantras, den Wesenskern und die Gesamtheit der Veden offenbar. Murugesa, einst bezwangst du freudig Sura, der aus dem tosenden Meer als großer Mangobaum emporstieg, und befreitest die Herrscher des Himmels von schwerem Leid. Als der Elefant „Ursprünglicher Grund!“ rief, kam Mukunda mit seinem Diskus und schleuderte ihn gegen das Krokodil im Teich, bis es verging. Du bist der Neffe dieses dunkelwolkigen Herrn! Du liebst das herrliche Alaivay, wo Meereswasser sich ausbreitet und durch sandige Rinnen strömt, sodass trächtige Muscheln herankommen und kostbare Perlen gebären![37]
83 – Lass meine Dichtung dir dienen
Große Unruhe, zerrütteter Wandel, der Verlust klaren Denkens, schließlich Armut und fehlender Lebensunterhalt: Lass mich nicht dorthin geraten, wenn Frauen mich scheinbar liebevoll rufen, mich mit Zuneigung an ihre Liebeskünste binden und mir die Umarmung ihrer Brüste anbieten. Schenke mir deine Füße zum Schutz! Lass die Einsicht wachsen, durch die ich mich dienend an dich halte. Gib mir die Befähigung, reines Tamil zu singen, und gewähre mir aus deinem gnädigen Herzen den Ruhm einer Dichtung, die zur inneren Erkenntnis führt. Voller Freude wirfst du dich im kühlen Feld vor der schönen Jägertochter nieder; deine Augen jubeln, und dein Herz wird weich vor Liebe. Sura ermüdete die Götter, zeigte prahlerisch seine Gewalt, packte und bedrängte sie und suchte sie durch seine Macht zu vernichten. Du gingst hin, trenntest seinen Kopf ab und schlugst ihn wie einen Ball fort. Du zerschmettertest den festen Berg, zogst in Sentil ein und nahmst dort Wohnung. Großer Herr, der dem Vater im heiligen kleinen Tanzsaal die Bedeutung der fünf Silben würdevoll ins Ohr spricht, damit Vollendung aufleuchte![38]
84 – Komm vor dem letzten Abschied
Meine Frau, die Kinder und ihre Verwandten kommen und klagen. Der Körper brennt im aufflammenden Feuer; was von ihm bleibt, wird getrennt und fällt ins Wasser, und die trügerischen Worte enden. Das Leben gerät in die Hand des wildäugigen Todesherrn und leidet unter der quälenden Macht seiner Schlinge. Lass es nicht erst bis zu diesem Ausgang kommen! Komm, damit ich, dein Diener, deine siegreichen Füße verehre! Du gingst in den Wald, in dem Löwen und Tiger wohnen, und lebst mit dem blitzgleichen Mädchen des Jägervolkes. Muruga, der du in Sentil wohnst, von deinen Liebenden zur Freude ihrer Herzen gepriesen! Ewig junger großer Herr, der sich liebevoll mit den Frauen vereint, deren strahlende Gesichter überall mit Mond und Lotus verglichen werden, und ihnen Freude schenkt![39]
85 – Wem soll ich vertrauen?
Ihr Haar ist eine Wolke, ihre schönen Brauen sind mondsichelartige Bögen. Ihre Blicke stellen Pfeile, Fische, Bienen und Lotusblüten in den Schatten. Schöne Ohrgehänge drehen sich; die Zähne wirken wie eingesetzte weiße Perlen. Der zarte Hals gleicht einer jungen Arekapalme. Ihre papageiensüße Stimme klingt wie eine Flöte; lotusgleiche Brüste erheben sich als rote Berge, geschmückt mit Korallen, zarten Hautzeichnungen und duftendem Sandel. Leuchtende Gewänder umhüllen die rankengleiche Taille. Dazu die verborgene Stätte der Liebesfreude, die bananenstammgleichen Schenkel, Augen, Hände und schönen Füße: Soll ich Frauen vertrauen, deren Handeln täuscht? „Canja canjaka ṇanjaka, ṭuṇṭuṭu; ṭuṇṭu ṭiṇṭimi ṭaṇṭama ṭuṇṭuṭu; tanta nantana tintimi!“ Muscheln und lange Blasinstrumente brausen auf; die Dundubhi verkündet: „Shambhus Sohn! Dichter! Kämpfender Kanda!“ Banner und leuchtende Schirme erfüllen alle Richtungen. Bei diesem Anblick erschrecken die Scharen des listigen Asura; sie und der Berg verbrennen und verkohlen. Die Himmlischen und Indra nehmen Zuflucht zu dir, siegreicher Vel! Mit der jungen Frau aus dem Bergland voller Lotusblüten und kühler Bananenstauden und mit der schönen Himmelsfrau lebst du in Liebe. Herr, der sich in Sentil erfreut, wo auch die Götter dich verehren![40]
86 – Schenke Freude, bevor alles zerfällt
Die fünf Sinne sind Wege meines Geistes; mein Wesen hängt an ihnen, und dieser Körper ist die Säule, an der die fünf Sinneskräfte befestigt sind. Um dies alles zu zerstreuen, kommt der Tod: Feuer quillt aus seinen roten Augen, er hebt den mächtigen Stab und reißt den Raum auf. Schon heute kann er hier erscheinen. Die Angehörigen teilen unterdessen: „Dies gehört mir, das dir; so viel entfällt auf diese Verwandten!“ Sie streiten sich müde und zerstören ihre Liebe. Bevor der Körper vergeht, lass die Schmach enden, mit wohlklingendem Tamil bei anderen zu betteln. Nimm mir das Leid und schenke mir Freude! Vishnu hält die Muschel aus dem rauschenden kühlen Meer und ruht, um die Bedrängnis überall zu stillen. Brahma strahlt auf dem Lotus. Ihre Größe tritt zurück, wenn du Shambhu, der sich an schöner Dichtung freut, die reine Bedeutung schenkst. Die mit Kumkum bestrichenen Brüste der jungen Frau vom Hirseberg umschließt du stets mit deinen rotgoldenen Schultern. Großer Herr im kühlen Sentil, reich an tiefen Gewässern, Muscheln und grünen Sandelhainen!
87 – Ist dies der Weg, den ich weitergehen soll?
Haus und Gold, Söhne und schöne Frauen, Kraft, Herkunft, Stellung, Heimatort und Name, wachsende Jugend, vermeintliche Sicherheit, angehäufter Wohlstand, Rang und Verwandtschaft – all dies erscheint wie ein trügerischer Traum. Ich halte seine Freude für mein Eigentum, verfalle der Liebe zu Frauen, die meine Augen erfreuen, verbinde mich mit vielen Körpern und falle wieder in einen Mutterschoß. Soll dies meine fortdauernde Art zu leben sein? Strahlender Speerträger, der das alte Karma deiner an dich denkenden Liebenden beseitigt und den hohen Berg spaltet! Muruga, der beständig im heilbringenden Sentil wohnt, dessen Herrlichkeit auf Erden leuchtet! Deine Brust umarmt die beiden erschauernden Brüste der mit Blumen geschmückten Jägertochter vom Feld. Großer Herr, der gegen die angreifenden Asuras vorging, sodass ihre Kronen zu Staub wurden!
88 – Ist diese Gemeinschaft ein Halt?
Mit betörendem Duft und entblößten, hoch aufragenden Brüsten gehen sie von Tür zu Tür und locken. Sie erinnern sich an frühere Jugendliebe und weinen theatralisch; sie reichen Mittel, die das Leiden der Begierde wecken. Sobald jemand kommt, sehen sie nach seinem Vermögen und begehren es. Jedem sprechen sie schmeichelnde Liebesworte zu. Wer kein Geld mehr hat, wird ohne Liebe fallengelassen, als wäre das nur recht. Auch ihre Mütter beherrschen das täuschende Schauspiel einer Nili; sie trinken den gärenden Saft der Palmblüten und verkehren mit Niedrigen. Soll ich mich mit solchen Frauen verbinden? Du bist der jüngere Bruder des elefantengesichtigen Herrn, dessen mächtiger Schläfenstrom fließt und der einst die große Erzählung Mahabharata auf den gewaltigen Meru schrieb. Deine juwelengleiche Brust trägt Sandel und Kumkum von der innigen Umarmung der vollen Brüste der puppengleichen Jägertochter. Du bist der Neffe dessen, der in Löwengestalt erschien, die Brust des Asura-Herrn aufriss, seine noch frischen Eingeweide herausnahm und sie als Schmuck trug. Göttlicher Führer, durch die Gnade Shankaras hervorgebracht, der die honigreiche Kadamba-Girlande und den Mond trägt! Großer Herr, der gnädig in Sentil weilt![41]
89 – Die Süße wahrer Zuflucht
Mit rehgleichen Blicken und Brüsten wie goldenen Bergen oder kostbaren Gefäßen gewinnen diese Frauen geeignete Männer. Ihre Worte fesseln, verwirren und wecken Begierde: wunderlich, voller verborgener Absichten, süß und scheinbar wahr. Kaum ist man auf dem blütenduftenden Lager bei ihnen, heißt es: „Gib zuerst die schönen Goldmünzen! Freude gibt es doch für den, der bezahlt.“ So sprechen sie milch- und honigsüß und lassen doch niemanden ohne Bezahlung näherkommen. Ist die Verbindung mit solchen Liebesverkäuferinnen gut? Der Asura-Herrscher sehnte sich schlaflos nach einem Seitenblick Sitas, deren sandelbestrichene Brüste goldenen Bergen und deren frische Arme Bambus gleichen. Vom Wagen aus entsandte Achyuta mit dem mächtigen, himmelragenden Bogen den Pfeil, sodass die Köpfe Ravanas wie Bälle fortflogen. Du bist sein Neffe! Du Sohn, den Shiva und die Göttin gnädig hervorbrachten: Er ist süße Milch, Sirup, Zucker und reifer Honig aus dem Bambus und doch jenseits der Rede. Du Vorrangiger, gepriesen von den auf Erden Gereiften, die deine Erkenntnis ganz empfangen haben! Großer Herr, der in Sentur die Seinen dicht um sich sammelt wie Bienen![42]
90 – Zeige mir deinen schützenden Beistand
Sie zeigen ihr Haar wie eine Wolke, die hohe Stirn wie den Mond, das knospenartige Lächeln und die Süße ihrer nektarströmenden Worte. Sie zeigen die Grausamkeit ihrer Augen und den Lotus ihres Gesichts, die jungen berggleichen Brüste und die rankengleiche Taille, die reichen Armreifen und die lieblichen, mit Juwelen geschmückten Hüften. So führen die jungen Frauen immer neue Künste vor. Soll ich mich weiter im Schlamm dieser Verblendung wälzen? Wer dich als den gnädigen Sohn Shivas anruft, der die Gestalt des Liebesgottes verbrannte, dem gewährst du heilsame Liebe. Du wohnst in Sentur. Muruga, du schenkst beständige Zuneigung und lässt die Verbindung mit der blitzgleichen, vom Elefanten behüteten Göttin nicht abreißen, deren volle Brüste Ketten aus neun kostbaren Edelsteinen tragen. Als der Asura mit Kampfeswillen herankam, gewährtest du Schutz. Indra, der deinen kriegerischen Auftritt noch nicht kannte, trug seine Bitte vor und erschien auf Airavatas Rücken: „Bei dir finden wir Zuflucht!“ Er pries dich in herzlicher Liebe, und du beschütztest ihn ganz, großer Herr![43]
91 – Wann wirst du auf dem goldenen Pfau kommen?
Lass mich nicht unzählige Girlanden alter tamilischer Dichtung in immer neuen Metren singen und singend von Haus zu Haus geiziger Menschen irren. Lass das frühere Karma weichen, ohne wiederzukehren; lass die Verstrickung in Frauen in die Ferne ziehen. Um mich, deinen seit Langem ergebenen Diener, anzunehmen, komm auf dem goldenen Pfau! Zu „tintitimi tōti tītit tīti, tantataṉa tāṉa tāṉat tāṉa, ceñceṇaku cēku“ tanzt er im Takt: kleine rote Füße, ein weit ausgebreiteter Schweif, erhabener und gütiger Blick. Tapferer Herr, wann wirst du auf ihm erscheinen? Hüter der vedischen Opfer! Träger von Girlanden aus Versen des reinen Tamil! Helfer der Himmlischen, Herr des Hahnenbanners! Du liebst jene, die ihre gefalteten Hände über dem Haupt erheben. Dein Speer durchbohrt den Berg; deine schöne Gestalt ist unermesslich weit. Du genießt die Liebe der herrlichen, elefantengenährten Göttin und dienst der wunderbaren Jägertochter. Du bist den Dienern zugetan, die dich mit edlen Worten preisen. Durch deine wunderbare Macht vernichtest du den feindlichen Krieg; auf dem hohen Schlachtfeld bezwingst du Sura. Großer Herr, der in Würde und Kraft in Sentil lebt![44]
92 – Öffne auch mir den Weg
Sie treten vor mich hin und zeigen die duftende Mischung auf ihren Brüsten, das leuchtende Lächeln und die roten fruchtgleichen Lippen; die gelösten, duftend herabfallenden Blumen und das sich lösende wolkendunkle Haar; die speergleichen Augen, die Freude und Gift zugleich enthalten; den Stirnschmuck am Bogen der Stirn und die kleinen Schweißtropfen auf dem kühlen schönen Gesicht. Soll ich hinter solchen Frauen herirren, meine Selbstbeherrschung verlieren und mich vergeblich umtreiben? Scharfer Speerträger mit der roten Hand! Du nahmst die edlen Worte des im Berg eingeschlossenen Dichters an und öffnetest ihm den Weg. Herr, dessen Schultern die Juwelenkette an den Brüsten der Jägertochter umschließen, die im wachsenden Hirsefeld wacht! Auf den Wellen kommen trächtige Muscheln laut herangekrochen; auf Lotusblüten ruhen sie und schlafen zur Musik der summenden Bienen. Großer Herr, der in dieses kostbare Sentil gekommen ist![45]
93 – Ein wenig Gnade genügt
Das Alter kommt; das Gehör schwindet, der Atem wird schwer, und die Bewegungen geraten ins Stocken. Grobe, zornige Worte ertönen. Schleim aus Nase und Brust verbindet sich, wird hervorgewürgt und steigert das Elend. Bevor mein Leben in einem solchen Körper verzweifelt umherirrt, nimm die Macht des Todes fort, verbinde mich mit deinen goldenen Füßen und gewähre mir ein wenig Gnade! Guru dessen, der den schützenden goldenen Berg zum Bogen krümmte und die Festungen der Feinde zerstörte! Du sagtest der Jägertochter im Wald vielerlei gewinnende Worte und batest sie um Schutz. Wunderbarer Muruga, der den festen Sinn des tamilischen Weges zur Sprache bringt! Du höchstes Bewusstsein jenseits des Wortes! Großer Herr, der herrlich in Alaivay wohnt, umgeben von heiligen Wassern![46]
94 – Der Tag ohne Trennung von dir und mir
Alte Taten lodern auf und sammeln sich; die vielfältigen Täuschungen der fünf Elemente steigen empor und verhüllen mein Herz. Ich übe weder den rechten Weg noch Gerechtigkeit, sondern suche in schwerem Verlangen nach rankengleichen Frauen den Genuss. Wird für mich ein Tag kommen, an dem ich mich im ursprünglichen höchsten Yoga gründe, in jener erfahrbaren Wirklichkeit, die selbst die Himmlischen nur schwer finden? Der geschwinde Lebensatem lässt das Feuer auflodern und vereinigt sich mit ihm. Er sucht den Strom des beglückenden Nektars, der aus der Mondkraft im inneren Himmel quillt. Über diese Ebene hinaus steige ich in den oberen Raum beständiger Glückseligkeit: ohne ein getrenntes Du, ohne ein getrenntes Ich, ohne ein weiteres Anderes. Wird ein Tag kommen, an dem ich so lebe? Sie trank das dunkle Gift: Matangi, die von den Veden besungene Jungfrau, die große Nili, Chamundi, die mit ihren Füßen den herannahenden Tod niederwarf. Die rankengleiche Göttin wohnt in Erde, Wasser, Feuer, Wind und weitem Himmel. Sie nimmt freudig die eine Hälfte des tanzenden, stierreitenden Herrn ein, tanzt als Kali und wird täglich von ihren Liebenden verehrt. Sie ist die Schwester Vishnus, des Weltenherrschers, dessen Brust kühles Tulasi und strahlende Juwelen schmücken. Sohn dieser süß sprechenden Herrin Uma, jüngerer Sohn unseres Vaters! Du suchst die Orte auf, an denen makellose Diener wohnen, spielst dort deine göttlichen Spiele und bleibst bei ihnen. Pfauenheld, großer Herr von Sentil![47]
95 – Erkläre es mir nach und nach
Der listige, mächtige Ravana kam mit einer gewaltigen Armee: kräftigen Pferden, Wagen und Elefanten, dicht wie Wolken. Pfeile wogten auf. Er stellte sich entgegen, prahlte mit seiner Kampfesweise und schleuderte viele beleidigende Worte heraus. Als er vermessen zum Kampf schritt, warfen die Affen, feurigen Gluten gleich, Felsblöcke, Berge und große, raue Bäume. Gewaltige Geschosse zerschmetterten die Körper; Arme, Brust, Schädel und Gelenke der Nachtdämonen wurden zerstreut. Die Grausamen stürzten und gingen dem südlichen Reich des Todes entgegen. Yamas Boten trieben sie: „Vorwärts, vorwärts!“ Geister fraßen Fleisch, Fett und Hirn, sahen sich dabei um und sprangen mit „ṭiṇ ṭiṇ“-Rufen. Madhava errang mit seinem mächtigen Pfeil den Sieg. Du bist sein Neffe! Zuflucht, Zuflucht! Ich bin klein und meine Einsicht gering. Herr, lehre mich nach und nach; schenke mir Gnade und jene Befreiung, die bleibende Freude gibt! Überall sind die Teiche voller Muscheln, Lotusblüten und Fische. Dort im überaus heiligen Sentil wohnst du, erhabener großer Herr![48]
96 – An jenem Tag schenke mir deine Füße
In meinem einen Herzen wohnen List und viele Gedanken. Frauen mit rankengleicher Taille, die eigenen Kinder und die nahen Verwandten drängen sich heran und klagen laut. Der erschreckend zerfallende, wurmgefüllte Körper wird wie Baumwolle zur Nahrung des Feuers. Wenn der siegreiche Yama sich nähert und Furcht hervorruft, musst du mir an jenem Tag deine beiden Füße schenken! Pfauenheld, der den lotusgeborenen Brahma erschreckte, bedrängte und zornig gefangen setzte! Deine schöne Brust umarmt die himmlische Pfauenfrau, deren Worte kandissüß sind. Du kennst das Tamil der Sangam-Dichter mit ihren edlen Worten und wohnst in der heiligen Stadt Sentil. Großer Herr, der so mächtig kämpft, dass der rotgoldene, hohe nördliche Berg ins Meer zerstreut wird![49]
97 – Wenn die vermeintlichen Sicherheiten schwinden
Immer wieder krabbelt das Kind vor mich hin, steht da und schenkt mir ersehnte Freude; „Milch, Milch!“ weint es. Mein Haus mit seinen rotgoldenen Hallen ist so gewaltig, als erschütterte es die Erde und durchstieße den Himmel. Meine rankengleiche Frau trägt Blütenbüschel im üppigen Haar und Kumkum auf den Brüsten. Ich hielt dies alles für meine Zuflucht. Wenn mein Erkennen verdunkelt und mein Leben schwindet, schenke mir deine Lotusfüße mit Kongu-, Adambu- und duftenden Kadamba-Blüten, mit Fußreifen und lieblich klingenden roten Schellen! Lebensfülle von Sentil, wo Sandelbäume, dicht knospende Mandara, üppiges Zuckerrohr und fruchttragende Bananen zum Himmel wachsen! Du gingst durch den kühlen Wald, betratest das kräftig gedeihende Feld und verneigtest dich vor Valli, deren süße Stimme alle Melodien in sich trägt. König, dessen Brust die herrliche, zinnoberduftende Göttin freudig umarmt, während der Tod erschrickt! Der Freund, der für dich ins schöne Feld ging, Shambhu, der gute Indra, viele würdige Himmlische und der aus dem Krug geborene Weise vertrauen auf dich, großer Herr![50]
98 – Liebe zu deinen beiden Füßen
Lass mich nicht Tag und Nacht unter der Bindung an Frauen mit dunkel umrandeten Augen und unter dem Verlangen nach Kindern leiden und schwach werden. Schenke mir Liebe zu deinen beiden Füßen! Du gewährst Schutz und Gnade. Du bist das Gnadenkind Parameshvaras, der Neffe Haris, Keshavas. Großer Herr, der in Alaivay wohnt!
99 – Wird die dunkle Täuschung endlich weichen?
Mit schicksalsmächtigen Augen und mondgleicher Stirn dringen sie in das weite Denken junger Männer ein. Sie nehmen darin Gestalt an, bereiten Schmerz und lenken es durch ihre Künste auf anderes. „Du wirst wohltuende Freude reichlich kosten; ich werde dir liebevoll zugetan sein“, sagen diese Frauen. Wird die dunkle, leidvolle Verblendung, die herankommt und mich fortreißt, nicht endlich enden? Kind des göttlichen Shambhu! Er trägt den Mond, trank das herandrängende Gift, damit die Himmlischen weiterleben konnten, und reitet den Stier. Er kommt an die Seite seiner Diener, deren Geist ihn nicht vergisst. Held, der damals mit dem scharfen Speer kämpfte, sodass die Asuras mit all ihrer gewaltigen Täuschungsmacht vergingen! Auf dem schönen rotgoldenen Pfau sitzend erfreust du dich an Alaivay, großer Herr![51]
100 – Lass meine Müdigkeit an deinen Füßen enden
Aus dem Samen entstand dieser Körper. Unzählige Körper sind bereits verbrannt – soll es noch weiter so gehen? Wie die Wissenden, die sich nie von deinen Füßen trennen, möchte auch ich, dein Diener, zu dir gelangen. Möge das alte Elend enden und das Vergängliche vergehen; möge ich die Gestalt reicher Shiva-Erkenntnis annehmen, den festen Zustand erreichen und von meiner Müdigkeit ausruhen. Komm in Gnade und schenke mir deine Blütenfüße! Als ein einziges rotes Licht gehst du in mein Inneres ein und tanzt in meinen Augen. Du bist das Gnadenkind unseres Herrn mit dem flammenden Haar, des Vaters und Gefährten der Liebenden, die ihn suchen. Du umarmst die heilige Brust meiner zarten Jägertochter, der schönen Erkenntnis selbst. Kanda, großer Herr der Himmlischen, der im schönen Sentil wohnt![52]
101 – Komm mit deiner Girlande
Der mächtige Liebesgott entsendet seine fünf Blumenpfeile; hoch am Himmel brennt der Mond wie die Sonne. Der sanfte Wind kommt und wird zur Flamme, während böswillige Frauen ihre Spottreden führen. Das Mädchen, das auf dem Berg des Jägervolkes lebt, leidet grausam unter Sehnsucht und Verwirrung. Wirst du nicht am kühlen Abend deine schöne Girlande bringen, näherkommen und ihr Leid stillen? Weiser, den der Herr mit dem geliebten Hirsch freudig verehrte! Überaus tapferer Held, du schleudertest den scharfen Speer, sodass Berg und Mangobaum zerbarsten und das Wellenmeer erschrak. Du beseitigst die Bedrängnis der Diener, die dich mit Einsicht erkennen und sich vor deinen beiden Füßen verneigen. Auf dem schönen rotgoldenen Pfau sitzend erfreust du dich an Alaivay, großer Herr![53]
102 – Komm in diesem Augenblick
„Ihre Augen sind grausames Gift, Pfeile und Fische; ihre Kuckucksworte sind süß wie Milch und weicher Sirup; ihr zartes Haar ist die Dunkelheit des Abends.“ So rühmt man diese Frauen. Um ihre weichen Schultern umarmen zu können, sucht man Geld und zieht bis nach Bengalen, Sonakam und China. Soll ich mich in solches harte, unnötige Leid stürzen? Schöner Kumara mit den kraftvollen Schultern, komm und nimm mich in diesem Augenblick an! Du erfreust dich an den Brüsten der Frau vom Berg, wo Bienen den duftenden frischen Honig trinken. Zornig kämpftest du, sodass Berg, die sieben umgebenden Meere und Sura dahinschwanden. Geliebtes Kind Shivas, dessen starke Schultern die Kette aus Knochen tragen! Einziger Herr der Himmlischen, du kamst ans südliche Meeresufer, wo Muscheln sich bewegen. Kanda, großer Herr von Sentil![54]
103 – Eines Tages deine Füße empfangen
Sind es feurige Lotusblüten, scharfes Gift, Fische, ein weites Meer der Lust oder aufgeschnittene junge Mangos? Sind es die Pfeile des uralten Feindes Sambaras, des einst verbrannten Liebesgottes, die selbst den Herrn der drei Städte bezwingen? Sind es dunkle Wasserlilien, ein Ort der Zuflucht oder die Herzen von Yamas Boten? So frage ich nach den Augen dieser leidenschaftlichen Frauen und versinke an ihren Brüsten. Wird für mich Zweifelnden ein Tag kommen, an dem du mir deine Füße schenkst, mit Schellen geschmückt und von duftenden Girlanden aus Vetiver und Kuthalam umgeben? Du junger Herr, dessen Speer den mächtigen Berg zu Staub zerbrach! Der die fünf schweren Verfehlungen übende Taraka wurde mit seiner Streitmacht zu Asche, und die Himmlischen konnten wie früher in Amaravati wohnen. Dem Lotusgeborenen und Keshava sprachst du zu: „Fürchtet euch nicht!“ Du bist die große Lebensfülle des Herrn, der über dem Wald seines roten Haars Ganga, Madhavi, Tataki-Blüten und den Mond trägt. Großer Herr der Stadt Sentil mit ihren weiten Champaka-Hainen und hohen Mauern![55]
Palani – Tiruvavinankudi
104 – Wann werde ich in Palani Zuflucht finden?
Ich Unverständiger streite schamlos mit den Anhängern der sechs Lehren, die selbst dem weiten Wirken des Karma unterliegen. Mein beschränktes Erkennen taumelt in der Freundschaft vollbrüstiger Frauen, die auf ihrem nach Adlerholz und Moschus duftenden Lager genau so viel Zuneigung gewähren, wie sie Geld erhalten. Wird ein Tag kommen, an dem ich dein Palani erreiche: höchste Wirklichkeit, strahlendes Licht, ganz von Shiva erfüllt, zugänglich denen, die Tag und Nacht dienen und alle Bindung loslassen? Werde ich deine guten Füße ergreifen, reich an honigtropfenden Vetchi- und Kura-Blüten, sodass das Karma neuer Geburt sich löst? Du geschickter Streiter, der Pukali Ruhm verlieh und mit heiliger Asche das Fieber des Königs von Madurai stillte; dabei unterlagen die in Grasmatten gehüllten Gegner und kamen auf die Pfähle. Vel, der du Nakkirar unter den Dichtern halfst, als er in die Gewalt des listigen pferdegesichtigen Geistes geraten war! Kind dessen, der mit einem jungen Lächeln die feindlichen großen Städte zu Staub verbrannte und der Schwager des Verschlingers der sieben Welten ist! Du schriebst die kostbare Dichtung nieder, die jene Lehre von den drei Lebensbereichen überragt, und ließest sie im Wasser aufsteigen, damit Sieg und Befreiung vom Leid eintreten – großer Herr![56]
105 – Führe mich über das Meer der Geburt
Frauen mit hartem Herzen nähern sich geschmückt und treffen mich mit den Pfeilen ihrer Augen. Auch der reiche Liebesgott, dessen Zuckerrohrbogen von Bienen umschwärmt wird, schießt seine Blumenpfeile. Ich werde krank, verliere die Einsicht, gerate ins Verderben und eigne mir Eigenschaften an, die mich zu Yama führen; so erlischt das Leben. Gewähre mir deine Gnade, damit ich dieses Meer der Geburt verlasse und das höchste gute Ziel erreiche! Du nahmst die schöne Gestalt eines Vengai-Baumes an, um die süße Frucht des Berges zu gewinnen. Du setztest den lotusgeborenen Brahma wegen der Erklärung des Pranava gefangen. Als der höchste Herr, geschmückt mit Schlange und Wasser, dich pries, sprachst du liebevoll das eine Wort. Kumara, großer Herr von Palani mit korallenroten, weißen und goldenen Mauern![57]
106 – Das Herz öffnet sich wie ein Lotus
Als Atala, Vitala und die weiteren unteren Welten, als Erde und als Himmelsbereiche der Götter, als sämtliche Meere, als die acht Richtungen, als Berge, Feuer, Sonne und Nektarmond; als miteinander verbundene Mantras, als verkündete Veden und die tiefen Tattvas; als das Kleinste im Kleinsten – so steht jene eine überlieferte Wirklichkeit alles erfüllend da. Komm du vor mich und hilf mir, ihre Erfahrung zu empfangen! Wenn das Licht aufgeht und die Dunkelheit schwindet, soll die Knospe des Herzenslotus sich öffnen, damit ich in meinem Erkennen das Erkennen erfahre. Mein Geist hängt an den lieblichen Gedichten, an Prabandhas aus edlen, kunstvoll gefügten Worten, mit denen ich dich preise. Ich bin dein zugehöriger Diener. Würde ich an deiner Stelle auf diese Welt vertrauen? „Tatata tatatatata, tantatta tantatata; tititi tititititi, tintitti tintititi; takuku takutakuku, tantatta tantakuku, tintitōti; cakaka cakakeṇaka, tantatta kuṅkeṇaka; ṭiṭiṭi ṭiṭiṭiṭiṭi, ṭiṇṭiṭṭi ṭiṇṭiṭiṭi; takaka takatakaka, tantatta tantakaka!“ So erklingt der Takt; Patalai, Timilai, Tudi und Tambattam schwellen an. Alle Nachtdämonen zittern. Grausame Geier reißen schwere Eingeweide, Rippen und Knochen heraus. Die erhabene Kali tanzt kreisend auf dem Schlachtfeld; Schakale heulen, und die Schwingen der Raubvögel fächeln wie Wedel. Du besiegtest den Feind und kamst auf dem Pfau zum Gipfel von Palani, Herr der Himmelskönige![58]
107 – Durch die Unterweisung an dich denken
Lass mich nicht unter Schädigung und Verleumdung umherirren; lass mich nicht auf unwissende, trügerische Menschen schauen. Werde ich durch den Sinn des unterwiesenen Mantras deiner gedenken und Gnade empfangen? Jüngerer Bruder des großen Elefantengesichtigen! Kind der edlen Tochter Himavans! Wahrer Guru, der mir die Gebetskette gab! Großer Herr von Tiruvavinankudi!
108 – Schenke mir deine goldenen Füße
Sie baden mit duftendem Kurkuma, kleiden sich in verschiedenartig geschmückte Saris, kämmen und ordnen das blumenreiche Haar zu Knoten und Locken. Sie richten die prächtigen Ohrgehänge, glätten die schöne Stirn und setzen einen duftenden Punkt darauf. Adlerholz und Moschus salben die Brüste. Die Augen schwärzen sie für die Liebeskünste des Blumenbewaffneten; frische Schmuckketten und Girlanden legen sie an und schmücken kunstvoll die Schultern. Mit ihrem Lachen lassen sie junge Männer und Entsagende ermatten und rauben deren Besitz. Damit mein Verlangen nach solchen Frauen und das daraus entstehende Leid enden, schenke mir deine goldenen Füße! Du entsandtest den strahlenden scharfen Speer, damit die Himmlischen leben konnten: Er durchdrang Berg und Wellenmeer und tauchte ins Blutmeer der Asuras, während die Geister jubelten. Du trägst die Füße der Jägertochter mit ihren stolzen, prächtigen Brüsten auf deinem Haupt; der himmlischen Papageienfrau Deivayanai schenkst du deine berggleichen Schultern. Du schmückst dich mit duftenden Kadamba- und Vetchi-Girlanden und trägst das Hahnenbanner. Dein goldenes Pfauenross setzt den Fuß auf den gefleckten, ausgebreiteten Schlangenkopf. Großer Herr mit dem schönen goldenen Shakti-Speer, der im siegreichen Palani wohnt, wo Fische aus den kühlen Blütengewässern freudig bis an den Himmel springen und zurückkehren![59]
109 – Schenke mir ein Leben der Verehrung
Lass meinen Geist nicht das begehrte Leben, die mir verbundene Frau, die Verwandten, die nahestehenden Menschen, die erfreuenden Kinder, das reiche Land und den bewohnten Ort für das bleibend Wahre halten. Gib mir die Aufgabe, dich zu preisen und dir verehrend zu dienen! Deine Zunge sprach die Unterweisung ins Ohr des Herrn auf dem Stier. Dein Haupt trug die beiden Füße der Jägertochter auf ihrer Feldwarte. Deine zwölf Schultern sind die Heimstatt Deivayanais, die der Opferherr Indra dir gab. Großer Herr, der in Palani wohnt!
110 – Führe den umherirrenden Diener zu deinen Füßen
Auf Erden geboren, krabbelte ich als kleines Kind, lernte anmutig gehen und wurde zum Jungen. Ich sprach reichlich süßes Kinderlallen und undeutliche Worte, wuchs auf mancherlei Weise heran und erreichte das sechzehnte Jahr. Doch ich gedachte nicht der heiligen Füße jener Liebenden, die die Shiva-Lehren, Agamas und Veden umfassend rezitieren; ich pries sie nicht. Stattdessen wuchs mein Verlangen nach Frauen, und ich irrte voller Sorgen umher. Führe mich, deinen Diener, zu deinen Füßen! Shambhu lehrt in Stille. Auf seiner juwelengleichen Haarkrone trägt Mahadeva Mond, Arugu-Gras und Tumbai-Blüten. Die Bergtochter trat ihm nahe zur Freude seines Herzens und nahm eine Hälfte seiner Gestalt ein. Du bist ihr Sohn, erhabener Träger des scharfen Speers! Freudig ziehst du auf dem Pfau in Prozession; bei deinem Schritt erbebt die Erde, Held mit den klingenden Fußreifen. Als Murugan, erfüllt vom höchsten Zustand, weilst du freudig auf dem Berg Palani, großer Herr!
111 – Lass den Wahn der Verstrickung enden
Sie haben einen Wandel ohne Tugend gelernt, entsenden ihre grausamen speergleichen Blicke, nehmen mir die Einsicht und verhandeln den Preis. Sie ziehen mich auf das Lager, schenken reichlich den Nektar ihrer Korallenlippen und umschließen den Körper fest mit ihren reifengeschmückten Armen. Bei solchen Frauen schmelze ich wie Wachs im Schmelzofen. Schenke mir Befreiung, damit dieser Zustand und der Wahnsinn des Liebesschauspiels enden! Deine mit roten Blüten und Juwelen geschmückte Brust umarmt die Frau aus dem Jägervolk: ein einziges Juwel, eine reine Lotusblüte, eine Pfauengleiche. Zorniger Träger des scharfen Speers, du bestiegst den mächtigen Pfau, sodass der verblendete Nachtdämon am Berg zerfiel und stürzte. Unsere Mutter liebt den Trommelklang: Rudri mit dem Haar wie eine dunkle Wolke, die Shakti an der Seite des Höchsten, die uralte Parvati, die Siegreiche, die große Herrin. Du bist ihr Sohn, großer Herr auf dem hohen Berg Palani![60]
112 – Bewahre mich vor Verblendung
Durch ihre lärmend verführerischen Blicke, ihre nektargleichen Worte, das bedeutungsvolle junge Lächeln, die trommelschmale Taille und das duftreiche Haar; durch die spielsteingleichen jungen Brüste und die beiden schönen Ohrgehänge bringen diese Frauen Erschöpfung und Verblendung. Gewähre mir Gnade, damit mich das Leid solcher Beziehungen nicht umschließt! „Du übermächtiger Sura, der du meine blütengeschmückten Füße nicht umschreitest, keinen Dienst verrichtest und mir ohne Achtung zum Kampf entgegentrittst – warte, warte, entfliehe nicht!“ So sprachst du und schlugst zu, du Mächtiger. Kumaresa, hervorgegangen aus der Gnade dessen, den Brahma und der große Vishnu nicht erkennen konnten! Held, königlicher Herr, Speerträger von Palani, großer Herr der Himmlischen!
113 – Lass mich täglich deine Füße preisen
Ihre Seitenblicke sind tödlich wie das Halahala-Gift und wie ein übermächtiger Speer. Geschickt wecken sie Verlangen in jungen Männern, leisten leidenschaftliche Schwüre und halten sie zurück. Sie entfachen eine verkehrte Begierde, fangen die ihnen Verfallenen ein und umstricken sie auf vielerlei Weise. Haben sie ihnen den Besitz genommen, streiten sie, schüchtern sie ein und ziehen weiter, ohne Unterschiede von Herkunft oder Stand in ihren Umarmungen zu machen. Lass meinen Durst nach solchen Genüssen enden! Ich will dein Diener sein. Gewähre mir, mich mit Opfer, Gebet und geistiger Sammlung ganz auszurichten, deine beiden Füße täglich zu preisen und ihrer zu gedenken. Wunderbarer Muruga, den der heilige Herr von Alavay gnädig hervorbrachte: Er trägt im Haar die junge große Mondsichel, Stechapfel, Erukku, Arugu, den Fluss und Pulai-Blüten. Du bist der Neffe Achyutas mit den starken Schultern, der den trügerischen Hirsch und die Asuras bezwang und den Bogen spannte, um mit seinem Pfeil Valis Brust zu durchdringen. Der Vina-Meister, der die vier Veden nach rechter Weise rezitiert, nannte dir den Wald. Du suchtest ihn auf, eiltest hinein und brachtest die Jägertochter mit dir. In Palani, umgeben von Hainen, in denen reife Kokosnüsse und Jackfrüchte fallen, trägst du den heiligen, von Erkenntnis erfüllten Shakti-Speer und gewährst Gnade, großer Herr![61]
114 – Höre die Bedrängnis deiner Liebenden
„Sechsgesichtiger! Sechsgesichtiger! Sechsgesichtiger! Sechsgesichtiger! Sechsgesichtiger! Sechsgesichtiger!“ So rufen die großen Asketen und tragen heilige Asche am Körper. Deine Diener schmücken sich mit deren Lotusfüßen und bekennen täglich: „Die Füße der Liebenden sind unsere Zuflucht. Reiter des Pfaues, Guha, Saravana, mein Herr – unsere Ehre liegt bei dir!“ Wenn diese Armen klagen: „Warum ist unsere Bedrängnis so groß?“, und du sie nicht erhörst – wer wird dich dann noch preisen? Was werden selbst die Veden über dich sagen? Dein Leib strahlt wie Gold, mit heiliger Asche bestäubt. Vel, Reiter des schönen blauen Pfaues, den Uma hervorbrachte! Feuergleicher Speerträger, entsende den langen unvergleichlichen Speer, damit die Heere der Niedrigen und all mein böses Karma vergehen. Du bist der Bruder des elefantengesichtigen Gottes, der dem zornig heranstürmenden feindlichen Asura das Leben nahm. Kumara, du wohnst im schönen Palani, dessen Gipfel das Gewölbe des Weltalls berührt. Segenspender Brahmas, Muruga, großer Herr![62]
115 – Komm heute und schenke mir liebende Erkenntnis
Auf dieser Erde keimte ich als menschlicher Same auf, weinte, schluchzte, lag auf dem Schoß und begann zu krabbeln. „Tattā taṉattataṉa“ – mit wankenden Schritten setzte ich die Füße, lief auf der Straße umher und lernte unzählige neue Dichtungen und Künste. Als acht und acht Jahre erreicht waren, suchte ich die Gemeinschaft schöner junger Frauen. Der Liebesgott mit dem Zuckerrohrbogen ließ mich ermatten. Ich besang und pries andere in vielerlei Kalambakam-Gedichten, eilte in alle Richtungen bis an ihre äußersten Grenzen und suchte reichen Besitz. Auf duftendem Lager ruhte ich, gab mich dem Genuss hin, wurde weich vor Verlangen und suchte die Umarmung. So versank ich in Verblendung, bis Krankheiten mich umgaben und die gute Einsicht zugrunde ging. Yama verfolgt mich und schwingt seine Schlinge. Die Eltern stehen weinend um mich, die Verwandten klagen laut. „Er beugte sich niemandem im Ort; nun muss er sich dem Tod beugen. Sein Leben bleibt ihm nicht. So hat Brahma es auf dem alten Schicksalsblatt festgelegt; heute ist er gestorben. Tragt ihn fort!“ So rufen sie und eilen herbei. Neue Trommeln schlagen, man zieht zum Verbrennungsplatz und schichtet den Scheiterhaufen, damit der Leib vollständig verbrennt. „Er ist im Feuer vergangen!“ Sie umarmen einander, tauchen ins Wasser und lassen die Bindung hinter sich. Befreie mich von einer Bindung, die so endet. Komm heute und schenke mir jene Liebe, in der ich deine Lotusfüße wahrer Erkenntnis erreiche, tamilische Gedichte spreche, mich verneige und im Herzen schmelze! „Tittā tirittikuṭa, tattā taṉattakuta; tātat taṉantataṉa, tāṉat taṉantataṉa; ceccē cekuccekuku, tittā timittatiku; tātat tacenti kuta, tītat tacenta rika; tittā kiṭakkaṇaka, ṭakkā kukukkukuku; tōtak kaṇaṅkaṇaka, kūkuk kiṇaṅkiṇ!“ Zu diesem Klang reitest du auf dem unvergleichlichen Pfau. Die Asuras auf ihren mächtigen Wagen fielen im Kampf; du durchdrangst das Meer und spaltetest die sieben Berge. Vollendeter, Herr der Himmlischen! Reiner, mit Duft und Kadamba geschmückt, der die Jägertochter in liebender Vereinigung umfängt! Für Uma tratest du wie eine einzigartige Perle hervor, ein Kind und zugleich Guru, das spielend umherläuft und Kadamba-Blüten an der heiligen Brust trägt. Guha, du wurdest nach dem elefantengesichtigen Herrn mit seinem reich fließenden Schläfenstrom geboren. Raghu-Rama von dunkler Wolkenfarbe entsandte die Pfeile, durch die dem törichten Herrscher des schuldvollen Lanka die Köpfe abfielen. Er umarmt die Göttin, deren Sitz die honigreiche Lotusblüte ist; du bist sein geliebter Neffe. Deine Gnade ist unerschöpflicher Honig. Du rezitierst und erkennst die Veden, erforschst das Tamil und schmückst dich mit Liedergirlanden. Vater, du offenbarst das Höchste und wirst zum Licht, das das Leben umgibt. Deine mächtigen Schultern tragen den Speer; Dichtungen werden dir zum Schmuck. Du liebst den Aufenthalt im heiligen Palani, wo duftender Zibet nicht versiegt, und gehst im Leben deiner Diener ein und aus, großer Herr![63]
116 – Erhöre die Bitte für die Liebende
Der Mond steigt zum Himmel auf, als wäre er die Sonne, das untermeerische Feuer oder das Halahala-Gift. Ratis Gemahl entsendet vier Pfeile; der Kuckuck ruft triumphierend. Das Trommeln der sieben Meere, der Flötenklang und die Glocken am Stier nähern sich und bohren sich wie Eisen in beide Ohren. Dazu sprechen die Mütter harte Worte, ohne die Macht des Liebesgottes zu bedenken. Hara Hara! Es ist schwer, sehr schwer, das Leiden dieser Frau zu schildern. Was soll die nektargleiche Pfauengestalt tun? Gegen wen könnte sie streiten? Immer mehr verliert sie die Fassung, ohne Trost zu finden, und magert ab. Selbst wenn dies ihr Schicksal ist, lässt es sich schwer ertragen. Sie anzunehmen ist deine Aufgabe. Komm auf dem Ross des Om, umarme sie gütig und stille ihre unheilbare Einsamkeit! Dein Oheim ließ die Herden gedeihen, ging zwischen die kühlen Maruta-Bäume, trat den feindlichen Wagen um und hielt den Berg mit seiner Lotushand als Schirm, damit der zerstörerische Regen wirkungslos wurde. Du bist das Gnadenkind der makellosen dreiäugigen Jungfrau mit dem Schwert, Gauri, Bhairavi, der schlangengeschmückten Herrin der drei Welten, der vom mächtigen Bergkönig hervorgebrachten vollendeten Uma. Du sandtest den Speer in den Kampf, sodass Meer, Berg, Asura-Scharen und ihre großen Heere zu Staub wurden und das Leid der Götter wich. Muruga mit den Lotushänden, Pfauenheld der vier Veden! Du erfreust die Jägertochter mit den nach Kampfer, Moschus und duftenden Salben riechenden Brüsten durch dein Liebesspiel. Du schenkst süße Dichtung und kommst herrlich nach Palani, großer Herr der Himmlischen![64]
117 – Lass mich nicht wieder im selben Kreis umherirren
Sind es zwei große goldene Meru-Berge? Sind es junge Kokosnüsse, Nektarkrügen gleich, von Sandel, Kampfer und Brustband umhüllt? Sind es zwei elefantengleiche Hügel oder die geschmückte Krone des körperlosen Liebesgottes, der Blumen als Pfeile trägt? So vergleiche ich die vollen jungen Brüste blitzgleicher Frauen und falle in die Täuschung des Verlangens. Es nimmt nicht ab, sondern wächst. Menschen, die nicht eine einzige Münze geben, preise ich ins Gesicht als den fünf himmlischen Wunschbäumen gleich. Ich singe ihnen große tamilische Gedichte und bettle täglich. Auf diesen nichtigen Körper, eine Heimstatt unberechenbarer Krankheiten, vertraue ich und verschwende das Leben. Soll ich wieder umherirren, um erneut in eine von Karma erfüllte Geburt zu gelangen? Du Gnadenkind der barmherzigen großen Uma, der Ursache aller Dinge! Sie ist die Schwester Haris, der freudig auf Ananta ruht, und Kali, die mit dem Zerstörer der drei Städte in Wettstreit tritt, die Tochter des Berges. Du erweist Kaveri Sevakan von Kalisai deine Liebe; dort glänzen Mauern, hohe Häuser und Terrassen, und die stolzen Banner scheinen mit Garuda um die Höhe zu wetteifern. Kumaresa, du kamst auf dem Pfau, sodass die sündigen Asuras ins Meer fielen und schrien und Indra mit erfülltem Herzenswunsch heimkehren konnte. Täglich streuen die Himmlischen viele Blumen, rezitieren die Veden, preisen dich und stehen freudig ringsum. Großer Herr auf dem Berg Palani, vor dem sich der einzigartige höchste Shiva verneigt![65]
118 – Lass meine geistige Sammlung nicht verloren gehen
Ihre beiden Brüste gleichen kostbaren Gefäßen und Bergen, rund, weich bewegt und erschauernd. Ich suche ihre Nähe, umfange die schmale Taille, rücke fest an sie heran, bis das Haar sich löst, koste körperliche Süße und trinke von den Lippen. Auf dem Lager umschlinge ich ihre Hüften, suche immer neue Nähe, murmle und seufze. Muss ich so ohne geistige Sammlung umherirren? Vel, du geliebter göttlicher Verwandter des geistgeborenen Sohnes Haris, des Liebesgottes! Mit dem trefflichen, kämpferischen Hahnenbanner stellst du dich den Asura-Sippen entgegen. Liebevoll erklärst du Hara die gute Wirklichkeit der Gnade, damit er sie fruchtbar erkennt. Kumara, großer Herr des erhabenen, wahrhaftigen Palani, dessen Fülle die bewohnten Welten durchdringt![66]
119 – Wann endet die Verstrickung?
Mit Freude tragen sie glänzende, duftende Salben und Moschus auf. Sie kauen gerollte Betelblätter und Stückchen der Arekanuss; in der Umarmung geben sie das Gekaute zärtlich in den Mund ihres jeweiligen Partners. Die Gedanken dieser Frauen sind vielfältig und wechselnd. Sage mir: Wann werde ich die Bedrängnis durch sie hinter mir lassen? Herr der jungen Frau aus dem bogentragenden Jägervolk! Sie liebt den Hirsehain, und du umarmst ihre vollen Brüste. Herr der Shiva-Welt! Du liebst den scharfen Speer und führst ihn, sodass die mordenden Asura-Sippen vergehen. Höchster Guru, großer Herr, der immer in Palani weilt!
120 – Lass die Sehnsüchtige nicht zugrunde gehen
Ihre Worte übertreffen die Süße reifer Früchte. Die beiden Augen, die nachts schlafen sollten, sind wie Gift; um ihr Gesicht summen Bienen, und ihre junge Brust gleicht Knospen, ihre Arme glänzendem Zuckerrohr. Vor Liebessehnsucht verzehrt sie sich: Der Mond verbrennt ihren Körper, seine Farbe verdunkelt sich, und das erschlaffende Leben leidet. Der Liebesgott raubt ihrem Herzen den Halt. Darf sie sterben mit nichts als dem Gedanken an den Geliebten, der in ihrem Herzen Wohnung genommen hat? Strahlender Speerträger! Deine Waffe hat Fleisch durchdrungen und trägt klingende Glöckchen und frische Blumen. Als du die Jägertochter umarmtest, strömte Zibetduft auf; ihre kokosknospengleichen Brüste berührten die Girlande an deiner Brust, sodass deren Knospen sich öffneten. Guha, tapferer Reiter des großen Pfaues mit weit entfalteten, in vielen Farben dicht leuchtenden Federn! Großer Herr, der zum Berg Palani kam, wo Bambus kostbare Perlen fallen lässt![67]
121 – Komm auf dem Pfau und löse mich aus dem Netz
„Bis das Leben seine leibliche Hülle verlässt, werden wir niemals aufhören, mit dir vereint zu sein!“ So schwören sie. Doch haben sie den Besitz derer aufgezehrt, mit denen sie zuvor verkehrten, verstoßen sie diese und gehen den neu Ankommenden entgegen. Vertraulich sprechen sie, Tag und Nacht finden sie vielerlei gefällige Worte und nehmen ihnen ihren Besitz. Damit ich nicht in das weit gespannte Netz solcher käuflichen Liebe falle, komm und nimm mich an: Du mit den juwelengeschmückten Füßen, komm auf dem Pfau! Du bist der Neffe Haris, der sein Spiel trieb, während die Hirtenfrauen ihn mit dem Schimpfnamen „Joghurt-Dieb“ bedachten. Du bist das kostbare Leben, das der ewig jugendliche Herr schenkte, der im tamilischen Kazi, im Maruta-Wald, in Maraikkadu, Tirumarugal und Dhanushkodi erscheint. Du wohnst in Palani: Dort springen die streitlustigen Fische empor, um mit den Sternen zu kämpfen, siegen und kehren eilend zurück. Mit deinen heiligen Schultern umfängst du die Brüste der Jägertochter, die das Hirsefeld bewacht. Großer Herr, vor dem sich die Unsterblichen verneigen![68]
122 – Bewahre die Klarheit meines Geistes
Weltliche Gebundenheit, die Fesseln der Seele, Verwandte und Angehörige, Mutter, Vater, Frau und Kinder; dazu die Unruhe dieses Leibes mit seinen Ausscheidungen und seinem Atem: Schenke mir deine Gnade, damit darüber die Klarheit meines Geistes nicht verloren geht! Kind dessen, der Wasser, Arugu-Gras, Pulai- und Tumbai-Blüten als Schmuck trägt! Saravanabhava, Neffe Mukundas! Du bist in den vielen Künsten und den Shiva-Agamas bewandert. Großer Herr, der kam, um auf dem Berg Palani zu wohnen![69]
123 – Lass das Verlangen nach neuer Geburt enden
Nicht einmal einen Augenblick habe ich deine beiden Füße mit Liebe im Herzen erkannt. Ich kenne nicht einmal die Verehrung deiner Stadt, die Palani-Berg heißt. Ich richte mich nicht darauf aus, diesem schwer zu überwindenden Leben auf der weiten Erde ein Ende zu setzen. Und doch denke ich daran, die Wiedergeburt zu beenden. Werde ich mein quälendes Verlangen nicht ablegen? Großer Herr, der die Städte der unheilbringenden Dämonen plündert! Großer Herr, der seine Diener schützt, wenn sie sich verneigen und dich verehren! Großer Herr, der Freude daran hat, preiswürdige Dichtung freigebig zu schenken! Großer Herr, der sich in heiligem Liebesdienst der jungen Tochter der tapferen Jäger hingibt![70]
124 – Schenke mir die Füße wahrer Erkenntnis
Die Vertreter der religiösen Lehren verstehen einander nicht. Ohne auf einem Weg der Güte festen Halt zu finden, halten diese vom Sinnlichen bestimmten Menschen den Körper für beständig. Sie geben sich Diebstahl, Lüge und Töten hin und fallen in Yamas Hölle. Danach nehmen sie eine neue Gestalt an, treiben im Meer der beiden Arten von Karma umher und verschwinden wieder. Lass mich nicht ebenso werden! Gewähre mir, heilige Asche am Leib zu tragen; schenke mir deine Füße, damit ich zur höchsten Erkenntnis und zum Zustand Shivas gelange. Die drei Städte ließ er durch sein Lächeln brennen, den Liebesgott mit dem Zuckerrohrbogen durch sein heiliges Auge: der wahre Guru der Erkenntnis. Die Herren von Shri, Sarasvati und Maheshvari preisen ihn, während er seinen heiligen Tanz gewährt. Du bist das Gnadenkind dieses Herrn! Als der König der Götter, Brahma und Vishnu ihre Bitte vortrugen, entsandtest du den Speer wahrer Erkenntnis, sodass Millionen Asuras zu Staub wurden. „Gemahl der beglückenden Jägertochter!“ So singen die vielen Veden und verehren dich. Großer Herr, der im altehrwürdigen Palani wohnt![71]
125 – Wähle die Verbindung, die trägt
Einige Dienerinnen laufen hin und her, um Männer herbeizurufen, und reden ihnen schmeichelnd zu. Schon zuvor haben die Frauen ihr Haar sorgfältig gekämmt und gebunden und Betelblätter zu Röllchen bereitet. Lang anhaltender Wohlgeruch von Adlerholz und Zibet liegt auf ihren vollen Brüsten. Verlangend umarmen sie die Ankommenden. Kann eine solche Verbindung die meine sein? In den Feldern und an ihren Wasserläufen trinken Bienen den Nektar der Blüten und singen klingende Lieder; Muscheln bewegen sich dort, und Perlen liegen in Fülle. In diesem Land Vaikavur liegt der heilige Ort Palani. Großer Herr, der die makellose Jägertochter liebevoll umfängt und Gnade schenkt![72]
126 – Führe mich vom blendenden Blick zur Erkenntnis
Ihre Augen setzen das Meer gefangen, zeichnen den Bienen im Blütenhain Streifen auf den Leib und lassen die Lotusblumen im Teich verblassen. Das Gift bestimmen sie zur Nahrung des bettelnden Herrn; die kämpferischen Fische verbannen sie in den Teich, die Rehe in den Wald. Sie lassen Pfeile zurechtschleifen und junge Mangos in Salz legen. Den siegreichen Speer schicken sie ins Feuer, stoßen den Todesherrn zurück, lassen das glänzende Schwert zittern und zerbrechen und bringen den geachteten Chakora-Vogel zum Schreien. Mit den juwelenbesetzten Ohrgehängen streiten sie um die Wette. Schwarz geschminkt, strahlen sie und verwirren den Sinn. Soll ich in die Seitenblicke solcher Frauen geraten? Auf Geheiß dessen mit dem verfilzten Haar erschienst du im Hause eines Kaufmanns aus angesehenem Geschlecht. Man nannte dich Rudrajanman, den Gnadenvollen und Kundigen. Liebevoll gewährtest du Sanaka, Agastya, Pulastya und Sanatkumara Gnade. Den neunundvierzig Dichtern auf dem wahren Dichtersitz erschlossest du ohne Irrtum die Auslegung des Akapporul, in der Erkenntnis, Sprachlehre und Dichtung der drei tamilischen Künste zusammenkommen. Geschickter Lehrer, wahrer Guru! Kumara, großer Herr, der auf dem Berg von Palani steht: Korallenranken umwinden dort goldglänzende Arekapalmen, und aus ihren hohen Fruchtständen fallen zahlreiche Perlen.[73]
127 – Hara Hara, Saravanabhava!
Dein Bruder isst Kichererbsen, geröstetes Korn, Bohnen, viele Früchte und Zuckerrohr. Sein Bauch ist gewaltig und rund; er trägt den gebrochenen Stoßzahn, an seinen Schläfen strömt der Saft, und seine kleinen Augen gleichen Lotusblüten. Du bist der Bruder dieses elefantengesichtigen Segenspenders! Held auf dem smaragdgrünen Pfau, du umkreist die Welt in einem Augenblick, sodass der Gipfel des nördlichen Berges erbebt. Bräutigam, kundig im Liebesspiel, du bist vereint mit beiden: der Tochter des Götterkönigs und der blitzgleichen Jägertochter. Damit die Geschlechter der mächtigen Asuras ganz vergehen und die erhabenen Götter aus der Gefangenschaft frei werden, lässt du den Pfau voranstürmen, dessen überragende Schönheit im Licht roter Strahlen glänzt. Hara Hara! Geliebter Saravanabhava! Kind mit süßer, noch stammelnder Sprache, vom Segen Pashupatis hervorgebracht! Er trägt in seinem Haar den weithin leuchtenden Mond, Konrai-Blüten und den herrlichen Fluss. Du schenkst Gnade auf dem schönen Berg Palani, großer Herr, der zum Berg Palani kommt![74]
128 – Deine Gestalt will ich nicht vergessen
Auch wenn mein Herz von Sorge erfüllt und von Verlangen überwältigt ist nach Frauen, deren schwere, mit neuen Juwelen geschmückte Brüste Bergen gleichen und die mich vom befreienden Ziel abhalten: Deine weithin gepriesene Gestalt, einem Schatz kostbaren Goldes gleich, werde ich nicht vergessen. Nicht deine sechs Gesichter, nicht deine übermächtigen, diamantfesten Arme, nicht den siegreichen Speer mit seiner scharfen Spitze, nicht den Pfau, der die Schlange ergreift. Nicht den Hahn, dessen Ruf die sieben Welten erzittern lässt; nicht deine Füße, frischen Lotusblüten gleich, die deine Diener preisen und durch die sie wahres Leben finden! Du bist der Neffe Raghavas: Er schenkte dem Jüngeren aus dem Sonnengeschlecht, dem tapferen Kämpfer, der in leidenschaftlichem Streit dem Gegner entgegengetreten und unterlegen war, die hohe Krone und die Königsherrschaft, damit er in Wohlergehen lebe. Herr, du stehst voller Liebe in der lichten Halle, die von den elf Rudras und weiteren Mächtigen erhellt wird. Großer Herr, der auf dem Berg Palani wohnt, wo im duftenden Hain himmlischer Wunschbäume herrliche Bienen umherschwirren und Blüten fallen lassen![75]
129 – Sei mir nahe, ehe der Tod mich holt
Auf einem gewaltigen schwarzen Büffel kommt der unerbittliche, grausame Träger des Dreizacks. Zornig zieht er die Schlinge fest und stürmt heran, um die Leben hinwegzunehmen. Noch ehe jener Zeitpunkt naht, an dem die umherstreifenden Schakale und das Feuer ihr Anrecht geltend machen, schenke mir deine strahlenden Füße: die Nähe, Erkenntnis und innige Verbundenheit gewähren! Muruga, aus der Gnade des Höchsten hervorgegangen, der mit der Tochter des großen Berges vereint ist! Du wohnst im alten Palani, dessen Bauern mit dem Pflugeisen Furchen in die Felder schreiben. Du durchbohrst den schwer zu bezwingenden Berg, sodass selbst Hari und Brahma erschrecken. Großer Herr, dem Speer und Pfau, Tugend, herrliche Farbe und Schönheit eigen sind![76]
130 – Lass mein Leben deine Lotusfüße erreichen
Ist ihr Haar eine dunkle Wolke oder die Nacht? Ist ihr Gesicht der selten schöne Vollmond? Sind ihre Augen Pfeile oder scharfe Speere, sind ihre Lippen süßer Sirup? Gleicht ihr Hals einer Arekapalme oder einer Muschel? Sind ihre Hände wundervolle Blüten oder junge Triebe? Sind ihre Brüste der goldene Meru oder Krüge, sind ihre Worte Honig? Ist ihr Bauch das Banyanblatt, auf dem der barmherzige Vishnu schläft? Ist ihre Taille nur ein einziger feiner Faden? So suche ich immer wieder die Nähe von Frauen, die goldglänzenden prächtigen Pfauen gleichen. Ich bin voller Unreinheit, und mein Alter schreitet bis zu hundert Jahren fort. Gewähre mir darüber hinaus deine Gnade: Lass mein Leben zu deinen beiden Lotusfüßen gelangen! Erhabener Sohn Maheshvaras, der die Gestalt Shivas ist: Die drei Städte ließ er zu Asche werden, den Liebesgott durch seinen Blick fallen. Muruga, du entsandtest den scharfen Speer, um die zornig heranstürmenden Asuras samt ihrer Wurzel auszurotten und die leidenden himmlischen Götter aus der Gefangenschaft zu befreien. Heiliger Neffe Tirumals, Haris, Narayanas, des uralten Wunderbaren, Madhavas, der mit der liebevollen, auf dem kühlen Lotus wohnenden Shri vereint ist! Sohn der Göttin, die die edelsteingeschmückte Schlange trägt, der barmherzigen Kripakari! Großer Herr, von den Bewohnern der vierzehn Welten gepriesen, du wohnst auf dem hohen Berg Palani![77]
131 – Gründe mich in Shivas Füßen
Sie bewegen tanzend ihre Brüste, zwei Elefantenstoßzähnen gleich, und verhandeln mit fischäugigen Blicken um Geld. Sie ziehen am Gewand, lachen hell, säen täuschende Begierde und laden auf ihr Lager ein. Dort drängen sie sich an den Liebhaber; ihre schmale Taille zittert und bewegt sich, während sie ihm ihre Liebeskünste schenken und seinen Besitz an sich bringen. Lass mich durch solche Taten nicht vom Weg abkommen. Gründe mich in diesem Kali-Zeitalter durch deine Gnade fest in den gepriesenen Füßen Shivas! Du Gnadensohn dessen, der mit einem kleinen, herrlichen Lächeln die mächtigen drei Städte in Flammen setzte! Speerträger, du entsandtest deine Waffe, sodass das Wogenmeer aufschrie, Berge zu Staub wurden und die räuberischen Feinde vernichtet flohen. In Palani reißen Scharen von Affen die Früchte duftender Jackbäume auf, werfen sie auf die gute Erde und spielen. Dort vereinst du dich voller Liebe mit der ruhmreichen Jägertochter, großer Herr und Bräutigam![78]
132 – Wann erreiche ich deine heilsamen Füße?
Ich preise ihre dunklen, weiten, fein gezeichneten Augen als Fischen gleich, gerate zwischen die Falten ihres Gewandes und trinke das scharfe Gift. Viele Tage trage ich diesen Leib, den grausames, täuschendes Karma hervorgebracht hat, und gehe den Weg meines Schicksals. Lass mich daran nicht verzagen! Wann werde ich deine erhabenen, heilsamen Füße erreichen, die duftende Girlanden schmücken? „Muruga! Kadamba! Gefährte der Jägertochter!“ So erhoben die Himmlischen ihren Hilferuf. Mit deinem scharfen Speer besiegtest du die mächtigen, listigen Asuras, die wie das uralte Meer heranwogten. Held auf dem siegreichen Pfau, smaragdgrün, erhaben, stark und wohltuend, beglückend wie ein feiner Duft! Du sahst die Reihen der Pfähle für die Verächtlichen, die sich das Haupthaar ausreißen. Großer Herr, du wohnst in Palani![79]
133 – Gewähre mir die Unterweisung, die du Shiva gabst
Als hätte der Liebesgott vom Zuckerrohrbogen seine Blütenpfeile abgeschossen, nahen die jungen Frauen lächelnd mit ihren Seitenblicken und ersinnen Liebeslist. Ihre beiden schweren Brüste treten so stolz hervor, dass selbst ein wütender Elefant erschrecken müsste; sie wetteifern mit Bergen. Lass mich nicht in der Verwirrung des Verlangens nach ihrer Umarmung versinken! Denke gnädig an mich, damit Sammlung und aufrichtiges Streben in meinem Herzen entstehen. Durch deine heilige Gnade mache mich, der ich dich preise, zu einem Einzigartigen auf dieser Erde. Rudra näherte sich dir mit der Bitte: „Schenke mir Gnade, damit auch ich zur Vollendung gelange!“ Du erschlossest ihm die Bedeutung, die den Veden zugrunde liegt. Wird auch mir, deinem Diener, ein Tag solcher Unterweisung zuteil? Muruga, du kommst auf dem mächtigen Pfau, dessen Schwingen Berge, riesige Dämonen und die sieben tosenden Meere erschüttern. Herr von Vayalur, kundig in der Dichtung! Deine zwölf berggleichen Schultern sind weithin geschmückt mit vielen Kleinodien, besetzt mit Smaragden und edlen Steinen. Du liebst Musik und gewährst denen, die Tiruppugazh vortragen und lesen, Sieg über den Feind der Armut. Guru, von untadeligen großen Asketen gepriesen! Du wohnst auf dem heiligen Berg Palani, wo der duftende Rauch aus den Laubhütten der bogentragenden Jäger an den Wolken entlangzieht. Großer Herr mit dem schönen Speer in deiner heiligen Hand![80]
134 – Lass mein Leben nicht ohne Gedenken vergehen
Ich nahm im Mutterleib Gestalt an, wurde geboren, wuchs mit den Jahren und lernte viele Künste. Durch die Macht des Liebesgottes geriet ich unter die Füße schwarzhaariger Frauen, deren Spuren sich meiner Brust einprägten. Meine Sorgen wurden groß; verletzt und bedrückt welkte ich dahin. Nicht täglich gedachte ich deiner mit „Hara Hara Shivaya“, und nicht eine Wahrheit der sechs religiösen Wege erkannte ich. Soll ich nun Tag für Tag ohne Scham an den Haustüren derer stehen, die mir Nahrung geben, und so zugrunde gehen? Du bist der geliebte Neffe des großen Ranganatha, der auf der Schlange ruht, des Vishnu, der die Welt ausmaß. Licht beider Geschlechterlinien, erhabener Löwe unter den siegreichen Dichterkönigen: Einst erschienst du in Pukali! Kumaresa, gewachsen durch die Gnade des Höchsten, der einmal als Bote zum Hause Paravais ging! Du vernichtetest die Heere der feindlichen Asuras und siegtest, damit die Unsterblichen aus der Gefangenschaft frei wurden. Großer Herr, der auf dem Berg Palani steht![81]
135 – Lass mich die Dichtung deiner Gnade erforschen
„Sind eure streitbaren, glänzenden Augen Speere oder Fische? Sind die süßen Worte eures Mundes Honig oder Milch? Ist euer langes schwarzes Haar eine Wolke oder ein Wald? Ist euer Mund Koralle, euer Hals eine hohe Arekapalme, sind eure Schultern Bambus? Ist euer Bauch das schöne Lager Vishnus? Sind die mit duftender Salbe bestrichenen, vom Brustband umschlossenen Brüste der Meru oder Elefantenstoßzähne? Ist eure Taille ein Faden – oder hat Brahma auf dem Lotus sie gar nicht gezeichnet? Sprecht doch! Was soll dieses Schweigen, ihr Blitzgleichen? Blickt zu mir!“ Lass mich nicht mit solchen Worten im Zauber ihrer beiden Augen versinken. Ich will die dichterischen Schriften über dich erforschen. Du selbst musst mir ein Leben in deiner Gnade schenken, in dem Bedrängnis mich nicht überwältigt! Speerträger, du wachst darüber, dass die erhabenen Götter ungestört bestehen! Tugendvoller, du schenkst deinen Dienern Gnade; deine kostbare Brust trägt die Kadamba-Girlande. Vishakha voller Schönheit, geliebter Gemahl der blitzgleichen, vom stattlichen Elefanten genährten Frau! Du hältst dich nahe bei denen auf, die sich vor dir neigen. Herrlicher Held! Jüngerer Bruder des Gemahls Vallabhais, Bräutigam der Jägertochter aus dem Wald! Gott, der auf dem frisch erblühten Lotus erscheint, unvergänglicher Schatz des Pfaues! Herr, der sich an der Süße der Erkenntnis erfreut, standhafter Kumara von Palani, Gott mit dem Pfau als Reittier, großer Herr der Himmlischen![82]
136 – Nimm mich unter deinen gnädigen Blick
Ihre fischgleichen Augen streiten und führen Krieg; mitten im Heer des Liebesgottes ziehen sie einher, sündhaft und zornig, und sprechen immer süßere Worte: die käuflichen Frauen. „Das Wohl des Liebesgenusses allein ist köstlich!“ Lass meinen Geist nicht täglich so umherirren. Gewähre mir Gnade und nimm mich voll Erbarmen an! Deine Gestalt ist die des Liebenden, der Valli, deren Lippen den roten Ilavam-Blüten gleichen, so innig umfängt, dass sie dahinschmilzt, und dadurch hohen Ruhm gewinnt. Wenn die Kenner der kostbaren Veden dich in Zuneigung preisen, schenkst du ihnen gütig die Herrlichkeit deiner Gnade. Wohltätiger, anziehender erster Herr! Du bist der Lehrer, der dem Ursprungsgott mit dem Mond im Haar den Pranava ins Ohr sprach; strahlender Speerträger, du bist der eine Widersacher der Dämonen. Makelloser höchster Guru, mit deinen zwölf Augen schenkst du Gnade. Täglich freust du dich an deinen Dienern und ehrst sie als unvergleichlich. In den Hainen fallen Jackfrüchte, Früchte hoher Palmen und duftende Mangos; lange Vala-Fische springen umher. Ringsum dehnen sich die fruchtbaren bewässerten Felder, in die die Bauern ihre Pflüge setzen. Großer Herr, du wohnst auf dem Shiva-Berg von Palani![83]
137 – Führe mich aus dem Teich der Verblendung
Ich begehre die Vereinigung mit Frauen, die bereitstehen, ihre beiden schweren Brüste feilzubieten. Liebevoll und vertraulich suche ich ihre Nähe, bis ihre fischgleichen Augen sich röten und das Vergnügen mich durchdringt. Immer wieder trinke ich von ihren fruchtgleichen Lippen, verliere mich zunehmend, suche die Verbindung, entzünde den Streit des Liebesspiels und vereine mich von Neuem. Auf dem dicht gepolsterten Lager umfangen die Hände den Körper; die rankenschmale Taille ermattet, das wolkengleiche Haar löst sich aus seinem Knoten, und die frühere Erscheinung des Leibes verändert sich. Auf dem Gesicht mit dem kräftigen runden Zinnoberzeichen glänzen Schweißperlen. Darf ich in diesem großen Teich grausamer Verblendung versinken? Kanda Vel, du neigtest dich gütig vor den süßen Lotusfüßen der blitzgleichen Jägertochter, deren Brüste ein Band umschloss und die allein im schönen, farbenreichen Hirsefeld weilte. Speerträger mit der roten Hand! Deine Waffe ließ die sieben Meere versiegen, den gewaltigen feindlichen Berg zusammenbrechen und die wild heranstürmenden Gegner zitternd fallen. Die Schöne, erfüllt von vielfältiger ehelicher Treue, ist die üppige Ranke, die der Berg hervorbrachte. Ihre vollen Brüste bargen reichlich gute Milch. Mit dem Wunsch: „Verkünde erlesenes Tamil, das man in allen Richtungen preist!“, wurde sie dir gereicht; du nahmst sie voller Freude an und schenktest Gnade. Mein Herr, der strahlend auf dem Berg Palani steht![84]
138 – Erschließe mir die Schau der Erkenntnis
Gelehrte Buddhisten, nach Wunscherfüllung strebende Ritualisten, Turukkar, die Lehre Kapilas, Kanadas Anhänger und die Weltlichkeitslehrer; streitbare Logiker, die Anhänger des linken Weges, Bhairava-Verehrer und die Alten: Mit ihren vielen Büchern lärmen sie, geraten aneinander, widersprechen und führen Streitgespräche. Doch keiner vermag dadurch die Wahrheit klar zu erkennen. Wird einmal der Tag kommen, an dem du mir die vollendende Unterweisung deutlich erschließt, die Schau der Erkenntnis gewährst und mir deine herrlichen heiligen Füße zuteilwerden lässt? Du entsendest den siegreichen Speer gegen den schrecklichen, sich dir widersetzenden Dämon mit dem Elefantengesicht und gegen die heldenhaften Gegner mit Pferde- und Löwengesichtern. Die Geister und Bhadrakali greifen ihre verstümmelten Leiber auf, schleudern sie umher und frohlocken. Deine juwelengeschmückte Brust ruht an den schweren, wundervollen, duftenden Brüsten der Jägertochter, die durch das fruchtbare Hirsefeld streift. Großer Herr der Götter, du wohnst auf dem Berg Palani, wo mächtige Affen kämpfen und bis an die Regenwolken emporklettern![85]
139 – Lege deine Füße auf mein Haupt
Sie enthüllen ihre mit duftender Salbe bestrichenen Brüste, zeigen ihr jasminweißes Lächeln, und die mit Fischen wetteifernden Augen scheinen bis an die Ohrgehänge zu springen. Sie teilen das schwarze Haar; der mit Blumen geschmückte Knoten löst sich, und die Blüten fallen wie Sternenscharen aus tiefer Nacht. Ihr lächelndes Gesicht strahlt wie der Vollmond, ihre reizvollen Lippen röten sich, und sie nennen ihren Preis. Haben sie das Vermögen in die Hand bekommen, öffnen sie das schöne Gewand und drängen heran. Soll ich aus Verlangen nach ihnen dahinschwinden? Guru, du legtest dem, der die junge Mondsichel, Konrai, Tumbai und die Schlange trägt, den süßen wahren Sinn dar. Geliebter jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen, du mit der duftenden Kadamba-Girlande: Schenke mir deine Füße auf meinem Haupt! Uma hob dich als ihr geliebtes Kind empor; du ergriffst ihre Brust und trankst. Kumara, Guha mit dem Speer, du wohnst auf dem Shiva-Berg. Großer Herr, der sich mit der Jägertochter vereinte: Sie weilte auf dem Feld mit seinen dicht beieinanderstehenden Hütten und dem erhöhten Wachstand![86]
140 – Löse mich aus dem brennenden Netz
Im dunklen Haar treten die Blumengirlanden leuchtend hervor. Auf der bogenförmigen Stirn glänzt das Schmuckzeichen; die Augen kreisen, goldenen Pfeilen und sich öffnenden Lotusblüten gleich. Halsketten, Armreifen und Ohrgehänge funkeln, die berggleichen Brüste bewegen sich. Eng um die Taille liegt das Gewand, und die Mitte biegt sich wie eine Vanji-Ranke. Aus der zarten Kehle strömen berauschend süße Worte wie Kuckucksrufe. Ihren Gang haben sie dem der anmutigen Pfauen und Schwäne nachgebildet. Diese Frauen mit dem von duftender Salbe berührten Brustband verwirren durch ihre Brüste und lassen die glänzenden Augen spielen, um den Besitz an sich zu bringen. Ihr Netz lässt einen fest in brennendes Leid fallen. Werde ich den Genuss nicht aufgeben, den mir dieser erniedrigende Weg gewährt? Guru Shambhus, des erhabenen höchsten Shiva! Seine roten Hände tragen das abgetrennte Haupt mit seinen Augen, die Axt und das Reh. Er schmückt sich mit Konrai und schönen Tumbai-Blüten, Mond, Fluss und Schlange. Strahlender Speerträger, du schleuderst aus deiner goldglänzenden waffentragenden Hand den mit Glöckchen geschmückten Speer und tanzt: Die gewaltigen Asuras und der Berg sinken dahin, das aufgewühlte Meer brennt. Du mit den goldenen heiligen Füßen, auf dem im Kampf überragenden Pfau umkreist du die Welt; die Schlange reckt mit aufgerissenen Augen den Leib empor, und die Berge der Himmelsrichtungen samt ihren goldenen Gipfeln zerfallen zu Staub. Guha, du umarmst die berggleichen Brüste der schönen Tochter Shris, der rankengleichen Jägertochter, Umas Schwiegertochter. Kanda, großer Herr auf dem Shiva-Berg![87]
141 – Schenke mir den Halt deiner Füße
Zwei goldene Krüge, dicht beieinanderstehende Berge, junge Kokosnüsse, hervortretende Spielsteine: So erscheinen die vollen Brüste, über denen Ketten kostbarer Steine strahlen. Tagtäglich stellen die Frauen sie am Eingang zur Schau, weich bewegt, mit Sandel und Kumkum bestrichen. „Jeder kann diese elefantengleiche Fülle genießen“, erklären sie und setzen ihren Preis. Von ihren Listen verwirrt, erschöpft und im Verlangen dahinschwindend, versinke ich auf dem Lager im Meer des Genusses, das die Selbstbeherrschung raubt. Mein Herr, schenke mir die Gnade deiner Füße als rettendes Ziel, damit dieses trügerische Herz zur Ruhe kommt! „Taṉata ṉantaṉa tantaṉā“, „ṭikuku ṭiṅkuku ṭiṅku“ dröhnen die großen Trommeln. „Takuti tintiku tinta tō“ treibt der Takt voran. „Tamarasañcali cañcalā“ erklingt es; „ṭuṇṭuṭu ṭuṇṭu ṭū“ tönt die Muzhavu, und frische Glöckchen antworten mit „kiṇki ṇāram“. Die Schlange, die Lotussitze, die Elefanten der acht Himmelsrichtungen und das Weltgebäude erzittern. Dein Pfau wirbelt im Tanz. Speerträger, du erschlugst den heranstürmenden Nachtdämon samt seiner Sippe. Mein Herr, der auf dem schönen Berg Palani wohnt![88]
142 – Lass mich nicht wie Wachs im Feuer vergehen
Schwer und fest, voll und weich, hervortretend, duftend, angenehm, an den Spitzen dunkel und dicht beieinander, dem Meru gleich: So sind ihre Brüste. Dahinter verbergen sie viel List; stolz und üppig, in schönen Gewändern und mit Schmuck, suchen sie Vergnügen. Ich verliere mich voller Verlangen in ihren Blicken und leide auf der Erde wie Wachs im Feuer. Ermattet im Meer der Geburt, beschimpft und von rastlosem Wahn gefesselt, werde ich als ein haltloser Mensch verlacht. Muss ich mich ihrer Verführung, ihrem Zorn und ihren Schmähungen fügen? Held Guha, du mit den guten Gedanken! Deine Schultern duften nach den kruggleichen Brüsten der Bergjägertochter, die auf dem Hirsefeld weilt. Herr, du erfüllst die Göttin an Shivas Seite mit Freude; er trägt im verfilzten Haar den Fluss, der sich liebevoll dem Bergkönig zuwendet. Du führst die herrliche strahlende Waffe, die in einem Augenblick die zornig heranstürmenden bösen Dämonen erschreckt, niederwirft und vernichtet. Du schenkst Brahma auf seinem von Askese erfüllten Lotus und Hari voller Freude Gnade. Kumara, großer Herr auf dem von Mauern umgebenen heiligen Berg Palani![89]
143 – Lass mich dich als meinen wahren Schatz erkennen
Ihre schweren Brüste ragen wie Berge empor und sind von Kampferduft erfüllt. Freudig suche ich die fruchtgleichen Lippen solcher Frauen, umarme sie fest, verliere meinen ganzen Besitz und ermatte. Mein Geist erschlafft, Schluckauf steigt auf, ich vertrockne völlig wie gedörrter Ingwer und verliere die Herrschaft über mich. Werde ich mich von dieser zerstörenden Krankheit lösen, dich als meinen bleibenden Schatz erkennen und dich preisen? Du Herr, dessen Liebe der goldgleichen Jägertochter gilt, die das Jägervolk auf dem Feld großzog: Du umarmst sie, sodass sie Freude erfährt. Gewaltiger Held, du warfst den Speer, sodass die sieben Meere schwanden, der Berg zersprang und Suras Häupter zerbarsten. Gnadenvoller, deine Schultern tragen täglich Kumkum und Duft; an deinen roten Füßen erklingen die kleinen Glöckchen wie Musik. Kind des Herrn der Shankari aus Shivas Welt, großer Herr von Tiruvavinankudi mit seinen frischen Lotusteichen![90]
144 – Richte mich auf, wenn ich mich selbst verliere
Auf dieser Erde, die von wolkenbekleideten Bergen umschlossen ist, lasse ich mein liebendes Herz durch Karma ermüden und irre umher. Auch ich, dein Diener, trage diesen trügerischen Leib aus Adern, Blut, Haut und schlüpfrigem Gewebe. Darf ich vor rankengleichen Frauen niederfallen, deren Haar Blumengirlanden trägt, deren Augen scharf und deren Stirn einem Bogen gleich ist? Darf ich ihre goldenen Schultern begehren, mich immer tiefer erniedrigen und daran zerbrechen? Kämpfender Speerträger, du ließest Suras Glieder fallen und selbst das Meer austrocknen, während die Götter vor dir standen und dich verehrten. Du streifst über den großen Berg rings um das Feld, auf dem die reine, pfauengleiche Jägertochter weilt. Du gehörst dem Herrn, der das Halahala-Gift trank, während Brahma und der Träger des Garuda-Banners ihn verehrten. Großer Herr von Avinankudi, umgeben von Zuckerrohrpressen, fruchtbaren Feldern und Hainen![91]
145 – Dein Lächeln und deine Füße vergesse ich nicht
Diese kleine Hütte ist voll von Kot und Urin, schlüpfrigem Fett, Knochen, geschichtetem Fleisch, Leber und Gedärm, wirrem Haar, Blut und vielerlei Unrat. In ihr wohnen jene grausamen, hochmütigen Hausgenossen: Sie gehen keinen gemeinsamen Weg, sind voller Fehler, springen wie Affen umher, ohne Einsicht und ohne rechte Ordnung; tierisch stark sind sie und giftig. Ich bin ihr Gefährte, ein der Hölle Verfallener, mit einem Geist, der wie ein Pferd dahinjagt, arm und klagend, an diesen leidvollen Leib gebunden. Du mit dem schönen Gesicht, Saravana! Auf dem Pfau kommst du, um das strahlende Licht Shivas durch deine Unterweisung tief in mein Herz zu senken. Den Glanz deines lächelnden Gesichts, deine gütigen Augen und deine beiden blütengleichen Füße werde ich nicht vergessen! Herr des unvergleichlich reichen Puliyur: In seinen wolkenberührten Hainen stehen Iluppai- und Vakula-Bäume; Kuckucke und Bienen lassen ihre Stimmen erklingen, und Pfauen tanzen im Einklang. Vel, du sendest die tobenden Asuras mit ihren Elefanten und Pferden in Yamas Stadt; der dunkle Berg zerbricht zu Staub, viele Gipfel brennen, und Makara-Wesen und die Elefanten der Himmelsrichtungen brüllen. Brahma mit goldenem Haupt, Weise, Götter und himmlische Frauen rufen „Hara Hara! Shiva Shiva! Selbstentstandener!“ Du bist der Guru dessen, dessen schöne Füße dazu tanzen. Guha, siegreich umfängst du die beiden Brüste der Jägertochter; ihr korallenhelles Lächeln und ihr Gesicht spotten der Schönheit des Mondes. Großer Herr auf dem Shiva-Berg![92]
146 – Lege deine Füße auf mein Haupt
Blut, Kot und Urin fließen aus diesem menschlichen Leib; Würmer winden sich in ihm. Geschwüre, Fett, Fleisch, Auswüchse und Schleim entstehen darin. Viele Leiden nehmen Wohnung: krampfende Schmerzen, schlimme Krankheiten, Kopf- und Bauchschmerz – sie streiten in dieser Behausung. Dennoch pflege und liebe ich den Leib. Mit den Künsten des Liebesgottes verliere ich mich in den erregenden, mit Blumen geschmückten, juwelenhellen, spielsteingleichen Brüsten, die Bergen gleichen. Lass mich nicht weiter verblendet sein. Damit mein Herz vom Leid frei wird, die Tatenfolgen zerstreuen, die Krankheit des Verlangens und ihre Künste schwinden und mein Geist festen Halt findet: Schenke mir deine Füße auf meinem Haupt! Strahlender Speerträger, deine Waffe durchdrang alles: Die Dämonen wurden zu Staub, die Götter erhielten ihre Sitze zurück, die Häupter der scharfzahnigen Schlange wurden erschüttert, Berge zerdrückt und Meere in Brand gesetzt. Götter und Weise streuen eine Fülle von Blumen und rufen „König! Höchster Guru! Kumara, unsere Zuflucht!“ Dein Pfauenross kommt heran und durchschneidet die mächtigen Wolken. Du bist das Gnadenkind der Tochter des Bergkönigs, der wolkengestaltigen jüngeren Schwester Haris, die an Shivas linker Seite wohnt; Sonne, Mond und Feuer sind seine Augen. Als der höchste Ganesha in Gestalt eines wilden Elefanten näherkam, umfing die Jägertochter dich mit dem Ruf „Schutz!“ Großer Herr, der in Palani weilt![93]
147 – Löse die Folgen meines Handelns
„Ihr Haar ist ein Wald, eine Wolke, ein Hain; ihre Stirn ein mächtiger Bogen. Ihre Lippen sind Kumuda-Blüten, ihr Lächeln eine Perlenschnur. Makara-förmige Ohrgehänge schmücken ihre Ohren; ihre Worte sind Kuckucksgesang und Nektar. Ihre Brüste gleichen Lotusknospen, Bergen und Spielsteinen. Ihre Augen sind Fische, Speere, Pfeile, Meer, dunkle Karuvilai-Blüten, blaue Wasserlilien und Gift.“ Soll ich, dein hundegleicher Diener, Frauen auf solchen nutzlosen Wegen übermäßig preisen und mein Herz vergeblich ins Leid stürzen? Held auf dem Pfau, gewähre mir, mich vor deinen mit Heldenreifen und Schmuck versehenen Füßen zu verneigen, damit das von mir gewirkte Karma sich löst. Heiliger Neffe der Lotusbewohnerin! Strahlender Speerträger, du durchbohrtest die Berge, damit die dort wohnenden Dämonen vergingen. Muruga von Palani, Vishakha, hervorgebracht von der uralten Makellosen, die wie eine süße Frucht aus dem Berg erschien! Großer Herr der Unsterblichen, gepriesen vom meerfarbenen Hari, der das weite Meer bezwang![94]
148 – Du bist die Gestalt des heiligen Lautes
Das Haar löst sich, die Worte stocken, die Augen schweifen umher und töten mit ihren Blicken. In heftiger Vereinigung erklingt aus der Kehle „kiki kiki kiki kiki“; das Klirren der Armreifen schwillt an. Die jungen, kokosnussgleichen Brüste bewegen sich, beide Schenkel und die Taille bewegen sich wie ein Pfau. Süßer Nektar fließt, während sie obenauf das Liebesspiel vollziehen. Soll ich mich in dem Leid und der Verwirrung verlieren, die daraus entstehen? Du trägst als Schmuck die leuchtenden, süßen dichterischen Worte Arunagiris und die Worte Vijayagiris. Du bist das Gnadenkind Vimalis, Amalis, Nimalis, Kumaris, Gauris, der jugendlichen Herrin, die im Wald einhergeht. Du besitzt die Gestalt von A, M und U, wie sie am Ende der alten Veden offenbart wird. Großer Herr von Palani, wo bewässerte Felder liegen und Arekapalmen, Bananen und Jackbäume gedeihen![95]
149 – Schenke mir deine heiligen Füße
Sie richten die ausgewählten juwelenbesetzten Schmuckstücke und Gewänder, lösen das dunkle Haar und binden es neu. Ihre korallenroten Lippen kauen gerollte Betelblätter mit Arekanuss; sie spitzen die Lippen, bedrängen mit speergleichen Blicken und rufen herbei. Sie wecken Verblendung und zerstören die Einsicht. Mit ihren von Nagelspuren gezeichneten Brüsten umarmen sie; hochmütig fesseln sie die Männer an die Vereinigung, um deren Besitz zu nehmen. Lass den Wahn meines Geistes enden, der mich dorthin treibt. Schenke mir liebend deine Gnade, lass mich zu wahrer Ehre gelangen und gewähre mir deine heiligen Füße! Mächtiger Dichterkönig, du betratest jene heilige Stadt und verbreitetest heilige Asche, während die Rippen der törichten, trügerischen Jaina-Lehrer mit den ausgezupften Haupthaaren brachen und die Pfähle ihre Körper durchdrangen. Du schriebst gewichtige Worte nieder und gabst die beschrifteten Blätter in Feuer und Wasser. Großer Schatz des Erbarmens, du offenbartest den heiligen Laut, sodass dein Vater mit der Mondsichel im dicht verfilzten Haar dich freudig anerkannte. Du hieltest mich in dem strahlenden Ort der Felder auf und nahmst mich als deinen Diener an. Kumara, großer Herr auf dem gnadenreichen heiligen Berg Palani![96]
150 – Zeige mir den Weg in deine Gnade
Ihre Brüste sind so voll, dass Berge daneben klein und Blumenbüschel welk erscheinen; sie bestreichen sie mit Moschus. Ihre Gesichter strahlen wie der Mond und wie kühle rote Lotusblüten. Sie schmeicheln und bitten, suchen Einvernehmen und verrichten allerlei listige Liebeskünste. In ihnen haben sich Geschäftigkeit, Übermut, Schönheit und Stolz angesiedelt. Hart und grausam fragen sie immer wieder: „Wo ist unser Anteil?“, behaupten ihren Anspruch und umarmen dann mit freundlichen Worten. Sie gewähren ein kurzes Vergnügen und nehmen geschickt alles, was ich besitze. Durch solche Listen und meine Verblendung bin ich ständig betrübt und voller Leid. Schenke mir, deine beiden Lotusfüße zu preisen, dies im Herzen als gut zu erkennen und immer wieder zu kommen und dich zu verehren. Lass mich durch deine Gnade die Würde dieser Hingabe verstehen. Gewähre mir Freude, gute Eigenschaften, Kraft und die innige Beziehung zu dir. Zeige mir zuvor den Weg, auf dem ich deine Erlaubnis und deine Gnade empfange! Du bist der Neffe Haris, der die wunderwirkende Dämonin besiegte, tötete und zerstückelte, die der furchtsame, trügerische, niedrige Kamsa gesandt hatte. Als Löwe verschlang er einst das Leben des mächtigen Hiranya. Auf seinem Schiff ruht er, er brachte den Schwanenreiter hervor und gleicht einer dunklen Wolke. Du durchbohrtest den hoch aufragenden Berg und zerquetschtest den Leib des wilden Elefantengesichtigen. „Ṭuṇ ṭuṇ ṭuṇ ṭuṇ, ṭiṇ ṭiṇ ṭiṇ ṭiṇ, ṭiṭi“ dröhnte es; die sieben Welten erbebten. „Cañ cañ cañ cañ“ erklang die glänzende Muschel, und Indra pries dich, während du die Asuras bezwangst. „Du bist Zuflucht, Zuflucht, Zuflucht! Höchster Guru, der Shiva Gnade gewährt!“ So verneigen sich die Weisen. Sechsgesichtiger, aus der Gnade des Höchsten hervorgegangen, der zu „tom tam, tom tam, tom tam“ tanzt! Held, deine Schultern schmücken duftende Kura-Blüten, an denen Bienen verweilen und Nektar trinken. Die Jainas verwarfen andere Wege, hielten allein an ihrem eigenen fest und verhöhnten lieblos die Diener. Ihre Glieder wurden an den Pfählen zerrissen, und sie gingen zugrunde. Du ließest die Schriftblätter gegen den schäumenden Fluss ziehen, zeigtest überall die Kraft der Liebe und sangst das Gedicht, durch das aus den Knochen eine junge Frau lebendig hervortrat. Du Mächtiger, der diese Hymnen offenbarte! Der Erhabene, der die Welten erschuf und einst verschlang, lenkte im tobenden Kampf Vijayas Wagen; er ist listig und trägt die Muschel. Sein Sohn zeugte den Weisen, aus dessen Opferfeuer der Widder entstand, den du kraftvoll besteigst. Großer Herr, der auf Shivagiri wohnt, reich an Teichen voller Lotusblüten und Muscheln![97]
151 – Lass mich deiner Füße gedenken
Ist ihr blumengeschmücktes Haar Dunkelheit oder eine Wolke? Ist die erstaunlich schöne Stirn ein Bogen oder die Mondsichel? Sind die zärtlichen Worte Nektar oder Frucht, die Augen Speere? Sind die beiden kruggleichen Brüste Elefanten oder Berge? Ist die rankenschmale Taille eine Trommel oder eine Handvoll? Gleichen die duftenden, breiten Hüften einer Schlange oder einem Wagen? So bewundere ich die Frauen, die zu „tintit timitimi timitā timitō, tantit tirikaṭa kiṭatā“ ihre Tanzschritte ausführen, und wende diesen Verstrickten meine Zuneigung zu. Schenke mir die Herrlichkeit der Veden, damit ich dich verehre und deiner beiden roten, Gnade gewährenden Füße beständig gedenke! Du trägst den einen strahlenden Speer, der den hitzig heranstürmenden Asura-Herrscher zerteilt. Berg des Sieges, Leben der Askese! Du kommst, damit die Kundigen der himmlischen Künste dich verehren. Wenn Brahma auf dem Lotus und der König der Unsterblichen dir staunend dienen, schenkst du ihnen reiche Gnade. Geliebter Bruder des rundbäuchigen Ganesha, Neffe des rotäugigen, dunkelwolkengleichen Herrn! Guha, Gemahl der dir eigenen Jägertochter, kraftvoller Herr von Kathirkamam! Muruga im erhabenen Palani, umgeben von reifenden, fruchtbaren Hainen und Mauern, wo die Göttin des Glücks ringsum wohnt: großer Herr der Himmlischen![98]
152 – Du gabst mir die Liebe zum täglichen Lobpreis
Kumkum und Kampfer, achtfach gemischter Sandelduft, Korallenketten, Girlanden aus Champaka, kühlem Magizh und roten Wasserlilien, Ketten um den Hals, viele Schmuckstücke und kunstvolle Zier: So bieten die öffentlichen Frauen ihre vollen Brüste an. Ihre verderblichen Worte schmecken süß wie Milch, Früchte, Zucker, reiner Honig. Damit ich mich nicht voller Lust in solchen Worten verliere, hast du selbst mir in Vayalur die Liebe geschenkt, täglich Tiruppugazh zu singen und dabei deine Lotusfüße als Ziel im Herzen zu tragen. Einziger Speerträger! Brahma, der Schöpfer der Welt, erkennt dich ohne Zweifel an. Du schwangst im Kampf deine heilige Hand und gabst den Sieg, sodass das Meer austrocknete, die acht Berge ihre Häupter neigten, der bedrängende Berg zersprang und Sura zu Staub wurde. Guru, an dem dein Vater Freude hat: An seinem Hals zeigt sich das getrunkene Gift, er trägt die aufgereihten Knochen der Götter und tanzt im Feuer. Großer Herr auf dem Berg von Avinankudi! Auf den Spitzen seiner Türme stehen goldverkleidete, goldene Krüge, bei denen die Sterne zu verweilen scheinen.[99]
153 – Auch im Sturz will ich dich nicht vergessen
Ihr schönes Mondgesicht schwitzt, die schwere Haarfülle löst sich, die speergleichen Augen rollen. Die Kovvai-fruchtroten Lippen werden blass, die Worte stocken. Die beiden Brüste bewegen sich wie junge Lotusknospen und wie Meru-Berge; die fadenschmale Taille biegt sich. Aus der süßen Kehle ertönen die Rufe verschiedener Vögel, und an Händen und Füßen klingen Armreifen und goldene Fußspangen. In der Zeit des überreichen Genusses vollführen die jungen Frauen vielerlei zärtliche Spiele. Selbst wenn ich in den Strom solcher Liebeserfahrung stürze, will ich in meinem Dienst nicht treulos werden: Deine beiden lieblichen Füße werde ich auch nicht für einen Augenblick vergessen. Tapferer Kumara, Muruga, du führtest Krieg, sodass die Asuras, die die ganze Welt und die Städte der Götter bedrängten, gemeinsam im Meer zugrunde gingen. Geschickter Speerträger, du suchtest das Hirsefeld der blitzgleichen Jägertochter auf, verweiltest im Schatten des Felsens und sprachst Liebesworte, die sie erröten ließen. Noch ehe der von den hohen Göttern verehrte Elefantengesichtige Hara umlaufen hatte, umkreistest du auf deinem Pfauenross die von Wogen und Makara-Wesen umgebene Welt. Erster Herr, du wohnst im Herzen Sevakans aus dem ruhmreichen Kalisai. Du kommst nach Virai, von Feldern und Teichen umgeben, und wohnst auf Palanis Berg der Erkenntnis, großer Herr![100]
154 – Lass mich die Vergänglichkeit erkennen
Mit radförmigen Ohrgehängen und Girlanden im Haar treffen sie das Herz. Erregt lassen sie ihre wasserliliengleichen Augen wie goldene Pfeile kreisen. Perlenzähne stehen neben Korallenlippen. Ihre mit duftender Salbe bestrichenen Brüste, Elefanten und Bergen gleich, zeigen feine Hautzeichnungen und Kristallglanz und bewegen sich. Um die Taille, einer Pasalai- oder Korallenranke gleich, winden sie Seide, die bis zu den frischen Füßen herabfällt. Sie umgarnen und fordern ihren Lohn. Ich genieße ihre Nähe und gerate in Sorge, verliere Besitz und Halt, meine Sprache verwirrt sich, und ich gehe am Stock. Krankheit und Schmerz treffen mich; Freude und Leid erschöpfen mich. Ich liege kraftlos mit geschwollenem Körper darnieder. Da kommen die kreisenden Todesboten, wickeln die Schlinge um mich, binden sie fest und ergreifen das Leben. Viele Angehörige umfassen den Leib, schlagen sich mit den Händen auf den Kopf und geben dieses zum Verbrennen bestimmte Holz den Scheiten auf dem Leichenplatz preis. Es zerfällt zu Staub und vergeht. Kann solch ein Leichnam mein Halt sein? „Tikuṭattik kukuṭat ṭuṭṭuṭ, ṭamaṭaṭṭaṭ ṭamaṭaṭ ṭikkuṭ, ṭimiṭiṭṭiṭ ṭimiṭiṭ ṭikkut, toku tokkut tokutat tokkuc, cekaṇakkac cekaṇac cekkut, takuṭattat takuṭat taṭṭuṭ“ dröhnt die große Trommel wie Donner. Timilai, Handtrommel und kraftvoll geschlagene Parai stimmen ein. Die Meere in den acht Richtungen trocknen aus und speien Feuer, die acht Berge zerbrechen, die Häupter der Daityas fallen, und die Götter streuen goldene Blüten. Speerträger, du ergreifst die Waffe in deiner Hand! Du offenbarst als wahrer Guru dem Höchsten die Bedeutung: Er schlug die Zähne der Sonne aus, betrat Dakshas Stätte und vernichtete sie im Feuer; er zerstörte die festen drei Städte, verbrannte den Träger des Zuckerrohrbogens mit den Blumenpfeilen, schlug Brahmas Haupt ab und tanzt den kreisenden Tanz. Du liebst die papageiensüßen Worte der Jägertochter mit den goldenen, korallenbergähnlichen Brüsten, berührst ihre Lotuslippen und vereinst dich mit ihr. Schöner großer Herr von Palani, kostbar wie Gold, Kristall, Koralle, Smaragd und Perle![101]
155 – Schenke mir deine goldenen Füße
Ihre Brüste gleichen scharfen Elefantenstoßzähnen, ihre roten, reifengeschmückten Hände schwingen im Tanz. Mit Champaka-Girlanden im Haar ziehen sie lebhaft durch die schönen Straßen und singen laut Sindhu-Lieder. Ihre roten fischgleichen Augen schießen wie Pfeile; über der löwenschmalen Taille glänzt korallenrotes Gewand. Diese käuflichen Frauen nehmen das Gold. „Wer ist gekommen?“, rufen sie, verhüllen zärtlich die Brüste und lockern die Hülle wieder. Nach dem Bad in Kurkumawasser glänzen sie sichtbar auf, besteigen das weiche Lager und erwecken Begehren wie durch einen Zauberspruch, bis der Gast bittet. Sie schließen die Eingangstür und geben die Scham auf. Löse mein Verlangen nach ihnen und schenke mir deine goldenen Füße! Heiliger Neffe des Herrn, der im dunklen Wald Indras die Erde und das Weltgebäude beschützte, die große Bedrängnis der Himmlischen beseitigte, den schönen schweren Wagen dessen lenkte, der einst als geschlechtsloser Tänzer lebte, und den fünf Pandavas das gute Kuru-Land gab – ihr geliebter Freund! Guru, du gewährtest die Unterweisung, die in Shankaras Ohr einging; Mond, Sonne und alle acht Himmelsrichtungen preisen sein unendliches Leben. Geschickter Schöner, du ruhst an den beglückenden Brüsten der erhabenen Jägertochter. Großer Herr, der in Palani wohnt, wo das liebliche Tamil lebendig ist![102]
156 – Komm und sprich: Fürchte dich nicht
Guru, du sprachst das Mantra der Unterweisung in Shivas beide Ohren, sodass sein Herz sich kühlte und freute. Kanda, gesegnetes Kind Shivakamasundaris! Ohne deine Taten zu lieben und ihrer im Herzen zu gedenken, bin ich, dein Diener, von nichtiger Täuschung ergriffen und irre nutzlos durch die Welt. Komm zu mir und sprich: „Fürchte dich nicht!“ Lass Erkenntnis und Einsicht in die Agamas wachsen, lass die Bedrängnis schwinden und schenke die Freude gnädiger Erkenntnis! Du erfreust als Neffe das Herz Haris, der frische Butter stahl und an den Mörser gebunden wurde, und Raghuramas. König, verehrt von den neun Welten, geschmückt mit wahrhaft göttlicher Herrlichkeit, kundig in heilsamer Weisheit! Bräutigam Deivayanais und der schönen blitzgleichen Jägertochter, kraftvoller Held von strahlender Würde, Herr des überhellen scharfen Speers! Schöner Vel, der nach Tiruvavinankudi kommt, großer Herr, der in der Welt die Wahrheit erkannt hat![103]
157 – Komm, bevor die Todesboten mich fesseln
Noch ehe kleine Trommeln, Murasu, Tudi und die lauten Trauertrommeln „moku moku“ dröhnen und die Boten heranspringen, mich ergreifen, die Schlinge lang ausziehen, festbinden und fortzerren; noch ehe Freunde, Verwandte und Angehörige schreien und wirr reden: „Tragt ihn auf den Verbrennungsplatz, legt Feuer an, lasst ihn brennen und taucht dann in das wogende Wasser!“ – ehe ich diese leibliche Hütte verlassen muss: Wird mir ein Tag zuteil, an dem ich gemäß dem letzten Ziel der vedischen Lehre Befreiung erlange, Körper, Leben und Erkenntniswerkzeuge durchsichtig werden, die drei Eigenschaften sich unterordnen und du mich nach deinem Willen zu deinem Diener machst? Komm auf dem Pfauenross, dessen Glöckchen beim Tanz klingen. Deine zwölf Schultern sind mit honigsüßen Girlanden geschmückt. Erfreue mein Herz, sprich liebliche Worte und schenke mir deine roten Füße! Muruga, du besteigst den Pfau zur Freude des Herrn mit dem verfilzten Haar, das duftende Konrai-Blüten, Arugu-Gras, viele Blütenbüschel, die kleine Mondsichel, die Schlange und den schönen Fluss trägt. Die neun Flüsse rauschen „kumu kumu“, Berggruppen wirbeln, alle sieben Welten erschrecken, und die Schlange stößt neun Arten von Edelsteinen aus, während du heranstürmst. Bräutigam, du brachst den Widerstand der Jäger und brachtest die junge Frau zum Erröten; in der Hütte, auf dem erhöhten Wachstand des bergigen Hirsefelds, priesest du ihre beiden vollen Brüste und ihre schöne Taille und vereintest dich mit ihr. Der kleine Weise verehrt dich zu beiden Tageszeiten, um Befreiung zu erlangen; du erklärst ihm den Erkenntnisweg und die Zustände der Askese. Guru Kumara, dem Tamil so lieb, großer Herr auf dem fruchtbaren Berg Palani![104]
158 – Erweise mir Liebe in meiner Verlorenheit
Überall Eiter und Blut, voller Würmer: ein trügerischer Klumpen Unrat, eine krankheitsbeladene Hütte, die Schakale, Geier und Krähen verzehren. Schlechte Eigenschaften wachsen darin; in täuschender Bindung werden Haut, Fleisch, Knochen und Adern zusammengefügt, ohne Beständigkeit zu finden. Wenn das Leben in Yamas bewaffnete Hand gerät, beginnt dieser leidvolle Leib noch in derselben Stunde zu verderben. Dennoch pflege ich ihn und halte ihn für dauerhaft. Ich begehre Frauen, suche Liebeslist und beschämendes Vergnügen, werde verwirrt, stürze in tiefes Leid und gehe zugrunde. Erweise mir Liebe! Kamsa, mächtig in der Täuschung, ließ den zornigen Elefanten los. Erde und Weltgebäude erbebten. Er riss das Maul auf und schwang seinen wolkengleichen Rüssel, der Wasser schöpft und mit gewaltigem Tosen einsaugt; wütend stürmte er heran. Der hohe Herr brach seine beiden Stoßzähne und besiegte ihn. Er hütete mit dem Klang der Bambusflöte die Herden und führte sie auf die Weide. Du bist der erhabene Neffe dieses rotäugigen Vishnu! Kanda, du warfst den Speer, sodass der große Krauncha-Berg zu Staub zerfiel. Sevakan aus dem regenreichen Kalisai an der strahlenden Kaveri verneigt sich vor dir. Du kommst nach Virai und wohnst in Palani, großer Herr der Unsterblichen![105]
159 – Führe mich in die Gemeinschaft deiner Diener
Zornig und töricht bin ich, von Tatenfolgen belastet, ohne rechte Ordnung; ein Heuchler, der Böses tut und immer neu die Krankheit der Geburt sucht. Nicht ein wenig Gerechtigkeit, rechter Lebenswandel oder Würde ist in mir. Was ich zu anderen sage, ist Lüge. Ich bin grausam, verleumderisch und unwissend, ein Nichtsnutz, der deine Füße nicht ehrt. Dennoch: Gewähre mir die Gnade, mit deinen Dienern zusammenzukommen! Du kämpfst, bis die widerstrebenden Asuras vergehen, und schmückst dein Haupt mit dem Siegeskranz. Muruga, dein Ross ist der Pfau, dessen schlagende Flügel das Himmelsgewölbe erzittern lassen. Du besitzt die einzigartige Herrlichkeit, im Herzen Sevakans aus dem kraftvollen Kalisai zu wohnen. Kumara von Virai, standhafter Held, Vel von Palani, großer Herr der Unsterblichen!
160 – Du bist das Licht der nichtdualen Erkenntnis
Du höchste Bewusstheit, die das Schweigen am Gipfel der Veden lehrt! Du bist als Gestalt des von Erkenntnis erfüllten Shiva-Weges erschienen, das höchste Nichtduale, strahlendes Licht, ungeteiltes Wesen, ursprüngliches, einziges Leben. In den Herzenslotusblüten der Befreiten, die den vierten Zustand erkannt haben, entfalten sich deine Lotusfüße: wunderbare klare Erkenntnis und Freude, rein wie ein aus sich selbst leuchtender Kristall. Den Weg, sie zu erreichen, habe ich nicht verstanden. Im Mutterleib nimmt der Same Gestalt an, vom Lebensatem erfüllt; in ihr verteilen sich die drei Eigenschaften. Unfassliche Täuschung und Verstellung umhüllen den Körper, seine Tatenfolgen bringen Unruhe hervor. Ich halte dieses von Unreinheit überquellende Leben für wirklich und wandere umher. Die Höhle, in der Täuschung geboren wird, halte ich für dauerhaft. Schenke deine Gnade, um diesen törichten, hundegleichen Diener anzunehmen! Du bist Anfang, Mitte und Ende der Veden, die in den sechs religiösen Wegen eine Ordnung verkünden. Du bist das Weltenei und der weite Raum, Leben, Leib und Bewusstsein; überall erscheinst du und bist gegenwärtig. Makellose Seligkeit, Träger der Shakti-Waffe! Du gewährst immer frischen Nektar der Freude, Glück, das wie eine Quelle hervorsprudelt. Guru, du erscheinst als der wesentliche Sinn des Pranava-Mantras, der Gestalt bewusster Erkenntnis. Die Fußspangen deiner heilsamen Füße bewegen sich und funkeln wie Sonnenstrahlen. Du tanzt mit dem ganzen erfüllten Weltall und besteigst den erhabenen siegreichen Pfau, der stolz seine mächtigen Schritte setzt. Unvergleichlich Mächtiger! Saravanabhava, den das Herz deiner sich verneigenden Diener als die wahre Wirklichkeit bekennt, du wächst als vereinte machtvolle Strahlung. Subrahmanya auf dem Berg Palani, großer Herr der Unsterblichen![106]
161 – Lass mich unaufhörlich den Nektar der Erkenntnis trinken
Ich füge mich der Macht von Frauen mit lockigem Haar und schweren Brüsten. Das Buch des Liebesgottes, das die Handlungen der Vereinigung erklärt, halte ich für die heilige Offenbarung und verkehre mit Unwissenden. Auch ich, der ich so lebe, möge hier wie deine Diener werden: der kostbaren Veden gedenken, nach Manus Ordnung wandeln, Erkenntnis durch Erkenntnis erkennen und zur Fülle gelangen. Schenke mir, unaufhörlich den Nektar der Freude wahrer Erkenntnis zu trinken, die sich als offener Raum durch alle Welten ausbreitet! Du bist der Neffe Raghupatis, Ramachandras. Vibhishana kam, verneigte sich mit Hanuman, dem Minister am Tor des Sonnensohnes, und pries ihn liebevoll, noch ehe er gerufen wurde. Rama ließ ihn die goldene Krone tragen. Ravana, seine Verwandten und Krieger gingen ins Feuer, während die Götter wieder ihre Wohnstätten bezogen. Gefährte der jungen Jägertochter, Herr des Berges Palani, Kanda, von der Tochter des Himalaya beglückter großer Herr![107]
162 – Lass uns beide eins werden
Lass die Kräfte der Erkenntnis sich sammeln, das Land jenseits von Sonne und Mond erreichen und den Berg „Namah Shivaya“ ersteigen. Lass den Wasserfall der Seligkeit strömen, dessen Geschmack die Zunge erfreut, und mich mit den inneren Klängen spielen. Mögen körperliche Begrenzung, die Verwirrung der Lebewesen und das Wissen „Ich bin dieses Ich“ vergehen. Lass mich zur Feuergestalt des Om werden; lass uns beide in einem Wesen zusammenfinden, das Ross der Erkenntnis besteigen und die Welten freudig umkreisen. Schenke mir diese Gnade! Mein Vater trägt honigreiche Konrai-Blüten, Athi-Girlanden, die Mondsichel und den Fluss im Haar; sein Leib ist herrlich. Mit ihm vereint ist die einzigartige Frau in fünffacher Gestalt, die Geliebte, das schweigende Licht des Yoga. Du bist das Gnadenkind dieses makellosen Herrn, der sie als seine Hälfte trägt. Muruga, du besteigst den blauen Waldpfau, sodass Wälder, Berge, Inseln und Meere zu Staub werden. Die Blumenpfeile in Kamas Hand müssen sich schämen, wenn du auf dem Lager mit der Jägertochter vereint bist. Unser großer Herr, der in Palani wohnt![108]
163 – Komm mit Speer und Hahnenbanner
Das Schicksal schrieb mir auf die Stirn, in das Netz der streitbaren, stolzen Augen von Frauen zu fallen, deren Haar Duft und dichte Blüten trägt. Es versetzte mich in ein Haus, in Beziehungen. Kinder, Mutter, Frau, Freunde und Vieh scheinen mir mein Besitz zu sein. In diesem Meer brennender Sorge versinke ich. Damit das bedrängende Leid endet, offenbare mir jene Wirklichkeit, deren Anfang das A ist! Mit gefalteten Händen möge mein Inneres schmelzen und immer weiter schmelzen. „Hara Hara!“ rufend, will ich dich rechtsherum umschreiten. Schenke mir deine beiden schönen Füße; vertreibe durch Gnade die Verblendung und die Dunkelheit. Mit dem strahlenden Speer und dem hahngeschmückten Banner komm herrlich auf dem smaragdgrünen Pfau! Hari schützte die Herden unter dem Berg als Schirm; er ist kundig in Musik und ging zu Vidura ins Haus. Als kleiner Butterdieb wurde er geschlagen, und doch ist er der Hohe, Madhusudana, der Diskus, Muschel, Keule, Schwert und Bogen trägt. Wolkengestaltig tanzt er „timita timitimi“ auf den goldenen Häuptern der Schlange. Du bist sein Neffe! Guha, du ließest den gefleckten wilden Elefanten herankommen und gewährtest der erschrockenen Frau Gnade. Höchster Guru, Sohn der Pfauengleichen, die der Himalaya hervorbrachte! Herrscher von Palani, wo reife Jackfrüchte aufbrechen, süßer Saft in die fruchtbaren Felder fließt und Haine voller Arekapalmen glänzen, großer Herr der Unsterblichen![109]
164 – Schenke der Sehnsüchtigen deine Girlande
Der Liebesgott nutzt ihre Einsamkeit, wird ihr zum Feind und spannt den Bogen in seiner Hand ganz durch. Das dunkle, tosende Meer, aus dem Gift hervorging, wälzt seine Perlenhaufen. Der Tag vergeht, das Licht sinkt, und die Nacht wächst; die Sterne stehen wie unzählige Perlen am Himmel. Dadurch ist die rankengleiche Frau sprachlos geworden, ohne klares Bewusstsein, ihr Leben schwindet. Schenke ihr deine gute Girlande! Kühner Held, du sperrtest einst den Lotusbewohner ein, sodass alle zehn Himmelsrichtungen erbebten. Deine Brust schmilzt vor Liebe zu der goldenen Glücksgestalt aus den himmlischen Hainen voller leuchtender Wunschbäume. Du sprichst das eine Wort zum Höchsten, dessen mächtiges Haar wie Sonnenstrahlen leuchtet. Kumara, großer Herr des wahren Palani, das hoch bis in die Welt des Windes reicht![110]
165 – Lass meine Einsamkeit enden
Noch ehe Freunde und Angehörige, Haus, lieber Besitz und Herrschaft mir fremd werden; noch ehe der unerbittliche Tod seine feste Schlinge wirft, um mein Haupt zu umfangen: Gewähre mir, deiner beiden Füße zu gedenken, rein wie Lotusblüten, smaragdene Juwelen und Gold. Gib mir Erkenntnis, damit meine Einsamkeit vergeht! Kumara, kämpfender Muruga, Höchster auf dem herrlichen Berg Palani! Bräutigam der jungen Jägertochter, zu der der wilde Elefant heranstürmte. Du führtest gnädig Krieg, damit das Leid der Götter und die Leiber der Asuras vergingen. Großer Herr, dem Tugend und herrliche Farbe, Speer und Pfau und Schönheit eigen sind![111]
166 – Lass mich die Füße deiner Heiligen im Herzen tragen
Lass Kopfschmerz, schädliche Arzneigabe, Gelbsucht, Schwäche und Fieber, Augenschmerz, auszehrende Kolik, Husten und Atemnot, starke Absonderung, Vergiftung und rätselhafte Krankheiten nicht nahekommen. Lass mich nicht auf der Erde die Namen dieser Leiden nennen und flehen: „Heilt dies!“ – während andere tun, als hörten sie nicht. Lass mir nicht bestimmt sein, bitten zu müssen: „Sagt mir, welche Hilfe gibt es für mein schwindendes Alter?“ Ohne Wanken und voller Liebe suchen die großen Asketen aus weiten Hainen vielerlei duftende Blumen, fügen sie zu Girlanden und Schmuck, um deine Füße zu krönen. Lass mich ihre beiden Füße im Herzen tragen, fragend und singend deine Gnade verehren. Schenke mir voll Erbarmen deine Füße. Komm auf dem Pfau, der die Schlange packt und mit ihr tanzt! Du bist der Neffe des wunderbaren Herrn, der das wogende Meer überbrückte, dem schrecklichen Ravana die juwelengekrönten Häupter abschlug und Janaki, sein eigenes Leben, kraftvoll zurückholte. „Mein großer Vater!“ nennst du den, der Arugu-Gras im Haar trägt, den Grund aller Dinge, den Träger von Axt und Reh, der einst vor der Versammlung tanzte und die große Kali beschämte. Deine beiden Füße wohnen auf den Zungen der Dichter, die viele Künste gelernt haben und vortragen. Velayudha, Bräutigam, dessen Verlangen den Schultern der Jägertochter auf dem hohen Wachstand des Feldes gilt! In den Lotusfeldern schlafen Varal-Fische hoch bei den Arekapalmen; ringsum strömt die wasserreiche Kaveri. Herrliche Kampfergestalt von Palani, großer Herr der Götter![112]
167 – Gewähre mir den natürlichen Zustand der Freiheit
Ich habe keine Festigkeit, keine guten Eigenschaften, keine rechte Fähigkeit, keine bewundernswerten Taten. Mir fehlen wahre Askese und gute Rezitation; auch im Himmel habe ich keinen Platz. Meine Hand gibt keine Gaben, meine Worte haben keine rechte Art. Lass mich dennoch gutes Tamil singen, deine beiden Füße erreichen, von beiden Arten des Karma frei werden und den natürlichen Zustand der Befreiung erlangen! Speerträger, du kämpfst, bis die Sippen der Asuras mit ihrer verkehrten Einsicht vergehen. Einziges Kind des tanzenden Höchsten! Er schmückt sein weit entfaltetes Haar mit der lichtschwachen Mondsichel, Arugu-Gras, Konrai-Blüten und der Feder des Reihers. Großer Herr des Berges Palani, dessen viele Felder voller Perlen sind!
168 – Nimm mich auch in einer neuen Geburt an
Wenn du mich in eine Geburt versetzt, die einer Hölle, einem dunklen Meer gleicht, dann mögen Taubheit, Blindheit, körperliche Beeinträchtigung und selbst geringe Armut mir nicht nahekommen. Mögen göttliche Gestalt, vornehme Herkunft und Fülle der Erkenntnis entstehen. Gewähre mir deine Gnade; komm, um mich mit ganzem Herzen als deinen Diener anzunehmen! Du schleuderst den Speer, sodass die Häupter der im Kampf siegreichen Asuras rollen, das weite Meer aufschreit und der hohe Berg zerbricht. Neffe des Lotusäugigen, der wohlig auf der wilden Schlange ruht! Sohn des dunkelhalsigen Herrn, großer Herr der Unsterblichen, der in Palani wohnt![113]
169 – Lass auch deinen fehlgehenden Diener ans Ziel gelangen
„Du Pfau mit herrlichem Gefieder, du Lotus, du Gazelle, du Blume des Liebesgottes, des freudvollen Fürsten der Begierde! Du Honig, kundig in allen süßen Spielen genussvoller Liebe! Komm, damit ich deine schweren Brüste umfange, kühl wie junge Kokosnüsse, Spielsteinen gleich. Gib mir deine Lippen. Meine beschworenen Worte werden niemals wanken; ich werde dein Diener sein. Bei deinem Wort, ich bin ganz von Liebe überwältigt. Komm nah an meinen Leib, damit ich mit meinen Nägeln ein bleibendes Zeichen setze!“ So spreche ich voller Verlangen zu Frauen und irre umher, ein großer Sünder ohne rechten Wandel. Dich preise ich nicht, mit deinen liebenden Dienern komme ich nicht zusammen. Ich trage keine heilige Asche auf der Stirn und besitze keinen rechten Halt. Dennoch bin ich dein Diener: Schenke mir deine Füße, damit ich ans Ziel gelange! Als Himmelsgewölbe, alle Unterwelten und Meru sich drehten und das Meer zum Butterfass wurde, als die Götter, Vali und andere den Nektar quirlten, rief er sie herbei. Damit niemand Schaden litt, sorgte er dafür, dass Isha das Halahala-Gift erhielt, und teilte dann den Nektar unter die Götter, damit sie lebten. Du bist der geliebte Neffe dieses großen Wundertäters! Held, du wohnst im Herzen Kaveri Sevakans aus Kalisai: freigebig wie eine Wolke, ein Herr unter Herren, ein Meer des Gebens, dem Regen und dem Wind gleich, ein Pari, ein großer Liebesgott an Schönheit. Standhafter Kumara, du kämpftest, bis die Sippe der übermächtigen Asuras mit der Wurzel verging. Velayudha von Palani, du wohnst in Virai, umgeben von Kanälen mit Wasserlilien und fruchtbaren Feldern. Großer Herr der Unsterblichen![114]
170 – Verehrung dir, göttliches Licht
Du Ursprung von Nada, Bindu und Kala – Verehrung, Verehrung! Du Gestalt der vedischen Mantras – Verehrung, Verehrung! Du Herr, Meister der Erkenntnis – Verehrung, Verehrung! Du Sohn Shambhus mit unzähligen Namen – Verehrung, Verehrung! Du Kind der beglückenden Göttin – Verehrung, Verehrung! Du mit dem Pfau, der die Schlange bindet – Verehrung, Verehrung! Du, dessen spielerische Strafgewalt feindliche Asuras vernichtet – Verehrung, Verehrung! Du mit den Füßen, deren Glöckchen singen – Verehrung, Verehrung! Standhafter, herrlicher Held – Verehrung, Verehrung! Glückverheißendes Licht, Leuchte auf dem königlichen Berg – Verehrung, Verehrung! Du mit dem reinen Spiel in der Tanzhalle – Verehrung, Verehrung! Du Gefährte der himmlischen Deivayanai – Verehrung, Verehrung! Schenke deine Gnade! Geben, vielerlei festliche Verehrung, heilige Rezitation, guter Charakter, rechter Wandel, Gerechtigkeit, Herzenswärme und Dienst an den herrlichen Füßen des Gurus werden dort nicht vergessen. Im Chola-Land, das durch die Kaveri fruchtbar wird und von den sieben Welten gepriesen ist, regierst du das liebliche Land Rajagambhira. Herr von Vayalur! Einst verband er sich in liebevoller Freundschaft mit Arurar, bestieg sein lebhaft tänzelndes Ross und zog mit dem Freund zum großen Kailasa. Dort sang er das ursprüngliche, abschließende Ula-Gedicht in strömender Dichtung: der Chera-Herrscher. In seinem guten Land Kongu-Vaikavur wohnst du in Avinankudi, großer Herr der himmlischen Götter![115]
171 – Schenke mir Worte aufrichtiger Hingabe
Vom Sinn der Veden wissen sie nichts; täglich drehen sie Verse zurecht und reden von ihrer Gelehrsamkeit. Diese Scheindichter lernen einige dürftige Worte und legen sich prächtige Titel bei. Sie kommen mit schweren Sänften, unter denen die Träger sich beugen, mit Schirmen und Yakhaarwedeln, Ringen an den Händen und langen, strahlenden Ohrgehängen. Fragt man aber, ob sie ein Champu-Werk, bedeutende Schriften oder alte Weisheitsworte erklären können, so wissen sie nichts; ihre Gesichtsfarbe verändert sich, und sie geraten ins Stocken. Das also ist ihre Gelehrsamkeit! Lass dies enden und schenke mir einen immer reicheren Strom guter Worte, mit denen ich dich standhaft und voller Hingabe preise. Ein loderndes Feuer ergriff den Leib des Pandya-Königs; auch als die Jaina-Lehrer aus allen Richtungen kamen, wurde es nicht gestillt. Doch als nur ein hirsekornkleines Maß Asche aus deiner kleinen Lotushand ihn berührte, wurde er klar und gesund. Die im Wettstreit besiegten Toren bestiegen die Pfähle. Du Herr, der auf der Erde erschien! Mich aber, der ich mich ohne Maß mit Frauen vereinte und täglich fern von deiner beständigen großen Gnade blieb, einen Toren und Sünder, dessen Geist zunehmend von Unreinheit verwirrt wird, nimm als deinen überlieferten Diener an. Siegreicher Speerträger, großer Herr, der nach Palani kam, wo große Asketen gedeihen![116]
172 – Komm mit der Zärtlichkeit einer Mutter
Schweißperlen treten auf ihre Stirn; sie bewegen die beiden hervortretenden, kruggleichen Brüste und stehen auf der Straße. Pfauengleich sind diese Frauen mit schwarz geschminkten Augen; ihre Worte verwirren täglich. Sie führen auf das mit duftenden Blumen bedeckte Lager, erregen den Körper auf vielerlei Weise, rücken nahe und pflegen Vertraulichkeit. Mit großer Freundlichkeit nehmen sie allen Besitz und ersinnen jeden Tag neue Künste. Ist ihre Nähe die Verbindung, die ich suchen soll? Komm mit dem Erbarmen einer Mutter und schenke mir jene Einsicht, die das Herz kühlt, damit ich mit erhabener Wahrheit und wirklicher Hingabe verbunden werde. Du bist das Gnadenkind des ursprünglichen Herrn, der aus Freude am gelehrten tamilischen Dichter auf wunderbare Anordnung eine Fülle Reis schenkte und damit dessen goldrankengleiche Gefährtin erfreute. Deine goldenen Schultern umarmen die Frau, die der Elefant in der Stadt der Wunschbäume aufzog. Als der dunkelwolkengleiche Götterkönig sich fürchtete, verehrten dich die guten Asketen täglich als „Quelle der Gnade“. Auf Erden wächst dein Ruhm als erbarmungsvolle Wirklichkeit. Du bist der Neffe, der den muscheltragenden Herrn mit den roten Händen erfreut. Große Wolkenscharen donnern so laut, dass man die Trommeln eines Tanzmeisters zu hören meint. Großer Herr, der das gute Palani durch seine Gegenwart erblühen lässt![117]
173 – Komm auf dem tanzenden Pfau
Ich habe die vielen Dichtungen nicht verstanden und nicht liebevoll gelernt, einige der schwer auszusprechenden Lieder in der Musik edlen Tamils zu singen. Stattdessen suche ich mit Liebeskünsten Frauen, deren Lippen Koralle und Vili-Frucht übertreffen, und lasse an ihren Brüsten die Blässe der Sehnsucht entstehen. So irre ich durch die vom Meer umgebene weite Erde. Noch ehe mein Herz wie ein trockenes Blatt ermattet und mein Körper dahinschwindet, komm auf wunderbare Weise auf dem schönen Pfauenross herbei, das sich zu „takati ttimi tāki ṇaṅkiṇa“ erhebt, und schenke Gnade! Du junger Herr, als wahrhaft gesegnetes Kind gepriesen, trankst die Milch, die Uma dir mit den Worten gewährte: „Trinke, damit du kundig wirst!“ Du bist der Neffe dessen, der in einem Augenblick voller Liebe kam, um dem Elefanten Gnade zu schenken, den das scharfzahnige Krokodil bedrängte. Guru, du erklärtest Hara liebevoll den Sinn des ersten Lautes, in dem die Bedeutung des A und der Ursprung zusammenkommen. Großer Herr, der in Palanis Tiruvavinankudi wohnt, verehrt vom König der Unsterblichen![118]
174 – Lass mich mit dir spielen
Ich bin ein Täter der fünf schweren Vergehen, ein Sünder, ein völliger Tor, betrügerisch und geizig, ein Spieler und Mörder, dessen Geist keine gute Art annimmt. Ich tauche ins Meer der Sünde und hänge an meinem Ansehen. Um in eine leere Hölle zu fallen, suche ich Frauen, Haus und Gold; alles entschwindet in einem Augenblick. Die fünf großen Unreinheiten und Bindungen umgeben mich, und die fünf Elemente treiben ihr hartes, listiges Geschäft. Ich kenne nur ihr Tun und weiß nicht, mit deinen gnadenreichen Liebenden zusammenzusein. Gewähre mir, deinem Diener, Kanda, mit dir in deinem Reich zu spielen, so wie die Göttin mit Chandrashekhara spielt, jenem Licht, das die Götter, Vishnu und Brahma suchten und nicht erkannten! Freigebiger, du schleuderst den sonnengleich leuchtenden Speer, sodass das Heer des trügerischen Asuras, das Meer und der Berg untergehen. Muruga, Kadamba-Girlanden bewegen sich an deinem gekrönten Haupt. Du bist das Gnadenkind Umas, der Schwester des schönen Raghurama, der Dreizackträgerin, Angali, unserer ruhmreichen Mutter, der glückverheißenden Shivakami. Die junge Jägertochter spricht wie ein zärtlicher Papagei, ihre Augen sind dunkel, sie ist eine Herrin unter den Frauen und schön wie ein Pfau. Du kommst, um ihre Sehnsucht zu stillen, und umarmst ihre beglückenden Brüste. Kumara, großer Herr von Palani, wo Wolken Haine und Blütenteiche umgeben, Fische springen und duftende Früchte fallen![119]
175 – Führe mich nicht zu denen, die dich vergessen
„Du Wolke der Freigebigkeit wie Pari! Du mit den festen, breiten, girlandengeschmückten Schultern, auf denen glückverheißender Reichtum ruht! Herr, dessen Ruhm über die sieben Welten steigt, du Schöner! Du Tugendvoller, der Dichtern und ihren Familien stets Leben gewährt; Leuchte der Welt, beglückender Jivaka, erhaben an Würde wie der Bezwinger Pakas!“ Selbst wenn man solche Worte kunstvoll zu einem großen Gedicht fügt, kennen manche kein Erbarmen und antworten zornig. Vergeblich geht man an ihre Türen und erschöpft sich. Einige werfen die mühsam geschaffenen guten Gedichte ahnungslos in einen Erdspalt. Soll ich mich denen nahen, die den jugendlichen Herrn nicht im Herzen bedenken? Im tiefen Teich packte das Krokodil mit seinem langen Maul den Elefanten. Er rief laut: „Ursprung!“ Der wunderbare Herr schenkte ihm Rettung: Adi Narayana mit der guten Muschel in der Hand, der im Herzen derer wohnt, die ihn anrufen; Madhava, der gute Vater des viergesichtigen Brahma, Shridhara. Du bist sein Neffe! Tapferer Held, machtvoller Göttersohn, Herr der zwölf goldenen Hände, du mit dem erhabenen Pfau als Reittier, dessen Federn sich ausbreiten. Du wohnst im guten Herzen Sevakans, der die ruhmreiche Kaveri als Schmuck trägt, und in Virai. Großer Herr der hohen Himmlischen von Palani![120]
176 – Kindlicher Guru und Herr von Palani
Der Weise trank die acht Meere aus, die die Erde wie ein Gewand schmücken. Der Selbstentstandene mit den acht Augen, Kenner der vier Veden, ruht auf dem reinen hundertblättrigen Lotus. Hara, Hara, der höchste Shiva, jener wundertätige Herr, ließ mit feurigem Auge und einem kleinen gewaltigen Lächeln die Städte brennen. Damit der Geist dieser drei klar und erfüllt werde, sprachst du liebevoll das Geheimnis des Pranava in ihre goldenen Ohren. Kindlicher Guru! Als die Asuras mit ihrem Heer zum Kampf antraten, erhob sich dein gewaltiger Zorn, und du vernichtetest ihre ganze Sippe. Alle Berge zerfielen zu Staub. Die Wand des weiten Weltgebäudes erbebte, sein Dach riss auf, und jenseits davon erklang im höchsten Raum „kiṭu kiṭu“. Du kämpftest, der Speer in deiner Hand verzehrte Fleisch, und die Blutflut übertraf die sieben Meere. Wundersamer Kumaresa, du lenkst das mächtige Pfauenross! Du umkreistest allein den herrlichen goldenen Berg, der auf Erden so hoch aufragt. Doch Hara gab jene Frucht dem Elefantengesichtigen. Darüber entflammte dein Herz in Zorn, sodass der Höchste beschämt war: „Die Frucht hast du mir nicht gegeben!“ So sprachst du. Kanda von Sentil, großer Herr, der auf Palanis Shiva-Berg wohnt![121]
177 – Sprich ein Wort zu deinem Diener
Wie Schmuckkästchen und ein Krugpaar drängen sich die Brüste unter dem perlengeschmückten Band hervor, erschauernd, duftend und stolz. Ich suche ihre körperliche Umarmung und gerate im Liebesstreit täglich außer mich. Mir mangelt es an Einsicht; ich bin ein beschämter, törichter Mensch. Schenke mir deine unvergleichlich hohe, gute Barmherzigkeit und sprich ein Wort zu deinem Diener! Jüngerer Bruder des wahrhaft mächtigen Elefantengesichtigen mit dem kruggleichen Bauch und den vom Schläfensaft feuchten Wangen! Kämpfender Speerträger, du näherst dich dem eingedrungenen Asura-Heer, um es zu zerschlagen. Reife Früchte dichter Bananenstauden lassen ihren Saft ins Wasser fließen, und am Ufer der weiten Felder streut Bambus seine Perlen. Kumara, großer Herr des guten Palani!
178 – Gewähre mir die Freude der Erkenntnis
Wie die beiden Stoßzähne eines gewaltigen Elefanten sind ihre schönen, erschauernden, kruggleichen Brüste. Goldene Ketten und Schmuck leuchten darauf. Ihre hohe Stirn scheint eine Mondsichel, ihre beiden Augen scheinen Speere; das Haar fällt den ganzen Rücken hinab wie die Nacht. Wenn Menschen mit dem passenden Besitz kommen, fragen die Frauen sie aus, führen sie ins Haus und verbinden sich heimlich mit ihnen. Durch die Verführung dieser Listigen schmelze ich dahin, mein Leib wird heiß und verdorrt, ich irre in den Folgen meiner Taten und leide. Schenke mir, dem Sünder, beglückende Erkenntnis, damit ich deine Füße verehre! Herr des scharfen Speers, du führtest machtvoll Krieg, damit die edlen Götter wieder in ihre Himmelswelt gelangten und die Leiber der grausamen Asuras vergingen. „Hara Hara!“ rufen die Liebenden ringsum. Du besteigst den schnellen Pfau und kommst in einem Augenblick auf die Erde, ursächlicher Muruga! Du bist der Neffe des wunderbaren Herrn, der nach dem aufgehängten Joghurt suchte, davon aß und den Hunger stillte, während man mit einem dicken Seil herankam. Großer Herr, der stets auf dem hohen Berg Palani wohnt: Ein mächtiger heiliger Fluss umgibt ihn, und Bienen schwärmen in großen Lotusblüten![122]
179 – Verehrung dir, Lehrer des Herzens
König, der Erkenntnis schenkt – Verehrung, Verehrung! Gott, in dem Gerechtigkeit wohnt – Verehrung, Verehrung! Du regierst die Erde – Verehrung, Verehrung! Herr, der allen Schmuck trägt – Verehrung, Verehrung! Geliebter der rankengleichen Tochter der Jäger – Verehrung, Verehrung! Herr, gepriesen vom Lotusbewohner – Verehrung, Verehrung! Du Gestalt der schwer zu ergründenden vedischen Mantras – Verehrung, Verehrung! Herr der Meister der Erkenntnis – Verehrung, Verehrung! Du mit den Füßen, die Heldenreifen tragen – Verehrung, Verehrung! Vel von schöner Gestalt – Verehrung, Verehrung! Leben der himmlischen Frau mit grünen Armreifen – Verehrung, Verehrung! Ruhmreicher Vishakha – Verehrung, Verehrung! Schenke Gnade! Du kämpftest mit dem scharfen Speer, sodass Sura und die übrigen von Sünde erfüllten Asuras starben, und gewährtest den großen Göttern die Rückkehr in ihr Himmelsland. Der Herr mit der halben Mondsichel im Haar, Shankara mit dem Dreizack, der Herr des Gesangs, der Strahlende mit den mächtigen Schultern, der Herr des Kailasa, der ursprüngliche Shankara: Seine Hälfte ist Uma, die schöne Ambika, Mutter Manonmani, die Mutter Sundari, die mütterliche Narayani, Abhirami. Voller Liebe nimmt sie dich auf und liebkost dich. Großer Herr der himmlischen Götter, du wohnst in Avinankudi, wo der Tempel inmitten vieler schöner Hallen aufragt![123]
180 – Komm heute und nimm mich liebevoll an
Ihre kruggleichen Brüste gleichen dem großen Mandara-Berg; der Duft des darauf aufgetragenen Kurkumas strömt auf. Mit geschickten Worten kommen sie auf die duftenden Straßen, fangen die dort Stehenden mit Blicken ein, nähern sich den Ankommenden und sprechen über ihr Geschäft. Auf jede Weise süß wecken sie Vertrauen, nehmen dann den Besitz und gewähren verwirrenden Genuss. Lass meinen verarmten Geist nicht weiter die Häuser dieser käuflichen Frauen suchen. Schenke mir reichlich die Liebe zu dir; komm heute, um auch mich gütig anzunehmen! Kanda, höchster göttlicher Guru, von Uma, der Wunderbaren, hervorgebracht! Sohn unseres Vaters, der auf dem Berg Devavanga weilt! Muruga, du umfängst wohlig die weichen, berggleichen Brüste der jungen Jägertochter von überragender Schönheit. Dichter kommen mit freudigem Herzen und verehren deine Lotusfüße. Der Herr unter den Weisen, Guru des edlen Tamils, der Weise vom Berg der Südbrise, verneigte sich einst vor dir, und du überschüttetest ihn mit guter Gnade. Großer Herr, der voller Freude auf dem südlichen Berg Palani wohnt![124]
181 – Wann endet der Kreislauf von Geburt und Tod?
Der auf der duftenden Blüte Sitzende entsendet mich, damit ich die Folgen meiner Taten erfahre. Mit dem mir bestimmten Denken werde ich geboren, verliere das Wissen um das Vorherige, trinke an der Brust und erscheine als kleines Kind. Dann wachse ich zu einer berggleichen Gestalt heran. Von heftiger Verblendung getrieben und erschöpft, betrete ich die Häuser öffentlicher Frauen, verbringe dort Tag und Nacht und werde töricht. Wann werde ich diese von beiden Arten des Karma erfüllte Geburt und diesen Tod hinter mir lassen und deine beiden Füße verehren? Mit Shri ging er fort und wanderte durch den dunklen Wald. Den Affen, der Lanka in loderndes Feuer setzte, ließ der standhafte Mukunda nicht im Stich. Er erkannte mit klarer Einsicht alle Listen, die Kamsa gegen ihn entsandte, und besiegte sie. Er kroch zwischen den Maruta-Bäumen hindurch, deren Befreite sich freudig und liebevoll verneigten; er ist der Freund des höchsten Zustandes. Du bist sein geliebter Neffe! Großer Herr, der auf den erhabenen Berg Palani kam und dort wohnt, wo viele Quellteiche glänzen und Bienen über Lotusblüten summen![125]
182 – Lass mich ohne Sorge in deinem Dienst leben
Ohne Sorge im Herzen will ich allein dir dienen und die verschiedenen Regeln der Manu-Schrift nicht verfehlen. Meine Vorhaben mögen in geordneter Fülle gedeihen; frei von Verwirrung will ich nach dem Sinn der Veden suchen. Ich will die schuldhaften Tatenfolgen niederringen, auf rechte Weise gedenken und nach der Ordnung der bedeutungsreichen Agamas leben. Den Zorn will ich aufgeben, freudig meinen Weg gehen und dich, den Überragenden, verehren. Komm und gewähre mir dies! Die Weisen und Erhabenen kamen mit den Worten „Du erscheinst in unserem Herzen“ zu dir als Zuflucht und verehrten deine Lotusfüße. Dein Herz erbarmte sich ihrer und der Unsterblichen; mit deinem scharfen Speer besiegtest du den drohend herannahenden Sura. Du gingst einst zum Hirsefeld, vermähltest dich mit der rankengleichen Jägertochter und kamst als der Große, um die ganze Welt zu regieren. Großer Herr, der im heiligen Palani wohnt, reich an fruchtbarer Fülle und blühenden Hainen![126]
183 – Löse meinen Geist aus seinem ständigen Kreisen
Im blumengeschmückten Haarknoten, in der berauschenden Süße ihrer Worte, in den grausamen Windungen ihres Herzens, im mondgleichen Gesicht; in der breiten Hüftfülle, in den duftenden kruggleichen Brüsten, im kraftvollen Näherkommen und im Netz ihrer Augen; im Schwingen der mondhellen Glieder, im Klirren der schönen Reifen an roten Händen, in der Geste, die große Schätze raubt, und in ihren Künsten; in der täglich geübten schlechten Art und in der zärtlichen Annäherung, die mich außer mich geraten lässt – einen Augenblick verbinde ich mich mit ihnen, und sofort geht mir die Einsicht verloren. Der Gedanke daran lässt mich umherirren; täglich tauchen diese Bilder in meinen Träumen auf. Ich verliere die Erkenntnis und versinke in Kleinlichkeit. Muss ich immer so ruhelos bleiben? Schenke mir, dem Toren und fehlerhaften Meister der List, einen kleinen Seitenblick deiner Gnade, damit ich mit Blumen deine goldenen Füße verehre! Du schmückst dich mit vielerlei feingoldenen Anhängern und Ketten, mit dem duftenden Wasser des Tamils, das dein Diener spricht, und mit der überaus wohlriechenden Kadamba-Girlande. Du wohnst auf dem großen heiligen Berg und auf weiteren Hügeln; voller Liebe weilst du im hohen Palani, großer Herr der Himmlischen![127]
184 – Kind der allumfassenden Mutter
Duftende Blumen drängen sich in ihrem wolkengleichen Haar. Ich umfange die Frauen und drücke mit den Nagelspitzen Zeichen auf ihren Leib. Das Gesicht schwitzt, die beiden fischgleichen Augen röten sich, und ich schmiege mich an die stolzen, mit Kumkum und Moschus bestrichenen Brüste. Ich halte sie für mein eigenes Leben und suche die Verbindung, welche die Arme beglückt. Auf dem dichten, duftenden Lager, dessen Decke sich zerknittert, vereinigen wir uns. Die Reifen an den strahlenden Lotushänden klingen gemeinsam „kaliṉ kal“. Wird diese Zuneigung, in der ich von heftiger Begierde überwältigt immer weiter dahinschmelze, nicht enden? Shankari brachte die ganze Welt hervor. Sie ist die glückverheißende Frau an der Seite des herrlichen Shiva, der im Herzen seiner Diener wohnt. Sie leuchtet in frischem Grün, hält die Yazh in ihrer Hand und trägt ein Band über ihren strahlenden Brüsten. Als höchste Shakti breitet sie den kostbaren Reichtum ihrer Gnade aus. Ambika steht hoch über dem Weltall, jenseits von Tag und Nacht. Sie vollendet die Überwindung der drei Städte und gewinnt die Liebe dessen, der nicht die Drei ist: die höchste göttliche Wirklichkeit, die liebevolle, treue Gemahlin. Sie wurde auf dem Berg geboren, dem die Bhagirathi entspringt, die herrlich auf dem Haupt des Herrn ruht. Von dieser Frau hervorgebracht, stehst du strahlend und gnädig auf dem Berg Palani, mein Herr![128]
185 – Lass mich den Nektar deiner Füße trinken
Ihre jungen, nicht gealterten schweren Brüste strahlen wie Lotusknospen und schöne goldene Berge. Ich versinke in den Armen solcher Frauen. Die Menschen nennen mich einen Nichtsnutz, der nur Liebesgenuss sucht; ich beachte es nicht und stürze kopfüber hinein. Um mein Herz zu erfreuen, trinke ich reichlich das, was beim Lächeln wie Nektar aus dem Mund fließt, und mein törichter Hochmut wächst. Ich bin allein und gehe daran zugrunde. Wirst du mir nicht Erkenntnis gewähren, damit auch ich den Nektar deiner beiden heiligen Füße trinke, ehe ich vergehe? Du schleuderst den Speer, sodass das weite, von Makara-Wesen durchpflügte Wogenmeer und seine wirbelnden Wasser schwinden. Um das große, geordnete Heer der Asuras zu vernichten, kommst du auf dem Pfau, Held mit den mächtigen Händen, Muruga! Junger Herr, du wirst als höchster Guru erkannt und wohnst im Herzen von Umas Gemahl, dessen Größe kaum auszusprechen ist. Großer Herr auf dem Berg Palani, dessen kostbarer Gipfel den Mond trägt und dessen Muschelperlen im Sonnenlicht strahlen![129]
186 – Schenke dem törichten Herzen deine Füße
Ihre Augen treiben das Reh weit in den Wald zurück, überwinden die junge Mango und lassen die großen Fische in den Teich fliehen. In diesen kampfeslustigen Augen üben sie die Künste des Liebesgottes; sie verwirren und zerstören den rechten Wandel. Ihre süßen, nektargleichen Worte und die mit duftender Salbe bestrichenen, kronengleich erhobenen Brüste zwingen mich in harte Knechtschaft. Ich habe einen solchen trügerischen Geist, bin ein törichter Mensch und ganz verkehrt. Schenke mir deine Füße, damit ich Freude finde! Du bist der Neffe des Geschickten: Er bezwang den Leib des Dämons, der den Berg emporhob; er trat den Wagen und die Maruta-Bäume um. Mit seinem Bogen führte er den Kampf, sodass belaubte Bäume auf die Erde fielen. Du vernichtetest die Leiber der Asuras, die mit erschütternder Gewalt gegen dich anstürmten, und kamst, nachdem du die Götter aus der Gefangenschaft befreit hattest. Großer Herr, du lenkst den schönen Pfau auf dem großen Berg Palani, dessen seltener Ruhm feststeht![130]
187 – Schenke mir die Heimat höchster Erkenntnis
Sie stecken perlenbesetzte Nadeln ins Haar, befestigen den Kuppi-Schmuck und winden eine Blumengirlande hinten um den Knoten. Vorn auf der Stirn tragen sie einen schönen grünen Punkt, am Scheitel einen Juwelenanhänger; Gold und Seide sind kunstvoll geordnet, und ihre Gestalt strahlt. Mit süßen Worten, Korallenlippen, giftigen Augen und erfinderischen Reden bezaubern sie. Ich umfasse ihre vom Band umschlossenen, gefäßgleichen Brüste, die wie Meru-Gipfel aufragen, gerate in vielerlei beschämendes Tun und verliere mein Leben im Netz der Verblendung. Soll ich so weiter umherirren? Genug schweres Leid habe ich erfahren. Lass mich dich von nun an mit wahrer Hingabe im Herzen preisen und schenke mir die höchste Heimat der Erkenntnis, über den Himmel hinaus. Herr aller Weisheit, höchste Wirklichkeit, Sohn des dreiäugigen Siddha, du trägst die wundervolle Vetchi-Girlande! Siddhas aus der ewigen Welt, Menschen aus den acht Himmelsrichtungen, Liebende, die in Sammlung verweilen, und die Götter bringen aus der Ferne Blumen, stehen in deinem Hof und verehren dich. Großer Herr, du herrschst und wohnst in Palani![131]
188 – Lass mich im Klang deiner tanzenden Füße verweilen
Aus der Wurzel steigt eine Gestalt auf, in der Mitte, vier Fingerbreiten darüber. Die mittlere Wurzel, Ida und die hervortretende Pingala wirken als drei ursprüngliche Ströme zusammen. Sie leuchten, und der strömende Atem nimmt die Form eines Dreizacks an. Lass ihn maßvoll durch die an der Wurzel leuchtende Säule emporlaufen, am strahlenden sechsten Ort der Stirn mit dem Laut Shi zusammentreffen und in der Erkenntnis Sada-Shivas verweilen, um die Füße des lichtdurchdrungenen Höchsten zu erreichen. Schenke auch mir, deinem Diener, die Gnade, mich liebevoll in den singenden inneren Klang und in das Tönen der Fußspangen an den tanzenden Füßen zu versenken! Muruga, Kind des Höchsten, der Dreizack, Reh, Axt, Handtrommel und Brahmas Schädel trägt, dazu die Schlange und die beiden unterschiedlichen Ohrgeschmeide! Held auf dem Pfau, du entsandtest den Speer, sodass Suras Hände und Brust, Bogen und Schwert, geschmückte Schultern und Haupt zu Staub wurden und sein Schwur zunichteging. Du tanzt, und der Klang deiner Fußreifen, Knöchelglöckchen und Heldenbänder gleicht dem Schall am Ende der Weltalter. Vel, du umarmst ohne Scheu die Tochter des Waldrehs. Großer Herr, der im strahlenden Palani wohnt![132]
189 – Führe mich zu Menschen mit einem Herzen der Erkenntnis
Ich rezitiere das Wurzelmantra nicht. Ich gebe nichts, habe keine Liebe, kein Schweigen, keine Erkenntnis. Aber Verlangen nach Frauen habe ich, übermäßigen Durst, Fehlverhalten und Schuld. Man nennt mich einen Stummen; meine Gestalt ist der Gnade fern. Viele Eigenschaften unglücklicher Menschen ohne Tugend haben sich in mir angesammelt. Als wäre mein Ziel, in den schrecklichen glühenden Kessel zu fallen, trage ich diese Hülle umher. Schenke mir liebevoll die Klarheit, mich mit Menschen zu verbinden, deren Herzen voller Erkenntnis sind. Komm jetzt, um mich anzunehmen, und gewähre Gnade! Die Pfauenfederwedel verbrannten, die Wassergefäße verbrannten, der Ashoka-Baum verbrannte. In die Herzen der stummen Jaina-Gegner drang Furcht. Im Streit offenbartest du gnädig das beschriebene Blatt, das gegen den Fluss zog; Marans Krankheit wurde geheilt, und die Trügerischen bestiegen die schrecklichen Pfähle. So siegtest du, Muruga! Kumaresa, Kind Shankaris, die Anfang und Ende ist, der jugendlichen Göttin, die mit der Hälfte des lichtäugigen Herrn vereint ist, der das Gift trank. Erhabener der Erkenntnis, kundig in den Veden, du mit dem Hahnenbanner und den schönen Händen, großer Herr, der Avinankudi durch seine Gegenwart beglückt![133]
190 – Deine Lotusfüße vergesse ich nicht
Das duftreiche Haar löst sich, die Brüste erschauern, ein mondhelles Lächeln erscheint, und das Verlangen steigt. Liebe reift, die Selbstbeherrschung weicht; sieben Arten von Armreifen klingen „kala kala“, und auf dem Mondgesicht treten feine Schweißtropfen hervor. Die wundervoll süße Rede stockt. Ich trinke den Nektar der Lippen, das Herz freut sich, und die beiden fischgleichen Augen reichen bis an die Ohrgehänge. Selbst wenn ich auf dem unruhig bewegten, blumengeschmückten Lager ruhe, werde ich deine Füße, offenen Lotusblüten gleich, nicht vergessen. Scharfer Speerträger, du schleuderst die Waffe, sodass die Festung des anrückenden Dämons, die kämpfenden Elefanten und die Wagenreihen „neṟu neṟu“ bersten. Guru des Formlosen und des Gestalthaften, königlicher Guru, höchster Kumara, der im höchsten Himmelsgewölbe wohnt! Auf dem Valli-Berg streuen herabströmende Wasserfälle neun Arten von Edelsteinen über blühende Arekapalmen; der Honig fließt reichlich. Du umfängst freudig die beiden jungen Brüste und Schultern der dort aufgewachsenen Jägertochter. Großer Herr, der nach Palani kommt!
191 – Die Bilder der Schönheit und die Bitte um deine Füße
Ihr duftendes, dichtes Haar wird mit Wolken verglichen, ihre Brüste mit Knospen wohlriechender Lotusblumen, ihre Anmut mit der des Pfaus, ihr Lächeln mit Jasmin, ihr Gang mit dem eines jungen Schwans. Ihre beiden Augen gleichen Lotusblättern, ihre Taille einer schmalen Trommel, ihre Lippen den roten Blüten des Ilavam-Baums, ihre Füße Blumen, ihre Worte dem Nektar und ihr leuchtendes Gesicht dem Mond. So werden die Gestalten junger Frauen in Bildern besungen. In der Glut der Vereinigung mit ihnen schmelze ich wie Wachs im Ofen. Mich Unreinen, der zahlreiche erfreuende Künste erlernt hat und doch im Meer der Geburten leidet, mich Unverständigen gib nicht auf: Gewähre mir, deine beiden mit klingenden Ringen geschmückten Füße zu erreichen. Als aus dem tosenden Meer zusammen mit dem Nektar das Gift emporstieg, riefen Vishnu, Brahma, Indra und die anderen voller Angst um Schutz. Du bist der gnadenreiche Sohn dessen, der dieses Gift verschlang. Du schleuderst in einem Augenblick deinen siegreichen Speer: Die Leiber der kämpfenden Nachtwanderer werden zerteilt, die Erde erbebt, das Wogenmeer wird zu Staub, und die Himmlischen werden aus ihrer Gefangenschaft befreit. Deine zwölf Schultern versinken an den geschmückten, vollen Brüsten der Tochter des Bergvolkes, die das weite Feld bewacht. Murugan, aus dem Lotus im wasserreichen Saravana hervorgegangen! Deine Verehrer preisen dich als höchsten Guru, als erhabenen Meister. Du wohnst voller Freude auf dem Berg Palani, über den der Mond zieht, Herr der Himmlischen!
192 – Das sechssilbige Wort
Lass mich deine Worte immer wieder erheben und dich nicht vergessen; lass mich nicht im Strom des Kummers umhergetrieben werden. Durch das sechssilbige Mantra, das im Gesang geübt wird, gewähre mir Wohlergehen in dieser und in der jenseitigen Welt. Du kennst den Sinn des Wortes Shivas, des Herrn der gebundenen Seelen. Speerträger, der du auf dem Berg Palani thronst und Gnade schenkst! Du hast die Scharen der Asuras bezwungen und die Himmlischen aus ihrer Gefangenschaft befreit, damit sie wieder in Fülle leben, großer Herr![134]
193 – Wird mein Leben in dieser Begierde vergehen?
Sie sind voller Täuschung und trügerischer Künste; sie bringen jene, die zu ihnen kommen, in Bedrängnis. Ohne beständige Zuneigung zu kennen, sprechen sie viele Worte der Liebe. Auf dem Bett zeigen sie ihre Künste der Leidenschaft und gewähren den Geschmack ihrer Lippen. Dann reden sie hart und verletzend. Sie wecken Unruhe und Begehren; ihre süßen Worte kommen aus einem Herzen, das nicht weich wird. Wer nur an die Vereinigung mit ihnen denkt, findet keine Ruhe. Sie freuen sich in ihrem eigenen Herzen, schmeicheln und tanzen: Soll ich mich allein an dem Vergnügen dieser käuflichen Liebe erfreuen und dabei körperlich dahinschwinden?[135] Krishna besiegte den von Kamsa gesandten Wagendämon. Er bestieg den Kuruntu-Baum und erfreute sich am Spiel mit den jungen Frauen, deren Augen sich röteten. Schön und in alle Richtungen berühmt erstrahlte er. Du bist der Neffe dieses Vishnu, der dich mit Freude und Liebe anblickt und segnet.[136] Du umarmst Deivayanai, die zarte Gefährtin aus der Welt des Elefanten, und Valli, die Tochter der Hirschkuh, sodass ihre Freude wächst. Berggleich kommst du uns mit deiner Gnade entgegen; auf deiner kostbaren Brust liegt der Kranz aus Nipa-Blüten. Du wohnst in dem heiligen, an guten Gaben reichen Avinankudi, dessen große Teiche voller aufgeblühter Blüten stehen. Auf allen Bergen lässt du deine Gnade gedeihen, großer Herr!
194 – Das wahre Wunschjuwel
„Du bist der Gaben spendende Edelstein!“ — wenn ich dich so im Herzen betrachte: Was könnte dann ausbleiben? Was gäbe es, das dabei nicht zu mir käme? Man gibt Quecksilber und andere Stoffe zu den neun Metallen — und am Ende werden sie zu Kohle. Was ist damit gewonnen? Du wahrhaft Wirklicher! Sohn der höchsten Göttin, die weder der vedensprechende Brahma noch Vishnu noch die Gesamtheit der Agama-Schriften zu ergründen vermögen! Großer Herr, der du in Palani wohnst![137]
195 – Vom Mutterleib bis zur Bitte um Gnade
Im Körper einer Frau wurde mein Leib gebildet; im Blut nahm ich Gestalt an. Lange weilte ich im Mutterleib. Dann kam ich als Mensch auf diese Erde, wuchs Tag für Tag und erreichte das sechzehnte Jahr, in jugendlicher Schönheit. Ich verstrickte mich tief im Netz der Frauen mit ihren goldschönen Brüsten, näherte mich ihnen voller Verlangen und suchte nach Besitz. All den großen Reichtum verlor ich wieder; in meiner Verblendung irrte ich umher. Gewähre mir Unreinem deine Gnade: Nimm mich in deinen Dienst! Weiser Herr, du hast den Nektar von den Lippen der Frau getrunken, die auf dem Feld lebt, der Tochter, die Raghunatha schenkte. Kanda mit dem herrlichen Speer, auf dem jugendfrischen Pfau! Du erfreust den wunderbaren Shiva, der den angreifenden Liebesgott zu Asche machte.[138] Du großes, erfülltes Leben, geboren von der mit Schlangen geschmückten großen Matangi, von Kumari, Nili, Chandi, der höchsten Glückverheißenden! Du siegtest, sodass die feindlichen Asuras untergingen; du siegtest, sodass die Himmlischen aus der Gefangenschaft zurückkehrten. Großer Herr auf dem Berg Palani!
196 – Aus dem vergänglichen Leib zur Gemeinschaft der Dienenden
Vata- und Pitta-Leiden, ein aufgetriebener Bauch, Verschleimung, Durchfall, Krämpfe, stechende Schmerzen und Wassersucht; Augenleiden, schwere Hämorrhoiden, Frösteln, Husten, Erbrechen und mancherlei weitere Krankheiten bedrängen diesen Leib. Mit ihnen wirken die sechsundneunzig Tattvas. Ringsum leben die verschlagenen Gefährten der Sinne, voller Verlangen. Von den drei Begierden und den mannigfaltigen Täuschungen umstellt, begreife ich auch nicht das Geringste. In dieser trügerischen, unbeständigen Hütte wähne ich Glück und richte mich darin ein. Mit prächtigem Gewand und goldener Kette laufe ich töricht umher, als ließe ich alle sieben Welten hinter mir. Schenke mir deine Gnade, damit ich zu den Füßen deiner lauteren, reinen Diener gelange.[139] „Tītaṉ tittimi tītaka tōtimi, ṭuṭuṇ ṭuṭṭuṭu ṭūṭuṭu ṭūṭuṭu, cēceñ cekkeṇa tōtaka tīkuṭa“ — so donnern die großen Trommeln. Adishesha verliert vor Schrecken die Besinnung; die Meere und Weltensphären beben. Die Asuras, Berge und Inseln bersten, wenn du deinen flammenden Speer schleuderst, Held auf dem Pfau! Du schlugst auf Brahmas goldenes Haupt. Als wahrer Guru des guten Shiva sprachst du in sein Ohr die Unterweisung, die den von Anhaftung Freien ihr höchstes Gut erschließt. Murugan! Du nahmst eine Verkleidung an, folgtest Valli und wurdest vor Liebe zu ihr wie von Sinnen. Die Himmlischen verehren dich; in deiner heldenhaften Macht wohnst du in Palani, großer Herr!
197 – Lass mich die Gestalt der Täuschung erkennen
Über den großen Brüsten, die mit dem Kopf eines Elefanten verglichen werden, strahlen Schmuck und Ketten. Das schöne Gesicht gleicht dem jungen Mond. Die langen, fischgleichen Augen dringen bis zu den langen, mit Ohrschmuck geschmückten Ohren. Von den Lippen fließt ein Nektar süßer als der himmlische Trank. Die Schenkel gleichen üppigen Bananenstämmen, wie sie an Festtoren stehen; darüber bewegt sich eine Taille dünn wie ein Faden. Sie erscheinen anmutig wie Pfauen und gehen mit der Schönheit eines Schwans. Lass in mir Niedrigem die Einsicht aufgehen: Diese verlockende List ist eine Gestalt der großen Maya. Schenke mir die Gnade, das wirklich zu erkennen! Du schleudertest deinen Speer, damit die Nachtwanderer, die den höchsten Urgrund nicht erkannten, insgesamt untergingen und Indra, der Hüter der Himmlischen, wieder sein Reich regierte. Held! Murugan, Sohn Mahadevas mit dem dunklen Hals: Einst nahm er das schwarze Gift als Speise zu sich, damit die Himmlischen weiterleben konnten. Du stelltest Brahma zur Rede: „Erkläre dieses eine Wort!“ Er konnte es nicht. Da ließest du ihn gefangen setzen, sodass sein Hochmut zerbrach, Speerträger![140] Du wohnst in Avinankudi, wo die Strahlen der Sonne unablässig über die hohen Tempeltürme gleiten und die große Göttin des Glücks gegenwärtig ist. Großer Herr der himmlischen Gebieter!
198 – Lass meinen Geist nicht welken
Sie schmücken ihr Haar mit schön gefügten Blumengirlanden. Sie sprechen von Liebe, von Großzügigkeit, von ihrer Vortrefflichkeit. Schön treten sie entgegen; ihre großen Brüste, jungen Kokosnüssen und dem glänzenden goldenen Meru gleich, lassen das Verlangen wachsen. Mit anmutigem Gang, als wären sie Schwäne, kommen sie durch die Straßen. Das Netz ihrer Augen ergreift die Herzen aller. Damit mein Geist darin nicht verwelkt: Wird ein Tag kommen, an dem du mir Gnade schenkst und mich durch deine beiden schönen Lotusfüße in deinen Dienst nimmst? Überaus kühner Held! Gegen Sura, der dir voller Übermut kämpfend entgegentrat, schleudertest du deinen machtvollen Speer, sodass sein Leib in zwei Teile zerfiel. Du Sohn Umas mit den süßen, lieblichen Worten, Sohn Narayanis, Gauris, Ambikas, Yamalas, Parvatis, der schweigenden Schönen, der ursächlichen Göttin, der Yogini! Gnadenreicher Held, du kommst auf dem großen Pfau in feierlichem Zug: In einem Augenblick umkreist er alle sieben Welten. Du offenbarst eine Gestalt, deren Glanz dem von Millionen Sonnen gleicht. Großer Herr, der du auf dem herrlichen Berg Palani wohnst, dessen Heiligkeit hier selbst Kashi überragt![141]
199 – Deine Füße auf meinem Haupt
Das dunkle, gewundene Haar, geschmückt mit duftenden Blumen, löst sich und fällt herab; das Gesicht leuchtet wie der Mond. Die Augen rollen in heftiger Leidenschaft, die Brüste bewegen sich, die Worte werden stammelnd. Auf dem Lager schenken die jungen Frauen das Vergnügen erregter Vereinigung. Tag und Nacht suche ich ihre Nähe; mein Herz schmilzt dahin und verliert seine Klarheit. Lass dieses Dunkel schwinden. Gewähre mir, deine mit Fußringen geschmückten Füße auf mein Haupt zu setzen, immer wieder zu weinen im Verlangen nach deiner Gnade und deinen lieblichen Ruhm zu verkünden. Du Neffe Mukundas, der auf der Schlange ruht, des wolkendunklen Vishnu, der die schöne Göttin auf dem geöffneten Lotus umarmt! Gewaltiger Träger des trefflichen Speers: Du spaltetest die Leiber der mächtigen Asuras, tauchtest deinen Speer in ihr Fleisch und befreitest die Himmlischen der Weltensphären aus der Gefangenschaft. Shiva trägt im Hals das aus dem Meer hervorgekommene Gift; in seinem ausgebreiteten Haar fließt die Ganga. Er hat den Stier zum Reittier und wohnt in den Herzen seiner Liebenden. Du, durch die Gnade dieses Höchsten geschenkt, Kadamba-geschmückter Murugan, Sechsgesichtiger, Kanda! Großer Herr, der du auf dem Berg Palani weilst!
200 – Gewähre mir die Verehrung deiner Lotusfüße
Um Frauen zu umarmen, deren Arme schön wie Bambus gewachsen sind, und an ihren Brüsten zu liegen, begehe ich töricht auch manches Unrecht. Mit stolzem Eifer mühe ich mich ab und komme doch nur in Bedrängnis. Nutzlos irre ich umher; mein Herz wird bekümmert, mein Verstand verwirrt. Weit schweife ich aus, ruhelos und leidend. Schließlich werde ich matt, vergehe vor Kummer, und mein Leben brennt in mir. Lass die Verblendung schwinden, mit der ich auf dieser Erde lebe. Gewähre mir, Blumen darzubringen und Ganga-Wasser auszugießen, deine beiden Lotusfüße zu verehren und wenigstens einige Handlungen der Puja zu vollziehen. Du Neffe Ramas, der in Lanka das Feuer auflodern ließ, Ravanas Häupter abschlug und seine Heere vollständig bezwang! Du besiegtest mit dem Speer den Sura, der überall seine Herrschaft ausübte. Liebevoll schenktest du dem Herrn der Himmlischen die Rückkehr in sein Reich. Ai, Sundari, Nili, Pingalai, Bhoga-Antari, Shuli, Kundali, die ursprüngliche Ambika, die Göttin der Veden und Tantras — sie bildet die linke Hälfte Shivas, der das Halahala-Gift trank. Als dieser Shiva sich vor dir verneigte, schenktest du ihm freudig die einzigartige Unterweisung. Großer Herr, der du in Avinankudi erstrahlst![142]
Swamimalai – Tiruverakam
201 – Rufe mich aus dem Dunkel
Ich begreife nicht, dass ein Leben in der Begierde nach Land und nach den Frauen, die ich erblicke, ein Leben im Feuer ist. Wie ein Frosch, den schon die Schlange verschlingt, suche ich noch immer nach Vergnügen. Mein Herz ist verwirrt; nicht ein einziges Mal denke ich an den Namen „Shivaya“. Rufe mich, diese Wohnstatt der Finsternis, in deiner Gnade: „Komm!“ Schenke mir deine Füße, über die deine Diener, deren verhüllende Unreinheit schwindet, und die großen, seltenen Asketen meditieren. Mit Freude besteigst du den Pfau, der jugendfrisch durch den lieblichen Wald zieht, du Held mit den klingenden Fußringen. In deiner Hand strahlt der scharfe Speer wie eine Milliarde Sonnen bei ihrem Aufgang. Du mit den zwölf berggleichen Schultern, du erhabener Sechsgesichtiger, Sohn Shivas, Liebender der hirschgleichen Valli aus dem Jägervolk! Indra, Vishnu und Brahma entbieten dir liebevoll ihren Gruß. Großer Herr, der du in Swamimalai wohnst![143]
202 – Lehre mich durch dein Wort
Gesicht an Gesicht, Schulter an Schulter vereinigt, trinke ich voller Verlangen von den Lippen den Nektar, süß wie Milch und Honig. Die speergleichen Augen liefern sich ihren Kampf; die elefantengleichen Brüste drängen gegen die Brust. Ich versinke in der Tiefe des Nabels der schönen, hirschgleichen Frauen und vergehe wie ein kleines Geschöpf in dieser Lust. Damit das Verlangen nach solchem menschlichen Vergnügen endet: Wird ein Tag kommen, an dem du deine Lotusfüße auf mein Haupt, auf das Haupt dieses niedrigen Dieners, setzt, mir das Wort der Unterweisung schenkst und mich in deinen Dienst nimmst?[144] Du bezwangst die furchtbaren Heere der niedrigen Danavas, die die fünf schweren Sünden begingen; ihre Macht wurde vernichtet. Die himmlischen Scharen dienen dir. Du bezauberst Indras Welt, in vollendeter Schönheit geschmückt, von strahlender, sanfter Gestalt.[145] Kanda mit den zwölf Schultern, an denen die junge Frau der Jäger wohnt, die aus den regenreichen Bergen stammt! Du Leben von Vayalur! Großer Herr, der du in Swamimalai weilst und dich dort offenbarst, umgeben von hoch aufragenden Tempeltürmen, stattlichen Häusern und goldglänzenden Mauern!
203 – Wann werde ich mich mit dem unveränderlichen Licht vereinen?
Wann werden die kaum lösbaren Fesseln der Bindung an die Erde und das Dunkel der großen Täuschung schwinden? Wann werde ich, zur Einheit gelangend, Para erreichen, das höchste Licht des Bewusstseins, weit wie der Raum, und darin still werden? Es ist das Erste jenseits der sechs mal sechs Tattvas; selbst die Herren des Yoga erreichen es mit ihrer täglichen Übung nicht. Es übersteigt noch den höchsten Turiya-Zustand, ist ohne Gestalt, immer offenbar und von grenzenloser Anziehung. Es entfaltet sich als Raum und als alles Übrige, ist Anfang und Ende der Welten, wahre Erkenntnis und der weite Urgrund von Brahma auf dem Lotus, Vishnu und Shiva. Unzweifelhaft währt es, unvergänglich, in seiner eigenen Wirklichkeit. Es ist selten zu erlangen, auf nichts gestützt, unzerstörbares Licht der Wahrheit, ohnegleichen. Wann werde ich mich freudig mit diesem unveränderlichen Strom des Glücks, mit Sthanu, vereinen?[146] Du Neffe des ruhmreichen Rama! Mit berühmten Helden und verschieden bewaffneten Heeren baute er einen Damm durch das Meer, auf dem große Schiffe fahren; er setzte über, stürzte das befestigte Lanka und erschlug den Frevler mit den zehn edelsteinbesetzten Kronen. Sohn Agnishvaras in Vayalur, wo Duft durch die dunklen Haine weht! Kadamba-geschmückter Speerträger![147] Du junger Herr wolltest dich mit Valli vereinen, der hirschgleichen Tochter, die im Volk der waldbewohnenden Jäger herangewachsen war. Voller Liebe sprachst du zu ihr: „Siehst du nicht, wie die verwirrenden Pfeile deiner bis zu den Ohren reichenden Augen mein Herz durchbohren? Gib deinen Stolz auf; blicke gnädig auf mich, damit mein Leben gerettet wird!“ Großer Herr auf dem Swamimalai am Nordufer der Kaveri!
204 – Die Erkenntnis des anfangslosen Wortes
Mit Haar, dunkel wie die Nacht, mit Augen gleich Ramas Pfeilen, mit verlockender Sprache, schweren Brüsten und einer kaum sichtbaren Taille schleifen sie die Herzen der jungen Männer ab. Sie bringen sie dazu, morgens und abends vor ihnen niederzufallen, und verlangen einen maßlosen Preis. Lass mich nicht in dieser Liebe zu den Frauen verstrickt bleiben. Schenke auch mir, deinem Diener, die Erkenntnis des anfangslosen Wortes, durch die ich deine Füße suche, mein Herr! Du bist das Leben jener Liebenden, die dich Tag für Tag freudig und innig „Kumara, der im Schatten des Kura-Baumes wohnt“ nennen. Du schleuderst deinen Speer gegen den tobenden Sura, sodass seine mächtigen Häupter durchbohrt werden.[148] Wie Spreu vor dem Feuer nicht bestehen kann, so lässt deine Erkenntnis das Karma zerfallen und fliehen, ehe es einen ergreift. In Swamimalai versammeln sich die an Askese reichen Weisen, die in dieser heilsamen Erkenntnis ruhen. Dort wohnst du, großer Herr!
205 – Ohne Trennung wie Blüte und Duft
Lass mich den heiligen Weg beschreiten und das Auge der Erkenntnis öffnen. Die beiden Arten des Karma, die das Leiden der Geburt bewirken, sollen auseinanderbrechen und vergehen; das verhüllende Dunkel der Unreinheit soll schwinden und das Licht aufstrahlen.[149] Mit dir, dem Sechsgesichtigen, vereint, wollen wir beide ohne Unterschied sein und uns freuen, wie eine schöne Blüte und ihr lieblicher Duft. Die Götter sollen sich verneigen und die himmlischen Frauen Blumen auf deine Füße streuen. Unzählige Millionen Munis sollen dich liebevoll preisen und besingen. Komm voller Freude mit deinem großen Pfau! Du bist der gnadenreiche Sohn Natarajas, des Tänzers, dessen rote Füße Vishnu und Brahma nicht ergründen konnten und der sie als Urgrund leuchtend offenbart. Sein Leib glüht wie Eisen im Feuer; an seiner Seite trägt Shiva, der Vernichter der drei Städte, freudig die smaragdgrüne Göttin. Dein siegreicher Speer ließ die geschmückten Häupter und Leiber der mächtigen Feinde zittern und gab ihr Leben Yama zum Fraß. Großer Herr der Götter, der du auf Swamimalai am Nordufer der Kaveri erstrahlst, in deren Wasser Scharen von Muscheln glänzen!
206 – Komm in die Halle meines schmelzenden Herzens
Lass mich nicht durch Geburten irren, in denen das Leben irgendeinen der vielen Leiber annimmt, in welcher Himmelsrichtung auch immer, auf Bergen oder im Meer, auf irgendeiner Erde oder auf ihren Höhen. Lass mein Leben schon in diesem Leib Beständigkeit finden. Mit duftenden Blumen will ich deine goldenen, lotusgleichen Füße verehren. Mein Denken und mein Herz sollen schmelzen, während ich dir nach der guten Ordnung der heiligen Überlieferung nahekomme. „Hara, Hara! Shiva, Shiva! Zuflucht!“ will ich rufen und mich verneigen. Deine beiden Füße sollen auf meinem Haupt ruhen; mein Haar soll sich vor Ergriffenheit aufrichten, und aus beiden Augen sollen Tränen strömen. Komm, sodass mein Herz in der schönen Halle schmilzt. Lass die Schönheit deiner heiligen tanzenden Füße vor der herrlichen Göttin mit der blitzgleichen, rankenschlanken Taille sichtbar werden.[150] „Tontat tikukuṭa takukuṭa ṭimiṭimi, tantat taṉataṉa ṭuṭuṭuṭu ṭamaṭama“ — so dröhnen die Instrumente, während die hohen Berge der Himmelsrichtungen und das Meer erbeben. Die Sallarī und die großen Trommeln erschallen; deine Fußglöckchen klingen „kalakala, kaliṉ“. Die Götter streuen Blumen, Brahma preist dich mit den Veden. Speerträger auf dem Pfau, du sendest die leidenden Asuras in Yamas Welt! Unser Vater trägt duftendes, aufgebundenes Haar und eine mächtige, flammengleiche Gestalt. Die smaragdgrüne Tochter des Berges, Uma mit den duftenden, berggleichen Brüsten, ist ihm sein eigenes Leben. Du bist der jüngere Sohn, den sie in Gnade schenkte. Du Neffe Haris, der die edle, auf dem Lotus thronende Göttin umarmt, ihre goldschöne, rankenschlanke Taille! Großer Herr, der du auf Gurumalai wohnst, umgeben von lieblich duftenden Hainen!
207 – Sprich die höchste Wahrheit in mein Ohr
Ohne einander wirklich zu erkennen, irren die Menschen umher. Im Elend der beiden Arten des Karma werde ich hin und her geworfen; ich leide und leide, welk wie Wachs, das man ins Feuer legt. Durch früher begangene Täuschung bin ich einer hölzernen Puppe gleich, die an ihren vielen Fäden bewegt wird. Ich fliehe dahin wie ein Blitz, der den Himmel zerreißt, und mein Leib vergeht. Denke an mich und sprich in meine beiden Ohren: „Dies ist die höchste Wirklichkeit.“ Das Karma, mit dem ich Gestalt angenommen habe, und die schwer zu lösende Unreinheit sollen zu Asche werden. Mit deinen sechs Lotusgesichtern, die Gnade ausgießen, mit Kranz, leuchtender Krone und klingenden Fußringen besteige den Pfau. Komm freudig und nimm mich in deinen Dienst![151] Shiva machte die drei Städte und den Leib des Liebesgottes zu Asche. Er reitet den jungen Stier, ist Nataraja, erscheint überall und trägt die Gestalt des Aruna-Berges. Anfang und Ende sind an ihm nicht zu erkennen. Er ist der Ursprung von „Shivaya Nama“ und „Namah Shivaya“; wie Nektar strömt seine Gnade, und er nimmt uns in seine Obhut. Du bist der Sohn meiner Mutter, die sich an der heiligen Gestalt dieses unseres Vaters erfreut. Mit dem Hahn auf deiner Fahne besteigst du den Pfau und kommst. Mandara und die Berge der Welt geraten ins Kreisen; tausend Veden nennen dich „Kumara, Guru“, und selbst der mächtige Adishesha erbebt. Du vereinst dich mit der Tochter des Bergvolkes, deren Taille sich neigt und deren rote Fußspangen erklingen, und mit der Tochter Shachis. Guru und Herr, der du auf dem mächtigen Gurumalai wohnst, großer Herr der Himmlischen!
208 – Schon heute will ich dich preisen
Yama besteigt furchtlos und voller Kraft den Büffel; ungestüm wie dieser ist er selbst. Der Bote, den er aussendet, verfehlt seinen Weg nicht. Wie ein Spiel, das nur im Traum geschieht, wie der angehäufte Besitz harter Menschen, die anderen nichts geben, so bleibt auch das Leben hier nicht bestehen: Es wird hinweggenommen. Das ist die Freude, die diese Welt gewährt! Blicke mich gnädig an, damit auch ich schon heute, morgens und abends und immerzu, dich mit guten, lieblichen Worten preise.[152] Du großer Reichtum des Herrn, der die Ordnung des Tanzes kennt und Tag für Tag unablässig mit Pidari tanzt! Du warfst deinen Speer, sodass Suras verkehrtes Wesen, sein prunkvolles Leben und sein Lebensatem vernichtet wurden. Der Atem entzieht sich der Berührung und läuft unaufhörlich weit hinaus. Ihn und die fünf Sinne führen die weisen Asketen in die heilsame innere Ruhe. Sie versammeln sich in Swamimalai, wo du wohnst, großer Herr!
209 – Lass deine Gnade auch auf meinen schlichten Worten ruhen
Unter den wohlriechenden Blumen schenkt die große Kadamba-Blüte süßen, erfreuenden Honig und erweckt Zuneigung. Einen dicht geflochtenen Kranz dieser Blüten trägst du über deinen zwölf mächtigen Schultern, die dem gewaltigen Meru gleichen. Quell des Mitgefühls, du mit dem furchtbaren, strahlenden Speer! Tag für Tag beugst du freudig dein kühles Haupt auf die goldenen Füße der schönen Tochter des Bergvolkes. Nakkeerar, dessen Dichtungen reich an wohlgefügten, wahrhaftigen Worten sind, lehrtest du mit deinem Blütenmund liebevoll die Regeln der Sprache und des Verses. In deiner Gnade gabst du ihm, dem Versmaß und dem Anlautklang entsprechend, den Anfang: „Damit die Welt sich freut.“[153] Du großer Herr, der solche Gnade freudig schenkt: Komm, und lass auch auf den geringen Worten, die ich, dein Diener, ausspreche, Tag für Tag deine kühlende Gnade erblühen. Soll ich wirklich, in diesem sündverstrickten Käfig des Leibes gefangen, hier solches Leid erfahren? Du wohnst in Tiruverakam, wo das Herz der großen, kraftvollen Asketen reift und sie durch deine beiden Lotusfüße Erlösung finden, großer Herr!
210 – Nicht länger vor verschlossenen Türen
Ich durchwandere die Welt bis an den Horizont, über den die Sonne zieht, bis an die Grenzen des brandenden Meeres. In meiner trügerischen Verblendung gehe ich bis dorthin, wo die Häupter des Schlangenkönigs mit den vielen Hauben reichen. Meine Füße verlieren ihre Schönheit und werden vom Gehen wund. „Hier ist es gut, hier ist es gut“, rede ich mir täglich ein und bleibe in der Nähe. „Hier ist der Ort, an dem ich etwas erlangen werde“, denke ich und gebe nicht auf. Doch sobald ich mit Musik das Lob der Mächtigen singe, entziehen sie sich. Soll ich Tag und Nacht an ihre Türen gehen, dahinschwinden und ruhelos umherirren? Die Bienen drängen sich zusammen, trinken den duftenden Honig und summen zwischen den üppigen Blütenständen der Arekapalmen. Vielfältig erhebt sich ihr Klang, als sängen sie voll Staunen die erhabenen Sama-Veden. Du Leben auf Swamimalai, über den der Mond seinen Schatten breitet! Junger Herr, du besteigst mit Freude den prächtigen Pfau mit dem dunklen Schweif, der heranstürmt wie ein gewaltiger Sturmwind. Gnadenreicher Sohn der Göttin, die alle Welten in ihrer Ordnung hervorbringt und erhält! Großer Herr der Gebieter des Weltalls!
211 – Die vollkommene Stille jenseits der Eigenschaften
Ich vergesse, dass dieser befleckte Leib nicht von Dauer ist. Mit wirksamen Sprüchen halte ich den Atem an und fache das innere Feuer an. Lass die Gedanken schwinden, die sich in solchen mühevollen Vorstellungen des Yoga verlieren. Lass die fünf Unruhestifter mit ihrer Wurzel zur Ruhe kommen und mein eigenmächtiges Wirken enden. Lass mich die lückenlos erfüllte Stille erreichen, die frei von Eigenschaften ist, und Befreiung finden. Wahrer Guru der Erkenntnis, der du auf Gurumalai erstrahlst! Werde ich „Kumara, bei dir ist meine Zuflucht!“ rufen, frische Kutala-Blumen darbringen und deine beiden zarten Lotusfüße erreichen und erkennen?[154] Du führtest Krieg, damit die in Gefangenschaft und Fesseln gehaltenen Himmlischen mit ihrem gekrönten, wolkengleichen Herrscher allesamt gerettet wurden und wieder in ihre eigene Stadt einziehen konnten. Das dunkle Meer schrie auf, die Berge verbrannten und wurden zu Asche. Auch Vishnu mit dem Diskus und der herrlichen Krone rief dich an: „König, Sohn dessen, der den Halbmond im Haar trägt!“ Du zürntest Brahma und ließest ihn gefangen setzen. In einem Augenblick bezwangst du den heranstürmenden Sura. Du heldenhafter großer Herr heiratetest Deivayanai, die junge Frau, die der mächtige, schöne Elefant mit den von Brunstsaft feuchten Schläfen aufgezogen hatte.
212 – In der Liebe zu Om still werden
Lass mich nicht im Begehren versinken und dahinschwinden. Lass mich nicht in die Hände der Todesboten fallen und untergehen. Lass die Liebe zur Silbe Om tief in mir aufquellen. Gewähre mir die Vollendung jener Stille, in der ich wie ein gemaltes Bild ruhe. Du mit duftendem Rauch geschmückter Leib, du freudiges göttliches Spiel! Strahlender Speerträger, der Sura vernichtet hat! Held auf dem Pfau, der sich wie ein goldener Berg erhebt! Großer Herr, der du in Erakam wohnst![155]
213 – Lass meinen Mund deine Füße preisen
„Kumara! Höchster Guru! Murugan! Guha! Gemahl der jungen Tochter des Bergvolkes! Saravanabhava! Du Unruhe der Nirritas! Pfauenreiter, der dem Herrn mit dem Halbmond im Haar als Guru die gute Unterweisung schenkt!“ — so schmilzt mein Herz nicht täglich im Gebet. Stattdessen lassen die Frauen mit der Kuckucksstimme mich durch ihre Augen schmelzen. Ohne Unterlass gehen sie wie Schwäne durch die Straßen. Denen, die ihnen zulächeln, rauben sie Besitz und Herz. Sie lassen ihre Gesichter verlockend erstrahlen, um alle in ihre Gewalt zu bringen; mitten auf der Straße stehen sie, während das Gewand von ihrer Brust gleitet. Den Mittellosen brechen sie das Herz, weichen ihnen aus und reden sich heraus. Mit dem Netz ihrer Augen ersinnen sie Listen; auf dem Lager lassen sie die Männer vor Freude schmelzen. Ich folge ihrem Willen wie ein Sklave und verrichte, töricht geworden, die Arbeiten, die sie mir auftragen. Gewähre mir die Gnade, deine Füße zu preisen![156] Als dir die Heere der Asuras auf dem Schlachtfeld entgegentraten, hobst du den Speer und vernichtetest in einem Augenblick ihre Streitmacht. Die Häupter der Nachtwanderer rollten über die Erde; im Krieg wurden sie zu Staub. Unholde tanzten wild, die Virabhadras ließen ihr Getöse hören. Kali trank Fett und Blut, schrie triumphierend und freute sich an ihrer Fleischspeise. Unzählige Scharen entfesselter Geister stampften im Tanz. Schakale, aasfressende Vögel und Adler bewegten sich über das Feld; blutberauschte Bhairavas wirbelten umher. Da schleudertest du deine einzigartige Waffe. Murugan, Sonne gegen die Finsternis: Du gabst dem Herrn der Götter seine Herrschaft und sein Leben zurück! Vishnu, an dessen Brust das Glück wohnt, Brahma und der Herr des Airavata verehren deine Füße. Auf Palani und in Kataragama offenbarst du dich in Fülle. Sechsgesichtiger der Shiva-Tradition, großer Herr, der du in Tiruverakam wohnst!
214 – Hörst du den Ruf nach Zuflucht?
„Kumara, höchster Guru, Murugan, Saravana, Guha, Shanmukha, jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen, jugendlicher Sohn Shivas! Shivaya Nama! Du kostbarer Guru, durch die Gnade des Meisters geschenkt!“ — so preisen dich Tag für Tag deine reinen Diener. Ihre Stimmen gleichen dem Meer, das die Himmlischen um des Nektars willen aufwühlten. Hörst du nicht ihren Ruf „Schutz!“, wenn grausames Karma sie bedrängt? Die finsteren sieben Meere und die Welt brechen auseinander, die Himmelsrichtungen werden zu Staub. Du kämpfst gegen die heranstürmenden Asuras, nimmst ihr Leben als Tribut, lässt ihre hohen gekrönten Häupter und ihre Leiber auf die Erde fallen, Held auf dem Pfau! Du bist der Guru dessen, dessen flammende, mit Fußringen geschmückte Füße Yama das Leben nahmen und dessen Haar die Ganga trägt. Großer Herr, von den gesprochenen Veden gepriesen, der du auf dem schönen Gurumalai weilst!
215 – Soll ich mich an diese Verlockung binden?
Ihre Brüste gleichen schönen Bergen; sie lassen selbst die Herzen von Männern schmelzen, die dem Liebesgott gleichen. Täglich verkaufen sie die Früchte ihrer roten Lippen. Die Laute von Pfau, Wachtel, Kuckuck, schöner Taube, Hahn und Waldvögeln haben sie erlernt. Mit kämpferischen Seitenblicken verwirren sie die Menschen. Geschickt führen sie zu weichen, mit reinen Blumen bestreuten Betten. Jeden täuschen sie und laden ihn in ihr Haus ein; ihre Sprache gleicht der eines Papageis im Hain. Sie lockern ihre Gewänder und legen sie neu um die Hüfte. Um Geld zu nehmen, halten sie die Männer zurück und umarmen sie. Täuschungskünste haben sie gelernt und führen sie vor: Soll ich mit ihnen verbunden sein?[157] Sura trat dir als großer Mangobaum entgegen und bedrängte dich. Du zerschlugst ihn; Fleisch und Gedärme gabst du dem Hahn deiner Fahne, sodass er dich pries. Guha mit dem Speer! Du junger Herr auf dem großen Berg von Kataragama, in Palani, auf dem einzigartigen hohen Berg, auf dem Berg Tiruttani, auf dem höchsten Berg, in Alaivay, das die Wellen rings umfassen! Auf vielen Bergen mit schützenden Mauern und in den vierzehn Welten schenkst du deinen Dienern in Fülle, woran immer sie ihr Herz hängen.[158] Du großer Herr, von vollendeter königlicher Herrlichkeit und Glück erfüllt, der du das wunderbare Heiligtum Swamimalai, den Berg Erakam, liebst!
216 – Jetzt ist die Zeit deiner Gnade
Nicht einmal für einen halben Augenblick weiß ich in der rechten Weise zu meditieren und meinen Geist in das Heiligtum deiner Lotusfüße zu versenken. Träge, unrein, töricht und ohne Einsicht bin ich; durch das Karma der Wiedergeburt geboren, stehe ich allein. Soll ich durch Armut und Not noch weiter in Verwirrung geraten? Warum enthältst du mir dein Mitgefühl vor? Sage mir jetzt, was mir fehlt! Kumara, Sohn des Herrn vom Kailasa! Deine starken Arme tragen Reife und Ketten aus Gold und kostbaren Edelsteinen; du schmückst dich mit duftenden Vetchi- und Kadamba-Blüten. Dies ist die Zeit: Schenke mir dein großes, erfülltes Leben, reich an Würde, dauerndem Wohlergehen und aller günstigen Fülle. Schenke mir die Würde der Shiva-Erkenntnis, Befreiung und den höchsten Zustand. Du musst mir beistehen, Herr mit dem glänzend geschärften Speer! Damit ich deine rötlichen Lotusfüße jeden Tag preise, hast du mir das kostbare Tamil geschenkt, Held auf dem Pfau. Du Schöner, der du auf dem an Wundern reichen Palani erschienen bist! Murugan von Tiruverakam!
217 – Wie viele Geburten noch?
Nerven ziehen durch den Leib; Knochen, festes Fleisch und Därme füllen ihn, Wasser, Fett und Schleim, Krämpfe und die Höhlung voll Blut. Samen, sich vermehrende Würmer, Glieder, Schmutz, Haare und wachsende Nägel gehören zu diesem Gefüge, das Leiden hervorbringt. Flecken und sich ausbreitende Hautleiden, Geschwülste, wuchernde Knoten, Schmerzen in den Gelenken, entzündete Wunden, Blähungen, Gallenleiden und übermäßiger Schlaf bedrängen die Glieder.[159] Wie viele Gedanken, wie viele Unternehmungen, wie viel Verwirrung! Wie viel Überdruss, Unruhe und überhebliches Stolzsein! Wie viel Bitterkeit, wie viel Unrat birgt diese Hütte aus den fünf Elementen! Wie viel Aufputz, wie viel Glanz, wie viel Sorge des Herzens, wie viele Listen, Wege und Ansammlungen von Leben! Wie viele Geburten und Tode soll ich noch erleiden und in dieser Welt vergehen? „Tattana tanattana tanattana“ — so erklingen Timilai, Muracu, Tuti, Itakkai, große Trommeln und Parai im gemeinsamen Rhythmus. Ihr Getöse übertönt alles. Ströme roten Blutes wälzen sich in dichter Flut; die große Schlange windet sich, und die Leichen der Asuras treiben darin. Die Götter strecken ihre Hände aus und rufen: „Hara, Hara, Shiva! Wir sind gerettet!“ In demselben Augenblick bersten die Mauern des Chakravala-Berges. Du siegreicher Speerträger! Brahma auf dem Lotus hat in seinem Geist so viele Welten entworfen und wieder zerstört. Du ergriffst seinen juwelenbesetzten Haarknoten und schlugst mit deiner schönen Hand wiederholt auf seinen Kopf, bis die Hand schmerzte; dabei tanztest du, jugendlicher Herr! Du nahmst die Gestalt eines Händlers an und freutest dich auf dem Lager der kleinen Tochter des Bergvolkes im Hirsefeld. Du Händler, der du auf Gurumalai wohnst! Die Befreiten preisen dich als den einen Lehrer selbst des höchsten Bewusstseins, großer Gebieter![160]
218 – Komm als Kind auf meinen Schoß
Gehe in den Leib der geliebten Frau ein, die mir in diesem von der Maya der Welt geprägten Hausleben verbunden ist. Reife zehn Monate in ihrem Schoß, nimm Gestalt an und komm als das kostbare Gut auf die Erde, das sie mir schenkt. Als mein Kind spiele an meinem Scheitel, meinen Augen, meinem Gesicht und meinen berggleichen Schultern. Lege dich auf meinen Schoß und spiele dort. Schenke mir Tag für Tag Küsse aus deinem kostbaren Mund! Du Rechtschaffener, der du kommst, um die Tochter des Bergvolkes an ihre Brust zu schließen, die du mit deiner Verkleidung bezaubert hast! Guru, du sprachst das eine Wort, das den großen Sinn der uralten Veden erschließt. Murugan des einzigartigen Erakam, du hast mich deine Füße schauen lassen, ohne mich zurückzuweisen. Großer Herr mit dem Kriegsspeer am Nordufer der freigebigen Kaveri![161]
219 – Befreie mich aus dem Streit der Begierde
Ich bin in der Gewalt der Frauen, deren scharfe Seitenblicke Fische und Speere übertreffen. Sie haben die Kunst der Verführung in ihrer Gewalt und sagen, als wären sie sittenrein: „Wir verlangen nicht nach Geld.“ So tun sie, als blieben sie zu jeder Zeit treu an der Seite eines Mannes. Doch dann wird an Füßen und Haaren gezerrt; Streit und Zank erheben sich Tag für Tag und bedrängen mich. Soll auch ich, dein Diener, in dem Strick der Täuschung, der diesen Kampf der Begierde bindet, in Verwirrung geraten? Kardamom und Gewürznelken, Naga- und Vakula-Bäume, Haine, Arekapalmen, Maruta-Bäume und blühender Oleander: Die Kaveri nimmt die Gaben der Berge mit sich und strömt rings um Erakam. Dort wohnst du, Held auf dem grünen Pfau! Du mit dem herrlichen Speer in der heiligen Hand, die der Träger des Vajra verehrt! Er spaltete die großen Berge ringsum, als sie sich mit ausgebreiteten Flügeln bewegten.[162] Du spaltetest den mächtigen Krauncha-Berg und den Leib Suras, der Meer und Erde feindlich bedrängte, großer Herr!
220 – Befreie mich vom Lob um Geld
„Diese Menschen werden mir etwas geben“, denke ich und suche sie aus Verlangen nach Besitz auf. Ich dichte Botschaften, in denen eine Biene ausgesandt wird, und andere Botengedichte, Dandaka-Verse, reizvolle Gedichtkränze, Sindhu-Lieder, Kalitturai, Spott- und Streitlieder freudige Taru-Gesänge und weitere wohlgefügte Dichtungen. Ich erzähle von meinen häufigen Besuchen und mühe mich ab. Ich kenne ihr Leben von den Füßen bis zum Scheitel. Doch diese törichten Leute sagen geringschätzig: „Nun ist es genug damit, dass du immer wieder zu uns kommst!“ Nicht einmal eine Münze geben sie.[163] So laufe ich zu ihnen, mein Herz wird anders, schmilzt vor Kummer und brennt heftig. Ich spreche Gedichte und streife umher. Damit dieses rastlose Leben endet: Lass die Liebe zu deinen beiden guten Füßen hell in mir werden. Schenke mir Freude in dieser und in der anderen Welt und die Liebe, durch die du mich in deinen Dienst nimmst. Kraniche, Reiher und Anril-Vögel suchen nach Beute. Wenn sie ins Wasser springen, erschrecken die jungen Valai-Fische. Es ist, als kämen die Meere selbst donnernd und bebend heran. Großer Herr, der du auf dem so herrlich leuchtenden Gurumalai wohnst!
221 – Lass die Liebende nicht verzagen
Frauen gehen durch die Straßen, versammeln sich und bedrängen sie mit ihrem Spott. Der Mond steigt rot aus dem Meer empor, als wäre er die Sonne. Der jugendliche Liebesgott spannt seinen großen Bogen und schießt seine Pfeile. Darf die junge Frau, deren Brüste sich vor Erregung mit Gänsehaut bedecken, so umherirren und ihr Herz in Unruhe verlieren?[164] Du mit dem trefflichen Speer, der mit Macht eindrang und einen Berg in zwei Teile spaltete! Murugan, der du freudig im immer heller strahlenden Tiruverakam stehst! Dichter und Weiser, der die kostbaren Veden und die tamilischen Schriften in ihrer Ordnung kennt und erklärt! Großer Herr, der die Fußfesseln Haris, Haras, Brahmas und der anderen löst![165]
222 – Ein Wort deines Ruhmes
Lass mich nicht an den Türen verderblicher Menschen verkehren, bitter leiden und taumeln. Lass meine Erkenntnis nicht zugrunde gehen; lass mich nicht vom Weg abgleiten, tief versinken und dahinschwinden. Werde ich ein einziges Wort deines Ruhmes aussprechen, den die große Welt verehrt, Freude finden und vor deinen beiden weithin duftenden Lotusfüßen stehen und mich verneigen? Guru, den der einzigartige Höchste lobt, als du ihm das heilige Wort erklärst! Liebevoller Bräutigam Deivayanais, der glückverheißenden Tochter, die Vasava dir schenkte! Bambus, himmlische Bäume, Makil, Mango, Feigen- und Sandelbäume umgeben Gurumalai. Keshava preist dich dort. Großer Herr, der du auf diesem Berg im Yoga weilst!
223 – Lass zwischen dir und mir keine Trennung sein
Ich denke an deine Lotusfüße, die vom Duft der Lieder erfüllt sind, die meine Zunge hervorbringt. Die Befreiung durch Erkenntnis, von der die achtundzwanzig Agamas mit ihren vier Gliedern sprechen, soll der Weg sein, den ich täglich ausspreche und lebe. Damit ich nicht sage: „Du bist gesondert“, und nicht sage: „Ich bin gesondert“, damit ich in unmittelbarer Wahrheit lebe, lass deine Gnade wachsen. Schenke mir das Wort der Unterweisung: „Schau jenseits der sechs großen Grundlagen das Höchste des Höchsten!“[166] Guru, du sprachst in vollkommener Weise die große Unterweisung der Erkenntnis, als der stierreitende Shiva dich ehrfürchtig umschritt. Kühner Guha, Gemahl der Tochter des Bergvolkes! Du erschlugst die Asuras, die das Land ihrer himmlischen Feinde verbrannt hatten. Murugan auf Swamimalai, unmittelbar nördlich der Kaveri, umgeben von Hainen und Teichen mit duftenden Blumen! Großer Herr, geboren von der wolkendunklen Mahakali, der ewig jungen Shakti, die die linke Seite dessen bildet, der den Liebesgott verbrannte!
224 – Nimm auch mich in deine Gnade auf
Im Mondlicht wählen sie verschiedene Blumen und schmücken damit ihr dichtes Haar. Ihre unvergleichlichen, speergleichen Augen reichen bis zum Ohrschmuck; ihre Worte lassen mich jede Besinnung vergessen. Grenzenlos üben wir die entzückenden Künste aus den Schriften des Liebesgottes. Ich trinke von den fruchtgleichen Lippen und versinke in leidenschaftlicher Vereinigung. Mich, diesen Täuscher, der den Frauen verfallen ist, nimm in deinen Dienst. Lass deine Gnade über mich wachsen! Die sieben Welten, die Welt der Himmlischen, der hohe Kailasa, auf dem Shiva wohnt, der goldene Meru, die Lebewesen und die fünf Elemente: Für sie alle steht Uma als der eine Urgrund. Kumaresha, durch ihre Gnade genährt! Du schleudertest den Speer, sodass Suras Glieder zerfielen. Kumara, du Leben des furchterregenden Pfaus mit den wilden Augen! Großer Herr, der du auf Gurumalai wohnst, dessen hohe Gipfel bis in die Wolkenregion emporragen!
225 – Schenke mir jetzt deine beiden Füße
Soll ich mich an die Frauen binden, die mich mit dem Glanz ihres vollmondgleichen Gesichts und mit ihren zielenden, pfeilgleichen Augen an sich ziehen? Gewähre mir jetzt deine beiden heiligen Füße![167] Heiliger Neffe Haris, der die Veden kennt! Tod für das Geschlecht der feindlichen Asuras! Du schenkst der Tochter des Bergvolkes die Gnade der Vermählung. Großer Herr, der du auf Gurumalai wohnst!
226 – Lass mein Herz nicht haltlos umherschweifen
Über den vollen Brüsten, die sich wie kaum zu umfassende Berge erheben, bewegen sich schöne Schmuckstücke. Beim Gang neigt sich ihre fadenschlanke Taille. Ihre leuchtenden Augen sind Speere. Im Haar stehen frische Blumen, von Bienen umschwärmt; geordnete Zahnreihen leuchten im Lächeln, das Gesicht trägt den Glanz des Mondes. Soll durch den großen Wahn, den diese Schönheit in mir weckt und festigt, mein Herz immer weiter umherschweifen? Du bist der Sohn der schönen Mutter, des Lichtes auf der linken Seite Parashivas, des von den Veden gepriesenen Hara, der Schlangen als Ohrringe trägt. Sie ist Ambai, Uma, Dakini, Tripura und Narayani.[168] Du mit Kura-Blüten geschmückter Herr, Saravana, Lehrer, Guha, Schatz des Mitgefühls, Gebieter der Himmlischen! Du vollkommene Fülle, vereint mit Valli, der Tochter des Bergvolkes, und mit der blitzgleichen Deivayanai aus der Obhut des Elefanten! Großer Herr, der du auf Gurugiri wohnst!
227 – Ist erkaufte Nähe wirklich süß?
Um viele Liebhaber zu gewinnen und innerhalb eines einzigen Augenblicks schon Gewinn zu erzielen, üben sie die betrügerische Kunst des Lobens. Sie machen es zu ihrem Beruf, viele Männer zu rühmen; ohne zu zittern sagen sie schamlos alles, was ihren Zweck erfüllt. Die Frauen mit den berggleichen Brüsten lassen keine Scham in sich aufkommen; sie mehren ihre unheilvollen Taten. Sie geben Gift und nehmen viel Besitz an sich. Ist die falsche Vereinigung mit solchen käuflichen Frauen wirklich süß?[169] Du Neffe dessen, der den Pfeil so entsandte, dass der Leib des schwerttragenden Ravana wie ein großer, von Seilen gezogener Wagen auf die Erde stürzte — jenes Ravana, der einst den Berg erhob! Rama freut sich an dir. Deine Brust ist mit Kadamba-Blüten geschmückt. Murugan, du neigst dein Ohr in Gnade dem Tamil zu, das Kenner der verschiedenen Dichtungsformen vortragen. Großer Herr, der du in Tiruverakam erscheinst und selbst Shiva die ihm bestimmte geheimnisvolle Unterweisung schenkst!
228 – Lass mich vor dem Tod bei deinen Füßen Zuflucht finden
Kumaresha, in Gnade geschenkt vom Herrn, dessen kostbares Haar den Halbmond, den Fluss und Blüten trägt! Bräutigam, der die Füße der Tochter des Bergvolkes streichelt, deren Sprache süß wie Zuckersirup und reife Frucht ist! Du heiliger Neffe des wunderbaren Hari, der die Krähe schlug und ihr doch gnädig ein Auge ließ![170] Gewähre mir, deine beiden heiligen Füße zu verehren, sodass der Todesgott mir nicht naht. Damit Brahma und die Götter wieder ihre himmlische Welt beherrschen konnten, befreitest du sie aus dem Gefängnis. Du junger Herr kommst auf dem tanzenden Pfau, umgeben von den Scharen der Himmlischen. Du wohnst auf Swamimalai, in Hainen, in denen Mangobäume üppig wachsen. Großer Herr, du vermagst den Speer zu schleudern, sodass Suras Leib zerfällt und das Meer austrocknet!
229 – Schneide die Wurzel der Wiedergeburt ab
Der gestaltlose Liebesgott mit dem Makara auf seiner Fahne nimmt seinen Bogen, legt die süße Sehne an und spannt ihn, um selbst die aufrechtem Wandel Folgenden zu erschüttern. Seine mächtigen Pfeile gleichen den Augen junger Frauen. Eines Tages werden diese Frauen mich verachten; mein einst duftendes Haar wird ganz weiß sein. Die Jugend wird fortgehen und verschwinden. Wird ein Tag kommen, an dem du die Wurzel meiner unablässigen Geburten abschneidest und mir deine lieblichen Füße schenkst? Held auf dem Pfau! Du lenkst ihn so, dass alle sieben Welten und die acht Berge erschüttert werden und gegeneinanderstoßen. Junger Herr, du lässt die Heere der Asuras zusammenbrechen und vernichtest sie; den Himmlischen schenkst du ihr ganzes Leben zurück. Du wohnst freudig auf Swamimalai; vor dir steht der Herr mit dem nektarspendenden Mond, dessen Licht aus dem aufgebundenen Haar weithin strahlt. Dein Vater wollte lernen und fragte dich; du unterwiesest ihn und schenktest ihm bereitwillig die Kunst der Erkenntnis, großer Herr!
230 – Vergib mir und lass mich bei dir bleiben
Die Frauen mit dem duftenden Maru im Haar betören mich durch ihre Künste aus den Schriften des Liebesgottes. Sie wecken meine Verblendung, geben mir von ihren Lippen zu trinken; an ihren berggleichen Brüsten suche ich Nähe, und meine Begierde wächst. Verlasse mich Einsamen niemals. Vergiss deine Zuneigung zu mir nicht. Vergib mir meine Fehler und schenke mir die Gnade, das große, erfüllte Leben zu erlangen, das bei deinen beiden Füßen ruht. Guha, du hast als Guru Shiva unterwiesen; du bist der Gemahl der Tochter des Bergvolkes. Nördlich der Kaveri, die aus dem Kodagu-Land kommt, liegen kühle Haine mit hochgewachsenen Arekapalmen. Dort wohnst du in Tiruverakam. Du einziger Sohn Umas, jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen! Du Neffe Vishnus, der du die Häupter der Rakshasas abgetrennt hast, großer Herr![171]
231 – Lass mich ein Diener der Liebe werden
Mein Herz wird von den beiden speergleichen Augen verwirrt, als hätten sie starkes, schwarzes Gift getrunken. Ich versinke in Liebe an Brüsten, die dicht aneinanderstehenden, duftenden Lotusknospen gleichen. Lass mich diese Begierde vergessen. Lass das Licht höchster Erkenntnis aufstrahlen, damit ich deine sechs Gesichter innig liebe und darin nicht ermüde. Aruku-Gras, Tali-Blätter, duftend geöffnete Kuvalai-Blumen, wohlriechende Blüten und Karantai will ich aufnehmen und über deine Füße streuen. In ihrer Verehrung will ich mit den Dienern vereint sein, die außer sich geraten und vor Hingabe schmelzen. Schenke mir den einen Weg, ein Diener dieser aufkeimenden Liebe zu werden. Du mit dem trefflichen Speer, der die Häupter der furchtlosen Krieger abschlug, den Leib des kämpfenden Sura spaltete und das lärmende Meer austrocknen ließ! Held auf dem mächtigen Pfau, du trankst dich satt am Nektar aus der Brust Umas, deren Lächeln Perlen gleicht, und umkreistest die sieben Welten. Du Bräutigam der jungen Göttin, die das reife, makellose Hirsefeld nicht verlässt, sondern auf ihrer erhöhten Plattform sitzt und es streng bewacht! Großer Herr auf dem üppigen Swamimalai, umgeben von dichten Hainen mit duftenden Ñalal-, Serunti- und Mangobäumen!
232 – Komm, bevor ich ganz zugrunde gehe
Vata-Leiden, stechende Schmerzen, Schwellungen am Hals, Schmerzen in der Brust und starke Gelenkleiden, Magenbeschwerden und Husten, Störungen des Windes, sich ausbreitende Hautflecken, Schnupfen und jene Leiden, die als „Schmuckstücke“ aus dem Verkehr mit Frauen kommen: Diese unheilvollen Krankheiten und Wunden bedrängen mich ohne Ende. Ich kann das Lager nicht mehr verlassen und sinke dahin.[172] Unter all dem vergesse ich die Liebe zu deinen Lotusfüßen vollständig. Ich trinke den sündhaften Rauschtrank, bin von Trunkenheit umhüllt und irre im Netz der schmerzlichen Bindungen umher. In einem als niedrig geltenden Lebensstand verliere ich meine Würde. Bevor man am Ende sagt: „Er war ein Tor“, komme mit überströmender, zarter Gnade und nimm mich in deinen Dienst![173] Mangobäume, Makil, Palai und Konrai wachsen dicht in blütenstaubreichen Hainen. Die Wolken ziehen über die Mauern; an den hohen, mit Festtoren geschmückten Häusern entfalten sich überall lange Fahnen. Großer Herr, der du gekommen bist, in Swamimalai zu wohnen!
233 – Nicht länger für Schmuck und Anerkennung umherirren
Aus der liebevollen Verbindung hervorgegangen, reife ich Monat um Monat, mein Leib wächst, und ich werde älter. In der Jugend streife ich umher, richte mich nach Frauen mit schönen, geschminkten Augen und suche nach Besitz. Ich beschaffe Ketten aus vielem Gold, kunstvoll gefertigte große Schmuckstücke, prachtvolle, glänzend goldene Ohrgehänge und Perlen. Soll ich mit tief bedrängter Seele so umherirren? Du Held, der Sura verfolgte, ihn bis an die Wurzel zerschlug und den rings versammelten Himmlischen Liebe schenkte! Geliebter Neffe des wunderbaren Herrn, der einst den Leib eines Ebers annahm![174] Man pflügt die Erde, staut das Wasser und leitet es in die Felder. Der Shali-Reis wächst hoch und reichlich; weite, prächtige Äcker breiten sich aus. Großer Herr, der du in diesem fruchtbaren Erakam wohnst!
234 – Die Schönheit, die mich verstrickt, und deine befreiende Macht
Sie stecken ihr langes Haar hoch und lassen es bei den Ohren mit den großen, leuchtenden Ohrgehängen schwingen. Strahlende Zähne und schöne Lippen zieren das Gesicht; die Nase gleicht einer Kumil-Blüte. Der lange Hals gleicht einem schlanken Arekastamm, die Arme frischem Bambus. Ihre beiden Brüste gleichen goldenen Bergen, schwankenden jungen Kokosnüssen und goldenen Nektargefäßen der Götter. Schöne Hautzeichnungen und Perlen glänzen auf ihrer Brust; sie erscheinen wie die himmlische Rambha. Ihre Taille ist schmal wie der Blitz in der Wolke, ihre Schenkel gleichen Bananenstämmen. Die Scham, ein süßer Honigteich, bleibt verborgen. Dicht fallende, goldschimmernde Gewänder umhüllen sie bis über die Füße und bewegen sich weich. Mit Stimmen wie die Kuckucke der Regenzeit schlängeln sie sich durch die schönen Straßen, lächeln und spielen ihre Rolle. Auf dem Lager drehen sie sich in den Künsten, die dem Liebesgott gefallen. Soll ich mit dieser Täuschung Freundschaft schließen? Die Asuras zittern; die große Schlange windet sich erschrocken, das hohe Meer tost. Geier umringen Fleisch und Gedärme; Schakale, große Raubvögel und andere Aasvögel sammeln sich in Scharen. Du zerschlägst die Macht des umschließenden Berges. Die Berge und die Elefanten der Himmelsrichtungen schwanken und beben; Brunstsaft tropft von ihnen herab. Lächelnd schleuderst du aus deiner roten Hand den Speer, gnädiger Speerträger! Vollendeter Herr, vereint mit der schönen, herrlich behaarten Himmlischen, der von Shachi behüteten bezaubernden Deivayanai! Du vermählst dich auch mit der wunderbaren Tochter des Bergvolkes, deren Gestalt wie Nektar ist. Großer Herr, in königlicher Schönheit und Fülle erstrahlend, der du auf dem wunderbaren Berg Erakam, im Heiligtum Swamimalai, stehst![175]
235 – Soll ich mich diesem Spiel ausliefern?
Sie breiten ihr langes Haar aus und heben es an; sie drehen ihre speergleichen Augen und blicken herüber. „Komm!“, lächeln sie, während ihre Ohrgehänge schwingen. Sie sprechen verlockend, zeigen ihre Glieder wie bewegte Puppen und lassen das duftende Brustband schön schwingen. Sie lockern das prächtige Gewand und legen es wieder an, biegen ihre fadenschlanke Taille und zeigen sie. „Tītei“ — so tanzen sie; sie singen wie Kuckucke. Sie laden zur Vereinigung ein, blicken lockend, geben Mittel, um die Männer an sich zu binden, und machen sie gefügig. Soll ich mit diesen falschen Schauspielerinnen verbunden sein, die den schönen Besitz an sich nehmen? Du Speerträger hast die Asuras in Schrecken versetzt, ihre Wagen und Elefanten angegriffen und vernichtet, Sura und seine Berge verbrannt und sie in Yamas Welt gesandt. Du hast meinem Vater, der mit reinem Wort lächelt, Yama zu Tode trat und die abgezogene Haut als Gewand trägt, hier die Unterweisung gegeben. Du strahlend schönes Kind, von der Göttin mit dem herrlichen Haar und den milchsüßen Worten innig gepriesen![176] Du bist der passende Gemahl der Tochter des Bergvolkes, die Palmblätter als Ohrschmuck trägt, goldschön unter ihrer einfachen äußeren Erscheinung. Großer Herr, der du auf dem Berg Erakam erblüht bist!
236 – Soll ich in sinnlicher Vereinigung dahinschmelzen?
Ihre Augen gleichen Gift, scharfen Speeren, den Pfeilen des Liebesgottes und jungen Mangos. Sie reichen bis zu den langen Makara-Ohrgehängen und kehren im Blick zurück. Ihre schweren, von Erregung überzogenen Brüste sind mit Zibet, Moschus, Sandel und duftendem Kumkum bestrichen; junge Kokosnüsse und die großen Berge des Nordens müssen sich vor ihnen geschlagen geben. An den tanzenden Füßen erklingen die Ringe; das blumengeschmückte, schwere Haar lässt die Wolken um Gnade bitten. Ihr strahlendes Gesicht vereint die Schönheit des Lotus und des Mondes; ihr Gang gleicht dem eines Schwans. Diese anmutigen Frauen besitzen einen Leib, vor dem sich selbst der Mond verneigt. Alles an ihnen ist reizvoll, bis hin zu ihrem hell klingenden Lachen. Soll ich in der Vereinigung mit ihnen hinschwinden und schmelzen? Der schöne Hirsch, der kämpferische Khara, die sieben hohen Mara-Bäume, die Brust des unvergleichlich starken Vali, die sieben weiten Meere, das ganze Heer der kriegerischen Rakshasas, die zehn mit sonnenhellen Juwelen geschmückten Kronen und die zwanzig mächtigen Schultern des Königs von Lanka: All ihre Kraft bezwang der Pfeil, den Dasharathas Sohn, der Beste aus Raghus Geschlecht, aussandte. Du Neffe dieses gnadenreichen Murari in Ramas Gestalt! Du bestiegst den leuchtenden Pfau, ließest die Feinde in einem Augenblick untergehen, umkreistest die Welt und kehrtest in einem Nu zurück. Großer Herr, der du auf dem hohen, schönen Swamimalai wohnst und Gnade schenkst!
237 – Lass mich aus diesem Wahn erwachen
Im ausgebreiteten schönen Haar leuchten Blumen. Bienen entfalten darüber ihren Klang: „Taṉatta tantaṉa taṉataṉa.“ Die großen fischgleichen Augen kämpfen mit den Ohrgehängen. Auf der schönen, bogengleichen Stirn liegt das Tilaka; goldene Ohrringe schwingen, und der Glanz des Gesichts breitet sich wie Sonnenlicht aus. Lächeln und Lippen gleichen duftenden, gezeichneten Blüten. Die Arme tragen Schmuck; die duftenden, jungen Brüste gleichen einem mit vielen Juwelen geschmückten Bergpaar. Ein Sari liegt um die rankenschlanke Taille. Mit klingenden Fußspangen tanzen die schönen Kurtisanen, voll List und Verführungskunst. Wird mein Versinken in diesem Wahn nicht endlich aufhören?[177] Shankara zog dem wilden Elefanten die Haut ab; er hält das Reh und trägt das Tigerfell. Mond und Fluss liegen in seinem Haar; eine Frau bildet seine Hälfte. Du bist der höchste Guru, vor dem dieser Shiva sich verneigt, Murugan! Du schleuderst den Speer, sodass die bedrängenden Asuras, die sieben Meere und der Berg sicher zu Staub werden und ihr Ende finden. Indra, der sich gequält hatte, und Brahma freuen sich darüber. Du Neffe des lotusäugigen Herrn, der Tulasi trägt, von Bienen umschwärmt; auf seiner Brust wohnt die Glücksgöttin. Smaragdschön ist seine Gestalt, und seine Pfeile reichen bis in den weiten Himmel. Du kamst als alter Mann in den Wald und bezaubertest den Papagei, die junge Tochter des Bergvolkes, auf ihrem weichen Feld. Großer Herr, der du auf dem mantrareichen Gurumalai wohnst!
238 – Schenke mir deine nie alternden Füße
Mit ihren Augen verwirren sie mich, entfernen das Tuch von ihrer Brust und lachen, sodass ich in das lodernde Feuer des Verlangens sinke. Sie entfalten ihre Künste, um viel reines Gold als Preis zu gewinnen; ich lasse mich auf ihr betrügerisches Spiel ein. Nach wenigen Tagen fallen Worte, die man nicht sagen sollte; Streit entsteht. Lass mich nicht in der völligen Täuschung dieser Bindung zugrunde gehen und leblosen Körpern verfallen. Schenke mir deine guten, nie alternden Füße, an denen goldene Schellen Musik hervorbringen und Vetchi-Blüten dicht beieinanderliegen. Du Freude deines Vaters, der einst seinen kämpfenden Fuß erhob, sodass Yama, dunkel wie eine regenspendende Wolke, erschrak! Du mächtiger Heiliger der goldenen Stadt, durch den Puruhutas Herz sich erquickt! An deiner Brust ruht Valli, das süße Zuckerrohrkind der Hirschkuh. Murugan, du sprachst einst die heilige Wahrheit, sodass der alte Vedenschöpfer Brahma auf seinem prächtigen Lotus beschämt dastand. Großer Herr, der du in Tiruverakam wohnst, wo Mengen von Edelsteinen selbst den Glanz des Morgenrots übertreffen!
Tiruttani – Tanikai
239 – Teile mit den Hungrigen
Ich bin nicht bereit, die Speise mit denen zu teilen, die zu mir kommen und Hunger leiden. Ich sammle allen Besitz in meiner Hand, lege ihn für Kinder und Nachkommen zurück, verliere das Mitgefühl und versinke in meinem Stolz. Die Angehörigen werden mich umringen und weinen, die Totentrommeln werden geschlagen. Yama wird zugreifen und das Leben mit sich nehmen. Soll ich diesen Leib dennoch für beständig halten, mutlos werden und zugrunde gehen?[178] Du sprachst die willkommene Unterweisung zu dem, der der Tochter des Himalaya eine Hälfte seines Leibes schenkte. Kühner Speerträger, der du im Kampf die Gegner den Adlern zur Beute gabst! Du meidest jene, die sich im Streit über Religionen verhaken, und suchst Eingang in die Herzen derer, die Askese vollendet haben. Guha mit den sechs Lotusgesichtern, Kumara auf dem himmelhoch aufragenden Tanikai, großer Herr!
240 – Das eine Wort im Ohr Shivas
„Hara, Hara! Sechsgesichtiger! Saravanabhava!“ — so preisen Shiva, Vishnu und Brahma dich, vor dir stehend, Tag für Tag. Überaus kühner Held, du lässt den Speer wie Feuer aufsteigen, damit die Asuras untergehen. Murugesha, schenke die Gnade, dass deine beiden mit Fußringen geschmückten Lotusfüße in den Herzen deiner Diener wohnen. Guha, hervorgegangen aus Bhagavati, der Bergestochter Uma! Du höchster Guru sprichst das eine Wort, das die Ohren des Höchsten mit Freude erfüllt; du erklärst den letzten Sinn des Pranava. Die Menschen der weiten Welt, die unzähligen Lebewesen, die Himmlischen und die großen Munis verehren dich täglich in tiefer Freude. Du wohnst im schön geschmückten Tanikai, wo prächtige Juwelen glänzen. Großer Herr, du erscheinst mit der weithin besungenen Tochter des Bergvolkes und der Tochter aus der Welt des Wunschbaums zu deinen beiden Seiten![179]
241 – Bewahre mich vor vorgetäuschter Weisheit
Sie nähern sich, lächeln sanft, lassen das Herz schmelzen und zerstören seinen festen Entschluss. Mit ihren tiefschwarzen, speergleichen Augen laden sie ein, nehmen einen gefangen und rauben schließlich den ganzen Besitz. An diese Frauen gebunden, verhalte ich mich dennoch wie ein großer Weiser. „Diese umfassende, überall berühmte Erkenntnis der Tattvas, die ich besitze, findet sich nirgendwo sonst und bei keinem anderen!“, erkläre ich. So richte ich mir eine Weisheit zurecht und trage sie vor. Doch in einem Augenblick werde ich niedergeworfen, stehe wieder auf und gleite erneut aus. Soll ich weiter solche Geburten erlangen? Du goldener, strahlender Speerträger! Die Meeresfläche bäumte sich auf; das Geschlecht der Rakshasas floh und verbarg sich in der gewaltigen Täuschungsmacht des Berges. Du zerschlugst und zertrümmertest sie mit der Waffe in deiner mächtigen Hand und hattest Erbarmen mit der Stadt des Wunschbaums. Einzigartiger Meister der vollkommenen dreifachen tamilischen Dichtung! Du vereinst dich mit der dunklen Tochter des Bergvolkes auf dem Hirsefeld am Berghang. Großer Herr von Tiruttani, herrlich durch den Teich voller Utpala-Blüten und die stolze, glückverheißende Hahnfahne![180]
242 – Tiruppugazh als Wegzehrung
„Tiruppugazh ist Wegzehrung; es schneidet die Bedrängnisse derer ab, die es mit Liebe lesen“ — so verkünden sie. Sie lieben das Tamil der Musik und des Theaters, die verschiedenen dichterischen Bereiche, Grammatik, Literatur und die vier Arten der Poesie. Sie tragen dies im Herzen, sprechen es aus und bedenken es. Ohne solche Menschen in dieser Welt angemessen zu rühmen: Soll ich stattdessen in die Verführung jener Geschickten fallen, die durch ihre Brust und ihr Gesicht das Herz schmelzen lassen?[181] Der Liebesgott spannte seinen Zuckerrohrbogen, legte schöne Blumenpfeile an und schoss voller Übermut aus seinem Versteck. Shiva dachte nur an ihn, und das Feuer seines Stirnauges verbrannte ihn. Du bist der Sohn dieses Herrn, der auf dem Berg Kailasa wohnt und der Bergestochter Uma eine Hälfte seines Leibes gegeben hat. Großer Herr, du liebst den lieblichen Berg Tiruttani, dessen Ort von Feldern und Hainen umgeben ist, in denen die Wolken verweilen!
243 – Deine Füße inmitten der Gebrechlichkeit
Husten und Krankheit, Fallsucht, Vata-Leiden, brennende Beschwerden, Nasenleiden, vergiftender Harnfluss, unaufhörliche Kopfschmerzen, Auszehrung und Schwellungen am Hals; ein aufgetriebener Bauch, Verschleimung, Brennen in der Brust, Koliken, heftige Schmerzen und weitere Krankheiten — lass sie mich nicht Geburt um Geburt quälen. Schenke mir deine Füße![182] Millionen Asuras mit ihren Heeren gehen unter. Kala-Bhairavas kommen, singen viele Weisen und tanzen, wenn du deinen scharfen, leuchtenden Speer schleuderst. Du Bräutigam der göttlichen Tochter, die der Wolkenlenker schenkte, der im Schatten des Wunschbaums wohnt! Großer Herr, der du auf dem herrlichen Tanimalai weilst, mitten in der Erde, die wie eine Blume aus den Wassern hervorgeht![183]
244 – Wie kann ich deine Shiva-Gestalt erreichen?
Im Leib, im Leben, das auszieht und wiederkehrt, im unvergänglichen Bewusstsein; im Raum, im uranfänglichen Feuer, im Wind, im Wasser und in der Erde; im einzigartigen Licht der Erkenntnis, das sich mit keinem Streitenden verbindet; am Ende der vier Veden: Überall durchdringst du alles. Du Shiva-Gestalt, die selbst den Turiya-Zustand und alle Verwirrung übersteigt! Ich bin ein Tor, dessen maßlose Begierde nicht endet und dessen Unreinheit nicht schwindet. Sage mir in deiner Gnade: Auf welchem Weg kann ich dich berühren?[184] Der Valai-Fisch schießt durch den dichten Wald der Lotusblätter, kämpft gegen die gestreiften Varal-Fische und wirft ihre Scharen auseinander. Er springt über die Schleuse, flitzt weiter oben entlang, entgeht den Bauern, stößt gegen den Damm und fährt den Fluss hinauf zu den Teichen. Statt ins Meer zu gelangen, bedrängt er die großen Fische und fällt in den Lotusteich zurück. Hüter von Tanikai, wo im Blumenteich die heiligen blauen Blüten nie fehlen! Held, Meru des Mitgefühls, großer Herr der Götter!
245 – Bevor ich vor fremden Türen verzage
„Wer sind hier die Reichen?“, frage ich und suche sie auf. Damit ihr Herz sich freut, singe ich aus dem Stegreif Gedichte. „Euer Ruhm ist so groß wie der Berg Meru!“, sage ich mit nachdrücklichen Worten. Ich gewöhne mich an diese Wege und kehre immer wieder zurück. Doch sie kennen das Geben nicht und sagen: „Komm morgen wieder.“ Mein Gesicht verändert sich vor Kummer. Bevor ich so dahinschwinde, schenke mir deine beiden Lotusfüße, die rötliches Licht ausstrahlen. Shiva reitet den Stier; er ist der Reine, trägt den Dreizack, der Wunderbare, der höchste Yogi. In seinem schweren Haar trägt er den Mond, Vilva, kleine Pulai-Blüten, einen lachenden Schädel, den Fluss und eine Giftschlange. Damit dieser Herr dich sieht und Uma sich freut, erscheinst du als Kind, noch ehe du deine ersten schwankenden Schritte der Erkenntnis setzt.[185] Großer Herr, der du auf dem anfangslosen Tanimalai wandelst, wo blaue Blüten wie aufgeblühte Askese gedeihen!
246 – Den Weg der Erkenntnis nicht aufgeben
Lass mich den Weg der rettenden Erkenntnis niemals aufgeben. Immer will ich die vorhandenen Veden und ihre Lehren studieren, damit meine Einsicht klar wird. Gewähre mir das Verlangen nach dem wahrhaft begehrenswerten Gut, sodass das Dunkel der Verblendung in meinem Herzen auseinanderbricht und ich mit dir verbunden werde. Du bewahrst durch deine gerechte Ordnung die sieben Welten. Vallis Herr, der du im alten Vallam und auf dem Utpala-Berg wohnst! Werde ich frische, junge Vilva-Blätter pflücken, sie vor dir ausstreuen und deine blütengleichen Füße verehren?[186] Sohn des Herrn, der die Schlange mit ausgebreiteter Haube trägt, Sohn der Göttin auf seiner linken Seite und der Bhagirathi in seinem reinen Haar! Du alter, treuer Liebender des Berges, auf dem die Zuneigung allmählich wuchs! König des dich umgebenden Bergvolkes! Aus deiner Hand schleuderst du den heißen Speer wirbelnd durch den täuschenden Berg. Neffe der Glücksgöttin, die Vishnu an seiner Brust trägt! Jüngerer Bruder des göttlichen Elefantengesichtigen, Herr des weißen Elefanten, geliebter großer Herr Deivayanais!
247 – Wie viele Verstrickungen noch?
Wie viele Streitigkeiten, wie viele Kunststücke! Wie viele Krankheiten, wie viel Verwirrung! Wie viele Leiber unter den beweglichen und unbeweglichen Wesen! Wie viele Schrecken, die mich nicht loslassen, wie viele Machttaten, wie viele Bindungen! Wie oft stille ich meinen Hunger Tag für Tag mit Fleisch! Lass mich nicht wie ein Wahnsinniger immer nur meinen Bauch füllen und so zugrunde gehen. Damit ich Befreiung finde, schenke mir den Zugang zum Wirken deiner Dienerschar und deine Füße: Sie stehen jenseits dessen, was gewöhnliches Erkennen erfasst, als weit strahlender Sinn des Pranava, unerreichbar für das Denken in Fesseln.[187] „Tattaṉata ṉāta ṉattaṉ, tattaṉata ṉāta ṉattaṉ, tattaṉata ṉāta ṉattaṉ, takutītō! Takkukuku ṭūṭu ṭuṭṭuṇ, tikkukuku ṭīku tattaṉ, tattaṉata ṉāṉa!“ — so dröhnen Hunderte großer Trommeln. Siddhas, Bergjäger, siegreiche Herrscher und Diener des Herrn umschreiten den Berg aus allen acht Himmelsrichtungen. Auf dem heiligen Tanikai brüllen die rotäugigen Löwen. Dort wohnst du in leuchtend roter Gestalt, großer Herr!
248 – Soll ich immer wieder dieses Haus bewohnen?
Knochen, Adern, Wasser und Blut, schmutziges Hirn, Mark und sich windende Würmer: In diesem Haus wohnen sie. Wie viele verschlagene Tattvas treiben darin ihr Spiel! Sie sterben, geraten in Verunreinigung durch Geburt, mühen sich mit Söhnen und Verwandtschaft ab, tragen ihre Last auf der Erde, werden geboren und bleiben. Sie bauen Häuser und machen sich unaufhörlich mit dem Familienleben zu schaffen. Sie suchen den Sieg; im Netz der Begierde gefangen, richten diese schlechten Gefährten alles zugrunde. An vollendete Askese denken sie nicht. Sie verderben jeden, diese trügerischen Freunde und Mörder. Sie sind Betrüger, Diebe und Glücksspieler; wie viele schmerzhafte Krankheiten gewinnen in diesem Haus die Oberhand! Soll ich es immer wieder begehren, annehmen und darin umherirren?[188] Viele Trommeln erschallen auf dem furchtbaren Schlachtfeld. Du erschlägst die entgegenstehenden Asuras, sprengst den finsteren Berg und schleuderst den Speer, während Himmlische und Siddhas dich preisen. Du Neffe dessen, der den grausamen Ravana tötete und ihm die Häupter abschlug, der Mahabali gefangen setzte und die eiserne Keule zu Spänen zerreiben und ins tiefe Meer werfen ließ![189] Du schlugst Brahma so heftig, dass es schmerzte, und tanztest. Deinem Vater, dem höchsten Brahman, der die grüne Göttin heiratete, die die Welt hervorbrachte, schenktest du als Guru die Gnade der Unterweisung. Du bezaubertest und umarmtest die Tochter des Bergvolkes, die den Pfauen des Waldes gleicht. Voller Herzensfreude hast du Tiruttani zu deinem Ort genommen, großer Herr!
249 – Bei denen wohnen, die Tiruppugazh singen
Alles will ich für mich ansammeln. Tag für Tag mühe ich mich ab, seit langer Zeit ohne Ruhe. Ich nehme einen Leib an und vergehe mit ihm wieder. Damit dieses schamlose Geborenwerden ein Ende hat, möchte ich dorthin gelangen, wo jene wohnen, die dich immer wieder mit Tiruppugazh preisen. Werde auch ich, ohne von der Einsicht abzuweichen, die sie mir vermitteln, deine hell leuchtenden, goldenen Füße verehren? Der geschickte Bogenschütze, der Liebesgott, trat einst Shiva entgegen; Shiva ließ ihn brennend fallen und tötete ihn. Als dieser Shiva dann zu dir sagte: „Nun sollst du selbst es erklären“, verkündetest du den Sinn der Veden, sodass auch Brahma sich freute.[190] Murugan, du trenntest voller Zorn mit dem furchtbaren Speer Suras Haupt ab. Großer Herr, der du mit der rankenschlanken Tochter des Bergvolkes, die das Hirsefeld bewohnt, in Tiruttani weilst!
250 – Komm heute auf dem smaragdgrünen Pfau
Das Hautleiden, das mich ergriffen hat, das durch schweres Karma verstärkte Pitta-Leiden, das brennende Fieber und der nicht weichende Schmerz; die widerstreitende, mich peinigende Fallsucht, die Beschwerden der Brust und der sogenannte Husten — neben all dem denke ich auch noch an Häuser, Frauen und Kinder. Lass mich nicht sterben, nachdem meine klare Einsicht darüber verwirrt wurde. Komm noch heute zu mir auf deinem herrlich smaragdgrünen Pfau und schenke mir Befreiung![191] Du siegreicher Herr mit der Speerspitze, der fest auf dem rechten Weg steht, damit alle Diener, die deiner gedenken und sich verneigen, gedeihen! Murugan, der du auf dem hohen, wunderbaren Berg des beständigen Tiruttani stehst! Du mit der kostbar geschmückten Brust, der du die Absichten der jungen Tochter des Bergvolkes erkennst und sie umarmst, dort auf dem Feld, wo die Hirse reift! Großer Herr, du brachtest den Viergesichtigen zum Staunen und öffnetest das Gefängnis, das die Asuras einst verschlossen hatten!
251 – Welcher Vater lässt sein Kind weinend liegen?
Was soll ich jetzt tun, mein Herr? An wen soll ich mich noch wenden? Soll ich in diesem nutzlosen Zustand sterben? Du bist doch mein Vater und meine Mutter. Muss ich dennoch so leiden? Muss ich zum Gespött der Menschen werden? Vor den Augen derer, die mich ausgelacht haben, setze deine Füße auf mich, nimm mich ohne Aufschub an. Wenn selbst du dich weigerst, mich bei deinen Füßen zu halten, wird die Welt lachen, mein Herr. Wenn ein Kind zu seinem Vater läuft und mit seiner milchsüßen Stimme weinend ruft — wird man es dann zornig fragen: „Wer soll dich denn aufheben?“, und weinend auf der Erde liegen lassen? Bedenke doch, ob dies mir widerfahren darf! Unser König, deine sonnenhelle Shakti-Waffe ließ die niedrigen, törichten Feinde in alle acht Richtungen fliehen und zerschlug sie. Das Meer hob sich wie Milch, die überkocht. Du bist das Leben, das der Tänzer schenkte: Sein von Wasser durchströmtes Haar bewegte sich; seine Hände mit Reh und Axt tanzten, und seine goldenen Fußringe erklangen. Wunderbarer Kandavel auf dem Pfau! Du umarmst die Tochter des Bergvolkes mit den geschminkten, schwertgleichen Augen, die auf dem großen Hirsefeld sitzt. Auf dem großen heiligen Berg Tiruttani leben standhafte Asketen, über die selbst die Frauen mit blumengeschmücktem Haar staunen, durch die Kama sonst den Sieg erringt. Dort wohnst du, großer Gebieter!
252 – Der wahre Guru im Herzen
Sie tragen Ohrgehänge aus Blättern, haben eine Schönheit wie gemalte Gestalten und Augen, die mit den Pfeilen des Bogens verbunden scheinen. Ihre Worte sind süß, als wären sie in Zucker und Nektar getränkt. Ihre Kehlen formen die Laute verschiedener Vögel; ihre Taille gleicht der schmalen Mitte einer klingenden Trommel. Duftende Girlanden liegen um ihre Hälse; Perlen schmücken die vollen, von Bändern gehaltenen Brüste. Diese jungen Frauen wecken mit Täuschung heftiges Begehren und zerstören die Klarheit des Geistes. Sie bewegen ihre Brust, verwirren den Blick und rufen: „Komm in das dunkle Zimmer!“ Sie nehmen den Besitz an sich und umarmen den Mann. Wird meine Qual um diese Frauen nicht enden? Rama legte den guten Pfeil an, sodass das Meer auszutrocknen drohte. Dann ließ er einen Damm über die Wellen bauen und sandte sein einzigartiges Heer hinüber. Er schlug dem mächtigen Rakshasa die zehn gekrönten Häupter ab und ließ sie wie Berge auf die Erde fallen. Die wahre Lakshmi der Veden befreite er aus der Gefangenschaft. Du bist der wunderbare Neffe dieses heldenhaften Achyuta! Du Sohn Nilis, der Ungeteilten und Eigenschaftslosen, der zarten Göttin mit dem Lächeln gleich Perlen aus dem Meer, des wunderschönen Papageis des Dharma, geschmückt mit blauen Edelsteinen! Wahrer Guru, du schenkst den Gedanken derer, die heilige Asche auftragen und deiner gedenken, überreiche Liebe. Großer Herr auf dem Berg Tiruttani, der voller blauer Blüten steht!
253 – Gewähre mir jetzt den Zugang zu deinen Füßen
Auf den jungen, vom Brustband gehaltenen Brüsten glänzen Perlen; verschiedene Armreife leuchten. Die Frauen mit geschminkten Augen sprechen von Verlangen und rauben den Besitz aus der Hand. Ihre Scham gleicht der Haube einer Schlange. In Begierde nach ihnen bin ich zerschmolzen, von Spuren gezeichnet, ohne Einsicht. Ich kenne die eine, mangellose Wirklichkeit nicht. Schenke mir deine Gnade, damit ich schon jetzt, auf dieser Erde, deine beiden duftenden, goldenen Lotusfüße erreiche. Krishna verlangte nach dem Joghurt, den die Hirtinnen in ihren Häusern aufbewahrten, und stahl ihn. Deshalb wurde er an einen Mörser gebunden. Doch gerade mit diesem vollbrachte er wissend eine gute, befreiende Tat. Dieser Keshava kommt auf dem siegreichen Garuda; als Achyuta ruht er im nektarreichen Meer auf dem giftigen Schlangenlager. Du bist sein geliebter Neffe.[192] Vater auf dem Berg Tiruttani, den Hara mit dem Wasser der Ganga im Haar preist! Schöner, großer Herr!
254 – Verwandle mein Reden in Wahrheit
Sie nehmen die meerumgebene Welt gefangen; mit einem Seitenblick bereiten sie denen, die sich nähern, Bedrängnis und laden sie ein. Sie sprechen erregt von den Künsten der Liebe, stoßen Vogellaute aus, lassen das Herz schmelzen und lösen die seidene Kleidung. Sogleich treten sie auf das Lager, drücken den Mann an ihre Brust, reichen die Lippen und küssen ihn. Dunkles Haar verflechtet sich; die Nägel graben ihre Linien ein, Hände schlagen im Liebesspiel, Zähne beißen, und sie ziehen den Geliebten an ihren breiten Schoß. Soll ich mich dem Willen derer ausliefern, die dies tun?[193] Speerträger, du schenkst Tiruppugazh Leben, dem Lobpreis der wahren Wirklichkeit, der die Bedrängnis bezwingt. Du wohnst am schönen, mit Hirse bewachsenen Berghang. Du zerschmettertest die kampfstolzen Rakshasas. Das frische Fleisch gabst du dem Hahn auf deiner Fahne; er rief die hungrigen Hennen zusammen und teilte ihnen die Beute zu. Bringe das unwahre Geschwätz zum Schweigen. Als wahrer Guru unterwiesest du einst den Ungeborenen. Großer Herr des wahrhaft heiligen Tiruttani, wo vollkommene Lebenswege gedeihen und der reiche Reisvorrat weiter wächst![194]
255 – Im Meer der Askese baden
Sie breiten ihr schwarzes Haar aus, lassen ihre fischgleichen Augen seitwärts blicken und präsentieren die schwere Brust, die zwei Elefantenhöckern gleicht. Armreife und Ketten klingen; die seidene Kleidung glänzt. Wer sich ihnen fügt, dessen Herz halten und zerstören diese Listigen. Lass mich ihre Gemeinschaft meiden. Damit dein Herz sich freut, lass mich hier im Meer der Askese baden, dein Diener werden und an deiner heiligen Stätte wohnen. Guru meines Vaters, der die Städte verbrannte, dem Elefanten die Haut abzog und sich mit leuchtender Asche schmückt! Deine Schultern tragen den Kadamba-Kranz. Du erhabener Dichter, dessen Ruhm süßer Nektar ist![195] Du schleuderst den strahlenden Speer, sodass die zusammengedrängten Pferde, Elefanten und Asuras zerstieben. Großer Herr, der du in meinem herrlichen, siegreichen Tiruttani wohnst, wo die Tochter des Bergvolkes sich freut!
256 – Schenke der Liebenden deinen kühlenden Kranz
Das Reden der geschmückten Frauen, das schwere Tosen, das am Ufer wie dunkler Donner anschwillt, die Gedanken daran, der Bogen und die vielen tödlichen Pfeile Kamas: Lass die rankenschlanke junge Frau nicht unter ihnen zugrunde gehen. Schenke ihr deinen kühlenden Nipa-Blütenkranz, der mit Kura-Blüten geschmückt auf deinen mächtigen Schultern liegt![196] Speerträger, den der Gemahl der Bergestochter, der Gemahl der Göttin der Künste und der Gemahl der Glücksgöttin verehren! An deiner heiligen Brust wohnen innig die Hirschgleiche des Hirsefeldes und die Hirschgleiche des himmlischen Waldes. Du roter, strahlender Speerträger lebst in Tanikai, wo die auf der Erde hoch geachteten Dichter wandeln. Tag für Tag besteigst du deinen einzigartigen Pfau, um die tiefe Einsamkeit der Einsamen zu vertreiben, großer Herr!
257 – Deine Gegenwart verbindet und übersteigt alles
Verschlagene Siddhas und verblendete Anhänger der sechs Religionen ersinnen vielerlei Einsetzungen ihrer Götter. Sie geben ihnen Namen, schaffen unterschiedliche Gestalten und ziehen Trennlinien. Warum irren sie so umher und bereiten sich damit erneut den Eintritt in den leidvollen Mutterleib? Andere suchen Besitz für Halsketten, Siegelringe, Armreife an beiden Händen und prächtige Brustketten. Erkennen sie nicht einmal ein wenig den Ruhm deiner Füße, die mit allem eins sind und doch jenseits von allem stehen?[197] Du zerstörtest die acht Berge und wühltest die weiten Meere auf, sodass sie dröhnten. Die Gedärme des heldenhaften Sura legtest du über deine Schultern; du zerteiltest seinen Leib, und dein Speer erhob sich zornig aus dem Blutbad. Im wunderbaren Hirsefeld, in dem ihre Fußspuren liegen, steht Valli mit zusammengefügten Blüten. Du verehrst und preist sie, sodass sie sich schämt, du Befreiter! Großer Herr der vedengleichen tamilischen Dichtung, der du in Tiruttani mit seinen goldenen Mauern wohnst![198]
258 – Schenke mir die beständige Befreiung
Sie haben volle, goldschöne, bambusgleiche Arme und berggleiche Brüste; ihr dichtes, dunkles Haar liegt schwer. Ich richte meinen Geist auf ihre geschminkten, schwarzen Fischaugen und weiß nicht, wie ich mich den mit Fußringen geschmückten Füßen deiner einzigartigen Gegenwart nähern soll. Dieser Leib ist ein Wohnort für Scharen verschiedener Krankheiten. Wie ein Blasebalg bewegt er sich; aus Samen, Fleisch und Haut wurde dieses falsche Gefäß gebildet. Schneide die Geburt ab, in der ich es tragen muss, und schenke mir die beständige Befreiung! Du Speerträger kämpfst gegen den Asura, der den zornigen Elefanten mit dem palmenlangen Rüssel vertrieb, und versetzt ihn selbst in tiefen Schrecken.[199] Kumaresha mit der Hahnfahne! Der Hahn trägt scharfe Füße, die den Hochmut des Berges zertreten. Auf dem Berghang mit den Hirsefeldern umarmst du voll Freude die Tochter des dort wohnenden Bergvolkes mit deinen heiligen Schultern. Großer Herr von Tiruttani, dem edelsteingleich reinen, glückverheißenden Ort, dessen heilige Umgebung in allen Richtungen erstrahlt![200]
259 – Darf sie so an Sehnsucht vergehen?
Das dunkle Meer schwillt an, brüllt und erschüttert sie. Der Mond steigt auf, als wäre er zornig gerötet und voller Feuer. Die Pfeile, die der einzigartige Zuckerrohrbogen auf sie niedersendet, treffen sie. Darf die junge Frau hier so bedrängt werden und ihr Leib vor Sehnsucht vergehen? Gemahl der Frau, die einst das Hirsefeld bewachte! Kandavel, der du auf dem Berg des heiligen Tiruttani erstrahlst! Du hast die Tochter des Himmelsfürsten mit dem palmenrüsseligen Elefanten zur Gefährtin. Großer Gebieter der drei Gestalten, die erschaffen, erhalten und auflösen![201]
260 – Den Weg zu dir erkennen
Sie legen Tücher über ihre berggleichen Brüste und sind geschickt in trügerischem Schauspiel. Sie sind töricht, von verderblichen Krankheiten befallen, ohne Verlässlichkeit in der Liebe, von üblem Geruch und doch mit angenehmen Worten. Auf dem Lager umarmen sie so, dass das Herz schmilzt. Um Geld führen sie ohne Zuneigung den Kampf der Verführung. Wer ihnen mehr Besitz gibt, den umarmen sie innig, als sei er ein alter Vertrauter. Ihre Augen schießen wie Pfeile; sie sind Diebinnen, die den Geist rauben. Damit ich nicht an sie denke, sondern den großen Weg erkenne: Wird ein Tag kommen, an dem du auf dem großen Pfau erscheinst und ihn mir erklärst?[202] Als Hari, Hara, Brahma auf dem Lotus und die Himmlischen ihren sicheren Stand verloren und in Not gerieten, eiltest du herbei und sandtest den Speer, sodass die Asuras zu Staub wurden. Junger Sechsgesichtiger! Du wurdest zum Gemahl der Tochter des Bergvolkes, die im schwer zugänglichen Wald lebt. Du bist voller Erkenntnis und Großzügigkeit, Gebieter der Himmlischen, kraftvoller Saravanabhava. Menschen des Dharma und der Gerechtigkeit, Kenner der Veden, Geduldige, in ihrer großen Askese Unerschütterliche, im Herzen Unermüdliche, Weise und höchste Herrscher: Sie gedenken deiner, des Herrn aller Welten, und preisen deine Lotusfüße. Diese ruhen lieblich auf dem juwelengekrönten, schönen großen Berg Tanikai, großer Herr!
261 – Aus leerem Streit zu deinen Füßen
Ich habe die Nähe derer gesucht, die trügerisch reden und hochmütig sind, die den Wegen der Sinne folgen, deren verderblicher Blick das Leben zugrunde richtet; die Nähe törichter Blinder, der Diebe und der religiösen Wortstreiter. Keine Einsicht habe ich dadurch gewonnen. Ich bin erschöpft, mein Herz wird nicht weich, ich verliere meine Kraft und zerfalle. Werde ich dem Versinken im Meer der leidvollen Geburten entkommen, mich erheben, in guter Erkenntnis wachsen und deine beiden Füße erreichen? Du Dichter aus dem Kauniya-Geschlecht des heiligen Pukali! Du verbreitetest die nach Shiva duftende Asche, sodass das Fieber des Pandya-Königs wich und die einsichtslosen Jaina-Asketen mit ihren ausgezupften Haaren allesamt zu Staub wurden.[203] Heiliger Sohn dessen, der den Bogen spannte und mit dem Feuerfunken seines Lächelns die Städte verbrannte! Saravana, großer Herr in Tiruttani, wo im schönen Teich jeden Tag eine einzigartig duftende Kuvalai-Blüte aufgeht!
262 – Wann werden deine Schultern sie umfangen?
Der Kuckuck lässt seine Stimme ertönen, und die Frau mit der Kuckucksstimme irrt unruhig umher. Die tödlich süßen Blumenpfeile treffen sie. Das kalte, weiße Mondlicht und die Perlen auf der Brust dieser rankenschlanken Frau werden ihr zu Feuer. Der Wind schlägt gegen sie; das Meer steht brüllend da. Dazu kommt das Gerede der feindseligen Frauen. Die einsame Liebende sehnt sich nach deinen Schultern und wird immer schwächer. Wird sie nicht deine unvergleichlichen Schultern finden, die kommen, um sie zu umarmen? Du kämpfender Held, vor dem Berge zerbrechen, große Wasserbecken zersplittern und Yama rastlos sein Werk tut! An deiner juwelengeschmückten Brust ruhen die Brüste der Tochter des himmlischen Wunschbaumhains und der Tochter des Waldvolkes. Du Leben des Ortes Tanikai, wo der über den Himmel ziehende Halbmond sich vor den kühlen Hainen neigt! Einst verneigte sich der Höchste vor dir, und du verkündetest ihm gnädig die Bedeutung des heiligen Wortes. Großer Herr der roten, fruchtbaren Reisfelder!
263 – Lass meine Dichtung bei deinen Füßen entspringen
Ich will nicht mit jenen verbunden sein, die wie Spatzen, Geier und Schakalsrudel umherstreifen, wie Tiere in schwer zugänglichen Wäldern, wie Würmer, Kuravai-Fische, Elefanten und Bäume. Ich will nicht in den Aufruhr der Begierde nach jungen Frauen versinken und von Herzensleid, Grausamkeit und Krankheit geplagt werden, sodass viele über mich lachen: „Ein haltloser Streuner, ein niedriger, verarmter Mensch!“[204] Ich suche nicht die Herrlichkeit, mit geschmückten Schultern, seidener Kleidung, Elefanten und Pferden ringsum in einer goldenen Sänfte zu fahren, als wäre ich ein Schaustück des Liebesgottes. Deine schützenden Füße sollen der Ort sein, an dem der Strom meiner geordneten Verse entspringt. Gewähre mir jetzt die Gnade, Tiruppugazh zu singen, das mich mit ihnen verbindet. „Taṉattaṉa taṉaṉa taṉattaṉa, timittimi timita timittimi, ṭaṭuṭṭuṭu, ririri, kuku!“ — vielerlei siegesverkündende Rhythmen erheben sich und verbreiten Schrecken. Die gekrönten Häupter der großen Schlange krachen; alle Himmelsrichtungen erbeben. Du schleuderst den Speer, sodass die kämpfenden Asuras auseinanderbrechen und ihre Menge vernichtet wird. Du gnadenreicher Sohn dessen, dessen Blick die gewaltigen drei Städte verbrannte, dessen Axt Brahmas gekröntes Haupt abtrennte und der alle Welten und Lebewesen bewahrt! Du ließest die Leiber der Jainas zugrunde gehen, indem sie auf Pfähle gedrückt wurden. Mit der jungen Frau, die die Himmlischen dir gaben, und mit der Tochter des Bergvolkes tanzt du gnädig auf dem schönen Berg Tiruttani, großer Herr![205]
264 – Deine Weisheit statt verführerischer Unruhe
Sie lösen und richten ihr Haar, lassen die Halsketten über ihre Brüste gleiten und drehen die fischgleichen Augen. Ihre gebogene Stirn gleicht dem Halbmond; sie wenden sie hin und her, lächeln, lassen das Herz schmelzen und entfachen Verlangen. Die beiden Ohrgehänge prangen an ihren Ohren. Die geschmückten, schweren Brüste gleichen den Höckern eines stolzen Elefanten und glänzen hell. Ein schönes Gewand liegt um die Taille. Mit dem Spiel ihrer Arme, dem Klirren der Reife, dem Schwanken ihres Ganges und vielen schmeichelnden Worten betören diese Frauen und vernichten die Askese. Soll ich mit ihnen verbunden sein? Du erklärst den höchsten Sinn dem Gott mit dem aufgebundenen Haar: Er spannte den Bogen, verbrannte die drei Städte, hält die Axt und trägt Tiger- und Elefantenhaut als erhabenes Gewand. Damit die asketischen Himmlischen am Leben blieben, hielt er das Gift in seinem Hals zurück. Juwelenheller Speerträger! Du besiegtest die trotzigen Asuras und verbranntest sie. Die Veden loben dich; du gewährst die Gnade, in ihrer Wahrheit zu gedeihen. Du badetest im Liebesverlangen nach den Brüsten der Tochter des Bergvolkes auf dem Hirsefeld und freutest dich. Ruhmreicher großer Herr, der du in Tiruttani wohnst!
265 – Ein Kranz für die sehnsüchtige Geliebte
Der junge Halbmond steht wie ein Schirm über dem Haupt des Liebesgottes, der seinen Kuvalai-Blumenpfeil angelegt hat. Die Frauen tuscheln verleumderisch; der Kuckuck spricht. Lass diese junge Frau darunter nicht länger schwach werden. Umfange sie fest in liebender Vereinigung, sodass sie weich in deine Arme sinkt. Schenke ihr deinen süßen Kranz des Mitgefühls, damit sie ihn auf ihren unvergleichlich schönen Schultern tragen kann. Speerträger, du griffst den goldenen Berg an, sodass die acht Elefanten mit ihren Brunstsaft spendenden Schläfen, die große Bissen verschlingen, aufschrien! An deiner Brust will die Liebende ruhen, deren Herz zu deinen Ashoka-geschmückten Schultern hingezogen ist; ergriffen kommt sie zur Vereinigung.[206] Korallen und Perlen häufen sich gleich Bergen; draußen bei den Feldern drängen sich Mengen von Muscheln. Kumara, großer Herr im heiligen Ort Tiruttani!
266 – Löse die Bindung und zeige mir den guten Weg
Sie lösen ihr Haar, binden es wieder und machen sich schön; sie schwärzen ihre stechenden Augen und drohen mit dem Blick. Die käuflichen Frauen sprechen gereizte Worte. Ihre Brüste, Kongu-Knospen gleich, drücken sie auf die Schultern des Mannes. Erst umarmen sie voller Verlangen, dann beginnen sie Streit. Ihre Nägel hinterlassen Zeichen wie gebogene Mondsicheln. Zu dem, was man ihnen schon viele Tage gegeben hat, verlangen sie mehr. Wenn ihnen keine Hilfe zuteilwird, erheben sie weinend ihre Stimme. Sie sind voller schmerzlicher, schädigender Eigenschaften; ist der Besitz erschöpft, stoßen sie den Mann kummervoll vor die Tür. Du hast mir noch nicht die Gnade geschenkt, mich von dieser Bindung zu lösen und deine barmherzigen Füße zu erlangen. Erkläre mir gnädig, wie ich den guten Weg betreten kann. Du Neffe des vollkommen guten Achyuta! Er legte einen Kantal-Blütenkranz an und sandte den so Gekennzeichneten gegen den Affenkönig; dann vernichtete er diesen mitsamt seinem Schutz mit dem Bogen.[207] Du jüngerer Bruder des dunklen Elefantengesichtigen, der wie ein Wunschbaum Gaben schenkt! Er trat der Waldjungfrau entgegen, gewann den Sieg um die liebliche Tochter des Jägervolkes und verzehrte die drei Früchte und den Zucker, die ihm dargebracht wurden. Als die Jäger kamen, die die süße Hirse gesät hatten, standest du plötzlich in der schönen Gestalt eines Venkai-Baums da. Du weiltest auf dem Feld, um dich mit der Frau mit den honigsüßen Worten zu vereinen. Wo dichte Bambushaine den Himmel berühren, Venkai-Bäume nahe stehen und Kuvalai-Blumen rings um die Teiche blühen, dort wohnst du auf dem Berg Tiruttani, großer Herr!
267 – Lass mich nicht zum Diener des Todes werden
Mit Augen, die den scharfen Speer beschämen, verwirren sie den Blick; mit den Gipfeln ihrer Brüste laden sie ein. Auf dem Blumenlager reichen sie ihre roten, fruchtgleichen Lippen zum Trinken, drücken den Mann an ihre Brust und drehen die Augen wie Pfeile. Ihre Taille bewegt sich so, dass das Gewand beschämt scheint. Wolkengleiches Haar fällt herab, die Lippen werden bewegt, die beiden Blattohrgehänge lösen sich, und sie spielen das Spiel der Leidenschaft. Wird nicht endlich die Unruhe enden, in der ich unter solchen Verführerinnen Vergnügen suche und so in Yamas Stadt gelangen muss? Viranam, Siegestrommel, Tavil und Timilai, dazu die Stimmen der Veden und Agamas: Wie das Meer tönt es mächtig. Du schleuderst den Speer und lässt die Asuras untergehen. Du wohnst in Tiruttani! Guru, du schenktest deinem Vater, dessen Lächeln den Liebesgott sterben ließ, die große Unterweisung ins heilige Ohr. Große Liebe erfüllt dich, wenn du Valli, die Vishnu schenkte, umarmst, sodass ihre Sehnsucht sich in Freude verwandelt, großer Herr!
268 – Deine Gnade vergesse ich weder im Wachen noch im Traum
Guru, du wohnst unter dem Kura-Baum mit seinen Blütenbüscheln, inmitten des Herzenslotus deiner Diener und in der höchsten Aussage der Veden mit ihren vielen Wegen. Sechsgesichtiger im schönen Palani des Kongu-Landes, Hüter von Sentil, Unvergleichlicher in Tanikai! Du erklärtest mir: „Dies ist die besondere Überlieferung, die mir eigen ist — schwer zu erreichen für die streitenden Taktiker, die in lärmenden Scharen gegeneinander auftreten, unzugänglich für jene, die ihr fremd bleiben.“ Du schenktest mir deine beiden wohltuenden Lotusfüße, umgeben von duftenden Nipa-Blüten und summenden Bienen, mit goldenen klingenden Schellen geschmückt. Diese große Gnade werde ich weder im Traum noch im Wachen vergessen.[208] Murugan, du erschienest als heiliger Sohn des Herrn mit dem rötlichen Haar, der Fluss, Atti- und Konrai-Blüten, die frische junge Mondsichel und eine Schlange als Schmuck trägt. Valli wohnt im Champaka-Wald, auf der erhöhten Feldplattform und im hohen Sandelwald. Ihre Lotusfüße mit den goldenen Ringen, ihre jungen bambusgleichen, mit Reifen geschmückten Arme, ihr mondhelles Lotusgesicht, ihre beiden mit Moschus und Kumkum gesalbten berggleichen Brüste; ihre süßen, lautengleichen, nektarhaften Worte, ihr Lächeln, ihre reizvollen roten Lippen wie Indragopa-Käfer, ihre smaragdgrüne Gestalt, ihre regenbogengleichen Brauen und ihre saphirgleichen Augen, die mit den Ohrgehängen wetteifern — all dies zeichnetest du auf ein Madal-Blatt, großer Herr![209]
269 – Tiruppugazh als Feuer und als schmelzende Kraft
Für die Häupter der Zornigen, für die Familien der Feinde, für das Leben derer, die schaden, für die Spötter und die Verächter ist Tiruppugazh ein zorniges Feuer — so wissen wir es. Es schenkt das Ersehnte, lässt das Herz schmelzen und schneidet die dunkle Keimstätte der Geburt ab, sodass man nicht wiedergeboren wird. Es verbrennt selbst das Feuer und zerschlägt den Berg. Gewähre mir die Tätigkeit, diesen vollkommenen Ruhm auszusprechen![210] „Taṉattaṉa taṉattaṉ, timittimi timittiṉ, takuttaku takuttaṉ“ — so dröhnen die großen Trommeln. „Taṭuṭṭuṭu ṭuṭuṭṭuṇ“ — so schlagen die kleinen Trommeln. Die grausamen Asuras ziehen mit ihrem Heer heran. Du vernichtest ihren Zorn und ihre Leiber; lächelnd setzt du ihre sämtlichen Berge in Brand, strahlender Speerträger! Du erfreust dich an den Brüsten der Tochter des Bergvolkes am Hirseberg und wohnst im hochverehrten Tiruttani, großer Herr!
270 – Wie viele Leben und wie viel Schaden?
Wie viele Leiber, klein wie Hirsekörner und winzige Sandkörner, habe ich angenommen! Wie oft wurde Leben im tosenden Meer geboren, in dichten Schwärmen von Fischen und in vielen anderen Formen! War das noch nicht genug? Wie oft habe ich Leben durchlaufen, wie oft bin ich auf Bergen, in Teichen und in der Welt gediehen! Wie oft hat Yama mir aus einem Leib, den die Gier nach geringem Besitz verblendete, das Leben entrissen? Gibt es dafür ein Maß? Wie viele Listen habe ich im Herzen ersonnen, wie viele Familien zerstört, wie viele Lebewesen wie Tiere getötet! Ohne Zahl hat die Hand des Schicksals mir dies zugeteilt. Mir Schwachen, Rohen, Törichten, dessen Einsicht durch List zugrunde ging, schenke jetzt deine süße Gnade, damit ich an deinen Lotusfüßen schmelze. „Taṉatta ṉattaṉa taṉataṉa taṉataṉa, timitti mittimi timitimi timitimi, takutta kuttaku takutaku takutaku, takutītō! Taritta rittari taririri riririri, taṭuṭṭu ṭuṭṭuṭu ṭaṭuṭuṭu ṭuṭuṭuṭu!“ — so erschallen Mattala und Damaru in ruhmvollem Klang wie das Meer. Im zornigen Kampf sprudelt Blut auf. Elefanten, Asuras, Pferde und Bogen zersplittern; Geier und Schakale fressen das Fleisch. Du kämpfender Speerträger! Die edlen, in Shivas Zuflucht stehenden Diener und die Scharen asketischer Munis verehren dich mit honigreichen Blumen. Du wohnst in Tiruttani, großer Herr der Tochter des Bergvolkes!
271 – Deinen Berg besingen
Ich gehe zu Toren, deren Herzen nicht einmal um ein Sesamkorn weich werden, und vergleiche sie mit einer regenspendenden Wolke, dem Padma-Schatz, der Wunschkuh und dem Wunschbaum. Ich stehle die kostbaren alten Worte, die wirkliche Dichter kennen, verdrehe sie und singe damit Lobgedichte. Werde ich diese Verblendung des Umherziehens aufgeben und stattdessen deinen Berg der Kuvalai-Blüten besingen dürfen? Die schwarzen Brauen der jungen Frau biegen sich wie ein Bogen. Die scharfen blauen Pfeile ihrer Seitenblicke, ganz von Gift erfüllt, treffen dich und dringen durch. Erschrocken gerätst du in vielerlei Unruhe. Vor der jungen Frau, der der Wald gehört, wirst du weich und rufst: „Schutz!“ Du fällst zu ihren beiden Füßen nieder. Um die Tochter der Hirschkuh zu umarmen, vergehst du selbst vor Liebessehnsucht, Murugan, großer Herr![211]
272 – Darfst du selbst mich wegschicken?
Ich bin wie eine schwache Schlange, die sich in einen Kampf wagt; ich stille meinen Hunger allein, ohne jemand anderen teilhaben zu lassen. Vom Weg der Schriften, auf dem man heilige Asche trägt, bin ich weit entfernt. Ich irre als Sünder umher, ohne mich in jene Askese zu vertiefen, die wie eine Wurzel trägt. Ich spiele den Dichter, denke aber nicht liebevoll an dich. Stattdessen streite ich und belle auf Tamil wie ein Hund. Bis heute taumle ich nutzlos umher und habe keine Zuflucht. Ich bin ein Verräter, der die Weisen nicht ehrt, erfüllt von den drei Unreinheiten, in denen die große Verblendung wuchert; ich halte mich selbst für niedrig und unrein. Darfst du mich deshalb wegschicken? Gibt es für mich keinen Weg, mit deinen Dienern zu gehen und das Ziel zu erreichen? Du mit dem im Kampf leuchtenden, diamantenscharfen Speer und dem Pfau: Schenke mir Gnade![212] Shurpanakha, der die Nase abgeschnitten war, töricht und doch voller Kraft, grausam und verächtlich, aus einem wilden Geschlecht, Vibhishanas Schwester und vollkommene Täuscherin, ging zu ihrem älteren Bruder Ravana und weckte sein Verlangen. Da raubte dieser Tor Sita, die Göttin aus dem Lotusheiligtum, setzte sie auf einen Wagen und flog mit ihr durch die Wolken. Er hielt sie in seiner mächtigen Stadt mit den prachtvollen hohen Türmen und langen Heereslagern gefangen. Du bist der Neffe des Herrn der Bogenschützen, der den Weg zu Ravanas Vernichtung bis an die Wurzel vollendete. Wie Musikinstrumente, Mattala und große Trommeln, erschallt der Lobpreis der Veden. Ein weiter Teich schenkt rote Wasserlilien. Großer Herr, der du auf diesem großen Berg Tiruttani wohnst!
273 – Du geschicktes Kind, das selbst Shiva lehrt
Die diebischen Frauen, die nutzlosen Tänzerinnen, spielen Tag für Tag in leerem Hochmut ihre Rolle. Sie bewegen ihren Leib und werfen das Netz ihrer hin und her blickenden Augen aus. Sie verwirren mich, lassen das innere Leben schmelzen und schicken süßes Empfinden durch den Geist. Soll ich weiter umherirren, verstrickt in die Künste ihres Zwinkerns und Begehrens? Murugan, so groß ist dein Ruhm, dass selbst der aschetragende göttliche Verrückte dich bittet: „Geschicktes Kind, erkläre mir freundlich den Sinn des großen Pranava!“ Du Meister, der im verehrenden Bewusstsein voller Erbarmen erscheint, höchste Wirklichkeit, höchstes Bewusstsein! Guru der südlichen Weisheit, kundig in tausend Wegen des Yoga![213] Du schlugst den furchterregenden Sura nieder und gabst den Geistern die Toten des Schlachtfeldes zur Speise. Von ihrer Not befreit, spielten sie hüpfend „Tittiku tittu“. Held! Blut rauschte über das Schlachtfeld wie die große Flut der Weltauflösung. Du wandtest die Not ab, stießest den Speer hinein und verschlangst das Leben der Feinde. In Tiruttanis reichen Teichen schwimmen viele Fische. Damit sie große Freude empfinden, öffnen sich dreimal am Tag die fest geschlossenen Knospen der roten Wasserlilien und geben Tropfen süßen Saftes in ihre gespaltenen Mäuler. Großer Herr, du wohnst an diesem Ort, damit er weithin erstrahlt![214]
274 – Schenke mir die Gnade jenseits des Wortstreits
Erde, Wasser, wirksames Feuer, bewegte Luft und der durch Klang bezeichnete Raum; dazu die Verblendung durch die drei Gunas: Daraus ist dieser Leib gefügt. Mit Haut umhüllt, voller Unrat, wandert er umher und wird von der Krankheit des Begehrens ergriffen. Nimm mir das Verlangen nach diesem sündverstrickten Körper, damit ich nicht wieder in der Welt geboren werde. Schenke mir jene unerreichbare Gnade, an die die weitschweifigen Worte der Täuscher nicht herankommen. Du beseitigst das jeweilige Karma derer, die unablässig singen und dir dienen. Du vernichtetest den überheblichen Sura; du bist die wahre Erkenntnis, einzigartiger Speerträger von Tanikai! Du umarmst die Brüste der Feldhüterin, deren Worte süß wie Zuckersirup und Milch sind. Herr, Ewiger, Befreiter, Vollendeter, Vater, Kumara, großer Herr!
275 – Wann wird das törichte Reden still?
Dieser hautumschlossene Unterschlupf ist voller Unreinheit, ein Gefäß für Freude, Schmerz und Täuschung, ein mit Luft gefüllter Topf, angefüllt mit den drei Unreinheiten und Maya. Ich halte mich an viele religiöse Bücher mit Worten, die wie unverständliches Kinderstammeln erscheinen, und erhebe darüber lautes Geschrei. Der Leib, den ich angenommen habe, ist ein zusammengebundenes Gefüge von leidvollem Fleisch, Muskeln und Blut. Obwohl er abstoßend ist, begehre ich ihn und irre umher. Wird ein Tag kommen, an dem mein törichtes Reden endet? Du weiser, muni-gleicher Vater, den der ehrwürdige Herr verehrt, der Knochen beziehungsweise heilige Perlen, Schlangen und Asche auf seinem Leib trägt! Du mit zwölf kampfbereiten, berggleichen Schultern, Herr des blühenden Berges Tanikai, Sohn Parvatis und des heiligen Flusses! Junger Herr, du hilfst den Asketen, deren Augen, wenn sie etwas schauen wollen, deinen Tanz zu schauen verlangen. Befreiter, schwer erreichbar für jene, die dich nicht preisen, und leicht zugänglich für jene, die dich mit tamilischen Liedern loben, großer Herr![215]
276 – Lass ein einziges Licht die dunkle Kammer erfüllen
Sie bringen bei der Berührung das Herz zum Erbeben, hegen verderbliche Absichten, sind blinde Torinnen, junge Frauen voller List, glattzüngige Kleine, gewandt und streitsüchtig. Ganz von Täuschung durchdrungen sind sie, unverständig und unrein; sie verdrehen alles, weichen aus, reden sich heraus, verletzen die Freundschaft. Lass mich nicht in das Netz der käuflichen Brüste fallen. Vor denen, die zu ihnen kommen, zeigen sie reizvolle und schamlose Künste. Korallenfarbig geschmückt laden sie ein und treiben ihr Spiel, als zögen sie die ganze vom Chakravala-Berg umschlossene Welt in ihren Kreis. Wird ein Tag kommen, an dem du die begrenzten Bewusstseinszustände und Tattvas auflöst, die dunkle Kammer öffnest und ein einziges strahlendes Licht sich ausbreiten lässt? Lass gute Gnade in mich einströmen und schenke mir deine beiden Füße![216] Du jüngerer Sohn Umas, der treuen, smaragdgrünen Göttin: Im Tanz löscht sie alles Geschaffene aus, wenn die Zeit seiner Wirkung erfüllt ist; am höchsten Gipfel des Erhabenen tanzt sie. Du Neffe des schönen, hochgewachsenen Herrn mit Diskus und Muschel in den Händen, der Krieg führte und die feindlichen Rakshasas in Yamas Welt sandte; der Herr birgt die ganze Welt in seinem Bauch. Held auf dem Pfau! Du richtetest deinen Licht-Speer aus und schleudertest ihn: Das Meer erschrak, die Asuras zerbrachen und verbrannten, die Berge der Himmelsrichtungen wurden zu Staub. In einem Augenblick umkreistest du die Welt. Mit der kostbaren jungen Tochter des Bergvolkes vom Hirsefeld, mit ihren berggleichen Brüsten, und mit Shachis Tochter stehst du fest auf dem Berg des ruhmreichen Tiruttani, großer Herr!
277 – Du Arzt der Krankheit des Wiedergeborenwerdens
Ich versinke im unbeständigen Meer des Familien- und Weltlebens. „Das ist wirklich“, sage ich auf vielerlei Weise und mühe mich lange darin ab. Vor den Großen bin ich unaufrichtig; im Denken pflege ich nicht den Dienst an deinen Füßen und preise dich nicht. Schwere Krankheiten durchdringen den Leib; viele Wellen der Krankheit des Wiedergeborenwerdens schlagen über mir zusammen. Unruhig wie von Wahnsinn ergriffen taumle ich. Damit ich nicht weiter leide, schenke mir die Gnade, nach dem Ursprung der Geburt zu forschen, ihre Wurzel abzuschneiden, dich zu nennen und unter dem Schutz deiner Füße auf meinem Haupt gerettet zu werden. Du glückverheißender, guter Sohn! Du spielst voller Liebesfreude mit der Tochter des Bergvolkes und umschließt sie mit deinen schönen Armen. Ich, dein Diener, suche den Beistand des so freudigen Herrn. Lass mich glücklich werden. Ist das nicht deine Aufgabe? Wäre das für dich eine schwere Last, Murugan? Schenke jenen, die dich seit Langem verehren, die Gnade, Tiruppugazh nicht zu vergessen, es auszusprechen, dich hier auf Erden zu loben und so zu leben. Herr des heiligen Tiruttani, das wie Shivas Welt erscheint! Voller Erbarmen bist du der Arzt der Krankheit des Wiedergeborenwerdens, großer Herr!
278 – Das ewige Bewusstsein
Lass mich in dem, was ich mir vorgenommen habe, nicht fehlgehen; lass mich von der gefestigten Einsicht nicht abweichen. Lass die große Wahrheit nicht verloren gehen. Gewähre mir das erhabene, ewige Bewusstsein. Du bist den Menschen, die dich lieben, leicht zugänglich. Du Großer im hoch geachteten dreifachen Tamil! Du Jüngerer unter den geborenen Söhnen, großer Herr im heiligen Tiruttani![217]
279 – Verachte nicht die stillen Erkennenden
Tag und Nacht führe ich mit den Werkzeugen des Leibes Nahrung zu, atme und pflege so den Körper. Ich lese ein wenig in den alten Veden, in neuen Büchern und in vielen Puranas. Doch jene, die in der Wirklichkeit ruhen, deren Breite und Länge sich nicht bestimmen lassen, nenne ich „Toren“ und „Stumme“. Soll ich, ohne Erkenntnis, durch solches verächtliche Reden zugrunde gehen? Alle Welten nehmen bei dir Zuflucht. Tag für Tag trägst du auf der Brust nie fehlende rote Wasserlilien, Jasmin und Nipa-Blüten. Du roter, strahlender Speerträger, der du in meinem Tanikai wohnst! Du schleuderst den Speer: Der hohe Berg zerbricht, der Viergesichtige wird klein, Vasava kehrt aus der Gefangenschaft zurück, das dunkle Meer schreit auf und der große Mangobaum zersplittert, großer Herr!
280 – Schenke mir die Ausrichtung, die von Geburt befreit
Dieser Leib hat einen Kopf mit kräftigen Zähnen, starke Arme und Füße, die seine Last tragen. Liebevoll wurde dieser falsche Topf gebildet, dieser Ort tadelnswerter Handlungen, dieses Gefäß mit hungrigen Därmen, in dem die Furcht wohnt. Er ist ein mächtig aufgeblähter Blasebalg, ein künstliches Gebilde, gebunden durch die drei Fehler und die Sinne — ein Sack voller Krankheiten. Damit das Geborenwerden endet, in dem ich diese Last trage und versinke, schenke mir in deiner Gnade die rechte innere Ausrichtung.[218] Held, du beseitigst die unehrlichen Unterdrücker deiner Diener, die dich im Herzen tragen und aussprechen, und stellst deine Verehrer in den wahren Zustand. Du umarmst mit deinen herrlichen heiligen Schultern die gute Tochter des Bergvolkes auf dem prächtig gewachsenen Hirsefeld. Goldener Kumaresha, Sohn des Ewigen, der die feindlichen Rakshasas der drei mächtigen Städte lächelnd verbrannte! Großer Herr des heiligen Tiruttani, ausgezeichnet unter den Himmelsrichtungen und hochgerühmt im Tamil, das die Wege des Dharma klar unterscheidet!
281 – Deine Füße und die große offene Weite
Sie erinnern an alte Vertrautheit, rufen freundlich herbei und umgarnen einen mit süßer Rede. Sie umarmen einen nach allen Regeln ihrer Kunst, drücken zu, bis die Nägel Spuren hinterlassen, legen Gesicht an Gesicht und liebkosen. Hastig küssen sie, tauschen Speichel aus und mischen betörende Mittel bei: Mit solchen Listen treiben sie ihr Spiel, diese Frauen, die man in vieler Hinsicht gering nennt. Ich Tor habe mit Verlangen diesem verderblichen Tun nachgegeben; ich bin der beschämte, nutzlose, haltlose, betrügerische Dummkopf, dein Diener. Wird ein Tag kommen, an dem du mich deine rötlich goldenen Füße erreichen lässt, an denen sich die große offene Weite offenbart und alle Kräfte und die acht Vollkommenheiten mühelos zugänglich werden?[219] Auf dem Schlachtfeld schlagen Scharen großer, langgliedriger Geister mit eingesunkenen Augen Räder, tanzen und rufen „Kulili“. Du schleuderst die mächtige, diamantengleiche Shakti: Sura, der sich dir entgegenstellt, speit Blut und stürzt zitternd nieder; die Scharen der nächtlichen Dämonen werden vernichtet. Du ruhmreicher Held auf dem Pfau! Du streichelst die beiden Füße der in Blätter gekleideten Tochter des Bergvolkes. Auf ihrem runden Gesicht zeichnest du das Tilaka nach. Auf ihren triumphierend aufragenden Brüsten ordnest du Perlenschmuck und goldenes Geschmeide, das Brustband und die kunstvollen Ohrringe. Voller inniger Liebe wohnst du auf dem Gipfel des Tanikai-Berges, großer Herr!
282 – Lass mich deine Lotusfüße preisen
Mit zusammengezogenen Brauen, feinen Schweißperlen und einer Gänsehaut auf den runden Brüsten ziehen die Frauen mich an. Ich gerate in ihre kämpfenden Blicke, umschlinge sie und wälze mich mit ihnen, ein törichter, unwürdiger Mensch. Ich falle wieder in den Mutterleib, verliere die Worte des Gurus und lasse den Weg zum Ziel fahren. Willst du nicht an mich bösen Toren denken und mich deine siegreichen, ruhmreichen Lotusfüße preisen lassen?[220] Du kämpfender Speerträger, vor dem das wogende Meer erzittert und das trügerische Geschlecht der Asuras zugrunde geht! Deine Brust umarmt die berggleichen Brüste der zarten Ranke aus dem Bergvolk, nachdem du zu ihrem Hirsefeld gekommen bist. Kleine Trommeln schlagen ohne Unterlass, die großen Trommeln dröhnen. In dem auf Erden weithin berühmten, reinen Tanikai wohnst du, liebenswerter, schöner großer Herr!
283 – Freude im Lob deiner Füße
Ihre Augen beginnen Streit, übertreffen im geraden Flug den Pfeil, entkräften das gewaltige tödliche Gift und stoßen wie scharf geschliffene Schwerter zu. Sie reichen bis zu den Ohrringen, schneiden, durchbohren und bereiten überreiche Sinneslust. Lass mich nicht, von Verlangen nach ihnen gepackt, in Verwirrung und Verblendung geraten, von Kummer erschöpft werden und darin zugrunde gehen. Gewähre mir die Freude, deine goldenen Füße zu preisen, frisch erblüht und in den Veden gegenwärtig! Damit die Verehrer deiner beiden duftenden, blühenden Füße nicht im Gefängnis der Frauenblicke vergehen, kommst du ihnen zum Leben entgegen: Held, du reitest auf dem großen Pfau, dessen goldener Hals mit Edelsteinzeichnungen leuchtet. Gatte der herrlichen goldenen Tochter des Bergvolkes, deren Blatt-Ohrschmuck zwischen strahlenden Perlen sitzt! Du großer Herr derer, die dich im Wort und im Herzen als den auf dem blauen Berg strahlenden Velan verehren, den Speer in deiner Hand![221]
284 – Ein Floß über die Meere der Verstrickung
Mein Geist klammert sich an die mächtigen Brüste jener, die ständig auf Vermehrung ihres Gewinns bedacht sind. Tag für Tag irre ich verblendet umher: im immer dunkler werdenden Meer der Begierde, im unstillbaren Meer der Mutterleiber und im Meer der vielen laut streitenden Gelehrsamkeiten. Lass mich darin nicht weiter kreisen! Gib mir als Floß deine Füße, an denen Kadamba-Blüten ruhen und klingende Fußglöckchen ihren Glanz ausstrahlen.[222] Du sperrtest den überheblichen Veda-Schöpfer ein. Damit alle vierzehn Welten weiterleben, erhobst du in deiner heiligen Hand den einen Speer und kämpftest: Die sieben Meere und die sieben Hauptberge erbebten, und der mächtige Mangobaum fiel krachend allein zu Boden. Du Leben auf dem stolzen Pfau! Großer Herr in Tiruttani, wo Erkenntnis und die drei Formen des Tamil in Herrlichkeit gedeihen!
285 – Komm zur Geliebten und wecke ihr Bewusstsein
Immer stärker brennt es in ihrer Brust, bis die glänzende Perlenkette zerfällt und ihr Staub sich darauf legt. Immer wieder wälzt sie sich: Der zornige Liebesgott mit dem kämpfenden Bogen und der Haifischfahne richtet aus seinem Arm den scharfen Pfeil auf sie. Die spottenden Frauen und das Meer lassen sie dahinschmelzen; sie vermag nichts mehr zu tun. Damit ihre Treue nicht zerbricht, komm nahe zu ihr, schlafe mit ihr auf dem Lager und schenke dieser kostbaren jungen Frau wieder waches Bewusstsein![223] Du gabst den Göttern, die mit gefalteten Händen vor dir standen, ihre schöne Stadt mit den Blüten spendenden Wunschbäumen wieder zu eigen. Du legtest dem Gott auf dem leuchtend goldenen Kailasa den Sinn der Shruti so dar, dass sein Herz zustimmte. Held, du schleuderst deinen unvergleichlichen langen Speer, sodass das Heer der Asuras seinen Halt verliert und völlig vergeht. Kumara, großer Herr von Tanikai, dessen Felder voller weißer Muscheln und Perlen sind!
286 – Schenke der Wartenden deinen Blütenkranz
Der Liebesgott greift an, setzt den Kampf fort und schickt seinen frischen Lotuspfeil. Auf ihrer Brust steigt eine Gänsehaut auf; sie erschauert, und der Südwind treibt die Hitze immer weiter an. Auf den Straßen reden die Frauen zornig und streitend über sie; dazu geht der Mond auf. Hier auf ihrem Lager kann sie nichts tun, findet keinen Schlaf, fürchtet sich und ermattet. Dieser jungen Frau musst du deinen Kura-Blütenkranz schenken![224] Du bist den kostbaren Menschen des Bergvolkes nahe, die an wasserfallreichen Hängen rote Hirse aussäen. Kumaresha von gewaltiger Kraft, du nahmst den Speer in die Hand, trafst das Heer der Asuras und gabst den Göttern ihre Welt zurück. Du gingst in die Stadt der Wunschbäume, nähertest dich der dortigen Göttin und schlossest sie in deine Arme, du mit der heiligen Brust! Großer Herr von Tiruttani, dessen reiche, rötliche Reisfelder von perlentragenden Muscheln erfüllt sind![225]
287 – Befreie meinen Geist aus dem Netz der Blicke
Sie bewegen ihre Brüste wie goldene Krüge. Erst wenn das Geld aus der Hand des Besuchers bei ihnen angekommen ist, spielen sie ihre Kunst mit Vogelrufen und süßem Stammeln. Ein Schmuckpunkt leuchtet auf ihrer Stirn; um die schmale Taille winden sie das Gewand und lockern es wieder. Lass jene törichte Neigung in mir enden, die zu diesen Geringen läuft und sich im Netz ihrer Augen fängt. Schenke mir deine Gnade![226] Kokkarai, Saccari, Mattali, Ottu und Itakkai lassen ihren Klang erschallen. Kumaresha von Tanikai, du gewährtest dem Träger von Kranichfedern, Gebein, Schlange und Stechapfelblüten die geheime Unterweisung.[227] Dein Herz hängt an den berggleichen Brüsten der Tochter des Bergvolkes; ihre Worte sind süß wie Zucker und die drei köstlichen Früchte. Du Geschickter! Velan, du schlugst die gebündelten Köpfe der Rakshasas ab!
288 – Lass mich aus dem bloßen Bücherreden erwachen
Ich weiß nicht, wie man mit schmelzendem Herzen von der Herrlichkeit jener Bhaktas spricht, die deine goldenen Füße preisen und einen guten Stand erreicht haben. Ich lasse das bloße Bücherreden nicht hinter mir; ich denke nicht mit klarem, unverwirrtem Geist daran, dich in wahrer Einsicht zu loben. Früh bin ich auf dieser Erde geboren, habe dann meine Taten angehäuft und irre täglich leidend vor fremden Türen umher. Wird ein Tag kommen, an dem du mich ganz davon befreist, in dieser niedrigen Geburt festzuliegen, und mir wenigstens ein wenig Befreiung schenkst?[228] Siegreicher Held auf dem Pfau, Sohn jenes weisen Vaters, der der höchsten Göttin, dem Kind des Berges, liebevoll seine linke Hälfte überließ! Du wohnst auf dem wahrhaft heiligen Berg Tiruttani, wo Wissen und Wahrheit, Wort, Sinn und Klang der drei Formen des Tamil sich entfalten. Du umarmst die heiligen, nach Kampfer duftenden Brüste der Tochter des Bergvolkes vom wunschbaumreichen Feld, schön gezeichnet und vom Brustband umschlossen. Du zerschlugst zornig die Scharen der feindlichen Rakshasas und zerbrachst die Handfesseln, die dem Träger des Vajra angelegt worden waren, großer Herr!
289 – Gib mir die Gemeinschaft deiner Geliebten
Ihr Haar duftet nach Blüten, ihr Mund gleicht einer Frucht und ihre Stirn einem Stück des weißen Mondes. Ich suche ihre Nähe und gerate in ihren Zauber. Ich kümmere mich nicht darum, deine blumengleichen Füße singen zu können. Ich bin hochmütig, ohne Freigebigkeit und ohne inneres Erschrecken über mein Tun, geizig, ohne Verständnis für Gleichmut, ohne Liebe und unheilvoll. Ich komme nicht einmal an deinen heiligen Ort, um mich zu verneigen. Schenke nun auch mir die Gemeinschaft derer, die dir lieb sind![229] Du Neffe dessen, der für den König aus dem Kuru-Geschlecht als Bote ging; des wunderkräftigen Zwerges; dessen, der mit Verlangen Butter aß; des Trägers der Göttin auf der Brust; des Herrn der drei Gunas! Großer Herr von Tiruttani! Der Ruhm seines heiligen Teiches breitet sich täglich in alle acht Richtungen aus. Dieser Ort ist das Leben der Erde, die das wogende Meer umgibt.[230]
290 – Führe mich auf den rettenden Weg
Frauen mit berggleichen Brüsten, fischgleichen Augen, mondgleichen Gesichtern, schönem Pfauengang und Kuckucksstimmen lassen das Herz schmelzen. Auf dem Lager lockern sie ihre Gewänder und umarmen ihren Geliebten. Ich verderbter, charakterloser Tor erschöpfe mich in solcher Vereinigung; meine Krankheit kommt nicht zur Ruhe. Wird ein Tag kommen, an dem du mich auf den rettenden Weg stellst? Du mit dem wundervollen Speer, dessen Spitze durch die Gruppen der großen Berge drang und im Kampf erglänzte! Kumara, du Held auf dem Pfau, voller guter Eigenschaften, der du die junge Tochter des Bergvolkes umarmst! Du Gnadenreicher nahmst die Not der Götter fort, als sie auf dieser Erde Zuflucht suchten. Großer, erhabener Herr des Tanikai-Berges, wo dicht bewachsene Haine ihre Bäume emporheben!
291 – Jenseits von Tag und Nacht
Sie bringen ihre Gesichter zum Glänzen, diese Törinnen, Täuscherinnen, mit den Augen Erschreckenden, Stolzen und Diebinnen, die mit Worten betören. Ihre verschiedenen Künste und ihr Lachen machen mich starr vor Verlangen. Ich bin unverständig und ohne rechten Weg; ich halte diesen wurmgefüllten Leib für etwas Wertvolles und laufe umher, um sie zu umarmen. Damit die Not deines Dieners endet, erscheine mir, überaus schöner Sechsgesichtiger, Saravana! Lass mich den duftenden, honigreichen Blütenkranz auf deinen Schultern sehen, den smaragdgrünen Pfau von gewaltiger Schnelligkeit und den scharfen Speer. Gewähre mir jene einzigartige Wirklichkeit, in der Tag und Nacht verschwinden, das Heilige fest in mir wohnt und ich deinen Ruhm in nektargleichen Liedern singe, sodass die vom Schöpfer geschriebene Schicksalsschrift ihre Macht verliert![231] Du Kind der Göttin, die links in dem wohnt, dessen Lächeln die drei Städte in rauchendes Feuer setzte; der Fischertochter, der Tochter des Königs der Himalaya-Berge, der himmlischen Abhirami! Sie tanzt in der Halle „Timi-ttimi“, ist Bhagirathi, die schriftkundige Rudri, Bhagavati und Gauri. Wie Wort und Sinn sind sie und ihr Herr verbunden. Sie ist die jüngere Schwester des Hohen, der die Welt wie Nektar in seinem Bauch birgt; Parashivai, die das rechte Tun gedeihen lässt, die Edle, die uralte Spenderin des kraftvollen Tamil.[232] Mit dem Speer in deiner schönen Hand kämpfst du, bis die überheblichen Rakshasas zu Staub werden. In der goldenen Stadt Tiruttani, vor der die Götter sich verneigen, lässt du deinen Pfau tanzen, großer Herr!
292 – Vom Betteln zum Dienst an deinen Füßen
„Du bist die Wolke, die Sonne, die in vollem Licht strahlende Perle, der Liebesgott, der seinen Bogen spannt und rasch die Pfeile schickt. Du bist der Sohn, der seine kostbare Jugend hingab, der große Karna und dem göttlichen Wunschbaum gleich. Du bist die dunkle Wolke, die am Krokodilteich zu Hilfe kam, und der Herr mit sechs Gesichtern!“ So preise ich Menschen, die all dies nicht besitzen: „Alle Würden gehören euch; du bist Vijaya mit dem unvergleichlichen Bogen, du gleichst dem Berg, den die Sonne umkreist.“ Tag für Tag wandere ich zu Menschen mit steinharten Herzen von Tür zu Tür und singe solchen Ruhm. Gewähre mir, dass dieses Betteln endet, dass ich deine beiden Füße erreiche und zur heiligen Übung deiner nahen Diener gelange![233] Abhirami, der Pfau der Himalaya-Berge, brachte alle Welten in rechter Ordnung hervor. Mit dem großen Berg als Bogen verbrannte ihr Herr in einem Augenblick die Städte bei Atikai. Er gewährt ihr seinen linken Teil, ist von einzigartiger Feuergestalt, mit Worten nicht zu fassen und dem alten Tamil verbunden. Hari, Brahma und die Welt erkennen ihn nur schwer: Du bist das Leben dieses tanzenden Shiva! Du kämpftest mit deiner Waffe: Die festen Köpfe der nächtlichen Dämonen zerfielen, das Meer mit seinen brechenden Wellen trocknete aus, kopflose Rümpfe wälzten sich auf dem Feld und Blut strömte in großen Flüssen. Die Gipfelberge wurden zermalmt. Sonne, die die Dunkelheit vertreibt, höchster Guru! Du kommst auf dem jungen Pfau und wohnst strahlend im einzigartigen Tanikai, großer Herr!
293 – Komm, sobald ich an dich denke
Frauen mit aufgestecktem Haar und kunstvoll geformten Worten betören mich mit den Augen in ihrem leuchtenden Gesicht, mit dem Gewand, das sie über ihren berggleichen Brüsten bewegen, und mit ihrer schmalen Taille. Lass mich nicht täglich auf Erden umherirren, um mit ihnen auf dem Lager zu liegen und sie zu umarmen. Komm auf deinem mächtigen Pfau, sobald ich an dich denke, und schenke mir deine beiden blumengleichen Füße! Du heiliger Neffe Raghuramas, der zornig den Pfeil auflegte und losschoss, sodass die gekrönten Köpfe des Zehnköpfigen fielen; des strahlenden Hari, der diese Erde mit einem einzigen Schritt maß! Die Fische aus den Teichen schnellen in die Felder und lassen dort die üppigen Bananenstauden sich neigen. Saravana, großer Herr, der du im stolzen, schönen Tiruttani erblühst!
294 – Komm noch heute zur Wartenden
Der Liebesgott hält den Zuckerrohrbogen, aus dem glänzende Perlen hervorspringen, und schießt ohne Unterlass seine Blütenpfeile. Der Mond erhebt sich im Hof des heiligen, perlentragenden Meeres und wirft seine Strahlen voraus. Damit diese goldene, rankengleiche junge Frau nicht unter all dem ermattet, was das Verlangen nährt und den spottenden Frauen Freude macht, musst du noch heute in das siegreiche Tiruttani kommen, dessen Ruhm in jede Richtung reicht![234] Du mit dem Strahlenspeer, der in großem Zorn den hohen Berg im Norden durchbohrte! Mit strahlender, kräftiger Brust preist du die Tochter des Bergvolkes, begehrst ihre Brüste, umarmst sie und schmilzt in Liebe. Deine Füße trägt der höchste Herr im Herzen, der in göttlicher Entrückung Stechapfelblüten im verfilzten Haar trägt. Du zerhacktest jene, die dir im ringsum wogenden Meer entgegentraten, großer Herr!
295 – Von den Wellen der Begierde zu deiner Liebe
Ihre Brüste bekommen eine Gänsehaut; die Armreifen gleiten an den Händen und klingen. Im wolkengleichen Haar steigt der Duft des Adlerholzes auf. Die nektargleichen Worte stocken, die sanften Augen schließen sich und das mondgleiche Gesicht wird feucht von Schweiß. Auf dem duftenden Lager lockert sich das Gewand; die rankengleiche Taille beugt sich. Die Körper werden eins, die Herzen schmelzen und füllen sich mit Verlangen. Die Ufer der Vereinigung zerbrechen, und ich werde von den Wellen der Lust hin und her geworfen. Werde ich deine Liebe empfangen, sodass die Unruhe dieses Umhergeworfenwerdens endet? Speerträger, du kämpfst, bis die Front der Asuras zerbricht, vor denen die Götter zitternd „Schutz!“ rufen. Im Inneren des schönen, gewaltigen, Wellen werfenden Meeres wütet Feuer; das Weltall erbebt und birst. Du Sohn des großen Herrn, der den Mond, den Fluss, Tumpai-Blüten, junges Aruku-Gras und duftenden Konrai in seiner Haarkrone trägt! Großer Herr auf dem Tanikai-Berg, vor dem die giftige fünfköpfige Schlange sich verneigt!
296 – Im höchsten Licht verweilen
Frauen, schön wie Lotus und Pfau, schmücken sich mit stark duftenden Blüten. Ihr geöltes dunkles Haar gleicht der Regenwolke und löst sich; auf ihren schweren, gleichmäßig gerundeten Brüsten steigt eine Gänsehaut auf. Die Armreifen klingen, und ihr Lächeln aus Perlenzähnen strahlt junges Mondlicht aus. Vor Erregung stocken die Worte, die Taille beugt sich, die beiden runden Bogenbrauen krümmen sich. Auf dem Blumenlager, das mit Adlerholz, Moschus und Duftwasser bereitet wurde, werden die langen Augen rot; sie kämpfen mit den leuchtenden Edelstein-Ohrringen um Schönheit. Im Kampf der Liebe verzehren sich Stärke und Wohlgestalt. Mein stolzes Herz zerfließt; das Haar wird grau, bis der ganze Leib reif zum Verfall ist und fällt. Willst du nicht an mich denken und mich in das eine höchste Licht eintreten und dort verweilen lassen? „Cekutakeṇa keṇacekuta cekkucce kuccekuta, kirutaceya ceyakiruta tokkutto kuttokuta, ṭimiṭaṭimi ṭimiṭimiṭa ṭiṭṭiṭṭi ṭiṭṭimiṭa – ṭiṭitītō; tirikaṭaka kaṭakatiri tittikra titrikaṭa, timirtatimi timirtatimi tittitti tittititi, ceṇuceṇuta taṇaceṇuta tattitti kutrikuṭa – tatitītō; takuṭatiku tikuṭatimi tattatta tittikuṭa, kukukukuku kukukukuku kukkukku kukkukuta, tarararara ririririri ṟiṟṟitta ṟiṟṟiriri!“ So erklingen zu beiden Seiten viele große rhythmische Trommeln. Selbst die ehrwürdige Bhairavi erschrickt und staunt im Herzen. Du kundiger Herr des Pfauentanzes auf dem hohen Tanikai-Berg![235]
297 – Denke an die einsame Tochter
Das Meer, auf dem die Schiffe fahren, schiebt überall seine gegeneinander kämpfenden Wellen heran und lässt sie laut anstoßen. Der listige, hartherzige Liebesgott schickt seine fünf Pfeile wie Feuer. Die zarte Tochter, aus meinem beschämten Leib geboren, tugendhaft wie eine schlanke Ranke, weich wie Baumwolle und schön wie ein Pfau, verbrennt darüber in ihrem Herzen. Willst du nicht an sie denken, die in ihrer Einsamkeit zu sterben droht?[236] Überall stehen Kokospalmen und Bananen dicht in den Hainen. Die Bienen sammeln sich und singen „Ten-ten tena-tena“, und die Pfauen tanzen prächtig dazu. In den wasserreichen Quellteichen schenken die Kuvalai-Pflanzen immerfort ihre berühmten Blüten. Du stehst im goldenen südlichen Tanikai und vermagst alle sieben Welten immer neu hervorzubringen, großer Herr!
298 – Gib mir deine Füße, bevor die Todesboten kommen
Meine Frau mit den runden, leuchtenden Brüsten, die noch nach Milch duftenden, lallenden Kinder, die alte Mutter, mein Ort und mein Land, der von mir gepflanzte Garten, das Haus, der Besitz und der erworbene Reichtum, alle übrigen Verwandten und mein Verstand werden mir fremd. Bevor die törichten Todesboten auf ihrem großen, rasch herangetriebenen Büffel mich fesseln und rufen, schenke mir deine Füße! Sie leuchten in der Shruti und im Kura-Blütenkranz. Lass mich zur Wohnstatt der Befreiung gelangen und zu einem Befreiten werden.[237] Bräutigam der strahlenden jungen Elefantin, Tochter des Elefanten mit Stirnschmuck, vier großen Stoßzähnen und langem Rüssel! Velan von Tanikai, du umarmst die Schultern der jungen Tochter der Waldjäger, die bei der Feldwache auf einer grünen Bambusplattform steht. Du schleuderst den Speer, dass die acht mächtigen Berge und die Elefanten der Weltrichtungen mit ihren herabhängenden Rüsseln erbeben. Denen, die dich nicht preisen, bist du schwer zugänglich; du Befreiter, denen, die dich mit tamilischen Liedern loben, bist du nahe, großer Herr![238]
299 – Lass meinen Charakter dem Lob deiner Füße entsprechen
Die jungen Männer werden von den Seitenblicken der Frauen betört, deren Augen denen der gestreiften Hirsche gleichen. Durch diesen Zauber verwirrt sich mein Verstand; ich gebe ihnen das Geld, das ich habe, werde arm und spüre das brennende Feuer im Bauch. Ich verbünde mich mit einem, mache mir einen anderen zum Feind, suche einen dritten eifrig auf und strecke dort bittend die Hand aus. Mir schlimmem Sünder schenke einen edlen, aufrichtigen Charakter, damit ich deine Füße besingen kann! Du freust dich, wenn man den Kranz tamilischer Lieder, den Arunagirinatha entfaltet und gesprochen hat, mit großer Kraft und Frucht rezitiert. Du Dichter, der ein tamilisches Lied sang, durch das der Gemahl der einen Frau wiederhergestellt wurde und die zornigen Jainas auf den Pfahl kamen![239] In deiner heiligen Hand hältst du den scharfen Speer, der die stolzen, kämpfenden Sura-Geschlechter bis zur Wurzel schlägt. Großer Herr auf dem schönen Tiruttani-Berg, mit seinem heiligen Quellteich voll blauer Blüten!
300 – Strahlende Füße vor dem Erlöschen des Lebens
Frauen mit geschmückten, vom Brustband umfassten Brüsten und langen Haaren wie dunkle Wolken sprechen liebkosend wie junge Kuckucke. Auf der Straße treten sie prachtvoll entgegen, Meisterinnen der Betörung, mit überaus schönen, fischgleichen Augen, reinem Gold gleich. Durch ihren Zauber schwindet bei denen, die ohne gefestigte Erkenntnis und Bildung sind, das klare Bewusstsein. Bevor auch mein Verstand ganz erlischt und ich mein Leben verliere, erscheine auf dem Pfau mit der Hahnenfahne und schenke mir deine Füße! Die Wissenden preisen ihren wachsenden Glanz, der zehn Millionen Sonnenstrahlen gleicht. Speerträger, du schlugst im Kampf tapfer die Köpfe der Suras auf die Erde und gabst ihr Blut den Scharen der Geister zu trinken. Die springenden Fische lassen die Büschel der Arekapalmen fallen; sie drängen gegen dicht stehende Bananenstauden, und der reife rote Reis fällt in den unzähligen Feldern aus. An allen Berghängen steigen Haine empor. Wer sich schon aus der Ferne verneigt, dessen Tatenlast zerfällt. Blütenreiche Türme und Hallen umgeben die schönen Straßen voller Girlanden und Torbögen; Tempelwagen ziehen durch die große Stadt. Großer Herr des weiten Tanikai, das die Himmlischen selber preisen!
301 – Die Kunst, deinen Ruhm zu singen
Die Brüste der Frauen werden zum Anlass neuer Tatenbindung; ihre Augen treten den Pfeilen des Liebesgottes entgegen. Ich gehe in den erbitterten Kampf der Begierde, kehre zurück und versinke in Leid, fern von wahrem, kraftvollem Glück. Lass mich nicht mit schweren Sorgen in jedes neue Grab des Mutterleibs stürzen, in die Tiefe immer neuer Geburt. Schenke mir die Kunst, den Ruhm deiner Füße zu singen, den kundige Dichter in geformten Melodien verkünden! Du gingst zum Feld und umarmtest mit deinen schönen Armen die rankengleiche Tochter der Bergjäger mit dem starken Bogen, Velan! Der Berg brach entzwei, das Meer geriet in jähe Erregung und der Himmel bebte, als du im Zorn die mächtige, feste Brust Suras aufrissest und kämpftest, kraftvoller Speerträger. Großer Herr von Tiruttani, wo sich jene versammeln, deren Gedanken beim Singen des Tiruppugazh verweilen![240]
302 – Komm auf dem grünen Pfau
Der Liebesgott spannt den Zuckerrohrbogen, um zu siegen, und schickt seine Pfeile mit voller Gewalt. Der Mond breitet am offenen Himmel, auf Straßen und Plätzen, von seiner runden Scheibe feuriges Licht aus. Lass mich nicht zugrunde gehen unter diesen Angriffen, unter den vielen geschwätzigen Frauen, die Beschimpfungen gelernt haben, und unter dem Tosen des ringsum liegenden Meeres. Schenke mir Hingabe, gib mir Befreiung und komm auf deinem herrlichen grünen Pfau![241] Held, dessen Füße im Herzen des erhabenen Tänzers wohnen, dessen Stirnauge den Liebesgott verbrannte! Deine Brust umarmt täglich voller Verlangen die wahre Tochter des Bergvolkes, deren Brüste duftenden Lotussen gleichen. Murugan, du bleibst immer in dem heiligen Tanikai, umgeben vom wogenden heiligen Meer. Du löstest die Gefangenschaft, in die die hochgewachsenen Asuras die Götter geworfen hatten, und ließest die acht Berge und alle Erdgegenden erbeben, großer Herr![242]
Kunrutoradal – der Herr der vielen Berge
303 – Wohne gnädig in meinem Herzen
Wann werde ich, dein Diener, mich vor deinen klingenden Füßen verneigen und in deiner Furchtlosigkeit Zuflucht finden? Damit ich diesen Stand erkenne, wohne in meinem Herzen als Gnade. Lass Leid und Zweifel sich auflösen! Kind Umas, die eine Hälfte jenes Herrn bildet, der ohne Gegenüber tanzt! Du spielst an deinen heiligen Wohnorten und thronst auf vielen Bergen, großer Herr!
304 – Der Herr der vielen Berge
Auf deinem Pfau durcheilst du in einem Augenblick die sieben strahlenden Welten. Die Götter preisen und verehren deine Füße; du schleuderst den unvergleichlichen Speer, sodass die Asuras fallen. Murugesha, du erklärtest auf ehrfürchtiges Bitten den einzigartigen Sinn der Liebesdichtung in dem von den Pandya-Königen gepflegten Tamil. Ist es recht, dass diese junge Frau, die deine Blütenfüße verehrt, vor Sehnsucht erbleicht und ermattet?[243] Die jungen Frauen des Bergvolkes tauchen ins Wasser, schöpfen viele verschiedene Edelsteine, Perlen und dicht gewachsene Korallen und schütten sie geordnet aus. Schöner Herr des alten Berges, Gurunatha! König, du wohnst im Herzen derer, die in deine Gnade eintauchen, sodass ihre lange eingeübten Tatenbindungen zu Staub werden. Du schickst das eine Geschoss, das den großen Berg zerteilt. Großer Herr, dem die vielen Berge gehören![244]
305 – Schenke mir die Stille des Samadhi
Die Frauen versetzen die Menschen auf Erden in solche Leidenschaft, dass sie ein Madal schreiben. Sie treiben ihre listigen Liebesspiele: mit blumengeschmücktem Haar, den beiden Brüsten, der nachgebenden, blitzgleichen Taille, dem Gewand, dem schönen Gang, ihren Worten und Blicken. Soll ich, dein armseliger Diener, verwirrt wie ein hilfloses Kind und gering wie ein Hund, dadurch immer weiter ermüden und die Besinnung verlieren?[245] Komm und schenke mir den Samadhi, in dem das Denken still wird: das weitreichende Geheimnis, das selbst wahre Erkennende, die frei wie Vögel ziehen, und schweigende Weise nicht einfach erreichen. In der Atemfüllung werden Bindu und Nada eins; doch dies lässt sich nicht aussprechen, nicht ergreifen und nicht im Denken umfassen. Du höchst Erbarmungsvoller, schenke mir diesen deinen Zustand![246] Du bestiegst den blauen Pfau, um die Heere der nächtlichen Dämonen zu vernichten, die ihre Gefangenen nicht freiließen. Du wunderbar Kraftvoller, von Erbarmen erfüllt! Die kühle Kaveri aus den Bergen von Kodagu wälzt lange Wellen wie das Meer. Auf dem von ihr geschmückten Trishiramalai wohnst du, Held! Herr der Bergjäger im Kurinji-Land, jüngerer Bruder des ursprünglichen Vinayaka, Herr der Kaveri, Herr schöner Gestalt, Herr Deivayanais! Geliebter unserer hirschgleichen Valli, Herr der Götter, höchster Guru des Herrn der Gauri! Du Gebieter, der alle herrlichen Berge bewohnt!
306 – Ein Wort aus deinem Mund
Lass mich nicht das Vermögen und die Orte geiziger, betrügerischer Toren suchen und sie in Manjari-, Kovai-, Boten- und vielen anderen Gedichten preisen: „Ihr seid Pari und Kari, ruhmreiche Spender!“ Lass mich nicht wie ein berufsmäßiger Schmeichler nutzlos zugrunde gehen. Schenke mir ein Wort aus deinem roten, reifen Fruchtmund, aus dem Erkenntnis hervorquillt! Dann kann ich täglich in edlem Tamil deine roten Füße besingen, ihre klingenden Glöckchen, den Nipa-Blütenkranz, den mächtigen Speer, den Pfau und deine sechs Gesichter und dadurch gerettet werden. Du gelehrter Sänger, Spender der Erkenntnis-Asche! Du sprachst, sodass die Krümmung und das brennende Fieber des Pandya-Königs verschwanden und die unverständig streitenden Jainas mit ihren Pfauenfedern an den grausamen Pfählen endeten.[247] Auf den grünen Feldern, durch die Elefanten und Yalis streifen, versammeln sich die Menschen des Bergvolkes, tanzen in göttlicher Ergriffenheit und verehren dich. Du suchtest ihre Nähe und gabst ihnen Leben; mit ihnen liebst du das machtvolle Spiel von Berg zu Berg, großer Herr!
Die sechs heiligen Wohnstätten
307 – Die Zuflucht bei deinen beiden Füßen
Mit Augen wie ein bewegtes Meer werfen sie ihre Netze aus: gefährliche Täuscherinnen und große Sünderinnen, gewandt in ihren Künsten. Sie sprechen immer neue berauschende Worte, verkehren mit Toren, lehren unrechtmäßige Künste, verkaufen ihre Liebe und ruinieren die Häuser junger Männer. Ich Falscher und Törichter falle freudig an die schweren Brüste dieser grausamen Frauen. Schenke mir nun die Gnade, deine beiden Füße zu erreichen![248] Sechsgesichtige Gestalt, Sohn Pashupatis, der das bewegte Wasser auf seinem Haupt trägt! Gnädiger Gurunatha, kluger Held, du schleuderst deinen furchtbaren Speer, damit die Geschlechter der Asuras vergehen und die Götter ihren eigenen Ort zurückerlangen. „Du bist der höchste Shiva-Guru, den Brahma, der Oberste, nicht erkennt“: So tragen die Scharen deiner Diener dich auf Erden im Denken. Du Ursprung von allem, wohnhaft an den sechs heiligen Stätten, reitend auf dem mächtigen Pfau, großer Herr!
308 – Auch ich möchte dein Diener sein
Lass die mit so viel Erniedrigung verbundene Geburt nicht wieder an mich herantreten. Schenke mir die Gnade der Erkenntnis, damit auch ich dein Diener bin und meine Tatenbindung endet. Überwinde die Scheu und erweise mir dein Erbarmen! Du empfängst den höchsten Anteil an den Gaben und der Askese deiner Verehrer. Murugan, Bruder der edlen Sharada! Du Junger, der die heiligen Hymnen gewährte, großer Herr, der du an den sechs heiligen Wohnstätten erstrahlst![249]
Kanchipuram – Kacci
309 – Jenseits aller begrenzenden Prinzipien
„Er ist der Herr mit den goldenen, vom Vetci-Kranz geschmückten Schultern. In überströmender Freude umschließt er Deivayanai so fest, dass ihre Brüste sich an seine Brust drücken und der Kranz in der Umarmung zerknittert. Er geht zu Valli, dem schönen Papagei im Wald des Bergvolkes, schmilzt vor Liebe, verneigt sich zu ihren Füßen und ermattet in seinem Verlangen. Er hält die Shakti in der Hand, ist der Ewige, Kumaresha. Er nimmt die Trauer derer fort, die ihn in reiner Hingabe preisen, und ist der Gefährte, der den grünen Vogel lenkt.“ So möchte ich dich verehren, mein Verlangen stillen und deinen Ruhm singen. Blicke auf mich, damit ich jenseits der ganzen Folge der Shruti, jenseits von Turiya und jenseits der Grenze stehe, an der alle Tattvas verschwinden![250] Der höchste Herr drang in den ordnungsgemäß eingerichteten Feuer-Opferplatz ein. Er schlug zu, sodass der diskustragende Gott und der Lotus-Schöpfer erschraken, stieß der Sonne die Zähne aus und schnitt dem Kuckuck die kräftigen Flügel ab. Die Heere der acht Richtungswächter wurden erschlagen und vernichtet. Das Leid der wunderschönen, ihrem Gatten treuen Tochter sollte enden. Daksha fiel ins Feuer und ging beschämt zugrunde; die Brahmanin verlor ihre Schönheit, wurde entstellt und musste sich schämen. So zürnte der höchste Herr und vollbrachte damals seinen Sieg. Selbst dieser Herr verehrt dich, der du in Kacci stehst, großer Herr![251]
310 – Vom geliehenen Lob zur wirklichen Verehrung
„Du bist der Berg der goldenen Schultern, geschmückt mit Armreifen, schönem Kadamba und Vetci. In der Lotus-Hand hältst du die zornige rote Shakti, die selbst den listig ins Meer geflüchteten Mangobaum zu Staub machte. Du bist Kumara!“ So sollte ich dich verehren, solche Gedichte sprechen, lernen und ganz darin aufgehen. Stattdessen gehe ich zu den Menschen der Welt, schmeichle und sage: „Deine gebende Hand gleicht dem Wunschbaum; du bist makellos, du bist Kumanan, der alles Gewünschte gewährt.“ Blind durch das Betteln nehme ich all diese Mühe auf mich, stehle Sinn und Klang anderer Worte, füge passende Wendungen zusammen, prahle und schreie. Wird diese Verwirrung denn nicht endlich klar werden?[252] Janaka empfing liebevoll die junge Sita. Ihre einzigartige Treue regiert wie ein machtvolles Rad. Damit die ganze Gefolgschaft Lankas verbrannte, schoss ihr Herr den einen Pfeil auf die zehn strahlenden gekrönten Köpfe des zornigen, kampfstarken Rakshasa und nahm die Hindernisse der Götter fort. Dieser Herr, die Sonne, der Herr des Himmels, Shukra, der Mondträger, die Wächter der Himmelsrichtungen, Agastya, der Viergesichtige, der vielgerühmte Vasishtha, die Gesamtheit der Veden und die Welt verehren dich. Ebenso die Herzen der reinen Bhaktas, jene, deren Tun still geworden ist, und die anderen; auch Shiva verneigt sich vor dir. Du stehst in Kacci, großer Herr!
311 – Innerlich gesammelt statt im Streit der Schulen
Dieser stinkende Leib ist ein Gerüst aus zusammengefügten Knochen, Blut und dicht verschnürten Nerven. Wie ein zusammengebauter Käfig ist er eine wechselnde Gestalt der Tatenbindung. Im leidvollen Meer der beschämenden Geburt schlagen die hohen Wellen der Verblendung gegen dieses kleine Floß, das in den Strudel gerät und kreist. Eine trügerische Behausung ist er, in die die inneren Werkzeuge einziehen; beim Tod verbrennt die Hütte. Eine unreine Höhle trägt man umher und taumelt damit in alle acht Richtungen. Die Welt wird studiert, man schreit und erschöpft sich im Gedränge der religiösen Schulen. Blicke auf mich, damit ich diesem Gedränge entkomme, die rechte Haltung gewinne, nach innen gelange und gesammelt in Übereinstimmung ruhe![253] Kumaresha, an dem sich Shakti erfreut: die dreiaugige, treue Wunschbaum-Ranke, die die Welt hervorbringt, schön in Grün, mit Perlenschmuck an den Hüften! Du Gurunatha mit Füßen, die selbst der höchste Herr verehren darf; dieser schenkt Vollkommenheit den Liebenden, die das Acht-Silbige beständig preisen und in Selbstvergessenheit aufgehen.[254] Dein Herz wird weich vor Vallis Lotus-Händen mit ihren Armreifen, ihrer Taille, den geordneten Locken ihres Haares, den wie geschliffene Koralle geformten Lippen und den vom leuchtenden Brustband umfassten Brüsten. Du Reiner, vor dem sich die Rik-Verse und die Götter verneigen, großer Herr, der du in Kacci stehst!
312 – Der verborgene Reichtum des Gotteslobes
„Er schleuderte seine Shakti in den gewaltigen Krauncha und vernichtete damals das Heer der Asuras. Er schlug den auf dem blättrigen Lotus sitzenden Brahma auf den Kopf, legte ihm Handfesseln an und wurde der Gott, der die Himmlischen regiert. Der große, wunschbaumgleiche Rüsselträger, den die liebevoll Lernenden umschreiten, nahm ihn einst an der Hand: dieses einzigartige Kind, das der Vater der Welt ist. Er sagt dem jungen Papagei auf dem Hirsefeld Worte des Verlangens. Er ist der Schutzherr, der neue Gefährte der Bhaktas, der mit den vielen mächtigen Schultern, an denen Vetci-Blüten duften.“ Werde ich solche Worte lernen, die Neigung zu anderen Lobreden verlieren und jenen unvergleichlichen Reichtum erlangen, der in jedem Gedicht verborgen ist und im Sinn süß wie Zuckerrohr wird?[255] Ravana kämpfte gegen die acht Richtungselefanten mit ihren feuerwerfenden roten Augen; Bruchstücke ihrer Stoßzähne schmückten seine einzigartige Brust. Fest packte er den goldenen Kailasa an der Wurzel und wollte ihn ausreißen. Da zerdrückte der Berg seine zweimal zehn mächtigen Schultern: Er war nicht einmal dem Sesamkorn einer Zehenspitze Shivas gewachsen. Doch der große Herr schenkte dem siegreichen, furchtbaren, zehnköpfigen Rakshasa ein Schwert. Den Berg, auf dem dieser Herr und die Göttin vereint beieinander wohnen, den südlichen Berg des wahren Gurus und Tanikai hast du als deine Stätten empfangen. Du stehst in Kacci, großer Herr![256]
313 – Ohne reine Hingabe bleibt der Kummer
„Er trägt einen schönen Vetci-Blütenkranz, lenkt sein Reittier rings um die Enden der Himmelsrichtungen, befreit die Götter des Himmels aus der Gefangenschaft und ist das Kind, das in der Ganga lebt.“ Ich besitze nicht einmal ein wenig jener großen Hingabe und kunstvollen Dichtung, mit der ich dich so voller Verlangen verehren könnte; die Reinheit des Herzens entsteht nicht. Ich mühe mich um Gefolgschaft und herrschaftlichen Rang, lerne allerlei Lehrsätze, und der Streitstolz meiner Argumente vergeht nicht. Ich habe jenes höchste Gelübde nicht gewonnen, durch das die Menschen, die den höchsten Stand erreichen, in Selbstvergessenheit alle Bindung ablegen. Wie soll mein Kummer sonst enden?[257] An der Seite des hohen, einzigartigen Shiva, der die gefleckte, rotköpfige Schlange um die Hand gebunden hat, steht die Wunderbare. Sie trägt Lotus und Dreizack; ihre Worte gleichen süßem Zuckerrohr. Ihre Brüste sind wie aufbrechende Kapittha-Früchte. Sie ist Antari und die glückverheißende Bhadra, die große Shakti, für niemanden leicht zu erkennen.[258] Der göttliche Verrückte liebt diese treue, grün erstrahlende junge Frau, diese Ranke mit Lotus-Händen. Du bist ihr Leben! In deiner Hand ist die Shakti, die selbst den Berg spaltet, der an das Weltenei Brahmas stößt. In immerwährender Herrlichkeit stehst du in Kacci, großer Herr!
314 – Lass mich die Wahrheit erkennen und weitergeben
Die Bhaktas preisen die Wirklichkeit: „Kumara mit den Schultern, die zur jungen Frau des Hirsefeldes passen!“ Sie ist das Gemeinsame, das alle Vorstellungen des Herzens, alles Weitere und sämtliche sechsundneunzig Tattvas durchdringt und dennoch an nichts haftet. Tag für Tag streiten die sechs Schulen zornig über diese eine Wirklichkeit, geraten aneinander und schlagen mit den Händen zu. Keiner von ihnen erkennt leicht diese Wahrheit. Damit ich sie schaue, deine Taten besinge und sie in allen Richtungen lehren kann, nimm mich ein wenig in deinen heiligen Willen auf! Wann schenkst du mir eigens deine goldenen Lotusfüße, an denen kleine Glöckchen klingen und Vetci-Blüten duften?[259] Für seinen großen, schweren Bauch verschlingt der heilige Mund des Elefantengesichtigen Sesam, Puffreis, Appam, Früchte, Knollen, Zuckerrohr, Zucker, dreiaugige Kokosnüsse, Kichererbsen, Kandis und Pittu. Er ist wunschbaumgleich, mit großem, Nahrung ergreifendem Rüssel, drei Augen und einem Stoßzahn, unser Siegreicher, ein goldgefleckter Berg. Die ihn gebar, ist die heilige Frau im Chakra der eins und acht Bereiche, Gauri im rotgoldenen Seidengewand, die junge Mutter des uralten Weltenalls. Sie lässt die Verehrenden den Wellen der Wiedergeburt entkommen. Sie wurde die Gemahlin des Herrn Kampa; an ihrer Seite empfingst du den Segen zum Verweilen und stehst in Kacci, großer Herr![260]
315 – Die Gnade des Standes ohne Eigenschaften
„Saravana trägt die furchtbare, von Blutspuren glänzende Shakti. Er ist der Verborgene, der sich im Herzen versteckt, der Herr des siegreichen Hahns, mit Lotusfüßen in unvergleichlichen Heldenringen. Er ist der Herr des Schlangenhügels, der König von Palani, der Sieger von Kacci und der Gebieter des ummauerten Vanci.“ So möchte ich in edlem Tamil singen, mit mangelloser Liebe und mit der Geduld, die Fehler abschneidet. Ich möchte das eigensüchtige Denken aufgeben, alle meine Eigenschaften vergehen lassen und jenen Stand erreichen, in dem keine begrenzende Eigenschaft mehr bleibt. Wird mir nicht wenigstens ein wenig Gnade zuteil, damit ich alle Bindungen loslasse und den Guru-Stand verwirkliche, in dem reine Bhaktas zielgerichtet ruhen?[261] An den Füßen deiner Mutter duften zusammen die Mondsichel, Karantai-Blüten, Schlange, Stechapfel, Schädelknochen, Wasser, Kranichfeder, Rudraksha und der heilige Konrai, zu dem Brahma einst nicht hinaufgelangte, samt allem anderen Schmuck des verfilzten Haares.[262] Sie ist die Ranke mit Lotus-Händen, dreiaugig und süß wie Zuckerrohr, Spenderin der rechten Wirklichkeit. Ihre schönen aufragenden Brüste übertreffen den Lotus im guten Teich. Sie ist die wissende Tripurai mit dem schönen Papagei auf der Hand, die glückverheißende Frau mit roter Seide um die Taille, die schöne Durga, Shakti, die reine grüne Göttin, schwer für irgendjemanden zu erkennen. Du bist ihr Kind, großer Herr, der du deinen Dienern Vollkommenheit schenkst!
316 – Die Reife für das Ende der gedanklichen Unruhe
Ich möchte den Berg mit den dicht wachsenden roten Wasserlilien, seine anderen heiligen Wohnorte, den einzigartigen roten Strahlenspeer, der den Berg spaltete, und die ganze Schar deiner mächtigen Schultern klar im Herzen sehen. Ich möchte die Einsicht gewinnen, die diese verwirrende Welt als einer Wasserblase gleich erkennt, und lernen: „Er ist der Gott, der dem Vater den Sinn der Freiheit von Bindung erklärte; er nimmt den Bhaktas ihre Furcht und schenkt ihnen Liebe; er ist der große Herr im schönen Kacci.“ Wann gewährst du mir Einsamem jene Reife, mit schmelzender Liebe zu lernen, das Tun des Geistes still werden zu lassen und das zu erreichen, was dann erreichbar wird?[263] Vishnu ist der Kleine, der doch größer als alle Genannten ist. Er ist der Löwengesichtige, dessen Mähne in alle Richtungen reicht: Er stieß in Hiranyas Leib und riss die roten, fleischigen Eingeweide heraus. Hiranya hatte den Worten des kleinen, wahrhaftigen Kindes widersprochen, vor dessen Rede selbst sein Lehrer Shukra erschrak. Er ist Murari, der auf der Schlange mit den leuchtenden Flecken ihres Haubenschildes schläft, der berggleiche Diskusträger von der schönen Farbe einer reinen Regenwolke, der Vater der Welt, der Tänzer mit der heiligen Muschel in der Hand und der einst die Gestalt einer jungen Frau annahm. Selbst dieser gepriesenen Wolke gewährst du Vollkommenheit, großer Herr![264]
317 – Dienst, der aus dem Herzen kommt
Hari und Brahma bringen Blumen; die Götter versammeln sich und verneigen sich. Deine Waffe durchdringt das Hindernis, stößt in die Leiber der Asuras und zerbricht sie. Zehn Millionen Geister stehen beisammen, rufen rhythmisch „Titti“, schlagen vielerlei Instrumente und singen mit Antari und Kucchari. Sie erbrechen sich aus ihren Pferdegesichtern, rollen die roten Augen, tanzen kreisend, sprengen die acht Richtungen und drängen auf das Schlachtfeld, wo sie sich zum Tanz versammeln.[265] Werde ich deiner kämpfenden Shakti und deiner Lotusfüße gedenken und danach „Saravana, Goldener von Kacci!“ rufen, sodass mein Dienst wirklich ins Herz gelangt? Deine Mutter hat große, kühle, mit Schmuckband umfasste berggleiche Brüste und eine kleine Taille, schmal wie eine Vanci-Ranke. Ihre Kehle trägt die ungeteilten musikalischen Bewegungen von Kaikkilai, Tuttam, Kural und den anderen Tönen; ihr Mund gleicht einer kunstvoll geformten Murukku-Blüte. Ihr kleiner Nabel brachte die Welten hervor. Ihr dunkles Haar gleicht der blauen Regenwolke. Sie trägt Tilaka und rotgoldenen Stirnschmuck, um den Hals eine schwere Perlenschnur. Ihr Erbarmen ist heilig, ihre grüne Schönheit rein; denen, die liebevoll an sie denken, gewährt sie Vollkommenheit. Du Sohn dieser Gauri, dieser Ambika, großer Herr für alle![266]
318 – Was könnte deiner Geduld gleichen?
Nicht einmal im Traum nenne ich den Schlangenberg mit seinen fruchttragenden Mangobäumen, Palani, den südlichen Berg des wahren Gurus, Katirai, das vielgepriesene Tiruchentil und deinen Speer. Alles, was diesem leidvollen Leib Behagen schafft, eigne ich mir sogar durch Diebstahl an und kreise mit meinen Blicken in trügerischen Vorstellungen. Ich schmelze nicht und rufe nicht: „Juwel in der Hand der heiligen Mutter! Neue Perle der uralten Ganga! Schatz jener, die auf Erden ihre Mittel erschöpft haben!“ Ich vermag dich nicht jederzeit zu verehren. Und doch nimmst du meine Fehler hin und stellst mich unter deine Bhaktas. Wie soll ich diese Geduld beschreiben? Gibt es überhaupt etwas, das ihr gleicht?[267] Deine Mutter ist das klare Bewusstsein jener Siddhas, die Ungetrenntheit erlangt und jede Bindung gründlich abgelegt haben. Sie ist die Unbefleckte mit den schweren, von Picci-Blüten geschmückten Haaren im schönen Kacci, die Gerechte, eine feine grüngoldene Ranke. Ihre Worte sind süßer als Kandis und Nektar. Sie bringt sämtliche Welten hervor. Eine einzigartige Perlenschnur schmückt ihre beiden goldenen Meru-Berge; unter der Last dieser Brüste ermüdet die Taille der jungen Göttin. Am muschelreichen Kampa-Fluss mit seinen springenden Wellen übte sie Askese, nahm das kostbare Maß Getreide in die Hand und ließ zwei mal acht, acht und nochmals acht gute Werke gedeihen. Dem Herrn, der diese Gebieterin als seine Hälfte trägt, verkündest du die Wahrheit, großer Herr![268]
319 – Vor der Hilflosigkeit des Alters
Das aus Fleisch und Haut gebaute Gerüst sinkt zusammen. Das Haar wird weiß wie der weiße Kranich; Kopf und Leib ermüden, die Knochenverbindungen lockern sich und die Sinne verändern sich. Am Stock gehe ich in die falsche Richtung, ein schwacher, völlig verwirrter Alter. Alle einst schönen Zahnreihen fallen aus. Die Nachbarn sagen „Tsche, tsche!“, die Nachkommen „Tschi, tschi!“, die eigene Frau spuckt beim Anblick „Tu, tu!“. Genug, genug von dieser Geburt, die sogar anderen Anlass zur Verachtung wird! Wann gewährst du mir Eingang in deine Lotusfüße, mit Vetci-Blüten und kunstvollen Fußringen geschmückt?[269] Der große Herr band die Zügel, legte das Zaumzeug an und lenkte die schnellen Rosse, die in alle acht Richtungen springen und den Gedanken gleichkommen. Er bestieg den großen Wagen mit den Sonnenrädern, legte einen einzigen Pfeil auf, verbrannte die drei Städte und streute ihre Reste aus. Strahlenspeerträger, du stehst in Kacci, selbst von diesem Herrn verehrt! Brahma verliert seinen Stolz; der getroffene Gipfel stürzt. Du gehst in das schön wogende Meer hinein und dem Gegner entgegen, triffst Kopf und Brust der Asuras mit ihrem goldenen Schmuck, lässt die befleckten Schwerter zersplittern, verfolgst sie und schlägst sie völlig nieder, großer Herr![270]
320 – Nimm mich trotz meiner Unvollkommenheit an
Mein Herz ist von Feindschaft und Fehlern durchzogen. Ich habe keine Askese, bin der reinen Wahrheit gegenüber unwahr, ohne Zuflucht und unrein, gefangen im Gestrüpp der Verwandtschaft. Ich habe keine Geduld und bin leer: Nicht die geringste Bindung habe ich an jene Wirklichkeit, die alle Unterschiede der Tattvas umfasst und selbst ohne Bindung bleibt. Ich bin grausam, ohne die Kunst, deinen grenzenlosen, wundervollen Wort-Ruhm zu lernen, mit hartem Verstand, gering und ohne rettenden Weg. Werde ich deine goldenen, Vetci-geschmückten Schultern, den strahlenden Speer, Katirai, den Chakragiri, deine übrigen Wohnorte und das schöne Kacci wenigstens im Traum im Herzen tragen und erreichen?[271] Die sieben ringsum liegenden Meere brüllten, verbrannten und erschraken; das Geschlecht des bösen Gegners wurde vollständig vernichtet. Du gingst voran, sodass der große Umfassungsberg wich, die Not der Himmelsbewohner endete und die Berge der Himmelsrichtungen zitterten. Der siegreiche Herr mit dem mächtigen Vajra in der Hand konnte wieder in sein eigenes Reich einziehen. Der viergesichtige Vedenherr, der Erde und Himmel erschuf, wurde zurechtgewiesen. Diejenigen, deren Verehrung du beständig empfängst, sollen ihre eigenen Feinde fliehen sehen. Du großer Herr bindest an deine Lotusfüße goldene Heldenringe, dazu prachtvolle, kunstreich gestaltete Fußreifen und Gruppen von Glöckchen, die miteinander erklingen!
321 – Lass mich deine Füße recht besingen
Dieser große, weite Körperbau scheidet Urin und Kot aus. Alle Taten sammeln sich in ihm; seine Glieder fügen sich zusammen, wenn Vater und Mutter ihn hervorbringen. In dieser vergänglichen Hülle, diesem zerrissenen Tuch der Täuschung, wohnt das Leben. Bevor Yama es forttreibt und einsam herauszieht und die Welle der letzten Verwirrung kommt, erscheine! Siegreicher Velan, du bestiegst damals den vielfarbigen Pfau mit den kräftigen Augenzeichnungen seiner Federn und lenktest ihn so, dass selbst die hohe Erde unter seinem Gang sich bog. Willst du nicht freudig kommen und mir die Gnade schenken, deine stark duftenden roten Füße mit richtig gewählten, makellosen Worten liebevoll zu besingen? Deine Mutter hielt den goldenen Berg als Bogen in der mächtigen Hand, als die drei Städte jener verbrannten, die sich von Shiva abgewandt hatten und ihre Festigkeit verloren. Sie ist die schöne, aus Erbarmen erschienene Frau mit dem Brustband, durchdrungen von den Erkenntniskünsten, die sich in alle Richtungen erstrecken. Am blütenführenden Kampa-Fluss erschrak sie; sie vereinte sich mit der linken Seite des Herrn Kampa, sodass sein Leib ihre dunkle Farbe annahm. Voller Mitgefühl schenkt sie denen, die mit schmelzendem Herzen ihrer Lotusfüße gedenken, die rettenden Stände. Du Gebieter der Himmlischen, der du im heiligen Bezirk dieser Gauri wohnst![272]
322 – Mehr als den Ruf eines Weisen gewinnen
Ich könnte den Pfau, den bergdurchdringenden Speer, deine Vetci-geschmückten Schultern, Deivayanai und die rankengleiche Valli in ein großes Gedicht aufnehmen, dazu deine tiefroten Lotusfüße mit Gold, Perlen, Fußreifen und Glöckchen. Viele hochgeachtete Dichter auf Erden würden mich dann schätzen. Man könnte mich einen donnernd verkündenden Dichter nennen, einen Meister, der die Abstufungen der Tattvas kennt, einen tugendhaften Mann, der das rechte Gute tut, einen, der den goldenen Stand erreicht und keine neue Geburt mehr empfängt; einen Geduldigen, einen Entsagenden, der vor der unwahren Welt zurückschreckt. Dass solches in allen Richtungen gesagt wird, wäre nichts Neues. Willst du mir nicht das wirkliche Einswerden mit dem höchsten Bewusstsein schenken?[273] Deine Mutter ist die Ranke, die auf dem großen Berg geboren wurde; aus ihrem Leib kamen alle Welten. Die reine junge Frau übt ohne Mangel die zweiunddreißig guten Werke. Sie trägt alle guten Eigenschaften, ist die mächtige Shankari des Chakra, mit einer edelsteinbesetzten, haubentragenden Schlange als Armreif. Sie biegt den Berg und verbrennt zornig die Städte: die rankengleiche Nili, schön wie ein Pfau mit wunderbarem Schweif, die Schöne, deren Kehle das heftige Gift enthält, ein Wunschbaum des erbarmenden Blickes, die von den Himmelsrichtungen Bekleidete, unsere Mutter! Sie ist Ambika, die mit den an sie denkenden Bhaktas mitfühlt, die von der Shruti gepriesene Dreiaugige. Du Gebieter der Himmlischen im heiligen Bezirk dieser Gauri![274]
323 – Von Wortstreit und Verwirrung zum Lobpreis
Lass mich das Festhalten am süßen Genuss der Lippen loslassen. Lass mich nicht, von dunklen, trügerischen Gedanken getrieben, verwirrt im Kreis gehen. Lass mich nicht diesen Topf aus Knochen, Samen, Unrat, Fleisch und Haut ergreifen und weiter in der Sünde der Bindung umherirren. Lass mich nicht im Streit über Wörter verstrickt werden, jedem Klang einen angeblich reinen Sinn erklären wollen und darüber leiden und ermüden. Werde ich stattdessen deine goldenen Füße nennen und verehren, geschmückt mit schönen Blütenbüscheln, Utpala, Vetci-Girlanden und Kadamba?[275] Velan, im Zorn bezwangst du den trügerischen Mangobaum, brachtest ihn in deine Hand und durchbohrtest den goldenen großen Berg samt seiner List. Deine siegreiche Hahnenfahne hat einen Bambusschaft, dem Zuckerrohr gleich: Er gleicht den schönen, perlengeschmückten Schultern des Papageis aus dem Bergvolk und der tugendhaften Elefantin. Dem Herrn des zornigen, rein weißen, wundervollen Elefanten gabst du die Pracht der Himmelsstadt mit ihren Wunschbäumen zurück. Neben dem Träger von Konrai, Schlange und dichtem verfilztem Haar wohnt die rankengleiche Göttin, ein Meer der Treue. Du schöner großer Herr ihrer Stadt Kacci![276]
324 – Gib meinem Singen innere Kraft
„Ein wenig für mich, ein wenig für dich!“ So schreien die Menschen aus Verlangen nach Besitz und Gold. Dieser trügerische Körperbau gehört bald dem Holzstoß, wird vom Feuer verbrannt und eingeäschert, und man gerät für eine neue Geburt wieder auf die Erde. Bevor ich so niederfalle, gib mir Kraft, den Hochmütigen zu entkommen, die mit Drohungen und verdrehten Worten bedrängen. Lass mich das Gesammelte ordnen und deine Füße besingen! Du findest Ruhe, indem du die Brüste des schönen Papageis aus dem Bergvolk, der auf dem Hirsefeld lebt, herrlich an deine Vetci-geschmückten Schultern drückst. Kämpfender Speerträger, du durchbohrtest den Feind mit den palmstammgleichen Armen und die Gestalt des Mangobaums, sodass die Hauben der Schlangen und das Meer erschraken.[277] Du Gnadenleben, das sich den Bhaktas schenkt, damit sie ohne Ausweitung und Zusammenziehung, ohne Zittern und Verwirrung zur Frucht gelangen! Für die Frucht lässt du deinen mächtigen grünen Vogel vorwärtsstoßen und laut ringsum kreisen; auf ihm reitest du voller Freude.[278] Frei von Ermattung unter dem Ansturm des Kali schenkt das schöne Kacci den angemessenen rettenden Weg, die Stadt der machtvollen Shakti. Ihr schöner großer Herr bist du!
325 – Aus dem Gefängnis von „mir“ und „dir“
Fleisch wird angefügt, Blut hineingegeben und überall verteilt; um das Gerüst der Knochen wird eine Wand errichtet. Man baut diesen Kasten und tritt in ein neues Buch des Lebens ein. „Ein wenig für mich, ein wenig für dich“, sagt das Verlangen. Es schließt uns in sein Gefängnis ein. In Geburt, Schlaf und Traum geraten wir in Verwirrung und leidvolle Zustände. Werde ich, statt so umherzuirren, die Macht deiner heiligen Lotusfüße ergreifen und mit kunstvoll gewählten Worten deinen wohltuenden, siegreichen Ruhm verkünden? Shivanatha trägt die Mondsichel in seiner rötlich leuchtenden Haarkrone; auf seiner schönen linken Seite hat die grüne Ranke, die Göttin, ihren liebevoll begehrten Platz. Der anschwellenden Ganga und den Scharen mit den großen Bäuchen, gleich dem wunschbaumgleichen Rüsselträger, bist du wohlbekannt, du mit der hohen Hahnenfahne. Die kleinen rotäugigen Geister sind vom Trommelschlagen ermüdet. Du durchbohrst für ihre Opferspeise die frischen Leiber der Asuras und teilst sie ihnen aus, Velan! Der auf der dicht gefleckten, vielköpfigen Schlange Ruhende, der einst Schildkrötengestalt annahm, liebt Kacci. Du schöner großer Herr dieser Stadt![279]
326 – Vor dem Abschied am Scheiterhaufen
Ich halte diesen Leib für einen bleibenden Halt und freue mich daran. Ich gerate unter den Zauber der goldenen Frauen mit fischgleichen Augen und wundervollen Brüsten, schreie auf, werde müde und verstricke mich in die Wellen ihrer gebieterischen, unwahren Worte. Wenn ich ganz zugrunde gegangen bin und das Leben entwichen ist, hebt man den Körper auf, trägt ihn fort, legt ihn auf Holz und zündet das Feuer an. Die Angehörigen lösen sich von ihrer Bindung und gehen. Bevor es so weit ist: Werde ich mit Hingabe deine Vetci-geschmückten Füße ergreifen und umhergehen, um deinen siegreichen Ruhm in tamilischen Worten zu singen? Sura sperrte die Götter ein, schlug sie, umzingelte ihren goldenen Himmelsort und erklärte ihre Bedrängnis zum eigenen Anspruch. Du schlugst ihn, zermalmtest und durchbohrtest ihn, jagtest ihn umher, bedrängtest das Meer und ließest es vergehen. Du drangst in den Ort seines Verstecks ein und durchbohrtest zornig den mächtigen Mangobaum, du Kämpfer![280] Du warbst mit schmeichelnden, täuschend süßen Worten um Vereinigung mit der goldenen Tochter des Bergvolkes auf dem Feld. Schöner großer Herr von Kacci!
327 – Lass den Halt an neuer Geburt enden
Im Mutterleib entsteht man, wächst, wird auf die Erde gesetzt, erhält Gestalt und lernt, die Gegenstände mit dem Denken zu erfassen. Yama berechnet die Lebenszeit, beginnt seinen Streit, tritt lärmend und zornig heran, wirft den Strick und packt die Seele. Die Verwandten geraten außer sich, schlagen sich und klagen; sie verbrennen den unwahren Leichnam und gehen wieder ins Haus. Wieder verbindet sich alles zur Geburt, wird herbeigerufen und zusammengedrängt, und erneut ertönt Geschrei. Schenke mir deine Vetci-geschmückten Füße, damit dieses Festhalten an immer neuer Geburt endet![281] Du Geliebter des jungen Papageis aus dem Bergvolk auf dem grünen Hirsefeld! Ihre berggleichen Brüste sind mit Kampfer und dem schönen Brustband geschmückt. Dem göttlichen Verrückten, der die Städte verbrannte und seine Getreuen mit dem Genuss der goldenen Füße vereinte, gabst du selbst die Unterweisung. Du Held stießest den stolzen Gegner nieder, ergriffst und schleudertest ihn im Kampf, zürntest und zerschmettertest ihn. Schöner großer Herr des heiligen Kacci, das in reinen, wohlgeformten Worten der drei Formen des Tamil gefeiert wird!
328 – Bewahre mich in deinen goldenen Füßen
Sie zeigen bald Härte und Abneigung, lachen dann wieder, drohen ein wenig und werfen plötzlich ihre Blicke. Sie ziehen die jungen Männer in ihre Kunst, umschlingen fest deren Hals und pressen ihre Brüste an sie. Sie lassen sie dahinschmelzen und ihre Selbstbeherrschung verlieren. Sie steigern die schön erscheinende Liebe, locken zur Lust, dringen durch die Hecke der Zurückhaltung und vereinigen sich auf dem goldgeschmückten Bett. Wird mir zuteil, solchen Verbindungen zu entkommen, von dir beschützt und bewahrt zu werden und in deinen goldenen Füßen zu ruhen?[282] Du durchbohrtest den starken Mangobaum-Gegner, der sich überheblich brüstete und dem Sohn des Diskus- beziehungsweise Donnerwaffenträgers Fesseln angelegt hatte.[283] Zornig ließest du den goldenen Berg zerbersten. In allen Richtungen jubelten die Geister im Blut: Sie rissen frisches Fleisch und Haufen von Fleischstücken an sich, packten Köpfe und zerstreuten die unwahren Körperverbände, als du in die Schlacht eindrangst. Du mit kunstvoll geschmückten Schultern und Vetci-Girlanden, mit der furchtbaren Shakti als Waffe, schöner großer Herr der Stadt Kacci!
329 – Der Halt, der nicht mehr quält
Werde ich jenen Halt gewinnen, der mich nicht länger quält, wenn ich die Nahrung für den heutigen Tag suche und dabei auch noch am Verlangen nach Reichtum festhalte? Siegreicher Strahlenspeerträger, du Tugendreicher, der den Berg durchbohrte! Erkenntnis, die durch Lernen und unmittelbares Erfahren aufgeht, großer Herr von Kacci!
330 – Halte mich ein wenig fest
Gehemmt und bedrängt ziehe ich seit vielen Tagen ganz durch die verschiedenen Daseinswege. Immer wieder stoße ich an und werde im Kreis geworfen. Willst du nicht daran denken, mich wenigstens ein wenig festzuhalten? Deine heiligen Füße sind würdig, auf dem runden Blütenlotus zu ruhen. Du schenkst die Gnade, die Bedrängnis zu beenden, schöner großer Herr von Kacci!
331 – Immer wieder deine Füße nennen
Tag für Tag schmücken sie sich; für empfangenen Besitz geben sie entsprechenden Genuss. Ich verehre und begehre ihre Füße, bewahre sie wie meinen Augapfel, laufe in alle Richtungen und pflege diese Körperhütte. Immer neue niedrige, feindselige Worte lerne ich. Damit ich nicht immer wieder sterbe und geboren werde, schenke mir deine kühlen, frischen, mit roten Vetci-Blüten geschmückten Füße, dass ich sie wieder und wieder nenne! Du kämpfender Velan verfolgtest den Mangobaum-Gegner, drangst zu ihm vor und ließest ihn erschrocken erbeben. Du bist dem reinen, innig liebenden Papagei des herrlichen Himmels lieb. Du durchbohrtest die großen Berge und nahmst sie unter lautem Krachen fort. Schöner großer Herr von Kacci, mit der herrlichen Shakti der treuen Göttin![284]
332 – Zur Gemeinschaft der reinen Herzen
Ich suche nicht mit reinem Herzen die Freundschaft der alten Bhaktas, deren Denken rein ist. Stattdessen schließe ich mich Gruppen voller Lüge an und suche Wege, die zu Verfehlungen der Rede führen. In Verblendung gebunden lasse ich mich vom „Tai-tai“-Takt und vom Kitti-Tanz betören. Soll ich in die schmeichelnden Worte der Frauen geraten, straucheln, zurückfallen und ermüden? Du gewährst dem bekümmerten Herrn des Elefanten und dem durch seine Mühe erschöpften Elefanten die stärkende Frucht. Du verehrst die goldene, rötliche, papageiengleiche Valli und legst ihr den Vetci-Blütenkranz um. Gegen den Mangobaum im tosenden Meer schleuderst du die Shakti aus deiner Hand. Du mit dem schönen Shakti-Speer der treuen Göttin, schöner großer Herr von Kacci![285]
333 – Ein Tamil, das von Gnade getragen wird
Das Haar auf meinem Kopf wird weiß wie der Kranich, verfilzt sich, fällt büschelweise aus; ich werde krank. Ich huste, erbreche, verliere am Ende die Zähne. Ich lerne fehlerhafte Worte aus vielen Sprachen der Welt, stocke und stammle, spreche verkehrt und irre. Dieses verderbliche, unwahre, vom Zorn erfüllte Haus aus einer Hautjacke trage ich als Last und pflege es noch. Werde ich von dieser Verstrickung frei und fähig, das von Erbarmen, Reinheit und Vollendung erfüllte Tamil klar und bestimmt zu sprechen?[286] Die Kriegstrommeln schlugen dicht und laut. Sura trat entgegen, schleuderte seine Waffen und kämpfte heftig. Dann brach seine Ordnung zusammen; er ließ das Heer zurück, fürchtete sich, floh ins Meer und nahm im Baum Zuflucht. Mit Mut trafst du diesen dichten, mächtigen Körper und brachtest ihn in deine Hand. Kleine Geisterscharen tanzten. Du stießest die Shakti hinein und ließest im Augenblick ihre Kraft hervorbrechen, du mit der Shakti kämpfender Kumara von Kacci, großer Herr![287]
334 – Dein Blütenkranz gegen das Leid der Trennung
Das dunkle Meer springt und schlägt, prallt auf und lärmt. Der Mond, von der Schlange erfasst, verdunkelt und bedrängt, tut das Seine. Lass diese wunderbare Ranke nicht im Herzen verwirrt werden, in Liebeswahnsinn geraten und zugrunde gehen. Du musst ihr deinen herrlichen, siegreichen Vetci-Blütenkranz schenken! Speerträger, du drangst in die Schar der zehn Richtungen ein, stießest zu und bekämpftest den Berg. Du bist der jungen, schönen Tochter des Bergvolkes mit ihrer ungekünstelten Rede lieb. Held, du nimmst die Trauer aus den Herzen deiner reinen Bhaktas. Großer Herr im schönen Kacci, das dem Himmel gleicht![288]
335 – Wie die Bhaktas mit reinem Herzen
Ich pflege diesen Beutel voller Fehler und Unrat, diese Hütte aus scharfen Worten, Lüge, Täuschung und Gefahr. Ich lerne gemeine, wirre und niedrige Worte, suche Frauen mit berggleichen Brüsten unter kunstvollen goldenen Brustbändern und verfange mich in schwerem Leid. Lass mich nicht weiter trauern, ermüden und umherirren. Werde ich wenigstens ein wenig verehren dürfen wie die Bhaktas, deren Herzen rein sind? Velan, du kämpftest gegen den Mangobaum-Gegner, sodass die Richtungen ihre Ordnung verloren und die Schlangenwelt erschrak. Du legst dem schönen goldenen Papagei des reinen Himmels Vetci-Blütenbüschel als Kranz an und findest darin Freude. Selbst dem Vater, der Gebein passend zu Schmuck seiner Glieder macht und Feuer im Auge trägt, bist du der Höhere. Mit vielen Lobgesängen gepriesen wohnst du im goldenen, kunstvoll gestalteten Kacci, schöner großer Herr![289]
336 – Lass das Lob in Verehrung münden
Ich vergleiche ihre mächtigen Augen mit Speer, Wasser, Fisch, herrlichem Utpala und Gift; ihre Brüste mit schweren Bergen, ihr dichtes Haar mit Wolken. Ich schmeichle, erfinde viele Worte, werde weich, und selbst mein steinhartes Herz schmilzt. Ich verliere Schlaf und Tatkraft, leide und erschöpfe mich. Lass mich nicht so um der armreifgeschmückten Frauen willen ermüden und im Kreis gehen. Werde ich deine Vetci-geschmückten Füße ergreifen und mich verneigen? Sie sind der goldene Sinn der Shruti. Deine Getreuen legen rötliche Kura-Blüten nieder, halten sich an ihnen fest und verehren sie. Held mit den wundervollen Schultern, du umarmst die kostbare Perle des grünen Feldes, die dem Pfau, Kuckuck und Papagei gleicht. Du trägst die siegreiche goldene Hahnenfahne, deren Ruf die Dunkelheit der Richtungen und der Erde schwinden lässt.[290] Du Herr von Kacci, den Kailasa und weitere Bergstätten tragen, der du aus eigener Gnade wirken willst! Mit dem Shakti-Speer in der Hand bekämpfst du den Mangobaum im Meer, bis seine Kraft zerbricht und seine mächtigen Arme erschrecken, schöner großer Herr![291]
337 – Schenke ihr den frischen Blütenkranz
Die Blütenpfeile des Liebesgottes mit der Fischfahne dringen in die geschmückten, vom Brustband umfassten Brüste ein. Der Mond erhebt sich mit seinen Teilen aus dem giftigen Meer und weckt Furcht. Es ist nicht recht, dass ihr Herz darüber verrückt wird, sich erschöpft und schwach wird. Du musst ihr deinen süßen Vetci-Kranz geben, in den frische Picci-Blüten eingefügt sind! Du wohnst in Kacci, dem Ort, den die heilige grüne Uma liebte und gnädig gewährte. Strahlenspeerträger, du vermagst anzurücken und zu kämpfen, damit die schuldhaften Feinde jener vergehen, die sich an dich halten und dich verehren. Du mit der heiligen Brust, die die schöne Tochter des Bergvolkes voller Liebe preist und umarmt! Du zerschlugst und zerteiltest die acht großen Berge, bis sie völlig zu Staub wurden, großer Herr!
338 – Die höchste Freude des Vedanta
Lotus, Ashoka und die weiteren Blütenpfeile, bis zum blauen Utpala, treffen von Anfang bis Ende. Auf dem Lager beginne ich den Kampf der Liebe, um Erschöpfung und den aufsteigenden Durst der Begierde zu stillen. Ich umarme die schweren, vom Band gestützten Brüste, jungen Kokosnüssen gleich. Diese Frau hat mir mit ihren dunklen, geschminkten, weiten Augen das Leben genommen. Damit ich nun den immer stärker werdenden Genuss in ihrer Nähe loslassen kann, schenke mir deine hilfreichen Lotusfüße: die Wirklichkeit, die Befreiung und höchste Freude des Vedanta ist. Du wohnst im heiligen Kanchi, wo das rechte Tun gedeiht und Uma sich mit dem Herrn vereinte: Er ist die Gestalt des Pranava, in die Richtungen gekleidet, als „Das“ angerufen, der Einzigartige unter dem einen Mangobaum, unvergleichlich. Der Schwan konnte ihn am blauen Himmel nicht ergründen. Er ist makellos und trägt die Spur ihrer Brust.[292] Du Reiner, Ganga-Sohn, der die berggleichen Brüste der Jägerin umarmt! Damit Indras Stadt wieder lebe, das weite Meer in Feuer aufgehe, die nächtlichen Dämonen mit der Wurzel vergehen und die Tatenlast ende, ergriffst du deinen Speer, großer Herr![293]
339 – Die von Schweigen erfüllte Wahrheit
Ohne einen Weg zu sehen, der die durch Karma bedingte Geburt abschneidet, ermüden die Menschen und taumeln. Religiöse Streiter von schlechter Gesinnung stiften Zwietracht. In den vielen Arten gelehrter Schriften vermehren sich Unterscheidungen und verkehrte geistige Vorstellungen. Verkünde mir die von Schweigen erfüllte Gestalt der Wahrheit, die für all diese Vorstellungen schwer erreichbar ist, damit ich nicht zugrunde gehe! Du Neffe Achyutas! Er war die Zuflucht für Dharma, Bhima, Arjuna, Nakula und Sahadeva. Auf dem Schlachtfeld lenkte er den herrlichen Wagen, führte die siegreiche Muschel und ließ in achtzehn Tagen die Krieger samt dem Land der Kurus fallen, ohne im Herzen zu wanken. Kumara, großer Herr von Kacci![294]
340 – Deine Mutter hat mich angenommen
Goldene Fußringe und Glöckchen klingen „Kala-kala“. Zu „Tam-tana“ bewegen sich die Lotus-Hände; zu „Tam-tom“ tanzen die Frauen. Ihre reich geschmückten Hüften leuchten; die schlanke Mitte lässt sich mit der Hand umfassen, ihr Bauch gleicht einem Banyanblatt. Über der Brust mit ihren goldgleich aufragenden Brüsten tanzen die Ketten. An den roten Händen rauschen die Armreifen „Sala-sala, cacca“. Grüner Duftstoff ist aufgetragen; im Lotusgesicht drehen sich die scharfen Augen. Perlenzähne lächeln, die Lippen sind wie Wasserlilien, das sorgfältig geordnete Haar wie eine Wolkenreihe. Soll ich mich mit diesen Frauen verbinden, die so reizvoll sprechen und sich nähern?[295] Uma mit dem Tilaka im goldstrahlenden Gesicht, die Herrin, die mir Gnade zuwandte und mich annahm; Parvati, mit Shivas Gestalt vereint, Shivakami; die Schauspielerin, die die drei Welten schaut, die jungfräuliche Ursache, in Freude ruhend; Shivai, leuchtende Shakti, Shambhavi: Ihr gnädig geschenktes Kind bist du! Mit dem Speer in der Hand vernichtetest du das Geschlecht der Asuras, sodass die Geister sich im steigenden Blut badeten und Schakale und Geier sich mit Schnäbeln und Mäulern an die Leiber machten. Du kamst zur Tochter der Himmlischen in Liebe und wurdest auch von der weisen Tochter des Bergvolkes angenommen. In wachsender Schönheit wohnst du in Kanchi, großer Herr![296]
341 – Soll dieser Schmerz denn nicht enden?
Die Zahnreihen fallen aus; in dieser leeren Körperjacke ändern sich die Verrichtungen. Ich werde weiß wie ein Kranich, krümme mich, greife zum Stock und gähne, während der Atem nach außen entweicht. „Hier stand er eben noch! Jetzt ist er tot! Ich bin verloren! A-a! U-u!“ So klagen die Angehörigen. Sie tragen mich fort, verbrennen mich, verlassen den Ort und gehen. Wird der Schmerz dieser Torheit denn niemals enden? Ewiger, du stehst auf dem weithin entfalteten Pfauenschweif, Kumaresha von Kacci! Du kämpftest im weiten Meer, sodass der grausame Sura vernichtet wurde und floh. Du legst an die perlengeschmückten Schultern unablässig Kantal-Blüten und findest Freude daran. Unausgereifter Junger, Ewiger, Vater, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![297]
342 – Ein Herz, das in Hingabe singt
Die rankengleichen Frauen haben Lippen, rein rot wie Koralle und Kovai-Frucht. Ich suche ihre perlengeschmückten Brüste unter den schönen Brustbändern. Lass mich nicht an dem festhalten und damit umherirren, was neue Schuld schafft. Schenke mir ein Herz voller Hingabe, damit ich singe! Speerträger, du durchbohrtest den Mangobaum, schlugst den feindlichen Griff ab und kämpftest. Du bist dem einzigartigen Papagei des rubinhellen Himmels lieb. Siegreicher mit dem Hahn in der goldenen Hand, Herr von Kacci, Weltenherrscher über den Himmel der Götter, großer Herr!
343 – Verankere mich in der Erkenntnis deiner Füße
„Pfui, pfui!“: So soll der Wald der drei Städte niedergeschlagen werden, bis Asche aufsteigt. Schlaf und Hüllen sollen an der Wurzel enden; das Leben soll in Befreiung eingehen, freudig die unmittelbare Erfahrung erreichen und als wunderbare Gestalt erscheinen. Ich soll zur Sonnenwelt aufsteigen und dort tanzen. Doch ich weiß nicht, wie ich in rechtem Verhalten, in sicher erkannter Gnade, beständig ruhen kann. Genug von dem Kommen und Gehen der Bindung! So vermag ich nicht weiterzuleben. Halte mich fest, deinen Diener, und schließe mich nicht länger in den Weg der Leere ein. Zeige dich als Zuflucht, stütze mich und lass mich die gute Erkenntnis deiner Lotusfüße als immerwährenden Schmuck tragen![298] Du schlugst den bösen, grausamen Sura nieder und nahmst in den acht Richtungen und sieben Welten die Not der Götter und Befreiten fort. Goldener Gurunatha, geboren von der ruhmreichen Göttin an der Seite dessen, der Feuer, Dreizack, Hirsch und Axt trägt und das Vielgestaltige wieder auflöst! In Kashi, Kudal des dreifachen Tamil, Ezhmalai, Koval, Atti, Kanam, Nanmaraikkadu, Porkiri, Kazhi, Arur, dem goldenen Pulivelur, Kalatti und darüber hinaus in Siramalai, in all diesen Landen, empfängst du die dreifache Verehrung. Besonders wohnst du im guten Kama-Kacci, goldener großer Herr![299]
344 – Sprich ihr zu: Fürchte dich nicht
Der befleckte Mond scheint von der giftigen Schlange gekaut worden zu sein und selbst Gift zu speien. Das Meer schickt seine Wellen, dröhnt mit den Muscheln und dröhnt mit den Wolken. Lass diese junge Frau, die noch nichts von Begierde verstand und nun doch von ihr ergriffen wurde, nicht darunter leiden und abmagern. Welche Gedanken auch in ihrem Herzen ringen: Sprich ihr jetzt zu: „Fürchte dich nicht!“ Du reitest auf dem grünen Pfau und wohnst mit der jungen Jägerin auf den grünen Bergen. Deine Füße schmücken die Blätter, die deine Getreuen mit beständiger Hingabe darbringen. Strahlenspeerträger von Kacci, das die Trägerinnen des Brustbandes und die dort Wohnenden lieben! Du löstest die Handfesseln der himmlischen Bewohner ihrer wunschbaumreichen Welt, großer Herr![300]
345 – Befreie mich aus der brennenden Bedürftigkeit
Ich komme zu Täuschern, die falsches Verhalten und törichte Absichten in sich tragen und dabei geschickt reden. Damit ihre Herzen sich freuen, gebe ich ihnen viel von meinem wirklichen Besitz, bis mein Leben darunter verkümmert. Die Armut brennt wie das gewaltige untermeerische Feuer und fügt mir Schmerz zu. Lass meine verhängnisvolle Geschicklichkeit enden; führe mich aus dieser schlimmen Hölle. Schenke mir deine Füße, damit beide Arten der Tatenbindung vergehen! Kumara, du umarmst die schöne Tochter des Bergvolkes mit der rankengleichen Taille und wohnst in Kacci. Deine heilige Brust ist ganz mit Kura, Vetci, weißen Lotussen, frischen Blüten und Kuvalai geschmückt. Du bist der Gurunatha dessen, der mit dem langen Bogen die Städte verbrannte, bis sie zu Staub wurden. Du schlugst im wogenden Meer das Heer der nächtlichen Dämonen im Kampf nieder, großer Herr!
346 – Nicht jeder süße Klang führt zur Wahrheit
An den Ohren schwingt der Schmuck, auf der Stirn leuchtet der Punkt. Im gekämmten Haar, zwischen gewundenem Schmuck und Blüten, singen die Bienen. Das Lächeln lässt Perlen fallen; von den Lippen kommen gewandte Worte. Wie Kuckucke und himmlische Tänzerinnen singen die Frauen die Sprache der Liebe. Sie scherzen, sprechen von reizvollen Spielen und entfachen den Kampf der Begierde. Korallenrote Seide umhüllt die schöne Taille; über Schultern und beiden Brüsten liegt das Tuch. Sie handeln um viel Geld und senden Botschaften aus, niedrig im Herzen und im Tun, begierig nach den Überresten vieler Männer. Soll daraus für mich eine gute Verbindung werden?[301] „Takuṭatta tāṉa tāṉaṉa, tikuṭatti tīti tōtimi, taṭuṭuṭṭu!“ So tanzen die Rhythmen; große Trommeln, Muschel und Vina erklingen. Der böse dunkle Berg zerfällt zu Staub; über den Köpfen der Asuras tanzt der Sieg. Du Speerträger, der so kämpft! Kandavel, du wurdest zornig über den Lotusgeborenen, das Kind des goldenen Diskusträgers, den himmlischen Bewahrer der Veden, und schlugst seinen Stolz nieder. Du heiratetest die Hüterin des Hirsefeldes und erstrahlst mit der himmlischen Blüte. Im leuchtenden Kacci erfreut sich der König der Götter an dir, großer Gebieter![302]
347 – Lehre mich das nicht messbare Höchste
Es ist den Menschen schwer zu erklären. Durch Lernen allein lässt es sich nicht erreichen. Kein Vergleich entspricht ihm. Der Geist kann es nicht ausmessen und suchend erfassen; es lässt sich nicht in die Reihen der Tattvas einordnen. Es ist die Unterweisung in jenem Sinn, nach dem der schöne Dreiaugige fragte, der Stechapfelblüte, goldene Blüte, Bhagirathi und Mondsichel trägt. Es ist die Ursache der Befreiung, nicht einfach zu erlangen und den Toren unzugänglich. Selbst die vier Veden streben danach und erreichen es nicht. Was jenseits des Ursprünglichen liegt: Erschließe es mir in deiner Gnade! Dein rotäugiger Onkel mit dem Diskus preist dich. Du ließest Gras und Blumen sich ausbreiten, erschufst die goldenen Berge der Himmelsrichtungen und vielerlei Gestalten. Du ließest das große Meer vergehen und sandtest aus deiner Lotus-Hand den Speer, sodass aus der Brust des furchtbaren Sura altes Blut strömte und die Geister und Pishachas klatschend tanzten. Deine berggleichen Schultern duften nach Vetci und Kampfer. In Kaccalai zu Kacci wohnst du, wo die Göttin mit den schweren, vom Brustband umfassten Brüsten spielte, nachdem sie in unversehrter Treue alle sieben Welten zugleich hervorgebracht hatte, großer Herr![303]
348 – Lass mich meine Einsicht nicht verlieren
Ihr träger, Verwirrung weckender Zustand, ihre trügerischen, spöttischen Worte, die hirschgleichen Augen und die Stirn wie der Abendmond, die Augen scharf wie Speere, der Schwanengang und die Reifen an den Händen: Soll ich dadurch meine Einsicht ganz verlieren, ermüden, dahinsinken und verblendet werden, dein Diener? Kumaresha, du bestiegst damals den Pfau und umrundetest in einem Augenblick das Weltenall. Murugesha, du Kind der Bergtochter, die links in Hara wohnt, dessen rote Hand den springenden Hirsch trägt! Mitten zwischen den hohen, schönen Edelsteinhäusern steht der volle Mond; duftende Turmspitzen und Gefäßbekrönungen ragen auf. Du großer Herr, der du über der Stadt am Kampa thronst![304]
349 – Heile die Wunde dieser Verstrickung
Die Frauen tragen kunstvolle Perlen- und Edelsteinschnüre. Sie sind von alter Geburt her wild und voller Schuld. Ihre Worte fallen wie Perlen, ihre blattförmigen Augen schneiden wie Schwerter. Sie sind gewandt, äußerst verschlagen, lächeln, täuschen und verfolgen listige Absichten. Sie sind hart, töricht und grausam, suchen die Gemeinschaft ihrer Wünsche und verkaufen Liebe. Soll ich weiter auf diesem Weg leben, unter hochmütigen, leidbringenden Menschen, mit einem kranken, verwundeten Herzen?[305] „Titti mitti mītta, natta natta!“: Kleine Udukkai, weitere Schlaginstrumente, Tavil und große Trommeln werden angestimmt. Mit deinem Speer versenkst du den Berg, der die Wesen in allen Richtungen bedrängt, im roten Meer.[306] Gurunatha des aschetragenden Herrn, des göttlichen Verrückten und Tänzers, der die festen Städte zerstörte! Du trägst den siegreichen Speer, liebst die Frau des steinigen Berglandes und erwählst dir Kacci zum Aufenthalt, großer Herr!
350 – Stelle auch mich unter deine Bhaktas
Einige religiöse Streiter hören nicht auf, Zwietracht zu säen, Verstand und Herzen auszurauben und wie Wellen zu schreien. Andere verlassen die harte Menge ihrer Gelehrsamkeit, werden im Geist frei von Bindung und erkennen dich durch Gnade. Ohne die Last ihres Selbstbezugs schmelzen sie und erreichen deine goldenen Lotusfüße. Willst du nicht wenigstens ein wenig daran denken, auch mich liebevoll in ihre Gemeinschaft zu stellen? König, du ergriffst den blitzenden Speer von furchtbarer Kraft, ließest den großen Berg zu Staub werden und besiegtest Sura in Mangobaumgestalt. Du hast zwölf feste Schultern und die heilige, mit Vetci wundervoll geschmückte Brust. Um die von Schlangen umwundenen Schultern des Herrn Kampa zu umarmen, wich unsere Mutter nicht von ihrer Treue und übte am Kampa-Fluss Askese. Du schöner großer Herr dieses Kacci![307]
351 – Das eine Wort vergesse ich nicht
Ihre Augen übertreffen den lang im Wasser erblühenden Lotus und gleichen den Fischen, die in den Utpala-Bächen weit vorwärtsschnellen. Sie messen sich mit Pfeilen, tragen dichte schwarze Schminke, sind von feinen Linien gezeichnet und schwingen bis zu den Ohrringen hinüber. Von diesen Augen überwältigt sinke ich nieder, betäubt wie ein Palmweintrinker, und falle zu den beiden Füßen der Sängerinnen. In meinem geringen Verständnis umarme ich hier auf Erden die mit Sandel bestrichenen, großen Bergen gleichen Brüste. Selbst wenn ich so nutzlos mein Leben vergeude und zugrunde gehe: Das eine Wort werde ich nicht vergessen![308] Als die große Wasserflut heranströmte und sich ausbreitete, blieb niemand außer dem einzigen großen Herrn. Voller Freude tanzte er zum Takt: „Tāntakkiṭa tākiṭa tākiṭa, tōntikkiṭa tōtimi tōtimi, cēñcekkaṇa cēkeṇa cēkeṇa.“ Er setzte die schönen Füße wechselnd auf und tanzte erhaben. Selbst sein Gurunatha bist du geworden, großer Herr, Muruga, du Einzigartiger! Wie Magnet und Nadel sich zueinander bewegen, wird hier Tamil in inniger Verbindung erforscht und rezitiert. Du wohnst in der ruhmreichen großen Stadt Kanchi, großer Herr![309]
352 – Wende meinen Weg zur Befreiung
Ich suche Worte über unwissende Verrückte, schlimme Täuscher, die deine Füße nicht verehren, über Toren, wild Schreiende und Undankbare. Ich forme daraus Gedichte, preise sie, wünsche ihnen Wohlergehen und laufe umher, um Besitz zu erwerben. Ein wenig sammle ich und bringe es heim. Dann ziehe ich durch die Straßen und schütte es den Frauen hin. So gehe ich vergeblich umher, auf einem verachtenswerten Weg. Wann wirst du ihn aus Erbarmen ändern und mir klare Befreiung schenken? Uma trennte sich einst von der unvergleichlich goldenen Gestalt des Herrn und kam auf dem Stier nach Kacci. Sie übte Askese, um ihre Dunkelheit zu lösen. Der Herr blickte sie gnädig an und wurde weich. Du besitzt das Wort, das selbst dieser Herr würdig ist zu hören. Du kamst als alter Mann in die Gemeinschaft des Bergvolkes, tratest dort ein und standest bei der kostbaren Hirschkuh, die Vögel verscheuchend über das Feld ging. Du gewannst ihr Wohlwollen, zeigtest deine herrliche Gestalt und vereinigtest dich mit ihr. Großer Herr, der du in Kumarakottam wohnst!
Tiruvanaikka – der heilige Elefantenhain
353 – Löse die Fessel und schenke mir den Dienst
Sie rufen mit geschminkten, speergleichen Augen, lächeln liebenswürdig und lassen das Herz schmelzen. Sie lösen das regenwolkengleiche Haar, zeigen die von Fingernägeln gezeichneten Spuren, bewegen ein wenig die Mandara-gleichen Brüste und lockern und binden das Gewand ohne Not neu. Sie entfachen im Herzen der jungen Männer das Feuer des Verlangens, umgarnen sie mit losem Gerede, tanzen in der Halle und betören. Geschickt nehmen sie jedem den Besitz ab, ohne sich um Vorwürfe zu kümmern. Wird ein Tag kommen, an dem du die Fessel in ihren Händen löst und mir die Gnade des Dienstes an deinen Füßen gewährst?[310] Du jüngerer Bruder unseres Vinayaka, des Herrn der Hindernisse mit dem großen Elefantengesicht! Er trägt Elefantenhaken und Schlinge, hat einen Stoßzahn, einen großen Bauch und drei Augen. Als mächtiger König der Ganas schneidet er die Tatenbindung derer ab, die sich verneigen; er ist das berggleiche, wunschbaumhafte Kind, das der Unbekleidete gnädig schenkte. Du mit der unvergänglichen Verbindung der sechs Silben, Sechsgesichtiger, Bezwinger der Bösen, Bewahrer der drei Formen des Tamil in der von Elefanten umgebenen Versammlung! Du Höchster im erhabenen Gajaranya, großer Herr, der du nahe dem Shambhu-Teich südlich außerhalb der Mauer Sundara Marans wohnst![311]
354 – Lass mich nicht in den Bildern der Begierde vergehen
Du gnädiges Kind dessen, dessen rote Haarkrone Mond und Wasser trägt und auf der die fünfköpfige Schlange als Schmuck emporsteigt! Ich singe nicht beständig mit liebender Zunge und verehre deine Füße nicht mit meinen Händen. Stattdessen ermatte ich im trügerischen Reiz der rankengleichen Frauen, bei ihren geschmückten schweren Brüsten, dem herabfallenden Haar, um das Bienen kreisen, den bis an beide Ohren reichenden blauen Blicken und den weißen Gewändern. Soll ich armer Sünder darin zugrunde gehen? Du gnädiges Kind der rankengleichen, blauen, zarten Göttin, der Trägerin des Lotuskranzes, Kundali, der Giftverzehrenden, Abhirami, der lieblich angerufenen himmlischen Jahnavi, Shankari, Parvati der Veden, der goldenen Frau des Berges![312] Du gewährst der blitzhellen Hirschkuh des Bergvolkes mit den scharfen korallenroten Lippen die vollkommene Umarmung: Ihre geschmückten Brüste ruhen an deinen festen Armen. Du wohnst im südlichen heiligen Tiruvanaikka, wo Sänger und Dichter des edlen Tamil die musikalische Yazh erklingen ließen, großer Herr!
355 – Vom Festhalten am Leib zur Gestalt Shivas
Lass mich nicht zu einem törichten, erschöpften Yogi werden, der den vergänglichen Fleischleib für immer erhalten will: der die Nase verschließt, übt, den Atem nicht mehr strömen zu lassen, vergeblich ganze Mengen von Kräutern isst und darüber verkümmert. Nimm die durch Unreinheit und Maya entstandenen Begrenzungen fort. Lass mich aufrichtig und sorgfältig in Erkenntnis und rechtem Verhalten leben: Ich bin etwas anderes, mein Leib ist etwas anderes, und alles in dieser Welt ist etwas anderes. Nimm mich an als großen Yogi in der Gestalt Shivas, jenseits des Geistes, der die wechselnden Erscheinungen hervorbringt![313] Du Neffe von unvergänglicher Liebe des Hirtenkindes mit den tausend Namen, das auf dem Bambusrohr klingende Musik bläst! Du Steuermann des Himmelsschiffes, König und Beschützer sämtlicher Welten, Held mit dem Speer und dem frisch gereihten Nipa-Kranz, Herr von Vayalur! Damit Menschen und alle anderen Wesen im Chola-Land gedeihen, führt die Kaveri große Fluten; ihre Wasser stoßen gegen die Berge. Im von duftenden Hainen umgebenen Kavai wohnst du, Herr, den selbst alle Weltenherrscher achten, großer Herr der Götter!
356 – Am Tag des Todes deine Füße erinnern
Die schweren, mit Kampfer und Sandel bestrichenen Brüste drängen über die perlengeschmückten Bänder hinaus und lassen Männer leiden; selbst Entsagende werden in Verlangen gestürzt und zum öffentlichen Madal-Ritt getrieben. Im Schatten des regenwolkengleichen Haares reichen die schönen Fischaugen bis an die Ohren und töten mit ihren Blicken. Wenn Yama, wie diese Augen ein Töter, mich aufsucht, um das Leben vom Leib zu trennen: Werde ich deine Füße dann nennen, ohne sie zu vergessen? Du besteigst das grüne Pfauenross, das sogar den Schlangenkönig, den Träger der ganzen Erde, mit seinen Füßen fesselt. Du armes jüngeres Kind, das einst gegen den mit schäumender Schläfe zum Wettlauf antrat![314] Du plünderst die Städte der Suras und bist der Wächter der Götter. Du weilst als liebender Beschützer bei der pfauengleichen Frau auf dem jungen Hirsefeld. Licht des tamilischen Veda, großer Herr im aufblühenden Kavai!
357 – Gnade für den Bewohner der vergänglichen Hütte
Ihre Augen tragen Gift. Sie haben die Liebeskunst des aus dem Denken geborenen Gottes gelernt und sind darin geschickt; jedes Herz umgarnen sie. Auf der Straße handeln sie um den Preis ihrer geschmückten runden Brüste. Selbst wenn tausend Gefäße voller Geld abgemessen würden, spielen sie immer nur nach dem Verlangen nach Besitz. In solcher Verliebtheit steigen Erschöpfung, Atemnot und Leid in mir auf; Verwirrung und Wahnsinn kommen hinzu, nach dem Schicksal, das auf mein Haupt geschrieben ist. Auf Erden werde ich ein Nutzloser genannt, erleide vieles und wohne in einer gebauten Höhle aus Unrat, voller Würmer. Schenke auch mir deine Gnade! Du bestiegst das pfauengeschmückte Ross, umringtest die Gegner, griffst an und zerrissest ihre Leiber. Auf dem Schlachtfeld brachtest du alle mächtigen Rakshasas, die widerstanden, als grausame Kampfopfer dar. Große Geister klatschten und tanzten zusammen mit den prächtigen Geiern. Die duftenden Schultern umschließen deine Geliebte. Allen, die die Geschicklichkeit preisen, mit der du den Speer ergriffst, schenkst du, was sie im Herzen ersehnen. Du gnädiges Kind des höchsten Herrn, des dreiaugigen Rudra, der am Fuß des weißen Jambu-Baumes wohnt und durch das Tamil der sieben Töne verherrlicht wird, großer Herr![315]
358 – Vom Schmeicheln zum heiligen Gesang
„In der gelehrten Karikai trage ich den ersten Namen! Um für dich ein Madal-Kovai zu singen, suche ich unverzüglich den Schreibgriffel mit Elfenbeingriff. Ich habe auf Erden niemanden gefunden, der dir gleicht. Du bist die Zuflucht der Dichterkönige mit ihrer laut gepriesenen Kunst. Bring den Geldbeutel, das Gold! Hole herrlichen Schmuck, Edelsteine und goldene Gewänder!“ Soll ich mit solchen Worten im Leid des Schmeichelns untergehen? Du gingst in das tamilische Kudal zu denen, die kein Gewand um die Hüften trugen, legtest beschriebene Blätter ins Feuer und ins Wasser und erwarbst den Namen eines Gerechten. Velan, du wohnst unterhalb der Felder, in deren Wasser die Fische hochspringen. Im Wald am Ufer der wogenden Kaveri spann eine in Shiva-Meditation versunkene Spinne aus ihrem Faden den heiligen Baldachin für den Herrn. Gnädiges Licht von Tirucchalakam, großer Gebieter![316]
359 – Die Wirklichkeit ohne Kaste und Abstammung
Das Eine, das die laut verkündenden Veden ausrufen, ist das höchste Licht, das in der oberen Weite erstrahlt. Selbst jene, die die beschriebenen Wege Charya und Kriya üben, können es schwer aussprechen. Es geht über Turiya hinaus, ist gestaltloses Bewusstsein und durchdringt die ganze Welt, Leib und Leben. Die Menschen, die Shiva-Erkenntnis in Fülle besitzen, haben es geschaut: die ursprüngliche, ohne Mangel bestehende Vollkommenheit, ohne Kaste und ohne Abstammungsgruppe. Die Erfahrenden gelangen in jene Weite, von der die Liebenden sprechen, und ruhen immer tiefer in der wahren Befreiung, im Ozean höchsten Glücks. Werde ich deine Füße erreichen, sodass die brennende Unruhe und das Schwanken der Sinne aufhören?[317] „Junger Kumara, Guha, Kanda, bergdurchdringender Speerträger, Pfauenreiter!“: So kommen die himmlischen Weisen und verneigen sich. Du nimmst die brennende Not Indras, ihres Herrn, fort. Duftend mit Sandel bestrichen, hoher Spender, glückverheißender Held, Löwe mit armreifgeschmückten Schultern, Schöner, Sieger mit dem Siegeskranz, Erster auf dem Schlachtfeld, Herr von Vayalur! Die Urmutter der Welt, der vom Himalaya geborene Blitz, Nili, Gauri, die höchste Frau, Kundali, die täglich süße Frucht, unsere Ambika, Tripurai: Sie ist von der Gestalt des Klangs und durchdringt alles. Sie ist das grüne Zuckerrohr, die rankengleiche Gemahlin des Königs vom weißen Jambu-Baum; sie schenkte dich, großer Herr![318]
360 – Erbarme dich des von Blicken überwältigten Herzens
Ihr duftendes Haar ist wie eine Masse dunkler Regenwolken, wie sich verdichtende Finsternis. Auf Erden erscheinen sie mit kostbaren Ohrblättern und Gesichtern wie der Vollmond, doch voller verborgener Täuschung. Sie betören die Liebeshungrigen, die den höchsten Weg nicht erkennen, und nehmen deren Leben als Opfer. Ihre Augen suchen wie Pfeile; ihr Gesicht täuscht, und ihr Gesang begehrt Besitz. Wenn die schweren, spitzen Brüste mich treffen, vergeht mein Herz. Schenke mir eine Gnade![319] Du erscheinst als Bräutigam der smaragdschönen Tochter des Bergvolkes mit den Perlenzähnen und umarmst ihre schweren, geschmückten Brüste. Kühner Held, du gingst mitten in das tiefe Meer, das die große Erde umschließt; es klagte auf, als du den Speer sandtest, um den großen Berg zu durchbohren. Vishnu, der Diskusträger, ruht herrlich auf seinem Schlangenlager. Selbst er konnte beim Suchen die beiden Füße und die Krone dessen nicht leicht finden, der das wogende Wasser im Haar trägt. Dieser Herr preist deine Tapferkeit. Held auf dem Pfauenross, großer Herr im schönen Tiruvanaikka!
361 – Den Weg in liebender Sammlung üben
Ihre Augen bekämpfen blaue Blüten und Pfeile, sind so schnell und dunkel wie tödliches Gift, geben Lust und Verblendung und schwingen bis zu den Ohrringen. Mit solchen täuschenden Frauen pflegt dieser Sünder körperliche Nähe; Begierde, Zorn, Gier und Täuschung vergehen nicht. Andere kümmern sich darum, Leben und Atem in Umlauf zu halten. Doch willst du nicht in deinem heiligen Willen daran denken, mich von nun an den Weg der Erkenntnis und seiner Mittel liebevoll üben zu lassen: Sammlung, Yoga, Japa und Askese, bis deine klingenden Füße mich annehmen?[320] Der Hahn ruft laut „Es lebe!“, der Pfau jubelt, und hohe Geisterscharen spielen am Himmel. Du kämpftest mit deinem scharfen Speer gegen den furchtbar kühnen Sura, bis seine Macht zerbrach und sein Reich in der rechten Stunde unterging. Die Fische der Teiche springen hoch, sodass junge Blütenhüllen und Fruchtbüschel der Arekapalmen zerreißen; Zuckerrohr und Haine stehen reich in Vayalur, wo du wohnst. Pfauengleiche Frauen kommen suchend, singend und tanzend mit Musik. Du großer Herr, der du im heiligen Anaikka weilst und Gnade schenkst!
362 – Aus der unreinen Hütte in die Freude der Befreiung
Blut, Fleisch, Knochen, Nerven, Würmer, Schleim, Flüssigkeiten, Kälte, Gedärm, Fett, Haare und Gehirn sind in dieser Körperhütte verpackt. Darin huschen wie Chamäleons die fünf Sinne durch ihren Wald; mit bösem Verlangen, listig und grausam, begehen sie die fünf großen Verfehlungen. Darum bemühe ich mich nicht um Charya und Kriya, die Shruti, Puranas und Agamas lehren, nicht um Gottesverehrung und Verneigung, Lobpreis und die eine gesuchte Meditation. Als vollständiger Tor verbinde ich mich mit überheblichen Menschen, die Streit und Verblendung anfachen, und leide darunter. Gewähre mir, dass diese Unreinheit endet und ich die Wohnstatt der Glückseligkeit schaue! Kumara, Held mit der Lotus-Hand, du greifst mit einem einzigen Speer an, sodass der hohe Krauncha, die Dämonen, der Mangobaum und das bewegte Meer zerbrechen. Hohe Asketen und Himmelsbewohner verehren deine Füße; in den Herzen deiner liebenden Diener wohnst du täglich innig und freudig. Du geliebter Neffe des Königs von Srirangam! Die Brahmanen, die sich den sechs Hilfswissenschaften und dem Opfer widmen, rufen „Hari, Hari, Govinda, Keshava!“ und verehren seine beiden Füße. Brahma und Indra samt den anderen Himmlischen sagen „Unser Herr!“ und verneigen sich vor Shambhunatha im Elefantenwald. Du sein gnädig geschenktes Kind, großer Herr![321]
363 – Mit den Suchenden gehen
Werde ich mich liebevoll zu denen gesellen, die dich ersehnen, suchen und verehren? Schenke mir, dass ich das Leben der Erkenntnis erreiche, das im turmreichen Kudal wohnt. Du liebst den Gesang; du schenkst Gnade, süß wie Milch und Honig. Dem tanzenden Pfau bist du lieb, großer Herr im Elefantenhain![322]
364 – Wann wird mein Geist still?
Ich singe, ihre vollen Korallenlippen seien wie fließender Honig, ihre kühnen Augen wie das Alahala-Gift, ihr langes Lockenhaar wie eine Regenwolke. Ich nenne die goldenen Brüste, dicht auf der Brust, den großen Meru; die Taille den gestaltlosen Raum; die Hüfte die Schlange, die der Dreiaugige als Schmuck trägt. Darüber vergeht meine Lebenskraft. Ohne wirkliche Liebe lasse ich mich rufen, falle begehrend auf das Lager, lärme und spiele; die Gewänder lösen sich. Voller Durst verliere ich mich am Nabel der Frauen und werde müde. Soll ich wie ein närrischer Affe für jene Frauen umherlaufen, die mir dieses große, verwirrende Scheinleben geben? Wann werde ich die Stilllegung des Geistes erreichen? Am Tor des pflichtvergessenen Sugriva lautete die Mahnung: „Du Geiziger, warum erwachst du nicht? Darfst du dich vergnügen? Das ist Verrat! Die ganze Welt weiß: Rama erschlug einst tapfer Vali. Lass seinen Pfeil nicht wirkungslos sein. Geh und sage, er solle jetzt kommen; sieh, was viele Kämpfe bewirken können!“[323] Mit dem gerechten Hanuman ließ Narayana die Brücke über das große Meer bauen, ging hinüber, brach Ravanas Festung und stellte sich zum Kampf. Du bist der Verwandte Anangas, des Sohnes dieses Narayana, Velan! Auf dem Pfau erstrahlst du, Speerträger von Vayalur, großer Gebieter der Götter, wohnhaft im herrlichen Gajapati![324]
365 – Nimm den Fehlbaren liebevoll an
Die Frauen tragen Haar wie eine dichte Regenwolke: stark duftender Sandel, Moschus und honigreiche Blüten mischen sich darin, und viele gestreifte Bienen schlafen darin. Ich begehre ihre blumengleichen, mit Fußreifen geschmückten Füße und bin stolz auf die Dienste, zu denen sie mich schicken. Ich bin ein Tor, der den rechten Weg nicht achtet, listig, unverständig, großsprecherisch und leer; ich habe die bedeutsamen Künste nicht ergründet, bin ganz von Zorn erfüllt und lasse meine Einsicht verlorengehen. Unreinheit und Tatenbindung bleiben; meine Worte schwanken. Als Sünder und Tor falle ich in die verderbliche Hölle. Wird ein Tag kommen, an dem du dich nach mir erkundigst, mir vorausgehend Gnade schenkst und mich liebevoll annimmst? Du gnädiges Kind Narayanis, die den Bergbogen in einer Hand ergriff, sodass die drei Städte der Feinde vergingen und Asche aufstieg! Sie ist die fußreifgeschmückte Bergtochter in der großen Stadt Kanchi, die fröhliche Pfauengleiche, die bezaubernde Gefährtin Shivas, Uma, Mutter der meerumgebenen Welt, die Herrin aller Welten im Elefantenhain. Du Neffe des hohen Wundertäters, der im entbrannten Kampf Ravanas viele Köpfe verdrehte, sodass dieser wie Donner aufschrie, verzweifelte und den Mund aufriss! Du Liebender, der die beiden berggleichen Brüste der ursprünglichen Tochter des Bergvolkes mit ihrer fadenschmalen Taille umarmt; du großer Herr der Götter, die die uralten Vedenworte erforschten!
366 – Dem Netz der Trauer entkommen
Ihre Augen täuschen wie Speere; sie erregen Begierde und Zorn. Sie ziehen auf der Straße umher, schicken die Elefanten ihrer Brüste zum Kampf, bewegen Brust und Schultern beim Gehen und verleihen dem Liebesgott neue Kraft. Sie sprechen wie fröhliche Kuckucke im Hain, schicken Besitzlose mit scheinbarer Freundlichkeit fort, bestreichen ihre Haut, bringen sie zum Glänzen und lassen das Herz schmelzen. Jeden rufen sie aufs Lager, verwirren ihn mit beglückender Vereinigung und rauben ihn aus. Werde ich diesem Netz der Trauer entkommen?[325] Die Weisen baden früh, wenden sich nach Osten und sprechen „Adityaya“; sie vollziehen Wassergaben, Gayatri-Japa und Verehrung. Damit ihnen im Waldashram ein guter Opferplatz erhalten blieb, trat der Ozean des Erbarmens entgegen und tötete die nahekommende Tataka. Du bist sein Neffe![326] Der Zuckerrohrsaft kocht, fließt zu den Feldern, und der Reis gedeiht; die Götter rühmen die Nahrung als Nektar. Velan, du wohnst in diesem Vayalur. Große Wagen ziehen durch die Straßen. Der wahrhaft heilige Anaikka ist von der Mauer dessen umschlossen, der heilige Asche auftrug. Dort erfreut sich der Vater an dir, großer Herr![327]
Arunai – Tiruvannamalai
367 – Im Traum und im Wachen deine Füße nicht vergessen
„Kumara, höchster Guru, Träger guter Eigenschaften, Sonne gegen die Dunkelheit der nächtlichen Dämonen, Saravanabhava, Sohn der Bergtochter, Sohn Bhagirathis! Murugan mit den mächtigen Schultern, die die edle Hirschkuh des Götterherrn und die junge Tochter des Bergvolkes umarmen: Zuflucht!“ Nicht einmal ein wenig schmelze ich bei diesen Worten. Ich bin grausamer Taten voll, elend und töricht. Die schönen Frauen stoßen mich in die Spalte großer Begierde; trügerisch gewähren sie Genuss nach dem Maß des empfangenen Besitzes. In diesem Schlamm der Vereinigung sinke ich erschöpft ein. Um mich dennoch liebevoll anzunehmen, kamst du einst in Arunai zusammen mit deinen gnadenbegnadeten Dienern; die Shruti erklang an beiden Seiten. Deine beiden Lotusfüße mit den klingenden Reifen vergesse ich weder im Traum noch im Wachen![328] Das ringsum wogende Meer wurde bis ins Innerste aufgewühlt. Der Schlangenkönig mit den vielen Hauben, der Gift wie Flüsse ausstieß, diente als langer Strick; der goldene Berg, auf dem alle Welten ruhen, drehte sich. Die vielen Lotus-Hände ermüdeten, als der eine Herr den süßen Nektar hervorquirlte und ihn hingab, um den Hunger der Götter zu stillen. Du Neffe dieser Wolke des Erbarmens, des Zwerges, der alle Welten ausmaß, des unermesslich Hohen, schwer auszumessen! Selbst der heilige Schlangenträger verehrte dich. Mit kindlichen Worten schenktest du Klarheit: Das strahlende Erkennen selbst zu erkennen ist die Wirklichkeit, großer Herr!
368 – Genug – schenke mir deine Füße und das Schweigen
Frauen, deren Taille so fein ist, dass man sie gestaltlos nennt: Den Nektar ihrer roten Lippen trinke ich und schmelze. Ihr moschusduftendes Haar bewegt sich, das schöne Gewand fällt beiseite, auf den schweren berggleichen Brüsten steigt eine Gänsehaut auf. Auf dem Lager entsteht Unruhe; immer wieder verliere ich in inniger Vereinigung die Herrschaft über mich. Genug, genug! Genug der Dichterkunst, die Menschen der Welt mit dem Wunschbaum vergleicht! Genug der Schönheit und Jugend! Genug der widersprüchlichen religiösen Lehrkünste! Genug des leidvollen Tatenlebens und der Geburt, die wie Schrift auf Wasser ist! Schenke mir nun deine beiden klingenden, mit Fußreifen geschmückten Füße und das Schweigen, damit ich mit deinen Dienern einen Weg gehe. Der dunkelfarbige Herr wurde zum einen Pfeil, der Schlangenkönig zur an beiden Enden gebundenen Sehne, der goldene Berg zum Bogen. Sonne und Mond waren die Räder, Brahma der Lenker, die Veden die angespannten Rosse und die Götter der feste Wagen. Als Shiva seinen Fuß daraufsetzte, brach es krachend. Drei Menschen von beständiger Askese empfingen Gnade; die unzähligen Straßen, Städte und Häupter der Dämonen zerbarsten „Cata-cata“, rauchten und brannten „Tikuti“. Mit feurigem Lächeln vollbrachte der Zornige dies. Du bist sein Kind, du Großer, der vor der jungen Waldtochter in Liebe schmilzt. Auf dem strahlenden, siebenstufigen Turm von Arunai ziehst du auf einem Pfau einher, großer Herr![329]
369 – Die Wirklichkeit ohne Entstehen und Vergehen
Erbarmungslose Haarausreißer, nächtlichen Dämonen und fleischessenden Jägern gleich, und viele weitere streitbare, widersprüchliche Vertreter fremder Lehren versammeln sich. Laut durcheinander, gegen den rechten Weg, schreien sie reihum, zetern und verdrehen ihre Schriften. Was sie damit fassen wollen, ist schwer auch nur zu denken.[330] Wenn meine Augen sich mit Tränen füllen, meine Rede stockt und mein Herz in Liebe schmilzt, sodass ich deine Gnade preise; wenn die listige Berechnung endet und die weltlichen Fesseln sich lösen; wenn Rede, Tat und begriffliches Erkennen still werden; wenn ich den Schlamm beider Tatenarten abschüttle, der dem Leben anhaftet; wenn die Unreinheit „mein“ verschwindet: Dann, verkünden die Veden wie mit Trommelschlag, ist die Wirklichkeit im Erkennen leicht zugänglich. Wird ein Tag kommen, an dem du mir diese einzigartige Wirklichkeit ohne Entstehen und Sterben schenkst? Deine Mutter hat junge, duftende Lotusfüße mit Fußreifen; sie trägt den goldenen Bogen und verbrennt die drei Städte. Sie ist Gauri, Bhavati, Bhagavati, Bhairavi, Trägerin des Dreizacks und des verfilzten Haares, Uma der unmittelbaren Erfahrung, Tripurai, die treue Spenderin sämtlicher Welten und Urheberin des religiösen Weges. Du ihr Sohn, Sohn Bhagirathis, strahlst schöner als eine Milliarde aufgehende Sonnen. Deine Gestalt ist von Erbarmen geprägt, höchster Guru! Saravana, wohnhaft in Arunai, Velan mit Kura-geschmückten Schultern! Du gewährtest den Segen, dass die smaragdgrüne Frau aus dem Waldvolk und die Himmelstochter stets schön an deiner Seite bleiben, großer Herr![331]
370 – Aus den Wellen des Genusses in den Ozean des Schweigens
Ihr Gewand und ihr moschusduftendes Haar lösen sich; die beiden Brustberge bewegen sich, die Taille beugt sich. Menschen, Götter und Weise laufen ihnen nach. Ihre Fischaugen drehen sich, reichen zu den schönen Edelstein- und Makara-Ohrringen, strahlen Gift aus und verkünden die Lehre des Liebesgottes. Auf der mondsichelgleichen Stirn entstehen Schweißperlen; an den beiden Lotusfüßen klingen die Reifen. Sie ziehen durch jede Straße und nennen den Preis süßer Vereinigung. Mein Leben treibt im Meer des Genusses, den diese nicht fest gebundenen Frauen gewähren. Wird ein Tag kommen, an dem es in den Ozean schweigender Shiva-Freude eintaucht, der mir täglich den rechten Weg schenkt? Die Arekapalmen wachsen so hoch, dass ihre langen Fruchtbüschel Wolken, Mond und den sieben Sonnenrossen in die Kehlen geraten und das alte Himmelsgewölbe aufreißen. Über ihnen schnellen Walai-Fische; Kayal springen in den Feldern. Teiche entfalten ihren Duft, Lotusgräben und Mauern umgeben alles. Du Junger, der du in diesem Arunai wohnst! Wasserfälle stürzen vom duftenden Berg herab und führen Adlerholz, Marutam, knospenden Vakulam, süße Bananen, weitere Bäume, Bergziegen, unzählige rutende Elefanten und Löwen mit sich. Dort verneigtest du dich voller Sehnsucht vor den Blütenfüßen der jungen Frau des Waldvolkes, der reinen Tochter des Weisen, und schmolzest in Liebe, großer Herr![332]
371 – Auch in der Verirrung bleibt die Erinnerung
Die Augen der Frauen sind ein Meer, in dem Makaras schnellen; ihre Worte, die von Bienen umschwärmten Haare, ihr Lächeln, ihre Fülle, das Mondlicht ihres Gesichts, die süßen roten Lippen, die die Ilavam-Blüte übertreffen, ihre Taille, ihr Gang, die knospenden Brüste und die ganze Erscheinung ziehen mich an. Ihre Lotusfüße mit klingendem Schmuck und ihr bloßer Name genügen. Selbst wenn ich in ihrem Dienst umherlaufe, weich werde, vom rechten Weg abkomme, mit ihnen scherze, auf dem Lager in das Meer ihrer Liebe eintauche und mich selbst verliere: Das eine höchste Wort und die beiden Füße, die du mir einst voller Erbarmen in Arunai gewährtest, vergesse ich nicht! Der Herr des Himmels verehrt dich. Die sieben Berge und der Umfassungsberg werden niedergetreten; der große goldene Berg im Norden bricht an der Wurzel. Der alte Mangobaum wird mitten im schreienden, wirbelnden Meer gespalten; die aufrührerischen Dämonen werden zu Staub. Du Leben auf dem königlichen Pfauenross, das so machtvoll voranschreitet! Sohn Shivas mit dem Feuer in der Hand, Bruder Ganapatis, Saravana mit dem duftenden Lotuslager! Damit die Waldmenschen Heil erlangten, schenkte der Weise die Hirschtochter des Feldes. Ihre jungen, von Erregung aufgerichteten Brustberge duften nach Moschus; Perlenschmuck liegt geordnet darüber. Um sie zu umarmen, vergingst du selbst in Sehnsucht und schriebst ein einzigartiges Madal, großer Herr![333]
372 – Lass mich täglich deinen Einzug bedenken
„Ihr Haar ist ganz wie Dunkelheit, die mit den Wolken wetteifert; ihr Gesicht wie der volle Mond; die Stirn wie ein Kriegsbogen, die Augen wie rasch fliegende Pfeile. Ihre Brüste sind knospende Lotusblüten. Ihr Lächeln, ihre beiden Ohrringe und ihre Worte sind kaum zu beschreiben: So wundervoll ist die Kunst dieser Frauen!“ Lass mich nicht so Tag und Nacht verblendet in der Stadt ihre Gestalt als fehlerlose Schönheit preisen und ihnen angenehme Worte sagen, damit sie mir zugetan sind. Schenke mir stattdessen die Weisung: „Gedenke täglich meines Einzugs auf dem wundervoll schreitenden Pfau, der kommt, während die feindselig kämpfenden Asuras zerfallen!“ „Dies ist die Wirklichkeit, schwer auszusprechen; sie ist das Neue, das niemand hervorbringen kann, das Ursprüngliche und Gemeinsame.“ Umgeben von askesereichen Weisen erklärtest du geschickt den verborgenen Sinn dem, dessen Lächeln die Städte in Brand setzte, der Wasser und wachsende Mondsichel im verfilzten Haar trägt und vor dem sich die Erde verneigt. Alle Künste und Wege rechten Tuns, Dichter aller Sprachen, die Wissenden und die um Askese Bemühten preisen dich durch Literatur und Musik: „Das ist der Sechsgesichtige, der an den Brüsten der sechs Mütter trank!“ Die ungewöhnlich tanzenden Diener verehren deine Füße. Schön wohnst du in Arunai, großer Herr![334]
373 – Das schweigende Wort bleibt
Die Geschickten stecken ihr duftendes Haar auf, tragen ein Tuch, das die Brüste genau erkennen lässt, und messen Besitz und Lebenskraft ihrer Besucher ab. Ihre Körper duften nach dunklem Zibet und Adlerholz; ihre Lippen rauben der reifen Frucht ihre Schönheit, ihre Augen schießen wie scharfe Speere. Auf dem Lager bieten sie in Liebe scheinbar wohltuende Vereinigung. Ihr Herz geben sie nach dem Maß des Besitzes; kein Wort bleibt auch nur einen Augenblick verlässlich. Auf diesem Weg bin ich verwirrt und weiß weder Anfang noch Ende. Doch die schweigende Unterweisung und die beiden großen Füße, die du mir in Arunai voller Gnade schenktest, vergesse ich nicht! Du Neffe des mächtigen Hari! Der Herr mit zwanzig Armen, zehn Köpfen und goldenen Kronen regierte die alte, gewaltig befestigte Stadt. Sie ging in Feuer auf. Mit Hanuman, der wie ein Schutzpanzer war, und den siebzig Scharen der Affen entstand die Brücke über das gegen sie brandende Meer; auf dem Kampfplatz schoss Rama den einen Pfeil gegen den Gegner.[335] Held auf dem Pfau, du zerstörtest Heere und große Kraft der Asuras, zerschmettertest den feststehenden Berg und gabst den Himmlischen ihre eigene Wohnstatt zurück. Die junge Tochter des Bergvolkes steckt vielerlei glänzende Steine in ihr Haar und trägt ein schönes Gewand an der Taille. Du umarmst ihre Brüste voller Zärtlichkeit, großer Herr!
374 – Die Täuschung in den eigenen Bildern erkennen
In den beiden Augen schimmern Gift und Nektar; sie sind wie Blütenpfeile, in Feuer getaucht. Das moschusduftende Haar ist keine Wolke, sondern Dunkelheit, die das Auge der Erkenntnis vom Weg abbringt. Die Rede ist kein Nektar, sondern ein Netz, das das Leben fängt. Das begehrte junge Lächeln ist kein Jasmin, sondern Diebstahl. Die weite Nabelvertiefung ist kein Teich, sondern eine tiefe Fallgrube. Die Taille ist keine Trommelmitte, sondern eine Gestalt des Liebesgottes. Die schönen Brüste sind keine Berge, sondern der tötende Yama. Die Perlenketten, die darüber rollen, sind keine Edelsteine, sondern Yamas geworfener Strick. Die Frauen sind so gesehen nicht einfach Frauen, sondern aus vielerlei Karma entstandene Gestalten. Wird ein Tag kommen, an dem ich mich mit solcher Einsicht verbinde?[336] Die Waldfrauen verehren mit Blumen die beiden Lotusfüße der einzigartigen Hirschtochter, die friedlich auf dem Bergfeld wohnt. Mit ihr und der himmlischen Frau zu beiden Seiten erscheinst du, auch auf dem berggleichen Elefanten mit Stirnschmuck und nahrungsergreifendem Rüssel. Deine berggleichen, armreifgeschmückten Schultern erschauern im immer neuen Spiel der Vereinigung. Vor deiner strahlenden Gestalt vergehen die furchtbaren Schlachtreihen der nächtlichen Dämonen mit Elefanten, Wagen und Pferden; selbst die Kairava-Blüten und Feuer werden von ihrem Glanz übertroffen.[337] Der heilige Weise Gautama verehrt dich. Saravana, Herr der Götter, gnädiges Kind Umas, die in Arunai das rechte Tun gedeihen lässt, großer Herr!
375 – Kumara, höchster Guru
Ihr blumengeschmücktes Haar löst sich, die erschauernden goldenen Brustberge bewegen sich. Die kämpfenden Blicke rollen wie Pfeile unter der Stirn, und die Frauen lockern das Gewand. Dunkle Edelsteine strahlen, beide Ohrringe schwingen, das Lächeln blitzt und die goldenen Reifen klingen zu ihren eingeübten Schritten. Wie Pfauen gehen sie duftend durch die Straßen und zeigen die käuflichen Brüste. Tilaka und Schmuckgesicht lassen alles vor Begierde kreisen. Ich Tor umarme ihren Zauber und halte den Saft ihrer Lippen für Meeresnektar, Zuckerrohr oder die vielen süßen Fruchtstücke. Schenke mir Gnade, damit die verdrehte Gesinnung, Unreinheit, Tötung und das unheilvolle Treiben auseinanderfallen! „Kumara, höchster Guru! Kumara, höchster Guru! Kumara, höchster Guru! Kumara, höchster Guru! Kumara, höchster Guru! Kumara, höchster Guru!“ So tönt der Takt. Murasam-Trommeln und die seltenen Siegesklänge dröhnen „Ṭamaṭa ṭamaṭama ṭamaṭa ṭama“. Timilai, Calari, Kinnari und die anderen Instrumente singen. Götter, Weise und Brahma, sie alle verehren mit vollen Blumenhänden deine Füße. Du schleuderst den Speer, sodass die Pferde, Elefanten und Wagen der Asuras zerbrechen. Damit sämtliche Welten Licht empfangen, zeigst du deine schönen Füße auf dem Rücken des Pfaus. Großer Herr von Arunagiri, der du die Tochter des Bergvolkes umarmst!
376 – Behüte mich, wenn der Strick des Todes kommt
„Wie viele Nächte habe ich für dich gewacht! Du hast mich hilflos zurückgelassen, mein Gatte; ich bin verloren!“ So klagt die Ehefrau. „Mein geliebter Sohn!“, ruft die Mutter; „Vater!“, schreien die Kinder am Kopfende der Bahre. Vertraute Angehörige weinen, alte Freunde weinen, Trommeln werden geschlagen. Wenn Yama aus seiner mächtigen Hand den Strick nach mir wirft, musst du mich bewahren und mir Leben schenken![338] Mit Speer und Hahn in der Hand, auf dem schönen Pfau, wohnst du im Turm von Arunai. Vater der Götter, junger Kumara, Befreiter, leicht erreichbar für Dichter, die die seltenen Worte Shivas tragen! An den bewaldeten Hängen des goldenen Berges, wo Wolken ausruhen, umarmst du die Jägerfrau des Feldes. Du vollkommener Held bekämpfst Sura im Meer und die großen Berge, bis sie zu Staub werden, großer Herr!
377 – Die beiden Füße als Floß des Lebens
Ihre Augen sind dunkelblaue Fische, zornig wie der Tod, der das Leben verwirrt; sie spielen voller Lust. Mit berechneten Worten und körperlichen Gebärden beginnen sie ihr Tun und verbinden sich aus heimlichem Geldverlangen. Auf dem duftenden Blumenlager stiften sie Leid und Liebesstreit, nur um großen Besitz zu erlangen. Durch dieses grausame Spiel habe ich im Herzen meine Einsicht verloren. Werde ich deine beiden Füße verehren, das Floß meines Lebens? Der Veden rezitierende Träger des Vajra und der Herr, der die heilige Gestalt annahm, in der Uma sich mit ihm vereint, kamen mit den Veden zu dir. Speerträger, du bekämpftest den mächtigen Sura, sodass der hohe Berg zerbrach und das weite Meer austrocknete.[339] Die Wissenden und die anderen singen gemeinsam von dir. Du wohnst im Turm von Arunai, großer Held, der du selbst vor Sehnsucht nach den breiten goldenen Brüsten der pfauengleichen Waldtochter ermattest!
378 – Du hast meine Fehler ertragen
Yama wirft aus seiner mächtigen Hand den Strick, und dieses kostbare Leben gerät in seine Gewalt. Auf Erden greifen viele, die meine Angehörigen heißen, nach dem Körper, legen diese Hülle ins kräftig aufflammende Feuer, baden im bewegten Wasser und gehen auseinander. In diese schuldbeladene Geburt bin ich geraten; von vielen Krankheiten erschöpft irre ich umher, ein armseliger Hund. Werde ich dich liebevoll anrufen dürfen: „Du hast meine Fehler ertragen! Schneide das Verkehrte ab und nimm mich an!“? Vor dem Herrn, dessen Füße die Lotusgabe des dunkelfarbigen Hari begehrten, legtest du die Lehre dar. „Er durchbohrte den Berg, er ist der wahre Gott mit der roten Hahnenfahne in der Hand“: So kennen und singen die Getreuen die kostbaren guten Lieder. Um ihrer Gemeinschaft willen wohnst du im Turm von Arunai, großer Held, der du selbst vor Verlangen nach den breiten goldenen Brüsten der pfauengleichen Waldtochter ermattest![340]
379 – Komm zu mir auf deinem Pfau
Am jungen, juwelenhellen Himmel erhebt sich der Mond und wirft seine Strahlen auf mein Lager wie Feuer aus roten Edelsteinen. Der grausam kühne Liebesgott, der die Lage meines trotz allem standhaften Herzens nicht versteht, richtet seine Pfeile gegen mich. Dazu reden die Frauen übermäßig mit ihrer erlernten Schmährede. Damit mein Leben unter all dem nicht auch nur ein wenig vergeht, besteige deinen wundervollen Pfau mit der juwelenhellen Krone, der seinen Ruf und sein lebhaftes Spiel entfaltet, und komm immer wieder! Bräutigam der Jägerin, deren Blick niemals ohne Erbarmen ist, deren Brüste ihren Duftschmuck bewahren und deren Liebe nicht endet! Held, dessen Füße die frischen Blüten empfangen, die auf der Haarkrone des mit giftigen Schlangen Geschmückten lagen! Du wohnst im Turm der siegreichen Stadt Arunai, umgeben von strahlenden Juwelen wie roten Edelsteinen. Du rissest das Asura-Geschlecht mit der Wurzel aus, ließest das untermeerische Feuer aufsteigen und befreitest die Götter aus ihrer Gefangenschaft, großer Herr![341]
380 – Die ersehnte Umarmung
Lass mich nicht zugrunde gehen unter dem Licht des Vollmonds, das aus dem untermeerischen Feuer zu entstehen scheint, unter den Spottworten der Frauen, dem süßen Klang der einsamen Flöte und dem uralten König der Liebe. Deine zwölf Schultern tragen moschusduftenden Nipa und schöne Kura-Blüten, frisch und reich gereiht. Damit die ersehnte Umarmung sich erfüllt und ich erkenne, was ich erhofft habe, besteige deinen blauen, wundervollen Kampfpfau und komme beständig! In der großen Stadt Arunai, von makara-reichen Teichen und Hainen umgeben, wohnst du im Turm, dessen Schönheit nicht zu malen ist. Deine wundervolle, juwelengeschmückte Brust lässt die jungen, schweren Brüste der Jägerin nicht los, während ihre Taille nachgibt und ihr Gewand sich bewegt. Gurunatha, du unterwiesest zuerst Shiva, dessen Haarkrone reich geschmückte Schlangen und strömendes Wasser trägt. Du befreitest Brahma, Murari und viele weitere erhabene Götter aus der Gefangenschaft, großer Herr![342]
381 – Komm zu der von Sehnsucht Gequälten
Der große Mond ist aufgestiegen, als wäre er in das unterseeische Feuer eingetaucht und daraus hervorgegangen. Die Yazh lässt ihre süßen Töne erklingen. Das Meer umschließt unablässig die Berge der acht Richtungen und lässt seine Wogen brüllen. Auch die Pfeile des Liebesgottes, der seinen Leib verlor und nun ohne Gestalt ist, quälen sie zutiefst.
Diese Frau mit den vor Erregung erschauernden Brüsten, die dem hohen goldenen Meru gleichen, ist von einer übervollen, kostbaren Liebe ergriffen. Damit ihre Verwirrung endet, denke an sie: Besteige deinen siegreichen Pfau mit dem smaragdgrünen, bunt geäugten Federfächer und komm zu ihr!
Du Neffe Haris als Rama, der seinen Pfeil abschoss, sodass Ravanas zwanzig mit entfalteten Blütengirlanden geschmückte Schultern und seine zehn gekrönten Häupter fielen! Du Meister, der Shiva, dem für die vielen Himmelsbewohner schwer Erreichbaren, die verborgene Lehre des Schweigens zum Lernen gab!
Du wohnst im lieblichen östlichen Torturm der großen, ehrfurchtgebietenden Stadt Arunagiri, auf deren Wegen Schlangen umherziehen. Du tratest dem Berg entgegen, der sich bis zu den sieben Welten erhebt, und schleudertest den Vel mitten durch die acht hohen Berge, großer Herr![343]
382 – Nimm mich vor dem Tod in deinen Dienst
Die blauen, giftgleichen Augen, das Trinken vom Mund, die schwere Haarfülle wie eine Wolke, das perlenhelle Lächeln, die Stirn, die selbst mit einem Bogen kämpft, der anmutig ausgreifende Gang und die schönen Brüste haben mich ganz verwirrt.
Ehe ich durch Kalans Dreizack und seine festgezogene Schlinge ins Leiden sinke, ehe mein Leben erniedrigt zu Fall kommt und ich sterbe, ohne dass das alte Karma von mir lässt: Nimm mich in deinen Dienst!
Du Fülle des Lebens, der du die schöne, einer Hirschkuh gleiche Tochter der Jäger aus dem mit Hainen bewachsenen Wald an deine Schultern nahmst! Leuchtender Muruga, Ewiger, Kanda auf den Straßen des alten, von Erkenntnis erfüllten Sonagiri!
Du lenkst den jugendlichen, anmutigen Pfau mit seinem prächtigen Federfächer. Du bist der Sohn dessen, der Uma als eine Hälfte seiner selbst trägt. Einziger großer Herr, du Freund jener, die auf die Blumen deiner Füße die Blumen der Erkenntnis streuen und dich besingen!
383 – Die Blumen der Erkenntnis
Die Frauen wechseln ihre Gesinnung, bergen Feindschaft und Täuschung und treiben ein seltsames Spiel. Wenn ich ihren vertraulichen Umgang sehe, werde ich durch Verlangen töricht; meine Fehler weichen nicht. Lass mich nicht so dastehen, nur damit beschäftigt, diesen veränderlichen Leib zu pflegen.
Mögen Geburt, Wandel und Tod vergehen und mein Leben ohne Minderung sein! Werde ich nicht im Herzen deinen scharf geschliffenen Vel betrachten, deinen Hahn und die hirschgleiche Tochter der Jäger am Berghang mit dem Hirsefeld?
Kanda, du ziehst auf Elefant und Pfau, inmitten deines Blumensitzes thronend, durch die Straßen von Arunai! Träger des Vel, du zogst aus, damit die Bewohner des alten Himmels, in dem die pfauengleiche, vom Elefanten aufgezogene Deivayanai lebt, aus ihrer Gefangenschaft zurückkehren konnten.
Du König, der Sura und die anderen mit ihren sündhaften Fußtruppen stürzen ließ und für das Leben von Erde und Himmel sorgte! Einziger großer Herr, du Freund jener, die auf die Blumen deiner Füße die Blumen der Erkenntnis streuen und dich besingen![344]
384 – Sohn der Mutter mit den vielen Namen
Mit Worten, aus denen Nektar zu fließen scheint, reden die pfauengleichen Frauen die Wohlhabenden an: »Ich schwöre bei mir, ich schwöre bei dir! Mein Haus ist ganz in der Nähe; kommt hinein!« Diese törichten Frauen reden trügerisch, treiben ihr verderbliches Spiel und gehen kokettierend auf der Straße umher. Gib mir deine Gnade, damit ich nicht ihrer Täuschung verfalle und zugrunde gehe.
Du Kind, das Mutter Uma gnädig schenkte! Sie ist Kumari, Kali, Varahi, Maheshvari, Gauri, Modi, Surari und Nirapari; die schreckliche Trägerin des Dreizacks, Sudarani, Shyamali und Mahamayi. Sie ist die Schwester Muraris, der die Zwergengestalt annahm; die Trägerin der Welt, die Freigebige, die Höchste; Guruparari, Vikari, Namokari und Abhirami.
Sie ist die kriegerische Nili, die Herrin Puraris; die Tochter des Berges, Kapali und die gütige Narayani; die regenspendende Wolke, Shivaya-Manohari, die höchste Shakti und die Yogini; die Mächtige, die Heldin, die das Gift des Meeres verzehrte; die mit dem Diskus in der Hand, die Glücksgöttin, die einzigartige Mutter, die alle Veden selbst ist!
Du schleuderst deinen Vel gegen die Häupter der lärmend kämpfenden nächtlichen Feinde der Götter, sodass die herbeigekommenen Gespenster unter wildem Geschrei tanzen und ihr Fleisch verschlingen. Großer Herr, du erstrahlst und wandelst auf der Spitze des wolkenumzogenen Tempelturms mit seinen neun Ebenen, in Annamalai, der glückverheißenden Stätte Soneshvaras![345]
385 – O Meer der Gnade, gib mir deine Füße
Wenn Männer kommen, die vor wachsendem Begehren wie heißes Wachs zerfließen, streichen die strahlend schönen Frauen auf ihrem Lager das lange Haar zurück. Mit ihrem Gewand bedecken sie die Brüste und spielen dann trügerisch damit, es wieder zu lockern. Ihre Gestalten gleichen prächtigen Pfauen; sie reden schmeichelnd mit verborgenem Sinn.
In das weit gespannte Netz dieser Frauen, in dieses aufgewühlte Meer falle ich. Ich kann nicht einmal an den rechten Weg denken: ein großer Übeltäter, dem Gleichmut unbekannt ist, ein befleckter Tor. O Meer der gnädigen Barmherzigkeit, nimm auch mich an! Gemahl der beiden Herrinnen, gib mir die großen Blüten deiner beiden Füße!
Du Neffe des geheimnisvollen Herrn, den der Verkünder der großen heiligen Veden und die Himmelsbewohner preisen: Keshava, der Waffen in den Händen und eine schöne Tulasi-Girlande auf der Brust trägt! Du Träger des strahlenden Vel, der den unermesslichen Herren der Asuras entgegentritt und sie zu Staub macht! Du durchwanderst die sieben Welten.
Dein jugendlich leuchtendes Antlitz strahlt wie zahllose Sonnen. Du Sohn der Herrin, die Hara umarmt, du Fülle aller Künste! In der großen Stadt Arunai wandelst und wohnst du: Ihre goldgeschmückten Tortürme und mächtigen Mauern ragen wie Meru empor, ihre Straßen widerhallen von den Veden und dem Ruf der Elefanten.
386 – Lass die erschöpfende Verstrickung enden
Sein Leib trägt Elefantenhaut und Schlangen; sein Haar ist voller Mondsichel und Wasser. In seinen Händen ruhen Feuer, Axt und Hirsch. Er zürnte dem Liebesgott, der an den vollen Brüsten der Lotusfrau heranwuchs. Er ist der Urgrund, der auf Kailasa wohnt, mit Schultern voller strahlender Edelsteine und Gold.
Wie das Gift, das seinen Hals erfüllte, wie der Vel, der dir lieb ist, reichen die unheilvollen Augen der Frauen bis an die beiden Ohrgehänge. Sie verschlingen das Leben selbst solcher Männer, die dem Liebesgott gleichen, und suchen zornig nach immer neuen Opfern. An ihre Brüste geschmiegt, verliere ich mich in mannigfaltiger Vereinigung; mein Leib und seine Schönheit verfallen, mein Erinnern geht verloren. Wird dieses Vergehen nicht endlich aufhören?
Die Asuras haben feuerspeiende Augen, zwei scharfe Fangzähne wie zwei Mondsicheln und zwei berggleiche Schultern; sie kommen wie dunkle Wolken heran. Ihre Häupter stürzen wie der einbrechende Meru, ihre Rücken werden gespalten. Die Kali-Gestalten treten heran, rufen: »Gib uns Opferfleisch!«, und verneigen sich vor deinen Füßen. Du Kämpfer, dessen stürmischer Vel Blut in sich aufnimmt!
Kumara, du wohnst im überaus hohen Torturm von Arunai, am leuchtenden Berg, den Löwen, Elefanten und Tiger dicht bevölkern. Du gabst deine sechsgesichtige Gestalt auf, in der du die endlosen Veden verkündest und lebst, und gingst in den Wald der Jäger; deine Schultern berührten dort die Brüste der jungen Frau. Herr Haris, Haras, Brahmas, Purandaras und der anderen![346]
387 – Befreie mich aus dem Netz des Begehrens
Das Innere des brausenden Meeres geriet in Aufruhr und öffnete sich. Der nördliche goldene Berg bewegte sich als Quirl; der König der Schlangen mit seinen vielen Hauben und seinem furchtbaren Gift diente als Seil. Unzählige Scharen der Unsterblichen zogen abwechselnd und quirlten den Nektar hervor.
Damals erhob sich wie eine einzige Wolkenmasse, die der Welt jede Zuflucht nahm und sie verschlang, das Gift. Selbst die mächtigen, rasenden Elefanten und die Berge der acht Richtungen wurden davon getroffen; das Weltenrund drohte zu bersten. Es übertraf alles und drang wie ein Speer ein.
Diesem Gift gleichen die Augen der Frauen: Sie reichen bis an die herabhängenden Ohrgehänge, spannen ihr Netz und rauben das Leben der Liebhaber als Opfer. Die fünf schweren Verfehlungen tragen sie in sich. Wird mein Verlangen, mich liebevoll an diese Frauen zu binden, nicht endlich enden?
Die Heere der Nachtwanderer rückten in Schlachtordnung heran und umringten dich; ihre Scharen zerbrachen, Staub stieg auf. Taraka mit seiner wolkenschwarzen Gestalt erschrak; das dunkle, wogende Meer, in das die Fische tauchen, schrie auf. Du zorniger Held durchbohrtest den alten Berg, sodass die Unsterblichen in ihre eigene Stadt zurückkehren konnten.
Kumara, Sohn der ewig jungen, unvergleichlichen Unnamulai, die in Arunai mit seinen mächtigen, mannigfaltig gestalteten Tortürmen wohnt, die dem rötlich goldenen Meru gleichen! Von inniger Liebe ergriffen, verbargst du deine Gestalt, gingst in den Wald und folgtest dort einer Tochter der Kuravar. Du Liebender, Herr Haris, Haras, Brahmas, Purandaras und der anderen![347]
388 – Lass mich rechtzeitig deiner Füße gedenken
In dieser Welt, über der Sonne und Mond sichtbar aufgehen, werden die Angehörigen, die mir verbundene Frau und die schönen Kinder um mich stehen und weinen. Ihre Herzen werden schmelzen; in ihrem Leid werden sie viele Klagen und Worte der Not aussprechen.
Noch ehe Yama mit dunkler Gestalt und feurigen Augen nach meinem Leben trachtet: Schau mich so an, dass durch Erkenntnis die vielen Leiden schwinden und ich deiner beiden geschmückten Füße gedenke!
Sura kam heran und ließ Vishnu mit seinen mächtigen, von Shri bewohnten Schultern, Brahma und die acht weiten Himmelsrichtungen erbeben. Du Träger des Vel, du kämpftest mit machtvollem Zorn, sodass seine festen Schultern zerbrachen und das wogenreiche Meer erschrak.
Damit die Kenner der kostbaren Veden, die Bewohner des Himmels und die von Liebe Erfüllten auflebten, offenbarte sich damals deine rettende Kraft. Großer Herr, du wohnst in der Gnade dessen, der die im Dharma ruhende Göttin als eine Hälfte seiner selbst trägt!
389 – Bevor der letzte Aufruhr kommt
Wenn Yama, der mit List bedrängt und Leiden schafft, mit grausamer Krankheit naht, mit Augen wie wildes Feuer; wenn er im Zorn das Leben nimmt und sagt: »Jetzt ist der Augenblick!«, dem Lauf des Geschicks folgend —
noch ehe dieser Aufruhr kommt, ehe die Frauen und Angehörigen Tränen vergießen und die verborgene Unwahrhaftigkeit der Herzen aufquillt: Schenke mir die Fähigkeit, deine geschmückten Füße zu verehren, die das angesammelte Karma mit seinen Wurzeln entfernen!
Er wohnt im Denken derer, die ihn preisen. Damit Vishnu, der auf der Haubenschlange ruht, die Gift ausspeit, der auf dem Lotus sitzende Verkünder der alten Veden und die Unsterblichen keine Angst mehr haben mussten, trank er das Gift.
Er reitet den Stier; in seinem verfilzten Haar trägt er die Schlange, den Mond und die Ganga, und in seiner Hand ruht das Feuer. Großer Herr, du lebst in der Gnade dessen, der die Göttin als eine Hälfte seiner selbst trägt![348]
390 – Darf sie auf ihrem Blumenlager vergehen?
Der Mond erhebt sich aus dem Meer, in dem Haie ihren Raum durchstreifen und die Makara-Tiere voranstürmen. Die leise Brise kommt wie Feuer durch die Straße, in der die Frauen mit ihrem zwiespältigen Tun wohnen. Der kühne, körperlose Liebesgott verschießt seine schrecklichen, scharf treffenden Pfeile aus dem Bogen mit seiner breiten Mitte.
Durch all dies gerät die junge Frau außer sich; ihre Armreifen gleiten herab. Darf sie so auf ihrem einsamen Blumenlager dahinsiechen?
Du schleudertest deinen Vel, sodass die mächtigen nördlichen Berge, die langen Leiber der Asuras und ihre edelsteinbesetzten Kronen zersprangen. An deiner Brust ruhten die nektargleichen, jungen, wachsenden Brüste der Jägertochter, mit Sandelpaste bestrichen und vor Freude erschauernd.
Du König, der schön auf dem gewaltigen, prächtigen smaragdgrünen Pfau in Arunai steht! Herr Haris, Haras und Brahmas, die immer wieder die Ordnungen der schwer zu erfassenden Veden verkünden![349]
391 – Zuflucht im Schatten deiner Füße
Ich zerfließe unter der Macht der Frauen mit ihrem elefantengleichen Gang. Durch mein elendes Karma gerate ich in Bedrängnis. Ich denke nicht daran, das rettende Ziel zu erreichen, und kenne nicht einmal den Lobpreis; mein Geist versinkt in verderblichem Vergnügen.
Soll ich mit diesem aus Fleisch bestehenden, dem Tadel ausgesetzten Leib auf der Erde immer weiter umherirren? Gewähre mir, in den Schatten deiner geschmückten Füße einzutreten, dieses weiten Floßes, dieser hundertblättrigen Lotusblüte!
Du ließest den nach den Himmelsrichtungen blickenden Brahma in lange Gefangenschaft geraten. Du Neffe des heiligen, großen, dunklen Vishnu! Ruhmreicher Muruga, den Tripurai gnädig schenkte, sie, die sich an der linken Seite des Verbrenners der drei Städte erfreut!
Du schleuderst deinen mächtigen Vel mit solcher Wucht, dass der große Berg, in dem die Nachtwanderer hausen, in zwei Teile zerbricht. Großer Herr an der Nordseite der hohen Mauer von Arunai, jener heiligen Stätte, deren Ruhm sich über die Erde verbreitet!
392 – Lehre mich die Erkenntnis
Lass mich nicht erschöpfen, indem ich mit hartnäckigem Begehren an denen hänge, die Zuneigung abschneiden und Wohlergehen ins Gegenteil verkehren. Lass mich nicht dem mächtigen Kalan eine Stütze bieten, in völlige Verwirrung geraten und zugrunde gehen.
Lass mich nicht durch vermehrte Bindung an jene, die zur Empfängnis führen, erneut in diesem Meer des Elends geboren werden. Gedenke meiner, gewähre mir deine heiligen Füße und verkünde mir die Unterweisung der Erkenntnis!
Du wohnst im Herzen derer, die einmal an dich denken und deine beiden Füße immer weiter rühmen. Siegreicher Kumaresha, du legtest die honigsüße Tochter der Kuravar an deine starke Schulter und entflohst mit ihr im Verborgenen.
Träger des Vel, du kämpftest, als der Asura Sura überheblich und prahlerisch bedrängte, sodass er im Kampf starb. Großer Herr im heiligen Torturm des mächtigen roten Berges auf dieser wundervollen Erde![350]
393 – Schenke mir beide Füße, ehe meine Kräfte schwinden
An die schönen, vor Erregung erschauernden, mit duftender Paste bestrichenen Brustberge jener grausamen Frauen mit den pfeil- und fischgleichen Augen schmiege ich mich; vom mächtigen Liebesgott trennen sie sich nie.
Meine Kraft geht verloren, der Leib sinkt zusammen. Husten stellt sich ein, der Gang wird unsicher, die Sprache versagt; das Bewusstsein schwindet, ich ermüde, das Herz zerfällt und das Leben erlischt. Gewähre mir deine beiden Füße, damit ich nicht in die feuermäulige Hölle stürze!
Du schleudertest den goldenen, strahlenden Vel mit Macht und machtest einen gewaltigen Berg zu feinem Staub. Held mit den zweimal sechs goldenen Schultern, du schmolzest in Liebe zur großen Tochter der Kuravar im Wald, in dem die Hirsche wohnen!
Du bist selbst für Hara schwer zu erfassen, den die Augen Vishnus und des lotusgeborenen Brahma nicht erblicken konnten. Großer Herr auf der heiligen Straße von Arunapuri, das von üppig bewässerten Feldern umgeben ist![351]
394 – Soll ich wieder in den Strudel der Geburt fallen?
Weinend rufe ich »Ach, ach!«, verehre dich und schmelze immer wieder innerlich dahin. Ich verliere mich selbst und tauche in das Meer der Liebe ein. Ich suche das Siegel des Schweigens, das den ruhelosen, lärmvollen Streitern um Religion verborgen bleibt.
Soll ich dennoch die unfehlbare Wahrheit der Erkenntnis nicht erlangen? Soll ich von nun an wieder in den Strudel des Geburtenmeeres fallen, in dem das Karma immer andere mächtige Gestalten hervorbringt, vergänglich wie Wasserblasen? Sage es mir!
Sechsgesichtiges Kind, du erschienenes Glück im alten Strombett der Bhagirathi! Du trankst die Milch aus den Brüsten der sechs Mütter. Höchster von Sonachala, wunderbarer Herr auf dem Pfau!
Als die Zeit der Schlacht kam, zerbarsten die Berge und die Erde mit allem übrigen wurde zu Staub. Das Meer mit seinen Fischen, das Perlen emporschleudert, rief »Ko, ko!«, und die Veden riefen »Ko, ko!«. Großer Herr, der mit dem Vel als Waffe kämpfte![352]
395 – Licht im innersten Licht
Die Frauen mit Blumen im Haar bedecken ihre schweren Brüste, die gezeichneten Elefantenstoßzähnen und jungen Kokosnüssen gleichen, mit bewegter Seide und tanzen. Ihre Perlenketten und Ohrgehänge schwingen, während sie reden und lachen; um des begehrten Geldes willen betören sie jeden nach Belieben.
Pfauengleich sind sie, mit Haarfülle wie schwere Regenwolken und schönen Augen. Sie schicken ihre Boten aus und nehmen den Besitz an sich. Von ihrer Täuschung ergriffen, gehe ich den sieben Höllen entgegen, in einem Leib, der dem Feuer bestimmt ist. Gewähre mir deine Füße, die als Licht im innersten Licht erstrahlen!
»Tānataṉat tī« — so ertönen Timilai und Perikai. Du vernichtetest den Berg und erschlugst Sura im Meer. Einzigartiges Kind dessen, der einen leuchtenden Fuß gebogen emporhebt, den anderen fest aufsetzt und tanzend das Wesen des Taktes sichtbar macht!
Du Träger des edelsteingleich strahlenden Vel, du schmilzt in Liebe an der Brust der Kuravar-Jungfrau, deren Lippen rot wie Kovai-Früchte und süß wie Honigsaft sind, deren Stimme dem Maina-Vogel gleicht. Großer Herr im ruhmreichen Torturm von Arunai: unvergleichliche Gnade für die Pfauengleiche vom Hirsefeld und für die wahrhaft liebende Göttertochter![353]
396 – Darf ich so allein verschmachten?
Die grausamen Pfeile bringen Leiden über Leiden; mit ihnen kommt der leichte Wind, der mir das Ende bringt. Der große Mond trägt auf seinem Leib das Bild des Waldhasen und spendet dennoch brennendes Licht.
Das Meer wirft seine einzelnen Wogen unablässig ans Ufer und verfolgt mich mit immer neuer Qual. Darf mein Leben so dahinschwinden, während ich ohne Gefährten auf dem geschmückten Blumenlager allein bin? Wird dieses Leiden nicht vergehen?
Du sandtest den scharf geschliffenen Vel aus, der den kämpfenden Sura beim goldenen nördlichen Meru traf und tödlich verbrannte. Held auf dem Pfau, du gingst auf das Feld, um die herrliche, wahrhaft glückverheißende Tochter der Kuravar aus dem Jägergeschlecht zu erfreuen!
Du wohnst auf den heiligen Straßen von Arunai, bei den Feldern, wo sich das Laub dicht um die Blattscheiden der Ketaki-Pflanzen breitet. Großer Herr, König über die Erde mit ihrer Glücksgöttin, über Shiva und die Unsterblichen mit den niemals blinzelnden Augen![354]
397 – Gib der Einsamen Hilfe
Das Licht des kühlen Königs Mond schleudert Feuer aus. Der leichte Wind und das Gerede des Ortes bedrängen sie. Der kampfbereite Liebesgott spannt seine Pfeile: Das Leben der einsamen Hirschgleichen erlischt. Gewähre ihr eine Hilfe!
Kumara, Muruga, Meister dessen, der verfilzte Haare trägt! Deine heilige Brust stillt die Sehnsucht der großen Tochter der Kuravar. Du schenktest damals den Unsterblichen wieder ihr Leben in Amaravati. Großer Herr, der auf der Straße von Arunapuri steht!
398 – Befreie mich aus der täuschenden Kunst
Bei der Liebesvereinigung drücken sich ihre Brüste an die Brust, auf der Stirn tritt Schweiß hervor. Im nektargleichen Augenblick zeichnen die Fingernägel Linien, die wie Edelsteine glänzen. Nach wiederholtem spielerischem Streit folgt das Liebesspiel, bei dem sie oben liegt; die fadenfeine Mitte bebt, und Freude erfüllt das Herz.
Die beiden Leiber werden in Lust wie eine einzige Gestalt. Gesicht drängt an Gesicht, die Haare lösen sich, die Armreifen klingen; in den Lotusaugen wächst der Rausch. Begierig trinken sie abwechselnd voneinander den Saft der Lippen; liebevolle Worte steigen auf.
Die Brauen heben sich, die beiden schwertgleichen Augen blinzeln, Zärtlichkeiten nehmen zu. Selbstvergessenheit legt sich wie eine Hülle über alles. Unzählige neue Empfindungen entstehen, werden als Höchstes genossen; die beiden Schultern schmiegen sich aneinander. Durch die Kunst des großen Vergnügens erschauert der Leib.
Das Meer des Verlangens schwillt über, die Schnur um die Hüften lockert sich. Herz schmilzt an Herz; sie zeigen Zuneigung und freuen sich, als gelte es das eigene Leben — doch nur so lange, wie Besitz vorhanden ist. Schenke mir deine Gnade, damit ich der gefährlichen Zauberkunst der käuflichen Frauen entkomme!
Du Kind, das in einem Augenblick die ganze Erde ermessen und rechtsläufig umrundet hat und dann bei Shiva weilte! Die Erde ist von der Wassermasse umgeben, die durch Sagara entstand, in der Makara-Tiere und Muscheln leben: ein brausendes, dunkles, mächtiges, bezauberndes und edelsteinreiches Meer.
Du wohnst auf Palani, im ruhmreichen Erakam, in Tiruvavinankudi, in Brahmapuram und im heiligen Tiruttani, wo die Himmlischen zusammenkommen. Damit auch ich, der ich wie ein Hund bin, am uralten rettenden Ziel teilhabe, stehst du mir nahe und legst dir die Girlande meiner Dichtung an.
Du Beschützer der Edlen, Haris, Brahmas und der Unsterblichen! Um das Leid deiner Liebenden rasch zu zerschlagen, rottetest du das ganze Heer der bösen, mörderischen Asuras aus. Schöner Herr von Sentil und vom Schlangenberg!
Kanda, du bestiegst den Pfau, sodass der kampfsüchtige Sura erschrak, der sich feindlich gegen deine rötlich strahlenden, von vollkommener Barmherzigkeit erfüllten Füße erhoben hatte. Sechsgesichtiger großer Herr, du wohnst an der Nordseite des großen Torturms des Herrn von Arunai![355]
399 – Die Klarheit deiner Gnade
Tag und Nacht, immer wieder, möchte ich die drei Formen des Tamil — Dichtung, Musik und darstellende Kunst — erklingen lassen. Schenke mir deine heilige Gnade, damit mir das Beständige klar wird!
Du großes Leben höchster Barmherzigkeit! Du Erkenntnis der Wirklichkeit Parashivas! Wahrhaftiger Sohn, durch Haras Gnade geschenkt! Großer Herr von Arunagiri!
400 – Wer trägt meine Klage zu dir?
Ist es deine Liebe zu den beiden? Ist es das vielfältige Getöse? Was für ein Tun mag dich beschäftigen? Die Rishis, Brahma, Vishnu, die Unsterblichen und deine Dienenden können sich nicht nähern; die Stimmen und Rufe all dieser höre ich nicht.
Ich, dein einzelner Diener, rufe hier laut. Wird jemand meine Worte liebevoll zu dir tragen? Der Staub deiner Füße ist wie die Berge der Welt: Wie unermesslich muss da erst deine Gnade sein!
Du bist der höchste Guru, die Bewegung im kleinsten Teilchen. Dir gehört die Schar der Elemente, beginnend mit dem Wind. Du bist jede Gestalt und die uralte Gestalt, Herr des Vel!
Als Hari und Brahma um Schutz baten, schleudertest du den Vel gegen die Finsternis. Großer Herr, der auf Arunagiri lebt, sodass die grausame Krankheit deines Dieners zu Staub wird![356]
401 – Komm tanzend vor mich
Mögen beide Arten des Karma erschrecken und weichen, die Befleckungen schwinden, die Finsternis und die Krankheit vergehen! Besteige deinen Pfau. Sprich freundliche Worte der Gnade und Liebe, während die Bienen um den lebenspendenden Honig deiner Kadamba-Blüten singen.
Der Elefantengesichtige ruft: »Mein jüngerer Bruder, Muruga!«, und die Himmlischen streuen freudig Blumen. Komm rasch vor mich, deinen Diener, mit erblühendem Antlitz; lass Barmherzigkeit herabströmen und schenke mir deinen Tanz!
Mit leuchtendem Lächeln ließ der Stierreiter die drei Städte und den Leib des Liebesgottes vergehen. Shiva wohnt im weiten Raum als Gnade und tanzt strahlend; an seiner linken Seite trägt er die Königin, die uns geboren hat. Du Guru, an dem sich unser Vater, der makellose Träger der Axt, erfreut!
Großer Herr, du freust dich am Berg von Arunai und genießt das Glück auf dem Lager der jungen Kuravar-Frau![357]
402 – Werde ich die beiden Lotusfüße erreichen?
Dieser frische Hautsack ist Nahrung für die beiden Arten des Karma; ein gekrümmtes Gehäuse, im Mutterleib entstanden; eine verfallende Höhle, in der sich Leiden sammeln; ein Schiff, das im Meer des Unheils umhertreibt; ein Topf, in dem sich Schmutz und Flüssigkeit stauen.
Er ist ein nachts schlafender Leichnam, ein zur Gestalt gewordenes Gefäß der Krankheit, ein Käfig aus den fünf Elementen, eine Hütte, aus der Geist und Leben wieder ausziehen. Mit der Welt habe ich den vom Karma erzeugten Wahn angenommen, dieses Gebilde werde nicht vergehen. Wird dieser Wahn schwinden, sodass ich deine beiden Lotusfüße erreiche?
Du Freund der Dienenden, du wohnst hoch im erhabenen Turm von Arunai, wo die Scharen der Unsterblichen ihre Lotushände zusammenlegen und dich verehren. Du Neffe des immer jungen Helden mit dem Sharnga-Bogen, der einst alle gepriesenen Welten verschlang!
Du Sohn des göttlichen Königs des Tanzes, den der barmherzige Verehrer mit den Tigerfüßen und der Herr der Schlangen schauten! Du Herr des federprächtigen Vogelkönigs, der die Berge zerschlägt; König der Lehrschriften, Kanda, Höchster in der Wahrheit! Großer Herr über die Träger des Vajra in der Hand![358]
403 – Selbst dann will ich deine Füße nicht vergessen
Wenn das dunkle Haar sich löst und auf dem Mondgesicht Schweißperlen hervortreten; wenn die glänzenden Fischaugen rollen, die beiden schweren goldgleichen Brüste weich nachgeben, die Mitte schwankt und die Armreifen laut gegeneinander klagen;
wenn das unbeschreiblich schöne Gewand sich lockert, die Sehnsucht drängt und ich in den lieblichen Strudel eintauche, freundschaftlich den Nektar ihrer Lippen trinke und Leben und Leib sich aneinanderfügen, nachdem der Unmut vergangen ist;
wenn wir das mit Maruku und Blumen duftende Lager betreten, das Lotusgesicht sich zusammenzieht, die Begierde überwältigt, die Worte zittern, die Selbstbeherrschung schwindet und ich ins Verlangen hinabsinke — selbst dann will ich deine Lotusfüße niemals vergessen!
Mit der Zuneigung: »Du kennst das Ganze, du bist der Nektar, in großer Askese erhaben, du Gegenstand der unfehlbaren Veden!« stehen die Weisen und Götter da, verehren diese Füße und schmelzen innerlich dahin.
Als ein junger Mann seine Hochzeit feiern wollte, kam einer mühsam herbei, in der Gestalt eines Alten, trat hastig durch das Tor und erklärte vor aller Welt: »Dieser ist mein Diener!« Er brachte ihn vor die Versammlung und legte damals ein altes, gefaltetes Urkundenblatt vor. Als der junge Mann es gewaltsam zerriss, stand er da, schüttelte sich und trug seine Klage nach dem Recht vor. Du junger Sohn dieses alten Vedakundigen!
Der goldene Berg ragte über den schwer erreichbaren Herrn der Sterne hinaus; die herrliche Schlange mit ihrem edelsteinbesetzten Haupt wand sich um ihn und sank beim Quirlen hinab. Mit den Unsterblichen und vielen anderen quirlte Hari eifrig das Meer und schenkte den Nektar. Du heiliger Neffe dieses Hari!
Du nahmst damals in Weisheit den Hahn in eine Fahne auf und erfreutest dich daran. Großer Herr, der im aufragenden Torturm der Stadt Arunagiri wohnt![359]
404 – Komm auf den Berg von Arunai
Das Mondlicht lässt selbst die Perlen an den festen, schönen Brüsten Feuer speien. Wie die Sonne kommt der Klang der Flöte, um mein Leben zu rauben; auch die Wogen des Meeres bedrängen mich.
Lass mich, die Schwache, nicht unter den grausamen Pfeilen des kühnen Madana, des Gemahls Ratis, vergehen. Komm auf den Berg in der Stadt Arunai mit ihren jungen, edelsteingleich schönen Hainen!
Guru dessen, der lächelte, sodass Feuer aufstieg und die festen drei Städte erschütterte! Held auf dem smaragdgrünen Pfau, der voranstürmt, bis die Asuras mit ihren grausamen gekrönten Häuptern zu Staub werden!
An deiner einzigartigen heiligen Brust ruhen die nektargleichen, vollen Brusthügel der jungen Tochter der Kuravar. Großer Herr, du vermagst dein schreckliches, leuchtendes Speerblatt so zu schleudern, dass selbst die sieben Meere zusammenschrumpfen!
405 – Das innere Feuer und der Nektar
Wie Feuer in einer Schmelze soll das Feuer im Leib entflammen, den Mond berühren und den Nektar zum Fließen bringen. Er soll schmelzend herabströmen; ich soll die höchste Wonne erlangen und mich sehnend an deine Füße erinnern.
Stattdessen sehe ich die Frauen mit dem Tilaka auf ihrer bogenförmigen Stirn, dem leuchtenden Stirnmal, dem strahlenden Gesicht und dem perlenhellen Lächeln. In ihr Netz von Verwirrung verstrickt, quäle ich mich mit Begehren und Kummer. Soll ich beschämt wie ein Dieb umherirren?
Strahlender Vel-Träger, du ließest den goldenen Pfau voranstürmen, während die kunstvollen, goldenen Rundtrommeln, Timilai und Parai ertönten. Du wurdest zum Untergang für das Geschlecht der boshaften, zornigen Jaina-Asketen, die sich widersetzten und im Zusammenstoß zugrunde gingen.
Du wohnst auf dem siegreichen Berg von Arunai, auf dieser vom Wogenmeer umkleideten Erde. Du erschlugst die Asuras, befreitest die Unsterblichen aus der Gefangenschaft und stelltest ihre Herrschaft wieder her, großer Herr![360]
406 – Darf die junge Ranke verwelken?
Der Mond steigt über den sich ausbreitenden Wellen des Meeres auf. Die Frauen verbreiten mit Bedacht immer neues Gerede. Die Brise weht zornig wie das unterseeische Feuer.
Darf deshalb die junge, rankengleiche Frau im feldreichen Arunai welken?
Held, vor dem sich der Herr verneigt, der Uma an seiner linken Seite geehelicht hat! Du schleudertest deinen Vel, sodass die sieben Berge gespalten niederfielen. Du König, der zürnte, sodass die mächtigen Asuras erschrocken flohen! Herr Haris, Brahmas, Purandaras und der anderen!
407 – Soll ich mich an jene binden, die Besitz rauben?
Ihr Gesicht gleicht dem Lotus, die Stirn der Mondsichel, die Braue dem goldenen Bogen; ihre glänzend kreisenden Augen gleichen Vajra-Pfeilen und schönen Fischen, ihr Haar einer Regenwolke. Die Zähne gleichen strahlenden Perlen, der Hals der Arekapalme, die Schultern dem Bambus, die goldenen Hände Lotusblüten; auf den korallenfarbenen Fingern sitzt ein Papagei.
Ihre jungen, vollen Brüste übertreffen die lieblichen Berge, gleichen zwei zusammengestellten Krügen und bewegen sich leicht; der Edelsteinschmuck tanzt mit. Rankenschlank ist die Mitte, seiden ihr Gewand; der Gang ihrer goldenen Füße scheint dem Pfau selbst den Tod zu bringen. Sie schmeicheln und rauben Besitz: Soll ich mich an sie binden?
Timilai und Udukku, Murasu und Parai ertönen: »Timiti, timiti; ṭimiṭimiṭi, ṭikurtimiti!« Der Takt dröhnt: »Ceka kaṇa cekkaṇa!« Mit gewaltigem Krachen erzittern die Gipfel und die Berge der acht Richtungen; das Meer wird getroffen, der Bogen gekrümmt.
Du schleuderst den Vel: Die mächtigen Leiber und Häupter der Asuras werden zerschmettert, Blut strömt in Fülle, und die Gespenster greifen nach zusammenliegenden Fleischstücken und fressen sie. Großer Herr von Arunagiri, du gingst auf das rauschende Hirsefeld und umarmtest die Tochter der Kuravar in der Wonne heimlicher Liebe![361]
408 – Offenbare mir Klarheit
Ihre neuartigen, erstaunlichen Brüste lassen die Lotusknospe ihre feste Gestalt verlieren, bringen die Wasserblase aus dem Gleichgewicht, zertrümmern den goldenen Krug und die ganze Reihe goldener Kalashas. Sie zürnen den jungen Kokosnüssen, bis deren Büschel zerfallen, jagen die Spielsteine davon und besiegen sie; sie schlagen die kleinen Döschen und brechen die prächtigen Elefantenstoßzähne entzwei.
Sie machen selbst die Krone des mächtigen Liebesgottes im Feuer von Shivas Stirnauge zu Staub, lassen die Chakravaka-Vögel davonfliegen und erschrecken sie durch ihre grausame Stärke. Lautstark lehren sie die beiden Zimbeln gegeneinanderzuschlagen, lassen die ausgebreiteten Flügel der Berge abschneiden und strahlen weithin in wachsender Fülle. Soll ich mit den Diebinnen, die solche Brüste haben, verbunden sein?
Laut dröhnen die vielen Trommeln, sodass die Richtungen erbeben: »Toku tokku, tottokukku, tokutoku; tarikiṭa tatta, tattarikka, tarikiṭa!« Die Schläge treffen hart, Rauch steigt auf. Die Augen der Zwerggeister röten sich tief; sie fressen Fleisch und jubeln, während Gespenster und Geier tanzen.
Lärmend und krächzend badet dein Pfau auf dem Schlachtfeld im Blut der Asuras; mit »timi« setzt er die Füße zum Tanz, stampft dröhnend und kämpft. Du Herr dieses Pfaus!
Du wandelst auf dem überaus schönen, buntgrünen Reittier; du wahrhaft unmittelbar erscheinender, guter höchster Satguru! Großer Herr, offenbare dich mir in Arunai und schenke mir Klarheit![362]
409 – Jüngerer Bruder Ganapatis
Er hat das Antlitz und die Kraft eines Elefanten, ist der überragende wunscherfüllende Karpaga. Er bezwang den rasenden elefantengesichtigen Asura Gajamukha. In seinem Elefantenbauch birgt er Erdnüsse, Sesam, Hülsenfrüchte, gute Bananen und Jackfrüchte.
Mit seinem schönen Gesicht tritt Ganapati den Gegnern auf dem Schlachtfeld entgegen und führt gewaltigen Kampf. Du bist sein jüngerer Bruder! Sechsgesichtiger Kumaresha, du erhobst den Vel, kämpftest, sodass der Berg der Asuras erbebte, und vermehrtest deinen Sieg.
Du einzigartiges Kind des Herrn, der ganze Scharen von Schakalen zu Pferden machte, ihre Zügel in der Hand hielt und sie vorführte; der hier auf Erden sein göttliches Spiel vollbrachte, dem Elefanten die Haut abzog und sie auf der ruhmreichen Erde anlegte!
In den Hainen senken sich die Bäume unter ihrer Last; in den reichen Feldern häufen sich schöne, reine Perlen. Die Stätte gedeiht in wachsender Pracht, von den Göttern gepriesen. Großer Saravana mit dem leuchtenden Vel in Arunai![363]
410 – Du folgtest selbst der Tochter der Jäger
Ihre Augen sind tiefschwarz; sie weiten sich und sprechen, beherrschen die Künste des Liebesgottes, sind scharf und grausam. Sie kämpfen mit den goldenen Ohrgehängen, kommen heran und springen vor. Wie das Meer breiten sie sich aus, bedrängen und verfolgen; in wachsendes Gift getaucht, glänzen und toben sie, treten immer wieder gegen Pfeile an und reifen zur vollen Macht.
Vor jungen Männern eröffnen sie die Schlacht, machen den Lotus gering, kommen nahe und kreisen in heimlichem Betrug. Sie übertreffen die Bienen, deren vernehmbarer Klang »Teṉaṉa tentaṉam, teṉateṉa teṉateṉa« lautet; sie töten. Mit solchen verwirrenden Augen drehen die Frauen den Liebhabern das Leben ab. Werde ich aufhören, unter ihrer Gewalt zugrunde zu gehen?
Die Tantai, Kinkini und Fußringe klangen »Kala-kala, kaliṉ-kaliṉ«. Deine beiden Fußblumen wurden bei jedem Schritt schmerzhaft wund, und deine Gestalt war ganz verändert. Mit einem einzigen Entschluss im Herzen suchtest du die rankengleiche Tochter der Jäger auf dem Hochstand des Hirsefeldes in der üppigen Wildnis, in der mächtige Löwen, Bären und Tiger leben.
Du kamst zu ihr, verneigtest dich vor den beiden hundertblättrigen Lotusblüten ihrer kleinen Füße und umarmtest sie freudig; dein Herz verlor sich ganz in der vielfältigen Vereinigung mit ihr.
Damit die Gemeinschaft der Unsterblichen wieder in ihre Wohnstätten einziehen konnte, kämpftest du und machtest die Scharen der Nirritas in einem Augenblick zu Staub. Großer Herr, der nach Arunai kam und dort an der Südseite wohnt!
411 – Soll sie täglich unter dem Gerede vergehen?
Das Meer dehnt sich bis in ungesehene Ferne; sein unaufhörliches Wogengetöse bedrängt die Ohren. Hinter ihm kommen der Liebesgott, der den Wind lenkt, und der Mond, den der Herr, der das Alahala-Gift trank, mit dem Fuß niederdrückte: Alle wenden sich zornig gegen sie.
Das feine Gewand der schamhaften, pfauengleichen Frau sinkt herab. Die Menschen im Land verhöhnen sie, ihr Herz zerbricht; immer neue üble Nachrede erhebt sich. Darf sie so Tag für Tag welken und den Verstand verlieren?
Herr von Sonachala, deine zweimal sechs langen Schultern strahlen mit Schmuck und Girlanden! Unbesiegter Held, zorniger König, du ließest den frevelhaften Sura durch deinen Vel sterben.
Deine Brust ist von unaufhörlicher Liebe zur Frau aus der Himmelswelt erfüllt, zu Deivayanai. Herr der drei ursprünglichen Götter, bei denen sich die Himmlischen versammeln, Herr der Götter über den Göttern![364]
412 – Lass mich nicht im Verfall vergessen bleiben
Ihr Haar schwingt wie eine Regenwolke; ihre Augen kreisen wie Giftpfeile. Sie pflegen ihr Gesicht mit zarten Blättern, tragen duftende Mischungen und gelbes Kurkuma auf. Die Ohren mit ihren Gehängen bewegen sich, der Schmuck darüber tanzt; ihre Brüste gleichen Krügen voll berauschender Lust und leuchten wie Kristall.
Um des Geldes willen betören diese Zauberkünstlerinnen. Sie schmeicheln wie junge Kuckucke, ziehen durch die schönen Straßen; Girlanden und Gewänder lockern sich, die schlanke Mitte beugt sich. Die Füße springen im Takt, und sie tanzen die weichen, kunstvollen Schritte. Mit ihnen treibe ich es immer weiter.
Einige Tage verstreichen in diesem Wohlleben. Dann überziehen Falten den Leib, die Lebenskraft entweicht; viele Krankheiten spielen mit den Gliedern. Auf einen Stock gestützt gehe ich wie ein Affe. »Pfui!« — solche Worte verbreiten sich. Die Matte wird mein dauerndes Lager; ich schrumpfe und verfalle, leide noch lebendig, und der Glanz meiner Augen verändert sich.
Die Sinne finden nicht mehr zusammen, die Ohren hören nicht; selbst Leid und Freude vergesse ich. Nachbarn, Verwandte, Frau und Kinder drängen sich heran, hocken und sammeln sich neben mir: »Pfui, pfui, geht er denn nicht endlich? Was für ein Unglücksbringer! Soll er eben liegen bleiben!« Soll ich so liegen und mit meinem Leib vergehen?
Mein Vater Shiva ließ Feuer hervorschießen, sodass der Liebesgott und die drei Städte zu Asche wurden. Er trägt Elefanten-, Tiger- und Löwenhaut; im Haar hat er Ganga, junge Mondsichel und Girlande. Er reitet den Stier und trank das Alahala-Gift des Meeres.
Meine Mutter bewohnt eine Hälfte seines Leibes: Vishnus jüngere Schwester, die große treue Gattin, Ambika, Shankari, die bezaubernd Schöne, Gestalt der Veden und Agamas, Dreiäugige mit den vollen Brüsten. »Großer Kumara der Erkenntnis, den sie gnädig gebar! Du setzt deinen Fuß auf das gefiederte Reittier! Freigebiger Guru!« So dienen und singen dir die Himmlischen.
Du tanzt, Träger des Vel: Die Asuras zerfallen, der große Meru bricht, das Meer, die acht Berge mit ihren Elefanten und die sieben Inseln vergehen. Die tausend Hauben der Giftschlange in Patala werden zerstört; das ringsum laufende Grenzgebirge wird zu Staub, der den ganzen Himmel erfüllt.
Du tanzt auf dem Gipfel der müde gewordenen Veden und freust dich mit der schönen Kuravar-Frau, die deine rote Lotushand und dein Herz empfing, und mit der wunderbaren Jungfrau des Himmels. Herr des strahlenden Arunachala, wo die gute Feuersäule hinaufeilt und mit ihrem Glanz den Himmelsraum erreicht![365]
413 – Gib mir deine Kadamba-Blüten
Im Hain, den dunkle Wolken umgeben und nähren, erklingt ein grausamer Ruf, vor dem selbst die laute Trompete verstummt. Der Wind bedrängt mich; der Liebesgott kommt auf mein Lager zu kämpfen und schießt seine fünf übermächtigen Blumenpfeile.
Eine einzige Nacht dehnt sich aus, als wäre für Ort und Welt ein uraltes großes Zeitalter angebrochen. Lass meinen Geist daran nicht zerbrechen! Komm, nachdem wir geschmollt haben, an meine beiden Brüste und schenke mir die Kadamba-Blüten, um die gestreifte Bienen schwärmen.
Guru, der daran dachte, dass der Erste ihn preise — jener, dessen verfilztes Haar Aatti-Blüten, Schlange, Mondsichel und Wasser schmücken! Du besitzt sechs Gesichter, die Kuravu-Girlande und den Pfau als Reittier, die Brust, über die die Kuravar-Frau herrscht, heilige Schönheit und Liebe.
Du schleuderst den Vel, sodass Meru, der mächtige Sura mit seinem Berg, die Wogen des dunklen Meeres und die Feinde erschrecken. Großer Herr, der auf der leuchtenden heiligen Straße von Arunapuri steht, vor dem sich die Erde verneigt![366]
414 – Komm auf deinem Pfau
Ihre Stimmen lassen reizvolle Lieder erklingen; ihr dunkel geschmücktes, gebundenes Haar verführt. Lass mich dadurch nicht ohne rechten Weg zugrunde gehen und umherirren. Du musst deinen Pfau besteigen und zu mir kommen!
Held, der so kämpft, dass die listig kämpfenden Asuras erschrecken! Kumaresha auf dem roten Berg! Du gewährst dem Ersten ein einziges Wort ins Ohr. Großer Herr, jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen![367]
415 – Bewahre mich durch deinen Blick
Sie ordnen ihr nach Kuravu duftendes Haar und zeigen es; sie lassen ihre beiden Fischaugen aufeinanderstoßen und angreifen; sie zeigen den korallenroten Mund, leuchtend wie die Kumuda-Blüte. Sie reden süß und vertraulich, bis selbst ein unbeugsamer Sinn weich wird, lockern und schwenken ihre beiden Gewandteile, sodass man die Fassung verliert.
In das Spiel ihres Begehrens verstrickt, bin ich elend geworden. »Ein Niedriger, der Besitz, Jugend, Bildung und Verstand auf einmal vergeudet hat!«, schmäht mich die Welt. Lass meine Erkenntnis nicht auf den Wegen der Sinne vergehen; lass die Streiche dieses aus Elementen bestehenden Leibes nicht weiter wachsen.
An deinen beiden mit frischen Blumen geschmückten Füßen finde ich Ruhe und rühme dich: »Du bist der große, beständige Herr von Arunai, für alle sichtbar!« Willst du nicht daran denken, deinen Diener durch deinen Blick zu bewahren?
Du Wissender, du brachtest dem Herrn die schwer erkennbare eine Wirklichkeit zur Einsicht, sodass er sie annahm — ihm mit der einzigartigen Haarkrone, geschmückt mit Schlange, Aruku-Gras, Mond, Aatti-Blüten, Stechapfel, Rudraksha und Edelsteinen.
Du Junger, du nahmst im Saravana-Teich den Milchnektar der himmlischen Pflegerinnen mit ihrem schönen Haar in Fülle auf; sechs kleine Knaben wurden zu einem einzigen Leib, und so erschienst du.
Du mächtig Zorniger, du schleudertest den Vel, sodass die Götter frei umherzogen und die Asuras starben, zu Staub wurden und ihre Fassung verloren. Du ließest die sieben Meere austrocknen, bis sie ihre Klage erhoben.
Die Jäger schlugen Tudi und Muzhavu. Du nähertest dich mit deinen beiden Fußblumen dem bewachten Wald, wartetest auf die rechte Stunde und umarmtest die lockenhaarige Kuravar-Tochter, unsere Mutter, die das Hirsefeld bewachte, großer Herr![368]
416 – Werde ich das unvergängliche Zuhause erreichen?
Ich bin zuerst ein Kind, dann ein von Täuschung und Begehren betörter junger Mann, dann ein Hausvater mit Wohnung und geliebter Frau; durch Land und Wald irre ich umher. Schließlich bin ich ein gebeugter Greis mit großem Buckel. Das Leben geht fort, und der Leib wird zusammen mit dem Brennholz zu Asche — doch das bedenke ich nicht.
Werde ich über die alten sechs Grundlagen hinausgelangen, wo der vergängliche Leib nicht mehr wahrgenommen wird? Werde ich im haltlosen, leidlosen Raum Tag für Tag den um vier Maße hinausgehenden Atem zurückwenden, mit dem durch vielfältige Yogapraxis geübten Leib weitergehen und schließlich die unvergängliche Stätte der Erkenntnis, das unzerstörbare Zuhause, erreichen?
Die sieben Meere entflammen, Meru zerbricht; Brahma, die Veden und die Sonne fliehen verstört. Patala, wo der alte Shesha wohnt, und der Himalaya werden zu Asche; das Grenzgebirge fällt in zwei Hälften, die Berge der Himmelsrichtungen stürzen.
Du lässt den herrlichen großen Pakashasana und die Unsterblichen wieder in ihre Stadt einziehen und machst spielend das große Heer der Asuras zu Staub. Du mit dem Vel als Waffe, du kämpfst gegen die Sura-Gestalten, die keinen Frieden wollen. Großer Herr, der im hohen Arunai als Fülle des Lebens wohnt![369]
417 – Komm und gewähre mir Befreiung
Ich bin der Täuschung der Frauen mit Ketaki-Blüten im Haar verfallen; niedrige, geringe Gedanken beherrschen mich. Durch das alte Karma höre ich nicht auf die Lehre; durch mein Tun denke ich immer weiter nur an das, was mich schädigt.
So werde ich zum großen Übeltäter im Übermaß des Leidens und irre vergeblich durch die ganze Erde. Gewähre mir, deinem Diener, Befreiung und nimm mich an! Erhebe den siegreichen Vel in der Hand, besteige den stolzen Pfau und komm!
Du junger Kumara rottetest Taraka aus, der den Weg der Gerechtigkeit zerstört hatte, und befreitest die weithin gerühmten Götter in deiner großen Gnade, sodass sie wieder in ihre Häuser einzogen. Du Neffe des herrlichen, dunkelblauen Vishnu!
Du wohnst im schönen nördlichen Torturm des großen Sonagiri, der als leuchtendes Feuer aufstieg. Großer Herr, du erhobst die Waffe an deiner siegreichen Schulter, sodass die Danavas starben, die wie ein heftiger Regenguss gegen dich anstürmten!
418 – Gewähre mir deine strahlenden Füße
Lass mich nicht zwischen den Brüsten unzähliger Frauen und ihren Augen, die scharfen Speeren gleichen, hin und her geraten und mit ihnen umherirren. Gewähre mir deine strahlenden Füße als bleibende Heimat!
Du eiltest auf deinem Pfau herbei, nachdem du rechtsläufig das Land umrundet hattest, das vom weiten Meer umspült wird. Du wohnst auf dem heißen Lichtberg. Großer Herr der Götter, gepriesen im Land von Sona!
419 – Lass den blauen Pfau herbeispringen
Er packte den mit Stoßzähnen versehenen Kopf, schlug den schleudernden Rüssel, zerlegte und vernichtete den Elefanten und zog ihm die Haut ab; würdevoll ist sein Gang. Er setzte die kreisenden drei Städte in helles Feuer, der Herr mit dem zornigen Stirnauge. Du bist sein Guru!
Dein Pfau durchdringt den weiten goldenen Bereich, tritt die anderen Berge nieder und wirbelt sie zu Staub. Lass diesen blauen Pfau herbeispringen zu den ruhigen Herzen derer, die beständig denken und deine Nipa-Blüten mit großer Hingabe preisen!
Held, du nahmst voller Zuneigung die Tochter der Jäger mit den kunstvollen goldenen Bögen, die Frau vom Hirsefeld, an die reich mit Edelsteinen besetzten zwölf siegreichen Schultern; du umarmtest ihre schönen, mit Perlenketten bedeckten Brüste.
Shivavela, du nahmst dir im Herzen vor, die Erkenntnis der dich suchenden Himmlischen zu erfüllen, ihr Leben zu verlängern und ihre Hingabe herrlich gedeihen zu lassen. Großer Herr, du wohnst im klaren Arunai, erhebst dich bis an das Himmelsgewölbe und hast die Gefangenschaft der Götter durchbrochen![370]
420 – Auch in der Umarmung deine Füße erinnern
Auf der bogenförmigen Stirn tragen sie ein schönes rotes Kumkuma-Tilaka. Über der zarten knospengleichen Nase im kühlen, runden Lotusgesicht richten sich ihre trügerischen Augen auf die grüngoldenen, edelsteinbesetzten Ohrgehänge; sie röten sich im Zorn, gleichen wirkendem Gift und schießen ihre Blicke ab.
Vor den Fußblumen dieser rankengleichen Frauen, die tief schmollen, verneige ich mich. Ich schmücke und umarme sie, während die Armreifen an ihren Händen »Kaliṉ-kaliṉ« klingen. Ich preise sie voller Liebe, freue mich an ihrer Schönheit, schmelze an ihrer Brust und vereinige mich mit ihnen in großer Zuneigung — werde ich selbst dann deine goldenen Füße in meinem Herzen vergessen?
Muruga, Sohn des barmherzigen Tryambaka! Die Mondsichel schmückt sein rotes verfilztes Haar, die Bergestochter sitzt an seiner Seite; »Kaṇa-kaṇa, kaṭ-kaṭ, kaṇiṉ-kaṇ« klingt es, während er tanzt.
Held mit den starken Schultern, du vereinigtest dich gnädig mit den vollen Brustbergen der zarten Ranke, die auf dem Feld umherging. Du drangst ins Wogenmeer ein, schlugst das große kämpfende Heer der Asuras nieder und siegtest; nun kommst du, während die erhabenen Unsterblichen sich verneigen und deine goldenen Fußglöckchen lieblich klingen.
Großer Herr, der herrlich in Arunagiri wohnt! Du beendest das Leid deiner Dienenden, die in Angst versinken, und schenkst ihnen Freude und Liebe!
421 – Die Sättigung durch den Nektar der Shiva-Erkenntnis
Mit der Geliebten, die Shiva-Wirklichkeit heißt, möchte ich die unmittelbare Wonne erfahren und meinen Hunger am Nektar der Shiva-Erkenntnis stillen. Strahlend sollen wir beide eine einzige Gestalt werden, sodass die Welten aller Richtungen erkennen: »Er ist es, der diese Erfahrung genießt!«
Vishnu, Brahma und die Unsterblichen sollen mich als den Jungen erkennen, und die Veden es verkünden. Damit ich in der Gegenwart des Herrn spielen kann, gewähre mir deinen herrlichen Vel und deinen Pfau!
Als alle Welten klagten: »Ist das recht?«, zogst du mit dem flammenden Vel aus. Du schleudertest ihn, sodass die Häupter der Asuras und die sieben Meere zu Staub wurden und die große Askese wieder gedeihen konnte.
Du umarmtest die Kuravar-Frau von bezaubernder Blumenschönheit, als wäre es deine Pflicht, sie zu lieben. Großer Herr auf dem mächtigen Feuerberg, lass die Not des Geringsten zu Staub werden und seine Krankheit weichen![371]
422 – Nimm Leib und Leben in deinen Dienst
Wütende Wildkatzen, Schakale, Geier und Habichte, der fahnentragende Garuda, Gespenster und Würmer fressen diesen Leichnam und freuen sich daran. Er ist ein Gefäß, gefüllt mit Schlamm, Kot, Urin und dicht gefügten Knochen, eine Wohnung des Leidens.
Das Netz der Geburt und das Netz des Todes folgen einander, das eine vorn, das andere hinten. Unzählige Leibesgestalten habe ich so angenommen. Selbst wenn sich die feinen Sandkörner des Meeres zählen ließen, wären diese Geburten noch zahlreicher. Ich, der Hund, werde hier geboren und gehe wieder zugrunde.
Lass mich jetzt zu den liebenden Dienenden treten, die im Schatten der goldenen Welt ruhen. Komm und schenke mir gnädiges Erbarmen: Das ist immer deine Aufgabe. Mein Leib und mein Leben stehen unter deiner Obhut; nimm sie in deinen Dienst!
Lass mich das Glück der Gemeinschaft mit deinen Liebenden erfahren und eine gute Gestalt gewinnen. Komm auf dem Rücken des Pfaus, damit meine Sinne deine Füße erreichen, während die Himmlischen goldene Blumen streuen. Will deine Liebe nicht heute an mich denken?
»Taṉaṉataṉa, taṉaṉataṉa, tantaṉam, tantaṉam; takukukuku, kukukukuku, ṭaṅkuṭaṅ, kuntaṭam!« Tavil, Murasu, Parai und Timilai ertönen: »Ṭiṅkuṭiṅ, kuntaṭar!« Die großen Trommeln der Himmlischen antworten: »Taṭuṭuṭuṭu, ṭuṭuṭuṭuṭu, ṭuṇṭuṭuṇ, ṭuṇṭuṭuṇ; ṭimiṭimiṭa, ṭakur tikuku!« Muschel und weißes Horn klingen wie am Ende des Zeitalters.
Das Meer erschrickt, das Geschlecht des Trügers zerfällt und stirbt. Im anwachsenden Zorn sandtest du den Vel aus. Himmel und Himmelsraum, die Richtungen, die Schlangenwelt, die Erde, der Zwischenraum und die ganze Welt des Lotusgeborenen freuen sich. Hari und Brahma dienen dir und singen um Schutz; du schenkst ihnen dein heiliges Lächeln.
Gauri, die eine Hälfte meines Vaters bewohnt, schmilzt im Herzen, und Ganga sieht dich voller Liebe. Großer Herr, vor dem sich Shankara, der im heiligen Arunagiri wohnt, verneigt![372]
423 – Soll ich wieder geboren werden und vergehen?
Aus Samen und Blut entsteht im lotusgleichen Schoß etwas wie ein Wassertropfen; Blut verdichtet sich, und eine kleine Samenkugel tritt in die Höhle des Mutterleibs ein. Sie wächst im sich wölbenden Bauch, kreist darin, und der Leib empfängt Wärme.
Im genannten zehnten Monat wird sie durch die geheimnisvolle Macht der bestimmenden Schrift umgekehrt und ausgestoßen. Auf dieser guten Erde schreit das Kind. Man reicht ihm die Brust, es trinkt den Nektar, wächst unter Mühe und Schwäche und erlangt schließlich den schwankenden Gang.
Es lernt, gewinnt leeres Wissen und taucht in die Verblendung durch pfauengleiche Frauen ein. Soll ich auf solche Weise, vom Geschick gebunden, immer wieder geboren werden und mit meinem Leib vergehen?
Du Neffe des Diskusträgers, dessen Brust die wunderbare Shri trägt! Er brach den Stolz der Rakshasas im Süden, gab Vibhishana die begehrte Königsherrschaft und gewährte Befreiung.
Du Kind, das Shakti Uma gebar! Sie hält in ihrer schönen Hand den Berg als Bogen und entzündete die drei Städte; bei Shiva weilend schaut sie alle geliebten Wunderkräfte.
Du siegtest über die Asuras, die streitend gegen dich antraten; die Berge zerfielen, die sieben Meere brannten, die acht Richtungen wurden erschüttert, und das ganze Weltenei füllte sich mit aufsteigenden Rauchfahnen. Du mächtiger Träger des Vel!
Die papageiengleiche, korallenfarbene, perlenbeschmückte Tochter der Kuravar und die Herrin des Karpaga-Hains lieben dich mit übereinstimmendem Herzen. Großer Herr, der sich auf Arunagiri erfreut![373]
424 – Wann erreiche ich deine Füße?
»Deine großen, kruggleichen Brüste verdienen erlesene Worte: Kalashas, Elefanten und Berge gleichen ihnen. Die Reihe der weißen Zähne scheint aus Perlen zu bestehen. Die duftende Schönheit deiner Glieder raubt mir unter Schmerzen das Leben — womit könnte ich ihren herrlichen Glanz vergleichen? Können feste Koralle und süße Frucht deinen Lippen gleichkommen?
Dein dichtes Haar gleicht einer Wolke. Du Glücksgöttin, die freudig im vollen Lotus sitzt! Junge Ranke, pfauengleiche Schöne!« So rede ich schmeichelnd, liebkose und flehe die Frauen an und verehre täglich ihre Füße. Wann werde ich, dieser befleckte Tor mit stumpfem Verstand, deine Füße erreichen?
Unser Herr trägt das Gift im Hals; Aatti-Girlande, junge Mondsichel, Knochen und Schlange schmücken sein verfilztes Haar. Narakesari war aus der Säule hervorgekommen und hatte den Asura-Herrscher mit dem goldenen Namen durch seine Krallen vernichtet; die Eingeweide sanken blutend heraus.
Wie sollte der gewaltige Wahn dieses Menschenlöwen gebändigt werden? Unser Herr bedachte dies und nahm die schreckliche Gestalt des Sharabha-Vogels an. Du Kind, das in der wunderbaren roten Hand der Göttin glänzt, die seine eine Hälfte bewohnt, der keuschen Herrin der Frauen!
Du alter Mann, der erschöpft auf dem Feld der Jäger verweilt und umhergeht! Großer Herr im überaus hohen, erhabenen Arunapuri, der den Pfau bestiegen hat, der einem Löwenthron mit eindrucksvollen Augen gleicht![374]
425 – Jaya jaya Arunadri — der Nektar des heiligen Wortes
»Sieg, Sieg, Arunadri! Śivaya nama! Sieg, Sieg, Arunadri! Maśivayana! Sieg, Sieg, Arunadri! Namaśivaya, heiliger Urgrund! Sieg, Sieg, Arunadri! Yanamaśiva! Sieg, Sieg, Arunadri! Vayanamaśi! Sieg, Sieg, Arunadri! Śivaya namastu!«
So möchte ich die Anrufungen wechselnd wiederholen, den Blick auf Arunadri richten und mit »Hara, Hara, Berg der Zuflucht!« innerlich schmelzen. »Sieg, Sieg — welch ein durch den Guru geschenktes Glück!« So möchte ich mich deinen strahlenden Füßen nähern.
»Shiva, Shiva, Berg der Zuflucht, Sieg, Sieg!« Über deinen Füßen verneige ich mich und preise sie; die Freude daran wächst. Werde ich nicht den Nektar aus dem Meer des heiligen Shiva-Wortes deiner Füße trinken?
»Sieg, Sieg, Berg der Zuflucht! Dies schützt vor Karma«, so finden die Scharen der Weisen zu dir. Dein Vel brennt und vernichtet die Asuras mit ihren Leibern und Häuptern wie Berge.
Die beiden wollten das heilige Haupt und die Füße sehen; doch weder Fuß noch Scheitel wurde ihnen erkennbar. So stand die rötliche Feuersäule des Shiva-Lichts. Du flüsterst die Lehre in die beiden Ohren dessen, der sie aufrichtete.
Goldener Guru, ich, dein Diener, rief: »Sieg, Sieg, Berg der Zuflucht!« Da machtest du beide Arten meines Karma zu Staub und sprachst voller Freude: »Schau diesen heiligen Tanz im leuchtenden Raum!«
Du gehst eine neue Vermählung ein an der Brust der Kuravar-Tochter, deren Worte wie Papageienrede glänzen und deren Lippennektar nach Milch schmeckt. Goldener großer Herr, der sich an der heiligen Stätte Arunadri, dem Shiva-Berg, erfreut![375]
426 – Dein Anblick in der Stunde des Todes
Laut stampfen die Hufe; der Leib des zornigen Büffels ist wie mit einer Masse dunkler Nacht bestrichen. Seine Augen schleudern beim Blicken Feuer, seine Hörner gleichen Trompeten. Auf ihm kommt Antaka allein heran, wirft seine Schlinge aus und will mich töten.
Wenn ich mit diesem Gedanken in Angst liege, die Angehörigen weinen und die Kinder in Trauer klagen — an jenem Tag, da der Tod reif geworden ist —, dann komm mit deinen Lotusgesichtern, deinem anmutig leuchtenden Lächeln und den langen Augen!
Komm mit den goldenen Ohrgehängen, den Ohrreifen, den diamantbesetzten Armspangen und dem mächtigen strahlenden Vel; mit dem Pfau, der rasch die ganze Welt durcheilt hat; mit dem glänzenden goldenen Fußschmuck, den klingenden Heldenringen und den Füßen mit ihren Tantai. Komm mit all dem und schenke mir deinen Segen!
Die goldene Tochter des Himalaya, die grüne Ranke, die schöne Mutter aller Welten, Shakti Amba, reichte dir aus ihren jungen Brüsten reiche Milch und ließ deine strahlende Kraft wachsen.
Du stehst da, während sich der Herr verneigt, und verkündest die Lehre der Agamas. Du mächtiger, strahlender Vel-Träger, der den stolzen, grausamen Sura auf dem Schlachtfeld festhielt und seinen Leib spaltete!
Du ließest die Jaina-Asketen, die sich in Kudal versammelt hatten, auf die Pfähle steigen. Immer junger, erhabener Sohn des Ganga-Stromes, leicht erreichbar für deine Dienenden!
Kanda, von den Unsterblichen verehrt, Kadamba-Geschmückter, der an der Brust der Kuravar-Frau versinkt! Sechsgesichtiger großer Herr im hohen, weiten Torturm von Arunai, wo erlesene Worte in Fülle erklingen![376]
427 – Deinen Klang und deine Gestalt nicht vergessen
Ihre Stimme spricht Tamil und klingt wie Kuckuck, Pfau, Antalai-Vogel, Taube, Papagei, Wachtel, Eichhörnchen und Biene. Der Klang aus ihrer Kehle ist schön, ihre Lippen verbinden die Süße von Fruchtfleisch, Honig und reifen Früchten.
Die schweren Brüste erheben sich wie Berge, feine Schweißtropfen treten hervor. Die Augen gleichen Speeren, die Stirn einem Bogen und der Mondsichel am Himmel; der Leib ist wie ein junger Mangotrieb, das Haar wie Dunkelheit. Das Lächeln sendet den Glanz der hohen Sonnenstrahlen aus.
Die Nase gleicht einer Knospe, das Gesicht dem Mond und dem kühlen roten Lotus. Die beiden Ohren mit ihren herabhängenden Gehängen bewegen sich; der Hals ist eine blühende Arekapalme. Die Mitte ist eine Ranke, ein Faden; ihr Gang gleicht dem Schwan. Diese blitzhellen Frauen erfreuen die Liebhaber.
Auch wenn ich mit ihnen auf dem Lager ihren Freuden nachgehe, werde ich doch den Klang der Fußringe an deinen erhabenen Lotusfüßen nicht vergessen, noch deine schwer darzustellende, herrlich aufragende Gestalt mit der erhobenen Hahnenfahne und ihre liebevolle Nähe!
»Timitōtimi, timitōtimi, tāṅkaṇa tīṅkaṇa ton; takutōtaku, takutōtaku, ṭāṅkuṭa tīṅkaṭa ton; tikuṭōṭimi, ṭimiṭōṭimi, ṭāṅkuṭa tintakam!« So dröhnen die großen Trommeln in alle Richtungen. Die sieben Meere werden zu Staub, die mächtigen, furchtbaren Elefanten, Wagen, Pferde und Asuras sterben auf dem Schlachtfeld; das Haupt der langen Schlange wird entlastet, und Bergstaub steigt zum Himmel. Du schleudertest den herrlichen strahlenden Vel!
Shiva trägt duftende schöne Blüten im Haar und schenkt mir die weiße, aus dem Feuer hervorgegangene heilige Asche, damit mein Leiden endet. Seine freigebigen Hände halten den kräftigen Hirsch und die Tudi. Bei ihm ist Uma, die uns geboren hat und Gnade schenkt. Du sanfter Guru, den sie gebar!
Du berührtest mich, den Geringsten, sodass beide Arten des Karma, Krankheit und Befleckung vergingen. Muruga, kundig in den leuchtenden Lehrschriften, den man den Gefährten der hellen, wonnespendenden Mohini Valli nennt! Großer Herr auf dem Berg, der als Feuer aufragt![377]
428 – Jenseits äußerer Zeichen
Ich schere den Kopf und binde ein rotes Tuch um die Hüften; dann lasse ich verfilztes Haar wachsen und lege kunstvoll und gern ein Tigerfell an. Mit Berechnung beginne ich zu lernen und kenne die Askese nur als ein Wort.
Ich trage reichlich heilige Asche und Gewand, gerate in das Netz der inneren Werkzeuge und verharre in einer Lage, die zum Aufschreien führt. Mit diesem prächtigen Äußeren versuche ich Gold herzustellen, ziehe umher und ermüde. Erkenne mich doch ein wenig; erbarme dich, um meinen Kummer zu beenden, und schenke mir Gnade!
Du erhobst den Schlachtruf im Wogenmeer, zerschmettertest den feindlichen Berg, tratest in die Welt der Unsterblichen ein und ergriffst gnädig die Hand der erhabenen Deivayanai. Dann kamst du nach Arunagiri und wohntest dort. Junger Herr, du erbarmst dich der verständigen Bhaktas.
Shiva bog den Berg zum Bogen, blickte zornig auf die umherfliegenden Städte und lächelte nur leicht. Du bist sein Sohn! Großer Herr, du gingst auf das Feld, nahmst Menschengestalt an, zogst umher und umkreistest die pfauengleiche Tochter der Jäger![378]
429 – Lass mich die beiden goldenen Füße verehren
Diebstahl wird zum Handel: gewandte, boshafte Frauen, Gestalten des Hochmuts, schlimme Verführerinnen, Nilis dieser Welt, verdorbene Buhlerinnen ohne große Scham. Ihre Brauen gleichen Bögen über breiten Stirnen; die Brust ist erhoben, die Lippen sind feucht. Mit ihrem Lachen lassen sie den Sinn der Männer schmelzen.
Mit den Augen schrecken sie auf und fallen über ihre Opfer her, diese ungestümen, verstockten großen Sünderinnen. Sie polieren das runde Gesicht und reiben Ohrrollen und Messingschmuck mit viel Asche blank; dann legen sie die Gehänge an, diese Täuscherinnen. Möge ich den verblendeten Zustand verlassen, in dem ich voller Begehren vor ihnen stehe, und gesammelt deine beiden goldenen Füße verehren!
»Taritta tōkaṇa, takkaṇa cekkaṇa; kukukku kūkuku, kukkuku kukkuku; takutta tītiku, takkuku tikkuku!« So erklingt der Takt. Die großen Hände schlagen ihn; Maddala und Idakkai tönen gemeinsam, und die leuchtenden Geister tanzen: »Tattimi titta!«
Die Bhuta-Scharen nehmen die großen Häupter der Toten, die wie Sonnenlicht glänzen, tanzen mit Feuer in den Händen und greifen nach Fleisch, um es zu essen. Die Heere der Rakshasas werden erschlagen und stürzen nieder.
Du schleuderst gnädig den Vel aus deiner heiligen, starken Hand und kämpfst, Guha der Gnade! Großer Herr, der gnädig in der Stadt Arunai wohnt![379]
430 – Komm, die Sehnsüchtige zu umarmen
Duftende Blumen sind dicht von honigsuchenden Bienen umgeben, deren reizvolle Lieder »Tē« erklingen lassen. Der kühle Mond schleudert Feuer, als hätte er das Gift aufgenommen, das zwischen den Zähnen der zischenden Schlange hervorquoll.
Der kämpfende König der Liebe legt seine qualvollen Pfeile an, ohne belehrende Einsicht und ohne Gerechtigkeit. Lass die junge Frau daran nicht vergehen! Erfülle alle Freuden und komm, sie zu umarmen, deren Durst nach Liebe so groß geworden ist.
Held auf dem Pfau, den der Herr liebt, der die Frau in seinem Haar trägt, und den auch der gepriesene grüne Mayan liebt! Du Bräutigam der papageiengleichen Deivayanai in Amaravati, durch den die ganze Schar der Himmlischen wieder leben konnte!
Muruga, du stehst auf der Straße von Arunachala, damit die Menschen auf Erden gedeihen. Großer Herr, du ließest Meru zu Staub aufwirbeln und setztest das Zeichen deines Vel bis hinauf in die Welt des Viergesichtigen![380]
431 – Schenke mir Worte für den Gesang
Lass mein Herz nicht an den pfauengleichen Frauen mit ihren großen, verführerischen Brüsten zugrunde gehen. Lass die Scharen der Krankheiten nicht herankommen: schmerzhafte Koliken, brennendes Fieber, Störungen von Wind und Galle.
Lass den unheilvollen Yama nicht auf seinem Büffel eintreten, seine Schlinge auswerfen und mich packen. Erbarme dich des Dichters! Gib mir erlesene Worte, reich an Gesang, wie sie die Meister der Sprache lieben.
Du in den Veden erhabener Bindu und Nada, du wahrhaft Kadamba-Geschmückter, heldenhafter, glückverheißender Kanda, Muruga! Dein strahlender Vel spaltete Meru, vernichtete Sura und durchdrang das Meer.
Du vereinigst dich mit den zarten jungen Kokosnüssen ihrer Brüste, die das Brustband umschließt — mit der girlandengeschmückten goldenen Frau des Kurinji-Landes. Großer Herr, du wohnst im hohen Torturm des roten Berges, der in vollendeter Schönheit leuchtet![381]
432 – Bin ich bestimmt, vor Sehnsucht zu ermatten?
Weil die Blumenpfeile mich durchbohren, weil der sündige junge Mond Feuer ausspeit, weil der Kuckuck ruft, bis meine Scham vergeht — bin auch ich dazu bestimmt, in dieser Liebesverwirrung zu ermatten?
Deine heilige Brust umarmt die Jungfrau des Himmels. Held, dessen Füße von den Kronen der Götter duften! Strahlender Vel-Träger, der in Arunai sichtbar steht! Großer Herr, der Kalans Rücken spaltet!
433 – Grund der Tapferkeit, Herr der sechs Adharas
Die Worte aus dem Mund der rankengleichen Frauen sind süß wie Milch, wie schöne Dichtung, wie Honig und wie eingekochter Zuckersaft, der lange Fäden zieht. Durch ihr Singen, Tanzen und machtvolles Begehren werde ich von Liebesqual ergriffen und verliere meinen Halt.
Dieser Leib, die Hütte der Bindung, besteht aus Haut, die schon mitten im Leben reißt, aus Wind und Fleisch. Von Schmutz durchtränkt, seines Glanzes beraubt und von endloser Krankheit erschöpft — soll ich so sterben?
Du über der Erde Erhabener, du Lehrer Brahmas! Herr des Lichtberges! Erster auf dem Erkenntnisweg, König über die Himmelswelt, innerer Sinn der vielfältigen Veden!
Vel-Träger, Kind Shivas, Gestalt der Reinheit! Vel, Gemahl der rankengleichen Jägertochter! Grund der Tapferkeit, Herr der sechs Adharas! Held, großer Herr der Heldenkraft![382]
434 – Komm mit deinen beiden Gefährtinnen
Wie viele Leiber mit ihren Sinnesorganen sind schon vergangen, nachdem sie im Netz der Frauen umherirrten und sich an ihre Brüste schmiegten? Gibt es dafür überhaupt ein Maß?
Lass mich nun die heiligen Schriften, die deinen Ruhm verkünden, erkennen und aussprechen. Achte meinen inneren Sinn, meinen Besitz und mein Leben als etwas, das deiner Zuwendung wert ist, damit die Not dieses Hundes endet.
Komm freudig auf deinem Pfau mit den Frauen, deren Herz nach der Vereinigung mit dir verlangt! Deine sechs heiligen Gesichter und ihre edelsteinbesetzten Kronen sollen Sonnenstrahlen in alle Richtungen aussenden; unzählige Millionen Weiser sollen preisend mitkommen. Suche mich auf!
Die himmlischen Frauen mit den vollen Brüsten sprechen die Veden liebevoll und freudig, wie Schwärme von Kuckucken und Papageien. Parai, Murasu und unzählige große Trommeln dröhnen nacheinander. Du schleudertest den Vel, sodass das Heeresmeer der Niedrigen unterging.
Du vermähltest dich mit Haris Tochter, deren Kehle auf dem Lager wie der schöne Papagei, die Saiten der Vina, Kuckuck und Taubenschwärme erklingt. Großer Herr, du wohnst auf dem Berg von Arunai, damit meine Not verbrennt![383]
435 – Lass mich täglich deiner Füße gedenken
Ich bin ein Niedriger, ein ganz Elender, ein großer Sünder auf dem Weg des Karma; ohne Geduld, zornig, ein völliger Tor. Ohne Ruhm, von Trägheit erfüllt, ohne Einsicht, blind; mein Geist betrügt mich, folgt den Sinnen und stürzt ab.
Ich bin ein unbeständiger Narr, ein Verschwender ohne Freigebigkeit, ein Tor ohne rechten Weg, ein Verderber meines Geschlechts. Komm selbst und gewähre mir, dass ich jeden Tag im Herzen nach deinen Füßen verlange und ihrer gedenke, ohne diese Sehnsucht aufzugeben!
Dein Oheim sandte Pfeile vom Bogen und kämpfte so, dass die Schultern des feindlichen Ravana zerbrachen. Er vereinigte sich wieder mit der einzigartigen Sita, frei von Gefangenschaft. Du Neffe des großen Mayan, dessen heldenhafte Macht auf der Erde hervortrat!
Du schleudertest den Vel, sodass Meru wankte und die mächtigen Asuras zu Staub wurden; du tanztest im Kampf und bestiegst den federprächtigen Pfau. Großer Herr, umgeben von den erhabenen Göttern, du wohnst im auf Erden gerühmten Arunai![384]
436 – Befreie mich von der käuflichen Schmeichelei
Ich vergleiche Menschen dieser Welt mit dem himmlischen Karpaga-Baum, der begehrte Freuden schenkt, mit der Regenwolke, mit dem freigebigen Pari und mit dem Träger der göttlichen Blume, der mittags Goldhaufen verschenkt. Ich preise sie und tue, als liebte ich sie, damit sie mir reichlich geben und meine Armut schwindet.
Dafür singe ich betrügerische Gedichte: rasch improvisierte Verse, kunstvolle Bildgedichte und weitschweifige Beschreibungen. Das so erworbene Gold gebe ich den geliebten schönen Frauen. Soll ich dann im Netz ihrer Fischaugen gefangen und zum Sklaven werden?
Die Bhaktas der Agamas und die reinen Kenner der Veden kommen zusammen, um dir liebevoll zu dienen. Du thronst auf dem siegreichen, federprächtigen Reittier an der Nordseite des goldenen, kunstvoll mit Edelsteinen gestalteten Torturms, den leuchtende Mauern umgeben.
Der Herr trägt die pfauengleiche Göttin an seiner linken Seite. Sein einziger Pfeil war Vishnu, und dessen Köcher, das Meer, trocknet bis zum Grund aus. Die acht schweren Lichtberge der Richtungen zerfallen, werden zu Staub und sinken. Du entsandtest den Vel, der Sura durchbohrte, großer Herr![385]
437 – Wann wird dieser Wahn klar?
Ich nehme Hirschblick, Gift, die Kayal-Fische im Teich, den vom gebogenen Bogen abgeschossenen Pfeil, das ringsum laufende Meer, den scharfen Vel, das Schwert, die Wasserblüte und den Sel-Fisch als Vergleiche für ihre Augen. Dann gerate ich in ihr täuschendes Netz.
Ich begehre den blattförmigen, fleischlichen Ort mit seinem Geruch, die rasch Flüssigkeit absondernde Öffnung, an der die Empfängnis entsteht; ich begehre diesen Leib, der zu einem aufquellenden Leichnam wird. Er ist eine Schaukel, die unter den drei Gunas hin und her schwankt, ein vergänglicher Rest, eine leidvolle Begrenzung.
Ich schmücke ihn, sinne darüber nach und lenke meine Freude ganz in dieses Geborenwerden. Wann wird der Wahn, in dem ich so irregehe, sich klären?
Ravana hielt Janaki in seinem Ashoka-Hain gefangen; ihre Keuschheit verbrannte ihn. Dein Oheim ließ ihn und das ganze Geschlecht der bewaffneten Rakshasas zugrunde gehen. Hinter einem Baum verborgen, schoss er den Pfeil in die Brust des mächtigen Vali und gab Tara an Sugriva. Du Neffe dieses Rama!
Du Sieger, geboren vom Reinen am wunderbaren Sonagiri, wo heftiger Regen fällt und die Elefanten auf den üppigen Feldern in ihrer Brunft liegen! Mit den von kostbaren Nipa-Blüten geschmückten Schultern zermalmtest du das Grenzgebirge zu Staub; auf dem Schlachtfeld schlugst du den dir entgegentretenden Sura, zerschnittest und bezwangst ihn, großer Herr![386]
438 – Wann verlasse ich diese Verstrickung?
Sie putzen ihr Gesicht heraus, verfehlen gutes Verhalten, bieten sich für einen Preis an; töricht und ohne Geradheit, doch vollkommen geschickt in den Künsten des Begehrens. Ihre Worte gehen auf Täuschung aus. Aus Geldgier verkaufen sie ihre Brüste an viele, bemühen sich um vielerlei Genüsse und geraten selbst in das Elend der Verblendung.
Betrügerinnen dieser Welt, die als Vertraute herantreten und betören; diebische Nichtsnutze, Gestalten der Täuschung! Ihr Lachen lässt das Herz schmelzen; mit lautem »Aha!« lachen sie und vernichten den Sinn, diese ausgefeilten Fallenstellerinnen, großen Sünderinnen, Hüllen des Betrugs und Unglücksbringerinnen. Wann höre ich auf, mich an ihnen zu berauschen, und erreiche deine beiden herrlichen Füße?
»Tokut tokut toku, tōtō, tokutoku; cekuc cekuc ceku, cēcē, cekakaṇa; tokut tokut toku, tōtō, tokutoku, tontatītō; tuṭuṭ ṭuṭuṭ ṭuṭu, ṭūṭū, ṭuṭuṭuṭu; tikut tikut tiku, tītō!« Zu diesem Takt beginnt der einzigartige Tanz dessen, der darin wohnt.
Du ewiger Herr, an dem sich der von den Dienenden verehrte Herr Agastyas, Vishnu, Brahma und die große Göttin freuen, die wie ein Karpaga-Baum den Dharma nährt! Du König, der in Arunai steht!
Auf dem Schlachtfeld brachst du den Herrscher Sura nieder und zertratest ihn. Du Swami, der die Himmlischen wieder in ihren Wohnstätten ansiedelte! Herr deiner Dienenden![387]
439 – Die Augen und der Vel
Wolkenähnlich ist ihr Haar, bogenförmig die Braue, pfeilgleich sind die Augen; ein Stirnmal schmückt das Lotusgesicht. Die Kette am Hals tanzt über den Meru-gleichen Brüsten. Auf der glänzenden Brust liegen feine Hautzeichnungen, an den Armen strahlen Reihen von Armreifen und Spangen; die fadenfeine Mitte schwankt.
Ihr Gang gleicht dem federprächtigen Pfau. Die Fußringe singen, die Gewänder lockern sich; tanzend kommen sie durch die schöne Straße und nennen den Preis ihrer Brüste. Mit listigem Liebesspiel täuschen sie die Herankommenden, tun ihnen schön, verwirren sie mit den Augen und verabreichen betörendes Pulver, bis sie ihnen das Leben rauben. Soll ich mich mit ihnen verbinden?
»Cēkaṇac cekaṇa, tōtimit tikuṭa; ṭāṭu ṭuṭṭamaṭa, ṭīku tattokurti; tīta kattimita tō!« Udukkai, Glocke und Murasu erschallen. Du lässt den Vel los, sodass das Land erschrickt, die tausend Häupter der Schlange verstümmelt werden, der große Meru zerbricht und die Inseln der Asuras vergehen; sie schreien: »Ist das recht?«
Muruga, Sohn der treuen Shivakami, der Shakti, die mich gebar! Sie ist Anfang und Mitte, Grund der vielen Ursachen, thront auf dem Löwensitz und hat ihren Platz in Shivas Leib.
Vishnu suchte die Veden und gab sie Brahma zurück. Seine junge Tochter, die bezaubernde, schöne Valli, erfüllt dich mit Liebe. Großer Herr, der sich in Arunachala erfreut![388]
440 – Schenke der Sehnsüchtigen Befreiung
Das Meer wird so dunkel, dass es sich kaum beschreiben lässt; es verwirrt die Makara-Scharen, umschließt alles und brüllt. Der Mond breitet mächtiges Gift aus, als wäre er in das unterseeische Feuer eingetaucht und dann wieder aufgestiegen.
Denke daran, die Liebesverwirrung der Frau zu stillen, deren Haar einer Regenwolke gleicht und deren Mitte rankenschlank ist. Komm auf deinem smaragdgrünen, erhabenen, siegreichen, bunt geschmückten Pfau mit seinem wunderbaren Tanz und schenke Befreiung!
An deiner heiligen Brust ruhten die nektargleichen, mit Sandel bestrichenen, vor Freude erschauernden Brüste der schönen zarten Kuravar-Tochter. Herr der Stadt der Unsterblichen, des schönen Sentil und der reichen Stadt Arunai!
Damit die sieben Welten überlebten und die Häupter der Asuras fortgeschleudert wurden, durchbohrte dein strahlender Vel die sieben Berge. Großer Herr, der den Sonnen, den Himmelsbewohnern, Hari, Hara und dem Lotusgeborenen ihre Angst nahm!
441 – Gewähre mir die Vollendung der Shiva-Erkenntnis
Schmerzen, Störungen von Wind und Galle, Drüsenschwellungen am Hals, Geschwüre, auszehrende Koliken, Hautleiden, Kältefieber und Durst; übermäßiger Harnfluss, dicker Bauch, Atemnot, Husten und Harnverhaltung — unzählige Scharen von Krankheiten verschließen diesen Leib.
Ich verstehe nicht, warum ich ihn auf der Erde immer wieder annehme und damit umherirre; länger vermag ich es nicht. Gewähre mir die Vollendung der Shiva-Erkenntnis, damit ich mit meiner Zunge den von Shiva erfüllten heiligen Lobpreis singe!
Der Vater mit der rötlichen Haarkrone schenkte Vishnu, dessen Hingabe nie schwindet, zu seiner Freude den strahlenden Diskus. Muruga, du Gnadengeschenk dieses Weisen, dieses Herrn Shivakamis, dieses Siddha, der ein Meer höchster Wonne ist!
Du sandtest den flammenden Vel aus, sodass der umhertobende Sura, sein Berg, der Löwengesichtige, der Elefantengesichtige und die Asuras starben. Großer Herr, du wohnst in Arunachala mit der nektargleichen Kuravar-Frau und der vom Elefanten aufgezogenen Tochter![389]
442 – Wirst du mich mit deinen Dienenden annehmen?
Ihre Augen sind so heftig wie die abgeschossenen Pfeile des berauschten Liebesgottes und voll Alakala-Gift. »Komm! Geh!«, reden sie mit Berechnung. Diese großen Sünderinnen mit hunderttausend wechselnden Gesinnungen locken mich an ihre festlich mit Moschus geschmückten Brüste.
Ich werde ganz zum Narren, vom Verlangen außer mich gebracht. Erde und Himmel schmähen mich: einen Toren ohne gutes Verhalten, einen Elenden, einen Schändlichen. Wird ein Tag kommen, an dem du mich mit deinen Dienenden annimmst?
Du Neffe des schönen, smaragdgrünen Narayana aus dem nördlichen Hirtengeschlecht, der die Schultern von sechzehntausend Frauen umarmte! Herrscher von Sonachala, du bleibst zu jeder Zeit jung.
Damit der Herr der Sterne, der Gemahl Chayas und der Herr der Götter nicht untergingen und die Welt gerettet würde, schleudertest du den einen, unvergleichlichen Vel. Das brausende Meer wurde leer, der hohe mächtige Berg und die Nirritas fielen zu Asche, großer Herr![390]
443 – Lass mich dich im alten Tamil besingen
Vom Geschick getrieben gerät mein Sinn durch die Künste der jungen Frauen ins Wanken. Meine klare Erkenntnis verkehrt sich; als Tor irre ich im Karma umher.
Lass mich im alten, großen Tamil Worte zu Musik formen und deiner gedenken. Komm, lasse deinen Zorn weichen und schenke mir Gnade, damit ich auf rechte Weise deine Füße erreiche!
Kumaresha, du führtest den Kampf, sodass die großen Häupter der listigen Asuras auf die Erde fielen. Du kommst, indem du alle Welten rechtsläufig umrundest, damit sie gedeihen.
Die erhabenen Himmlischen schwingen die Yakschweifwedel; du wohnst im kostbaren Torturm. Großer Herr, der in Arunai den Pfau besteigt und in Schönheit kommt![391]
444 – Vom Tropfen im Mutterleib zum Ruf nach Gnade
Im erschauernden Liebesglück schmilzt der Same und wird vergossen. Ein kleiner Tropfen wird im Schoß aufgenommen, ruht auf dem entfalteten Lotus und verbindet sich in seinem inneren Wirbel mit einer kleinen Blutkugel. Mit den wachsenden Monaten tritt die Schwangerschaft hervor; der Gatte sieht sie und wendet sich liebevoll zu. Bewegungen und Tätigkeiten werden stärker, die Gestalt verfestigt sich wie eine aus Wachs geformte Figur. Sieben Monate vergehen, der Bauch wölbt sich wie ein Krug.
Im zehnten Monat kommt das Kind durch eine geheimnisvolle Wirksamkeit auf dem lotusgleichen wässrigen Weg zur Erde. Die alten Taten begleiten es. Leib und Kopf sind von Unreinheit, Schmutz und Ausscheidungen bedeckt; kopfüber fällt es heraus und weint, und alle wenden sich ihm liebevoll zu.
In zarter Zuneigung nehmen sie es mit schmelzendem Herzen auf. Die Mutter gibt ihm ihre Brust als Nahrung; es trinkt, gibt kleine Laute von sich und wächst. Es liegt in Kot und Urin, greift hinein, bewegt sich unruhig und lernt kriechen. Man legt ihm Vendai, Paripura und Tantai an, dazu eine Perlenkette; man ordnet sein Haar und unterweist es nach der festgesetzten Weise.
Dann wächst das Begehren. Durch die Straßen kommen Frauen mit erstaunlichen jungen Brüsten, wunderbaren Fischaugen, wolkenschwarzem Haar und mondgleicher Stirn. Ihre Armreifen klingen, ihre Worte gleichen dem Kuckucksruf; sie lockern die dichten Gewänder und tanzen wie Pfauen. Von ihrem Zauber ergriffen, gehe ich den Weg, auf dem sie kommen.
Ich begegne ihnen vertraulich, schmeichle auf dem mit Baumwolle gefüllten Lager, umarme sie in vielerlei kunstvollen Liebesspielen und beiße die blütenweichen Lippen. Mit beiden Händen drücke ich die dicht beieinanderstehenden Brüste gegen meine Brust. Aus der Kehle steigt ein Klang wie aus einer Muschel auf; die Blumen fallen aus dem Haar, die rankenschlanke Mitte dreht sich. Ketten und Armspangen werfen Licht, die mondförmige Stirn schwitzt, die Fußringe klingen.
Dies halte ich für den Reichtum des aufsteigenden Liebesrausches. Im Dunkel dieses Vergnügens verschenke ich meinen Besitz nutzlos. Danach werde ich müde; viel Leid, Erschöpfung und Krankheit ergreifen den Leib. Alle lachen, und das schwarze Haar wird grau.
Mit einem Stock in der Hand hocke und hüpfe ich wie ein Affe. Ich vergesse das Essen, mein Herz wird tief bedrückt, die Ausscheidungen des Körpers nehmen zu. Verstand, Gehör und Sehen werden verdeckt; man legt mich nieder. Frau und Besitz befinden sich ringsum in ihren gewohnten Bindungen.
Da tritt der grausame schwarze Yama heran, nimmt seine Schlinge, packt mich mit Gewalt und führt das zitternde Leben schlagend auf einem einsamen Weg fort. Die Versammelten weinen und klagen, jeder seinen Teil; dann sagen sie: »Nehmt den Leichnam!« Die Totentrommel wird geschlagen. Auf dem Verbrennungsplatz setzt man ihn ab und zündet ihn mit dem Holz an. Nicht einmal eine Handvoll Staub bleibt, die als mein Leib gelten könnte — ist das der Körper, auf den ich baue?
»Tintit timitimi, tintit timitimi; tintit timitimi, tintit timitimi; timitti timitimi, timitti timitimi; timitti timitimi, timitti timitimi!« So erklingen Tudi, Tavuntai, Kitupiti, Pampai und Sallikai, Muscheln und Parai. »Tikurtta tikutiku, ṭuṭuṭṭu ṭuṭuṭuṭu!« Udukkai und Murasu donnern wie Blitze; goldene Kudamuzha-Trommeln, Tappu und Glocken tönen machtvoll.
Die Götter streuen Blumen auf deine Füße, einige preisen dich mit den reichen Veden; die Weisen jubeln, allerlei Glocken klingen. Auf dem Schlachtfeld fließt das Blut der Asuras so hoch, dass es die Wände des Welteneis und die Berge umspült und rötet.
Darin treiben Elefanten, wilde Pferde, Häupter und Wagen. Greifvögel und Geier fressen das Fleisch; Köpfe häufen sich, Garuda schlägt tanzend die Flügel. Die Fahnen verdecken den Himmel, Schakalscharen werden zahlreich, und die Zwerggeister tanzen.
Du verbrennst den dunklen Berg. Im Wogenmeer werden rotes Gold und Korallen eingeschlossen und versengt; es spaltet sich und brennt. Die Berge der Richtungen brechen zu Staub, und die tragende Schlange brüllt, zieht ihre gifthaltigen Hauben zusammen und bebt mit ihren hundert Häuptern. Du schleuderst den Vel!
»Tontat tokukuṭa!« So steigt der Klang der Fußringe auf. Der Tänzer dreht seine goldenen, mit Paripura geschmückten Füße und tanzt; er trägt Brahmas Haupt in der Hand, der Gott, der Löwe und Elefant enthäutete. Den wahrhaft Dienenden schenkt er Gnade; verbrannte Asche trägt er, und Ganga, Schlange, Mond und Konrai-Blüten schmücken sein Haar.
Sein Auge machte die Gestalt des Liebesgottes, der den Pfeil anlegte, zu Staub; sein Lächeln verbrannte die stolzen Städte. Er trägt die Tumpai-Girlande und den dunklen Fleck am Hals; er zeugte den dickbäuchigen Gott. An seiner linken Seite ist die Wonnevolle, smaragdgrün, mit Axt und Hirsch in den Händen, den Fuß auf Muyalaka. Muruga, sie hat dich gnädig geschenkt!
Die Tochter, die der Elefant aufzog, hat eine Stirn wie eine Mondsichel und eine Mitte wie ein Blitz; sie ist selbst unter den himmlischen Tänzerinnen Königin. Damit sie glücklich sei, umarmtest du sie freudig im Brautgemach, mit deinen sechs Gesichtern und den von Liebe erfüllten herrlichen Schultern.
Deine zwölf rötlich goldenen Lotushände verbreiten Mondglanz und tragen viele herrliche Waffen. Du trägst die strahlende Krone und die Kadamba-Girlande. Mit dieser Pracht verbandest du dich in der einsamen Hütte mit der Tochter des kräuterreichen Waldes.
Lass mich diese Vereinigung schauen und tritt vor mich, damit meine Bedrängnis zu Staub wird! Sende deinen gnädigen Vel aus, breite dein junges Lächeln aus und tanze auf dem Pfau, großer Herr, der in der Stadt am Feuerberg wohnt![392]
445 – Gewähre mir den Zustand der Shiva-Erkenntnis
Ihre schweren, Meru-gleichen Brüste sind mit kräftig duftender Zibetpaste, Rosenwasser und Blütenessenzen bestrichen. Darüber rollen Schmuckstücke und leuchten auf; mannigfach glänzt ihr Lächeln. Das Haar nimmt die Dunkelheit von Wolke, dichtem Wald und Meer an und duftet nach Blumen.
Die fadenfeine Mitte schwankt, und die Scham weicht. Ich verkehre mit ihnen und halte das Begehrte selbst für mein höchstes Ziel. Gewähre diesem umherirrenden Toren deinen Zustand der Shiva-Erkenntnis!
Du schenkst den dich preisenden Dienenden die Zuflucht deines schönen Pfaus, sodass ihr Karma zu Asche wird. Du Kind, gnädig geschenkt von Kali, die mit Hara den schwer vollbringbaren Tanz tanzt, von der gnadenreichen Shivakami Uma!
Sechsgesichtiges Kind des großen Stroms, du spielst innig an der Brust der Kuravar-Frau und gewährst ihr Vermählung. Neffe des ursprünglichen, siegreichen Raghu-Rama, des Vishnu! Großer Herr im uralten, weiten Arunapuri![393]
Tirukkalatti – der südliche Kailasa
446 – Schenke mir die goldenen Füße der Erkenntnis
Dieser Leib ist ein Lasttier, mit Waren beladen, in dieser Stadt des Daseins lebend und an Beziehungen gebunden. Ich hänge liebevoll an ihm; die fünf Betrüger dringen ein und bringen ihn durcheinander. Ich gebe mich ihrem Tun hin und werde davon müde.
Das häusliche Leben scheint goldenes Glück. Mit den Angehörigen blühe ich im Vergnügen auf, werde gelobt und pflege diesen Haushalt voller Zuneigung. Doch der Leib wird als Leiche in eine Grube gelegt, damit Gespenster und Hunde ihn fressen. An dieser Hütte hänge ich und werde nutzlos vergehen.
Achte auf mich! Halte mich im weiten Teich der Befreiung und ihrer unaufhörlichen Wonne fest. Lass die falsche Täuschung der Welt bis zu ihren Wurzeln austrocknen und schenke mir die goldenen Füße der Shiva-Erkenntnis!
Du gewährst dem Zuflucht Suchenden Liebe: Die befestigten Städte wurden zu Staub, und der Träger des Zuckerrohrbogens wurde mitsamt dem Leib von aufflammendem Feuer verzehrt.
Als die Bewohner aller acht Richtungen erschraken, kam Sura in seiner besonderen Gestalt heran. Du gabst ihn deiner im ruhmreichen Kampf wirkenden Shakti-Waffe zur Beute und schenktest Freude.
Im heiligen Wald erschrak die geliebte Frau in der Tracht der Kuravar vor dem herrlichen Elefanten und rief nach deinen Füßen: »Komm!« Da vereinigtest du dich mit ihr.
Damit ich, der Geringste, eintreten und Shivas Seligkeit erlangen kann, hältst du die herrliche Erkenntnis bereit. Goldener großer Kanda, der in der Stadt Tirukkalatti wohnt![394]
447 – Lege deine unvergleichlichen Füße auf mich
Ohne dass ich mich mit dem Haupt verneige, ohne dass ich die Bindung an die Weltmenschen bedenke — bedränge mich nicht! Lege deine unvergleichlichen Blumenfüße auf mich und nimm diesen Täuscher in deinen Dienst.
Tänzer, Schöpfer, Liebender der Wirklichkeit! Du wohnst im Herzen derer, die deiner gedenken. Du schenkst den Befreiten deine heiligen Füße. Großer Herr von Tirukkalatti![395]
448 – Schenke mir einen unerschütterten Geist
Auf dieser Erde im Weltenei mit allem Beweglichen und Unbeweglichen, das der Lotusgeborene hervorbringt, vereinen sich die fünf zu einer menschlichen Gestalt. Durch Bindung gefesselt, wandere ich voller Begehren umher, als sei es angenehm.
Ich komme über das tugendlose Trugspiel der Frauen nicht hinaus und irre als Betrüger weiter. Ich gerate in Not und erschöpfe mich; Krankheit und Karma kommen und umhüllen meinen Leib. Schenke mir einen Geist, der sich nicht verwirren lässt, und schütze deinen Diener durch deine Gnade!
Du Kind der ursprünglichen, fußringgeschmückten Schönen, die an Shankaras linker Seite wohnt! Du mit den Tantai an den Füßen, Muruga mit der Hahnenfahne!
Der Mond wandelt in seinem verfilzten Haar, eine aufgerichtete Schlange tanzt an seiner geschmückten Brust. Seine Hände halten den starken Bogen und den Dreizack; das dunkle Gift aus dem weit ausgedehnten, tiefen Meer glänzt an seinem Hals. Du Guru, der auf seinen starken Schultern kroch und erstrahlte!
Als Vishnu als Löwe umherzog, flog der König in der Gestalt des zornigen Sharabha heran und machte seinen Stolz zu Staub. Um das böse Karma zu tilgen, das ihm aus der früheren Bestrafung der rotstrahlenden Sonne erwachsen war, vollbrachte er hier gute Askese und wurde erhoben.
Großer Herr, du wohnst in diesem südlichen Kailasa und schenkst Leben und Gnade![396]
Chidambaram – Tillai und Puliyur
449 – Sieh: der große Herr in der goldenen Halle
Sieh, der große Herr, mein Guru, der in der goldenen Halle wohnt: Murugesha voller Barmherzigkeit!
Sieh, der große Herr des Lichts mit der Lotushand, die den goldfarbenen Brahma schlug, bis er um Schutz bat!
Sieh, der große Herr voller Verlangen, Geschmack und Liebeszauber, der sich seinen fragenden Dienenden zugesellt und mit ihnen spielt!
Sieh, der große Herr: Brahma, die Weisen, die Götter, der Herr von Arunagiri und das reine Licht im Atem!
Sieh, der große Kumara, den die hundert Veden freudig den Neffen des Gemahls Janakis nennen!
Sieh, der große Herr mit dem Namen Muruga, den Shivakami, die Zuflucht gewährt und das Geschlecht der Kämpfenden vernichtet, schenkte!
Sieh, der große Herr der sich entfaltenden Liebe zur nektargleichen Kuravar-Frau im lieblichen Wald!
Goldener großer Herr, du wohnst im würdigen Puliyur mit der verständigen, pfauengleichen Tochter, die der unvergleichliche Elefant aufzog![397]
450 – Sieh: die reine Shiva-Erkenntnis
Sieh, der große Herr, Bruder des jugendlich leuchtenden, rüsseltragenden Elefantengesichtigen, des vedischen Karpaga!
Sieh, der große Guru des Herrn der keuschen Shivakami, der ewig Glückverheißenden!
Sieh, der große Herr mit dem siegreichen Vel in der Hand, Neffe des wolkengleichen Rama!
Sieh, der große Herr, dessen Reittier der siegreiche Pfau ist, der seinen Schweif so schwingt, dass die bergtragenden Weltenkugeln erschrecken!
Sieh, der große Herr mit den sechs wundervollen Gesichtern und der perlen- und edelsteingeschmückten Brust, dessengleichen es in keiner Richtung gibt!
Sieh, der große, schöne Kumara, der zum Takt »Tittimiti tī« spielt!
Sieh, der große Dichterkönig, der reine Held, der seinen Vel auswarf, sodass die Sura-Gestalten erschlagen niederfielen!
Großer Herr der reinen Shiva-Erkenntnis, der mit der reinen Valli in jenem Puliyur wohnt![398]
451 – Wann schenkst du mir deinen Anblick?
Lass mich nicht mit einem durch beide Arten des Karma verwirrten Geist umherirren. Lass mein Herz nicht durch die sieben Höllen schweifen und rastlos wandern.
Wann wirst du mir gewähren, der Gnade des höchsten Gurus zu gedenken und mit wachem Bewusstsein deinen gepriesenen Anblick zu erfahren?
Du Dichter des Sangam, der das geläuterte Tamil förderte! Muruga, von Shiva gnädig geschenkt, du mit den rötlich goldenen Fußringen! Leicht erreichbar für die Liebenden, die den Weg der Barmherzigkeit gehen! Großer Kanda, der in der goldenen Halle wohnt!
452 – Im Raum ohne Tag und Nacht
Lass mich im Herzen rühmen: »Guha, höchster Guru!« Durch deine Gnade möge auf der Zunge die Wonne aufperlen und Shiva-Nektar hervorquellen, der meinen Hunger stillt. Die Wurzeln der beiden grausamen Arten des Karma, trügerisches Unheil und Krankheit sollen mit der Wurzel herausfallen und vergehen.
Liebevoll möchte ich »Namaśiva Om« sprechen und voller Freude sein. Ich möchte in den Raum ohne Tag und Nacht eintreten, seiner Wonne nahekommen und schön erkennen: »Dies ist das unvergleichliche, goldene höchste Ziel des göttlichen Tanzes!«
Mit deiner korallenroten heiligen Gestalt, begleitet von den Dienenden deiner goldenen Füße, besteige den schönen, goldglänzenden, jugendlichen, schützenden Pfau. Gewähre mir deine schönen goldenen Füße!
»Takuṭa takutaku, tātaka tanta; tikuṭa tikutiku, tītaka tonta; taṭuṭu ṭuṭuṭu, ṭāṭaka ṭiṅkuṭ!« So erklingt der Takt. Tapalai, Timilai, Purikai, Pampai, Karadi, Damaruka und Vina ertönen machtvoll. Du trittst mit der Schnelligkeit des Windes in den grausamen Kampf, in dem gefällte Leiber verstreut liegen.
Du schleuderst den Vel, sodass die roten Greifvögel, die tanzend den Himmel bedecken, ihren Hunger stillen, die Sura-Gestalten vergehen, die Meere aufgewühlt werden und selbst die Nagas erschrecken.
Mit liebevollem Spiel tratest du vor deinen Vater, der auf Kailasa tanzt, sodass sein Herz schmolz. Großer Kanda, der in der goldenen Halle wohnt![399]
453 – Wann werde ich das rettende Ufer erreichen?
Ihre Kayal-Augen kreisen wie Bienen und gleichen Pfeilen, die auf den Bogen der Brauen gelegt sind. Im wolkengleichen Haar umschwärmen Bienen die Girlande; der Hals gleicht einer Arekapalme. Die vorn aufragenden Brüste gleichen Mandara und den mächtigen Stoßzähnen eines brunfttrunkenen Elefanten.
Diese Frauen kommen auf die Straße, täuschen und streiten. Ihre Liebe gilt dem Besitz in der Hand: Sie laden ein, führen fort und umarmen; kaum ist das Geld auf dem Teller, schmeicheln und preisen sie mit trügerischem Liebesspiel.
Lass mich nicht ihretwegen verzagen und verderben, sodass diese Körperhütte zugrunde geht! Wann werde ich deinem Liebenden dienen, der durch seine Kraft das Meer trank und wieder freigab? Wann werde ich die von duftendem Kumkuma geschmückten Füße umfassen und das Ufer erreichen?
Bis an die Welten klingt es: »Ṭiṇṭimiṭṭikku, kuṭanta; koṭṭattaku, ṭiṅkutokka, tamaṭam!« Die Trommeln und Hörner, Sakattai und Idakkai, werden vom Takt begleitet. Das Weltenei, die acht Richtungen, Elefanten, Schlangenscharen und Wolken werden getroffen; die Berge zerstieben, die fünf Sinne werden überwältigt, und Staub erfüllt die geballten Welten.
Den heranstürmenden Sura-Gestalten werden die Hälse abgetrennt, Eingeweide und Knochen lösen sich. Sie beißen die Zähne zusammen, Blut rötet das Haar und spritzt aus den Augen; ihre Köpfe werden wie Bälle geschlagen. Mit dem Vel, der in deiner Hand glänzt, schenkst du den Augen Freude und lässt den Himmel wieder aufblühen.
Du gabst Indra, der dich pries, seine Stellung zurück. Großer Herr, der in der goldenen Halle neben der Kuravar-Frau wohnt![400]
454 – Wann endet mein Dienst an der Täuschung?
Ihr Haar ist dunkel wie Nacht und Regenwolke, das Gesicht wie der Mond. Die Schultern sind gelb gesalbt, die Augen tragen Pfeile. Die Ohrgehänge wiegen sich, und die rote Goldkette tanzt am Hals über den Brüsten, die dem Stirnhöcker des Elefanten und Bergen gleichen, duftend und mit zarten Hautzeichnungen versehen.
Die Gestalt glänzt wie ein Blitz; die schmale Mitte ist mit hellem Stoff umhüllt, und das Gewand verdeckt die unteren Beine. Schöne Fußringe und Padaka klingen. Papagei, Kuckuck und Maina scheinen in ihrer schmeichelnden Stimme vereint.
Wann wird es enden, dass ich mich an diese goldraubenden Frauen hänge und den Unvernünftigen zu Diensten bin?
Muschel, goldene Tavil, Trompete, andere Instrumente und Dundubhi dröhnen gewaltig. Die Barden lassen wohlgeformtes Tamil liebevoll erklingen; die Bewohner der Mondwelt verneigen sich, die Scharen Indras streuen Gaben, die mit Elefant und Lotus Verbundenen preisen dich.
Du lässt die Hände und Häupter des herangekommenen Sura auseinanderfallen und schickst die Trüger in die Stadt Antakas. Kanda, du legst deine treffenden Pfeile an und tanzt!
Du nimmst die zarte Kuravar-Frau mit ihrem leuchtenden Mondgesicht und den begehrten Brüsten zu dir. Großer Herr, der herrlich in der goldenen Halle Gnade schenkt![401]
455 – Soll dieser Leib in seinem alten Trug vergehen?
Zibet, duftende Essenzen und reichlich Rosenwasser schmücken festlich die Frauen mit den Mandara-gleichen Brüsten, die den Stoßzähnen eines weißen Elefanten gleichen. Ihr Haar trägt Blütentrauben; sie salben sich angenehm mit Kurkuma. Wie eine Champaka-Blüte, eine junge Ranke, ein schmeichelnder grüner Papagei, ein liebevoller Kuckuck und ein Pfau kommen sie heran.
Auf dem weichen Lager schenken sie Lust. Brust und Schultern tragen Spuren der Umarmung, das wolkengleiche schöne Gewand gerät durcheinander, und die Verwirrung wächst.
Die Täuschungen häufen sich. Augen und Ohren und alle Freuden wenden sich ab; die früheren trügerischen Taten bleiben bei mir. Soll ich so daliegen und mit dem Leib vergehen?
»Tantaṉan taṉa, tantaṉan taṉa; tintimin timi, tintimin timi!« Muscheln, bronzene Hörner, Dundubhi und viele große Trommeln erklingen. »Caṉcalañ cala« tönen die lieblichen Kinkini, »Taṅku ṭuṇṭuṭu ṭuṇṭu« die vielen rhythmischen Trommeln.
Auf dem Schlachtfeld fallen die Trüger. Weiße Geier steigen lärmend auf, rote Greifvögel, Garuda und Habichte drängen sich auf dem blutigen Feld in alle Richtungen. Du schleuderst den Vel!
Mond, Indra und die Bewohner des Himmels preisen dich und schmelzen innerlich. Großer Herr der Liebenden, die die goldene Halle, die Versammlungshalle des Höchsten, in sich aufnehmen![402]
456 – Schenke mir die Kunst, deine Füße zu erreichen
Auf den weichen, Mandara-gleichen Brusthügeln liegen die Ketten tief auf; duftende Sandel- und Kumkumapaste wird mit Rosenwasser gemischt. Mondgleich sind die Gesichter, wolkenschwarz die Haare, pfeil-, fisch- und schwertgleich die Augen. Rote Wasserblüten füllen die Ohrgehänge, die an den Ohren schwingen.
Die Frauen tanzen, bis die bewegliche Mitte ermattet. Sie sind Zauberkünstlerinnen, die betörende Mittel geben, schmeichelnd wie junge Kuckucke, bezaubernd wie Ranken. Sie kommen näher, als hätten sie ein Recht auf vertraulichen Umgang: »Aus welchem Ort seid Ihr? Ihr wisst doch …« Mit süßen Worten verwirren sie, als seien sie längst bekannt.
Mit schönen Augen drängen sie heran: »Kommt!« Mit ihrem Körper wollen sie das kunstvolle Liebesspiel beginnen und den süßen Saft des bewahrten Wohlstands trinken. Sobald sie Gold in der Hand eines Mannes sehen, begehren sie ihn, vereinigen sich mit ihm und genießen es.
Durch diese Frauen entstehen Leiden, schwere Krankheit und Krätze; Eiter, Würmer und Flüssigkeit fließen aus Wunden, harte Geschwüre und heftige Koliken wachsen. Der Leib verfällt und schläft endgültig ein; ich gehe in Yamas Stadt, ins Meer des Leids. Schenke mir die Kunst, deine herrlichen Füße zu erreichen, damit ich diesem Meer entkomme!
Die Dundubhi tönt im Himmel. Die Herren der Ganas preisen den Tanz, ebenso die Vedakundigen und die Vidyadharas, Indra, Mond und Sonne, die Dichter, der tigerfüßige Asket und Patanjali; Brahma, Vishnu mit Indira, Vani und die Göttin; große Asketen und ihre Frauen.
Die Apsaras des Himmels kommen dazu, der glänzende große Schlangenherr, die Menschen und Frauen der Erde, die Göttinnen der Welt und Arundhati mit den Frauen. Von ihnen allen gepriesen tanzt er auf seinen roten Lotusfüßen. Kanda, du wurdest gnädig von Shivakamasundari geboren, die an seiner Seite wohnt!
»Tintimi tintimi, tōtimin timi; tītati tintita, tīti tintimi; tantaṉa tantaṉa, nātaṉan taṉa; tāṉa taṉantaṉa nā!« So erklingen Parai, gute Tavil und Muschel. Du sahst das Werk deines Vel: Die Häupter der Asuras wurden zu Staub.
Du kamst zu den Füßen der jungen Ranke, die im schönen Kurinji-Land auf dem roten Hirsefeld lebt, verneigtest dich und schautest ihr Antlitz. Du mit den schönen Füßen und dem Vel in der herrlichen Hand! Großer Herr, du thronst auf Erden im Heiligtum mit seinen Umgängen in der goldenen Halle und schenkst Gnade![403]
457 – Lass den Wald meiner Täuschung fallen
Immer wieder komme ich, aus Samen hervorgegangen; immer wieder verbrennt mein Leib und vergeht. Ich leide unter diesem Fortlaufen. Mein Leben nimmt Gestalten an, als hätte es sich auf einen ganzen Wald von Geburten verschworen; immer wieder werde ich schwach und verschwinde.
Nimm mich freudig in deinem Herzen an und gewähre mir deine Herrschaft! Komm auf deinem Elefanten, umgeben von den Unsterblichen und deinen Dienenden, damit der Wald meiner Täuschung zerfällt.
Die himmlischen Frauen kommen mit wohlklingendem Gesang, reif an Liebe; sie spielen Ball und tanzen. Lass deine mit bienenumschwärmten Kadamba-Girlanden geschmückten Schultern, deine schöne goldene Krone und die lieblichen Lotusfüße vor mir erscheinen. Gib mir einen Sinn, der deiner gedenkt!
Die Himmelsbewohner flohen verstört, die Vidyadharas mit beunruhigtem Geist, die Gandharvas und Brahma verzagt. Auch Mayan, der die Erde der acht Richtungen verschlang, erschrak und bat: »Gewähre mir den Dienst an deinen Füßen!«
Du roter Vel-Träger sandtest die feurige Lanze aus, sodass der ganze Wald der zornig herangekommenen Feinde verbrannte und fiel. Du umarmtest liebend die Schultern der Kuravar-Frau mit ihren elefantenstoßzahngleichen Brüsten, damit sie sich freue; du guter Kanda, du vermähltest dich herrlich mit der vom Elefanten aufgezogenen Tochter.
Großer Herr des Tänzers in der goldenen Halle, den die Himmelsbewohner preisen: Seine Gestalt ist rotes Feuer, und mit seinem Lächeln ließ er einst den Wald der drei Städte zerfallen![404]
458 – Schenke mir den wahren Sinn
Ihr üppiges Haar gleicht dichter Nacht; es wird hornartig geflochten, eng gelegt und mit rotem Gold bedeckt. Ich gehe ihnen nach, schlinge die Arme um ihren Hals, lache, greife nach dem herabhängenden Gewand und löse es. So hänge ich mein Herz an die Frauen, die den guten Sinn wahnsinnig machen.
Je nach dem empfangenen Geld binden sie den Gast an sich, halten ihn zärtlich fest, schmeicheln und greifen nach dem Gold. Sie nehmen seinen Besitz bis zum letzten Rest und treiben ihn danach mit ihren Worten fort. Soll ich diesen trügerischen Frauen nachgeben und anschließend in Kummer umherirren?
Du erhobst dich, tratest den Feinden entgegen, zürntest und vernichtetest sie; mit zusammengebissenen Zähnen stürmtest du vor, zertratest die Scharen und beseitigtest die leidbringenden Asuras. Du gabst einst den Unsterblichen ihre gute Stellung zurück.
Du trägst in der Hand den mit einer Quaste geschmückten, furchtgebietenden Vel, der rein erstrahlt. Shiva zerstörte die befestigten Städte, ging zum berühmten Elefanten und zog ihm die Haut ab; er schlug dem zornigen, selbstherrlichen Daksha das Haupt ab.
In sein Ohr gabst du den wahren Sinn, damit er ihn lerne. Schöner großer Herr im erhabenen heiligen Cit-Ambalam![405]
459 – Der Kampf und die goldene Halle
Sie lachen hell wie eine Muschel, glänzen wie ein Blitz, lassen das Herz schmelzen und fallen mit ihrer Brust über den Mann her. Im selben Augenblick nehmen sie seinen Lohn an sich.
Manche locken sie durch das Blinzeln ihrer Augen in vertrauliche Verwirrung. Sie richten den roten Stoff so, dass die Mitte sichtbar wird; mit wolkenähnlichem, schön geordnetem Haar erscheinen sie wie gemalte Pfauen. Geschickt bedecken sie die Brust wieder mit dem Gewand und gewähren den Nektarsaft des roten Korallenmundes.
Wie ein goldener Kuckuck bewegen sie den Klang der Kehle; die Haar- und Ohrzier schwingt, der Schmuck wird blank geputzt, duftende Sandelpaste aufgetragen. Auf dem weichen Lager umarmen sie den Gast. Soll ich mit solchen Frauen verbunden sein?
Einst schrien die Himmlischen von Amaravati auf und verbargen sich; sie riefen: »Kanda, Swami, Höchster über allem!« Die acht Berge und die sieben Meere wurden zu Staub, die Asuras starben mit ihren Löwen, Wagen, Pferden und Elefanten. Rote Geier, Schakale und Gespenster tanzten zwischen den Gliedern im zusammenströmenden Blut. Held auf dem Pfau, du schleudertest den Vel!
Mit Lächeln verbrannte der Schädelträger die Städte und den Leib des Liebesgottes. An seiner Seite wohnt die strahlend goldene Schöne, Shivakami; du bist das Kind, das sie schenkte.
Du trägst die hirschgleiche Tochter der Kuravar im heiligen Herzen und lässt deine Augen in Freude aufleuchten. Großer Herr, du wohnst und wandelst im strahlenden goldenen heiligen Cit-Ambalam!
460 – Wann erlange auch ich die rettende Stätte?
Sie gleichen Papageien und tanzen wie Pfauen; ihre Augen sind wie Pfeile und Fische, ihre Haare wie regenschwere Wolken. Die klingenden Fußglöckchen halten den Takt; wie Bildgestalten erscheinen sie.
Mit Brüsten, die blauen Chakravaka-Vögeln und goldenen, milchgefüllten Krügen gleichen, umarmen sie. Wie schöne Gemälde täuschen sie und rauben Besitz. Sie setzen Lüge mit Spott durch, stiften Kummer und Tod; sie haben die List gelernt, andere kreisen zu lassen und in Wahnsinn zu versetzen.
Wer ihnen Geld im Voraus in die Hand gibt, den begehren sie. Mit betörenden, hochfahrenden Worten halten sie die Freundschaft aufrecht, solange Gewinn zu erwarten ist. Bei diesen Zauberkünstlerinnen ernte ich Erbrechen, Koliken, Geschwüre an den Flanken, Schluckauf, Kummer sowie Kälte- und Gallenleiden. Wann wird auch dieser Dieb, dessen Kraft dahinschwindet, die rettende Stätte erreichen?
Vel-Träger, die sieben Berge der listigen Frevler zerbarsten und gerieten ins Wanken. Die Wächter der acht Richtungen sangen deinen Sieg und riefen deinen Ruhm aus, während du deinen Tanz vollführtest.
Du Kind der roten Jungfrau, die wie ein Chintamani an der Seite des Siegers wohnt; unserer Mutter, von den Bhaktas geliebt, schön wie ein schmeichelnder Papagei! Ihr Feuerauge ließ die kreisenden befestigten Städte zusammen verbrennen.
Unser König, um dich der wunderbaren goldenen Kuravar-Tochter zu nähern, kamst du verkleidet als Händler, spieltest und tanztest; die fein erkennende Valli erreichte deine goldenen Schultern, und du vereinigtest dich ganz mit ihr.
Großer Herr dessen, der reine Erkenntnis und höchste Wirklichkeit ist: Rudra im ruhmreichen südlichen Puliyur, der Herr mit dem blattförmigen Dreizack! In seiner Halle steht er und tanzt zum Takt »Titti« — der Herr des Cit-Ambalam![406]
461 – Soll ich beschämt umherirren?
Die Frauen bestreichen ihre Brüste mit Kumkuma und Sandel, legen Ketten und Büschel glänzenden Goldschmucks an. Mit ihrer Schönheit übertreffen sie die Kunst, rollen die Augen und stecken Champaka-Blüten ins Haar.
Sie wiegen ihre Gestalt, tragen kostbare goldene Seide, lachen und laden ein. Sie schütteln die kühle Haarfülle und nehmen den Gast mit ihren Armreifen tragenden Händen fest in die Arme; aufgeregt verkehren sie mit ihm.
Auf dem frischen weichen Lager legen sie ihn nieder, verwischen das Sandelmal, umschlingen ihn mit den Schultern und genießen. Sie zeigen ihm Freuden, zerstören seinen Goldvorrat und greifen nach dem gereichten Geld.
Von der Vereinigung besessen gebe ich Gold hin; danach zerbricht die feste Bindung des verwirrten Geistes, die Augen werden klein. Wunden entstehen, schwellen an und reifen aus. Soll ich so umhergehen, dass die Menschen, die mich sehen, ihre Augen bedecken?
Deine Augen röten sich vor Zorn, die Muschel erschallt. Du gehst zum festen, roten Gipfel, zerschlägst und zermahlst ihn; Häupter schlägst und streust du wie Bälle, sodass auch die Inseln des klaren Meeres untergehen.
Die Scharen der Götter freuen sich im goldenen Himmel. Sie nehmen Blumen auf ihre Häupter, streuen sie, weiden sich am Anblick deiner roten Füße und beugen die Köpfe. Sie verkünden deinen Ruhm, siegreicher Vel mit den starken Schultern!
Du Leben, das der mächtige göttliche Narr schenkte! Er blickte so, dass der Körperlose erschrak, sah in seinem Zorn die festen Städte an und verbrannte sie; einst enthäutete er den Elefanten, ging zum Opfer des vielfach feindlichen Daksha, zerstörte es und tötete ihn.
Du schlugst den Schöpfer und vernichtetest seinen Stolz. Deine Füße sind mit duftenden Blumen umgeben; in der heiligen kleinen Halle freust du dich. Großer Herr der schönen Kuravar-Tochter vom grünen Feld![407]
462 – Soll ich mich solchen Täuschungen verbinden?
Diebinnen, die vertraulichen Umgang herstellen und den Lohn rauben; Vermittlerinnen, die verwirren und aus Beziehungen Gewinn ziehen; Verblendete mit eng geschnürten Brustbändern, Verschwörerinnen! Taub gegen gutes Wort, aufgebläht von Hochmut, töricht, streitsüchtig und verleumderisch; üppige Frauen, die einladen und Verbindung suchen!
Vor großem Begehren Blinde, deren lachende Lippen die Mondsichel preisen; sie rechnen genau und streiten doch, sind gewandt, verabreichen Mittel und haben grausamen Sinn. Sie haken mit den Augen ein, glänzen herausgeputzt, locken mit vorgetäuschtem Mitleid, tanzen und werden zornig. In ihrem Wesen sind sie völlig ohne Bindung, obwohl sie Bindungen knüpfen. Soll ich mich mit ihnen verbinden?
Die Rishis, der Brahmane auf seinem hohen Sitz und die Gemeinschaft der Unsterblichen, die glückvoll auf ihrer Ebene lebt, wurden erschüttert, als die Sura-Heere herankamen. Du sandtest den Vel gegen Elefanten, wilde Löwen, viele Wagen und Pferde; die Richtungen wurden gespalten, ihre Glieder gingen zugrunde.
Du König, durch die Gnade dessen geschenkt, der Löwe und Elefant enthäutete, lächelnd den Liebesgott und die Städte verbrannte, Brahmas Haupt abtrennte und es einst als Schmuck trug!
Du neigtest dich liebevoll der Tochter der Unsterblichen zu und wohnst herrlich neben der guten Tochter der Kuravar. Großer Herr, der in das schöne heilige Cit-Ambalam eintritt![408]
463 – Soll mein Sinn wie ein Schleuderstein zu ihnen fliegen?
Sie haben schönes Haar voller Blütentrauben, Brauen wie der Mond, Augen wie Kayal-Fische, Pfeile und Pfeilspitzen; ihre Schönheit gleicht den Apsaras, das Gesicht der Mondsichel. Im Glanz ihrer Haarfülle irre ich umher.
Ihre Lippen tragen die süße Essenz reifer Früchte; ihre Worte klingen wie Papagei und Kuckuck. Die Zähne sind schöne Perlen, der aufrechte Hals eine Arekapalme, die kühlen Schultern grüner Bambus, die Handflächen zarte Triebe.
Goldene Ketten schmücken die beiden Brüste, groß wie Elefantenhöcker und Berge; sie lockern und entblößen sie. Soll mein schlechter Sinn wie ein geschleuderter Stein auf ihren Leib zustürzen?
Er ließ Mandara und das Meer kreisen und quirlte den Nektar. Dem erschrockenen Indra verschaffte er Wohnstatt, Reichtum, Glück und jede Fülle des Lebens; auch die aus dem Meer hervorgegangenen Tänzerinnen verteilte er. Er ist der Gefährte der tanzenden Glücksgöttin.
Dieser Mayan machte die Häupter des Herrn von Lanka, den die Barden besangen, zu Staub; er nahm alle Welten in seinen Bauch auf. Er preist dich. Auch Brahma rühmt dich als Sohn Shankaris, der Herrin der erhabenen Künste, die eine Hälfte unseres Vaters bewohnt, dessen Blick die leuchtenden Städte zu Staub machte.
Großer Herr, du erstrahlst im höchsten, hellen heiligen Ambalam![409]
464 – Beende meinen Mangel
Ich bin ein Armer, von verwirrter Unruhe, Kummer und den Beziehungen dieses Leibes umgeben. Die fünf Sinne binden mich und bringen Leiden. Keine einzige beständige gute Eigenschaft habe ich: kraftlos, niedrig, unstet und zornig bin ich.
Lass mich Klarheit gewinnen und zu der Würde erhoben werden, dein alter Diener zu sein. Shiva trägt Schlange, Mondsichel, Kuruntu-Blütentraube, Brahmas Schädel und das Wasser der Ganga in seinem schönen roten Haar. Er preist dich, schaut dich freudig an und verneigt sich.
Gib mir deine Lotusfüße, an denen die rötlich goldenen Fußringe immer erklingen, und beende meinen Mangel!
Schakale, herandrängende Hunde und rote Greifvögel versammeln sich hier und dort und freuen sich beim Anblick des blutigen Feldes. Dein Vel zerlegt Augen, Häupter, Hälse, Füße, Hände und die miteinander verbundenen Knochen der Feinde.
Herr von Sirukur, wo grünglänzende Bienen überall »Taṉan tantaṉ, taṉan tantaṉ« summen und die kühlen Lotusblüten in den Teichen liebkosen! Großer Herr, du wohnst im Ambalam, an der Stätte, die deine Dienenden durch Askese, Japa, Shiva-Erkenntnis und Liebe aufsuchen![410]
465 – Der Vel und die fünf Silben Shivas
In jugendlicher Fülle wachsen ihre beiden schweren Brüste wie Elefantenstoßzähne auf der rötlich goldenen Brust, als wäre Koralle darin eingelegt. Sie strahlen wie aufspringender Blitz; die Frauen reden vielerlei Zauberworte und drehen ihre schönen Brauen, als wäre Indras Bogen aufgegangen.
Die beiden Kayal-Augen kreisen und lassen den Leib erschauern. Sie gewähren vertrauliche Berührung und vernichten mit Zauberpulver. Soll ich mich diesen Täuscherinnen verbinden?
Du nahmst eine Gestalt an, kamst freudig, ergriffst ihre Hand und knüpftest Verbindung zu der strahlenden Ranke im Wald. Du brachtest den schönen Elefanten herbei und umarmtest die leuchtende Frau, du mit der edelsteingleichen Brust!
Damit der Asura, der auf das schreckliche Schlachtfeld kam, zersprengt unterging, sandtest du zuerst die glückverheißenden fünf Silben Shivas aus.
Großer Herr, der im heiligen Ambalam wohnt, das die goldene Himmelswelt täglich freudig preist und verehrt![411]
466 – Lass mich ohne Zweifel erkennen
Die beiden vollen Brüste wachsen wie die zwei starken Stoßzähne eines wilden Elefanten; darauf liegt die Edelsteinkette. Die roten Hände mit ihren Armreifen leuchten. Selbst die täglich strahlenden Edlen geraten beim Anblick der herankommenden Frauen in Verwirrung und Sehnsucht.
Lass mich nicht angesichts ihrer vielfältigen freundlichen Gesten, ihres Lachens, Schmeichelns und ihrer scheinbar guten Eigenschaften ganz die Fassung verlieren. Lass Zweifel losfallen und Erkenntnis entstehen; ich möchte dich rechtsläufig umschreiten und preisen. Gib mir deine überaus herrlichen goldenen Füße!
Unser tanzender Herr trägt den Fluss, heilige Karantai-Blüten und den Mond im verfilzten Haar. Der Asura versuchte, den Kailasa-Berg, auf dem er wohnte, mit der Hand auszureißen.
Damit dessen Haupt, Glieder und die mächtigen, mit neun kostbaren Edelsteinen geschmückten Schultern zerbrachen, legte der wolkenfarbene, starke, rotäugige Achyuta einst seinen Pfeil an. Du bist sein Neffe!
Großer Herr im heiligen Ambalam, zu dem die Götter täglich mit verständigem Herzen kommen und sich verneigen!
467 – Schenke mir dein Mondgesicht und deine Unterweisung
Mond ist ihr Gesicht, Bogen die Braue, Kayal-Fisch das Auge, blaue Regenwolke ihr schönes Haar. An den leuchtenden Girlanden singen die Bienen. Papageiengleich ist ihre Sprache, lotusgleich die Lippe, muschelhell das Lächeln; die Ohrgehänge schwingen.
Die schönen Hände lassen ihre Armreifen wie Trommeln klingen. Duftendes Kumkuma liegt auf den Brüsten, diesen mit Lustsaft gefüllten Krügen, diesen beiden Bergen; kleine Korallen- und Perlenketten tanzen in unterschiedlichen Farben auf der schönen Brust.
Die Mitte bewegt sich wie eine Ranke, als würde ein Korallenzweig brechen; das schwingende Gewand verbirgt die bananenstammgleichen Schenkel. Mit diesen schönen, lustspendenden Frauen vollbringe ich auf dem dicht gefüllten weichen Lager das Liebesspiel wie Manmatha und Rati.
Die Girlanden zerstreuen sich, Worte schmeicheln, die Haare wirbeln, die Augen schließen sich und die Mitte wird müde. Auch wenn ich sie so verwirrt umarme, schenke mir, dem Einsamen, dein beglückendes Mondgesicht und die Schönheit deiner Unterweisung!
Du einzigartiges Kind Haras, der Uma als eine Hälfte trägt: Shivakami, leuchtendes Licht, das in meinem Auge wächst, höchste Shakti, die Nektar ausgießt, Herrin des Raumes! Wie der erste Laut A besteht sie und wird auch Hari, damit die Seelen gedeihen.
Du führtest Krieg und sandtest den Vel aus: Haupt, Wagen, Pferd und Bogen des Asuras wurden zerstört, Berge, Pfeile und die vielen Waffen zu Staub; Meer und Berg stürzten. Mit roter Hand strahlst du wie die rote Sonne.
»Neffe des heiligen Vaters des Liebesgottes, der den Makara als Fahne und den Mond als Schirm hat!« So rühmen dich Siegeszeichen, viele Trommeln und Lehrschriften. Du goldener, strahlender Vel-Träger, du vollführtest dein Spiel, sodass Brahmas Haupt den Schlag empfing.
Du vermähltest dich herrlich mit Indras schöner Tochter und teilst das liebende Spiel mit der Kuravar-Tochter. Großer Kumaresha, du wohnst im freudenvoll gepriesenen heiligen Ambalam des gedeihenden südlichen Puliyur![412]
468 – Auch dann halte ich deine Gestalt fest
Mondförmige Ohrgehänge schwingen; die Brüste gleichen Mandara, gutes Duftwasser fließt darüber. Champaka-Girlanden schmücken das junge Haar wie eine Wolke. Kühl sind die Kayal- und pfeilgleichen Augen, die Brauen wie die junge Mondsichel am Himmel; die Lippen gleichen Kovai-Früchten, und das Lächeln sendet Lichtstrahlen aus.
Der Hals ist muschelgleich, zarte Hautzeichnungen breiten sich auf der Brust aus; Sandelpaste und Ketten schmücken sie. Das schöne Obergewand bedeckt den Leib, aus der Kehle steigen schmeichelnde Töne. An diesen himmlisch schönen Frauen erfreuen sich die Augen, und großes Verlangen entsteht.
Auch wenn ich mit ihnen auf dem weichen Lager vertraulich verkehre, will ich deine zwölf heiligen Augen und zwölf starken Schultern festhalten!
Du ließest den Vel wirken, damit die Bewohner von Indras Welt Wohlergehen erlangten, Mond und Sonne wieder ihre Wagen lenkten und die acht Berge samt den Sura-Scharen untergingen.
Kanda, du verkündetest die Mantra-Lehre, während Indiras Gemahl, der Urvater, der Träger der Mondsichel im verfilzten Haar und Vasava sich freudig verneigten.
Herr Vallis, der Krone der jungen Frauen, der bezaubernden Ranke mit den elefantenhügelgleichen Brüsten, die bei der roten Hirse lebt! Schöner Guha, von den Liebenden im erlesenen Tamil besungen!
Großer Herr, Schönheit des Geistes, du wohnst in der festen Halle des großen Chidambaram, bei der sanften Shivaganga, dem Teich der Erkenntnis![413]
469 – Die Wonne der Befreiung
Dieser Leib ist ein trügerisches Haus, ein überfüllter Käfig, eine vergehende Wasserblase, eine kleine Hütte. Ich nehme ihn an und suche täglich Geld, von Begierde getrieben; ich jage einem guten Leben nach, werde im Irrtum der Sinne umhergeschlagen, und mein Denken geht in die Irre.
Lass mich nicht an den lotusgleichen Brüsten der schönen Frauen mit bambusgleichen Schultern hängen und dabei leiden. Gewähre mir doch die eine beglückende Befreiung, in der Veda, Gesang, Erkenntnis, Schweigen und wahre Weisheit in voller Wonne erfüllt sind!
Du Vel-Träger mit der roten Hand: Mit standhafter Heldenkraft vernichtetest du die listigen, tapferen Sura-Gestalten und spaltetest den Berg. Geliebter der siegreichen Jägertochter, du umarmtest auch die vom Elefanten aufgezogene Frau. Herr des Berges, Kanda, Vel von Sentil!
Die erforschenden Veden werden in den sieben Tönen gesungen; die fünf Silben erklingen. Du bist das nahe, alles erfüllende Licht. Großer Herr, der in Chidambaram wohnt, in der Halle des göttlichen Schauspiels, in der der ursprüngliche Herr tanzt!
470 – Wann nimmst du auch mich an?
Ich bin geschickt in schlechten Eigenschaften, von der Gestalt eines Vetala; töricht, stumpf, ohne rechtes Verhalten. Ohne Zuflucht, wild wie ein Jäger und mit prahlerischem Mund; ein nutzloser Leib, aus fünf Elementen zusammengesetzt; der Tor aller Toren, der Nichtigste der Nichtigen, durch den vergänglichen Mutterleib gekommen.
Ein verfaultes, zerkochtes Ding bin ich, begierig auf Speise mit allen sechs Geschmacksarten; ohne Liebe, voll Betrug, närrisch, von vielerlei Entstellungen des Sinnes bewegt. Zornig, auf mannigfache Weise vom Unglück bedeckt, elend, kraftlos und von unstetem Leben; ein Trunkenbold, der versengt zusammenbricht.
Ich achte keine gute Unterweisung, bin wertlos unter den Menschen, mit donnernder Stimme, ein großer Sünder ohne rettenden Weg. An welchem Tag wirst du mich, deinen Hund, in deinen Dienst nehmen?
Der Herr der Unterwelt mit seiner schönen Haubenkrone, der smaragdgrüne Schlangenkönig, der nach Manus Recht regierende König des Chola-Landes und der Herr des Opfers mit den ihn umgebenden Himmelsbewohnern preisen dich. Der in Puliyur wohnende Herr und die pfauengleiche Schöne freuen sich.
Du König der Himmelsbewohner, du Leben, das die Bergestochter Uma schenkte, du Entzückender, der in der Halle tanzt!
Shiva, Shiva! Hara, Hara! Gott, Verehrung, Verehrung! Du bist das höchste Ziel, das geschaut werden soll: Verehrung, Verehrung! Du Leben in allen Richtungen und in allen Klängen: Verehrung, Verehrung! Bräutigam der glückverheißenden Vereinigung mit der, deren Worte erlesen sind: Verehrung, Verehrung! König, der die drei Städte verbrannte: Verehrung, Verehrung! Sieg, Sieg! Hara, Hara! Gott, großer Herr der Herrscher über die Götter![414]
471 – Das weiße Reittier und das verborgene Wissen
Den Atem binden, das gnädige Feuer im Lotus aufwecken, es bis zur Schädelwölbung emporsteigen lassen, während Bindu und Klang aufrufen; das weiße Reittier der gesammelten Mantra-Aufmerksamkeit besteigen und durch die schöne Karpaga-Straße ziehen —
in der leuchtenden Halle verkehren, sich mit dem Mond verbinden, ohne den Bindu abgleiten zu lassen; weiße Asche tragen und unbeweglich bleiben; die grausamen befestigten Städte zu Asche machen, mit der Erkenntniskunst die Tattvas niederwerfen, bis die Himmelswelt des mit acht Eigenschaften Begabten in die Hand gelangt —
den Zustand meines Vaters erreichen, den Kummer verbrennen, Erkenntnis als Nahrung aufnehmen, die Körperhütte wie Diamant fest werden lassen und den Leib golden leuchten sehen; in den reinen Raum eintreten: Werde ich dich so mit der wunderbaren Kunst der Veden preisen?
Ich kannte nicht einmal »acht und zwei«. In mein Ohr sagtest du: »Dies sind acht und zwei; dies ist das Linga«, und legtest »acht und zwei« offen dar, Guru Muruga!
Du nahmst zweimal acht Gestalten an und schleudertest den Vel gegen die Trüger in den acht und zwei Richtungen, sodass sie starben und rotes Blut in alle zehn Richtungen floss.
Mein Vater kam als Händler in die Stadt Shivakamis und bot Armreifen für die roten Hände an. Ihm verkündest du die anfangslose, reiche Wirklichkeit, sodass sein Herz kühl wird.
Auch du gingst als Händler in den Wald, gewannst die Frau, in der die Kraft süßer Wonne wirkt, und ließest sie in Liebe schmelzen. Großer Herr, der in der Halle von Puliyur erstrahlt![415]
472 – Wer sonst ist meine Hilfe?
Ich, dein Hund, erkannte: Es ist verderblich, den Betrügern zu vertrauen, deren Sinn wie Gift ist. Ich suchte dich, um an deinen Füßen vertraute Liebe zu finden, und rief: »Unser Vater, du bist meine Zuflucht!«
Ist das nicht an dein Ohr gelangt? Oder richtet sich dein Blick auf die Frauen? Wer vermag dein Wort geringzuachten und dich zu übertreffen? Dir allein liegt die Sorge für mich ob; wer sonst wäre mir Helfer? Komm und erscheine, wie du für die Himmlischen kamst!
Du mit der roten Hand, die einst Brahma am Haupt schlug und den Augen große Freude schenkte! Deine goldenen Schultern umschließen wie ein schützendes Gewand die goldenen Schultern der fischäugigen Kuravar-Jungfrau.
Kanda, du sandtest den Vel aus, sodass die Berge erschraken, die sieben Meere schwanden und das Geschlecht der Grausamen in den Himmel fuhr.
Großer Herr unseres Vaters, den alle Welten preisen, der im goldenen Ambalam von Puliyur tanzt!
473 – Lass mein Herz in Liebe schmelzen
Lass meinen Sinn nicht vielfältig schwanken bei den Frauen mit ihren roten, kruggleichen Brüsten; lass meine Glieder nicht gänzlich abmagern. Schenke Gnade, damit ich in Liebe schmelze!
Du hältst die Fahne in der roten Hand. Du Dichter, kundig in erlesenen Worten! Kind, das die junge Uma schenkte! Großer Herr, der in der Halle erstrahlt!
474 – Schenke mir deine Liebe
Ihr Haar heißt dunkle Regenwolke, ihre Braue besitzt die Schönheit von Mondsichel und Bogen; ihre Augen wirken wie Fische und Pfeile. Das Gesicht ist ein Mondstück, der Hals eine Arekapalme, die Schultern Bambus, die Brüste zwei sich verbindende Berge.
Die Hände sind Lotusblüten, die Schenkel gleichen Bananenstämmen. Sie tragen bewegte, kostbare Gewänder und hellen gemusterten Stoff; ihre schöne Mitte gleicht der kleinen Trommel und einem Faden. Duft umgibt die Hüften dieser Apsaras-gleichen Frauen, deren Bindung dem Besitz gilt.
Wie Pfauen tanzen sie; ihre sonderbaren Handlungen entbehren guten Wesens. Soll ich, dein Hund, in ihrem Netz betäubt zugrunde gehen? Schenke mir deine Liebe!
Kanda, Gnadengeschenk der unvergleichlichen, aus sich selbst erschienenen Göttin! Ihre Haarfülle ist eine Wolke, ihre verfilzten Flechten sind golden. Shiva, die Schöne aller Welten, hat dich geschenkt.
Du Held mit den roten goldenen Schultern, du schleudertest den einen flammenden Vel, sodass die hundert Haubenkronen der Schlange zu Staub wurden und das Heer der Asuras starb.
Der geheimnisvolle Herr sandte seine Pfeile aus, sodass Ravanas Häupter auf Lanka fielen; er verschlang alle zweimal sieben Welten. Du bist sein großer Neffe, von den Himmlischen gepriesen!
Mit Valli, der herrlich schönen, leuchtendgesichtigen, verständigen und bezaubernden Bewohnerin des Kurinji-Landes, spielst du gnädig. Großer Herr, der in Chidambaram wohnt![416]
475 – Soll ich im Rausch dieser Nähe vergehen?
Das Haar löst sich, breitet sich weit aus und fällt herab; die duftende Girlande zerstreut sich und glänzt. Die scharfen Schwert- und Kendai-Augen geraten in Bewegung, die Brüste wölben sich wie schwere Krüge. Die schöne Mitte des zarten Leibes ermattet; das eng anliegende Gewand verrutscht, und die Säfte fließen.
Die Sandelpaste wird vom Schweiß verwischt. Der Duft der Vereinigung steigt auf, Gesichter nähern sich; ich koste die Lippen, deren Geschmack dem Fruchtfleisch der Jackfrucht gleicht. In Liebesrausch ertönen die Stimmen wie Taube und Pfau.
Mit den begehrten Frauen verbunden, vor Freude erschauernd — soll ich, dein Hund, so verderben, niederfallen und mit dem Leib vergehen?
»Tīnta tōtaka, tantaṉa tintimi!« Mächtige Perikai, Dundubhi, Muschel, Purikai, Pampai und Tavuntai dröhnen. Die bis zum Himmel ragenden Kronen Suras werden zu Staub; die sieben Meere trocknen aus. Kanda, du tanzt mit dem roten Vel in der Hand!
In den kühlen Mangohainen schmeicheln die Kuckucke, Kokospalmen, Bananen und Zuckerrohr wachsen in Fülle. Du roter Vel-Träger, du kamst und ließest dich im himmlisch schönen Chidambaram nieder.
Vor der Kuravar-Frau verneigtest du dich: der Herrin mit den ruhmreich strahlenden Brustbergen, der blitzschlanken Mitte und der wie aus Gold gegossenen Gestalt. Großer Herr!
476 – Lass dieses törichte Leiden enden
Vater, Mutter, Haus, aufgespeichertes Gold und Silber, Tante und vertraute Kinder umgeben mich; dazu kommen die Mühen von Erwerb, Lernen und Verwandtschaft. Frei davon möchte ich dich nach meinem Vermögen besingen.
Doch mein Herz erkennt nicht: »Du bist der Befreier, der Vater von Vallai, der Geliebte Vallis.« Ich bin ein Dichter voll gänzlicher Unwissenheit, ein armseliger Tor. Wird es nicht aufhören, dass ich so dahinsieche?
Muruga, du Kind, das aus dem Auge des Tänzers von Tillai hervorging, wo der Takt »Titti« beständig erklingt! In deiner Hand ist der rote Shakti-Speer, der Sitz der Siddhis.
Dich schmückt die wunderbar schöne Valli mit Blumen; du Edler wohnst im wahrhaftigen Wort deiner Bhaktas. Deine edelsteingleiche Brust umarmt die reine Jungfrau der Verehrenden.
Grüner Vanni, Wasserblüten und Vetci schmücken dein Haupt. Großer Herr, mächtiger Reiter des grünen Pfaus![417]
477 – Zeige mir den Weg
Sie zeigen die Schönheit der Dunkelheit im Haar, zeigen den Mond, zeigen die Stirn als Bogen; sie zeigen die treffende Art zweier Pfeile, die tödlichen Kuvalai-Augen, das jasminblütenhelle Lächeln — diese Frauen mit der rankenschlanken Mitte.
Sie zeigen Verblendung und lassen Armut sichtbar werden. Zeige mir den Weg, auf dem ich nicht bis an die Grenze des Hauses aus Grabstätten gehen muss. Zeige mir gute Erkenntnis, lass das Karma allmählich welken: Soll ich weiterhin Taten des Leidens vollbringen?
Junger Herr von Tillai, du zeigst Klarheit, die uralten Veden und kraftvolle Worte. Deine edelsteingleiche Brust umarmt die Kuravar-Frau, die dir den Weg zu dem Hirsefeld weisen kann.
Du zeigst Gnade und den Weg des Lernens, du Reicher, du vermagst Heldenkraft zu zeigen und zürnst den Asuras. Guter großer Herr der Dienenden, die deine Füße preisen und die Lotusblüte deiner Füße auf ihr Haupt setzen![418]
478 – Der Same der Erkenntnis
Ihr Lächeln besteht aus Zähnen wie Jasminblüten und ausgestreuten Perlen. Die Ohren gleichen schönen Vallai-Ranken; daran schwingen leuchtende Gehänge. Jasmingirlanden kreisen um das blütenreiche Haar. Die klare Stirn ist ein glänzender Bogen, der Blick der Kayal-Augen ein Pfeil.
Papageiengleich ist die Stimme, blütenhaft sind Lippen und Gesicht; der Hals ist eine Arekapalme. Über den Brüsten liegen feine Hautzeichnungen; sie sind Berge, mächtige Elefantenhöcker. Der Bauch gleicht einem Banyanblatt, die bekleidete Mitte einem Faden; die Hüften bergen den Schatz des Liebesgottes.
Die Schenkel sind Bananenstämme, an den Blumenfüßen tanzen die Fußringe und klingen. Sie spielen und streiten, lassen Seidengewänder tanzen, gehen betörend, sprechen nur wenige lockende Worte und rauben Gold wie geübte Meister. Soll ich dem Zauber dieser Frauen verfallen?
Damit leidbringendes Karma weicht, das Unwirkliche zerfällt und ein liebevolles Herz entsteht, nimmt unser Vater uns in seine Obhut. Ihm zur Freude und zur Kühle seines Ohres verkündest du den Samen der Erkenntnis, Kanda, Kumara, Muruga!
Du Gemahl Vallis, meiner Mutter: Die Kuravar-Jungfrau geht wie ein Schwan, mit ihren Fingern spielt sie Ball; weißperlenglänzende Kadamba-Blüten schmücken ihr Haar, zwei kraftvolle Berge sind ihre Brüste.
Du schöner Vel-Träger, du ließest die sieben Meere aufbrechen und dröhnend auseinanderstieben; die starken Heere der Asuras starben, und Blut floss durch die Richtungen. Du tanzt mit entzückendem Gesicht.
Deine Liebenden singen klares Tamil und tanzen voller Sehnsucht. Mit der Tochter Shachis vereint, von den Bewohnern der Richtungen gefeiert, erfreust du dich im Torturm der würdigen Stadt Tillai, großer Herr![419]
479 – Zeige mir die Erkenntnis deiner Füße
Sie halten die Beteldose, schmiegen Schulter an Schulter, biegen sich und ziehen den Gast mit ihren roten Händen an sich. Sie kosten und lassen ihn den Saft ihrer roten, Kovai-gleichen Lippen kosten. Die goldene, lotusgeschmückte Brust und der Gürtel werden gelockert; sie schmeicheln, erregen, blinzeln und sprechen lockend.
Mit vertrauter Nähe erfreuen sie den Sinn, führen immer mehr Täuschungen vor, üben sich in Gesang und lassen die Liebe anwachsen. Sie heucheln Zuneigung und erklären danach ihren Widerwillen. Diese nichtigen, verderblich trügerischen Frauen lehren erniedrigendes Tun.
Ich Tor bin dazu geraten, in ihren schändlichen Handlungen umherzukreisen. Gib mir Gnade und zeige mir: »Dies ist die Erkenntnis deiner nahen Füße in der höchsten Wirklichkeit!«
Held aller Künste, du erhobst die Keule in deiner großen Hand, zerschlugst und vernichtetest die tapferen Sura-Krieger; Staub und Asche stiegen auf. Du zertrümmertest sie und schlugst sie wie Bälle, dann trugst du den geschmückten Siegesbogen.
Auf dem erhöhten Blumenlager, dessen äußere Blätter wie golden gezeichnet leuchten, vereinigtest du dich mit der Einzigartigen, der makellosen großen Pfauengleichen. Gemahl Vallis, der Kuckucksgleichen im einsamen goldschönen grünen Feld!
Der starke Rakshasa hatte den festen Berg mit seinen Schultern erschüttert. Das ganze mächtige Geschlecht dieses Rakshasa zerstörte Keshava, Mayan, der beim heiligen goldenen Lotus ist. Doch selbst ihm blieb die Wirklichkeit des Tanzes verborgen: »Timitta tintimitta tō!« So tanzt der Meister.
Großer Herr, Führer der Götter in der goldenen Welt, du wohnst im Torturm des heiligen Cit-Ambalam![420]
480 – Aus dem Meer des Leidens in die Befreiung
Knochen, Augensekret, innere Gewächse und Gehirn, salzige Körpersäfte, Wasser, Haare und Haut bilden diese Hütte. Flüssigkeit, Eiter und Würmer erfüllen sie, Fleisch legt sich darüber. Knochenmark, Milchsaft, viele Adern und Röhren, zäher Schleim und fettige Feuchtigkeit gehören zu ihr — eine aus geformter Haut bestehende Hütte.
Darin wohnen die listigen Sinne. »Das tiefe Meer des Genusses ist Glück!«, meinen sie, und ich stürze hinein. Begehren nach Besitz, nach Frauen und nach Land sammeln sich; schlimme Taten, altes Karma und die Zeit wirken zusammen.
Lass mich nicht im Leiden versinken. Gewähre mir deine Füße, damit ich freudig zur Befreiung in Sadashiva und in die höchste Himmelswelt aufsteige!
»Takkat tōkiṭa, tākiṭa tīkiṭa; cekka cēkaṇa, tākaṇa tōkaṇa; tattat tāṉaṉa, ṭīkuṭa ṭāṭuṭu!« So springt der Takt. Die Sura-Scharen mit ihren Wagen und Pferden werden vernichtet und versinken elend im Meer. Du entsendest den strahlenden Vel: »Sie seien Speise für die Shakti-Waffe!«
»Tikkat tōkaṇa tā!« So erklingt der Kampf. Der reine Vater und die Verehrenden singen den Lobpreis deiner heiligen rötlichen Füße als Zuflucht.
Auf dem großen Pfau mit dem rötlich goldenen Federfächer, an deiner Seite die Kuravar-Frau, wohnst du ruhmreich am Eingang des südlichen Torturms, großer Herr![421]
481 – Bewahre mich vor der bindenden Begierde
Mit Ketten geschmückt scheinen ihre beiden großen Brüste Elefanten zu sein, zum Kampf bereit. Die jungen Frauen mit der fadenfeinen, in kostbares Tuch gehüllten Mitte treten auf, als seien sie liebevolle Vertraute; doch ihre Herzen sind trockener als ausgepresster Zuckerrohrrest.
»Wem gehört denn der Besitz?«, denken sie nur. Ihr Haar gleicht der Regenwolke, und die langen Augen stoßen bis an die goldenen Ohrgehänge; sie gleichen den Speeren in der Hand der Todesboten.
Mit diesem Netz werfen sie sich über die Liebhaber, die im Meer der Liebe ertrinken — boshafte Spötterinnen, Nilis. Gewähre mir Gnade, damit ich nicht in solche begehrliche Bindung gerate!
Wie ein gewaltiger Löwe für die Asuras bestiegst du den blau gefiederten Pfau. Der Staub überschüttete das Meer. Auf dem Schlachtfeld der Nachtwanderer versammelten sich viele Gestalten um des Blutes willen und tanzten mannigfaltige Tänze: »Tāṉat tāṉaṉa, tāṉaṉa tāṉaṉa!« Du kämpfender Vel-Träger!
Du Neffe des wolkenfarbenen Herrn, der mit Heldenkraft einen Pfeil sandte, sodass die Häupter des mächtigen Ravana fielen!
Großer Herr, du wohnst am Eingang des westlichen Torturms in Puliyur, wo Brahma und die anderen Götter dich durch Puja verehren und sich verneigen!
482 – Zeige mir den rettenden Weg
Ihre Augen stoßen heftig bis an die Ohren, missachten jede Belehrung und führen den Kampf des Begehrens. Unter dem Schatten des Haarwaldes von dunkler Wolkenfarbe spielen sie stolz.
Sie schneiden den Sinn entzwei, treffen unmittelbar und quälen wie große Sel-Fische. In die schweren, fein gezeichneten Brustberge dieser hirschgleichen Frauen tauche ich ein; das brennende Verlangen wächst. Zeige mir den Weg, damit mein Leben diesem Übel entrinnt!
Aus Liebe zu der Frau kamst du in den Wald der Jäger, bis deine duftenden Füße rot wurden. Du scharfer Vel-Träger zerschnittest den trügerischen Sura, der sich im Meer verborgen hatte, ließest ihn sterben und beendetest den Kampf.
Der Staub der Tempelwagen, die auf den Straßen fahren, verdeckt selbst den mächtigen Wagen der Sonne. Du wohnst im westlichen Torturm dieses Puliyur, gepriesen von den Vedakundigen mit ihrer reichen Gelehrsamkeit, großer Herr!
483 – Komm und schenke mir Erkenntnis
Gierig nach Beute sind sie, mächtig im sündigen Zauber, Plünderinnen wie ein Sturm, nichtige Frauen, die mit den Augen tödliche Spiele treiben. Mit ihrer Betörung besiegen sie jeden; ihre Kovai-roten Münder reden listig, und grausam sind sie.
Sie zeigen äußere Zuneigung, als wollten sie sich ganz über den Geliebten werfen, doch verletzen sie das Herz. Ihr Sinn ist dunkel wie Nacht, im Innern bergen sie Feindschaft. In ihrem Zauber irre ich, dein Hund.
Damit ich gerettet werde, komm mit deinen goldenen Schultern, den zwölf Händen, der Nipa-Girlande und den sechs Gesichtern; schenke mir die innere Unterweisung der Erkenntnis!
Held Muruga, du standest auf dem blau gefiederten Pfau und sandtest den Vel aus deiner Hand, sodass das große Haupt des trügerischen Taraka fortsprang.
Als Raghavas goldener Fuß den Stein berührte, kehrte die schöne Gestalt zurück. Er ging durch den Wald, um die Schmach zu beenden. Du bist sein Neffe!
Bräutigam, ohne das frühere klar und liebevoll gesprochene Wort zu brechen, umarmtest du die himmlische Jungfrau wie einen Schmuck an deiner Brust. Entzückender Beschützer Vallis, die auf dem schönen Hirsefeld wohnte! Großer Herr im westlichen Torturm von Tillai![422]
484 – Lass mich zu den schweigenden Weisen gehören
Durch ihr mit großen pollenreichen Blumen geschmücktes Haar, durch die sicher auftretenden Füße mit ihren Fußringen, durch das Schnippen der Hände im Takt und das Festhalten am Gewand; durch ihre sprechenden Zeichen, ihr stark duftendes Lächeln, die Fülle widersprüchlicher Worte und den Schwanengang —
durch die vordrängenden Brüste, das darübergelegte Tuch und die große List beim Aushandeln des Preises erregen diese Frauen Verlangen. Täglich versinke ich im Meer dieser Betörung. Gewähre mir, mich deinen Dienenden, den schweigenden Weisen, anzuschließen!
»Gewähre mir deine liebevolle Gnade, du Ursprung der vier Veden!«, rief der große Elefant. Vishnu Narayana kam sogleich, damit er ihn sehen konnte. Du bist sein Neffe!
Die liebenden Asketen umgeben ehrerbietig den Herrn der Halle; an seiner Seite wohnt Shivakamanayaki. Du von ihr geschenktes Kind, du Leben von Puliyur!
Die dreitausend erhabenen Vedakundigen weichen nicht von der Ordnung der heiligen Schriften; täglich verleihen ihre Opfer der Stätte Schönheit, und sie verehren dich reichlich, König!
Großer Herr, du bestiegst den Pfau am westlichen Eingang des hohen Torturms, der wie der mächtige Meru, der stolze König der Berge, emporragt!
485 – Schenke mir beständige Liebe voller Erkenntnis
Knochen, Haut, Haare und dicht liegende Adern; darin fest eingeschlossen Gehirn, Eiter und Würmer; ein Schlammtümpel voller Blutmeer, Wasser und Kot — das ist dieser Leib.
Erschöpfung, Blässe, Windleiden, Seitenschmerzen, Leibkrämpfe und Koliken, heftige Atemnot, elende Hämorrhoiden und Schwellungen des Unterleibs; Zittern, brennendes Fieber, Harnverlust und schleimiger Husten; verstopfte Ohren, Buckel und Erbrechen mit Durchfall; Blindheit, gelähmte Beine, Stummheit und die nach innen fressenden Geschwüre am Hals wohnen darin.
Diesen geschädigten Leib halte ich für beständig und irre durch mein verderbliches Karma wie ein Hund umher. Schenke mir die Liebe der Erkenntnis, die stets glückverheißend ist, damit ich deine Füße erreiche!
Die Sura-Scharen kämpften um den Sieg und spien Blut, sodass ein blutiger Morast entstand. Wagen, Pferde und Yalis wurden zerstört; Meer und Suras Berg wurden zu Staub. Du ließest deinen Vel wirken!
Die Mutter mit den leuchtenden goldenen Schultern wohnt im Beweglichen und Unbeweglichen, bewegt alles und empfängt die Verehrung: Parapari, unsere Herrin auf dem alten goldenen Stier. An ihrer Seite ist der Herr, dessen goldener Fuß Ravanas Leib niederdrückte, als jener mit seinen mächtigen Schultern den Berg hob.
»Śivāya namo! Hara! Shambhu!« Du bist sein Kind. Großer Herr, du umarmst die Kuravar-Frau mit den berggleichen Brüsten und wohnst am erhabenen Eingang des nördlichen Torturms im ruhmreichen Puliyur![423]
486 – Schau mich an und gewähre Shivas Zustand
Ihr langes Haar gleicht einer dunklen Regenwolke; Girlanden schmücken es. Die langen leuchtenden Augen schießen wie Vel und Pfeil, und die beiden Ohrgehänge schwingen. Auf der breiten Brust tanzt der Schmuck, die beiden berggleichen Brüste bewegen sich, und die fadenfeine Mitte trägt die geliebte Seide.
Wie prächtige Pfauen im Hain gehen sie; die Fußringe tönen »Ko«, während sie tanzen. Von Verlangen erfasst und scheinbar beschämt, mit schweißbedecktem Leib und Worten wie in Zuckersaft gemischte Milch kommen die käuflichen Frauen.
Ich liebe sie, versinke in verderblichem Tun und sinke als Tor in die sieben Höllen. Schau mich doch an, Herr, und gewähre mir den Zustand Shivas!
Auf dem schönen großen Pfau sitzend, mit schwingenden langen Ohrgehängen und dem Vel in der Hand, lässt du die heldenhaften Fußringe wie ungezählte Millionen Donner erklingen. Meru wird zu Staub, die Gipfel stürzen mit »Ko«, die Meeresgebiete und Inseln samt den Asura-Scharen werden zu Trümmern. Du schleuderst den Vel, damit die Himmlischen wieder leben.
Kind Umas, des Kronjuwels, das niemals die Seite des Herrn verlässt! Sie ist die Schwester Keshavas, der Brahma, den Kenner der vier Veden, hervorbrachte.
Großer Herr, du wohnst mit Deivayanai und der hirschgleichen Valli an den vier Tortoren des großen Puliyur, des Landes der Erkenntnis![424]
487 – Gedenke des reinen Raums, in dem der Pfau tanzt
Wind- und Gallenleiden, Koliken, Geschwüre, wachsende harte Knoten, Atemnot, hohler Husten, Schwellungen, aufbrechende Geschwüre, Zuckungen und schwere Fieber; Trübung der Augen, Blindheit, verstopfte Ohren, Taubheit, Stummheit, schlimme Schmerzen und Hämorrhoiden — solchen Aufruhr bringt dieser von den sechsundneunzig Tattvas gebildete Leib mit sich.
Der vedische Schöpfer ließ dieses Schiff auf dem Meer mit wechselnden Gestalten spielen. Ich lege immer neue Verkleidungen an, hänge an Besitz und irre durch diesen gefährlichen Zauber. Ich baue mir ein Haus und falle in verblendetes Verlangen.
Lass meine Stimme nicht einfach erlöschen und mich sterben. Gib mir das Zuhause der Befreiung! Willst du nicht an den reinen Raum denken, in dem der Pfau tanzt?
Meer, Elefanten, Wolken und die Schlangenhäupter wurden zu Asche und schrien auf; Sura, der Berg und die Asuras fielen. Ruhmreicher flammender Vel, du wurdest ausgesandt!
»Om Namaśivaya!« Der Herr hilft seinen reinen Dienenden; die grüne Uma gewährt an seiner einen Seite Gnade. Du Kind, das dieser göttliche Kronjuwel schenkte!
Goldener Saravana, jüngerer Bruder des ursprünglichen Karpaga-Vinayaka! König, der den anfänglichen Sinn des höchsten Brahman als Lehre offenbarte!
Du gingst in den ewigen Wald zur begehrten Kuravar-Frau und vollzogst die reine Vermählung. Großer Herr, der sich im goldenen, kristallhellen Torturm des guten Puliyur erfreut![425]
488 – Gib der Geliebten deine Honiggirlande
In allen bienenreichen Hainen rufen die Kuckucke voller Verlangen; ein kalter Nordwind stürzt hervor. Die leuchtenden, duftenden Liebespfeile treffen rasch, und die Schmähworte der Frauen folgen ihr nach.
Auch das üppige Lager mit seinen eben aufbrechenden Blüten quält sie, ebenso der Klang der Glocken an den heimkehrenden Rindern. Erkenne die Not dieser jungen Hirschgleichen, deren Sinn zugrunde geht; wende dich ihr liebevoll zu und gib ihr deine schwingende, honigreiche Blumengirlande!
Du Leben Haras, der den dunklen sieghaften, rasenden Elefanten bezwang und seine Haut anzog! Mit der scheuen, hirschgleichen Frau an seiner Seite tanzt er auf dem Tanzplatz von Perumparrappuliyur, umgeben von Zuckerrohrfeldern.
Komm auf dem beglückenden Pfau, König, damit die Not der Bhaktas endet, die verweilen, Blumen sammeln und sie darbringen. Großer Herr, du schleuderst den Vel und spielst, sodass Sura, der mit seinen Scharen kam, niederrollt und fällt![426]
489 – Lass mich deinen Ruhm aussprechen
Sie passen sich an, reden zärtlich mit milchsüßer Stimme, vereinigen sich und spielen lustvoll. Sie sprechen junge, schmeichelnde Worte und treiben nutzlose Künste; doch rasch wird daraus eine Bindung an Bedrängnis.
Große Worte machen sie, geben aber nicht einmal Messing hin. Ihre scharfen Augen sind wie gehärtetes Eisen. Wer immer kommt, dessen Geld umkreisen und ergreifen sie großzügig für sich. Aus dem festgebundenen Haar strömt Duft; sie versprechen Gewinn, rufen aber nicht wieder, wenn nichts mehr zu erlangen ist.
Lass mich nicht mit ihnen Vergnügen genießen, in die große Hölle des Unheils geraten und zur Leiche werden. Gewähre mir, deine Füße zu ergreifen und deinen Ruhm auszusprechen!
Ravana wollte sich nicht verneigen. Madhava sandte seine Pfeile aus, sodass seine zehn Häupter vergingen, sein Stolz erschüttert und seine Macht vernichtet wurde. Du bist sein Neffe!
Du umringtest Surapadma und die Seinen, die voll Übermut kämpften, die prahlenden Toren ihres Geschlechts, und sandtest den Vel aus, um sie auf dem Schlachtfeld zu töten.
Geier und viele Gespenster packten die Leichen, zerrten und hackten daran; du führtest den Kampf, spaltetest die Feinde und bestiegst den großen starken Pfau, Muruga!
Großer Herr von Perumparrappuliyur, den die von Bindung gelösten, liebevollen Weisen aufsuchen, um deine klingenden geschmückten Füße zu erreichen![427]
490 – Erkenntnis im Leben oder Befreiung im Tod
Viele sind schon in die Gewalt des Büffelreiters geraten, in seinen Händen gefangen und ganz verschlungen worden. Durch die Augen der Frauen mit ihrem dunklen Haar wurden Genüsse und Begehren begehrenswert; auch vielgerühmtes Wissen und Ansehen entstanden.
Wenn das Leben fortgeht, wird all das zu nichts als vergänglicher Flüssigkeit, leer und ohne Bestand. Ehe mein Leib als Nahrung für das aufgeschichtete Holz daliegt, die Angehörigen »Ko!« rufen und mich zum Verbrennungsplatz tragen —
ob es das rettende Ziel ist, das nach dem Tod erlangt wird, oder klare Erkenntnis, die noch im Leben gewonnen wird: Sei bereit, mir aus diesen beiden das angemessene Gut zu schenken!
Er ließ die sieben breit verzweigten Mara-Bäume erbeben, tötete den Affen, der mit Sugriva kämpfte, und ließ Staub über dem großen Meer aufsteigen. Die Nachtwanderer aus dem Geschlecht des Rakshasa-Herrn schrien »Ko!«, und in Lanka erhob sich das Feuer.
Er entsandte den herrschaftlichen Pfeil, der die Häupter des hochmütigen, listigen Ravana bis zum Grund abriss. Du großer Neffe, würdig seiner überströmenden Liebe!
Als einzigartigen Dichter dieser Welt verkünden dich die Siegesrufe. Du Kronjuwel des Shiva-Veda mit seinen machtvollen Worten, unvergleichlicher Herr der Dichtungen, Sadashiva! Großer Herr, der in Perumparrappuliyur wohnt![428]
491 – Löse mich aus dem Handel mit dem Verlangen
Ihre dicht besetzten Ohrgehänge schwingen; ihr Lächeln strahlt wie der Glanz einer Muschel. Die kühlen Brüste bewegen sich auf ihrer Brust, und ihre aufgesteckten Haare gleichen einer Wolke. Auf den duftenden Schultern tanzen die Armreifen; die Augen schießen wie rote Fische und Pfeile. Mit schmeichelnden Kuckucksstimmen rauben sie Gold.
Sie gehen eilig an ihr listiges Werk; goldene Gehänge und Ketten schaukeln. Mit vom Betel gerötetem Mund sprechen sie vertraulich und sagen: „Dies ist unser Lohn.“ Dann spielen sie auf dem weichen Lager das Spiel der Betörung. Beende mein Tun, das sich in Zweifel und Unruhe an diese Frauen ohne Erbarmen hängt!
Du bist der Guru dessen, der dem Todesgott das Leben nahm, die festen goldenen Städte in Feuer setzte und einst den Leib des Liebesgottes verbrannte. Er trat im Feuer hervor; Daksha, die mächtigen Götter, Mond und Sonne stürzten nieder, und er tanzte in der Halle.
Du Vel, dessen kräftige Schultern den Siegeskranz tragen! Du schleudertest den Speer, sodass Elefanten, Löwen, Streitwagen, die aufbrausenden sieben Meere und Surapadman auseinanderbrachen. Du sahst das rötlich schöne Mädchen der Kuravar, die einem Blitz gleicht, und vereinigtest dich liebevoll mit ihr. Großer Herr, der das von edlem Tamil erfüllte Puliyur liebt! [429]
492 – Täuschung und die wunderbare Erkenntnis deiner Füße
Mit ihrem Lächeln täuschen sie; mit dem Betel in ihrem Mund täuschen sie; schamlos täuschen sie durch einnehmende Freundlichkeit: Frauen, deren Schoß doch eine übelriechende Wunde ist. Mit ihrem Gang täuschen sie, mit den von Ketten geschmückten Brüsten täuschen sie, mit Worten des Verlangens täuschen sie.
Mit ihrem schönen, pfauengleichen Haar, dunkel wie eine Wolke, täuschen sie; durch die Verstrickung in Begierde täuschen sie; singend täuschen sie durch ihre musikalische Kunst. Einige ziehen gemeinsam tanzend durch die breiten Straßen. Mir, dem Hund, der ihnen nachläuft, schenke durch dein Wirken die Füße wunderbarer Erkenntnis!
Du Held, der Sura vernichtete! Du nahmst den Speer, dass die Feinde erschraken und das salzige Meer, der ringförmige Berg und die Hauben der Schlange zerbrachen. Du Guru, der liebevoll die Wahrheit dessen unterweist, der die Haubenschlange trägt, der reinen Perle, dessen eine Hälfte Sivakami ist!
Du Guha mit strahlenden Füßen, der mich in das Meer seliger Erkenntnis eintauchen lässt und mir, deinem Diener, Gnade gewährt! Du Held, dessen Füße Befreiung schenken! Du versenkst dich immerfort in das Glück heimlicher Liebe mit dem schönen Kuravar-Mädchen, dessen volle Brüste schwere Krüge gleichen. Großer Herr, der Puliyur liebt! [430]
493 – Mehr Geburten als Sand in den sieben Meeren
Zählte man den Sand der sieben Meere, wären meine leidvollen Verkörperungen noch zahlreicher. Jetzt suche ich deinen Schutz, mit meinem Leben und meinem Leib. Noch einmal einen Körper aufgeben: Das vermag ich nicht mehr!
Geier und Schakale, Feuer und Erde, der Todesgott und der auf dem Lotus Geborene sind längst erschöpft. Mich zu beschützen ist deine Aufgabe; dieser Diener ist dein Diener. Schenke mir rasch deine Füße!
Murugan, den einst die makellose Schöne von strahlender Anmut und smaragdgrüner Gestalt geschenkt hat! Du kommst auf dem kraftvollen Pfau, sodass die weite Erde glüht und die großen Berge zerdrückt werden. Du trägst den Speer, der die Leben der Dämonen als Beute nimmt, während die sieben Meere aufbrüllen. Großer Herr, der sich dem Tanz in Puliyur hingibt, gepriesen von Göttern und Weisen! [431]
494 – Jenseits des ermüdenden Streits
Der unerbittliche Todesgott packt das Ende seiner festen Schlinge, schleudert sie aus und trägt das Leben davon. Damit mir dieses Leid erspart bleibt, lese ich viele Lehrschriften, angefangen mit den geordnet überlieferten Veden. Doch die sechs religiösen Wege geraten mit ihren jeweiligen Ordnungen aneinander; es wogt ein Streit, der den Kopf bedrängt.
Lass dieses abstoßende Ringen aufhören. Gewähre mir, deinem Diener, ruhig die Wirklichkeit zu erkennen, die wahrhaft Gestalt besitzt!
Du göttlicher Neffe Haris und der Herrin auf der duftenden Blüte! Du Lebensschatz Parvatis, die der Berg geschenkt hat! Kumaresa von Puliyur, wo der Gott tanzt, der Fluss, Mond, Kondrai-Blüten und Schlange trägt!
Du kämpftest im Meer voller anbrandender Wellen und zerschlugst die zornigen Dämonen zu Staub. Großer Herr, der nicht einmal im Traum Zorn gegen diejenigen kennt, die sich vor seinen beiden Füßen verneigen! [432]
495 – Eine andere Ausrichtung des Herzens
Ihre Worte gleichen süßem Sirup; ihr edelsteingleiches Lächeln ist Nektar, ihre Augen unvergleichliche Speere, ihre Farbe reines Gold. Die schwere dunkle Haarfülle gleicht einer Wolke; ihre Anmut lässt sich nicht malen. Sie haben eine mondsichelgleiche Stirn und herrliche Brauen. An den Ohren tragen sie kunstvolle Gehänge; korallene und blaue Schmuckranken schwingen miteinander um die Wette. Ihr goldener Leib wetteifert mit Kristall, ihr Gesicht trägt den Mond; ihre Lippen übertreffen die roten Ilavu-Blüten.
Die schöne leuchtende Nase gleicht einer Kumizh-Blüte. Ihr Hals lässt sich an Arekastamm und großer heller Muschel messen; Perlenreihen schmücken ihn. Die wohlgeformte Schönheit gleicht einem Palmyrafächer und einem kunstvollen Buch; die unvergleichlichen Brüste gleichen Elefantenstirnen und Bergen. Helle Tupfen und Zeichnungen breiten sich darüber aus. Schmuckketten drängen sich auf der goldenen Brust, dem Sitz süßen Genusses, deren Brüste bemalte Linien tragen.
Der Bauch gleicht einem zarten Banyanblatt; der Nabel ist ein kreisender Teich mit einer Lotusblüte. Die feine Haarlinie ist eine Ranke, eine Reihe sich sammelnder Bienen. Die Taille ist dünn wie ein Faden; der Schoß gleicht einer breiten Schlangenhaube und duftet nach allen Wohlgerüchen. Die Schenkel gleichen duftenden Lotusblüten und üppigen Bananenstämmen. Solche Frauen, den himmlischen Tänzerinnen gleich, tragen rötlich goldene Gewänder.
Durch Betörung gebrochen, nähere ich, dein Diener, mich ihnen; von vielen Pfeilen des Liebesgottes getroffen, vereine ich mich mit ihnen auf dem Lager. Ihre Gesichter glänzen vor Schweiß, ihre Brüste schwellen; ihre Kehlen tönen wie Pfauen, Tauben, Papageien und Kuckucke. Auf dem glänzenden Bett reden wir vertraulich, umschlingen uns, und die Taille biegt sich. Lass mich die ganze Macht, die mich in Begierde versenkt, restlos verlassen! Gib mir ein anderes Denken und nimm mich an!
Murasu, Peri, Timilai, Tudi und volle Tavil-Trommeln, Murudu, Kala-Parai, Tarai, Hörner und Muscheln lassen einen Donner erschallen, der das Himmelsgewölbe versetzt. Die alten Kenner der Veden singen laut. Abgeschlagene Köpfe der Dämonen stoßen gegen die Leiber von Löwen, Streitwagen, Elefanten und Pferden. Sie schwimmen im Meer des Blutes, das in alle Richtungen strömt.
Du schleudertest rasch den Speer, und der nördliche Berg klaffte auseinander. Götter und Weise tanzen und preisen dich; vedische Himmelskundige lassen Muzhavu, Vina, Kinnari und nektarsüßen Gesang geordnet erklingen. Himmlische Tänzerinnen kommen, ihre schweren Brüste bewegend, und tanzen mit. Kronen und Banner glänzen. Kanda Vel, du erfreust dich am Tanz!
Pipal, Mango und Karpaga, Adlerholz, Jackfrucht, Irppai und Magizh, schöner Bambus, Feige, Areka und Banane wachsen ineinander. Die Haine ragen leuchtend in die Wolken und schwingen. Kuckucke, Bienen, Pfauen und Papageien lassen ihre lauten Stimmen hören. In den großen, nektargleichen Teichen und den bewässerten Feldern leben Valai- und Kayal-Fische. Du schöner Speerherr von Puliyur, dieser prächtigen goldenen Landschaft!
Die schöne, bezaubernde Jungfrau, die Wissende auf dem Hirsefeld, mit Haaren voller spielender Bienen und einer Kadamba-Girlande, die Königin, die Gestalt der Veden, die ihre Lotusfüße verbirgt, das schwer erreichbare junge Jägermädchen: Du umarmst sie in Herrlichkeit. Du freust dich ebenso an der Umarmung von Deivayanai, deren rötlich schöne Füße und Bewegungen an Pferd und Pfau erinnern. Unser Herr! [433]
496 – Das Licht, das keine äußeren Strahlen braucht
Lass mich zu jenem goldenen Ort hinaufgelangen, dem weder Dunkel noch ein einziger Lichtstrahl nahen kann. Meine beiden Krankheiten sollen verbrennen, die Unreinheit soll weichen. Lass mich in das strahlende innere Licht des Ursprungs eingehen!
Wie ein Wasserfall soll es fließen, süßer Nektar soll hervorquellen. Gewähre, dass deine ganze Gnade mir zuteilwird. Schenke mir, freudig Shiva zu erlangen; schenke mir deine beiden Füße!
Du Kind, gegeben von dem höchsten Lehrer, der selbst keinen Guru hat: In seinem verfilzten Haar gleiten die weiten Wasser und der Himmelsmond. Er hat einen korallenroten Leib, er ist mein Vater, er ist das höchste Geheimnis.
Du kommst mir nahe, nimmst mich Hund freudig als deinen Diener an und schenkst mir wahre Erkenntnis. Großer Herr, der im vedenerfüllten Puliyur wohnt und das Kuravar-Mädchen liebt! [434]
497 – Die kühlen Lotusfüße und das Licht der Erkenntnis
Lass mich nicht, in Ocker gekleidet und mit langem verfilztem Haar, in Wälder ziehen und umherirren, von unreifen und reifen Früchten leben, den Körper quälen und über die ganze Erde wandern!
Schenke mir deine kühlen Lotusfüße, damit ich die leuchtende Lampe höchster Erkenntnis schaue, die aufgeht, wenn das Zur-Ruhe-Kommen der Seele und der Elemente klar erkannt wird.
Du Held von schrecklicher Kraft, der das schuldgezeichnete Geschlecht Tarakas zugrunde richtete! Du mit dem strahlenden Speer, der Gefallen an den Liedern der Gespenster findet, wenn sie in die Hände klatschen und verworren singen!
Du Herr von Puliyur, wo Vögel stehen, Reisähren sich biegen und herrliche Haine gedeihen! Großer Herr, der den Pfau lenkt, welcher tanzt, während die Götter ihn überschwänglich feiern! [435]
498 – Vom unsteten Begehren zur inneren Gnade
Immer wieder kämmen sie ihr Haar und stecken Blumen hinein. Sie bestreichen ihre Brust mit Sandel; ihre Brüste sind wie Berge. Mit honigsüßen Worten aus roten Lippen rufen sie wie Kuckucke. Manche tun, als scheuten sie sich unter den Blicken ringsum, beugen sich schamhaft und stürzen dann vor. Andere kommen zusammen, beraten sich und umringen einen mit dem Gedanken: „Wird Geld zu holen sein?“
Sie legen einen blumengeschmückten Stoff über Schulter und Brust. Manche dieser käuflichen Frauen laufen durch die Straßen, suchen, ermüden; in ihrem betrügerischen Spiel kennen sie kein Zögern. Sie schließen sich zusammen und machen gemeinsame Sache. Unheilvolle Verführerinnen, ohne Bindung, stürzen manche Männer ins Verderben. Soll ich mich mit ihrem Tun verbinden?
Mit deiner Hand, schön wie eine Kantal-Blüte, schlugst du dem Herrn der Veden auf den Kopf. Du Speerherr, dessen Waffe auf die erbitterten Dämonen losfährt, während die Schlange im verfilzten Haar aufgerichtet tanzt! Du Sohn der goldenen Sambhavi, der Mutter Uma, die die linke Seite dessen einnimmt, der den Liebesgott im Zorn verbrannte und die Häute von Elefant und mächtigem Tiger anlegte!
Gewähre Gnade: Möge ich den inneren Klang wahrnehmen; möge der Leuchtende am Ursprung erweckt werden; möge das Leben, nach ihm suchend, sich mit deinen Füßen vereinen! Du umarmst im Wald Valli, das Waldreh, deren Wesen Milch der Erkenntnis, Perle und Honig ist. Du Honig des Landes der Shiva-Erkenntnis! Großer Herr, der sich an Puliyur freut! [436]
499 – Der Prunk, der in einem Augenblick vergeht
Auf einer Sänfte, umgeben von prächtigen Schirmen, genießt einer trunken sein Glück. Er trägt vielerlei Schmuck und besondere Seidengewänder. Mächtige Trommeln, Vina, Tappu und die rasch rollenden Trommelschläge des Zuges erklingen; um ihn her ertönen viele Instrumente, und Männer mit goldenen Stäben begleiten ihn.
Viele Scharen, Waffen und Gefolge umringen ihn. Musik empfängt ihn. Großer Reichtum, Schönheit und angenehmes Behagen ziehen einher. Doch all dies ist eine wunderliche Zauberschau, falscher Prunk, der in einem Augenblick verschwindet. Lass mich aufhören, darin umherzuirren; schenke mir deine beiden Füße, die selbst den Himmlischen schwer erreichbar sind!
„Tiku tanti, tiku tō, tiku tiku; tiku tanti, tiku tō, tiku tiku; tikur tañ cec, ceka cē, ceka kaṇa“: So dröhnen die großen Trommeln. Der dunkle Felsenberg, die sieben Meere und die donnernden Wolken schreien auf; du schleuderst den Speer, und die dicht gedrängten, wütenden Dämonen werden zu Staub.
Murugan, den Uma in Gnade schenkte! Sie ist der Anfangslaut A; ihre Gestalt ist grün, ihr Leuchten kristallklar und ihr Wirken golden. Selbst Hara, Hari, Brahma und den Himmelsgöttern ist sie schwer zu erkennen.
Mit der nektargleichen Tochter, schön wie ein Reh, deren beide Brüste goldenen Bergen und deren Stirn der Mondsichel gleichen, wohnst du im gnadenreichen, rotgoldenen Puliyur. Großer Herr! [437]
500 – Vom klingenden Schmuck zur Anbetung
Ihre Hälse gleichen den Muscheln, die den Wagen übertreffen, ins Meer gelangen und freudig in Teichen baden; sie gleichen auch Arekastämmen und sind süß wie Nektar. Perlenketten zieren sie. Lotus, Pfeil und Blüte werden zu Vergleichen ihrer Augen und Nase, der rote Bogen zu dem ihrer Brauen: So glänzen die goldenen Frauen.
Lotusduft, Zibet und Champaka erfüllen die Luft um ihre beiden schweren Brüste; vor diesen neigen sich goldene Berge. Auf ihnen treten feine rote Schweißtropfen hervor. Ihre Taille ist schwankend und schmal, ihr breiter Schoß gleicht einer Schlangenhaube. Ketten und goldene Gehänge schmücken diese Puppengestalten.
Am Hals tragen sie Schmuck, an den Händen goldene Armreifen, an den Füßen Bänder. „Tō tintam“: Fußketten, kleine Schellen und Silambu erklingen hell; die Füße werden zum Tanzplatz. Ich, der niedrigste Hund, umarme sie, nähere mich ihren kühlen roten Lippen, gerate in Kummer und suche doch weiter ihr schmeichelndes Reden.
Schenke mir deine ruhmreichen, guten, rotgoldenen Füße! Lass mich sie preisen und verehren, mit leuchtender heiliger Asche geschmückt ins Wasser der Seligkeit eintauchen und davon trinken. Wie die Asketen, deren Versenkung überströmt, möge ich auf dieser festen Erde heute zu deinen Füßen niederfallen und in Anbetung leben!
„Tiku ta tintin, taku ta tantam; tiku ta tintin, tō tintam; ṭaku ṭa ṭaṇṭaṇ, ṭiku ṭa ṭiṇṭiṇ; ṭaku ṭa ṭaṇṭaṇ, ṭō ṭiṇṭiṇ; ṭimu ṭa ṭiṇṭiṇ, ṭumu ṭa ṭuṇṭuṇ; ṭimu ṭa ṭiṇṭ“: Viele Muscheln und große Trommeln erschallen. „Ceka kaṇam“ – Sallikai, Pancham und Parai dröhnen im Kampf. Im Weltall stürzen Felsen ein, das Meer wird leer, Staub fliegt auf. Die Köpfe der versammelten Dämonen zerspringen; ihre Leiber werden zu umhergeworfenen Leichen. Du rotglänzender Speer, der damals tanzte!
Überall wirbeln die Welten, während der Herr im Kreis tanzt, der ruhmreiche Gemahl Gauris. Du trägst die herrliche Würde, sein Guru zu sein. „Du Sechsgesichtiger mit goldenen, rhythmisch tanzenden heiligen Füßen! Kanda!“ So rufen die Götter, streuen Blumen, falten die Hände und nehmen Zuflucht zu deinen leuchtenden Füßen.
Du errangst das Glück, den geschmückten Leib des jungen Kuravar-Mädchens zu umarmen. Großer Herr des schön gefügten goldenen Puliyur, wo der Herr seinen heiligen goldenen Tanz vollzieht! [438]
501 – Wird der Tag der Nähe zu deinen Füßen kommen?
Ich atme den Duft schöner Haare ein, getränkt mit Sandel und Zibet; ich sinke auf Brüste wie auf ein Kissen. Stolz lebte ich in den Freuden leidenschaftlicher Liebe, an Frauen haftend wie die Nadel am Magneten. Mein Herz strömt ihnen in übergroßer Zuneigung zu.
Ich, dein niedriger Diener, bin ohne die Einsicht, deinen Füßen nahezukommen, sie zu betrachten und zu erkennen. Wird ein Tag kommen, an dem ich mich mit deinen beiden makellosen Blumenfüßen, sich öffnenden Lotusknospen, schmücke und innig mit ihnen verkehre?
Der große Vishnu, der wohlig auf der Schlange ruht, und Brahma vermochten ihn nicht zu erkennen. Doch der Weise mit Schlangengestalt und der mit Tigerfüßen standen ihm gegenüber und schauten: Seine Füße tanzten. Sein Kronenhaar trägt Blütenbüschel und den halben Mond. Du Lebensschatz, der in dieser großen goldenen Stadt wohnt!
Großer Herr, der in Puliyur weilt, umgeben von blühenden Arekapalmen und hohen, goldenen, schlangengleichen Mauern! [439]
502 – Komm auf dem Pfau, in leuchtender Gestalt
Komm mit deinem strahlengleichen heiligen Leib, deiner Schönheit und deinen sechs Gesichtern, du Gestalt uralter Erkenntnis, der du auf dem Berg wohnst! Bienen sollen an den Girlanden der Götter singen; Duft soll wie aus jungen Blüten strömen, und die Worte deiner korallenroten Lippen sollen den Wohlgeruch der Veden verbreiten.
Dichtes Korallenlicht soll ausstrahlen, deine herrlichen Fußringe sollen tanzen. Mit dem Speer in der Hand, auf dem Pfau mit schönem Schweif, komm! Die beiden Arten meiner Taten sollen zu Asche werden. Die Himmlischen mögen staunen: „Was könnte diesem Wunder gleichen?“, und von deiner Gnade singen.
Der Stier preist ihn; Brahma, Vishnu, Götter und Scharen von Weisen fliehen. Er schöpft das Gift und hält es im Hals zurück: der gnädige Herr, der große Lehrer, dessen linke Seite die Frau mit blitzschmaler Taille einnimmt. Du schenkst ihm zu seiner höchsten Freude unmittelbare Erfahrung!
Erweise auch mir Gnade, sodass Not, Elend und Krankheit weichen. Deine Brust umarmt die beiden jungen, kokosnussgleichen Brüste des Kuravar-Mädchens. Du süßer Nektar! Großer Herr der Erkenntnis, gepriesen von dem Tigerfüßigen, von der Schlange und von zahllosen Weisen! [440]
503 – Nimm Wohnung im Herzen derer, die deinen Namen rufen
Sie reden süß wie Papageien und bewegen sich anmutig wie Pfauen. Mit vielerlei betörendem Lächeln tun sie schamhaft, bedecken die Brüste mit einem Tuch und sagen: „Ganz in der Nähe ist unser Haus; kommt doch!“ Sie eilen heran, greifen nach dem Gewand und spielen vertraulich mit geschickt gezeigter Zärtlichkeit.
Mit falscher Einladung führen sie einen hinein, betrügen und umarmen auf dem Lager. „Gerade jetzt wollt Ihr gehen?“ Sie bestreichen den Körper mit reichlich Zibet, Rosenwasser und vielerlei Düften. Gesicht liegt an Gesicht, der Saft ihrer süßen Lippen strömt reichlich; die Haare lösen sich, ihre schwertgleichen Augen drehen sich erregt. Runde Brüste drücken sich an die Brust; Schweiß tritt hervor, Schultern umklammern einander, die Kleidung gleitet ab.
Fischgleiche Augen beginnen einen Streit, der Mund wird wie ein Tiger; beide stimmen in das lustvolle Spiel ein und versinken in Betörung. Danach rauben sie das Geld, das einer durch Verpfänden seines Schmuckes zusammengebracht hat. Soll ich eine solche Verbindung eingehen?
Du Kind, geschenkt von Shakti, Sarasvati und der göttlichen Herrin, der Vielgestaltigen, Seligen, ewig Segensreichen; der Bergtochter, die mich geboren hat; Shivai, Abhirami, die mit dem Höchsten tanzt; Sivakami, Uma!
Du bestiegst den juwelengleichen Pfau und spieltest so gewaltig, dass der Ringberg, der mächtige Meru und das Meer in Staub zerstoben. Du sandtest die Shakti-Waffe aus, die Dämonen fielen, die Götter wurden aus ihrer Gefangenschaft befreit, und du tanztest.
Du mit juwelengeschmückter Brust! Auf dem reinen Lager lassen deine Hände nicht von den großen, perlenkettenumwundenen Brüsten Vallis ab: meiner Mutter und Herrin, der wunderbar Schönen mit bemalten schweren Brüsten, einem Meer bezaubernden Glücks.
Du Sechsgesichtiger, der als dauernder Bewohner in den Herzen derer lebt, die dich „Reiner, großer Asket, Kronjuwel der Asketen!“ nennen! Subrahmanya, der in Puliyur wohnt, großer Herr, den die Götter preisen! [441]
504 – Nicht als Verachteter umherirren
Ihre goldenen, bemalten Brüste gleichen Meru und den Stirnen starker Elefanten; Korallen und Perlen schwingen darüber. Wie Pfauen bewegen sich die käuflichen Frauen. Ihr dunkles, geschmücktes Haar tanzt, Seide gleitet von der fadenfeinen Taille. Der Schoß, der dem Liebesgott gehört, dreht sich; die Schenkel gleichen Bananenstämmen.
Mit papageiengleichen Stimmen und klingenden Fußringen tanzen sie im Takt; sie lassen ihre Brüste leicht schwingen und spielen vertraulich. Soll ich mit diesen Frauen streiten und verkehren, bis mich keuchende Krankheit, Erbrechen und Schluckauf befallen und ich wie ein heulender Hund umherziehe, während die Leute „Pfui, pfui!“ sagen?
„Titti mittimi, tīta tōtaka; tatta nattana, tāṉa tītimi“: Peri und Tavil dröhnen so mächtig, dass die Himmelsrichtungen erbeben. Kunstfertige Himmelswesen tanzen, die Götter rufen glanzvoll „Cē, cē, cē!“ Du schleuderst den Speer, und die zerschlagenen Dämonen werden zu Staub.
Murugan, geschenkt von der herrlichen Sivakami, die die linke Seite des Herrn einnimmt! Er trat den Todesgott nieder, dass dieser starb und sein Büffel stürzte. Achyuta ließ die südliche Insel der Dämonen zu Asche werden; du bist ihm verwandt. Mit deiner rehgleichen Gefährtin wohnst du im wundervollen Puliyur, großer Herr! [442]
505 – Komm mir entgegen
„Herr, wird dieses Geborenwerden kein Ende nehmen?“ So jammere ich Hund. Wenn selbst diese Worte zur Folge meiner Taten werden und mein Rufen, Herr, die heilige Halle nicht erreicht, rede ich doch auf vielerlei Weise von deiner Gnade.
„Spender des unvergänglichen Blumenstandes!“ So stammle ich und stehe mit erschöpftem Mund vor dir. Erbarme dich meiner! Komm, nimm mir die Sorge des Herzens! Ich komme, deiner gedenkend und dich verehrend; komm du mir entgegen!
Du von der Lichtgestalt eines Kronjuwels! Du Kind, geschenkt von Uma, deren Sitz das stark gestreifte Fell ist! Du Reiner, Freund derer, die dich preisen, unser nektargleicher Gefährte, der Kadamba-Blüten trägt!
Du heiliger Bräutigam des Kuravar-Mädchens, der Verkörperung von Erkenntnis, mit blütenreichem Haar und wunderbaren Brüsten! Herr, Leben des einzigartigen Puliyur, ruhmreicher Großer, der die Scharen der Götter ans rettende Ufer führte! [443]
506 – Die innere Halle des Tanzes
Das Feuer im Wurzellotus, in der vierseitigen fünften Kammer, durch die innere Bahn führen, nach der Ordnung der Mantras; es in der Stadt Narayanas mit dem Mond verbinden und hindurchtreten lassen, sodass gutes Licht ausstrahlt; es harmonisch weiterführen und an den sechs Verbindungen der Kreise die Gestalten aufgehen sehen;
das innere Vierfache zurückhalten; den wohltuenden Muschelklang vernehmen, der wie „Kō“ dröhnt; am Eingang, wo Bindu und Nada zusammenkommen, den himmlischen Nektar Indras trinken – wann werde ich jene schöne Halle erreichen, in der deine Füße unzählige Tänze vollziehen?
Du Kind der Sambhavi auf der Wasserblüte, der Wurzellosen, die weder Stamm noch Spross besitzt; sie trägt den Schädel des Vedenherrn als Schale und ist von der Güte reinen Goldes. Sie gräbt die Verblendung des Ichs aus, entfernt die Begierde und nimmt mich an: Uma, die höchste Macht, Sundari.
Du erhobst den Speer, damit Indra, Vishnu und Brahma am Leben blieben; du setztest die Häuser der Trügerischen in Brand und verschlangst die gewaltigen Meere. Du Vel!
Unser Herr, der dem Meister der vier Veden und dem machtvollen Tänzer gnädig entgegenkommt, der im südlichen Puliyur wohnt und die unvergleichliche Frau als eine Hälfte trägt! [444]
507 – Bewahre den Geist bei deinen Füßen
Frauen mit dunkelblauem Haar, perlengeschmückten Mündern, süß wie Zucker; Frauen mit weiter, mondsichelgleicher Stirn und aufgesetztem Schmuckpunkt; Frauen mit Augen wie blaue Fische und scharfe Speere, glückverheißende Schönheit, ein noch nie gemaltes Bild!
Ihre Schultern gleichen süßem Zuckerrohr, ihre bemalten, kettenbehängten Brüste Bergen. Soll ich allein Tag für Tag nach ihrem Befehl umherirren? Gewähre mir Befreiung, damit mein Denken, verbunden mit wahrer Erkenntnis, sicher an den ersehnten Füßen ruht!
Sie trägt Blumen im Haar, ist die wunderbare Gestalt der Veden; ihre schweren Brüste strahlen auf der Brust wie Feuerberge. Sie ist der duftende Kuckuck, die segensreich wirkende Sivakami, die treue Gemahlin, der juwelengleiche Blitz, die ungeteilte Uma.
Dem, dessen eine Hälfte sie ist, dem Höchsten mit dem Dreizack in der Hand und dem feurigen Leib, legtest du die strahlende Wirklichkeit als Unterweisung ins Ohr. Murugan! Du umarmst das Reh von leuchtender Schönheit, die drei Formen des Tamil verkörpernd. Großer Herr, der das lichtvolle Puliyur liebt! [445]
508 – Wird das Leid dieser vergänglichen Täuschung enden?
Wie ein Tautropfen wird das Leben als Keim in die flüssige Höhlung gesetzt; zehn Monate liegt es darin mit dem Kopf nach unten. Dann wird es auf die Erde entlassen. Der Körper kriecht, übt seine unsicheren Schritte, und einige Zeit vergeht mit Lernen und Lebensunterhalt.
Man fällt in die Grube des Reichtums und der Frauen und müht sich darin ab. Wenn der listige Todesgott kommt, gibt man ahnungslos den Leichnam zurück. Wird das Leid dieser ermattenden Täuschung nicht enden?
Du schleudertest den Speer: Der trügerische Berg, dem bösen Wirken gleich, wurde zu Staub, und das ungeheure Meer erzitterte. Guru, der Brahma so kräftig auf seine vier Köpfe schlug, dass an allen vier Stellen Beulen entstanden!
Bräutigam der schützenden, treuen Frau, die in die Herzen derer eingeht, die sich ihrer erinnern, und sie nicht mehr verlässt! Du ganzer Reichtum dieser Welt, du Vollendung Puliyurs, großer Herr deiner Verehrer! [446]
509 – Die Unterweisung im Bild des tanzenden Shiva
Sie zeigen Ohrschmuck in Makara-Gestalt und Palmblattrollen; sie zeigen die Girlanden in ihrem Haar, über dem Regenwolken zu gleiten scheinen. „Komm, komm, komm!“ rufen sie und lassen den Saft ihrer Lippen kosten. Mit ihren Makara-Augen werfen die Frauen Netze aus.
Lass mich nicht irregehen in ihren Liedern und Worten, in einem Leben, das stets neuen Kunstgriffen folgt, in Wohlstand, Jugend und Gier nach Gold. Wird ein Tag kommen, an dem ich die Unterweisung empfange: „Dies bedeutet dies, und jenes bedeutet jenes“?
Der Schädel Brahmas als mächtige Bettelschale; die herrlich aufgetragene heilige Asche; die Kondrai-Blüten, schön ins verfilzte Haar gebunden; Axt und Hirsch, als ruhmreiche Zeichen erhoben; die ursprüngliche Gestalt, die alles in Harmonie erklingen lässt: Wirst du mich in all dies einführen?
Der asketische Weise, der hier auf Erden mit dem gnädigen Schwert der Erkenntnis die Gemeinschaft der haarraufenden Jainas überwand, sang die heilige Offenbarung als Lieder, welche die Menschen der Welt singen können.
„Tarikiṭa, tarikiṭa, tāku ṭāttiri; kiṭatari, kiṭatari, tā“: Mit solchen Klängen erheben sich die Rhythmusinstrumente. „Aku kuku kuku“ rufen viele löwenmäulige Gespenster und tanzen geordnet. Ohne sich zu entfernen, bleiben Haras Tanz und Kalis Schar beisammen.
Der Schlangengestaltige, auf dem Hari ruht, und Vyaghra im juwelenglänzenden großen Puliyur schauen immer wieder den schwer erreichbaren Tanz, den du ihnen offenbarst. Großer Herr! [447]
510 – Aus dem vergänglichen Gefäß zur Befreiung
Ein geschmücktes Lager, ein bewundertes Getriebe, ein Gefäß, gefüllt und durchspült von Blut, Galle und Urin; eine Stätte des Genusses, die dem Verfaulen überlassen ist; ein Leben, innen von Würmern durchsetzt; ein Stoffgebilde aus Erde, ein einstürzender Fels:
Zuletzt wird dieser Leib Nahrung für erschöpfte, magere Gespenster, für ausgezehrte Hunde und dürre Fliegen. Entferne dieses Gefäß und führe mich in jenes andere hinüber. Gewähre mir auf diese Weise Befreiung!
Herr von Puliyur, der die falschen Kennzeichen wegnimmt, die wahren Zeichen aufrichtet und mich zu den goldenen Füßen führt! Lebensschatz Haras, der den Jäger des Waldlandes annahm – seine grünen Blätter, das aus seinem Mund gespendete Wasser und den starken, umgebundenen Bogen!
Dieser Jäger zeigte dem unvergleichlichen Priester, der sich Asche aus seinem Beutel auftrug, eine tiefe Erkenntnis. Du offenbartest die Vollendung der Hingabe und gewannst das Herz des Vaters. Großer Herr, den die Verehrer als kostbares Gut erlangen! [448]
511 – Elemente, heilige Silben und der innere Klang
Die vom Mond begünstigte Erde hat fünf Eigenschaften und eine vierseitige Gestalt; ihr gehören die Silbe Na und die erste Kala zu. Das Wasser hat vier Eigenschaften und die Silbe Ma. Das Feuer, durch Si bezeichnet, besitzt drei Eigenschaften und ruht im Dreieck.
Der gewaltige, vernichtende Wind hat zwei Eigenschaften; sein leuchtender Weg hat fünf und noch eine Seite und trägt Va. Der weite Himmelsraum besitzt nur eine Eigenschaft. Als runde Weltenkugel, in der die Strahlen ruhen, steht er unter Ya. Über die beiden Atemwege springen die zwei Pferde hinauf in den leuchtenden Wirbel des Raumes.
Wann werde ich, während die Sinne vom Licht der Gnade erhellt werden, zu jenen gelangen, die in Sonnen- und Mondkreisen walten, und mich mit dem heilsamen Yantra, mit Bindu und Nada vereinen?
Die Pambai-Trommeln erbeben: „Ṭaṅku ṭāṭika“; die fünf großen Klangarten erfüllen das Weltall mit dem Takt „Ṭakuṭa ṭaṇṭaṭa, tonta tōtaka“. Die erhabenen Himmelsmusiker singen mit Tumburu und Narada lieblich beschwingte Sindhu-Lieder. Die Götter lassen Dundubhi, Muscheln und lange Trompeten mächtig erschallen.
Blut breitet sich ringsum aus, Feuerlicht flammt auf. Du tapferer Krieger tratest im Zorn gegen die hochspringenden Dämonen an, sodass Sehnen, Knochen und große Köpfe zerstreut zu Boden fielen. Unser Herr, der sich an jener Stadt erfreut, in der Schlange und Tiger den Tanz schauten, damit Regen fällt und die weite Welt gedeiht! [449]
512 – Das lange Spiel von Schönheit, Verfall und Gnade
Ihr Haar gleicht Meer und Regenwolke, ihr Gesicht dem Mond, ihre Stirn dem Bogen und der Mondsichel. Ihre Augen sind Fische und schöne Pfeile, ihre Nase eine goldene Kumizh-Blüte, ihre Ohren die Griffe einer Schere. Ihre Lippen sind Kumuda-Blüten, ihre Sprache Nektar, die Zähne Reihen von Perlen und der Hals ein Arekastamm. Die schönen Arme gleichen grünem Bambus, die Hände dem Lotus; an den Fingern glänzen Nägel wie Papageienschnäbel.
Ihre Brüste gleichen zwei miteinander wetteifernden Bergen, rund und mit feinen Flecken gezeichnet, aufknospend, Chakravaka-Vögeln und goldenen Krügen gleich. Ketten schwingen darüber, Reihe um Reihe mit Perlen und Korallen. Der Bauch gleicht einem Baumblatt; eine feine dunkle Haarreihe zieht darüber, der schöne Nabel gleicht einem Wasserwirbel. Die Taille ist eine goldene Ranke, kaum sichtbar wie die Gestalt des Liebesgottes, einer kleinen Trommel und einem Blitz gleich.
Ihr kostbarer Schoß ist wie Nektar, Zuckerrohrsaft und Honig, wie eine gezeichnete Schlangenhaube auf goldener Lotusblüte. Die beiden seidenbekleideten Schenkel gleichen Bananenstämmen; die Unterschenkel gleichen Muzhavu-Trommeln, die gewölbten Fußrücken einer Schildkröte und einem runden beschriebenen Palmblattbuch. Solche Frauen erscheinen wie Papageien und Pfauen.
Auf der Straße nennen sie den Preis ihrer Brüste. Sie verführen jeden, der betört zu ihnen kommt, täuschen auf vielerlei Weise, ziehen das Geld an sich und stimmen zu, ihn auf dem Bett zu umarmen. Der Stirnpunkt verwischt, die Augen rollen, Blumen aus dem Haar und der Stoff von der Taille fallen herab. Süße Lippen werden aufeinandergelegt, die Arme umschlingen einander; Hände greifen an die spitzen Brüste.
Wie im Nektar des Meeres, im Saft des Zuckerrohrs, im weichen Fruchtfleisch der Jackfrucht schmilzt man dahin. In großer Verblendung verfangen, geht der Leib zugrunde; der Geist schämt sich, Leid erfüllt ihn, und das Haar wird weiß wie ein Reiher.
Gehör und leuchtende Augen versagen. Kot und Urin gehen ab, die Worte geraten durcheinander. Auf einen Stock gestützt stolpert man, die Galle nimmt überhand, die eigene Handlungsfähigkeit schwindet; mit „Pfui!“ wird man verachtet. Während einige nach dem Zustand dieses alten Leibes fragen, nimmt der meeresdunkle Todesgott das Leben.
Die Sprache verstummt; man wird einem Leichnam gleichgesetzt und so benannt. Die Bestattungstrommel schlägt. „So endet diese Geburt!“, klagen die Angehörigen und schlagen sich ins Gesicht. „Hebt ihn auf!“, sagen die Hinzugekommenen und übergeben ihn auf dem Verbrennungsplatz dem Feuer als Nahrung. Soll ich so immer wieder Leid auf mich nehmen und mit einem vergänglichen Leib umherirren?
Der Erste erschien gnädig in Guru-Gestalt am heiligen Ufer. Auf das Haupt des großen Asketen, der gekommen war, Pferde zu kaufen, setzte er seine siegreichen goldenen Füße, offenbarte ihm das Wunder, vertraute ihm die kostbare Wahrheit an und nahm ihn zu sich. Der junge Mond ruht in seinem verfilzten Haar; seine heiligen Schultern tragen den rötlichen Hirsch und die Axt. Er ließ den Feuerpfeil fliegen, und die stolzen Bewohner der drei Städte wurden vernichtet. Du bist der wunderbare Sohn dieses unbekleideten Herrn!
Während dein Ruhm ausgerufen wird, erschallen Murasu, Muscheln und Muzhavu, sodass die sieben Meere erbeben. Du trittst in den Kampf, schlägst die Bösen nieder und dringst wie eine große Flut in alle Richtungen vor. Vogelfahnen, Bogen und Schirme drängen sich, Berge zerfallen zu Staub und Sterne stürzen herab. Dein goldener Pfau hackt nach der Schlange und packt sie; sein Ruf erfüllt alle acht Richtungen.
„Kumara, höchster Guru! Kumara, höchster Guru! Kumara, höchster Guru!“ rufen die Götter, umkreisen dich, streuen Blumen und heben die Hände über den Kopf, um deine goldenen Füße zu verehren. Schakale, geflügelte Geier, viele Raubvögel und Garudas tanzen und trinken Blut. Du Held auf dem Pfau erteilst ihnen siegreichen Schutz und bewahrst mit deinem Willen den goldenen Himmel.
In einem Augenblick zerriss er Hiranyas Kopf und Leib mit seinen Krallen und trat als Löwe hervor. Fest setzte er den kleinen Fuß auf, nahm den Weltherrscher gefangen, zerstörte Shukras kostbares Auge und wuchs empor, um mit seinen beiden Füßen die ganze Welt zu umfassen: der Große, herrlich mit Shri.
Er wurde der Sohn des edlen Dasharatha und wandte sich zornig gegen die Dämonen im Süden. Mit Sieg, festem Mut und dem Bogen in der Hand ließ er die zehn berggleichen Köpfe des Zwanzigarmigen fallen und gab die acht Himmelsrichtungen den Göttern zurück. Du wunderbarer Neffe dieses schönen, grünen Wolkenherrn!
Die Schöne mit dem Schmuckpunkt auf dem Mondgesicht, mit smaragdgrüner Gestalt, die mit Fußringen tanzt und Blumenfüße besitzt; deren perlenbehängte Brüste goldenen Bergen gleichen und am Siddha ihre Spur hinterließen: diese herrliche Shivai umfasst Shri und Sarasvati und trägt vielerlei Gestalten. Sie ist die uralte Herrin. Dem Händler schenkte sie Glück und setzte in der Erkenntnis der Wahrheit ihren kleinen Fuß auf. Die keusche Gauri spricht süß wie der Nektar aus dem Meer.
Als ihr kostbarer Sohn wirst du im ruhmreichen Puliyur gepriesen. Für die goldene Papageiin der Kuravar mit den goldenen, dosengleichen Brüsten erbebtest du vor Freude und gabst dich ihr hin. Großer Herr! [450]
513 – Mein Geist, komm und höre
Mein Geist, ich will dir sagen, was dir Halt gibt. Komm zu mir; weiche nicht von meinen Worten ab!
Der Gott auf dem Pfau ist der König seiner Verehrer. Er schenkt das Glück eines von Täuschung freien Geistes. Denke an ihn allein: Er vermag dir die göttliche Shiva-Welt zu geben und den Zustand der Unreinheit mit der Wurzel auszureißen. Er ist das strahlende Licht, unser Schatz und unsere sichere Zuflucht.
Er selbst ist Parabrahman. Komm, verehre ihn, der schützenden Schatten spendet!
Du Guru unseres Vaters mit den Kondrai-Blüten im verfilzten Haar! An seiner Seite wohnt die unvergleichliche Junge, die nicht durch Herkunft zu bestimmen ist, schöner als die Veden zu erfassen vermögen, frei von Hüllen; die ruhmreiche Kalyani, die mich geboren und aufgezogen hat.
Murugan, du schlugst den alten Dämonen die Köpfe ab, während die Weisen dich priesen und Blumen wie Regen herabfallen ließen. Du Muruga, der vor Liebe zu der pfauengleichen Frau dahinschmilzt, deren Sprache süßer Sirup und deren Lächeln Perlen ist! Großer Herr des tamilischen Puliyur! [451]
514 – Vereine den Geist an deinen sechs Gesichtern
Die Stimmen käuflicher Frauen gleichen bezaubernden Papageienrufen, ihre Lippen Zucker, ihr Lächeln Perlen. Ihre gebändigten Brüste sind goldene Berge. Sie nehmen dem einfältigen Mann seine Kraft, greifen sein Geld an sich und laden dann andere ein.
Manche betören durch dreifaches Spiel; von Elend und Unheil umgeben, rufen sie zu ihrem listigen Vergnügen. Mir Hund, der ins Netz dieser trügerischen Frauen fällt, schenke Klarheit!
Lass die vollendete Erkenntnis aufleuchten. Oben in der strahlenden Stätte sammle sich mein ganzes Bewusstsein auf deine sechs Gesichter. Sage mir die Wahrheit, damit ich Hund Gnade empfange; gib mir, Sechsgesichtiger, liebevoll Erkenntnis!
„Tatta nāṉa taṉattana tā“: So dröhnen Udukkai und Peri. Du schleuderst den Speer, und die Dämonen der Meere und der sieben Inseln sterben. Du Kind Umas, die eine Hälfte des ewigen Höchsten einnimmt: des Herrn jenseits aller Welten, des barmherzigen Tänzers mit den heiligen Füßen, des Jenseits und Diesseits überragenden!
Du mit leuchtender, gold- und juwelengeschmückter Brust! Du legst deine Lippen an den korallenroten Mund der rehgleichen Kuravar-Tochter, deren bezaubernde, bemalte Brüste Perlen tragen und deren Schönheit golden strahlt, und umarmst sie.
Du Reiner, der auf dem großen, blauen, juwelengleichen Pfau mit Stirnschmuck sitzt und im gnadenreichen Puliyur wohnt! Großer Herr der Herrin, der Tochter Shachis! [452]
515 – Sieh den großen Herrn
Sieh den großen Herrn der Erkenntnis, den höchsten Guru, der durch barmherzige Unterweisung den erhabenen Stand schenkt!
Sieh den großen Herrn, dessen Macht sich im lichten Raum offenbart, in dem weder Tag noch Nacht sind!
Sieh den großen Herrn, bei dem heilige Würde und Gerechtigkeit wachsen, der täglich das Herz erfreut und über den Herrn der Welt herrscht!
Sieh den großen Herrn, Shiva, der als Schau dieser Erde, des Himmels und der mit ihnen verbundenen Elemente gegenwärtig ist!
Sieh den großen Herrn, die eine Wirklichkeit, den Gemahl Umas, der auf dem mächtigen Stier reitet!
Sieh den großen Herrn, die unerschütterliche unmittelbare Erfahrung, die auch beim Ende eines Weltzeitalters kein Ende kennt!
Sieh den wahrhaftigen großen Herrn, der in die innige Vereinigung eingeht, sodass die an der Entstehung im Mutterleib haftenden Taten vergehen!
Du Gott, der in der goldenen Halle wohnt und unablässig tanzt, großes Licht der Welt! [453]
Kunrutoradal – Lob des Herrn aller Berge
516 – Die Lotusfüße des Herrn aller Berge
In ihren Herzen wohnen Millionen und Abermillionen Listen. Die hartherzigen Frauen geben sich laut und zugleich gnädig, verwickeln einen mutwillig in Streit, schmeicheln mit Liebesspielen und erwecken unfruchtbares Verlangen.
Lass mich nicht Tag für Tag abmagern, voller Liebe zu Brüsten, die mich in die fünf großen Verfehlungen verstricken, und ihnen so viele demütige Worte sagen. Schenke mir deine edlen Lotusfüße, deren Herrlichkeit erstrahlt, während die Himmlischen in geordneten Reihen vor ihnen niederfallen!
Damals schleudertest du den Speer, sodass Sura erschrak und nicht entkam, und die Götter wurden aus der Gefangenschaft befreit. Mit Liebe erfülltest du ihre Wünsche über jedes Maß und gabst ihnen ein höheres Leben. König der Götter, höchster Urherr!
Sohn, an dem sich der Träger der Kondrai-Blüten Tag für Tag erfreut, der tanzt, während die Schellen an seinen Füßen lieblich klingen! Großer Herr, der sich am Tanz auf jedem Berg erfreut, auf den Bergen ringsum mit ihren blütenreichen Hainen! [454]
Kailasa – die heilige Bergwelt
517 – Im Licht Shivas miteinander verschmelzen
In der heiligen Stätte verweilen, den Atem führen, während seine beiden Wege sich schließen; auf dem Shiva-Weg das einzig Höchste erreichen und sich mit Shivas Licht vereinen wie bei einer Puppenhochzeit;
das feurige Lächeln erfahren, das die drei herrlichen Städte verbrennt; beide Arten von Taten verglühen lassen und in die schöne Gestalt heiliger Gnade eingehen; durch Askese jenes goldene Land ohne Dunkel und Strahlen erreichen;
dort mögen wir beide schmelzen und uns vereinen, sodass der Leib Beständigkeit gewinnt und die Götter staunen: „Er ist jung!“ Gewähre mir dieses wunderbare Geschenk!
Fußringe und Heldenspangen ertönen, dass die acht Richtungen taub werden. Die drei Götter und die alten Veden neigen sich; Dreizack, Axt und Hirsch kreisen anmutig. Die Kronenhauben Sheshas knacken. Der Herr hebt seine Blumenfüße vom königlichen Reittier und tanzt. Die Verehrer schmelzen dahin und rufen „Hara, Hara! Sieg, Sieg!“
Du Kind dessen, der diese heilige Tanzgestalt gnädig offenbart und Uma als eine Hälfte trägt! Du freust dich am Liebeskampf auf dem Lager mit der goldenen Frau, der Tochter Shris, die Blumen im Haar trägt. Großer Herr des Kailasa, wo deine Verehrer wohnen! [455]
518 – Süßer als Honig und die drei Früchte
Lass die Gnade Shivas hervorquellen, deren Süße Honig und die drei köstlichen Früchte, Milch, rotes Zuckerrohr und junges Kokoswasser übertrifft. Alles Böse und alle anhaftenden Taten sollen zerfallen. Lass mich klar erkennen: Das lebendige Selbst ist Shivas eigene Gestalt.
Das „Ich“ soll aufhören, ebenso die Bindung an Leben und Fleisch. Im weiten Raum, im Klang und im Licht Parabrahmans soll Erkenntnis überströmen. Schenke mir deine Füße, damit ich jeden Tag in freudig vollendeter Seligkeit leben kann!
Damit der Himmel gedeihe, damit auch ich, dein Diener, aufblühe und Brahma und Vishnu am Leben bleiben, schöpfte unser Vater das Gift aus den Wogen und nahm ihm seine vernichtende Macht. Er nimmt uns an und trägt Axt und Hirsch in den Händen. Du Murugan, den er gnädig geschenkt hat!
„Tāṉan taṉatta taṉaṉā“ summen die Bienen, kreisen um die Kadamba-Blüten und trinken ihren Honig: Diese Blüten schmücken deine Brust. Du hast den heiligen Kailasa als deinen Ort gewählt, um uns anzunehmen. Großer Herr, an dem sich die Kuravar-Tochter freut! [456]
519 – Nicht in das Netz fallen
Sie lachen und lassen einen schmelzen, blicken auf und drohen, spielen ihre Rollen mit großer Verführungskunst. Geschickt lenken sie die Begierde, lassen das Gesicht glänzen, umarmen freundlich und reden süß.
Den Verwirrten bringen sie dazu, alles Geld zusammenzuraffen und herbeizuschaffen. Soll ich in das täuschende Netz dieser diebischen, verführerischen Frauen fallen, in ihre Kunst, die schließlich Überdruss erzeugt?
Du schlugst den feindlichen Dämonen die Köpfe ab und bestiegst den Pfau mit weit ausgebreitetem dunklem Gefieder. Das Mädchen mit bambusgleichen Armen, mit guten Eigenschaften, duftenden Füßen und schweren Brüsten ließest du im reichen Feld Platz nehmen und umarmtest sie.
Herr, der auf dem weißen Berg wohnt! In deinem ausgebreiteten verfilzten Haar sitzt die Eine, und du hältst den Hirsch empor. Großer Herr! [457]
520 – Aus dem Keim zum Menschen – und zu deinen Füßen
Wie ein Tautropfen wird der Same zum Keim. Anfangs winzig und kaum sichtbar, wächst er wie Pfeffer, Straucherbse, Palmfrucht und Kokosnuss, in den verschiedenen Größen vieler Früchte. Ist die Zeit gekommen, gleitet er kopfüber heraus und erreicht die Erde.
Der Körper mit seinen neun Toren bewegt sich wie eine Puppe, vom Faden des Atems gelenkt. Ohne zu verstehen, was der Geist vermag, kriecht er zwischen Kot und Urin, weint, beruhigt sich und trinkt die Milch der Mutterbrust. Zum Kind geworden, beginnt er mit dem Treiben dieser Welt.
Durch das Böse, das ich schon früher getan habe, vergaß ich dich und die rechte Lebensordnung, ging in das Haus der Verstrickung und verlor Tag für Tag meinen klaren Geist. Mein Körper begann zu stinken. Schenke mir jetzt deine Füße!
„Taṉaṉa tantaṉa tāṉaṉā taṉataṉaṉa; tiṉaṉa tintaṉa tīta tō tikuta tiku; takuta kuntati tāku tō“: So tönen Muzhavu, Muschel und Peri, Tavil-Gruppen, Parai, Kalam und Timilai. Ihr gemeinsamer Klang erhebt sich wie das Meer.
Du trittst auf die Schlachtfelder, wo die Dämonen ihre Heldentitel ausrufen. Ihr Zorn erlischt; Wagen, lederbewehrte Elefanten, Löwen und Pferde stürzen, und Blut bedeckt alle acht Richtungen. Gespenster, Schakale und geflügelte Aasfresser jubeln. Du lächelst gnädig und schleuderst den Speer.
Shiva freut sich, und der Elefantengesichtige tritt hinzu, froh im Herzen und voll Gnade. Du erfreust dich am einzigartigen Kailasa. Ruhmreicher großer Herr, den Liebe mit der leuchtenden Frau des Berglandes verbindet! [458]
521 – Schenke mir Worte des Lobpreises
Gewähre mir, deinem Diener, wohlgereihte Lieder zu singen, wie jener weise Meister von Pukali, der auf dieser Erde als Herr erschien!
Du sandtest gnädig den unvergleichlichen Speer, und die Dämonen, die dir im Kampf entgegentraten, starben. Du bist der Sinn von „Namaśivaya“. Großer Herr des Silberberges! [459]
522 – Dein Tanz und die Macht des Berges
Sie verziehen ihr Gesicht kokett, lassen es glänzen und putzen sich heraus; sie lösen das Band um ihre juwelengleichen Brüste und bewegen sie ohne Scheu. Sie verwirren einen völlig, täuschen, reden sich heraus und rauben das Geld. Mit ihren Worten bringen sie einen unter ihre Gewalt und rufen ihn auf das Bett.
Sie lachen, drücken sich an, schenken Küsse und genießen; mit großer Zärtlichkeit umschlingen sie fest den Hals. Soll ich vor ihnen erzittern, mein ganzes Herz immer stärker an sie hängen und, von ihren Liebkosungen verwirrt, Tag für Tag zugrunde gehen?
„Cekakka cekakka cekka; tarikka tarikka takka; timitti timitti titti“: So tanzt der Einzige der Welt. Du bist sein Sohn; denen, die deiner gedenken und dich preisen, schenkst du die süße Vollendung.
Der Dämon trat mit fester Kraft heran, stemmte sich darunter, rüttelte und hob im Übermut den Kailasa. Du drücktest von oben darauf, tratest und zertratest ihn; den anderen Berg zerschlugst du zu Staub. Großer Herr! [460]
Tiruvengadam – der nördliche heilige Berg
523 – Die sechs Gesichter schauen
Die Zehn, die Zwanzig, die Sechzig und die Sechs erkennen; im Inneren nach deinen beiden Füßen suchen und dahinschmelzen; im Raum mit dem Licht verschmelzen, das wie Vollmond und Feuer strahlt – dies habe ich nicht erreicht.
Lass mich nicht stattdessen stumpf wie ein Baum auf den Straßen stehen, mit jedem reden und mit meinem Herumziehen nutzloses Tun vollbringen. Gewähre mir die Schau deiner sechs Gesichter, du mit kräftigen Schultern, an denen die göttliche Herrin ruht!
Der große Bauch, der liebevoll schöne Früchte, Kichererbsen, Bohnen und vielerlei Gebäck empfängt, gehört Ganapati, der die alten Worte niederschrieb. Du bist sein jüngerer Bruder!
Kumaresa, du durchbohrtest den großen Berg und schenkst Gnade, dass deine Verehrer im Herzen schmelzen und Krankheiten vergehen. Großer Herr des heiligen Berges, wo Elefantenkühe und Bullen schreiten und Scharen von Hirschen mit ihren Gefährtinnen wohnen! [461]
524 – Dienen, bevor die Kräfte schwinden
Das schwarze Haar wird immer weißer, die einst vollen Augen sinken ein. Die Wangen verlieren ihr Fleisch, die Ohren werden dünn wie bloße Haut. Der ganze Hals beugt sich, der kräftige lange Rücken wird krumm. Alle Zähne fallen aus dem Kiefer, Speichel tropft von den Lippen.
Sobald der Schlaf kommt, beginnt ein Husten, der die Knochen schüttelt. Die kräftige, volle Stimme wird gepresst und schwach; der Stock muss als Bein dienen, der feste Gang verliert seine Kraft. Bevor dieser Leib so alt wird: Werde ich mit großer Liebe denen dienen, die deine Diener geworden sind?
Der siegreiche Vishnu nahm die Gestalt eines kleinen Fisches an, um die verborgenen Veden aus dem tiefen, großwogenden Meer zurückzubringen. Er ließ seinen Pfeil fahren und errichtete eine neue Brücke über das Meer. Mit dem jüngeren Bruder beriet er sich, freute sich über den entschlossenen Hanuman und zog mit dem Heer los.
Damit die zehn Köpfe des Dämons im stark ummauerten Lanka fielen, spannte der siegreiche Mukunda den Bogen. Du bist sein Neffe!
Kumara, du hältst den Speer in der roten Hand, schön wie eine Lotusblüte. Du kamst durch den Höhlenweg und stehst auf dem Gipfel des nördlichen heiligen Berges. Großer Herr! [462]
525 – Saravanabhava, unser Schatz
„Saravanabhava, unser Schatz, Sechsgesichtiger, höchster Guru! Saravanabhava, unser Schatz, Sechsgesichtiger, höchster Guru! Saravanabhava, unser Schatz, Sechsgesichtiger, höchster Guru!“ So rufen deine Verehrer auf Tamil und schmelzen dahin.
Lass Geburt und Tod, die sie treffen, aufhören, lass sie Shiva erlangen. Die daraus erwachsenden Krankheiten sollen fliehen. Gewähre diesen Segen, damit unser Leben glücklich werde!
Aus deinen Augen regnet Barmherzigkeit. Du bist der Jüngere, der den Elefantengesichtigen, den unvergleichlichen Ersten, als Gefährten hat. Du gnädiger Freund, der denen, die nektarsüße Dichtung darbringen, wahres Leben schenkt!
Wird einmal der Tag kommen, an dem Leid, Streit und all die Bedrängnisse der Wesen in dieser meerumgebenen Welt vergehen und du bleibende Zuflucht gibst – den Schatten deiner heiligen Füße?
Kumara, den der Herr geschenkt hat, der die drei Städte verbrannte! Du mit dem scharfen Speer, der in Samarapuram, Tanikai, auf dem hohen Shivagiri und auf dem Nordberg umherzieht!
Du wohnst in den Herzen der Verehrer, die täglich dein Lob verbreiten, und strahlst in beiderlei Reichtum. Du großes Leben, das wie die Sonne kommt, damit dunkle Unreinheit verschwindet!
Alle staunen über dich, den Neffen des großen Narahari, der auf dem Schlangenlager ruht. Murugan, geschenkt von Uma, der Reinen, Makellosen, Höchsten!
Atala, Vitala und die weiteren Welten erzittern mit „kiṭukiṭu kiṭu“, wenn dein Pfau herankommt. Auf ihm strahlst du lieblich; schön sitzt du in der Mitte des Sechsfachen. Hara Hara! Shiva Shiva! Großer Herr! [463]
526 – Vergängliche Schönheit und die bleibende Zuflucht
Ihr Haar trägt die Kühle honigreicher Picchi-Blüten, ist sorgfältig gebunden und gleicht dunklem Sand. Lockig und duftend verscheucht seine Schwärze selbst die Finsternis. Reihen duftender Blumen sind hineingesteckt; Bienen, die im Wohlgeruch wohnen, tanzen lange darin.
Die Nacht muss sich davor fürchten. Ohne Verwirrung der Strähnen übertrifft es jeden Vergleich, wird immer prächtiger, windet und kräuselt sich und ruft das Verlangen herbei. Schwarz wie Augenschminke, von dichtem Adlerholzrauch durchzogen, verströmt das Haar reichlich Zibetduft.
Auf der Stirn sitzt ein diamantglänzender grüner Punkt; darin leuchtet es rot wie Abendglanz. Die Stirn ist geschwungen wie die wachsende Mondsichel, wie der Bogen des Liebesgottes, wie Indras Bogen; ihr mondförmiges Zeichen strahlt.
Nach diesem Haar, dieser Stirn und den reizvollen, mit Malen gezeichneten schönen Seiten des Körpers verlangt mich. Dabei gibt es doch nichts Bleibendes außer deinen beiden Blumenfüßen, die alles umfassen, was im Herzen ist, und als Hilfe beistehen. Ich versäume die wahre Verehrung, die sich an dieses Wort hält. Erbarme dich meiner!
Er ließ den vom Gift Getroffenen wieder aufstrahlen und zeigte ihm die gefährlichen Klingen im Wasserbecken. Er tanzte auf der Schlangenhaube und brach die Macht ihres Giftes; er sandte die tödliche Waffe ins Meer. Er ist die Wolke, auf deren juwelengeschmückter Brust Shri mit lächelndem Gesicht wohnt.
Der wunderwirkende Kämpfer hält Muschel und Rad in der Lotus-Hand. Er warf die Eingeweide vernichteter Nachtwanderer Schakalen, Klingen und Feuer hin. Du bist der heilige Neffe dieses Narakahari und der einzigartigen Shri!
Deine zwölf Schultern tauchen in den Duft schwerer Brüste, in Seide gehüllt und mit einem schönen Band gebunden, wie Gefäße voll Nektar, wie zu Gestalt gewordener Zuckerrohrsaft. Deine Brust trägt goldene göttliche Edelsteine.
Du junger Herr wurdest zornig gegen den Dämonenfürsten und sein dunkles Geschlecht, sodass die Shakti-Waffe in deiner Hand jubelnd und reichlich davon verzehren konnte. Großer Herr, der auf dem nördlichen Berg wohnt, umgeben von Wald und Wegen! [464]
527 – Die erbetene Freude
Ich suche immerfort die schwellenden Brüste, denen Kongu-Knospen und junge Kokosnüsse nicht gleichkommen, die speergleichen Augen, das von tiefer Dunkelheit erfüllte Haar; die langen, reifengeschmückten Kantal-Hände, die fadenfeine Taille und den Körper wie ein zarter Mangospross.
So habe ich ein Leben angenommen, in dem ich mich kaum von der Vereinigung mit blumenrankengleichen Frauen lösen kann und mit großem Unheil umherirre. Gewähre mir Gnade, damit ich, dein Diener, nicht auf diesem Weg sterbe, in die Hölle stürze und dort umhergetrieben werde!
Du nahmst die Gestalten eines großen Asketen und eines Vengai-Baumes an, sodass die Freundin und die Jäger staunten, und lebtest mit dem blitzgleichen Jägermädchen. Du Neffe des großen Herrn, der den Wagen der Pandavas lenkte! Du sprachst, damit der Pandya-König die heilige Asche anlegte.
Du wohnst auf dem großen Vengadam-Berg, wo Vengai-Bäume, Elefanten, Tiger und Hirsche gedeihen. Großer Herr, du gibst deinen Verehrern, was sie zur ersehnten Zeit an Freude erbitten, ohne ihr Verlangen abzuweisen! [465]
528 – Werde ich allein dem Tod entgegengehen?
Das ruhelose Feuer der Begierde wird vom Wind des Verlangens angefacht und erlischt nicht. Das Meer der widerstreitenden religiösen Streitigkeiten kann ich nicht durchschwimmen. „Wer auf Erden wird mir beistehen?“, frage ich und wende mich Frauen zu.
An ihren jungen, erhabenen, lotusgleichen, mit Sandel bestrichenen Brüsten liege ich, schmelze dahin und verliere den klaren Verstand. Soll ich schließlich klagend ganz allein in die Gewalt des Todesgottes gehen, der mir das kostbare Leben nimmt?
Du hast Hände wie Kantal-Blüten. Du Geliebter des Waldpfaus, den das Reh geboren hat, Vishakha, Saravana Vel! Du regierst die herrliche Stadt der Götter, du erhabener Herr der Offenbarung, du Bräutigam der blitzgleichen Deivayanai!
König, Kumara, Guha, Sentha, du mit dem Pfau, der auf dem großen nördlichen Vengadam-Berg wohnt! Großer Herr, du gibst deinen Verehrern, was sie zur ersehnten Zeit an Freude erbitten, ohne ihr Verlangen abzuweisen! [466]
529 – Lass die Vorstellung „mein“ vergehen
Die schwertgleichen Augen der Frauen ähneln schön gezeichneten Fischen und lassen die durchbohrenden Speere und blauen Blüten im Vergleich verblassen. Ihr Netz fängt mich; ich verlange nach den Brüsten wie großen jungen Kongu-Knospen, werde vom Gesicht getäuscht und von dem Körper, der die Farbe eines reichen Mangosprosses trägt.
Lass mich nicht im Schatten ihres dunkelheitsgleichen langen Haars auf dem Lager in Betörung versinken und den süßen Nektar trinken, der aus dem fruchtgleichen Mund strömt. Schenke mir deine beiden Füße, damit alles vergeht, was ich „mein“ nenne, und die unreinen, heftigen Regungen verblendeter Begierde verschwinden!
Er zog in den Bharata-Krieg, damit Duryodhana und die anderen mit ihren Elefanten, springenden Pferden, Wagen und dicht gedrängten Heeren auf dem Feld fielen. Als Wagenlenker im Wagen der mächtigen Pandavas trieb er die Pferde an: Hari mit dem hell strahlenden Rad.
Als Raghurama spannte Narayana den Bogen gegen das weite, lärmende Meer, gegen Vali, die sieben hochragenden Mara-Bäume und die zehn großen Köpfe Ravanas, sodass sie zerschmettert wurden. Du Guha, sein Neffe! Großer Herr, der auf dem großen heiligen Vengadam-Berg wohnt, rings von Hainen umgeben! [467]
Vallimalai – Vallis Berg
530 – Deine Füße in der Stunde des Todes
Durch Augen wie Wasserlilien und ein Lächeln wie Jasmin gerate ich in Bedrängnis; das Meer des Verlangens verschlingt mich. Was sich so süß schöpfen lässt, ist doch wie tiefe Nacht. Das Haus, erfüllt vom Reichtum meiner anhaftenden Taten, und die jungen Angehörigen werden allmählich fremd.
Wenn der trügerische Todesgott auf dem mächtigen Büffel mich verachtet und mein Leben raubt, schenke mir deine goldenen Füße als einzige Rettung!
Guru der Unterweisung, von der jener Herr spricht, den die alten Veden suchen und doch nicht mit „dies ist er“ bestimmen können! Du wohnst im lichten Wald, wo der springende, spielende gefleckte Hirsch beschämt wird.
Du schleuderst rasch den scharfen Speer, sodass mächtige Dämonen sterben und die guten Himmlischen leben. An den von Ranken überwachsenen Hängen des Valli-Berges wohnst du. Großer Herr, Bräutigam Vallis! [468]
531 – Führe mich zu deinen guten Füßen
Krankheit, Verblendung und Begierde wachsen an. Mein Herz kommt nicht über den Schlamm der vielen Bücher hinweg, die Mittel und Wege versprechen; es springt darin umher und geht darin unter. Es hält am häuslichen Leben fest und nährt den Leib, den Verlangen und Unwahrheit nicht verlassen.
Dem Yoga, durch den das Leben gerettet werden kann, nähere ich mich nicht. Stattdessen rede ich mit dürftigem Verstand und leide. Führe mich zu deinen beiden guten Füßen!
Du Wahrhaftiger, der die Frau aus den weiten Hainen an seine zwölf roten Schultern zieht! Du bekämpftest den mächtigen Baum in der Flut, damit das Geschlecht des Freigebigen, der auf dem weißen Elefanten reitet, weiterleben konnte.
Herrscher über die ganze Welt, Held auf dem Pfau, mächtiger Muruga, Vel der drei Formen des Tamil! Großer Herr, Bräutigam Vallis, der auf dem von Ranken bewachsenen Valli-Berg wohnt! [469]
532 – Sage mir das Eine, das im Herzen bleibt
Ich verachte das meinem Stand entsprechende, wahrhaftige Leben, sehe stattdessen das unwahre und lasse mich betören. Ich falle auf Frauen mit steinharten, trügerischen Herzen herein und suche ihre täuschenden Brüste.
Ohne Rettung bleibe ich bei niedrigen Menschen, erschöpft durch ihre Kunstgriffe und die Lügner. Ich bin ein innerlich gebrochener Hund. Sage mir doch jenes Eine, durch das ich nicht ohne inneren Halt bleibe und ermüde, sondern das immer im Herzen aufgeht!
Du umarmst die Brüste der göttlichen Deivayanai, die in den fünf unvergänglichen himmlischen Hainen wohnt. Du mächtiger Speerherr trägst als siegreiches Banner den Hahn, dessen schrecklicher Ruf die Nacht nicht duldet.
Du umliefst die Welt und erkanntest die wahrhaftige Gerechtigkeit des Vaters, der das Geschenk dem Fünfhändigen gab. Du Großer! Du zogst zum Valli-Felsen mit seinen dichten Ranken und entbranntest in Liebe zu Valli. Großer Herr! [470]
533 – Verlasse die Gesellschaft, die deinen Namen verhöhnt
Durch Jasminpfeile, durch den Bogen in der schönen Hand des Liebesgottes und durch die Worte der Frauen ermattet, suche ich Lust. Ich breche zusammen wie ein Fuß, den ein langer Dorn durchbohrt hat, tauche in Glut, verbrenne und stürze in eine Grube.
Ich entferne mich vom unvergleichlichen Bereich der Erkenntnis, von jenem Ziel, das die Veden rezitierend verehren. Werde ich mich endlich von der Gemeinschaft derer lösen, die begierig deinen gnädigen Namen verhöhnen und in ihrem Herzen niemals auch nur „Ach, hilf!“ denken?
Der Elefant half dir in der Dunkelheit, jene Ranke Valli zu gewinnen. Du schmücktest ihre leuchtende Brust mit der Girlande von deiner lotusgleichen Brust. Du Herr, der im schlammfreien Wasserbecken der Ganga verweilte und sanft auf Lotusblüten ruhte!
Kumara von Vallai, Kanda, Sohn des Tripura-Zerstörers von Tillai! Held mit zwölf kampfbereiten Schultern! Du zogst zum Valli-Felsen mit seinen dichten Ranken und entbranntest in Liebe zu Valli. Großer Herr! [471]
534 – Der Sack des Leibes und Vallis guter Weg
Ein Sack voll angehäufter Täuschung, ein löchriger Fleischsack; ein Hautsack, in dem durch die wilden Spiele des Liebesgottes Erschöpfung, Zorn und Diebstahl wohnen; ein durchlöcherter Sack voll Atemluft, ein wertloser Sack, der geraubt werden wird;
ein Schlammsack für Seele und Bindung, ein Sack der Verblendung, ein Sack der Schuld, ein Sack voll Eiter und offenkundiger Ermattung: Hunde werden Fleisch und Leber daraus reißen, bellend daran zerren und ihn mit den Zähnen zerfetzen. Werde ich von diesem Leib frei werden?
Du Gefährte der klar erkennenden Deivayanai, dem Herrn des weißen Elefanten und dem Herrn des weißen Ozeans verwandt! Du kommst auf dem rauen Waldpfad, wo Bienen schrillen und die Bergjäger Vögel töten.
Du Junger, der dem Vater, als er um Darlegung von Vallis gutem Weg bat, diesen in einem Augenblick ins Ohr legte! Großer Herr, der Valli zuteilwurde, die den von Ranken erfüllten Valli-Felsen bewachte! [472]
535 – Nicht im Streit der Lehrmeinungen umherirren
Der Liebesgott will siegen und alles bezwingen; er hält den Jasminpfeil in der Hand und spannt Zuckerrohr zum Bogen. Durch ihn verliere ich mein Leuchten, werde begierig und sprachlos, gehe in das Haus unwahren Lebens und gerate in Sorge. Dieser Leib erleidet dort vielerlei Not.
Soll ich mich auch noch im gelehrten Streit jener verbissenen, rohen Menschen verlieren, die auf den vielen Bedeutungswegen der sechs Religionen wandern und den guten Weg nicht annehmen?
Du Junger mit dem laut rufenden Hahn! Der sehnsüchtigen Frau, die sagt: „Möge diese Nacht vergehen!“, antwortet er mit wohltuendem Ruf. Du Vel grenzenloser Barmherzigkeit, der jenseits der dunklen Nacht und des hellen Tages wohnt!
Du Sohn dessen, der den mächtigen Stier besitzt, der Tillai würdig ist und der göttlichen Ranke entspricht! Großer Herr, der Valli zuteilwurde, die den von Ranken erfüllten Valli-Felsen bewachte! [473]
536 – Schaue in das Herz der Offenbarung
Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde bilden dieses trügerische Fleischhaus, eine Wohnung der Würmer. Es spricht Worte, aus denen Feuer schlägt, und trägt übergroßen Zorn und Hochmut: einen Hautsack voller Rausch. Lass mich ihn nicht weiter tragen!
Auch wenn beim Ende der Weltzeitalter alles im Feuer endet, bleibt die eine Wirklichkeit ohne Ende. Lass die Erkenntnis des inneren Schauens aufquellen. Gewähre mir, in das Herz dessen zu blicken, was am Ende der Veden als leuchtend, formlos und gestalttragend verkündet wird!
Die weiße Herrin sitzt auf dem voll aufgeblühten Lotus, der wie Moschus duftet; ihr Gemahl vermochte ihn nicht zu schauen. Er trägt das Gift und nahm die vielarmige Flut auf sein gewundenes verfilztes Haar. Du bist der Lebensschatz dieses Herrn!
Auf dem mit Magizh und knospenden Surapunnai-Bäumen reichen Bergland, unter den im Wald lebenden Jägern, erschien die smaragdgleiche Valli. Großer Herr, der ihr zuteilwurde! [474]
537 – Schenke der einsamen Frau deine Kadamba-Girlande
Der kampfstarke, körperlose Liebesgott spannt seinen dunklen, feuchten Bogen und schießt den Lotuspfeil ab. Der junge Mond schüttet Feuer aus, der Südwind wühlt alles auf. Auf dem Lager steht die lotusgleiche Ranke, die junge Frau, allein und spricht.
Zürne ihr nicht mit dem Gedanken: „Das ist eben altes Karma.“ Du musst ihr deine Kadamba-Blüten geben, in denen schön gestreifte Bienen süßen Honig trinken und freudig umherschwirren!
Du Weiser, der das Ufer des grenzenlosen Wissens der Tochter des steinernen Berges erreicht hat! Einst verehrte dich der Freigebige mit den honigtriefenden Kondrai-Blüten, und du schenktest ihm die eine Unterweisung.
Du Held auf dem Pfau, dessen Kraft sich zeigte, als die mächtigen Dämonen erschraken und die guten Himmlischen aufblühten! Großer Herr, der zum von Ranken bewachsenen Valli-Berg ging und Valli heiratete! [475]
538 – Erkennen, bevor man mich zum Verbrennungsplatz trägt
Familienleben, Mutter, Ehefrau, Kinder, Menschen mit freundlichen Stimmen wie Kuckucke – „Eine gute Herkunft ist mir beschieden, schöner Reichtum ist mir beschieden!“, sage ich und verstehe das Wort des Gurus nicht.
Die Tage vergehen. Der grausame Todesgott naht, lässt mich ermüden und vermehrt die Not; mit Leid werde ich fortgetragen. Werde ich deine beiden Füße erkennen, bevor man mich auf dem Verbrennungsplatz dem Feuer übergibt?
Kumaresa, der im Norden den Silberberg hütet und auf dem gefleckten Pfau strahlt! Guter Bräutigam, der die Füße der schönen Valli verehrt und den Valli-Berg beschützt!
Du Leben, das meine früheren Fehler beseitigt und mir die edle Kraft schenkt, deine Gnade zu preisen! Großer Herr, gütig zu den Verehrern, die deine Füße loben und sie als Lotusblüten auf ihrem Haupt tragen können!
539 – Gib mir Liebe, die nach deinen Füßen fragt
Kopf, Glieder, Hände, Augen, Ohren, trügerisches Herz, rotes Blut und feste Knochen: Aus ihnen fügt sich dieses Blendwerk zusammen. Ein wenig Leid und Freude entstehen darin. Dann kommt das Ende, und es verbrennt im roten Feuer und zerfällt.
Bevor die Seele erschrickt – „Der Todesgott kommt eilends zum Kampf!“ –, bevor ich von heißem Leid ergriffen umherirre, schwanke und vergehe, schenke mir Liebe: Lass mich, frei von bindendem Tun und mit dem Guten vereint, nach deinen Füßen fragen!
Der gnädige Wolkenfarbene ruht auf der Schlange. Er und die Götter sahen den heranstürmenden Sura und erschraken vor dem Kampf. Du Speerherr gingst ihm zornig entgegen, spaltetest seine breite Brust und tötetest ihn, während sich die ganze Welt erschüttert ausbreitete.
Auf dem Berg, wo Hirsche und wilde Elefanten leben, wo Bienenscharen zusammenkommen und einhellig summen und Affen mit Freude tanzen, erschien das freigebige Kuravar-Mädchen. Du kommst dorthin und stehst verehrend vor ihren Lotusfüßen. Großer Herr! [476]
540 – Werde ich deiner gedenken, wenn ich die Betörung loslasse?
Ich liebe die mit Augenschwärze geschmückten Blicke der ungebundenen, trügerischen Frauen. Ich nähere mich, streichele ihre Füße und umfasse den Schoß. Wie Bienen, Wachteln, Pfauen, Kuckucke und Anril-Vögel lassen wir vielerlei Stimmen erklingen.
Dann falle ich in den Teich ihres Nabels und liege darin, schmelzend wie Wachs im roten Feuer. Freudig koste und kaue ich an den Lippen; die Nägel von Händen und Füßen zeichnen Spuren. Die beiden mit Kumkum bestrichenen Brüste beben, während wir uns liebevoll umarmen.
Der wolkendunkle Haarknoten löst sich und wallt, auf dem Lager leuchtet die blitzschmale Taille. Werde ich, wenn ich das Glück vergesse, das die Sinne in die Irre führt, an dich denken?
Mit dicht zusammengeschlossenen Affenscharen überschritt er das „moku moku“ brausende Meer und drang kraftvoll in Lanka ein, sodass die großen Asketen froh wurden. Sonne, Mond, Götter und Menschen riefen „Sieg, Sieg!“, als er den grausamen Pfeil abschoss und die Köpfe des mächtigen Nachtwanderers fielen. Du heiliger Neffe dieses Herrn!
Ruhmreicher Vel, du siegtest gnädig mit dem Ruf „Hara Hara, Shankara!“, sodass die Jainagruppen miteinander in Streit gerieten und sich in Madurai die weiße heilige Asche verbreitete.
Sohn der Sundari, die Dharma wachsen lässt! Großer Herr, du kommst freudig zum Berg der jungen Frau, an dessen schönen, reichen Hängen Haine und Felder liegen, und schenkst Gnade! [477]
Tirukkalukundram – Vedagiri
541 – Geselle mich deinen beständigen Verehrern zu
Mit diesem Leib verbringe ich einige Tage auf Erden, ohne etwas anderes wirklich zu erkennen. Die scharfen Pfeile des Liebesgottes versetzen mich in einen elenden Zustand. Ich versinke im Meer der Lügen, die Frauen mit ruhelosen, geschwärzten Augen lächelnd aussprechen, gerate in Not und taumle; so vergehen weitere Tage.
Ich halte dieses vergängliche Leben für wahr, klammere mich in der Verblendung durch Kinder und Gold an meine Bindungen. Der Leib wird müde, keucht, wird von Galle geplagt; graues Haar und Alter kommen. Bevor ich mich in Yamas Schlinge verfange, schenke mir deine Gnade!
Lass mich denen gleich werden, die als gute Diener beständig bleiben und die Hingabe an deine Blumenfüße niemals aufgeben.
Du Kind der Geliebten dessen, der das rauchende Feuerauge besitzt! Der gerühmte Bogenschütze Kandarpa wurde zu Asche; mit einem Lächeln verbrannte er die drei festen Städte. Du Neffe des Radträgers, der den Kampf auf Erden entfachte, sodass Söhne, Nachkommen und Könige im Krieg vollständig untergingen!
Du verbargst deine mit blütenreichen Kadamba-Girlanden geschmückten Schultern in einer angenommenen Gestalt, um die Frau beim Hügel im wunderbaren Hirsefeld zu umarmen. Großer Herr, der in Tirukkalukundram wohnt, reich an Schönheit und der höchsten Stadt Amaravati vergleichbar! [478]
542 – Der Dichterheld und der Vedagiri
Aus Vishnus Nabel erhob sich Brahma; mit dem strahlenden Hara gehören sie zu den Ersten. Über ihnen steht die ursprüngliche höchste Mutter. Dein fruchtgleicher Mund duftet nach dem Nektar, der aus ihrer Brust quoll!
In Kazi voller Wohlgeruch wurdest du unter den Kaundinya als heiliger Weiser gepriesen. Durch deine tamilischen Verse stieg das Palmblatt gegen die Wasserströmung hinauf, während die Jainas die Pfähle bestiegen. Du kämpfender Dichterheld, höchster Lehrer!
Du Kind des wunderbaren Herrn mit den schönen Händen, der Axt, Hirsch, Schädel, Damaru und Dreizack trägt! Murugan, du hieltest den Lotusgeborenen lange gefangen und führtest seine Aufgabe fruchtbar aus.
Auf dem Gipfel des Vedagiri, den die Adler verehren, glänzen machtvolle Strahlen. An den Toren drängen sich die Himmlischen und rezitieren Veden und Tamil mit dem Brausen des Meeres. Großer Herr, der im Bananenhain wohnt! [479]
543 – Vom Klang der Betörung zum Ruf „Guha“
Die Bienen summen „taṉā taṉā“; beim Niederfallen auf das Haar ertönt „paḷīr paḷīr“, die Fußringe klingen „kalīr kalīr“. Im Liebesspiel steigt aus der Kehle ein Vogelruf auf: „kukū kukū“. Reichlich tritt Schweiß hervor: „calā calā“; die Härchen richten sich auf: „cilīr cilīr“.
Der Liebesgott springt aus seinem süßen Heiligtum: „kupīr kupīr“; der Körper durchbebt sich: „virīr virīr“. Die mit Perlenketten geschmückten Frauen umarmen und verlangen „aḷā aḷā“, immer mehr.
In Begierde mit ihnen verbunden, sinke ich „cumā cumā“, immer wieder, ins Meer der Geburten und komme „eḻā eḻā“, nicht empor. Wird mir nicht die Möglichkeit zuteil, dass mein Herz der sechs Silben gedenkt und „Kukā, Kukā – Guha, Guha!“ ruft?
Die bekränzten Köpfe sind „cevēl cevēl“, blutrot; die aufragenden Zähne blitzen „veḷēl veḷēl“, weiß; die einst siegreichen Schultern stehen „kaṟēl kaṟēl“, dunkel da. So trat Sura dir entgegen. Seine ganze Brust wurde zerdrückt und versengt: „karīl karīl“. Gespenster springen, Fleisch liegt in Haufen: „kuḻū kuḻū“. Mit bedecktem Mund stürzen sie hin und rufen „Aiyō, aiyō!“; Blut wird zu Flüssen.
Das Meer trocknet aus und zischt „cuṟīl cuṟīl“. Der Berg stürzt krachend zusammen: „tiṭīl tiṭīl“. Die edlen Menschen rufen mit erhobenen Stimmen „Aiyā, aiyā – Herr, Herr!“ Du gingst mit erhobenem Speer voran, Strahlender!
Du mit berggleichen Schultern, der das Jägermädchen heiratete! Barmherziger, der auf dem tamilischen Vedenberg wohnt, Shiva-Kumara-Vel! [480]
544 – Lehre mich liebevolle Verehrung
Du Schöner, der auf dem Vedenberg und im Feld wohnt! Du liebtest die Jägerin so sehr, dass deine mit Vetci-Blüten geschmückte Krone ihre Lotusfüße berührte. Du kamst zur rechten Stunde zu ihr, Freund mit zwölf Schultern. Lehre mich die Einsicht, mit der ich dich voller Liebe verehren kann!
Der Herr schleuderte im Tanz seine Krone bis an den Himmel, während die zornige Kali, Virabhadras Gefährtin, beschämt wurde. Seine Füße tanzten; er unterwies die hingebungsvollen Götter. Doch nun lernte dieser Herr bei dir, und der Weise, den er unterrichtet hatte, wurde beschämt. Du lehrtest die sechs Silben in der einen Silbe. Großer Herr! [481]
Perai
545 – Nicht blind vor Verlangen umherirren
Ihr Haar gleicht dem Abend, wenn die blauen Pfauen zusammenkommen, und ist von tiefer Finsternis erfüllt. Ihr Lotusgesicht gleicht dem Mond; ihre Worte bringen überströmend süßes Vergnügen. Ihr Bauch gleicht einem Banyanblatt; ihre Kayal-Augen werfen Netze des Verlangens aus.
Ihre hohen Brüste gleichen den Stirnen wilder, tanzender Elefanten. Soll ich durch all dies blind werden und in Betörung umherirren?
Er erhob sich in der Gestalt des Ebers, hob die Erde heraus und stieß seinen Ruf aus: Murari, Vishnu, auf dessen Brust Shri wohnt. Aus der großen rotgoldenen Säule in der Halle brach er hervor, zornig als mächtiger Narasimha. Du bist sein Neffe!
Murugan mit der roten Hand, die den weithin gerühmten Speer trägt! Auf dem schweifgeschmückten Pfau sitzend besiegtest du die Dämonen. Großer Herr, der kam, um in Perai zu wohnen, wo sanfte Schwanenweibchen sich mit ihren Gefährten zum Spiel vereinen!
Mayilam
546 – In der Stunde der Boten Yamas
Sind ihre tödlich kämpfenden Augen Pfeile, Schwerter, giftige verderbliche Speere, Fische, die bis zum Ohrschmuck schweifen, oder Rehblicke? Mit ihrer großen kuckuckssüßen Sprache, ihrer schmucktragenden fadenfeinen Taille und den hohen, kühlen, Meru-gleichen Brüsten verändern sie mich auf vielerlei Weise.
Ich werde zu Wachs im glühenden Ofen und sinke in das wogende Meer der Betörung. Soll mein Körper durch die fünf großen Verfehlungen, durch Täuschung und Krankheit zugrunde gehen? Wenn Yamas Boten mit fester Keule und Schlinge lärmend an mich herantreten und mein Leben forttragen, dann gewähre mir deine erhabenen Füße!
Das wogende Meer öffnet den Mund und schreit „Kōkō, kōkō!“ Der große Sura und sein mächtiger Bogen zerfallen und werden zu Asche. Du strahlender, ruhmreicher Held schleuderst aus der feurigen Hand den Speer, Standhafter, Einzigartiger von kostbarer Gestalt!
In einer anderen Gestalt gingst du in den Wald der Bergjäger, entbranntest in Liebe zum Kuravar-Mädchen, warst von ihr betört und fielst vor ihren Füßen nieder. Kumaresa!
Du Speerherr der höchsten erhellenden Unterweisung, unser Gebieter! Shambhu verehrt freudig deine Füße. Herr, Lebensschatz des kühlen großen Mayilam-Berges, großer Herr der Himmlischen!
Tiruchirappalli – Sirappalli und Siragiri
547 – Die Lotusfüße jenseits der sechsunddreißig Prinzipien
Sie strecken die Hand aus und laden ein, zeigen ihre großen Brüste und verbergen sie wieder. Sie spielen vorzügliche Liebe vor, verkehren aber nur, solange Geld vorhanden ist. Ihre Blicke lassen Pfeile verblassen; sie sprechen von den Künsten trügerischer Lust und rufen wie Kuckuck und Anril.
Scharfe Nagellinien verletzen die Haut; sie schlagen, erregen Verlangen, betören die Liebhaber nach deren Neigungen und machen die Vereinigung zur Gewohnheit. Tag und Nacht haben sie dies lange eingeübt. Lass mich den Wahn bezüglich dieser Verführerinnen aufgeben und die Lotusfüße verehren, die der Gemahl Parvatis preist!
Du bist überall und ohne Mangel; du bist der Grund bewussten Lebens und das Glück, das die Reinen erlangen. Du stehst jenseits des Endes der gerühmten sechsunddreißig Prinzipien. Millionen Indras staunen: Du nimmst die Mantragestalt an, und unverzüglich wird dein Lob erhoben. Wächter des Himmels, Herr von Vayalur!
Mit dem Speer in der roten Hand besiegtest du den bösen Sura. Ledertrommeln schlugen, Gespenster fraßen und tanzten. Du Held kommst auf dem Pfau.
Die kunstvollen, rotgoldglänzenden Tortürme werden Tag und Nacht von Wolken umhüllt. Großer Herr der Götter auf dem Berg im südlichen Sirappalli! [482]
548 – Mein Geist, vertraue dem Ruf des Pfauenreiters
Ach, mein Geist, vertraue nicht auf unseren Leib! Er ist ein Getriebe von Wohl und Wehe, ein Verschluss, den der Lotusgeborene zusammengefügt hat. Können wir davor künftig noch ohne Furcht bleiben? Komm, lass uns dem Speerherrn in Liebe zugehören, der den Leib des Berges wie Baumwolle zerstreute!
Wir sind zu ihm gekommen, damit dieses Leben nicht nutzlos vergeht. Dies ist die Zuflucht; hier ist die Vollmacht, dies ist der Auftrag des Pfauenreiters. Nimm auch die heilige Shiva-Asche, die er sandte mit dem Wort: „Wir werden kommen und dich annehmen.“ Er selbst kam und freute sich, uns ganz zu eigen zu nehmen.
Welchen anderen Weg sollten wir jetzt noch wählen? Vergiss nicht den lauten Ruf „Sohn, Kumara!“, durch den du gerettet wirst!
„Tintōtimi tītata“ tönt die große Tudi; „tantātaṉa nātaṉa tāttaṉa“ rufen Purikai und Peri, während die Veden rezitiert werden. Mit dem Speer, dem Kronjuwel der vernichtenden Macht, schlägst du die wilden Gegner nieder, sodass der Kampfplatz einem roten Wald gleicht, und besteigst den großen Pfau. Murugan!
Mein Vater schmückt sein leuchtendes verfilztes Haar mit Mond, Schildkrötenpanzer, Kondrai-Blüten, Schlange, meeresgroßer Ganga und Gebeinen. Du Kind, geschenkt von diesem Herrn aus dem Geschlecht Sadashivas!
In unermesslicher Gnade vermähltest du dich glücklich mit der Rehäugigen. Großer Herr, du blickst auf das Herzensland jener, die „Sirappalli“ sagen! [483]
549 – Du hast mich vor der Welt angenommen
Durch die Liebeskünste, mit denen Frauen das Herz zum Schmelzen bringen, gerate ich außer mir und falle erschöpft auf ihre dichten Brüste. Ich tauche in Salben aus Adlerholz und Sandel, richte mich wieder auf und spiele, während die Nägel an Händen und Füßen mondsichelförmige Zeichen hinterlassen.
Das überreich duftende, blumengeschmückte Haar löst sich, die Kleidung gleitet von der Taille. Vogelstimmen erklingen, die fischgleichen Augen ermüden; auf dem kühlen Gesicht stehen kleine Schweißtropfen. Ich trinke den Nektar der Lippen und mache mit solchem Treiben Nacht zum Tag. Darfst du mich, diesen Wüstling, so verlassen?
Du Neffe dessen, der denen Gnade gewährt, die Charya und Kriya verehren und den höchsten Stand erlangen, des Augenherrn, der in Rangapura erhaben wohnt!
Du kamst auf dem Pfau, den Speer in der Hand, der den Berg zerschlug; du nahmst mich an und zeigtest es so, dass die ganze Welt es wusste. Mein Guru!
Auf dem Berg von Sirappalli, dessen Straßen von Mandapas und Hallenreihen des Herrschers glänzen, den die drei Welten ehren, wohnst du sichtbar in machtvoller Gestalt. Unter den Herren der Berge erscheinst du als deren Stirnschmuck. Großer Herr! [484]
550 – Lass mein Leben nicht durch dieses Tun ermatten
Sie weinen und weinen, als besäßen sie aufrichtige Liebe und gute Sitte, umgeben sich aber mit Täuschung. Wenn die betörten Liebhaber kein Gold geben, sprechen sie nicht mehr mit ihnen und werden zornig. Diese Frauen ändern ihren Fehler nicht; am Ende gilt ihr Verlangen allein dem Geld.
Mit giftgetränkten Blicken stehen sie auf den Straßen zwischen den hohen Häusern, bieten ihre Brüste ohne Scheu jedem an und nennen den Preis. Von großer trügerischer Schönheit, ohne gute Eigenschaften, kunstfertig in der Verführung, schreien sie wie Vetalas; törichte, verstörende Gestalten! Soll durch solches Tun mein Leben ermatten?
Höchster Herr, der auf dem rechten Weg die Erkenntnis lehrt; Spender erlesenen Segens, Velayudha von Vayalur, der auf allen Bergen wohnt!
In Alavay zu Madurai führte der große Weise von Sirkazhi mit machtvoller Dichtung den Streit, sodass die achttausend entgegenstehenden Jainas die Pfähle bestiegen, die heilige Asche sich überall verbreitete und auch der Pandya-König zum Diener wurde.
„Shiva, Shiva! Mahadeva, beschütze uns!“ So kam er singend. Du besitzt diese heilige Herrlichkeit! Sohn dessen, der ohne Makel ist und Uma als eine Hälfte seines Leibes trägt; Lebensschatz des Siragiri, Herr der Götter! [485]
551 – Liebe zu deinen Füßen statt Verstrickung
Ihre kleine Taille fesselt die Herzen der Jungen; sie gleichen Vanci-Ranken. Ich beuge mich vor ihren beiden Füßen, dränge mich an ihren schönen Schoß und koste den Nektar der Lippen. Ich versinke in den schweren Brustkrügen, geschmückt mit Ketten, duftenden Salben und den Schauern lustvoller Freude.
Schenke mir die Liebe, welche diese Verbindung zurückweist und stattdessen deine strahlenden goldenen Füße verehrt!
Im Herzen der unermüdlichen Verehrer, das ihm zur Tanzhalle wird, singt man die Rhythmen der vier Veden. „Tarikiṭa tanta, tirikiṭa tinti, takurti“: Zu diesen Schlägen tanzt er und tritt klar erkennbar, leuchtend hervor. Du geliebtes Kind Shivas, mit der girlandengeschmückten heiligen Brust!
Großer Herr des Trisira-Berges, wo die reichen Veden in schönen Worten erklingen und die Fußringe mit machtvollem Rhythmus ertönen! [486]
552 – Beende mein haltloses Umherziehen
Große, sonnengleiche Edelsteine, Korallen und weiße Perlen schmücken beständig die Brustberge der Frauen. Ich halte ihren Umgang für Zuneigung und hege das Verlangen nach Geld.
Ich bin einer, der sich innerlich am Bösen freut, von Täuschung und Spott verwirrt zugrunde geht; einer ohne gute Eigenschaften, ohne Einsicht und ohne ein wenig Geduld. Wann wirst du mir Gnade gewähren und das Umherziehen beenden, bei dem ich mir Nahrung erbettle?
Deine heilige Brust umarmt die Tochter des machtvollen Himmelsherrn und die Tochter der Kuravar, deren zarte Füße duftenden Lotusblüten gleichen und von allen gepriesen werden.
Großer Herr des weltberühmten Vayalur und des Siragiri, wo Timilai, Tavil und Dundubhi mit mächtigem, immer anschwellendem „tiku tiku“ erschallen!
553 – Löse die Täuschung vermeintlicher Liebe
Mit dem einen verkehren ihre Augen, mit einem anderen ihre Brüste, mit einem weiteren die schönen Hände. Ihr Denken gilt einem anderen; einen schmähen sie, mit einem anderen reden sie zweideutig.
Mein Herz aber denkt, wenn ich mich ihnen nähere: „Ihre Liebe zu mir wächst sehr!“ Lass diese Verblendung vergehen. Schenke mir deine Füße, an denen die Bienen wie an Lotusblüten „taṉataṉaṉa“ summend verweilen!
Du Held auf dem wilden, kampfstarken Pfau! Sobald die Schlange ihn vor sich sieht, zittert sie immerfort. Herr von Vayalur, wo Götter, liebevolle Verehrer und Weise sich neigen und deine Füße anbeten!
Der große Herr, der die göttliche Frau als eine Hälfte trägt, tanzt zum dröhnenden „tiku takuti“, und der aus der Lotusblüte geborene Viergesichtige freut sich. Großer Herr, der zum Trisira-Berg gekommen ist! [487]
554 – Komm, du unsterblicher Junger
Ihr Mund ist eine Kumuda-Blüte, ihre Worte sind süße Frucht und Nektar. Die schönen Augen reichen bis zu den Ohrgehängen und gleichen Pfeilen, Speeren und Fischen. Durch sie werde ich übermütig froh und gerate in endloses Verlangen.
Vor ihnen stehe ich und sage: „Erkennt mein Verlangen nach euren Schultern! Seht her! Kommt! Vereinigt euch mit mir!“ Ich berühre ihr Gewand, falle auf ihren Schoß und zwischen die schweren Brüste, die ihre Taille kaum trägt. Soll ich so ohne Rettung umherirren?
Du großer Spender, den die Götter mit lautem Lob preisen, du großer Wissender, Reiter des Pfaus! Herr des Berglandes, Herr von Vayalur, ohne Tod, ohne Alter, immer gegenwärtig – komm, du Junger!
Im Kampf gegen die dunklen Dämonen trägst du den Speer. Standhafter, Held, Unvergleichlicher, schwer zu Erkennender, Kind Umas! Du Gott, König und Vel, der auf dem Berg von Tiruchirappalli leuchtet, großer Herr der Himmlischen! [488]
555 – Die Mutter mit den vielen Namen
Die geschwärzten Augen der Frauen gleichen schönen Fischen, die blaue Wasserlilien zum Wettstreit herausfordern, und sind doch wie Gift. Ich koste den Nektar ihrer Kumuda-Lippen. Unsere Stimmen gleichen Wachteln, Kuckucken, Tauben, Pfauen, anderen Waldvögeln, Bienenscharen und Hähnen. Die zwei goldenen Brustkrüge erschauern.
Die korallenroten Lippen tragen Zeichen; ich umarme den schlangenhaubengleichen Schoß. Berührungen mit den Händen, Schläge und körperliche Stellungen vollziehe ich nach der Liebeslehre, lasse sie schmelzen und umschlinge sie. Außer mir sinke ich in den großen Nabelwirbel des banyanblattgleichen Bauches, in dieses Meer der Betörung. Werde ich davon frei werden?
Die weißgestaltige Sarasvati, Indira, Rati, Pulomas Tochter, die Krittikas und die himmlischen Tänzerinnen dienen ihr gemeinsam: Durga, die Furchtgebietende, Herrin der Welt, Ursache von allem, Shakti, die Höchste; Parvati vom Himalaya, Rudri, die Makellose; Herrin der religiösen Wege, die Ungeteilte, Kundalini, unsere Mutter;
Shivai, Manonmani, Sundari der Bewusstseinsseligkeit, Gauri, Kennerin der Veden, Dakshini, Ambika, Tripura, Shyamala. Murugan, den sie mit Liebe gnädig geschenkt hat!
Auf dem Trisira-Berg mit seinen hohen Tortürmen, kunstvollen Hallen und juwelengeschmückten Makara-Torbögen verehrt dich der Vater. Großer Herr! [489]
556 – Verehrung dem Herrn der Shakti-Waffe
„Du mit der Shakti-Waffe in der Hand: Verehrung, Verehrung! Du Wissender der Befreiung: Verehrung, Verehrung! Du Künder der Wirklichkeit: Verehrung, Verehrung! Du wahre Gestalt von Bindu und Nada: Verehrung, Verehrung! Du Edelsteinlampe: Verehrung, Verehrung! Du von unvergleichlicher Herrlichkeit: Verehrung, Verehrung!“
Mit solcher Hingabe singe ich nicht. Wie ein streunendes Rind falle ich stattdessen auf die Brüste der rehgleichen Frauen dieser Welt, bestrichen mit Javvadu, Adlerholz, grünem Kampfer und Sandel. Damit ich dich nicht mehr verlasse, komm nun und schenke mir deine herrlichen Lotusfüße, die der Welt Wohlergehen bringen!
Du Träger der göttlichen Waffe, furchtbarer Heerführer der Götter! Du Guru der alten Überlieferung, gegenwärtig bei reiner Opfergabe, Arghya-Wasser und Soma-Opfer! Du kommst zur Verehrung und Anrufung; du Herr, der in Vayalur wohnt, Träger von Gebetsketten auf den Schultern, König des Kuravar-Mädchens!
Du von wundervoller Pracht, aus Vira-Lakshmi Geborener, Liebenswerter, Hüter der vielen Richtungen! Du Lehrer der Shiva-Agamas und der Tantra-Lehre, Herr der Weisen, Meister des Vaters vom Siramalai! Du Herr der Vedenkenner, die große Gelübde, Darbha-Gras und überlieferte Lebensordnung bewahren! [490]
557 – Schenke den Stand unmittelbarer Erfahrung
Tag und Nacht nicht mehr schwanken; klar erkennen, dass du der Herr und Guru bist: Offenbare mir das Geheimnis dieser Erkenntnis und schenke mir den Stand, der sich an unmittelbarer Erfahrung erfreut!
Du Herr dieser Welt und des Jenseits, du Meister des dreifachen Tamil mit Dichtung und Musik! Vel des heiligen Siragiri, großer Herr Saravanabhava! [491]
558 – Befreie mich vom Leid der Bindung
In dieser Welt werde ich im kleinen Mutterleib einer Frau mit goldenen Armreifen geboren. Nach dem Gesetz meines Schicksals erfahre ich Leid und Glück. Wenn ich sterbe, bleibt die Seele mit dem achtfachen feinen Gefüge verbunden.
Man packt sie, fesselt sie fest, schlägt und stößt sie, versetzt sie in Schrecken, bis sie schreit. Man wälzt sie umher, quält sie, überschüttet sie mit Sand und setzt sie dem brennenden Feuer aus. Man zermahlt das Leben in einer Presse, schlägt die schönen Zähne aus und zwingt es, eine glühende Kupfergestalt zu umarmen.
Man bindet und zerrt es an Dornen, schlägt es, sodass Mund und Augen zucken, schneidet Fleisch ab und lässt es davon essen; man bricht, zerdrückt, durchbohrt und legt Fesseln an. Nimm mir das Leid dieser Martern in Yamas Bereich!
Die Yogis bändigen den Atem, sind frei von Sorgen und Wahn und haben das rasch zu den fünf Sinnen eilende Verlangen verlassen. Durch Askese, Charya und Kriya gereift, stehen sie in Sammlung und Rückkehr zur Ruhe. Rein und gelübdetreu preisen sie dich in ihrem Inneren. Höchster Guru im heiligen Seypati!
Shiva, der Höchste, der ewige Rudra, der Dreiäugige, der Axtträger, der im schrecklichen Kampf die drei Städte verbrannte; gnädig, von vorzüglichen Eigenschaften und zugleich ohne Eigenschaften, der Ursprung, der Same der Welt, die einzigartige seiende Wirklichkeit, das höchste Bewusstsein, der Wunderbare, Unvergleichliche: Du bist sein vortrefflicher Kumara!
Du wurdest im Lotusteich geboren und wohnst auf dem Berg von Trisirapuram. Großer Herr! [492]
559 – Der gnädige Blick des Lehrers
Sie lieben Besitz, verkörpern Begehren und vereinigen sich, als wären sie voller Zuneigung; ihre Lustspiele bereiten Bedrängnis. In Männerscharen kennen sie keine Scham und legen täuschend den Stoff über die Brüste. Als böse Unglücksgöttinnen machen sie Menschen arm; selbst die als niedrig Verachteten weisen sie nicht zurück.
In ihren Herzen wohnen unzählbare Millionen Listen. Mit Kunstgriffen werfen sie sich vielen an den Hals; sie lesen nur die Bücher über Vereinigung. Unablässig, wie Regen, rufen sie die Dichter herbei, deren Lieder ihr Verlangen erfreuen. Sie trinken das berauschende „Gespensterwasser“, das die Selbstbeherrschung nimmt. Kann die Verbindung mit solchen schwer Fehlenden, deren Blick kein Erbarmen kennt, wahres Glück sein?
Du Meister des gnädigen Guru-Blicks, Lehrer der Erkenntnis in den höchsten Worten von Veda und Agama! Beseitige meine Mängel und gewähre Gnade, Swami!
Du strecktest die scharfe Speerwaffe aus, sodass die grausamen, mit mächtigen Bogen bewaffneten Jäger unter „Kōkō, kō!“ zusammensanken. Herr der heiligen Hahnenstadt! Dein kampfgewaltiger Pfau lässt Vasuki erzittern.
Du im Saravana Entstandener, Kanda Vel mit zwölf massigen, berggleichen Schultern, herrlich geschmückt! Du Herr der sechs Silben am Tor mit seinen hohen, großen, glanzvollen Türmen! Leben von Tiruchirappalli, das dem Himmel gleicht, Herr der Götter! [493]
560 – Wann werde ich deine Füße preisen?
Das Denken der Frauen ist darauf gerichtet, Besitz zu rauben. Ihre Brüste, getränkt mit Zibet, Adlerholz, Sandel und Rosenwasser, erschauern und bewegen sich; Ketten rollen darüber, die Kleidung gleitet von der Taille. Der dunkle Haarknoten löst sich, und ich stimme ihrer Einladung zu, vereine mich und irre in einer Liebe umher, die Schaden bringt.
Wann werde ich damit aufhören, im Herzen schmelzen und deine beiden Füße immerfort preisen?
Damals gingst du in Verliebtheit und Zuneigung zu dem pfauengleichen Mädchen, das die auf dem Berg gewachsene Hirse bewachte, und heiratetest es. Du Speerherr, unser Murugan, der nach Vayalur kam!
Auf dem Trisira-Berg preisen dich die klar erkennenden Verehrer. Du Junger, geschenkt von dem Großen, der dort schon am Anfang sichtbar thronte! Großer Herr der Himmlischen!
561 – Was Lesen und Reden nicht erfassen
Es ist nicht durch Lesen zu schauen, nicht durch äußere Verehrung zu erreichen, nicht mit geöffnetem Mund auszusprechen. Im Herzen der Unreinen erscheint es nicht; von den Liebenden weicht es nicht; von Maya lässt es sich nicht umringen.
Es liegt fern vom Klang von Bindu und Nada, jenseits des Raumes und ist der Ursprung der Welt. Lass mich Hund dies schauen und zum Yoga gelangen. Unterweise mich jetzt in wahrer Erkenntnis! Soll ich weiter verwirrt bleiben, ohne meine Unvollkommenheit abzulegen?
Kanda Vel, du wurdest vor Liebe zum Jägermädchen, das die Hirse hütete, ganz betört und verehrtest seine goldenen Füße. Held auf dem pfauengleichen Ross, in Vayalur, wo die Fische jubelnd durch die Felder springen! Du trägst schwere Schmuckketten, während die Trompeten erschallen.
Herr, den selbst die Yogis nicht finden können, wenn sie den Lebensatem durch die Nase ausströmen lassen und suchend erkennen wollen! Swami des Herrn vom Siramalai, dessen Baumzweige hoch bis in die Wolken reichen, Herr der Götter! [494]
562 – Im Traum und im Wachen nicht vergessen
Sie erschrecken und unterwerfen, lockern ihre Gewänder, zeigen ihren Stolz, täuschen und erwecken plötzlich Verlangen. Fehlt das angehäufte Geld, sehen sie einen verächtlich an. Sie sind listig, tanzen und treiben ihr wildes Spiel.
Ihre Brüste sind mit wunderbarem Moschusduft geschmückt; mit Haltung, Blicken und Worten der Begierde verwirren sie jeden. Lose Blumen duften im Haar und in seinem Schatten; die unbegreiflich schmale, schwankende Taille und ihr Gang betören.
Ich lasse mich nutzlos täuschen und arbeite nur daran, Geld zu gewinnen. Doch deine heldenspangengeschmückten Füße, nach vielen Blumen duftend, die am heiligen Teich Befreiung schenkten, werde ich im Traum und im Wachen nicht vergessen!
Muruga, zwölfhändiger Guha, Held! Du gewährtest schützende Gnade, damit der Tausendäugige in der leuchtenden, dunkelfreien Götterwelt seine Not verlor. Lehrer Pashupatis, Herr der Herrlichkeit, von den Königen aller Reiche gepriesen!
Hunderttausende Kämpfer erheben sich; der Herr der Vögel freut sich. Mit deinem erhobenen Speer zersplittern die diebischen Dämonen zu Staub. Du eiltest herbei, sodass die stolzen Jäger Tribut darbrachten und um Gerechtigkeit baten, und bestiegst den Pfau.
Du Schatz der Tapferkeit im Kampf, Saravanabhava! Großer Herr, der fest auf dem Berg von Tiruchirappalli wohnt, den die rote Sonne und der kühle Mond ehrfürchtig umkreisen! [495]
Tirukkarkudi
563 – Die Kraft der Liebe und der Blick Vallis
Ihre Brüste zerschlagen im Vergleich die Krüge, treiben die Elefanten davon, lassen die Berge klein werden und beschämen die Scharen der Chakravaka-Vögel. Sie prangen hochmütig, schwellen, wachsen und drängen aus dem Brustband hervor, sodass selbst Asketen, die als Gurus die Wahrheit lehren, ermatten.
Gewähre mir deine Füße, damit ich mich nicht länger im Meer der Vereinigung mit solchen Frauen erschöpfe!
Du selbst entbranntest im Herzen in großer Liebe zu dem Kuravar-Mädchen im Waldhirsefeld. Liebevoll wurdest du ganz von ihm gefangen, standest dem Seitenblick seiner geschwärzten Augen untertan.
Du wurdest im Teich geboren und ließest die Himmelswelt gedeihen, siegreicher, unvergleichlicher Vel! Großer Herr des Tamil, der Dichtung, des gerühmten Seypati und des baumreichen Karkudi! [496]
564 – Komm an meine Seite
Ich habe meinen Besitz über festgedrängte, berggleiche Brüste ausgeschüttet, genossen und mich lange darin verfangen. Ich denke daran und erhalte nur Leid, Elend und bitteren Schmerz; tatsächlich liege ich in geistiger Betäubung. So steht es um mich, deinen Diener.
Yamas Boten packen mich fest, fesseln, stoßen und zerren an mir, sodass ich bebe. Sie schleppen mich fort, schlagen und drehen mich herum. Sie öffnen das Bündel meiner Abrechnungen und behandeln mich genau nach dem darin aufgeführten Maß:
Sie winden und verdrehen mich, verbrennen mich, stoßen mich in Unrat und schelten mich. Lass mich nicht völlig verstört in all dem umherirren!
Erfreue dich an den Worten und am passenden Klang des Tamil, lächle mit vollendeten Gesichtern und besteige den Pfau. Lass die scharfe, machtvolle Shakti-Speerwaffe, die zornig droht, in deiner Hand aufleuchten und komm an meine Seite!
Gib mir den Gedanken, mit würdigen Worten dein Lob zu singen. Großer Herr der Verehrer im vollendungsreichen Karkudi! [497]
Ratnagiri – der Edelsteinberg
565 – Wie werde ich den guten Weg erlangen?
Ihre geschwärzten Augen wetteifern mit Fischen, gleichen Rehen und der Schönheit einer goldenen Lotusblüte. Ihr dunkles Haar, dicht und duftend, scheint eine Wolke herauszufordern und strahlt doch. Ihre zwei großen, schönen Brüste übertreffen wohlgeformte goldene Krüge, Berge und kostbare Dosen.
Durch all dies habe ich Wohlergehen, Verstand und Bewusstsein verloren. Wie werde ich den guten Weg erlangen?
Du ließest deine Waffe fahren, um den Baum zu vernichten, der in das dunkle, wolkenreiche Meer eingedrungen war. Du kämpftest in ruhmvoller Kraft und nahmst den Göttern ihre schwere Bedrängnis; so erlangtest du Lob.
Du siegreiches, wunderbares Leben der Gnade, Ursprung des dreifachen Tamil, höchste Wirklichkeit heiligen Gebetes! Wahrhaftiger Kumara, großer Herr, der auf dem Ratnagiri des heiligen Shivaya leuchtet! [498]
566 – Der Tanz, in dem alles sich bewegt
Umgeben von Betrug und vielerlei Glücksspiel, von erlernter Dieberei, Schuldigen, Mördern und leerem Prunk, versinke ich wie im Meer und erfahre Leid. In dem Netz leidvoller Weltverstrickung bin ich wie ein Fisch, wie ein wertloses Stück, das in den Brei fällt, wie Wachs in aufflammendem Feuer.
In diesem unreinen Beute-Leib wohnen die Sinne. Ohne auch nur einen Augenblick zu bedenken, wann der grausame Tod kommt, rennen und tanzen diese fünf Betrüger, ohne die Wahrheit zu kennen: Klang, Berührung, Geruch, Gestalt und Geschmack. In ihrem unwahren Spiel suchen sie die Häuser gefälliger Frauen auf.
Dort vollziehe ich vielerlei kunstvolle Spiele und bindende Taten. Pfui über dieses Tun! Wird mein Leib stinkend taumeln und zu Ende gehen? Schenke mir den Stand, der kein Ende hat!
„Tittimita tītimita tītimita tīmitata; tattataṉa tāṉataṉa tāṉaṉaṉa tāṉaṉaṉa; tikkuṭuṭu ṭūṭamaṭa ṭāṭamaṭa ṭūṭuṭuṭu“: So erklingt der Takt. Die Wolken der Richtungen tanzen, Hari tanzt, Brahma tanzt, Shiva spielt und tanzt mit, die höchste Shakti tanzt, die Erhabenen tanzen.
Die Dämonen aller Richtungen vergehen, die Götter singen, die Veden singen. Auf dem Schlachtfeld sucht Yama in jeder Richtung und tanzt mit dem Fleisch. Starke Schakale tanzen, Gespenster tanzen, Banner tanzen; die heranstürmenden Bhuta-Scharen tanzen. Licht tanzt, wenn du den scharfen Speer entsendest!
Du kamst mit List zu dem rehgleichen, blumenzarten Mädchen, der geschickten Hüterin der Hirse, und erschüttertest sein Herz. Liebender Guha, du „Namaśivaya“, Murugan auf dem hohen Ratnagiri, du Junger, komm! Großer Herr der Himmlischen! [499]
567 – Durch Hingabe zur Befreiung
In Hingabe will ich mich immer wieder an dich halten und den großen heiligen Lobpreis singen. Gewähre mir Gnade, damit ich frei werde und die Befreiung des höchsten Lebens erlange!
Du Höchster, Freund der Freigebigen und der Menschen mit guten Eigenschaften! Du wohnst auf dem unvergleichlichen großen Edelsteinberg. Du Kundiger, Herabkunft der Erkenntniskraft! Großer Herr mit der siegreichen Speerwaffe! [500]
Viralimalai
568 – Möge ich täglich deine Gestalt betrachten
Deine sechs Lotusgesichter tragen die Pracht der neun Edelsteine, der schweren Kronen und vielfältiger Weihe; die höchsten Götter dienen ihnen. Auf deinen zwölf Schultern wohnt die strahlende Heldengöttin. Deine beiden Füße duften nach Kadamba, an denen langgestreifte Bienen harmonisch den Shri-Raga summen.
Die junge Tochter der Jäger liebt dich unersättlich, und auch die Tochter des Wolkenreiters Indra. Rechts und links wohnen sie bei dir als tragende Zuflucht. Dein Speer und dein Pfau üben wohlgeprüfte Gerechtigkeit; deine wunderbare Gestalt ist wahre Erkenntnis. Auch ich Niedriger möchte dies täglich im Herzen betrachten dürfen!
In Madurai mit seinen schönen Hochhäusern und Hallen tanzt der Herr mit gewechseltem Fuß. Neunundvierzig Gelehrte legten das Kapitel über den Sinn aus. Du tratest als stummes Kind unter Kaufleuten auf und bestätigtest in Alavay durch dein göttliches Spiel die rechte Deutung. Standhafter, Segenspender, höchster Guru!
Du geliebter heiliger Neffe des Königs der Kuhhirten! Mit seinem scharfen Rad verbarg er die Sonne, damit derjenige gerettet werde, der schon an den eigenen Tod dachte.
Großer Herr in Vayalur, wo die Kaveri unaufhörlich ihre laut brausenden Wellen heranführt, und auf dem Virali-Berg im Land Konadu! [501]
569 – Zum Staub deiner Füße werden
Sie nennen einen Preis für ihre schweren, mit Sandel bestrichenen Brüste, die wie Meru wachsen, die Stütze aller Welten vom Patala an. Mit Worten süß wie Milch, Sirup und Honig erwecken sie vielerlei Verlangen. Ich besinge sie vom Fuß bis zum Haar in immer neuen Gedichten.
Ein Vetala bin ich, ohne Erkenntnis, ohne Freigebigkeit, ohne einen Herrn; ein Sünder, unwahrhaftig, ohne die wachsame Askese, die keinen Tag vergeudet, ein Tor im Geschäft von Seele und Bindung. Swami, lass auch mich zum Staub deiner herrlichen Füße werden und nicht in die Hölle fallen. Schenke mir deine heilige Gnade!
Yama und seine Boten erschrecken; Brahma und Murari fliehen; die unerschütterlichen Heere Indras werden zerschlagen. Die Vedenkenner beim Soma-Opfer rufen „Śivāya nama“. Du Junger von Vayalur schleuderst den Speer, sodass der mächtige, trügerische, schrecklich kämpfende Sura stirbt!
Auf Kutalam-, Kadamba- und Naga-Blüten drängen sich Bienen und singen volltönend in Sadari, Desi, Namakriya und anderen Weisen. Haine sind dicht, Reiher suchen nach scharfen Aral-Fischen; Waldflüsse speisen Teiche und ertragreiche Felder. Großer Herr, der auf dem Virali-Berg im Land Konadu wohnt! [502]
570 – Der Wunsch nach stiller Versenkung
Mögen alle von Askese erfüllten Weisen, deren Herzen keine nutzlosen bösen Worte hervorbringen, Tag und Nacht von mir, deinem Diener, sagen können: „Er ist ohne Begierde, ohne Sucht nach Zerstreuung, ohne Geiz und Verblendung; auch er ist ein edler Mensch.“
Du Liebenswürdiger, Hort der Reinheit, Mondträger, Freigebiger, Sadashiva, Maheshvara! Du durchdringst alles Bewegliche und Unbewegliche in allen Welten, du höchstes Jenseits. Denke gnädig daran, mir jene unmittelbare Erfahrung zu schenken: Manolaya, das Stillwerden des Geistes in Samadhi.
Der leuchtende Mond, die Schlange, die die ruhelose Luft als Nahrung nimmt und die rechte Ordnung schützt, und der heilige Fluss schmücken ihn. Er ließ die Schultern Ravanas, des Fürsten der Nachtwanderer, leiden. Makellos ist Hara, der auf dem Lotus ruht. Du bist sein gnädig geschenktes Kind!
Bräutigam der wunderbaren Tochter der Jäger, die sich ihrer Geschicklichkeit mit Bogen und Pfeilen erfreuen und mutig kämpfen! Großer Herr, der im weitgerühmten Vayalur, auf dem Siramalai, Piranmalai und auf dem Virali-Berg wohnt! [503]
571 – Den Ursprung erkennen
Makellos und uralt, jenseits von allem, erlesener unsterblicher Nektar, frei von Unruhe, erstrahlst du als höchstes Licht. Wunschlos preisen dich die Könige der Askese, die sich an Shiva erfreuen.
Du bist der Ursprung, gegenwärtig in den Gestalten des waffenlosen Tripura-Zerstörers, Achyutas und Brahmas, in Himmel und Erde, in allen beweglichen und unbeweglichen Wesen. Soll ich deiner nicht gedenken, sondern aus Gier nach Land zu den Verrätern gehen, deren Ruhm wertlos ist, die anderen untertan sind, krokodilartige Herzen haben und sich gleichgültig abwenden?
Raghava Rama besiegte einst den König Ravana – den Klagenden, den Nachtdunklen, Ravana –, sodass er erschrocken zugrunde ging. Der wahrhaft uralte Herr nahm das blumengleiche Auge dieses liebevollen Vishnu als Opfer an. Du bist sein Kumara, König der Künste, jüngerer Bruder des gepriesenen Elefantengesichtigen!
Wunschloser, Herr der Götter, du siegst unfehlbar, selbst ohne zu kämpfen, und liebst den Weg des Helden. Herr von Seruvur! Königlicher großer Herr des Virali-Berges, wo Kura- und Adlerholzbäume mit mächtigen Stämmen verflochten emporwachsen! [504]
572 – Den Weg der Hingabe und der höchsten Befreiung erkennen
Sie baden in angenehm duftendem Wasser, lassen Adlerholzrauch das Haar durchziehen und stecken Girlanden verschiedenster Blüten hinein. Ihre Locken gleichen einer wachsenden Wolke, dunklem Sand, summenden Bienenscharen und der Finsternis der Nacht. Schwarz, lang, dicht, mit Öl glänzend und gekräuselt wie das Haar eines dunklen Affen, wallen sie herab.
Ihre weite, mit einem Tilaka geschmückte Stirn gleicht der leuchtenden Mondsichel und dem Bogen der Jäger; ihr Gesicht gleicht dem Mond. Ihre Augen sind blaue Lotusblüten, Bienen, junge Mangofrüchte, Bogenpfeile, Yamas Boten und spitze Schwerter. Sie bringen Leid, quälen lange wie der Todesgott und mächtiges Gift; in ihnen wohnt die ganze wirksame Kraft des zuckerrohrbewaffneten Liebesgottes.
Ihr Lächeln gleicht Jasmin, ihr Mund nektarvollen Kumuda-Blüten, ihre Sprache frisch gereiftem Honig. Ihre unvergleichlichen Finger und Nägel glänzen wie Koralle. Ihr Hals lässt den Arekastamm im Vergleich zerbrechen, gleicht aber auch dem gedrehten Muschelhorn, dessen tiefer Klang Liebesverlangen weckt. Ihre schönen Schultern sind wie Bambus, der weiße Perlen hervorbringt.
Ihre Brüste teilen das Herz aus und gewähren ihm zugleich große Qual; sie gleichen den verborgenen Knospen hundertblättriger Lotusse. Sie füllen sich wie Gefäße neuen, duftenden Nektars und wie Berge. Rosenwasser, Moschus und gemischte Salben duften; goldener Glanz, jugendliches Erschauern, herrliche Zeichnungen und wunderbarer Schmuck bedecken die beiden hohen, schweren Wölbungen.
Zart und weich, mit neunfachen Juwelen, einem kunstvollen Stirnschild gleich geschmückt, sind diese Brüste. Der Leib darunter gleicht einem großen Banyanblatt, der Nabel einem tiefen Wirbel im Meer. Die überaus feine Taille lässt junge Männer ermüden. Ihr schöner Schoß wird mit der juwelenglänzenden Haube einer Schlange verglichen und bringt Verhängnis. Die mit Fußringen geschmückten tanzenden Füße bewegen sich wie ganz junge Sprosse.
Dass die goldene Lust der Vereinigung mit solchen Gestalten Leid ist, muss ich erkennen. Wird der Tag kommen, an dem mein vor ihren Künsten schmelzendes Herz auch seinen Wahn verliert, deine Gnade mir zuteilwird und ich den hohen Weg der Hingabe und den Pfad zur höchsten Befreiung erkenne?
„Tatata tatata tatata tatata; titititi titititi tititi titititi; tattatata tantatata tittititi tintititi; ṭakuṭaku ṭikuṭiku ṭakuku ṭikuṭiku; ṭikuṭiku ṭakuṭaku ṭikuku ṭakuṭaku; tattitimi ṭaṅkukuku tittitimi ṭiṅkukuku; tamitami tamitaka tamita timitaka; timitimi cekakaṇa timita tikatika; tattimita tantimita tittimiti tintimiti“: So ertönt der Rhythmus.
Tapalai, Muzhavu, Timilai, Patakam, Sallikai, Tavil, Murasu, Karadikai, Mattali, Tavandai, Takuni und Dundubhi schreien „moku moku moku“. Heldentitel werden ausgerufen. „Tiku tiku tiku“ tanzen die Gespenster und kleinen Dämonen, trinken bis zum Schluckauf Fett und Blut. Vögel, Garudas und Geier bewegen sich im Takt.
Das Meer erbebt und trocknet aus. Das Blut der feindlichen Dämonen schwillt an; wunderliche kopflose Leiber treiben darin und richten sich wieder auf. Zahllose rasende Elefanten, Pferde und Wagen, die Erde und die Welten von Atala an erbeben unter einem gewaltigen Dröhnen. Im selben Augenblick weicht die Dunkelheit.
Sonne und Mond gewinnen ihren festen Stand; die Götter, die deine Füße verehren, erhalten ihre Herrschaft zurück. Du Kanda schleuderst die siegreiche Shakti-Waffe von solch gewaltiger Kraft!
In deinem heiligen Vayalur rufe ich als dein dir zugehöriger Diener, damit Verblendung und Unreinheit schwinden. Ich verkünde deinen seltenen, großen heiligen Lobpreis. Erscheine wunderbar vor mir, Guha!
Du Guru und guter Herr, der auf dem Virali-Berg wohnt; freigebiger Muruga, kundig in den vielen Künsten; im Saravana Geborener, Zerschmetterer des Krauncha-Berges, ungeteilte Fülle, König, makellose Gestalt des Glücks, höchster Guru Parashivas!
Dein Pfau ragt bis durch das Dach des Raumes empor. Wenn er seinen machtvollen Tanz vollzieht, erbebt selbst der Ringberg. Sein smaragdgrüner Schweif sprüht Feuer. Komm auf ihm in deiner kostbaren jugendlichen Gestalt, damit die Himmelswelt und die Gemeinschaft der Dichter erstrahlen. Großer Herr! [505]
573 – Was kann wirklich Zuflucht geben?
Sie rezitieren so lange, bis die Worte fest eingeprägt sind, vollziehen unzählige Feueropfer und erlangen deren Kräfte. Mit Freude bewahren sie die Agamas, richten Wahrnehmung und Verlangen auf niemanden, wiederholen unaufhörlich die eine Silbe und führen täglich den Atem.
Doch ohne beständige Erkenntnis treten solche Lehrer als Gurus auf. Jeder bietet seine eigene Wissenskunst an – kann das Zuflucht sein? Wenn der feurige Weg und der leuchtende Kreis die Vollendung erhellender Erkenntnis schenken, mag es so sein; ich habe dies nicht gesehen.
Du Neffe des Urherrn, der durch sein wunderbares Wirken Duryodhana und die Herrscher des Kuru-Landes zugrunde gehen ließ, Kuntis Söhne unversehrt hielt, Gerechtigkeit befestigte und sie über die sieben Welten herrschen ließ! Er kam als Zwerg und nahm dann die unermesslich hohe Gestalt an.
Sohn des Siddha, der Tripura verbrannte, du Siddha, der auf dem schönen Virali-Berg umherzieht, mit dem Speer in der herrlichen Hand! Du nahmst dem regierenden Pandya-König das Fieber und richtetest seinen gekrümmten Rücken auf, um die Wahrheit des Herrn von Madurai zu offenbaren. Unser Herr! [506]
574 – Aus der entwürdigenden Bindung zur Gnade
Die jungen Frauen eilen jedem Entgegenkommenden entgegen, erkennen heimlich seine Lage, binden sein Verlangen und zeigen ihm die Grube, in die er stolpern wird. Ihr Schoß ist ein Brunnen zum Schöpfen, eine Öffnung, aus der alter Schmutz rinnt.
Genau betrachtet ist er im wilden Liebesstrom der Jugend ein unsteter, schrecklicher Strudel; eine schmerzhafte, aufgerissene Stelle, die verfault, ein Ort angesammelter Unreinheit, die vom Gewand bedeckte Pforte des Keimes. Aus dieser Öffnung fließt Wasser wie ein Sturzbach. Nimm mich an und gewähre Gnade, damit ich nicht in diesem verderblichen, wertlosen Schlamm versinke!
Du Neffe des reinen Helden, der mit klugem Vorgehen verhinderte, dass Vidura seinen großen Bogen mit Pfeilen bespannte und gegen ihn kämpfte, und den Untergang der Hundert bewirkte! Er war der Bote Dharmas, der im Wald Kalis wohnte, und der große Wagenlenker des mit heiliger Asche geschmückten Vijaya.
Du wohnst auf dem Virali-Berg, dessen Haine bis an den Mond reichen, und hast unter den üppigen Santana-Zweigen den Weg der Gnade und seine Frucht gezeigt. Auf halber Höhe, am duftenden Santana-Kottam, offenbarst du den Segen dieses Gnadenweges. Großer Herr! [507]
575 – Alles in einer Gestalt: Shiva-Yoga
Die fünf Elemente, die sechs Religionen, Mantras, Veden, Puranas und Künste, die einundfünfzig Arten von Schriftzeichen; Götter und alle beweglichen und unbeweglichen Wesen; der hoch erhabene Lotusgeborene, der Wolkenfarbene und der Abendrote;
Mond und Sonne, die kühles Licht und Wärme ausstrahlen, die ungesprochene Lautbewegung, Bindu und Nada: All dies wohnt als eine einzige Gestalt in seinem eigenen Wesen. Das ist Shiva-Yoga.
Wenn die Unreinheiten Anava, Maya und Karma vergehen, führt die überlieferte Unterweisung des höchsten Gurus auf diesen Weg. Werde ich ihn erlangen?
Die herangerückten Dämonenheere werden vernichtet, die Götter beziehen wieder Indras Welt, und die hungrigen Bhutas und Pishachas werden satt. Die Feindin des Büffeldämons, die strengblickende Heldin Pidari, ruft „Hara Hara, Shankara!“ Du sandtest den Speer, dass selbst Merus Gipfel in Staub zerfiel, Herr von Vayalur!
Die Asketen mit verfilztem Haar und verbrannter heiliger Asche suchen Felsenhöhlen auf. Sie überwinden die Wandlungen von Bindung und Fessel und versinken in siegreiche, immer tiefere Seligkeit des Samadhi. Über ihnen tanzen Pfauen im wolkenhohen Raum; dunkle Bienen trinken süßen Honig und singen, goldene Kondrai-Blüten streuen sich weit. Großer Herr, der auf dem Virali-Berg wohnt! [508]
576 – Bevor die Jugend vergeht
Hände und Hals tragen Zeichen; das hochgesteckte, lockige Haar, dicht von Bienen umgeben, löst sich und wallt. Die schweren Brüste, reich an duftenden Salben, bewegen sich. Ich umarme sie, verliere mich in Liebe, koste ihre fruchtgleichen Lippen und sinke erschöpft auf das weiche Lager.
Die dunklen, fischgleichen Augen trinken den Liebessaft, kämpfen, röten sich und schließen sich. Ich tauche in den wohltuenden Teich des Nabels, süße Lust entsteht, und ich wühle darin umher. Werde ich den Weg zu deinen Füßen erkennen, bevor meine Jugend, an die Taillen trügerischer Frauen gebunden, zum Alter wird?
Bären mit starken Gesichtern und Affenscharen dienten seinen schönen Füßen, deren Tanzringe klangen. Mit Mühe trugen sie Berge herbei, und er ging zwischen ihnen hindurch. Das stolze Lanka erbebte; die zehn goldgekrönten Köpfe fielen, und die Erde zitterte, als stürzten Palmfrüchte herab.
Er stieß auch die Maruda-Bäume um: Mukunda. Du bist sein geliebter Neffe! „Kanda, du leuchtest in Vayalur, wo Lotusblüten sich schließen und öffnen, und auf dem großen Virali-Berg, wo Champaka Duft verströmt!“ So komme ich freudig zu deiner Verehrung.
Mich, dein Kind, nimm in fortwährender Liebe von Geschlecht zu Geschlecht in deinen Dienst. Großer Herr! [509]
577 – In die Stätte höchster Erkenntnis eintreten
Feind des Elefantendämons, Feind Kamas, Zerstörer Tripuras, Tänzer im Feuer; Herr des Kailasa, Träger des Schädels, unter dem Bambus Erschienener; Guru mit Feuer in der Hand, Axtträger, Liebhaber der Mitternacht;
Tänzer mit den Bhuta-Scharen, schützender Yogi, Shiva-Yogi, höchster Yogi, großer Yogi; Träger der großen Schlange im verfilzten Haar, unaussprechlicher großer Wissender, Reiter des Stieres;
Tänzer des Bharata, Tänzer im Wald, höchster, das Alter übersteigender Herr: Wirst du mir nicht Gnade geben, damit ich in seine Stätte der höchsten Erkenntnis eintrete?
Brahma, der die Veden rezitiert, erschrickt und flieht, die Unglücksgöttin läuft davon. In großem Zorn stürmst du voran; der nördliche Meru dreht sich, im Meer lodert Feuer. Sura schreit und klagt, bis sein Mund versagt, und geht zugrunde.
Die sieben Welten und der kreisende, die Richtungen begrenzende Ringberg neigen sich. Mit den Vetala-Scharen tanzen Raubvögel und Geier. Du ziehst freudig in den Kampf, du mit der reinen Kadamba-Girlande, Meru der Barmherzigkeit! Großer Herr im erhabenen, schönen Viralimalai! [510]
578 – Ich werde deine rettende Kraft nicht vergessen
Ihre Augen werden zu Pfeilen Kamas und nehmen den jungen Männern ihre Lebenstage. Sie eilen bis an die beiden schweren Ohrgehänge, schweifen im Schatten des wolkenziehenden Haares und legen selbst das scharfe Schwert nieder. Sie setzen den Fuß auf die Speerspitze; sogar Yamas Boten verlieren ihren Stolz.
Betörend spielen sie und wetteifern mit makellosen blauen Lotusblüten. Bei solchen Frauen nahm ich unheilvolle Schuld auf mich. Du aber tratest vor mich, nahmst schon damals diesen Diener an und hobst ihn empor, sodass seine Verblendung wich. Deine Kraft werde ich nicht vergessen!
Die erhabene Herrin, Tripura, Bhairavi, zornig wie das Feuer am Ende der Zeit; die an Tugend Höchste, Nili, Herrin der Götter und der drei Welten; dazu die sechs Krittika-Mütter: Sie hegten dich mit großer Zärtlichkeit und nannten dich ihren Sohn.
Du Junger, der dem Herrn des nördlichen Kailasa Unterweisung gab, den wahren Sinn der Upanishaden und Veden und den Weg der Erkenntnis offenbarte! So erscheinst du als Swami, der seine göttlichen Spiele vollzieht.
Großer Herr, der im Viralimalai des Konadu wohnt, wo Shiva-Verehrung, Tatkraft und unwandelbare Freigebigkeit Tag für Tag bewahrt werden! [511]
579 – Sprich zum Tod: Berühre ihn nicht
Ich preise den, der nichts gibt, nenne ihn Kubera, schmeichle und ziehe nutzlos durch die Welt. Ich trage eine Last, die niemand tragen sollte, werde durch unermessliche Not schwach und suche doch nicht deine Gnade, die meine ganze Armut beenden könnte.
Mein Herz ist von vollen Brüsten betört; ich suche behagliche Lust und lebe nicht in rechter Ordnung. Beständige Askese bleibt verborgen, Bedrängnis wächst. Bevor mein Leib und mein Leben müde werden, leiden und sterben:
Wird nicht das Wort von deiner Zunge kommen: „Todesgott, rühre ihn nicht an!“? Du Kind der Mutter, von der es heißt, dass sie die sieben Welten gebiert!
Du zuverlässiger Herr, dessen Erkenntnis aufblüht, wenn Nada sich im inneren Wirbel mit dem ursprünglichen Bindu verbindet; du hoher, scharfer Speerherr, dem Himmelsjuwel gleich!
Kühle, unvergängliche Haine ragen bis an das Weltall, wachsen hoch und grünen dicht. Tag für Tag fällt unaufhörlich Regen; Teiche voller vieler Blumen schwellen an. Großer Herr, der sich am Virali-Berg erfreut! [512]
580 – Die trügerische Einladung und der Kuhhirte
Gestalten der Täuschung, in allem geschickt; unermüdliche Erfinderinnen von Kunstgriffen, Schmeichlerinnen, deren Seitenblicke Lebenstage abschneiden! Sie lachen und lassen sogar Weise in Liebe schmelzen und ermatten. Für eine einzige Münze öffnen sie das Brustgewand.
„Kommt, gebt!“, rufen die ganz Verlogenen. Sie erwecken maßloses, ungeprüftes Verlangen. Gibt man nichts, brechen sie heftigen Streit vom Zaun. Sie trinken berauschendes Wasser, werden ausgelassen und bedenken weder Schande noch Schuld.
Diebische, rohe Frauen, lächerlich aufgemacht, von zweifelhaftem Zeichen und Schmuck, ohne gute Lebensordnung, mit käuflichen Brüsten – soll ich ihre Gemeinschaft suchen?
Er nahm ungekochte Milch, Ghee und Joghurt aus den Töpfen, ohne zu fragen: „Darf ich?“ Ungesehen von den Hirtinnen trank er. Da band Yashoda seinen wolkenfarbenen Leib an den Mörser, packte und schlug ihn wie im Kampf. Mit den Händen hielt er seine Ohren und weinte.
Später ließ er süß die Bambusflöte erklingen und rief die vielen Rinderherden zurück, ohne dass eines abirrte. Diesen Achyuta hast du als mächtigen Oheim, Herr von Vayalur!
Du ließest im gewaltigen Kampf keinen Tag nutzlos verstreichen, sondern entsandtest den Speer, damit Sura starb. Wunderbarer Vel, großer Herr am heiligen Ort Viralimalai! [513]
581 – Du bist mir Mutter und Vater
Verblendung, Begierde und Zorn ruhen bei mir an keinem Tag; ich folge immerfort den wechselnden Wegen Mayas. Auch wenn ich ein großer Sünder von schlechtem Wesen bin: Herr, von nun an bist du mir Mutter und Vater!
Die vier Veden und die Agamas habe ich nicht einmal gelesen. Lass meine Tage nicht nutzlos vergehen. Schenke mir die Unterweisung der Erkenntnis jenseits der sechs mal sechs Prinzipien!
Du Junger, der rote Wasserlilien liebt, dessen Schmuck und schöne Schultern mit duftendem Sandel bestrichen sind! Du Stütze von Unterwelt und Erde, Herr des westlichen Vayalur mit seinem fischreichen Wasser!
Vel, Lebensschatz Viralimalais, Sohn des Herrn der versammelten Vetalas und Bhutas! Held, Feind des grausamen Sura, roter Vel, großer Herr der Götter! [514]
582 – Selbst dort werde ich deine Füße nicht vergessen
Sie lassen ihr wolkengleiches Haar fallen, fangen mich mit ihren zwei Lotusaugen ein und ziehen mich im Spiel auf das Bett. Das Gewand gleitet ab, der Hüftgürtel löst sich; in der Vereinigung wirken die Sinne zusammen. Fisch- und speergleiche Augen schließen sich, Stimmen steigen auf wie Pfauen, Wachteln und Kuckucke.
Ich koste den Nektar des fruchtgleichen Mundes, schmelze und werde von Freude erfüllt, tauche in die ungetrennte Vereinigung und umarme sie. Auch wenn ich ermüdet auf den beiden schweren Brüsten einschlafe: Deine beiden Lotusfüße, meine Zuflucht, werde ich nicht vergessen!
Du wohnst im Heiligtum auf dem Virali-Berg, während die Dundubhi-Trommeln mächtig erschallen und die drei Welten dich anbeten. Du Bezaubernder, der einst im Norden den großen Meru mit seiner Waffe niederwarf!
Der muscheltragende Hari pries dich. Ohne Sura Gewicht beizumessen, besiegtest du ihn mit dem Speer, sodass sein Leib verging. Du zogst weiter in unverminderter Kampfkraft und siegtest. Den jungen Sohn des Herrn der Götter, die vor Sura geflohen waren, bewahrtest du, befreitest ihn aus der Gefangenschaft und setztest ihn wieder zur Herrschaft in seiner Welt ein. Großer Herr! [515]
583 – Wann kommst du zu deinem Diener?
Ihre verführerischen Brüste stoßen aneinander, sind fest und wachsen wie der nördliche Meru. Sie kommen, bewegen sich und stürzen den Leib ins Verderben. Ich versinke in ihrer Täuschung und habe nur noch törichtes Wissen.
Damit die zornig kommenden Boten Yamas mir nicht das Seil fest um die Füße binden und mich fortzerren, eile als mein Schutz herbei! Wann wird der Tag kommen, an dem du deinen Diener aufsuchst?
Der ursprüngliche Vedenherr, Vishnu und Hara, der auf dem großen Verbrennungsplatz tanzt, sind in ihr eins: in der Mutter, der Makellosen, der Dreizackträgerin, der Jungfrau, Mahamaya, Gauri, Uma. Du Leben, das sie geschenkt hat!
Die Berge wachsen bis an den Mond, der glänzende Strahlen ergießt; an ihren hohen Hängen liegen dichte Haine. Unser Herr, der in der Stadt Virali wohnt, wo Pfauen mit prächtigen Schweifen umherziehen!
Vinayakamalai – Pillaiyarpatti
584 – Zwölf Rufe der Verehrung
Im Saravana Geborener: Verehrung, Verehrung! Du von grenzenloser Barmherzigkeit: Verehrung, Verehrung! Du mit Füßen wie hundertblättrige Lotusse: Verehrung, Verehrung! Du von wunderbarer Schönheit!
Jugendlicher, Standhafter: Verehrung, Verehrung! Königlicher Kriegsheld: Verehrung, Verehrung! Herr der Heeresstadt: Verehrung, Verehrung! Herr der Welt!
Du höchste Gestalt: Verehrung, Verehrung! König über den Herrn der Götter: Verehrung, Verehrung! Du mit der duftenden Kadamba-Girlande: Verehrung, Verehrung!
Kind Umas, Kalis, Bhagavatis: Verehrung, Verehrung! Ursprung dieser Welt und des Jenseits: Verehrung, Verehrung! Du von heldenhafter guter Art: Verehrung, Verehrung! Schenke Gnade!
Du schleudertest den langen Speer mit gewaltiger Schnelligkeit, sodass Staub Sonne, Himmel und Erde bedeckte, alle Götter gerettet wurden, die sieben Meere leidvoll „Ist dies recht?“ riefen, der große Meru zerbrach und die Macht der Nachtwanderer schwand.
Der smaragdgestaltige Kuhhirte, der goldgestaltige Vedenherr und der feuerfarbene Ishvara verehren deine Füße. Du Leben auf dem Pfau, Vel auf dem Vinayaka-Berg, Zuflucht der Jäger, die in den Bergwäldern wohnen. Großer Herr! [516]
Tiruchengodu – Sengodu
585 – Komm mit dem roten Hahn
Ich komme nicht in Liebe, verneige mich nicht vor deinen Füßen und denke nicht an das Einswerden der fünf Elemente. Stattdessen wächst meine Liebe zu den Frauen: ihren giftvollen Augen, ihren Lotuszügen und Brüsten, ihrem Haar mit dichten Blütenbüscheln, in denen Bienen tanzend feiern.
Nur an sie denke ich; Verwirrung erfüllt mein Herz. Soll ich ohne Ende so ruhelos umherirren?
Sohn des Tänzers in der Halle, du mit der überreich duftenden Kadamba-Girlande! Scharfer Speerherr, durch den die Geburten derer, die kommen, sich verneigen und vor dir stehen, rasch vergehen!
Wenn ich von Ort zu Ort gehe und „Kanda!“ rufe, musst du mit deinem roten Hahn kommen. Großer Herr, der in Sengodu wohnt, wo roter Reis und Lotus zusammen gedeihen! [517]
586 – Lass mich nicht in Verlangen vergehen
Die Hände der Frauen sind vom Ballspiel müde; liebevoll schmücken sie ihr Haar mit frischen Girlanden. Kunstfertige Bienen singen darin ihre Weisen. Das Gesicht gleicht einer Lotusblüte.
Mandara-Duft und Sandelsalbe vereinen sich auf den Brüsten, die großes Unheil bewirken. Lass mich nicht in heftigem Verlangen nach ihnen aufbrechen, im Leben ermüden und vergehen. Gewähre mir deine Gnade!
Kanda, Sohn Haras, strahlendes junges Kind, Neffe Mukundas! Du Kanda, der den Krauncha-Berg in Stücke zerlegte, Bräutigam der himmlischen Schönen!
Dichte Kadamba-Büschel voller roter Blütenstäubchen schmücken deine starken Schultern. Großer Herr, der im Sengodu mit festen Felsen wohnt, wo Bären sich in Felshöhlen zur Ruhe legen! [518]
587 – Deine Füße nicht vergessen
Ihr Haar gleicht heranziehenden Wolken, in denen Bienen, vom getrunkenen süßen Saft betört, umherziehen. Ihre Augen sind Speere, die im wilden Kampf Kamas Pfeile brechen. Mit ihnen biegen sie sich heran und bringen jeden Betrachter ins Wanken.
Lass mich nicht an ihren jungen, kokosnussgleichen Brüsten hängen, deine knospenden, blütenreichen Füße vergessen und zugrunde gehen. Schenke mir deine Gnade!
Du geliebter Neffe des edlen Herrn, der seit alters Rad und Muschel trägt und im Ozean ruht! Kumaresa, du stehst denen als ihr eigener Anteil bei, die im Gesang dahinschmelzen und liebevoll deinen Namen sprechen.
Die Götter feiern dich; du kämpfst wie im Spiel. Du bist die Freude im Herzen dessen, der in der Halle tanzt. Großer Herr, der in Sengodu wohnt, wo roter Reis reich wächst und Wolken spielen! [519]
588 – Mit deinen Verehrern eins werden
Ihre Kayal-Augen lassen mich grenzenlos schmelzen, ihre süßen Worte sind wie Zuckerkandis. Ich, von Taten gebunden, versinke auf dem Weg körperlicher Vereinigung mit solchen jungen Frauen; mein Wissen gerät durcheinander und ich werde betört.
Wann werde ich mit den Verehrern eins werden, die ihre Sprache, ihren Verstand, ihr Leben und ihr Bewusstsein an deinen Lotusfüßen heimisch machen und alles als Schmuck für sie darbringen?
Du zerteiltest den Berg, damit die gefangenen Göttergeschlechter zurückkehrten und in Indras Stadt lebten. Die mächtigen Heere aus rasenden Elefanten, Wagen, Pferden und Fußsoldaten schwanden. Das wogenreiche Meer mit seinen uralten Fischen klagte, die Nachtwanderer taumelten, und du siegtest mit dem strahlenden Speer.
Großer Herr, der in Sengodu wohnt, geschmückt mit Feldern, deren Ertrag die Armut der Welt vertreibt! [520]
589 – Gnade für die Erschöpften und die Erkennenden
Von Ort zu Ort suche ich die passende Gelegenheit, sage angenehme Worte, bettle und nehme an; dabei versinke ich im auflodernden Feuer eines Hungers, der sich nicht besänftigen lässt.
Vor Menschen, die selbst im Augenblick des Untergangs nicht weich werden, mit eisenharten Herzen und ohne Erbarmen, trage ich kunstgerecht gefügte Lieder des kühlen Tamil vor. Ermattet und im Inneren erschüttert, singe ich doch hartnäckig meine niedrigen Gedichte. Ich weiche zurück, ducke mich, verstecke mich und trete wieder vor, um zu loben. Soll ich eine solche Art des Lebens lieben?
Als der wilde Elefant im Wald auftauchte, erkannte sie die Gefahr und suchte deine kostbaren Füße. Du botest Valli deine schönen, starken Schultern dar. Strahlender Speerherr in Sengodu, dich schaut und preist der, der dem Zuckerrohrbewaffneten im schweren Kampf sein Stirnauge zeigte!
Du schenkst denen, die Zuflucht finden, die vor Liebe dahinschmelzen, die gütig sind, die zur Ruhe kommen und deren Herzen sich öffnen; denen, die nichts zu essen haben und umherirren, den Zusammengebrochenen, den Bekümmerten, den Erschöpften und den Erkennenden. Großer Herr! [521]
590 – Sprich: Fürchte dich nicht
Ihre Worte gleichen edlem Zuckerrohrsaft, aus dem aller trübende Bodensatz herausgefiltert ist; damit lassen die Fehlenden Denken und Blick schmelzen. Lass mich nicht in ihrem Seitenblick zugrunde gehen!
Ich sehne mich sehr danach, die Unterweisung zu empfangen, die mich davon abwendet. Durch meine Taten denkt der Geist Böses; gewähre Gnade, damit ich es aufgebe, und sage: „Fürchte dich nicht!“
Du scharfer Speerherr, der die Heere der verwirrenden Dämonengeschlechter zerschneidet! Lehrer, der denen die Zuflucht zur Reife bringt, die dich rufen und mit klarem Wissen die roten Lotusblüten deiner herrlichen Füße verehren!
Herr von Vayalur mit dem heiligen roten Torturm! Großer Herr, der im weithin geschätzten Tiruchengodu wohnt, der Freude dieser beständigen Erde! [522]
591 – Lass auch mich dein Wort der Freude hören
Sie zeigen ihre schläfrig verdrehten Augen und stellen ihre Brüste den Blicken vieler zur Schau; sie richten sich auf, schmücken sich glänzend und ziehen umher. Aus dem Mund, rot wie die Tondai-Frucht, schenken diese Frauen den goldenen Zuckerrohrsaft ihrer Küsse; sie ziehen einen an sich und bringen einen durcheinander. Lass mich nicht länger im betrügerischen Treiben dieses leidvollen Lebens umhergeworfen werden.
Du entziehst dich selbst dem Blick dessen, der auf dem Lotus sitzt, dessen, der die Kälber hütete, und dessen, der den Tod erzürnt vernichtete. Werde auch ich dein freudiges Wort hören dürfen, in dem du das geschaute und ersehnte höchste Gut feierst? Wirst du es mir schenken, mich beschützen und deinen heiligen Blick auf mich richten?
Du jagtest den dicht bedrängenden Sura, der sich durch trügerische Zauberkünste verbarg, bis er zerbrach; du besitzt mächtige Schultern, die sich einst am Kampf mit der Waffe erfreuten. Jugendlicher Herr, du erscheinst inmitten deiner Diener, bei den kühlen Kura-Blüten im herrlichen Garten, in dem die Bienen ihre Lieder singen.
Mit einem Blick gewannst du die junge Jägerin der Berge, deren Worte wie das Plaudern eines Papageis und deren kühle Augen wie Fische sind; du begehrtest sie und vereinigtest dich mit ihr im grünen Hain bei ihrem Feld. Herr des heiligen Sengodu im Kongu-Land, wo blühende Haine voller Duft stehen und Wolken donnernd ihre Pracht entfalten![523]
592 – Lass unsere Herzen ihre Erfüllung finden
Ihr Haar gleicht einer dunkelblauen Wolke; in den Blumengewinden summen die Bienen. Ihre langen Augen spielen wie rasch bewegte Bälle; ihre Zähne glänzen wie Kristall. Ihre Stirn ist ein schöner goldener Bogen, ihre begehrenswerten Ohrgehänge schwingen. Ihr langes Gesicht gleicht dem Lotus. Wenn sie sprechen, tönt ihre Rede wie die eines Papageis. Ihr Hals ist schön, ihre Schultern ebenmäßig; auf ihrer Haut liegt der feine goldene Flaum. Ihre beiden Brüste ragen wie zwei herrliche Berge, wie die Stoßzähne mächtiger Elefanten; jugendliche Fülle, Honigsüße und Perlenschmuck sind ihnen eigen.
Lange Schmuckketten liegen auf ihnen. Duftende Salben verströmen ihren Wohlgeruch, und all diese Reize ziehen an wie dunkle Bienen die Blüten. Ihre Scham ist ein voller Schatz des Liebesgottes, eine Quelle begehrter Lust, ein Behältnis von Liebesnektar. Ihre Taille ist dünn wie ein Faden; strahlende Begierde, Leben, Glanz und Schmuck verbinden sich an ihnen. Sie gleichen prachtvollen goldenen Pfauen. Um ihre Füße liegt duftender Kampfer; ihre Fußspangen klingen, wenn sie gehen. Ihr Gang gleicht dem erlesener Schwäne und dem eines Pfaus, der sein Rad entfaltet. So erheben sich die geschmückten käuflichen Frauen.
Ich stürze mich in die Vereinigung mit ihnen, ziehe mir quälende Krankheiten zu und sinke immer wieder in die Geburt. Lass die Taten, die deinen Diener bedrängen, erschreckt entfliehen. Auf dem großen Weg zu deinen roten Lotusfüßen mit den klingenden Fußringen und den Kadamba-Girlanden will ich mich niederwerfen und dir nahen. Lass die Qual weichen; lass mich vom Meer des Nektars trinken, bis Hunger und brennendes Verlangen gestillt sind. Lass mich mich deiner korallenfarbenen Gestalt zuwenden und voller Liebe „Leuchtender Muruga!“ rufen. Schenke mir die Erkenntnis, durch die die Herzen von uns beiden ihre Erfüllung finden.[524]
Unsere Mutter trägt den Dreizack: Gauri, Vernichterin der Verblendung, mit bewegten Ohrgehängen; Shivakamasundari, die schöne Geliebte Shivas; die mit heiliger Asche Geschmückte, die Unverhüllte, Angali, die Kunstvolle und Pfauengleiche. Die Göttin des roten Lotus steht vor ihr und lobt sie. Sie ist die reine Amba, die Bambusschultrige, die eine Hälfte dessen bildet, der von Gnade erfüllt ist. Die große Welt preist dich als Sohn dieses höchsten Herrn – du Wunderbarer!
„Vernichter Suras! Beschützer der Götterwelt! Sohn der sechs schönen Mütter! Kumara, Vel-Träger mit Kadamba-Girlande, Herr mächtiger Schultern! Höchster Lehrer! Skanda! Gemahl der himmlischen Jungfrau!“ So singen die Agamas und die Shruti ihre Lobweisen. Du schleudertest den Speer: Sieben Berge wurden zerschlagen, und das Blut der sieben floss wie ein Strom. Danach tanztest du, Speerträger![525]
Der Dunkle ließ den mächtigen Hiranya zugrunde gehen; er schoss den Pfeil, der Vali, die starken Bäume, Kumbhakarna und den grausam starken Ravana vernichtete und das Meer bezwang. Wolkengestaltiger, der voller Freude mit den Hirtinnen spielte, Herr der glückverheißenden Brust! Du bist mit ihm verwandt, mit dem, der das Haupt des Höchsten nicht schauen konnte.[526]
Du umarmst die göttlich schöne, mondgesichtige junge Frau: Deine Brust vereint sich mit ihren schweren, stoßzahngleichen Brüsten; ihre schlanke Taille wiegt sich. Voll Freude näherst du dich ihrem Gesicht, kostest die Süße ihres Mundes, während die juwelenbesetzten Fußspangen singen und Hochzeitsduft euch umgibt. Erhabener Herr des Pfaus, Gemahl der Kuravar-Tochter! Du kamst, um in Sengodu zu wohnen, wo die Veden erklingen. Herr, den der dunkle Vishnu, Brahma und die Götter preisen!
593 – Die Lehre des „Du“
Ich weiß nicht einmal ein wenig, wie ich meinen Geist darauf richten soll, den Faden des Sterbens und der trügerischen Geburt zu durchtrennen und heute festzustehen. Aufwallend, bedrängt, in Zweifel verstrickt, schlage ich mich wie ein Gefangener der Not und verwunde mich dabei; heftige Begierde bindet mich an die schlanken Frauen mit den dunkel geschminkten Lotusaugen.
Schenke diesem alten Toren gute Gesinnung und freudigen Eifer. Lass mich an deinem von Feldern umgebenen Ort, wo die Bienen Honig trinken, dienen, mich niederwerfen und dich schauen. Gib mir die erhabenen roten Lotusfüße mit ihren Fußringen, damit ich mich an sie halte.
Der Elefant hob Berge auf und warf sie wie Bälle; seine Augen röteten sich, und er richtete Verwüstung an. Dunkel wie eine Wolke bedrängte er Indras Götterwelt; er stieß mit den Stoßzähnen, zermalmte und erschütterte die feste Erde, drängte gegen mächtige Berge und kämpfte wild. Shiva ging zu ihm und zog ihm die Haut ab; dann nahm er der Schönen ihre Furcht. Seine Augen erfreuten sich, und ohne Anhaftung im Herzen jubelte er unablässig.
Diesem Shambhu, dem mit den Champaka-Blüten, erklärtest du die Bedeutung des Wortes „Du“. Schöner Herr, der auf dem roten Berg wohnt![527]
594 – Was sie alles zeigen
Sie zeigen den trägen Seitenblick; sie zeigen die Rückseite ihres duftenden Haars; sie zeigen ihren mit Gelbwurz gepflegten goldenen Leib. Sie zeigen die trügerische Zärtlichkeit der Liebe; sie zeigen scheinbare Übereinstimmung des Herzens; sie zeigen ihre glänzenden Zahnreihen. Sie zeigen die wohlgeformten Berge ihrer schweren Brüste; sie zeigen den Wirbel ihres Nabels und ihren muschelgleichen Hals.
Aus listigem Liebesspiel zeigen sie Streit und Schmollen; dann zeigen sie wieder ihre frühere Fügsamkeit. Werde ich endlich aufhören, ihnen mein erbarmendes Verlangen zu zeigen?
Dein Vater setzt gebundene Erukku-Blüten auf sein mondgeschmücktes Haar und trägt Uma in seiner Hälfte. Lehrer und Herr, dessen Füße dieser Vater verehrt! Herr von Vayalur, du jagtest die feindlichen Scharen fort, die sich gegen den liebevollen Diener erhoben, der dir einen Anhänger aus feinem Gold umgelegt hatte.
Du nahst der schönen Kuravar-Frau, die auf dem dicht bewachsenen Feld singt: Du verneigst dich vor ihr, freust dich und vereinigst dich mit ihr. Herr des heiligen Sengodu im Kongu-Land, dessen Kadamba-Blütengärten am Berg weithin für ihren Duft berühmt sind![528]
595 – Ein Wunschbaum in der Wüste
Sie haben die wahre Zuflucht verlassen und sich an falschen Halt gebunden. So können sie den von sicherem Leid erfüllten Ozean der Geburt nicht überqueren und ans Ufer gelangen. Rasend vor Begierde nach jenen papageiengleichen Frauen, deren Rede den Honig übertrifft, erschöpfen sie sich im Kampf der Liebe.
Wenn sie später die strahlenden goldenen Füße deiner Verehrer ehren, ihnen nachfolgen und zum Guten gelangen, stehst du vor ihnen wie der göttliche Wunschbaum in der Wüste.
Ewiger, du stehst auf dem Gipfel von Sengodu, wo die Fische über die roten Reisähren springen und bis in die angrenzenden Haine gelangen. Roter Vel-Träger, deine mit Vetchi-Blüten geschmückten Schultern vereinen sich mit der perlengeschmückten Herrin des Berges, wo rotrispige Hirse und dreimal tragende Felder gedeihen.
Du kostbare Perle! Vater der drei heiligen Feuer! Reiner! Befreiter! Herr, der Befreiung schenkt![529]
596 – Die Kraft deiner Gnade
Frauen, die mir mit scheinbar liebevoller Art Leid bereiten wollen, wecken Verblendung. Lass mich keine Bindung an sterbliche Menschen knüpfen, deren Nähe Verwirrung mehrt und dem Leben schadet. Lass die Geburt enden, in der die Sünde anwächst und das Übel der Unreinheit zunimmt.
Schenke mir deine beiden Füße und nimm mich in deinen Dienst. Lass mich den hohen Himmel erreichen und offenbare mir die durchdringende Kraft deiner Gnade.
Speerträger, du trittst den Suras im Kampf entgegen und stößt mit deinem Speer gewaltig gegen ihre Leiber, sodass Blut hervorströmt und sie fallen. Trommeln und Becken tönen „tanattan tāna tānan“; Millionen starker Geister umringen dich. Auf deinem einzigartigen Pfau vollführst du deinen schönen Tanz. Du herrliches Leben, dessen Ruhm und liebevolle Macht wachsen!
Herr von Tiruchengodu, wo sich dicht die Teiche ausbreiten und überall blaue Wasserblumen blühen![530]
597 – Der Verwandte Ramas auf dem Schlangenberg
Ihre Blicke besitzen die Gewalt des tödlichen Giftes und schneiden wie scharfe Schwerter. Sie rufen jeden herbei, wer es auch sei, und wandern tanzend durch die Straßen. Sie reden, wecken Verlangen und verwirren; sie schüren die Lust und umfangen einen mit ihren Brüsten. Sie lösen ihr blumengeschmücktes Haar und binden es wieder auf; sie lassen das Tuch herabsinken und wickeln es um die Hüften. Duftend und glänzend schmücken sie sich.
Durch ihre Nähe stoßen sie mich in die Maya und halten mich darin fest. Soll ich mich in den Taten sinnlichen Genusses verlieren, ohne ein Leben in deinem Dienst zu führen, und immer weiter in unreiner Geburt umherirren?
Der Himmlische kam als Sohn Dasharathas zur Welt und beschützte das Opfer eines Weisen. Mit seinem Fuß berührte er die Steingestalt. Er kam nach Mithila, zerbrach den Bogen, umarmte die Schultern der blitzgleichen jungen Frau und zog in seine Stadt. Dann schickte die andere Mutter ihn in den Wald. Mit der erdentsprossenen Frau ging er dorthin; er schoss den Pfeil, der den im Wald lebenden Vali fällte, und machte sich auf, Ravana zu vernichten. Du bist der Verwandte dieses Herrn!
Lehrer der Erkenntnis, wahrer Guru, höchster Vel-Träger, wunderbarer Herr von Neruvai! Du stehst auf dem großen Schlangenberg und verleihst ihm Ruhm, großer Herr![531]
598 – Der Honignektar der Erkenntnis
Lass mich dem Tod nicht nahen und nicht wieder auf dieser Erde geboren werden. Schenke mir den Honignektar jener Erkenntnis, die dem tugendhaften Agastya zuteilwurde.
Du bist Vishnu und Brahma schwer zugänglich; von den großen Asketen weichst du nicht. Du bist der Sinn der vier Veden, Herr von Nagagiri![532]
599 – Beschütze mein Leben
Girlandengeschmückter, Herr lieblicher Rede! Träger der Welt, Herr des Wassers und der Erde! Du wohnst in der Betrachtung derer, die freigebig und von gutem Wandel sind. Vernichter der Sünde!
Wenn ich für meine Verfehlungen in das Land des fesselnden Yama geführt werde – welch eine Gefahr! Beschütze mein Leben, dass es nicht dahingehe. Darf ich, der Schlechte, ohne das Gute erlangt zu haben, dem Scheiterhaufen anheimfallen?
Geliebter, du gewährst die Wünsche der Liebenden. Beschütze mich, Herr des langgestreckten Schlangenberges! Sohn dessen, der mit dem Skelettschmuck sein Spiel vollführt, Liebhaber der Kadamba-Blüten! Du liebst das duftende, honigsüße Hirsemahl der schönen Hirschgleichen und hast Anteil an ihr.
Strahlender, von den Menschen der Länder besungenes göttliches Kind! Vel-Träger! Blüte der Schönheit! König! Gott! Großer Herr der Götter![533]
600 – Lass mich deinen Schlangenberg preisen
Mein Herz schmilzt vor jenen korallenroten Lippen, dem nachtdunklen Haar, den berggleichen Brüsten, die Erregung wecken, und den beiden lotosgleichen Händen. Doch den Schlangenberg preise ich nicht, den Ort, an dem du Wohnung nahmst, nachdem du Blüten und Früchte des großen Mangobaums mitten im Meer erschüttert hattest. Soll ich, dein Diener, diesen Leib aus Knochen und Unrat weitertragen und in die brennende Hölle fallen?
Herr mit zwölf Schultern, du umarmtest die papageiengleiche Kuravar-Tochter, deren Rede Milch, Honig und Nektar gleicht: Durch das Wort des Weisen, der den Weg der Upanishaden kannte, wurde sie von einer schnell springenden Hirschkuh geboren.
Du lässt deinen smaragdgrünen, goldglänzenden Pfau über die Feinde springen: Die Asuras treiben ihre Pferdeheere rasch voran, dem wogenden Meer gleich; die kampfbereiten Dämonen und die großen Urberge erbeben. Herr der Götter![534]
601 – Lehre mich die Sprache deines Lobes
Von Verlangen nach Besitz ergriffen, richte ich meinen Blick auf papageiengleiche Frauen und werde ihr Gefährte. In einer Gemeinschaft ohne Liebe verliere ich mich; mein Geist läuft dem nach, was die begehrten Schultern festhält.
Werde ich diesen Geist zurückgewinnen, die Verstrickung des trügerischen Lebens lösen und die kraftvolle, kunstvolle Sprache empfangen, mit der ich dich preisen und mit Vetchi-Blüten schmücken kann?
Herr Kumara, du trägst den Hahn und den schönen Speer auf dem Schlangenberg; du bist König selbst über den siegreichen Herrscher mit den tausend Augen. Du stehst fest jenseits der achtundvierzig und nochmals achtundvierzig Tattvas. Herr des wahren Wortes, des angemessenen Weges und der Schriften über rechte Unterscheidung![535]
602 – Das Geschenk des Tiruppugazh
Guha, den die Scharen der Verehrer lieben! Du lässt deinen Vogel einen herrlichen Tanz vollführen. Deine Verehrer im Osten, Westen, Süden und Norden rufen voller Staunen: „Wunderbar!“ – so hören sie den Tiruppugazh, erfüllt von kunstvoller Dichtung und machtvollem Klang.
Auch mich, deinen kleinen Diener, ließest du ihn aussprechen und in der Welt verbreiten. Die Gnade, mit der du mir erschienst, werde ich niemals vergessen.
Die geschickte Kuravar-Tochter bewacht ihr Hirsefeld: Mit der geschwungenen Steinschleuder treibt sie die schreienden Papageien fort. Herr mit zwölf Schultern, du umschlangst ihren schönen Hals und hieltest sie fest in deiner Umarmung.
Dein Vater trägt Shakti ebenbürtig in seiner linken Hälfte. Zu seinem Entzücken erschlossest du ihm ganz die höchste Wahrheit der heiligen Schriften. Herr der Götter auf dem Schlangenberg!
603 – Eine Liebe, die bleibt
Wie eine Wasserblase ist diese geringe, unbeständige, trügerische Hütte des Körpers. Doch ich lebe in der verblendeten Gewissheit, Frau, Kinder, Haus und Freunde – dieses große Leben, das mein Verstand für unerschütterlich hält – würden zehn Millionen Weltalter dauern.
Denke an mich und unterweise mich so, dass die Liebe, die ich täglich auf deine Füße richte, beständig wird.
Herr des Schlangengipfels, der sich an den drei Formen des Tamil erfreut! Verwandter dessen, der Diskus und Keule in den Händen hält! Vedischer Sänger von Sirkazhi, der die streitenden, schließlich verstummten Jainas auf hohe Pfähle bringen ließ! König der rankengleichen Tochter des Jägergeschlechts am Fuß des Berges, die nie von ihrer Treue abweicht!
Tod für die dicht versammelten Geschlechter der verhassten Asura-Herrscher! Großer Herr der Bewohner jenes Landes, in dem der göttliche Wunschbaum wächst![536]
604 – Vom verwirrenden Lärm zum heiligen Wort
Die Frauen binden einen goldverzierten grünen Seidenmieder fest um und stellen ihre Brüste wie Lotusblüten zur Schau. Junge Männer geraten wie Vögel ins Netz und werden von ihren Zahnreihen gebissen. Geschickt reden sie, um Gold zu erlangen; ihre runden Brüste gleichen gefährlichen Rädern.
Lass mich nicht in die völlig trügerische Verblendung ihres steinharten Herzens geraten, mich daran klammern, mit den Fäusten kämpfen und umherirren. Lehre mich in Liebe die Worte deines Lobes, damit ich sie lerne, wiedergebe und zur Erfüllung gelange. Schenke mir deine siegreichen Füße.
Vor Hunger und Unruhe stößt der Hahn seine Laute aus: „kottuk kottu“, „kuk kuk kukkuk kuk kuk kuk kuk“. Unablässig schlägt er die Flügel gegen die Seiten, um seinen Bauch zu füllen; aufmerksam kräht er „kokrik“. Du trägst diesen Hahn als dein Zeichen.
Du gabst dem Vater, der ewiges Sein und Bewusstsein, ursprüngliche Weisheit und Liebe ist, das heilige Wort wieder. Kraftvolles Leben von Kochchai, du ließest den göttlichen Klang der Buchstaben ertönen. Du zerstörst die Anhaftung, die schon im Mutterleib Fuß fasst. Schöner großer Herr auf dem hohen Schlangenberg![537]
605 – Komm noch einmal, wie du in Arunai kamst
Eines Tages soll der grausame Tod samt seinem Heer fallen. Komm und schaue den Kampf, in dem dein kindlich stammelnder Diener, der deine beiden Füße verehrt, durch deine Gnade streitet.
Deine berggleichen Schultern, die die Kuravar-Tochter umfingen, deine sechs Gesichter, deine vielen Augen und deine sonnenglänzende Fahne sollen der ganzen Welt sichtbar werden. Die acht Richtungen, die Erde, die weiten sieben Meere und die alten Gebirgsringe mögen „Komm!“ rufen. Besteige dein smaragdgrünes Reittier, das seine kreisenden Schritte vollführt.
Deine alten Diener und die Scharen der Götter mögen dich zu beiden Seiten mit Tamil-Hymnen und Veden preisen. Komm einmal zu mir, wie du in das von Mauern umgebene Arunai kamst!
Dein Vater trägt die Flechten, das Gift, die Schlange, die Axt, den Mond und das Feuer; er trägt die Trommel und die Antilope, die Frau und den Schädel. Er führt den schweren erdtragenden Berg als Bogen und trägt den vielarmig herabströmenden Fluss. Sohn Shivas, Träger aller Tugend, Spalter des Schlangenberges! Leben auf dem Pfau, Gemahl der Tochter Shachis aus der Stadt des Wunschbaums!
Die Nachtdämonen rückten an: Ihre hohen Leiber verbreiteten Finsternis, ihre Hauer leuchteten wie Monde, ihre rollenden Augen sprühten Feuer. Die sieben Berge wurden zerdrückt; aus dem donnernden Gebrüll stiegen Rauch und Gewitter auf. Hoher Himmel und Erde erbebten vor ihnen. Du sandtest eine einzige Waffe aus und vernichtetest ihre gesamten Heere. König, höchster Lehrer, großer Herr, den der Fürst der Götter preist![538]
Kollimalai
606 – Aus der Armseligkeit des Begehrens
Ich hege dieses Haus der fünf Sinne, erbaut aus zusammengeworfenem, leidvollem Unrat. Ich rede von den Künsten, die ich gelernt habe, und will meine eigene Einfalt aus mir herausgeben. Den Frauen mit dem jasminweißen Lächeln gewähre ich bereitwillig, was immer sie wünschen; ich gebe mein Gold, bis nichts mehr da ist, und gehe fort.
Dann denke ich an Betrug und Lüge, denke an meinen Mangel und quäle mich auf diese Weise. Soll das wirklich meine Natur bleiben?
Du kamst als der Kaufmannssohn, um die volle Wahrheit zu offenbaren und dem Guten festen Bestand zu geben. Gemahl der perlenhellen Ranke, der wunderbar schönen Ranke, der himmlischen Ranke, die Befreiung schenkt!
Herr des Kolli-Berglandes, in dem die herrliche Ranke und die honigsüße Ranke sich ausbreiten! Du mit frischen Vanni-Blättern, Wasserblüten und Vetchi auf dem Haupt, mächtiger Herr des grünen Pfaus![539]
607 – Der Ozean grenzenloser Freude
Du bist der eine uralte Ursprung, der zur zarten Zweiheit wird und zu den drei genannten Eigenschaften; du wirst zu den vier reinen Veden, den fünf heftigen Sinnen und den sechs Gliedern ihrer Lehre.
Du bist die vielen, vielen Klänge; lass die Fesseln der Seelen schwinden. Du verbindest dich mit dem reichen Tamil und wirst Musik. Du bist alle Lebewesen. Gewähre mir, fest in den Ozean deiner wesenseigenen, grenzenlosen Freude einzutreten.
Der Herr, der die Flöte bläst, lässt selbst Stein schmelzen und lindert das Leid der Kühe. Unser Vater mit den feinen Flechten reitet auf ihm als Stier. Strahlender Speerträger, du verkündetest diesem Vater die wahre Erkenntnis, während er mit gefalteten Händen vor dir stand.
Du gingst auf das Feld der dort lebenden Valli. Von den Blumenpfeilen des raubenden Liebesgottes getroffen, trugst du frisch gepflücktes Laub zu ihr. Schöner Jüngling, großer Herr auf dem Kolli-Berg![540]
Rajagambhira-Berg
608 – Schenke die Schau der höchsten Wirklichkeit
Ihr Haar besiegt die am Himmel wandernden Wolken; ihre Stirn übertrifft Indras Bogen. Ihre Augen übertreffen den Hirsch, die Biene und den Pfeil; ihre Lippen sind süß wie Zucker und schöner als die gepriesene Frucht. Ihre Stimme besiegt den Kuckuck, der im Hain singt. Ihre schweren Brüste überragen Berge; so tanzen sie öffentlich.
Ihre Taille übertrifft die schmale Trommel, ihre Hüften gleichen dem Schatzhaus des Genusses und besiegen die Haube der Schlange. Ihre Schenkel übertreffen den prächtigen, honigspendenden Bananenstamm. Sie kommen, um Geld zu gewinnen. Ich verkehre mit ihnen als wahrer Wüstling. Entferne die Unreinheit und komm, um mir die Schau der höchsten Wirklichkeit zu schenken, in der die Einzelseele im Licht eins wird.
Als Uma von dem großen Opfer berichtete, trat der gewaltige Held hervor, um dessen Überhebung zu beenden. Der Mond verlor seinen Glanz; die Zähne der strahlenden Sonne fielen; Agni verlor seine Hand, der Kopf des hochmütigen Schöpfers fiel, und der schönen Bharati wurde die Nase abgeschlagen.
Vishnu stellte sich allein zum Kampf, wurde besiegt und zog sich zurück. Mit rasender Glut und dem Laut Om brüllte der Held; die Geisterscharen sprangen auf, siegten und tanzten. Er beendete das Schlachtgetümmel. Die Weisen kamen und nannten ihn Sohn und Freund des Herrn.
„Gewähre die Schau des höchsten menschlichen Zieles!“ – so erklingt die Frage auf dem gepriesenen Weg der Unterweisung. Herr, der auf dem Berg im fruchtbaren Land Rajagambhira wohnt![541]
Jnanamalai
609 – Keine Gemeinschaft mit Betrug
Spieler und Gewalttäter, geldgierige Frauen, Unreine mit bleichen oder blau verfärbten Gesichtern, von Kolik, Schmerzen und Gliederleiden Geplagte, Sünder, Verleumder – sie reden auf der Straße von ihren Mitteln und Errungenschaften, rufen „Kommt!“ und nennen Preise nach kleinen und großen Gefäßen.
Damit Menschen zugrunde gehen, mischen sie vielfach täuschende Pulver bei und handeln betrügerisch. Soll ich mit solchen Menschen Gemeinschaft haben?
Als vedische Weise, Kinder, Frauen und Brahmanen um Hilfe riefen, zogst du aus. Du schleudertest deinen Speer, sodass die mächtigen Asuras zerbrachen und fielen und die sieben wogenden Meere aufgewühlt wurden.
Gnadensohn der Frau, die in der linken Hälfte des Herrn wohnt: Shivakami, der schönen Abhirami! Großer Herr, der mit der von Narayana hervorgebrachten Tochter auf dem Jnana-Berg wohnt![542]
610 – Die Füße, die du mir damals schenktest
Meine Frau lachte über mich; alle im Ort lachten, auch die Frauen der Welt. Mein Vater und meine Angehörigen wurden meiner überdrüssig; auch mein eigenes Herz ermüdete. Alle redeten täglich schmähend über mich, deinen Diener, und verachteten mich.
Die Dunkelheit meines Geistes nahm zu. Ich dachte: „Ist dies der Gewinn, um dessentwillen ich diesen Leib angenommen habe?“ Als ich mich anschickte, Leib und Leben aufzugeben, kamst du mir nahe. Gewähre mir wieder jene Füße, die du mir damals schenktest.
Die Trommel tönt „tanatana tanatta tāna“; Vina, Damaru und die Scharen der Veden rauschen wie aufeinanderprallende Wellen. Du stießest deinen blitzgleichen scharfen Speer vor und ließest ihn auf dem Schlachtfeld die Asuras vernichten, leuchtender Muruga!
Du ließest mein Herz schmelzen; deine Füße gewährten mir die Erfahrung des Yoga. Sohn der Uma, deren grüne Gestalt sich nicht malen lässt! Die Götter preisen dich; du wohnst auf dem Jnana-Berg, vereint mit der Kuravar-Tochter und mit der strahlenden Tochter Shachis, großer Herr![543]
Udhimalai
611 – Die Gnade des Herrn von Udhimalai
Herr Kumara, geboren von der ursprünglichen Mahamaya, von Amba, der Göttin, der Herrin des heiligen Sitzes, an der Shiva sich erfreut! Gewähre mir, dich, der du mich führst, mit hingebungsvollem Sehnen zu verehren und „Ursprünglicher Herr von Aruna!“ zu rufen.
Die fünf Elemente treiben mich in ihrer Verschiedenheit umher; die vollkommenen Shiva-Agamas kenne ich nicht. Ich denke nur an die Begierde nach Frauen mit geschmückten Brüsten und sehne mich nach Genuss. Erbarme dich liebevoll deines Dieners. Schenke mir deine zärtliche Gnade und lass den Weg der Gerechtigkeit aufleuchten.
Du sprachst den wahrhaftigen Veda-Mantra der Unterweisung in Shivas strahlendes Ohr. Herr des schönen Speers, der auf dem blauen Pfau herbeikam!
Die Menschen, die den von Veden und Agamas gelehrten Yoga üben, gewinnen Erkenntnis über die Zeiten hinweg. Damit ihr Karma ende, wirst du ihnen Fleisch und Leben und schenkst ihnen ein Leben voll heiligen Klanges. Skanda, großer Herr auf Udhimalai![544]
612 – Du bist das Leben des Om
Lass mein Herz nicht an die geringe Lust mit den Frauen denken, die ihr schweres Haar kämmen und aufbinden und geschickt in den Künsten der Täuschung sind. Vertreibe den zaghaften Geist; schenke mir festen Sinn, Erkenntnis und gute Eigenschaften. Gewähre mir, freudig dort zu stehen, wo deine Taten erzählt werden.
Gütiger Lehrer, der den Geist im Zustand des Nada festigt! Verwandter des Vaters des viergesichtigen Brahma, der alle Welten hervorbringt! Du schenkst dem nach dir Suchenden deine Füße, damit seine Bedrängnis endet. Herr des scharfen Speers, den der Höchste liebevoll „Sohn und Lehrer!“ nennt!
„Tōtimi tittit timitta ṭiṅkuku, ṭīkuku ṭikkuṭ ṭikukku ṭiṇṭimi, tōtimi tittit taṉatta tanta“ – zu diesen Klängen tanzen die Scharen um dich her. Wenn das Leben den Leib verlässt, kommst du voll Mitgefühl und mit dem Willen, mich in einen glückverheißenden Zustand zu geleiten.
Du bist der innere Gehalt der rezitierten Buchstaben; du bist Erbarmen für die Verehrer Shivas. Du bist das Leben des erhabenen Lautes Om, mein strahlendes Licht!
Du schenkst den kostbaren Ertrag, der goldenem Schmuck gleicht, den die Blüten des Odi-Baums in die Höhle streuen. Voll Freude wohnst du auf dem Udhigiri und spendest Gnade, großer Herr![545]
Kurudimalai
613 – Jenseits gekaufter Dichterworte
„Du bist wie der dunkle Wolkenherr, der auf Garuda kommt! Du bist wie der Lotus, wie ein Edelstein!“ So rufen sie irdischen Menschen zu. Sie fügen deren Namen in ihre Verse ein, suchen sich gedankenvoll alte Wendungen zusammen, stehlen sie, biegen sie ein wenig zurecht und singen Gedichte, die in die Ohren der Unwissenden dringen.
Ich verstehe nicht einmal ein wenig von dem, was manche dieser umherziehenden Dichter sagen.
Herden von Bergziegen, harte Adlerholzbäume und Maruda-Bäume werden umgeworfen; der Fluss namens Madhura schwillt an, übertritt beide Ufer und springt auf vielerlei Wegen dahin. Muruga, der auf dem Kurudi-Berg wohnt!
Du besteigst deinen Pfau, sodass der große nördliche Berg zu Staub wird. Kumara, höchster Guru, Sonne für die Finsternis, vollkommener großer Herr der Götter![546]
Tensheri-Berg
614 – Führe mich aus diesem Meer
Wenn irgendwo ein Mann erscheint, schenken sie ihm sogleich einen süßen Blick: „Komm hierher! Sie können dein Liebesverlangen nicht ertragen!“ Mit „Hier, nimm!“ reichen sie ihre süßen Lippen, umarmen mich, lassen mein Verlangen zerfließen und spielen mit beiden Augen.
Ohne Zögern rauben diese Frauen ihren Besuchern Besitz und Lebenskraft. Schenke mir deine kühlende Gnade, damit ich das Meer verlasse, das sie „Wonne aus Musik und Vereinigung“ nennen.
Du bist der Verwandte des schönen Hari: Er trägt Muschel und Diskus, geht hinter der Rinderherde her und bläst die duftende Bambusflöte. Damit seine Liebe lebendig werde, nimmt er den badenden jungen Frauen die Kleider und steigt damit auf einen Baum.
Du ließest selbst den Lotusgeborenen erschrecken. Du zogst in den Kampf, damit die Götter aus ihrer Gefangenschaft freikämen, und schlugst die Asuras gemeinsam nieder. Deine Diener verehren dich, großen Herrn auf dem Tensheri-Berg![547]
615 – Das Wort, das allen Streit beendet
Mit schmeichelndem, zärtlichem Reden, mit Blicken, die ihre Betrachter zerrütten, mit blumenbedecktem Haar und Brüsten, die dem nördlichen Meru gleichen, stellen sie sich zur Schau. Ihre schlanken Taillen gleichen biegsamen Zweigen. Mit vielen spielen sie ihr Spiel; sie locken und bewegen sich wie Pfauen mit geöffnetem Rad.
Lass die Verwirrung weichen, die mich zu ihnen treibt. Schenke mir jenen Sinn, den du einst dem Herrn mit Uma als seiner Hälfte offenbartest, aus der uralten, von Anfang an verkündeten Offenbarung, sodass alle Streitgespräche verstummten.
Herr von Vayalur, wo die Bienen tanzen, der Südwind über die Teiche streicht und die Lotusblüten unablässig Honig hervorbringen, ohne zu verwelken!
Du bist der heilige Verwandte des dunkelwolkigen Herrn, der im Kampf Kamsa zu Boden trat und dem Tänzer in der Halle Liebe schenkt. Sechsgesichtiger Gott, du trägst den roten Hahn in deiner schönen Hand und führst den Kampf, in dem die Nachtdämonen verstört zerstreut werden und zugrunde gehen.
Großer Herr, du wohnst froh auf dem Tensheri-Berg mit seinen prächtig geschmückten Mauern aus rotem Gold, über denen die Mondsichel entlangzieht![548]
Konganagiri
616 – Schenke mir den beständigen Geist
Lass meinen Geist, der so schnell ist wie der Fünfhändige, die fünf Sinne hinter sich lassen. Schenke mir ein Erinnern, in dem Abend und Tag nicht mehr bestehen.
Schenke mir das Herz, dich liebevoll mit dem edlen Tamil zu preisen, das auf dieser Erde gedeiht. Schenke mir die gefestigte Erkenntnis der Askese und den Weg in die Mondesweite, damit dein Diener Befreiung erlangt.
Gewähre mir Sänfte, Würde und Ansehen, mit wachsender Auszeichnung in allen acht Richtungen. Lass meinen Geist, der den Genuss mit Frauen für die höchste Süße hielt, im Denken an dich ruhig werden.
Schenke mir die Einsicht, um die Herrscher zu mir kommen zu lassen, die bei Tag und Nacht segensreichen Schutz ausüben. Erschließe mir das Geheimnis des wiederbelebten Leibes im südlichen Land von Kongu, der durch die Gnade des Vaters sein Leben zurückerhielt und heranwuchs.
Als Kanda, jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen, gewinnst du siegreichen Ruhm. Großer Herr auf Konganagiri![549]
Tirthamalai
617 – Höre, mein Herz
Du schmilzt nicht beim Singen; du schmilzt nicht beim Hören. Du siehst den Tod herankommen und schmilzt nicht. Du verstehst es nicht, täglich das Lied aufzunehmen. Du begehrst nicht das Haus der Befreiung, das der kunstvoll Geschmückte aus Gnade schenkt; du weißt nicht, ihn auch nur mit der Zungenspitze zu preisen.
Du Geist, der diese verlorene Geburt angenommen hat, sagst: „Ich kann den guten Weg nicht gehen.“ Du lässt den Käfig nicht los und erkennst nicht den Lauf des auf dem Blatt verzeichneten Schicksals. Sieh, ich will dir noch ein Wort sagen; höre zu!
Wende dich Muruga zu. Er schenkt deiner Rede und deinem inneren Blick seine Gnade. Er ist den Verehrern leicht zugänglich, die seinen Ruhm singen; wer ihn lobt, dessen beide Arten von Karma entfernt er.
Er spannte den nördlichen Berg, band die Schlange daran und entzündete die drei Städte. Er streckte den Fuß aus, sodass des Todes Macht zerbrach; er machte den Leib des Liebesgottes zu heiliger Asche. Er zerstörte das Opfer, setzte einem Mann einen Ziegenkopf auf und ließ auch die Göttin der Veden eine Wunde davontragen. Gnadensohn dieses Herrn der Uma!
Du ließest das beschriebene Blatt gegen die Strömung der Vaigai treiben und erwiesest im Feuer seine unversehrte Kraft. Lehrer, du gewährtest, dass die Jainas im Zorn auf Pfähle gebracht wurden.
Reiner! Blicke gnädig auf mich, damit auch das Blatt meines Herzens dich lobt. Schenke mir deine Gnade. Beschützer der Stadt Tirthamalai, großer Herr der Tochter Shachis![550]
Kanakagiri
618 – Die strahlenden Gesichter schauen
Vom weltlichen Weg des Genusses mit Frauen bin ich sehr verwirrt; mein Herz leidet als das eines Toren. Werde ich, ohne weiter zu ermatten, die Lust am verfehlten Weg ablegen und mich Tag für Tag mit wachsender Freude nach dem Weg des wahren Glücks sehnen?
Gewähre mir, deine erhabene Gestalt und die Gesichter zu schauen, die strahlen, als stünden Sonne und Mond in ihrer ganzen Fülle da. Lass alle Bedrängnis in meinem Inneren verschwinden. Mit inniger Liebe will ich deinen Lobpreis aussprechen und mich vor dem Paar deiner Füße verneigen.
Die Asuras, die sich im Kampf hervortun, vergehen; die großen Berge erzittern und die Wellen rauschen erschüttert. In deiner lotusgleichen Hand glänzt die feste, siegbringende Shakti, die du aussendest, jugendlicher mächtiger Herr auf dem Pfau.
Gauri überströmt dich zuerst mit Gnade und liebkost dich voller Zärtlichkeit; freudig klingend kommst du herbei, mit Kadamba geschmückte Brust! Du nennst den Elefantengesichtigen deinen älteren Bruder, junger Kumara. Tugendvoller Kanda, strahlender großer Herr auf Kanakagiri![551]
Pugazhimalai
619 – Komm auf deinem Pfau
Blütenduft durchzieht ihr Haar; ihre langen Augen, ihre mondgleichen Gesichter und ihre jugendlichen berggleichen Brüste verwirren mich. Soll ich wegen solcher Frauen und wegen des ersehnten Besitzes in den Wellen des Ozeans von Frau und Kindern versinken und umhergetrieben werden?
Du musst auf deinem Pfau voll Erbarmen vor mich kommen und mir das Leben an deinen Lotusfüßen schenken.
Brahma, der die kostbaren Veden spricht, Vishnu, die Götter und die Könige unter den Weisen verehren dich. Herr des genussreichen, fruchtbaren Landes, dessen Schönheit aus flussgesäumten Hainen von allen Welten besungen wird!
Du schleuderst den Speer, der die anstürmenden Suras und den Berg durchdringt und das Wasser des Meeres austrocknen lässt. Großer Herr auf Pugazhimalai, den der schwer zu beschreibende tamilische Weise preist![552]
Pumparai
620 – Der Tanz auf den Schlangenhäuptern
Die Körper der Frauen gleichen zarten Mangotrieben. Vertraulich reden sie mit mir; ich suche den Frieden, den mir wachsendes Verlangen und heftige Begierde verheißen, gehe zu ihren Häusern und verkehre mit ihnen.
Ich streiche vielerlei duftende Salben auf ihre vollen Brüste und spiele mit ihnen, bis die sehnsüchtigen schlanken Taillen ermüden. Soll ich hier ohne Scham die Nähe der käuflichen Frauen suchen und Gefallen an ihren Liedern finden?
Du bist der Verwandte des Freundes der Pandavas: Auf den Häuptern der Schlange tanzt er zu den wohlgefügten, drängenden Rhythmen „tānta timi tōti, tāñ cekaṇa cēcē“.
Großer Herr von Pumparai! Prächtige Vengai- und Palasa-Bäume treiben frische Blätter, zahllose schöne Bananenstauden leuchten in den Hainen; blühende Teiche und liebliche Bergmulden umgeben deinen Ort.
Kodungunram
621 – Die Bienen singen am Kodungunram
Durch Augen, in denen die fünf Pfeile des körperlosen Liebesgottes ruhen, durch dicht aufragende Brüste wie goldene Berge und Krüge, durch Frauen, die sich zornig abwenden und öffentlich zur Schau stellen, kommt mein Dienst zum Erliegen. Willst du heute nicht auch diesen gehemmten Dienst ansehen und dich daran erfreuen?
„Teṉanta teṉanta tenteṉ tenteṉ tenteṉ tenteṉāṉā“ singen die Bienen auf ihre Weise; dicht drängen sie zusammen und ziehen weiter. Blütenbüschel und Zweige neigen sich glänzend in den üppigen Hainen. Herr, der auf dem mächtigen, festen Kodungunram wohnt![553]
622 – Auch im Untergang deine tanzenden Füße nicht vergessen
Ihre Brüste sind kämpfende Elefanten: Sie stoßen gegen die harten Mieder und sprengen sie auf, ragen wie Berge empor und triefen von Moschus wie von Brunstsaft. Sie zerreißen die mit Perlen besetzten Ketten. Die jungen Männer nahen als Elefantenführer mit dem Stachelstock, um sie zu bändigen und zu preisen; doch sie werden gegen die Brust gestoßen, niedergedrückt, gebissen und am ganzen Leib zum Beben gebracht.
Diese vollen, beweglichen Elefanten werfen die juwelenbesetzte Krone des Gatten der Rati hinab und lassen selbst den Dreiäugigen erschrecken. Sie verschlingen das Leben junger Männer wie Futterballen, wogen, schwellen an und kämpfen zornig.
Die Frauen bieten sich öffentlich gegen einen Preis an. Ich umfange ihre Lotusarme und gelange mit ihnen auf das weiche Bett. Ihre beiden langen, giftigen schwarzen Fischaugen röten sich; ihre nektarbergende Rede stockt, ihr dichtes Haar löst sich. Mit Küssen und Zärtlichkeit neigen sie sich über mich. Ich sinke in das immer neue Netz der Vereinigung; mein Leben stockt, und ich werde im dunklen, wogenden Meer umhergeworfen.
Auch wenn diese Hütte, dieses Kleid der maßlosen Sinne, zugrunde geht, will ich deine tanzenden Füße auf dem reinen Kodungiri nicht vergessen, gnädiger Muruga!
Die Rhythmen erklingen:
tititititi tititititi tittitti tintititi
tattatta tantatata
tetatateta tetatateta tettetta tentateta
tikkaṭṭi kaṇṭikaṭa
jekaṇakeṇa keṇajekuta tettitri yantirita
takkatta kuntakurta tintitītō
tikuṭatiku tokuṭatoku tikkaṭṭi kaṇṭikaṭa
ṭakkaṭṭa kaṇṭakaṭa
ṭiṭiṭuṭuṭu ṭiṭiṭuṭuṭu ṭikkaṭṭi kaṇṭikaṭa
ṭuṭṭuṭṭu ṭuṇṭuṭuṭu
tikukutiku tikukukuku tikkutti kuntikuku
kukkukku kuṅkukuku.
Die mächtigen Timilai-, Karadigai-, Idakkai-, Tudi-, Udukkai- und Patalai-Trommeln sowie viele Muzhavu dröhnen gemeinsam „moku moku“. Auch die Brahma-Shaktis preisen dich. Hohe Fahnen reichen bis zum Himmelsdach und schwingen zu beiden Seiten; Scharen kopfloser Rümpfe stehen tanzend da.
Alte Geier und mächtige Garuda-Vögel drängen zusammen. Die Bhairavas tauchen in das gewaltige Blutmeer, steigen daraus hervor und tanzen; selbst ihre Hälse scheinen vor wilder Bewegung zu bersten. Du pralltest gegen die heranstürmenden Nachtdämonen, drehtest ihnen die Köpfe ab, zerschnittest sie und kämpftest auf dem Schlachtfeld, großer Herr![554]
Kunrakkudi – Mayuragiri
623 – Wann endet dieses Leid?
Mit ihren schön strahlenden Mondgesichtern und den süßen Worten, die wie eine Sammlung von Nektar daraus fließen, mit ihrem wiegenden Gang, bei dem Fußreifen, Spangen und Glöckchen klingeln, ziehen sie mich an.
Ihre beiden Augen wirbeln, lassen das Herz kreisen und berühren es voller Gift. Die Frauen nahen mit ihren dicht beieinanderliegenden Brüsten. Wann werde ich das Leid endlich ablegen, das ich durch sie erfahre?
Als der jüngere Bruder des mächtigen Kumbhakarna vertrauensvoll zu ihm kam und sich vor ihm verneigte, nahm der wolkengleiche Herr ihn freundlich auf. Er siegte, sodass die Dämonen Lankas mit ihrem Besitz zugrunde gingen. Du bist sein Verwandter!
Als Hara, dessen rote Hand die Axt liebt, dich freudig verehrte, standest du als Lehrer da und sprachst den Mantra. Du beschützt die fruchtbare Stadt Kunra und kamst, um auf dem erhabenen Berg zu strahlen, großer Herr![555]
624 – Die Schlacht der Begierde und der befreiende Speer
Die Brüste dieser Frauen besiegen die starken Stoßzähne der Kampfelefanten, die die Ordnung der Himmelsrichtungen erschüttern. Sie besitzen die Kraft enger Umarmung. Sie bedrängen den schönen goldenen Berg, den der von allen Veden gepriesene höchste Herr als Bogen trägt – er, dessen goldene Füße „kala kala kala“ klingen. Mit wohlriechenden Salben bestrichen, versinken sie in Schönheit. Sie schwellen an, sodass die Lotusknospen erschrecken; sie überragen die Krone des listig gesinnten Liebesgottes.
Sie töten, tragen eine verhüllende Decke und wetteifern mit glänzenden goldenen Krügen voller Freude. Ihre erregende Wonne und ihre Weichheit bringen den Verstand heranwachsender Männer in Bedrängnis. Das gebundene Mieder presst sie zusammen. Sie tragen Muschel- und Perlenschmuck aus dem großen Fluss, in dem Kayal-Fische und Makaras sich drängen; voll und schwer leuchten sie.
Das geölte Haar der Frauen, dunkler als die Wolke, schwingt; Vakula-Blüten, Wasserlilienblätter und Moschus vermischen ihre Düfte. Ihre bezaubernde Rede schmeckt wie Nektar, ihre Laute gleichen Pfau und Kuckuck, während sie den Kampf der Vereinigung beginnen. Ihre beiden Augen, die wie die Waffe des nahenden Todes heftig streiten, röten sich tief. Freudig setzen die Nagelspitzen vielerlei Linien auf den Leib, als zeichneten sie den gewonnenen Kampf aus. Armreifen gleiten ab, die Taille ermattet. Ich trinke von ihren Lippen, mein Inneres wird verwirrt; voller Begierde umarme ich sie.
In diesem leidvollen Netz der Vereinigung zerstreut sich die Bildung meines Verstandes. Denke in Liebe daran, diese Zerstreuung zu beenden und die Geburt abzuschneiden. Willst du mir nicht deine Füße schenken? Muruga von Vayalur, Kumara mit zwölf kampfbereiten Händen, Herr von Kunrakkudi, in dem die acht erhabenen Eigenschaften vereint sind![556]
Die Rhythmen lauten:
takukutaku takutakuku tikukutiku tikutikuku
taṅkut takuttakaku tiṅkut tikuttikiku
cakaṇacaka cakacakaṇa cekaṇaceka cekacekeṇa
caṅkac cakaccakaṇa ceṅkacce kaccekaṇa
taṉaṉataṉa taṉataṉaṉa teṉaṉateṉa teṉateṉaṉa
tantatta ṉattaṉaṉa tentatte ṉatteṉaṉa taṉaṉāṉā
takutataku takutakuti tikutitiku tikutikuti
taṅkut takuttakuku tiṅkut tikuttikuku
ṭaṇaṇaṭaṇa ṭaṇaṭaṇaṇa ṭiṇiṇiṭiṇi ṭiṇiṭiṇiṇi
ṭaṇṭaṭṭa ṭaṭṭaṭaṇa ṭiṇṭiṭṭi ṭiṭṭiṭiṇi
tararatara taratarara tiriritiri tiritiriri
taṉṟat tarattarara tiṉṟit tirittiriri.
Zu diesen vielfältigen Rhythmen dröhnen zahllose Instrumente: Murasu, Karadigai, Damaru, Muzhavu, Tavil, Tampattam, Mattalam, Idakkai, Parai, Patalai und Timilai. Große Köpfe rollen; Scharen streitender Geier trinken aus den Schädeln, und dicht folgen Garuda-Vögel. Alte Geister kommen brummend und dröhnend herbei, fressen Gedärme und Fett und lassen ihre Stimmen erschallen. Hunde und Schakale fressen genüsslich, „neṟu neṟu“ knirschend.
Der wilde Hahn auf deiner Fahne ruft laut „kukukku“, breitet sich in die Himmelsrichtungen aus und tanzt. Die strahlenden Lichtstrahlen von Sonne und Mond verblassen. Du zerbrachst den stolzen Mut der Dämonen mit ihren berühmten Geschlechtern, Pferden, Elefanten, Wagen, Heeren und festen Wehrbauten. Du kämpftest und schenktest den Göttern neue Kraft, großer Herr!
625 – Lass diese Abhängigkeit enden
Ich verkehre mit Frauen, die Vereinigung gewähren, und sinke auf ihre beiden Brüste, die wie feste breite Krüge gewachsen sind. Im Schatten ihrer dichten Haarmassen koste ich die fruchtgleichen Lippen, aus denen Honig fließt; wir klopfen und schlagen einander im Liebesspiel.
Die trommelschlanke Taille wiegt sich, die schwertgleichen Augen reichen bis zu den Ohrringen, das ganz umhüllende Tuch löst sich. Laute wie von Bienen, Kuckucken, Pfauen und Wachteln ertönen. Scharfe, gebogene Nägel hinterlassen ihre Spuren; ich schlafe auf ihrer Schulter und genieße die Wonne der Hingabe. Werde ich damit aufhören?
Die Asuras schlagen donnernde Kriegstrommeln und erheben ihr Kampfgeschrei. Du schleuderst den Speer, und sie zerbrechen zu Staub. Die sieben Meere schreien erschrocken auf; selbst die äußerst zornigen Boten des Todes zittern und fragen: „Was sollen wir tun?“ Herr auf dem Pfau, Sturmwind über dem Schlachtfeld!
Du wohnst in Vayalur, wo der schöne Gemahl Ambikas und Ganapati herrlich leben, und in der großen Bergstadt Kunra. Vasava, Hari, Brahma, Mond und Sonne preisen dich auf vielerlei Weise. Du siehst ihre Verehrung und schenkst ihnen Leben, großer Herr!
626 – Nicht auf trügerische Schwüre bauen
Sie stellen Liebe, feines Betragen und Pracht zur Schau und schmähen doch selbst ohne Worte. Sie verkehren mit jedem, den sie sonst geringachten, um seinen Besitz zu rauben; ohne Scham sprechen sie trügerische Schwüre: „Bei dir! Bei mir!“ Sie stellen sich vor einen hin und posieren.
Jedem legen sie die bedrängenden Fesseln des Verlangens an; wild stürzen sie sich auf den, der ihnen verfällt. Sie bringen die Haut ihres schönen Leibes überall zum Glänzen. „Nicht so viel Verlangen! Jetzt überwältigt es mich! O, komm, komm!“ – so locken und täuschen sie. Soll ich auch nur in die Nähe solcher nichtsnutzigen Verführerinnen geraten und mich an sie binden?
Du bist der Verwandte dessen, der sich wortlos hinschlich, vom aufgehängten Topf trank und „Ah, ah!“ rief. Er trat der Botin entgegen, die der mächtige Kamsa gesandt hatte: Nur dem Namen nach war sie gütig, diese riesige Dämonin mit dem gespaltenen, weit geöffneten Maul. Mühelos besiegte er sie, als sie ihre Geistergestalt annahm.
Großer Held, du vernichtest im harten Kampf die von Makel durchdrungenen Feinde und die feindlichen Suras. Muruga, dessen Gnade über die ganze Erde leuchtet! Herr von Mayura, dem erhabenen Bergort am Tenaru, gepriesen im Himmel und in den sieben Welten! Großer Herr, der das blühende Kunrakkudi mit seiner Gnade erfüllt![557]
627 – Das Wort für den kleinen Weisen
Von den süßen Lobesworten anderer verlockt, von Jugend und vom Handbogen des Liebesgottes getroffen, gehe ich den großen falschen Weg, auf dem die Verstrickung anwächst, die neue Geburt hervorbringt.
Soll ich solche Eigenschaften annehmen, klein werden, meine Größe verlieren und in meinen Handlungen scheitern? Soll ich nach den Fischaugen geringer Frauen verlangen und immer neue Demütigungen erfahren?
Sura erhob sich stolz, listig und trügerisch zum Kampf gegen alle acht Himmelsrichtungen. Du kämpftest so heftig, dass sein Geschlecht zugrunde ging, gekrönte Häupter fielen und alles zerrissen wurde.
Lehrer und Herr, du sprachst damals dem kleinen Weisen den ursprünglichen Mantra, damit er die Wirklichkeit der Freude erfahre. Kanda, großer Herr im hohen Kunrakkudi, das unter den erhabenen Urbergen aufragt![558]
628 – Die Glut des kühlen Mondes
Der weiße Mond wirft brennende Glut auf mich; der verspielte Liebesgott sendet seine Pfeile aus, und der Kuckuck ruft mit großem Eifer. Soll ich daran denken und immer tiefer in Verwirrung geraten?
Deine heilige Brust trägt glänzende Juwelen und vereinigt sich mit den großen berggleichen Brüsten der jungen Kuravar-Hirschgleichen mit korallenroten Lippen. Großer Herr auf dem leuchtenden Pfauenberg![559]
629 – Lass mich mit dir an der unvergänglichen Stätte wohnen
Der unablässig rufende Kuckuck, die scharfe Waffe des mächtigen Liebesgottes, die Hitze des Mondes, der mich täglich versengt, der Spott der Frauen und die Musik der Bambusflöte verstricken mich in das Netz betörenden Verlangens.
Lass mich nicht getäuscht den ganzen Tag vergehen, nicht nutzlos der Leidenschaft verfallen und in das Leid jener Frauen mit pfeilgleichen langen Augen hineingeraten. Schenke mir Gnade, damit ich die hohe unvergängliche Stätte erreiche und dort mit dir wohne.
Du bist der Verwandte Damodaras, des Feindes von Mura: Voll Verlangen suchte er die reichlich vorhandene Milch, stieg auf den Mörser und spielte. Während seine Mutter Yashoda nichts sah, stahl er davon.
Held mit starken Schultern, du spielst voller Liebe mit der erhabenen Frau, der Frau des Waldes und der Frau, deren Bogen den Regenwolken gleichkommt. Großer Herr auf Mayuragiri, vom Himmel und von den Ländern gerühmt, vom Tenaru umflossen![560]
Podiyamalai
630 – Der Herr von Podiyamalai
Ihre dunkel geschminkten Augen dringen wie die Pfeile des Liebesgottes ins Innere und prüfen, wie sich mein Herz verändert. Sie tragen honigvolle Blumengirlanden im Haar. Auf ihrer Brust stehen volle, von Bändern umfasste Brüste, als hätte man die langen Stoßzähne eines Elefanten dort aufgerichtet.
Sie lassen das Tuch fallen, täuschen die von Scham und Verlangen ergriffenen Männer und sprechen mit küssendem Mund in süßer Melodie. Soll ich nach dem Lager der arglistigen Frauen verlangen, sodass Leib und Leben ermüden und ich täglich in Erniedrigung gerate?
Durga, die dreizacktragende Kali, hält an seiner Seite den Takt mit der roten Hand: „tokka tikka tōta tīta“. Der Urherr dreht sich siegreich und vollführt mit seinen Füßen den reinen Tanz. Seinem Wunsch entsprechend sprachst du das Wort der Unterweisung.
Tapferer Herr des scharfen Speers, du griffst die hochmütigen Suras an, die in alle Richtungen und durch den weiten Himmel stürmten, und zerstreutest sie. Deine Brust trägt Vetchi- und Picchi-Girlanden. Mit der klugen Frau, die in einfacher Rede lieblich plaudert, strahlst du als roter Jüngling auf dem gepriesenen Berg, großer Herr![561]
631 – Rufe mich in die Gemeinschaft deiner Diener
Sie breiten ihr aufgelöstes langes Haar aus, öffnen die Augen weit, legen den Hüftgürtel an und bewegen die großen, von Bändern umfassten Brüste. Sie lassen das Tuch an ihrer fadenschlanken Taille glänzen, schwenken die Ohrgehänge und bringen ihre Armreifen zum Leuchten. Sie lächeln jung, werfen drohende Seitenblicke und rufen jeden herbei.
Von Leidenschaft erfüllt trinke ich den Saft ihres Mundes. Dann krümme ich mich wie ein Hund; Krankheiten und Leiden suchen mich heim. Mutter, Angehörige und alle aus meinem Geschlecht lachen über mich, während mein Leib verfällt.
Blicke auf mich, rufe mich zu dir und gewähre mir: „Sei in der Gemeinschaft der großen Asketen!“ Gib mir Speer und Pfau. Denke daran, mich so anzunehmen, dass auch die Veden mich als den Einen erkennen.[562]
„Uṭuṭṭu ṭūṭuṭu ṭuṭuṭṭo ṭō“, „tikuttha tītiku tikurtta tā“ – so dröhnen Udukkai, Perikai und die Scharen der Tavil-Trommeln im Kampf. Die niederträchtigen Feinde beben, die großen Elefanten erzittern. Du verbranntest das weite Meer, zerbrachst Suras Berg und verbreitetest Gerechtigkeit.
Du öffnetest das große Gefängnis, in dem die Götter eingeschlossen waren, und gabst dem mit tausend heiligen Augen sein Königtum zurück, damit er die Himmelswelt beschütze. Kumara, der du täglich freudig in meinem Herzen wohnst!
Dein Vater, der dich schenkte, dein großer mütterlicher Verwandter und alle Wesen ehren dich voller Freude. Herr, der auf dem Berg des großen Weisen Agastya wohnt!
Kazhugumalai
632 – Nicht länger um Geld für die Verblendung bitten
Die Frauen sprechen kindlich lieblich, nehmen aber Geld und bieten ihre geschmückten Brüste zum Kauf an. Die große Verblendung nach ihnen ist furchtbar, furchtbar! Von quälendem Leid bedrängt, bin ich wie ein Kind verwirrt.
Soll ich in meiner Jugend bei äußerst schlechten, grausamen Menschen meine Armut beklagen? Das ist mir nicht länger möglich.
Ursprünglicher Herr, du schleudertest den Speer, sodass der gewaltsam widerstehende Sura leblos hinsank. Heiliger Verwandter Vishnus, dessen Farbe der dunklen Wolke gleicht!
Bienen summen ihre Musik in Feldern, die Bananen und Arekapalmen umgeben. Du wohnst in der großen Stadt Kazhugumalai, die an hohem Dharma überreich ist, großer Herr![563]
633 – Soll ich mich an sie binden?
Sie verhüllen ihre Brüste und entblößen sie wieder. Sie tragen das Gewand locker und legen sich hin; immer wieder schenken sie Küsse mit ihren Lippen. Auf dem blumenweichen Bett drücken sie einen an sich, bis alles durcheinandergerät.
Sie schlagen die Festigkeit der Männerherzen nieder, vermehren deren Leidenschaft und rauben ihnen den Besitz. Soll ich mich an solche käuflichen Frauen binden?
Du bist der Verwandte des Bogenschützen: Er spannte den einen Bogen und legte den Pfeil an, sodass Ravanas zehn gekrönte Häupter fortflogen und sein durchbohrter Leib zuckte.
Siegreicher Herr mit dem Speer in der heiligen Hand, hervorgebracht von dem mit geflochtenem Haar, der Mondsichel und Wasser trägt! Du wohnst herrlich auf Kazhugumalai, großer Herr!
634 – Die Wellen langer Geburt überqueren
Ihre salbenduftenden, von Erregung schwellenden Brüste lassen Kongu-Knospen und andere Blüten zurücktreten. In heftiger Liebe werden diese Berge weich; auf dem nachgebenden Lager genieße ich mit ihnen den süßen, sich sammelnden Nektar der Vereinigung.
Ich nähere mich den pfeilgleichen Augen der Frauen. Tag und Nacht verlangt dein Diener nach dieser Lust und diesem Schlaf; mein Begehren lässt nicht nach. Werde ich die Wellen der langen Folge von Geburten durchschwimmen und zu deinen makellosen Füßen gelangen?
Du ließest die gewaltigen, berggleichen Erhebungen und den kämpfenden Sura, der im hochwogenden, Makara-bevölkerten Meer untertauchte, ermatten. Brahma erschrak. Du ziehst auf deinem Pfau am mächtigen Krauncha-Berg dahin, einzigartiger Speerträger!
Damit die Jäger im Vengai-Wald staunten und die junge Frau in Liebe schmolz, nahmst du die Gestalt eines Vengai-Baums an, Herr Kumara. Du gewährst den bittenden Verehrern und Dichtern die schwer erreichbare Wirklichkeit in dem Maß, in dem sie darum bitten, großer Herr![564]
Valliyur
635 – Nicht einmal so dauerhaft wie ein Blitz
Nicht einmal so lange wie ein Blitz in der Nacht besteht die Täuschung dieses Leibes. Sollen auf jedem steinigen Weg dieser Täuschung mein guter Wandel und ich selbst erschüttert werden?
Speerträger, du sandtest deine Waffe aus, sodass die alten Suras, die prahlend entgegengetreten waren, ermatteten und ihre Stadt unterging. Mit den beiden rankengleichen Frauen an deinen Seiten wohnst du in Valliyur, großer Herr![565]
Kathirkamam – Kataragama
636 – Sieh den großen Herrn
Sieh den ruhmreichen großen Herrn, den heiligen Verwandten Muraris, zwischen dessen beiden Schultern sich Lakshmi bewegt!
Sieh den großen Herrn Kumara, den das Lied offenbart, das auf Erden und im Himmel immer größere Fülle gewinnt!
Sieh den großen Herrn auf dem smaragdgrünen Pfau, der in den Herzen der ihm nahenden Verehrer spielt!
Sieh den großen Herrn von Kathirkamam, umgeben von schönen Wasserfällen, die Edelsteine und Perlen ausschütten!
Sieh den tapferen großen Herrn, der kämpfte, sodass die gewaltigen Berge zu Staub wurden und die Asuras starben!
Sieh den großen Herrn und Guru des Makellosen, in dessen geflochtenem Haar Schlange, Mondsichel und Fluss vereint sind!
Sieh den großen Herrn der Göttergeschlechter, ohne die beiden Arten von Karma, der das Schenken niemals aufgibt!
Großer Herr, der Freude an den beiden schweren Brüsten der rankengleichen Tochter der Jäger mit ihren glänzenden Bogen findet!
637 – Nicht durch Schmeichelei zugrunde gehen
Ich bin ein unermesslich wechselhafter, doch in meinem schlechten Wesen unveränderter Tor, ein Geist, ein Gespenst, ein Hund ohne rechte Zuflucht, ein Narr. Ich gebe nichts dem Guten und wähle den Untergang. Schamlos werde ich betört von der erbarmungslosen Nähe der Frauen, die sich mit duftendem Zibet salben.
„Du bist ein Meister vieler Künste, der große Meru, ein Elefantenberg, eine freigebig schüttende Regenwolke, ein Wunschbaum!“ So besinge ich die Vorzüge großer Sünder, die keinerlei Mitgefühl besitzen. Blicke auf mich, damit ich nicht sterbe, während ich unaufhörlich nach Geschenken suche.
Held von unverminderter Kraft, du schleuderst den Speer gegen den großen Sura und lässt das glänzende weite Meer brennen. Sohn der Tochter des Himalaya und des Bhagirathi-Flusses! Gemahl der göttlichen Tochter der mächtigen Waldjäger an den Berghängen!
Jugendlicher Herr der alten Stadt Kathirkamam, umflossen vom kühlen Fluss Vadavai, der wie ein aufgewühltes Meer anbrandet! Leben der göttlichen Devasena, deren Heim die goldene Himmelswelt ist! Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![566]
638 – Was ich alles zu brauchen meine
Ich brauche ein Tuch zum Anziehen. Um den großen Hunger zu stillen, brauche ich reichlich Speise und Trank. Für ein gutes Aussehen brauche ich Wasser zum Baden und Kleidung. Um die Krankheit des Leibes zu beseitigen, brauche ich ein Heilmittel. Ich brauche eine junge Frau, die im Haus wohnt, und ein eigenes Haus mit einem Lager.
Wenn all das vorhanden ist, werde ich ein Haushälter, bade im Meer der Verblendung und sorge für die weitverzweigte Verwandtschaft. So vergeht das Leben nutzlos. Du musst mich rufen und mir den gnädigen Sinn und die Unterweisung der Erkenntnis schenken. Wird der Tag kommen, an dem du mich annimmst, der ich im Gebirge der schicksalhaften Geburten umherirre?
„Einige Boten sollen im Westen suchen, einige im Norden, einige im Osten!“ So erging der Auftrag. „Maruti, der die Zeichen versteht, soll nun als Bote nach Süden gehen. Darf er zurückkehren, ehe er das bezeichnete Ziel gefunden hat?“
Dieser Held, der vor den grausamen Dämonen nicht ermattete, ging über den Berg hinaus, gelangte in den Hain, in dem die Frau weilte, und überreichte ihr den gnadenreichen goldenen Siegelring. Du bist der mit dem bezaubernden Herrn dieser Gnade verbundene große Herr, der in Kathirkamam wohnt![567]
639 – Lass die Erinnerung an deine Füße aufblühen
Lass mich unvergleichliche Bhakti gewinnen. Gewähre, dass das Denken an deine süßen Füße morgens und abends in den Ozean meines Herzens eingeht, dort innig verbunden bleibt und in mir aufblüht.
Bewohner des Berges von Kathirkamam! Held mit Schultern wie der goldene Meru! Herr, dessen Füße von süßer Rede erreicht werden! Großer Herr, der den krummen Rücken des Pandya-Königs aufrichtete![568]
640 – Auch mit meinem stolzen Reden erbarmst du dich
Herr von Kathirkamam, wo das Brüllen gestreifter Tiger selbst die „kaṭa kaṭa“ schallenden Trommeln verstummen lässt! Held, der das Wellenmeer erschütterte! Gütiger Guha, du umarmst die vom großen, stolzen, zornigen Elefanten aufgezogene Frau.
Der Vater des Liebesgottes erschrickt, der Lotusgeborene flieht, und der nördliche Berggipfel wird zu Staub, wenn der Pfau, dein Reittier, tanzt und du, Kanda, darauf herankommst. Ich verehre dich nicht beständig wie ein Angehöriger, der seit Generationen zu dir gehört. Werden dennoch mein Verlangen und meine Hindernisse vergehen?
Du wurdest zum Diener der wundersamen jungen Tochter des Waldweisen und gingst erschöpft auf ihr Hirsefeld. Den Speer auf der Schulter tragend, nahmst du den Dichter in deine Gnade auf, der damals verwirrt umherirrte.
Du bist das Leben dessen, der der Frau, schöner als ein smaragdgrüner Pfau, einen Platz in seiner linken Hälfte gab. Ob ich freundliche Worte spreche oder Worte voll Hochmut: Du erbarmst dich dieses Armen, großer Herr![569]
641 – Auch mir gewähre deine Gnade
Ihre Augen rollen wie Speere auf dem Schlachtfeld; ihre von Bändern umfassten Brüste bewegen sich. Wie Pfauen ziehen sie durch die Straßen. Selbst die reinen, gnadenreichen Menschen auf den Wegen des Dienens, der Verehrung und des Yoga bringen sie dazu, sie wahrzunehmen und dem Verlangen zu verfallen.
Diese trügerischen Frauen, große Papageien genannt, gehören zu denen, die nicht an deine Füße denken und der Täuschung samt dem Tod unterliegen. Auch mir, der ich auf ihren glänzenden Betten gefangen bin, musst du in Erbarmen deinen gnädigen Sinn zuwenden.
Sohn der Uma, der Tochter des Himalaya, der erfahrbaren Parashakti, der unaussprechlich erhabenen Gayatri! Muruga, Vishakha, du verfasstest eine Liebesbotschaft für die sanfte Hirschgleiche der Jäger, begehrtest sie und standest dienend bei ihrem Hochsitz.
Du kämpftest, um die Götter aus dem Gefängnis zu befreien, und erwarbst strahlenden Ruhm. König der Könige unter den Dichtern, unvergleichlich geschickt! Sonne des Kaundinya-Geschlechts, du weintest und schenktest der Welt Leben. Schöner Herr des kostbaren Kathirkamam![570]
642 – Gewähre deine heiligen Lotusfüße
Du wurdest im Schilf geboren und sprangst mutig hervor. Dem Sura, der geschickt entgegenstürmte, sandtest du die Waffe entgegen. Du nahtest ihm, zerbrachst ihn und spaltetest seinen Leib in zwei Teile.
Du trenntest Kopf und Brust, häuftest die Gefallenen auf und vernichtetest sie. Als Siegeszeichen über die Starken gewannst du den geflügelten Hahn. Du vollendetest deine mächtige Tat. Gewähre mir deine heiligen Lotusfüße!
Die Bewohner der drei Städte hatten Gnadengaben erlangt und große Pfeilvorräte gesammelt; als sie kampfbereit herankamen, duldete er, trug, lächelte, verbrannte und versengte sie mit dem Blick seiner Stirn.
Dann zog er dem Elefanten die Haut ab, breitete sie aus und legte sie an. Er, der Höchste, machte den blütenpfeiltragenden Liebesgott zu Kohle. Du Perle des Schilfwaldes, Muruga, der Kathirkamam zu seinem Wohnsitz nahm![571]
643 – Die von reinem Bewusstsein erfüllte Stätte
Sie ist schwer zu erreichen für die Menschen auf dem Weg des Dienens, des rituellen Handelns und für alle trefflichen Yogis. Die Spaltungen der Religionen können sich ihr nicht nähern. Sie ist die wahre Wirklichkeit, höher noch als die höchste Shakti, die alles schenkt.
Jenseits von Turiya leuchtet das wunderbare, einzigartige Licht höchster Erkenntnis. Werde ich jene gute, von ihm durchdrungene Stätte erreichen, die lange währende, makellose Vereinigung, die grenzenlose, unaussprechliche Wesensfreude?
Kumara, dessen Hand den Speer ergriff, sodass der mächtige, tapfere, mutig kämpfende Sura mit seiner mauerumgebenen Stadt fiel! Du gewährst mir die Gnade, deinen erhabenen Tiruppugazh zu singen.
Scharen schwarzer Affen reißen die Früchte auf den Jackfruchtbäumen auseinander, fressen die Fruchtstücke und balgen sich. Dann tummeln sie sich zwischen Bananen- und Mangobäumen. Großer Herr auf dem Kathirkamam-Berg in Ilam![572]
644 – Kann ich deine Füße vergessen?
Schwere Brüste, mit Perlen geschmückt, mit Sandel bestrichen und von Erregung überzogen; eine unter ihrer Last schmale Taille; singende Rede, süß wie Zuckersirup; Augen wie die Blumenpfeile – damit verhüllen die Frauen meinen klaren Sinn.
Ihr wolkengleiches Haar, die Makara-Gehänge an den Ohren und ihre runden Gesichter machten mich zum rasend verliebten Mann. Kann ich jene Füße vergessen, die mich das Verlangen vergessen ließen, in dem ich gefangen war?
Ruhmreicher Verwandter des wunderbaren Hari, der den Zehnköpfigen in der alten Stadt vernichtete, in die selbst die Sonne auf ihrem Wagen sich nicht hineinwagte! Held des edelsteinreichen Trikona-Berges, wo gewaltige Elefanten leben, und des mächtigen Kathirkamam!
Du selbst wurdest von der pfauengleichen Jägerin auf dem Hirseberg gefangen: von ihrer gürtelgeschmückten Taille und ihren beiden Füßen, von der duftenden Regenwolke ihres Haars, dem grünen Bambus ihrer Schultern und den rotstrahlenden Speeren ihrer Augen, großer Herr![573]
645 – Komm und schenke ihr Leben
Der Liebesgott steht mit dem siegreichen Bogen voller duftender Blumen bereit und übt seine Gewalt aus. Der runde, unverminderte Vollmond steigt über die Mauern und brennt. In den langen Nachtstunden fallen Perlen aus ihren beiden Augen.
Lass sie nicht täglich schwächer werden. Komm, um dieser Frau, die sich in heftiger Verliebtheit verzehrt, ohne weiteres Leid Leben zu schenken.
Deine wunderbar juwelenbesetzte Brust vereint sich mit der selten schönen Jägerin auf dem von Elefanten bewohnten Berg. Du Gestalt aus Gold und Rubin, Bewohner des großen Kathirkamam!
Muruga, den Verehrern Naher, Ursprung der Befreiung, Held auf dem grünen Pfau! Du ergriffst den Speer, sodass der grausame, heftig anstürmende Sura zugrunde ging und zerbrach, großer Herr!
646 – Licht des heiligen Klanges
Wer den Frauen verfallen umherirrt, wer ohne Gedanken an große Askese umherzieht, wer nicht rezitiert und verehrt, damit das Böse weicht, wird in der Feuerhölle wiederzufinden sein.
Licht des Nada, Herr von edlem Wesen und guten Eigenschaften! Speerträger, der die beiden Frauen umarmt! Leuchtender Herr Kumara der Shiva-Erkenntnis, großer Herr des makellosen Kathirkamam![574]
647 – Die von Sehnsucht überwältigte Frau
Das Meer wirft seine glänzenden Wogen auf, laut und immer lauter, und zürnt mit seinem unablässigen Getöse. Der Mond taucht in das im endlosen Norden brennende Giftfeuer ein, steigt heraus und schleudert es herab.
Die Hirten setzen die Bambusflöten an den Mund und spielen lange süße Melodien; auch die Mütter lassen nicht von ihren quälenden Worten ab. Lass die Frau darunter nicht zugrunde gehen. Voller Verlangen nach der Wonne der Vereinigung, mit grenzenloser Liebe erfüllt, ist sie außer sich. Du musst kommen und sie umarmen.
Gott in der großen Stadt Kathirkamam, Träger des unvergleichlichen Speers, Held auf dem Pfau mit prachtvoll gemustertem Federkleid! Gemahl der himmlischen Frau mit fischgleichen Augen und salbenduftenden vollen Brüsten!
Du gewährtest das schwer zu erlangende Wort der Erkenntnis dem Herrn, der auf dem siegreichen Stier reitet, der sich mit erschütternder Kraft bewegt. Du durchzogst alle Welten, ließest die Welt der Asuras zu Asche werden und schenktest der Welt der Götter Leben, großer Herr![575]
648 – Komm mir im Augenblick der Bedrängnis zuvor
Sie kommen mit einem beschriebenen Blatt und sagen: „Wir sind die Boten Yamas.“ Sie packen mich und lassen nicht von mir ab. „Dieser verwirrte, schlechte Mensch ist voller List!“ So beschimpfen sie mich und setzen mir nach.
Sie schlagen mit ihren Werkzeugen, schneiden das Fleisch ab und gießen dunkle Flüssigkeit aus. Wenn sie befehlen: „Bleib auf der Spitze des Pfahls!“, dann sieh diesen Augenblick und komm rasch vor mich.
Herr Kumara, der in Parangiri, im Haus von Sentil und in Palani bei Idumban wohnt! An vielen tausend Orten und auf zahllosen Millionen Bergen stehen deine Füße; in Kathirkamam kamst du, damit deine Verehrer sie schauen.
Muruga, hervorgebracht von dem mit geflochtenem Haar, der Schlange, Mondsichel, Pulai, Tumbai, Bilva, Durva-Gras und Kondrai trägt! „Hara Hara, Shivaya, Shambhu!“ Höchster Lehrer, Kumara, du kamst, um die Diener anzunehmen, die dir vertrauen, großer Herr![576]
Tirukonamalai – Trincomalee
649 – Vom Bett der Lust zum Krankenlager
Sie blicken wie gezückte Schwerter, bewegen ihre Brüste und verhüllen den Hüftgürtel. Dann lassen sie bebend das anliegende Gewand nachgeben und nehmen den Gang einer Hirschkuh an. Lachend rufen sie wohlig „Ha!“, fallen über einen her, lösen das lange aufgebundene Haar und bieten die roten Lippen und den zusammengelegten Betelbissen dar.
Voller Verlangen folge ich ihnen. Auf dem ausgebreiteten Lager umarme ich sie, ergreife ihre großen Brüste, presse sie an meine Brust und beiße ihre Lippen. Diese Sünderinnen lassen mich die Scham verlieren.
Soll ich durch ihr Netz die Frucht von Krankheit und Leiden ernten, blass auf dem Krankenlager liegen, den Mund aufreißen und wie ein im Unrat liegender Hund von Hunger und Durst gequält werden, während mein Leben umherirrt?
Du bist der Verwandte des wunderbaren Herrn, der mit einem Pfeil die rasende Tataka bezwang, das Opfer vollenden ließ und den gewaltigen langen Bogen zerbrach.
Guru deines Vaters, der Brahma, den Schöpfer und Beschützer der geordneten Welt, erschreckte und eines seiner Häupter in der Hand hielt; der sein Feuerauge öffnete und den Liebesgott verbrannte!
Held auf dem Pfau, du kämpfst, sodass die tausend giftigen Schlangenhauben erzittern, der große Berg sich spaltet und die hohen Kronen der Dämonen beben. Damit Uma, die im Dharma lebt, sich herrlich erfreue, erscheinst du mit sechs Gesichtern, mit der geschmückten Kuravar-Tochter und Devasena. Großer Herr, der auf dem seltenen Konamalai in Pracht wohnt!
650 – Schenke mir ein Leben in deinem Lob
Die Frauen machen ihren Leib käuflich; mit Perlenschnüren, Hüftgürteln, Gewändern und Juwelenschmuck bringen sie ihn zum Glänzen. Ich versinke in Begierde nach ihnen und gerate immer tiefer in Verblendung. Die Menschen der Welt lachen mir entgegen: „Was für ein zügelloser Mann!“
Mit diesem angenommenen Leib quäle ich mich, werde bekümmert, verhasst und erschöpft. Lass mich, den Schlechten, nicht im unreinen Gehäuse, von Krankheit bedrängt, in Verwirrung leiden. Du einziges Leben, das mich dich in Gedichten aussprechen und heil ans Ufer gelangen lässt!
Herr des höchsten Zieles, ich suche dich und verkünde deinen Ruhm, ich Geringer wie ein Hund. Blicke gnädig auf mich und gewähre mir die besondere Gnade, zu deinen Füßen zu gehören.
Heiliger Sohn des Herrn des Berges, des Gemahls Shivakamasundaris! Sechsgesichtiger Lehrer, schön gestalteter Vel-Träger, der der jungen Kuravar-Frau Freude schenkt!
Vasishtha, Kashyapa, die Yogis voll Askese, der große Weise Agastya, Idaikkadar und Kiran – in den von ihnen gestalteten Versen erscheinst du als schöne Gestalt des Sinnes, Muruga.
Die Erdbewohner, die als Brahmanen die vier beständigen Veden und die großen Opfer pflegen, und die Menschen der heiligen Stätte Tirukonamalai verehren dich. Am Eingang im hohen Gopuram erklingt der Gesang des Papageis; in heiliger Pracht kommst du herbei.
Du nimmst den Speer auf und schleuderst ihn, um den Ozean der sieben Geburten zu verwüsten und zu Staub zu zermahlen. Großer Herr, der dem beabsichtigten Werk Gelingen schenkt![577]
Kashi – Varanasi
651 – Bekleide mich mit deiner Erkenntnis
Auf dieser Erde bin ich ein großer Sünder, ein Tor voller Betrug, ein Dieb in den Unternehmungen des Geistes. Als nutzloser Mensch brenne ich innerlich vor verwirrter Begierde. Mein Denken sucht nur nach dem Mittel, mit dem ich jene Frauen gewinne, deren Augen kämpfenden Speeren gleichen.
Die liebevollen Menschen sprechen die Dichtungen vollkommener Shiva-Erkenntnis und erfahren sie in ihrem Inneren. Ich aber, belastet von beiden Arten des Karma, trage nicht einmal die wahrhaft heilige Asche, mit der sie sich bestreichen. Bekleide mich damit, lass mich deine roten Füße, die wahre Stätte, schauen und gewähre mir die Unterweisung, die Erkenntnis ist.
Als das Krokodil den Elefanten umschlang, kam der wunderbare Herr ihm nahe. Du bist sein herrlicher, geliebter Verwandter! Gnadensohn dessen, der die Macht der drei bewohnten Städte zu Asche und Rauch machte und die große Mondsichel in seinen Flechten trägt!
Strahlender Speerträger, du lehrtest vor den Gerechten, die auf den Urgrund gerichtet sind, die Shiva-Schrift des rechten Weges. Du vereinigtest dich mit der Kuravar-Frau des Waldes. Kumara des Erkenntniswortes, höchster und innerster Herr, der ruhmvoll in Kashi wohnt![578]
652 – Von der Empfängnis bis zur neuen Verstrickung
Frau und Mann leben zusammen; der Drang des Begehrens erfasst sie. Wie Tau tritt der Same hervor und breitet sich im Inneren aus. Unter der Gnade des Schöpfers verdickt sich das Entstehende, zunächst wie ein kleines Insekt. Viele Tage vergehen: Es wird wie ein Ball, wie eine Palmfrucht, wie eine junge Kokosnuss und wie ein Krug; in immer neuen Formen wächst es nach dem Gang des Karma.
Wenn zehn Monate vergangen sind, kommt es mit dem Kopf voraus durch jenen Weg auf die Erde. Man nennt es Sohn, das im Herzen geliebte Kind; Mutter und Vater umgeben es mit Zärtlichkeit. Viele Tage trinkt es Milch an der großen, rotgolden strahlenden Brust; dann krabbelt und läuft es. Soll ich nach alldem im nichtigen Umgang mit den Frauen mit den großen, auf vielerlei Weise bezaubernden Augen zugrunde gehen?
Ein Kind sagte: „Er ist so offenbar wie eine Frucht auf der Hand.“ Da erschien er voll freudiger Gnade aus einer Säule, mit schönen Zähnen als mächtiger Löwenmensch, und zerriss den Leib Hiranyas. Er ist der große Herr, der den Göttern Gnade schenkt, der Muschel und Diskus als unvergänglichen Schmuck in den Händen hält, Narayana, der in Srirangam auf dem heiligen Lager ruht. Du bist sein Verwandter!
Gnadenkind der Parameshvari, die in der linken Hälfte dessen wohnt, der Ganga im Flechtenhaar trägt! Sie strahlt wie Gold und Koralle, ihr Gesicht gleicht dem milchweißen Mond, ihr Haar der dunklen Nacht.
Auf dem springenden Pfau als Reittier erfreust du dich liebevoll an der Kuravar-Tochter mit ihren beiden Brüsten. Großer Herr, der in Kashi, der Stätte am Ganga-Fluss, wohnt![579]
653 – Lass mich nicht innerlich vergehen
Wie eine vom Elefanten verzehrte Vila-Frucht habe ich diesen Leib angenommen und bin von allgegenwärtiger Verblendung durchdrungen. Lass mich nicht täglich wie die Verstockten tief ermüden und zugrunde gehen; schenke mir Gnade.
Du Kronjuwel, das im Streitgespräch siegte, sodass damals die Jainas auf Pfähle stiegen und starben! Held auf dem Pfau, Kind dessen mit dem dunklen Hals, des Gemahls der Uma, großer Herr an der Ganga in Kashi![580]
Mayapuri
654 – Der Laut und die Erkenntnis
Den Laut „Si“ in sich aufzunehmen und darin zu leben, ist Shiva-Erkenntnis. Handlungsdrang und Begierde zerstreuen sich und vergehen. Wenn der Laut „Ma“ nahekommt, fällt die große Täuschung. Gewähre mir deine Gnade, damit ich mit dir verbunden in den Zustand jenseits des Denkens gelange.
Als die Sonnengötter am Himmel sich der Stadt näherten, gerieten sie in Bedrängnis; verwirrt und hilflos kamen sie zu dir und suchten Zuflucht. Du gossest dein Erbarmen aus und nahmst in Mayapuri Wohnung, großer Herr![581]
Bhairavi-Wald an der Sarasvati
655 – Die Füße deiner Verehrer ehren
Du bist der Gnadensohn der Mutter, die in der linken Hälfte Haras wohnt. Als der Held den gewaltigen Berg emporhob, drückte Hara seine Zehen darauf, sodass jener zermalmt wurde.
Geliebter Verwandter Ramas, der das wogende Meer überbrückte und dessen Herz sich sehr freut! Du lässt den juwelenglänzenden Pfau tanzen. Muruga, deine sechs Gesichter übertreffen das Sonnenlicht; in Reihen stehen die mächtigen Schultern mit zwölf Händen.
Gewähre mir Erkenntnis, damit ich mich vor den Füßen derer verneigen kann, die deine Lotusfüße täglich im Herzen erinnern.
Lehrer der Erkenntnis, du fordertest Brahma, den Sprecher der Veden und Shruti, auf: „Erkläre den Ursprung in den Worten, die du sprichst!“ Du schleudertest den Speer, sodass die Dämonen zerstückelt starben, alle gefangenen Götter freikamen und Indras Herrschaft blühend fortbestand.
Du wohnst im Bhairavi-Wald an der herrlichen Sarasvati: Duftende Blüten und Bäume erfüllen ihn mit Wohlgeruch; Felder umgeben ihn, und blaublühende Teiche und reiche Wasserbecken liegen dort, großer Herr![582]
Vellikaram
656 – Weise mir die Grenze des Schweigens
Mit dieser Körperhütte, in der die fünf nach ihrem bestimmten Gang wirkenden Kräfte sich drängen, lebe ich täglich auf der vom Meer umgebenen Erde. Die fünf unruhigen Sinne treiben mich umher; ich gebe ihnen nach und gerate ins Wanken.
Lass bei deinem leidenden Diener die Grenzen von Herz, Rede und Leib zurücktreten und die Täuschung der Welt enden. Sprich das Eine, das die Grenze des Schweigens bezeichnet, damit das „Mein“ schwindet und ich deine Füße erlange.
Du zeichnetest die perlenkettenbehängten Brüste, das schöne Gesicht, die beiden wie Vallai-Blüten leuchtenden Ohren und die smaragdgleiche Gestalt auf ein Palmblatt und standest damit auf Vallis Feld, Held auf dem Pfau!
Guru des Gifttragenden, des Herrn der drei Eigenschaften, des Mondtragenden, des Makellosen, des Selbstentstandenen vom Silberberg! Großer Herr von Vellikaram, mit deinen aufgeblühten Lotusfüßen und ihren klingenden Fußreifen![583]
657 – Das Wort, das zu deinen Füßen führt
„Du auf dem tanzenden Pfau, dessen Bewegung die Berge einstürzen lässt! Junger Herr mit der schönen Kadamba-Girlande und dem scharfen Speer, mit den heiligen Gesichtern und den göttlichen, hundertblättrigen Lotus gleichenden Händen, zu denen der kämpfende Hahn gehört!
Gemahl der rankengleichen Frau auf dem Berg mit wilder Hirse, wo die Wogen der Wasserfälle Adlerholzbäume entwurzeln!“ – kann ich deine goldenen Füße anders erlangen als durch das Wort, das du mich so sprechen lässt, damit die ganze Welt es erfährt?
Unvergleichlicher Sohn Shivas, höchster Lehrer, der die unaussprechliche Wahrheit verkündet! Schöner Herr, der unter dem alten Nelli-Baum sitzt, an dem die Hirten mit ihren glänzenden Rinderherden den rechten Weg gehen!
Du großes Leben unseres Herrn, der den vielarmigen Himmelsfluss, den Mond, Kondrai und Bilva im Haar trägt. Großer Herr von Vellikaram, dessen aufgeblühte Lotusfüße wie duftende Lotusblüten sind![584]
658 – Eine Girlande klarer Dichtung
Die Frauen dieser Welt besitzen ein kühles Jasminlächeln; ihre Worte gleichen gereiftem süßem Sirup. Ihre Ohren sind junge Vallai-Blüten mit Gehängen, ihre schmalen Taillen Ranken, ihre Brüste Krüge. Heftig begehrend suche ich den raubenden Genuss.
In dieser Vereinigung, die Kummer zu bereiten vermag und aus der es schwer ist, sich zu lösen, gib mir sanft deine beiden roten Füße. Dann will ich klare Gedichtgirlanden wie duftende Blumen für dich zusammenfügen und dir anlegen, Herr.
Der im Weg der Askese stehende Shiva-Weise verband sich mit der springenden gefleckten Hirschkuh; daraus entstand Valli, die Jägerranke vom Berg mit den Feldern. Du kostest langsam die Hirse, die sie dir reicht.
Schönes Leben der Stadt Velli, du vernichtest die Verirrungen derer, die einen verderblichen Weg lehren. Großer Herr, der zu kämpfen vermag, sodass der Reichtum der Feinde in den Schlamm sinkt![585]
659 – Solange dieses Leben währt
Ihre beiden listigen Fischaugen kämpfen, stoßen gegen die Vallai-Ohren und die geschmückten Gehänge und spielen weiter. Ihr rankengleicher Leib erbebt und wird weich; ihr junges Lächeln gleicht Jasmin.
Mein Herz besitzt die Neigung, darüber zu schmelzen. Wird es nicht verstehen, solange das Leben auf Erden währt, festzustehen und mit reicher Bildung und wachem Bewusstsein zu sprechen: „Du bist der von Uma geschenkte Schatz“?
Gemahl der duftenden Blumenranke, der Ranke des Ortes, der Jägerranke vom Berg! Held auf dem uralten, schönen smaragdgrünen Pfau, der die Grenzen der weiten Erde ausmisst!
Mächtiger, du schleudertest den Speer, sodass der gewaltige Berg sich spaltete. Leben der schönen, von Feldern umgebenen Stadt Velli! Großer Herr, der zu kämpfen vermag, sodass der Reichtum der Feinde in den Schlamm sinkt!
660 – Wenn alles durch die Hände rinnt
Ich schütte meinen Besitz in die Hand der listigen, geschickten Rankenfrau. Edelsteine, Reis und Silber, klare Bildung, Reichtum und Verwandtschaft schwinden dahin. Aus dem Schlamm springen die fünf Sinne auf; die Qual, in die sie mich treiben, lässt sich nicht beschreiben.
Herr der Herren, Wahrer der Wahrhaftigen! Herr, gib mir deine schönen roten Füße.
Freigebiger, du wurdest durch die papageiengleiche Rede Vallis betört, die von der gefleckten Hirschkuh geboren wurde. Leben der Stadt Velli! Auf den Halmen ihrer dunklen Felder liegen weiße Muscheln; die Bauern ernten langsam den überreich wachsenden Reis.
Großer Herr, der das Wort dessen zu übertreffen vermag, der den gewaltigen Berg als Bogen trägt![586]
661 – Wahrer der Wahrhaftigen
Durch ihre mit feinen Mustern geschmückte, ermattende, dunkle schmale Taille, durch die springenden listigen Augen, die an die Vallai-Ohren stoßen und Gedanken aussprechen, durch das schöne dunkle Haar voller Mauval- und Jasminblüten bringt sie mich in Verblendung.
Soll ich mich an den Worten dieser rankengleichen Frau erfreuen, die mich zugleich verhöhnt?
Kostbares Kind Muruga, du liebst die göttliche Valli vom Hirsefeld am felsigen Berg, die Tochter der schönen reinen gefleckten Hirschkuh. Wahrer der Wahrhaftigen, unwirklich für die Unwahrhaftigen, Leben der hellen Stadt Velli!
Großer Herr, der das Wort dessen zu übertreffen vermag, der den gewaltigen Berg als Bogen trägt![587]
662 – Wie wirst du mich annehmen?
Es gibt Menschen, die sich nicht schämen, „Ich habe nichts“ zu sagen, und von dem, was vorhanden ist, nicht einmal ein Sesamkorn teilen. Ich suche solche Menschen auf und klage mein Leid. Ich sehe keinen Weg zur Rettung und weiß nicht, deinen Namen auf irgendeine Weise in Dichtung auszusprechen.
Ich erkenne nicht, was jener uralte Ursprung ist, dessen Grenze niemand kennt. Ich, der Falsche, pflege nur den ermattenden Leib. Wie wirst du mich dennoch nicht verlassen und durch deine reinen Füße in deinen Dienst nehmen?
Du stößt gegen den dunklen Berg und spaltest ihn, damit die mächtigen Asuras fallen und die guten Götter leben. König der rankengleichen Valli, die auf Vallimalai mit seinen wolkendunklen Hainen und schönen kühlen Hängen wohnt!
Mächtiger Herr Kumara, der den siegreichen Pfau besteigt und sich mit Vilam-Blättern und Kadamba schmückt! Großer Herr der Stadt Velli, deren heilige Straßen reich an silberhellen, juwelengeschmückten Häusern sind![588]
663 – Jenseits von Sein und Nichtsein
Ich suche die Schönheit der Frauen mit der schlangengleichen Gestalt und der feinen Taille, wenn sie langsam herankommen. Wie ein unreifer Junge laufe ich ihnen nach und falle, ein einsamer Hund, in das Meer überwältigender Begierde.
Herr, sprich eines Tages deine Unterweisung so zu mir, dass mein Inneres schmilzt und ich sie suche, um gerettet zu werden. Gewähre mir das freudige Wunder, das weder Sein noch Nichtsein ist und keinen Widerspruch kennt.
Herr Kumara, der die ganze Welt regiert! Gemahl Vallis auf Vallimalai, umgeben von Wäldern mit sich ausbreitenden Ranken! Du vollführst das Wunder deines siegreichen Speers, sodass die sieben dunklen Meere auflodern und die grausamen Dämonenherrscher mitsamt dem Berg fallen.
Großer Herr der Stadt Velli, deren heilige Straßen reich an silberhellen, juwelengeschmückten Häusern sind!
664 – Die vielen Geburten schwinden
Du standest auf dem Feld Vallis, deren Gesicht ein Lotus und deren Augen Pfeile sind: „Komm! Mein Ort liegt nur zweieinhalb Kadam entfernt; unsere Orte und Felder sind einander nah.“ In einem Hain verlorst du alle Kraft; liebestrunken bestiegst du das Madal, unser begehrender Herr.
„Sieh, diese Speise ist süß!“ – so sprach der Jäger und brachte die schon von seinem Mund berührte Nahrung dar. Du bist der Sohn des Reinen, der sie annahm und sein göttliches Spiel vollführte.
„Ewig Jugendlicher! Herr des Berges, wie die alte Lehre dich nennt!“ – wenn man dich so anruft, schwinden die hunderttausend verschiedenen Geburten, die wie eine Flut zusammenströmen. Welch ein Wunder!
Keule, mächtigen Bogen, Diskus, Muschel und Schwert hält Narayana in den Händen. Als kleiner Dieb zog er den mit einem Seil an ihn gebundenen Mörser rollend hinter sich her, zur Freude der Gemahlin Nandagopalas. Dann wuchs er erschreckend empor, sodass sein Haupt das Himmelsgewölbe zu durchbrechen schien; vor dem freigebigen Mahabali stand er, der große Gelübde hielt, sichtbar und strahlend da, und Bali erschrak.
König, der dem Sohn dieses Narayana, deines mütterlichen Verwandten, zürnte! Herr mit der Speerwaffe in Velli, wo Muscheln zwischen den ertragreichen Feldern spielen! Großer Herr der dir nahenden Götter![589]
Tiruvalam
665 – Sprich das rettende Wort durch mich
Sehnen, Haut, Fleisch und Flüssigkeit, dazwischen Knochen und Gelenke – all dies fügt sich zweckmäßig zusammen und bildet die Hütte, die auf zwei Beinen geht.
Wenn die heftige Zeit herannaht, lass den Lebens-Elefanten nicht durch die Wege der Sinne ins brennende Feuer irren. Schenke mir die Kraft, vor deinen ehrwürdigen Dienern ohne Fehler „Vel-Träger! Kanda!“ zu sprechen.
Der schöne Elefant rief beständig und mit vollem Klang: „Hari, nimm mich an!“ In seiner Bedrängnis rief er immer wieder den Ursprung an. Noch ehe ein Auge blinzeln konnte, erschien der wunderbare Herr.
Brahma mit den vier Gesichtern, Richtungen, Erde und Himmel kreisen um die alte Stadt Shivas. Dort kommen die Frauen und führen den göttlichen Tanz auf. Großer Herr, der in Tiruvalam wohnt![590]
Velur
666 – Wann werde ich zu deinen Füßen gelangen?
Wenn große Geber vor ihnen stehen, zeigen sie ihren Geschmack und ihre Liebeskünste; treffen sie auf Menschen, die nichts geben, jagen sie sie weit fort. Mit trügerischen Gestalten tun sie wie Freunde und machen die Männer zu Toren.
Sie zeigen ihre Brüste, fallen ohne Scham über einen her und stellen ihre Schönheit zur Schau. Mit jedem geben sie sich wie in Liebe verbunden. Unaufhörlich ziehen sie geschickt umher, diese käuflichen Frauen ohne erbarmenden Blick; sie gewähren Nähe oder Verachtung und häufen Schuld auf Schuld.
Mit lieblichen Worten, denen nicht zu trauen ist, streiten sie, schüren Trennungsschmerz und bringen Not. Wann werde ich ihre Art hinter mir lassen und zu deinen Füßen gelangen?
Der Pandya-König im Land Madurai hatte sich an die Worte der Jainas gehalten. Du bestrichst ihn mit heiliger Asche, sodass sein krummer Rücken sich aufrichtete. Dein Blatt stieg gegen die Flussströmung auf. Durch diese von der Schönen gepriesene, unwandelbare Größe siegtest du und entwurzeltest die Jainas, König!
Frische Mangofrüchte fallen und lassen Honigsaft strömen; die Pressen ruhen weder Tag noch Nacht. Überfließend zieht der Saft weiter und strömt von Ort zu Ort. Du wohnst in Velur, von Dichtern gepriesen, auf der meerumgebenen Erde berühmt und mit vielfältigem Wohlstand wie Alaka geschmückt, großer Herr![591]
667 – Täglich in wahrhaftiger Verehrung stehen
Ihre rötlichen Augen verbinden Fischgestalt und Gift; mit diesen Speeren besiegen sie die jungen Männer. Von Anfang an trachten sie danach, Wohlstand, Leben und Denken zu zerstören. Mit honigsüßen guten Worten kommen sie nahe und schenken Genuss, aus dem endloses Leid entsteht.
Lass mich beim Anblick ihrer Pracht nicht betört werden, ohne dass die Liebe zu dir wächst, und mit verblassendem Glanz am Leibe vergehen. Gewähre mir, zahllose Hindernisse zu überwinden, täglich fest zu stehen und dich in tiefer Wahrhaftigkeit zu verehren.
Kanda, kostbares Leben dessen, der den von Verwirrung umgetriebenen großen Liebesgott samt der Schönheit seines Zuckerrohrbogens vernichtete! Du bestiegst den Siegespfau, um die mächtigen Suras niederzuwerfen, die feindlich auf dich eindrangen.
Als die Himmelsbewohner, auf das eine Höchste gerichtet, klagend vor dir standen, schleudertest du den Speer und bekämpftest den Berg. Frauen mit vollen, bambusgleichen Schultern kommen und verehren dich. Du kamst, um Velur erstrahlen zu lassen, großer Herr![592]
Karapuram – Karapuri
668 – Lass alle guten Eigenschaften wachsen
Einen legen sie auf das weiche Bett im kleinen Haus; einen anderen lassen sie an ihrer Haustür hin und her gehen; einen dritten treiben sie voller Unruhe durch die Straßen. So bringen sie die Männer als Nebenbuhler gegeneinander auf.
Sie lassen sie Waffen ziehen und im Zimmer miteinander kämpfen, sodass einer es schon für einen großen Gewinn hält, gerade noch mit dem Leben davonzukommen. In der Verblendung, die solche Frauen erzeugen, bin ich dem Weg der Askese fremd geworden. Dienendes Handeln und rituelle Verehrung, auch die innere Übung habe ich aufgegeben; ich verschwende das Vermögen in meiner Hand, und alle verachten mich, wenn ich umherziehe.
Schenke mir Gnade, damit alles Leid endet, alle guten Eigenschaften wachsen, ich auf Erden guten Ruf und Würde erlange und jederzeit in Liebe an deine goldenen Füße denke.
Speerträger, du vernichtest von Grund auf die grausamen, schlechten Dämonen, die den vom Wort des Gurus und von Askese erfüllten Dichter gefangen hielten und schreckliche Gewalt ausübten.
Du vereinigst dich mit dem Glücksschatz, der Kuravar-Tochter: Ihre Rede klingt wie ein Kuckuck, die Augen gleichen Fischen, die Lippen Korallen, die Stirn einem Bogen, das Gesicht dem Mond. Sie hat ein junges Lächeln, dichtes Haar, berggleiche Brüste, eine rankenschlanke Taille und den Gang einer Elefantenkuh.
Zum Wohl der sechs religiösen Wege erhobst du den Streit gegen die listigen Jainas mit ausgerauftem Haar, zerbrachst ihr Geschlecht von Grund auf und brachtest Leib und Leben auf die Spitze des Pfahls.
Die Fische springen in den reichen Feldern umher, sodass Fruchtbüschel von den Arekapalmen, Früchte von den Bananen und Perlen aus dem Bambus fallen. Sechsgesichtiger großer Herr im heiligen Karapuram![593]
669 – Auch an mich denke in Gnade
Ihr Haar löst sich, ihre Augen schließen sich halb, und sie singen in Vogelrufen. Kleine Schweißperlen ziehen über ihr Gesicht; die kindlich süßen Worte, lieblicher als Nektar, verändern ihren Klang.
Mit vielerlei Spielen bewegen sich auch die Fußspangen an beiden Füßen auf dem Bett. Mein Herz will die Begierde nach dieser zärtlichen Lust nicht aufgeben. Denke daran, auch mich, den Sünder, anzunehmen.
Kind des höchsten Herrn, dessen Bogen ein Berg ist! Herr Kumara, dessen Reittier der Pfau ist! Du kamst, damit das als diebisch beschimpfte Geschlecht der Jainas im heiligen Madurai auf Pfähle gebracht werde.
Verwandter des wunderbaren Herrn mit den Lotusfüßen, durch die die steingestaltige Ahalya wieder Frau wurde! Großer Herr in Karapuri, wo lange Valai-Fische aus den Reisfeldern springen und die Arekapalmen zerbrechen![594]
Tiruvirinjai
670 – Die Füße jenseits des Streites
Die unvergleichlichen fünf Elemente, das denkende Herz und das Leben werden weich, wenn du nahst: Du bist die sich offenbarende Widerspruchslosigkeit, die strahlende Sonne, der Unteilbare, das höchste und innerste Wesen, der König, Kumara, der Vel-Träger.
Die Streitenden lassen ihre Veden wie ein schäumendes Meer und wie Muschelrufe ertönen; die in religiöse Verfehlung Verstrickten kennen deine Einzigartigkeit nicht. Schenke mir die Lotusfüße, die von klingenden Glöckchen und Fußreifen umgeben sind.
Das Meer mit seinen Makaras, seinen großen Wellen, dem Gischt und den dröhnenden Schiffen geriet in Aufruhr, kochte und schrie. Du öffnetest einen Weg durch den weiten Himmel; das Heer und Sura, der dir entgegenkämpfte, gingen zugrunde, und Indra und die anderen kehrten in ihre Heimstätten zurück.
Junger Herr, du sandtest den siegreichen Speer aus, sodass der große Berg mit seinen hohen Gipfeln zerbrach. Kostbares Leben Chandrashekharas! Die Herrscher aller Himmelsrichtungen und der Viergesichtige preisen dich, großen Herrn von Tiruvirinjai![595]
Karapuram – weitere Anrufung
671 – Das Teilen nicht vergessen
Ich sollte deine goldenen Hände, deine Gesichter, die perlenbesetzte Brust, den wahren Glanz deiner Gestalt, die duftenden Lotusfüße, den Hahn und den Pfau preisen und in inniger Liebe fest in meinem Herzen bewahren. Ich sollte in der Gewissheit Shivas wachsen, zum Wohl aller den Weg des Dharma gehen und denen, die wirklich hungrig kommen, wenigstens eine Handvoll Speise darbringen.
Stattdessen gehe ich zu Frauen, die mich mit süßen Freundschaftsworten ansprechen, als seien sie alte Bekannte. Eifrig kommen sie nahe, gewähren die Künste des Genusses und rauben den Besitz. Soll ich ihre beiden berggleichen Brüste, die mit Moschus und duftenden Salben bestrichen und von Erregung überzogen sind, freudig umarmen, willenlos schmelzen und wie ein Verwirrter umherziehen?
Tapferer, du sandtest rasch den Speer gegen die grausamen dunklen Asuras, tilgtest ihren Hochmut und zertrenntest ihre Leiber, sodass der Hunger der Geier gestillt wurde.
Du erhältst den Lotusgeborenen, Achyuta, Varuna, Agni, Yama, den im Wind wirkenden Gott und alle Götter in ihrer Stellung.
Der Höchste nahm das Gift aus dem tosenden Meer in seinen Hals, bekleidete sich mit dem Tigerfell, schmückte sich mit Schlangen und tanzte in strahlender Pracht. Höchster Vel-Träger, du gewährtest ihm deine Gnade.
Täglich legen die Weisen die Inhalte der wohlklingenden, kostbaren Veden dar und vollziehen schöne heilige Handlungen auf Erden. Sechsgesichtiger großer Herr in Karapuram, dem Ort, der ihnen lieb ist![596]
Tiruvirinjai – weitere Anrufung
672 – Die Gestalt jenseits aller Gestalten
Die fünf Elemente werden nicht mein bleibender Besitz. Ich weiß nicht, sie als Unreinheit abzulegen. Ich denke, dieses verblendete Leben werde sich für immer so fügen; auf den rechten Weg bin ich, dein Diener, nicht gekommen.
Gewähre mir deine beiden erhabenen Füße, damit ich täglich in Liebe schmelze und an dich denke, bis ich den Zustand erreiche, der keine Gestalt hat und von dem man nicht mehr als „Welt“ zu sprechen weiß.
Selbst der Herr, den Hari und Brahma suchten und nicht erreichen konnten, verneigte sich vor deinen Füßen, kam nahe und bat: „Gewähre mir Gnade!“ Da zeigtest du ihm: „Dies ist der Sinn.“ Göttlicher Sohn, ursprünglicher Lehrer!
Du schleuderst den Speer, spaltest den hohen Berg, der bis zu den wandernden Himmelswesen reicht, und beendest den Kampf der Suras. Großer Herr von Tiruvirinjai, wo in den Straßen der Klang der Veden und ihrer heiligen Vollzüge widerhallt!
Tiruvalangadu
673 – Führe dieses verödete Herz zu deinen Füßen
Frauen mit großen Augen voll scharfen Giftes, mit listigem Herzen und schuldbeladenem Spiel: Ihre beiden lotusgleichen Brüste schenken heftigen Genuss. Kratz- und Kneifspuren, Zeichen des Verlangens, bedecken sie; sie tragen Salben darüber und setzen sich dem Tadel aus.
Unreine reichen Speise, die wilde Geisterlust erregt; sie sind geschickt in den verborgenen Listen des Herzens und erfreuen sich an bezaubernder Musik. Sie stürzen sich auf die von Verblendung erfüllten Liebhaber und wohnen in glänzenden Obergeschossen, die bis zu Mond und Himmel reichen. An ihnen erfreut sich dieses verödete Herz. Willst du mir nicht deine Gnade schenken, damit es an deine blumengleichen Füße denkt?
Deine Brust trägt kühle, duftende Blumengirlanden voller Bienen. Ihr „taṉatāṉam tāṉaṉa tāṉaṉa“ übertönt selbst die Worte der Veden. Tapferer Guha, du bestiegst den Widder, der ringsum Zertrümmerung und Zerstörung bewirkte. Sohn Ambas, großes Leben, an dem sich deine liebevollen und würdigen Diener erfreuen!
Du spieltest täglich voller Liebe mit den Schultern der einzigartigen Hirschgleichen auf ihrem Feld. Liebhaber des Hirsemehls, schöner Fürst der hohen Götter!
Nateshvara, Herr der Welt, tanzte in glänzender Erscheinung mit Kali. In seinem Tiruvalangadu wohnst du herrlich, großer Herr![597]
674 – Bevor das Erinnern schwindet
Söhne, die den Tag des Sterbens zum Tag der Totenriten machen, und jene, die für den guten Tag als feste Stützen gelten, rufen: „Er ist gestorben!“ Auf dieser Erde wächst dann die Unruhe.
Ich habe die geringe Hütte des Leibes angenommen, sie prächtig geschmückt und bewohnt; doch sie birgt den grausamen Tod. Noch bevor das Leben und auch das Erinnern daran, dich zu preisen, vergehen, bevor alle Würde schwindet und schmähende Worte über mich gesprochen werden, denke an mich.
Lass die im verwirrten Herzen aufwallenden Taten nicht über mich herrschen. Lass sie weit von mir weichen. Gib mir deine Füße, nimm mich an und schenke mir Gnade.
Verwandter dessen, der den Berg zum Schirm gegen den herabstürzenden Himmel machte, die Kälber beschützte und die Welt verschlang; sein Ruhm wächst unablässig!
Du dachtest ohne Unterlass an die Füße der Kuravar-Blitzgleichen mit der frischen Blumengirlande und den festen Krugbrüsten. Liebesverwirrt gingst du zu ihr und sprachst: „Nimm mich gnädig in deinen Dienst.“
Der Tänzer stand einst in Alangadu und tanzte, damit die Götter sich erhoben. Du gnadenreiches Leben, das den Sinn des Liedes schenkt, das zu seiner heiligen Gnade gehört! Großer Herr, du vermagst die Sünden derer zu tilgen, die liebevoll deine Füße verehren, und ihnen auf Erden ein furchtloses Herz zu schenken![598]
675 – Zeige mir den höchsten Weg
Du brachtest Erde, Wasser und Wind hervor, fügtest Feuer und Raum dazu, spanntest den neuen Geist hinein, schufst zweimal fünf Sinne und Fähigkeiten und die vier inneren Werkzeuge. Du zeigtest die viermal fünf Wege, durch die dieser Körper zustande kommt.
Du zeigtest die hundertfachen Taten der Geburt, gabst das eigene Bewusstsein hinzu und offenbartest Seele, Herrn und Bindung. Dann triebst du mich auf diese täuschende Erde: „Geh!“ Nun komm zu deinem Diener, richte ihn auf und zeige ihm auch den höchsten Weg. Schenke mir Gnade.
Verwandter des Tänzers, der seinen heiligen Tanz vollführt, während die asketischen Weisen die Shiva-Erkenntnis hören und schauen! Der Herr mit Lakshmi auf der Brust und Brahma mit den vier Gesichtern preisen dich täglich.
Du bestiegst den Pfau, um Welt und Himmel zu beschützen. Berg und Sura wurden besiegt; du trafst den Mangobaum in den sieben Meeren mit dem bergspaltenden Speer, Herr Kumara.
Die ganze Erde preist dich. In Palani und Alangadu verehrst du die Füße der Kuravar-Tochter, großer Herr![599]
676 – Nimm mich in deinen Lobpreis auf
Der dunkle Tod schickt seinen Boten mit der dunklen Gestalt und der ausgeworfenen Schlinge. Sohn, Onkel, Großmutter und die anderen Angehörigen hören davon; sie verlieren die Fassung, während die Täuschung des Sterbens sich vollzieht.
Noch bevor das Leben dahingeht, zeige mir deine Füße auf Erden. Beseitige die Krankheiten des Leibes, das alte Karma und die Sünde, die ich lange getragen habe. Beschütze deinen Diener täglich voller Liebe und nimm mich an mit dem Auftrag: „Singe meinen höchsten Ruhm in reichem, kunstvoll geschmücktem Tamil!“
Sohn des Tänzers, der den Mond auf dem Haupt trägt und im schönen Alangadu den reifen, vollkommenen Tanz vollführt!
Du trägst duftende Girlanden und holtest den einzigartigen Elefanten herbei, weil deine Liebe nach der Vereinigung mit der ersten Hirschgleichen des Jägergeschlechts verlangte.
Sura kam donnernd mit großer Geschwindigkeit, den langen Dreizack erhoben, um dich anzugreifen. Du gingst ihm entgegen, riefst laut auf, ergriffst den glänzenden Speer und spaltetest seinen Leib in zwei Teile. Großer Herr, du nahmst den Göttern ihre Not![600]
Tiruvottur
677 – Wem gilt mein unvergängliches Lied?
Dein glühender Strahlenspeer lässt Sura, der mit Schwert, Keule und Dreizack unerträgliche Gewalt ausübte, die sieben rastlosen Meere und die sieben Berge wie dürres Laub vergehen. Der kämpfende Hahn und das blau schimmernde, tanzende Reittier sind bei dir.
Auch die rotlippige Hirschgleiche der Waldmenschen, die das Hirsefeld bewacht, und die honigsüße Frau aus dem Götterland sind deine Gefährtinnen. Mit ihnen lebst du ohne Mangel, großer Herr.
Sollte auch ich ein unvergängliches Lied vor Sündern sprechen, die nicht erkennen und bitten: „Sei mein Beistand und beschütze mich“?
Du ließest die männliche Palme zur fruchttragenden werden; süß duftende Palmfrüchte reiften und fielen auf die Erde. Die Gegner, die die Veden nicht lernen, die Toren, die sich nur mit Matten bekleiden, die sich das Haar ausreißen – sie alle mussten auf Pfähle steigen.
Mit deinem heiligen Mund, aus dem Shiva gleich Honig und Nektar hervorfließt, und mit der leuchtend weißen heiligen Asche kämpfst du, göttliches Kind. Großer Herr von Tiruvottur, wo der wasserreiche Sey-Fluss Perlen ausspült und schöne Fülle verbreitet![601]
Pakkam
678 – Rufe mich zu deinem Namen
Der wolkenfarbige Leib, die Verwandtschaft wie ein Meer, die zahllosen Gestalten, die entstehen und schließlich unberührbar werden – dieser Körper gehört am Ende den Krähen, Hunden, Geiern und Geistern oder dem langen Feuer des Holzstoßes.
Der Tod stößt mit dem geschärften Dreizack zu und nimmt das Leben fort. Mich, den von Mangel und Leid Erfüllten, rufe zu dir. Gewähre Unsterblichkeit, schenke mir die Sprache und das Wissen der Schriften, damit ich deinen Namen zu Worten füge.
Mit dem schönen Speer stößt du wie der im Kampf nicht ermüdende Tod gegen die Asuras, sodass sie in allen Richtungen fallen. Siddhas auf Erden, Götter und die heiligen Überlieferungen preisen dich. Du kämpfst und befreist die gefangenen Verehrer.
Du wirst dem auf Erden sieghaften, mit Asche geschmückten Herrn zum höchsten Lehrer der Erkenntnis und sprichst Worte tiefer Hingabe. Großes Leben! Du hältst den Speer, damit jene, die ihre kunstvollen Verse aneinanderfügen, dich schauen; du wohnst im hohen Pakkam, großer Herr![602]
679 – In das Haus der Befreiung eingehen
Ich trage und hege diese Körperhütte, an der sich eines Tages die Scharen der Raubvögel satt fressen und aufstoßen werden. Lass mich nicht von Ort zu Ort schauen und wandern, umherirren, nach Wohlstand suchen und überall erschöpft stehen bleiben.
Werde auch ich die fünf widerstrebenden Sinne vertreiben, dich loben und deinen Ruhm verkünden, deine Füße begehren und mit dir vereint bleiben? Werde ich die Mühsal überschreiten, in das Haus der Befreiung eintreten und mich dort freuen?
Unvergleichliches Gold glänzt an Schwert und Diskus; dazu kommen die trefflich gefügte Muschel, die Keule und der Bogen. Goldener Schmuck leuchtet an Achyuta. Im Milchmeer erheben sich die anbrandenden Wogen wie lange Hände zur Verehrung. Dort ruht er auf dem Lager mit den zornigen, speerscharfen Augen. Du bist der Verwandte dieses Herrn.
Kendai-Fische stoßen gegen Arekanüsse und Zuckerrohr und tauchen wieder in die Teiche ein. Großer Herr, der in Pakkam Wohnung nahm![603]
Tiruverkadu
680 – Wann endet des Todes Herrschaft?
Ihre trügerischen Augen steigen wie tödliches Gift auf, übertreffen die blaue Wasserblume und kämpfen mit schönen Linien, sodass der Betrachter zugrunde geht. Perlenschnüre schwingen reichlich auf den lieblichen Brüsten, die prachtvoll wie Tempeltürme emporragen.
Ihre stark verschmälerte Taille, kaum eine Handvoll, gleicht der kleinen Trommel und ist voller Anziehung. Durch all dies habe ich keinen festen Halt mehr. Sage mir: Wann endet die Zeit, in der Yama, der in vielen Geburten mein Leben nahm, immer wieder über mich triumphiert?
Kind der Mutter Amba, die selbst dann nicht vergeht, wenn die Erde sich ringsum mit dem Meerwasser vereint! Herr von Vayalur, Verwandter Vishnus, der seine Liebe dem Helden Shiva schenkt, welcher den mächtigen Andhaka mit dem spitzen Dreizack bezwang!
Die Kuravar-Frau mit den speer- und pfeilgleichen Augen und die von den Himmlischen aufgezogene Frau stehen herrlich zu deinen beiden Seiten. Du Ende der Veden, du Schöner, du Ziel jenseits des Klanges! Reiner großer Herr von Tiruverkadu, der seine Gnade verbreitet![604]
681 – Schenke mir ein Wort deiner Gnade
Ihr Haar gleicht der Regenwolke, ihre Augen sind Speere, ihre Rede ist Milch, ihre Taille ein Faden; ihre jugendlichen Brüste gleichen gefüllten Kokosnüssen unter den Bändern. Durch die Verblendung nach solchen Frauen ist mein Herz von hartnäckiger Liebe erfüllt. Ich bin ein zügelloser, von heftigem Verlangen getriebener großer Sünder.
Wirst du nicht gnädig auf deinen Diener blicken? Wirst du mich nicht mit deinen Dienern vereinen? Wirst du nicht deine reiche Gnade wachsen lassen, Herr Kumara, den Uma gebar?
Die Dichter der Erde sprechen deinen Ruhm. Du nahmst Kiran, der auf der alten, vom Wasser umgebenen Erde herausragte, in deine Gnade auf. Schenke auch mir ein Wort.
Du Urgrund, der weite, große Gnade ausgießt! Mit machtvollem Wort lässt du die Einrichtungen der gegnerischen Lehren vergehen; der große Weg Shivas erstarkt, und der ursprüngliche Yoga wird erfahren. Großer Herr, Kind Shivas, Guha, Leben deiner Verehrer!
Du freust dich in inniger Liebe an der großen Tochter der mächtigen Waldjäger. Göttliches Kind des Herrn der Veden im heiligen Tiruverkadu! Herrlicher heiliger Bräutigam der von Indra erwählten Tochter, großer Herr, der als das höchste Leben der Bewohner des goldenen Himmels erscheint![605]
Vadamullaivayil
682 – Wann schenkst du mir das geeignete Leben?
Schöne Frauen, die meerumgebene Erde und Reichtum – mir fehlt die Einsicht, diese Bindungen zu überwinden und das Ufer zu erreichen. Wirst du mir die Gnade gewähren, die das Leid deines unwissenden Dieners beendet? Oder lässt du mich noch lange im dunklen Haus? Gilt mir deine Gnade nicht? Ich kenne die Gemeinschaft der Deinen nicht.
Guru des Herrn von Arunachala, der mit der schönen Mutter vereint den großen Meru als trefflichen Bogen trägt! Wann schenkst du mir das Körperhaus einer guten Geburt, in dem ich feste große Askese erlangen kann? Sage es mir. Herr von guten Eigenschaften, den die guten Yogis verehren, Shiva, Guru Shivas!
König, geboren von Parameshvari, die Schlangen trägt, mit den großen Geisterscharen lebt und im Wald ihr Tanzspiel vollführt, der höchsten Zarten!
Du bist der Verwandte der erhabenen Lakshmi, der Mutter des großen Liebesgottes mit seinem Bogen und seinen Pfeilen aus ausgebreiteten Wasserblumen. Göttlicher Murugesha!
Gnadensohn dessen, der in Tillai den großen Tanz vollführte, wo die rasch Vermählte, die kostbare Ranke des Berges, bezaubernd sitzt und sich freut. Großer Herr von Vadamullaivayil, umgeben von weiten duftenden Jasminhainen, zarten Blumengärten und Wasserstätten![606]
683 – Kann auch ich das höchste Ziel erreichen?
Mit Gesichtern wie der große strahlende Mond und Brüsten wie der wandernde Meru treten sie den Männern entgegen, die von ferne kommen. Sie reden vertraulich, fallen ihnen wie frühere Geliebte um beide Schultern und bringen sie mit einer List in ihr Haus.
Dort schmiegen sie sich an, schenken ihre fruchtgleichen Lippen und rauben in diesen Tagen den Besitz. Danach schweigen sie, beginnen nichtige Streitigkeiten und beschimpfen einen. Diese trügerischen Frauen bringen nur Schaden.
Kann auch ich, der Sünder, der nach ihnen verlangt, dessen Herz ermattet und der zum Toren geworden ist, das höchste Ziel erlangen?
Als die Götter „Ursprünglicher Herr!“ riefen, bestiegst du zornig den Pfau und trafst ihren Feind Sura, bis er zu feinem Staub wurde, hoher Speerträger!
Du bist der Verwandte dessen, der freudig in jede Hirtensiedlung ging, auf den Mörser stieg und heimlich den Inhalt der aufgehängten Töpfe kostete.
Der Urherr besiegte Kali, die zum Wettstreit gekommen war. Seine herrlichen Hände strahlen, und der Meereskönig verehrt seine heiligen tanzenden Füße. Brahma auf der duftenden großen Blüte und Vishnu, auf dessen Brust Lakshmi strahlt, verneigen sich vor ihm. Großer Herr, den der makellose Edelsteinherr in Freude und Gnade schenkte![607]
684 – Nimm mich in das Netz der Erkenntnis
Mit blitzschlanken Taillen und schwingendem Schmuck gehen die zarten Frauen in Scharen langsam durch die Straße. In ihrer Schönheit übertreffen sie Schwan und Pfau. Ihre geschmeidigen Worte klingen wie Kuckucksrufe; freundlich schießen sie die Augenpfeile des bogenkundigen Liebesgottes ab.
Wie zarte Jungfrauen scheinen sie wohltuend; funkelnder Schmuck liegt auf ihren Brüsten. Lass mich nicht in ihr Netz fallen. Nimm mich liebevoll in das Netz der Erkenntnis deiner Füße auf. Mit deinen schönen, goldglänzenden Fußlotussen lass mich dich schauen und nimm mich freudig an, bevor die anderen kommen.
Guru unseres Vaters, auf dessen Haupt die junge Mondsichel, Vanni, Schlange und Kondrai sich bewegen und an dem rote Edelsteine glänzen!
Verwandter dessen mit dem göttlichen goldenen Diskus in der freigebigen Hand, der den Bogen spannte und den Pfeil sandte, sodass Ravanas Häupter in den Himmel flogen!
Du erscheinst mit sechs Gesichtern und schleuderst die Speerwaffe, sodass die herandrängenden Suras vergehen und der feste Berg aufspringt. Höchste Erkenntnis ohnegleichen, großer Herr der Götter, du kommst gnädig nach Vadamullaivayil, wo die sprechenden Weisen Askese üben![608]
Tiruvallidayam
685 – Ein Herz für deine beiden Füße
Lass mich, deinen Diener wie einen Hund, nicht umherirren, während ich an die Verlockung der jungen Frauen denke, deren Haar duftender Jasmin schmückt.
Willst du mir nicht ein kraftvolles, würdiges Herz schenken, damit ich deine beiden guten Füße ehre?
Verwandter Haris mit der dunkel glänzenden Gestalt, Gemahl der herrlichen Valli, Murugesha! Du wohnst im heiligen Tiruvallidayam, großer Herr der strahlenden, mächtigen Asketen![609]
Tiruvottriyur – Adipuri
686 – Bevor der Spott mich einholt
Dunkel wie schwarze Wolken ist ihr dichtes Haar; ihre Augen gleichen Speeren, die mit Fischen wetteifern. Ich versinke in der Vereinigung mit diesen Frauen und liege auf dem Bett an ihren Brüsten, die mit Moschus und Sandel bestrichen sind.
„Ein Besessener, der täglich die Liebeskunst voller Verlangen vorträgt!“ – bevor die Menschen der Welt mich auf vielerlei Weise spöttisch so nennen, schenke mir die Gnade der Erkenntnis.
Hari, Brahma, Götter, Weise und Shiva-Yogis verkünden deinen Ruhm. Auf Erden preist dich der höchste Nataraja, König der Gurus! Freund der Göttergeschlechter, Herr Kumara!
Er trägt den Schädel eines Hauptes in seiner Hand, hat die Frau als seine Hälfte und besitzt eine strahlende goldene Gestalt. In seinem von Glück erfüllten Adipuri wohnst du, siegreicher Muruga, großer Herr der Götter![610]
687 – Die Gnade, die aus dem Geborenwerden führt
Du leuchtende Wesensgestalt, allgestaltiges Brahman, wahre Freude! Glanz der heiligen Weisheit, süßer glückverheißender Sinn, reines unvergängliches Licht! Du Freude jenseits der Unruhe der Lehrmeinungen, Herr vielfältiger Kraft!
Damit ich nicht wieder als Embryo im Schoß einer Frau geboren werde, will ich die ersehnenswerten Füße deiner Gestalt preisen und in den Liedweisen über mich hinauswachsen. Leuchtendes Erbarmen, werde ich durch deine Gnade den makellosen Shiva-Zustand erreichen und alle Bedrängnis hinter mir lassen?
Ursprünglicher Herr, deine Fahne trägt den prächtigen Hahn; deine heilige Hand hält die im Kampf furchtbare, sonnenstrahlende Waffe. Verwandter Haris! Kumara, Ruhmreicher, Guha, reiner Subrahmanya, großes Juwel! Du Tod für das Geschlecht der Asuras, denen gute Eigenschaften fehlen und deren Begierde anwächst!
Gnadensohn des ursprünglichen Shiva nahe den Meereswellen in Tiruvottriyur, der Stadt, in der Glück und Schönheit wohnen! Großer Herr, du wohnst in den Herzen der erhabenen Asketen, die in strahlendem Yoga und innerer Übung hohe Reife erreicht haben![611]
Tirumayilai – Mylapore
688 – Komm so rasch wie der Wind
Das große Gift kam hervor und erschreckte selbst Indra, den Höchsten unter den Göttern, Brahma und Hari. Sie riefen: „Du, der die Unruhe des Geistes vernichtet! Du wohnst im Herzen der vollkommen Ruhigen, Herr aller Welten! Gewähre uns deine Füße, damit wir uns wieder aufrichten. Das Gift kommt uns nahe!“
Kaum hatten sie an ihn gedacht, da kam er mit Windesschnelle und trank es im Augenblick, als sei ihr Schutz seine feststehende Pflicht. Du erhabener Sohn dieses Shiva: Komm und schenke mir deine Stätte.
Du schleuderst den wahrhaftigen Speer gegen die Asuras, die Feinde der einträchtigen Götter. „Takurta takurtatiku, tikurta tikurtatiku, tarara raraririri, takurtāta“ – zu diesem Klang kommst du auf dem Rücken des Pfaus, der für uns die passenden Tänze vollführt.
Sohn der Tochter des Himalaya, unser Herr! Freudig wohnst du in der würdigen Stadt Mayilai, unser höchster Guru, großer Herr![612]
689 – Nicht durch die Verlockung zugrunde gehen
Durch ihre beiden Augen, die sich wie Speere erheben, durch ihre selten süßen, nektargleichen Worte, durch ihre beiden berggleichen Brüste – soll ich, dein Diener, dadurch aufgehalten werden und zugrunde gehen?
Muruga, Sohn Haras vom Kailasa! Du wohnst in Mayilai, rings nahe am Ufer und an den Wellen des Meeres. Großer Herr deiner ehrwürdigen Diener!
690 – Die Freude des täglichen Lebens an deinen Füßen
Lass mich, deinen Diener, nicht durch äußerst sündiges, trügerisches Handeln ohne Dharma schwach werden und auch nur ein wenig im Herzen ermatten.
Schenke mir die Freude, täglich reiches Leben zu erfahren, deine von Kraft erfüllten roten Füße zu verehren und mit deiner Gnade verbunden zu sein.
Kämpfender Speerträger, vor dem die Heere der mächtigen Nachtdämonen erschrecken! Schönes Kind der reinen Mutter Abhirami!
Held mit goldenen Schultern, der die junge Jägerin mit der leuchtenden Stirn begehrt! Kanda, großer Herr in der großen Stadt Mayilai!
691 – Ein Tag in der Gemeinschaft deiner Diener
In dieser Welt, die von Meeren mit wachsenden, gegeneinander streitenden Wogen umgeben ist, suche ich die Süße der gegenwärtigen Geburt und leide zugleich unter den beiden Arten des Karma. Doch damit sie enden, denke ich nicht mit gesammeltem Herzen an deine beiden Lotusfüße.
Ich schmelze nicht, damit deine Gnade mich erfreuend erreiche; ich ermüde nicht in der Hingabe und verehre dich nicht. Ich rufe nicht: „Kind, an dem sich der Herr mit Uma als seiner Hälfte erfreut!“ Ich werde nicht erfüllt, meine Torheit nimmt nicht ab, ich erkenne weder Einsicht noch Klarheit, und ich verweile nicht im Schweigen, in dem die Rede vergessen ist.
Die bezaubernde Schönheit der jungen Frauen bedrängt mich und lässt mich leiden. Wird ein Tag kommen, an dem ich mit deinen freudebringenden Dienern zusammenleben und in deinem gnädigen Erbarmen reich werden darf?
Damit die Kuravar-Tochter mit den gipfelgleichen Brüsten sich freue, sprachst du freundschaftlich vielerlei gute Worte, als teiltest du Nektar aus. Sechsgesichtiger, gerechter Herr in der Fülle deiner Gnade! Vollkommener, freigebiger, reich an heiligem Hören, Zuflucht! Saravanabhava, Guha, Essenz des Lichtes, Höchster von überragender Größe, gerechter Sinn am Ende der Veden!
Du bist der Ursprung im „A“, die Einsicht im „U“, der Herr über „Ma“, die Shiva-Erkenntnis im „Si“, das Leben im „Ya“; du bist überreiche Gnade und überreiche Klarheit. Du sandtest den Speer, sodass die feindlichen Asuras in ihrer stark bewehrten Feste vergingen.
Du wohnst täglich im heiligen Mayilai, wo Schönheit, leuchtende Gelehrsamkeit, Würde und Fülle beständig sind. „Hara Hara!“ Sohn Shivas, großer Herr deiner Diener![613]
692 – Die tiefe Grube der Verblendung
Ihre beiden unvergleichlichen Augen drehen sich wie Fische, reichen über die Ohrgehänge und führen Krieg. Sie übertreffen die Pfeile, die der Liebesgott mit seinem glänzenden Bogen abschießt. Auf den schweren, von Bändern umfassten vollen Brüsten glänzen Reihen von Perlen und Edelsteinen.
Die käuflichen Hirschgleichen kommen wie Rati selbst. Soll ich durch ihren eingeübten Gang umhergetrieben werden, die Besinnung verlieren und in die tiefe Grube der Begierde nach ihnen fallen?
An deinen Füßen klingen die heldenhaften Fußreifen „kaṇa kaṇa“. Herr Kumara, du besteigst freudig den Pfau mit seinem herrlichen Federkleid.
Du schleudertest den Speer, sodass der zornig heranstürmende Sura in zwei Hälften zerbrach und schreiend fiel, Muruga!
Der Herr mit dem Bergbogen trägt juwelengekröntes Flechtenhaar, Kondrai, Durva-Gras, Mond und Fluss. In seiner einen Hälfte wohnt die Tochter des Bergkönigs. Du wurdest als ihr kleines Kind groß und kamst, um in Mayilai zu wohnen, großer Herr!
693 – Umarmung statt Verzehrung durch Sehnsucht
Die Pfeile des streitbaren Liebesgottes treffen ihre lotusgleichen Brüste, die mit Salbe und juwelenbesetzter Kette geschmückt sind. Die blitzgleichen Frauen mit fruchtig süßer Rede sprechen gemeinsam ihren Spott; der runde Mond wandert wie ein Feuer.
Lass diese Frau nicht täglich auf dem reichen Blumenlager dahinschmelzen und aus Sehnsucht zum Madal greifen. Komm mit deinen beiden Schultern, die dicht von summenden gestreiften Bienen umgeben sind, und umfange sie auf dem siegreichen Blumenbett.
Geliebter Verwandter des Herrn mit Tulasi auf der Brust, des Diskusträgers Hari, des Feindes von Mura, der auf der Schlange schläft!
Held auf dem grünen Pfau mit seinem kraftvollen Gang und prächtigen Gefieder, du wohnst in Mayilai, wo Shruti, Veden und Opfer reichlich erklingen.
Herr Kumara, du sprachst das gnadenerfüllte Lied, das das Leben einer jungen Frau aus einem wohlhabenden Kaufmannsgeschlecht zurückrief. Du machtest den großen Berg zu Staub, entwurzeltest die Nachtdämonen und ließest die Stadt der Götter weiterleben, großer Herr![614]
694 – Erscheine mit den sechs Gesichtern
Heftige Menschen, die von ihrem rasenden Eifer nicht ablassen, betrügerische Sünder, die nur Streit erzeugen, verödete Toren, Jäger auf schädliche Taten, falsche und erbärmliche Menschen – ich suche ihre verderbliche Art, rede endlos von ungeheuren Abwegen und achte den rechten Weg nicht.
Ich Grausamer erkenne nichts. Lass mich nicht täglich in der Hütte von Trennungsschmerz, Täuschung und Torheit vergehen. Komm auf dem prachtvollen Pfau, damit ich deine sechs Gesichter, den Speer und deine zwölf blumengleichen Schultern unmittelbar schaue.
Erde und großer Meru erbeben; die Hauben der Weltschlange geraten in Bewegung. Du wirfst den hohen Berg nieder, wühlst das weite Meer auf, lässt die Dämonen sterben und gibst den Göttern ihren Himmel zurück, Held auf dem Pfau, der den Speer aussendet!
Du wohnst in Mayilai, mit seinen schönen, bis zum Himmel ragenden Jackfruchthainen, Lotusbecken, blühenden Wasserläufen und Feldern, juwelengeschmückten Häusern, großen Plattformen und hohen Spitzen. Großer Herr der Götter![615]
695 – Wird jener Tag kommen?
Auf der Erde, die das wogende Meer umgibt, ziehe ich unter den Menschen umher, ohne dass dein Lob in mir aufleuchtet. Nicht täglich und von Herzen rufe ich: „Geliebter Sohn Shivas! Herr der wandelnden Götter! Edelstein, den Uma, die Tochter des großen Berges, schenkte! Guha!“
Wird für mich, deinen Diener, ein großer Tag kommen, an dem ich liebevolle Gnade erfahre und mit denen verbunden bin, die dir als deine Diener Verehrung erweisen? Gewähre mir Antwort.
Der Herr des göttlichen Elefanten und alle Himmlischen wurden erniedrigt; sie verloren ihren früheren Stand, und Dunkelheit erfüllte ihre Herzen. Die Asura-Herrscher bereiteten ihnen große Not.
Um dieses Leid zu beenden, tötetest du mit deinem gewaltigen Kriegsspeer den hochmütigen großen Sura und spaltetest seinen Leib in zwei Hälften. Du Mächtiger, großer Herr im schönen Mayilapuri!
696 – Die Gnade mitten im Strudel
Ihre jungen, vollen Brüste sind mit geordneten Edelsteinketten, Moschus, Salben, Adlerholz und Sandel geschmückt. Auf dem großen Blumenlager liegen sie an meiner Brust. Das Gewand an den Hüften gibt nach und fällt; Schweiß steigt auf das große Mondgesicht. Ihre Augen bewegen sich und streiten mit den langen Ohrgehängen; die von beiden Händen getragenen Armreifen klingen laut.
Das Haar voller duftender Blüten sinkt herab; die Fußspangen erklingen. Ich nähere mich den Ilavu-blütenroten Lippen und trinke den Nektar des Mundes. Nur diese Begierde halte ich für angemessen und durchstreife dafür die weite Welt.
Ich bin ein Täter des Karma, versinke im leidvollen Strudel des tiefen Meeres, in dem beide Arten der Tat sich sammeln. Wird ein Tag kommen, an dem mein sinkender Geist den guten Weg gewinnt und ich mit deiner Gnade verbunden lebe?
Du König, geboren von der Höchsten, der immer Neuen, Shivaa, Shambhavi, Uma, der Zarten, deren Gnade die ganze Welt beschenkt; von Bhairavi, Tripura, dem Sinn von hundert Millionen erforschten Schriften und Veden, Bhagavati, der Ursache, die die beiden Lichter trägt!
Tochter des Berges, Gauri, weit entfaltete Mohini – sie verlässt nie die linke Hälfte dessen mit dem ausgebreiteten Flechtenhaar. Ihr Sohn bist du.
Das tosende Meer geriet in Aufruhr, die Heere der angreifenden Suras zerbrachen, und der hohe Berg fiel zu Staub. Du kamst rasch auf deinem Pfau und schleudertest den Speer, Muruga!
In Mayilai umkreisen Bienen die edlen honigduftenden Blüten. Dort wohnst du, Sentan, Held, Guha, Saravanabhava, großer Herr der würdigen Götter!
697 – Der Halt, den du gewährst
Sie gleichen heranschreitenden Pfauen. Wenn Geber kommen, setzen sie ihr schönes Gesicht wie einen Vollmond in Szene. Sie begehren, ohne selbst wirklich von Liebe ergriffen zu sein, und zeigen wohlgeordnete, vollendete Schönheit.
Ich geriet in Verblendung, stürzte in ihr Meer der Begierde, wurde ihr Untertan und gab ihnen meinen großen Besitz. Bei diesen Hartherzigen versank meine gute Einsicht vollständig.
Höchster, gnadenspendender Vel-Träger! Ruhmreicher Sechsgesichtiger, dessen Spiel gute Askese ist! Tugendvoller mit dem scharfen Speer in der Hand, Vollkommener, höchster Yoga, Saravanabhava, Wunder des Sieges!
Du sitzest auf dem schönen Pfau, der die Schlange mit dem großen Edelstein niederhält. Werde ich den herrlichen Schmuck des Haltes erlangen, den du gewährst?
„Tiririri tittiti tītī tītiti, tokutoku tottoku tōtō tōtiku, timitimi tittimi jējē tītimi totitītō“ – so spielt Hari die Mattalam; die Muzhavu ertönt „tiṭu“. Brahma verehrt den Herrn, der den heiligen Tanz vollführt. Du erhabener Held sprachst ihm als Guru die verborgene Unterweisung ins Ohr.
Kind Narayanis, Umas, der ursprünglichen Ursache von Norden und Osten, der Beschützerin der Welt, deren Macht verhüllt! König höchster Gnadengaben, kundiger Gott am Ende der Veden, Urgrund! Leben des einzigartigen Mayilai, großer Herr der Götter![616]
Tiruvanmiyur
698 – Die Lotusfüße von Tiruvanmiyur
Ihre Brüste gleichen großen Bergen und Lotusknospen, ihre Taille einem dünnen Faden, ihr Bauch einem gebogenen Banyanblatt. Die Fischaugen reichen gezielt bis zu den Ohrgehängen; das große Gesicht ist ein Mond, das Haar voller Blüten eine dunkle Wolke. Diesen Frauen fehlt guter Charakter.
Aus Verlangen nach ihrer Umarmung wandere ich, der Unreine, umher, ohne dass mein Herz dich sucht, und suche immer mehr Vereinigung. Gewähre mir deine strahlenden Lotusfüße, damit ich auf dieser gerühmten Erde nicht immer wieder sterben muss.
Heiliger Verwandter des wahren Narayana, höchster Muruga, dessen sich offenbarende Erkenntnis voller Freude ist! Kundiger, der den Schatz der Weisheitsunterweisung in Haras beide Ohren gab, Tod für das Geschlecht der Nachtdämonen!
Der Viergesichtige, Hari mit dem Diskus, Indra und die anderen verehren den Herrn Shiva, den Herrn des Nektars. Als sein strahlendes Kind wohnst du in Tiruvanmiyur, wo juwelengeschmückte Häuser und Obergeschosse hoch aufragen, großer Herr![617]
Kosai
699 – Jeden Tag deine Füße erinnern
Die Frauen haben schwere Brüste; die Taille ist ein Faden, der Bauch ein Banyanblatt. Alle Spiele der Liebeskunst gehen aus der dreieckigen Vertiefung hervor. Lass mich, deinen Diener, nicht in übergroßem Verlangen danach umherirren.
Unzählige Veden und hundert Millionen Klänge rufen aus den Fußspangen an deinen großen Lotusfüßen. Komm und schenke mir gnädig, dass ich jeden einzelnen Tag in Güte an sie denke.
Der höchste Herr trägt den kühlen Mond, die tanzende Schlange, Wurzeln und Durva-Gras, die große Feder und das kühle Wasser in seinen weiten Flechten. Du hilfst ihm, höchste Würde zu erlangen, scharfer Vel-Träger, glückverheißender Herr! Tod für das Geschlecht der zornig heranstürmenden großen Asuras!
Die girlandengeschmückte Kuravar-Frau und die tugendvolle himmlische Jungfrau stehen zu deinen beiden Seiten, während du herrlich herankommst, Herr Kumara. Herr, der nach Kosai kam, um dort zu wohnen, Freund deiner Diener, Herr von allem, Muruga, großer Herr der Götter![618]
Perungudi
700 – Geboren, gelebt und wieder vergangen
In den großen Häusern an den Orten der Erde wachsen sie zehn Monate im vollen Schoß der Frauen heran. Sie werden geboren, liegen, sitzen, krabbeln und gehen.
Nach einiger Zeit umarmen sie schöne Frauen und werden betört. Sie verrichten die Arbeit, die sie begonnen haben, und tragen die Last ihres Haushalts. Sie richten sich darin ein, nehmen ab und sterben. Dann heißt es: „Verbrennt nun den Leichnam.“ Werde ich nicht aus dieser Geburt herausgelangen?
In Lanka sollte das Feuer in den glänzenden Häusern überall dort aufleuchten, wo keine Gnade wohnte. Der Affe sprach die gebotenen Worte und legte Feuer. Mit ihm erhob sich Mukunda, sodass das weite Meer erbebte. Du bist der gute Verwandte dieses Herrn.
Gewaltiger Held, du ergriffst den Speer und schleudertest ihn kraftvoll, sodass auch der Berg zerfiel. Herr von Vayalur, wo das kühle Tamil lebt! Großer Herr nahe Perungudi, reich an großen Hainen, Zuckerrohr und Bananen![619]
Madambakkam – Madayampati
701 – Die Erkenntnis, für die keine Rede entsteht
Durch Ohrgehänge, durch rote Hände voller schöner Armreifen, durch die sanfte singende Stimme wie die Yazh, durch das Lächeln reiner Edelsteine, durch das weiche duftende Haar und die von Honig triefenden glänzenden Lippen ziehen sie mich an.
Giftige Augen, leuchtende Schönheit, mit Spangen geschmückte Füße, weit versprühtes kühles Duftwasser und wachsende schwere Brüste: Mit all diesen Gebärden locken die käuflichen Frauen. Willst du nicht daran denken, mich an den Lotusfüßen mit den Fußspangen anzunehmen, damit ich nicht in Verblendung versinke und ermatte?
Du bist das schwer zu suchende Licht, die Gestalt großer Erkenntnis in den vielfältigen Lehren der Shiva-Agamas, des Nada, der Tantras und der Künste. Du schenkst die vier Veden und den Zustand, den sie suchen: jenseits der Maya das Aufgehen des Geistes, Herr mit zwölf Schultern und dem Speer!
Mit deiner scharf strahlenden Waffe vernichtetest du Sura im Kampf, gnädiger Held. Du freust dich, den großen Pfau zu besteigen. Als Hara vor dir bat: „Sprich!“, verkündetest du das Aufgehen der Erkenntnisfreude, für die keine Rede entsteht.
Du Wort, du Lehrer, Leben von Madayampati, großer Herr der Götter![620]
702 – Nimm auch den Unverständigen an
Sie handeln den Preis aus, verhüllen die Brüste, lösen ihr wolkengleiches Haar mit den üppigen duftenden Girlanden, schrecken mit Augen, die Gift, Lotus und Pfeil vereinen, und verdrehen ihre Worte. Mit dem Leib aus Fleisch, fließender Flüssigkeit und Blut stellen sie sich draußen hin.
Sie treten absichtlich den Toren entgegen, folgen ihnen, reichen Betelblatt, Kalkpulver und Arekanuss und sagen: „Kehrt doch unterwegs hier ein; seid ihr nicht gute Menschen?“ So lassen sie sie kommen, nehmen sie liebevoll mit und gehen auf das Lager. Sie lockern das Gewand, erzeugen Verblendung, sitzen anmutig da und sprechen schmeichelnd, bis sie den ganzen Besitz geraubt haben.
Dann werden sie heftig zornig, suchen einen Anlass, beginnen Streit und treiben die Männer fort. Wenn der Anteil aus diesen Begegnungen schwindet, erzählen sie neuen Besuchern neue Geschichten. Geschickt und gewandt sind sie darin.
Andere lassen sich selbst beim Anblick solcher Eigenschaften nicht erschüttern. Mir aber fehlt die Einsicht, auch nur einen Augenblick gesammelt an dich zu denken, dich zu schauen, mich zu freuen und deinen duftenden Lotusfüßen nahezukommen. Wirst du mich, dessen große Schuld anwächst, annehmen?
Shiva gewährte die Gesinnung, ihn selbst mit dem Bogen zu schlagen. Er schnitt das mittlere Haupt Brahmas auf dem Lotus ab, trug es und bettelte damit. Er lächelte, und Feuer drang in die drei Städte. Großer Muruga, den die Göttin in seiner einen Hälfte gnädig schenkte!
Auf dem Schlachtfeld rufen die Geister „teṉatteṉa teṉanteṉ tenteṉantā“. Idakkai-Trommeln, Glocken und die Parai der Scharen tönen „ṭikuṇṭiṅ kuṇṭi kuṇṭā; ṭikuku ṭikkuku ṭikuku ṭikkuku; ṭikuṇṭiṅ kuṇṭi kuṇṭī“.
Da schleuderte jener zornig einen einzigen Pfeil, damit Ravanas zehn berggleichen Häupter und die mächtigen Schultern – zweimal fünf und neun plus eins – zusammen vernichtet würden. Du bist dem Sohn dieses Herrn verschwägert. Spalte die Leiber der Asuras, lege ihre Gedärme bloß und komm auf dem Pfau!
In den Feldern erheben sich viele Kayal-Fische und rollen sich auf den Dämmen; überall ringsum liegen die Perlen, die Muscheln ausstreuen. Du hast in der hoch geordneten goldenen Stadt Wohnung genommen und freust dich dort, herrlicher junger Herr![621]
Kodainagar – Vallaikkottai
703 – Liebe, die mich zu deinen Füßen führt
Am Anfang ruhte ich im Leib meiner Mutter, wurde zu einem Körper aus Unreinheit und kam voller Verlangen auf die Erde. Liebevoll wuchs ich auf, wurde ein schöner Mensch und spielte.
Ich durchwanderte die ganze Erde, vereinigte mich mit Frauen und suchte Besitz, weil ich auf Erden immer mehr zu brauchen meinte. Ich irrte im Genuss umher. Gib mir die Liebe, die mich zu deinen Lotusfüßen führt, damit ich nicht in die verödende Hölle gelange.
Verwandter des tapferen Hari-Narayana, der Ravana, den Entführer Sitas, besiegte und tötete! Muruga, Sohn dessen, den Götter, Weise, der wolkengleiche Vishnu und Brahma suchten und nur schwer erreichen konnten!
Herr Kumara, geboren von der zarten Anfangslosen, die in der linken Hälfte des Herrn vom geschmückten Berg steht! Du spaltetest die Brust der gemeinsam anstürmenden Suras in zwei Teile und kamst, um in Kodainagar zu wohnen, großer Herr![622]
704 – Aus der langen Wanderung zur Liebe
Lange Zeit wanderte ich im Leib einer Frau und kam unter Qualen bis an die Grenze des Todes auf die Erde.[623] Als ich geboren war, lag ich heftig schreiend da; ich krabbelte auf dem Boden und spielte.
Man nannte mich einen Jungen. Später schmiegte ich mich an die schweren Brüste der Frauen mit sirupsüßer Rede, suchte Besitz und zog auf Erden umher. Gib mir die eine Liebe, durch die ich deine Lotusfüße erreiche und nicht in die verödende Hölle gelange.
Muruga, den der Herr mit dem Fluss im Haar, mit Mond und tanzender Schlange als Schmuck schenkte, der das Gift wie Nektar trank!
Verwandter des ursprünglichen Narayana, den der Elefant einst am Teich mit dem Schrei „Ursprung!“ anrief! Herr Kumara, du trankst den Nektar der Kovai-fruchtroten Lippen der jungen Frau, die auf den Feldern bei den überall blühenden Teichen lebt.
Du schleudertest den scharfen Speer, sodass die vereint kommenden Suras alle starben. Großer Herr, der nach Kodainagar kam, um dort zu wohnen!
705 – Wenn du nicht kommst, gib deine Girlande
Der Liebesgott wurde durch den Stierreiter zu Asche; doch seine duftenden Pfeile vergehen nicht. Auch die täuschende Bambusflöte lässt ihre sieben Töne aus den Öffnungen erklingen.
Lass diese Hirschgleiche nicht in Widerstreit, Schmerz und Trennung vergehen, nicht welken in ihrer Liebe. Komm! Schau sie an! Vereine dich mit ihr! Wenn du das nicht tust, gib ihr deine unverwelkliche Kadamba-Girlande.
Mächtiger Herr Kumara, dein herrlicher Pfau umkreist die vierzehn Welten. Gott, Unsterblicher, Unvergänglicher, Herr, unerschöpflicher Held von Kodai!
Du bekämpftest den großen Sura, der dir feindlich gegenüberstand und von seinem Zorn nicht abließ, sodass er mit der Wurzel fiel. Du Veda, du Erkenntnis, du Vel-Träger, du göttliches Kind, du Held, großer Herr der Tapferkeit![624]
706 – Komm mit deinen zwölf Schultern
Das Meer umschließt die ganze Welt und schreit. Täglich sprechen die rankengleichen Frauen ihren Spott. Der Mond sendet eine Glut aus, die noch dem Gift zuvorkommt. Lass mich darunter nicht zugrunde gehen; komm, um mich mit deinen zwölf Schultern zu umarmen.
Deine Brust umfängt die einzigartig schöne Kuravar-Tochter. Held auf dem Pfau, du stehst in Kodai. Ursprünglicher, du durchbohrtest den Berg, sodass selbst der Tod erschrak. Du löstest und zerbrachst die Fußfesseln der Götter, großer Herr!
707 – Die Folgen des Vertrauensbruchs
Schlechte Menschen schließen Freundschaft und betrügen; sie vergessen das empfangene Gute, brechen die übernommenen Gelübde, beschimpfen und verleumden die Großen. Sie sehen eine Gabe und verhindern sie; sie halten ihre Schwüre nicht.
Sie mühen sich darum, für immer zu leben, zerstören Gerechtigkeit und Dharma und sind erfüllt von Hochmut und Einbildung. Durch die Netze der Täuschung bleiben sie in Leid gefangen. Sie rauben das Gut der Götter. Solche Menschen fallen in die Grube, in der Yama sie quält.
Sieben Bäume, der mächtige Affe Vali, Himmel und Erde, Ravana und Lanka mit seinem viergliedrigen Heer erfuhren die Macht des Pfeils. Damit Mond, Shiva, Sonne und Götter ihren rechten Platz erhielten, schoss der erhabene Rama ihn ab. Du bist sein heiliger Verwandter!
Der Hahn kräht, der prächtige Pfau führt seinen schönen Tanz auf; Wolken ruhen auf den Gopurams. Glückverheißender Herr von Vayalur, dessen Pracht überall leuchtet!
Edle Götter, Diener und Herrscher preisen liebevoll deinen Namen „Velan“. Du kamst in die Stadt Kodai, großer Herr Indras und der Himmlischen![625]
708 – An die Füße der Erkennenden gelangen
Die Angehörigen sitzen dicht beieinander, Schulter an Schulter, fassen einander an und weinen. Auch sie werden schließlich fortgehen. Yama kommt mit dem grausamen schweren Dreizack und der Schlinge.
Lass mich nicht auf der Totenbahre zum Feuer getragen werden, veröden, zerfallen und vergehen. Nimm mich, den von Bindungen Gefesselten, und stelle mich gnädig an die goldenen Füße derer, die im Licht stehen.
Speerträger, du kämpftest zornig im Meer, sodass der kämpfende Sura unterlag und floh. Held, du gibst Perlenschmuck und Blütengirlanden der vom Elefanten Aufgezogenen und der Honigsüßen des Waldes.
Du ziehst singend umher und besingst in Kudal den Herrn gemeinsam mit seiner Göttin. Großer göttlicher Herr von Kodai, dessen schöne Reisfelder, Haine und tugendvolle Menschen ihn schmücken![626]
709 – Über körpergebundene Versenkung hinaus
Was die gelesenen Schriften und Lehrmeinungen nicht aussprechen können, ist das wahrhaftige Licht des Bindu. Damit es beständig werde, lenkt man den einen Prana-Wind, der durch die Nase strömt, in der weiten Schädelhalle auf eine andere Bahn.
Doch ich halte nachdenklich an diesem Leib fest, lasse ihn nicht los und irre weiter umher. Das Leben strömt durch alle Haaröffnungen; ich nehme einen Zustand yogischer Versenkung an. Sage mir: Wann endet das Sterben in dieser Welt, die vom Gespenst der Verblendung erfüllt ist?
Strahlender Speerträger, du vernichtetest den anstürmenden Sura, sodass das wogende Meer ermattete und Brahma, der Töpfer der Veden, erschrak.
Von den fünf als mächtig gerühmten Pfeilen betört, fielst du einst der Jägerin zu Füßen. Du junger Sohn dessen, der dem großen Schwiegervater den Kopf abschnitt und als Feind der drei Städte sie verbrannte!
Schöner Kumara mit der Hahnenfahne, tapferer Skanda, großer Herr, der in Kodai Wohnung nahm![627]
Tirupporur
710 – Befreie mich vom Verlangen nach ihnen
Mit honigsüßen Worten tun sie, als seien sie von großer Liebe ergriffen. Schon an einem einzigen Tag schicken sie hundertfach Botschaften. Sie rufen einen herbei und führen ihn in ihr Haus; lächelnd treiben sie ihr Spiel, kommen liebevoll nahe und drücken die Brust an ihre großen Brüste.
Sie beugen sich, reichen Betel, beißen zwischendurch in die Lippen und trinken den Mundsaft wie Honig. Vielerlei Spiele vollführen sie. Gezielt nutzen sie die große Verblendung, um den reichen Besitz zu rauben; Fehler umgeben ihre schwer sündige Art. Schenke mir die Gnade, das Begehren nach solchen Frauen abzulegen.
Du nahmst die blitzgleiche Tochter der Waldjäger mit dir. Als sie dich alle umringten, besiegtest du sie mit einer einzigen Waffe, mächtiger Held.
Verwandter des großen Vishnu, der seinen Diskus schon im Gedanken aussandte, als das langkiefrige Krokodil den Elefanten im Teich voll honigduftender Blüten packte!
Du tapferer Herr schleudertest einen Speer, sodass die zornig kämpfenden Suras starben. Du trägst Girlanden auf deinen heiligen Schultern; deine beiden Füße sind Lotusblüten, Muruga.
Gott in Tirupporur, mit seinen heiligen Wagen, Ringmauern, schönen Turmaufsätzen und hoch gestaffelten prächtigen Häusern! Großer Herr der Götter![628]
711 – Befreie mich von dieser Erniedrigung
Ihre Augen lassen einen schmelzen wie Pfeile; die vollen Brüste gleichen Bergen, die schöne Stirn der jungen Mondsichel, die lange schlanke Taille einem Faden. Ihre Schultern sind Bambus, ihr Haar eine Wolke. Freudig fallen sie über einen her und ziehen weiter.
Zu den Grenzen dieser schwer zugänglichen Frauen läuft mein Herz und legt sich das Netz des Genusses an. Ich bin ein großer Sünder, von Torheit verhüllt, durch Betörung dem Untergang preisgegeben. Schenke mir Gnade, damit diese elende Erniedrigung endet.
Sohn unseres ursprünglichen Herrn, der Erukku, Tali, Tumbai, duftende Blüten und Ganga auf dem Haupt trägt! Du wohnst auf der Zunge und im Herzen derer, die an dich denken und dich mit den Veden preisen. Deine juwelengeschmückte Brust ist der Wohnort Devasenas.
Muruga, mit dem mächtigen Speer in der Hand besiegtest du den vom Hochmut erfüllten Sura im Meer. Gefährte der honigsüßen Kuravar-Frau, die das Hirsefeld bewacht, großer Herr in Tirupporur!
712 – Lass mich zu deinen verehrten Füßen sinken
Ihr Gang ist der eines prächtigen Schwans, ihre zarte Schönheit die eines großen Pfaus, ihr Gesicht der Mond. Ihre Worte sind voller Honig, ihre jungen großen Brüste gleichen dem Meru, ihre scharfen Augen bewegten Fischen und ihre Nase der Kumizh-Blüte.
Lange Blumengirlanden durchziehen ihr Haar; ihre Schultern gleichen Bambus. Ich ziehe in der Nähe solcher Frauen umher. Gewähre mir durch deine Gnade, innig vor jenen Füßen niederzufallen, auf die Sänger des Samaveda und die Himmlischen unter heiligen Worten frische Blüten streuen.
Voller Verlangen vereinigst du dich mit der Wächterin, die auf dem großen Jägerberg an den weiten, von Wolken berührten Feldern wohnt. Urgrund, der viele Agamas, Veden und Puranas lehrte, damit erkannt werde! Quelle des Erbarmens, Muruga!
Königlicher Held auf dem großen Pfau, du schleudertest den Speer gegen den kämpfenden Sura, sodass das Meer seinen Schlamm aufwarf. Brahma, Madhava und der Urherr mit Uma als seiner Hälfte verehren dich. Großer Herr in der großen Stadt Porur!
713 – Sonne, die die Finsternis vertreibt
Mein Geist ist dunkel und voller großer Torheit. Du Sonne, die mein Leid und die Finsternis des Hochmuts zerschneidet! Sonne der drei Welten, glückverheißender Urgrund, Sohn Shivas, des schlangengeschmückten Herrn der Veden, Verwandter Hari-Narayanas!
König, geboren von Kumari, Shyamala, der Mutter Uma, der Makellosen, der Dunkelgrünen, der Vollkommenen, dem Schatz aller Tugenden und Künste, Narayani!
Guru Guha, Kumareshvara, Saravana, Herr in sichtbarer Gestalt! Edelstein, der die große Tochter der Kuravar begehrt! Du trägst leuchtend rote Blütengruppen, in denen die Bienen dicht schwärmen; du rettender Laut und große Freude, Lehrer durch heilige Lieder!
In roter Seide Gekleideter, Herr der Berge, von heiliger Asche Erfüllter, Träger der Hahnenfahne! Du hältst die große, hochgerühmte Speerwaffe, Meister des Liedes, höchster Yoga.
Du bringst die streitenden fremden Lehren zum Vergehen und bist zugleich die Gottheit der zweimal sechs religiösen Wege. Herr, der zur rechten Zeit hilft, altehrwürdiger Held auf dem großen Pfau! Alle Welten und sämtliche makellosen Veden verehren dich, großen Herrn in Samarapuri![629]
Uttiramerur – Merumangai
714 – Die Erkenntnis, die alle Erkenntnis übersteigt
Die Shruti, die heiligen Schriften, die zweimal vier Herren der Richtungen, die Weisen, die sieben makellosen Rishis und die drei Lichter; Prakriti und Purusha, deren Beschreibung kein Ende erreicht, die neun Nathas, die Wesen der fernen Sternenwelt und die Vedenkundigen;
zehn Millionen seltene Lehrwege, hundert Millionen Götter und himmlische Sänger, zehn Millionen Haris und Brahmas – auch wenn sie zusammenkommen und immer weiter erkennen wollen, erkennen sie deine Füße nicht.
Gewähre auch mir, deinem Diener, sie zu erkennen. Lass in meiner Erkenntnis die Erkenntnis aufquellen, die erkennt.
Die Berge werden zu Staub, die Stadt der Dämonen wird zerstört, das Makara-Meer zu Schlamm, und der alte Sura stirbt. Die Geister tanzen, die Göttin des Sieges freut sich; Kronen fliegen auseinander, während Hunde, Schakale und wilde Aasvögel nach Nahrung kommen und sich sättigen. Blutflüsse werfen Wellen, und selbst Yama erschrickt und verehrt deine Füße.
Du besteigst den Pfau und treibst den Speer mit deinen lotusgleichen Händen voran, Muruga! Großer Herr in der Stadt des nördlichen Meru, Herr der Götter![630]
715 – Wann werde ich deine Gestalt erinnern?
Haut, Knochen, Eiter, Nerven, Augenschmutz, dicker Schleim und Blut ballen sich zu einem Klumpen und nehmen Gestalt an. Diesen groben, vergänglichen Leib trage ich unnütz umher und werde schwach.
Wann weicht die Krankheit, unter der ich erschöpfe, wann lässt der Kummer nach? Wann werde ich an deine Füße denken, die der Gifttrinker, Indra, der Weltverschlinger Vishnu, Brahma, Veden und Agamas preisen – und an deine sechs Gesichter, zwölf Schultern und die siegreiche Speerwaffe in deiner schönen Hand?
Muruga, geboren von der jungen Mondsichel-Tragenden, der Gestalt vedischer Rhythmen und Mantras, von Amba, Vani, der Trägerin der fünf Pfeile!
Du wohnst in den großen beweglichen und unbeweglichen Wesen, in den fünf Formen der Maya, den fünf Kräften, den fünf Elementen und den fünf Klängen.
Als der einzahnige Elefant kam, um deine Liebe zu fördern, erschrak die Jägertochter, lief davon und schloss sich an dich. Du umfängst sie.
Großer Herr, du kamst, um in Merumangai zu herrschen, wo die Heldengöttin, die Meeresgöttin und die Erdgöttin wohnen![631]
716 – Ein gnädiger Blick
Ich neige mich liebevoll den Frauen mit dem langen wolkengleichen Haar zu und verliere den rechten Weg. Auf der Erde suche ich Besitz, laufe umher, ermüde und werde im Herzen schwach. An das gerechte Leben in Shiva denke ich nicht.
Stattdessen setze ich die Namen derer, die dem Verfall zur Beute werden, in zahllose Gedichte ein. Wie soll ich, der so betrügt und sündigt, leben? Gewähre mir doch mit einem wenig Gnade den Blick, den deine Liebenden erfahren.
Der im Meer Schlafende, Brahma auf der großen Blüte, alle Kenner des Sinnes der Agamas, der Elefantenköpfige, die zur Erkenntnis Gelangten und die zwölfhundert Vedenkundigen leben in Uttiramerur.
Dort wohnst du wunderbar. Du besteigst den schönen Pfau mit dem gemusterten Federkleid und kämpfst mit dem Speer, sodass der feindlich kämpfende Sura zu Asche wird. Großer Herr, der im Herzen der Hirschtochter wohnt![632]
717 – Das Netz der Wünsche verlassen
Ihre Brüste, die weit geschmückte Brust mit Perlenketten, das duftende weiche Haar, die speergleichen Augen, die den Fisch übertreffen, die schöne Farbe, die blumengleichen Füße, die anmutige Rankenfigur, der Schmuck ihres Leibes und die Stirn wie die junge Mondsichel – all dies betört mich.
Voller Verlangen gehe ich zugrunde, werde ganz zum Meer der Wünsche, plage mich darin und irre täglich umher. Du mit den zwölf bambusgleichen Schultern, wunderbarer Meister tausend Künste, erbarme dich meiner, der ich wie ein brünstiger Elefant rastlos umherziehe.
Mit dem Beweisstück in der Hand kam er langsam, „tattā metta“, zur Versammlung. „Du Lügner! Du Verrückter! Was ist deine Antwort?“ – so stritten die Versammelten. Doch mit geschicktem Recht und gnädiger Entschlossenheit nahm Hara den edlen Sundarar als seinen eigenen Diener in Anspruch und errang den Sieg. Du bist Haras großes Leben!
Die Vedenkundigen lassen täglich Veden, heilige Vollzüge und Opfer auf Erden feste Wurzeln schlagen und leben im wahren Tamil. In Merumangai wohnst du, Vater und Kundiger, der mit dem Speer die feindliche Streitmacht durchbohrt. Siddha, der die Jägertochter gewann, großer Herr der Verehrer![633]
Madurantakam
718 – Das Floß deiner beiden Füße
Blut springt hervor und fließt durch die Öffnungen dieser Hütte der Sinne. Sie ist ein Gefäß voller Taten und Eigenschaften. Lass mich nicht die ganze Welt für „mein“ erklären, erschöpft und müde im Kreis gehen.
Wann wirst du mir den Entschluss schenken, fortan das Floß deiner beiden Lotusfüße zu ergreifen, deren goldene Glöckchen und Fußspangen vielfältige Melodien erklingen lassen, damit das entstehende Leiden des Lebens vergeht?
Verwandter des wolkengleichen Herrn, der Keule, Sharanga-Bogen, Schwert, Muschel und den kämpfenden Diskus trägt!
Gemahl des süßen Zuckerrohrs vom goldenen grünen Feld, der Frau mit mitleidsvollen, schwarz geschminkten Lotusaugen! Herr Kumara, du wurdest im Lotus als Sohn des Vernichters des Liebesgottes geboren. Großer Herr im nördlichen Tiruchitrambalam von Madurantakam![634]
719 – Wird deine Lehrerschaft dadurch geringer?
Er schmolz vor Liebe zur Tochter des Berges und gab ihr seine linke Hälfte: unser Herr, der den großen Tanz mit seinen vielen Bewegungen vollführt und Ganga im Flechtenhaar trägt.
Du erteiltest ihm die Unterweisung, durch die seine Rede endete, sein Tun zur Ruhe kam, sein Geist sich öffnete und er Ewigkeit erlangte. Wenn du auch mir Kleinem diese Lehre sagtest – würde deine Würde als Guru dadurch auch nur ein wenig geringer?
Du ergriffst den Speer und schleudertest ihn, spaltetest den Mangobaum im Meer, damit die Götter leben konnten. Du ließest den ganz blauen, gewaltigen Pfau tanzen, der in einem Augenblick das gesamte Weltei umkreist, und zertrümmertest den alten großen goldenen Berg.
Wunderbarer Krieger, großer Herr im nördlichen Tiruchitrambalam von Madurantakam!
720 – Wann wirst du mir deine Füße schenken?
Frau und angesehene Kinder bringen Ermattung; Reichtümer lassen das Herz brennen. Die göttlich verehrte Mutter, die mich Sterblichen gebar, die vielen anderen Angehörigen, Gruppen und Geschlechter – all dies hält mich in Verblendung.
„Ich“ und „mein“ werden zu maßlosem Wesen und Streben. Pferde für Freude und Ansehen, Getreide, Vermögen und Wohnort: Nimm mich an, damit ich alles loslassen und die weite Stille und die überragende göttliche Stätte schauen kann.
Scharen großer Götter haben an dir ihren wohlgefügten Platz. Deine Knie sind herrlich, deine Hände tragen Armreifen, dein Leib ist rot. Wann wirst du mir die erhabenen Füße schenken, die all dies überragen?
„Taṉatāntaṉa tāṉa taṉantaṉa, teṉatōṅkiṭa tōṉa tuṉaṅkiṭa taṉa“ – zu diesen Klängen vollführt unser Herr seinen höchsten Tanz. Sein Kind bist du. Du bewahrst Bewegliches und Unbewegliches, wirst vom rothäubigen Hahn verehrt und bist das erfreuende Leben der Götter.
Der Fünfhändige kommt mit raschen Füßen zuvor; die große Ratte verneigt sich vor ihm, und in einem Augenblick erscheint er bei der elefantengleichen Frau. Du bist sein jüngerer Bruder, der mit sechs freudigen, herrlichen Gesichtern würdevoll thront.
Muruga, du strahlst in der großen Stadt Madurantakam, großer Herr der Götter, die in guter Standfestigkeit bei dir wohnen![635]
Valavapuri
721 – Die beiden Arten des Karma zu Staub machen
Wolkengleiches langes Haar, Bogenbrauen, Fisch- und Speeraugen, ein Mondgesicht und ein Lächeln wie Perlen: So erscheinen die Frauen. Ihre beiden großen Brüste gleichen Gopurams, auf denen die Ketten schwingen; ihre Taille ist eine feine Ranke, ihr mit reifem Kampfer duftendes Gewand bewegt sich wie Pfauengefieder.
Ihre Hüften gleichen der Schlangenform, ihre schönen Schenkel Bananenstämmen. An den wohlgeformten Füßen bewegen sich schwere Fußspangen, wenn sie wie Schwäne gehen. Mit den Augen wirbeln sie jeden in Verliebtheit. Soll mein Leib auf dem Lager dieser Frauen zugrunde gehen?
Als die Bewohner des Himmels aufschrien, sandtest du den Speer aus: Die dunklen Heere der Asuras wurden zu Staub, die sieben Meere, Berge und großen Gipfel wurden zerschlagen.
Gnadenkind der Herrin des Lotussitzes, der erbarmungsvollen höchsten Erkenntniskraft, die in der linken Hälfte des von den Göttern verehrten Herrn wohnt!
Du bist der Bräutigam der großen Valli, der Herrin des freudigen Landes, in dem Magizh, Malati, Jambul, Jackfrucht und Areka stehen und Pfau und Kuckuck sich erfreuen.
Du mit dem großen Mondgesicht, sende deinen Speer aus, damit die beiden Arten meines Karma zu Staub werden. Freigebiger großer Herr von Valavapuri, dessen Reittier der Pfau ist![636]
Tiruvakkarai
722 – In die Schar deiner Diener aufgenommen
Lass das geschwätzige „kala kala“ über einige Künste aufhören, während ich nicht einmal ein wenig von dir spreche. Lass mich nicht immer wieder durch den Weg des Mutterleibs in den tiefen Pfuhl fallen, in die harte Hölle.
Auf dieser Erde nahm ich viele Geburten an und wanderte endlos umher. Lass das nun aufhören. Gib mir, deinem Diener wie einem Hund, deine beiden Lotusfüße, damit auch ich in die Schar deiner Diener aufgenommen werde.
Held auf dem Pfau, du bekämpftest den Nachtdämon, sodass die großen Berge zerbarsten und das wogende Meer austrocknete. Tugendvoller, kundiger Kumara, deine juwelengeschmückte Brust umfängt die Kuravar-Tochter auf dem Feld.
Du wohnst im kostbaren Tiruvakkarai, wo Muscheln durch die bewegten Wasser gleiten und mondhelle Perlen hervorbringen. Großer Herr, du gewährst gnädig, was immer im Verlangen deiner Verehrer aufsteigt!
723 – Lass mich dieses Handeln ablegen
Sie tragen grüne Blätter oder ihre Salbe auf und bringen das Gesicht zum Glänzen. Geschickt sind sie in vielen trügerischen Künsten; diese nichtsnutzigen Prahlerinnen denken daran, den Besitz aus der Hand zu nehmen.
Mit ihrem Lächeln wie geordneten Reihen weißer Perlen und ihren Blicken betören sie. Um Zuneigung zu vermehren, geben sie den Saft ihrer Lippen, süß wie die drei Früchte und Zucker. Auf dem Lager mit dem Brustband sprechen sie reichlich schmeichelnde Worte, rufen anmutig und zärtlich, umarmen und verwirren.
Durch mein Verlangen nach solchen jungen Frauen empfange ich täglich Herzensleid. Ich ziehe umher, und die Menschen sagen: „Pfui, pfui!“ Schenke mir die guten Füße, damit ich dieses Tun und diese Eigenschaften ablege.
Auf der Giftschlange schläft der grünwolkige Herr, ein Meer des Erbarmens. Er umfängt Lakshmi auf der Lotusblüte, hält die Muschel in der Hand und trägt heilige Tulasi auf der Brust. Er setzte den großen Berg mitten ins Meer, wand die Schlange darum und quirlte, bis der kostbare Nektar hervortrat und verteilt wurde. Du bist sein Verwandter!
Herr Kumara, du liebst im Herzen die Kuravar-Frau mit ihrer schlichten Rede, dunklen Augen, schmalen Taille und großen Brüsten. Große Lotusblüten öffnen sich in den Feldern; das reine Wasser der Kadigai umfließt den guten heiligen Ort Tiruvakkarai. Dort wohnst du, großer Herr![637]
Siruvai – Siruvapuri
724 – Komm tanzend mit deinem Pfau
Lass die Götter ihre Stadt wieder bewohnen, die bedrängenden Asuras ihre Gestalt verlieren und die Freude in den Herzen der Götter durch deine Gnade überströmen.
Lass Shankara, der mit der Göttin tanzt, sich sehr erfreuen; lass auch den Fünfhändigen und Uma glücklich sein. Die Welten, die Weisen und alle Bewohner der acht Richtungen, der Dunkelwolkige und Brahma sollen dich unmittelbar schauen. Mit der Göttin soll Hari voller Freude dich preisen. Komm in jugendlicher Kraft mit deinem Pfau tanzend herbei!
Herr der lotusäugigen Himmelstochter, vollkommener Erkennender, du mit den hohen Schultern! Herr des schönen Speers, der goldene Strahlen verbreitet und das aufwallende Meer und den großen Berg im Kampf spaltet!
Deine Brust trägt kühle Perlen und Juwelen, deine Gestalt ist voll rotgoldener Schönheit. Murugesha, großer Liebhaber des edlen Tamil! Du wohnst allezeit in den Herzen deiner Verehrer und im kühlen Siruvai, großer Herr!
725 – Zwölf Verneigungen
Du mit den kühlen Lotusfüßen – Verehrung, Verehrung! Du Freude an Naradas Gesang – Verehrung, Verehrung! Du Liebhaber des Hahns und des großen Pfaus – Verehrung, Verehrung! Du höchste Herrlichkeit, welche die Veden suchen – Verehrung, Verehrung! Du Gestalt der Essenz der Agamas – Verehrung, Verehrung! Du König des Götterheeres – Verehrung, Verehrung! Du Axt, die die Sünden entfernt und zum Ziel führt – Verehrung, Verehrung! Du Furchtbarer für die großen Asura-Herrscher – Verehrung, Verehrung! Du siegreicher Held auf Erden – Verehrung, Verehrung! Du Kind der Bergtochter Parvati – Verehrung, Verehrung! Du dem Erkenntniswort zugewandter Geist – Verehrung, Verehrung! Göttliches Kind Kumaraswami – Verehrung, Verehrung! Schenke mir Gnade.
Ebenbürtiger Bruder des großen Elefantengesichtigen! Geliebter des mit Asche geschmückten Flechtenträgers, du Sonne! Verwandter der Lotusgöttin, Held, der den Sura im großen Meer bekämpfte!
Erkenntnis der großen Veden und der Unterweisung, Quelle des Erbarmens! Deine Brust trägt honigtriefende Kadamba-Girlanden; deine sechs großen Gesichter gleichen dem vollen großen Mond, Murugesha!
Asketen und Götter, Murari und Brahma auf der großen Blüte preisen dich. Herr, dessen Ruf in den sieben großen Welten widerhallt, schöner Speerträger!
Reicher noch als die Stadt der Götter, herrlicher noch als das Leben im mächtigen Alakapuri ist Siruvapuri, in dem Glück wohnt. Du bist sein Leben, großer Herr der Götterfürsten![638]
726 – Den Weg der Stille finden
Ich bin in den für diese Geburt bestimmten Leib eingetreten und auf Wege ohne rechten Ausgang geraten. Von Krankheiten und Leid gequält schwanke ich; durch wachsende böse Taten werde ich bedrängt und in jeder Daseinsform umhergetrieben. Lass mich nicht dieser unbegreiflichen Geburt vertrauen und dadurch zugrunde gehen.
Deine Lotusfüße tragen honigvolle Blüten und öffnen den seltenen Weg des Schweigens. Lass sie meinen Geist nicht verlassen. Wann werde ich, dein Diener, die gute Gabe erlangen, deine süße Erscheinung zu ersehnen, vor der sich Menschen und Götterfürsten verneigen?
Der Weise hielt seine Sinne auf dem rechten Weg und bewahrte selbst in der Höhle seine Ordnung. Er litt dort, dachte an den kämpfenden Nachtdämon und suchte ein Mittel. Du gewährtest unvergleichliche Gnade, bestiegst den Pfau und kamst in einem Augenblick. Muruga, du nahmst das Tamil-Lied an, das die Haare vor Freude aufrichtet.
Zwei kleine Jungen traten mit Elefanten- und Fußtruppen dem bogentragenden Rama entgegen und kämpften unter tapferen Worten. In der Stadt ihres Sieges wohnst du: in Siruvai, reich wie Alaka. Großer Herr, überreich an Gnadengaben![639]
727 – Die Gnade eines anderen Lebens
Die Frauen besitzen lange Augen wie zwei Speere. Sie richten ihre Liebe auf Besitz, suchen törichte Vorteile, nennen ihren Preis und sprechen Schmähungen ohne Rücksicht auf Zeit und Ort. Käufliche Frauen, dem Genuss verfallen – in Begierde nach ihnen vergeht mein Herz, und ich Kleiner irre darin umher.
Vishnu, Brahma, der Höchste, Himmlische, Weise und Indra verehren deine beiden Füße, an denen große Askese zur Frucht kommt. Lass mich sie täglich nicht vergessen. Lass mich den guten Weg der Schriften lieben, der das Leben der Shiva-Freude schenkt, dich mit suchender Frage verehren und so leben. Gib mir diese Gnade und nimm die Not deines Dieners.
Du Kind der blauen Schönen, der Zarten, Shyamala, der tanzenden Narayani, der Vollkommenen, der großen Fünffachen, der Dreizackträgerin, der Girlandengeschmückten, Uma-Kali!
Die erhabene Frau wohnt in der Hälfte des Geliebten: Shivakamasundari. Ihr Sohn bist du, gnädiger Lehrer dessen mit dem Wasser im Flechtenhaar, Murugesha!
Der Hirte lag auf dem Banyanblatt, damit die Wesen der Welt Bestand erhielten; er gibt allen großen Welten festen Halt. Heiliger Verwandter dieses Vishnu von Tiru-Urakam!
Großer Herr im südlichen Siruvapuri, mit goldgeschmückten Gopurams, großen Mauern, vielen Tempeln und Straßen![640]
Tiruvamattur – Matai
728 – Wie die Waagschale hin und her
Ihre pfauengleichen Augen überholen die scharfen Kriegsspeere und Pfeile, die man abschießt. Ihre spitzen Brüste gleichen den Stoßzähnen eines großen brünstigen Elefanten; reizvoll ist auch das Gewand, das sie verhüllt. Dazu kommt ihre trommelschmale Taille.
Mit kühner Täuschung schmollen die Frauen und bereiten jungen Männern Leid. Soll ich sie zu meinen Stützen machen, ihre Füße verehren und preisen: „Ich gehöre seit Generationen dir“, und mit meinem Leben wie eine hohe Waagschale hin und her schwingen?
Du sprachst im Wald begehrende Worte zu der Jägerin, verneigtest dich vor ihren Füßen und vollführtest dein Liebesspiel. Du bist das große Leben der Asketen, die dich mit Einsicht anrufen: „Sechsgesichtiger Vel-Träger mit zwölf schönen Schultern!“
In der alten Stadt des Stierreiters wohnen jene, die seiner Liebe tief gedenken; ihre bösen Taten entfliehen für lange Zeiten, und sie gelangen zum Höchsten. In Matai tanzen die duftenden pfauengleichen Frauen anmutig. Großer Herr, der du dort auf dem siegreichen Pfau wohnst!
729 – Auch nur ein wenig deine Füße lieben
Man sagt: „Ihre Augen sind mit Fischen und Hirschkühen verwandt; ihre zuckerrohrgleichen Schultern gehören wirklich zum guten Bambus.“ Ihre spitzen großen Brüste erheben sich wie Lotusknospen und stehen den beiden Elefantenstoßzähnen gleich. Ihr Haar ist eine Wolke, die selbst tiefes Schwarz übertrifft.
Es ist, als hätte der große Tod heute die prachtvolle Gestalt einer Frau angenommen, um die Leben der jungen Männer zu ergreifen. Lass mich nicht diese große Täuschung lieben, den schönen Frauen folgen, alles verschwenden und zugrunde gehen. Gib mir die Gnade, wenigstens ein wenig deine Füße zu lieben.
Indra, der dem Himmel zugehört und dessen Leib mit Augen bedeckt ist, Brahma und der kundige Vishnu fallen vor den Füßen des Stierreiters nieder. Uma mit den begehrenswerten Brüsten ruht an seinen sandalgesalbten Schultern; der Herr mit der Frau als Hälfte trägt das Fell des wilden Elefanten als Decke. Du bist sein großes Leben.
Liebevoll wohnst du im von kühlen Hainen umgebenen Matai und schenkst Gnade, damit die ganze Erde aufblüht. Du springst durch die weiten Himmelsrichtungen; die quälenden Dämonen schreien „Kō, kō!“ und fliehen. Du sandtest den zornig mächtigen Speer gegen den großen Mangobaum, großer Herr![641]
730 – Wann schenkst du mir Gnade?
Ihr Haar ist duftend dunkel wie eine schwarze Wolke. Ihre Worte gleichen Honig und Sirup, reifer Frucht und überströmendem Nektar. Geschickt sind sie in der Vereinigung; sie sind Verführerinnen, voller Lust und Zorn, Trägerinnen schwerer Brüste.
Ihre Augen übertreffen kämpfende Kayal- und Valai-Fische; sie plündern und singen von Liebe im Maß des vorhandenen Besitzes. Diese öffentlich käuflichen, dem Genuss ergebenen Frauen beherrschen mich, und ich gehe zugrunde. Sage mir: Wann wirst du mir eine Gnade schenken?
Damit die von den Suras verursachten Wunden heilen, lässt du sie und ihr Geschlecht sterben und Staub aufsteigen. Sie gelangen in Yamas Reich; Geier und wilde Vögel fallen herab. „Taṉataṉa tāṉat tāṉaṉa“ singen viele Geister, während sie Fleisch fressen. Du sandtest den Speer aus, einzigartiger Held!
Du bist das Gnadenkind der schönen Uma mit dem perlengleichen Lächeln, der jüngeren Schwester Haris, des diskustragenden Vishnu.
Der Schöne schmückt sein Flechtenhaar mit Schlange, Pulai-Girlande, Mond und Durva-Gras. In seinem südlichen Matai wohnst du, großer Herr!
731 – Aus der Erniedrigung zu deinen Füßen
Die jungen Männer sehen ihre Fischaugen und denken: „Eine dunkle Regenwolke! Die Pfeile, mit denen der körperlose Liebesgott kämpft! Eine gespaltene Mangofrucht!“ Ihr Haar ist wie ein dichter Wald. Die streitsüchtigen Frauen richten ihr Herz nur nach dem Maß des Geldes; mit ihrer Kunst verlogener Worte täuschen sie.
In tiefer Verblendung umfange ich ihre schweren, von Erregung bebenden Brüste und gehe in der übermäßigen Vereinigung auf dem duftenden Blumenlager zugrunde. Schenke deinem Diener, der in die Welt von Geburt und Geschlecht eingetaucht ist, ein Ende dieser Erniedrigung. Gib mir Raum zur Befreiung, zum Erreichen deiner erhabenen Füße und zum innigen Denken an Askese.
Er schläft auf dem Schlangenlager im Meer; er schenkt den Rinderherden die Musik der Bambusflöte. In anderer Gestalt lag er in den Händen der Frauen des mächtigen Königs mit den schnellen Pferden. Der kleine Knabe genoss Butter und Quark aus den aufgehängten Töpfen, um sein Verlangen zu stillen, und wurde mit dem geschwungenen Seil geschlagen.
Derselbe Dunkle schoss den einen Pfeil, sodass der zornige Vali, die sieben Bäume und Ravanas zehn gekrönte Häupter und zwanzig Arme fielen. Du bist sein Verwandter!
Du einzigartiger Sechsgesichtiger wohnst in Matai, dessen duftende Blüten ihren Wohlgeruch verstreuen. Großer Herr, der den Verehrern Gnade schenkt, damit ihre Not vergeht![642]
Tachur – der nördliche Schrein
732 – Das heilige Zeichen und die listigen Worte
Ihre Brüste treten fest hervor wie eingeschlagene Stifte und wie sorgfältig gedrechselte Gefäße. Mit den scharfen Augen blicken sie pfeilgleich, zeigen Zärtlichkeit und verkehren vertraulich.
„Geliebter, du hast mein Verlangen geweckt und mich schmachten lassen!“ sagen sie und streichen über die Nase. „Früher kamst du einmal voller Sehnsucht. Jetzt begehrst du mich nicht mehr; du gibst mir Anlass zu heftigen Worten. Wer ist dir gleich? Kann selbst der Kadamba-Herr sich mit dir messen?“ Mit solchen wilden Reden, süß wie dunkler Zucker, führen sie einen ins Haus und lassen ihn zur rechten Zeit auf der Grasmatte mit ihnen verkehren.
Soll ich aus Verlangen nach ihnen wie wahnsinnig umherirren?
Du unterwiesest den göttlichen Verrückten, der jenseits der Verblendung als das Letzte bleibt. Fest wohnst du in der inneren Burg derer, die deiner intensiv gedenken, gebunden durch ihre Hingabe. Befreiter, du sprachst mir Armem das Zeichen der Acht zu!
Zorniger Speerträger, du tratest in den mächtigen Kampf ein und zerschlugst den Sura-Stamm, der niemals vergehen sollte. Wie ein Zimmermann spaltetest du ihn und machtest Pfau und Hahn daraus, Siddha!
Du beugtest dich unter die Füße der Kuravar-Frau, wurdest ihr ganz zu eigen, gingst zu ihr und vermähltest dich mit ihr. Auf der Erde mit Osten, Westen, Norden und Süden wohnt dein Ruhm. Großer Herr, du sitzt am nördlichen Weg von Tachur![643]
Kovai
733 – Werde ich diese Verstrickung verlassen?
Sündige, törichte, nutzlose, hochmütige Frauen: Ihre jungen kokosnussgleichen Brüste, ihre Blicke wie äußerst scharfe Speere, die großen juwelenbesetzten Ohrgehänge und das schwere, dunkelwolkige Haar ziehen mich an.
Ihre Lippen schenken reichlich süßen Nektar; ihr Lächeln ist lieblich, ihr Gesicht ein Mond. Soll ich, dein Diener, immer stärker in der Leidenschaft und dem wachsenden Leid stecken bleiben? Werde ich das nicht verlassen?
Die vier Veden sehnen sich nach dem ursprünglichen Urgrund, doch sein Anfang ist schwer zu schauen. Großer Murugesha, gnädig geschenkt von diesem ursprünglichen Parameshvara, Verwandter Vishnus! Alle Götter, angefangen mit den Ersten, verehren deine Füße.
In der großen Stadt Kovai erklingt das Vedenrezitieren der Brahmanen; Freuden- und Festlärm und der große Klang zahlloser Agamas schwellen an. Tapferer mit dem Speer als Waffe, großer Herr, der dort mit der girlandengeschmückten Valli und Devasena wohnt![644]
Devanur
734 – Wann endet mein Verlangen im Schweigen?
Sechs und sechs, fünf und fünf; sechs und sechs, fünf und fünf; sechs und sechs, fünf und fünf; viermal sechs und nochmals sechs – all diese Bewegungen der Täuschung sind von dir verschieden.
Du leuchtest als die Erkenntnis jenseits von Veden und Agamas. Du großer Herr, dessen Grenze sich nicht aussprechen lässt, dessen Güte keine andere Erklärung braucht: allein das Eine und zugleich alles!
Wann werde ich das Haus des Schweigens jenseits des Geistes erreichen, gesammelt darin ruhen und mein Verlangen zum Stillstand kommen lassen?
Die Suras kamen mit Widerspruch und ihrem Heer entgegen. Du entbranntest über dem schiffbefahrenen Meer im Kampf, sodass sie vergingen, siegreicher Speerträger!
Unser Herr trägt in den Flechten Kondrai und Tumbai, Bilva-Sprosse, die junge Mondsichel, die zornige große Schlange mit aufgespaltenem, giftgefülltem Maul, Karandai und den Fluss. Sein Guru bist du, mit Kadamba-Girlanden Geschmückter.
Alle Götter kommen auf die Erde, versammeln sich und verehren dich. Du kamst, um Devanur erstrahlen zu lassen, großer Herr![645]
735 – Dich so anrufen dürfen
Tarakasura stürzte und fiel, mit der Wurzel ausgerissen. Die großen Urberge bebten, das alte fischreiche Meer geriet mit lautem Getöse in Aufruhr, und ein gewaltiges Feuer loderte. Damals ergriffst du den scharfkantigen Speer, Kadamba-Geschmückter!
Die Tochter, die der berggroße himmlische Elefant mit seinen brunstsaftgefüllten Schläfen aufzog, und die Hirschgleiche vom Jägerberg lieben dich. Werde ich dich anrufen dürfen: „Geliebter beider! Skanda auf dem großen Pfau! Held, der die Sehnsucht stillt!“ und dich so stehend preisen?
Unser Herr trägt die großen Narben; seine Gestalt ist rotes Gold. Ganga, die weißen Schädelgirlanden, Kondrai, Tumbai, kleine Tali-Blüten, große Schlangen, Sindhuvara, zarte Padambu-Blüten, blaue Wasserblumen, Bilva, Karandai und Durva sind gemeinsam sein Schmuck.
In seiner linken Hälfte wohnt die kühle lotusgleiche Rankenfrau; du bist ihr kostbares Leben. Alle Götter kommen auf die Erde, versammeln sich und verehren dich. Du kamst, um Devanur erstrahlen zu lassen, großer Herr![646]
736 – Das Eine bist du
Nicht zu sehen ist es: Gestalt und Gestaltlosigkeit. Nicht auszusprechen ist es, und doch schenkt es die Rede. Als Ende der vier erkennenden Veden erfüllt es alles. Es wohnt in der Bindung des aus fünf Elementen gebildeten Körpers, bleibt jedoch dem täuschenden Leib unerkennbar.
Es kommt den Verkörperten entgegen, als wäre es einer von ihnen, und spricht; doch es lässt sich nicht festhalten. Es ist das Licht im freien Raum, die Wirklichkeit, die Vishnu und Brahma nicht kennen. In Verschiedenheit um Verschiedenheit wächst es als die Welt.
Es trägt die Namen Bindu und Nada, ist Wissen und Kunst und liegt jenseits von Turiya. Es wird zur Frucht vollendeter Askese für mich, den von Taten Belasteten, und geht als Fülle der Gnade auf. Dieses Eine bist du.
„Nichts davon soll vergeblich sein; Yama, nimm ihre Leben!“ Mit dieser Macht zerschlugst du die unbändigen Asuras und stießest den Speer vor. König, der Umas Milch trank!
Du spieltest mit Brahma, dem viergesichtigen Vedenkundigen, und schlugst mit der Hand kräftig auf seinen Haarschopf, tapferer Junger. Im Bergland der Kuravar gingst du zu der Frau auf dem hochgelegenen Feldsitz, triebest betörende Liebesspiele und suchtest ihre Vereinigung, du Dieb, gnädiger Skanda!
Im Herzen der Yogis wahrer Erkenntnis wohnst du, die frei und unerreichbar umherziehen. Kumara von Devanur, großer Herr der Götter!
Tiruvathigai – Atikai
737 – Löse die Sorge des umherwirbelnden Geistes
Ihre weit gespannten Fischaugen schließen sich; die Rede, die Kuckuck und Papagei gleicht, stockt. Ich trinke den Nektar, den die korallenroten Lippen hervorbringen. Die berggleichen Brüste mit hellen Perlen, Edelsteinen und Salben bewegen sich; die käuflichen Frauen entfalten im Wald die Künste des bewaffneten Liebesgottes.
Blumen fallen aus dem eingesteckten Haar, die kleine ermüdete Taille sinkt, das Tuch gleitet fort. Bevor ich durch ihre Zärtlichkeit schmelze und das honigduftende Blütenlager betrete, nimm die Sorge meines Geistes, der in der angenehmen süßen Vereinigung umherwirbelt.
Herr Kumara, Verwandter Achyutas, der rasch den Pfeil sandte, sodass die zehn gekrönten Häupter des dunklen Dämons fielen!
Die jungfräuliche Göttin in der linken Hälfte des Herrn vom Kailasa denkt liebevoll an dich. Du erlesener Dichter, der die Fülle der Dichtung empfängt!
Der Kedila-Fluss wächst; seine Wogen schlagen gegen die Wipfel dichter Arekapalmen, zerstreuen viele Bananenbüschel und lassen die Ähren der vollen Felder wogen. Wie eine Trommel dröhnt er „timi timi“. Großer Muruga der heiligen Stadt Tiruvathigai![647]
738 – Deine zwölf Schultern preisen
Augen wie Gift, Speer und Blüte, Worte wie genussreicher Nektar, die beiden Brüste, die sich aus Verlangen erheben – all dies bewegt sich verlockend. Diese gefährlichen Frauen werfen ihre beiden Netze aus, damit die Taten und die Lebenskraft schöner, männlicher Menschen offen hineingeraten.
Lass mich nicht mit ihnen verkehren und in Leid fallen. Lass mich die zu Gefährten nehmen, die an dich denken. Lass mich nicht im Meer der Geburt untergehen, die so süß zu erscheinen vermag, und nicht in die Erniedrigung beider Arten von Karma sinken.
Gewähre mir, täglich in Musik deine zwölf Schultern zu preisen: „Herr, du schenktest den Himmlischen, den Weisen und dem König des Himmels Gnade und nahmst ihre Not.“
Du bist der Verwandte dessen, der den einen Pfeil abschoss, sodass die zwanzig Arme auf der breiten Brust und die zehn kostbaren juwelenglänzenden Kronen auf die Erde fielen. Er sandte den feurigen Pfeil über das Meer, hilft den ihn Preisenden durch Gnade, damit ihr Karma schwindet, und schläft auf dem Schlangenlager im weiten Milchmeer.
Die Geister essen das Blut der dicht heranstürmenden Asuras als Opfer und rufen „Hara Hara!“ Selbst das wogende Meer schreit auf, wenn du auf dem Pfau entgegenkämpfst, Held!
Die grausamen Danavas bedrängten Götter und andere Wesen; ihre drei Städte wurden verbrannt. In jener großen Stadt Atikai wohnst du, großer Herr der Tochter Shachis!
Tiruvamur
739 – Die Nacht, die ein Weltalter währt
Der kühle Mond schleudert Feuer. Der zornige Liebesgott spannt seinen Bogen. Das Meer bedrängt mich mit seinen Wellen. Muss diese Nacht, die ein Weltalter währt, mich vernichten?
Herr Kumara auf dem lebendigen Pfau in Tiruvamur, das den Ruhm seiner Frauen wachsen lässt! Du großes Leben im Herzen der liebevollen Diener, großer Herr, der dem Tod den Rücken bricht![648]
Vadugur
740 – Gewähre mir, dich zu verehren
Hari und Brahma können ihn nicht erkennen. Mit seinem Lächeln sandte der Herr Feuer in die drei Städte. In seinen strahlenden Flechten wohnt eine Frau; er hält zorniges Feuer und die gerade Axt.
Die Tochter des Berges bildet seine eine Hälfte; mit dem ausgesandten Blick ließ er den Leib des Liebesgottes fallen. Gewähre mir, deine beiden Lotusfüße zu verehren und zu rufen: „Kumara, Freude dieses Herrn!“
Du kommst auf einem einzigen Pfau und umkreist die Erde, während der gewaltige Berg in zwei Teile zerbricht. Du schleuderst den Speer mit Wucht auf die Häupter der Asuras, die den Göttern lange Feindschaft bereiten.
Als Jäger gehst du in den Wald, wo Hirse gereicht wird, und umfängst die einzigartige Kuravar-Frau. Du freust dich an den Bergen und wohnst im guten Vadugur. Großer Herr der herbeikommenden asketischen Weisen!
Tirutturaiyur
741 – Die Bindung an Täuschung lösen
Die schwere, mit Schmuck behängte Brust bedecken sie mit Stoff. Vor aller Augen nehmen sie die Yazh in die Hand und lassen ihre Musik anschwellen; Haar und Gewand lösen sich. Duftwasser und Zibet fließen über ihren Körper, ihre Ohrringe schwingen. Sie mühen sich, zu gefallen; ein Stirnzeichen schmückt ihre mondgleiche Stirn. Ihre scharfen Augen drehen sich wie Pfeile, Speere und Fische. Ihr Mund ist süß wie Zucker und die Kovai-Frucht, ihre Zähne strahlen. Schön wie singende Kuckucke sind sie, in Seide gekleidet, mit einer Taille dünn wie ein Faden; wunderlich und zornig handeln sie. Soll ich Gemeinschaft mit solchen Verwirrten halten?
Die Göttin mit voller, schwerer Brust und verflochtenem Haar, deren Locken den Veden gleichen, die der Verehrung ihrer Getreuen zugänglich ist, die treue Sivakami, die vor Erde, Meer und den drei Göttern war, die glückverheißende Bhadrakali: Du bist der Guru, der ihrem Gefährten, dem Genießer göttlicher Freude, gnädig Unterweisung gab. Held von mächtiger Kraft, du schleudertest den strahlenden Speer; der gewaltige Berg und das Meer wurden zu Staub, und die bedrängten Asuras brachen zusammen. Großer Herr, du liebst das leuchtende Turaiyur, das mit Perlen glänzt, und das goldstrahlende Reh der Kurava, dessen Anmut der Pfauengestalt gleicht![649]
742 – Aus dem Kreislauf der Geburt
Die Arten der Geburt, in denen man durch unzählige Täuschungen immer wieder Gestalt annimmt, sind weiter als die sieben Meere. Ich kreise darin umher. Auch wenn mein Inneres das Zeichen erkennt: „Dies ist die Höhle des Mutterleibes, die aus den eigenen Taten hervorgeht“, bewahrheitet sich das Wort der Alten: „Niemand kann das Geschick abwenden.“ Es ergreift mich, schnürt mich mit dicht geschlungenen Stricken fest; ich nehme Gestalt an und trete durch den Flüssigkeitsgang dieses großen Körpergefäßes hinaus. Im Fleisch der Täuschenden winde ich mich wie ein Haufen Würmer. Werde ich die Leiden los, die mich wie Wachs im Feuer schmelzen lassen?
Viele zeigen eine Miene, als brenne mit aufsteigendem Rauch das Feuer am Ende einer Weltzeit; als würden sie im Schmelztiegel geglüht, tritt ihr Inneres hervor. Sie werden der nicht endenden Hölle zur Beute. Ich gehe zu ihren Haustüren, stehe mit verzagtem Herzen vor ihnen, schmeichle ihnen tief gebeugt und suche ihre Gemeinschaft. Lass dies endlich aufhören! Gib mir das Paar deiner großen, gnadenvollen Fußblüten, damit ich sie als meine Hilfe verehre und gedeihe, Speerträger auf dem Pfau! Den großen Asketen, die dich preisen, den Siddhas, Maheshvara, Hari-Vishnu und Brahma schenkst du überströmende Gnade. Großer Herr, du bist nach Turaiyur gekommen und hast dort Wohnung genommen![650]
Tirunavalur
743 – Komm und umfange mich
Am Abend, dessen Erscheinung der Verborgenheit gleicht, trafen mich die Pfeile des grausamen Liebesgottes. Aus dem Hain voll makelloser Bäume ertönt laut der Ruf des Kuckucks. Der Mond schleudert seine Strahlen wie Gift hinaus und gießt unerträgliches Feuer aus. Meine Lebenskraft erschlafft, ich welke. Komm, um mich in beständiger Liebe zu umfangen!
Neffe Narayanas, aus dem der viergesichtige, in den vier Veden gelehrte Brahma hervorging, von ihm gepriesen! Held auf dem Pfau, du nahmst den Speer und warfst ihn, sodass der Berg völlig zerbrach und die Dichter dich bewunderten. Du umarmst die herrlich geschmückte Brust des jungen Jägermädchens mit fischgleichen Augen. In Naval, umgeben von kühlen Feldern, wohnst du, großer Herr, der die Götter aus der Gefangenschaft befreite![651]
Tiruvenneynallur
744 – Im goldenen Saal des inneren Tanzes
Die mannigfaltigen Tattvas verbrennen; die Dunkelheit vergeht. Unter dem Schutz der höchsten Göttin werde das Leid dem Vadava-Feuer zur Nahrung. Ich gelange an den Ort, an dem das tanzende Licht in der großen Weite aufgenommen wird; der Atemwind ruht, die beiden Wege werden geschlossen. Auf dem einen Sonnenweg geht es weiter; mit dem Himmelsraum kreist der Tanz in der höchsten Wirklichkeit, die ganz von Shiva erfüllt ist.
„Kala-kala“ erklingen Fußspangen und Ringe an den goldenen Füßen. Im goldenen Saal, wo der heilige Tanz vollzogen wird, schmelze ich dahin und tauche in das Meer der Fülle. Mit Gauri und Hara, dessen Flechten wie Blitze leuchten, möge beständig die makellose Teilhabe am Ganzen eintreten. Gewähre mir einen Leib, der, indem all dies sich so vollzieht, als Glanz bezeichnet werden kann![652]
Junger Herr, du erwarbst Siegestitel als wunderbarer Dichter, der die Körper der Jainas, die heilige Asche zurückweisen und hier als Niedrige geschmäht werden, auf Reihen von Pfählen geraten ließ![653] Mit juwelengeschmückter Brust kamst du als alter Mann zum Kurava-Mädchen am Berg mit dem Hirsefeld. Am Quellteich, als der Elefant erschien, umfingst du ihre schönen Schultern in wonnevollem Erbeben und vereinigtest dich mit ihr.
Muruga, dich gebar die Reine, die ihrem Vater mit dem Beil den Kopf abschlug, die jungfräuliche Spenderin rechtschaffener Freude, die Herrin an der linken Seite des Gottes, der einen Berg als Bogen hielt. Großer Herr, du thronst auf dem wunderbaren Pfau und vollführst deinen heiligen Tanz, zum Ruhm des schönen Tiruvenneynallur am erfreulichen Ufer des Pennai, von Hainen und Wolken umgeben![654]
Tiruppatirippuliyur – Patala
745 – Erschließe mir die Upanishaden
Fett, Blut, Nerven, Fleisch, Gedärme, Knochen und Haut sind dicht in Reihen zusammengefügt: ein Körper, ein altes, krankheitsanfälliges Gehäuse. Er nimmt wechselnde Zustände an, ist voller Unreinheit, eine Hütte mit neun Öffnungen. Solange man darin lebt, bemühen sich andere um große Askese, um sich zu retten. Ich aber habe keine Einsicht, übe nicht einmal Japa, besitze weder Vollkommenheit noch rechte Ordnung, weder Liebe noch Höhe. Dennoch: Bevor mein Herz seinen Weg verliert, komm auf dem erhabenen smaragdgrünen Reittier, lass deine sechs Gesichter leuchten und gewähre mir Gnade, damit der Sinn der Upanishaden der vier Veden klar wird!
Der Herr von Lanka wohnte hinter Wällen, vor denen selbst die aus dem Meer aufsteigende Sonne zurückwich. Seine zehn mit goldenen Edelsteinkronen geschmückten Köpfe rollten auf die Erde, als der zornige, wolkenfarbene, übermächtige Hari-Vishnu den starken Bogen spannte und den scharfen Pfeil anlegte. Du bist sein heiliger Neffe! Muruga, du schleudertest den Speer, sodass der geschmückte Kailasa bebte, die sieben großen Berggeschlechter zerfielen und Staub aufstieg, während das Meer mit aufgeworfenen Wellen durcheinandergeriet. Lehrer, der sich in der reichen Stadt Patala niedergelassen hat, wo die makellose Göttin einst seltene Askese übte! Sechsgesichtiger, Geliebter des Kurava-Mädchens, großer Herr der erhabenen Asketen![655]
Tirumanikkuzhi
746 – Deine Gestalt vor Augen
Ihr leuchtendes Gesicht gleicht dem Mond, ihre Augen den Fischen, die im großen Himmelsstrom ziehen. In die beiden Brüste schöner Frauen mit langem, duftendem Haar versunken, halte ich sie für verehrungswürdige Berge und verliere mein Denken darin. Übermütig werfe ich mich täglich auf sie. Ich, ein hundsgleiches Wesen, genieße nur ihre Worte wie fein geläuterten Honig und den Saft ihres Mundes.
Soll ich mich in Nichtigem verlieren, ohne nach deinen großen Fußblüten mit ihren herrlichen Spangen zu verlangen, nach dem Schwert unter deinen Waffen, deinen strahlenden, mächtigen Schultern, deinen Ohren mit zweimal sechs Ohrringen, dem Pfau mit seinem Schlangenschmuck, dem Speer und Hahn, dem geschärften Dreizack und dem Siegesglanz deines langen, Licht ausstrahlenden Bogens?
Träger des hinterlistig treffenden Speeres, du zerschlugst das Heer der großen Asuras, die tobend anrückten, brachtest Pferde, hohe Wagen und Elefanten durcheinander und ließest Städte und Wohnorte in Flammen aufgehen. Held, du sahst zu, wie jubelnde Gespensterscharen, Mahakali und ihre Unholde mit den Bhutas sangen und tanzten, die sich auf die aufgehäuften Leichen warfen und Gehirne zerbissen.
Affen springen empor, schütteln die Fruchtstände und tollen zwischen hohen Arekapalmen, sodass deren Früchte auf Bananenbüschel fallen: so schön und üppig ist dieser Ort. In den Teichen, in die schlanke Frauen eintauchen, schwimmen Fische und trinken den eingesickerten Honig und Blütenstaub. In Manikkuzhi wohnst du, Herr, den die Himmelsbewohner verehren![656]
Tiruvedkalam
747 – Deinen Blick werde ich nicht vergessen
Die Blume, die nach den vier Seiten der Erde blickt, und die Kreise, die dem Strahlenlicht gleich geschaffen sind, sollen aufblühen. Du zeigtest mir deine beschuhten Zufluchtsfüße: die Erfahrung des Tanzes, der das Glück Shivas schenkt. Du zerstörtest die Unreinheit meines Ichdünkels. Deine zwölf Schultern wie eine Reihe mächtiger Berge, deine sechs Gesichter, deine Füße, von denen Licht ringsum ausgeht und die behütend auf uns blicken, werde ich nicht vergessen.
Auch deine Gestalt auf dem Pfau werde ich nicht vergessen: Du zeigtest ein Meer des Mitgefühls, als sprächest du: „Ich bin der, der über euch wacht.“ Deinen Blick, der mich, deinen Diener, freundlicher als Gold betrachtete, damit ich wie deine Getreuen dich mit den drei Formen des Tamil preise und das höchste Ziel erreiche – ihn werde ich nicht vergessen![657]
Du schleudertest den Speer, sodass die Erde zerbarst, die Berge in den vier Richtungen zerquetscht wurden, die großen Kronen der trommelschlagenden Wüteriche zersplitterten und das Meer aufbrüllte. Gnadenkind Parvatis, der Gemahlin Shivas, der mächtigen Göttin, deren Fuß den Todesgott traf, der ältesten Herrin, die diese Welt so hervorbrachte! Neffe Madhavas, der Vidura und den Mann mit der Schlangenfahne in Zwietracht auseinanderbrachte und die Pferde von Arjunas hohem Wagen lenkte! Du kämpftest mit Sura, der im weiten Raum in allen acht Richtungen tobte; mit der Fahne in der Hand zogst du ruhmvoll umher. Großer Herr, du wohnst im wahrhaft siegreichen Tiruvedkalam![658]
748 – Nicht mehr um Lohn schmeicheln
Ohne auch nur einen Augenblick zu bedenken, dass das Leben mit der Redegewandten nicht dauerhaft ist, sehne ich mich nach jenen, deren Art es ist, jeden beliebigen Mann anzunehmen. Die Wünsche werden angefacht: „Dies ist das Gefäß des Genusses!“ Soll ich, von ihnen beherrscht, auf der Erde nach Gold suchen, vor groben Menschen Gedichte vortragen und sie dabei als den Herrn des Milchozeans rühmen?
Vel, dessen Füße jene Vollendeten erreichen, die selbst die sechs Lehrsysteme hinter sich ließen und deren Geist zur Ruhe kam! Kumaresha, Sohn des höchsten Herrn, dessen Füße den großen Tanz zum Klang „Tāttari tākiṭa cē“ vollführen! Bräutigam der Frau, die den Jägern mit ihren aufgerichteten Bambushainen eine Pfauenschöne und höchster Nektar ist! Großer Herr, du wohnst im herrlichen Tiruvedkalam, wo die erhabenen Veden widerhallen![659]
Tirunelvayil
749 – Erbarme dich des verarmten Dichters
Zu Unverständigen und Niedrigen gehe ich, zu Menschen mit doppelzüngiger Rede, zu Geizigen und schweren Übeltätern voller schlechter Eigenschaften; zu Toren, die Frauen Schmuck anlegen, zu trägen Menschen, die nutzlos auf der Erde geboren wurden und umherziehen. Aus Verlangen nach Frauen richten sie sich zugrunde. Sie kennen den Nutzen der Bücher über rechtes Handeln nicht und besitzen keinen rechten Weg. Gemeine Menschen häufen durch betrügerisches Spiel geraubtes Gut an; in ihrer Verblendung fallen diese Narren in das weltliche Dasein.
Vor ihnen trage ich ausgezeichnetes Tamil vor. Mein Denken verödet, ich welke und verliere den klaren Blick. Ich bin zu einem langen Wurm geworden, der sich auf dem Feuer der Armut windet. Hab Erbarmen und schenke mir Gnade![660]
Die himmlischen Frauen mit langem, duftendem Haar sehnten sich nach den Schultern ihrer Geliebten, vereinigten sich mit ihnen, lachten, sangen in den sieben Tönen und glänzten vor Freude. Die Frauen der Feinde hingegen, die du wegen ihres maßlosen, ungerechten Zorns vernichtetest, wurden von den Schultern ihrer Gatten getrennt. Die Sehnsucht nicht ertragend, weinten sie aus tiefstem Herzen und versanken in immer größerem Leid.
Mit geschärftem Speer spaltetest du den Mangobaum in zwei Hälften, der sich im tiefen, wogenden Meer verborgen hatte und mit mehr als Millionen Ästen ausgebreitet emporwuchs. Großer Herr, du thronst in Nelvayil, wo Felder liegen und dunkle Wolken in Scharen aufsteigen und sich auf den hohen Häusern niederlassen, über denen der Mond wandert![661]
Vriddhachalam – Mudugiri
750 – Du bist mir zur Mutter geworden
Ihre beiden Brüste gleichen Krügen und Lotusknospen, ihre helle Stirn dem Mond. Das dunkle Gehölz ihres Haares gleicht einer dichten Wolkenschar; duftende Salben durchdringen es. Wie edle Pfauen in der Regenzeit sind sie, mit fischgleichen Augen. Mit ihren Händen heben sie die großen, krugförmigen Brüste. Ihre Stimme ahmt Yazh, Papagei und Kuckuck nach; sie wiegen sich im Gang wie Pfauen. Sie spotten über die langen Gewänder ihrer vielen Liebhaber und machen sich deren Verlangen zunutze. Diese käuflichen Frauen lächeln wie Blitze in dunklen Wolken; sie berühren die Lippen vieler und rauben deren Besitz. Soll ich Verbindung mit solchen Frauen eingehen, die hier als schändliche Verführerinnen erscheinen?
Neffe des wolkenfarbenen Raghava! Er dämmte das Meer ein und vernichtete mit seinem Pfeil den mächtigen Ravana samt seinem Geschlecht und die Wut der Feinde. Gnadenkind Umas, die die eine Körperhälfte dessen einnimmt, der Brahmas Kopf abschnitt, die Städte verbrannte und darin den empfindenden Lebewesen das Leben gewährte!
Du rottetest die Stadt der giftigen Asuras mit der Wurzel aus. Mit dem strahlenden Speer vollbrachtest du Heldentaten, damit die Götter wieder in ihren Heimstätten leben konnten, befreit von Gefangenschaft und Elend. Gemahl des Kurava-Mädchens mit schönen lotusgleichen Augen! Du wohnst hier als meine Mutter. Großer Herr auf dem Pfau, du lebst in Vriddhachalam![662]
751 – Das gnadenvolle Wort
Als Hara sich vor dir verneigte, um die Erklärung des heiligen Wortes zu empfangen, gewährtest du sie ihm einst, Kind des Teiches. Im mächtigen Madurai ließest du das Leben der Jainas an den Pfählen zerstreut und in Verwirrung geraten.[663] Wirst du auch mir Gnade schenken, der ich leide wie jene, die keine Liebe zu deiner schwer aufzugebenden Gnade besitzen?
Held auf dem Pfau, du kamst in Arunai in einem einzigen Augenblick, sodass alle Menschen der Welt dich priesen. Vor den Augen des Kurava-Mädchens, dessen schwarz umrandete Blicke wie kämpfende Pfeile sind, wurdest du einst zum Baum. Heiliger Neffe Haris, dessen Farbe einer dunklen Wolke gleicht! Ursprünglicher Herr, der mir aus Mitgefühl das Wort der Unterweisung schenkte! Du erzürntest dich über den feindlichen Asura, damit die Götter, die unter dem Baum mit duftenden Blüten wohnen, aus dem Gefängnis frei würden. Großer Herr, du ziehst um den auf Tamil Mudugiri genannten heiligen Berg, dessen reinigende Ordnung denen, die hier sterben, eine weitere leibliche Gestalt erspart![664]
752 – Wenn der Körper alt wird
Der Körper verliert seine Feuchtigkeit und trocknet aus; die Taten reifen ihrem Ende zu. Der Gang wird unsicher, die Nägel greifen kratzend, die Zähne treten bloß hervor. Ein Schleier zerstört das Augenlicht, Blindheit stellt sich ein. Stark erschlafft und hochbetagt werde ich; mein Haar wird weiß wie ein Reiher. Galle, Wind und Schleim nehmen überhand und verlieren ihr Gleichgewicht. Kraftlos umfassen meine Finger einen Stock; so muss ich draußen stehen. Wird der Tag kommen, an dem du mich aus dieser leidvollen Geburt befreist und deine Gnade in mich legst?
Du besitzt den unvergleichlichen Sieg im Kampf. Aus Freude über den Untergang der zuvor unerschütterlichen Dämonen streuten der mächtige Träger des Vajra und die übrigen Himmelsbewohner so viele Blumen, dass die ganze Erde darunter verschwand. Neffe des wolkenfarbenen Krishna, dessen Gestalt makellos, ohne Ende und grenzenlos ist und dessen Verbundenheit immer wächst! Großer Herr auf Vriddhagiri, wo die Shiva-Getreuen gedeihen, die süße, edle Sprache vortragen und Gnade empfingen![665]
Veppur – Nimbapura
753 – Wachend ruhen in der Erkenntnis
In der vom brausenden Meer umgebenen Welt nehmen wir Leben an und pflegen diese Hütte, die ihre Tänze aufführt. Menschen fallen immer wieder in die Höhle des Mutterleibes und erleiden ihre Bedrängnisse. Ohne diese Not, ohne Feindschaft, frei von den beiden Arten des Handelns: Nur denen, die mit wacher Erkenntnis schlafen, offenbart sich die Gestalt unmittelbarer Erfahrung. Erkläre sie mir gnädig mit deinem schönen, glückverheißenden heiligen Wort!
Kanda, Träger des Speeres! Du führtest ihn so, dass der gewaltige Berg sich spaltete, der Sohn des Wagenlenkers des Königs aus dem Kuru-Geschlecht samt den Veden verwirrt wurde und die Frauen der nächtlich schweifenden Dämonen gemeinsam ins Feuer sprangen. Indras Stadt sollte wieder leben; aus den weiten Wellen stieg Feuer auf, und das Übel wurde an der Wurzel erfasst. Großer Herr in Veppur, umgeben von fruchtbaren Feldern, deren Ertrag die Armut der sieben Welten vertreiben kann![666]
754 – Das Haus jenseits von Anfang und Ende
Die fünf Arten der Elemente, die vier inneren Werkzeuge, Abend und Tag werden dort nicht erkannt. Anfang, Mitte und Ende gibt es dort nicht. Damit ich jenes eine Haus der Befreiung erlange, schenke mir die Freude an reichem Tamil: Lass mich die Lotusfüße besingen, mit denen du in den Wald kamst, auf der Suche nach dem Jägermädchen an den schönen Berghängen, über die Wolken gleiten.
Du mit der Brust, die sich an die krugförmigen Brüste der schönen, rankengleichen Devasena schmiegt, überreich mit Safran und Sandel geschmückt, der pfauengleichen Frau des Elefanten! Du schleudertest im heftigen Zorn des Kampfes den geschärften siegreichen Speer, sodass der Berg erbebte und die Brust des grausam kämpfenden Sura zerriss. Bewohner von Nimbapura, umgeben von leuchtenden Mauern! Großer Herr der Herrscher des Himmels und der Erde![667]
755 – Gewähre mir die Zuflucht deiner Füße
Lass mein Begehren nicht verharren und mich in die Berge der Brüste versenken. Schenke mir die Lotusfüße, die deine dienenden Getreuen suchen! Du sahst die Not des himmlischen Heeres, das im Weltall wohnt, und brachtest ihm eine Wende. Den Scharen, die ihm in geordneten Reihen zum Kampf entgegentraten, schlugst du entgegen, bis sie zerstückt, zerstreut und zerschmettert waren.
Glänzender Speerträger, dessen Entschlossenheit dem bindenden Sinn des Todesgottes gleicht! Jüngerer Bruder des geliebten Herrn mit Bauch und Elefantengesicht! Kanda, Kumara, großer Herr an der Stätte von Veppur![668]
Tirukkudalaiyattrur
756 – Wohne in meinem Inneren
Die Taten, die mich umringen und quälen, entfachen mit dem Begehren und den drei Wünschen ein Feuer. Wie ein im Ofen glühendes Beil breitet es sich aus, packt mich und springt auf mich los; seine Zauberkunst lässt mich störrisch im Lauf des Lebens tanzen. Ich schmücke mich mit Blumen, Sandel, Zibet, Rosenwasser und Ketten auf der Brust; ein angenehmer Luftzug umweht mich. Ich freue mich an Schönheit und Glanz und spiele voller Verlangen mit Frauen, deren geschminkte Augen leuchten. So werde ich in ihrem Netz festgebunden.
Krankheit, Schmerzen und Windleiden kommen zusammen. Mein Zustand wandelt sich; die Taten verhüllen mich. Ohne Liebe zu dir gehe ich dem Erwerb nach und bilde mir ein, ich sei unsterblich. Yama treibt seine Boten an; ich vergehe, und ein beschriebenes Blatt mit Brahmas Kennzeichen erreicht mich. Bevor mich der quälende Todesgott herantreten und es sehen lässt, schenke mir deine gnadenvolle Liebe![669]
Du zürntest den Jägern und vereinigtest dich mit dem Kurava-Mädchen. Gegen die Bewohner der Dunkelheit kämpftest du mit dem rötlich strahlenden Speer, befreitest die Götter aus dem Gefängnis und ließest ihren Herrscher wieder leben. Du bleibst beständig, Meister wunderbarer Kunst!
Mein Vater kam in anderer Gestalt nach Madurai und spielte dort seine Spiele. Er trug Sand vom Vaigai-Fluss; er trägt das Beil, verbrannte die hohen Städte und herrscht als Herr der Shiva-Welt, auf dem Stier reitend. Seine linke Seite nimmt die Mutter ein. Ihre fadenschmale Taille trägt berggleiche Brüste; schön wie Millionen Monde erschien Sivakami. Diese Abhirami, die den mächtigen Todesgott bezwang, schenkte dich aus vollem Herzen, Kanda Vel!
Senta auf dem Pfau, du wohnst im Land, wo sich die vereinigenden Flüsse, der Vellaru und der perlenführende Strom, stauen und glänzen. Mit Valli und Deivayanai lässt du den Todesgott zurückweichen und fallen. Kumara, mein Herr, wohne in meinem Inneren![670]
Kadambur
757 – Die verlockende Einladung
„Komm hierher! Hier ist mein Haus. Geld ist mir wie Gift; lass dein Verlangen hier vergehen und gehe dann!“ So reden sie. „Kommt, Mädchen, legt die Matte aus!“ Das klingt wie ehrerbietige Gastfreundschaft. Doch noch ehe man das Bett erreicht, verlangen sie Geld und Kleider, und es genügt ihnen nicht. Boshaft beharren sie darauf: „Geh fort!“ Lass mich nicht zu dem Ort solcher Frauen gehen, lass die Fehler nicht zu mir kommen und anwachsen. Gewähre mir deine kühlen Lotusfüße!
Neffe Narayanas, Shri Ramas, Keshavas, des Herrn mit der scharfen Wurfscheibe, des Kuhhirten auf Erden! Gnadenkind dessen, der auf seinen Füßen den erhabenen Tanz vollführt, während Narada und Tumburu ihre Lieder singen! Du entsandtest den Speer, sodass Sura mit seiner schrecklichen Macht im Meer unterging und verging und der Wagen der Sonne wieder fahren konnte. Großer Herr der Götter in Kadambur, umflossen vom hellen kleinen Fluss, der sich mit der reinen, duftenden Kaveri vereinigt![671]
Tiruaratturai
758 – Die Gnade des Herrn von Tiruaratturai
Sie schwärzen ihre Augen mit Schminke, rufen süß, sprechen kunstvoll wie in Gedichten, lächeln und werden vertraut. Mit ihren listigen Künsten machen sie das Herz weich. Sobald sie den zuvor sorgsam aufbewahrten Schatz erreichen, rauben sie ihn kühn. Sie schlingen sich fest um den Hals; unter immer neuem Erbeben schwindet die Lebenskraft. Auf dem weichen Bett nehmen diese jungen Frauen einem jede Tatkraft. Soll ich ihnen verfallen?
Große Scharen von Weisen tauchen in das Meer reinen Bewusstseinsglücks ein, in das ungeteilte Brahman, das gnädig die Geburt stillt. Sie preisen die heilige Stätte. Dem in den vier Veden bewanderten Knaben aus dem berühmten Kochchai gewährte Isha einen gnädigen Sonnenschirm und eine Sänfte aus Perlen. Großer Herr des wahrhaft heiligen Tiruaratturai, das dadurch in der Welt Ruhm gewann![672]
Yazhppanayanpattinam
759 – Durch dein wahres Wort zur Erkenntnis
Sie tragen Blütenkränze und Blumenbüschel im Haar. Wenn sie blicken, gleichen ihre Augen Speeren und Schwertern, den honigreichen Kampfpfeilen, die der Liebesgott entsendet, und den Boten Yamas. Täglich beherrschen diese Frauen mit den geschminkten Augen die Täuschungskunst, Menschen mit Geld an die eigene Person zu fesseln und in sehnsüchtige Verblendung zu versetzen. Nektar fließt von ihren Lippen. Sie sprechen verschiedenartig und arbeiten mit lügenhaften Listen. Ihre winzige Taille, dünner als gesponnener Faden, leidet unter der Last ihrer Brüste, die Kampfer, Moschus, Adlerholzduft, große Schmuckstücke, Ketten und ein Brustband tragen.
Weil ich nach ihnen verlangte, ging meine körperliche Kraft zugrunde. Wirst du mir nicht gewähren, durch dein wahres Wort Erkenntnis zu empfangen und dich von nun an zu verehren?
Kind der Mutter, der Schwester Mals, der Jungfrau Uma, der tanzenden, wonnevollen Shivai, Tripura, Bhairavi, umgeben von den Gespenstern und Bhutas, über die sie herrscht, und Bhuvaneshvari! Sie erschafft alles, hält alles fest und vernichtet ohne unterscheidenden Blick alles. In ihrem heiligen Spiel wohnt sie an Ishas Seite. Höchster Guru, an dem die Entsagenden in Erkenntnis festhalten, während sie täglich Lob, Wassergabe und Japa vollziehen! Muruga, du gewährst Worte in Tamil, deren dichterisches Maß sorgfältig geprüft ist.
Wenn Bittende kommen, wird ihnen dort freudig und gern reichlich gegeben. Hohe Mauern strahlen goldenen Glanz aus. Großer Herr, du wohnst in Yazhppanayanpattinam![673]
Tirumuttam – Srimushnam
760 – Die sieben Perlenketten
Ketten aus Bambusperlen, Ketten aus Wolkenperlen, Ketten aus Elefantenperlen; Ketten aus kostbaren Perlen der Berge, Ketten aus Muschelperlen, Ketten aus Meeresperlen und Ketten aus feurigen Perlen, die Schlangen hervorbringen: Alle mögen wohlgeordnet über deiner Brust schwingen. Erscheine gnädig vor mir auf dem sattgrünen Reittier, mit deiner Gemahlin und der Schar deiner Dienenden!
Die Mutter mit dem Glanz einer Regenwolke und kindlich süßer Sprache wie Kuckuck und Papagei, die uns gebar, die Shakti, an der sich der ewige Herr mit dem dunklen Hals und dem berauschenden Stechapfel freut: Sie gebar dich, Muruga. Bräutigam der nektargleichen Deivayanai mit reichen Perlen auf der Brust, der heiligen Frau, die Befreiung ist! Du durchschnittest die Fesseln, mit denen die Asuras gefangen hielten. Großer Herr, du wohnst im erkenntnisvollen Tirumuttam![674]
761 – Die Verstrickung durchschauen
Ihre speergleichen Augen werden siegreichen Pfeilen und Fischen verglichen; ihre Brauen sind gekrümmte Bogen, ihr langes Haar ist eine dunkle Wolke. Ihre perlenbehängten Brüste gleichen Bergen, die Taille einem Faden. Mit großen Zärtlichkeiten stiften diese Frauen Verwirrung; ihre Küsse steigern das Verlangen. „Taku tat takkiṭa tō taku tī“: So spielen und tanzen diese listigen, lüsternen Frauen von schlechter Art. Viel Geld reißen sie an sich, wechseln ihre Haltung und treten in vielerlei Aufmachung auf. Durch übermäßigen Genuss erschlafft, mit stinkenden und zerrissenen Geschlechtsteilen, stiften sie Streit, bedrängen und quälen, prahlen und verderben die Familien. Soll ich mit solchen jungen Frauen verbunden sein?[675]
Der Herr mit der Mondsichel in seinen Flechten lächelte feurig, sodass der Leib des siegreichen Kämpfers mit dem langen Zuckerrohrbogen verbrannte und wie dürres Laub niederfiel. Auf seiner linken Seite wohnt die einzigartige Frau: die gepriesene Shakti, in unbeirrbarer Haltung verweilend, die von Shiva-Liebe erfüllte Parameshvari, Uma, die einst die drei Welten liebevoll gebar. Du bist ihr Gnadenkind!
Hari-Rama ließ den goldenen Berg in den Meereswellen kreisen und wand Vasuki darum. Damals teilte er den wohlschmeckenden Nektar aus mit den Worten: „Dies gehört den Shiva-Getreuen.“ Als Adivaraha wird er von Shri verehrt. Mit seiner Tochter spieltest du, voller Verlangen nach ihrer goldenen Brust. Muruga, großer Herr der Götter, du wohnst in Tirumuttam![676]
Tirunallur
762 – Dem Licht unzähliger Monde begegnen
Über den Wurzellotus mit dem Mantra unmittelbarer Erfahrung, über das höchste Jenseitige, über die drei Lichter, ihre Kreise und die sechs miteinander verbundenen Träger, selbst über Indras Baum hinaus: Dort ist der uralte Sitz des Herrn der Tanzhalle, ein endloser Ball von Licht. Tausend Strahlen, die Drei und der leuchtende Mond, ein strahlendes, himmlisches Kristalllicht: Bindu und Nada erklingen laut. Viele Takte und Rhythmen erklingen bei diesem Anblick. Ich schaue ihn, schöpfe den Nektar und trinke; ich sehe die zweimal sieben Welten und spiele darin.
Der bewegte Wind, der im Dreizack von Mond, Sonne und Feuer läuft, kommt zur Ruhe. Ich verweile an der mittleren Säule und steige an der schönen, gezeichneten Schnur der Erkenntnis empor. Wird mir nicht das Licht von hundertmal zehn Millionen Monden begegnen?[677]
Geliebtes Kind Sivakamasundaris, der Dreizackträgerin, der Göttin des weiten Raumes, der Schädelträgerin, Shankari, Purari, Ambari, Kumari, der Hälfte des Herrn mit den acht Eigenschaften! „Kumara, Vernichter Suras! Helfer Indras! Wohltäter der Liebenden! Schöner Guha!“ So ruft die Shruti einmütig, während du tanzt, Speerträger.
Mit lotusgleicher Hand legst du Asche auf, mondgesichtiger Kanda Vel. „Besteigt die grausamen Pfähle und sterbt!“ lautet das Wort an die harten Jainas, die die reine weiße Asche nicht tragen.[678] Tapferer, dessen Schultern das Reh umfangen, das die himmlisch schöne, zusammen mit dem Nektar erschienene Frau hervorbrachte! Mein Herr, du wohnst und gedeihst in Nallur, wo Shankara-Tyagaraja Wohnung nahm.[679]
Mahendra
763 – Nicht im Netz der Verführung vergehen
Bienen schmücken ihr duftendes Haar, ihre Augen sind Pfeile, ihre helle Stirn ist ein gespannter Bogen. Ihr langes, sorgsam geformtes Lächeln leuchtet wie gute Perlen; ihre Stimme klingt wie ein Kuckuck. Ihre großen Brüste beherrschen die Berge; ihre Nase gleicht der Kumizh-Blüte, die Lippen einer Wasserlilie, Schultern und Hände tragen ihre eigene Schönheit. Die Taille dieser Frauen, rankengleich und fein wie ein Faden, trägt all dies.
Sobald sie Gold sehen, sprechen sie freudig. Sie reden heimtückisch und lassen ihre Stimme in kunstvoller Musik erklingen; sie springen und tanzen, dass einem die Augen kreisen. Dann geben die Betrügerinnen Lumpen und einen Stock und sagen: „Geh!“ Listig verabreichen sie Gift. Soll auch ich, einem Hund gleich, umherirren, während mein Körper zitternd zugrunde geht?[680]
Mit den Göttern riefen die großen Asketen, der Lotusgeborene und Shris Gefährte: „O König!“ Du kamst mit dem Zuspruch „Fürchtet euch nicht!“ und voller Heldenkraft. Dein Speer ließ die Glieder der Asuras zerbrechen und sie sterben; Meere und Berge wurden zu Staub und Asche, und der Todesgott schwang die Schlinge in seiner Hand.
Senta, Velava, Muruga, Sohn des Herrn mit Blumenbüscheln in den Flechten, mit Schlange, Wasser und Mond, mit Knochenschmuck, schwer mit Asche bestrichen und von rötlichem Leib! Mit der rehgleichen Gefährtin, deren Gesicht dem Mond gleicht und deren Brust mit Sandel bestrichen ist, die in mein Herz eintritt, freust du dich im Inneren. Großer Herr auf Mahendra![681]
Sirkazhi – Kazhi, Pukali, Shanbai
764 – Kühle das Feuer der Sehnsucht
Das wogende Meer, der Bogen des Liebesgottes, der abendliche Wind und die Schmähungen der Frauen kommen wie Feuer auf mich zu. Vor den bewegten Glocken der Stiere, dem Anril-Vogel und dem Kuckuck erschrecke ich. Wie Wachs im Feuer werde ich heiß und schwitze. Adlerholz und Moschus wirken wie Gift; meine vielen Schmuckstücke und Juwelen verbrennen zu Asche, meine Glieder verändern sich. Die Brüste gießen Feuer aus. Die frühere Erinnerung und Selbstbeherrschung vergehen völlig; ich stehe erschöpft, und das alles verzehrende Feuer des Verlangens wird über mich ausgeschüttet.
Lass mich nicht darin vergehen! Deine duftenden, mächtigen Schultern, dein voranleuchtender Speerschmuck, Lotus und schöne hängende Girlande: Gewähre mir ohne Zorn deine Gnade. Wird sie meine Verliebtheit nicht bezwingen?
Die Himmlische mit bogenförmiger Stirn, Fischaugen und edler Rede, Tripura, Bhairavi, die Hohe mit der Mondsichel in den glänzenden Flechten und dem Leib aus rotem Gold, reitet auf dem Löwen. Dichte Heere von Unholden umringen sie, Hörner tönen, Timilai und Schlagtrommeln dröhnen. Diese junge Uma tanzt mit Shiva. Du bist der Vel, den sie gebar!
Täglich standest du bei der Frau, die ein Weiser am Berg hervorgebracht hatte, und streicheltest ihre großen Blütenfüße. Du dientest ihr eifrig, dem Pfau, Kuckuck und Papagei gleichenden Mädchen. Einzigartiger Sohn aus dem Geschlecht der Kauniyars, du erschienest in Kazhi mit hohen Tempeltürmen, an denen Regenwolken entlangziehen, mit Mauern und Feldern ringsum. Herr der Götter![682]
765 – Bewahre mich davor, mein Leben zu vergeuden
Die schönen Frauen haben Lippen, von denen köstlicher Honig fließt, und unvergleichlich geschmückte Brüste. Ihr feines Gewand darüber und ihre Augen, voll tödlichem Gift, verwirren mich. In Liebe und leidenschaftliches Begehren versunken, verlasse ich täglich das Bett nicht; ich tauche in den Schatten ihres Haars mit Moschus und anderen Düften. Lass diese wachsende, gewaltige Täuschung der Verblendung abfallen! Gib mir Gnade und lass mich, hundsgleich wie ich bin, nicht zu einem nutzlosen Menschen werden.
Die nicht „Hara Hara“ rufen, sind Toren; die nicht die heilige weiße Asche tragen, sind Toren; die deine Füße nicht verehren, sind Toren. Die keine Schriften der Erkenntnis lernen, um das rettende Ufer zu erreichen, sind Toren; die nicht auf dem rechten Weg bleiben, sind Toren; die nicht nach Dharma fragen, sind Toren. Sie werden in die sieben Höllen fallen und sich dort wälzen. Wunderbarer Knabe mit zwölf Händen, Licht, vollkommen erfüllte Gestalt, Muruga! Die Bewohner der wolkendurchzogenen Himmelswelt preisen dich täglich und finden Rettung. Großer Herr der Götter, du lebst in Pukali![683]
766 – Noch heute deine Füße erreichen
Diese Last von Fleisch und Haut, dieses Bündel Körper ist voller Täuschung: eine schwankende, brennende, stinkende Hütte. Durch den Viergesichtigen, von dem die vier Veden gesprochen werden, erhält sie ihre Gestalt. Sie steht auf, läuft, stolpert, irrt umher und ermattet. Schließlich geht sie gebückt am Stock, voller erniedrigenden Schleims. An diesem Abfallkörper hänge ich!
Gewähre mir heute, dass die leidvollen Krankheiten und der täuschende, scheinbar maßgebliche Weltzusammenhang vergehen, vor denen man sich auf Erden schämt, und dass ich deine schönen beschuhten Füße erreiche.[684]
Guru, du verkündetest damals in Kudal die Schriften der Tamil-Erkenntnis. Während die Scharen der Jainas auf die Pfähle stiegen, verliehst du machtvoll die heilige Asche und freutest dich, die quälende Krankheit im Körper des Königs mit der Fischfahne zu heilen. Du dachtest an das kleine Reh des Waldes, gingst über das Hirsefeld und sprachst mit dem geliebten Papageienmädchen. Vor den Augen der bogentragenden Jäger wuchsest du zum Baum und heiratetest das Kurava-Reh der Erkenntnis. Großer Herr, du wohnst freudig in Kazhi![685]
767 – Wie gelange ich ans andere Ufer?
Wie ein anmutiges Standbild kleiden sie sich: Der Körper voller Duft, mit Schmuck, kostbaren Ketten und edlen Gewändern. So erscheinen sie in großem Stolz. „Keiner gleicht ihnen auf Erden!“ sollen die Menschen sagen. Beide Hände tragen viele Ringe, und täglich pflegen sie den Körper, damit alle staunen. Auf solche Weise betreiben sie vielerlei Geschäfte. Doch von ihrem Geld geben diese Leute nicht einmal einen einzigen kleinen Anteil. Sie ersinnen Listen, sind wie Gespenster und halten sich nicht an deine Füße.
Unter solchen Handelnden stehe auch ich, ein Übeltäter. Wahrhaftiger! Wie soll ich ein rettendes Ufer erreichen? Gewähre mir eine Wirklichkeit, durch die ich das Wunderbare erlange!
Du entsandtest den Speer, sodass der dunkle Berg zu Staub wurde und die falsche Herrschaft Suras verging. Die Himmelsbewohner verehrten dich und baten um deine goldenen Zufluchtsfüße. Leben dessen, der den springenden Pfau zum Reittier nimmt! Sein dunkler Glanz gleicht schwarzer Farbe; die sieben Meere und Berge werden zu Staub.
„Herr Deivayanai! Roter Jüngling, Freude des Kurava-Rehs! Schatzhaus der drei Formen des Tamil! Ruhmvoller, göttlicher, höchster Guru!“ So werden deine Ehrentitel ausgerufen. Mit deiner Hand spendest du Asche, während die Bösen auf hohe Pfähle steigen. Wunderbarer Muruga, großer Herr der Götter, du wohnst im fruchtbaren Kazhi, in Brahmapuram![686]
768 – Befreie mich von dieser schlechten Gewohnheit
Ich singe Gedichte für jene, deren Augen durch Trunkenheit, Begierde und Zorn verschlossen sind. Mit wirrem „Kaccā piccā“ häufe ich ihren Ruhm in langen Liedkränzen an und sammle die dafür erhaltenen Gaben. Dann lege ich sie begierig in jenes schöne Dreieck, den weiblichen Schoß. Für solche Gaben und für diesen Fleischkörper bin ich müde geworden. Nimm mir diese schlechte Gewohnheit!
Du sangst, damit das Fieber des Pandya-Königs nachließ, der sich dem Unheil derer angeschlossen hatte, die ohne Scham Matten um sich wickeln und hier als Unverständige bezeichnet werden. Danach kehrtest du nach Kazhi zurück. Held mit Vetchi-geschmückten Schultern, du setztest deine Füße in den dornigen Wald, eiltest auf den Berg und vereinigtest dich damals mit dem Kurava-Reh. Kostbare Perle! Vater der drei Feuer! Reiner! Befreiter! Großer Herr der Befreiung![687]
769 – Deine Gnade bleibt in Wachen und Traum
Mein Geist hing an duftendem Haar und seinem Schatten, an Augen voller Gift, an den hohen Brüsten der jungen Frauen wie goldenen Bergen und ihrer Haltung; an der rankengleichen Taille und ihrem Gang, an den Worten, die Liebe steigern, am Nektar der schönen roten Lippen und am Lächeln. So wurde ich ein Mensch voller Zweifel. Nicht einmal um die Spaltbreite eines Atoms sprach ich ein gutes, süßes Wort; ich war ein armseliger Mann voll gekünstelter Gewohnheit.
Du gewährtest mir, deine beiden Füße mit hell klingenden Tandai- und Nupura-Spangen zu sehen, damit meine Tage nicht länger vergeblich vergehen. Du schenktest mir deinen gnädigen Blick. Diese große Gnade werde ich weder im Traum noch im Wachen vergessen!
Das schiffbefahrene Meer schrie auf, die hohen Kronen der nächtlichen Dämonen zerfielen zu Staub, das Vadava-Feuer erlosch und Asche stieg auf, die Unholde tanzten. Auf dem Pfau reitend zürntest du und führtest den listig treffenden Speer. Einzigartiger Sechsgesichtiger im schönen großen Shanbai! Du denkst daran, das Leid aus den Herzen der herbeigekommenen Götter zu nehmen.
Du ließest hier achttausend Menschen auf hohen Pfählen ihre feindliche Kraft verlieren: jene gebrochenen Helden mit ausgerauften Haaren, listig und überaus sündig, ohne Frucht des rechten Weges, an Bindung haftende Prahler und Betrüger, haltlos, ohne gute Art und mit mörderischem Sinn – Täter der fünf schweren Vergehen, wie der Vers sie nennt. Großer Herr![688]
770 – Gnade statt Verarmung
Die rankengleichen Frauen schmücken ihre Brüste mit Sandel und duftendem Zibet; an ihren roten Händen ruhen Armreifen und geschwungene Spangen. Ihr Gang ist wie der eines Schwans. Ihre Gestalt ist stets von Schönheit erfüllt, ihr Herz von Täuschung. Wenn die Nahestehenden ihnen Geld geben, freuen sie sich; mit schmeichelnder List und klugen Kunstgriffen rauben sie deren Besitz. Sagt ein Mann, der sich mit ihnen vereinigte: „Hier ist nun kein Gold mehr“, werden sie sehr zornig. „Einen ganzen Monat, ja schon gestern, hat er nichts gegeben!“ So beginnen die Verblendeten Streit. Lass die Bedrängnis und bittere Armut vergehen; schenke mir reichlich Gnade!
Ruhmvoller Neffe des wolkenfarbenen Hari, der damals im heftigen Regen den Berg wie einen Schirm hielt und so den Schmerz der Rinderherden vertrieb! Saravanabhava, Freude der jungen Ambika! Lieber Gefährte, an dem sich der erhabene mächtige Elefantengesichtige freut! Bräutigam, der sich vor den Blütenfüßen des schönen, kühlen, rankengleichen Kurava-Mädchens verneigt!
„Tanta nantana tanatana tana“ singen die Bienen mit geöffneten Stimmen in den duftenden Champaka-Blüten. Die Haine reichen bis zu den Wolken. Die von Muscheln ausgespieenen Perlen und die schönen, erhabenen Schlangenedelsteine strahlen hell. Großer Herr der Unsterblichen, du wohnst im schönen Shanbai![689]
771 – Immer wieder liebevoll von dir sprechen
Die mit ausgerauften Haaren, die herankommen, schmähen, sich verwirren und erzürnen und behaupten, es gebe keinen gültigen Glaubensweg, standen erschüttert da. Du sprachst das geliebte Tamil, dessen Kraft sie zum Wanken brachte. Deine Würde, Güte, dein Sieg, deine glückverheißende Größe, dein Gewicht und deine Eigenschaften, Saravana, deine Geduld und dein Ruhm, dein einzigartiger glänzender Speer – davon will ich liebevoll immer wieder sprechen.
Wenn du auf dem Pfau kommst, strahlen deine Ehrentitel; die Himmelsbewohner schmelzen dahin und verneigen sich vor deinen Füßen. Deine vielfachen Gaben, deine Kraft und dein Rang; wie du um das Reh im Hirsefeld littest, dessen Brüste Moschus und Safran trugen, wie du seine Füße streicheltest, es heiratetest und dich mit ihm vereinigtest; deine vielen Siege: All das will ich immer wieder liebevoll aussprechen und niemals vergessen.[690]
Dein Onkel, der Wunderbare, entsandte seinen Pfeil mit dem Willen, Lanka zu zerstören, alle Asuras tot niederstürzen zu lassen und Sonne und Mond wieder zum Leuchten zu bringen. Als der mächtige Elefant im Teich zitternd Angst und Not litt, kam der Wolkenfarbene ihm zu Hilfe. Er ist Indiras Gemahl, Ranga, Mukunda; er zerschlug den heranrollenden Wagen, ließ die Maruda-Bäume erzittern und stürzen. Der Gabenverleiher, mit Girlanden geschmückt, nahm Zwergengestalt an. Als Held berührte er mit seiner Hand einen Pfeil, um das weite Meer zum Erlöschen zu bringen.
Großer Herr, du wohnst liebevoll in Brahmapuram, wo selbst Purandara Askese übte, und ebenso in den Herzen jener, die „Guha“ sagen. Gewähre deine Gnade!
772 – Die Verlassene
Der große, aufsteigende Mond verströmt eine Masse von Feuer. Der Südwind kommt, überreich an Duft. Der Abend geht in dichte Nacht über. Darum ist die junge Frau, in der die Liebe aufsteigt, verwirrt und allein geblieben.
Du leuchtetest so, dass das schäumende Meer verging. Kämpfender Vel, du triebst den wie Gift glänzenden Speer voran! Den Worten jener, die Bücher in rhythmischen Versen schaffen, bist du süß. Kanda, großer Herr, du wohnst in Shanbai![691]
773 – Sieh meine Beschämung
Wegen der Mondsichel am roten Himmel, wegen des Liebesgottes mit dem Zuckerrohrbogen, wegen des Südwinds und der kunstvollen Vina, deren Feuer nicht nachlässt, wegen der schmähenden Mütter verzehrt sich mein törichtes Herz. Ich singe große Gedichte und preise darin andere: „Du bist ein Berg mit Rüssel und Wangen, ein glücklicher Besitzer von Gold! Im Geben bist du der Wunschbaum, die Sonne der drei Welten, der sichere Schatz der Gelehrten!“ Sieh, wie ich beschämt in den Händen jener stehe, deren Glück nur wertloser Reichtum ist!
Gestalt jener Wirklichkeit, die für den Träger der Wurfscheibe, den Lotusgeborenen und den ewig Herrlichen schwer erreichbar ist! Du unterwiesest im Ursprung des Veda der Wahrheit. Du zerschlugst den Hochmut des Berges und durchbohrtest Sura, der in einen Mangobaum hineingegangen war und sich darin verbarg, bis sein Leib aufbrach. Goldener Kumara, reitender Held! Siegreicher König mit Girlanden aus blauer Wasserlilie und Vetchi an den Schultern! Großer Herr der drei Formen des Tamil, du lebst in Kochchai![692]
774 – Auch Königsglanz wird Asche
„Sonne! Träger des Sharnga-Bogens!“ So wird man gerühmt. In einem Palast mit hohen, weitläufigen Mauern, der bis zur Sonne reicht, sitzt man auf einem Thron mit Ketten und kostbaren Edelsteinen. Musiker kommen zusammen und singen wohlklingende Lieder. Zu beiden Seiten fächeln Frauen mit vielen Reifen an den Händen. Mit Girlanden, Zibet, Adlerholz und Sandel geschmückt, lebt man als König, angenehm und stolz. Doch dieser Leib, dessen Dasein die beiden Arten der Taten verlängern, wird zu einer Handvoll Asche. Soll es dabei bleiben?
Wunderbare Gestalt, du erschienest am Berg als kräftiger, gestreifter Vengai-Baum, bis zum Himmelsdach aufragend, sodass die Waldjäger staunten. Nahe bei dir waren die begehrte Pfauenschöne und ihre Freundinnen; Pfauen und Rehe umringten dich.
Liebreizender Knabe, der vedische Dichtung schenkte, damit das Pandya-Land die gnadenvolle Asche empfange, während zahllose Jainas, im Vers als schwerfällige Unverständige geschmäht, auf den Pfählen hingen! König des Kauniya-Geschlechts in Kazhumalam und Puntaray, großer Herr der Götter![693]
775 – Heerführer der Götter
Der Herr, dessen Brust die Lotusgöttin schmückt, der Viermündige, aus dessen Mündern die Veden hervorgehen, der König der zahlreichen Himmelsbewohner und die Weisen: Sie alle verkünden die Veden. Doch die mächtigen Asuras untersuchten weder diese noch die ausführlichen Lehrbücher. Durch ihren Krieg gerieten die Träger der Veden in Angst, kamen zusammen und verehrten Isha mit Liedgirlanden: „Wende dies ab und schenke Gnade!
Unser Herr, dein Leib ist ganz von heiliger Asche erfüllt. In deinen Flechten sind honigreiche Konrai-Blüten, die wasserreiche Jahnavi, der große Mond, die Schlange, Granatapfelblüten, Bilva, Nerodam, Vilam und andere Gewächse. Was gibt es jetzt noch für einen anderen Weg, um zu entkommen? Sprich!“[694]
Aus seiner ganz erfüllten Gnade brachte er dich hervor, kriegerischer Vel! Auf dem blauen Pfau reitend durchquerst du in einem einzigen Augenblick diese weite Erdenwelt und die sechs weiteren Welten. Du wurdest Heerführer der Götter.
„Du, bei dem Begierde vergeht, Mondgesichtiger, Träger einer duftenden, schönen Kadamba-Girlande!“ So müsste ich dich liebevoll preisen. Doch ich Betrüger irre umher, ohne es zu tun. Beschütze mich! Scharfer, wohlgeformter Speerträger, der schon damals die Asura-Herrscher niederwarf! Mein Herr, du wohnst im wolkenreichen Kazhi.
776 – Im Dienst deiner Füße
Mit aufreizenden Liebesworten reden sie; im Zorn schwingen ihre korallenen Ohrringe. Ihre Seidenkleider verwirren. Schön deuten sie schweigend an, was sie wollen, und bringen ihre Dinge zustande; im Schmollen zeigen sie ihr Verlangen. Sie tragen vielerlei Perlenketten, diese käuflichen Frauen. Zärtlich sprechen sie in kindlicher Sprache, stürzen andere in die Form der Hölle und bedrängen sie; sie beseitigen die Schwangerschaft, die ihnen hinderlich ist. In gesteigerter Verblendung wurde ich von ihnen ergriffen und gebunden. An diesem Verlangen hafte ich, ein Betrüger im bitteren Leid der Geburt. Gewähre mir den Dienst an deinen schönen, wasserliliengleichen Füßen![695]
Speerträger, du ließest Berg und Sura aufschreien, das dunkle Meer brennen und die Richtungen verwüstet werden; die himmelhohen Heere wurden zur Nahrung der Klinge. Muruga, Gauri, der grüne, liebevolle Kuckuck, wohnt am Berg neben dem, den die Sonne umkreist; die goldene Salbe ihrer Brust schmückt deinen Scheitel.
Täglich umfängst du die Schultern der goldenen Frau mit zarten Hautzeichnungen, die dem dunklen Kuckuck und dem schönen Pfau gleicht. Mit dem geliebten Tilaka auf deinem Gesicht besteigst du den Pfau. Großer Herr in Kazhi, du sangst zum Ruhm Shivas von seinem Ohr![696]
777 – Komm und umfange mich
Der Mond verbreitet sich wie übermächtiges Gift, wie hoch aufloderndes Vadava-Feuer, wie die ausgebreiteten Strahlen der Sonne. Die duftenden Lotus-Pfeile, die Ratis Gemahl zornig entsendet, bringen immer größeres Leid. Am letzten Tag, wenn aus der Richtung des mächtigen Kampfes unerträgliche Hitze und glühendes Feuer herankommen und Yama sich nähert, wird mein Zustand von Verwirrung überwältigt. Komm dann rasch, um mich gnädig zu umfangen und meinem Geist Festigkeit zu geben![697]
Die heilige Pfauenschöne, die die Bewohner des großen Berges im Wald dir gaben, und die perlen- und juwelengeschmückte himmlische Devasena: Ihre schönen Brüste gleichen Edelsteinkrügen. Von ihnen ergriffen, in kluger Liebeskunst versunken, bist du der Held auf dem bunt geschmückten Pfau. Jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen, an dessen Schläfen Brunstsaft fließt! Muruga, den die Bergjungfrau mit Mitgefühl hervorbrachte! Neffe Haris mit lotusgleichen Augen, Kumara der Stadt Kazhumalam, wo die Getreuen sich verneigen, großer Herr!
Kariyavanagar
778 – Zeige mir deine Füße
Sie zeigen das Haargehölz, in dem Bienen kreisen; mit den Augen entzünden sie das Feuer der Vereinigung. Sie verbringen die ganze Zeit auf dem Bett, verkehren nach dem Willen junger Männer und verlangen Geld. Sie zeigen die Anmut eines schönen Pfaus, gehen auf die Straße und schlendern umher. Von ihren schweren jungen Brüsten nehmen sie den Stoff fort; Gesicht an Gesicht erzeugen sie Verlangen. Wer keinen großen Reichtum hat, wird weit fortgejagt. Sie mischen sich freundlich unter alle und täuschen sie. Befreie mich von der Liebe zu jenen, die all dies im Sinn haben! Zeige mir deine Füße, damit meine Not vergehe, und schenke mir deine Gnade.
Auf dem sich windenden Schlachtfeld wirbelt das Blut wie ein Fluss. Gespenster tauchen darin unter und schreien; Raubvögel, Krähen und Geier trinken Fett und tanzen. In geordneten Scharen heulen Schakale. Held, du kämpfst mit dem schmetternden Speer, sodass die nächtlichen Dämonen sterben, die ihre Heere zur erschütternden Schlacht gesammelt haben.
Mächtiger, du besteigst den stolzen Pfau. Schöne goldene Girlanden erfüllen deine Schultern mit Licht; sie gleichen einem goldenen Berg. Deine heilige Brust trägt gnädig Perlenketten. Gott von Kariyavanagar, Gnadensohn Parvatis! Mitfühlender, der sich vor den Füßen des guten Kurava-Mädchens verneigt! Großer Herr, höre mein Lied in Tamil und gewähre Gnade![698]
Vaitheeswaran Koil – Pullirukkuvelur
779 – Lass mich nicht in Dunkelheit vergehen
Du Einziger, der als Erkenntnis im Herzen wohnt! Ich vermag dich nicht einmal ein wenig zu verkünden. Soll auch ich, dein Diener, wie ein Holzklotz dastehen und, von der Dunkelheit der Unreinheit verhüllt, zugrunde gehen?
Du bist das Leben derer, deren edle Art im Höchsten ruht. Du gewährst Gnade, damit die, die sich vor deinen Füßen verneigen, wahrhaft leben. Einzigartiger Sohn des rechtschaffenen Gnadenspenders, großer Herr von Vaidyanatha![699]
780 – Wie viele Geburten noch?
Wie viele Millionen und Abermillionen Körper habe ich verlassen, bin gelaufen und habe getanzt! Wie viele Millionen sind vergangen – lässt sich das überhaupt zählen? Immer wieder solche Verblendung und solcher Genuss, immer wieder so werden und so sein: Wozu soll es künftig noch so weitergehen?
Wenn ich daran denke: „Pfui, pfui, pfui, pfui!“ In diesem Netz betrügerischer, täuschender Maya werde ich immer wieder aufgerieben. Gewähre mir die wunderbaren Füße der Erkenntnis, die im Bewusstsein tanzen und von den Meistern der drei Formen des Tamil besungen werden!
Sechsgesichtiger, du machst die Herzen jener, die dich täglich anrufen, zu deinem Haus und führst darin den Tanz auf. Gnadenkind der Dreizackträgerin mit den drei langen blattförmigen Spitzen, die als grüne Gestalt die Hälfte des Teillosen einnimmt! Held auf dem blauen Pfau, dessen kräftige Füße auf die tausend weit aufgerichteten Hauben der gewaltigen Schlange niederfahren! Großer Herr der drei Götter und der Himmelsbewohner, du wohnst in Velur, wo die Fische der Felder zu den frischen jungen Blütenscheiden der Arekapalmen springen![700]
781 – Dein kindliches Spiel
Ihre schönen Füße tanzen, während Padakam und Silambu mit roten Edelsteinen gemeinsam „kō“ erklingen lassen. Sie gleichen gemalten Puppen; über der fadenschmalen Taille liegt Seide. Ihre schweren, schönen Brüste wachsen wie die Spitzen von Tempeltürmen. Süß wie guter Zuckerrohrsaft, Melasse und Zucker ist die Sprache dieser Frauen.
Blumenbüschel schmücken ihr schwarzes Haar; Bienenschwärme spielen darin und singen. Sie gehen durch die schönen Straßen, lassen wie Vögel vielerlei Worte und Melodien hören, schmeicheln überschwänglich und täuschen: „Komm freundlich herein! Gib zuerst Geld und deine Zuneigung!“ Sie stellen eine Leiter hin, lassen einen hinaufsteigen und lassen einen dann im Stich. Sollte ich mich auf solche Handlungen einlassen?[701]
Du tanztest, sodass Shesha erschlaffte, das grausame Asura-Geschlecht starb und die acht Berge und sieben wogenden Meere allesamt austrockneten. Über deine zwölf Schultern und speertragenden Hände streuten die Himmelsbewohner goldene Blumen. Die Weisen sangen dein Lob, die acht Herrscher riefen „Jaya, jaya“, und die Herrin des roten Lotus pries dich, Vel!
Der schönen Valli Nayaki mit sanften Schultern, die im Hirsefeld Wache hielt und dich wonnevoll bezauberte, singst du erfreuliche Lieder und legst ihr täglich Schmuck an. Der Herr, der freudig am Berg der Erkenntnis spielt, trägt Taiyal Nayaki als seine gute Hälfte und schmückt sich mit Rudraksha. Zu seiner Freude kommst du spielend herbei und schenkst ihm einen Kuss, großer Herr![702]
782 – In der Gemeinschaft der Liebenden
Ein aus Verlangen angenommenes Lumpenkleid, ein mit Reis ernährter Bauch: So ist mein Körper. Das Denken wechselt und tanzt; ungerechte Maya ergreift mich und lässt mich ermatten. „Ach!“ – erbarme dich meiner, Mutter, und komm, damit ich nicht noch einmal geboren werde und sterbe.
Verbrenne mit deinem Speer die Scharen der Taten zu Staub. Lass mich mitten unter den Liebenden wohnen, die deine Wohnstatt gegründet haben. Lass mein Denken dem deinen gleich werden und in Freude aufgehen. Gewähre liebevoll die Gnade: „Wir sind Kanda Vel!“[703]
Muruga, du hältst den Shakti-Speer in schöner Hand, mächtig wie der Tod und hell wie die Sonne. Du siegtest, sodass die Asuras, die sich wie der Wind ausgebreitet hatten, starben. Gnadenkind unseres Vaters, des Herrn, der den Stier reitet – jenen, der, von den Pfeilen Kamas bedrängt, unzählige Frauen umarmte![704]
Voller Verlangen umarmst du die Schultern des Kurava-Mädchens mit fischgleichen Augen. Du wohnst in der Liebe der Getreuen, die deine Herrlichkeit besingen. Götter, Frauen, Siddhas und Dienende ziehen nach Velur, das dir gefällt. Großer Herr, du freust dich inmitten der Hahnenfahnen!
783 – Führe mich zum inneren Licht
Entzünde das Feuer am Muladhara und führe es durch die sechs Adharas. Hebe den ursprünglichen Lebenswind dieses inneren Gefüges durch die gute Sushumna empor. Im Raum am Bogen des ursprünglichen Trägers ertönt Nada als Musik. In diesem Höchsten lass den milchhellen Atman nicht abirren; verbinde ihn mit dem Fleischleib, in dem die Begierde spielt, damit Segen erwächst.
Führe mich hinauf in die blühende Stadt der Erkenntnis, von der die mannigfaltigen Veden und großen Shastras sprechen, zum Mantra-Thron, in das Haus, in dem Mutter und Herr wohnen. Zeige mir die drei Lichter, speise mich mit dem honigsüßen Nektar der schönen Mondbahn und nimm mich an, indem du bei mir bleibst![705]
Die Dreizackträgerin Uma, die überströmende Shambhavi, unsere Mutter, behütet Tag und Nacht. Die beiden brennenden Arten der Taten lässt sie vergehen und nimmt uns als ihre Kinder an. Die Reine sitzt vereint mit unserem Vater Shankara, der die Drei einsetzt und in Velur die Taten erlöst. Du bist ihr Gnadenkind!
Vel, du trocknetest die sieben Meere aus, quältest die törichten, betrügerischen Asuras und sandtest sie in das Haus des Todesgottes. Leben auf dem kräftigen Reitpfau! Mantra-Vel, du schlugst auf die vier Köpfe des Veda-Brahma, bis sie wund wurden, und entfaltest dein jubelndes Spiel. Großer Herr, du erbarmtest dich der Tochter Mals![706]
784 – Durch das Meer der Krankheit
Ihr langes Wolkenhaar schwingt, die Ketten tanzen über der schweren Brust, die Ohrringe schwingen und die Augen spielen. Vom schön gezeichneten Leib strömen Düfte; an den Hüften verdichtet sich Wohlgeruch. Das feine Gewand bewegt sich an der Taille; ihr Gang gleicht dem Pfau. „Ōlam, ōlam“ klingen die juwelenbesetzten Fußspangen. Schmuck wirft Licht aus; ihre Stimme gleicht Papagei, Kuckuck und Trommelklang.
So treten sie zusammen und rufen den Vorübergehenden zärtlich und schmelzend zu: „Kommt!“ Als wären sie voller Liebe, führen sie sie ins Haus und umarmen sie. In die festen, großen, bergschweren Brüste tauche ich ein; in einem Meer von Lust fließt Schweiß. Auf dem Bett treiben wir unser Spiel. Soll mein Körper dann in einem Meer von schmerzhaften Koliken und vielen Krankheiten umherirren?
Die Bewohner der Schlangenwelt, der Mondwelt, der Sonnenwelt und Brahmas Welt, die Unsterblichen, die Herren der Ganas, der Herr auf dem Stier, die Vedakenner und die ursprünglichen Weisen, strahlend in der Weisheit der Sarasvati, dazu die Herren Nara und Narayana: Mit dem Klang von Veda, Gesang und den alten Erzählungen verkünden sie: „Dies ist die Fülle, dies ist die Fülle!“ Du entsendest den Speer, sodass der Berg, auf dem die dem Untergang geweihten Asuras wohnen, zu Staub wird.
Die pfauengleiche Kurava-Frau, Freundin der nektargleichen Göttin, die leuchtende Valli Nayaki, umfängst du fest in Freude und Sehnsucht, ohne ihre große Brust loszulassen. Mit zwölf Schultern, sechs Gesichtern, schönem Pfau und Speer offenbarst du göttliche Gestalt. Brahmanen mit acht Eigenschaften verehren dich; die Kaveri umfließt den Ort. Muruga von Velur, großer Herr der Unsterblichen![707]
Tirukkadavur
785 – Wenn der Körper fällt
Nach der Vorschrift auf dem Schicksalsblatt werde ich in dieses große Körperhaus eingeschlossen. Drei Peitschen der Begierde werden angelegt und treiben mich an; ich eile dahin wie ein Schiff auf dem Meer. „Das wird mir nützen!“ denke ich, hänge am Besitz und an Frauen und irre umher. Ich verstehe die unvergleichliche Askese nicht und kenne nicht einmal den Ort, an den sie mich führen könnte. Stattdessen pflege ich den Körper.
Ich lege goldene Halsketten an, bewege mich stolz wie der Liebesgott und gehe so meine Tage dahin. Doch diese gewachsene Höhle der Unreinheit wird einmal wie ein Bündel Reis sein. Geier und Krähen werden jubeln: „Das ist Nahrung für uns!“ Wenn der Leib jäh auf die Erde fällt, erscheine auf dem großen Pfau mit deinen geschmückten Füßen und schenke Gnade![708]
Der Übeltäter schloss sie in ein Haus ein und legte Feuer. Mit vielen Würfelspielen brachte er sie zu Fall und zwang sie, ihr Land zu verlassen. Nach jenem Geschick zogen die Kuru-Herrscher in den Wald und lebten später in veränderter Gestalt. Der Wunderbare wartete auf den Tag, um dies zu beenden, und entfaltete den großen Bharata-Krieg. Du bist der Neffe dieses gewaltigen Helden!
Du zerstörtest die Festung, sodass die Herrschaft der Asuras aufschrie. Du entfachtest das Feuer und verbranntest sie, Krone des höchsten Jenseitigen, Träger des scharfen Speeres, dessen Form dem gebündelten Strahl eines Edelsteins gleicht! Parvati trat den Todesgott, sodass er starb. Allen ist sie eine süße Frau. Du bist der Herr der berggleichen Brüste der rehgleichen Tochter, großer Herr, der in Kadavur wohnt![709]
786 – Im Glanz von Speer und Pfau
Den schlangengleichen Lebenswind, der wie ein Dreizack läuft, unablässig zurückhaltend, möchte ich das reine Licht schauen und Befreiung erlangen. Im Feuer möge die Gestalt der umgebenden Dunkelheit verbrennen und fallen. Ich möchte in die reine Wohnstatt gelangen, in der der leuchtende Edelsteinthron errichtet ist, in die obere Weite des höchsten Jenseitigen mit seinen tausend und viermal zwei gehen und in Arunachala eintauchen. Im Offenbarungsglanz des Speeres und des Pfauenreiters möchte ich verweilen. Schenke Gnade, damit eben dies als Befreiung erstrahlt![710]
Held auf dem Pfau, du schleudertest den Speer, der den Berg durchbohrte, sodass die schreienden Asuras, die Meere und der umschließende Berg in den acht Richtungen vergingen. Du kamst in den Wald des gerühmten Kurava-Rehs, hieltest seine Füße und vereinigtest dich mit ihm durch den Samen der Unterweisung, der im Inneren „Om“ heißt.
Der Tod des Todesgottes ließ Yama samt seinem Büffel vergehen und auf die Erde fallen. Die Shakti an seiner linken Seite gebar dich als Gnadenkind. Großer Herr, du sitzt auf dem Waldpfau im Tempelturm jener Stadt, die seit dem Beginn der Zeiten der Erde als Stütze dient![711]
Tiruppadikkarai
787 – Deinen heiligen Ruhm verkünden
Sie lächeln fein, schwärzen ihre Augen und rufen mich herbei; einige schmeichelnde Worte sprechen sie. Sie bieten den mit Schmuck versehenen Schoß an, lösen die getragene Seide, umarmen und reichen ihre Lippen. Durch Verlangen lassen sie mich schmelzen und rauben ohne Maß den Besitz. Möge mein inneres Denken sich nicht in gesteigerter Verblendung an sie hängen. Werde ich deine heilige Stätte loben und deinen Tiruppugazh verkünden?
Mit der Kraft des stolzen Affenheeres ließ dein erhabener Onkel große Berge herbeitragen und als Brücke quer durch das Meer legen. Er schoss den mächtigen, stolzen Kriegspfeil ab und errang den Sieg, sodass die dort wohnenden Rakshasas zerbarsten. Du Einzigartiger, den dieser heilige Onkel und dein Vater preisen! Großer Herr der drei Formen des Tamil in Tiruppadikkarai![712]
Mayuram – Mayiladuthurai
788 – Du gabst mir das Lied
Ihre Lippen sind, als hätte man reichlich Nektar ausgegossen, süße Mangofrüchte ausgepresst und Milch, Honig und köstlichen Zucker damit vermischt. Sie gleichen Menschen, die dies auf einem schönen goldenen Teller voll Liebe den Hungrigen und Durstigen zum Essen reichen. Um die Sehnsucht ermatteter Liebhaber zu stillen, tragen sie Perlen, deren Mondglanz die Wasserlilien erblassen lässt, über den schweren, herrlich gerundeten, gewaltigen Brüsten. Sie drücken diese weichen Berge fest an einen und werfen sich über den Bauch. In ihrer Verblendung bin ich zugrunde gegangen. Gewähre mir, an deinen tönenden Füßen festzuhalten, dich zu preisen und wahrhaft zu leben!
Ravana mehrte sein Geschlecht und ließ mit grausamem, verworfenem Sinn das ganze Weltall erzittern; er richtete Verwüstung und Not an. Ohne Achtung quälte er Sita, die sich durch makellose Treue auszeichnete. Der Wunderbare vernichtete durch die Affen sein Geschlecht und erstrahlte. Du bist sein Neffe!
Du nahmst unsere Unreinheit fort und sprachst gnädig: „Singe!“ Darauf sang ich dich preisend in Dichtung. Du freutest dich über mein Lied und schenktest die hohe Verwirklichung, Muruga! Südlich der Ponni, in der schöne Muscheln zahlreich gleiten und spielen, wohnst du herrlich. Großer Herr in der unvergleichlichen Stadt des juwelengleichen Pfaus![713]
Pagai
789 – Heute deine Füße erreichen
Lass mich nicht von den kämpfenden Pfeilen des spielenden großen Liebeskönigs gequält werden, am Körper schwitzen und vor Verlangen ermatten. Lass mich nicht dem Befehl der Frauen mit strahlendem Lächeln und roten, fischgleichen Augen folgen und verstört nur über die Schmerzen meines Lebens klagen. Lass mich nicht auf der Erde, die auf Sheshas großer Haube ruht, umherziehen und fragen: „Wer unter den Menschen gibt beständig und freigebig?“
Herr der Götter, werde ich heute deine Füße erreichen, die die vier Veden suchend erforschen und die durch den Wald liefen?
Der Sänger der vier Veden, Mal, der sein Vater ist, und der Herr, dessen eine Hälfte die Frau bildet, legen dir täglich ohne Unterlass frische Blumen auf den Scheitel. Kumaresha, du regierst die große südliche Stadt Pagai, von starken Mauern umgeben. Held des Tamil, dessen Zunge im Streitgespräch den hohen Veda verkündete, sodass die alte Verkrümmung des Königs von Kudal verschwand! Großer Herr, du besteigst den schönen großen Pfau und ziehst umher, während Schultern und Füße von Millionen Danavas niederstürzen![714]
790 – Sprich mir den Weg des Shiva-Yoga
Lass mich nicht von Atemnot, Fieber, Kälte, Windleiden und vielen anderen Krankheiten umringt und völlig geschwächt werden. Lass mich nicht in diese kleine, vergängliche Hütte eintreten, den Verbrennungswald aufsuchen und das Leben verlieren. Lass mich nicht in das Feuer sinken, in dem Gehirn, Knochen, Sehnen und Nerven auseinanderfallen. Sprich zu mir, damit ich Leben erlange in jenem ursprünglichen Zustand des Shiva-Yoga!
In den Teichen drängen sich Valai-Fische; Kayal und Sel wenden sich, zerreißen Netze, stoßen gegen die üppig geschmückten Ketaki-Pflanzen und lassen sie welken. Heftig springen sie zu den duftenden Blütenscheiden der Arekahaine, die den jungen Mond berühren, und stürzen in die Meeresarme des weiten Ozeans. Großer Herr, du wohnst in der reichen Stadt Pagai und liebst den Pfau von üppigem Gefieder![715]
791 – In das Meer schweigender Freude
Die schönen speergleichen Augen der Frauen übertreffen die blaue Wasserlilie und reichen bis an die beiden Ohrringe. Täglich vereinige ich mich in Verblendung mit ihren harten, moschusduftenden, vor Erregung sich aufrichtenden Brustbergen. Im zärtlichen Spiel schmelze und erschlaffe ich; mein Leben kreist in den Wellen dieses Meeres der Erschöpfung. Wird es nicht in das große Meer schweigender, höchster Seligkeit eintauchen?
Einziger Ursprung, du kamst nach dem Gott Ganapati, dessen Handrüssel Speise fasst, dessen mächtige Schläfen Brunstsaft tragen und dessen Gesicht einem Berg gleicht. Träger des leuchtenden, scharfen Speeres! In Pagai stehen hohe Tore mit Korallen, Smaragden, Gold und Diamanten. Ihre Mauern lassen sogar die Pferde des Sonnenwagens straucheln. Dort wohnst du, großer Herr![716]
Tiruvidaikkazhi
792 – Das eine Wort klar erkennen
Feuer, Wasser und Luft kommen zusammen, die drei Gunas werden hineingelegt: Ich pflege diese trügerische, dichte Bluthütte. Ich lerne Künste und Schriften, die Not, Sorge und Verwirrung bringen, und verstehe nicht einmal ein wenig von ihrem Sinn. Ich schmeichle, freue mich, schmelze wie im Feuer, nähere mich und vereinige mich mit rankengleichen Frauen. Soll ich durch ihre Grausamkeit, Härte und die Seitenblicke ihrer wasserliliengleichen Augen aus dem Gleichgewicht geraten und umherirren?
Held mit goldenen Schultern, du umarmst die heilige Kurava-Frau im guten Feld, in das Hirse gesät ist. Du sagst dem Shiva mit korallenroten Flechten das eine Wort, damit es ganz und gar klar werde. Leuchtender Speerträger, du kämpftest zornig, sodass der große Berg mit goldenen Gipfeln durchbohrt wurde. Kumara, großer Herr von Idaikkazhi, wo springende Fische die Wasserfläche der Meeresarme aufreißen![717]
793 – Das Floß deiner beiden Füße
Nicht einmal im Traum fällt mir ein, Bittenden aus großem Mitgefühl etwas zu geben. Stattdessen frage ich stolz: „Welcher Dichter könnte mir in Literatur oder Musik gleichkommen?“ Ich bringe meine Werke hervor, schmücke Kopf und kräftige Hände, trage zwei prächtige Gewänder und setze mein Siegel an. Ein Diener trägt die Beteltasche; ich trete wie ein großer Herr auf.
Ich nähere mich Frauen und nenne ihr affengleiches Gesicht einen kühlen Mond und ihr Haar eine Wolke. In dem unter dem Gewand verborgenen, einem Rehhuf gleichen Schoß versinke ich leidend. Um dieses Meer der Geburt zu überqueren, richte deinen Blick auf mich und gib mir nun das Floß deiner beiden goldenen Füße![718]
Um die Macht der Rakshasas zu brechen, schlugst du auf dem Schlachtfeld alles nieder. Die Not der Welt wich, der große Berg zerbarst, alle Meere trockneten aus, und die Götter kehrten in ihre Stadt der Wunschbäume zurück. Du sperrtest den Lotusgeborenen ein und wohnst in Idaikkazhi.
Mit einem Stößel aus dem Stoßzahn eines Elefanten mit Rüssel und Brunstsaft zerstieß sie ausgewählte Edelsteine und Bambusperlen wie Hirsekörner. In der mit Vengai-Bäumen bestandenen Kurava-Bergsiedlung nahmst du mit Hilfe des Elefanten ihre Hand zur Hochzeit, sodass die bogentragenden Kurava beschämt dastanden. Großer Bräutigam!
794 – Schenke mir die Kraft des Lobes
Den Sinn der verkündeten drei Formen des Tamil, die Frucht wahrer Askese, alle mannigfaltigen Weisen des Lebens, den uralten Zustand der Befreiung, das Leben beim Wunschbaum, das alle liebevoll preisen, und jenes große wunderbare Leben, das mit makelloser Einsicht und erlangter Herrschaft erstrahlt: Dies schenke mir! Gib mir die Kraft, deine vielfachen Herrlichkeiten zu preisen, damit die Herrschaft der Sinne weicht.
Aus den Händen dessen, dessen Hände einst im Kampf abgeschlagen wurden, wurdest du entlassen und wuchsest im verbundenen Saravana-Teich auf. Du mit goldenen Schultern und heiliger Brust, der im einsamen Wald die Kriegerstochter des Hirsefeldes umarmte! Kumaresha, dein strahlender Speer besitzt kundige Macht und spaltet den gipfelreichen Berg. Großer Herr im schönen Tiruvidaikkazhi, wo üppig blühende Haine voller Kura-Bäume stehen![719]
795 – Stelle mich unter deine Getreuen
Erde, Wasser, Feuer, mächtiger Wind und Raum; trügerische Schwangerschaft, Geburt und die aufeinanderfolgenden Zustände; die drei ausgedehnten Gunas und die häufigen Krankheiten; Mark, Samen, Blut, Knochen, Fleisch und Hunger: Diese träge Hütte aus Fett pflege ich. Ich trage den Leib und komme zur niedrigsten Geburt, ohne einen Geist, der Einsicht hätte. Hundsgleich irre ich umher. Gewähre mir das Paar deiner festen, starken, beschuhten Füße und stelle mich deinen Getreuen gleich!
Du mit der schrecklichen Hahnenfahne, dem schönen Bogen und den berggleichen Schultern, über die sich die Ranke des Hirsefeldes schlingt, leuchtender Speerträger! Kumara, zorniger Kumara des Kampfes, wahrer Sohn des schönen Vaters, Dichter, der sich an den drei Formen des Tamil freut! Jüngerer Bruder dessen, der einen breiten, gewaltigen, berggleichen Elefantenschädel trägt, Meister kundiger Wege! Großer Herr von Tiruvidaikkazhi, wo der heilige Baum steht: Du schenkst die Befreiung, in der keine Gestalt mehr entsteht![720]
796 – Lass Nektar im Herzen fließen
Ich nahm diese tadelnswerte Körperhütte an und geriet in die tiefe Grube der Täuschung, die Frauen mit ihren erniedrigenden Handlungen bereiten. Tastend suche ich einen Weg, gut wieder herauszukommen, und erkenne ihn nicht. Ich suche die vielen verwirrenden Künste, die die weltlichen Toren, alte Dinge nachschwatzend, mit rastlosem Verlangen betreiben. Doch keine einzige Frucht verstehe ich. Bevor ich zugrunde gehe, lass mich deine Lotusfüße suchen; mein Inneres möge schmelzen, Nektar darin fließen. Gewähre mir, deinen Tiruppugazh zu singen!
Das gestreifte, brausende Meer klingt „moku-moku“, der große Meru „tiṭu-tiṭu“, die vielen Bhutas auf unterschiedliche Weise „timi-timi“, der kämpfende Sura „neṟu-neṟu“. Die vielen Götter rufen „Jaya, jaya“, während du den glühenden Speer entsendest. Schöner Träger der Kadamba-Girlande, im Saravana geborener Vel, Held auf dem kräftigen, prunkvollen blauen Pfau! Herr von Arunai, Tiruttani, Nagamalai, Palani und Kodai! Großer Herr, du wohnst in Idaikkazhi![721]
797 – Lenke mich zu deinen Füßen
Kommen Menschen mit großem Vermögen, lachen sie überschwänglich und rufen: „Komm!“ Sie fassen ihre Finger, führen sie zum Bett und schmiegen sich mit Schenkel an Schenkel vertraut an. Sie plaudern, und solange das zugemessene Geld zu ihnen kommt, sprechen sie freundlich, werfen sich in Pose und umarmen mit vielerlei Liebesspiel.
„Trink den Nektar der Lippen, rot wie Murukku-Blüten!“ sagen sie. Durch viele Arten des Spiels erzeugen sie solche Verblendung, dass der Mann zwischen ihren Brustbergen einschläft. Ist sein Besitz erschöpft, verdrehen sie das Gesicht, treten ihn und überschütten ihn mit Schimpfworten. Lass das Karma solcher Begegnungen mit diesen im Herzen feindlichen Frauen enden! Lenke mich entschieden hin, die Blüten deiner beiden Füße zu verehren, und schenke Gnade.
Speerträger, auf dem Rücken des Pfaus stürmtest du auf die dicht anrückenden Asuras zu, bedrohtest sie und vernichtetest ihr Geschlecht. Auf der Erde kämpftest du und nahmst ihr Leben als Opfer. Sohn, den Shiva schenkte: Mit dem Nagel riss er Brahmas Kopf ab, lächelte über die drei Städte und gewährt seinen Getreuen schon beim Gedanken an ihn Gnade.
Du vereinigst dich auf einem duftenden Blumenbett mit dem Mädchen, das die stolzen Jäger dir gaben. Muruga, höchster Guru von schöner Gestalt, den Speer in heiliger Hand! Große Asketen, hohe Weise, der Herr der Opfer, der Veda-Brahma und die Unsterblichen preisen dich. Großer Herr, du wandelst im Schatten des heiligen Kura-Baumes!
798 – Sende mir deine Girlande
Damit das duftende Blumenbett nicht glüht, damit meine Mutter, die mich aufzog, und die Verwandten mich nicht schelten, damit die scharfzüngigen Nachbarn mich nicht tadeln: Lass deine Kadamba-Girlande jetzt zu mir kommen!
Bräutigam der Frau mit stolzer, rankengleicher Taille! Kundiger Held auf dem juwelenhaft smaragdgrünen Pfau! Du wohnst im Schatten des heiligen Kura-Baumes. Großer Herr von schöner Gestalt, mit dem Speer in deiner heiligen Hand![722]
799 – Nimm die Sorge der Verblendung
Sie schütteln die Brüste, sind betrügerisch, lauter Unrat, töricht; sie verwirren mit vorgetäuschter Verwandtschaft und stehlen. Sie schmeicheln mit Worten aus dem Lehrbuch des Liebesgottes, treiben Possen, weinen leicht, lassen das Gesicht in passendem Lächeln glänzen und sind voller Fehler. Sie lösen das Gewand um die Taille, nehmen jungen Männern den Besitz und reichen ihnen auf dem Bett bei der Vereinigung aus ihren fruchtgleichen Lippen die Hälfte einer Betelrolle aus Nuss und Blatt. Schenke mir deine Gnade, damit die Sorge vergehe, unter dem Zauber ihrer Augen die Selbstbeherrschung zu verlieren![723]
Held auf dem Pfau, du ließest die Wellen brennen, den nördlichen Berg zu Staub werden und das Geschlecht der Jainas auf die in Reihen aufgestellten Pfähle geraten. Großer, als Hara, Hari, Brahma und die anderen dich verehrten, kam Liebe auf, und du verkündetest jedem die eine Wirklichkeit.
Der Bogen brach mit einem „moḷukku“; in Mithila vereinigte sich Hari mit der heiligen Frau, die König Janaka ihm schenkte. Du bist sein heiliger Neffe! Großer Herr von Tiruvidaikkazhi, wo dichte Jackfruchtbäume, Arekapalmen und honigtriefende Bananen wachsen![724]
Tantondri
800 – Der aus sich selbst Erscheinende
Die leidvollen Taten, die mich umringen, sammeln sich und fassen festen Halt. Diese säulengleiche Hütte wächst aus Flüssigkeit; sie wird in der Welt ermüden, zerfallen und im Feuer zu feiner Asche werden. Ihren fehlerhaften Zustand erkenne ich innerlich nicht gründlich. Stattdessen stürze ich mich hinein, grabe in guten Lehrbüchern und suche großen Besitz, wie Menschen, die mit einer goldenen Pflugschar pflügen.
Lass das Brennen enden, lass den Zustand aufhören, in dem Karma sich mehrt, und lass eine gute Frucht entstehen. Nimm mich an, damit ich deine guten beschuhten Füße verehre![725]
Die guten Asketen, die in gefestigter, geprüfter Reinheit leben, und die anderen, die im Himmel erscheinen, verehren deine Füße. Deine schönen Schultern sind von den rehgleichen Frauen mit goldenen Armreifen umfangen. Du besteigst den Pfau, der den Himmel berührt. Mit dem scharfen Speer kämpftest du, sodass die Asuras an den Bergen, die tief im gewaltigen Meer liegen, fielen und erschöpft litten.
Guter Sohn, den der im Ort wohnende Tantondri-Appar hervorbrachte! Großer Herr, du vermagst aus dir selbst zu erscheinen und dazustehen![726]
Kandankudi
801 – Ein Tag deiner Ankunft
Wird nicht eines Tages all das Leid enden, das die Glieder meines Körpers vielfach zerbrechen lässt? Gib mir die glückbringenden, erhabenen, rotgoldenen beschuhten Füße, damit jede Bindung abfalle. Komm auf dem Pfau! Du stehst da wie ein strahlendes Licht, dessen gewaltiger Glanz das äußere Weltall, die Erde und alle Richtungen erfüllt. Wird dann die Geburt dieses einsamen, niedrigen Menschen nicht enden, dessen Herz Täuschung beherbergt und der immer nur Fehler an sich trägt?
„Tantan tana, tintin timi“ erklingt es mit vielen feinen Klangwechseln; kleine juwelenbesetzte Ketten klingen lieblich und schenken Zuflucht. Du spielst täglich, während der Wolkenfarbene und Shiva, Shambhu, dich verehren. „Kanda! Guha! Mein Guru!“ So betet der Liebende. Du kamst damals liebevoll, damit er durch sein Gedicht Rettung finde.
Im Kandankudi ruhst du, wo Früchte einen Geschmack süß wie Kandiszucker verströmen und in Teichen das Wasser voll Wohlgeschmack aufquillt. Großer Herr![727]
Tilataippati
802 – Nicht länger in Maya umherirren
War es auch nur ein winziger Augenblick? Nicht einmal so lange dauerte bei mir das Geben von Speise, bevor ich selbst aß. Wenn ich davon spreche, ist vielmehr die versäumte Zeit groß. Soll ich nun weiter von Unreinheit und Maya umhergetrieben werden?
Speerträger, du sandtest den Herrn der Veden auf den Weg in das große Gefängnis und befreitest die Götter des hohen Himmels aus ihrer Haft. Großer Herr, du lebst in Tilataippati![728]
803 – Du kennst mein Umherirren
An der höhlenartigen Scham, die der ausgebreiteten Schlangenhaube gleicht, an den Brüsten mit bewegten Perlen und goldenen Schmuckstücken, am lieblos brennenden Herzen, am dunklen Haarknoten wie einer Wolke, am Ort der Vogelstimmen, am vorzüglichen Gang wie eines Schwans und an der schönen, papageiensüßen Rede verliere ich einsam meine Kraft. Mein Geist misst sich nur noch an Verlangen. Ich umarme die vor Erregung sich aufrichtenden Brüste, bis sie weich nachgeben, und treibe auf den Wellen des Genusses. Du weißt, dass ich so umherirre!
„Tanana tanaṉa tanta, tanana tanaṉa tanta, tanana tanaṉa tanta, tanatāṉā; takiṭa takiṭa tanta, timita timita“ – so dröhnt die einzelne Mattalam-Trommel, wenn du kommst.
Rote Reisfelder gedeihen üppig, große Fische und Lotusblüten drängen sich, dichtes gutes Zuckerrohr wächst voller Kraft. Tilataippati gleicht einem hohen Berg mit herrlichen Gipfeln. Großer Herr, dort hast du Wohnung genommen![729]
804 – Deinen eigenen Ruhm verkünden
Aus dem Augenwinkel, der bis in den Makara-Ohrring hineinreicht, leuchtet der bezaubernde Pfeil und trifft sein Ziel. Der nördliche Berg wird in Furcht versetzt, der mit duftender Salbe gefüllte Krug übertroffen: So schwellen die breiten Brüste an. Mein Leib erbebt vor Lust, mein Herz gerät in den Schmelzofen des Meeres der Leidenschaft, und Blütenpfeile bedrängen mich.
Werde ich dem entgehen, die Unruhe des Lobes auf die Welt hinter mir lassen und mit erwachter Einsicht umherziehen, um deinen eigenen, dir gebührenden Ruhm zu verkünden?
Der Elefant mit geflecktem Rüssel stieg in den Lotus-Teich. Ein Krokodil verfolgte und packte ihn. Als er erschüttert, verwirrt und hilflos dastand und beim Gnadenspender Zuflucht suchte, kam dieser im selben Augenblick und schleuderte die Wurfscheibe aus seiner Hand. Der jenem Gnadenspender leiblich verbundenen Shivai, der höchsten Göttin, bist du der geliebte Sohn. Großer Herr, dir gefällt Tilataippati, wo Shiva-Getreue, Befreite, Himmelsbewohner, Asketen und Siddhas einmütig im Herzen sind![730]
Tiruambar
805 – Wann vergeht dieses Leid?
Die Halle des Lichts, der weite Raum des Erkenntnisinneren, in dem Unterweisung sich ausbreitet, und der Ort der goldenen Blume mit geöffneten Blütenblättern: Keinen davon suche ich zu erreichen. Stattdessen rede ich von Spiel und Wette. Die fünf verschiedenen Geschlechter, starke Läufer, die selbst den Himmel verrücken, zeigen List als Zuneigung und springen wie mächtige Sindhu-Pferde dahin. Ich bin im Kreis ihrer Straße gefangen, prunke in vielerlei Schmuck, stehe und tanze und verlange nur immer neue Arten des Genusses.
Wenn das Augenlicht nachlässt und die fünf Sinne zur Ruhe kommen, erscheint das Blatt, das der Vedaherr ausgestellt hat. Das Leben flieht; der Körper gelangt zum schrecklichen Verbrennungsplatz, fällt ins Feuer, verbrennt und zerstreut sich. Wann wird dieses Leid enden?[731]
Der Sonnenkreis kommt heran, der höchste Mondkreis vereinigt sich damit, die Welt des Lotusgeborenen tritt hinzu. Dein Pfau mit dem ausgebreiteten, augengezeichneten Schweif überspringt den Meereskreis und sucht die Kreise der Weltalle auf; er gelangt auch nach unten zu Shesha. Mit dem Speer ziehst du umher. Die Kreise zerfallen zu Staub, der auffliegt und den Himmel erfüllt. Als du sahst, wie eine Sonne nach der anderen zusammengedrängt davonlief, lachtest du, Vel!
Dein Herz verlangt nach dem Waldmädchen, und du spielst in Liebe mit ihm. Indra und die Götter kommen und verehren dich. Mein Herr, du lebst in Ambar im Chola-Land![732]
Tirumahakalam
806 – Lass mich immer deinen Namen rufen
Die Ohrringe tanzen an den Ohren, die schwertgleichen Augen kreisen. Die Brust mit prächtigen Ketten drückt sich an die meine, der Schmuck verschiebt sich. Das schwere Haar, dunkel wie die Regenwolke, wogt mit seinen Blüten über dem Bett. Bein spielt gegen Bein, die Fußringe und Spangen erklingen. Das feine Gewand wird fortgeworfen, die fadenschmale Taille erschlafft. Sie reichen den Saft ihrer Lippen, als wäre es Liebe; aus der Kehle tönt Musik wie der Gesang des Kuckucks. In Erregung bewegen sich Hüften, Brust, Schultern und Hände, bis die Scham ganz verloren ist. In vielerlei neuem Spiel vereinige ich mich mit Frauen und gerate in Verblendung.
Ohne noch zu fragen „Wer bin ich, wer bist du?“, mögen deine herrlichen Füße mein Leben ergreifen. Noch bevor die Sorge mich überwältigt, gewähre mir, stets zu rufen: „Herr! Kumara! Muruga!“[733]
Leuchtender Speerträger, du ließest Sheshas Leib in der Unterwelt, seine tausend gekrönten Hauben, den großen Meru, die sieben Meere mit ihren Wellen, den Berg und die Körper der Asuras zerfallen. Staub stieg in den Himmel, damit die Erde leben konnte.
Der Dunkelblaue ruht mit Shri auf der Schlange über dem Milchozean. Er entsandte den großen Pfeil, sodass die mächtigen Scharen Ravanas flohen; er ist Murari, Freund der Fünf, Hari. Du bist sein Neffe! Die Mutter, Purari, Meer der Freude, höchste Frau, Uma, die Gestalt des Raumes, Abhirami, ist mit Shiva verbunden. Dieser einzige Herr, unser Vater, reitet den Stier und tanzt. Du bist der Guru, der ihm freudig Erkenntnis schenkte.
Herr der Himmelsbewohner, auf dem Pfau, Bräutigam des Kurava-Mädchens, Guha, Kumara! In der großen Stadt Mahakalam sitzt du auf dem großen Pfau; Mal und die Getreuen preisen dich, großer Herr!
Injikudi
807 – Der Tag der Heimkehr
Mit Safran, Kampfer, Zibet, kühlem Duftwasser, Sandel und Moschussalbe schmücken sie die Brust, die Spuren von Nägeln trägt, und umhüllen sie mit einem langen Tuch. Sie kämmen ihr Haar und binden es auf vielerlei erhabene Weise. Ihre Blicke sind stark wie das Halahala-Gift und kämpfen mit den Ohren; zugleich wirken diese grausamen Zauberaugen wie Nektar.
Mit einem Herzen voller Täuschung sprechen sie von Verlangen, verkehren geschickt mit jedem, als wären sie die leibhaftige Gestalt wahrer Liebe, und nehmen Geld und Besitz für den jeweiligen Tag an sich. Wird ein Tag kommen, an dem ich nicht in das Netz dieser falschen Liebe und Verblendung falle, sondern dich besinge und in das Haus der Befreiung eintrete?
Der Sohn Vayus ging mit Wortgewandtheit und Kraft zum Zehnköpfigen, um sich mit ihm auseinanderzusetzen. Mit ihm, Jambavan, Sugriva und den anderen bildeten sich siebzig Vellam eines gewaltigen Affenheeres. Dein Onkel, Herr des Pfeils, ließ einst das wogende Meer mit Bergen überbrücken, setzte hinüber und schoss, sodass die Sippen der betrügerischen nächtlichen Dämonen vernichtet wurden und flohen.
Freund derer, die überall an dich denken! Saravana, mit Sindura und Kampfer geschmückter Sechsgesichtiger, Guha, mein eigener Swaminatha! Vel, der in Vayalur wohnt! In Injikudi mit erfreulichen goldenen Sälen, hohen Häusern, Hallen voller neun Arten von Edelsteinen und weiten Straßen gewährte Parvatisha dein Erscheinen. Großer Herr![734]
Tirunallaru
808 – Sohn der freigebigen Mutter
Ihre beiden großen Brüste gleichen hellen grünen Bergen, ihr Haar trägt die Zeichen vollkommener Schönheit. Die Augen gleichen Fisch, Lotus, scharfem Schwert und Speer; Erkenntnis und Hingabe sind in ihr. Ihr leuchtendes Lächeln gleicht Reihen weißer Perlen, ihre Lippen Korallen, ihre Stirn dem Bogen; Lotus und Champaka-Blüte dienen ihrem Bild. Sie ist Schönheit unmittelbarer Erfahrung.
„Du begehrte Antari, Parvati, Mohini, Papagei, goldene Schönheit! Dein Bauch gleicht einem Banyanblatt, du bist ein grüner junger Papagei, Blitzgestalt mit fadenschmaler Taille, Abhirami. In den Häusern aller Geschlechter und überall in der Welt teilst du mit zwei Nali Reis stets Dharma aus. O Kumara dieser Mutter!“ Werde ich nicht so sprechen und dahinschmelzen?[735]
Muruga, du trägst Gürtel und heiliges Schwert, zwölf herrliche Schultern und den Speer, zwölf Augen und sechs rote lotusgleiche Gesichter. Damit das göttliche Land der Wunschbäume wieder erhöht lebe, riefen Siddhas, Vidyadharas und Himmelsbewohner „Gut so!“, als du den Speer entsandtest und die harte, grausame Sura-Sippe mit der Wurzel ausrottetest.
Neffe dessen, der auf der weißen Haube der Giftschlange ruht, wolkenfarben und mit schönen grünen Schultern, auf Garuda sitzend, in den guten Händen Bogen, Stab, Muschel und Wurfscheibe! Du liebst Valli Nayaki, die im guten Feld lebt, und kamst mit der elefantenverbundenen Braut gern hierher. Großer Herr der Götter, du wohnst in Nallaru!
Vazhuvur
809 – Schenke mir den Schatten deiner Füße
Lass mich nicht tief in das Meer ungestillter Verblendung versinken, zu dem die listigen Frauen mit kuckucksüßer Sprache und nektargleichem Klang werden. Lass Yama nicht auf seinem wolkenfarbenen Büffel herankommen, mit schrecklichen Augen, die Feuer ausgießen, mit geworfener Schlinge und dem Dreizack mit großer Spitze.
Die Tage im Mutterleib, der Leib aus hundertfach wachsender Unreinheit, Begierde, Wunsch, Täuschung und sündiges Übel mögen enden, die Armut vergehen. Damit reife Einsicht, wahre Erkenntnis und die natürliche Liebe zu Shiva in mir entstehen, schenke mir den Schatten deiner beiden Füße mit ihren schönen tönenden Spangen![736]
Du Schöner kommst auf einem jungen großen Pfau, Puruhutas leuchtende Tochter auf der einen Seite, das Reh der bogentragenden Jäger auf der anderen. Duft von Zibet und Rosenwasser breitet sich aus; Brustschmuck, schöne weiche Girlanden und die heilige Schnur schmücken dich, Held mit zwölf Schultern.
Kühle Teiche, Haine und dunkle Felder voller reichen Reises umgeben die duftende Stadt, deren edle Art von großer Askese geprägt ist, diesen reichen alten Ort. Sohn Mahadevas, Puraris, Sadashivas, Kronjuwel der Götter! Großer Herr, der in Vazhuvur strahlt, gewähre mir Leben!
810 – Deine Einweihung werde ich nicht vergessen
Am ersten Tag ließest du mich deine Füße preisen und erfülltest mich liebevoll mit dem Sinn der Unterweisung. Du badetest mich im Meer von Mantra, Askese und Erkenntnis. Durch deine Gnade verbandest du mich mit deinem kundigen Kreis und gabst mir die drei Formen des Tamil, die selbst die Himmelsbewohner nicht kennen.
Du zeigtest den Weg des Veda mit seinen Lotusknospen und den strahlenden Lichtstrahl der Kräfte, die in den Kreisen wandern. Du hobst mich in das Höchste von Nada und reinem, großem Licht. An der duftenden Türschwelle des inneren Wirbels ließest du meinen Blick ruhen; das Geschick wurde überschritten. Du führtest mich in die Stadt der Lotusstätte und hobst mich empor, um in den ursprünglichen, offenen Raum einzutreten. Liebevoll kamst du auf dem Reitpfau mit strahlendem Schweif. Dieses Tun werde ich nicht vergessen![737]
Leuchtender Speerträger, du ließest den Berg fallen, das meeresgleiche Heer vergehen und die Köpfe der Asuras niederbeugen; eine Girlande aus Köpfen wurde in den hohen Himmel gehoben. Lotusgleicher Schöner, du speisest unseren Vater, Sivakamis einzigartigen Liebhaber mit der gestreiften Schlangengirlande, freudig mit dem Sinn der Shiva-Erkenntnis.
Bräutigam der göttlichen Frau, des hellen Papageis, der am Berg die Hirse hütet, mit nektargleichem Leib und Brüsten, mit Kadamba-Blütengirlanden im Haar! Du tanzt, sodass die gestreifte Hahnenfahne hoch aufragt. Großer Herr, du thronst gnädig im guten Vazhuvur mit kühlen Hainen, von den Göttern gepriesen!
Kannapuram
811 – Ein Leben jenseits jeder Bezeichnung
Der auf dem Schwan sitzt und aus dem roten Lotus geboren wurde, hat die Frist berechnet und festgelegt. Dennoch denke ich immer wieder: „Dieser aus Nahrung bestehende Fleischleib wird nicht vergehen.“ Mit solchen und anderen irreführenden Gedanken folge ich eigenen Wegen unter Fremden. Ich lerne vielerlei fehlerhafte Übungen, die unter dem Namen Yoga Verwirrung und Leid bringen und den noch ein wenig wandernden Atem anhalten sollen; dann lasse ich auch diese wieder fallen. So ermüde ich auf Wegen, die keine Freude schenken.
Wirst du nicht den armseligen Hochmut zerstören, der sagt: „Gerade dies ist für mich das Richtige“, alles Leid entfernen und mir ein Leben schenken, von dem man nicht mehr sagen kann: „Es ist dieses oder jenes“?[738]
Ihr Wort ist süß wie Zuckerrohr, ihr Haar geflochten, ihr Gang schwanengleich; sie trägt ein Blättergewand. Ihre hellen, fischgleichen Augen bezwingen selbst den Hai. Um sie heimlich mit dir fortzuführen, kamst du in später Nacht in die steinerne Höhle und wartetest dort schwitzend, unbeweglich wie ein Steinbild. Du bist mein Leben!
Im schönen Kannapuram am unbewegten Gipfel hinter dem goldenen Berg, am krokodilreichen Wasser der Ponni, bist du der Herr des schlangengeschmückten Herrn. Mein Herr der Heiligen auf dem goldenen Berg, in der goldenen Stadt und der goldgekrönten Könige der Himmelswelt![739]
Tiruvanchiyam
812 – Auch Herrschaft vergeht
Sie regieren mit dichten Heeren aus Elefanten, Fußvolk und Wagen, nehmen die Abgaben der Herrscher entgegen, siegen in allen Richtungen und leben als Könige. Stolz ruhen sie auf dem runden Bett mit ausgebreiteten Decken. Sie tragen siegreiche Blumengirlanden, schöne seidene Gewänder, vielerlei duftende Salben und Schmuck aus Gold und Edelsteinen.
Doch wenn das Leben aus dieser kunstvoll geschmückten Gestalt entgleitet, während die Verwandten sie umringen, wird Feuer angelegt und alles zu einer Handvoll Asche. Das erkennen sie nicht. Voller Begierde denken sie nicht daran, deine Füße zu verehren.
Neffe des friedvollen Herrn, der den im Kuru-Geschlecht geborenen Pandavas als Gnadenspender erschien, des weithin bekannten Hohen, Hrishikesha! Er ist der Bruder der grünen Uma, die die Welt gebar; er wohnt auf dem nördlichen Vengadam und trägt den hohen Sharnga-Bogen und die Wurfscheibe in den Händen.
Erhabener Sohn des Vernichters der drei Städte, Schwager von Ratis Geliebtem, Muruga! Kraftvoller Subrahmanya, Shanmukha, Vel! König von Vayalur mit weiten Lotusbecken, die sich in alle Richtungen erstrecken! Großer Herr der Unsterblichen in Tiruvanchiyam, der Befreiung schenkt!
Tiruchengattangudi – Sengadu
813 – Unterweise mich in die Stille
Die hohen Brustberge bewegen sich mit den Ketten auf dem goldgeschmückten Leib; Blumengirlanden im Haar rollen mit dem Schmuck über die Schultern. Die Ohrgehänge strahlen wie Sonnenlicht, die Lippen gleichen Blüten. Über der bogenförmigen Stirn bewegt sich Wolkenhaar, die Augen sind Schwerter und Speere. Wie ein zärtlicher, bezaubernder Papagei sprechen sie lächelnd und rufen den Kommenden zu: „Komm, bleib! Du gehörst zu mir.“ So stiften diese Frauen Sehnsucht und Verblendung.
Sie sind Gefährtinnen von Betrug, Spiel und Mord, Verderberinnen von Familien, mit sich wiegenden schönen Schultern, begierig auf Geld, ohne Stand, als Chandala geschmäht – pfui über sie! Lass mich, deinen Diener, nicht mit ihrem trügerischen Netz umherirren. Lass mich mit dem Klang der Muschel und Nada eins werden; die große Dunkelheit der Maya möge verbrennen und fliehen, das Wurzelfeuer aufflammen. Sprich die Unterweisung in mein aufnahmebereites Ohr und gewähre mir, die beiden Fußblüten zu erreichen![740]
„Schöngestaltiger auf dem Pfau, Namo nama! Kanda, Kumara, Shiva-Lehrer, Namo nama! Sindura-Geschmückter, Sohn Parvatis, Namo nama! Licht, strahlender Speerträger, Namo nama! Guru des skelettgeschmückten Flechtenträgers, Himmlischer, Namo nama!“
So ertönen deine Ehrentitel, Muruga, der den Speer entsandte, damit die starken Asuras, das Meer und der Berg zu Staub würden. Du schlugst den Veda-Brahma nieder und gingst aus Liebe zu einer Frau in den Wald. Deine Hände lassen die honigsüße Brust Valli Nayakis nicht los, du mit der edelsteingeschmückten Brust.
Der Achtarmige aß dort liebevoll das Fleisch des geliebten Kindes. Du wohnst in Sengadu: Auf dem strahlenden Pfau, schön und sechsgesichtig, setze dir meine Liebesgirlande auf das Haupt, großer Herr der Unsterblichen![741]
Tiruvirkudi
814 – Nicht wie ein gefangener Elefant versinken
Die rankengleichen Frauen haben feste Brüste von noch größerer Schönheit als ein Gemälde, wie kostbare Korallen, und eine winzige Taille, fein wie ein kunstvoll gezogener Haarfaden. Ihr ganzes Denken auszumessen wäre selbst mit den feinen Sandkörnern aller Meere nicht möglich. Moschusduft weht aus ihrem verfilzten schwarzen Haar. Ihre fischgleichen Augen übertreffen Schwerter; die gebogene Stirn wird zum Bogen. Sie lassen die Zähne aufblitzen, lächeln und sprechen bezaubernde Worte.
Wie grüne Edelsteinpfauen stehen sie auf der Straße, zugleich voll Elefantenstolz. Soll ich in ihr Netz geraten und leiden, wie ein Elefant, der in eine Grube gefallen ist, bis ich vergehe?
„Tatta nattana tanatta nattanaṉa, titti mitti miti mitti mitti mita, takku ṭukku ṭuṭu ṭukku ṭukku“ – Muscheln und große Trommeln erschallen. Meer, Richtungen und die mächtigen Berge brechen auseinander, Wolken und Schlangenhauben geraten krachend durcheinander, die Körper der bösen Asuras werden vernichtet.
Du gewährtest den siegreichen Strahl deiner Speerklinge und gabst dem Herrscher der Götter seine Herrschaft zurück. Du genossest die Hochzeit mit dem klugen Papageienmädchen, Vel! Du ergriffst Brahma, ließest ihn beschämt werden, schlugst auf seinen Kopf und sperrtest ihn ein. Mein Herr, du wohnst voller Freude im von Befreiten gepriesenen Virkudi![742]
Vijayapuram
815 – Genug der Unruhe
Gedärme, Fett, Knochen, riechendes Fleisch, Blut und Nerven werden von Haut umschlossen, dass es innen „kulu-kulu“ klingt. Unrat und Schmutz drängen durch die neun Tore dieser Hütte. Schneller noch als eine Blase, die auf Wasser entsteht, vergeht dieser täuschende Körper, dieser Haufen.
Trotzdem begehre ich ihn, versuche unaufhörlich allerlei wenig gehaltvolle Arzneien und viele Yogas und bleibe mit verwirrtem Denken in Unruhe. „Genug, genug!“ Werde nun auch ich die Blüten deiner schönen Tandai-geschmückten Füße erreichen und nicht mehr loslassen?
Die nächtlichen Dämonen drängten überall heran, bis kein Raum mehr blieb. Du ließest sie sterben, die sieben großen Berge zertrümmern und das weite Meer austrocknen. Die Gefangenschaft der Götter endete, und sie konnten wieder in ihrer Stadt erstrahlen.
Die gifthaltige Schlange mit dem Häutungskleid und tausend schönen Hauben wurde einst um den Meru gebogen. Purari lächelte in strahlender Hitze, und die drei Städte wurden zu Asche. Aus dem Auge dieses über den Liebesgott Erzürnten kamst du hervor und wuchsest auf der Bhagirathi heran, du kleines Kind. Großer Herr, du wohnst in Vijayapuram![743]
Tiruvarur – Arur
816 – Soll mein Leben vergeblich vergehen?
Ohne mich zu schämen, ohne den Tadel der Welt zu scheuen, lerne ich Schriften, die deine Größe nicht verkünden. Möge mein Herz nicht auf Abwege geraten. Ich besinge den Speer nicht, lege keine liebevoll gebundene Kutalam-Girlande auf deine Schultern, spreche deinen Namen nicht und falle nicht vor deinen herrlichen Füßen nieder, die selbst über die Veden hinausgehen. Soll so das Leben von mir, deinem hundsgleichen Diener, nutzlos vergehen?
Freund! Herr der Himmelsbewohner! Schöner mit der Kadamba-Girlande! Du begegnest dem Reh im Waldhirsefeld und freust dich; du gelangst zum Ort Suras. Herr über das Land der Wunschbäume, das weite dunkle Wolken umgeben! Beschützer der Armen, Herr! Großes Leben im herrlichen Arur! Kind, Vel, Blume, König, Gott, großer Herr der Götter![744]
817 – Ruf an den Reiher
Reiher mit scharfem Schnabel, komm! Wird der, der fortging, nicht zurückkommen und mich umfangen? Mein Leben ist ganz und gar wertlos geworden; selbst meine Mutter hat sich gegen mich gewandt. Die Verwandten tragen nur Gerüchte zu. Der junge kalte Wind fährt wie ein schneidendes Schwert über mich und brennt auf meinem Leib wie Feuer. Soll ich zugrunde gehen wie jene, die die Namen geiziger Menschen besingen und doch keine Rettung finden?
Unbesiegter Vel, du schenktest den Himmelsbewohnern Gnade, damit Sura nicht weiterlebe und ihre erwünschte Wohlfahrt unverändert bleibe. Im herrlichen Arur bist du bei dem Licht und Uma, die seine Hälfte ist, mit ihnen vereint. Gerechtigkeit, Held der Himmelsbewohner! Kind dessen, der die Städte der Feinde verbrannte! Vel, Blume, König, Gott, großer Herr der Götter![745]
818 – Wie ein unbesungenes Kind
„Bist du Milch, Honig oder süßer Sirup? Bist du der Nektar aus dem Milchozean der Götter? Bist du der Ruhm der Menschen, das schöne Leben des Liebesgottes? Bist du die Sonne, eine erlesene Perle?“ So singen Mütter lange „Tālō tālēlō“ beim Wiegen. Doch mir singen sie nicht, geben mir nicht liebevoll Nahrung aus ihrem Leib, verleihen mir keinen Namen und sprechen nicht mit mir. Ist es recht, dass mir nur Tadel zuteilwird?
Einst hörtest du das „Ālōl“ ihres Rufs, gingst in unverminderter Liebe zum Hirsefeld, fielst der Frau zu Füßen und fandest darin dein Leben. Als ihr Diener tratest du zur rechten Zeit ein. Großes Leben im herrlichen Arur, wo Sel- und Aral-Fische in Fülle zusammen sind! Kind, Vel, Blume, König, Gott, großer Herr der Götter![746]
819 – Schenke mir die Füße der Erkenntnis
Du selbst, wie lange es auch sei, werde mir über die lange Zeit zur Gnade. Als große, freigebige Gabe schenke mir die Füße der hohen Erkenntnis!
Vel, Schwager des Veda-Brahma, Held von guter, edler Art! Licht in den inneren Trägern, großer Herr von Arur![747]
820 – Gedenke der Lotusfüße
Ihre großen Augen, lang wie Pfeile, lassen die Makara-Ohrringe zurücktreten und stehen beiderseits der zwei knospenartigen Wölbungen. Mit diesem Netz kommen die Frauen, um die ganze Lebenszeit der Menschen auf Erden zu fangen. Durch ihre gesprochenen Worte gerät mein Geist auf die krugförmigen, mit Moschus und Sandelpaste geschmückten Brüste und versinkt darin. Wird er nicht deiner Lotusfüße mit ihren klingenden Spangen gedenken?
Neffe Narayanas! Als die klauenbewehrten dämonischen Scharen starben, mannigfaltige Berge zu Staub wurden und der Herr der Flüsse aufschrie, wählte er den einen Pfeil. Großer Herr in Arur: Im weiten, goldenen Shiva-Ort, überall in den Reihen der Gärten, erklingen die Schwärme der Bienen immer wieder in geordneter Folge![748]
821 – Ein Tag an deinen Füßen
Ich denke im Herzen: Ihre Hände sind Lotusblüten, das Gesicht ein Mond, das Haar eine Wolke, die Worte Früchte, die Brüste und das Lächeln strahlender Glanz. Die streitenden Augen sind ein Meer, sind Gift. Ihr Gang gleicht dem Schwan, die Taille einer Ranke, die Gestalt dem Pfau. In den Brustbergen, weich von duftendem Adlerholz, Moschus und Salbe und vor Erregung sich aufrichtend, irre ich verblendet umher.
Wann kommt jener eine Tag, an dem Tag und Nacht, Streit, Unreinheit und die gewohnte Verblendung schwinden, Tränen aus meinen Augen fließen und das Herz schmilzt? Ich möchte den einen kühlen Zustand erreichen und die Süße der Worte erfahren: „Der junge Herr tauchte in die beiden Brustberge des Kurava-Mädchens ein, dessen Schönheit selbst auf einem Madal-Bild kaum darzustellen ist.“ Wann werde ich seine beiden Füße erreichen?
Die Kuh verlangte nach Gerechtigkeit für ihr Kalb. Sie bewegte die Glocke von Manus Rechtsordnung. Der laute Klang ihres schweren Leids drang an sein Ohr, und er fragte: „Erkundigt euch! Welch großes Unrecht!“ Als er kam und erkannte: „Dies ist eine unerträgliche, große Verfehlung“, schmolz sein Herz. „Hara Hara, Shiva Shiva!“ Die Kuh irrte verzweifelt umher, Tränen strömten aus ihren Augen. Unparteiisch nahm er ihr Leid auf sich und befahl, den Wagen über sein schuldiges Kind zu fahren, sodass dessen Körper in zwei Teile zertrümmert auf der Erde lag.
Im gnadenreichen Arur wohnst du, Sechsgesichtiger, Sohn Shivas, jüngerer Bruder Ganapatis, Kumara, Herr der Könige, Saravana! Mit dem Speer zogst du aus, während das Meer laut klagte. Großer Herr![749]
822 – Bin ich es, bist du es?
„Ist ihre Sprache Milch, Honig, das Fruchtfleisch der Jackfrucht, der Nektar der Götter, Sirup aus Zuckerrohrsaft? Ist sie die Milch der Erkenntnis, die dem Sohn gnädig gereicht wurde, während sein Leib vor Liebe schmolz? Oder noch etwas anderes? Sind ihre Augen tödliche Speere oder Pfeile? Ist ihr Gesicht die Sonne oder der am Himmel wandelnde Mond?“ So freue ich mich an Frauen.
Lass mich stattdessen schmelzend rufen: „Du Gestalt vielfältiger Formen, Licht der sechs lotusgleichen Gesichter! Was bist du? Licht, das in meinem fehlerhaften Inneren wächst! Bin ich es, bist du es? Jener kristallklar leuchtende Ort ist Licht. Ist er ein Land oder das Haus der Befreiung? Du bist das wahrhafte Wort der Mitte, du mit Schultern wie die tragende mittlere Säule, Herr der erhabenen Versammlung der Götter, Geber!“ Gewähre mir diese Gnade![750]
Als du aus Liebe erschienest, ließen die Götter Blumen regnen und die Weisen priesen dich: „Erschienener! Held! Wunderbare Gestalt!“ Die Asuras aber riefen nicht „Hara Hara, Shiva Shiva“, sondern stritten. Ihre Städte, sie selbst und das wogende Meer schrien „Kō kō, kō kō“, die Berge platzten, und mit Schwert und Speer bereitetest du ihnen den Untergang, Muruga.
Die Dreizackträgerin, Mals Lotusgemahlin und die Göttin der Künste preisen ihre Herrlichkeit. Ihre Ohrringe tragen den Glanz von Sonne und Mond, ihre beiden Brüste gleichen Bergen: Du bist das Gnadenkind dieser Jungfrau. Die Reinen und die Suchenden versammeln sich mit der Einsicht: „Dies ist das glückselige Leben im Shiva-Zustand; hier wollen wir wohnen.“ Großer Herr der Unsterblichen im herrlichen Arur!
Periyamadam
823 – Gewähre mir Diksha
Ich geriet in die Hände schöner Frauen mit streitenden Augen, lernte Lüge, Diebstahl und viele Bücher der Liebeskunst. Voll Begierde und Verlangen drückte ich die Brust an ihre schweren Brüste. Die Betten sind mit roten Wasserlilien bereitet, mit duftender Javvadu-Salbe und Zibet besprengt. Könige und das ganze Land wissen davon. Doch mit meinem kleinen Verstand durchschaue ich nicht, was dort betrieben wird, und bedenke den Wert meines Lebens nicht.
Ich komme zu ihren Häusern und warte vor Fenstern und Türen. Als seien mir volle Pracht, königliches Leben und sichere Wahrheit zuteilgeworden, eile ich schmelzend hinein. Schon nach kurzer Zeit stockt meine Rede; ich umarme und entfalte Liebesspiel. So vergeude ich den vergänglichen Leib und die kostbaren Tage. Mir, dem die rechte Einsicht fehlt, gewähre Diksha, damit ich auf dem rechten Weg feststehe!
Gepriesen seist du, Meister unbegrenzten Tamil! Gepriesen seist du, der den Tempelturm von Arunai liebt! Gepriesen seist du, der gern den starken Pfau lenkt! Gepriesen seist du, wunderwirkender Vater, Arumukha Swami! Gepriesen seist du, Tänzer, der durch alle Welten eilt! Gepriesen seist du, Vater, der mich „Arunagirinatha“ nannte! Gepriesen seist du, dessen Hand den Speer warf, um die Macht der Asura-Herrscher zu brechen! Gepriesen seist du, kundiger Guru des Herrn mit dem Schädel in der Hand! Gepriesen seist du, dessen Schultern die große Kurava-Frau umfangen!
Du bist das große Leben, Dakshinamurti des heiligen Gelübdes, das Brahma nicht kennt, der Löwe gegen die fremden Glaubenswege. Im großen Matha, das durch Askese erlangt wurde, wohnst du als Seligkeit, großer Herr der Würdigen![751]
Somanatha-Matha
824 – Das Schwert der schweigenden Unterweisung
Ich folge keinem einzigen beständigen Weg und lasse die beiden Arten der Taten nicht los. Täglich irre ich in den Erfahrungen von Verlangen und Verblendung umher. Leib und Leben sind darin aufgegangen, und mein Herz verweilt keinen Augenblick in der Erkenntnis deiner. Damit dieses Herz weich werde, schenke mir, deinem Diener, das Schwert der Unterweisung in schweigender Rede.
Es heißt die feste Erkenntnis des höchsten Shiva-Yoga, in der Tag und Nacht vergangen sind. Es trifft die wütenden Scharen Yamas, die ihre schweren Schlingen werfen. Gewähre es mir, damit meine Feindschaft ende!
Der Weise bewahrt ohne Versäumnis die Ordnung der Verehrung Arunagirinathas, des Herrn, dessen eine Hälfte die Frau ist. Er gilt als Tod für das Jaina-Geschlecht, als seltener König der Askese, als König der Könige: Somanatha, von der Erde gepriesen. In seinem Matha wohnst du, Muruga.[752]
Du erzürntest dich, sodass das Heer der kämpfenden Asuras zerbrach, der nördliche Meru fiel und das lärmende Meer verbrannte. Doch selbst wenn die Getreuen, die dich anrufen, Millionen Fehler im Sinn tragen, kennst du keine andere Regung des Zorns gegen sie. Großer Herr der Götter!
Triyambakapuram
825 – Befreie mich aus fremdem Anspruch
„Dieser steht sprachlos da; an seinen Besitz ist leicht zu gelangen.“ So erkennen sie es, suchen die Freundschaft eines Vermögenden und trachten danach, seinen aufgehäuften Reichtum an sich zu bringen. Freudig beanspruchen sie ihn als ihr Eigentum. Die käufliche Frau beherrscht alle Zauberkünste und Listen; sie zeigt große Vertrautheit, sodass ihre beiden Brüste vor Erregung sich aufrichten.
In leidenschaftlicher Zuneigung tauche ich in den überreichen Duft ein. Als wäre echte Dankbarkeit da, werden auf dem Blumenbett viele Arten des Spiels vollzogen, wenn die Zeit des Liebeskampfes kommt. Doch diese Menschen mit vielen wechselnden Absichten rauben den erworbenen Besitz und halten auch fremdes Gut für das eigene. Schenke mir Gnade, damit die niedrige Gewohnheit endet, unter ihrem Zorn zu stehen![753]
Als die mächtigen, zornigen Asuras, nur an Kampf denkend, wie zum Ende einer Weltzeit aufstanden, bestiegst du den Pfau, damit die ganze Welt frei von Furcht werde.
„Tiku tikun tikun, tiku tiku tiku tiku, tena tenan tenan, tena tena tena tena, timi timin timin, timi timi timi“ – so kamen die Bhutas. Du kämpftest, sodass sie das Blut, das wie ein über die Ufer getretenes Meer war, schöpfen und trinken konnten. Muruga, du umarmtest das Kurava-Mädchen in inniger Liebe.
„Kanda, den Gauri gebar! Sechsgesichtiger!“ So stehen die Götter da, verneigen sich vor deinen beiden beschuhten Füßen und verehren dich. Großer Herr im ehrwürdigen Triyambakapuram!
Sikkal
826 – Deine Gnade ist mein Halt
Die Worte der käuflichen Frauen gleichen Zuckerrohr; ihr Spiel erweicht selbst ein hartes Herz. Sie rollen die Augen und werfen erschreckende Blicke, dann strecken sie freundlich die Hände aus: „Lege alles her, was du besitzt!“ Diese Leichtfertigen fassen meine Hände und ziehen mich an die Brust. Blumen stecken in ihrem geflochtenen Haar. „Löse du meinen Knoten!“ sagen sie in ihrer kleinen Gesinnung. Lass mich nicht im Verlangen nach ihnen umherirren.
„Du von überströmendem Mitgefühl!“ So preisen dich die Befreiten in den drei Formen des Tamil. Du freust dich und erklärst dem flechtengeschmückten Herrn die Wahrheit. Gebieter, gewähre mir Gnade!
Dein Onkel Madhava ließ die großen gekrönten Köpfe der Rakshasas auf die Erde fallen, deren Hände dicht mit feurigen Waffen ausgerüstet waren. Sura stürmte voran, als ließe eine Schlange mit aufgerichteter Haube ihr langwirkendes Gift frei. Mit dem scharfen, blitzgeschaffenen Speer packtest und trenntest du seine Köpfe ab und zerrissest seine rohe, ringkampfstarke Brust. Du mit juwelengeschmückter Brust, der das Reh am schönen goldenen Bergfeld umarmt! Reichtum, der in den Herzen rechtschaffener Menschen und großer Asketen aufblüht! Großer Herr in Sikkal!
827 – Gib mir ein unvermindertes Leben
„Du bist der Wunschbaum, der die Dichter beschützt, ein Berg von süßer Güte! Deine Schultern umarmen die Brüste der Frauen; dein Ruhm ist durch alle acht Richtungen gezogen. Wer in der Welt gleicht dir an unvergleichlicher Freundschaft, edler Art und Wahrhaftigkeit?“ So häufe ich gute Bilder an und singe wohlgeformte, süße Gedichte.
„Wer ist für unschätzbare Tamil-Worte so freigebig wie du?“ Überschwänglich lobe ich jene Geizigen, die vom Rausch ihres Lebens besessen sind, und klage ihnen mein Elend. Lass diese Armut enden. In großer Bedürftigkeit halte ich, ein Tor, an deinen Lotusfüßen fest und sage: „Zuflucht!“ Richte deinen Gnadenblick auf mich und schenke mir ein Leben, das nicht abnimmt!
Muruga, du trägst leuchtende rote Vetchi-Girlanden auf Brust und Schultern. Du bist der Sohn der Himalaya-Tochter mit bogenförmiger Stirn, geschminkten Augen und leuchtendem Sindura-Zeichen. Edler Herr der jungen Kurava-Frau und der Einzigen, die der Bezwinger Pakas dir gab! Neffe des Wunderbaren mit dem Leib von schöner Wolkenfarbe!
Die Düfte der sich öffnenden Blüten wehen in jeder Richtung achtunddreißig Kadam weit; große Bienen durchziehen singend die schönen Haine. Singara Velava im herrlichen Sikkal! Du zerschnittest die Asuras, die im Kampf gewaltig und stolz anrückten, und vollzogst ihre Vernichtung, großer Herr![754]
Nagapattinam – Nagai
828 – Nicht länger falschen Ruhm singen
Das Meer erhebt sich laut schreiend und umgibt diese Welt. „Wer gleicht hier den Wolken und Wunschbäumen?“ frage ich und rühme Unverständige als Berühmte, Toren als Könner, Unzulängliche als Herren. Ohne Einsicht trage ich schöne Dichtungen der drei Formen des Tamil vor solchen Verblendeten vor, spreche unzählige Wünsche aus und irre, einem Hund gleich, in unnützem Streit umher.
Nimm meinen Zorn fort und ebenso jene Verblendung. Wann schenkst du mir Befreiung, damit ich mich vor dir verneige und mit dir vereint werde?
Die jugendliche Durga, Shakti, Ambika, die Frau an der Seite des Weltenherrn, des göttlichen Toren, gebar dich und freute sich an dir, kleinem Sohn. Gewaltiger Held auf dem Pfau mit siegreichen Ringerschultern! Du schleudertest den langen Speer, sodass das Meer aufbrach und Krauncha fiel. Neffe, der Narayana Gnade zuströmen ließ: Er verschlang den ganzen Weltenkreis und schlief auf dem Schlangenbett. Du vernichtetest Surapadma, der in allen vier Richtungen gesiegt hatte. Großer Herr, du wohnst in Nagapattinam!
829 – Dennoch vergesse ich deine Füße nicht
Auf der kräftigen Brust liegen die Brüste wie Lotusknospen und Berge; Perlenketten, zarte Hautzeichnungen, Schmuck, Girlanden aus hellen Korallen und duftende Salben glänzen, während Blumenketten schwingen. Schwert- und pfeilgleiche Augen reichen bis an die Ohrringe; schweres Haar und hängende Blumen schmücken die Frauen. Ihre Gesichter, sagt man, besiegen den Mond; ihre Lippen sind Lotus, die Hälse Muscheln.
Verlockender gelber Duftschmuck liegt auf den Schultern. Ihre Nägel gleichen Papageienschnäbeln; Seide umhüllt die erschlaffende Taille. Der Schoß heißt ein Gefäß des süßen Genusses, die Schenkel gleichen jungen Bananenstämmen. Diese Rambha-gleichen Frauen tragen an den Füßen Sathangai, Fußringe, edle Silambu und Juwelen und tanzen. Auch wenn ich von Durst nach Vereinigung mit ihnen umhergetrieben werde, werde ich deine mit Spangen versehenen Füße nicht vergessen!
Die heldischen Fußringe dröhnen, gezeichnete Muscheln, Murasu und goldene Trommeln schallen. Brahma, die Götter und die vedakundigen Vidyadharas erheben ihre Stimmen. Der Stolz Suras, der heranrückt, um verbrannt zu werden und zu vergehen, wird gebrochen. Die Wolken brüllen, die berggleichen Hauben der Giftschlange mit der Kraft von tausend Elefanten geraten in Glut. Viele Köpfe schleuderst du fort und tanzt, Vel!
Der die Narasimha-Gestalt annahm und so tanzte, dass der mächtige Hiranya bebte, der den Bogen in den Händen hielt, damit das Geschlecht des starken Ravana von Lanka vergehe: Er gab die Frau ursprünglicher Erkenntnis, Nektargestalt, meine einzige Mutter, die göttliche Kurava-Frau. Deine Schultern umfangen sie in der Ehe. Mein von Shiva gepriesener Herr, du wohnst und erstrahlst im schönen Nagai![755]
830 – Gib, was du geben willst
Ich erkenne nicht, dass dieser Körper aus vergossenem Samen hervorging. Stattdessen wünsche ich nur immer neues Karma anzuhäufen. Nutzlos gewinnt die weltbezogene Lehre in mir die Oberhand; durch Verblendung für Frauen weine ich, vergehe und werde gering. Lass nicht alle Tage so dahingehen. Gewähre mir die eine unvergängliche Gabe: dich zu besingen und deine Blütenfüße als meine wahre Verbundenheit zu erfahren.
Gott, du schenkst das makellose Höchste, sodass das Karma derer, die dich verehren, mit der Wurzel ausgerissen wird. König der Götter, Wohnstatt des Mitgefühls, Tugendvoller, großes Leben deiner Dienenden! Du bist das höchste Ende des ungeschriebenen Veda, Herr mit dem scharfen Speer, der mich angenommen hat. Herr, gib, was du geben willst! Großer Herr, du lebst in Nagai, das nur sich selbst zum Vergleich hat![756]
Ettikudi – Kanjirankudi
831 – Nicht die Askese aufgeben
Rund wie zwei Kästchen stehen sie auf der Brust, weich und vor Erregung sich aufrichtend. Sie lasten auf der vom Gewand umhüllten Taille und ragen in maßlosem Stolz hervor: die beiden jungen, schönen Brüste, reich mit duftenden Salben bestrichen. Soll ich immer wieder zu ihnen gehen, sie immer wieder umarmen, die Askese völlig aufgeben und so umherirren?
Vel, kostbarer heiliger Schwager jenes Gottes, des aus dem Geist geborenen Sohnes Haris! Du bindest die gute Fahne mit dem starken Hahn auf und kämpfst gegen das Unheil bringende Heer der Asuras. Denen, die dich lieben, wendest du Gnade zu, du kundiger Gnadenspender, der die drei Formen des Tamil verkündet. Kumara, großer Herr in Ettikudi, das von leuchtenden Perlen in den Feldern geschmückt ist![757]
832 – Unterweise mich in Om
Die fünf Sinne wachsen mächtig und laufen davon; ich denke daran, ihnen zu folgen, und ermüde im Genuss. Verkünde mir das ursprüngliche Pranava Om und nimm mich an!
Kumaresha, die jungen Helden des Sura-Geschlechts spannten ihre Bogen und stürmten mit grausamen Pfeilen voran. Du brachtest die aufgestellten Scharen durch deine Pfeile zu Fall. Deine heilige Brust ist mit der duftenden Devasena von bambusgleichen Schultern und der innig liebenden grünen Kurava-Frau vermählt. Du bist das Leben der Liebenden, deren Herzen frei von brennender Erregung und Fesseln sind. Unser sechsgesichtiger großer Herr in Kanjirankudi![758]
833 – Komm zu dem Erschöpften
Die Augen der rehgleichen Frauen gleichen Meer und Gift, Pfeil und Reh, Fisch und Blüte. Ihre Brüste gleichen schweren Kästchen, Lotusknospen und Bergen und tragen strahlende Perlen. Ohne von ihnen zu weichen, lasse ich sie mich bedrängen. Mein Herz liebt die heftige Vereinigung; mein Wohlstand schwindet, Armut trifft mich, ich breche zusammen, das Denken versinkt. Zu mir, dem erschöpften Einsamen, komm und gewähre in großer Freundschaft deine beiden Lotusfüße!
Dein Onkel, der Träger der Wurfscheibe, entsandte den unaufhaltsamen Pfeil, sodass der böse Zehnköpfige mit seinen diamantbesetzten Edelsteinkronen das Leben verlor. So gewann die lotusgleiche Pfauenschöne ihre Freiheit aus dem Gefängnis und kehrte heim. Du bist der Sohn, der Shiva so lieb ist wie sein Auge, Shiva, der im festen goldenen Saal liebevoll tanzte. Großer Herr im glänzenden Ettikudi, dessen Felder voller Perlen sind, die reiche Muscheln ausspeien!
834 – Komm auf dem springenden Pfau
„Gleicht ihr dunkles Haar einer blauen Wasserlilie oder der Finsternis? Gleichen ihre beiden Augen Fischen oder Speeren? Ist ihre Sprache klare Milch, Sirup oder geläuterter Honig? Ist ihr Gesicht wahrhaft der Mond? Sind ihre schamlos aufgerichteten Brüste junge Kokosnüsse oder Meru-Berge? Ist ihre Taille einem Faden vergleichbar oder noch feiner?“ So wächst meine Verblendung über den schönen Gliedern der Frauen. Ohne Scham strebe ich nach Vereinigung und irre hundsgleich umher, dass man „Pfui, pfui!“ sagt. Lass mich nicht unaufhörlich weiterirren.
Präge dein eigenes Zeichen in mich, blicke gnädig auf mich und gib deine Gnade. In dieser Stunde werde ich nicht von dir weichen, Herr. Komm selbst auf dem springenden Pfauenreitier!
Kind, das der Dreiäugige preist, Edler! Vel, Schwager des Geistgeborenen! Neffe des Wunderbaren, dessen Schultern von duftendem Tulasi erfüllt sind! Kenner der drei Formen des Tamil, wunderbarer Künstler, Gesang! Unvergleichliche Gestalt, Licht! Muruga, du gewährst Befreiung und hegst große Liebe für deine Getreuen.
Herr des zuckerrohrreichen Viralur, von Selur, des heiligen Palani, von Arur, dem großen Idaikkazhi, Velur und Tarur, Bewohner Vayalurs! Du bist in jeder Shruti, du bist die Mutter. Reiner Held siegreicher Kraft, Standhafter! Vel von Ettikudi, großer Herr der Erhabenen![759]
Enkan
835 – Sprich: Verehrt die roten Füße
Deine kräftigen Schultern sind dicht mit Sandel bestrichen, Safran leuchtet darauf, Kadamba und Champaka drängen sich in strahlenden Girlanden. Du besteigst den Pfau; Tandai und schöne Silambu erklingen, die hellen Fußringe tönen „calan-calan“, die vielen kleinen Glöckchen klingen lieblich.
„Tinti minti minti minti, tanta nanta nanta“ – so bewegst du dich heran, kommst eilends mit Mitgefühl. Tritt in mein Herz und sprich: „Preist beständig, erkennt und verehrt die roten Füße!“
Lanka verbrannte und verging durch jenen Affen. Der gewaltige Rakshasa wurde am Leib zerschlagen und zu Staub, auch Kumbha geriet in Verwirrung. Dein wolkengleicher Onkel stand in heftigem Zorn da und siegte mit dem Pfeil. Kumaresha, du kamst aus der Liebe des Höchsten, der Mond, Karantai, Tumpai, Konrai und Wasser in den Flechten trägt. Nachdem du Indra seine Stellung wiedergabst und die Furcht der Götter abgeschnitten hattest, nahmst du in Enkan Wohnung, großer Herr![760]
Tirukkudavayil – Kudasai
836 – Die Gewohnheit der Maya verwandeln
Die käuflichen Frauen mit schwarz geschminkten, scharfen, speergleichen Augen sind roh und suchen die Nähe fremder Männer. Diese Betrügerinnen schlafen auf dem Bett; ich Einsamer verrichte ihre Dienste und irre verblendet umher. Lass das enden, lass die Art von Unreinheit und Maya sich wandeln. Gewähre mir deine wunderbaren, honigreich umkränzten Füße, damit ich die große Gnade erlange, von der die Veden sprechen!
Du unterweisest den Herrn von Kailasa in der einen Wirklichkeit. Mächtiger, du schleudertest den strahlenden Speer, sodass der alte Sura, der ins Meer geflohen war, zerbarst. Du wohnst in Kudavayil, umgeben von Hainen, in denen Kuckucke rufen. Kundiger Meister, der die Kurava-Frau umarmt! Großer Herr der wahrhaft vollendeten Asketen![761]
837 – Du wurdest mein Guru
Du bist Shruti, Dichtung und die ausgebreiteten Sammlungen der Dichtung; du bist die Vielheit und die Verbindung vieler Sprachen. Du bist der Grund, die Mitte, die große Hilfe und das darüber Hinausgehende. Du bist Entsagung, Dharma, Weg, weite Entfaltung und Frucht. Du bist das Glück der begnadeten Wissenden, Wolke und Regen, die aufsteigende, Strahlen ausgießende Sonne, der Mond, die Fülle vieler Sterne, Raum und Licht. Du bist der Zustand ohne aufkommenden Tag und ohne Nacht, das allerhöchste Höchste.
Niemand vermag die wahre Beschaffenheit dieser höchsten Maya zu erkennen. Du wurdest der Guru und ließest mich dies verkünden. Ist dies die Frucht dessen, was schon am ersten Tag geschah?[762]
Deine zwölf Schultern, Pfau und Speer, an die man denkt, waren in jener Erscheinung nicht zu erkennen. Du kamst als einzigartiger Herr, als Brahmane aus dem Kauniya-Geschlecht, als Kind, das die Milch aus Umas schweren, mit Salbe bestrichenen Brüsten trank. Als überragender Dichter entfaltest du dein Spiel in unübertrefflichen Liedern.
Die Gegner im Streitgespräch stiegen auf die Pfähle, Blut strömte wie ein Fluss; die Straßen wurden ganz mit Blumen gefüllt, und du ließest heilige Asche auftragen. Die Verkrümmung des grausamen Maran richtete sich auf, seine feindliche Haltung zerbrach. „Zieht in die himmlische Wohnstatt ein!“ So verwandeltest du die Ordnung der großen Stadt Madurai in die einer vedischen Stadt. Großer Herr, du hast Wohnung genommen, damit die große Stadt Kudasai gedeihe![763]
Valivalam
838 – Stelle mich unter deine Dienenden
Obwohl der junge Mann, der seit dem ersten Tag mit ihnen verbunden ist, noch da ist, wenden sich die käuflichen Frauen einem anderen zu, sobald ihr Interesse an ihm ermattet. Dass ich schon von Anfang an ihren Schlägen verfalle, ist dies die tückische Schicksalstat, die der duftende Lotus-Brahma bestimmte? Mein Herz findet nicht dazu, dies aufzugeben, Asche zu tragen und „Hara Hara“ zu rufen.
Das große Haus, die Gefährtinnen, Verwandten und Besitz, dieses reiche Leben halte ich für bleibend und freue mich darüber. Ich bin ein unverständiger Armer. Lass diese Nichtigkeit enden, stelle mich zu deinen Getreuen und lass mich mit großen Blumen verehren. Auf dem Pfau erscheine und gewähre mir, vor deinen beiden mit roten Edelsteinen geschmückten Füßen niederzufallen, damit ich das höchste Ziel erlange.
Ravana schleuderte den erhobenen Speer, dessen Fehlgehen als unmöglich galt. Dein Onkel verstand es, ihm entgegenzutreten und den einen Pfeil abzusenden, der seine juwelengeschmückten Köpfe abtrennte. Sohn, den der Herr mit den Flechten gnädig hervorbrachte! Er trägt Erukku-Girlanden, duftende Kuvalai-Blüten, Konrai-Kränze, die Bhagirathi, die junge Mondsichel und Knochengirlanden.
Mit deiner Hand entsandtest du den geschärften Speer, um den Dämon zu bezwingen, der als mächtiger Mangobaum dastand. Die sieben Meere und sieben Berge wirbelten zu Staub. Vel mit moschusduftenden Schultern und Kadamba-Girlande, du tauchst in die Brüste des im Wald lebenden Kurava-Mädchens ein. Von den Göttern geschätzter Held, großer Herr von Valivalam![764]
Vedaranyam – der Veda-Wald
839 – Gib mir das Denken an deine Füße
Das umschließende Netz des Karma, Leid, langdauernde Krankheit, übermäßiges Begehren und heimliche Verfehlung: Soll mein Denken sich ihnen zuwenden und ihnen zur Hilfe werden? Soll ich als Elender mit solchen Sorgen täglich umherirren? Nimm das Übel fort und schenke mir das Denken an deine roten Füße!
Neffe der dunklen Wolke, die das Meer überbrückte, nach Lanka gelangte und in sieben Tagen ihre Heldenkraft entfaltete! Heiliger Muruga, jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen! Großer Herr, den Shankara im Veda-Wald gnädig hervorbrachte![765]
840 – Deine Füße wie junge Sonnenstrahlen
Sie gehen in Seide, lösen ihre Girlanden und binden sie wieder, ordnen ihr kühles, gestreiftes Haar, sodass Bienen es umschwirren. Süßer als Honig reden sie, nehmen Liebhaber gefangen und siegen mit ihren rehgleichen Augen über das ganze Land. Soll ich in die Verwirrung ihres Zaubers fallen, mich in den Künsten des Liebens verlieren und schmerzlich im Verlangen gefangen umherirren?
Deine Füße gleichen den Strahlen der jungen Sonne. Gewähre mir deine Gnade, damit Maya vergehe!
Dein Onkel wanderte durch den dürren Wald und besiegte die dunkle Dämonin. Er stieß den mächtigen Berg fort; mit einem Pfeil ließ er die Reihe der sieben starken Bäume vergehen und durchbohrte Valis Brust. Dem Wort des Herrn der Wasser folgend überbrückte er das Meer, zerschlug die gewährten Mächte der Gegner und schenkte Lanka, die Stadt der Rakshasas, Vibhishana. Du bist der Neffe dieses Wolkenfarbenen.
Großer Herr, du freust dich in Tiruttani, Sentil und dem weiten Palani und wohnst im Veda-Wald![766]
841 – Nicht die klare Askese verlieren
Ihre Taille gleicht einem Faden, das Becken einem Wagen; ihre Füße sind dicht mit Spangen geschmückt. Ihre Brüste gleichen dem vielgerühmten Meru, der hoch seinen Platz einnimmt; ihr Gesicht übertrifft die Blüte, die kundige Schriften beschreiben. Mit diesen Reizen und den fischgleichen Augen rufen die Frauen mich herbei. Soll ich im Netz des Genusses ihrer honigsüßen Lippen versinken, alle gute Art aufgeben, in den Weisen des Begehrens untergehen, die klare Askese verlieren und umherirren?
Sohn, den der Herr schenkte, der die klare junge Mondsichel, Tumpai, den Fluss, Konrai, Karantai und Vasuki trägt! Dein Onkel Mukunda ließ Mahabali gefangen setzen, maß mit dem gesetzten Fuß die Welt und sandte Pfeile aus. Er trennte dem König Lankas die zehn hohen Köpfe und zwanzig Schultern ab und zeigte große Heldenkraft. Großer Herr, du freust dich in Tiruttani, Sentil und dem weiten Palani und wohnst im Veda-Wald![767]
Kodi – Kulagar-Tempel
842 – Lass mich einmal Muruga rufen
Lass mich nicht täglich in der Zuneigung zu Frauen mit Haar wie blauen Wolken umherirren. Lass mich nicht nach ausgedehntem Land und Besitz verlangen, in Verblendung streben wie ein Fisch, der im Wasser hin und her schwimmt. Bevor ich der Nähe des Todes verfalle und das Leben aus dem Körper fällt wie eine Kröte im Maul der züngelnden Schlange Yama, gewähre mir Gemeinschaft mit den Dienenden, die dich liebevoll anrufen. Lass auch mich wenigstens einmal „Muruga Vel!“ sagen!
Du warst dem pfauengleichen Kurava-Mädchen nahe, das auf dem erhöhten Wachstand im Schatten des Hains die Hirse behütete. Die Waldjäger kamen und suchten dich als Dieb. Du durchbohrtest sie mit dem strahlenden Speer, sodass sie fielen, Held auf dem Pfau. Sohn Umas, die mit dem ursprünglichen Herrn aller, geschmückt mit schöner Feuerasche, vereint spielt! Jüngerer Gefährte des elefantengesichtigen Stoßzahnträgers! Großer Herr, du wohnst und gedeihst in Kodinagar beim Kulagar![768]
Tirupperunturai
843 – Bevor der Körper kraftlos wird
Blut, Schleim, Gehirn, Knochen, Fleisch, grüne Gedärme und Nerven werden zusammengefügt: ein Haus aus Erde und Wasser. Ich trete hinein und wohne darin. Die schmeichelnden Täuschungen mehren sich; das Verlangen nach Besitz fesselt mich. Auch wenn man mich aufklärt, werde ich nicht klar, sondern fliege davon und halte an diesem trügerischen Ort fest.
Dann kommen Blutleiden, Windkrankheit und Fieber. Mit Schmerz breiten sich Galle und vielerlei Winde aus. Innerhalb weniger Tage schwindet die Kraft; ich stütze mich auf den Stock. Viele Tage halte ich mich so aufrecht, krümme mich schließlich wie ein Affe, ziehe mich zusammen und gerate in Verwirrung. Soll ich dann erschrocken nur noch ein Leichnam werden?[769]
„Taritta nantana tānaṉa tanta, timitti mintimi tīta tinta, taṭuṭṭu ṭuṇṭuṭu ṭūṭuṭi miṇṭi, tanatta kuntaku tānaṉa tanta“ – in solchem natürlichen Takt schleuderst du den Speer, sodass der zornig anrückende Sura am Leib zerstreut wird und der Berg samt dem Wasser zu Staub fällt.
Die Götter kommen laut herbei, streuen mit erhobenen Händen Blütenblätter und verneigen sich. Ihre duftenden Kopfkränze geben ihren Wohlgeruch an deine goldenen Füße. Kanda, großer Herr, du unterweist den Vater, der selbst der Guru der Welt ist. Du wohnst in Tirupperunturai, wo die Erkenntnis des Guru verkündet wird!
844 – Über das große dunkle Meer
Die jungen Frauen mit safrangeschmückten, knospengleichen Brüsten freuen sich im Herzen. Mit ihren reifenbesetzten Händen umschlingen sie mich auf vielerlei Weise und spenden Lust. Sie kommen, um mich zu verwirren; selbst die Vorstellung, meine Einsicht werde nicht vergehen, geht verloren. Ihre beiden fischgleichen Augen rollen, und sie schenken freudig Freude. Wird dein heiliger Wille nun bereit sein, mir deine heiligen Füße zu geben, damit ich dieses große dunkle Meer des Mutterleibes überquere?
Du entsandtest den Speer, sodass das Innere des Berges zu Staub wurde und mit der Stadt der Rakshasas Rauch sich ausbreitete und Feuer aufstieg. Der Wolkenfarbene drehte den von der Erde getragenen Mandara im Meer, damit die großen ruhmreichen Götter sich freuten. Er, der Viergesichtige mit acht Augen, der einst einen Tadel empfing, und die anderen verehren deine Füße. Mit Shankara, dem Guru, der unter dem heiligen Kurunta-Baum sitzt, wohnst du in Tirupperunturai, großer Herr![770]
845 – Löse die Erinnerung an diese Nacht
Das schwarze Wolkenhaar, aus dem summende Bienen aufsteigen, bewegt sich. Die speergleichen Augen, die altes Gift ausgießen, schließen sich; die mondgleiche Stirn schwitzt. Die schönen roten Korallenlippen, von denen Nektar fließt, öffnen sich. Der muschelgleiche Hals stößt bebende Laute aus. Voller Liebe schenken sie sich auf dem Bett hin.
Die mit Safran bestrichenen, erregten Brüste gleichen Berggipfeln und Krügen. Beide Schultern sinken in die Umarmung; kein Zwischenraum bleibt sichtbar. Leben vereinigt sich mit Leben. Gewähre jetzt Gnade, damit die drängende Erinnerung an die Lust der finsteren Nacht mein Herz verlässt und das Verlangen endet, ihre Gesichter wieder zu sehen.
Das donnernde Meer mit Makara und klaren anbrandenden Wellen bebte in Furcht, kam und verehrte die Füße dessen, der den geschärften roten Pfeil anlegte. Dieser zog weiter, um den Helden mit zwanzig Schultern zu töten, dessen zehn Köpfe zu vernichten und das stark ummauerte Lanka im Kampf zu Staub zu machen. Du bist der Neffe dieses gnädigen Hari!
Damit die unvergleichlichen Weltalle und die acht Richtungen sich freuten, bestiegst du kundig den schönen Pfau und umrundetest die Erde rasch wie ein Gedanke, junger Herr. In den schönen Feldern glänzen kühle Perlen mit aufsteigendem Mondlicht und leuchtende Korallen; dicht stehen schattige Kurunta-Bäume. Großer Herr, du gedeihst in diesem heiligen Turai!
Tirutturutti
846 – Rufe mich zu deinem Tiruppugazh
Ihre beiden Brüste lasten wie Berge auf der Brust, die Taille ist wie ein Faden. Das dunkle, gebundene Haar wogt über den Schultern. Als wären sie eine Schar von Pfauen, lösen sie die langen Gewänder und verwirren mit den Speeren ihrer Augen. Auf ihre Liebhaber richten sie auch abweisende Blicke. Selbst wenn Tausende und Abertausende als Preis für die Verbindung mit ihren Brüsten gegeben werden, genügt ihr Verlangen nicht. Sie verachten, diese listigen käuflichen Frauen.
In gesteigerter Verblendung habe ich mich abgemüht. Schwere Krankheit überwältigt und lähmt mich; beschämt stehe ich da, ein stolzer, nutzloser Mensch. Schenke Gnade, damit ich mit deinen blitzenden Füßen verbunden werde!
Held auf dem Pfau, du schleudertest den strahlenden Speer, sodass die von Wogen umgebene Asura-Stadt „Kō!“ schrie und Shesha mit tausend giftigen Hauben erzitterte. Du riefst mich, den Hundsgleichen, als einen zu dir, der Zuflucht finden soll, und gewährtest Speer und Pfau: „Verkünde den gnadenreichen Tiruppugazh, die unmittelbare Erfahrung, die Befreiung ist!“
Der Lehrer mit dem Bogen in der Hand dachte in seinem heiligen Inneren: „Die drei Städte in Asche zu verwandeln ist ein Geringes.“ Zu seiner Verherrlichung schenkst du eine Dichtungsweise der drei Formen des Tamil, Gnadenkind! Muruga, du spielst mit der keuschen Kurava-Frau, deren langes Haar heilige Kadamba-Blüten trägt. Großer Herr der Götter, du lebst in Tirutturutti![771]
Tiruvizhimilalai
847 – Ein einziges Mal deinen Namen
Als Nahrung, als Keim im Mutterleib, dann als Gestalt, als wachsende Saat und Frucht entsteht dies. Diese gehen und werden jene, jene gehen und werden diese: Wie ein Rausch setzt sich dies fort. Eine Mutter, zwei Mütter, viele Millionen Mütter – lass mich nicht so vergeblich immer wieder untergehen.
Gewähre mir, ein einziges Mal zu rufen: „Muruga! Höchster! Kumara! Beschütze mein Leben!“
Wer einmal „Muruga“ sagt, dem legst du gnädig deine beiden Füße auf das Haupt. Als Weise und Götter fragten: „Ist dies recht?“, sandtest du den Speer auf die Brust des alten Sura. Herrlicher Sohn dessen, den Vishnu und Brahma nicht erkennen konnten, Neffe Vishnus! Großer Herr im schönen Tiruvizhi, von reichen Mauern und Hainen umgeben![772]
Tiruvavaduturai
848 – Nicht im Lob der Reichen erschöpfen
Es gelingt mir nicht, ohne Fehl in den Worten reichlich dich zu preisen und vor dir zu stehen. Ich drehe mich im Wald der Geburt, folge freudig dem Weg, der aus Samen neue Geburt hervorbringt, und richte mein Denken auf die korallenroten Lippenfrüchte käuflicher Frauen. Verblendet verliere ich den Geist an sie.
Dann setze ich grausame, schlechte Menschen in meine Gedichte ein: „Du bist der auf Erden blühende König, ein reicher Wunschbaum! Du bist der große Herr Arjuna im Heer!“ Ich wähle gelernte, kundige Worte aus, gehe zu ihnen und trage sie überschwänglich laut vor. Die Kraft meines Körpers und sein Glanz schwinden. Weil meine Hand nichts besitzt, bedrängen mich erdachte Verse und Pläne unablässig. Darfst du mich so umherirren und erschöpfen lassen?
Er trat auf die leuchtende Schlangenhaube, zertrat und erschütterte sie. Er zog das Krokodil hervor, das den Elefanten ergriffen hatte, und riss es gewaltig auseinander. Damit der Elefant nicht zugrunde gehe, verkündete er ihm den festen Weg zu wohltuender Erkenntnis. Er trank aus den krugförmigen Brüsten der betrügerischen Dämonin, nahm ihr alles Leben und lachte. Er ist auch Rama mit dem scharfen Pfeil. Mächtiger Held, du erzürntest dich, damit er in Frieden leben könne!
Wie ein berggroßes Schmuckstück wurde Gold gewogen, geschmolzen und geformt; erlesene Edelsteine wurden hineingesetzt, Platten kunstvoll gefügt und Perlen eingelegt, dass man staunt. Wie Millionen Sonnen strahlt das rote Edelsteintuch deines Pfauenreitieres. Darauf thronst du, großer Herr, der im hohen Tiruvavaduturai reich erblüht![773]
Maruttuvakkudi
849 – Lass mich die Wahrheit im Herzen erkennen
Sie lieben die vielen Arten des Liebesspiels, an denen das Denken Gefallen findet, diese völlig nutzlosen Frauen. Sie beherrschen Arglist und täuschende Rede; immer wieder lassen sie schmeichelnd das Herz schmelzen, diese Verblendeten. Ihr Haar ist wie die dunkle Wolke, eine Wohnstatt der Bienen. In der Drehung ihrer Seitenblicke gehe ich zugrunde, vom Karma gebunden.
Ich höre nicht auf die ausgesprochenen guten Ratschläge, bin niedrig, von nichtigem Verlangen und Bindung angefüllt, ein Tor, der im Herzen die wahre Wirklichkeit nicht erwägt. Werde mir zur Gnade! Du bist die gute Wahrheit, die die hohe, alte Weisheit schenkt und erhebt. Gewähre deine beiden Füße, damit ich zur Erkenntnis großer Askese gelange.
Muruga, du entsandtest den Speer, sodass die stolzen, gewalttätigen Übeltäter, die dämonischen Wüteriche mit dem großen Sura an der Spitze, fielen. Reiner, du freust dich an der Fülle der Girlanden aus drei Formen des Tamil, die reine Menschen auf dem Weg zu Shiva verkünden. Edler, mächtiger Held auf dem Pfau!
Du bist der Erkenntnislehrer des standhaften Höchsten, des Bergbogen-Trägers mit dem Dreizack in der Hand, des überaus Tugendhaften; du bist ihm im Inneren gemäß. Wohlgeformter Vel! Leben in Maruttuvakkudi, wo der Saft reifer Jackfrüchte überreich durch die gedeihenden Felder fließt, großer Herr der Götter![774]
Tiruppandanainallur
850 – Lass die Täuschung enden
Angenehmer Sandel, Zibet und weitere Düfte wehen von ihnen aus. Die beiden Brustberge nähern sich, schön und mit zarten Hautzeichnungen. Ihr dunkles Haar ist eine Regenwolke; sie sprechen wie Kuckucke voll verlockender, mannigfaltiger Empfindungen. Die Taille ist eine Ranke, das schwere Haar legt Kamas Fessel an. Blattgleicher Bauch, Nabelwirbel, Bananenschenkel, ein nektargleiches großes Gefäß des weiblichen Schoßes – davon reden sie in ihren berauschenden Zauberkünsten.
Auf der Straße erklingen die Spangen an ihren Lotusfüßen. Wie Pfauen gehen sie, die Gewänder drehen und bewegen sich; viele Gesten und einige Worte gleichen dem zärtlichen Plaudern eines Papageis. Solange Geld vorhanden ist, bin ich ihnen lieb. Die Absicht, mich ins Elend zu bringen, ist schon da. Die Taille schwankt, und wer es sieht, verfällt der Verblendung; Denken und Handeln verändern sich. An manchen Tagen und Nächten schlafe ich mit diesen Betrügerinnen. Nimm das Leid ihrer Maya fort![775]
„Titi tintimi, tana tantana, ṭuṭu ṭuṇṭuṭu“ erklingt die Peri; „ṭaku ṭaṅkuku, ṭiku ṭiṅkuku“ ertönen Patakam, Tudi und Vina; „cekaṇam ceka“ schlagen die Trommeln in allen Richtungen.
Köpfe, Hände und Leiber der grausamen Asuras, Pferde, Wagen, Elefanten und Yalis, Fett, Gedärme und Fleisch liegen im roten Blutstrom, der wie ein Meer fließt. Einige rote Raubvögel, Geier und kleine Schakale tanzen wild. Speerträger, so kämpfst du!
Der Herr, der die Haut des wilden Brunst-Elefanten trägt, hält Beil und Reh in den Händen. An seiner linken Seite wächst liebevoll Shivai, die gepriesene Sundari, die Ursprüngliche, die leuchtende Feuerkraft, Shambhavi, die höchste, junge Pfauenschöne. Du bist das Kind, das sie schenkte.
Mit dem Kurava-Mädchen von mondgleichem Gesicht und nektarspendender Brust und mit der von den Göttern gegebenen Braut kommst du, die Herzen voller Freude. Makelloser, höchster Guru, großer Herr, du hast in Pandanai Wohnung genommen!
851 – Lass dein tanzendes Fußpaar im Herzen erstrahlen
Lass die beiden Arten des Karma erschrecken, das herankommende Karma um Schonung flehen und die Krankheit der Finsternis einschlafen. Lass Unreinheit, Täuschung und mein Leid schwinden und deine Gnade überströmen. Wenn ich deinen erhabenen Ruhm mit Musik verkünde und rufe: „Muruga mit dem mondgleichen heiligen Gesicht! Kadamba! Sohn Shivas! Kanda! Guha mit dem Speer! Shiva, Shiva!“, dann schenke mir deine tanzenden, mit Fußreifen geschmückten Füße, damit mein klar gewordenes Herz erstrahlt.
Du bist der Neffe des freudigen Hari, Vishnu, der den beiden Maruta-Bäumen und Kamsa das Leben nahm. Held auf dem rotgoldenen Pfau, der seine Runde zieht, sodass die grausamen Nachtwanderer zugrunde gehen! Muruga, den der makellose, auf dem Stier reitende Shiva liebt, an dessen Seite die Göttin weilt! Großer Herr, der im gnadenreichen Pantanai die Freude des Brautlagers mit seinen beiden Gemahlinnen genießt!
852 – Schenke mir die Unterweisung, die wie Nektar ist
Die Tänzerinnen lassen mit ihrem Gang die Schar der Schwäne zurückstehen; sie bewegen sich wie Pfauen. Ihr Schoß gleicht einer Schlangenhaube, ihre Stimme singt. Sie bringen andere in ihre Schuld und fallen ihnen in die Arme, als seien sie von großer Liebe überwältigt. Sie gehen umher und lassen das Tuch auf ihren Brüsten wehen; wen sie auch sehen, sie drehen ihre schmelzenden Augen nach ihm. So werfen die käuflichen Frauen ihre Netze aus.
Lass mich, deinen hundegleichen Diener, nicht länger durch ihr überaus täuschendes Gehabe verwirrt werden, hineinstürzen und von Bedrängnis, Verlangen, Krankheit und immer neuen Gebrechen umhergetrieben werden. Gewähre mir die Unterweisung in Erkenntnis und Mantra, die wie Nektar ist. Schenke mir deine mit Reifen geschmückten Füße, damit ich dich liebevoll „Muruga!“ nenne und deine Gnade in mich eintritt.[776]
Muruga, kriegerischer Held, der seinen lodernden Speer schleudert, während die himmlischen Vidyadharas aufrufen, die berghohen Asuras zerschmettert werden und die Inseln im Meer versengt verbrennen! Gnadensohn Umas, die niemals die Hälfte unseres Vaters verlässt: des Gottes Sadashiva, meines Herrn, der mich zu seinem Diener machte und Elefanten- und großes Tigerfell trägt!
Heiliger Neffe Haris, des hohen Herrn mit dem Leib einer dunklen Regenwolke, der Welt und Weltenei als seine eine Gestalt erfüllt und auf dessen Brust die Glücksgöttin wohnt! Schöner, an dessen Brust sich die wachsenden Brüste der Herrin Valli bergen, die im Hirsefeld lebt! Großer Herr, der in der Stadt Pantanai weilt, die wie ein herrliches Stirnzeichen hervorleuchtet!
853 – Die Gesinnung, deine Füße zu verehren
Frauen mit Brüsten wie volle Krüge sprechen liebkosend wie Papageien. Sie tragen dichtes Haar, in das sie reichlich Zibet und kühlenden Safran gegeben haben. Lass mich nicht bei ihnen neue Verwicklungen stiften, Freundschaften knüpfen, den klaren Sinn verlieren und in der Hölle hinsiechen. Schenke mir die Einsicht, deine Füße zu verehren, die den herrlichen Kailasa umrundeten.
Du bist der durch die einstige Askese der mächtigen Göttin gnädig gewährte Sohn; sie hat ihren Anteil an dem Herrn, der den strömenden Fluss trägt. Du wohnst in Pantanai, wo zahlreiche Haine sich in grüne Regenwolken kleiden. Du bist selbst der Herr Shankaras, der im Schatten des Jambu-Baumes erschien. Großer Herr, der die angstvolle Unruhe dessen mit der Muschel in der Hand und der übrigen Himmlischen beendete![777]
854 – Die klingenden Füße mögen in mir wohnen
Frauen, deren Augen mit Fischen wetteifern, stehen nahe bei mir, ihre blumengeschmückten Haarknoten schwanken. Mit vielerlei Bitten schmiegen sie sich an, führen mich auf das Lager, tragen duftenden Puder auf, umarmen mich vertraut und sprechen lustspendende Worte. Lass das Leid enden, das mich in dieser betörenden Geschäftigkeit erfasst.
Deine strahlenden Fußreifen tönen „kalin, kalin, kalin“, die Schellen „kinin, kinin, kinin“; die kühlen Fußketten und klingenden Spangen bewegen sich. Mögen deine weithin duftenden Lotusfüße in inniger Güte immer wieder kommen und in mir bleiben. Erweise mir Gnade, damit die Unruhe meiner schlimmen Taten und die Unreinheit vergehen.
Die Diener rufen: „Zuflucht, Zuflucht, Zuflucht!“ Die Hörner tönen „kukung, kukung, kukum“, die Dundubhi-Trommeln dröhnen „timin, timin, timin“. Tapferer Kanda, der die Schöne heiratet! Du beschützt den erhabenen Berg und den Wald, in dem das Jägermädchen Valli weilt. Du hast die Arme der schändlichen Feinde zerschmettert, die den Göttern schweres Leid bereiteten.
Gewaltiger, du beschützt die schöne Deivayanai und den grünen himmlischen Hain! Herr aus dem Schilfteich, der nach Pantanai kommt: Die Stadt umgeben Graben und Mauer; Affen ziehen dort in Reihen durch Wälder, dicht mit Champaka, Adlerholz, Sandel und Konrai bewachsen.[778]
855 – Auch in der Verstrickung will ich deiner gedenken
Frauen mit honigsüßen Lippen, kristallhellem Lächeln und kühlenden Worten, mit Augen wie Pfeile, herrlichen Gesichtern und Brauen wie junge Mondsicheln; Frauen mit bienenumschwärmtem Haar, Hälsen wie Arecastämmen, Schultern wie Bambus, Brüsten wie Berggipfeln, schön rötlicher Gestalt und zarter Taille; Frauen mit einem lotusgleichen Schoß, die betörenden Zauber üben, mit Schenkeln wie Bananenstämmen und Füßen gleich Lotusblüten – junge Pfauengestalten, die sich mit Sandel schmücken: Selbst wenn ich mit ihnen in der Lust der Vereinigung spiele und dabei Leid erfahre, will ich in meinem Herzen voller Liebe deine Lotusfüße, deine zwölf Schultern und deine Brust bewahren, die viele duftende Girlanden schmücken.[779]
Speerherr, geboren von der Göttin, deren Gestalt Shiva ist: der Fünfgesichtigen, Nili, Kandi, Kalyani, Abhirami und Ambika, in der Lichtpunkt und Klang wohnen! „Om, Verehrung!“[780] Speerträger, du stehst tanzend da, während die Frauen der Asura-Heere gemeinsam aufschreien, Blut mit Schlamm dahinströmt und in allen acht Richtungen die Gandharvas singend deinen Ruhm verkünden!
Deine Brust glänzt schön in der Umarmung des Jägermädchens Valli und des himmlischen Mädchens: Valli aus dem Hirsefeld, rein, eine himmlische Schöne der Erkenntnis, meine Mutter, mondgesichtig, puppengleich und rankenzart! Herr, der im ewig schönen Pantanai-Nallur wohnt und erstrahlt, wo Shiva mit seinem Flechtenhaar leuchtet, geschmückt mit Karantai, Aruku-Gras, Konrai, Mond und Fluss!
856 – Lass mich dich in rhythmischem Tamil besingen
Ihr volles, großes Gesicht lässt den Mond erschrecken; ihre süße Rede lässt Pfauen und Papageienscharen zurückstehen. Sie gleichen Menaka und Rati. Ihre hohen Brüste erheben sich wie goldene Krüge; wenn sie kommen, ist es, als schritte eine wachsende Schlingpflanze heran. Sie gleichen der erhabenen Göttin, die dem Meer entstieg.
Täglich stehen solche Frauen auf den Straßen. Sie ebnen den Weg dafür, dass das Gut, das Gold und die Schmuckstücke der Vorübergehenden zu ihnen gelangen. Lass mich nicht umherirren und ganz in ihre Gewalt geraten. Schenke mir vielmehr Gnade, damit der wahre Schatz durch vielerlei Askese anwächst, ich die Arten des verständigen Lobpreises erkenne und dich mit strömenden, trefflich rhythmisierten tamilischen Liedern besinge.
Gnadensohn Shivas, des höchsten Herrn mit dem weiten Flechtenhaar, in dem der Fluss überströmt: Sein Inneres wird kühl vor Freude, wenn er die reiche Verehrung, die Uma ihm voller Liebe darbringt, als gut annimmt. Muruga, der gekommen ist, um in Kantukapuri zu wohnen und die Stadt aufblühen zu lassen! Dort fließt der große, kostbare Fluss, den man den neun Gangas gleichstellt.[781]
Gnädiger Herr, der den Scharen, denen die höchste Stätte gebührt, den Himmlischen, Hari, dem Lotusgeborenen, Mukunda und den wortkundigen Gelehrten Gnade schenkt, damit ihre Gemeinschaft gedeiht: „Lebt und blüht!“ Großer Herr mit dem Speer! Du erhobst dich zum Kampf gegen den hochmütigen, streitsüchtigen Sura, sodass sein Heer erschrak, und spaltetest den Krauncha-Berg, während Feuerfunken stoben.
Tiruppanandal
857 – Reiche mir das unvergängliche Gut
Frauen mit blumendichtem schwarzem Haar sprechen so süß, dass man sagt: „Hier ist Zucker!“ Ihre duftenden Brüste, geschmückt mit Perlenschnüren, gleichen Bergen auf dieser Erde. Wenn sie mich umringen und bedrängen, lass meinen kleinlichen Sinn nicht weiter so umhergetrieben werden. Sprich vielmehr gnädig zu mir: „Hier, empfange das unvergängliche, gute Gut! Dies ist das Wunder!“
Der Mond floh, die Sonne floh; die Bewohner der Himmelswelt und die guten Asketen flohen mit den Ihren. Sura kam drohend daher: „Wo ist jener Berg? Wo ist dieser Berg?“ Du spieltest Ball mit ihm, sodass sein gespaltenes Haupt davonflog. Kanda, du gabst von denen, die zum Kampfplatz kamen, manche der Schlachtfeld-Kali als ihren Anteil. Großer Herr, der im erhabenen Panantal gegenwärtig ist und Gnade schenkt![782]
Tiruvidaimarudur – Idaimarutu
858 – Vom Tautropfen zum grenzenlosen Glück
Ein winziges Tröpfchen, dem Tau auf der Spitze eines Grashalms gleich, wird zu einem großen Körper und nimmt die Gestalt eines Kindes an. Vater und Mutter schmelzen dahin, wenn ihr kostbares Kind seine lallenden Worte spricht; täuschende Zuneigung hält sie gefangen. Unter liebevollster Pflege wächst der Leib, rund und glänzend. Unter Begleitung von Menschen und festlicher Musik tritt das Kind ins Jugendalter ein und wird ein Erwachsener.
Es gewinnt einen schönen Gang, lernt gewandtes, auch täuschendes Reden und verbindet sich mit einer Frau, die ihm so lieb ist wie das eigene Leben. Eine einstürzende Mauer und die tiefe Grube der Frauen hält es für etwas Beständiges: Haus und Eingang, Obergeschoss und Halle. Sein Herz verhärtet sich so sehr, dass es nicht einmal ein Körnchen Kleie hergeben will. Von Habgier beherrscht, schmal wie ein Nadelöhr, gleicht es einem Licht, das bald verlöschen wird.[783]
Wenn ein völlig mittelloser Mensch oder ein Asket sagt: „Gib mir zu essen“, heißt es: „Frag im oberen Haus! Frag im unteren Haus!“ Noch ehe sie rasch eintreten können, eilt man ihnen entgegen, fährt sie an und fällt sie wie ein Hund an. Die Worte einer nichtsnutzigen Frau gelten ihm mehr als alles andere, während sein mühsam und mit Listen erworbener Besitz versickert. An das Schicksal denkt er nicht.
Auch wenn sein einst glänzender Körper ganz verhärtet und wieder erschlafft, bleibt er ein Sünder, der sich den Dienst an Nichtswürdigen zum Schmuck macht. Wer von einem Jenseits spricht, den weist er als Schwätzer ab: „Wer von denen, die dorthin gingen, kommt wieder? Hat man sie gesehen?“ Gegen große Entsagende und Veda-Kundige lässt er schroff seine Stimme erschallen, das Maul wie ein Yali aufgerissen. So vergehen seine Tage.
Dann drängt die Armut heran, der erworbene Besitz entgleitet; Leiden des Windes, Altersbeschwerden, Gelbsucht, Auszehrung, ein aufgetriebener Bauch und Bauchschmerzen stellen sich ein. Aus beiden Augen rinnt Eiter; Atemnot nimmt zu. Schleim wird glitschig ausgespuckt und fließt gurgelnd herab. Das Fleisch verdorrt, der Puls verändert sich, und die Gesinnung seiner Frau wird eine andere.
Die Leute im Haus sagen: „Rückt näher, näher!“ Die Frauen sagen: „Pfui!“, die Kinder sagen: „Pfui!“ Im Traum erscheinen Wagen und Pferde. Der weite Verbrennungsplatz ruft: „Komm!“, das Haus sagt: „Geh!“ Die Kraft schwindet, Geschick und Verstand versagen, die Sprache verwirrt sich, die Augen verdrehen sich. Der Atem steigt auf: Der Tag ist da, an dem das Leben scheidet. Die Menschen reden vielerlei.
„Nun ist es aus! Nun ist es endgültig vorbei!“ So schreien und weinen die Verwandten. Die arme Frau schlägt sich und wirft sich auf ihn. Von dem Bewusstsein „Dies ist mein Besitz, das sind meine Diener“ bleibt nichts. Mit weit geöffnetem Mund liegt er da; das Wehgeschrei ertönt. Große und kleine Totenpauken, Timilai und Tavil werden geschlagen. Auf dem Verbrennungsplatz, den Geister umgeben, wirft man ihn ins Feuer – so ist dieses Leben![784]
Sollen auch deine Diener, die deine beiden Füße preisen, nur dies erlangen? Würde man dann nicht spotten, o Vernichter der Fessel? Lass die beiden Arten des Karma und die drei Unreinheiten enden, lass Sterben und Geborenwerden aufhören. Schenke jenes höchste Glück, in dem du und ich in einer einzigen Freude fest verbunden sind. Einziger Herr von Idaimarutu! Herr der Welt! Großer Herr der Unsterblichen!
859 – Die lautlose Unterweisung
Blaue Augen, die vorstoßen, als durchstießen sie die glänzenden Ohrringe, wenden sich umher. Nach den Regeln des nahenden Liebesgottes rauben sie jungen Männern das Leben; in ihnen ist ein Netz des Verlangens verborgen. Süße strömt über ihre Ufer. Die Armreifen gleiten klingend an den Schultern, das Haar verbreitet Duft; in seiner Dunkelheit strahlt der Mond des Gesichts. Alle Würde schwindet.[785]
Ich trinke von den Lippen der Frau, um den Durst zu stillen. Leib drängt sich eng an Leib, leidenschaftliche Lust wächst, und ich schmiege mich an ihre weiche, volle Brust. Würdest du mir nicht deine Gnade schenken, damit ich süße, kunstvoll gefügte Lieder singe, meine Erkenntnis der Befreiung reift und ich zu einer Verehrung finde, deren leuchtende Worte als kostbarer tamilischer Gesang erklingen?
Du kamst als unser Heil und schleudertest den Speer: Die Scharen der streitsüchtigen Asuras vergingen, der Meru wurde zu Staub, und die wogende Blutflut rauschte schreiend auf. Du bestiegst den prächtig geschmückten Pfau, der seinen ungestillten Hunger an einer gestreiften Schlange sättigt, damit die Gemeinschaft der Götter, die den Weg des Veda preist, wieder aufsteige und das täglich anwachsende harte, grausame Karma falle.
Kadamba-Geschmückter, der seinem mit Geistern tanzenden Vater das Ohr mit lautloser Unterweisung füllt! König, der das junge Mädchen aus dem Jägervolk im schönen Wald heiratete! Kumara-Gurunatha, der den Glaubensstreit als Waffe führte, sodass die Jainas auf den Pfählen zappelten! Herr der großen Weisen, der in Idaimarutu weilt und rechtschaffene Gnade gewährt![786]
860 – Lass meinen Vorsatz auf dem Weg der Askese fest werden
Der hohe, wolkengleiche Herr, der die Erde ausmaß, Chanda und seine Gefährten, die Gemeinschaft der vier Veden und der Götter, auch Shambhu können deinen königlichen Ruhm kaum erschöpfend preisen. Der geschickte höchste Herr mit rotgoldenem Leib, der den Liebesgott verbrannte, trägt in seiner reichen Flechtenkrone schöne Schlangen, Ganga, die glückverheißende Lotusblüte, Mond und Konrai, große Kumizh-Blüten, Aruku-Gras, dichte Tumbai-Blüten und Chempai.
Shankara verehrt dich. Doch ich habe keinen Weg gefunden, durch solchen befreienden Lobgesang meine Stimme erklingen zu lassen: „Kumara! Sechsgesichtiger! Du mit süßen, lauteren Worten! Erster Herr, der im Schilfteich erschien! Gewaltiger! Kanda!“ Nicht einmal mit der Bereitschaft, ein Hirsekorn zu teilen, bin ich nähergetreten. Sollte nicht endlich der feste Vorsatz in mir aufkommen, auf dem Weg der Askese zu gehen und mein Leben zu läutern?[787]
Du spaltetest die Leiber der Nachtwanderer, die sich in Mantra und Tantra übten, bis sie wie zerstoßener Senf und Spreu zerfielen. Der Himmel hallte von Schreien wider; gewaltige Blutströme schwollen an. Als sie dies Getümmel sahen, kamen Geier, Schakale und Garuda herbei. Überall erhoben sich zahlreiche Geister mit ihren Timilai-Trommeln und gaben begierig den Gesang „tantanam, tantanam“ von sich. Erhabener Speerherr, der dies immer wieder mit Freude ansieht!
Höchster Guru von großer Güte, der nach dem machtvollen Idaimarutu kommt und dort weilt! Kumara, deine Brust trägt die Umarmung der elefantengleich herrlichen Deivayanai und der jungen Frau aus dem weiten Wald, deren Brüste Sandel schmückt. Deine lotusgleichen Füße mit ihren Reifen leuchten im Glanz roter Edelsteine und verströmen Gnade. Die Himmlischen dienen ihnen, streichen ehrfürchtig an ihnen entlang und rufen: „Unser Ziel, unser Halt!“ So verehren sie dich in Schönheit, o Herr.[788]
861 – Komm und unterweise mich in Shiva-Erkenntnis
Frauen salben mit beiden Händen ihre Brust mit Zibet, Rosenwasser und duftender Paste; ihre schön geschmückten Brüste richten sich auf wie Elefanten. Öffentlich nennen sie ihren Preis. Ihre pfeilgleichen Augen stürmen vor, als kämpften sie mit den edelsteinbesetzten Ohrringen. Lass mich vor diesem Blick nicht wie Wachs zerschmelzen.
Ich, dein hundegleicher Diener, erleide die Unruhe ihrer Herzen, betörendes Verlangen und vielerlei qualvolle Bedrängnis. Unreinheit und Täuschung bedrängen mich und verwirren mein Erkennen. Einziger Herr, komm und schenke mir die freigebige Unterweisung in Shiva-Erkenntnis.[789]
Die sieben Berge gerieten ins Wanken, das Meer wogte „moku, moku“. Das Leid der Erde endete, die Heere der Asura-Könige zerbrachen, und die Unsterblichen wurden aus der Gefangenschaft befreit. Hunde, Schakale, Geier und der König der Vögel kamen herbei; auf dem Schlachtfeld standen die Scharen der Geister und schweiften umher. Kriegerischer Herr auf dem schönen, stets jungen, blauen Pfau, gewaltig wie ein brünstiger Elefant! Sieg, Sieg, Muruga! Guha! Erhabener Kanda mit dem Speer!
Herr, der in Tiruvitaimarutur wohnt! Es ist von Teichen und Feldern umgeben, die das Wasser der Kaveri erreicht; ihre Wellen kämpfen miteinander und schlagen an die Ufer.
Tribhuvanam
862 – Möge mein Leben nicht im Netz der Lust vergehen
Auf der bogenförmigen Stirn steigt Schweiß auf, die Augen sinken tief ein, die Armreifen klingen. Unter der Umarmung sprechen die Frauen einzelne süße Liebesworte. Ihre knospenden Brüste drücken sich in meine Brust; der Saft ihrer Lippen lässt selbst Zucker bitter erscheinen. Noch im Traum genieße ich ihn. Soll mein Leben, im Netz dieser Vereinigung festgebunden, bedrängt und zugrunde gehen?
Ich habe weder das glückliche Geschick noch die Einsicht, den rettenden Weg zu finden. Werde ich denn nicht deine kleinen, mit Vetci-Blüten geschmückten Lotusfüße erlangen?[790]
Löwenhafter Held, der die duftenden, von Moschus erregten, perlengeschmückten Brüste der Tochter des mächtigen Donnerkeilträgers liebt! Du schlugst und stachst im Nahkampf, sodass Funken aufsprangen, der Ozean klagte und die alten Nachtwandererscharen den Rücken zur Flucht wandten.
Herr, du erklärtest deinem Vater jenes eine Wirkliche, das sich in unmittelbarer Erfahrung offenbart, und empfingst seine Verehrung. Herr der Siddhas mit ihren herrlichen Vollendungen in Tribhuvanam, das Bestand hat, selbst wenn alle Welten vergehen!
Fortsetzung der deutschen Übersetzung
Deutsche Textseiten
Bitte lies zunächst die deutsche Übersetzung auf der zweiten Textseite weiter; anschließend folgen die vollständigen Fassungen in Umschrift und Tamil.
Tiruppugazh in römischer Umschrift
Die folgenden beiden Teilseiten enthalten den vollständigen erfassten Bestand in buchstabengetreuer Umschrift. Jede deutsche Liednummer ist unmittelbar mit ihrer Umschrift verlinkt. Sie dient dem Vergleich mit dem Tamiltext und ist keine phonetische Ausspracheanleitung. ā, ī, ū, ē und ō sind lange Vokale; ṭ, ṇ und ḷ sind retroflex, ḻ ist ein besonderer tamilischer Laut. Die Überschriften „rākam“ und „tāḷam“ sowie die folgenden Taktangaben stammen aus der musikalischen Aufbereitung der Vorlage. Zeichenhinweise kennzeichnen ungelöste Konvertierungsfehler.
Gesamter erfasster Bestand in Umschrift
Tiruppugazh in tamilischer Schrift
திருப்புகழ் – அருணகிரிநாதர்
Die beiden folgenden Teilseiten enthalten den vollständigen erfassten tamilischen Bestand. Die Nummern entsprechen der deutschen Übersetzung; Position 1326 ist als eigenständiges Zusatzwerk bezeichnet.
Tiruppugazh: Werk, Dichter und Überlieferung
Arunagirinathar und die verwandelnde Gnade
Arunagirinathar, auch Arunagiri, gehört zur mittelalterlichen tamilischen Murugan-Dichtung und wird gewöhnlich dem 15. Jahrhundert zugeordnet. Sein Leben wird in der religiösen Überlieferung als tiefgreifende Umkehr erzählt: Aus Verzweiflung und einem leidvollen Leben wird er durch Murugans Gnade zum Sänger des Göttlichen. Die Erzählung von seiner Rettung am Tempelturm von Tiruvannamalai gehört zur Heiligenlegende; sie sollte nicht mit einer zeitgenössisch dokumentierten Biografie gleichgesetzt werden.[791]
Die Überlieferung verbindet „Muttaittaru“ mit dem Beginn seiner göttlich inspirierten Dichtung. Murugan gilt darin nicht allein als Gegenstand des Lobes, sondern als dessen Ursprung: Der Gott schenkt dem Sänger Worte, Einsicht und die Fähigkeit, seinen Ruhm zu verkünden.[792]
Sammlung, Umfang und unterschiedliche Zählungen
Tiruppugazh ist eine Sammlung eigenständiger Lieder, kein durchgehendes Lehrgedicht mit fortlaufendem Argument. Viele Gesänge nennen einen Tempelort; andere sind allgemeine Gebete. Die traditionelle Zahl von 16.000 Kompositionen bezeichnet einen überlieferten ursprünglichen Umfang, nicht einen heute vollständig nachweisbaren Bestand. Erhalten und in den verbreiteten Sammlungen zugänglich sind über 1.300 Lieder; die genaue Zahl hängt von Ausgabe, Zählung, Zuschreibung und Anhängen ab.
V. T. Subramania Pillai sammelte im späten 19. Jahrhundert verstreute Handschriften und bereitete die Druckveröffentlichung vor. Sein Sohn V. S. Chengalvaraya Pillai setzte die editorische und erläuternde Arbeit fort. Die Darstellung Gnanapurani Madhvanaths beruht auf einer Familienbiografie und den darin ausgewerteten Aufzeichnungen des Sammlers.[793] Die heutigen digitalen Ausgaben stehen am Ende einer langen Arbeit des Bewahrens, Vergleichens und Weitergebens.
Titel und Schreibweisen
Gebräuchliche Varianten sind Tiruppugazh, Thiruppugazh, Tiruppugal, Thiruppugal, Tiruppukal und Tiruppukazh. Tiru bezeichnet Heiligkeit und ehrwürdige Würde; pukaḻ bedeutet Ruhm oder Lobpreis. Das lateinische zh in vielen populären Schreibweisen gibt den besonderen tamilischen Laut ḻ wieder. „Tiruppugazh“ wird hier als Haupttitel verwendet; die weiteren Formen helfen beim Auffinden anderer Ausgaben und musikalischer Darbietungen.
Gesang, Rhythmus und Tamil
Die wechselnden rhythmischen Silbenmuster, oft als cantam bezeichnet, sind ein auffälliges Kennzeichen des Tiruppugazh. Sie tragen den Gedankengang und lassen Lobpreis, Tanz und Kampfgeschehen unmittelbar im Klang erfahrbar werden. Die in modernen Ausgaben angegebenen Ragas und Talas dokumentieren musikalische Zuordnungen der jeweiligen Überlieferung. Sie sind nicht ohne Weiteres als vom Dichter selbst festgelegte Melodien zu behandeln.
Die tamilische Sprache öffnet sich dabei für zahlreiche Sanskritnamen und Begriffe. Shiva, Vishnu, Brahma, die Devi und die Devas treten in die Geschichten um Murugan ein. Das mindert die besondere Verwurzelung des Werkes in tamilischen Tempelorten, Landschaften, Liebesbildern und Sprachtraditionen nicht.
Zentrale Lehren und spirituelle Bedeutung
Gnade, die den Menschen aufrichtet
Die Frage „Wirst du mir Gnade schenken?“ kehrt in vielen Liedern wieder. Das lyrische Ich bekennt seine Verstrickung, hält aber an der Möglichkeit einer Wandlung fest. Lied 36 bittet ausdrücklich: „Verachte mich nicht!“ Die Bitte entspringt keinem Vertrauen in die eigene Vollkommenheit, sondern in die Güte des göttlichen Gegenübers. Diese Haltung steht dem Zufluchtnehmen nahe.
Murugan als Guru
In Lied 6, Lied 12 und Lied 24 lehrt der Sohn seinen Vater die höchste Wahrheit. Die Überlieferung verbindet dies mit der Bedeutung des Pranava, des heiligen Om. Der jugendliche Gott ist daher zugleich Weisheit und Guru. Die Verehrung seiner Füße bedeutet im religiösen Zusammenhang die Bereitschaft, sich von ihm führen zu lassen.
Vergänglichkeit und ein verantwortliches Leben
Lied 9 verfolgt das menschliche Leben vom Mutterleib bis zur Verstrickung des Erwachsenen. Lied 28 und Lied 38 stellen Sterben und Bestattung ungeschönt vor Augen. Solche Bilder sollen im Kontext der Entsagungsdichtung die Dringlichkeit des geistlichen Weges wecken. Lied 23 zieht eine praktische Konsequenz: Teile jetzt, solange du geben kannst. Der Lobpreis führt damit auch zur Freigebigkeit.
Begehren, Liebesdichtung und göttliche Liebe
Die Lieder sprechen nicht in einem einzigen Ton über Liebe. Manche schildern die schmerzhafte Abhängigkeit von käuflicher Zuneigung. Andere feiern Murugans Beziehung zu Valli und Deivayanai. Wieder andere gestalten die Sehnsucht nach Gott in der Stimme einer Liebenden oder einer besorgten Mutter. Lied 24 ist hierfür ein deutliches Beispiel. Diese unterschiedlichen Stimmen sind beim Lesen auseinanderzuhalten.
Shakti und tantrische Bezüge
Lied 40 ruft eine ganze Reihe von Namen der Göttin auf, darunter Kali, Gauri, Yogini und Kundali, und erwähnt die Agamas. Lied 27 verbindet Shiva-Yoga, Erkenntnis und Tantra-Lehre. Lied 94 beschreibt den Aufstieg des Lebensatems durch inneres Feuer zum Nektar des Mondes und mündet in die Sehnsucht nach einer Erfahrung ohne Trennung von „Du“ und „Ich“. Die nichtduale Sprache dieses Liedes steht innerhalb des Murugan-Gebets. Lied 160 preist Murugan ausdrücklich als nichtduale Wirklichkeit und als Licht im Herzen der Befreiten; Lied 162 verbindet die Sammlung der Sinne, Namah Shivaya, Om und die Bitte um Einheit mit dem göttlichen Gegenüber. Solche Stellen bezeugen die Verbindung der Murugan-Verehrung mit shaivischen und shaktischen Vorstellungswelten. Tiruppugazh ist dennoch eine Hymnensammlung; aus vereinzelten Begriffen lässt sich keine vollständige tantrische Ritualanleitung ableiten.
Name, Mantra und innere Schau
Lied 73 bittet darum, die sechs Silben, die Kadamba-Girlande und den Glanz der göttlichen Gesichter täglich vor dem inneren Auge zu bewahren. Die Überlieferung bezieht die Silben auf Saravanabhava. Lied 82 verbindet diese innere Ausrichtung mit der Sammlung von Körper, Rede und Geist. Die poetischen Bilder führen von zerstreuter Aufmerksamkeit zu liebender Gegenwart.
Erkenntnis, Yoga und die Grenze bloßer Technik
Lied 1292 bittet um ein Bewusstsein jenseits von „Ich“ und „Mein“. Lied 1313 verbindet Nada, Bindu, inneres Licht und die acht Formen des Yoga. Lied 1316 fragt dagegen kritisch, ob bloße Lebensverlängerung genügt, wenn die befreiende Erfahrung fehlt. Solche Spannungen gehören zur geistlichen Tiefe des Werkes: Fähigkeiten und Erkenntnis sollen der Wandlung des Menschen dienen.
Tempel und innere Erfahrung
Der Weg führt zu konkreten Orten und zugleich ins eigene Herz. Tirupparankundram, Tiruchendur, Palani, Swamimalai, Tiruttani und Pazhamudircholai gehören zu den sechs besonders verehrten Heiligtümern Murugans. Darüber hinaus besingt die Sammlung viele weitere Stätten. Wenn Lied 31 um die Liebe bittet, die Gott im eigenen Inneren erkennt, wird die Tempelverehrung zur persönlichen Erfahrung vertieft.
Beziehungen zu anderen Schriften
Kandar Anubhuti, Kandar Alankaram, Kandar Anatati, Tiruvaguppu, Vel Viruttam, Mayil Viruttam und Seval Viruttam gehören zu den Arunagirinathar zugeschriebenen Werken. Das ältere Tirumurukarruppadai eröffnet einen weiteren Zugang zur tamilischen Murugan-Tradition. Tiruvasagam, Tevaram und Tirumantiram stehen für andere bedeutende Ausdrucksformen tamilischer Shiva-Verehrung.
Sivajnana Bodham, Sivajnana Siddhiyar, Unmai Vilakkam, Unmai Neri Vilakkam, Tiruvarutpayan und Tirukkalitruppadiyar bieten systematischere Zugänge zum Shaiva Siddhanta. Agathiyar Jnanam, Bogar Sapta Kandam, Sivavakkiyam und Ozhivil Odukkam erschließen weitere tamilische Wege der Erkenntnis. Ihre unterschiedlichen Lehren sollten nicht unterschiedslos mit der devotionalen Sprache des Tiruppugazh gleichgesetzt werden. Ebenso bleibt der Advaita Vedanta des Kaivalya Navaneetam eine eigene Lehrtradition.
Zum vergleichenden Studium tantrischer Gottesverehrung und Bewusstseinslehre eignen sich Kamika Agama, Ajita Agama, Vijnana Bhairava Tantra, Shiva Sutra, Kularnava Tantra und Mahanirvana Tantra. Diese Verweise bezeichnen thematische Beziehungen, keine nachgewiesenen direkten Textabhängigkeiten.
Tiruppugazh in der eigenen Praxis

Die folgenden Anregungen verbinden die Lektüre mit dem Alltag. Sie sind heutige Praxisimpulse der Redaktion; die jeweils verlinkten Lieder geben ihren Ausgangspunkt an.
- Ein Lied langsam lesen. Beginne etwa mit Lied 13, Lied 31 oder Lied 36. Welche Bitte spricht dein eigenes Herz an?
- Den Klang hören. Höre eine tamilische Darbietung und lies die Umschrift mit. Rhythmus und Aussprache erschließen eine Seite des Werkes, die eine deutsche Prosaübersetzung nicht ersetzen kann.
- Eine Bitte in die Stille mitnehmen. Lass nach dem Lesen einige Minuten Meditation folgen. Ein schlichter Satz wie „Schenke mir die Liebe, die dich erkennt“ kann die Sammlung unterstützen.
- Freigebigkeit konkret werden lassen. Nimm die Mahnung aus Lied 23 auf. Teile Zeit, Aufmerksamkeit, Wissen oder eine materielle Gabe.
- Gemeinschaft suchen. Lied 39 bittet um Aufnahme unter die Liebenden. Gemeinsames Singen, Satsang und ein respektvolles Gespräch können die eigene Hingabe stärken.
Tiruppugazh verbindet die Wiederholung göttlicher Namen mit der Wahrnehmung eigener Beweggründe. Ergänzende Zugänge bieten Yoga und Meditation. Seine besondere Stimme bleibt jedoch die des tamilischen Murugan-Lobpreises.
Tiruppugazh hören: Videos
Muttaittaru – Sudha Ragunathan
Darbietung des in dieser Ausgabe als Lied 6 enthaltenen Hymnus; Veröffentlichung von Amutham Music. Die Melodie ist eine musikalische Interpretation des überlieferten Textes.
Skanda – Name und Bedeutung
Deutschsprachiger Yoga-Vidya-Vortrag zur Gestalt Skandas. Er ergänzt das Verständnis der religiösen Bildwelt und ist keine Tiruppugazh-Rezitation.
Subrahmanya – ein Name Murugans
Deutschsprachiger Yoga-Vidya-Vortrag zur Bedeutung von Subrahmanya.
Schluss: Die Bitte wird zum Weg
Tiruppugazh lässt den Menschen mit seiner Sehnsucht nicht allein. Das Herz kann unruhig sein, das Leben verworren und die eigene Kraft begrenzt – dennoch bleibt die Hinwendung möglich. Ein Lied beginnt dort, wo ein Mensch ehrlich wird. Es trägt seine Erfahrung vor den göttlichen Geliebten und bittet um das, was er sich selbst nicht geben kann: Klarheit, Gnade und bleibende Geborgenheit.
Murugans Speer leuchtet in den Liedern als siegreiche göttliche Macht. Für die persönliche Betrachtung kann er zugleich an die Kraft der Unterscheidung erinnern, die Täuschung durchdringt. Seine Füße werden zur Zuflucht, sein Name zum Gebet. Der Gesang führt vom zerstreuten Verlangen zu einer Liebe, die hören, lernen und geben möchte.
Vielleicht bleibt nach der Lektüre zunächst nur eine einzige Bitte im Herzen. Nimm sie mit in die Stille und lass ihr im Alltag eine freundliche Handlung folgen.
Möge das Studium des Tiruppugazh unsere Hingabe vertiefen. Möge es Mut schenken, die eigenen Bindungen zu erkennen, freundlich mit anderen umzugehen und den geistlichen Weg beharrlich zu gehen. Möge Murugans Gnade das Herz klären, und möge aus dem Lobpreis ein Leben in Liebe werden.
Siehe auch
Murugan und seine Verehrung
- Murugan, Skanda, Kartikeya, Subrahmanya, Kumara, Guha und Shanmukha
- Valli, Deivayanai, Vel, Pfau, Kanda Sashti und Kavadi
- Arunagirinathar, Arunagiri, Vallimalai Swamigal, Kripananda Variyar und Guruji Raghavan
- Shri Karthikeyan, Skanda-Sivananda und Swami Sivananda
- Tirumurukarruppadai, Kandar Anubhuti, Kandar Alankaram, Kandar Anatati und Tiruvaguppu
- Vel Viruttam, Mayil Viruttam, Seval Viruttam, Tiru Ezhu Kuttrirukkai und Kanda Shashti Kavacham
Tamilische Dichtung und geistliche Praxis
- Tiruvasagam, Tirukkovaiyar, Tevaram, Tiruvisaippa und Tirumantiram
- Tiruppavai, Nachiyar Tirumoli, Tiruvaymoli, Arputha Tiruvantati und Tiru Irattai Manimalai
- Agathiyar Jnanam, Bogar Sapta Kandam, Sivavakkiyam, Ozhivil Odukkam und Kaivalya Navaneetam
- Bhakti Yoga, Kirtan, Mantra, Japa, Sadhana, Guru und Gnade
Quellen und Editionshinweise
Textgrundlage und Umfang
Grundlage ist die vierteilige Unicode-Ausgabe bei Project Madurai. Sie wurde als vollständiger digitaler Bestand erfasst. Die Lieder 1–1325 und das eigenständige Zusatzwerk an Position 1326 sind vollständig nach dem verfügbaren lesbaren Wortlaut ins Deutsche übertragen. Die Lücke im fragmentarischen Lied 1305 ist auch in der herangezogenen Parallelquelle vorhanden; sie wird nicht durch erfundene Verse geschlossen. Die Originaldateien und die bearbeitbaren Arbeitsdaten sind im begleitenden Arbeitsarchiv enthalten.
- Project Madurai 180: Tiruppugazh, Teil 1, Nummern 1–330.
- Project Madurai 187: Teil 2, Nummern 331–670.
- Project Madurai 189: Teil 3, Nummern 671–1000.
- Project Madurai 191: Teil 4, Nummern 1001–1326. Nummer 1326 trägt ausdrücklich den Titel Tiru Ezhu Kuttrirukkai und wird hier als beigefügtes eigenständiges Werk behandelt.
Die elektronische Erfassung nennt A. S. Maniam für die Texteingabe, Mani Manivannan für die Unterstützung bei der Zeichenkonvertierung und K. Kalyanasundaram für die Web- und PDF-Aufbereitung. Die ursprünglichen Quellendateien einschließlich ihrer vollständigen Herkunfts- und Danksagungsvermerke bleiben im Arbeitsarchiv erhalten.
Abgleich und Lesarten
- Die fortlaufenden Positionen 93, 102, 203, 1141 und 1199 haben in Project Madurai fehlerhafte gedruckte Nummern. Die Stellung zwischen den Nachbarliedern wird hier zur Nummerierung verwendet; die Originalangabe bleibt in den Arbeitsdaten dokumentiert.
- Bei Lied 72 und 920 sowie einer weiteren Überschrift in Teil 2 stehen leere beziehungsweise wiederholte Überschriftsblöcke. Sie werden nicht als zusätzliche Lieder gezählt. Die vollständigen Wiederholungen von 801 und 922 werden je einmal wiedergegeben.
- An der Position 206 wiederholt Project Madurai den Text von 205. Hier wurde der eigene Text von Kaumaram 206: Entat tikaiyiṉum eingesetzt. Die Ergänzung ist auf der Textseite gekennzeichnet.
- Die Grundtexte der Lieder 6–40 wurden mit den entsprechenden Kaumaram-Seiten abgeglichen; in diesen Abschnitten folgt der abgedruckte Liedkörper deren Unicode-Wortlaut. Die musikalischen Vorangaben stammen weiterhin aus Project Madurai.
- Für Lieder 1–5 dient Project Madurai als Grundlage. Einzelne beschädigte Zeichen, insbesondere in 2 und 4, sind noch offen. Die entsprechenden Unsicherheiten sind in der Übersetzung gekennzeichnet.
- Im weiteren Bestand wurden schwierige Stellen gezielt mit Paralleltexten und Worterklärungen von Kaumaram, Tamil Surangam und Sivaya verglichen. Die jeweiligen Belege stehen unmittelbar an den Liedern. Außerhalb der ausdrücklich genannten Textkorrekturen bleibt der abgedruckte Tamiltext der Project-Madurai-Wortlaut; abweichende Lesarten, die einer deutschen Passage zugrunde liegen, werden vor Ort erläutert.
- In Lied 679 fehlen im Project-Madurai-Text zwei Gebetszeilen. Sie wurden nach Kaumaram, Lied 679 in Tamiltext, Umschrift und deutscher Übersetzung ergänzt; die unveränderte Vorlage bleibt im Arbeitsarchiv erhalten.
- In Lied 351 fehlen im Project-Madurai-Text der Übergang und eine Strophe. Diese Passage wurde nach Kaumaram, Lied 351 ergänzt und in allen drei Sprach-/Schriftfassungen entsprechend kenntlich gemacht.
- In Lied 230 wurden ausgelassene Schlusszeilen nach Sivaya, Lied 230 ergänzt. In Lied 799 wurde ein abgebrochenes Zeilenende nach Kaumaram, Lied 799 vervollständigt. Beide Korrekturen stehen auch in Umschrift und Tamil.
- Lied 1305 ist ein Fragment mit echten Textlücken. Die Punkte an diesen Stellen sind von den sonst üblichen rhythmischen Punkten zu unterscheiden. Die deutsche Fassung setzt dort ausdrücklich „[Textlücke]“; Kaumaram bestätigt den fragmentarischen Befund.
- Der übrige digitale Bestand enthält erkennbare Zeichenfehler aus älteren Schriftkonvertierungen. Diese werden nicht stillschweigend durch vermutete Wörter ersetzt. In der Umschrift sind nicht zuordenbare tamilische Codepositionen mit einem Zeichenhinweis kenntlich. Nicht druckbare Steuerzeichen werden in den Wiki-Texten sichtbar als „⟦Steuerzeichen U+…⟧“ angezeigt; die ursprünglichen Bytes bleiben in den Rohdaten erhalten. Offene Lesarten sind für eine spätere fachphilologische Prüfung sichtbar erhalten; technische Textabdeckung bedeutet hier keine Behauptung einer fehlerfreien kritischen Edition.
- Vorgegebene Punkte im Verssatz dienen überwiegend der rhythmischen Gliederung. Sie sind nicht automatisch Auslassungszeichen. Raga- und Tala-Angaben der digitalen Ausgabe bleiben als musikalische Zusatzangaben erkennbar; fehlende Zuordnungen werden nicht erfunden.
Übersetzung und Erläuterung
Die deutsche Fassung ist eine eigene, sprachlich und inhaltlich redigierte Studienübersetzung mit örtlich bezeichneten Unsicherheiten. Sie ist keine kritische Edition und kein vollständiger Handschriftenvergleich. Moderne tamilische und englische Erläuterungen wurden punktuell zum Verständnis von Worttrennungen und mythologischen Bezügen konsultiert, nicht als durchgehend übersetzte Kommentarvorlage übernommen. Erläuternde Überschriften, Einleitung, Lehrenabschnitt und Praxisanregungen sind redaktionelle Texte.
Der Anspruch auf Vollständigkeit bezieht sich auf den hier benannten digitalen Quellenbestand, nicht auf sämtliche in anderen Sammlungen zusätzlich geführten Lieder oder auf die traditionell genannten 16.000 Kompositionen. Alle 1326 Quellenpositionen haben eine deutsche Fassung, eine römische Umschrift und einen Tamiltext. Position 1326 ist ein eigenes Werk; sie erhöht die Liedzahl nicht auf 1326.
Das Zusatzwerk Tiru Ezhu Kuttrirukkai
Die Dichtung an Position 1326 ist eine eigenständige kunstvolle Zahlenkomposition Arunagirinathars. Sie entfaltet auf- und absteigende Zahlenfolgen von eins bis sieben, teilweise durch Wörter mit doppelter Bedeutung, und preist Murugan als Herrn von Eragam beziehungsweise Swamimalai. Die deutsche Fassung gibt ihren gesamten lesbaren Text wieder; die zahlenhaltigen Wortspiele lassen sich nicht vollständig ins Deutsche übertragen. Der Schluss nennt die sechs Silben, schreibt aber keine neue Mantraformel aus.
Weitere Quellen
- Kaumaram: Tiruppugazh – numerisches Verzeichnis, tamilische Grundtexte, Umschriften, Worterklärungen von Sri Gopala Sundaram und musikalische Verweise. Die aktuelle Nummerierung reicht über die ältere Project-Madurai-Ausgabe hinaus und ist nicht ungeprüft gleichzusetzen.
- Tamil Surangam: Tiruppugazh, beispielsweise Lied 1324, punktuell verwendete Paralleltexte und tamilische Erläuterungen; die konkreten Liedseiten sind jeweils in den Anmerkungen verlinkt.
- Sivaya: Tiruppugazh, Lied 230, für belegte Textlücken und Lesungen; genaue Liedadresse in der betreffenden Anmerkung.
- Thevaram Class: Vidam adaisu velai, Erläuterung der schwierigen mythologischen Bezüge des hier als Lied 5 wiedergegebenen Ganesha-Liedes; unterschiedliche Nummerierung und Zuschreibungsfrage sind dort sichtbar.
- Gnanapurani Madhvanath: Publication of Tiruppukal a Century Ago by V. T. Subramania Pillai: The Man and His Mission.
- N. V. Karthikeyan: The Esoteric Kandar Anubhuti, Einleitung zur Heiligenüberlieferung.
Bilder, Videos und Seminarangebote
Die drei verwendeten Bilder sind als vorhandene lokale Dateien im Yoga-Vidya-Wiki nachgewiesen. Urheber- und Lizenzinformationen sind auf ihren jeweiligen Dateiseiten zu beachten. Die drei Video-IDs wurden über öffentlich abrufbare Titel und Anbieterangaben geprüft; dies ist keine inhaltliche Prüfung jeder Aussage der Vorträge. Die Seminarfeeds wurden als lesbare RSS-Dokumente abgerufen. Prüfdatum der Bilder, Videos und ursprünglichen vier Feeds: 26. September 2026; die ergänzten Feeds zu Kundalini Yoga, Chakras und Energiearbeit wurden am 27. September 2026 geprüft. Die Seminarangebote behandeln verwandte Praxisgebiete; sie sind nicht durchgehend Tiruppugazh-Spezialseminare.
- ↑ In der Speisenaufzählung enthält die Project-Madurai-Vorlage am Ende der sechsten Liedzeile beschädigte Zeichen („தனமுலம்“). Der betreffende Ausdruck ist hier nicht sicher übersetzt; die Lücke wird nicht durch eine erfundene Speise ergänzt.
- ↑ Die Schlussbeschreibung des Kampfes steht auch in der Vorlage unter „Vinayakar“. Der Wechsel von Ganesha-Verehrung zur kriegerischen Bildwelt wird beibehalten. Einzelne beschädigte Zeichen der Körperaufzählung erlauben keine völlig sichere Wort-für-Wort-Zuordnung.
- ↑ Die zweite Liedhälfte spielt auf eine nicht allgemein bekannte Überlieferung um den Austausch der Kinder Krishna und Yogamaya und Ganeshas Schutz an. Die Bezüge der verkürzten tamilischen Wendungen bleiben teilweise unsicher; „Mutter“ gibt hier eine kontextuelle Deutung wieder.
- ↑ Die verdichtete Guru-Anspielung am Schluss berührt die shaivische Überlieferung um den Kurunta-Baum. Die genaue Verteilung der Bezüge auf Shiva, den Guru und Murugan ist sprachlich nicht eindeutig.
- ↑ Auch Kandi wird genannt; Worttrennung nach Kaumaram, Lied 13.
- ↑ Die geografisch und mythologisch verdichtete Ganga-Anspielung in der vorletzten Doppelzeile bleibt auslegungsbedürftig; „höchster Berg“ ist hier nicht als gesicherte Ortsbestimmung zu verstehen.
- ↑ Die Pfählungsanspielung gehört zu einer gegen Jainas gerichteten shaivischen Legendenüberlieferung und verbindet Murugan mit Sambandar. Sie wird als Aussage des historischen Hymnus übersetzt, nicht als erwiesener Geschichtsbericht oder als Befürwortung religiöser Gewalt.
- ↑ Hier spricht eine Mutter über die Gottesliebe ihrer Tochter. Die Liebesklage gestaltet religiöse Sehnsucht in der Bildwelt tamilischer Liebesdichtung; sie ist keine autobiografische Aussage über eine Tochter Arunagirinathars.
- ↑ Die kurze Tier- und Landschaftsaufzählung in der fünften Zeile ist in ihrer Worttrennung unsicher. Die Wiedergabe folgt ihrem Zusammenhang mit Vallis Hirsefeld.
- ↑ Die Landschaftsbeschreibung enthält in der digitalen Vorlage eine beschädigte Wendung. Die Abfolge von Wasserfall, Sandbank, Hain und Hirsefeld ist verständlich; einzelne Verknüpfungen bleiben vorläufig.
- ↑ Die knappe Schlusswendung über „caṟcamaya vittai“ lässt mehrere Deutungen zu. „Wahre geistliche Erkenntnis“ ist eine vorläufige Wiedergabe; die anschließende Segensdeutung soll den Kampfschilderungen keinen fremden Sinn unterschieben.
- ↑ Die gedrängten Klang- und Wortketten dieses Liedes sind teilweise mehrdeutig. Insbesondere die Verbindung um „añceḻuttu“ in der fünften Strophengruppe ist nicht sicher aufgelöst; „heiliger Name“ gibt hier nur den erkennbaren religiösen Sinnzusammenhang wieder.
- ↑ Die dritte Strophengruppe um „taṇṭam“ und „aṇṭam“ enthält eine schwierige Folge von Mehrdeutigkeiten. Ihr erkennbarer Sinn von Bedrängnis, Verwirrung und Furcht ist wiedergegeben; einzelne Wortbezüge bleiben offen.
- ↑ „Kukaram“ am Liedanfang und die verdichtete Beschreibung des kosmischen Raumes im zweiten Teil sind auslegungsbedürftig. „Inneres Heiligtum“ ist eine vorläufige Deutung, keine im Wortlaut gesicherte Gleichsetzung mit einem bestimmten Chakra.
- ↑ Die Reihe der Pflanzengestalten und Verwandtschaftsbilder im vorletzten Abschnitt ist stark verkürzt. Die Zuordnung auf Deivayanai und Valli folgt der vertrauten Bildwelt des Liedes; einzelne Bezüge bleiben vorläufig.
- ↑ Die stark verkürzte zweite Liedhälfte ist nicht in allen Satzbezügen sicher aufzulösen. Die Wiedergabe liest sie vorläufig als Schilderung des Kampfes mit dem im Meer Zuflucht suchenden Asura; der abschließende Bezug auf die „eigentliche Wirklichkeit“ bleibt mehrdeutig.
- ↑ Die dicht gefügte Gottesbeschreibung in der zweiten Hälfte enthält unklare Worttrennungen. Der Zusammenhang von Gifttrinken, kosmischem Tanz und Shivas Unergründlichkeit ist deutlich; nicht alle Zwischenbezüge sind gesichert.
- ↑ Der Schlussausdruck der digitalen Vorlage, „ūmait tēvarkaḷ“, ist nicht sicher erklärt. Die Wiedergabe „vor dem die Rede verstummt“ gibt eine mögliche sinngemäße Lesart wieder.
- ↑ Die Wendung „tāntiri caṅkat tamiḻ“ ist in der Worttrennung und Bedeutung nicht vollständig gesichert. „Kunstvolle, schwer zugängliche tamilische Dichtung“ ist eine vorläufige Wiedergabe; daraus wird keine bestimmte tantrische Ritualpraxis abgeleitet.
- ↑ „Maṉṟal kiri“, der Hochzeitsberg, wird in der traditionellen Erläuterung auf Vallimalai bezogen. Die Milch ist als die Milch Umas verstanden.
- ↑ Der „aus dem Krug geborene Weise“ ist Agastya. „Puṇṭarikar“ wird in den beiden Zusammenhängen unterschiedlich bezogen: zuerst auf den lotusgeborenen Brahma, später auf den lotusäugigen Vishnu. Der zweite Bezug ist in der stark verkürzten Wortfolge auslegungsbedürftig.
- ↑ Die Aufzählung der Angehörigen enthält stark verschliffene Wortverbindungen. Die genauen Verwandtschaftsgrade und der Bezug der Wendung über Hilfe und freundliche Worte bleiben teilweise unsicher.
- ↑ Das Lied stellt konventionelle Liebesklage und befreiendes Gotteslob einander gegenüber. Die Syntax der Shiva- und Agastya-Anrufung ist gedrängt; die Zuordnung von Fuß, Haupt und Unerkennbarkeit folgt dem Zusammenhang.
- ↑ Die erste Zeile der Anrufung Vallis lässt unterschiedliche Worttrennungen zu. Die Übersetzung gibt den erkennbaren Zusammenhang wieder: Murugan wirbt selbst demütig um Valli.
- ↑ Die erste Strophe schildert aus der Perspektive des Sprechers eine ausbeuterische Beziehung. Ihre polemischen Ausdrücke beschreiben die im Gedicht angerufene Situation; sie werden hier nicht zu Aussagen über Frauen insgesamt erweitert. Die Landschaftszeilen enthalten ein poetisch verdichtetes Bild von Fischreichtum und Perlen.
- ↑ Die dicht verschliffene erste Liedhälfte, besonders die Wörter über Schmuck, Versprechen und Fortweisung, ist nicht vollständig sicher aufzulösen. Die Wiedergabe folgt dem erkennbaren Gegensatz zwischen Verstrickung und liebender Ausrichtung auf Murugan. Auch einzelne Satzbezüge in der Kama-Schilderung bleiben vorläufig.
- ↑ Die genannten Bezeichnungen sind tamilische Dichtungsformen; die Übersetzung lässt die meisten Fachnamen stehen. Die Eröffnung der zweiten Hälfte wechselt von Murugans Zurechtweisung Brahmas zu Ramas Kampf. Der Ausdruck über den Erwerb wahrer Erkenntnis ist syntaktisch mehrdeutig.
- ↑ Der digitale Tamiltext enthält in „ataṉūṭē“ ein fremdes Zeichen; die Übersetzung folgt der leicht erkennbaren tamilischen Wortform „in ihm“. „Ōlam ōlam“ wird im Zusammenhang von Markandeyas Rettung als Ruf göttlichen Beistands verstanden; eine wörtliche Zuordnung des Rufes ist nicht eindeutig. „Vāraṇam“ bedeutet hier nach der traditionellen Worttrennung „Hahn“, nicht „Elefant“ oder ein Eigenname Deivayanai.
- ↑ Der Mangobaum gehört zur Überlieferung vom Kampf mit Surapadman, der diese Gestalt annimmt. „Der angemessene Weg“ gibt eine knappe, mehrdeutige Wendung über den für den leidenden Sprecher nötigen Heilsweg wieder.
- ↑ Die sechs Silben werden traditionell als das Murugan-Mantra Saravanabhava verstanden. Die Schilderung eines verborgenen Mittels ist Bestandteil der dichterischen Klage; das Lied nennt hier keine bestimmte Substanz. Die Ortsnamen sind teilweise verkürzte Formen längerer Tempelnamen.
- ↑ Die Frau im Haarnest ist Ganga. Die digitale Vorlage bietet beim Wort für „Lotus“ eine offenbar verderbte Form; der Kontext und die Parallelfassung stützen „puṇṭarīkam“.
- ↑ Die Schlussstrophe spielt auf die tamilische Überlieferung von Ukkira Kumara beziehungsweise Ukkira Pandya an: Murugan erscheint als Pandya-König und schlägt den Meru. Diese erzählte Identität ist eine religiöse Überlieferung, keine historische Gleichsetzung.
- ↑ Das Lied verbindet die Geschichte von Jalandhara mit Vishnus Verehrung Shivas und dem Empfang des Diskus. Die Einzelheiten dieser Erzählungen variieren in der Überlieferung. „Tiruvalluvars Wahrworte“ beziehen sich auf den Tirukkural.
- ↑ Die Silbenfolge in der zweiten Hälfte bildet Trommelklänge nach und wird deshalb als Lautfolge wiedergegeben. Einzelne Worttrennungen beim Aufmarsch und bei der Bitte der Asuras sind unsicher.
- ↑ Mehrere Wörter der Liebes- und Landschaftsbilder, insbesondere „pāḷitam“, wechseln je nach Worttrennung zwischen Stoff-, Duft- und Schmuckbezügen. Die Wiedergabe ist dort vorläufig; die Trommelsilben bleiben als Lautmalerei erhalten.
- ↑ „Takaram“ wird hier nach der traditionellen Auslegung auf den kleinen inneren Raum, Dahara Akasha, bezogen. Die Bitte um „das eine“ nennt nicht ausdrücklich ein bestimmtes Mantra; „das eine Wort“ ist eine kontextbezogene Ergänzung.
- ↑ Die Auslegung bezieht den sich vor Shiva verneigenden Sprecher der Anrufung auf Tirugnana Sambandar, der in der Murugan-Tradition mit Murugan verbunden wird. Diese Identifizierung steht nicht als Eigenname im Vers. Die Atem- und Blickpassage ist dichterische Yogasprache, keine ausgearbeitete Übungsanleitung.
- ↑ Die Bitte um dichterische Auszeichnung ist eng mit geistiger Einsicht verbunden; einzelne Satzanschlüsse bleiben mehrdeutig. Die fünf Silben bezeichnen Namah Shivaya. Eine Gleichsetzung dieser fünf Silben mit dem einsilbigen Pranava wird in der Übersetzung nicht vorgenommen.
- ↑ Die Wortfolge über Verbrennung, Wasser und das Ende trügerischer Rede ist nicht ganz sicher gegliedert. Die Übersetzung versteht sie als verdichtete Darstellung von Tod und Bestattung.
- ↑ Die anatomische Bildfolge ist stark verdichtet; besonders die Zeile vor den Schenkeln bleibt in der Worttrennung unsicher. Die Schlussanrufung gilt Valli und Deivayanai. Trommel- und Instrumentalsilben sind lautmalerisch wiedergegeben.
- ↑ „Nili“ bezeichnet hier ein überliefertes Bild täuschender Verstellung. Die Schlusszeilen der digitalen Vorlage enthalten eine beschädigte Zeichenfolge; „Mondträger“ folgt dem erkennbaren Namen „candraśekhara“ beziehungsweise seiner tamilischen Form. Die Erzählung von Ganeshas Niederschrift wird in der örtlichen dichterischen Gestalt des Verses belassen.
- ↑ Dieses Lied besitzt ungewöhnlich stark verschliffene Wortformen. Besonders die Verbindung der Süßigkeitsvergleiche mit Shiva und der Göttin sowie das abschließende Bienenbild sind vorläufige Lesarten. Sie folgen der traditionellen Worttrennung, ohne die grammatische Unsicherheit aufzulösen.
- ↑ Die dicht gefügte letzte Strophe ist in der Zuordnung von Erscheinung, Bitte und Schutzgeste nicht vollständig eindeutig. Die „vom Elefanten behütete Göttin“ ist Deivayanai; die Übersetzung bewahrt die indirekte Bezeichnung des Tamiltextes.
- ↑ Die wiederkehrenden Bildungen auf „-kāra“ verleihen der zweiten Hälfte den Charakter einer rhythmischen Namenslitanei. „Du dienst der Jägertochter“ bewahrt den auffälligen Ausdruck „vēlaikkāra“ für Murugans liebendes Werben um Valli.
- ↑ Die traditionelle Erläuterung erkennt im eingeschlossenen Dichter Nakkirar und in seinem Lob das Tirumurukarruppatai. Diese Zuordnung erläutert die Anspielung; der Vers selbst nennt weder Dichter noch Werk ausdrücklich.
- ↑ Die tamilische Vorlage druckt dieses Lied versehentlich nochmals als Nr. 92; hier folgt es als Nr. 93 der fortlaufenden Zählung. Die Anspielung auf die tamilische Dichtungslehre wird traditionell auf Murugans Erscheinen als Rudrasanman und auf die Auslegung des Iraiyanar Akapporul bezogen. Diese erzählerische Ausdeutung ist nicht mit dem wörtlichen Text gleichzusetzen.
- ↑ In der ersten Hälfte sind einzelne Zeichen der digitalen Vorlage beschädigt; „āṉanta“ (Glückseligkeit) und die Wendungen über Feuer und Nektar werden nach dem Paralleltext gelesen. Die Beschreibung gehört zur Bildsprache des Shiva Yoga mit innerem Feuer, Atem, Mond und Amrita. Dass Gifttrinken und Todesüberwindung hier der Göttin zugeschrieben werden, bleibt als Besonderheit dieser Anrufung erhalten.
- ↑ Die Schlachtschilderung ist lautmalerisch und stellenweise in der Worttrennung unsicher. Die Übersetzung bewahrt ihre drastischen Bilder. „Dem südlichen Reich entgegen“ verweist auf Yamas überlieferte Zuordnung zum Süden.
- ↑ Die Wendung über den „nördlichen Berg“ ist im unmittelbaren Text nicht durch einen Eigennamen bestimmt. Sie wird hier nicht ohne weiteren Nachweis mit einem einzelnen mythologischen Berg gleichgesetzt.
- ↑ Die Anrufung mit „kantaram“ und „cinturam“ ist besonders mehrdeutig. Die vorläufige Wiedergabe folgt dem Bild der Umarmung Deivayanais; die zusätzliche Deutung als Aufenthalt in der Herzenshöhle wird nicht in den Vers hineingeschrieben. Der Freund im Feld wird traditionell als Narada, der Kruggeborene als Agastya erklärt.
- ↑ Die gedrängte erste Strophe lässt mehrere Bezüge zwischen Blick, Denken, Verlangen und beschwichtigender Rede zu. Die Wiedergabe ist eine vorläufige syntaktische Lesart.
- ↑ Im Eingang enthält die digitale Vorlage eine beschädigte Form von „ūṟi“; der Sinn „aus dem Samen hervorgegangen“ ist erkennbar. In der Lichtanrufung wechseln mögliche Satzbezüge zwischen Murugan und Shiva. Valli als „schöne Erkenntnis“ ist eine im Wortlaut angelegte religiöse Deutung, nicht bloß ein äußerer Schönheitsvergleich.
- ↑ Die erste Hälfte spricht über die liebeskranke Jägertochter und bittet um Murugans Nähe. Mondhitze, brennender Wind und der Spott anderer gehören zur tamilischen Sprache der Liebestrennung.
- ↑ „Sonakam“ bleibt als historischer Landesname unübersetzt; eine genaue moderne geografische Entsprechung wird hier nicht festgelegt. Project Madurai druckt dieses Lied irrtümlich nochmals als Nr. 101; die fortlaufende Position ist 102.
- ↑ Die Reihe der Vergleiche für die Augen ist bewusst übersteigernd. In der Passage über Kama und den Verbrenner der drei Städte sind die grammatischen Beziehungen nicht völlig sicher. „Iru“ am Beginn der Blumengirlandenfolge wird hier als Bestandteil der traditionellen Lesung „iru-vēli“ verstanden; die Pflanzenbezeichnungen bleiben teilweise tamilisch.
- ↑ Die zweite Hälfte verbindet Murugan mit der shaivischen Sambandar-Überlieferung: Heilung des Pandya-Königs, Streit mit Jainas, die Erzählung ihrer Pfählung sowie die Schriftprobe im Fluss. Dies ist die konfessionelle Perspektive des Gedichts, kein unabhängiger Nachweis der berichteten Ereignisse. Die traditionelle Erklärung bezieht die drei Lebensbereiche auf den Tirukkural und die überragende Dichtung auf das Tevaram. Die entsprechende Wertung wird dem Text zugeordnet. Das Wort für Wasser beziehungsweise Fluss und der genaue Vergleich sind sprachlich schwierig; die Übersetzung folgt vorläufig dieser Lesart.
- ↑ „Kaṇi“ wird hier nach der Worterklärung auf Kaumaram als Vengai-Baum verstanden, „die Frucht des Berges“ als Valli. Die Wortfolge „paṇi appu aṇi“ bedeutet nach dieser Trennung „mit Schlange und Wasser geschmückt“; die zusammengeschriebene Form kann zunächst wie eine Wiederholung von „sich verneigen“ aussehen.
- ↑ Die kosmische Aufzählung enthält mehrere traditionelle Bezeichnungen mit auslegungsbedürftiger Worttrennung. „Viṇṭu“ wird als Bergbezeichnung verstanden. Die Project-Madurai-Form „maṟai ayaṉa“ ist auffällig; die Übersetzung folgt hier Kaumaram 106 mit „maṟai eṉa“ (als Veden). Der Ausdruck über die Erkenntnis bezeichnet eine innere Erfahrung; eine einzelne philosophische Schule wird ihm nicht nachträglich zugeordnet. Die lange Trommelfolge ist vollständig als Lautmalerei wiedergegeben.
- ↑ Einige Wörter der Schmuckfolge, besonders beim Auflegen von Ketten und Girlanden, bleiben unsicher. Der Ausdruck über Schlange und Pfau ist eine ikonografische Verdichtung; die Übersetzung entfaltet ihn vorsichtig als Stand des Pfaues auf der Schlange.
- ↑ Die Beinamen der Geliebten am Beginn der Anrufung und der Bezug des Asura auf den Berg sind wegen dichter Wortverschleifungen nicht in allen Einzelheiten gesichert.
- ↑ Der Vina-Meister wird als Narada verstanden. Die Wendung über Opfer und geistige Sammlung ist syntaktisch nicht eindeutig; sie ist hier als Bitte um einen Murugan gewidmeten Lebenswandel wiedergegeben. Die abwertende Beziehungsschilderung bleibt die Stimme der historischen Entsagungsdichtung.
- ↑ Die Frage ist nach der Worterklärung zu Lied 114 eine dringende, auch vorwurfsvolle Bitte um Erhörung. Die Bedingung „wenn du sie nicht erhörst“ entfaltet einen im knappen Tamilzusammenhang vorausgesetzten Gedanken. Der Asura-Töter der folgenden Anrufung ist Ganesha; Murugan wird als dessen Bruder angesprochen. Der Gottesname „Āṟumukam“ wird im Tamiltext sechsmal wiederholt; dies bleibt im Deutschen erhalten.
- ↑ Eine beschädigte Zeichenfolge am Ende der zweiten Strophe der Project-Madurai-Vorlage wird nach dem Paralleltext als „von Krankheiten umgeben“ gelesen. In der letzten Strophe überlagern sich Rama-, Vishnu- und Göttinnenbezüge; die lotusgebundene Beschreibung wird nicht ausschließlich auf eine einzelne Erzählung festgelegt. Die traditionelle Erklärung liest die Veden- und Tamil-Passage auch als Sambandar-Anspielung.
- ↑ Der Vers ist als Bitte für eine liebeskranke Frau gestaltet. Er nennt ausdrücklich vier Pfeile; dies wird nicht zur sonst üblichen Fünfzahl geändert. „Ross des Om“ folgt der Bezeichnung „ōkāra pari“ für den Pfau. Einzelne Worte über Trost, Schicksal und die Veden bleiben syntaktisch unsicher.
- ↑ „Kaveri Sevakan“ wird als Personenname belassen; die traditionelle Erläuterung nennt ihn einen Murugan-Verehrer und örtlichen Herrn von Kalisai. Weitergehende biografische Angaben werden aus dieser knappen Nennung nicht abgeleitet.
- ↑ Der Verwandtschaftstitel „maittuṉa“ hat mehrere Bedeutungen. Weil der Vers die Beziehung zu Kama nur knapp nennt, bleibt die Übersetzung bei „Verwandter“. Die abschließende Verbindung von Wohnstätten, Welten und Palani ist ebenfalls auslegungsbedürftig.
- ↑ Die traditionelle Erklärung versteht dieses Lied als Rede der Mutter einer sehnsüchtigen Liebenden. Die Übersetzung folgt diesem Sprecherwechsel. Die Bambusperlen gehören zur poetischen Landschaft und werden nicht als naturkundliche Behauptung erklärt.
- ↑ Die Tempelnamen bezeichnen hier Aufenthaltsorte Shivas, des Vaters Murugans; Kazi ist Sirkazhi, Maraikkadu Vedaranyam. Die Fische, die gegen Sterne kämpfen, sind ein übersteigertes poetisches Bild für die Fülle der Landschaft. Zur Worttrennung wurde die Erläuterung zu Lied 121 herangezogen.
- ↑ Die eng gefügte Anfangsformel „ulaka pacu pāca tontam“ verbindet Welt, gebundene Seele und Bindung; ihre genaue syntaktische Gliederung bleibt offen. Die Pflanzennamen werden belassen. Das Wasser im Haarschmuck Shivas verweist auf die Ganga.
- ↑ „Uyarvariya“ wird hier im Zusammenhang mit der Bitte um Ende der Wiedergeburt als „schwer zu überwinden“ verstanden. Die Lesart und die Wendung über das Schenken von Dichtung sind nicht vollständig gesichert. Die Schlussanrufung kehrt das Dienstverhältnis liebevoll um: Murugan dient Valli.
- ↑ Die „beiden Arten von Karma“ sind gutes und schlechtes Karma, die beide an Wiedergeburt binden. Die dichte Reihe der Gottheiten in der Tanzstrophe wird nach der traditionellen Worterklärung auf Vishnu, Brahma und den mit Maheshvari verbundenen Rudra bezogen; sie verehren Shiva als Tänzer. Der genaue grammatische Bezug dieser Namen ist auslegungsbedürftig.
- ↑ Die Worttrennung der Landschaftsschilderung ist in der benutzten Textgrundlage unsicher. Die Übertragung folgt ihrem erkennbaren Zusammenhang von bewässerten Feldern, Blüten, Bienen, Muscheln und Perlen; ergänzend wurde die Worterklärung zu Lied 125 verglichen. „Kann eine solche Verbindung die meine sein?“ bewahrt den bittenden Fragesatz des Originals.
- ↑ Der erste Teil überbietet geläufige Augenvergleiche: Meer, Bienen, Lotus, Gift, Fisch, Reh, Pfeil, Mango, Speer, Yama, Schwert und Chakora unterliegen der Macht des Blicks. Die Wiedergaben „verblassen“ und „zurechtschleifen“ bleiben angesichts der verdichteten Verben unsicher. Der Project-Madurai-Text enthält bei „irappavaṉūṇāk“ eine Zeichenstörung; die Übersetzung folgt hier dem ungestörten Paralleltext. Rudrajanman verweist auf eine Murugan-Legende um die Auslegung der tamilischen Liebespoetik, nicht auf eine historisch gesicherte Verfasserschaft Murugans. Die drei tamilischen Künste sind Dichtung, Musik und Schauspiel. Die bildhafte Perlenlandschaft wird als Dichtung belassen.
- ↑ Einzelne Namen und Attribute Ganeshas am Anfang sind stark verschliffen; „gebrochener Stoßzahn“ ist eine kontextuelle Lesung. Der Bezug von „vara nati“ in der Schlussstrophe bleibt unsicher: Hier wird es als der heilige Fluss im Haarschmuck Shivas verstanden. „Die Welt“ ergänzt das im Umlaufbild vorausgesetzte Ziel.
- ↑ Der jüngere Kämpfer ist in der traditionellen Erklärung Sugriva, Valis Bruder, den Rama unterstützt. Die genaue Verknüpfung der Rudras, des Leuchtens und der Halle in der Schlussstrophe bleibt syntaktisch unsicher. „Diamantfest“ gibt das Bild „vajra“ wieder.
- ↑ Das „Anrecht“ der Schakale und des Feuers ist ein drastisches Bild der Vergänglichkeit des Leibes. Die Wortfolge über Nähe, Erkenntnis und Verbundenheit kann auch die Vereinigung mit den göttlichen Füßen beschreiben; die vorliegende Übertragung entfaltet sie als deren Gabe.
- ↑ Die Formulierung mit „hundert Jahren“ ist ein dichterisches Bild des langen, vergeudeten Lebens; sie begründet keine Aussage über das Lebensalter Arunagirinathars. Die genaue Anbindung des Schlangen- und Juwelenschmucks an den Göttinnennamen ist unsicher.
- ↑ Der Wortlaut „civapatapattē“ ist verdichtet und textlich nicht völlig sicher. Die Übersetzung versteht die Bitte als festen Halt an Shivas Füßen. Auch die knappe Verbindung von Tripura und Berg am Beginn der Anrufung lässt mehrere Gliederungen zu.
- ↑ Das „Gift“ der ersten Strophe wird in der traditionellen Erklärung auf den Speichel beim Küssen bezogen. Die Schlusszeile spielt polemisch auf die Erzählung von der Pfählung von Jainas im Umkreis Sambandars an; die Haarentfernung kennzeichnet hier Jaina-Asketen. Die Übersetzung bewahrt den anstößigen Wortlaut, ohne die Beschimpfung zu übernehmen oder die legendäre Erzählung als gesichertes historisches Ereignis darzustellen. Das Verb „kaṇṭu“ heißt zunächst „gesehen habend“; die stärkere kausative Auslegung des modernen Kommentars wird nicht in den Haupttext hineingetragen.
- ↑ „Zu einem Einzigartigen“ folgt „oruttaṉām vakai“; welche Art der Auszeichnung gemeint ist, bleibt offen. „Miṭi“ bezeichnet Armut oder bedrängenden Mangel. Die Verheißung gehört zur devotionalen Rede des Liedes und ist keine Zusage materiellen Erfolgs durch bloße Rezitation. Die Zeichenstörung im Namen Vayalur in der elektronischen Vorlage wird in der Übersetzung sinngemäß aufgelöst.
- ↑ Die traditionelle Erklärung erkennt im Dichter von Pukali beziehungsweise Sirkazhi Sambandar, der hier mit Murugan verbunden wird. Der Botengang Shivas gilt Sundarar und Paravai. Die „sechs Wege“ werden dort als Verehrung von Surya, Ganesha, Murugan, Shiva, Vishnu und Shakti erklärt. Die Übersetzung bewahrt die Selbstanklage des sprechenden Ichs; sie ist keine Abwertung von Menschen, die auf Nahrungshilfe angewiesen sind.
- ↑ Bei der Aufforderung an die Frauen und im Wort für das Versinken enthält Project Madurai Zeichenstörungen; die Übersetzung folgt dem Paralleltext. Vishnus „Lager“ ist das Banyanblatt. Die vom Elefanten genährte Frau ist Devasena beziehungsweise Deivayanai; der Gemahl Vallabhais ist Ganesha. Die Lotus-Anrufung verweist auf Murugans Erscheinen im Saravana-Teich.
- ↑ Die dichte Landschaftsstrophe ist in der Worttrennung unsicher, besonders die Verbindung von „paṇai“, Mangofrüchten und Fischen; die Übersetzung gibt die erkennbaren Bildelemente wieder. Die ungewöhnliche Lippenbezeichnung am Anfang der Valli-Anrufung wird kontextuell als Vergleich mit der roten Ilavam-Blüte gelesen. „Pranava“ bezeichnet Om.
- ↑ Die Übertragung der ersten Strophe folgt der erkennbaren Bildfolge; in der Project-Madurai-Fassung sind einzelne Wörter gestört. Der Paralleltext mit Erläuterung wurde deshalb verglichen. Die Schlussstrophe verbindet Murugan mit Sambandar: Umas Milch wird als Gabe geistiger Erkenntnis verstanden, aus der seine tamilischen Hymnen hervorgehen. Diese Deutung wird hier erläutert, ohne „Milch“ im Übersetzungstext durch eine abstrakte Lehrformel zu ersetzen.
- ↑ Die Bezeichnungen der philosophischen und religiösen Gruppen sind gedrängt und teilweise mehrdeutig. „Turukkar“ bleibt als historisches Tamilwort stehen; es bezeichnet in solchen Zusammenhängen gewöhnlich als „Türken“ beziehungsweise Muslime wahrgenommene Gruppen. Kapila und Kanada werden traditionell mit Sankhya und Vaisheshika verbunden; „Weltlichkeitslehrer“ gibt „ulakāyar“ wieder, gewöhnlich Lokayata. Die genaue Abgrenzung von „vāma payiravar“ sowie die Deutung von „viruttar“ als „die Alten“ bleiben unsicher. Das Lied bietet eine polemische Außenperspektive, keine sachliche Darstellung dieser Traditionen. Auch die heftige Kriegsszene wird als religiöse Dichtung bewahrt.
- ↑ Das Bild der bis zum Ohrgehänge reichenden Augen ist eine dichterische Übersteigerung. „Itaṇ“ bezeichnet hier den erhöhten Stand zur Bewachung des Feldes. Der im Lied genannte Shiva-Berg gehört zum Palani-Zusammenhang.
- ↑ Die traditionelle Worterklärung erkennt im abgetrennten Haupt Brahmas Schädel, in der Schlange Adishesha und im Shiva-Berg Palani. Sie gliedert die Schlusszeile als Valli-Anrufung mit Shri beziehungsweise Lakshmi als Mutter; diese Verwandtschaftslesung ist traditionsgebunden. Einzelne Vergleiche in der ersten Hälfte und die genaue Worttrennung des Pfauenumlaufs bleiben unsicher.
- ↑ Die bildreiche Körperbeschreibung und die Reihe kosmischer Wesen im Trommelabschnitt sind in ihrer Worttrennung teilweise unsicher, besonders „paṇi pataṅkayam“. Die lautmalenden Silben stehen im Liedkörper und werden deshalb hier bewahrt; sie sind keine zusätzliche Mantraempfehlung.
- ↑ Die Anrufung der Göttin und die Verbindung des Flusses mit dem Bergkönig sind sprachlich unsicher. Die Übertragung folgt dort der traditionellen Worterklärung, ohne die knappe Passage zu einer ausführlichen Legende auszubauen.
- ↑ Der Vergleich mit trockenem Ingwer folgt „cukkatu pōlē“. Ob die letzte Anrufung „Kind Shankaris“ oder „Kind des Herrn Shankaris“ zu gliedern ist, bleibt unsicher; die zweite Lesung wird hier gewählt.
- ↑ Die Anfangszeile und das erste Glied der Körperaufzählung sind textlich nicht ganz sicher. Die Übersetzung wahrt den Zusammenhang von Weltbindung, Leib und Verlangen.
- ↑ Die Hausgenossen werden in der traditionellen Erklärung als die fünf Sinne verstanden. Puliyur bezeichnet hier Chidambaram. Die drastische Betrachtung des Körpers dient der Entsagung; sie ist von einer medizinischen Beschreibung zu unterscheiden.
- ↑ Mehrere Krankheitsbezeichnungen und die dicht gereihte Brustbeschreibung bleiben lexikalisch unsicher; sie werden nicht als medizinisch genaue Fachbegriffe behandelt. Die Schlussstrophe verweist auf die Erzählung, in der Ganesha Murugans Annäherung an Valli unterstützt.
- ↑ Das Lied nutzt mehrfach dieselben Lautfolgen mit wechselnder Worttrennung. Diese Wortspiele sind im Deutschen nicht gleichwertig nachzubilden. Die Gliederung der Palani-/Parvati-Anrufung folgt der traditionellen Worterklärung. „Hunde gleich“ ist die Selbsterniedrigung des dichterischen Ichs.
- ↑ Die Reihenfolge der Buchstaben folgt dem Original: A, M, U; gemeint ist die Gestalt des Pranava. „Vijayagiri“ wird als Name belassen, da seine genaue Zuordnung hier nicht gesichert ist. Auch der letzte Göttinnenbeiname „vipina kemani“ bleibt sprachlich unsicher und ist sinngemäß wiedergegeben.
- ↑ Die traditionelle Erklärung bezieht die Dichterstrophe auf Sambandar in Madurai und die Schlusswendung auf Vayalur. Die grausame Szene ist Teil shaivischer Legendenpolemik und wird nicht als historische Feststellung oder religiöse Handlungsnorm übernommen. „Der heilige Laut“ ist hier Om; die Aussage des Originals ist sehr knapp.
- ↑ Zur Entschlüsselung der knappen Verwandtschaftsketten und Legenden wurde die traditionelle Worterklärung verglichen: Haris „Schiff“ ist die Schlangenlagerstatt; der Schwanenreiter ist Brahma; Vijaya ist Arjuna; der opfernde Weise ist Narada. Die Flussprobe und die Wiederbelebung Pumpavais gehören zur Sambandar-Überlieferung. Die Jaina-Polemik wird als historische Stimme dieser Dichtung gekennzeichnet, nicht als Tatsachenbericht oder Billigung von Gewalt. Einige Wortverbindungen der ersten Strophe und der Berg-Anrufung bleiben unsicher.
- ↑ Die Hüftvergleiche beziehen sich auf die ausgebreitete Haube der Schlange und die Form eines Wagens. Einzelne Anrufungen mit dem Wort „Berg“ sind syntaktisch nicht sicher; die Wiederholung wird beibehalten.
- ↑ Die Verbindung der Schöpfer-Anrufung mit dem Kampfabschnitt ist nicht eindeutig. „Achtfach“ folgt dem knappen „eṭṭu“ in der Duftbeschreibung; die einzelnen Bestandteile werden nicht aus dem Text rekonstruiert. Der Ort „ceyppati“ wird im Werkzusammenhang als Vayalur verstanden.
- ↑ Der Wettlauf mit Ganesha wird im Lied in eigener dichterischer Verkürzung erzählt. Die Namensreihe Virai, Kalisai und Palani wird beibehalten; sie wird nicht zu einem einzigen Ort zusammengezogen.
- ↑ Die besonders dicht gefügte Bildfolge wurde mit der Worterklärung verglichen. Einzelne Schmuck- und Farbwörter bleiben unsicher. Der letzte Fragesatz ist knapp; „mein Halt“ macht seinen entsagungsbezogenen Zusammenhang sichtbar. Die Rhythmussilben gehören zum Grundtext.
- ↑ Die traditionelle Erklärung bezieht den Wald auf Khandava und den Wagenlenker auf Krishna. „Pēṭi“ spielt hier auf Arjunas verborgenen Aufenthalt als Brihannala an; die historische Bezeichnung lässt sich nicht eindeutig mit heutigen Geschlechtskategorien gleichsetzen. „Cūrai“ wird hier als Bedrängnis gelesen, nicht als der Dämonenname Sura.
- ↑ Die Reihe „nica tēva laṅkiruta … viñcai karuviḷai kōvē“ ist sprachlich unsicher; die Übertragung gibt den erkennbaren Lobpreis von Göttlichkeit, Schmuck und Wissen wieder. Die übrige Bitte um „Gnade, Erkenntnis und Freude“ bildet den klaren Mittelpunkt des Liedes.
- ↑ Die Zeilen über Leib, Leben, Erkenntniswerkzeuge und die drei Gunas sind syntaktisch mehrdeutig. Die Übertragung wahrt die Bitte um Befreiung, legt aber keinen bestimmten yogischen Ablauf fest. Der „kleine Weise“ ist Agastya.
- ↑ Der Eiter- und Verwesungsabschnitt ist eine traditionelle Betrachtung der Vergänglichkeit. „Kaṅku“ ist als Geier wiedergegeben; einzelne Bezeichnungen des Liebesverlangens bleiben unsicher.
- ↑ „Turiya“, der vierte Zustand, und „advaita“, Nichtdualität, stehen ausdrücklich im Tamiltext. Die Beschreibung der Leibesentstehung gibt die traditionelle Vorstellung wieder. Bei „uṭa taricam“ und „oṉṟu vaṟkaram“ ist die Worttrennung unsicher; zur sinngemäßen Wiedergabe wurde die Worterklärung verglichen. Diese versteht die letzte Wendung als machtvolle Strahlung des sechssilbigen Namens Saravanabhava. Die nichtduale Aussage bleibt in ihrem shaivischen Murugan-Zusammenhang.
- ↑ Die Gliederung der Vibhishana-Hanuman-Passage ist unsicher, insbesondere der Bezug der Wendung „vor dem Rufen“. Der Sonnensohn ist Sugriva. „Manus Ordnung“ gibt die historische Selbstbezeichnung des Verses wieder, ohne sie als heutige Sozialordnung zu empfehlen.
- ↑ Die traditionelle Erklärung liest die Vereinigung als die von individueller Seele und höchstem Selbst. Das Bild des Pferdes folgt der dortigen Gliederung „ñāṉa mā viñcai“; der Wortlaut ist verdichtet. Für die Jägertochter wird die klare Parallel-Lesung „vēṭam peṇ“ statt des gestörten „vēlam peṇ“ der Grundlage verwendet. Die fünffache Göttin wird traditionell auf Adi-, Para-, Ichchha-, Kriya- und Jnana-Shakti bezogen.
- ↑ Die Wortfolge der Familienaufzählung ist unsicher; die erkennbaren Beziehungen sind wiedergegeben. „Die Wirklichkeit, deren Anfang das A ist“ kann auf den Pranava bezogen werden. Die Bildfolge um Krishna und den Elefanten gehört jeweils einer anderen Erzählung an: Der Elefant ist Ganeshas Hilfe bei Murugans Werbung um Valli.
- ↑ Der Liedtyp ist eine Bitte für eine von Trennung gequälte Liebende; die traditionelle Erklärung hört hier die Stimme ihrer Mutter. Für „Girlande“ wird die klare Lesung „piṇaiyal“ des Paralleltextes verwendet. Der gefangene Lotusbewohner ist Brahma, die himmlische Geliebte Deivayanai, das eine Wort Om.
- ↑ Die knappe Elefantenzeile ist nicht vollständig eindeutig; die Übertragung nimmt den Zusammenhang mit Ganeshas Annäherung an Valli auf. Die beiden gleichlautenden Wörter „ayil/mayil“ der Schlusszeile bezeichnen Speer und Pfau.
- ↑ Die historischen Krankheitsnamen sind nicht sicher auf heutige Diagnosen abzubilden; mehrere Wiedergaben bleiben annähernd. Die Fisch-Palmen-Szene ist dichterische Überhöhung. Die Bitte ist religiöse Dichtung, keine Empfehlung, Erkrankungen ohne medizinische Hilfe zu behandeln.
- ↑ Die Bitte gibt historische Vorstellungen von einer günstigen Wiedergeburt wieder, einschließlich ihres wertenden Blicks auf Behinderung und Herkunft. Diese Vorstellungen werden nicht als heutiges Urteil über den Wert oder die geistige Möglichkeit eines Menschen übernommen. „Paṭalai“ ist im Kampfzusammenhang als Berg verstanden; die Lesung bleibt unsicher.
- ↑ Die dichte Lobesreihe für Kaveri Sevakan enthält unsichere Worttrennungen; die erkennbaren Vergleichsbilder werden bewahrt. Pari steht als dichterisches Beispiel der Freigebigkeit. Die Erwähnung Valis beim Quirlen des Meeres folgt dem Lied und wird nicht nach anderen Erzählfassungen geändert.
- ↑ Die zwölf „Namo nama“-Anrufungen werden jeweils mit „Verehrung, Verehrung“ wiedergegeben. Nada, Bindu und Kala bezeichnen hier kosmologische beziehungsweise mantrische Prinzipien. Die Schlussstrophe spielt auf Cheraman Perumal und Arurar sowie das Tirukkailaya Jnana Ula an; die knappe Verbindung „ādi anta ulā“ bleibt in der genauen Titelgliederung unsicher. Verglichen wurde der Paralleltext zu Lied 170.
- ↑ Die Worterklärung wurde zur Passage über Scheingelehrsamkeit und zur Sambandar-Anspielung verglichen. Champu verbindet Prosa und Verse. Die Heilung des Pandya-Königs und die Pfählung der Jainas gehören zur hagiografischen Erzählung; der polemische Ton ist der des historischen Liedes.
- ↑ Die Lesung „aṉṉai tayā“ für das mütterliche Erbarmen und die historischen Anspielungen wurden mit der Worterklärung verglichen. Der tamilische Dichter ist Sundarar, seine Gefährtin Paravai; der Reis verweist auf die Kundaiyur-Legende. Der himmlische Elefant ist Airavata, die von ihm aufgezogene Frau Deivayanai.
- ↑ Die Milch-Unterweisung wird im Werkzusammenhang mit Sambandar verbunden. Einige Wörter über die Liebesblässe und die erste Silbe sind syntaktisch unsicher; die Übertragung hält sich an die erkennbaren Bilder.
- ↑ Die Selbstanklage enthält mehrere unsichere Wortverbindungen, besonders bei Ansehen, Unreinheiten und Elementen. Die ausdrücklich genannte Fünfzahl der Unreinheiten wird nicht zur häufigeren Dreizahl geändert. Auch die abschließende Pflanzen- und Fruchtfolge ist nur sinngemäß gesichert.
- ↑ Die Eingangsstrophe führt übersteigerte Anreden an geizige Gönner vor. „Jivaka“ und „Bezwinger Pakas“ werden als Namen beziehungsweise Titel belassen; der letztere ist ein Beiname Indras. Einzelne Wörter über das Wegwerfen von Gedichten bleiben unsicher.
- ↑ Der meertrinkende Weise ist Agastya, der achtäugige Lotusbewohner Brahma. Die Fassung nennt zunächst acht, später sieben Meere; diese Zahlen werden unverändert wiedergegeben. Die Fruchtgeschichte ist in dieser Hymne knapp und eigentümlich erzählt. Verglichen wurde der Paralleltext.
- ↑ Die Joghurt-Seil-Passage ist in der genauen Handlungsfolge unsicher; sie wird als Krishna-Anspielung ohne zusätzliche Einzelheiten wiedergegeben.
- ↑ Die zwölf „Namo nama“-Rufe werden vollständig beibehalten. Die dichte Namensreihe wechselt von Shiva zu Uma; die Übersetzung macht diesen Übergang ausdrücklich. „Pōtavaṉ“ ist hier als der auf dem Lotus sitzende Brahma verstanden.
- ↑ „Devavanga“ wird als im Text enthaltener Bergname belassen; seine genaue Zuordnung ist nicht gesichert. Der Weise vom Berg der Südbrise wird im tamilischen Traditionszusammenhang als Agastya verstanden. Die syntaktische Verbindung der Dichter- und Guru-Anrufungen bleibt teilweise unsicher.
- ↑ Der Beginn über den Eintritt in die Geburt und die Schlussbezeichnung Haris als Freund des höchsten Zustandes sind syntaktisch unsicher. Die Erzählfolge verbindet Rama und Krishna als Gestalten Vishnus. „Shri“ bezeichnet in der Waldszene Sita.
- ↑ Die Wendung über geordnete Vorhaben ist mehrdeutig. Die Nennung von Manus Ordnung wird als Bestandteil der historischen religiösen Selbstbeschreibung übersetzt.
- ↑ Die lange erste Satzfolge wird als Folge innerer Bindungen wiedergegeben. Die Ortsbezeichnung vor „großem Berg“ ist in der Grundlage nicht zuverlässig zu gliedern; sie wird hier nicht einem bestimmten Tempelort zugeordnet. „Tamil als Duftwasser“ folgt dem poetischen Bild „tamiḻ paṉīr“.
- ↑ Die Anrufung ab „tiripurai“ ist mehrdeutig; sie kann auch den Göttinnennamen Tripura anklingen lassen. Die vorliegende Gliederung orientiert sich an der traditionellen Worterklärung, die Shiva jenseits der Dreiheit Brahma–Vishnu–Rudra versteht. Die Yazh ist ein tamilisches Saiteninstrument. Bhagirathi bezeichnet die Ganga.
- ↑ Die Bezeichnung der Hände ist in der Vorlage nicht eindeutig; eine bestimmte Anzahl wird daraus nicht ergänzt.
- ↑ Die erste Anrufung verbindet unterschiedliche Vishnu-Erzählungen. Der berghebende Dämon ist als Ravana verständlich; die nachfolgende Baum- und Bogenpassage bleibt in ihrer genauen Zuordnung unsicher. Die Augen übertreffen in der poetischen Vorstellung ihre sonst üblichen Vergleichsgegenstände.
- ↑ Die Schmucknamen und die Wendung über die höchste Erkenntnis wurden mit der Worterklärung verglichen. „Ciṟparam“ bezeichnet das höchste Bewusstsein; die genaue Beziehung des Wortes zur genannten Himmelswelt lässt mehrere Lesungen zu.
- ↑ Die erste Hälfte verwendet eine sehr verdichtete Sprache des Shiva-Yoga. Die Gliederung in Sushumna, Ida und Pingala sowie die Zuordnung zur Stirnmitte folgen der traditionellen Worterklärung. Die räumliche Beziehung der „vier Fingerbreiten“ bleibt im Grundtext unklar. „Cikāram“ wird als Shi-Laut wiedergegeben. Die Passage ist ein Gebet in yogischer Bildsprache und liefert keine vollständige Atemanleitung.
- ↑ Die Jaina-Polemik und die Feuer- und Flusswunder gehören erneut zur Sambandar-Legende. Die genaue Bezeichnung des Gefäßes in der Verbrennungsreihe ist unsicher. „Stumm“ ist hier Teil einer polemischen beziehungsweise selbstanklagenden historischen Rede, keine Aussage über den Wert sprachbehinderter Menschen.
- ↑ „Sechssilbig“ bezeichnet in der Murugan-Verehrung gewöhnlich Sa-ra-va-ṇa-bha-va. Der kurze Ausdruck pacupati civākya lässt auch „die Shiva-Erkenntnis Pashupatis“ zu. Die Übersetzung hält sich hier an die Bedeutung „Wort/Ausspruch“. Die Vorlage enthält in der Anrede des Speerträgers einen offensichtlichen Druckfehler.
- ↑ Das Lied verwendet mehrere abwertende Bezeichnungen für Frauen in der käuflichen Liebe. Die Übersetzung gibt den polemischen Zusammenhang wieder; die Verallgemeinerung gehört zur historischen Sprecherperspektive des Gedichts.
- ↑ Die dicht zusammengedrängte Krishna-Passage verknüpft den Sieg über Shakatasura mit dem Spiel an einem Kuruntu-Baum. Ob kalantu hier ausdrücklich körperliche Vereinigung bezeichnet, bleibt offen; „Spiel“ wahrt den weiteren Zusammenhang, ohne die erotische Anspielung auszuschließen.
- ↑ Textvergleich: Mayuragiri, Tiruppugazh 194, „Varadha mani“. Iratam bezeichnet hier Quecksilber; navalōkam die neun Metalle. Die Verse spielen auf alchemistische Versuche an. Die Frage nach dem zu Kohle gewordenen Ergebnis stellt die Suche nach äußeren Gewinnen der Hinwendung zum göttlichen „Wunschjuwel“ gegenüber.
- ↑ Die Bezeichnung Vallis als von Raghunatha geschenkte Tochter steht so im Tamilischen. Sie folgt einer religiösen Zuordnung zu Vishnu; sie ist nicht mit der bekannteren Erzählung von Valli als Pflegetochter des Jägers Nambi gleichzusetzen. Der Ausdruck wird hier beibehalten.
- ↑ Textvergleich: Kaumaram, Lied 196. Die Project-Madurai-Vorlage hat beschädigte Zeichen im Zahlwort für „sechsundneunzig“; die Lesung wird durch die Vergleichsfassung gestützt. Auch der Ausdruck für den aufgetriebenen Bauch ist in dieser Fassung klarer. Die historischen Krankheitsnamen lassen sich nicht durchgehend eindeutig heutigen Diagnosen zuordnen. Die „drei Begierden“ werden traditionell auf Land/Besitz, sinnliches Begehren und Gold bezogen; die „Hütte“ ist der Leib.
- ↑ Das „eine Wort“ wird im traditionellen Zusammenhang als Om verstanden. Das Gedicht setzt die Erzählung voraus, nach der Murugan Brahma nach dessen Bedeutung befragt.
- ↑ Der Vorrang Palanis gegenüber Kashi gehört zur devotionalen Verherrlichung dieses Heiligtums. Yāmaḷai ist ein Göttinnenname mit Bezug zur Yamala-Tradition; eine genaue Zuordnung zu einer bestimmten Tantra-Schrift ergibt sich aus dem Vers nicht.
- ↑ Die Göttinnennamen werden weitgehend beibehalten. Besonders pōka antari und vēta tantiri erlauben unterschiedliche sprachliche Auflösungen; eine ausgearbeitete Zuordnung zu einzelnen Tantra-Systemen würde über den Tamiltext hinausgehen.
- ↑ Textvergleich: Kaumaram, Lied 201. Das Froschbild beruht auf tērai; die Project-Madurai-Fassung ist an dieser Stelle fehlerhaft gesetzt. Das Tamilische verwendet am Schluss calām, „Gruß/Ehrerbietung“. Tirōta malam bezeichnet die verhüllende Unreinheit; der Ausdruck wird hier nicht mit einer ausgearbeiteten Liste der Malas gleichgesetzt.
- ↑ Die Wendung kīṭamil māyum ist in der zugrunde gelegten Fassung sprachlich unsicher; „wie ein kleines Geschöpf vergehen“ gibt hier nur den wahrscheinlichen Bildsinn wieder.
- ↑ Die stark sanskritisierte Folge rācatam aṟinta ist nicht eindeutig aufzulösen; die Wiedergabe „strahlend“ bleibt vorläufig.
- ↑ Textvergleich: Kaumaram, Lied 203. Parai bezeichnet hier die höchste Shakti; Tāṇu, Sanskrit Sthāṇu, ist ein Name Shivas. Der Abschnitt verbindet beide Ausdrucksweisen. Die sechs mal sechs sind die 36 Tattvas. „Still werden“ deutet das knappe uḷāmē; auch „ohne weitere Gedanken“ ist als traditionelle Lesart möglich.
- ↑ Nālāṟu wird hier additiv als „vier und sechs“, also zehn, verstanden, passend zu Ravanas zehn Häuptern. Die Vorlage nummeriert dieses Lied irrtümlich nochmals als 202.
- ↑ Die Verbindung paṇā muṭi kann auch das Bild von Schlangenhauben anklingen lassen; die genaue Gestalt des Kampfvergleichs bleibt unsicher.
- ↑ Der Beginn iruvinai punaintu ist mehrdeutig. Eine rein wörtliche Auflösung wäre „die zweifachen Handlungen vollziehend“. Die hier gewählte Wiedergabe folgt der traditionellen Deutung als heilige Yoga-Praxis; sie ist keine sichere lexikalische Entsprechung. Vergleich: Kaumaram, Lied 205.
- ↑ Die Stelle mit viputai bezeichnet eine himmlische Frau beziehungsweise Göttin; die genaue Zuordnung ist nicht ausdrücklich genannt. Die Übersetzung bewahrt die Szene des göttlichen Tanzes, ohne eine bestimmte Göttin einzusetzen. Dieses Lied fehlt in der verwendeten Project-Madurai-Datei an seiner Stelle: Dort steht eine Wiederholung von Lied 205. Der Text wurde deshalb nach Kaumaram, Lied 206 ergänzt.
- ↑ Die Textfolge am Übergang zur Beschreibung der sechs Gesichter, taṇṭaru māmeṉ, ist nicht sicher zu gliedern. Der Sinn der Bitte um Erscheinung und Gnade ist klar; die einzelnen schmückenden Wörter bleiben vorläufig.
- ↑ Vergleich der knappen Bilderfolge: Kaumaram, Lied 208. Die Verbindung des sicheren Todes mit Traum und gehortetem Reichtum macht die Unbeständigkeit des weltlichen Genusses deutlich.
- ↑ Die Worte ulakam uvappa eröffnen Tirumurugarruppadai. Das Lied bezieht sich auf die Überlieferung, Murugan habe Nakkeerar diesen Anfang eingegeben. Vergleich: Kaumaram, Lied 209.
- ↑ Vergleich: Kaumaram, Lied 211. Das Lied kritisiert hier eine von Sorge um den Leib bestimmte Beschäftigung mit Yoga-Techniken. Daraus folgt keine pauschale Ablehnung jeder Yoga-Praxis. Die „fünf Unruhestifter“ sind die Sinne. Beschädigte Zeichen der Project-Madurai-Vorlage in aṉal ūti und puṇṭarīkam wurden für die Übersetzung anhand der Vergleichsfassung aufgelöst.
- ↑ Ōviyam, „Bild/Gemälde“, wird als Bild völliger Regungslosigkeit und innerer Stille verstanden. Vergleich: Kaumaram, Lied 212. Der Vers nennt keine bestimmte Atemtechnik.
- ↑ Die pauschalisierende Darstellung käuflicher Liebe gehört zur historischen Askese- und Verführungssprache des Liedes. Seine Bitte richtet sich auf die Befreiung des Sprechers aus seiner eigenen Abhängigkeit.
- ↑ Die Vogelstimmen stehen im erotischen Zusammenhang des Gedichts. Die genaue Artbezeichnung einiger Vögel ist unsicher. Der Schluss richtet sich gegen die Bindung des Sprechers an käufliche Lust.
- ↑ Die Bergnamen sind teilweise durch allgemeine Bezeichnungen ersetzt; ihre genaue Zuordnung ist nicht überall eindeutig. Alaivay bezeichnet Tiruchendur. Die Übersetzung ergänzt hier keine ungenannten Ortsnamen.
- ↑ Einige Ausdrücke der dichten Aufzählung sind in der Project-Madurai-Fassung fehlerhaft geschrieben. Die Übersetzung gibt ihren wahrscheinlichen historischen Sinn wieder. Es handelt sich um eine asketische Betrachtung des Leibes, nicht um eine medizinische Beschreibung mit sicher zuordenbaren Diagnosen.
- ↑ Die „Händlergestalt“ ist eine der im Lied genannten Verkleidungen in Murugans Werbung um Valli. Der Schluss ciṟparamarukku oru kurukkaḷ nennt ihn Lehrer des Höchsten; gemeint ist im Erzählzusammenhang Shiva. Die schwierige Aufzählung im ersten Abschnitt bleibt an den dort bezeichneten Stellen vorläufig.
- ↑ Das Lied gestaltet die Beziehung zu Murugan ausdrücklich als elterliche Liebe: Der Sprecher bittet um den Gott als eigenes Kind. Diese poetische Perspektive ist keine biografische Aussage über eine tatsächlich erfolgte Geburt.
- ↑ Die stark verdichtete Zeile wird auf Indra, den Vajra-Träger, und das Abschlagen der Flügel der Berge bezogen. Die genaue Gliederung von cēlai maṭal koṇṭu cakra bleibt unsicher.
- ↑ Die knappe Passage über die Besuche und die abweisende Antwort wurde mit Kaumaram, Lied 220 verglichen. „Von den Füßen bis zum Scheitel“ bedeutet hier: die ganze Person beziehungsweise ihr Leben kennen.
- ↑ Dieses Lied spricht in der Bildsprache klassischer tamilischer Liebesdichtung von einer nach dem Geliebten verlangenden Frau. Eine durchgängige Ich-Rede des Dichters würde diesen Perspektivwechsel verwischen.
- ↑ In der letzten Zeile steht in der Vorlage zweimal ari. Die Wiedergabe „Hari, Hara“ folgt dem wahrscheinlichen Götterpaar; die genaue Lesart bleibt zu prüfen.
- ↑ Die Zahl wird als vier mal sechs plus vier, also 28, aufgelöst. Die vier Glieder der Shiva-Agamas sind Charya, Kriya, Yoga und Jnana. Die „sechs Grundlagen“ sind die sechs Adharas beziehungsweise Chakras. Vergleich: Kaumaram, Lied 223. Der Vers selbst nennt das Wort Sahasrara nicht; eine entsprechende Lokalisierung gehört zur Auslegung.
- ↑ Die Vorlage schreibt in dieser Bitte vaṭivi, was sprachlich nicht sicher ist. Die Wiedergabe als Bitte um die Füße entspricht dem Zusammenhang, bleibt jedoch eine unsichere Lesung.
- ↑ Die Wortverbindung vor kuḻai wird hier auf Shivas Schlangenohrschmuck bezogen; auch die Deutung als Verehrung der Göttin durch den auf der Schlange ruhenden Vishnu ist in der älteren Auslegung belegt. Vergleich für die erstgenannte Lesart: Tamil Surangam, Lied 226.
- ↑ „Gift geben“ steht als Vorwurf im Wortlaut; ob ein Betäubungs- oder Liebesmittel oder ein allgemeines Bild schädlicher Verführung gemeint ist, bleibt offen. Die scharfe Verallgemeinerung gehört zur polemischen Perspektive des Liedes.
- ↑ Die Anspielung gilt Rama und der Krähe Jayanta. Der knappe Tamilvers nennt die Schonung eines Auges; die ausführliche Erzählung ist im Lied nicht enthalten.
- ↑ In der Project-Madurai-Fassung fehlt ein Stück der Schlussstrophe: Nach kuṭakā virikku springt sie direkt zu iḷaiyōṉē. Ergänzt wurden vaṭapālār / tiruvē rakattil uṟaivāy umaikkōr / ciṟuvā karikku, nach Sivaya, Tiruppugazh 230. Die Ergänzung ist auch in den Textabschnitten Tamil und Umschrift gekennzeichnet.
- ↑ Die historischen Krankheitsbezeichnungen sind nicht sämtlich sicher in heutige Diagnosen zu übertragen. Die „Schmuckstücke“ sind eine bittere Metapher für durch sexuelle Kontakte erworbene Erkrankungen; keine der genannten Krankheiten sollte allein daraus medizinisch bestimmt werden.
- ↑ Īṉamiku cāti enthält eine historische soziale Abwertung, die auch als „niedrige Geburt/Kaste“ übersetzt werden kann. Sie wird hier als Wertung des Sprechers kenntlich gemacht, nicht als Aussage über den Wert von Menschen.
- ↑ Die Wortverbindung cūkarattu uṭampu verweist auf Vishnus Ebergestalt Varaha. Die Project-Madurai-Zeilentrennung kann irreführend ein selbstständiges Wort ampu, „Pfeil“, nahelegen.
- ↑ Die Passage kakaṉac caci mōkiṉi ist unterschiedlich gedeutet worden. Die Übersetzung folgt der Zuordnung zu Deivayanai als der von Shachi/Indrani behüteten Himmlischen; danach wird Valli gesondert genannt. Vergleich: Arulveli, Erläuterung zu Lied 234. Die beschädigte Wortfolge am Anfang der Vorlage wurde als tuṇṭa krīva, „Nase/Hals“, verstanden.
- ↑ Zur knappen Verbindung von Shivas Tritt gegen Yama, seinem Hautgewand und Murugans Unterweisung: Sivaya, Lied 235.
- ↑ Die Wortfolge am Übergang zu Armen und Schmuck, taritta tantiri maṟipuya, ist in der Vorlage nicht sicher aufzulösen. Die Übersetzung wahrt den erkennbaren Zusammenhang der Körper- und Schmuckbeschreibung.
- ↑ Die kurze Wendung kai-k-kiḷamaikku wird hier auf das Festhalten am Besitz für die eigene Nachkommenschaft bezogen; ihre genaue Gliederung ist nicht völlig sicher. Die Aufforderung, Nahrung mit Hungernden zu teilen, steht dagegen ausdrücklich im Vers.
- ↑ Die beiden Gefährtinnen sind Valli und Deivayanai. Taru verweist hier auf den himmlischen Wunschbaum und damit auf Deivayanais Herkunft aus Indras Welt.
- ↑ Muttamiḻ bezeichnet die drei Bereiche Sprache/Literatur, Musik und darstellende Kunst. Die Wendung oru ttaimai im selben Vers ist syntaktisch nicht ganz sicher; die Übersetzung versteht sie als Auszeichnung des göttlichen Herrn der Dichtung.
- ↑ Iruppu aval wird als bereitgehaltene Reisflocken und damit als Reiseproviant gedeutet. Die vier Dichtungsarten heißen Asu, Madhuram, Chitram und Vistaram. Vergleich: Kaumaram, Lied 242. Die Aussage über das Beseitigen von Bedrängnissen gehört zum Vertrauensbekenntnis des Liedes.
- ↑ Die medizinischen Ausdrücke stammen aus einer historischen Leidensaufzählung; ihre genaue Entsprechung zu heutigen Krankheitsnamen ist teils unsicher. Die Bitte wird als Gebet übersetzt, nicht als Heilzusage.
- ↑ Die Schlusszeile verdichtet Erde, Wasser und Blüte zu einem kosmischen Bild. Die genaue Zuordnung von pū als Blume beziehungsweise Erde bleibt offen.
- ↑ Die Project-Madurai-Fassung enthält in diesem Lied zahlreiche beschädigte Vokalzeichen. Die Aufzählung der Elemente und die Frage nach dem Zugang zur civa-rūpam sind dennoch erkennbar. „Am Ende der Veden“ bezeichnet zugleich ihre höchste Aussage beziehungsweise den Vedanta.
- ↑ Die Verbindung von kindlichem Taumelgang und ñāṉam, Erkenntnis, ist poetisch verdichtet. Die Übersetzung bewahrt dieses Nebeneinander, statt aus dem göttlichen Kind lediglich einen erwachsenen Lehrer zu machen.
- ↑ Vergleich: Kaumaram, Lied 246. Utpalaśaila, „Berg der blauen Wasserlilie“, ist hier Tiruttani; vallam wird als Tiruvallam gelesen. Veḷḷil wird in diesem Zusammenhang auf Vilva bezogen. Die Orts- und Pflanzenlesungen beruhen auf der traditionellen Auslegung.
- ↑ Die Verse niṉā caṉattiṉ und tatta kuru tāra sind ungewöhnlich komprimiert. Die Wiedergabe als Gemeinschaft der Diener und leuchtender Pranava-Sinn folgt der traditionellen Wortgliederung bei Kaumaram, Lied 247; andere sprachliche Auflösungen sind nicht ausgeschlossen.
- ↑ Die Personifikation der Tattvas als Bewohner des Leibes geht in eine polemische Darstellung menschlicher Lebensweisen über. Mehrere Wörter, besonders cūtaka varccutarappati und kōḷakar, sind in der Vorlage schwer aufzulösen. Die Übersetzung ist an diesen Stellen vorläufig und vermeidet eine ungesicherte Einteilung von Menschengruppen.
- ↑ Die Keule verweist auf den Untergang der Yadavas im Krishna-Erzählkreis. Der Tamiltext schreibt den Vorgang verkürzt Vishnu/Krishna zu; eine ausführliche Rekonstruktion der Erzählung gehört nicht zur Übersetzung.
- ↑ Die Zeilengrenze hinter koṉṟavaṉ nīyē könnte isoliert gelesen Murugan zum Vernichter Kamas machen. Der Zusammenhang verbindet nīyē, „du selbst“, jedoch mit Shivas anschließender Aufforderung. Vergleich: Kaumaram, Lied 249.
- ↑ Auch hier nennt das Lied historische Krankheitsbegriffe. „Hautleiden“ gibt kuṭṭam vorsichtig wieder; eine präzise moderne Diagnose wird nicht behauptet.
- ↑ Das seltene kuṟkiraviṉi wird als der Mörser verstanden, an den Krishna gebunden wurde. Die Passage verweist auf die Befreiung der in zwei Bäume verwandelten Söhne Kuberas. Vergleich: Kaumaram, Lied 253.
- ↑ Die Folge cala-p-paṭa putaittu und die anschließenden Körperbezeichnungen sind schwer zu gliedern. Die Übersetzung gibt die erkennbaren Gesten der erotischen Szene wieder; einzelne Bewegungen bleiben unsicher.
- ↑ Die Schlussfolge cittavuṟṟa neṟ perukku erlaubt auch eine engere, ausschließlich landwirtschaftliche Deutung; die gewählte Verbindung von Vollendung und Reisfülle bleibt vorläufig.
- ↑ Die komprimierte Zeile über Kranz, Gipfel und Lob ist nicht in jedem Wort sicher aufzulösen; die Übersetzung bewahrt ihre deutlich erkennbare Lobrichtung.
- ↑ Die erste Hälfte enthält eine mehrdeutige Lautfolge um cilai, die „Bogen“ und „Lärm“ anklingen lässt. Der Zusammenhang ist die Klage einer vom Liebesverlangen bedrängten Frau; der gewünschte Kranz des Geliebten gilt als Zeichen seiner Zuwendung.
- ↑ Das Lied kritisiert Täuschung und trennenden religiösen Eifer. Die „sechs Religionen“ werden traditionell als sechs hinduistische Verehrungsrichtungen verstanden. Die Passage ist keine Aufforderung, Bilderverehrung insgesamt aufzugeben. Vergleich zur Gliederung: Kaumaram, Lied 257.
- ↑ Die Schlussanrede kann innerhalb der Murugan-Tradition zugleich auf Sambandar als Erscheinungsform Murugans bezogen werden. Der Name Sambandar steht im Vers nicht ausdrücklich und wird deshalb nicht in den Übersetzungstext eingefügt.
- ↑ Die Zuordnung des Elefanten und des Verfolgers ist im stark verdichteten Wortlaut nicht sicher. Die Übersetzung folgt der Satzfolge „den Elefanten vertreibender Asura“; die betreffende mythologische Episode bleibt hier unbestimmt.
- ↑ Die schmückende Schlusszeile um nittuttilam/nittilam, „Perle“, ist in der Vorlage schwer zu trennen; die deutsche Fassung gibt ihren wahrscheinlichen Bildsinn wieder.
- ↑ Die knappe Anrede mit maṅkai-pākā spricht hier von Murugans Gefährtin; sie ist nicht ohne Weiteres als ausdrückliche Darstellung des Ardhanarishvara zu lesen.
- ↑ Die abwertende Personenbeschreibung ist die Rede des historischen Sprechers. Sie gehört zu dessen polemischer Darstellung käuflicher Liebe und ist keine sachliche Charakterisierung von Frauen oder Berufsgruppen.
- ↑ Das Lied setzt Murugan mit Sambandar in Beziehung und greift dessen shaivitische Heiligenlegende auf. Die Feindzeichnung und Vernichtungssprache gegenüber Jainas gehören zur konfessionellen Polemik dieser Überlieferung; sie werden weder als gesicherter Geschichtsbericht noch als heutige Wertung übernommen. Textvergleich: Kaumaram, Lied 261.
- ↑ Die Tiervergleiche und sozialen Beschimpfungen werden als historische Rhetorik wiedergegeben. Die Deutung des ersten Abschnitts als Warnung vor entsprechender menschlicher Gesellschaft folgt Kaumaram, Lied 263; die Bilder könnten isoliert auch an wechselnde Geburtsformen erinnern.
- ↑ Die Gewaltpassage bezieht sich auf die polemische Pfählungslegende um Sambandar, mit dem Murugan hier verbunden wird. Sie ist als Bestandteil des religiösen Gedichts wiedergegeben, nicht als bestätigtes historisches Ereignis oder Billigung religiöser Gewalt.
- ↑ Die komprimierte Wendung ceyalaip puyaṉukku lässt sich nicht sicher gliedern. „Ashoka-geschmückte Schultern“ ist eine vorläufige Lesart von ceyalai als Baum- beziehungsweise Blütenname.
- ↑ Die Passage wird auf Rama, Sugriva und Vali bezogen: Der Kranz dient dazu, Sugriva zu erkennen. Das Gedicht nennt den Bogen Kāṇṭipam, obwohl Gandiva sonst mit Arjuna verbunden ist. Die Übersetzung löst die Anspielung nach dem unmittelbaren Erzählzusammenhang auf. Vergleich: Kaumaram, Lied 266.
- ↑ Tantra-vāti bezeichnet hier Gegner, die mit kunstvollen Argumenten streiten; eine pauschale Übersetzung als „Anhänger des Tantra“ wäre irreführend. Vergleich: Kaumaram, Lied 268.
- ↑ Madal gehört zur tamilischen Liebesdichtung: Der Liebende stellt seine Sehnsucht und das Bild der Geliebten öffentlich dar. Die Übersetzung bewahrt diese konkrete Liebesgeste und ersetzt sie nicht durch eine abstrakte Allegorie.
- ↑ Die Aussagen über Schutz, Wunscherfüllung und Vernichtung sind hymnische Bekenntnisse zur Macht des Lobgesangs. Die Übersetzung gibt diese religiöse Sprache wieder, ohne eine garantierte Wirkung oder Schädigung anderer durch Rezitation zu behaupten.
- ↑ Der letzte Abschnitt kehrt die sonst häufige Rollenverteilung um: Der göttliche Geliebte erscheint selbst als von Vallis Blicken getroffener Bittender. Die sprachlich knappe Zeile kalaikaḷ pala paṭṭaṉa ist in ihren einzelnen Nuancen unsicher.
- ↑ Die Selbstbeschimpfungen gehören zur zugespitzten Bußsprache des Liedes. Pulaiyēṉ enthält zugleich eine historische soziale Abwertung; sie wird nicht als Aussage über den Wert einer sozialen Gruppe übernommen. Das Schlangenbild meint nach der traditionellen Erläuterung mangelnde Kampfkraft. Vergleich: Kaumaram, Lied 272.
- ↑ Kuṭilai bezeichnet hier den Pranava Om. Die Anrede tekṣiṇa guru verbindet Murugan mit der Gestalt Dakshinamurti; sie muss nicht als bloße geografische Herkunft übersetzt werden. Vergleich: Kaumaram, Lied 273.
- ↑ Zur Bildfolge von Blüten und Fischen: Tamil Virtual Academy, Tiruppugazh-Kommentar, S. 357.
- ↑ Die Worttrennung akku arā poṭi bezeichnet Schmuck und Asche Shivas; akku lässt Knochen und Rudraksha-Perlen als Bedeutungen zu. Vākku aḻivatu wird hier als Ende des törichten Redens und Hinwendung zur Stille verstanden. Vergleich: The Nectar of Thiruppugazh, „Thokku ara“.
- ↑ Die ersten Abschnitte bewahren die polemische Wortfülle des Gedichts. Der Übergang von erotischer Täuschung zur Öffnung der „dunklen Kammer“ beschreibt die erbetene innere Erkenntnis; eine konkrete körperliche Übungsanweisung enthält der Vers nicht.
- ↑ Cittu wird hier als Bewusstsein/Erkenntnis verstanden; die Lesung als Vollkommenheit bleibt sprachlich mitberührt. Die Anrede als jüngerer Sohn verweist auf Murugans Verhältnis zu Ganesha.
- ↑ Die Wendung mukkuṟṟam kann je nach Auslegung auf drei körperliche Störgrößen oder drei geistige Verunreinigungen bezogen werden. Der Vers wird hier bewusst allgemeiner als „drei Fehler“ wiedergegeben.
- ↑ Die Beschimpfungen der Frauen und des eigenen Ich gehören zur asketischen Überredungssprache des Gedichts; sie sind keine allgemeine Beurteilung von Frauen. Peruveṭṭaveḷi ist die große, von Begrenzung freie Weite. Die acht Siddhis werden erwähnt, aber nicht als anzustrebendes Hauptziel einer Praxis erklärt.
- ↑ Die Worttrennung in karuviḻi yuṟṟu ist unsicher. Hier wird die Wendung im Zusammenhang von Wiedergeburt und verlorener Guru-Unterweisung als erneutes Hineingeraten in den Mutterleib verstanden.
- ↑ Der blaue Berg ist hier Tiruttani. Die Bildfolge des Ohrschmucks ist im Tamilischen stark verdichtet; die genaue Anordnung von Blattornament und Perlen bleibt unsicher.
- ↑ Karukkaṭal, das „Meer der Leibesfrucht/des Mutterleibs“, bezeichnet hier die Folge der Wiedergeburten. Die drei Meere verbinden sinnliche Bindung, Samsara und zerstreuendes Vielwissen.
- ↑ Das Lied gehört zur tamilischen Liebespoesie und lässt eine Fürsprecherin für die vom Geliebten getrennte Frau sprechen. Die Bitte um körperliche Nähe bleibt im Wortlaut erhalten; im religiösen Zusammenhang ist Murugan der angerufene Geliebte. Die schwierige Fügung tōḷ teri vaikkum wurde als gezieltes Abschießen des Liebespfeils verstanden. Vergleich zur Sprecherrolle und Worttrennung: Kaumaram, Lied 285.
- ↑ Auch dieses Lied gestaltet Trennungsliebe. Mond und kühler Wind wirken in dieser poetischen Situation schmerzhaft erhitzend. Kura bezeichnet den dem Gott zugehörigen Blütenkranz; es ist hier keine Aufforderung zu einer bestimmten Yogaübung.
- ↑ Die „Göttin“ der Götterstadt ist hier Deivayanai, Murugans himmlische Gemahlin.
- ↑ Die soziale und geschlechtliche Herabsetzung der besungenen Frauen ist Teil der historischen Buß- und Abwehrsprache; die Übersetzung übernimmt sie nicht als eigene ethische Wertung.
- ↑ Gemeint ist Shiva. Die stark zusammengezogene Wendung aruḷ kuttam wird hier im Sinn der verborgenen Unterweisung verstanden; ihre Worttrennung bleibt unsicher. Vergleich: Kaumaram, Lied 287.
- ↑ Muṟkaṭait tavittu wird hier als leidendes Warten vor fremden Haustüren gelesen, nicht als Aussage über einen „früheren Samen“. Die gedruckte Worttrennung lässt diese wichtige Unterscheidung leicht übersehen. Vergleich: Kaumaram, Lied 288.
- ↑ Die gedrängte Folge von Selbstanklagen, insbesondere die beschädigte Lesung pilmukaṉ der elektronischen Vorlage, erlaubt keine in jedem Einzelwort sichere Übersetzung. Der Zusammenhang ist die Bitte des fehlbaren Menschen um Aufnahme unter die Gottesverehrer.
- ↑ Die Reihe nennt Erscheinungsformen Vishnus: Krishna als Gesandten und Butter liebendes Kind sowie Vamana. Die letzte Satzfügung um Teich, Ruhm und Himmelsrichtungen ist syntaktisch unsicher.
- ↑ Die Verbindung von tiruppatiya und vitittaṉ eḻuttu iṉai tara ist syntaktisch schwierig. Die Übersetzung folgt dem Sinn von heilsamer Gegenwart und schwindender Bindung an Brahmas Schicksalsschrift, ohne daraus eine wörtliche Zukunftsgarantie abzuleiten. Vergleich: Kaumaram, Lied 291.
- ↑ Die vielen Namen und Gestalten werden im Lied in der einen Göttin zusammengeführt. Valai makaḷ erinnert an ihre Gestalt als Fischertochter; die Passage schildert keine geschichtliche Abstammung.
- ↑ Die knappe Anspielung auf den gebenden Sohn wird traditionell auf Puru bezogen, der seinem Vater Yayati die Jugend überließ. Vijaya ist Arjuna; die Hilfe am Krokodilteich verweist auf Vishnus Rettung des Elefanten Gajendra. Vergleich zur Puru-Anspielung und zu den steinharten Gönnern: Arulveli, „Mukilum iraviyum“.
- ↑ Das Gedicht spricht für die vom göttlichen Geliebten getrennte Frau. Die Wendung um ettattaiyarkkum ist unsicher; hier wird sie auf die Frauen bezogen, deren Gerede das Liebesleid verschärft.
- ↑ Die mittleren Silbenfolgen bilden einen ausgedehnten Trommelklang nach und werden deshalb in Umschrift wiedergegeben. Die genaue Bedeutung der Wendung mutu camaya payiravi bleibt unsicher; Bhairavi wird als Göttin des ehrwürdigen religiösen Weges angerufen.
- ↑ Hier spricht die Mutter der Liebenden. Der Ausdruck der Beschämung ist Teil ihrer Klage, keine Feststellung mangelnden Wertes der Mutter. Vergleich zur Sprecherrolle und zur Lesung „fünf Pfeile“: Kaumaram, Lied 297.
- ↑ Die gedrängte Folge mutti vīṭṭaṇuka muttarākka curuti kurākkoḷiru wird als Bitte um Befreiung und um die in Veda und Blütenschmuck leuchtenden Füße gelesen. Vergleich: Thiruppugazh Nectar, „Vattavaattana“.
- ↑ Die Elefantenbilder im ersten Satz beziehen sich auf Deivayanai und Airavata. Nāl kara bezeichnet hier den herabhängenden Rüssel, nicht vier Arme; gemeint sind die acht Richtungselefanten.
- ↑ Die Nennung Arunagirinathas steht ausdrücklich in der überlieferten Liedfassung; allein daraus wird hier keine gesicherte Aussage zur Entstehungsgeschichte abgeleitet. Die folgende Passage ruft Sambandars Heiligenlegende um die Heilung des Pandya-Königs und die Pfählung von Jainas auf. Sie ist religiöse Hagiografie und Polemik, kein historisch gesicherter Tatsachenbericht und keine Rechtfertigung religiöser Gewalt.
- ↑ Die Wendung um palam ānantam im ersten Abschnitt und ein beschädigtes Wort der Himmelsbeschreibung sind unsicher. Der Grundgegensatz zwischen leidvoller Verstrickung und befreiendem Gotteslob bleibt deutlich.
- ↑ Die Liebe erscheint auch hier in der Sprache des Trennungsleids. Tattaiyar bezeichnet bildlich papageienhaft redende Frauen. Die Lesung der letzten Wendung um tikirikku als umgebendes Meer bleibt unsicher.
- ↑ Die kosmische Bildsprache stellt Tiruttani in die vom Meer umgebene Welt. Sie ist keine geografische Behauptung, der heutige Tempelberg liege unmittelbar an der Küste.
- ↑ Die Bitte wird aus der Perspektive einer Mutter oder Fürsprecherin der Liebenden gesprochen. Der Hinweis auf den Sinn der Liebesdichtung wird traditionell mit Murugan als Rudrasharman verbunden. Vergleich: Kaumaram, Lied 304.
- ↑ Mutumalai, „alter Berg“, wird in der Tradition auch auf Vriddhachalam bezogen. Ob der Vers hier ausschließlich diesen Ort meint, bleibt offen.
- ↑ Madal bezeichnet eine öffentlich ausgestellte Liebesklage und die damit verbundene Darstellung der Geliebten; vgl. Lied 268. Die Selbsterniedrigung ist poetische Bußsprache.
- ↑ Die schwierige Wortgruppe pavaṉa pūraka ēkikam verbindet Atemfüllung und Vereinigung. Der Vers wird als mystische Bitte übersetzt, nicht in eine selbständige Atemtechnik umgeformt. Vergleich zur Worttrennung: Kaumaram, Lied 305.
- ↑ Die Passage identifiziert Murugan devotional mit Sambandar und erzählt dessen polemische Heiligenlegende. Sie ist keine gesicherte Geschichtsschreibung und keine Befürwortung der geschilderten Gewalt. Pari und Kari im ersten Abschnitt sind exemplarische freigebige Gönner der tamilischen Überlieferung.
- ↑ Die harte Polemik gegen die Frauen gehört zur historischen asketischen Stimme des Gedichts. Ein beschädigtes Wort vor muṭaṉ in der Vorlage ist nicht sicher rekonstruierbar; die umgebende Selbstanklage bleibt übersetzbar.
- ↑ Nāṇam akaṟṟiya wird hier als Aufforderung an den Gott verstanden, selbst ohne Zurückhaltung zum Bittenden zu kommen. Cārati uttami tuṇaiva wird traditionell auf Murugans verwandtschaftliche Beziehung zu Sarasvati/Sharada bezogen; die Worttrennung ist nicht eindeutig. Die Hymnen-Anspielung verbindet ihn mit Sambandar. Vergleich: Kaumaram, Lied 308.
- ↑ Kottup pattiyum meint hier die geordnete Folge oder Gesamtheit, nicht einfach „Bhakti“. Die Bitte zielt über alle beschreibbaren Erkenntnisstufen hinaus; sie erklärt die zuvor gepriesene Hingabe nicht für wertlos.
- ↑ Dieser Abschnitt gestaltet die Zerstörung von Dakshas Opfer durch Shiva beziehungsweise seine Macht. Der Kuckuck ist die Fluchtgestalt Indras, die Brahmanin Sarasvati, die treue Tochter Dakshayani/Sati. Diese Zuordnungen folgen der traditionellen Liedauslegung; einzelne Handlungsdetails unterscheiden sich in anderen Purana-Fassungen. Vergleich: Kaumaram, Lied 309.
- ↑ Koṟku in der ersten Strophe wird im Zusammenhang des Sura-Mythos als Mangobaum verstanden. Bei aṉakaṉ bleibt offen, ob lediglich „makellos“ oder ein bestimmter göttlicher Vergleich gemeint ist.
- ↑ Die Körpermetaphern sind in den Wörtern ciṟai, kurumpai und kuṭikalam nicht völlig sicher zu trennen. Die Übersetzung bewahrt ihren gemeinsamen Sinn als zusammengesetzte, vergängliche Behausung, ohne eine medizinische Beschreibung daraus zu machen.
- ↑ Das Tamil nennt eṭṭu akkaram, acht Silben, schreibt die gemeinte Formel hier aber nicht aus. Sie wird deshalb nicht ergänzt. Auch der genaue Anschluss von paravasam keṭṭu bleibt unsicher. Worttrennung verglichen mit Mayuragiri, Lied 311.
- ↑ Die Zeile attattu ikku eṉa niṟkum ist eine schwierige Verbindung von „Sinn“ und „Zuckerrohr“. Die hier gewählte Lesung folgt dem Bild des süßen inneren Gehalts. Vergleich: Kaumaram, Lied 312.
- ↑ Die Orte werden traditionell als Tiruchengode, Swamimalai und Tiruttani bestimmt. Die tamilische Zahlfügung pattup pattu bezeichnet hier zweimal zehn, nicht hundert Schultern.
- ↑ Die Fügung parikaram cuttat takka praputvam ... aṭṭappaṭṭaṉar tatvam ist nicht zuverlässig in allen Einzelheiten aufzulösen. Gefolgschaft, Rang und das Erlernen streitbarer Lehrmeinungen sind erkennbar; eine bestimmte philosophische Schule wird hier nicht ergänzend eingesetzt.
- ↑ In der anschließenden Fügung curumpikkup ... periyapaṇṭattai bleiben einzelne Beiwörter ungesichert. Das Grundbild der unergründlichen Göttin ist erkennbar; eine vollständige sichere Einzelwortdeutung liegt hier nicht vor. Worttrennung verglichen mit Mayuragiri, Lied 313.
- ↑ Die Zahlfügung eṇpattu eṭṭu eṭṭu wird als 80 + 8 + 8, also 96, gelesen. Die „sechs“ bezeichnen streitende religiöse Lehrtraditionen; das Lied zählt sie nicht einzeln auf.
- ↑ Das Chakra mit neun Bereichen wird auf das Shri Chakra der Göttin bezogen; die Zuordnung ist eine traditionelle Auslegung. Kampar verweist auf den Shiva von Kanchipuram.
- ↑ Guṇam aṟṟu oṉṟu ilatāṉa guṇam spielt mit „Eigenschaft“ und „Stand“: Gemeint ist nicht moralische Gleichgültigkeit, sondern das Überschreiten begrenzender Merkmale.
- ↑ Der Schmuck gehört zu Shivas Haarkrone. Die traditionelle Deutung lässt seinen Duft an den Füßen der Göttin zurückbleiben, vor der Shiva sich verneigt. Vergleich zur Bildverbindung: Kaumaram, Lied 315.
- ↑ Der blütenreiche Berg wird als Tiruttani verstanden. Im ersten Abschnitt wird viruppum im Zusammenhang mit iruppum, den Wohnstätten, gelesen; Vergleich zur Worttrennung: Kaumaram, Lied 316.
- ↑ Die Gestalten sind Vamana, Narasimha, der auf Shesha ruhende Vishnu, Krishna und Mohini. Das Kind ist Prahlada. Die im Lied überlieferte Verbindung mit Shukra wird bewahrt; andere Erzählfassungen unterscheiden zwischen Shukra und dessen Söhnen als Lehrern.
- ↑ Die genaue Verbindung der Tanz- und Musiknamen cakkaṭi, antari und kuccari ist unsicher; die Eigennamen werden deshalb nicht durch vermeintlich genaue moderne Tanzbezeichnungen ersetzt.
- ↑ Die dicht gefügte Beschreibung der Stimme und des Mundes lässt einzelne syntaktische Bezüge offen. Kural, Tuttam und Kaikkilai sind Namen von Tönen der alten tamilischen Musik.
- ↑ Die Ortsnamen bezeichnen Tiruchengode, Palani, Swamimalai, Kataragama und Tiruchendur. Die Wendung eyppavar vaippu verbindet Erschöpfung und schützenden Vorrat; sie wird nicht auf finanziellen Reichtum allein eingeengt.
- ↑ Die Zahl ergibt 32. Die traditionelle Erklärung verbindet die guten Werke mit Kamakshi und zwei Maß Reis; der Liedtext deutet diese Erzählung stark verkürzt an. Vergleich: Kaumaram, Lied 318.
- ↑ Die drastische Altersklage gibt die Angst des lyrischen Ichs vor Verlust und Erniedrigung wieder. Die verächtlichen Ausrufe sind dargestellte Rede, keine Empfehlung zum Umgang mit alten Menschen.
- ↑ Der genaue Anschluss des goldenen Hals- oder Kopfschmucks in der letzten Strophe ist unsicher. Die Übersetzung bewahrt das Kampfbild, ohne daraus eine genaue Waffenführung abzuleiten.
- ↑ Cakrap poṟṟai wird zunächst als Chakragiri, „Rad-Berg“, wiedergegeben. Die genaue Gleichsetzung mit einem heutigen Heiligtum bleibt hier offen.
- ↑ Die Göttin erscheint in der ersten Mythenszene als Shivas ungetrennte Macht. Die zweite Szene wird mit Kamakshis Umarmung des Shiva-Linga bei der Flut des Kampa verbunden. Vergleich zur stark verdichteten Bildfolge: Kaumaram, Lied 321.
- ↑ Die lange Reihe öffentlicher Ehrentitel wird von der abschließenden Bitte um tatsächliche Erkenntnis unterschieden. Kāḷap pulavaṉ kann den kraftvoll, wie ein Instrument erschallenden Dichter bezeichnen; die genaue Nuance bleibt offen. Worttrennung verglichen mit Mayuragiri, Lied 322.
- ↑ Das Biegen des Bergbogens und das Gift in der Kehle werden hier ausdrücklich in die Gestalt der Göttin einbezogen; sie bleiben als Ausdruck ihrer Einheit mit Shiva erhalten.
- ↑ Die dritte Strophe verdichtet Klang, Sinn und Wortuntersuchung in einer besonders schwer trennbaren Lautfolge. Die Übersetzung gibt den erkennbaren Gedankengang vollständig wieder; die Zuordnung jedes einzelnen tat bleibt unsicher. Vergleich: Kaumaram, Lied 323.
- ↑ Papagei und Elefantin sind hier Valli und Deivayanai; der weiße Elefant ist Airavata. Die ungewöhnliche Reihe von Schulter-, Bambus- und Zuckerrohrvergleichen wurde bewahrt.
- ↑ Die Auflösung der Fügungen tiraṭṭappi und paṉaikkaik kokkaṉai ist unsicher; hier werden das Ordnen des Gesangs und das Bild des mächtigen Gegners wiedergegeben, ohne weitere Einzelheiten zu ergänzen.
- ↑ Die „Frucht“ kann die Überlieferung vom Wettlauf Murugans und Ganeshas um die göttliche Frucht anklingen lassen; das Gedicht erzählt diese Geschichte hier nicht aus.
- ↑ Putupputtakam, „neues Buch“, bleibt als Lebens- und Schicksalsbild erhalten. Die letzte Strophe meint Vishnu auf Shesha und in seiner Kurma-Gestalt. Vergleich zur Ganga- und Kurma-Anspielung: Kaumaram, Lied 325.
- ↑ Die Verben der Schlacht stehen als dichte, lautmalende Folge. Einzelne räumliche Bezüge von paṭikkuḷ und aṭappukku bleiben unsicher; der Angriff auf den verborgenen Sura ist klar.
- ↑ Im Abschnitt nach Yamas Zugriff ist die Satzteilung unsicher. Die Übersetzung bewahrt die erkennbare Folge von Tod, Klage, Verbrennung und erneuter Geburt; einzelne Gebärden lassen sich nicht zuverlässig zuordnen.
- ↑ Die schwer trennbare Bildfolge um kaṟpu und putar wurde als Durchbrechen der Zurückhaltung beziehungsweise Keuschheit gelesen. Die polemische Zeichnung der Frauen ist die Stimme des asketisch bittenden Ichs, keine allgemeine Charakterisierung von Frauen.
- ↑ Die Fügung cakkarikkup puttiraṟku wird traditionell mit Indras Sohn Jayanta verbunden; die Bezeichnung des Vaters ist im vorliegenden Wortlaut nicht eindeutig. Die Übersetzung macht diese Unsicherheit ausdrücklich sichtbar.
- ↑ Die ersten Strophen beruhen auf vielfachen Wortwiederholungen, die als Rhythmus und Bedeutungsverstärkung wirken. Die Zuordnung des anfänglichen Gebens und Empfangens zur käuflichen Liebe wurde mit Kaumaram, Lied 331 verglichen. Der himmlische Papagei bezeichnet Deivayanai.
- ↑ Die dicht wiederholte Silbenfolge attattattik ... lässt die beiden Elefantenbezüge nur schwer erkennen. Die traditionelle Erklärung unterscheidet Indra als Herrn Airavatas und Vishnu in einer Elefantengestalt. Diese Deutung wurde punktuell mit Kaumaram, Lied 332 verglichen.
- ↑ Die genaue Auflösung der ersten Körperbeschreibung ist in einzelnen Wörtern unsicher. Das Gedicht verbindet die Erfahrung körperlichen Verfalls mit der Bitte um eine klare, gnadengetragene dichterische Rede.
- ↑ Die letzte Strophe arbeitet mit stark verdichteten Wiederholungen von catti. Die Übersetzung wahrt Kampf, Speerstoß und Tanz; ihre feinere Worttrennung bleibt unsicher.
- ↑ Die Sprecherstimme bittet für die vom Geliebten getrennte Frau. Das Schlangenbild des Mondes erinnert an eine Verfinsterung; seine genaue Einbindung in das Trennungsleid ist im knappen Wortlaut mehrdeutig.
- ↑ Die auf ka aufgebauten Lautfolgen im vorletzten Abschnitt beziehen sich auf Shivas Knochenschmuck und Feuerauge. Vergleich zur Worttrennung: Kaumaram, Lied 335.
- ↑ Die stark zusammengezogene Fügung um puravikkōṭ ist nicht sicher aufzulösen. Die Übersetzung hält sich an das klare Bild der Hahnenfahne und des zurückweichenden Dunkels.
- ↑ Auch die Kailasa-Zeile ist in der Worttrennung unsicher; die darin enthaltenen Bergbezeichnungen werden nicht ohne Beleg mit weiteren heutigen Orten gleichgesetzt.
- ↑ Die Sanskrit-geprägte Folge amakara ... ācāmpara ... ēkāmpara ... nāḷāṅkitar ist stark verdichtet. Die Übersetzung folgt den erkennbaren Shiva-Beiwörtern und der Kanchipuram-Überlieferung; Vergleich zur Worttrennung: Kaumaram, Lied 338.
- ↑ Die beschädigte Project-Madurai-Fügung taṉamuṇṭiṭa wird hier nach dem Vergleichstext als tī mūṇṭiṭa, „Feuer aufgehen“, verstanden. Der Quellenwortlaut im Tamilabschnitt bleibt kenntlich erhalten.
- ↑ Die zweite Hälfte bezieht sich auf Krishna und die fünf Pandavas im Mahabharata. Die Unerschütterlichkeit wird hier als Eigenschaft des göttlichen Lenkers besungen; der Vers ist keine allgemeine Aufforderung zum Krieg.
- ↑ Die Verbindung der Hand-, Blumen- und Hüftbilder im ersten Abschnitt ist nicht in jedem Einzelwort gesichert. Die rhythmischen Lautfolgen gehören zum Tanzbild und werden bewahrt.
- ↑ Die letzte Anrufung führt Deivayanai und Valli zusammen; die genaue Nuance von kāṇṭa vātiṉam bleibt unsicher.
- ↑ Die ersten Zeilen sind eine dicht gefügte Sterbeklage; einzelne Atem- und Körperbewegungen bleiben unsicher. Muṟṟā wird als das immer jugendliche, noch nicht alternde Wesen des Gottes verstanden.
- ↑ Die Anfangsbilder verbinden die drei Städte mit innerer Unreinheit und die Hüllen mit der Verdeckung des Selbst. Die Fügung über das Fortgehen und Wiederkehren der Bindung ist syntaktisch unsicher. Vergleich: Kaumaram, Lied 343.
- ↑ Die eng aneinandergereihten Ortsnamen werden hier überwiegend als tamilische Namen belassen; nicht jede Zuordnung zu einem heutigen Ort ist gesichert. Das in Project Madurai beschädigte pulivḷūr wird nach dem Vergleichstext als Pulivelur wiedergegeben.
- ↑ Die über Klangähnlichkeit verknüpfte Kacci-Zeile lässt die genaue Beziehung von Brustband, junger Frucht und Ortsbewohnern offen. Die Übersetzung kennzeichnet den gesicherten Ortsbezug, ohne eine eindeutige Einzelwortdeutung vorzutäuschen.
- ↑ Die letzte Beschreibung ist bewusst verletzende asketische Polemik des Gedichts. Sie wird als historische Sprecherhaltung wiedergegeben und ist keine Bewertung des menschlichen Wertes der besungenen Frauen.
- ↑ Der Lotusgeborene ist Brahma; die „himmlische Blüte“ bezeichnet im Zusammenhang die zweite Gemahlin Deivayanai.
- ↑ Muṟpaṭṭappāl benennt ein Jenseits des begrifflich zuerst Gesetzten; eine bestimmte zusätzliche Tattva-Stufe wird nicht ergänzt. Vergleich zur philosophischen Anfangspassage: Kaumaram, Lied 347.
- ↑ Die letzte Landschaftsbeschreibung verbindet Mond, hohe Gebäude und Tempelbekrönungen. Der genaue Bezug des Duftes in der verdichteten Wortfolge bleibt offen.
- ↑ Die Beschimpfungen wurden als Teil der subjektiven Klage kenntlich gemacht. Einige der gedrängten Personenbezeichnungen sind lexikalisch unsicher; die Übersetzung behauptet keine feinere Unterscheidung sozialer Gruppen.
- ↑ Die Verbindung von Weltbewohnern, Leib und leidbringendem Berg im Mittelteil ist nicht eindeutig. Die Übersetzung bewahrt das Bild des im Meer versenkten Hindernisses.
- ↑ Das Wortbild des „Ausraubens“ im Anfangsabschnitt ist religiöse Polemik gegen streitende Schulen. Die Schlussstrophe verweist auf Kamakshis Askese in Kanchipuram; Vergleich: Kaumaram, Lied 350.
- ↑ Project Madurai zieht den Übergang nach vīḻntippaṭi unmittelbar zum Ende der folgenden Strophe zusammen. Die fehlenden Wörter und die Strophe über die sandelbestrichenen Brüste wurden für diese Ausgabe aus Kaumaram, Lied 351 ergänzt. Die Änderung ist auch im Tamiltext und in der Umschrift vermerkt; die unveränderte Ausgangsdatei bleibt im Arbeitsarchiv erhalten. „Das eine Wort“ ist die erinnerte Guru-Unterweisung, deren Wortlaut hier nicht genannt wird.
- ↑ Der Vergleich von Magnet und Nadel drückt anziehende Verbundenheit aus; ob er im letzten Satz speziell auf Dichtende, Sprache oder Gott und Verehrer zielt, bleibt offen.
- ↑ Die genaue Stelle der gezeigten Nagelspuren in der ersten Strophe ist unsicher. Die geschilderte Verstrickung ist die Perspektive des bittenden lyrischen Ichs.
- ↑ Gajaranya ist der Elefantenhain Tiruvanaikka. Die Versammlung wird traditionell mit Madurai verbunden. Der Text nennt sechs Silben, ohne die Formel hier auszuschreiben. Vergleich zu Orts- und Versammlungsbezügen: Kaumaram, Lied 353.
- ↑ Die Namen führen verschiedene Göttinnengestalten zusammen. Die schwierige Fügung āla pōcaṉi wird als Bezug zum Weltengift gelesen; ihre genaue Nuance bleibt unsicher.
- ↑ Das Lied kritisiert ausdrücklich das Ziel, den vergänglichen Leib dauerhaft zu machen, und die dabei entstehende Erschöpfung. Es verwirft nicht pauschal jeden Yoga. Kārya upādhi bezeichnet bedingende, aus Ursachen hervorgegangene Begrenzungen. Vergleich der Atem- und Kräuterpassage: Kaumaram, Lied 355.
- ↑ Die Anspielung gilt Murugans Wettstreit mit dem elefantengesichtigen Ganesha. Der Ausdruck pāṭi wird in dieser Verbindung als Laufspiel gelesen, nicht einfach als „singen“. Vergleich: Kaumaram, Lied 356.
- ↑ Die Aussage über die Erfüllung von Wünschen gehört zum vertrauensvollen Gotteslob des Liedes; sie ist keine vom Artikel gegebene Erfolgsgarantie. Einzelne Jagd- und Schlachtverben des Mittelstücks bleiben in ihrer genauen Nuance unsicher.
- ↑ Karikai bezeichnet hier ein Werk der Verslehre, nicht eine Frau. Der Feuer- und Wasservergleich verweist auf Sambandars Heiligenlegende in Madurai; die Spinne auf die Ortsüberlieferung von Tiruvanaikka. Vergleich: Kaumaram, Lied 358.
- ↑ Cāti kulamum ilatu heißt wörtlich „ohne Kaste und Abstammungsgruppe“. Vyōmam bezeichnet die Weite beziehungsweise den Raum des Erlebens, nicht einen geografischen Ort.
- ↑ In der Fügung āliṉ utaram uḷa vor dem Zuckerrohrbild bleibt der genaue Sinn ungesichert. Dieser Ausdruck ist hier nicht durch eine erfundene botanische oder kosmologische Erklärung ergänzt.
- ↑ Die drastische Frauenzeichnung ist die historische Stimme des um Befreiung bittenden Ichs. Sie wird weder als allgemeine Aussage über Frauen noch als moralische Empfehlung übernommen.
- ↑ Die dicht zusammengesetzte Folge um āyu vāyu valam vara ... pōta karuma upāya tāṉa ñāṉa ist nicht zuverlässig in alle Einzelbegriffe aufzulösen. Klar ist die Hinwendung von fortbestehenden Leidenschaften zur liebevoll geübten Erkenntnis; eine konkrete Atemanweisung wird nicht daraus abgeleitet.
- ↑ Die beschädigte Körperliste erlaubt bei einigen Flüssigkeitsbezeichnungen keine sichere medizinische Präzision. Die „sechs Glieder“ sind die Vedangas; sie werden nicht mit den sechs Murugan-Heiligtümern verwechselt.
- ↑ Die Anfangsfügung wird als nāṉ nattākat tirivēṉō, „werde ich mich liebevoll hinwenden?“, verstanden. Kudal ist Madurai. Vergleich: Kaumaram, Lied 363.
- ↑ Die direkte Rede ist im Tamilischen nicht durch Sprecherzeichen getrennt. Traditionell wird sie als Ramas durch Lakshmana übermittelte Mahnung an Sugriva verstanden. Der genaue Wechsel von „ich“, „er“ und Auftrag an den Boten bleibt unsicher. Vergleich: Kaumaram, Lied 364.
- ↑ Gajapati, die Elefantenstadt, bezeichnet hier Tiruvanaikka. Die Verwandtschaftsbezeichnung maittuṉa wird bewusst allgemein wiedergegeben.
- ↑ Das Gedicht benutzt eine zugespitzte Polemik gegen käufliche Liebe. Die Übersetzung gibt diese Sprecherhaltung wieder; sie ist keine allgemeine Aussage über Frauen oder ein Urteil über ihren menschlichen Wert.
- ↑ Gemeint ist Rama. Die beschädigte Vorlage nennt die Gayatri-Rezitation; sie enthält hier keinen vollständig ausgeschriebenen Gayatri-Mantra. Ādityāya bedeutet „dem Sonnengott“.
- ↑ Die letzte Ortsanrufung enthält den traditionellen Bezug auf die mit heiliger Asche verbundene Tempelmauer; die genaue historische Erbauung wird aus dem Vers nicht abgeleitet.
- ↑ Der Vers spricht ausdrücklich von einem erinnernden „einst/einmal“ in Arunai, dem Ort Tiruvannamalai. Das ist eine Aussage des lyrischen Ichs; sie begründet für sich allein noch keine vollständig gesicherte Biografie. Vergleich: Kaumaram, Lied 367.
- ↑ Die kosmische Wagenbeschreibung gehört zur Tripura-Erzählung. Die „eins und zwei“, also drei, Verschonten werden im Lied nicht namentlich aufgeführt. Vergleich zur Wagenfolge: Kaumaram, Lied 368.
- ↑ Diese Eingangspolemik zielt unter anderem auf Jainas und wertet andere Gruppen ab. Sie wird als historische religiöse Streitstimme bewahrt; die Gleichsetzungen sind keine sachlichen Beschreibungen dieser Traditionen.
- ↑ Die Bedingungsfolge im Mittelstück wurde auf ihre Worttrennung geprüft; Vergleich: Kaumaram, Lied 369. Śata-kōṭi bezeichnet hundert Krore, also eine Milliarde.
- ↑ Der Berg- und Wasserfallabschnitt ist poetische Überhöhung. Aruṇam in der Baumreihe ist botanisch nicht sicher identifiziert; deshalb wurde keine präzise Pflanzenart ergänzt. Die Tochter des Weisen ist Valli in ihrer mythischen Herkunftserzählung.
- ↑ Die Bildfolge vor der Liebesbitte und die genaue Zuordnung des Lotuslagers sind nicht in allen Wörtern gesichert. Das Madal ist eine öffentliche Liebesklage; hier wird sie dem Gott selbst zugeschrieben.
- ↑ Die philosophische Aussage über das „Neue“ und das „Ursprüngliche“ ist syntaktisch verdichtet und mehrdeutig. Sie wird nicht auf eine einzelne Schule oder ein festes Lehrschema eingeschränkt.
- ↑ Eḻupatu kavi nennt „siebzig“ in Verbindung mit dem Affenheer; die Größenordnung ist nicht ausgeschrieben. Die Übersetzung belässt es bei siebzig Scharen, statt eine unsichere Gesamtzahl von Soldaten anzugeben. Vergleich zur Ramayana-Passage: Kaumaram, Lied 373.
- ↑ Das Lied kehrt gängige Schönheitsvergleiche in Warnbilder um. Diese asketische Betrachtung beschreibt die gefährdete Wahrnehmung des lyrischen Ichs; sie ist keine sachliche Aussage, Frauen seien Täuschung, Diebstahl oder Tod.
- ↑ Die letzten beiden Strophen enthalten eine schwierige Folge von Heeres-, Blüten- und Lichtbildern. Ihre genaue syntaktische Anordnung ist nicht durchgehend gesichert; „übertroffen“ gibt hier den erkennbaren Vergleich des übermächtigen göttlichen Glanzes wieder.
- ↑ Der Anfang kayalviḻittēṉ wird traditionell als zusammengezogene Klage über das Wachen verstanden. Die Sprecherwechsel zwischen Ehefrau, Mutter und Kindern wurden zur Lesbarkeit ausdrücklich kenntlich gemacht. Vergleich: Kaumaram, Lied 376.
- ↑ Die Fügung um die Veden und die beiden Götter ist syntaktisch unsicher. Vajra-Träger und Uma-Gatte bezeichnen Indra und Shiva; darüber hinaus wird keine bestimmte nicht genannte Episode ergänzt.
- ↑ Die Lotusgabe erinnert an die Erzählung, dass Vishnu sein lotusgleiches Auge an Shivas Füßen darbrachte. Die Augen-Anspielung ist im Lied sehr knapp; Vergleich: Kaumaram, Lied 378.
- ↑ Das Lied wird als Klage der Liebenden wiedergegeben. Die Blüten von Shivas Haarkrone gelangen in der Bildsprache an Murugans Füße, wenn Shiva sich vor ihm verneigt.
- ↑ Wie das vorige Lied gestaltet dieses die Sehnsucht nach dem göttlichen Geliebten. Die Verbindung der Mondstrahlen mit dem untermeerischen Feuer ist ein Bild des als brennend erfahrenen Liebesleids.
- ↑ Zu Lied 381: Die Trennung mātu arukku bezeichnet hier die Geliebte; die Passage wurde daher nicht als Klage über die Verführung durch mehrere Frauen übersetzt. Nākaṃ am Schluss wird in der Tamil-Worterklärung zu Lied 381 als Berg verstanden; der Meru-Vergleich und die Zahl acht bleiben erhalten. Die mythologische Zuordnung der acht Berge ist im Lied selbst nicht ausformuliert.
- ↑ Zu Lied 383: Die doppelte Verwendung von pōtaka und die Trennung von pōṉa ciṟai sind erklärungsbedürftig. Der Abgleich mit der Tamil-Worterklärung stützt hier Elefant beziehungsweise die vom Elefanten aufgezogene Deivayanai und die Rückkehr aus Gefangenschaft; ciṟai wird an dieser Stelle nicht als Vogelflügel übersetzt. Die genaue Gliederung der kompakten Wendung über den Blumensitz bleibt weniger sicher.
- ↑ Zu Lied 384: Die lange Namensreihe der Göttin ist vollständig bewahrt; nicht sicher aufzulösende Beinamen bleiben als Namen stehen. Surāri in der Namensreihe der Göttin und das gleichlautende Wort im Kampfabschnitt haben hier nicht dieselbe Funktion. Zur Gliederung der Reihe und zu navōnilai als neun Ebenen wurde die Tamil-Worterklärung herangezogen. Die Turmbeschreibung ist eine Aussage des Gedichts, keine Datierung eines heute sichtbaren Bauwerks.
- ↑ Zu Lied 386: Die ersten beiden Absätze bilden einen langen Vergleich: Das Gift in Shivas Hals und Murugans Vel charakterisieren die zerstörerische Wirkung der begehrten Augen. Die Schlusswendung des Kampfabschnitts ist in der verbundenen Textform sprachlich unsicher; »stürmischer Vel« gibt ihre Richtung wieder, ohne eine nicht belegte besondere Waffengeste zu ergänzen.
- ↑ Zu Lied 387: Das Gedicht nennt beim Quirlen einen »nördlichen goldenen Berg«; die Übersetzung ersetzt diese Benennung nicht stillschweigend durch den in anderen Erzählfassungen üblichen Bergnamen Mandara. Der äußerst gedrängte Übergang von Tarakas Angst zum aufschreienden Meer wird sinngemäß verbunden; Einzelheiten der Meeresbeschreibung bleiben weniger sicher.
- ↑ Zu Lied 389: Die Wendung über die im Todesaugenblick aufsteigende Verstellung der Herzen ist knapp und mehrdeutig; sie wird hier nicht zu einer zusätzlichen Erzählung über Erbstreit oder eigennützige Trauer ausgebaut.
- ↑ Zu Lied 390: »Frauen mit ihrem zwiespältigen Tun« übersetzt vorsichtig iruviṉai makaḷir; ob hier zwei bestimmte Arten von Handlungen gemeint sind, ist nicht eindeutig. Auch die Bezeichnung der Bogenmitte bleibt in der vorliegenden verbundenen Lesart unsicher. Der Grundsinn — die Qual der getrennten Geliebten durch Mond, Wind und Liebespfeile — ist klar.
- ↑ Zu Lied 392: Kaṭaikkāl mitittiṭṭu wird hier vorsichtig als »eine Stütze bieten« verstanden; das konkrete Bild kann auch das Anlegen einer Grundlage bezeichnen. Karukkārar benennt eine Bindung an die Entstehung im Mutterleib; die Übersetzung lässt offen, wie eng der Ausdruck hier auf eine bestimmte Personengruppe zu beziehen ist. Die genaue syntaktische Verknüpfung im Kampfabschnitt ist unsicher.
- ↑ Zu Lied 393: Die Verbindung am Liedanfang, insbesondere tacarak kayalār, ist in der vorliegenden Texttrennung nicht völlig eindeutig. Die Augenbilder und die Beziehung zum Liebesgott bleiben erhalten; eine zusätzliche mythologische Handlung wird nicht ergänzt.
- ↑ Zu Lied 394: Die Project-Madurai-Fassung enthält im Anfang தொழுத்மு und das fremde Zeichen in கடலுடுற். Für die deutsche Wiedergabe wurden die verständlichen Parallelformen தொழுதும் und கடலூடுற்று in der Parallelüberlieferung berücksichtigt. Der beschädigte Grundtext bleibt im Quellenbestand erkennbar. Die wiederholten Rufe am Schluss sind als Rufe wiedergegeben; ihre jeweilige emotionale Färbung wird nicht in den Text hineingeschrieben.
- ↑ Zu Lied 395: Die knapp ineinandergreifenden Wörter der Tanzbeschreibung wurden mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Gemeint ist Shiva mit einem gehobenen und einem aufgesetzten Fuß. Die Lautsilben vor den Trommeln gehören zum Gedicht und bleiben erhalten.
- ↑ Zu Lied 396: Die letzte Anrufung lässt bei avaṉit tiru mātoṭu unterschiedliche Verknüpfungen zu. »Über die Erde mit ihrer Glücksgöttin« ist eine vorläufige, dem sichtbaren Wortlaut nahe Wiedergabe; ein im Tamilischen hier nicht ausdrücklich genannter weiterer Gottesname wurde nicht eingesetzt.
- ↑ Zu Lied 398: Das lange Lied schildert zunächst körperliche Vereinigung und wendet sich erst danach zur Bitte um Befreiung; diese Anlage bleibt vollständig erhalten. Die Verbindungen über Selbstvergessenheit und Hüftschnur sind sprachlich weniger sicher. Im letzten Teil wurde die Lesung »sich die Dichtung anlegen« sowie die Zuordnung der Kampfwendung mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Die wertenden Aussagen über käufliche Frauen gehören zur historischen Stimme des Gedichts.
- ↑ Zu Lied 400: Die Zuordnung der beiden Geliebten zu Valli und Deivayanai sowie die ungewöhnliche Perspektive »die Stimmen … höre ich nicht« wurden anhand der Tamil-Worterklärung geprüft. Das Gedicht sagt am Schluss »grausame Krankheit«; die in der Lebenslegende vorgenommene medizinische Präzisierung wird nicht als gesicherte Diagnose in die Übersetzung übernommen.
- ↑ Zu Lied 401: Die Verbindung der Kadamba-Blüten mit ihrem Honig und der Sprecherwechsel beim Ruf »mein jüngerer Bruder« wurden anhand der Tamil-Worterklärung geklärt.
- ↑ Zu Lied 402: Die Schlussstrophe verdichtet zahlreiche Sanskritwörter. Die Anspielung auf Vyaghrapada und Patanjali beim Tanz Shivas sowie die Trennung von kalapaka kēntra wurden mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Bei tant(r)a bleibt »Lehrschriften« bewusst weiter als die moderne Bezeichnung einer einzelnen Tantra-Schule.
- ↑ Zu Lied 403: Der Abschnitt über Hochzeit, Dienstanspruch und zerrissene Urkunde spielt auf Shivas Berufung Sundarars an. Die Schilderung wird als überlieferte heilige Erzählung, nicht als historisches Prozessprotokoll wiedergegeben. Die knappe Wendung muṉivāṟi im Liebesabschnitt und die Bewegung der Schlange beim Quirlen sind nicht völlig eindeutig; die Übersetzung bleibt an diesen Stellen vorläufig.
- ↑ Zu Lied 405: Das Gedicht verbindet ein inneres Feuer-Mond-Nektar-Bild mit polemischen Erinnerungen an Religionskonflikte. Die Polemik gegen Jaina-Asketen ist Teil der historischen Dichtersprache und keine Stellungnahme dieses Artikels. Die Yogabilder sind Dichtung, keine eigenständige Anleitung zur Ausführung einer Atem- oder Kundalini-Technik.
- ↑ Zu Lied 407: Die Verbindung von Krachen, Bergen, Meer und dem »Krümmen des Bogens« ist in der stark lautmalerischen Passage nicht durchgehend sicher zu gliedern; sie bleibt als unsichere Bildfolge sichtbar. Die Trommelsilben sind weder ausgelassen noch mit zusätzlichen Bedeutungen versehen.
- ↑ Zu Lied 408: Die lange Anfangsreihe besteht aus übersteigernden Vergleichen: Die Brüste »besiegen« alle Gegenstände, mit denen sie verglichen werden. Sie erzählt keine eigenständige Folge historischer oder mythologischer Zerstörungen. Zur Worttrennung bei Spielsteinen, Liebesgottkrone, Chakravaka-Vögeln und Zimbeln wurde die Tamil-Worterklärung herangezogen. Die genaue Schlagfolge vor dem Auftreten der Geister ist unsicher.
- ↑ Zu Lied 409: Arimukattiṉaṉ wird hier entsprechend der Worterklärung als »mit schönem Gesicht« verstanden, nicht als Einführung eines zusätzlichen löwengesichtigen Gottes. Die Schakal-Pferde-Erzählung gehört zu den heiligen Spielen Shivas.
- ↑ Zu Lied 411: Kāl āḷum vēḷ bezeichnet nach der Tamil-Worterklärung den den Wind lenkenden Liebesgott, nicht zwei getrennte Gestalten namens Kalan und Vel. Auch die knappe Anspielung auf Shiva und den Mond wurde dort abgeglichen.
- ↑ Zu Lied 412: Bei der Gesichtspflege im ersten Absatz ist die genaue Worttrennung nicht sicher. Die grausamen Äußerungen am Krankenlager bleiben als Rede der Figuren erhalten. Im Schlussabschnitt wurde insbesondere karamōṭu akam — Hand und Herz — mit der Worterklärung abgeglichen; die zusammengezogene Form மோடகம்பெற wird hier nicht als Hinweis auf eine Modaka-Süßigkeit verstanden.
- ↑ Zu Lied 413: Der Auslöser des ersten lauten Rufs ist im Wortlaut nicht ausdrücklich benannt; die Übersetzung ergänzt deshalb keinen bestimmten Vogel. Die Wendung um Sura und den Berg lässt mehr als eine Gliederung zu und bleibt hier vorläufig.
- ↑ Zu Lied 414: Im Ortsnamen steht im Project-Madurai-Text das beschädigte Zeichen in சோண கிணயி லுற்ற. Die Wiedergabe als »auf dem roten Berg« folgt dem eindeutig erkennbaren Zusammenhang mit Sonagiri; die genaue fehlerhafte Zeichenfolge wird nicht als reguläres Tamil ausgegeben.
- ↑ Zu Lied 415: Die Zusammensetzung von Shivas Haarschmuck und die Wendung über Valli als Mutter und Hüterin des Feldes wurden mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Die Selbsterniedrigung des Sprechers wird nicht als gesellschaftliche Bewertung einer heutigen Bevölkerungsgruppe übernommen.
- ↑ Zu Lied 416: Der Grundtext ist an mehreren Stellen verdichtet oder beschädigt. Bei எழுகடல் தநமுள wurde für den deutschen Sinn die Parallelform எழு கடல் தீமூள — »die sieben Meere entflammen« — berücksichtigt. Die Yoga-Passage wurde mit der Worterklärung abgeglichen: sechs Adharas, der stützenlose Zustand und ein um vier Fingerbreiten zurückgeführter Atem. Die genaue Syntax, besonders அறியாதாய்ப் und வானாலை, bleibt unsicher; die Wiedergabe ist hier vorläufig und keine praktische Atemanweisung.
- ↑ Zu Lied 419: Der Übergang vom goldenen Bereich zum Auftreten des Pfaus ist syntaktisch nicht völlig sicher. Die Übersetzung erhält die Bilder und kennzeichnet ihre Verbindung als vorläufig. Die letzte Bitte für die Himmlischen wurde mit der Worterklärung abgeglichen.
- ↑ Zu Lied 421: Die Project-Madurai-Zeile இருவோ ரொ … ரு பமதாய் ist beschädigt; die Parallelfassung bietet இருவோர் ஒருரூபமதாய், »die beiden als eine Gestalt«. Die Bildrede über die Geliebte namens Shiva-Wirklichkeit und die Bitte um Vel und Pfau wurden an derselben Stelle geprüft. Die Einheitserfahrung wird als Stimme dieses Liedes bewahrt, nicht zur pauschalen Gleichsetzung aller shaivitischen Lehrsysteme erklärt.
- ↑ Zu Lied 422: Die Selbstverpflichtung des Gottes und die goldene Welt wurden mit der Parallel-Worterklärung abgeglichen. Die dichte Aufzählung der Welträume am Schluss ist nicht völlig eindeutig segmentierbar. Auch die Verbindung von guter Gestalt, Sinnen und Füßen im vierten Absatz bleibt vorläufig; es wurden keine zusätzlichen Erlösungsstufen erfunden.
- ↑ Zu Lied 423: Das Entstehungsbild am Anfang ist vormoderne Dichtung über Geburt, keine embryologische Darstellung. Die Zuordnung Vibhishanas und die ungewöhnliche weibliche Formulierung zur Verbrennung der drei Städte wurden mit der Tamil-Worterklärung geprüft; die Shiva-Shakti-Verbindung bleibt erhalten.
- ↑ Zu Lied 424: Die Verbindung der Narasimha- und Sharabha-Erzählung sowie das schwierige Bild des Pfaus als Löwenthron wurden mit der Tamil-Worterklärung geprüft. Hier ist eine ausdrücklich shaivitische Erzählperspektive wiedergegeben; sie wird nicht als traditionsübergreifend verbindliche Deutung Vishnus präsentiert.
- ↑ Zu Lied 425: Die sechs Anrufungen und ihre unterschiedlichen Silbenfolgen sind vollständig erhalten; die Mantras werden nicht in eine einheitliche Formel umgeschrieben. Der beschädigte Ausdruck nach der dritten Anrufung wurde nach திருமூலா in der Parallelfassung als »heiliger Urgrund« übersetzt. Śivaya nama entspricht hier der tamilischen Silbenform; die Schreibweise ist keine stillschweigende Umformung in eine andere Sanskrit-Mantrafassung.
- ↑ Zu Lied 426: Die Behauptung über das Pfählen von Jaina-Asketen gehört zur polemischen shaivitischen Überlieferung, in der Murugan mit Sambandar verbunden wird; sie wird hier als Aussage des Liedes, nicht als historisch nachgewiesener Vorgang wiedergegeben. Das Todesgebet ist eine Bitte um den göttlichen Anblick, keine Zusicherung eines medizinischen Verlaufs.
- ↑ Zu Lied 427: Der im Grundtext als வளிநாயகி erscheinende Name wird als Valli verstanden; die Berührung im Schlussabschnitt wird in der Worterklärung als Gnadenberührung gedeutet. Einige Bezeichnungen im dicht gereihten Stimmenvergleich, besonders ஆண்டலை, sind zoologisch nicht sicher zu bestimmen und bleiben als Name stehen.
- ↑ Zu Lied 428: Die genaue Verbindung von tavam oru cattattu aṟintu ist unsicher; »die Askese nur als ein Wort kennen« ist eine vorsichtige Lesung im Zusammenhang der Selbstkritik. Das Gedicht kritisiert hier die eigene Verstrickung in äußere Rollen; es ist keine pauschale Verwerfung von Sannyasa, heiligen Aschezeichen oder Studium.
- ↑ Zu Lied 429: Die drastischen Beschimpfungen des ersten Teils werden als polemische Dichterrede übersetzt. Besonders pappara maṭṭaikaḷ ist in seiner genauen historischen Nuance unsicher; »ungestüm, verstockt« bleibt eine vorläufige Wiedergabe. Die Passage formuliert die Abkehr des Sprechers von seiner Bindung und wird nicht zur Bewertung heutiger Frauen oder Berufe verallgemeinert.
- ↑ Zu Lied 430: Der Grundtext enthält in லுறிய ein fremdes Zeichen; der Zusammenhang von Schlangenzähnen, hervortretendem Gift und brennendem Mond ist dennoch erkennbar. Die Übersetzung kennzeichnet diese Überlieferungsstörung, ohne eine unbelegte zusätzliche Handlung einzusetzen.
- ↑ Zu Lied 431: Vīra patra kanta lässt sich als Reihe von Beinamen lesen; »heldenhaft, glückverheißend« ist eine vorläufige Wiedergabe. Die Krankheitsbegriffe gehören zur traditionellen indischen Körpersprache.
- ↑ Zu Lied 433: Die äußerst kurzen, klanglich gereihten Wörter erfordern sorgfältige Worttrennung. Für pāṭā vāṭā als Singen und Tanzen sowie vīra ātārā / āṟu ātārā als Grund der Tapferkeit und sechs Adharas wurde die Tamil-Worterklärung herangezogen. Der deutsche Satzfluss gibt die Reihe vollständig wieder, ohne den tamilischen Wortklang nachzuahmen.
- ↑ Zu Lied 434: Maṇikiri im Mittelteil bezeichnet in der Worterklärung die edelsteinbesetzten Kronen; die Übersetzung liest hier nicht einen weiteren Berg. Der Bezug auf Haris Tochter als Valli folgt der Mythologie des Liedes. Die Formulierung über Herz, Gold und Leben im zweiten Absatz ist syntaktisch weniger sicher.
- ↑ Zu Lied 435: Einige seltene, klanglich gereihte Selbstbeschimpfungen — besonders tāmīkaṉ, kāpōti und ēmāḷi — werden sinngemäß und vorläufig wiedergegeben. Die beschädigte Form முமுடன் wird als Verstärkung der Torheit verstanden. Der Text ist Selbstanklage und keine Grundlage für eine gesellschaftliche Rangordnung.
- ↑ Zu Lied 436: Der mittägliche Goldspender wird in der Worterklärung mit Karna verbunden. Auch das ungewöhnliche Köcherbild wurde dort abgeglichen: Vishnu dient Shiva als Pfeil, sein Meer als Köcher. Die Selbstkritik des Dichters richtet sich auf eigennützige Schmeichelei; die genannten poetischen Formen werden dadurch nicht grundsätzlich verworfen.
- ↑ Zu Lied 437: Die derbe Körperbeschreibung wurde ungekürzt, aber ohne zusätzliche Ausschmückung wiedergegeben. Bei der Janaki-Passage wurde die Richtung der Aussage anhand der Worterklärung geklärt: Ihre Keuschheit verbrennt den Entführer. Die Übergabe Taras ist eine Aussage dieser poetischen Ramayana-Rezeption und wird nicht durch eine andere Erzählfassung ersetzt.
- ↑ Zu Lied 438: Die polemische Anfangsreihe ist vollständig als Stimme des Dichters bewahrt. Akattiyappaṉ wird mit Hilfe der Worterklärung als von Agastya verehrter Shiva verstanden; dadurch ist er nicht stillschweigend mit dem Rishi selbst gleichgesetzt. Der genaue Anschluss des Tanzabschnitts bleibt in der verdichteten Syntax etwas unsicher.
- ↑ Zu Lied 439: Der Grundtext beginnt die Göttinnenanrufung mit ஆதி மத்தி; die Übersetzung »Anfang und Mitte« folgt dieser Lesart. Die Worterklärung deutet stattdessen ஆகமத்தி als Bezug auf Agamas. Diese Abweichung bleibt kenntlich. Die Behauptung über betörendes Pulver gehört zur polemischen Bildwelt des Liedes.
- ↑ Zu Lied 441: Die Krankheitsnamen sind historische poetische Bezeichnungen; insbesondere vippuruti, kuṭṭam und īḷai lassen sich nicht ohne Weiteres auf eine einzige heutige Diagnose festlegen. Die Übersetzung verwendet daher beschreibende Oberbegriffe.
- ↑ Zu Lied 442: Die Grundfassung enthält ein beschädigtes Zeichen in உறாயிர. »Hunderttausend« folgt der erkennbaren Zusammensetzung nūṟāyiram; die Stelle bleibt textkritisch unsicher. »Herr der Sterne« und »Gemahl Chayas« bezeichnen Mond und Sonne.
- ↑ Zu Lied 443: Im Grundtext ist das Ende des Wortes nach அலைந் durch ein Steuerzeichen beschädigt. Für die Übersetzung wurde அலைந்திடுமூடன் — »der umherirrende Tor« — aus der lesbaren Parallelfassung verwendet. Der rohe Quellenbefund bleibt archiviert.
- ↑ Zu Lied 444: Das sehr lange Lied entfaltet Geburt, Kindheit, Liebesleben, Alter, Tod, Schlacht, Shivas Tanz und Murugans Vermählungen als zusammenhängende Folge; alle Abschnitte und die im Gedicht eingebetteten Trommelsilben sind erhalten. Besonders die Wendungen zur Schwangerschaft, die Aufzählung der Trommeltypen, die Szene um Frau und Besitz und der Schlussanschluss sind sprachlich dicht und teilweise vorläufig. Zum Vergleich wurden die tamilische Parallelfassung und Worttrennung benutzt, insbesondere für die sieben beziehungsweise zehn Monate und die zwölf Lotushände. Die Entstehung des Leibes wird als vormoderne Dichtung, nicht als naturwissenschaftliche Lehre übersetzt.
- ↑ Zu Lied 445: Die Wortverbindung zu den Duftstoffen im ersten Vers sowie mayilāṉa pata sind nicht völlig eindeutig. »Zuflucht deines schönen Pfaus« bleibt deshalb eine vorläufige Wiedergabe und wird nicht um eine ungesicherte besondere Initiationshandlung ergänzt.
- ↑ Zu Lied 446: Die fünf Betrüger sind im Zusammenhang als die fünf Sinne zu verstehen. Einige eng verschränkte Formulierungen, besonders die Beschreibung des Leichenortes und die Anrufung vor der Verbrennung der Städte, bleiben unsicher; die Übersetzung ergänzt dort keinen ungenannten Sprecher.
- ↑ Zu Lied 447: Die beiden verneinten Anfangswendungen sind sehr knapp; ob die zweite die fehlende Einsicht des Sprechers oder eine Bitte um Nichtbeachtung seiner Bindungen bezeichnet, ist nicht sicher. Auch ettaṉai kann mehrdeutig getrennt werden; hier wird es als Selbstbezeichnung »Täuscher« gelesen. Die Übersetzung bleibt an diesen Stellen ausdrücklich vorläufig.
- ↑ Zu Lied 448: Die Verbindung von Sharabha, Virabhadra, der Bestrafung der Sonne und der Askese in Tirukkalatti wurde mit der Tamil-Worterklärung geprüft. Es handelt sich um die örtliche shaivitische Überlieferung; die Übersetzung bewahrt deren Besonderheit, ohne sie mit anderen Vishnu-Traditionen zu vereinheitlichen.
- ↑ Zu Lied 449: Die wiederkehrende Zeigewendung perumāḷ kāṇ bleibt in jeder Strophe erhalten. Die Deutung von aruṇakiri nātar als Herr von Arunagiri und von vimala cara cōti als reines Licht im Atem wurde mit der Worterklärung abgeglichen; die Stelle wird nicht als sichere Namensunterschrift des Dichters behandelt. Puliyur bezeichnet hier Chidambaram.
- ↑ Zu Lied 450: Die verdichteten Verbindungen zum Elefantengesichtigen, zu Rama und zu den Weltenkugeln wurden mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Die wiederholte Anrufung bleibt vollständig, ebenso die Lautsilben des Spiels.
- ↑ Zu Lied 452: Die Mantrafolge wird nach dem sichtbaren Tamil நமசிவ யோம் wiedergegeben; sie wird nicht unbemerkt um zusätzliche Silben erweitert. Der Anschluss von korallenroter Gestalt, begleitenden Dienenden und Reittier wurde mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Nāka kann mehrere mythische Wesen bezeichnen und bleibt hier bewusst als Name stehen.
- ↑ Zu Lied 453: Die Wendung über das Trinken und Freigeben des Meeres wird in der Worterklärung auf Agastya bezogen. Im Grundtext ist க்ரீவம், der Hals, als கணவம் beschädigt; die Parallelfassung klärt den Vergleich mit der Arekapalme. Die Verbindung von Trommelwörtern und Lautsilben ist besonders dicht; unsichere Lautfolgen sind nicht mit erfundenen Instrumentennamen aufgefüllt.
- ↑ Zu Lied 454: Die dichte Körper- und Kleidungsbeschreibung sowie tanti rampuyattār in der Verehrerreihe sind nicht völlig sicher aufzulösen. »Die mit Elefant und Lotus Verbundenen« lässt den erkennbaren Wortbestand stehen, ohne die Gruppe durch ungesicherte Eigennamen zu vervollständigen.
- ↑ Zu Lied 455: Die Schlussverbindung zwischen Halle und Liebenden ist mehrdeutig; »in sich aufnehmen« gibt eine mögliche Lesung wieder. Die Körperbilder und die Grausamkeit des Schlachtfeldes gehören zum vollständigen poetischen Ablauf und werden nicht zu einer bloßen Moralzusammenfassung verkürzt.
- ↑ Zu Lied 456: Die Begegnungsrede der Frauen sowie einzelne Krankheitsbezeichnungen sind vorläufig übersetzt; die Aussage über ihren Zusammenhang ist die moralisch zugespitzte Stimme des Liedes. Die genaue Gliederung der langen Verehrerreihe bleibt stellenweise unsicher. Der Schluss mit Vallis Antlitz und dem Tempel wurde mit der Worterklärung abgeglichen.
- ↑ Zu Lied 457: Das Reittier ist hier ausdrücklich ein Elefant. Die schwer zu trennende Kadamba-Wendung wurde mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen; sie wird nicht als Behauptung von acht Schultern gelesen. Die Formulierung über den Schwur auf viele Geburten ist ein poetischer Vergleich.
- ↑ Zu Lied 458: Die genaue Trennung der verdichteten Vel-Anrufung wurde mit der Tamil-Worterklärung geprüft: Die Quaste gehört zum Speer; es werden an dieser Stelle keine weiteren Gottheiten eingeführt.
- ↑ Zu Lied 460: Die Anspielung auf Murugan als Händler, um Valli zu erreichen, sowie die weibliche Zuordnung des Feuerauges wurden mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Die dort erläuterten vier Erlösungsstufen werden nicht in den Vers eingeschoben, der an dieser Stelle nur von patavi, der erreichten Stätte beziehungsweise Stellung, spricht.
- ↑ Zu Lied 461: Die dichte Klangfolge enthält mehrere unsichere Worttrennungen, besonders im Übergang von Geldverlust zu Krankheit und bei der Anrufung Brahmas am Schluss. Diese Passagen sind vorläufig übersetzt. »Göttlicher Narr« gibt den ehrfürchtig gebrauchten Shiva-Beinamen pittaṉ wieder und bezeichnet keine Diagnose.
- ↑ Zu Lied 462: Die lange Beschimpfungsreihe ist teilweise aus seltenen oder zusammengezogenen Ausdrücken gebildet; besonders naṭuvikaḷ, caṅkamuṇkikaḷ, caṅkiraṅkikaḷ und die Schlusswendung zur Bindung lassen keine durchgehend sichere Einzelzuordnung zu. Die Übersetzung bewahrt die Reihe als vorläufige Dichterrede, ohne aus ihr Behauptungen über heutige Personengruppen abzuleiten.
- ↑ Zu Lied 463: Die verwickelte Reihe nach dem Quirlen des Meeres wurde mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Die Zuordnung von Palast, Gaben und Tänzerinnen zu Indras wiederhergestelltem Leben ist dadurch gestützt; einzelne Verbindungen bleiben sprachlich dicht.
- ↑ Zu Lied 464: Ciṟukūr wird gemäß der Worterklärung als Ortsname behandelt. Die genaue heutige Lokalisierung wird hier nicht ohne zusätzlichen Beleg behauptet.
- ↑ Zu Lied 465: Die Wendung civam añceḻuttai munta viṭuvōṉē wird wörtlich als Aussenden der fünf Shiva-Silben wiedergegeben. Ob der Text sie hier unmittelbar mit dem Vel gleichsetzt, bleibt ohne hinreichend klaren Beleg offen. Auch die genaue Folge von Verkleidung, Handergreifen und Elefantenherbeirufen ist in der knappen Valli-Anspielung nicht völlig sicher.
- ↑ Zu Lied 467: Pata aḻaku wird hier mit der Tamil-Worterklärung auf die Unterweisungsworte bezogen; »Schönheit der Füße« wäre ebenfalls eine sprachlich naheliegende Möglichkeit. Die schwierige Anrufung mit dem Laut A und Hari erhält die im Gedicht angelegte Nähe von Uma und Vishnu, ohne daraus eine allgemeine Gleichsetzung aller Gottheiten abzuleiten.
- ↑ Zu Lied 468: Maṉu nūl wird im Anrufungszusammenhang als Mantra-Lehre verstanden; eine eindeutige Benennung des Gesetzbuchs Manus lässt sich hier nicht sichern. Die Beziehung zwischen Tamil-Lobpreis, Erkenntnisteich und Shivaganga im Schluss bleibt in der gedrängten Syntax teilweise offen.
- ↑ Zu Lied 470: Die schonungslose Selbstanklage ist die Stimme des betenden Dichters. Die Schlangengestalten werden in der Worterklärung als Adishesha und Patanjali verstanden. Der Vers nennt den Chola-König nicht mit einem persönlichen Namen; daher wird hier keine historische Datierung daraus abgeleitet. Die Schlussanrufungen verbinden Murugan ausdrücklich mit dem tanzenden Shiva und dem Verbrenner der drei Städte; diese Besonderheit bleibt unverkürzt.
- ↑ Zu Lied 471: Das Lied gebraucht verschlüsselte Shiva-Yoga-Bilder. Die Parallelfassung und Worterklärung wurden für Lotusfeuer, weißes Reittier, acht Eigenschaften und das wechselnde Zahlenspiel herangezogen. Die Deutung von »acht und zwei« als Mantra- und Linga-Wissen wird nicht durch eine einzige arithmetische Auflösung ersetzt. Im dritten Versabschnitt liest die Parallelfassung சுட்டு, »verbrennend«, statt des in der Grundfassung wiederholten கட்டு. Die Beschreibung der Körperverwandlung ist eine Aussage der Dichtung, keine überprüfte physiologische Behauptung oder Übungsanleitung.
- ↑ Zu Lied 474: Im Halsvergleich ist das Wort grīva in der Grundfassung als க்ணவர் beschädigt; der Vergleich mit der Arekapalme bleibt eindeutig. Einzelne Kleidungs- und Duftwörter sind weniger sicher gegliedert und entsprechend zurückhaltend übersetzt.
- ↑ Zu Lied 476: Vallai attaṉ wird in der Worterklärung als Herr von Tiruvallam verstanden. Die Verbindung veḷḷi pattar kaṉṉi im vorletzten Abschnitt ist in der Grundfassung nicht eindeutig; die Wiedergabe »reine Jungfrau der Verehrenden« bleibt vorläufig und ersetzt die Stelle nicht durch einen ungesicherten Eigennamen.
- ↑ Zu Lied 477: Die wiederholte Form kāṭṭi — »zeigend« — verbindet Verführung und göttliche Wegweisung. Der Übergang bei Haus, Grabstätte und Leidenshandlung ist syntaktisch schwierig; die deutsche Bitte folgt dem erkennbaren Richtungswechsel und bleibt dort vorläufig.
- ↑ Zu Lied 478: Cattāti im Grundtext wird entsprechend der Worttrennung als acattu āti, das Unwirkliche und damit Verbundene, verstanden. Der Schlussname Caci valli bezeichnet in dieser Deutung Shachis Tochter Deivayanai, nicht ohne Weiteres die zuvor angerufene Valli.
- ↑ Zu Lied 479: Die Betel- und Lippenpassage ist in der verbundenen Überlieferung schwierig; die genaue Abfolge bleibt vorläufig. Der Gebetsübergang und das ausdrücklich genannte Keulenmotiv wurden mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Die Verbindung zwischen Keshava und dem goldenen Lotus ist am Schluss nicht eindeutig und wird nicht durch eine zusätzliche Erzählung erweitert.
- ↑ Zu Lied 480: Die vormoderne Aufzählung von Körperbestandteilen ist nicht durchgehend medizinisch eindeutig; besonders die verbundenen Wörter um aṭṭippāl und die inneren Flüssigkeiten sind vorläufig übersetzt. Auch die Zuordnung der Sänger im vorletzten Absatz ist in der verdichteten Textform unsicher.
- ↑ Zu Lied 483: Die Steinverwandlung ist die Anspielung auf Ahalya; die Verbindung der früheren Zusage mit Deivayanai wurde mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Die Einzelheiten einer vorausgehenden Geburt werden nicht zusätzlich in den Vers eingesetzt.
- ↑ Zu Lied 485: Die historischen Krankheitswörter wurden anhand der Tamil-Worterklärung beschreibend aufgelöst. Sie sind nicht als heutige Diagnoseliste zu lesen. Die weibliche Beschreibung der allbewegenden Gottheit und die anschließende Shiva-Anrufung bewahren die Verbindung von Shiva und Shakti.
- ↑ Zu Lied 486: Die im Grundtext gedrängte Bitte காரிர் பாருமை யாசி வாபத wurde anhand der Worttrennung als »Schau mich an, Herr; gewähre Shivas Zustand« wiedergegeben. Das beschädigte Zeichen in der Fußringbezeichnung wird dadurch nicht als regulärer Buchstabe behandelt.
- ↑ Zu Lied 487: Mehrere Krankheitswörter, insbesondere kaṟpaṭuvaṉ, mālai und die beschädigte Form லுசல், sind nicht zuverlässig auf eine genaue moderne Bezeichnung festzulegen; die beschreibende Reihe ist daher vorläufig. Auch die Verbindung von vedischem Schöpfer, Schiff und Spiel bleibt sprachlich unsicher. Die Zahl 96 und das Bild des im reinen Raum tanzenden Pfaus sind klar überliefert.
- ↑ Zu Lied 488: Die Ursachen der Trennungsqual — Blütenlager, Rinderglocken und Liebespfeile — wurden mit der Tamil-Worterklärung abgeglichen. Das Wort für die Frau bei Hara wird hier als Vergleich mit einer Hirschkuh verstanden; die knappe Verbindung zur Elefantenhaut bleibt weniger sicher.
- ↑ Zu Lied 489: Die Wendung über Messing und den ausbleibenden erneuten Ruf ist knapp und wird sinngemäß als Gegensatz von Versprechen und materieller Berechnung wiedergegeben. Einzelne Wörter dieser Passage bleiben weniger sicher.
- ↑ Zu Lied 490: Die Alternative zwischen Befreiung nach dem Tod und Erkenntnis zu Lebzeiten ist ausdrücklich im Vers enthalten. Die Tamil-Worterklärung liest in der Schlussanrufung eine Anspielung auf Jnanasambandar als Verkünder des Shiva-Veda; der Eigenname wird nicht nachträglich in den eigentlichen Vers eingefügt. Die erste Metapher vom Griff des Todes ist in ihrer genauen Worttrennung weniger sicher.
- ↑ Zu Lied 491: Die Kampfbilder um Shiva verdichten mehrere Mythen, besonders die Überwindung Yamas, Tripuras und Kamas sowie die Zerstörung von Dakshas Opfer. „Mūḷiyar“ ist eine herabsetzende Bezeichnung; hier im Zusammenhang als „Frauen ohne Erbarmen“ wiedergegeben. Die Stimme des um Befreiung bittenden Sprechers wird damit wiedergegeben, keine allgemeine Aussage über Frauen.
- ↑ Zu Lied 492: Das wiederholte „ettikaḷ“ bezeichnet täuschende Frauen und ist als bewusst insistierender Kehrvers bewahrt. Die gedrängte Verbindung „cukarē cattaṉa pāra…“ am Schluss bleibt lexikalisch unsicher; „schwere Krüge“ gibt den wahrscheinlichen Brustvergleich wieder. „Muttin“ kann hier neben der Perle auch auf „mukti“, Befreiung, anspielen.
- ↑ Zu Lied 493: Die Aufzählung von Aasfressern, Verbrennungsfeuer, Erde, Yama und Brahma spannt den ganzen Kreislauf von Sterben, Bestattung und erneuter Geburt auf. „Abhaya“ bedeutet Schutz beziehungsweise Freiheit von Furcht; die doppelte Bitte wurde nicht zu einer bloßen Inhaltsangabe verkürzt.
- ↑ Zu Lied 494: Die Project-Madurai-Lesung „taṉalmuccinai“ ist beschädigt. Die Übersetzung folgt an dieser Stelle „talaimūcciṉai“ im tamilischen Paralleltext bei Kaumaram. Auch die syntaktische Verbindung von Schriftstudium und Religionsstreit ist gedrängt; die Bitte richtet sich auf dessen Überwindung. „Vaṭivuḷa poruḷ“ wurde eng als „Wirklichkeit, die Gestalt besitzt“ übersetzt; die kommentierende Auslegung als Verkörperung höchster Seligkeit ist möglich, aber nicht zusätzlich in den Liedtext eingesetzt.
- ↑ Zu Lied 495: Die Vorlage enthält in der Halsbeschreibung ein unzuordenbares Zeichen. Sivaya, tamilischer Paralleltext liest dort „krīva“, Hals; dieser Lesung folgt die Übersetzung. Die unmittelbar folgenden Vergleiche „Palmyrafächer“ und „Buch“ sowie ihre körperliche Zuordnung sind nicht sicher aufzulösen und wurden ausdrücklich als Bildfolge belassen. Auch die Verbindung von „arūṇa rūpa-p-patam“, Pferd und Pfau im letzten Abschnitt ist unsicher; die Übersetzung bewahrt die genannten Bilder, ohne eine fehlende Handlung hinzuzuerfinden. Die lange botanische und musikalische Aufzählung gehört zum Lied und ist vollständig berücksichtigt.
- ↑ Zu Lied 496: „Iru nōy“, die beiden Krankheiten, wird in der Kommentierung auf die bindenden Wirkungen guter und schlechter Taten bezogen; der Liedtext benennt sie nicht weiter. Das „innere Licht des Ursprungs“ lässt eine yogische Beziehung zum Muladhara-Feuer zu. Vergleich: Tamil Surangam, Lied 496. Der goldene Ort bleibt in der Übersetzung bewusst ein Bild; er wird nicht mit einer bestimmten anatomischen Stelle oder einem äußeren Himmel gleichgesetzt.
- ↑ Zu Lied 497: „Cīva oṭukkam“ und „pūta oṭukkam“ bezeichnen das Stillwerden beziehungsweise die Rücknahme des individuellen Lebens und der Elemente. Der Text stellt die erbetene innere Erkenntnis den aufgezählten äußeren Formen der Askese gegenüber; eine konkrete Atem- oder Auflösungsübung wird nicht beschrieben.
- ↑ Zu Lied 498: Ein Konvertierungsfehler stört das Wort nach „cūtil“; „kein Zögern“ gibt nur den wahrscheinlichen Sinn wieder. Die Beziehung des Schlangenbildes zum Speer- und Brahma-Motiv ist syntaktisch unsicher. Im yogischen Abschnitt steht „kāl“ sowohl für Fuß als auch, je nach Zusammenhang, für Atem/Luft; die Übersetzung folgt hier dem Zufluchtsmotiv der göttlichen Füße und hält eine Atembedeutung offen. „Suramāṉ“ wird als Waldreh und Bild Vallis verstanden. Es wird daraus keine praktische Atemanweisung abgeleitet.
- ↑ Zu Lied 499: Einzelne Namen der Prozessionsinstrumente und die Verbindung „taḷam“/„taṭikārar“ sind in der gedrängten Schreibung nicht völlig sicher. „Virumañ cittiram“ wird als Zauberschau verstanden. Die Gefährtin ist im Schlussvers nicht ausdrücklich mit einem Eigennamen bezeichnet; deshalb wird „māṉ makaḷ“ eng als rehgleiche Tochter wiedergegeben.
- ↑ Zu Lied 500: Besonders die erste Strophe ist in der vorliegenden Worttrennung nicht zuverlässig auflösbar: „cakuṭam“ (Wagen), Meer, Teich und Muschel wurden bewahrt, doch die Beziehung dieser Bilder bleibt offen. Auch die Schmuckbezeichnungen im dritten Abschnitt sind zum Teil unsicher; die Körperstellen und das Klangbild sind erkennbar. „Pañcam“ erscheint in einer Instrumentenreihe, seine genaue Zuordnung bleibt offen. Die rhythmischen Silben innerhalb des Liedes wurden vollständig in lesbarer Umschrift belassen. Die Übersetzung ersetzt die unklaren Stellen weder durch eine erfundene Erzählung noch durch eine Zusammenfassung.
- ↑ Zu Lied 501: Die beiden Zeugen des Tanzes sind Patanjali und Vyaghrapada. Die genaue Zusammensetzung „ūṅka nakā puricai“ im Schlussabschnitt ist unsicher; die Bilder der hochragenden Umfriedung und der Schlange wurden vorsichtig beibehalten.
- ↑ Zu Lied 502: „Iruviṉai“ sind die beiden bindenden Wirkungen guter und schlechter Taten. „Anubhuti“ ist unmittelbare geistige Erfahrung. Die gedrängte Passage über Bienen, kindlichen Klang und Duft erlaubt mehrere Worttrennungen; die Übersetzung gibt ihre Bildfolge wieder, ohne aus ihr zusätzliche Personen abzuleiten. Tigerfüßiger und Schlange weisen auf Vyaghrapada und Patanjali.
- ↑ Zu Lied 503: Die ungewöhnlich ausführliche Liebesszene ist Bestandteil des Liedes. Ihre gewaltsam klingenden Vergleiche und der folgende Geldraub gehören zur Selbstanklage des Sprechers. Im Götternamenabschnitt wird „caracōti“ hier als tamilische Form von Sarasvati verstanden; die Reihe stellt die göttliche Mutter als vielgestaltig dar. Ein fremdes Zeichen im Wort für den Lippensaft ist in der Vorlage beschädigt.
- ↑ Zu Lied 504: Die Folge nach „Accuta“ enthält in Project Madurai ein unzuordenbares Zeichen. Sie lässt sich im Zusammenhang wahrscheinlich als Verwandtschaftsbezeichnung verstehen; die Übersetzung bleibt deshalb bei „ihm verwandt“, statt einen beschädigten Eigennamen zu ergänzen. Die südliche Dämoneninsel gehört zum Rama-Lanka-Motiv.
- ↑ Zu Lied 505: Die erste Strophe ist grammatisch nicht eindeutig. „Viṉaiyāyiṉ“ kann sich auf das eigene Karma oder auf die Wirksamkeit der Klage beziehen; der anschließende Gedanke, dass das Rufen die Halle nicht erreicht, wird hier als bange Selbstbefragung wiedergegeben. „Malarppatavi“ bezeichnet einen Blumenstand beziehungsweise eine blumenhafte Stätte, im Gebetszusammenhang die bleibende Zuflucht beim Herrn.
- ↑ Zu Lied 506: Das Lied verwendet verdichtete Yogasprache. „Vierseitige fünfte Kammer“, „Stadt Narayanas“, „sechs Verbindungen“ und „inneres Vierfaches“ wurden nah am Wortlaut belassen; ihre genaue Zuordnung zu Chakras, Mondkreis und Atemmaßen ist aus dem Gedicht allein nicht eindeutig. Die Lesung „vēta caturattar“ im Schlussabschnitt sowie die Worttrennung wurden mit Sivaya, Lied 506 verglichen; Project Madurai hat dort eine verkürzte Form und im Mondabschnitt ein defektes Zeichen. Die Übersetzung ist eine Wiedergabe mystischer Bildsprache, keine ausformulierte Übungsanleitung.
- ↑ Zu Lied 507: „Niṣkaḷa“, ungeteilt beziehungsweise ohne Teile, steht als theologisches Attribut inmitten sinnlicher Göttinnenbilder. „Muttamiḻ“ bezeichnet die drei Bereiche Dichtung, Musik und dramatische Darstellung; die rehgleiche Gefährtin wird damit verbunden, ohne dass der Text eine theoretische Erklärung anschließt.
- ↑ Zu Lied 508: Der Ausdruck „niḻal āḷ pattiṉi“ verbindet Schatten beziehungsweise Schutz mit der treuen Gefährtin; welcher Name gemeint ist, sagt der Vers nicht. Die Schwangerschaftszählung folgt der traditionellen poetischen Angabe des Liedes.
- ↑ Zu Lied 509: Der singende Weise weist auf Sambandar. Die Überwindung der Jainas ist Teil der shaivistischen Hagiographie und Polemik; sie wird hier als Aussage des Liedes, nicht als unabhängig gesicherter historischer Bericht wiedergegeben. Der Schluss verschränkt die Schlangenüberlieferung um Adishesha/Patanjali und den tigerfüßigen Vyaghrapada mit Shiva und Murugan. Die genauen Subjektwechsel bleiben poetisch offen.
- ↑ Zu Lied 510: „Ciṉṉam“ bedeutet hier Kennzeichen, nicht „Zorn“. „Dieses Gefäß“ bezeichnet den sterblichen Leib; „jenes“ bleibt im Vers ohne nähere Beschreibung. Der Jäger ist Kannappa: Sein unkonventionelles Opfer wird höher gewertet als äußerliche Reinheit. Worttrennung und diese Anspielung wurden anhand des tamilischen Textes und der knappen Worterklärung bei Kaumaram geprüft.
- ↑ Zu Lied 511: Die ersten Strophen sind eine stark verdichtete Element- und Mantralehre. Die Worttrennung wurde mit Tamil Surangam, Lied 511 verglichen. „Vierseitig“ liest „nālmuka“ geometrisch; auch „fünf und noch eins“ ist als Sechseck verstanden. Die zwei Pferde sind ein Bild der Atemwege. Der Übergang „aruṇa cantira maṇṭalīkarar / katikoḷ yantira“ ist syntaktisch unsicher; der Text benennt Sonnen- und Mondkreis, Yantra, Bindu und Nada, ohne eine vollständig ausformulierte Praxisanleitung zu geben. Schlange und Tiger bezeichnen Patanjali und Vyaghrapada.
- ↑ Zu Lied 512: Das lange Lied führt die körperlichen Vergleiche, die Liebesszene, Alter und Bestattung sowie mehrere Göttermythen vollständig aus. Die Guru-Erscheinung beim Pferdekauf spielt auf Manikkavasagar an. Die folgenden Vishnu-Passagen betreffen Narasimha, Vamana/Trivikrama und Rama. Der „Siddha“ und der „Händler“ im Göttinnenabschnitt weisen auf Shiva; die sehr gedrängte Formulierung über das Aufsetzen ihres Fußes bleibt deutungsbedürftig. Seltene Körpervergleiche, „kuri“ als Spur und die Händler-Anspielung wurden am tamilischen Paralleltext bei Kaumaram geprüft. „Kuṟuku koṭi“ und „koṟṟa-p-pattiram“ im Kampfteil sind nicht völlig sicher; hier „Vogelfahnen“ und „siegreicher Schutz“. Die wertenden Aussagen über Körper und Frauen gehören zur asketischen Stimme des Gedichts.
- ↑ Zu Lied 513: Die Wörter „iṉamōṭu orutti…“ am Beginn der Göttinnenbeschreibung sind nicht eindeutig zu trennen. Die Übersetzung versteht sie als Hinweis auf ihre nicht begrenzbare Herkunft und Einzigartigkeit. „Nirvāṇi“ wurde als „frei von Hüllen“ wiedergegeben; der Ausdruck darf hier nicht ohne Weiteres mit einer ausschließlich buddhistischen Lehrbedeutung gleichgesetzt werden.
- ↑ Zu Lied 514: „Muccalīlikai“ bleibt als „dreifaches Spiel“ nah an der Form, ist aber nicht sicher erklärt. „Cuṭar maṭam“ bezeichnet eine leuchtende Stätte; ihre genaue yogische Lokalisierung ist nicht ausdrücklich angegeben. „Āṟiṉam“ wurde im Zusammenhang der anschließenden Anrede „Āṟumuka“ auf die sechs Gesichter bezogen. Die Tochter Shachis ist Deivayanai.
- ↑ Zu Lied 515: Die wiederholte Aufforderung „kāṇ“, „sieh“, trägt die ganze Hymne. Shiva- und Murugan-Anrede gehen ineinander über. „Aruviṭai“ ist im Kontext als mächtiger beziehungsweise außerordentlicher Stier verstanden. Im vorletzten Vers ist ein Zeichen nach „ūṟu“ beschädigt; der erkennbare Sinn betrifft die seit der Verkörperung anhaftenden Taten und ihre Auflösung.
- ↑ Zu Lied 516: „Vantiyā ācai“ wurde als unfruchtbares Verlangen wiedergegeben; die genaue syntaktische Stellung ist unsicher. „Kuṉṟutōṟāṭal“ bezeichnet das Tanzen beziehungsweise Wohnen auf jedem Berg und zugleich eine überlieferte Bezeichnung für Murugans Bergheiligtümer.
- ↑ Zu Lied 517: „Pāvai maṇam“ heißt wörtlich Puppenhochzeit; das überraschende Bild wird nicht durch eine abstrakte Einheitslehre ersetzt. „Wir beide“ wird als Sprecher und Gott verstanden. Das yogische Gedicht verbindet Atem, Tripura-Bild und Verwandlung; weder konkrete Atemzeiten noch medizinische Wirkungen werden daraus abgeleitet. Vergleich der schwierigen Worttrennung: Kaumaram, Lied 517.
- ↑ Zu Lied 518: Die stark beschädigte erste Strophe bei Project Madurai wurde für die deutsche Übersetzung mit Kaumaram, Lied 518 abgeglichen; dort steht lesbar „cīrum paḻitta civam aruḷ ūṟa“, die alles Genannte übertreffende Shiva-Gnade möge strömen. Die drei Früchte sind in der tamilischen Tradition Mango, Jackfrucht und Banane. Das Lied selbst sagt „mazhu“, Axt; deshalb folgt die Übersetzung an dieser Stelle dem Wortlaut und nicht der gelegentlichen Kommentarglosse „Feuer“.
- ↑ Zu Lied 519: Die Schlussanrede übernimmt unmittelbar Shivas Kennzeichen: den weißen Kailasa, Ganga im Haar und den Hirsch in der Hand. Die Übergänge zwischen Shiva und Murugan sind hier Teil der Hymne und werden nicht durch zusätzliche erklärende Sätze im Übersetzungstext geglättet.
- ↑ Zu Lied 520: „Tōl ari parikaḷ“ in der gedrängten Schlachtaufzählung ist nicht ganz sicher; „tōl“ kann Haut, Leder oder Schild bedeuten. Die Übersetzung hält die Tier- und Waffenbilder auseinander, ohne die unklare Form zu verschweigen. Die Größenvergleiche der Schwangerschaft sind poetische Bilder der mittelalterlichen Vorlage.
- ↑ Zu Lied 521: Der Meister von Pukali ist Sambandar aus Sirkazhi. Der Silberberg bezeichnet Kailasa. Die Bitte betrifft nicht allein schöne Dichtung, sondern ein Singen in der Nachfolge des heiligen Lehrers.
- ↑ Zu Lied 522: Der Schluss verdichtet zwei Bergmythen: Ravanas Versuch, den Kailasa zu heben, und die Zerschlagung des feindlichen Berges durch Murugan. Die Anrede verschränkt Vater und Sohn. Der Bezug von „maṟṟa poruppu“, „der andere Berg“, bleibt im Wortlaut unbenannt; daher wird kein zusätzlicher Bergname eingesetzt.
- ↑ Zu Lied 523: Die Zahlen ergeben 96 und weisen auf die überlieferten Tattva-Aufzählungen hin; ihre Einzelglieder nennt das Lied nicht. „Maram“, Baum, wird als Bild eines geistig stumpfen Daseins verstanden. Ganapatis Niederschreiben spielt auf seine Rolle als Schreiber des Mahabharata an.
- ↑ Zu Lied 524: Der Paralleltext bei Kaumaram bestätigt den kleinen Fisch der Matsya-Erzählung und liest „marukōṉ“, Neffe, wo Project Madurai „murukōṉ“ hat. Die Übersetzung folgt hier dem Paralleltext. Der Höhlenweg gehört zur örtlichen Murugan-Überlieferung des Tiruvengadam.
- ↑ Zu Lied 525: Das dreifache „Saravanabhava…“ ist vollständig wiedergegeben. „Beiderlei Reichtum“ kann äußeres Gut und inneren Gnadenreichtum meinen. „Ṣaṭumai“ ist eine seltene Form; die Auslegung als sechseckiges Yantra wird im Kommentar bei Kaumaram vertreten. Der Übersetzungstext bleibt enger beim „Sechsfachen“, weil das Substantiv für Diagramm oder Chakra im Vers fehlt.
- ↑ Zu Lied 526: Die knappen Worte über Gift, Becken und Klingen sind ohne Erzählhintergrund kaum eindeutig. Die Übersetzung folgt vorsichtig der Worttrennung des tamilischen Kommentars bei Kaumaram, der sie auf Krishnas Schutz für Bhima bezieht; Bhimas Name steht im Lied selbst nicht und wurde deshalb nicht eingefügt. „Nari, ari, eri“ wurde als Schakal, Klinge und Feuer gelesen; „ari“ kann andernorts Löwe oder Hari heißen. Der Text verbindet mehrere Vishnu-Erzählungen, darunter den Tanz auf Kaliya und Ramas Drohung gegen das Meer.
- ↑ Zu Lied 527: Der Vers verbindet Vallis Brautwerbung mit der Sambandar-Pandya-Überlieferung. Letztere wird aus der Perspektive des Liedes auf Murugan bezogen. Die zweimalige, leicht beschädigte Vengai-Form in der Bergbeschreibung ist als Wortspiel zwischen Baum und Tiger verstanden.
- ↑ Zu Lied 528: Der Zusammenhang „camaya virōta cāṅkalai vāriti“ bezeichnet wahrscheinlich das Meer konfliktreicher Lehrstreitigkeiten; die genaue Form von „cāṅkalai“ bleibt unklar. „Das Reh gebar den Waldpfau“ ist eine poetische Umschreibung Vallis mit Bezug auf ihre Geburtslegende.
- ↑ Zu Lied 529: Die Narayana-Strophe reiht Kriegsbilder aus Mahabharata und Ramayana aneinander. Sie ist dichterische Verdichtung; der Satz vom Meer wird nicht als Behauptung eines tatsächlich vernichteten Ozeans verstanden.
- ↑ Zu Lied 530: Die Verbindung „aḷḷa iṉitu… naḷḷiravu… uḷḷaviṉai“ ist nicht eindeutig; die Süße und die nächtliche Dunkelheit wurden als widersprüchliche Bilder des Begehrens bewahrt. Im lichten Wald wird der Hirsch wohl von Vallis größerer Anmut beschämt; ihr Name wird erst am Liedschluss genannt und deshalb hier nicht zusätzlich in den Vers eingesetzt.
- ↑ Zu Lied 531: Der Baumkampf spielt auf Surapadmans letzte Gestalt an; der Reiter des weißen Elefanten ist Indra. Der Anfang „aiyum uṟu nōyum“ ist nicht eindeutig; neben einer Krankheitsbezeichnung kommt auch Zweifel als Bedeutung in Betracht. Die Übertragung fasst ihn vorsichtig in der Reihe von Krankheit und geistiger Verwirrung.
- ↑ Zu Lied 532: Der Fünfhändige ist Ganesha, dessen Rüssel als fünfte Hand gezählt wird. Die Anspielung gilt dem Wettlauf um die Welt und der Frucht. „Uḷḷattiṉ māyvatu oṉṟai“ im Gebetsabschnitt kann auch ein Aufgehen beziehungsweise Verschwinden im Herzen bezeichnen; „aufgeht“ lässt diese innere Vereinigung offen. Der genaue Sinn der beiden „übereinstimmenden“ Lebensweisen am Anfang bleibt unsicher.
- ↑ Zu Lied 533: „Pal“ wurde in der ersten Strophe, nach der Worterklärung bei Kaumaram, als verletzende Rede verstanden; wörtlich ist auch „Zähne“ möglich. Die Grenz- und Sprungmetaphorik im zweiten Abschnitt wurde als Abwendung vom Erkenntnisziel gelesen. Der Elefant ist Ganesha in Vallis Brautwerbung; Vallai bezeichnet Tiruvallam. Feuer und Dorn sind hier Bilder der leidvollen Verstrickung.
- ↑ Zu Lied 534: Die vielen „Säcke“ geben die absichtlich abstoßende Körpermetaphorik des Gedichts wieder. Seltene Wörter und die Worttrennung der letzten vier Strophen wurden anhand des tamilischen Kommentars bei Kaumaram geprüft. „Valli-sanmarkam“ bezeichnet Vallis guten beziehungsweise wahren Weg; dessen ausführliche Lehre steht nicht im Lied. Indra und Vishnu sind durch weißen Elefanten und Milchozean bezeichnet.
- ↑ Zu Lied 535: Die Wortspiele mit „all“ (Nacht), „ell“ (Tag/Helligkeit), „vallai“ und „valli“ sind deutsch nicht klanggleich nachzubilden. Ihre Worttrennung wurde am tamilischen Text mit Erläuterung geprüft. Die herabsetzende Charakterisierung religiöser Gegner ist die polemische Stimme des historischen Liedes und keine redaktionelle Bewertung anderer Traditionen.
- ↑ Zu Lied 536: „Aruvuru“ verbindet Formlosigkeit und Gestalt; die Übersetzung bewahrt beide Seiten. Die weiße Herrin ist Sarasvati, ihr Gemahl Brahma; die Flut ist Ganga in Shivas Haar. „Vaḻai“ in der Pflanzenreihe wird als Surapunnai-Baum verstanden; die botanische Gleichsetzung bleibt hier ohne moderne Artbestimmung.
- ↑ Zu Lied 537: Das Lied spricht im Register der Trennungsliebe für eine einsame Frau; Mond und kühler Wind werden ihr vor Sehnsucht zu Peinigern. „Kallaṟai oṉṟai“ ist in dieser Schreibung unsicher. Es wird hier als eine zu lernende beziehungsweise zu lehrende Wahrheit verstanden, da Shiva als empfangender Verehrer erscheint; eine andere Worttrennung ist möglich.
- ↑ Zu Lied 539: „Akilam parantu iraṅkiṭa“ im Kampfabschnitt ist nicht sicher aufzulösen; die Übersetzung bewahrt Welt, Ausbreitung und Erschütterung. Im Schluss steht die erstaunliche Umkehrung im Mittelpunkt: Der Gott selbst verehrt Vallis Füße.
- ↑ Zu Lied 540: Die Erzählung von Madurai gehört zur shaivistischen Sambandar-Überlieferung; ihr Sieg über die Jainas wird hier aus Sicht des Gedichts wiedergegeben. „Uṇarvaḻi iṉpam“ lässt sowohl sinnlich vermitteltes als auch die Erkenntnis zerstörendes Glück hören. „Berg der jungen Frau“ ist eine Umschreibung Vallimalais. Die erotische Eingangsszene wurde nicht durch eine moralische Zusammenfassung ersetzt.
- ↑ Zu Lied 541: Die Radträger-Passage spielt auf Krishna und den Mahabharata-Krieg an; die strenge Aussage über sein Entfachen des Konflikts bleibt als Perspektive des Liedes erhalten. „Puṟṟuṟai pāvai“ wurde eng als Frau beim Hügel wiedergegeben; der Ort und die Verkleidung weisen auf Valli.
- ↑ Zu Lied 542: Der milchtrinkende heilige Dichter ist Sambandar, den das Lied mit Murugan verbindet. Das gegen die Strömung schwimmende Palmblatt und die Pfählung der Jainas sind Motive der shaivistischen Hagiographie. Sie sind hier weder als historisch gesicherte Ereignisse noch als Billigung religiöser Gewalt dargestellt. Die erste Zeile ist stark verdichtet; ihre Trennung als Vishnu mit Nabel-Lotus, Brahma und Hara bleibt vorläufig. Brahmas Aufgabe ist die Schöpfung.
- ↑ Zu Lied 543: Lautmalerei trägt nahezu jede Zeile; alle Wiederholungen innerhalb des Liedes wurden bewahrt und bei Bedarf knapp gedeutet. Project Madurai ist an mehreren Klangwörtern beschädigt. Für „virīr“, „karīl“ und „kuḻū“ folgt die deutsche Wiedergabe dem tamilischen Paralleltext bei Kaumaram. „Paḷīr“ ist in seiner genauen Handlung nicht sicher; die Übersetzung lässt das Niederfallen auf das Haar als Klangbild stehen. Die sechs Silben werden in Murugans Tradition als „Sa-ra-va-na-bha-va“ verstanden.
- ↑ Zu Lied 544: Der Schluss deutet auf Pranava beziehungsweise Om und die in ihm enthaltene Mantrawahrheit. Der Text schreibt das sechssilbige Mantra nicht aus; es wird hier daher weder auf „Om Namah Shivaya“ noch auf „Saravanabhava“ festgelegt. Die schwierige Kronen- und Tanzpassage wurde nach der Worttrennung bei Kaumaram, Lied 544 gelesen; eine abweichende Verbindung von „Krone“ und „Himmel“ bleibt möglich.
- ↑ Zu Lied 547: Die sechsunddreißig Prinzipien sind die Tattvas der shaivistischen Kosmologie. Die Verbindung von Millionen Indras und „mantra-mūrttam“, Mantragestalt, ist syntaktisch gedrängt; ihre genaue Beziehung bleibt offen. Die körperlichen Schilderungen am Anfang sind dem historischen Lied entnommen und keine Anleitung oder allgemeine Charakterisierung von Frauen.
- ↑ Zu Lied 548: Der Brief- beziehungsweise Vollmachtsvergleich („cīṭṭu“) und die ungewöhnliche Anfangssyntax wurden am tamilischen Text mit Worttrennung geprüft. „Iyal aṅku ākuvam“ wurde als liebevolle Zugehörigkeit verstanden. Die gedankliche Umkehr ist zentral: Der Sprecher vertraut nicht der Dauer des Körpers, sondern der bereits erfahrenen Annahme durch den Gott.
- ↑ Zu Lied 549: „Kaṇaṉ raṅkapurōccitaṉ“ ist nicht ganz sicher zu trennen; hier wird es auf Vishnu als den in Rangapura Verehrten bezogen. „Pārttipaṉ“ ist ein König beziehungsweise Herrscher; das Gedicht nennt keinen historisch eindeutig bestimmbaren Namen.
- ↑ Zu Lied 550: Die Zahl achttausend und die Pfählung sind ausdrücklich Teil der shaivistischen Legende um Sambandar und den Pandya-König. Ihre vollständige Übersetzung bedeutet weder historische Bestätigung noch Zustimmung zu religiöser Gewalt. „Kōmāḷa mūḷikaḷ“ ist eine stark herabsetzende, lexikalisch nicht ganz sichere Bezeichnung im Eingangsteil; ihre polemische Färbung wurde kenntlich beibehalten.
- ↑ Zu Lied 551: „Catu maṟai“ bezeichnet die vier Veden. Die letzte Verbindung von Vedenwort, Fußring und „caṇṭam“ ist nicht eindeutig; die Übersetzung bewahrt die Klang- und Tanzbilder, statt einen weiteren, im Text nicht genannten Gott einzuführen.
- ↑ Zu Lied 553: „Mit einem anderen reden sie zwei“ wurde als zweideutige beziehungsweise doppelte Rede verstanden. Die wiederholte Verteilung der Aufmerksamkeit auf verschiedene Männer gehört zur Klage des Sprechers; sie wird nicht als allgemeines Urteil übernommen.
- ↑ Zu Lied 554: Die vier Aufforderungen im Liebesabschnitt sind in Project Madurai durch fremde Zeichen verstümmelt. Für die deutsche Übersetzung wurde die klare Lesung „ōrīr pārīr vārīr cērīr“ aus Kaumaram, Lied 554 verwendet. Die kurzen Anreden im zweiten Teil sind rhythmisch verdichtet und zum Teil mehrdeutig.
- ↑ Zu Lied 555: Die Göttinnennamen sind vollständig erhalten; einige wurden zur Lesbarkeit in gebräuchlicher Sanskritform wiedergegeben. „Dakṣiṇi“ kann einen Namen oder eine Eigenschaft der Göttin bezeichnen und bleibt als Name stehen. „Kukkil“ ist eine Vogelbezeichnung, deren genaue Art hier nicht festgelegt wird. „Appar“, Vater/Herr, im Schluss wurde nicht ohne Beleg mit dem Dichterheiligen Appar gleichgesetzt.
- ↑ Zu Lied 556: Das Lied mischt Tamil mit zahlreichen Sanskrit-Anreden. Die Übersetzung von „tattva-vādi“ folgt dem überlieferten Text als Künder der Wirklichkeit; die alternative Worttrennung „tattva-ādi“, Ursprung der Prinzipien, ist möglich. Die Opfer- und Guru-Reihe wurde mit Kaumaram, Lied 556 abgeglichen; sie enthält in Project Madurai einige entstellte Formen. „Vira-Lakshmi“ wird in der Kommentierung auf Parvati bezogen. Alle sechs „namo nama“-Rufe bleiben als doppelte Verehrung erhalten.
- ↑ Zu Lied 557: „Anubhūti-rata-nilai“ wurde als der Stand verstanden, der in unmittelbarer geistiger Erfahrung seine Freude findet. Die kurze Hymne ist vollständig wiedergegeben.
- ↑ Zu Lied 558: „Puryaṣṭaka“, das achtfache feine Gefüge, bezeichnet in shaivistischen Lehren einen subtilen Träger individueller Erfahrung. Die acht Bestandteile werden im Lied nicht einzeln genannt. Die ausführlichen Höllenbilder sind Teil des historischen religiösen Gedichts; sie werden vollständig wiedergegeben, ohne sie als tatsächliche Gewissheit über das Schicksal Verstorbener zu behaupten. „Seypati“ ist hier als Bezeichnung Vayalurs verstanden.
- ↑ Zu Lied 559: „Krīḍā-pīṭikaḷ“ ist im Project-Madurai-Text beschädigt; die deutsche Wiedergabe berücksichtigt die Lesung im tamilischen Paralleltext bei Kaumaram. „Pēynīr“, Gespensterwasser, bezeichnet berauschendes Getränk. „Kuru-ku-kṣetra“/„Kuruku-trapuram“ wird dort als Kozhiyur/Uraiyur erklärt; „Hahnenstadt“ bewahrt den erkennbaren Wortbezug. Die abwertende soziale Bezeichnung „pulaiyar“ stammt aus dem historischen Gedicht; die Übersetzung macht ihre Perspektive sichtbar und übernimmt keine soziale Rangordnung.
- ↑ Zu Lied 561: Der Anfang nennt das Gemeinte absichtlich nicht mit einem Begriff, sondern durch Grenzen von Lesen, Kult, Sprache und Denken. „Mākattukku īṟu“ lässt eine Grenze beziehungsweise ein Jenseits des Raumes hören. Die Atemstrophe wird als Kritik an der Verfügbarkeit durch eine Technik gelesen, nicht als konkrete Anleitung zum Ausatmen.
- ↑ Zu Lied 562: Die Verbindung „kṛṣi paṇu taṭattu mokṣam“ ist unsicher: „kṛṣi“ kann Arbeit beziehungsweise Ackerbau meinen; die folgende Befreiungs- und Teichpassage ist grammatisch gedrängt. Auch „ilakṣumi-c-cura“ und die Zuordnung des Vogelherrn im Kampfabschnitt sind nicht sicher. Die Übersetzung bewahrt die erkennbaren Aussagen, ohne eine weitere Legende zu ergänzen.
- ↑ Zu Lied 563: Die „Zerschlagung“ von Krug, Elefant und Berg ist eine poetische Überbietung der üblichen Brustvergleiche. Das seltene „kakasāla“ wurde mithilfe der Worterklärung bei Kaumaram auf Chakravaka-Vögel bezogen. Die zweite Hälfte kehrt die Perspektive um: Auch der Gott gibt sich liebend einem Blick hin.
- ↑ Zu Lied 564: „Cuḻutti“ ist mit Schlaf/Versunkenheit verbunden und hier als geistige Betäubung übersetzt; der Zusammenhang lässt auch einen Hinweis auf wiederkehrende Verkörperung zu. Die Rede von Abrechnung und Strafe gehört zur religiösen Bildwelt des Gedichts und wird nicht als belegte Beschreibung eines jenseitigen Gerichts präsentiert.
- ↑ Zu Lied 565: „Kokku“ wurde im Sura-Zusammenhang als Baum gelesen; es kann andernorts auch einen Vogel bezeichnen. „Tamilōṭum“ im Kampfabschnitt ist nicht eindeutig zu verbinden; die Übersetzung folgt dem Lob- und Ruhmkontext. Die genaue Worttrennung des Ortsnamens am Schluss bleibt vorläufig.
- ↑ Zu Lied 566: Alle rhythmischen Zeilen im Liedkörper sind erhalten. Die Schlussanrede verbindet Guha mit „Namaśivaya“; sie wird als poetisch-theologische Anrede bewahrt, nicht zu einer anderen Mantraform vereinheitlicht. „Cittamalai“ ist mehrdeutig; hier als Bewegung des Herzens verstanden, nicht als zusätzlich eingeführter Ortsname.
- ↑ Zu Lied 567: „Śakti-nipāta“ bezeichnet das Herabkommen göttlicher Kraft beziehungsweise Gnade. „Tiruppukazh“ ist zugleich heiliges Lob und der Name der Sammlung; beides klingt hier mit.
- ↑ Zu Lied 568: Für die sechs Gesichter wird der Paralleltext „mukamalar āṟum“ bei Kaumaram berücksichtigt; Project Madurai endet hier anders. Der Ausdruck für Indra ist dort lesbar „jīmūta“, Wolke. Die Dichterlegende betrifft die Auslegung des Iraiyanar Akapporul; der Text nennt neunundvierzig Gelehrte und ein stummes Kind, ohne deren Namen auszuführen. Die Sonnenverhüllung gehört zur Krishna-Arjuna-Überlieferung.
- ↑ Zu Lied 569: Die Flucht- und Zerstörungsbilder im dritten Abschnitt werden grammatisch aneinandergereiht; wer in jedem Einzelschritt als handelndes Subjekt gedacht ist, bleibt offen. Die Götterangst wird deshalb nicht durch eine zusätzliche Kampferzählung erklärt. Die Namen Sadari, Desi und Namakriya bezeichnen musikalische Weisen; historische und heutige Raga-Namen sind nicht notwendig deckungsgleich.
- ↑ Zu Lied 570: Die schwierige Folge „nilā… anila-aśana“ wurde mit Kaumaram, Lied 570 abgeglichen: Sie verbindet Mond, Luft und die traditionell als luftessend bezeichnete Schlange. Die Schlange wird hier als Trägerin des Ordnungsattributs gelesen; eine Zuordnung an Shiva ist ebenfalls möglich. Die Aussage „auch er ist ein edler Mensch“ ist ein Wunsch nach innerer Wandlung, keine Selbstzuschreibung bereits erlangter Vollkommenheit.
- ↑ Zu Lied 571: Die dreifache Ravana-Folge spielt mit Name, Klage und Dunkelheit; ihr genauer grammatischer Bau bleibt unsicher. Die Stelle um „irākaṉ malar āḷ“ wurde anhand von Kaumaram, Lied 571 auf Vishnus Augenopfer an Shiva bezogen. Seruvur ist ein kämpferischer Ortsname, der dort mit Tirupporur identifiziert wird. Die deutsche Übertragung folgt den erkennbaren Satzbezügen, ohne die dort nacherzählte Legende vollständig einzufügen.
- ↑ Zu Lied 572: Die umfangreiche Körperbeschreibung, die neun rhythmischen Zeilen und sämtliche folgenden Kampf- und Anrufungsabschnitte sind berücksichtigt. Einige Hals- und Brustvergleiche bleiben lexikalisch unsicher, besonders „vil mata kalai“, „mukapaṭa vikaṭiṉa“ und die aus mehreren Instrumentennamen zusammengesetzte Folge. Seltene Worttrennungen wurden mit Kaumaram, Lied 572 verglichen. „Periya tiruppukaḻ“ bedeutet großer heiliger Lobpreis und kann zugleich auf die Dichtung selbst verweisen.
- ↑ Zu Lied 573: „Taḻalāṭi vīti vaṭṭam“ ist ein schwer fassbares yogisches Bild; es wurde nicht durch eine eindeutige anatomische Anweisung ersetzt. Der Kommentar bei Kaumaram bezieht es auf den Bereich zwischen den Brauen. Der Sprecher bezweifelt vorschnelle Lehransprüche; daraus folgt keine pauschale Ablehnung von Japa, Ritual oder Yoga. Der Schluss spricht aus der Sambandar-Hagiographie.
- ↑ Zu Lied 574: Die absichtlich abstoßenden Genitalbilder werden als historische asketische Rede wiedergegeben, nicht als Beschreibung des Wertes von Frauen. Die Vidura-Passage ist sehr gedrängt; ihre negative Beziehung auf dessen verhindertes Eingreifen folgt der Worttrennung bei Kaumaram. Der Schluss wiederholt das Gnadenmotiv und nennt einen Baum-/Ortsbezug „Santana-Kottam“; die genaue örtliche Identifikation wird nicht behauptet.
- ↑ Zu Lied 575: Die drei Gottbilder sind Brahma, Vishnu und Shiva. „Asapai“ wird als Ajapa, ungesprochener beziehungsweise von selbst verlaufender Laut, verstanden. Das defekte Zeichen im Wort für den Lotusgeborenen ist aus dem erkennbaren Sanskrit-Tamil-Zusammenhang erschlossen. Die Hymne formuliert eine shaivistische Gesamtschau; die Eigenheiten der genannten Lehrwege werden damit nicht redaktionell gleichgesetzt.
- ↑ Zu Lied 576: Die Vishnu-Strophe verbindet Ramas Lanka-Zug mit Krishnas Umstoßen der Maruda-Bäume. „Panampaḻam“, Palmfrucht, ist ein Bild für die herabstürzenden Köpfe; ein zusätzlicher Palmbaum-Mythos wird daraus nicht abgeleitet.
- ↑ Zu Lied 577: Die erste Hälfte reiht Shiva-Namen und -Eigenschaften. „Kaḻaiyōṉi“ wurde als Erscheinung beim Bambus, „karavu tācaṉ ācāri“ als feuertragender Lehrer gelesen. Diese schwierigen Worttrennungen und die bessere Lesung „tī mūḷa“, Feuer flammt auf, gegenüber der beschädigten Project-Madurai-Zeile wurden mit Tamil Surangam, Lied 577 verglichen. Einzelne Epitheta bleiben mehrdeutig.
- ↑ Zu Lied 578: Die Augen überbieten Waffen und Todesboten; das ist ein poetischer Vergleich, keine zusätzliche Kampfhandlung. „Cī-kārttikai“ und die anschließenden sechs Mütter verbinden eine Göttinnenreihe mit Murugans Krittika-Überlieferung. „Kōtāṭṭi“ ist nicht sicher aufzulösen und wird vorläufig auf göttliches Spiel bezogen.
- ↑ Zu Lied 579: Die Nada-Bindu-Zeile ist in ihrer Worttrennung unsicher; „naṭāta cuḻi mūla vintu“ wurde als innere Verbindung von Klang, Wirbel und ursprünglichem Punkt gelesen. „Himmelsjuwel“ kann die Sonne bezeichnen; die Übersetzung lässt das Bild stehen. Die Eingangsstrophe kritisiert käufliche Lobhudelei und macht die eigene Abhängigkeit zum Thema.
- ↑ Zu Lied 580: Die Worte der Einladung sind in Project Madurai entstellt; erkennbar ist der Gegensatz zwischen Herbeirufen und Geldgeben, der hier vorsichtig wiedergegeben wird. „Kuṟik-kaḻuttikaḷ“ bleibt als Schimpfwort beziehungsweise Schmuckbeschreibung unsicher. Der Krishna-Abschnitt wird nicht zu einer Moral über körperliche Züchtigung erweitert; er bleibt eine Wiedergabe der Erzählung im Lied.
- ↑ Zu Lied 581: „Sechs mal sechs“ sind die 36 Tattvas. Die Worttrennung der duftenden Blüte, Sandelsalbe und Wasserbilder wurde mit Kaumaram verglichen; insbesondere „mīṉa pāṉīya“ gehört zur fischreichen Landschaft und wurde nicht als Fischverkörperung Vishnus gelesen.
- ↑ Zu Lied 582: „Caṅkari“ wird hier nach der Worttrennung „caṅka ari“ als muscheltragender Hari gelesen, nicht als Göttin Shankari. Der befreite junge Göttersohn wird in der Kommentierung als Jayanta verstanden. Vergleich: Kaumaram, Lied 582. Der Meru-Schlag gehört dort zur Murugan-Pandya-Überlieferung; der Liedtext selbst nennt den König nicht. Die ungewöhnliche Aussage, die Gotteserinnerung sogar in der erotischen Verstrickung zu bewahren, bleibt unverändert stehen.
- ↑ Zu Lied 584: Die zwölf doppelten „namo nama“-Anrufungen sind vollständig bewahrt. Die Heeresstadt wird in der Kommentierung mit Tirupporur verbunden; der eigentliche Liedort ist Vinayakamalai/Pillaiyarpatti. „Vasu“ in der dritten Göttergestalt wurde als Feuer gelesen. Vergleich: Kaumaram, Lied 584.
- ↑ Zu Lied 585: Der Satz über die fünf Elemente nennt ihre Vereinigung, ohne eine bestimmte Yoga-Technik zu erklären. „Nañcāru kaṇkaḷ / ampōrukaṅkaḷ“ ist in der gedrängten Körperreihe nicht ganz sicher zu gliedern; die lotusbezogenen Schönheitsbilder werden deshalb nicht anatomisch enger festgelegt.
- ↑ Zu Lied 586: Die Form „kaṉṟā vilaṅkal“ wurde als Krauncha-Berg gelesen. „Eṇkōṭu uṟaṅku“ am Schluss lässt eine Bären- und Felslandschaft erkennen; die genaue Worttrennung bleibt unsicher. Die „himmlische Schöne“ ist wahrscheinlich Deivayanai, doch der Vers nennt sie nicht ausdrücklich.
- ↑ Zu Lied 587: Die Eröffnung verbindet trunken summende Bienen mit dem üblichen Wolkenvergleich des Haares, nennt das Haar aber nicht ausdrücklich. Im Satz über Kampf und Tanz ist der Wechsel zwischen Murugan und dem Hallentänzer Shiva elliptisch; die Übersetzung kennzeichnet diese Beziehung durch „Freude im Herzen“.
- ↑ Zu Lied 588: Die Klammernummer „0507-0000-2442“ nach dem tamilischen Gedicht gehört zur digitalen beziehungsweise musikalischen Erfassung, nicht zum übersetzten Versinhalt.
- ↑ Zu Lied 589: Die fast durchgängigen Klangspiele sind nur über eine sorgfältige Worttrennung verständlich. Für die Elefanten-, Schulter- und Stirnaugenpassage wurde Kaumaram, Lied 589 herangezogen. Der Zuckerrohrbewaffnete ist Kama, sein Gegner Shiva. Die letzte Aufzählung bleibt bewusst vollständig: Gottes Gnade gilt im Lied auch Hungernden und Erschöpften.
- ↑ Zu Lied 590: „Cilarkku aṉṟē“ ist hier als Betonung jener Verehrer gelesen, denen der Lehrer Befreiung gewährt; die genaue ausschließende oder hervorhebende Nuance bleibt offen. Die Bitte um furchtlose Umkehr bildet den Mittelpunkt des kurzen Liedes.
- ↑ 591: Die Verse über Sura enthalten eine ungewöhnlich gedrängte Verbindung von Täuschung, Verfolgung und Waffenkampf. Die genaue Beziehung von „vāṭkuṭ kaḷikkum“ zu den Schultern bleibt unsicher. Die drei zuvor genannten Götter sind Brahma, Vishnu und Shiva.
- ↑ 592: Der erste Teil reiht Körperbilder in stark verschliffenen Wortgruppen aneinander. Besonders „nīḷa maṇañ cāṟu …“, „cambaiyāram“ und die Verbindung der Taille mit den folgenden Schmuckbildern sind nicht restlos gesichert. „Iruvōr akam pēṟuṟuka“ bleibt nahe am Wortlaut „dass die Herzen beider Erfüllung erlangen“; eine bestimmte philosophische Lehre von der Verschmelzung wird nicht ergänzt.
- ↑ 592: „Eḻuvar“ bedeutet „die sieben“; wen genau diese knappe Wendung bezeichnet, sagt der Vers nicht eindeutig. Sie wird deshalb nicht um eine ungesicherte Liste von Dämonennamen erweitert.
- ↑ 592: Der Text verbindet hier die Narasimha-, Rama- und Krishna-Gestalten Vishnus. Die Wortfolge um „māliyan pāṟa“ ist beschädigungsverdächtig; „der Mächtige“ und „Hiranya“ geben den erkennbaren Sinn wieder, ohne eine zusätzliche Episode zu ergänzen.
- ↑ 593: „Tom-patam“ ist die tamilische Wiedergabe von Sanskrit tvam-pada, „das Wort Du“, bekannt aus Tat Tvam Asi. Die gedrängte Elefantenepisode bezieht sich auf Shiva als Gajasamharamurti; „ciṅki yotta“ in der ersten Hälfte bleibt in seiner genauen Bildbedeutung unsicher.
- ↑ 594: Der Goldanhänger und die Abwehr der Feinde verweisen offenbar auf eine lokale Verehrerlegende. Da der Vers den Diener nicht nennt, wird keine ungesicherte Identifizierung eingesetzt.
- ↑ 595: Worttrennung und die Wendung vom Wunschbaum in der Wüste wurden mit der tamilischen Parallelfassung auf Kaumaram, Lied 595 verglichen. Die dreifache Ernte gehört zur poetischen Fruchtbarkeitsschilderung; die drei Feuer sind die vedischen Opferfeuer.
- ↑ 596: Die erste Strophe ist syntaktisch sehr stark zusammengezogen, besonders „mōtiya turamītē“. Der Bezug auf eine leidvolle, verwirrende Bindung ist erkennbar; die genaue Verknüpfung von Herz, Annäherung und Verfall bleibt unsicher.
- ↑ 597: Die Steingestalt ist Ahalya, die erdentsprossene Frau Sita, die „andere Mutter“ Kaikeyi. Der Vers erzählt Stationen des Ramayana. „Neruvai“ wird als Ortsname bewahrt; seine genaue Beziehung zum anschließend genannten Nagamalai wird hier nicht durch eine ungesicherte Gleichsetzung erklärt.
- ↑ 598: Die Wortfolge „cīla akattiya ñāṉa“ wird als Bezug auf den weisen Agastya gelesen. Die Verschleifung lässt die grammatische Verbindung knapp erscheinen; „die Agastya zuteilwurde“ verdeutlicht den Bezug, ohne eine zusätzliche Offenbarungsszene einzuführen.
- ↑ 599: Die stark verdichteten, teilweise sanskritischen Anrufungen wurden mit der tamilischen Worttrennung auf Kaumaram, Lied 599 verglichen. Besonders „tīyēṉ īrvāyātē“ bleibt unsicher; die Übersetzung gibt den erkennbaren Zusammenhang von Tod, versäumtem Guten und Bitte um Schutz wieder. Die Hirschgleiche ist Valli.
- ↑ 600: Worttrennung nach Abgleich mit Kaumaram, Lied 600. Der Mangobaum bezeichnet Surapadmas Verwandlung. Die Hirschgeburt gehört zur Valli-Überlieferung. Der Ausgangstext ist besonders in „moḻiyāṟut tattai“ und der abschließenden Kette von „tattu“-Lauten schwer zu gliedern; „Milch“ folgt der Paralleltrennung tuttattai. Der Hinweis auf die Hölle ist die religiöse Bildsprache des Bittgebets.
- ↑ 601: „Accu tōṭ paṟṟiyavōṭum“ ist nicht zuverlässig zu gliedern; die Übersetzung der letzten Zeile des ersten Absatzes ist vorläufig. „Hundert mal zehn Augen“ bezeichnet Indra. Die zweimal achtundvierzig ergeben die in tamilischen Systemen häufig genannten 96 Tattvas.
- ↑ 603: Die Gleichsetzung Murugans mit Sambandar und die Pfählung der Jainas gehören zur polemischen shaivischen Heiligenüberlieferung. Der Vers wird vollständig wiedergegeben; seine Erzählung ist keine unabhängig gesicherte historische Darstellung und keine Rechtfertigung religiöser Gewalt.
- ↑ 604: Abgleich der schwierigen Worttrennungen mit Kaumaram, Lied 604. Kochchai ist ein Name Sirkazhis; die Stelle spielt auf Sambandars Hymnen an. Die zahlreichen „k“-Laute verbinden Frauenstreit, Hahnenschrei und heiligen Klang; die Hahnlaute sind deshalb bewahrt.
- ↑ 605: Die lange Reihe auf „tara“ geht auf Sanskrit dhara, „tragend“, zurück und nennt Shivas Attribute. „Palaẓa aṭiyavar“ meint langjährige oder altehrwürdige Verehrer. Der abschließende Name „pura caci“ wird als Hinweis auf Shachi und die Götterstadt verstanden; die Worttrennung ist nicht völlig eindeutig.
- ↑ 606: Der Kaufmannssohn spielt vermutlich auf Murugan als Rudrasharman in der Überlieferung zur Auslegung des Iraiyanar Akapporul an. Die mehrfachen „valli“-Anrufungen und besonders „paṭṭa maṉṉa valli … paṭṭa tuṉṉu kolli“ bleiben hinsichtlich der einzelnen botanischen oder personifizierten Bezüge unsicher. Die Wortbilder werden bewahrt, ohne jeder Ranke eine ungesicherte Göttinnenidentität zuzuweisen.
- ↑ 607: Die Zeile über den Flötenspieler und den Stier verbindet Vishnu/Krishna mit einer Überlieferung, in der Vishnu Shiva als Reittier dient. Das stark verschliffene „kōvampu“ wird auf das Leid der Kühe bezogen; die genaue Lesung bleibt unsicher. Die sechs Glieder sind die Vedangas.
- ↑ 608: Die zweite Hälfte greift die Zerstörung von Dakshas Opfer durch Virabhadra auf. Der Text häuft die Verletzungen göttlicher Gestalten; diese werden als mythische Erzählung wiedergegeben. Die genaue Verbindung von „īca naṇpāṉa“ mit der folgenden Bitte sowie der Wechsel zwischen Virabhadra und Murugan sind sprachlich nicht eindeutig. „Einzelseele … eins“ gibt „cīvaṉ oṉṟāṉa“ wieder, ohne ein im Vers ungenanntes philosophisches System festzulegen.
- ↑ 609: Mehrere abschätzige Personenbezeichnungen und das Bild der nach Hohlmaßen verkauften Mittel sind sprachlich unsicher. Der Vers scheint betrügerische Verführungs- oder Zaubermittel zu meinen; eine bestimmte Substanz lässt sich nicht zuverlässig identifizieren. Die Gleichsetzung körperlicher Krankheiten mit moralischem Unwert ist die historische Polemik des Sprechers, keine sachliche Bewertung erkrankter Menschen.
- ↑ 610: Der Vers wird häufig mit Arunagirinathars Lebenslegende verbunden. Die eigenen Worte des Gedichts bezeugen eine existentielle Krise und erfahrene Rettung; sie allein sichern nicht alle Einzelheiten der späteren biographischen Erzählung.
- ↑ 611: „Ūḻi uṇarvār“ verbindet Erkenntnis mit Weltzeit oder Schicksalsordnung; die genaue Beziehung ist nicht eindeutig. Die Wendung „Fleisch und Leben“ bewahrt das körperlich-seelische Bild des Gedichts.
- ↑ 612: Die ungewöhnliche Schlussmetapher wurde mit Kaumaram, Lied 612 abgeglichen: „ōti“ wird dort als Baumname, „kanaka āparaṇam“ als Goldschmuck gelesen. Sie ist nicht als Tatsachenbericht über eine Goldherstellung gemeint.
- ↑ 613: Der Name „Madhura“ wird entsprechend „matura meṉum nati“ als Flussname bewahrt. Seine historische geographische Identifizierung bleibt offen. Der Dichter kritisiert eine eigennützige Lobdichtung, nicht Dichtung schlechthin.
- ↑ 614: Die direkte Rede am Anfang ist in ihrem Personenbezug mehrdeutig. Die Wiederholung „sie“ meint dort vermutlich andere Frauen, die der lockende Ruf herabsetzt; der Text legt den Bezug nicht ausdrücklich fest. Die Krishna-Episode wird als überlieferte Erzählung wiedergegeben.
- ↑ 615: „Paṇṭāṭac ciṅki yiṭumavar“ und „toṇṭāṭak kaṇṭa“ sind in ihrer genauen Handlungsnuance unsicher; Spiel, Locken und die Niederlage der Dämonen bilden den verständlichen Zusammenhang.
- ↑ 616: Abgleich mit Kaumaram, Lied 616. Die „Mondesweite“ (cantira veḷi) ist eine yogische Bildsprache, keine geographische Angabe. Der wiederbelebte Leib spielt auf den von einem Krokodil verschlungenen und durch Sundarars Gebet wiedergegebenen Knaben von Avinashi an. „Appar“ wird hier als „Vater/Herr“, nicht als Name des Heiligen Appar gelesen. Die Bitte um öffentliche Würde steht ausdrücklich neben den Bitten um Befreiung und wird nicht weggedeutet.
- ↑ 617: Die Blattwunder und die anschließende Gewalt gehören zu Sambandars hagiographischer Überlieferung; Murugan wird mit ihm identifiziert. Die Pfählung wird als Inhalt des Hymnus, nicht als gesicherte Geschichtstatsache oder Vorbild wiedergegeben. Das „Blatt des Herzens“ nimmt das Schriftblatt poetisch wieder auf.
- ↑ 618: „Mayil koḷum catti“ verknüpft Pfau und Speer ungewöhnlich eng; ob eine besondere Form des Speers mitgemeint ist, bleibt offen. Die Übersetzung nennt beide erkennbaren Attribute, ohne ein weiteres Symbol einzuführen.
- ↑ 619: Der „tamilische Weise“ wird häufig mit Agastya verbunden; da das Lied ihn nicht nennt, bleibt die Übersetzung bei der Bezeichnung des Originals.
- ↑ 621: Der Bezug von „muṉintu maṉṟam kaṇṭum taṇṭum“ ist unsicher; die Übersetzung wahrt den Zusammenhang der bedrängenden Anziehung und des dadurch unterbrochenen Gottesdienstes.
- ↑ 622: Die erste Hälfte entfaltet durchgehend das Bild der Brüste als Kampfelefanten; die Rollen von Stachelstock, Elefantenführer und Brust sind im Satzbau stellenweise verschränkt. „Pirama kattikkaḷ“ wird vorläufig als Brahma-Shaktis gelesen. „Kaṇṭam“ im Schlussbild kann Hals oder Körperteil bezeichnen; die genaue Tanzbeschreibung bleibt unsicher. Die ausgedehnten Trommelsilben sind Bestandteil des Liedes und vollständig bewahrt.
- ↑ 623: Der jüngere Bruder ist Vibhishana, der sich Rama anschließt. „Anta taṅkam“ lässt sich hier nicht eindeutig trennen; der Untergang der Dämonen ist sicher, „mit ihrem Besitz“ bleibt vorläufig.
- ↑ 624: Die beiden ersten Absätze übersetzen die aufeinanderfolgenden Vergleiche der Brüste; die Kampfverben sind Teil dieser erotischen Bildsprache. Abgleich schwieriger Worttrennungen mit Kaumaram, Lied 624. Die acht Eigenschaften werden im Lied nicht einzeln benannt und deshalb hier nicht um eine Liste erweitert.
- ↑ 626: Die Ausgangszeile „niṉṟumiyiṟṟuyir“ ist offenbar entstellt. Für den erkennbaren Krishna-Bezug folgt die Übersetzung der Parallelfassung „niṉṟu uṟiyil tayir“, „stehend aus dem aufgehängten Quarktopf“, auf Kaumaram, Lied 626. Die dortige Lesung wird nur in der deutschen Übersetzung berücksichtigt; der erfasste Ausgangstext bleibt dokumentiert. Die Dämonin ist Putana.
- ↑ 627: Die verschliffene Anfangsverbindung von Lob, Jugend und Bogen lässt ihre grammatischen Beziehungen teilweise offen. Der „kleine Weise“ ist der traditionell kleinwüchsig dargestellte Agastya; „uṟpaṉa maṉu“ wird vorläufig als ursprünglicher oder schöpferischer Mantra verstanden.
- ↑ 628: Es spricht die Stimme der liebenden Sehnsucht. Die „Glut“ des sonst kühlen Mondes ist ein bewusstes Bild der Trennung.
- ↑ 629: Die drei parallel gebildeten Frauenbezeichnungen der vorletzten Strophe lassen sich nicht sicher auf drei verschiedene Göttinnen verteilen. „Silai“, Bogen, kann im Schönheitsbild auch die Braue meinen. Die Übersetzung hält die Bezeichnungen offen.
- ↑ 630: Der Schluss wird in der Überlieferung auf Podiyamalai bezogen. Die Beziehung von Shivas Bitte und Murugans Unterweisung wurde mit Kaumaram, Lied 630 abgeglichen. „Eṭṭu tuṭṭa“ am Anfang der Bitte ist eine abschätzige Wendung; eine Aufzählung von genau acht Frauenklassen wird nicht ergänzt.
- ↑ 631: „Vētamum oruttaṉām eṉa“ ist grammatisch knapp und kann auf das Einswerden mit dem von den Veden bezeichneten Einen weisen. Die Aussage wird als Bitte des Sprechers wiedergegeben, nicht als festgelegte systematische Lehre.
- ↑ 632: Die Verbindung „matalai maṟuki“ kann auch ein Zurückfallen in kindliche Hilflosigkeit ausdrücken; der Zusammenhang des Bittens bei grausamen Gönnern ist deutlich.
- ↑ 634: „Nakuyu“ im ersten Bild und „cōṅku takara“ in der Meeresschilderung sind in der erfassten Fassung nicht zuverlässig verständlich. Die Übersetzung bewahrt den erkennbaren Vergleichs- und Kampfzusammenhang; die genaue botanische Bezeichnung und die Zuordnung der Gebirgsbilder bleiben offen.
- ↑ 635: „Kai“ wird hier als Handlungsweise oder guter Wandel verstanden; die ungewöhnliche Wendung wurde mit Kaumaram, Lied 635 abgeglichen.
- ↑ 637: Die Selbstbeschimpfungen werden als Stimme des reuigen Beters bewahrt. Die Ausdrücke „kōḷi“ und „ācalā“ bleiben in ihrer genauen Wortbildung unsicher. „Vadavai“ ist die im Lied verwendete Flussbezeichnung; sie wird nicht ohne weiteren Nachweis modernisiert.
- ↑ 638: Die letzten Strophen erzählen Hanumans Suche nach Sita und die Übergabe von Ramas Ring. Die Schlussverbindung „aḷittuṟṟavar mēl maṉōkaram aḷittu“ ist syntaktisch unklar; die Beziehung Murugans zu Rama ist im Kontext erkennbar, doch ihre genaue Formulierung bleibt vorläufig. Das Gedicht nennt alltägliche Bedürfnisse aus der Perspektive eines Beters, der ihre endlose Vermehrung beklagt.
- ↑ 639: Die Heilung des Pandya-Königs gehört zur Sambandar-Überlieferung; der Hymnus identifiziert Murugan mit dem heiligen Sänger. „Matura vāṇi“ kann allgemein süße Dichtung oder die personifizierte Rede bezeichnen.
- ↑ 640: Worttrennung und Legendenbezüge nach Abgleich mit Kaumaram, Lied 640. Die erste Frau ist Devasena, die zweite Valli; der Dichter wird in der Auslegung als Poyyamozhi Pulavar identifiziert. „Mā“ bezeichnet das Reittier, hier den Pfau, nicht einen tatsächlichen zweiten tierischen Begleiter.
- ↑ 641: Die im Ausgangstext schwer trennbare Stelle „aṭiyaṉārukku maṉumaraṇa“ wird nach der Paralleltrennung „aṭi uṉṉārukkum aṉumaraṇa“ auf Kaumaram, Lied 641 übersetzt. Das weinende Kind des Kaundinya-Geschlechts ist Sambandar. „Maṭal eḻuti“ spielt auf eine traditionelle öffentliche Liebesbekundung an; „Liebesbotschaft“ ist hier weiter gefasst als ein gewöhnlicher Privatbrief.
- ↑ 642: Die Reihe von Verben „duldete, trug, lächelte …“ folgt bewusst der gedrängten Reihung des Originals. Der Bezug von „maruttūr“ beim Liebesgott ist nicht sicher; „blütenpfeiltragend“ gibt den erkennbaren mythologischen Zusammenhang vorläufig wieder.
- ↑ 643: Sayujya bezeichnet die innigste Vereinigung mit der Gottheit. Die Strophe verwendet übergreifende mystische Sprache; sie wird weder auf eine bloße Ortsbeschreibung noch auf eine bestimmte spätere philosophische Gleichsetzung reduziert. „Cukacorūpam“ ist „Wesensgestalt der Freude“; die erfasste Schreibweise „cukacerrūpam“ ist offenbar entstellt.
- ↑ 644: Die letzte Strophe verwendet fast ausschließlich bildhafte Bezeichnungen der Körperteile Vallis. Der Abgleich mit Kaumaram, Lied 644 sichert diese Zuordnung; die eigentliche Übersetzung folgt den Bildern des tamilischen Liedes.
- ↑ 646: Die Drohung mit der Hölle gehört zur religiösen Mahnrede des Hymnus. Die beiden Frauen sind Valli und Devasena.
- ↑ 647: Das Feuerbild des Mondes verbindet nordwärts gelegenes Feuer, Gift und schmerzende Mondstrahlen in stark verschliffener Form. Die genaue mythologische Anspielung bleibt offen; es ist die Wahrnehmung der von Liebestrennung Gequälten.
- ↑ 648: Die Strafszene ist die bildhafte Todesangst des Beters. Die Passage „campulata“ nach „Shivaya“ ist in der erfassten Fassung nicht zuverlässig zu trennen; „Shambhu“ ist erkennbar, ein anschließender Wortbestandteil bleibt ungeklärt. Die Blumen- und Pflanzennamen werden als Shivas Schmuck bewahrt.
- ↑ 650: Die Wortfolge „kiḷippāṭu pūtiyil“ verbindet Papageiengesang und heilige Pracht oder Asche; die genaue räumliche Beziehung zum Gopuram bleibt unsicher. Die Dichternamen folgen der tamilischen Form; die Gleichsetzung Kirans mit Nakkirar ist die übliche Überlieferungszuordnung.
- ↑ 651: Die Wendung „pūci“ greift das Auftragen der heiligen Asche auf. „Kāraṇakkuṟi“ wird auf das Erkennen des Urgrunds bezogen; die genaue Bezeichnung der angesprochenen Weisen bleibt offen.
- ↑ 652: Die Entwicklungsbilder des ersten Absatzes sind vormoderne poetische Vorstellungen, keine medizinische Embryologie. Die stark verschliffene Anfangszeile wurde mit Tamil Surangam, Lied 652 abgeglichen. Das Kind der zweiten Hälfte ist Prahlada, der Löwenmensch Narasimha.
- ↑ 653: Die Vila-Frucht steht hier für eine äußere Hülle ohne inneren Gehalt; die traditionelle Elefanten-Vorstellung wird als poetischer Vergleich belassen. Die Pfählung gehört zur polemischen Sambandar-Legende, nicht zu einer unabhängig gesicherten Schilderung und nicht zu einer befürworteten Handlung.
- ↑ 654: Das knappe Lied spielt mit cikaram, makaram und akaram. Die ersten beiden werden in der auf Kaumaram, Lied 654 dokumentierten Deutung auf die Buchstaben Si und Ma bezogen; „akaram“ in der zweiten Hälfte dagegen auf die Stadt Suras. Diese Auslegung ist nicht allein aus der ungetrennten Schreibung zwingend. Der Bezug von Ma zum Fall der Maya bleibt besonders erklärungsbedürftig. Mayapuri wird traditionell mit Haridwar verbunden.
- ↑ 655: Der Berghochheber ist Ravana. „Māyai“ in der ersten Strophe ist hier ein Name der göttlichen Mutter. Der abschließende Bhairavi-Wald wird als überlieferter Ortsname belassen; eine moderne Lokalisierung wird nicht ergänzt.
- ↑ 656: Die Anfangsreihe „aṭal ari makavu … aivar“ ist nicht eindeutig zu gliedern. Die fünf im Körper wirkenden Mächte und die fünf Sinne sind erkennbar, ihre einleitende mythologische Zuordnung bleibt ungesichert. Das Palmblattbild gehört zum Madal-Motiv öffentlicher Liebesbekundung.
- ↑ 657: Die erste Strophe ist eine Kette von Attributen ohne ausformulierte Verben. „Kalavi“ und die Beziehung von Hahn und Lotushand sind in der erfassten Fassung knapp; die erkennbaren Attribute bleiben vollständig erhalten. Nelli ist der indische Stachelbeerbaum.
- ↑ 658: Die Hirschgeburt Vallis wird in stark verdichteter Form erzählt. Ob „uṭaṉ āṭi“ körperliche Verbindung oder ein göttliches Spiel bezeichnet, bleibt im Wortlaut offen. Die Kritik am „verderblichen Weg“ ist eine religiöse Wertung des Hymnus.
- ↑ 660: Abgleich der knappen Wortketten mit Tamil Surangam, Lied 660. Das letzte Bild meint Murugans Lehrerrolle gegenüber Shiva, nicht einen feindlichen Wortkampf. Der Ortsname lautet Vellikaram.
- ↑ 661: Der stark alliterierende Anfang, besonders „noyyar kaiyar“, ist nicht in allen Einzelheiten sicher zu trennen. Die Bilder von Körperbemalung, schlanker Taille und sehnsüchtig lockendem Blick sind erkennbar.
- ↑ 662: Die erste Zeile wird als Kritik an der schamlosen Verweigerung des Teilens verstanden; die Verneinung ist durch den weiteren Satzbau mitgemeint. „Veḷḷil“ im Pflanzenschmuck wird vorläufig als Vilam gelesen.
- ↑ 664: Der Ausgangstext enthält nach „oṉṟu“ ein Steuerzeichen und weitere entstellte Wortanschlüsse. Die Übersetzung folgt hier der Parallelfassung auf Kaumaram, Lied 664. Madal bezeichnet eine öffentliche, demonstrative Liebesbekundung; die Distanz wird als traditionelle Maßeinheit bewahrt. Der Jäger ist Kannappa, Narayanas Sohn ist Brahma. Die „alte Lehre“ spielt auf Tirumurukarruppatai an. Die Auslegung der Zahl als Gesamtheit möglicher Geburtsformen bleibt poetisch, nicht naturkundlich.
- ↑ 665: Die Beziehung des ersten Wortes „nacai“ zu den anschließend genannten Körperbestandteilen ist nicht völlig sicher; es wird hier als Sehne oder körperliches Band verstanden. „Lebens-Elefant“ bewahrt das Bild „uyir vēḻam“. Die Rettungserzählung betrifft Gajendra.
- ↑ 666: Die zweite Hälfte bezieht sich auf Sambandar, den Pandya-König und die Königin Mangayarkkarasi. Die pauschale Vernichtung der Jainas ist triumphierende Heiligenlegende und wird nicht als historische Gewissheit oder als Werturteil dieser Ausgabe übernommen.
- ↑ 667: Der grammatische Bezug des Liebesgott-Abschnitts wurde mit Kaumaram, Lied 667 abgeglichen: Murugan wird als kostbares Leben Shivas angesprochen, nicht selbst als Verbrenner Kamas.
- ↑ 668: Der gefangene Dichter wird in der Überlieferung als Nakkirar gedeutet. Der folgende Abschnitt wechselt zu Sambandars hagiographischem Religionsstreit. Die feindselige Beschreibung und Pfählung der Jainas sind vollständig als Stimme des historischen Hymnus übersetzt; sie sind keine Billigung religiöser Gewalt. Bambusperlen gehören zur traditionellen poetischen Naturvorstellung.
- ↑ 669: Die Formulierung über die Jainas gibt die Polemik der Sambandar-Legende wieder, nicht eine sachliche Beurteilung der Jain-Tradition. Die übergroßen Fische sind ein Bild der üppigen Landschaft.
- ↑ 670: „Niravayam“ wird als Unteilbarkeit verstanden. Die schwer lesbare Form „puṇṭa ṇakam“ steht erkennbar für puṇḍarīkam, Lotus. „Samaya pañca pātakar“ ist eine polemische Bezeichnung religiöser Gegner; eine im Gedicht nicht genannte Gruppe wird nicht eingesetzt.
- ↑ 671: „Kariyil uṟaiyumeyk kaṇaṉ“ ist in der erfassten Fassung nicht sicher lesbar; in der Götterreihe liegt ein Bezug auf den Windgott nahe, bleibt aber vorläufig.
- ↑ 673: Die ungewöhnlichen Ausdrücke für Speise und „Geisterlust“ bleiben in ihrer genauen stofflichen Bedeutung unsicher. Der Widder als Reittier und die Worttrennungen wurden mit Kaumaram, Lied 673 abgeglichen. Die scharfen Beschimpfungen der ersten Hälfte gehören zur historischen Stimme des sich anklagenden Beters.
- ↑ 674: Die ersten beiden Zeilen über Söhne, gute Tage und Tod sind elliptisch; die nähere Rolle einzelner Angehöriger bleibt unsicher. Der anschließende Bezug auf das Lied des Tänzers wird nicht ohne ausdrückliche Namensnennung einem bestimmten Dichter zugeschrieben.
- ↑ 675: „Pukalvaḻi nālaiṉtu“ wird wörtlich als zwanzig Zugangs- oder Entstehungswege bewahrt; eine im Vers nicht enthaltene Tattva-Liste wird nicht ergänzt. Ebenso kann „nūṟu“ allgemein die Vielheit der Taten ausdrücken. Die Dreiergruppe Pashu, Pati und Pasha ist eine Grundstruktur des Shaiva Siddhanta.
- ↑ 676: Der Elefant spielt auf Ganeshas Hilfe bei Murugans Werbung um Valli an. „Koṭṭi“ in der Todesbotenpassage ist nicht eindeutig; die geworfene Schlinge und die Bitte um rechtzeitige Gnade sind sicher.
- ↑ 677: Die Verwandlung unfruchtbarer männlicher Palmen und der Streit mit den Jainas gehören zu Sambandars Überlieferung. Der Hymnus verbindet Wunder, Heilkraft und religiöse Polemik; die Gewaltpassage wird als sein historischer Inhalt wiedergegeben, nicht gebilligt.
- ↑ 678: Mehrere Stellen sind in der erfassten Fassung schwer zu trennen, darunter „pōttukkam“, „maḻai pōṟṟurkka“ und die abschließende Dichteranrufung. Die Zuordnung zu Leid, Preis und Dichtung bleibt vorläufig; die Namenfolge wird nicht um ungesicherte Personen ergänzt.
- ↑ 679: In Project Madurai fehlen nach „pukaḻntu koṇṭu“ zwei Gebetszeilen. Ergänzt wurden „kīrttittu niṉ pataṅkaḷ aṭiyēṉum / vēṭṭuk kalanti runtu īṭṭaik kaṭantu niṉṟa“ nach Kaumaram, Lied 679. Die Ergänzung ist auch in Tamil und Umschrift gekennzeichnet. Das zornäugige Lager ist die Schlange Adishesha.
- ↑ 680: Der stark verschliffene Vers wurde an den unklaren Wortgrenzen mit Kaumaram, Lied 680 abgeglichen. Besonders die Flutstrophe ist eine überlieferte Deutung von „pāl ampāl maṇam nāṟu kāl“; die Lesung bleibt erklärungsbedürftig. Die beiden Frauen sind Valli und Devasena.
- ↑ 681: Die Verse von „vārppēr aruḷē“ bis „māttā“ enthalten mehrere schwer trennbare Wörter; die Beziehung von Ursache, gegnerischen Lehren und Shiva-Yoga bleibt im Einzelnen unsicher. Die beschädigte Form „vētapu ¡£curar“ wird als Bezeichnung des vedischen Herrn verstanden. Kiran ist der Dichter Nakkirar.
- ↑ 682: Mehrere gedrängte Wortketten wurden mit Kaumaram, Lied 682 abgeglichen. „Kuṭil illam“ wird hier als Körperhaus einer für die Askese geeigneten Geburt verstanden. Die verschiedenen Bezeichnungen der Göttin werden nicht zu einer einzigen abstrakten Macht verflacht.
- ↑ 683: „Masila-Mani-Ishvara“, der „makellose Edelsteinherr“, ist Shivas örtlicher Name. Die Reihenfolge der Attribute um Hände und Meereskönig ist syntaktisch gedrängt; sie wird ohne Ergänzung einer weiteren Legende wiedergegeben.
- ↑ 684: „Kaṇṇuṟu varāmal“ ist in der erfassten Fassung mehrdeutig; „bevor die anderen kommen“ ist eine vorläufige Wiedergabe, häufig auf die Todesboten bezogen. Der vollständige Sinn dieser kurzen Wendung bleibt zu prüfen.
- ↑ 685: „Karunelli mēṉi“ vergleicht Haris dunkle Gestalt mit einer dunklen Nelli-Frucht; die genaue botanische Farbbezeichnung wird hier nicht künstlich präzisiert.
- ↑ 686: Adipuri ist hier der überlieferte Name der folgenden Tiruvottriyur-Hymnengruppe. Der Vers nennt Shiva durch seine Attribute und wahrt Murugans Beziehung zu ihm als Lehrer und Sohn.
- ↑ 687: Die sanskritisch geprägten Anfangskomposita sind in der tamilischen Schreibung stark verschliffen. Der Abgleich mit Tamil Surangam, Lied 687 stützt den Gesamtbezug auf Wesenslicht und Erlösung; besonders „tuliyappirakācam“ und „coliyaṟṟaracāca“ bleiben in ihrer genauen Sanskrit-Rekonstruktion unsicher. Es wird keine rekonstruierte Sanskrit-Urfassung behauptet.
- ↑ 688: Die ersten Strophen verknüpfen Götterbitte, Shivas Gifttrinken und Murugans Anrufung ohne ausdrücklich markierte Redeeinleitung. Die syntaktische Gliederung folgt dem Abgleich mit Kaumaram, Lied 688. „Deine Stätte“ wird nicht um einen im Vers ungenannten Erlösungsgrad erweitert.
- ↑ 691: Die stark verschliffene Folge „ciraṇa puraṇa vitaraṇa …“ wurde mit Tamil Surangam, Lied 691 abgeglichen. Die Zuordnung der Buchstaben A, U, Ma, Si und Ya ist eine Mantra-Deutung, keine gewöhnliche wörtliche Prosa; besonders „makarati“ bleibt philologisch unsicher. Es wird kein zusätzlicher Sanskrit-Mantra aus der Folge konstruiert.
- ↑ 693: Die Wiederbelebung der Kaufmannstochter spielt auf Poompavai und Sambandar an. Die erste Hälfte spricht in der Rolle der Liebessehnsucht; die anschließende Wundererzählung gehört zur Heiligenüberlieferung.
- ↑ 694: „Viraka cāla §mmuṭu“ enthält einen Konvertierungsfehler; die Übersetzung dieser Verbindung bleibt vorläufig. Die zwölf mit „kuvaḷai“ verglichenen Glieder werden als Schultern verstanden, ohne eine zusätzliche Gestaltbeschreibung einzusetzen.
- ↑ 697: Abgleich mit Kaumaram, Lied 697, besonders für den Pfau mit der Schlange und die stark verschliffenen Göttinnenattribute. „Kātē mūṭiya“ bezeichnet eine verborgene oder abgeschlossene Unterweisung am Ohr; die genaue Geste bleibt unklar. Die Nord-Ost-Formel wird nicht um weitere, im Wortlaut fehlende Richtungen erweitert.
- ↑ 698: Die Gottesbezeichnung „āla mayil amutēcar“ ist in ihrer ersten Hälfte nicht sicher zu gliedern. Der Nektarbezug bleibt erhalten; eine sonst nicht belegte Einzelgestalt wird nicht ergänzt.
- ↑ 699: Die ausdrücklich genannte Dreiecksform gehört hier zur erotischen Körperbeschreibung. Eine zusätzliche Tantra- oder Yantra-Deutung wird nicht in die Übersetzung hineingelesen.
- ↑ 700: Die vielfache Wiederholung von „ilaṅku“ verbindet den Namen Lanka mit „leuchten“. Die stark verdichtete Feuerszene wurde mit Kaumaram, Lied 700 abgeglichen; sie bezieht sich auf Hanuman und Rama. Die direkte Folge der Lebensverben wird in der Übersetzung bewusst beibehalten.
- ↑ 701: Die Verbindung „nāta tantra kalā mā pōtaka“ wird als Reihe religiöser Erkenntnisformen gelesen. Madayampati gehört zur überlieferten Bezeichnung Madambakkam; die paradoxe Offenbarung der wortlosen Erkenntnis bleibt bewusst erhalten.
- ↑ 702: Die Bogenepisode bezieht sich auf Arjunas Begegnung mit Shiva als Jäger. Das Zahlenspiel ergibt zwanzig Schultern; der Pfeilschütze ist Rama, sein im Verwandtschaftsbild gemeinter Sohn der Liebesgott. Die komprimierten Beziehungen wurden mit Kaumaram, Lied 702 abgeglichen. „Taṉamiyappati“ bezeichnet hier die goldglänzende Stadt, nicht sicher einen zusätzlichen Ortsnamen.
- ↑ 703: Die Ausgangszeile vor der Bitte um Liebe enthält eine entstellte Wortfolge. Der Zusammenhang von Genuss, Hölle und rettender Liebe ist eindeutig; eine zusätzliche Episode wird nicht ergänzt.
- ↑ Die Wendung cām aḷavatāka wird nach Tamil Surangam, Lied 704 auf lebensbedrohliche Geburtsqualen bezogen.
- ↑ 705: Das Lied lebt von sehr kurzen, durch Lautwiederholung verbundenen Anrufen. Die sieben Töne und die vierzehn Welten werden ausdrücklich bewahrt; die erweiternden Verben verdeutlichen die elliptische tamilische Syntax.
- ↑ 707: Die Aufzählung der vom Pfeil getroffenen Größen verbindet verschiedene Rama-Episoden; Himmel und Erde sind die kosmische Reichweite, nicht zusätzlich benannte getötete Gegner. Die Drohung der ersten Hälfte ist religiöse Mahnrede des Gedichts.
- ↑ 708: Der Textanfang „tōṭappāmaṟ“ ist in der Vorlage entstellt; die Parallelfassung Kaumaram, Lied 708 liest „tōḷ tappāmal“, dicht verbundene Schultern. Die beiden Frauen sind Devasena und Valli; die Gesangsstrophe spielt auf Sambandar an. Kodainagar wird in dieser Überlieferung mit Vallaikkottai verbunden.
- ↑ 709: Die Yoga-Strophe ist mehrdeutig: Sie verbindet Atemlenkung, Bindung an den Körper und die Frage nach dem Ende des Sterbens. Der Abgleich mit Tamil Surangam, Lied 709 bietet eine Shiva-Yoga-Deutung, die zusätzliche Fachbegriffe einführt. Diese werden nicht in den Vers übernommen. „Bindu“ und „Schädelhalle“ bleiben nahe am Wortlaut; der Text ist keine ausformulierte Übungsanleitung. Der Schwiegervater ist Daksha.
- ↑ 710: „Ōr vāḷ“ heißt wörtlich eine einzelne Klinge oder Waffe; die Jägerepisode wird nicht um einen im Vers ungenannten Waffennamen erweitert. „Nīḷkara vātāṭu“ ist stark verschliffen und wird im sicheren Gajendra-Zusammenhang auf das Krokodil bezogen.
- ↑ 713: Die zahlreichen tamilisierten Sanskrit-Komposita wurden mit Kaumaram, Lied 713 verglichen. Besonders „pāḷita pakaḷēca“ bleibt nicht völlig eindeutig; „rote Seide“ und „Herr der Berge“ folgen der überlieferten Wortauslegung. Die Gleichzeitigkeit von Polemik gegen fremde Lehren und Verehrung der Gottheit in mehreren Wegen gehört zum Gedicht. Samarapuri bezeichnet Tirupporur.
- ↑ 714: Die Zahl „zweimal vier“ ist im Wortlaut vorhanden und wird hier auf die unmittelbar folgende Gruppe der Richtungsherren bezogen. Die ersten Zeilen erlauben jedoch unterschiedliche Gruppierungen. Prakriti und Purusha stehen für Natur und Geist; die neun Nathas werden nicht um eine im Gedicht fehlende Namensliste ergänzt.
- ↑ 715: Die wiederholten Fünfergruppen werden als solche bewahrt; ihre einzelnen Glieder nennt das Lied nicht. Der einzahnige Elefant ist Ganesha. Merumangai ist eine poetische Benennung im Zusammenhang der Uttiramerur-Lieder; die drei abschließenden Göttinnenbezeichnungen bleiben nahe am Text.
- ↑ 716: „Tausend und zweimal hundert“ wird entsprechend der tamilischen Zahlenfolge als 1200 gelesen. Die lokale Zahl der Vedenkundigen ist Bestandteil des Hymnus, keine aktuelle Bevölkerungsangabe.
- ↑ 717: Die Versammlung spielt auf Shivas Anspruch auf Sundarar anhand einer Urkunde an. Die Sprecherwechsel sind im Original knapp; die beleidigenden Anreden sind Teil dieser Legende. Die anschließende Zeile „vēr viḻumpaṭi ceyttēr“ bleibt in ihrer genauen grammatischen Beziehung unsicher.
- ↑ 718: „Utitām parattai uyir keṭa“ ist nicht zuverlässig zu gliedern; die Formulierung über das entstehende Lebensleid bleibt vorläufig. Die Fußmetapher als rettendes Floß ist dagegen deutlich.
- ↑ 720: Die Anrufung ist durch zahlreiche Wortverschleifungen schwierig. Der Abgleich mit Kaumaram, Lied 720 stützt die Lesung von Knie, Armreif, rothäubigem Hahn und Ganesha. Die Beziehung der Götter zu den Körperteilen und „muṉa vāmpata“ bleiben nicht völlig gesichert. Die Ratte ist Ganeshas Reittier; die Frau ist Valli. Aus der gedrängten Anspielung wird keine zusätzliche ausführliche Legende hergestellt.
- ↑ 721: Die Anfangsbilder bewahren die tamilische Folge der Körpervergleiche. Die Baum- und Ortsfolge in der vorletzten Strophe ist stark verschliffen; Valavapuri wird als überlieferter Name belassen.
- ↑ 723: „Paccilai“ kann die für Kosmetik verwendeten grünen Blätter oder eine daraus bereitete Salbe bezeichnen. Die „drei Früchte“ sind die traditionelle tamilische Fruchtgruppe; ihre Namen werden im Vers nicht aufgezählt.
- ↑ 725: Jede Anrufung enthält das zweimalige namo, hier jeweils „Verehrung, Verehrung“. „Nāvala ñāṉamaṉōlā“ ist nicht völlig sicher zu gliedern; die zehnte bis zwölfte Namensfolge bleibt ohne spekulative Rekonstruktion. Der Konvertierungsfehler in „prīta“ wurde dem deutlich erkennbaren Liebesbezug entsprechend übersetzt.
- ↑ 726: Die Höhlenepisode wird auf Nakkirar bezogen; die beiden Jungen sind in der örtlichen Überlieferung Lava und Kusha. Diese Bezüge wurden mit Kaumaram, Lied 726 geprüft. Die Legenden werden als religiöse Überlieferung, nicht als historische Ortsbeweise behandelt.
- ↑ 727: Die Gottesmutter wird mit einer langen Namenfolge angerufen. „Nīṭu pañcavi“ bleibt in der genauen Wortbildung unsicher; „die große Fünffache“ erhält den erkennbaren Zahlbezug. Urakam wird als im Lied genannte Vishnu-Stätte bewahrt.
- ↑ 729: Der Schluss „taṭa mā mīm icai“ wurde mit Kaumaram, Lied 729 verglichen: „auf den großen Mangobaum“ bezeichnet Surapadmas Verwandlung. Matai ist Tiruvamattur. Die Frau als Gestalt des Todes ist eine drastische Metapher des Beters, keine Aussage über Frauen allgemein.
- ↑ 731: Die erste Hälfte verschiebt die üblichen Bilder von Wolke, Pfeil und Auge; die genaue Verteilung ist syntaktisch unsicher. Auch die Krishna-Zeile über die königlichen Frauen ist nicht zuverlässig einer bestimmten Episode zuzuordnen. Die ungewöhnliche Bildfolge wird deshalb bewahrt und nicht durch eine erfundene Legende geglättet.
- ↑ 732: Der Abgleich mit Kaumaram, Lied 732 stützt die Zimmermannsmetapher und die Deutung des „Zeichens der Acht“ auf den Laut A als Shiva-Zeichen. Die Formulierung des Originals lässt sich ohne diesen traditionellen Zeichenschlüssel nicht eindeutig auflösen. Die Ortsüberlieferung nennt den nördlich von Tachur gelegenen Schrein Andarkuppam.
- ↑ 733: Die Zeile „cāvatāra vitāra …“ bei den Lippen ist stark verschliffen; die Übersetzung gibt den erkennbaren Bezug auf süßen Mundnektar wieder. Kovai wird als Ortsname des Liedes bewahrt, ohne eine moderne Gleichsetzung zu erzwingen.
- ↑ 734: Die bewusst vollständig wiedergegebene Zahlenfolge ergibt 96: dreimal (6 + 6 + 5 + 5), dazu 24 und 6. Sie verweist auf die 96 Tattvas beziehungsweise Daseinsfaktoren tamilischer Lehren. Der Hymnus selbst zählt deren Einzelglieder nicht auf.
- ↑ 735: Die lange Reihe von Shivas Pflanzen- und Schlangenschmuck ist vollständig bewahrt. „Tazhumbu“, Narbe, wird nicht durch eine im Vers nicht genannte Entstehungslegende erklärt.
- ↑ 737: Der „Wald“ der Liebeskunst ist eine Metapher im Original. Der Bezug von „kavi niṟaiyap peṟum“ kann empfangene oder erlangte dichterische Fülle meinen; die Übersetzung lässt beide nahe beieinanderliegenden Bedeutungen offen.
- ↑ 739: „Kālaṉ mutukai virikkum“ ist wörtlich eine gewaltsame Bewegung am Rücken des Todes; „den Rücken brechen“ gibt die Überwindung seiner Macht bildhaft wieder. Der Ortsname ist in der erfassten Schreibung geringfügig entstellt.
- ↑ 741: Die Worttrennung von „vētak kuḻalāḷ“ und besonders „muttoṭu cōtit tuṟaiyūr“ bleibt unsicher. Die Schlusswendung verbindet Valli, Glanz beziehungsweise Perlen und den Ortsnamen Turaiyur; ihre genaue syntaktische Verteilung ist nicht eindeutig. Der mit Bhadrakali verbundene Empfänger der Unterweisung ist hier Shiva.
- ↑ 742: Die stark verschränkten Bilder „makākaṭa cala tārai“ und „catikārar viṭakku“ werden körperbezogen wiedergegeben; die genaue Zuordnung der „Täuschenden“ ist offen. Der traditionelle Kommentar deutet sie als Sinne. Auch das Feuerbild der zweiten Hälfte ist verkürzt: Es beschreibt dort die abweisende, zornige Erscheinung der angesprochenen Mächtigen. Worttrennung verglichen mit Kaumaram, Lied 742.
- ↑ 743: Liebesklage in weiblicher Sprecherrolle. Die erste Wendung „kōla maṟai otta mālai“ ist nicht sicher aufzulösen; „der Verborgenheit gleichender Abend“ bewahrt ihren ungefähren Wortsinn. „Nāval“ bezeichnet hier den im Überlieferungskontext als Tirunavalur geführten Ort.
- ↑ 744: Die ersten vier Strophen enthalten verdichtete Shiva-Yoga-Sprache. „Die beiden Wege“ wird traditionell auf Ida und Pingala bezogen. Besonders „aṉaka cakattuvam“ und die abschließende Bitte um den Leib bleiben mehrdeutig; die Übersetzung ist hier vorläufig. Sie ergänzt weder eine vollständige Chakrenfolge noch eine Atemanleitung. Der Quellenfehler „parmuṭē“ wird nach der Parallelfassung als „paramūṭē“, „im Höchsten“, verstanden. Vergleich: Kaumaram, Lied 744.
- ↑ 744: Anspielung auf die shivaitische Überlieferung von Sambandar und der Pfählung von Jainas. Der Vers enthält religiöse Polemik; er ist weder ein gesicherter Tatsachenbericht noch eine Billigung von Gewalt.
- ↑ 744: Der Vers ordnet die Enthauptung des Vaters der Göttin zu. Diese besondere dichterische Fassung des Daksha-Mythos wird beibehalten; sie wird nicht stillschweigend an andere Fassungen mit Virabhadra als Handelndem angepasst.
- ↑ 745: „Pāṭala“ bezeichnet hier Tiruppatirippuliyur. Die Abwertung des Körpers gehört zur entsagungsorientierten Bildsprache des Liedes; die Bitte gilt ausdrücklich der Erkenntnis der Upanishaden.
- ↑ 746: Die beschädigten Stellen „koṅ¨k“ und „ta¨muḷa“ der Arbeitsquelle sind in der Übersetzung als „Brüste“ beziehungsweise „Feuer auflodern“ wiedergegeben. Auch die Schlussstrophe erfordert Worttrennungen; „mā tukaḷ“ wird als Blütenstaub, nicht als „Frauen“, gelesen. Vergleich: Kaumaram, Lied 746. „Paṇak kalāpam“ beim Pfau bleibt bildlich unsicher: Es kann auf seine Beziehung zur Schlange hinweisen.
- ↑ 747: Die eröffnende Lotus- und Lichtkreissymbolik wird traditionell auf die inneren Yoga-Zentren bezogen. Der Vers selbst nennt keine vollständige Chakrenliste. Worttrennung und die Vidura-Anspielung verglichen mit Tamil Surangam, Lied 747.
- ↑ 747: Der „Mann mit der Schlangenfahne“ ist Duryodhana. Der Sieg über Yama wird in diesem Vers der Göttin beziehungsweise ihrer Fußmacht zugeschrieben; diese Formulierung wird gegenüber geläufigeren Shiva-Fassungen beibehalten.
- ↑ 748: „Nāttavaṟāḷ“ bezeichnet hier vermutlich eine Frau, deren Rede nicht stockt; „Redegewandte“ ist eine vorsichtige Wiedergabe. „Manolaya“ heißt Auflösung beziehungsweise Ruhen des Geistes, nicht notwendig schon endgültige Befreiung.
- ↑ 749: Die erste Strophe ist in der Quelle stellenweise beschädigt. Besonders „mātarmēṟ kalaṉkaḷ puṉaiyātar“ erlaubt ohne sichere Worttrennung auch eine Verneinung. Hier vorläufig: Toren, die Frauen Schmuck anlegen; die Deutung folgt der Wortgliederung des traditionellen Kommentars, nicht einer stillen Textkorrektur. Vergleich: Kaumaram, Lied 749.
- ↑ 749: Der Baum ist eine Erscheinungsform Surapadmas. Das Lied stellt die Freude der Götterfrauen und die Trauer der Asura-Frauen ausdrücklich nebeneinander; beide Seiten sind übersetzt.
- ↑ 750: Die erste Strophe enthält eine dichte Folge ineinander übergehender Vergleiche; „matu kalai mōta“ ist nicht eindeutig, hier vorläufig als durchdringender Duft wiedergegeben. Bei der Verbrennung der drei Städte bewahrt die Übersetzung die anschließende, ungewöhnliche Aussage des Verses vom Gewähren des Lebens, ohne einen ungenannten Einzelmythos einzusetzen.
- ↑ 751: Wiederum die shivaitische Erzählung von Sambandar, der als Erscheinung Murugas verstanden wird. Die Gewaltdarstellung gehört zur konfessionellen Überlieferung und ist nicht als unabhängiger historischer Nachweis zu lesen.
- ↑ 751: Die letzte Wendung wird als örtliche Befreiungsverheißung verstanden; „valamvaru“ kann auch einen siegreichen Aufenthalt ausdrücken. Worttrennung verglichen mit Kaumaram, Lied 751. Mudugiri und Vriddhachalam bedeuten beide „alter Berg“.
- ↑ 752: „Naṭai neṭṭi paṟiya“ am Beginn ist textlich und syntaktisch unklar; die Darstellung des unsicheren Gangs bleibt vorläufig. Die drei körperlichen Kräfte sind die traditionellen Kategorien Pitta, Vata und Kapha, keine medizinische Diagnose.
- ↑ 753: „Wachend schlafen“ gibt das Paradox „uṇarvoṭu tūṅku“ wieder. Mit dem Sohn des Wagenlenkers ist hier traditionell Brahma, der aus Vishnu hervorging, gemeint; der Wagenlenker ist Krishna im Verhältnis zu Arjuna. „Mutaluṟa vāṅku“ am Ende der Kampfschilderung bleibt mehrdeutig. Vergleich zur Worttrennung: Kaumaram, Lied 753. Die Erwähnung des Feuertodes von Witwen ist vollständig übersetzt und keine Aufforderung.
- ↑ 754: „Kuñcara-kalāpa-vañci“ ist ein dichtes weibliches Beiwort; es wird auf Devasena, die mit Indras Elefanten verbundene Braut, bezogen. Nimbapura ist die Sanskritform des hier genannten Veppur.
- ↑ 755: Die stark verkürzten Wendungen „kūṟṟaṉ pantic cintai“ und „vēṭṭam tontit tanti“ sind unsicher. Die erste verbindet den Todesgott, Binden und Entschlossenheit; die zweite wird auf Ganesha bezogen. „Vēppañcanti“ ist als Ortsbezug, nicht als eigener Personenname verstanden.
- ↑ 756: Besonders „kaṭavōṭu aṭamōṭu“ und „tērntum amirtām eṉavē“ sind schwer zu gliedern. Der letztere Ausdruck wird hier vorläufig als vermeinte Unsterblichkeit verstanden. Die Deutung des Schriftstücks als Todesbescheid ergibt sich aus dem Kontext. Worttrennung verglichen mit Kaumaram, Lied 756.
- ↑ 756: Gemeint ist Tirukkudalaiyattrur am Zusammenfluss; der „Perlenstrom“ wird als Manimuttaru verstanden. Die Göttin übernimmt in der Verssprache den Sieg über Yama. Der Schluss „tāṇṭi“ kann Übersteigen oder Überspringen ausdrücken; die genaue Bewegungsdarstellung bleibt offen.
- ↑ 757: Der Anfang ist als direkte Rede der verlockenden Frauen gegliedert. Die genaue Bedeutung von „māl kaṭantē pōm“ bleibt zwischen gestilltem und überwundenem Verlangen. Der Vergleich „Geld ist Gift“ gehört zu dieser Rede. Vergleich: Tamil Surangam, Lied 757.
- ↑ 758: Anspielung auf die dem jungen Sambandar gewährte Perlensänfte. „Nishkala Brahman“ bezeichnet das nicht aus Teilen bestehende Höchste. Die Verbindung „ceyppati“ mit den Weisen beziehungsweise dem nachfolgenden Ortsnamen ist syntaktisch nicht ganz sicher.
- ↑ 759: Der Ortsname wird nicht mit dem gleichlautenden modernen Jaffna gleichgesetzt. Die traditionelle Zuordnung verbindet ihn mit Tirunilakanta Yazhpanar und der Gegend von Vriddhachalam. „Kanigai“ wird hier als Jungfrau gelesen. Worttrennung verglichen mit Tamil Surangam, Lied 759.
- ↑ 760: Die Perlenliste folgt der traditionellen poetischen Naturkunde und ist keine mineralogische Aussage. „Kaṭi muttu“ bei den Bergen bleibt unsicher; „kostbar“ ist eine vorsichtige Annäherung. Die Verbindung von Deivayanai und der „Frau der Befreiung“ kann als eine fortlaufende Anrede oder als Verdoppelung des Bildes gelesen werden.
- ↑ 761: Die drastischen Herabsetzungen, auch die körperlichen, sind Bestandteil der asketischen Polemik des Sprechers. Die Übersetzung gibt sie wieder, ohne sie zu allgemeinen Aussagen über Frauen oder Sexarbeiterinnen zu erklären.
- ↑ 761: „Cilukāvaṇam“ wird vorläufig als unbeirrbare Haltung verstanden. Die Schlussstrophe verknüpft Hari, Rama und Adivaraha und bezeichnet die Braut als dessen Tochter; diese besondere Überlieferung wird beibehalten. Worttrennung: Kaumaram, Lied 761.
- ↑ 762: Hochverdichtete Yoga-Bildsprache. „Mūla muṇṭakam“ ist der Wurzellotus; die „sechs Träger“ sind die sechs Adharas. Die Folge „āyiram kiraṇa mūṇum intu“ bleibt in ihrer genauen Zuordnung unsicher; die traditionelle Deutung bezieht „drei“ auf die junge Mondsichel. Die „mittlere Säule“ und „Schnur“ werden auf den inneren Aufstiegsweg bezogen. Die Übersetzung ergänzt keine im Vers nicht genannte Chakrentabelle. Worttrennung: Kaumaram, Lied 762.
- ↑ 762: Religiöse Polemik im Rahmen der Sambandar-Legende; der Vers ist keine unabhängige historische Quelle für die behauptete Hinrichtung.
- ↑ 762: Die letzte Frauenfolge ist grammatisch nicht ganz eindeutig. Traditionell wird die aus dem Nektar hervorgegangene Frau als Lakshmi und das „Reh“ als Valli verstanden.
- ↑ 763: Die körperliche Vergleichsfolge und „kuṇṭuṇi … cāṅkam“ sind sprachlich schwierig. „Hinterhältige Rede“ und „kunstvolle Musik“ bleiben vorläufig. Der Vers schildert einen polemisch überzeichneten Ruin des Liebhabers.
- ↑ 763: „Eṉkiri“ vor dem Zermahlen der Berge ist in dieser Fassung nicht sicher zu gliedern; eine bestimmte Zahl wird daher nicht eingesetzt.
- ↑ 764: Weibliche Liebesklage. In der Bitte um Schultern, Speer und Girlande ist der Satzanschluss unsicher. „Vampilē kaṭi toṇṭiṉōṉē“ am Ende der Valli-Strophe lässt keine eindeutige Übersetzung zu; die Wiedergabe als eifriger Dienst ist vorläufig. Der Sohn der Kauniyars ist Sambandar, hier mit Muruga verbunden.
- ↑ 765: „Muṭar“ ist die wiederholte polemische Bezeichnung für geistig Unverständige. Die Höllendrohung gehört zur konfessionellen Mahnrede des Liedes. Pukali ist ein überlieferter Name von Sirkazhi.
- ↑ 766: „Kūcap piramāṇa pirapañca“ ist nicht sicher zu gliedern. Die Verbindung von Scham, vermeintlicher Geltung und Weltillusion wird hier vorläufig wiedergegeben.
- ↑ 766: Sambandars Heilung des Pandya-Königs und die Pfählungserzählung stehen hier neben dem Valli-Mythos. „Kaṇiyāka“ in der Baumverwandlung ist vermutlich eine gestörte Lesart; die Zuordnung zum Baum ergibt sich aus der Erzählfolge.
- ↑ 767: Mehrere Wortfolgen, besonders „vayyāḷip parivākaṉam“ und „tuvvāḻikkaṭal“, sind verdichtet; die Zuordnung der zerstörerischen Bewegung zum Pfau bleibt vorläufig. Kazhi und Brahmapuram bezeichnen hier denselben heiligen Ort. Das Pfahlmotiv gehört zur konfessionellen Sambandar-Legende.
- ↑ 768: Stark verdichtete, teilweise beschädigte Worttrennungen. Besonders „akkōlak kōṇam“ wird als sexuelles Dreiecksbild gelesen; die Übersetzung bleibt dort vorläufig. Die „Matten“ beziehen sich in der Polemik des Gedichts auf Jainas. Vergleich der Wortgliederung: Kaumaram, Lied 768.
- ↑ 769: Der Schluss gibt eine besonders scharfe Polemik gegen Jainas und die überlieferte Zahl achttausend wieder. Die Beschuldigungen sind die Stimme des Gedichts, keine übernommenen Tatsachenbehauptungen. „Campiratāyaṉ“ im Selbstvorwurf kann Gewohnheit, äußere Konvention oder Vorgehensweise meinen; die Wiedergabe ist dort unsicher.
- ↑ 770: Der Vers nennt „Mandaram“ im Bergschirm-Bild; geläufige Krishna-Erzählungen nennen Govardhana. Die Übersetzung ersetzt den Vers nicht durch jene Fassung. „Tiṅkaḷ oṉṟiṉil neṉal“ in der zornigen Rede ist unsicher; die Zeitangaben werden annähernd wiedergegeben.
- ↑ 771: „Calikai“ am Anfang der zweiten Wortfolge ist unsicher; „Würde“ ist hier vorläufig. Die einleitende Polemik steht im Kontext der Sambandar-Überlieferung.
- ↑ 772: Kurze Liebesklage in der Stimme einer Begleiterin oder Erzählerin. „Nantuṟṟiṭu vāri“ kann das anwachsende beziehungsweise schäumende Meer meinen; die genaue Nuance ist offen.
- ↑ 773: Das erste Elefantenbild ist eine übertriebene Schmeichelei an reiche Gönner. Die Wortfolge „tattuva vētattiṉ uṟpatti“ bezeichnet den Ursprung der Wahrheitslehre; ihr genauer theologischer Bezug ist offen. Worttrennung verglichen mit Kaumaram, Lied 773.
- ↑ 774: Die Namen der letzten Zeile bezeichnen Sirkazhi und Sambandars Herkunft. „Kōṭi“ ist hier eine poetische Großzahl, keine ermittelte Zahl von Opfern. Das Pfahlmotiv bleibt als konfessionelle Erzählung gekennzeichnet.
- ↑ 775: Die Pflanzenfolge „nērōṭam viḷā“ ist nicht eindeutig botanisch bestimmbar; ihre Tamil-Namen bleiben erhalten. „Kākōtaram“ bezeichnet die Schlange. Die Redegrenzen werden aus dem Zusammenhang erschlossen.
- ↑ 776: Die Wortfolge „kucalaikkoṭ cūlaikkālikal“ ist schwer zu gliedern. Die traditionelle Deutung bezieht sie auf das Beseitigen einer Schwangerschaft; dies bleibt als unsichere, polemisch belastete Stelle gekennzeichnet. Vergleich: Tamil Surangam, Lied 776.
- ↑ 776: Der Schluss wird auf Sambandars erste Hymne bezogen, die Shiva als den mit einem Ohrring geschmückten Herrn besingt. Die alternative Lesung „du lehrtest in sein Ohr“ ist sprachlich denkbar, wird hier jedoch nicht eingesetzt. Auch die mütterliche Salbe am Scheitel bleibt eine vorläufige Deutung der stark verdichteten Wortfolge.
- ↑ 777: Liebesqual und Todesnähe werden ineinandergeführt. Die Folge „aṭala mariyaṟṟu ticai“ und der Satzanschluss bei „cittamuṟa“ bleiben unsicher; die Übersetzung hält beide Bildebenen offen.
- ↑ 778: „Aṇāppu“ bezeichnet hier ein täuschendes Vertrösten oder Irreführen; der genaue Vorgang bleibt offen. Zur Worttrennung: Kaumaram, Lied 778.
- ↑ 779: „Marattuṟai pōl“ bedeutet hier etwa „wie etwas Hölzernes“; „Holzklotz“ verdeutlicht das Bild fehlender innerer Regung. Der letzte Ortsbezug ist Vaitheeswaran Koil.
- ↑ 780: Der beschädigte Ortsname „§vḷūr“ wird als Velur verstanden, im Kontext Vaitheeswaran Koil. „Pattira pāta“ beim Pfau kann kräftige, wohlgeformte oder schützende Füße meinen. Die vierfachen Abwehrrufe „cīci cīci“ sind vollständig wiedergegeben.
- ↑ 781: Das Leiterbild bezeichnet das Anlocken mit anschließendem Fallenlassen; „viṭṭiṭuvar“ ist nicht als ausdrückliches Umstoßen der Leiter übersetzt. Einige Schmuckwörter der ersten Zeile sind nicht eindeutig zu gliedern. Vergleich: Tamil Surangam, Lied 781.
- ↑ 781: Die Schlusszeile ist ein kindliches Muruga-Bild. „Muttam“ heißt hier Kuss; der örtliche Name Muttukumara klingt zugleich an.
- ↑ 782: „Yām“ („wir“) im letzten Satz ist nicht zu einem stillschweigenden „du“ geändert. Die genaue Sprecherzuordnung bleibt offen: Der Vers kann die begnadete Teilhabe des Sängers an Murugas Wesen oder eine göttliche Selbstoffenbarung ausdrücken. Die beschädigte Form „kaṇmuṭē“ wird nach der Parallelfassung als „kaṇamūṭē“, „inmitten der Schar“, verstanden.
- ↑ 782: Die letzte Relativfolge ist syntaktisch ungewöhnlich. Traditionell wird der „Stier“ als Vishnu gedeutet, der Shiva trug; dann gilt die Verbindung mit vielen Frauen Vishnu-Krishna, nicht Shiva. Diese Lesung ist hier gekennzeichnet übernommen. Vergleich: Kaumaram, Lied 782.
- ↑ 783: Die erste Hälfte beschreibt einen inneren Yoga-Aufstieg. „Mūtātāra maruppil“, der anschließende Atman-Ausdruck und das Verhältnis von Seele und Leib sind textlich beziehungsweise syntaktisch unsicher. Die Wiedergabe bewahrt die Bildfolge, ohne sie zu einer eindeutigen Übungsanleitung auszubauen. Worttrennung verglichen mit Kaumaram, Lied 783.
- ↑ 783: „Cīk koḷ“ kann Eiterbildung bezeichnen; „wund“ ist eine zurückhaltende körperliche Wiedergabe. Die in der Quelle beschädigten Mutter- und Ortswörter werden im Deutschen nach der Parallelfassung als behütende Mutter und Velur verstanden.
- ↑ 784: Besonders die Götter- und Weisenfolge sowie „toḻuteṇ āvayaṉar“ am Schluss sind nicht sicher zu gliedern. „Brahmanen mit acht Eigenschaften“ ist eine vorläufige Lesung, keine eindeutige Textfeststellung. Auch die Zuordnung von Valli als Freundin der nektargleichen Göttin bleibt offen.
- ↑ 785: „Āttu eṉat tiriyā“ und die anschließende Askese-Wendung sind unsicher. Das Bild der drei Peitschen ist wörtlich bewahrt; eine ungenannte detaillierte Liste wird nicht eingesetzt.
- ↑ 785: Der erste Mythos bezieht sich auf die Pandavas und Krishna. Die Schlussfolge verbindet Parvati, den Sieg über Yama und die Braut; die genaue Zuordnung der weiblichen Bezeichnungen ist unsicher. Die Übersetzung ändert den der Göttin zugeschriebenen Fußtritt nicht stillschweigend in eine Handlung Shivas.
- ↑ 786: Die Zahl 1008 wird traditionell auf die Blätter des höchsten Lotus bezogen. „Arunachala“ bleibt hier als Bildname des inneren Lichts erhalten; die genaue Verbindung von Berg, Licht und Eintauchen ist nicht eindeutig. Die Verse sind eine Bitte um inneres Erleben, keine eigenständige Atemanleitung. Worttrennung: Kaumaram, Lied 786.
- ↑ 786: „Ḷōm“ der Arbeitsquelle wird in der Übersetzung nach der Parallelgliederung als „uḷ ōm“, „im Inneren Om“, gelesen. Im Yama-Mythos ist hier ausdrücklich Shiva, der „Tod des Todes“, gemeint.
- ↑ 787: „Araippaṇam viṟṟu“ kann das feilgebotene Becken beziehungsweise die weibliche Scham bezeichnen; der Ausdruck wird körperbezogen, jedoch vorläufig übersetzt.
- ↑ 788: Der letzte Beiname bezeichnet Mayuram. Der genaue Vergleich von Mond, Perlen und erblassenden Wasserlilien bleibt poetisch mehrdeutig; die einzelnen Bilder sind erhalten.
- ↑ 789: Die Wendung um den „alten Gekrümmten“ verbindet das Streitgespräch mit der Heilung des Pandya-Königs. Der Satzanschluss von „pāka“ und „cēkarā“ in der Blumenstrophe ist nicht sicher; die Darbringung frischer Blumen ist eindeutig.
- ↑ 790: Die Ortsbeschreibung ist eine bewusst gesteigerte Landschaftsvision. „Kāṭu payiṉṟu“ bezeichnet im Todeszusammenhang wahrscheinlich den Verbrennungsplatz; der Wortlaut nennt zunächst nur den Wald.
- ↑ 791: „Cukōma kōtati“ am Ende der ersten Hälfte ist eine verdichtete Lautfolge; „großes Meer höchster Freude“ gibt den erkennbaren Sinn wieder. Das Sonnenwagenbild überhöht die Höhe der Stadtmauern.
- ↑ 792: Die beschädigte Eingangsfolge wird als Verbindung der Elemente Feuer, Wasser und Luft gelesen. Worttrennung nach dem Tamiltext verglichen mit Tamil Surangam, URL zu Lied 792; die dort angezeigte Überschrift nennt abweichend 793, der Liedtext stimmt mit der hier verwendeten Nummer 792 überein.
- ↑ 793: Der Dichter verspottet hier auch seinen eigenen Stolz und die Unwahrheit seiner Schmeichelei. „Rehhuf“ ist eine ausdrücklich sexuelle Metapher. Die Wortgliederung ist mit Kaumaram, Lied 793 verglichen.
- ↑ 794: Die ungewöhnliche Hand-Anspielung wird traditionell auf Agni und den Daksha-Opfermythos bezogen. Der Vers nennt ihn nicht ausdrücklich; die Umschreibung bleibt daher im Übersetzungstext erhalten. Vergleich: Kaumaram, Lied 794.
- ↑ 795: Die Schlussfolge „tala … taru maruva mutti“ ist mehrdeutig; sie verbindet Baum, heiligen Ort und gestaltlose Befreiung. Auch die verschränkte Elefantenkopf-Wendung bleibt in ihrer genauen Gliederung unsicher. Die Übersetzung setzt keine zusätzliche anatomische oder metaphysische Liste ein.
- ↑ 796: Die Arbeitsquelle trennt „mūṭar“ fehlerhaft über mehrere Zeilen und schreibt am Ende der Bitte „tiruppuḻ“; im Deutschen ist nach dem Zusammenhang „Toren“ beziehungsweise Tiruppugazh wiedergegeben. Die Lautmalerei der Kampfpassage bleibt vollständig erhalten.
- ↑ 798: Weibliche Liebesstimme; die Girlande ist Zeichen erwiderter Liebe und göttlicher Nähe. „Karuk kulāviya“ bei den Nachbarn ist nicht ganz sicher, hier als Schärfe ihrer Rede verstanden.
- ↑ 799: Die abgebrochene Zeile „… poruḷ paṟittama“ der Arbeitsquelle ist nach Kaumaram, Lied 799 zu „… poruḷ paṟittu amaḷiyiṉ micai“, „den Besitz nehmen, auf dem Bett“, ergänzt. Die Ergänzung ist auch in Tamil und Umschrift dokumentiert. Die polemischen Beschimpfungen bleiben als Stimme des Gedichts erkennbar.
- ↑ 799: Die Pfählung der Jainas ist ein Motiv der Sambandar-Überlieferung, kein hier gesicherter historischer Vorgang.
- ↑ 800: Der Vergleich mit der Pflugschar ist in der Arbeitsquelle stark verdichtet und nicht eindeutig ausgeschrieben. Die vorläufige Deutung folgt dem traditionellen Verständnis der Zeile bei Tamil Surangam, Lied 800.
- ↑ 800: Der Name „Tāṉtōṉṟi“ bedeutet „aus sich selbst erschienen“ und bezeichnet hier sowohl den Ortsbezug als auch die göttliche Erscheinungsweise.
- ↑ 801: Die Götterfolge „puyaḷaṅkaṉ civaṉ ampaṉ pati campu“ ist nicht eindeutig zu trennen; erkennbar sind Vishnu als Wolkenfarbener und Shiva beziehungsweise Shambhu. Die weiteren Silben bleiben in ihrer syntaktischen Funktion unsicher.
- ↑ 802: Der stark elliptische Anfang wird als Selbstvorwurf mangelnder Gastfreundschaft gelesen. Die Bedeutung „anderen Speise geben, bevor man selbst isst“ ist bei Tamil Surangam, Lied 802 erläutert; sie bleibt wegen der knappen Satzform als Deutung kenntlich.
- ↑ 803: Die Arbeitsquelle endet die erste Hälfte mit „aṟivōṉē“, „du, der du weißt“. Kaumaram, Lied 803 bietet dagegen „aṟivēṉō“, „werde ich je erkennen?“. Hier bleibt die Anrede der Arbeitsquelle erhalten. „Ort der Vogelstimmen“ bezeichnet vermutlich die Kehle, doch die genaue Worttrennung ist unsicher.
- ↑ 804: Die „leibliche Verbundenheit“ Shaktis mit Vishnu drückt hier vermutlich ihre Geschwisterbeziehung aus; der Vers nennt Shivai als Murugas Mutter. Die Abfolge der weiblichen Körpervergleiche ist stark gerafft.
- ↑ 805: Die „fünf Geschlechter“ werden traditionell als die fünf Sinne verstanden. Pferde, Kämpfer, Straße und Schmuck bilden eine verschränkte Allegorie; ihre genaue syntaktische Zuordnung bleibt unsicher. „Cōti mantiram“ wird hier als Halle des Lichts gelesen, nicht als namentlich bezeichnetes Mantra.
- ↑ 805: Besonders „cūtar maṇṭalam“ und die Wendung um die untere Welt sind in der Quelle schwierig. Die astronomischen Bilder werden als dichterische Vision, nicht als festes kosmologisches Schema wiedergegeben. Wortgliederung verglichen mit Kaumaram, Lied 805.
- ↑ 806: Die Wendung „pātamē kavalai āyu muṉavē“ ist syntaktisch unsicher. Die Übersetzung erhält die Bitte um die Füße als einzigen inneren Bezug; die zeitliche Zuordnung der Sorge bleibt vorläufig.
- ↑ 807: Die beschädigten Namen „tacakrīvaṉ“ und „cukrīvaṉ“ sind als Dashagriva, der zehnköpfige Ravana, und Sugriva verstanden; „campava“ als Jambavan. „Vellam“ ist hier eine traditionelle große Heereszähleinheit, keine moderne Truppenangabe. Vergleich: Kaumaram, Lied 807.
- ↑ 808: Die erste Hälfte bildet eine fortlaufende Preisung der Göttin. Die dichte Folge „ñāṉa patti veṇtaraḷām“ lässt die genaue Zuordnung von Erkenntnis, Hingabe und Perlenbild offen. Die zwei Nali sind ein traditionelles Getreidemaß; der Vers erzählt von grenzenloser Fürsorge aus geringem Vorrat.
- ↑ 809: Die Folge „karuvūṟiya nāḷum uṉūṟeḻu“ ist beschädigt oder stark verdichtet. „Hundertfach“ ist nur eine Annäherung an die erkennbare Zahlwortfolge; eine genaue Schwangerschaftsdauer wird daraus nicht abgeleitet.
- ↑ 810: Mehrere Ausdrücke bleiben philologisch offen: „catur-ākam“, „muṇṭaka-taḷir“, „viti tāvi“ und „kamalālaippati“. Der Kommentar deutet unter anderem eine Gemeinschaft der Getreuen, die Mundaka-Upanishad, einen Chakra-Übergang und Tiruvarur. Die Übersetzung bewahrt stattdessen die nahen Bildwerte und kennzeichnet die Passage als vorläufig. Vergleich: Kaumaram, Lied 810.
- ↑ 811: Der Vers kritisiert hier fehlgeleitete oder selbstbezogene Yoga-Bemühungen. Die beschädigte Atemzeile wird nach der Parallelfassung als „ulā mūccu aṭaṅka“ gelesen. Sie ist kein pauschales Urteil über die Yoga-Passagen anderer Tiruppugazh-Lieder. Vergleich: Kaumaram, Lied 811.
- ↑ 811: Die Orts- und Herrscherfolge „poṉ acalap piṉ acalac ceṉṉi“ bleibt unklar. Der traditionelle Kommentar bezieht sie teilweise auf die Chola-Herrschaft; die Übersetzung bewahrt vorsichtig die Bildwörter Berg, Unbewegtheit und Gipfel.
- ↑ 813: Die sozialen und moralischen Beschimpfungen gehören zur polemischen Stimme des Verses. „Taṇ kātu“ heißt wörtlich kühles Ohr; „aufnahmebereit“ ist hier eine sinngemäße Annäherung.
- ↑ 813: Der letzte Abschnitt spielt auf die extreme Hingabeprüfung in der Siruthondar-Überlieferung an. Die Darstellung des Kinderfleisches ist ein hagiografisches Motiv, keine Aufforderung zu einer Handlung. Die fünf doppelten Namo-Anrufungen sind vollständig erhalten.
- ↑ 814: Einige Verbindungen der Augen- und Stirnbilder sowie „cakku mukki“ in der Kampfschilderung sind lautmalerisch beziehungsweise unsicher. Die Schlussbraut wird ohne zusätzliche Genealogie als das im Vers genannte Papageienmädchen wiedergegeben.
- ↑ 815: „Iṉpa makōtati“ ist als gewaltiges beziehungsweise wonnevolles Meer lesbar; die genaue Rolle von „iṉpa“ ist offen. Der kindliche Schlussausdruck „ciṟu vāvaṭa“ ist ebenfalls nicht sicher zu gliedern.
- ↑ 816: Die gedrängte Anredefolge wird nach der Worttrennung bei Kaumaram, Lied 816 gelesen, insbesondere „tēca ātīṉā, tīṉār īcā“, Herr des Landes und Herr der Armen. Die Negationen der Eingangsbitte bleiben syntaktisch schwierig.
- ↑ 817: Weibliche Liebesstimme. Die Verbindung Shivas, Umas und Murugas wird traditionell als Somaskanda verstanden. Vergleich der Wortgliederung: Kaumaram, Lied 817.
- ↑ 818: Das Lied benutzt die Bilder von Wiegenlied, mütterlicher Nahrung und Namensgebung für die Klage des Sprechers. Die genaue biografische oder geistliche Zuordnung bleibt offen. Die Worttrennung wurde mit Kaumaram, Lied 818 verglichen. „Ālōl“ ist Vallis Ruf beim Verscheuchen der Vögel vom Feld.
- ↑ 819: Zwei Wörter der Arbeitsquelle sind beschädigt: die Zeitangabe vor „Gnade“ und der Ortsname. „Über lange Zeit“ und „Arur“ sind kontextbezogene Wiederherstellungen. „Vētā maittuṉa“ wird wörtlich als Schwägerschaft zu Brahma bewahrt; ihre mythologische Herleitung ist hier nicht sicher.
- ↑ 820: Der erste Augenvergleich ist stark verdichtet; „iru kumiḻ“ bezeichnet vermutlich die nasennahen Kumizh-Blütenbilder, doch die genaue räumliche Zuordnung bleibt offen. „Ari aḷi vitati“ im Schluss wird als Bienenschwarm gelesen; der Text erlaubt keine sichere weitergehende Erklärung.
- ↑ 821: Die Kuh-und-Wagen-Erzählung ist die Legende des Manu Niti Cholan. Der Vers schildert eine extreme Rechtsvorstellung; er ist kein Aufruf, sie nachzuahmen. „Oru kuḷa patam“ in der Gebetsstrophe ist nicht sicher zu trennen, hier als einheitlicher kühler Zustand verstanden.
- ↑ 822: Die Folge „nālāṁ rūpā … mātōm“ ist nicht sicher aufzulösen. Die traditionelle Deutung „vielfältige Gestalt“ ist vorläufig; die mögliche Vierzahl wird damit nicht als geklärt betrachtet. Die Erkenntnismilch spielt auf Sambandar an. Wortgliederung verglichen mit Tamil Surangam, Lied 822.
- ↑ 823: „Aruṇakiri nāta eṉum appaṉ“ wird hier nach der traditionellen Deutung als Namensgebung an den Dichter gelesen; auch eine direkte Anrede mit dem Namen ist grammatisch denkbar. Die Schlussfolge um Gelübde, Brahma und Dakshinamurti bleibt unsicher. Die Polemik gegen andere Traditionen wird nicht als heutige Bewertung übernommen. Vergleich: Tamil Surangam, Lied 823.
- ↑ 824: „Arunagirinatha“ bezeichnet hier nach der Beschreibung den Shiva von Arunachala, nicht ohne Weiteres den Dichter. Die gegen Jainas gerichtete Bezeichnung ist das konfessionelle Lob des im Lied genannten Somanatha; seine genaue historische Identität wird hier nicht behauptet.
- ↑ 825: Der Anfang lässt den Handelnden unausgesprochen. Hier wird er auf die im folgenden Text genannten Verführerinnen bezogen. Vergleich der Worttrennung: Kaumaram, Lied 825.
- ↑ 827: „Achtunddreißig Kadam“ ist eine poetische Entfernungsangabe, keine hier umgerechnete moderne Strecke. Pakas Bezwinger ist Indra; die von ihm gegebene Braut ist Devasena.
- ↑ 829: Die dichte Schlussgenealogie bezeichnet Valli als Tochter Vishnus und zugleich als Mutter des Sprechers. „Tausend Elefanten“ beschreibt traditionell Sheshas Kraft; es wird nicht mit der Zahl seiner Hauben gleichgesetzt. Worttrennung: Kaumaram, Lied 829.
- ↑ 830: „Viḻu tātu“ wird nach der traditionellen Worttrennung als vergossener Samen verstanden. „Ulakāyatam“ kann sowohl weltliches Denken als auch die materialistische Lokayata-Lehre bezeichnen; die Übersetzung lässt diese Spannweite offen. Vergleich: Kaumaram, Lied 830.
- ↑ 831: „Cittacaṉ“, der Geistgeborene, bezeichnet Kama, der hier als Sohn Haris gilt. Die Beziehung ist Schwägerschaft. Worttrennung verglichen mit Kaumaram, Lied 831.
- ↑ 832: Die Arbeitsquelle hat „kaṅkai“, die Parallelfassung „kāṅkai“, Hitze beziehungsweise innere Erregung. Der Zusammenhang wird deshalb als Freiheit von Erregung und Bindung übersetzt, nicht als Verweis auf die Ganga. Kanjirankudi ist hier eine Namensform Ettikudis. Vergleich: Kaumaram, Lied 832.
- ↑ 834: Mehrere Ortsnamen der Arbeitsquelle sind beschädigt. Die Namenfolge ist möglichst nahe am überlieferten Klang erhalten; besonders „Selur“ und „Tarur“ sind hier nicht sicher mit heutigen Orten gleichzusetzen. „Taṟpoṟi“ kann eigenes Zeichen oder innere Erkenntniskraft bedeuten. Vergleich der Lesarten: Kaumaram, Lied 834.
- ↑ 835: Die Folge der dämonischen Namen beziehungsweise Beiwörter „pakaṇṭaṉ … ampa kumpaṉ“ ist nicht eindeutig. „Kumbha“ bleibt deshalb als überlieferungsnaher Name stehen; eine sichere Zuordnung zu Kumbhakarna wird nicht behauptet.
- ↑ 836: Die Verbindung „matumālaip patam“ ist als honigreich geschmückte Füße verstanden; die genaue Bildzuordnung ist offen.
- ↑ 837: „Parama māyai“ bleibt als „höchste Maya“ erhalten; es wird nicht ohne Textgrund durch einen eindeutig advaitischen Begriff ersetzt. „Mutal nāḷ uṟu payaṉ“ kann den Beginn der Begnadung oder eine frühere Ursache meinen und bleibt offen.
- ↑ 837: Der zweite Teil verbindet Muruga ausdrücklich mit Sambandar. Die Blut- und Pfahlbilder sind vollständig übersetzte Bestandteile der shivaitischen Legende, keine eigenständig bestätigte Geschichtsschreibung. „Vāṉ kuṭi pukīr“ ist als Aufruf zur himmlischen Wohnstatt gelesen; der genaue Adressat bleibt unklar.
- ↑ 838: Die Eingangswendung „tuvacci“ kann Ermattung, Abneigung oder mangelnden Ertrag meinen. Beim Speermythos ist die Zuordnung der Handlung zu Ravana aus dem Zusammenhang erschlossen, nicht ausdrücklich als Sprecherrede ausgewiesen.
- ↑ 839: Die Zeitangabe „sieben Tage“ folgt dem Vers und wird nicht als historisch oder chronologisch bestätigte Angabe behandelt.
- ↑ 840: Die Arbeitsquelle enthält ein beschädigtes Wort in der Haar-Bienen-Passage. Auch „pāra malaikkuḷ akaṉṟu“ bleibt unsicher: Es kann einen wegbewegten Berg oder das Eindringen in die Bergwelt meinen. Die Wiedergabe wird dort nicht als gesichert ausgegeben.
- ↑ 841: „Nūṟicai peṟṟa patam“ und „nūlval malar poru tuṇṭam“ sind nicht sicher zu gliedern; die Bilder von Meru und dem blütenübertreffenden Gesicht werden vorläufig wiedergegeben.
- ↑ 842: „Muṭiyār“ der Arbeitsquelle ist im Zusammenhang als „aṭiyār“, Dienende, verstanden. Der Vers erzählt eine kämpferische Fassung von Vallis Vermählung; die gefallenen Jäger werden nicht stillschweigend aus der Übersetzung entfernt.
- ↑ 843: Die Folge „pirattam … pitta uḷaippu“ ist textlich nicht ganz klar. Die Krankheitswörter gehören zur traditionellen Körperlehre und werden ohne moderne Diagnosen wiedergegeben.
- ↑ 844: „Karup peruṅkaṭal“ verbindet Dunkelheit und Mutterleib; die Übersetzung erhält beide Bedeutungen. „Maṟuppeṟum“ bei Brahma kann Tadel, Zurückweisung oder Behinderung bedeuten und bleibt unsicher.
- ↑ 846: Die als göttliche Aufforderung gegliederte Tiruppugazh-Zeile ist syntaktisch dicht; das Verhältnis von Befreiung, Anubhuti und Lied wird nicht als Gleichsetzung im Sinne einer systematischen Lehre ausgeweitet. „Pāvakai“ bezeichnet eine Vers- oder Dichtungsform.
- ↑ 847: „Eru“ kann Dünger, Nährstoff oder zeugenden Stoff bezeichnen. „Nahrung“ ist eine vorsichtige Wiedergabe innerhalb des Kreislaufbildes. Tiruvizhi steht hier für Tiruvizhimilalai.
- ↑ 848: Der letzte Abschnitt beschreibt den Pfau im Bild eines kunstvollen Schmuckwerks; die genaue Zuordnung von Anhänger, Platte und Tuch ist offen. Die Krishna-, Gajendra- und Rama-Bilder sind im Vers miteinander verbunden. Wortgliederung: Kaumaram, Lied 848.
- ↑ 849: Die verdichtete Shiva-Anrede „varaittavarkkarar … atikkuṇattar“ ist nicht eindeutig zu trennen. Die Übersetzung der Bergbogen- und Tugendbezüge bleibt vorläufig.
- ↑ 850: Die Folge „paṇamuṇṭeṉa … niṉaivuṇṭu“ wechselt den unausgesprochenen Bezug; die Verknüpfung von Geld, Zuwendung und Verarmung ist klar, die genaue Sprecherzuordnung bleibt unsicher.
- ↑ Lied 852: „கடனாளிகள்“ bezeichnet wörtlich Menschen, die mit Schuld beziehungsweise Verschuldung verbunden sind. Die genaue Rolle im Bild der Verführung bleibt unsicher; die Übersetzung gibt den Zusammenhang wieder.
- ↑ Lied 853: Die verdichtete Verbindung „பம்புநதி யுற்ற பங்கொருச மர்த்தி“ wird als Hinweis auf die Göttin als Hälfte des Ganga tragenden Shiva gelesen. Der Jambu-Baum im folgenden Abschnitt gehört zu einer besonderen Erscheinungsform Shivas; der Vers erläutert die Ortslegende nicht.
- ↑ Lied 854: In „குஞ்சரியெழிற் பைந்தருவனம்“ können die Bezüge zwischen Deivayanai, ihrer Schönheit und dem himmlischen Hain unterschiedlich verbunden werden. „பண்டர்கள்“ ist hier eine abwertende Bezeichnung der göttlichen Gegner.
- ↑ Lied 855: Im Ausgangstext sind „புண்டா£கம்“ und „இன்ப்முடே“ sichtbar beschädigt. Der Zusammenhang legt „Puṇṭarīkam“ (Lotus) und „in der Lust“ nahe. Die Worttrennung bei „புண்டரீகம் / சூனியங்கொள்“ folgt dem Paralleltext auf Kaumaram: Lotusbild und Zauberkunst gehören zu verschiedenen Aussagen. Auch die Bezeichnung der Girlanden ist nicht eindeutig auflösbar.
- ↑ Lied 855: „ஓந மந்தசிவ ரூபி“ wird als verkürzter Verehrungsruf mit einem Epitheton der Göttin gelesen; die genaue Sanskritform lässt sich aus dieser Lesung nicht sicher herstellen.
- ↑ Lied 856: Kantukapuri ist die im Lied verwendete Bezeichnung für Pantanai. Die beschädigte Form „த¨ழைய“ wird im Zusammenhang als „gedeihen, aufblühen“ verstanden. Die Reihung „அரிகஞ்சத்தவர் முகுந்தர்“ im folgenden Abschnitt lässt die Zuordnung der einzelnen Götternamen nicht zweifelsfrei erkennen.
- ↑ Lied 857: Die rasch aneinandergereihten Wörter vor „நற்றவர் குடியோட“ sind in der Grundfassung schwer zu trennen. Die Flucht der himmlischen Bewohner wird dem Zusammenhang entsprechend wiedergegeben; die genaue Einzelbedeutung dieser Wortgruppe bleibt unsicher. Das Ballspiel ist das gewaltsame Schlachtbild des Liedes.
- ↑ Lied 858: Die Reihe „விழுசுவரை ... படுகுழியை“ ist sprachlich gestört. Die Bilder der fallenden Mauer und der Grube sind erkennbar; ihr genauer syntaktischer Zusammenhang bleibt unsicher. Der lange Vers beschreibt einen verfehlten Lebenslauf in der mahnenden, teils frauenabwertenden Sprache historischer Entsagungsdichtung.
- ↑ Lied 858: Die Lautfolge „ஈமொலேலெனா“ im Sterbe- und Klageabschnitt ist nicht zuverlässig auflösbar; hier ist ihr erkennbarer Klagezusammenhang wiedergegeben. Einzelne Krankheitswörter sind vormoderne Bezeichnungen und keine heutigen Diagnosen.
- ↑ Lied 859: Die Verbindung „வாகுலாவுசரி நெறிவு“ ist unsicher. Sie wird hier als Bewegung der Armreifen mit dem anschließenden Klangbild „kalakala“ gelesen; die sichere Bedeutung einzelner Glieder bleibt offen.
- ↑ Lied 859: Das grausame Pfahlbild gehört zur traditionellen, konfessionell polemischen Sambandar-Erzählung, mit deren Heiligem Murugan hier verbunden wird. „விளையாட“ heißt wörtlich „spielen“ und wird angesichts dieser Szene als „zappeln“ wiedergegeben; der Vers ist kein verlässlicher historischer Nachweis eines solchen Ereignisses.
- ↑ Lied 860: Die erste Götterreihung und „கொந்தகன்“ sind nicht eindeutig auflösbar. Vor „சடைமுடி“ enthält die Grunddatei ein Steuerzeichen und einen verstümmelten Ausdruck; dieser lässt sich nicht verlässlich übersetzen. Die erkennbaren Schmuckstücke werden vollständig wiedergegeben.
- ↑ Lied 860: In „சிந்துரஞ் சென்றடங் கடவிதனில்“ ist die Trennung zwischen dem Elefantenbild für Deivayanai und dem Wald als Wohnort Vallis unsicher. Auch „அந்தமுந் தம்பமென்று“ wird nur sinngemäß als Anrufung von Ziel und Stütze übertragen.
- ↑ Lied 861: „விலோசன வந்தி“ und der Übergang „கலவிய அறிவு“ lassen sich nicht sicher trennen. Der Zusammenhang von verführerischem Blick, Verwirrung und erbetener Erkenntnis ist deutlich; die Übertragung bleibt an diesen beiden Stellen sinngemäß.
- ↑ Lied 862: Der Wortkomplex „கச்சுற்றச் சிறு செச்சைப் பத்மபதம்“ ist unsicher. Lotusfüße und die Vetci-Blüten sind erkennbar; „கச்சுற்ற“ lässt sich hier nicht zuverlässig zuordnen.
- ↑ N. V. Karthikeyan: Einleitung zu The Esoteric Kandar Anubhuti, Abschnitt „Saint Arunagirinathar“. Die Darstellung benennt die wesentlich spätere hagiografische Überlieferung, insbesondere das Werk Thandapani Swamigals aus dem 19. Jahrhundert, als Grundlage ihrer Lebenserzählung.
- ↑ Kaumaram: Tiruppugazh 6, Muttaittaru, tamilischer Grundtext mit Worterklärungen von Sri Gopala Sundaram und Hinweis auf die traditionelle Entstehungserzählung.
- ↑ Gnanapurani Madhvanath: Publication of Tiruppukal a Century Ago by V. T. Subramania Pillai: The Man and His Mission. Zur Sammlung der Handschriften, zur Druckgeschichte und zum biografischen Quellenhintergrund.
Seminare zu Bhakti, Mantras, Meditation und Yoga
Bhakti Yoga und Hingabe
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Bhakti-Yoga ist das Yoga der Hingabe und der Liebe. Bhakti bezeichnet dabei die Sehnsucht nach Wahrheit, Erkenntnis, Erfahrung, das Göttliche, wie auch…- Shankara Stefan Maune
- 03.11.2026 - 03.11.2026 Mantra-Konzert mit Gruppe Mudita
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21:10 - 22:00 Uhr- Gruppe Mudita
Mantras und Musik
- 01.11.2026 - 06.11.2026 Themenwoche: Bhakti Yoga / Mantra Singen mit Shankara
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Erfahre in dieser Ausbildung die Tiefen der Meditation. Meditation ist neben Yoga die wichtigste Übung aller spirituellen Wege. Wer täglich Yoga und M…- Jagadishvari Dörrer
- 01.11.2026 - 13.11.2026 Meditationskursleiter-Ausbildung Kompakt Teil 1+2
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- 06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung
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