Bogar Sapta Kandam

Aus Yogawiki

Bogar Sapta Kandam (போகர் சப்த காண்டம்), auch Bogar 7000, ist ein Bogar zugeschriebenes tamilisches Werk über Yoga, Alchemie, Heilkunde und die Welt der Siddhas. Sein Titel bezeichnet ein Werk in sieben Teilen. Im Mittelpunkt stehen die Verwandlung des Menschen, die Lenkung der Lebenskraft, die Verehrung der göttlichen Mutter und die durch eigene Erfahrung gewonnene Erkenntnis. Bogar spricht als Schüler Kalanginathars und als Lehrer, der verborgenes Wissen zum Wohl anderer weitergeben möchte.[1]

Die Kundalini als zusammengerollte Kraft: ein zentrales Bild des Eingangsteils. Die Abbildung dient der Veranschaulichung und stammt nicht aus der tamilischen Ausgabe.

Für Menschen auf dem spirituellen Weg liegt ein besonderer Reiz des Bogar Sapta Kandam in seiner Verbindung von entschlossener Übung und liebevoller Hingabe. Der Geist soll gesammelt werden, doch die innere Reise geschieht immer wieder unter dem Zeichen der Gnade. Und die Fähigkeit, Wissen zu empfangen, zeigt sich nach Vers 126 auch im Alltag: darin, Schutz zu gewähren und anderen Lebewesen mit dem gleichen Mitgefühl zu begegnen wie dem eigenen Leben.

Umfang dieser Fassung: Die mehrseitige Ausgabe bietet eine direkte deutsche Arbeitsübersetzung aller sieben Teile bis zur letzten Versnummer 7001. Sämtliche vorhandenen fortlaufenden Versbereiche sind bearbeitet. Beschädigte oder nicht zuverlässig verständliche Stellen bleiben unmittelbar markiert; an solchen Stellen ist die Übersetzung nur teilweise möglich. Die Einordnung und Praxisanregungen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine Auswahl bietet 108 Verse in Tamil und Deutsch mit Mantraregister.

Die Bogar-Sapta-Kandam-Ausgabe: Teile 1–3 und Einführung · Teile 4–6 · Teil 7 und Werkabschluss · 108 Verse und Mantraregister

Dieser Hauptartikel enthält den ersten bis dritten Teil, bis zur ersten Strophe mit der Nummer 3001. Die zweite Strophe dieser Nummer eröffnet den vierten Teil auf der Folgeseite.

Bogar Sapta Kandam: Werk, Überlieferung und Leseweise

Eine Stimme aus der Welt der Siddhas

Im Bogar Sapta Kandam schildert sich Bogar als Reisenden und Lernenden. In Vers 6 und erneut in Vers 6992 erwähnt er China; er berichtet von Kalanginathars Unterweisung, von Begegnungen mit Siddhas und von der Verdichtung umfangreicher Lehrwerke. Solche Stellen sind zunächst Aussagen innerhalb der Überlieferung. Sie erlauben für sich allein weder eine sichere Datierung noch eine historisch überprüfte Reiseroute. Der Artikel legt deshalb kein Lebensjahr und keine Entstehungszeit fest.

Die wiederkehrende Anrede „mein Sohn“ lässt den Text als Unterweisung lebendig werden. Im Schlussabschnitt wird Pulippani ausdrücklich als Empfänger angesprochen. Neben Shiva, Shakti, Nandi und Ganesha erscheinen auch Brahma, Sarasvati, Vishnu und Lakshmi. Der innere Weg führt durch ihre Wohnstätten; die Gottheiten werden mit Körper, Bewusstseinszuständen, Elementen und Lauten verbunden.

Die Themen des Bogar Sapta Kandam

Schon die Verse 3–4 nennen ein weites Feld: Heilmittel, Alchemie, verborgene Praktiken, Pflanzen, Tiere, Tempel, Berge und kosmische Wege. Das Bogar Sapta Kandam ist somit eine umfassende Sammlung von Lehren der Siddha-Tradition. Der Eingangsteil widmet sich zunächst dem Atemyoga, der inneren Verehrung und den Voraussetzungen der Erkenntnis. Ab Vers 367 folgen ausführliche alchemistische Arbeitsvorschriften. Die Schlussverse führen zurück zu Dankbarkeit, Lehrerverehrung und dem Wunsch, Wissen hilfreich weiterzugeben.

Die Bezeichnung „Siebentausend“ ist der überlieferte Werktitel. In der vorliegenden Fassung reicht die Nummerierung bis 7001. Die Vorlage enthält Nummernlücken, doppelte Nummern und Textwiederholungen. Die Einzelheiten sind im Quellenabschnitt und an den betreffenden Stellen dokumentiert. Aus der letzten Nummer allein lässt sich deshalb keine kritisch gesicherte Gesamtzahl selbstständiger Verse ableiten.

Die sieben Teile des Bogar Sapta Kandam im Überblick

Teil Nummernbereich der Vorlage Inhaltliche Schwerpunkte
1 1–997 Innere Verehrung, Vasi-Yoga, Samadhi, ethische Grundlagen und alchemistische Stoffverfahren.
2 1001–2000 Weiterführende Mineral-, Metall- und Karpam-Bereitungen, verbunden mit Yoga und Lehrerunterweisung.
3 2001–3001, erste Zählung Alchemistische und yogische Verfahren, Reiseberichte, Schülerwahl und Umgang mit Wissen.
4 3001, zweite Zählung–3999 Siddha-Begegnungen, heilige Orte, Wunderkräfte, religiöse Vielfalt und Vergänglichkeit.
5 4001–5000 Lehrerüberlieferungen, Reisen und große Erzählungen über Siddhas und das Ende des körperlichen Lebens.
6 5001–6000 Lichtschau, Vorführungs- und Ritualkünste, Kritik an Täuschung, Siddha-Herkunft und Orakelpraxis.
7 6001–7001 Weitere Alchemie und Karpam-Lehren, Schülerschaft, die Milch der Erkenntnis, heilige Orte und Schlussverehrung.

Die Teile sind keine streng getrennten Sachkapitel: Rezepturen, Erzählungen und spirituelle Mahnungen wechseln wiederholt. Verheißungen körperlicher Unvergänglichkeit stehen neben der Aussage, dass selbst Siddhas sterben. Anrufungen göttlicher Gestalten stehen neben einer Deutung der zehn Avatare als menschliche Rishis (6908–6909). Frauen erscheinen sowohl in abwertenden Warnungen als auch ausdrücklich als Lernende und Lehrerinnen, etwa in 5425, 5747 und 6893. Eine aufmerksame Lektüre nimmt diese unterschiedlichen Stimmen wahr.

Die Sprache des inneren Weges

  • Vasi: der gelenkte Lebensatem und zugleich der mit ihm verbundene innere Yoga. Der Text vergleicht ihn häufig mit einem Pferd, das geführt werden muss. Die Beziehung zu Prana und Pranayama hilft beim Verständnis; Vasi wird hier dennoch als eigener Begriff bewahrt.
  • Adhara: ein innerer Stützpunkt oder eine Stätte der Sammlung, häufig mit einem Chakra verbunden.
  • Sushumna: der zentrale Weg des Aufstiegs, im Tamiltext als cuḻimuṉai bezeichnet. Die deutsche Ausgabe verwendet die geläufige Sanskritbezeichnung Sushumna.
  • Puriyashtam: die tamilische Bezeichnung eines achtgliedrigen feinen Zusammenhangs beziehungsweise subtilen Körpers. Die Verse 135–136 entfalten eine eigene Zuordnung; sie wird nicht durch eine fremde Standardliste ersetzt.
  • Dvadashanta: ein jenseits gewöhnlicher Körpergrenzen beschriebener Sammlungspunkt, dessen Name auf eine Zwölfzahl verweist. Die hier genannten Abstände gehören zur inneren Körperlehre des Textes.
  • Niradhara: das Stützpunktlose. Die Bewegung durch bestimmte Zentren geht in eine Versenkung über, die keinen solchen Halt mehr braucht.
  • Puranam: Fülle oder Ganzheit. Gemeint ist die nicht mehr zersplitterte Wirklichkeit, in die der Suchende eingeht.
  • Kulikai und Karpam: Bezeichnungen für alchemistische beziehungsweise verjüngende Zubereitungen. Ihre genaue Zusammensetzung ergibt sich nicht aus dem Namen allein.

Die Eigenart des Textes bewahren

Eine moderne Darstellung von Nadis und Chakras. Bogars Zuordnungen sind eigenständig und stimmen nicht in allen Punkten mit dieser Übersicht überein.

Die Verse ordnen Svadhishthana der Erde, Manipura dem Wasser, Anahata dem Feuer, Vishuddhi der Luft und dem Augenbrauenzentrum den Raum zu. Diese Zuordnung unterscheidet sich von vielen heute verbreiteten Chakradarstellungen. Auch die Beziehungen zwischen Zentren und Bewusstseinszuständen werden so übersetzt, wie die Vorlage sie nennt. Man lernt den Text besser kennen, wenn man solche Unterschiede wahrnimmt, statt sie unbemerkt zu berichtigen.

Wunderbare Reisen, Verjüngung und Überwindung des Todes gehören zur religiösen und alchemistischen Vorstellungswelt des Werkes. Die Übersetzung gibt diese Aussagen wieder, ohne sie als nachgewiesene körperliche Wirkungen auszugeben. Historische Stoffrezepte und knappe Anweisungen zum Atemanhalten sind keine ausreichende Grundlage für eigene Experimente. Für das Schriftenstudium stehen das Verstehen des Textes und die Unterscheidung zwischen Bildsprache, Lehrbehauptung und praktisch ausführbarer Anleitung im Vordergrund.

Ein guter Einstieg in das Bogar Sapta Kandam

Du kannst das Werk fortlaufend lesen oder zunächst einem seiner spirituellen Leitgedanken folgen:

  • Hingabe und innere Verehrung: Vers 1 und Vers 30 führen in die Sprache der Verehrung ein.
  • Vom Wissen zur Erfahrung: Vers 21 fragt nach der Kraft wirklicher Übung.
  • Mitgefühl als Grundlage: Vers 126 beschreibt die Haltung, in der Wissen weitergegeben werden soll.
  • Demut und Freude am Lernen: Vers 6995 und Vers 6999 laden zum wohlwollenden Lesen ein.

Lies einen überschaubaren Abschnitt und lass seinen Sinn nachklingen. Die 108 ausgewählten Verse erleichtern diesen Zugang. Die Anregungen zur heutigen Praxis sind von der historischen Übersetzung getrennt.

Deutsche Übersetzung: Erster Teil

Die Übersetzung folgt unmittelbar dem tamilischen Text. Sie verwendet verständliche deutsche Prosa, bewahrt die Versnummern und trennt Erläuterungen vom übersetzten Wortlaut. Eckige Klammern bezeichnen unübersetzte beziehungsweise nur teilweise verständliche Textstellen. Die fett gesetzten Zwischenüberschriften sind redaktionelle Orientierungshilfen.

Verehrung und Anliegen des Werkes

1. Ich verehre die ursprünglichen Füße, erfüllt von Glückseligkeit, die Füße des Herrn, dessen Fülle das All durchdringt; die Füße Ganeshas, der als unermessliche Weite besteht, und die Füße Nandis an der Wurzel. Ich verehre die Füße Kalangis, die Füße Vyaghrapadas und Patanjalis und die Füße der Rishis. So will ich das Buch der siebentausend Verse verkünden.

Anmerkung: Der Wortlaut einzelner Beinamen ist unsicher. Die wiederholte Verehrung der Füße bezeichnet ehrfürchtige Hingabe.

2. Die Tamiraparani: sieben Katam; die Kaveri: siebzig Katam; der Ganges: siebenhundert Katam. Mit der Kulikai eilte ich dahin. Ich durchwanderte die sieben Meere und sah mit eigenen Augen zuvor ungesehene Wunder. Die höchste Göttin im Herzen tragend, sang ich dieses Werk in sieben Teilen.

Anmerkung: Katam ist eine traditionelle Entfernungseinheit; die Zahlen werden nicht in moderne Maße umgerechnet. Kulikai bezeichnet hier eine alchemistische Pille oder Kraftsubstanz. Die Reise wird als Erzählung des Textes wiedergegeben.

3. Heilkunde und der Weg der Alchemie; die erstaunlichen Verfahren der Kulikai; die verborgenen Wege der vertrauten Siddhas und die Wohnstätten guter Könige; die Wege der mächtigen Götter und das Reisen mit Gedankenschnelle; das Zusammenführen der Lehrschriften und die Geheimnisse der heilkräftigen Pflanzen: Davon sollst du erfahren.

4. Erkenne die Stätten, an denen die Pandavas lebten, und die Wirkungsweisen von Sonne und Mond. Erkenne die Wohnstätten Brahmas, die Tempel und die berühmten Berge, die Lagerstätten der Stoffe und die uralten Gebirge. Sieh die wunderbaren Eigenschaften der Tiere und die Lebensweisen der schönen Vögel.

Anmerkung: Einzelne Ausdrücke der zweiten Verszeile sind undeutlich; insbesondere die genauere Beschreibung der Berge bleibt offen.

5. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten unter den Menschen, die unzähligen Reden und Verbindungen: Nicht einmal Adishesha könnte all diese Wunder aufzählen. Die Herrlichkeit der Welt und ihre zahllosen erstaunlichen Erscheinungen habe ich, Bogar Rishi, in Liebe verkündet, nachdem ich mich vor den Siddhas verneigt hatte.

6. Nachdem ich die siebenhunderttausend Texteinheiten und all ihre Wunder liebevoll betrachtet hatte, verkürzte ich sie zu Bogars Siebentausend und sprach für die Menschen dieser Welt. Die Wunder der vier Weltzeitalter habe ich in den sieben Teilen besungen. Auch in das Land China ging ich; ich, Bogar Rishi, will davon erzählen.

Anmerkung: Die Versnummer ist in der Texterkennung ausgefallen; im PDF steht 6. Die großen Zahlen gehören zur Selbstdarstellung der Überlieferung.

7. Denjenigen, die sich Alchemisten nennen, sage ich: Wahre Erkenntnis muss entstehen. Sie müssen die Grundlagen erkennen und die schwer aufzuhaltende Zeit zum Stillstand bringen. Sie müssen die höchste Göttin verehren. [Eine Aussage über die rechte Reife bei der Einnahme ist unklar.] Sie brauchen die Unterweisung des Gurus und praktische Erfahrung. Fehlt dies, ist die Alchemie vertan.

8. Soll die Alchemie Bestand haben, bereite aus Savarkkaram eine wirksame Grundsubstanz. Binde Muppu gut und bereite Puram als Salz. Verwandle Talakam in Asche und Vangam sachkundig in kalziniertes Pulver. Bereite aus dem nicht gebrannten Turicu eine wirksame Grundsubstanz: Dann liegt die Kunst der Alchemie in deiner Hand.

Anmerkung: Die Stoffnamen bleiben unübersetzt, wo ihre genaue chemische Identität nicht gesichert ist. Guru bezeichnet hier eine alchemistisch wirksame Substanz, keinen Lehrer. Historischer Rezepttext, keine Anwendungsempfehlung.

9. Preis den Füßen des Elefantengesichtigen, Preis den Füßen Gottes! Preis den Füßen der Mutter, die mich hervorbrachte und mir ihren gnädigen Blick schenkte. Preis den Füßen Haris und Brahmas, den Füßen Vanis und der Mutter Lakshmi, die Gnade gewährt. Preis den Füßen der drei verehrten Ahnen und meines Beistands Kalangi! Preis den Füßen der Rishis, die Nirvikalpa Samadhi erlangten. Das alles erfüllende Ganze sei unser Schutz.

Anmerkung: Die Bezeichnung des schützenden Ganzen in der letzten Halbzeile ist textlich unsicher.

10. Aus den siebenhunderttausend von Shiva verkündeten Lehreinheiten zog ich ihren ganzen Kern heraus. In sieben Teilen dieses großen Lehrerbuches legte ich die Verfahren der Alchemie dar. Ich hörte die grundlegenden Erläuterungen der Ahnen und die Unterweisungen der Mutter; auch Kalangi, dessen Lehre süß wie Honig ist, hörte ich. So verkündete ich kundig die sieben Teile.

Die Wurzel und die verborgene Kraft

11. Sieh: Die Wurzel ist wie ein Weltenei; in ihrem ursächlichen Aufbau erscheint sie als Dreieck. Darüber liegt ein Ring mit seinen Blütenblättern. Höre von den Buchstaben des vierblättrigen Lotus: [Die überlieferte Buchstabenfolge ist nicht eindeutig.] Im Dreieck leuchtet Om; darin befindet sich der Buchstabe ya.

Anmerkung: Die Vorlage nennt im selben Vers vier Blätter und eine längere, nicht eindeutig abzugrenzende Silbenfolge. Diese wird nicht stillschweigend nach einem anderen Chakrasystem berichtigt.

12. Über dem Buchstaben a steht Ganesha; in einer ursprünglichen Ecke steht u. Durch die Kraft des u ist Shakti gegenwärtig. In einer verborgenen Ecke befindet sich die Kundalini-Shakti, einer Bananenblüte gleich, das Antlitz nach unten gerichtet. Wie eine weibliche Schlange liegt sie zischend eingerollt; sie ist mit der Sushumna verbunden. Dies wird als Zustand jenseits des Vierten bezeichnet.

13. Der Sitz dieses Zustandes ist die Wurzel. Die schöne Bananenblüte steht dort mit acht Blättern. [Die Aussage über Nandi am Eingang ist textlich beschädigt.] Der Eingang öffnet sich nicht; Unreinheit hält ihn verschlossen. Mein Sohn, auf den acht Blättern befinden sich acht Kräfte. Fragst du nach ihren Namen, so gehören Anima und Laghima dazu.

Anmerkung: Anima und Laghima sind die Siddhis des Kleinwerdens und der Leichtigkeit. Die achtblättrige Gestalt wird zusätzlich zum vierblättrigen Wurzellotus genannt; beide Angaben bleiben erhalten.

14. Laghima und Garima gehören dazu, ebenso weitere Kräfte. [Die folgende Aufzählung ist nicht zuverlässig lesbar.] Die acht göttlichen Kräfte stehen an diesem Ort und halten ihn mit den Blättern bedeckt, sodass Nandi nicht zu sehen ist. Nimm die himmlische Substanz auf; ziehe den Atem mit dem Laut vang ein und halte ihn zurück.

Anmerkung: Garima bezeichnet das Schwerwerden. Die übrigen Siddhi-Namen werden nicht aus einer Standardliste ergänzt. Vang ist eine vorläufige Wiedergabe der tamilischen Lautangabe.

15. Beim Ausströmen des Atems öffnen sich die Blätter. Höre auf das Gebot der Mutter: Tritt ein und schaue; Nandi zu sehen ist Yoga. [Die Aussage über den verschlossenen Eingang ist teilweise unklar.] Lenke Vasi hinein; ziehe auf der linken Seite mit dem Laut vang nach innen.

16. Nachdem du eingezogen hast, verweile bei Nandi und halte mit dem Laut sing zurück. Ziehe auf der rechten Seite mit sing ein; halte mit vang gesammelt inne. Der Ort wird klar und sichtbar. Wie der Glanz eines Rubins wird er erscheinen. Edler, du wirst die Wahrheit der Wurzel erkennen. Die dort versammelte mächtige Shakti zeigt sich, wenn sie gefestigt ist, in grüner Farbe.

17. Verneige dich vor dieser grün leuchtenden Kraft und verehre sie. [Die Aussage über das Mitteilen ihrer Reife ist unsicher.] Wenn die Kraft an der Wurzel wirksam wird, kannst du die drei Welten durchwandern. Der Körper reift und erstrahlt; von Unreinheit befreit, offenbart sich die Kraft in den sechs Stätten. Die Alchemie gehorcht dem Gesagten, und die Geheimnisse des Vierten werden sichtbar.

18. [Der erste Halbsatz über die Zunge ist nicht sicher verständlich.] Plötzlich erblickst du an der Wurzel ein Licht. Sein lampengleicher Glanz blendet die Augen; Ganapati tanzt vor dir. Er gibt dem Yoga Festigkeit, erklärt die Wahrheit der Alchemie und den Zustand Sadashivas. Lässt du davon ab, geht der Yoga verloren.

19. Gib die Wurzel nicht auf! Ob du gehst oder sitzt: Trage sie im Bewusstsein. Lausche dem mächtigen Klang und halte die Aufmerksamkeit fest auf das Ziel gerichtet. Lass den Atem nicht vom Weg abkommen; verbinde den Geist mit der Wurzel. Anfangs scheint es schwierig. Lass nicht nach, sondern wende dich eifrig nach innen.

Anmerkung: Die mittlere Aussage über den Klang ist im Einzelnen unsicher; der Aufruf zu beharrlicher Sammlung ist klar.

20. Bis du dich daran gewöhnt hast, erscheint es schwer. Wenn du immer wieder nach innen gehst und schaust, wächst die Festigkeit. Bis das Feuer aufleuchtet, schwankt der Geist; erblickt er das makellose Licht, entsteht Freude. In der Pingala kommt Einklang zustande, und in der Sushumna wird die Verbindung fest. Yama zieht sich zurück. [Die abschließende Zeitangabe ist unklar.]

Vasi: Sammlung statt bloßer Worte

21. Richte dich aufmerksam und leicht auf die Wurzel aus und führe Vasi immer wieder dorthin. Verweile im Wachzustand: Wenn du Nandi siehst, erschließt sich die Alchemie. Bloßes Gerede ist so leer wie der Leichnam auf dem Verbrennungsplatz. Bleibe gesammelt, bis du das Licht der Wurzel siehst; dann öffnet sich die Sushumna wie eine goldene Ranke.

22. Wenn die Sushumna sich öffnet, kommt der Geist zur Ruhe wie ein Halm, der in einen Wirbel geraten ist. Auf diesem Weg kannst du durch die inneren Stützpunkte aufsteigen; die acht großen Siddhis werden zugänglich. Ohne dich in diesem Wirbel zu verlieren, besteige wohlgeordnet das Pferd, das Vasi heißt. Wenn du in der Sushumna verweilst, ist dort nichts mehr.

23. Nimm die fünf Sinne als Stößel und den überheblichen Ich-Sinn als Mörser. [Die genaue Einfügung des Begehrens in dieses Bild ist unsicher.] Richte den widerspenstigen Geist nach innen; zerschlage und vertreibe das Begehren, das dich ganz in die Irre führt. Unzählige sind gestorben, ohne Yoga und Erkenntnis verstanden zu haben.

24. Unzählige menschliche Leben werden von der Gier nach Land und Besitz fortgerissen, vom Verlangen nach Nahrung, von erotischem Begehren und der Bindung an Gold. Sinnengenuss und hartnäckige Verblendung lassen die Welt dahinsiechen. Ihr Menschen, die Erkenntnis ist zum bloßen Reden mit dem Mund geworden!

Anmerkung: Die erotischen Warnungen richten sich im Original an einen männlich angesprochenen Schüler. Sie werden als asketische Mahnung wiedergegeben, nicht als Abwertung von Frauen.

25. Mit solchem Reden allein ist nichts gewonnen. Prüfe die schwer zugänglichen Lehrschriften gründlich. Alle Menschen sterben mit dem Atem; höre von der Bemühung, den Atem zu beruhigen und dem Tod zu entgehen. [Die folgende Anweisung zu Mitte und Kehle ist nicht eindeutig.] Binde ihn im Haus des Körpers fest. Lass das Pferd nicht überallhin laufen; dann verweilt die Lebenskraft [an einer textlich unsicheren Stelle].

26. Richte dich auf Ganeshas Füße an der Wurzel aus und lenke Vasi hinein. Wenn die Atemlenkung abweicht, bringe sie zur Ruhe, rufe sie zurück und verbinde sie wieder mit ihrem Ort. Mit wachsender Dauer zeigen sich die Zeichen in deutlicher Gestalt. Wird der kostbare Vasi fehlgeleitet, bleiben die Menschen, wie das Wort sagt, dem Vieh gleich.

Anmerkung: Der letzte Vergleich ist die schroffe Sprache der Vorlage. Er ist keine redaktionelle Bewertung von Menschen.

27. Durch Worte und Streit allein wird nichts erreicht. Bändige die fünf Sinne mit Entschlossenheit. Richte die heilige Silbe auf die beiden Augen aus und sammle darin den erkennenden Geist. Lege dem Pferd einen festen Zügel an, mit dem Laut sing. Binde es an der Wurzel, führe es durch die Sushumna und schaue an der Verbindungsstelle.

28. Nimm die stärkende Karpam-Zubereitung auf und reinige den alten Körper. Nimm auch die wirksamen Heilpflanzen auf: Die Unreinheiten werden beseitigt, und der Glanz der Augen nimmt zu. Entferne den Schleim am oberen Gaumen und das Unreife in den sechs Stätten. Schlage die Herrschaft der fünf Sinne wie mit einem Schwert ab. Vergiss Vasi weder bei Tag noch bei Nacht.

Anmerkung: Der Vers verbindet historische Arzneikunde mit Yoga. Karpam bezeichnet eine verjüngende Zubereitung; die Wirkungen werden als Aussagen des Textes übersetzt.

29. Bleibe auf dem Weg an der Wurzel und vergiss ihn nicht. Wenn du in der einen Sache fest geworden bist, kannst du wie beim Erklettern eines Baumes vom Stamm bis zur Spitze gelangen. Wer sich an der Wurzel eingeübt hat, überschreitet die sechs Stätten, versenkt sich im Dvadashanta und erreicht den Ort, an dem die Offenbarung ihr Ende findet.

Die innere Verehrung

30. Steige zur tausendblättrigen Blüte auf und tritt in den Mondkreis ein. Pflücke sie mit dem erkennenden Geist und lege sie dem Elefantengesichtigen, Vallabha und der Mutter Kundalini zu Füßen. Verehre sie, bringe vielerlei Räucherwerk mit Unterscheidungskraft dar und reiche freudig die Milch des Soma. Binde das Pferd an der reinen Wurzel fest.

Anmerkung: Die Blüte wird ausdrücklich mit dem Geist gepflückt. Der Vers schildert eine innere Verehrung; die letzte Ortsbezeichnung ist im Wortlaut etwas undeutlich.

31. Falte die Hände und halte die Mutter Kundalini, Ganapati und Vallabha im Herzen. Bitte innig: Gib mir den Weg frei! Rufe die höchste Shakti an, damit die Verwirrung endet. Nimm die Substanz auf und erkenne ihr Wirken: Dann wird sich die Tür öffnen. Verneige dich vor Nandis Füßen und preise sie; die erhabenen Verrichtungen werden leicht.

Anmerkung: Was mit der aufzunehmenden Substanz genau gemeint ist, lässt sich hier nicht sicher entscheiden.

32. Nandi kommt voller Erbarmen und gewährt die acht und die vierundsechzig Vollkommenheiten. Die Alchemie steht dir dienstbereit zur Seite; die Arten der wirksamen Grundsubstanz werden offenbar. Der Körper erlangt Vollendung. [Der folgende Satz über das Eingehen in die Verbindung ist unklar.] Du schaust den Tanz dessen, der das Gift trank; der wunderbare Klang seiner Fußspangen zieht dich in seinen Bann.

33. Stürze nicht in das Feuer der Begierde. Betrachte täglich die höchste Einsicht des Vedanta. Streite nicht mit anderen; bleibe wahrhaftig und forsche in dir selbst. Lüge und töte nicht. Besteige das Pferd, das Vasi heißt. [Die anschließende Aufforderung zur Aufnahme einer Substanz bleibt mehrdeutig.] Verdirb nicht durch Berauschung; überwinde die Täuschung.

34. Weise die Herrschaft der fünf Sinne zurück, vertreibe die Schläfrigkeit und wende dich der Übung zu. [Ein technischer Ausdruck ist unklar.] Führe die natürliche Atemruhe in rechter Ordnung aus. Trinke die Flut des Nektars und lege das Gewand der Vorstellungen und Gegenvorstellungen ab. Sorge dafür, dass du die geordnete Praxis des Pranayama nicht vergisst.

35. Übe und schaue aufmerksam, indem du deine Absicht festigst. Werde nicht verwirrt; Ganesha wird sich zeigen. Pflücke die Opfergabe, vollziehe die Verehrung und halte Vasi gesammelt. Sprich die mit Om beginnende Anrufung Ganapatis. Nandi gleicht dem Glanz unzähliger Sonnen. Wenn du im guten inneren Wirbel das Licht siehst, wird Yama dich nicht aufsuchen.

Anmerkung: Die Formel in Zeile 3 enthält Tamil-Schreibungen ungefähr śiriyum, kiriyum, kiḷiyum; sie wird wegen der unsicheren Lesung nicht in ein vermeintlich gesichertes Sanskrit-Mantra umgewandelt. Eine rituelle Handlung in Zeile 2 ist ebenfalls nicht eindeutig.

36. Du fragst, wie es dazu kommt: Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch stehen mit den Sinnesvermögen in Beziehung. Der Geist läuft auf den Wegen, die ihnen entsprechen. Wenn du das Ohr verschließt, hörst du kein Wort mehr. Untersuche dies.

Anmerkung: Der Wortlaut der Verknüpfung von Sinnesgegenständen und Sinnesorganen ist beschädigt; das Beispiel des verschlossenen Ohrs ist deutlich.

37. Höre weitere Proben: Wenn der Sehsinn verschlossen wird, erscheint keine Gestalt. [Die anschließende Probe zum Geruch ist undeutlich.] Legst du Salz in den Mund, so löst es sich auf, und du erfährst den salzigen Geschmack. [Der Schluss behandelt die Wahrnehmung der Berührung, ist aber nicht zuverlässig übersetzbar.]

38. [Der Eingang über die besondere Ausrichtung des Denkens ist beschädigt.] Entschlossen im Geist, übe Pranayama: Erfasse Vasi und ziehe ihn ein. Sammle ihn tief an der Wurzel und verweile dort fest. Wenn du beharrlich dort bleibst, wird sich dir etwas offenbaren; steige dann weiter auf.

Anmerkung: Mehrere technische Wendungen bleiben unklar; dieser Vers ist nur teilweise übersetzt.

39. Steige auf und schaue, sagte mein Herr Kalanginathar, der mich geistig hervorgebracht hat. Reif und verständig zeigte er mir diesen Weg. Patanjali und Vyaghrapada erläuterten den Shiva-Yoga; auch die höchste Mutter lehrte eben dies. Ich schaute selbst, erfuhr die sechs Zustände und nahm es in die Siebentausend auf.

40. [Die Aussagen über die Silbe śi und den weiten Raum sind stark beschädigt; auch das Bild von den unzähligen Krähen im Meer bleibt unklar.] Halte das ganze Denken fest an der Wurzel und meditiere dort in innerer Sammlung.

Anmerkung: Nur die letzte Verszeile ist hinreichend verständlich übersetzt. Die übrigen Zeilen werden nicht durch eine freie Deutung ersetzt.

Klang, Licht und die Wohnstätte Brahmas

41. Sie meditieren, sammeln sich im Inneren und vollziehen die Verehrung. Im Ohr hören sie den Klang des Gongs und des Muschelhorns. Sie hören die Fußspangen und schauen den Tanz von Chidambaram. Sie kosten die Flut von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, ohne ihrer überdrüssig zu werden; die Göttin gewährt sie ihnen. Täglich binden sie den unsteten Geist fest an die Füße Shivas und der Göttin.

42. Sie legen dem Geist die Fessel der Sammlung an und werden freudig von Glückseligkeit erfüllt. Sie halten Vasi in der Atemruhe und bleiben ohne Abweichung standhaft. Mit festem, einspitzigem Geist suchen sie den großen Weg zum Ende des Klangs. Sie treten in den Dvadashanta ein und preisen das Göttliche am Ende der Offenbarung.

43. Nachdem du verehrend die Wurzelstätte überschritten hast, steige vier Fingerbreiten höher. Dort ist die Wohnstätte Brahmas, die Svadhishthana genannt wird. [Die Beschreibung der geometrischen Gestalt ist undeutlich.] Höre von den Buchstaben der sechs Blätter und von Brahma, der dort wohnt; in der Mitte steht die Keimsilbe [Lesung unsicher].

44. Die Silbe śa gehört Brahma; der Buchstabe va wird als Keim der Erde genannt. Die Silbe ya ist die Stätte des Zustandes jenseits des Vierten; dazu gehört der Rigveda. Sein Fahrzeug ist der Schwan, seine Farbe golden. Sein Wirken zeigt sich in diesen fünf: Haar, Knochen, Fleisch, Haut und Sehnen.

Anmerkung: Die Lautzeichen und ihre Zuordnungen werden nach dem vorliegenden Tamiltext wiedergegeben. Sie werden nicht an geläufige Sanskrit-Chakratabellen angepasst.

45. Wisse: An der Seite des goldfarbenen Brahma steht Vani. Er hat vier Gesichter und trägt Stab, Wassergefäß und Gebetskette. [Die nächste Wortgruppe mit Lotus und Kette ist undeutlich.] Seine Krone ist mit neun Edelsteinen geschmückt. Meditiere über ihn, richte Vasi aus und wiederhole das Mantra [dessen Bezeichnung hier nicht sicher lesbar ist].

46. Meditiere über Sarasvati und lenke den Atem. Höre, wie du Festigkeit erlangst: Mutter, du verleihst alle Künste und alles Wissen! Schatz des Erbarmens, du wohnst auf der Zunge. Wenn du dich entfernst, wird der Mensch unwissend; wenn du vor ihm stehst, wird er weise. Jungfräuliche Göttin, schenke deinen gnädigen Blick: Vollendung des Erlebens, der Alchemie, des Körpers und der Erkenntnis!

47. Meditiere beständig, richte Vasi aus und ziehe mit kam ein; verweile in Atemruhe. [Die Aussage über śa, gute und schlechte Taten ist beschädigt.] Es ist gut, in solcher Meditation zu bleiben. Verehre mit erlesenen Blüten; verlasse dann die Wohnstätte des Viergesichtigen und wende dich der Wohnstätte Vishnus zu.

Vishnu und Lakshmi: Sammlung im Manipura

48. Vishnus Wohnstätte liegt sechs Fingerbreiten höher und gleicht einer makellosen Mondsichel, einer umschlossenen Stätte mit zehn Blättern. Höre von ihrer großen Wirksamkeit. [Eine Zeile mit Personenbezeichnungen ist nicht zuverlässig lesbar.] Das Element ist Wasser; wisse, dass seine Keimsilbe vang lautet.

Anmerkung: Die Texterkennung wiederholt hier irrtümlich die Nummer 46. Die fortlaufende Zählung und der PDF-Text ergeben Vers 48.

49. Dies ist die Wohnstätte Manipuras, mein Sohn, und der Sitz des Vierten. [Die zugeordnete Veda-Bezeichnung ist undeutlich.] Ihre Farbe ist kristallklar; Lakshmi bleibt an seiner linken Seite. Dort sind die sechs Geschmacksarten zu finden sowie diese fünf: Wasser, Mark, Blut, Gehirn und Samen. Muschelhorn und Diskus sind seine Zeichen, Garuda sein Fahrzeug.

Anmerkung: Die stofflichen Zuordnungen stammen aus der historischen Körperlehre der Vorlage. Die Wasserzuordnung Manipuras weicht von vielen heute verbreiteten Darstellungen ab.

50. Verweile bei dem Herrn an Lakshmis Seite und halte Vasi mit dem Laut mang gesammelt. Wiederhole in Verehrung: Hari, Namo Narayana, und falte die Hände. Die Mutter, die die ganze Welt beschützt, lässt durch ihre verhüllende Kraft auch den Wirbel der Verblendung entstehen. Dies ist die Stätte all jener Verlockungen, das alte Haus, in dem der rauschende Atem wohnt.

51. Dies ist das Haus, in dem die verhüllende Kraft wohnt, das Haus, aus dem vielfältiger Genuss und Begehren hervorgehen. Hier steht der Geist verstört; hier hat sich die ganze Täuschung angesiedelt. Den Verstand verlierend und einer Frau nachjagend, irrt er wie in einem Gespenstertanz umher. [Die Aussage zur Unsterblichkeit ist undeutlich.] Begegne dem mit Vasi, den du unter deine Führung gebracht hast.

52. Bring die Blüte aus dem Mondkreis, die tausend Blätter trägt, als innere Gabe dar. Stelle dir mit Hingabe vielerlei Räucherwerk vor. Bitte um Gnade, damit du höhersteigen darfst, und darum, mit den acht Siddhis weitergesandt zu werden. Preise das Göttliche und bitte, dass die fünf Sinne nicht nach ihren Gegenständen fortlaufen.

53. Wenn Vishnu und Lakshmi darüber erfreut sind, gewähren sie Vollendung. Sie erklären den Nutzen des allmählichen Aufstiegs und die nötige Reife für die unterschiedlichen Verrichtungen. Sie lehren die Wahrheit des beständigen Yoga, durch den der Körper dem Tod entgehen soll. Damit du alle acht Glieder erkennst, machen sie jedes einzelne verständlich.

Shiva und Shakti im Anahata

54. Steige in deiner Erkenntnis acht Fingerbreiten höher und höre von der Wohnstätte Anahatas. Ein Dreieck liegt im umschließenden Kreis; es hat zwölf Blätter. [Die Buchstabenfolge der Blätter ist entstellt.] Die dort stehenden Silben gehören zu dieser Stätte; sie ist der Sitz des Tiefschlafzustandes.

Anmerkung: Die Nummer 54 und die folgende Nummer 55 wurden am PDF überprüft. Der Zustandsname am Schluss ist als Sushupti lesbar; die einzelnen Blattsilben bleiben ungesichert.

55. Dort hat die Silbe śi ihren Ort; das Element ist Feuer. Die Farbe ist kräftiges Rot, und der Keim des Feuers lautet ra. Das Licht gleicht unzähligen Sonnen. Rudra und Rudri stehen in der Mitte. Fragst du nach den ihnen zugeordneten Eigenschaften, so werden starkes Essen, Trägheit, Furcht und Schlaf genannt.

Anmerkung: Die OCR-Fassung hat hier fälschlich 95. Die Feuerzuordnung wird, wie im Text, bei Anahata belassen.

56. Schlafen, Erwachen und die sanfte Vereinigung mit einer Frau: [Die Aufzählung der fünf Freuden ist nicht vollständig eindeutig.] Diese Wirkungsweisen liegen in Shivas Hand. Erhaben ist der edelsteinbesetzte Thron; dort ist Uma-Shakti. Genannt werden eine Knochenkette, Antilope und Axt, das gestreifte Tigerfell, das Makara-Banner und sonnengleicher Glanz. Die Mutter trägt den Schlangensitz.

Anmerkung: Die Verteilung aller Attribute auf die beiden Gottheiten ist grammatisch nicht durchgehend eindeutig; die Übersetzung vermeidet eine nachträgliche ikonographische Neuordnung.

57. Meditiere so und sammle Vasi. In der Atemruhe sprich die mit Om beginnende Formel und Shivaya Nama. Sinne über Om nach und erhebe den Geist fest zu den Füßen der erhabenen Mutter. Ziehe die fünf Sinne behutsam zurück. Rufe: Mutter ohne Anfang und Ende, blicke gnädig auf mich und gewähre Gnade! Richte deinen Geist aufmerksam in das Licht.

Anmerkung: Die zwischen Om und Shivaya Nama stehende Silbenfolge ist in der Vorlage nicht eindeutig abzugrenzen. Sie wird im Mantraabschnitt dokumentiert, nicht zu einer vollständigen Sanskritformel ergänzt.

58. Nandi ist das strahlende Fahrzeug; diese Erscheinung steht mit dem Samaveda in Verbindung. Durch das Verlangen nach sinnlicher Lust entstehen Alter, graues Haar, Falten und Trübung der Augen; der Körper verfällt, der Samen wird verströmt und Erkenntnis wird im leeren Treiben vertan. Erkenne dieses ganze Spiel, halte den Atem gesammelt und bleibe auf dein Ziel ausgerichtet.

Anmerkung: Der Vers gibt die asketische Physiologie des Werkes wieder. Seine Behauptungen werden nicht als medizinische Tatsachen übernommen.

59. [Das einleitende Bild von Glanz und rechter Zeit bleibt unklar.] Binde den Geist an seine Füße und verweile wissend und unbewegt darin. Frage nach dem Weg des Aufstiegs und empfange die Kenntnis der vierundsechzig Siddhis. Erfrage die unterschiedlichen Arten der Alchemie und höre vom Weg zur Vollendung des Körpers.

Anmerkung: Die OCR-Fassung hat 99; im PDF ist die Nummer 59 eindeutig.

60. Tritt in den Mondkreis ein, nimm die Blüte und lege sie zu den göttlichen Füßen. Diene Shiva und Shakti mit unzerstreutem Geist. Bedenke das Mantra immer wieder und verbinde dich beständig mit Vasi. [Der Schluss über Beseitigung, reines Licht und Aufstieg ist teilweise beschädigt.] Empfange die Erlaubnis zum Weitergehen und steige auf.

Die Stätte der Kehle

61. Steige zwölf Fingerbreiten höher: Dort liegt die erhabene Stätte Vishuddhi. Sie hat eine sechseckige Gestalt in einem Ring und sechzehn Blätter. Auf den Blättern stehen die sechzehn Vokallaute, beginnend mit a, ā, i, ī, u, ū. [Die weitere Lautreihe ist in der Vorlage beschädigt.]

62. Setze die sechzehn Buchstaben ein; im Mittelpunkt des Sechsecks steht va. Dort stehen Maheshvara und Maheshvari. Dies ist die große Wohnstätte des Traumzustands. Ihr Element ist Luft; die gerühmte Keimsilbe lautet ang. [Die Veda-Zuordnung ist undeutlich.] Der bewegliche Geist eilt mit großer Schnelligkeit dahin.

63. Höre genau von ihren Wirkungsweisen: Gehen und Laufen, benommenes Liegen, aufrechtes Stehen und unerschütterliches Verweilen bilden fünf Zustände. Hinzu kommen Essen, das Hören von Melodien, aufwallender Zorn, Streit und das Zurückhalten des Ärgers. [Die abschließende Verbindung von Om und dem Öffnen des Mundes ist textlich unklar.]

64. Im Mund werden die sechs Geschmacksarten erfahren. [Der folgende Halbsatz ist unklar.] Dies ist ein Sitz des Höchsten, zugleich der höchsten Kraft. Nimm die Ausrichtung der fünf Sinne zurück und vereinige sie ohne Abweichung in den Vieren. Betrachte sämtliche Stützpunkte, mein Sohn, und fasse sie in diesen Vieren zusammen.

Anmerkung: Welche vier hier gemeint sind, lässt sich aus dem Vers allein nicht sicher bestimmen. Die Übersetzung ergänzt keine spekulative Zuordnung.

65. Wenn du sie in den Vieren gesammelt hast, richte dich mit sing aus und sprich das ursprüngliche Om Namashivaya. Führe Vasi durch den Eingang und halte ihn fest, damit er nicht fortläuft. In der sechzehnfachen Stätte wohnt die Lebenskraft. Wenn sie dort verweilt, verleiht sie die Fähigkeit, vortrefflich zu singen.

Anmerkung: Die genaue Bedeutung des Eingangs und der vier Orte bleibt im Wortlaut offen.

66. [Die erste Aussage über Aufnahme und eine Dauer von acht Tagen ist nicht eindeutig.] Während das Leben sich nach außen richtet und die Zunge ihre Kraft verliert, nimmt die Lebenskraft wie der Mond ab. Graues Haar, Falten und Sterben treten ein, doch die Menschen bemerken das Schwinden der Lebenskraft nicht. Der Klang ist in der Kehle zu finden: So wirkt die verhüllende Kraft.

67. Verweile im Haus der Luft und halte inne; binde die Mutter dort durch deine Sammlung. Verehre ihre Füße mit der Blüte aus dem Mondkreis und sammle Vasi. Bitte: Gewähre mir den Weg nach oben! Preise das reine Bewusstsein und erfrage den Weg zu alchemistischer Vollendung, Yoga-Vollendung und den großen Siddhis.

68. Bedenke auf diesem Weg immer wieder das Mantra und führe Vasi beständig, ohne ihn zu vergessen. Wenn du mit vang in der Atemruhe verweilst, freuen sich Mutter und Herr. Sie erklären den Weg der Alchemie und die richtige Reihenfolge des Aufstiegs. Verlasse die Wohnstätte Maheshvaras und steige elf Fingerbreiten höher.

Manonmani und das Zentrum zwischen den Augenbrauen

69. Steige zur Mitte zwischen den beiden Augenbrauen auf: Dort steht eine Gestalt wie ein großes Ei, eine runde Wohnstätte mit einem Ring und zwei Blättern. [Die beiden Blattsilben sind undeutlich.] In der Mitte steht ang, der Keim des Raumelements. Dort wohnen Manonmani und Sadashiva; diese Stätte gehört zum Wachzustand.

70. Die Farbe dieser Stätte gleicht einer Wolke. Ihren Wirkungsweisen werden Begehren, Zorn, Gier, Verblendung, Hochmut und Neid zugeordnet. Der Viergesichtige, Vishnu, Shiva und Maheshvara halten Wache. Sadashiva ist ihr Heerführer. Wenn du diesen Anführer erkennst, erschließt sich dir das Ganze.

Anmerkung: Der Vers spricht von fünf, nennt aber dem Wortlaut nach sechs Eigenschaften. Diese Unstimmigkeit wird nicht durch Weglassen eines Begriffs geglättet.

71. Wenn du den Anführer erkennst, verschwinden die Zweifel, und du legst das Gewand der Vorstellungen und Gegenvorstellungen ab. Er führt dich zur Mutter und zeigt dir das Wesen von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit. Mit dieser Schau werden die Siddhis zugänglich. [Die folgende Aussage über Farben ist beschädigt.] In den einundfünfzig wirst du ihn nicht einfach finden; richte Vasi gesammelt aus.

Anmerkung: Einundfünfzig dürfte auf Buchstaben verweisen; diese Deutung ist nicht in die Übersetzung aufgenommen, da der Vers sie nicht ausdrücklich nennt.

72. Verweile wach in Ajna und rufe Manonmani an. Höre das Mantra, das ausgesprochen werden soll: [Die mehrgliedrige Silbenfolge ist in der Vorlage entstellt und wird hier nicht rekonstruiert.] Sprich die aus drei Abschnitten bestehende fünfzehnsilbige Vidya; wiederhole sie entschlossen und bringe sie zur Wirksamkeit.

Anmerkung: Der Text nennt eine dreiteilige Fünfzehnerformel, die an die Panchadashi-Vidya erinnert. Die vorliegende Lesung reicht nicht aus, eine bestimmte vollständige Mantrafassung zu drucken.

73. Wenn du die Füße der Mutter erblickst, [folgt eine teilweise unleserliche Aussage über das Zusammenkommen der Kräfte]. Die Vollkommenheiten am Ende des inneren Klangs werden in einem Augenblick zugänglich. Du kannst in die Höhlung eintreten und den schrecklichen Feuerstrom überschreiten. Du kannst das Stützpunktlose erkennen. [Der letzte Halbsatz ist nicht sicher verständlich.]

74. Bei dieser Sammlung kommen die fünf Sinne zur Ruhe. Krankheit, Alter, graues Haar und Falten weichen; die Vollendung des Körpers und der Alchemie wird sichtbar. [Die Aussage über das Leben im Augenblick eines Lidschlags ist beschädigt.] Verweile wach und schaue den Tanz der Mutter und des Vaters. Charya, Kriya, Yoga und die mit ihnen verbundene Erkenntnis werden in dir eins.

Anmerkung: Die Versprechen körperlicher Verwandlung sind als Aussagen des Werkes zu lesen. Charya ist der Weg des Dienens, Kriya der rituellen Verehrung, Yoga der Sammlung und Jnana der Erkenntnis.

75. Überschreite die Stätte Manonmanis und höre von dem Ort acht Fingerbreiten darüber: Betrachte die erhabene Stätte des Gurus mit ihren tausendundacht [Blättern; die nähere Bezeichnung ist undeutlich]. In ihrer Mitte ist ein Fünfeck. Dort stehen die drei Laute [die überlieferte Reihe ist fehlerhaft] zusammen mit Nada und Bindu als fünf Bestandteile.

Anmerkung: Die erwartbare Deutung als a, u und m wird nicht als gesicherte Lesung ausgegeben. Nada bedeutet hier Klang, Bindu Punkt beziehungsweise Keim.

76. Sieh: In der Mitte erhebt sich u als reines Licht, als Gestalt des unvergleichlichen Makellosen. Richte Vasi hinein und halte ihn fest, ohne ihn fortlaufen zu lassen. Das unstete Werden endet, und du gehst in die Fülle ein. Der ursprüngliche Sinn des Vedanta lässt sich nicht einfach von irgendjemandem erkennen.

77. Der schwer zu erkennende Ort heißt Brahmarandhra; seine Farbe wird als kristallklar bezeichnet. [Es folgt eine beschädigte Gayatri-Anrufung.] Ewig und rein, vollkommen, Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, fleckenlos: So wird das Göttliche darin angerufen. [Die übrige Formel lässt sich nicht zuverlässig übersetzen.]

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet erneut 71; im PDF steht 77. Erkennbare Wörter innerhalb einer beschädigten Formel sind keine gesicherte vollständige Mantraüberlieferung.

78. Wiederhole die klare Gayatri, die aus vierundzwanzig besteht. Halte Vasi gesammelt und lass den Geist nicht auf seinen gewohnten Wegen fortlaufen. Verweile in Atemruhe und wiederhole die Gayatri, deren Wesen reines Bewusstsein ist. Dann gehst du in der geburtslosen Fülle auf: Dort gibt es weder Kommen noch Gehen; das Wirkliche ist da.

Der weitere Aufstieg

79. Steige zum Dvadashanta auf und betrachte die elf Einteilungen. Im gnadenreichen Unmani sind acht Kräfte; Para ist eine weitere, und Param eine weitere. Ich habe von den elf gesprochen. Der Grund ist schwer auszudrücken; ich, dein Diener, habe ihn nicht gesehen. Nandi hat ihn in seinen Siebentausend dargelegt; ich habe ihn nicht gesehen.

Anmerkung: Die im Wortlaut erkennbare Aufzählung erklärt die Zahl elf nicht vollständig. Unmani bezeichnet einen Zustand jenseits gewöhnlichen Denkens; die Zählung bleibt ungeglättet.

80. Die zuvor ungesehenen Wege werden sichtbar. [Die folgende technische Anweisung ist undeutlich.] Im Bereich des Hinterkopfs werden Shiva und Rudra geschaut. Blicke aufmerksam auf die Gestalt der Kundalini; die elf erscheinen als eines. Wenn du die Mitte betrachtest, weicht der Todesherr zurück.

Anmerkung: Die Orts- und Bewegungsangaben dieses Verses sind nur teilweise gesichert.

81. Wenn du dich mit dem weit strömenden Vasi vertraut machst, erschließt sich, was die Schrift sagt. [Die Aussagen über Gayatri, Reifung und eine Kokosnuss bilden einen beschädigten Vergleich.] Wenn du die große Yoga-Vollendung schaust, betrachte den Ursprung des Höchsten und höre vom Verfahren des darin wohnenden Vasi.

82. Höre: Richte an der Wurzel die Silbe va nach unten aus und führe mit śi die Ausatmung, ohne sie abirren zu lassen. Atme aus und ein und schaue: In der reinen Kundalini ist Nandi gegenwärtig. Nandi kommt und spricht; er offenbart die acht großen Siddhis und Erkenntnis. Richte Vasi täglich aus und erkenne die Mantrasilbe ma.

Anmerkung: Die genaue Verbindung von Lauten und Atembewegungen ist stellenweise sprachlich unsicher. Die historische Anweisung ist keine eigenständig ausführbare Übungsbeschreibung.

83. Nachdem du die Wurzel überschritten hast, führe die Sammlung zur guten Wohnstätte Brahmas. Richte va dorthin und vollziehe mit der leuchtenden Silbe śi die innere Ausatmung. Frühere Geburten können enden, wenn der Viergesichtige geschaut wird. Überschreite Brahmas Wohnstätte und verweile im Mondbereich, in dem Vishnu wohnt.

84. Nimm va mit der inneren Einatmung auf und atme mit śi nach innen aus. Alles Grauwerden weicht, und der Mensch wird wieder wie ein Sechzehnjähriger. Gehe weiter zur Wohnstätte Rudras und richte den bewussten Vasi dorthin. Wenn du mit śi die innere Ausatmung vollziehst, gewinnt der Körper rötlichen Glanz und Vollendung.

Anmerkung: Innere Ein- und Ausatmung sind technische Ausdrücke der Vorlage. Das Verjüngungsversprechen wird nicht als nachgewiesene Wirkung übernommen.

85. Überschreite die Wohnstätte Rudras und tritt in die klare Wohnstätte Maheshas ein. Ziehe va unbewegt ein und vollziehe darin mit śi die innere Ausatmung. Du wirst wie ein kleines Kind; die Welt und der Körper werden so überschaubar wie eine Amla-Frucht in der Hand. Erprobe den Shiva-Yoga; auch die Kulikai werden rasch zugänglich.

Anmerkung: Die OCR-Zahl ist 65; die Stelle gehört in der fortlaufenden Zählung zu Vers 85. Der Vergleich mit der Frucht bezeichnet unmittelbare Anschaulichkeit, nicht eine Verkleinerung des Körpers.

86. Überschreite Maheshvaras Wohnstätte und fasse Fuß an Sadashivas Ort. Richte die große Silbe śi aus; [die folgende Aussage ist beschädigt]. Betrachte mit beständigem Vasi die Füße der Mutter Manonmani. Das Stützpunktlose der wahren Erkenntnis öffnet sich; der wirksame Vasi und du selbst werden eins.

87. Wenn du an der Stätte des Gurus verweilst und den beständigen Shiva-Yoga mit Vasi übst, offenbaren sich die mütterliche Fülle und die gesamte Schau. Dies ist der Weg von va und śi. [Die technische Aussage über das Festhalten der Kraft ist undeutlich.] Betrachte ihn mit klarem Geist: Große Vollendung zeigt sich, und die erhabene Fülle bleibt bestehen.

Begegnungen mit Siddhas und ihren Schriften

88. Als Siddha sprang ich in eine Weltensphäre. Nandi hatte mir die Vollkommenheit dieser klaren Welt erklärt. Ich näherte mich ehrfürchtig mit gefalteten Händen. [Die Beschreibung der folgenden Ebenen und der angenommenen Gestalt ist beschädigt.] Die Kraft bindend, trat ich in eine Sphäre flammenden Lichts ein.

89. Ich trat ein und sah Yogis in vollkommener gedankenfreier Versenkung, unzählige Siddhas in ihren verschiedenen Gruppen. Unermüdlich schaute ich. Sie fragten mich, seit wann ich Vollendung erlangt habe. Ich antwortete: [Die Zeitangabe beziehungsweise das Bild meiner Antwort ist undeutlich.] Sie hießen mich die Stätte der Vollendung betrachten. Danach trat ich in eine weitere Sphäre ein und faltete vor den großen Siddhas die Hände.

90. Mit gefalteten Händen näherte ich mich einer Gestalt, die wie ein feststehendes Bild erschien. Ich streckte die Hand aus, doch sie traf auf keinen Widerstand. [Die folgende Beschreibung einer langgestreckten Gestalt ist undeutlich.] Ehrfürchtig und erschrocken umrundete ich sie. Ich sprang in eine weitere Ebene, stieg hinauf und ging weiter. Nachdem ich die Weltensphären erkundet hatte, sprang ich rasch in eine andere.

91. Ich sprang hinein und schaute: Unzählige Siddhas lasen dort. [Ihre erste Äußerung ist undeutlich.] Ich verneigte mich vor ihren Füßen und fragte. Sie sprachen von den siebenhunderttausend Lehreinheiten, die von Shiva und der Mutter verkündet worden seien und die sie vollständig erkundet hätten. Ich fragte: Dieses Werk ist so umfangreich – warum wurde es nicht verkürzt?

92. Auf meine Frage antworteten die Siddhas: Selbst Shiva vermag dieses Werk nicht einfach zu verkürzen. Lässt sich die Größe einer solchen Schrift überhaupt zusammendrängen? Sie betrachteten die von den Siddhas verkündeten Wege und die Gesamtheit ihrer Sammlungen. Die Eigenart der siebenhunderttausend Lehreinheiten wurde in den Blättern festgehalten wie eine dauerhaft eingemeißelte Inschrift.

Anmerkung: Die genaue Konstruktion des letzten Vergleichs ist unsicher; die Spannung zum folgenden Bericht einer Kürzung bleibt erhalten.

93. Sie fassten die ganze Beschaffenheit der siebenhunderttausend in leicht zugänglichen siebentausend zusammen. Wo liegt dieses Werk?, wurde gefragt. In südlicher Richtung, in der hundertsechzigsten Halle, haben es die Siddhas niedergelegt. Sie baten: Erkläre uns gnädig, welchen grundlegenden Sinn die beschriebenen Blätter enthalten.

94. Können wir alle Früchte des Werkes aufzählen, das wir lesen? [Es folgen beschädigte Fachausdrücke sowie die Angabe von sechzehn Gliedern.] Die vierundsechzig Siddhis werden ihrem jeweiligen Wesen entsprechend dargelegt. Verweile ohne Stocken im Shiva-Yoga und schaue die große Fülle.

Anmerkung: Der mittlere Teil des Verses ist nicht hinreichend zuverlässig verständlich.

95. In der Einheit mit der Fülle zeigt sich die geliebte wahre Gestalt: ein Schlafen ohne Schlaf. [Die folgende Frage nach einem Namen ist undeutlich.] Nandi, der ursächliche Guru des Vasi, zeigt das Werk und gibt es auch den Siddhas. Was Tirumular verkündet hat, nennen sie fest und zuverlässig.

Anmerkung: Schlafen ohne Schlaf ist hier eine Beschreibung gesammelter Bewusstheit, keine Aufforderung zu Schlafentzug.

96. Sage, was in diesem verlässlichen Werk gelehrt wird: die Verfahren des Bindens [mit mehreren nicht gesichert lesbaren Fachbezeichnungen], wirksame Grundsubstanzen und rote Präparate; Salze, Essenzen und Kupfer; die besondere Kulikai und rote Flüssigkeiten; [weitere unklare Stoff- und Verfahrensnamen]; schließlich die mächtigen pflanzlichen Heilmittel.

Anmerkung: Die pharmazeutisch-alchemistische Aufzählung ist nur teilweise übersetzbar. Unklare Namen werden weder als bekannte Chemikalien ausgegeben noch frei ergänzt.

97. Siebzehn Arten von Heilmitteln und ihre Verfahren werden in den Achttausend dargelegt. Mein Ahne sprach davon, den Inhalt der siebenhunderttausend Lehreinheiten zu Achttausend zu verdichten. Aus den Achttausend machte er danach Fünftausend; dann sprach er von Dreitausend und Tausend, von Dreihundert und Dreiunddreißig.

Anmerkung: Die Zahlen bezeichnen im Text aufeinanderfolgende Zusammenfassungen beziehungsweise Werktitel. Ein historisch gesicherter Bücherkatalog wird daraus nicht abgeleitet.

98. In jenen sieben Werken wurde der ganze Inhalt der siebenhunderttausend Lehreinheiten verdichtet wie eingekochter Zuckerrohrsaft. Ihr wesentlicher Gehalt wurde so verkündet, wie er erkannt worden war. Mein Vater Kalanginathar prüfte alle Schriften und legte fünf umfassende Teile dar. Ich durchwanderte tausendundacht Weltensphären.

99. Ich durchwanderte die hundertsechzigste Sphäre und untersuchte die Lehrschrift des Herrn Nandi. Ich prüfte mein Werk zusammen mit dem des Ahnen und pries den Herrn mit den Worten der Offenbarung. Mit gesammeltem Geist studierte ich Kalangis Werk und die Schriften der vier Weisen um Sanaka. Ich erforschte die Schriften der Rishis und Siddhas und legte sie in aller Offenheit dar.

100. Ich legte sie dar und sprach gedrängt in sieben Teilen. Zur Klarlegung verfasste ich ein Wörterverzeichnis. Ich verkündete etwas über siebenhundert Lehrsätze und ein schwer darzulegendes Verzeichnis von siebzehnhundert. Ich erklärte, was dem Yoga Festigkeit gibt, und den Weg der gebundenen Aufmerksamkeit. Ich verkündete die Kraft des Mantras: Dieser beständige Weg ist der Vasi-Yoga.

Anmerkung: Die Aussage über Lehrsätze und Verzeichnis wird als Selbstauskunft des Textes wiedergegeben; die genaue Beziehung dieser Werke zum vorliegenden Sapta Kandam bleibt offen.

Vasi und die Erfahrung der Fülle

Swami Sivananda am Ganges. Als heutige Leseanregung lässt sich das Studium mit regelmäßigem Üben verbinden; das Foto zeigt keine Person aus Bogars Erzählung.

101. Festige deinen Körper und richte Vasi gesammelt auf seinen Ort aus. Wenn dies zu jeder Zeit zur Gewohnheit geworden ist und du es prüfend gemeistert hast, wird der Körper emporgehoben. Solange Klarheit fehlt, stellt sich keine Vollendung ein. Wer Vasi nicht ausrichtet, dem nähert sich die Fülle nicht; sie offenbart sich ihm nicht.

Anmerkung: Das Emporgehobenwerden gehört zu den Siddhi-Aussagen der Vorlage.

102. Rufe den nach außen gegangenen Vasi zurück und bringe ihn im Haus des Körpers an seine jeweiligen Orte. Wenn du ihn gesammelt hältst und darin Vollendung erlangst, werden der gemeisterte Vasi und der Herr eins. Es gibt keine Siddhi, die Vasi gleicht; auch Shiva ist in diesem einen Vasi. Als Licht gewinnt Vasi das Leben zurück: Dies ist die Wahrheit des beständigen Shiva-Yoga.

103. Welche Siddhi in der Welt wäre damit zu vergleichen? Edler, keine andere ist ihr gleich. Selbst wenn man über viele tausend Zeiten hin sucht, findet man nichts Entsprechendes. Der erhabene Vasi ist das feine Geheimnis dort, wo die Offenbarung ihr Ende findet. Siddhas, Rishis und Yogis: Betrachtet aufmerksam, dass keine Vollendung Vasi gleicht.

104. [Der Eingang über das Schauen des Feinen ist undeutlich.] Wenn du träge stehenbleibst, wird das Leben vertan. Gibst du Vasi auf, versinkst du im Wachzustand des gebundenen Daseins. Um dies zu überwinden, halte Vasi gesammelt und schaue. Er wird als festes, strahlendes Licht erscheinen.

Anmerkung: Eine weitere Aussage im ersten Teil ist textlich nicht gesichert und bleibt unübersetzt.

105. Der Zugang zum Höchsten ist das Auge. Ihr sagt, er sei schwer zu schauen und entziehe sich dem Blick. Der Weg zum Höchsten verlangt, die beiden Augen geübt auf die Nasenspitze auszurichten. [Die folgende Verknüpfung von unbewegter Sammlung und Zunge ist beschädigt.] Die Mutter Manonmani wird zum hellen Tag, einem Glanz wie unzählige Sonnen.

106. Unvergleichlich, unvergleichlich ist diese Fülle! Sie ist wahr und kein Traum, wenn du in sie eingehst. Makellos und uferlos steht sie als Licht und erwachtes Bewusstsein da. [Die Aussage über die weibliche Gestalt ist nicht eindeutig.] Das Eigenschaftslose ist Schweigen. In schweigender Versenkung wird durch den Weg an der Nasenspitze Befreiung erlangt.

Anmerkung: Die nähere Bestimmung der Befreiung im letzten Wort bleibt unsicher.

107. Wenn Befreiung da ist: Was bedeutet es dann, im Wald zu leben oder mitten im Land zu wohnen? Was bedeuten Geben und Ansehen, Sterben und Leben, wenn Friede eingekehrt ist? Was sind Himmel, Weltensphäre und Meer? [Die Verbindung zur folgenden Aussage des Geistes ist undeutlich.] Alles Gesehene wird als unwirklich bezeichnet, wenn die Bindung daran zerbrochen ist.

Anmerkung: Der Vers wird als Aussage über die Sicht der Befreiung verstanden; einzelne Wendungen bleiben mehrdeutig.

108. Wie kommt es, dass all das mit eigenen Augen Gesehene wieder ungesehen verschwindet? Wer mit Liebe Vasi zu den Füßen des Herrn richtet und unbewegt bleibt, wird schauen. Der sonst unsichtbare Tanz wird erfahrbar, und Nada offenbart sich. Dort endet die Offenbarung: Das Erwachen ist reines Bewusstsein.

Anmerkung: Die Texterkennung wiederholt die Nummer 106; im PDF-Text steht an dieser Stelle 108. Einzelheiten der mittleren Zeilen bleiben unsicher.

109. Ist es so leicht, dieses Erwachen zu schauen? Tritt ein, richte Vasi aus und bleibe fest. Verweile schweigend. [Mehrere Worte über die aufeinanderfolgende Übung sind beschädigt.] Halte dich an die rechte Ordnung der Sadhana, ohne abzuweichen. Durch dein eigenes Üben wird sich der Weg öffnen: Überschreite die drei Leeren bis zum Ende.

Anmerkung: Die genaue Beziehung einer eingeschobenen Nandi-Anrufung zum Satz ist unklar.

110. Am Ende, mein Sohn, gibt es für dich keinen gesonderten Alchemisten und kein gesondertes Höchstes mehr. [Ein Halbsatz ist beschädigt.] Nichts Zweites bleibt; man nennt es das Eine, und es hat keine Grenze. Höre den verkündeten feinen Weg. [Die abschließenden technischen Aussagen sind nicht zuverlässig lesbar.] Erkennen können ihn diejenigen, die den Sinn erfassen und die Übung vollbringen.

Erkenntnis und unveränderliche Gnade

111. Die Fähigen werden schauen. Ist Erkenntnis denn für alle ohne Weiteres zu erlangen? Viele mühen sich in Täuschung ab. Überschreite behutsam die Brücke, dünn wie ein Haar; zermalme die eingeprägten Neigungen und mache den beständigen Vasi zu deiner Übung. Gehe auf dem Weg über die sechs Stätten hinaus; dann vergeht das affengleiche Treiben.

Anmerkung: Einzelne Formulierungen im Eingang sind undeutlich; das Bild der Haarbrücke und das Überwinden der Neigungen sind klar erkennbar.

112. Wenn die fünf Sinne in ihrem affengleichen Treiben zur Ruhe gekommen sind, erscheint das Makellose im Glanz unzähliger Sonnen. Schaue die Weite jenseits aller Grenzen. Die große Leere hat keine Grenze und kein Ende. Das Licht endet nicht; es hat keinen Grund, den du erreichen könntest. Lass deinen Geist darin aufgehen: Der Geist selbst gelangt über den großen Weg in diese ganze Herrlichkeit.

113. Der Geist verstrickt sich in Täuschung, wird verwirrt und irrt umher, ohne das Ziel zu erreichen. Die Siddhas aber haben den Geist im Erwachen versenkt und leben in unveränderlichem Erbarmen. Durch die Gnade, die den Geist beherrscht, wird Erkenntnis möglich. Ist dies leicht? Sage es mir. Durch diese unvergängliche Gnade wird die Vollendung wahrer Erkenntnis geschenkt.

114. In unveränderlicher Gnade stehend, durchschauten sie das Spiel der erstaunlichen Künste. Im schweigenden Yoga erlangten sie Klarheit; [die weitere Aussage über Alchemie ist nicht eindeutig]. Für die Großen gibt es nichts anderes: Der mit śi verbundene Vasi gehorcht ihnen. [Die Verbindung von Geist und Sprache ist undeutlich.] Schwer auszusprechen ist ihre Erforschung und ihr festes Verweilen im Brahman.

115. Der Vedanta spricht von der Erforschung Brahmans; die heiligen Offenbarungsschriften sprechen davon. Die Achtzehn und die vierundsechzig Künste sprechen davon; auch die sechsundneunzig führen auf diese Erforschung hin. Die übrige Erkenntnis pflegt ebenfalls die Erforschung Brahmans. Menschen, die nicht einmal ihren Namen verstehen, versinken in der gespenstischen Täuschung.

Anmerkung: Die Achtzehn und die Sechsundneunzig werden im Vers nicht weiter aufgeschlüsselt. Vermutete Listen werden nicht ergänzt.

116. Die Menschen versinken im Ich-Dünkel; wer ihn nicht entwurzelt, wird nicht erkennen. Die schweigenden Weisen, die sich um Vasi bemühen, schauen die makellose Erforschung Brahmans. Für die Großen, die Vasi gemeistert haben, gibt es weder Geburt noch Tod. Die Vollendung des Körpers, des Yoga und der Alchemie erhebt sich in ihnen.

117. Wer einen vollendeten Siddha oder Alchemisten verächtlich schmäht, ohne ihn erkannt zu haben, fällt in unzählige Tode, leidet Hunger und Armut und irrt verzweifelt umher. Höre von Hölle und Himmel: Eine Geburt als winziger Wurm im Kot wird als Hölle bezeichnet.

Anmerkung: Die Drohung gehört zur polemischen Sprache des Werkes. Der Vers ist an mehreren Stellen beschädigt; die verständliche Kernaussage bleibt erhalten.

118. Aus dem Zorn des Ich-Sinns entstehen viele weitere Geburten. Hinter diesen immer neuen Geburten steht der verwirrende Zorn als schwere Verfehlung. Was aber ist der Weg zum Himmel? Als Mensch geboren zu werden und, wenn die Folgen früherer Taten abnehmen, das Höchste erfahren zu dürfen: Das ist der Himmel auf Erden.

Anmerkung: Die genaue grammatische Beziehung zwischen früheren Taten und ihrer Abnahme ist nicht völlig eindeutig.

119. Betrachte die Heilkraft der Fülle: Der Körper erscheint wie eine frische Flamme. [Die nächste Zeile über Festigkeit und Wahrheit ist beschädigt.] Wenn Geist und Vasi eins werden, zeigt sich die unaussprechliche Fülle unmittelbar. Die Täuschung versinkt, und das gute, makellose Leuchten gleicht dem Kampferlicht.

120. Wie eine Kampferlampe wird es zum Licht. Die mächtige Fülle ruft: Komm! Vasi wird dem Kampfer gleich; vielfältige Leiden und Verfehlungen schwinden. Der Körper wird als unvergänglich beschrieben; in jener Sphäre gibt es keine große Täuschung mehr. Dort ist inniger Umgang mit den Siddhas möglich: So ist es wahrhaftig.

Anmerkung: Das Unvergänglichkeitsversprechen bleibt als Textaussage kenntlich und wird nicht als körperliche Garantie verstanden.

Die Voraussetzungen der Unterweisung

121. Yoga wird bei Menschen ohne sittliche Reife nicht fruchtbar: bei denen, die zornig werden und Schlechtes tun, bei einem Menschen, der tötet; bei einem von Begehren und Verblendung beherrschten Toren; bei Lügnern, Hochmütigen und Trägen. [Einige weitere Bezeichnungen der Aufzählung sind unleserlich.]

122. Auch bei dem nicht, der einer Frau begehrlich nachläuft und die Grenze rechten Handelns überschreitet; bei dem Trägen, der in Kummer und Launen lebt; bei dem, der Ältere, Vater und Mutter ohne Scheu beschimpft; beim leeren Prahler, beim Böswilligen und Gewalttätigen und bei dem, der seinen Guru verrät. [Einzelne Schimpfwörter sind nicht sicher lesbar.]

123. Ebenso beim ungezügelten Begehrenden, beim Aufbrausenden und beim Menschen, den der Text als unrein und als Chandala beschimpft; bei dem, der über das Gewand eines Shiva-Verehrers spottet; beim Lügner und streitsüchtigen Alchemisten; bei dem, der gierig Fleisch verzehrt und sich dem Alkohol hingibt. Für solche Menschen bleibt Yoga ohne Frucht.

Anmerkung: Mehrere beleidigende Ausdrücke sind nicht sicher lesbar. Chandala ist eine historisch sozial ausgrenzende Bezeichnung; sie wird hier als Wortgebrauch des Textes dokumentiert und nicht als gültige Einteilung von Menschen übernommen.

124. Wer solchen Menschen die Unterweisung weitergibt, lädt Verfehlung auf sich und wird, so sagt der Text, in die Hölle fallen. [Die folgende Aussage zu Opfer und Verehrung ist beschädigt.] Die Verfahren des Karpam sollen ihnen nicht eröffnet werden; halte Abstand. Auch das Wissen der Schrift soll ihnen nicht enthüllt werden. Wer es dennoch vermittelt, wird nach dieser Warnung leiden.

Anmerkung: Dies ist eine historische Vorschrift zur Beschränkung der Weitergabe, keine redaktionelle Aufforderung zu sozialer Ausgrenzung.

125. Wem soll man die Lehre geben? Menschen, die als Brahmacharis dem Ende des Klangs und dem Vedanta zugewandt sind; großen Shiva-Yogis, die den Weg zum Herrn gehen; Menschen reinen Bewusstseins, reiner Rede und klaren Denkens; denen, die Dharma ausüben und nicht nach der treuen Partnerin eines anderen verlangen. [Einzelne Bezeichnungen in der Aufzählung sind undeutlich.]

126. Menschen, die Vater und Mutter ehren; die jene beschützen, die bei ihnen Zuflucht suchen; die alle Lebewesen wie ihr eigenes Leben betrachten und ihnen mit Mitgefühl begegnen; die ihre Grenzen nicht verletzen und niemanden herabsetzen; den Großen, die mit Vasi vertraut sind und auf dem Weg der Shakti stehen: Ihnen, die darin aufgehen wie Salz im Wasser, darf man alles lehren.

Anmerkung: Weg der Shakti gibt hier den mehrdeutigen Ausdruck vamam wieder. Gemeint sein kann eine auf die weibliche Kraft bezogene tantrische Richtung; eine bestimmte rituelle Ausführung wird nicht vorausgesetzt.

127. Unterweise den Schüler, zeige ihm den Sinn des Erlebens und erkläre die Bedeutung der großen Erkenntnis. Wenn er sich gesammelt darauf einlässt, wird er darin gedeihen; andernfalls bleibt er verwirrt. Prüfe ihn, unterweise ihn in den vier Arten des Karpam und erkläre das feine Geheimnis der Alchemie. Zeige es praktisch mit Gnade und Verständnis und führe ihn in die Bereitung einer Kulikai ein.

Anmerkung: Die vier Arten des Karpam werden hier nicht näher bezeichnet. Der genaue Wortlaut der Schülerprüfung ist teilweise unsicher.

128. Zeige ihm das bleibende Ziel und lass ihn die unverlierbare Fülle erfahren. [Die technischen Anweisungen der mittleren Zeilen, darunter eine Achtzahl und die Kehle, sind stark entstellt.] Für den Yogi liegt der Weg in ihm selbst; dies ist die Stätte der erwachenden Erkenntnis.

Anmerkung: Nur Eingang und Schluss sind hinreichend verständlich; der Mittelteil bleibt ausdrücklich unübersetzt.

Lebenskraft, innerer Körper und Aufstieg

129. Höre, wie es den Menschen in der Welt ergeht: Das Leben bewegt sich in Schlaf, hastigem Laufen, geschlechtlicher Vereinigung, Gähnen und Seufzen. [Die zugehörigen Zahlenangaben sind undeutlich.] Die Bestandteile des feinen Körpers werden dabei genannt. Tag für Tag werden sie aufgezehrt; schließlich gelangt der Mensch zur Wohnstätte Yamas.

Anmerkung: Die historische Vorstellung eines Verbrauchs von Lebenskraft wird als Lehre des Textes wiedergegeben. Die Zahlen werden nicht spekulativ rekonstruiert.

130. [Der erste Halbsatz beschreibt das Eilen zu Yama.] Wenn du den guten Vasi ganz nach innen ziehst, siehst du den heiligen Tanz und seine Halle. Liegt die Richtung dieses Tanzes oben oder unten? Richte dich auf Muladhara aus, durchdringe die sechs Stätten und verbinde dich mit dem inneren Wirbel. Tritt in den Schädelraum ein und verweile an der Stätte des Gurus: Dort hat der Kreis tausendundacht Blätter.

131. [Der Eingang über den dunklen Kreis und seine Wendung ist beschädigt.] Der in eigener Erfahrung erkannte Yoga wird sichtbar. Überschreite den Schädelraum und erreiche strahlengleich den Dvadashanta. [Es folgt eine unklare Beschreibung weiterer innerer Räume und dunkler Glut.] All dies wird zur Schau; steige auf und erkenne.

132. [Die erste technische Aussage über Augen und Nase ist nicht eindeutig.] Steige mit Vasi und dem Geist auf. In der Leere erscheint die Fülle als Licht unzähliger Sonnen. Im Glanz der Flamme werden alle Richtungen sichtbar. [Ein Bild von einer Girlande und vier Kräften ist beschädigt.] Durch den beschriebenen Yoga wird das jenseits aller Gestalt liegende Wirkliche als Ursprung erkannt.

133. Sieh: Der Ursprung wird zur offenen Weite und zur himmlischen Freude. [Die nächste Aussage über den Mond ist undeutlich.] Überschreite die drei Leeren und schaue das Feuer; es wird zur höchsten Weite. [Die Aussage über das weitere Aufsteigen ist unsicher.] Lobpreisend schaute ich die Fülle, die mit Manonmani verbunden ist.

Anmerkung: Mehrere Satzanschlüsse dieses Verses sind beschädigt; die Übersetzung bewahrt nur die erkennbaren Aussagen.

134. Lenke den Geist in die erkannte Sushumna. Schließe die Augen und richte den inneren Blick auf beide Augen. Plötzlich erscheint die vorgestellte Gestalt; die höchste Mutter schenkt ein Pferd. Wenn du es besteigst, zeigt es die unbegrenzte Weite und führt dich in gefestigtes Erwachen. Es zeigt dir den Zugang zum Höchsten, und Mutter Manonmani ruft: Komm!

135. Der grobe Körper gehört zum Wirkungsbereich Brahmas; die darin verborgen stehende Kraft zu Vishnu. Höre vom Puriyashtam, dem großen feinen Körper darin. [Die nächste Zuordnung Shivas ist beschädigt.] Darüber liegt die Stätte Maheshvaras. Sadashiva wird mit ya bezeichnet; oberhalb davon befindet sich Bindu.

136. Über Bindu steht Nada, darüber Shakti. Über ihr steht Shiva; [seine nähere Bezeichnung ist undeutlich]. Darüber liegt Para. Sieh: Diese Acht bilden das Puriyashtam. Durch dieses Achtfache geschehen Geburt und Tod. Dies ist der Weg des Puriyashtam.

Anmerkung: Die Zählung nimmt die vorangehenden Zuordnungen auf, ist aber nicht widerspruchsfrei aufzulösen. Sie wird nicht durch eine andere, geläufige Definition des achtgliedrigen subtilen Körpers ersetzt.

137. Das Puriyashtam ist ein unaufhörlicher Tanz; es nimmt unzählige Geburten an und tanzt. In sieben Arten von Erscheinung entfaltet es sich überall und wird zum Universum. Schaue den göttlichen Tanz dieses Puriyashtam und erkenne seinen Keim. Die Großen, die ihn durchschaut haben, stehen darüber [die nähere Zustandsbezeichnung ist unklar].

138. Höre von den drei Leeren oberhalb Paras. Zunächst liegt die weite Leere; darin steht die Leere des Lichts. Überschreite auch sie und schaue die leuchtende Raumleere. Jenseits dieser drei Grenzen ist die Mutter gegenwärtig. [Die nähere Beschreibung ihres Wortes und des Eingangs ist beschädigt.] Das höchste Erwachen ist eines.

Anmerkung: Die OCR-Fassung wiederholt 136; die Stellung zwischen 137 und 139 und der PDF-Text bestätigen die Nummer 138. Die drei Bezeichnungen sind eine vorläufige Wiedergabe der tamilischen Bilder, keine festgelegte philosophische Systematik.

139. Betrachte dieses Erwachen: Es heißt die große, ungeteilte Leuchte. [Ein Satz über das Erreichen der Füße und das Eingehen ist undeutlich.] Wer diesen Weg geschaut hat, erkennt: Er hat keinen Anfang und kein Ende. Das Erwachen wird zum Schweigen. Lass die Unruhe des Geistes nicht wieder eindringen.

Jenseits der Stützpunkte

140. Selbst wenn der Shiva-Yogi fest gesammelt bis zur Stätte Paras gelangt, kann noch eine weitere Geburt eintreten. Wird er erneut im Mutterleib geboren, so wird er wieder ein Shiva-Yogi sein. Bis zu Para reicht das Puriyashtam. Wenn er diese Grenze überschreitet und die offene Leere erreicht, sie als die große Sphäre verehrt und schaut, haftet keine neue Geburt mehr an ihm.

141. Er verweilt darin und sagt: Hier gibt es keine Geburt mehr. Dann steigt er eine weitere Grenze hinauf und sagt: Dies ist es! Wieder versenkt er sich sehnsüchtig und überschreitet eine andere Grenze: Dies ist es! So steigt er durch drei Grenzen auf und bezeichnet das erhabene Unmani als das Ziel. Schaue liebevoll: unzählige Sonnen, unzählige Feuer und unzählige Monde.

142. Betrachte die erste Leere [die nähere Zuordnung zur Alchemie ist beschädigt]. Wer die zweite Leere erreicht, wird ein Siddha der vierundsechzig Kräfte. Wenn er in die dritte Leere eintritt, [folgt eine unverständliche technische Bestimmung]. Wenn er erkennt, wohin die Vier weitergehen, erzittert Yama und zieht sich zurück, ohne seinen Ort zu zeigen.

143. Wenn du dich im Stützpunktlosen versenkst und ganz nach innen eingehst, vergeht das Begehren. Auch der durch Schriften erforschte Gegenstand fällt fort. Es ist wie Schlaf im Tiefschlafzustand: Nichts wird mehr gesehen. Wenn du in diese Versenkung eintrittst, in der der Körper zurückgelassen ist, wirst auch du wie der einzige Shiva.

Anmerkung: Der Vers verwendet Tiefschlaf als Vergleich. Die Übersetzung setzt diesen nicht ohne Weiteres mit gewöhnlicher Bewusstlosigkeit gleich.

144. Schaue zunächst den besungenen Tanz und erkenne seinen Sinn; danach befasse dich mit der Alchemie. Betrachte aufmerksam die Füße und den Tanz ihrer Bewegung. Wenn du mit Vasi vertraut bist, wird der Tanz vor deinen Augen sichtbar. Wer diesen göttlichen Tanz schaut, für den verliert selbst der harte Tod seine Wirklichkeit.

145. Die Buchstaben, die an den sechs inneren Stützpunkten stehen, ergeben zusammen fünfzig. Mein Sohn, wo ist der eine weitere? Wir sehen ihn nicht. Geh zu einem Lehrer und frage ihn. Wenn er ihn kennt und dir erklärt, dann ist er wahrhaftig ein Guru.

146. Gehen und Kommen sind zwei. Fragst du nach dem einen guten Buchstaben, so vereinige dich mit der Stätte des Gurus und verweile dort. [Ein Lautname in der zweiten Zeile ist undeutlich.] Durch Vasi wird er zu śi; mit Vasi vereint wird er zu sing. Durch diesen einen Laut entstehen Vasi, die Gestalt, der Körper und die Weltensphäre.

Anmerkung: Die Lautangaben werden nach der tamilischen Schreibweise belassen; der Vers nennt keine ohne Weiteres rekonstruierbare Standardformel.

147. Aus diesem einen Laut entsteht [ein nicht sicher deutbarer Ausdruck]; er ist der Ursprung von Entstehung und Rücknahme. Aus diesem Laut wird Licht; nach innen gesammelt leuchtet Nandi. Wenn der Laut zur Ruhe kommt, erscheint das Licht, und der Körper wird wie eine Lampe, ohne gedankliche Unruhe. Mond und Sonne werden eins: Zögere nicht, sondern vereinige sie behutsam in der Sushumna.

148. Die drei Leeren und die drei Wege kommen zusammen. [Die folgende Aussage über Spitze und Mani ist nicht eindeutig.] Sie gehen in den Vieren auf; der Aufstieg wird leicht wie auf einer Leiter. Betrachte die Stätten und ihre Buchstaben. Wenn du aufsteigst, überschreitest du die drei Leeren, und im Höchsten nährt dich Mutter Manonmani liebevoll mit Nektar.

149. Wenn du diese nährende Stätte überschreitest, kommt das Stützpunktlose. Nachdem du es geschaut und Klarheit gewonnen hast, gehst du in das Höchste ein: Helles Erwachen leuchtet auf. Auch mein Guru ging dorthin. Ich überschritt diese Leere, ruhte aus und stieg weiter in die innere Weite. Ich trat in den leuchtenden Klang der Fußspangen ein. Alle Freude lag darin, Kalangi zu schauen.

150. Kalanginathar, mein Herr, schenkte den kleinen Unwissenden Erkenntnis. [Die Aussage über die Hingabe von Körper, Besitz und Leben ist im Satzanschluss beschädigt.] Auch er kam in den Klang der Fußspangen. Ich legte mein Haupt an seine Füße und nahm Zuflucht. Er nahm mich als seinen Schüler an, zeigte mir Erkenntnis und vertrieb meine Unruhe.

Die Sammlung vertiefen: der Yoga des Schweigens

151. Er vertrieb meine Unruhe und zeigte mir voller Güte die Fülle. Er ließ mich erkennen, wie die Siddhas sich im Inneren verneigen. [Der Satz über den Eintritt meines Gurus in die Sphäre ist beschädigt.] Mein Herz und meine Augen waren erfreut; ich pries seine Barmherzigkeit. Er schenkte mir Gnade und seinen wohlwollenden Blick.

152. Wenn die fünf Sinne zurückgenommen sind, wird der Geist eins. [Die anschließende Aussage über Geist, Atem und Verehrung ist undeutlich.] Der Geist erhebt sich auf dem Atem, überschreitet die Sinne, ihre Wege und ihre Bewegungen. Auch die schwer zu überschreitenden drei Leeren lässt er hinter sich. Nimm Zuflucht bei der großen Mutter Manonmani und verweile gesammelt in den Vieren.

Anmerkung: Die Bezeichnung der Vier bleibt wie in den vorausgehenden Versen unaufgelöst; ein weiterer Ortsname in der dritten Zeile ist nicht gesichert.

153. Kehre immer wieder zur Wurzel zurück; leite Vasi dorthin und halte ihn gesammelt. Richte dich auf das innere Ziel aus. Außerhalb der ursprünglichen Vier ist es nirgends zu finden. Was sind dann vorn und hinten, unten und oben? Was sind Weite, Flamme und Mond? Es wird zu einer Schau, die kein Maß fassen kann. Erkenne dieses unermessliche Erwachen.

154. Durch den Geist, der geschaut hat, entsteht Askese. Das Erfasste und das Leben selbst erscheinen als Geist. Der Geist bewegt sich auf dem Atem; durch große Unruhe wird er wie ein Gespenst. Wenn er wie eine Lampe in die Weltensphäre eingeht, ist das Erwachen. Verlierst du den gesammelten Geist, geht Erkenntnis verloren; lässt du Vasi entgleiten, geht Yoga verloren.

155. Gib den Yoga, den Weg des Schweigens, nicht auf. [Die erste Aussage über den verständigen Schüler ist nicht eindeutig.] Kalangi schenkte seinen gnädigen Blick und unterwies zuerst in Pranayama. Höre das Wort, das er nach dem Reifen der Erfahrung sprach: An der ursprünglichen Wurzel ist a der Herr; u wird zu Shakti. Die Vereinigung dieser beiden ist Schweigen.

156. Wenn du dich immer wieder mit der schweigenden Wurzel verbindest, erscheint plötzlich ein leuchtendes Zeichen. Das Linga zeigt sich als Nandi; die acht Blätter entfalten sich. Gehe durch die Sushumna weiter zum Anahata. [Die Wendung über das achtfache Schweigen ist unsicher.] Durch das beständige Schweigen entsteht der Tanz, bei dem Haupt und verfilztes Haar sich bewegen.

157. Höre, mein Sohn: Wenn du weiter aufsteigst und mitten im Feuer mit gesammeltem Sinn in das Schweigen eindringst, tanzt Sadashiva, während Shivakami beständig zuschaut. Wenn du dich ihm täglich zuwendest und ihm nahekommst, kannst du die Tanzhalle erreichen. Überschreite auch dies, reife zum Ursprung des Erkennens hinauf und höre vom Verfahren des Vasi.

158. Verankere das Schweigen in der Mitte, lass den gereiften Geist aufsteigen und bleibe fest. Wenn du wirklich verstehen willst, erkenne: Aufstieg und Abgleiten geschehen im Geist. Wer den Ursprung des Erkennens schaut, erlangt einen reinen, kampfergleichen Körper. Wenn Shiva in den Tempel kommt und die bereitete Speise darreicht, darfst du sie empfangen.

159. Verweile täglich fest an der Wurzel; sprich und betrachte alles einzeln. Gehe in der rechten Reihenfolge vor, ohne die Ordnung zu verändern. Richte deinen Sinn auf die Buchstaben und verbinde dich mit dem Mantra, das in der Offenbarung steht. Bringe die Sinne an die ihnen jeweils zugehörigen großen Wohnstätten und halte sie dort gesammelt.

160. Nachdem du sie gebunden hast, schaue in der vierfachen Weite das gepriesene Licht: Das Wirkliche offenbart sich. Eins nach dem anderen wird zusammengeführt. [Die Beschreibung der dritten inneren Kammer ist undeutlich.] Dort thront die Mutter Mani beim oberen Auge. Hast du das Auge, um ihre Gegenwart zu sehen? Wenn auch die höhere Erkenntniskraft dorthin gelangt, öffnet sich die Weite, in der Vedanta sein Ziel findet.

Das Licht ohne Grenze

161. Diese Weite ist kein dunkler Raum: Die ursprüngliche Mutter Unmani steht dort als Leuchte. Nennst du es Licht, so ist es doch nicht gewöhnliches Licht. O Wunder, die beiden stehen als Eines da! Das Stützpunktlose wird geschaut. [Ein Vergleich über das Verschmelzen ist nicht sicher lesbar.] Wie eine Motte in eine Lampenflamme fällt und darin vergeht, geht der Geist hinein und wird darin eins.

162. Wenn diese Vereinigung geschieht, ist es Befreiung, mein Sohn; alles andere ist ein Weg, der noch nicht zur Befreiung gelangt ist. Wenn der Geist gemeistert ist, gibt es kein Fortgehen mehr. Bleibt die Vereinigung aus, herrscht das gespenstische Spiel schlimmer Täuschung. Dies ist der Weg des Yoga; ich habe ihn so bekräftigt, wie ich ihn selbst sah. Wenn Vasi auf diese Weise nicht aufsteigt, geht der Yoga verloren.

163. [Die erste Aussage über das Licht des Nada ist nicht eindeutig.] Schaue entspannt in die vollkommene Fülle. Welchen Namen könnte der Geist diesem Stützpunktlosen geben, wenn er den Mund öffnet, um davon zu sprechen? Das Eigenschaftslose kann ich nicht abgrenzen; ich sehe weder Ufer noch festen Ort. An der ursprünglichen Wurzel stehend, stieg ich auf und schaute das Feinste.

164. An dieser offenbarten Fülle sehe ich kein Ufer. Nicht einmal die vier erhabenen Weisen um Sanaka sehen es; auch der ursprüngliche Guru, die Götter und die Siddhas können es nicht begrenzen. Ich finde keinen Vedanta, der das Ufer des Ungeteilten auszusprechen vermöchte. Wenn der kleine Geist hineineilt, darf er freudig darin aufgehen und es preisen.

165. Wie ist dieses Preisen, wenn man darin aufgegangen ist? Es gleicht der Kraft, die aus dem Genuss einer besonderen Substanz erwächst. Wie ist dieses freudige Versunkensein? Es gleicht der Reinheit nach dem Trinken leuchtenden Nektars. Wie ist dieses gesammelte Preisen? Es gleicht der durch Gorakkars Karpam geschärften Kraft. Doch keiner dieser drei Vergleiche reicht aus: Es ist das erhabene Erwachen in Glückseligkeit.

Anmerkung: Der erste Vergleich und die nähere Bestimmung von Gorakkars Zubereitung sind nicht ganz gesichert. Die Übersetzung macht daraus kein bestimmtes Drogen- oder Arzneirezept.

166. Wo ist es zu schauen? An der Wurzel. [Die Bezeichnungen der Menschen, die das Licht sehen können, sind teilweise beschädigt; auch Mlecchas werden genannt.] Die inneren Stützpunkte werden sichtbar, und die drei Leeren werden überschritten. Trittst du durch den inneren Eingang ein, sind die Monde und Sonnen nicht mehr zu zählen. Wir sehen kein Ufer der Fülle. Wenn du eintrittst, wirst du mit ihr vereint wie vom Magneten angezogen.

Anmerkung: Mleccha ist eine historische Fremdbezeichnung für Menschen außerhalb der eigenen sprachlich-religiösen Ordnung, keine redaktionell übernommene Wertung.

167. Wie soll man dieses Einswerden beschreiben? Wie Docht und Öl in einer großen Lampe; [der nächste Vergleich mit Sonne und Wasser ist undeutlich]; wie ein Kristall, der die Farben aufnimmt; wie eine Blase, die im Wasser vergeht; wie ein Verstorbener, der den Ruf nicht mehr hört. Dies sind Bilder für Vereinigung und Zur-Ruhe-Kommen. Edler, betrachte sie mit ganzer Aufmerksamkeit.

168. Inneres Betrachten ist die Grundlage der Erkenntnis; wahrer Friede ist die Stütze des Yoga. Unterscheidungskraft wird zur Lebensweise, und das Schweigen, das den Mund nicht öffnet, ist Freude für den Geist. Wahrhaftigkeit ist der Weg zur Erkenntnis; unerschütterliche Festigkeit ist große Stärke. [Eine weitere Wendung ist undeutlich.] Ziehe die Sinne zurück und bleibe im Schweigen gesammelt.

Anmerkung: Die OCR-Fassung wiederholt 166; die Stellung zwischen 167 und 169 ergibt die Nummer 168. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

169. Wenn du ohne Festigkeit der Verlockung erotischen Begehrens verfällst, wirst du wie eine Ameise auf einem Holzstück, das an beiden Enden brennt. Ziehe nicht als Getriebener der Begierde umher. [Eine Wendung zur Leere ist undeutlich.] Verstrickst du dich im Netz eines Blickes und fällst aus Samadhi heraus, so wisse: Du hast dein günstiges Geschick verspielt.

Anmerkung: Der Vers richtet sich in der asketischen Sprache des Werkes an einen männlichen Schüler. Sein Bild veranschaulicht die Bedrängnis durch Begehren.

Eine lehrende Frau und der Weg der Entsagung

170. [Der Eingang führt eine weibliche Gestalt namens Chudala ein; weitere Namen und Rollen sind entstellt.] Sie vermittelte die Unterweisung: Lass Vasi nicht entweichen, sondern binde den Sinn an Kundalini. Sie verlängerte die Lebenszeit und erwies dem angesehenen König Gnade.

Anmerkung: Die Namenpassage erlaubt keine verlässliche vollständige Wiedergabe der Erzählung. Der folgende Vers bestätigt, dass ein König die weibliche Identität seiner Lehrperson zunächst nicht erkennt.

171. Der König erkannte nicht, dass die lehrende Gestalt eine Frau war; durch ihre Worte erlangte er Erkenntnis. [Die Aussage über sechzehn Weltzeiträume ist beschädigt.] Sie gingen in das Höchste ein; in der Dvapara-Zeit wurden die beiden vereint. [Der Schluss würdigt die helfende, treue Frau, ist im Einzelnen aber unklar.]

172. Woher kam dieser Frau ihre Fähigkeit? Aus der Frucht der Askese, die sie in den vier Weltzeitaltern geübt hatte. Sie nahm Frauengestalt an, wurde zum unterweisenden Guru und blieb zugleich eine Frau. [Die mittlere Aussage über die Frau und den Wurzelyoga ist entstellt.] Wenn du sagst, du könntest eine Frau nicht verlassen, [folgt eine unklare Wendung zur körperlichen Vereinigung im Traum].

173. So sprach der himmlische Entsagende: Löse dich von der Frau als Gegenstand deiner Begierde. Auch Kalangi wies das Verlangen nach Frauen entschieden zurück. Er schickte seine Schüler in verschiedene Richtungen und gab ihnen die Erlaubnis aufzubrechen. Karuvurar ging nach Süden und empfing den Fluch eines strengen Rishis.

174. Nachdem dies geschehen war, hieß es: Nun ist es genug, mein Sohn. [Die anschließende Bewegung in einen leuchtenden Bereich ist undeutlich.] Kalanginathar, der mich stets führte, verweilte in der einen weiten Tanzhalle. Durch den gnädigen Blick des Höchsten sprang ich empor in den Himmel. Mit der Mutter Mani vertraut geworden und innerlich gefestigt, kehrte ich zurück. Seht, ihr Menschen!

Bhusunda und das Überdauern der Welten

175. Lenke beim Aufsteigen die Aufmerksamkeit ins Herz. Sie zieht dahin wie feiner Nebel und Rauch. Halte die Erinnerung fest und betrachte sie liebevoll. Verweile in dem großen inneren Bereich [dessen Bezeichnung unsicher ist] und führe den Atem hinein. Wer hat dies vollbracht? Bhusunda tat es. Halte die Übung beständig gesammelt.

176. Wie übte er? Sein Kumbhaka betrug vierundsechzig, sein Puraka zweiunddreißig und sein Rechaka sechzehn. So übend empfing er die Frucht. Auf dem schönen Wunschbaum nahm er die Gestalt einer Krähe an. Unzählige Weltzeitalter lang blieb er schauend dort; ein Ende habe ich nicht gesehen.

Anmerkung: Kumbhaka, Puraka und Rechaka bezeichnen Atemruhe, Einatmung und Ausatmung. Die Zahlen werden in der tatsächlich überlieferten Zuordnung erhalten; ihre Einheit wird hier nicht angegeben.

177. Er sah unzählige Brahmas und unzählige Erscheinungen Vishnus; zahllose Weltauflösungen sah er. Maheshvara überschreitend, erlebte er, wie Sadashiva sich zurücknahm. [Die anschließende Folge von Shakti und Bindu ist beschädigt.] Shiva ging in die höchste Bewusstseinskraft ein, und er versank in der Fülle jenseits aller Unterscheidung.

178. Auch Bhusunda versank darin und berührte sie. [Eine Aussage über Tiefschlaf und eine weitere Gestalt ist undeutlich.] Als das wunderbare Zauberspiel begann, erschien es in einem Augenblick. Sie entfaltete [eine nicht sicher lesbare Erscheinungsform]; im nächsten Augenblick verschwanden alle Welten. Wenn sie es will, kann sie alles auflösen: die Mutter der Befreiung, der Same der Offenbarung.

179. In der Befreiung stehend sprach jene Gestalt: Lass den Wunschbaum wieder sein wie zuvor! Dann sprach sie von einem Schutzdach darüber, und vor den Augen stand der Baum mit dem Nest. Wie es die beständige Siddhi ermöglicht, ließ er sich fest in diesem Nest nieder. [Der abschließende Blumenvergleich ist nicht zuverlässig lesbar.]

180. Höre von Bhusundas Geburt. Als man sich am Tanz erfreute, schauten das Höchste und Parvati, Sonne und Mond tragend, zu. [Die genaue Verbindung der beteiligten Gestalten ist undeutlich.] Shivas Kraft verband sich mit einem Schwan, und es entstand eine Schwangerschaft. Einundzwanzig Junge wurden geboren; durch die Kraft des Herrn entstand Bhusunda.

181. Zwanzig von ihnen lebten lange unter dem Einfluss des Begehrens und gingen dahin. Er aber ergriff den Prana-Yoga durch die mächtige Kraft Shivas. [Die Aussage über den aufkommenden Ich-Sinn ist beschädigt.] Wer könnte auf Erden eine Frucht erlangen, die seiner gleichkommt? Übe den Wurzelyoga immer wieder und schaue im Herzen, bis sich das Licht zeigt.

182. Betrachte die mittlere Wurzel im Herzen und mache dich durch beständiges Schauen mit ihr vertraut. Bhusunda sprach: Es geschieht wie bei Baumwolle, die vom Feuer erfasst wird. [Die folgende Anrede an Bogar ist undeutlich.] Wenn dem Vogel die Flügel gebrochen sind und seine Kräfte schwinden, kann er nicht mehr mit seiner Schar fliegen. Verbinde dich deshalb schon in der Jugend mit der Wurzel.

183. Er sagte: Ohne diese Verbindung ist Prana nur schwer zu meistern. Als ich seine Worte hörte, war ich tief bewegt und fiel wie ein entwurzelter Baum vor seine Füße. Dann erhob ich mich. Der Herr, die Gestalt des Yoga, richtete mich auf und sprach: Lebe wie wir! Erkenne den gereiften Prana am ursprünglichen Wurzelort, von dem ich gesprochen habe.

184. Wo wohnt dieser Herr? Südlich des großen Meru. Dort gibt es Alchemie, Erkenntnis, mächtigen Yoga und all die Siddhas. Er ließ mich Prana erkennen, zeigte den Yoga des Eingehens in die Fülle und eröffnete das Bewusstsein für den großen Eingang. So erläuterte er das Wesen seiner Unterweisung.

185. Er sprach und bewirkte Auflösung und Schöpfung durch die Kraft der Shiva-Welt. Er entließ mich mit seinem Segen: Makelloser, geh und kehre wieder! Der Herr begab sich auf seinen Zweig. Ich erklärte meinen Schülern die Lehre und unterwies sie: Erkennt Prana! So vermittelte ich ihnen Verständnis.

Anmerkung: Der Zweig gehört zum vorausgehenden Bild Bhusundas auf dem Wunschbaum. Der Übergang zwischen den sprechenden Personen ist im Wortlaut nicht durchgehend eindeutig.

Der Atem als Anker des Geistes

186. Verbinde die beiden Buchstaben und steige auf; dann liegt dir der kunstvolle Shiva-Yoga in der Hand. Verweile in Vishuddhi und betrachte die Wurzel mit deiner Aufmerksamkeit. Die Sushumna erscheint röhrenförmig. Richte Vasi bewusst aus und bewege den Atem. Gehe zur Wohnstätte, schaue Nandi, trinke den köstlichen Trank und betrachte aufmerksam.

Anmerkung: Welche beiden Buchstaben hier gemeint sind, wird im Vers nicht ausdrücklich wiederholt. Der Trank wird nicht als bestimmte stoffliche Zubereitung identifiziert.

187. Betrachte gesammelt die Kehle und die Mitte zwischen den Augenbrauen; sie zeigen sich wie ein heller Glanz. Schaue die Stätte des Gurus und den Dvadashanta: Sie erscheinen jenseits der elf [deren nähere Bestimmung offenbleibt]. Sieh die Schlange im inneren Bereich; Prana bleibt unbeirrt fest. Betrachte Anahata sowie Vishnu und Brahma. [Die Aussage über die offene Weite ist im Schluss beschädigt.]

188. Wenn du den Körper erkennen willst, steige höher und verweile in Unmani. Wenn du hinabschaust, gibt es keinen festen Ort, den eine Hand ergreifen könnte. Werden die inneren Ziele zum Weg, treten Schlaf und Hunger zurück. Ziehe dich an einen Ort zurück, an dem du keine äußeren Geräusche hörst, und richte die Aufmerksamkeit fest auf das Ziel.

Anmerkung: Das Zurücktreten von Schlaf und Hunger ist eine Aussage der Vorlage, keine Empfehlung, beide Bedürfnisse zu unterdrücken.

189. Wenn du während der Sammlung äußere Geräusche hörst, können die Sinne sie heftig aufbrechen. Entgleitet der Geist auch nur ein wenig, [folgt ein beschädigter, abwertender Vergleich]. Der Geist gerät ins Schwanken; die Zeichen werden durch die Prüfung durcheinandergebracht. In klarer Schau wird es anschaulich wie eine Amla-Frucht in der Hand. Richte daher den machtvollen Vasi aus und festige deinen Sinn.

190. Wie man ein Schiff vor Anker legt, so binde den strömenden Vasi fest. Halte den Geist unbeweglich wie einen Nagel und führe ihn geordnet durch die sechs Stätten. Richte die Sinne immer wieder aus; lege dem Pferd den Zügel an. Ergreife den Weg bis zur Stätte des Gurus und gehe von dort gesammelt in das Stützpunktlose ein.

191. Durch die Verbindung mit der Wurzel erlangte der verehrte Ahne Mulan Befreiung. Nandi war es, der ihn unterwies: Nandi an der guten Wurzel! Die acht verehrten Ahnen erlangten, wie die Schrift sagt, durch die Wurzel Befreiung. Gehe zu dem Ursprung jenseits davon. Sprich nicht bloß mit ausströmendem Atem immer wieder: Wurzel, Wurzel!

Anmerkung: Der Name Mulan wird hier als Bezeichnung des verehrten Lehrers bewahrt; die genaue Identifikation der genannten Acht wird nicht ergänzt.

192. Am unaussprechlichen Ursprung erscheint alles. Es entfaltet sich als Wirklichkeit und wird zum Universum. Nachdem es unbeschreibliche Erfahrungen durchlaufen hat, kehrt es zum großen Ursprung zurück. [Die nächste Aussage über Entstehung und Furcht ist entstellt.] Zwei Bewegungen will ich nennen: Gehen und Kommen. Die Silbe a bringt Entstehung hervor; [die abschließende Bestimmung der Mutter ist undeutlich].

193. In der einen Silbe ma liegt die ungeteilte Rücknahme. Man nennt sie Nandi; sie ist das Erleben. Darin steht Om. [Die Verbindung der folgenden Sechs-, Zwölf- und Achtzahlen ist beschädigt.] Schließe dich nicht denen an, die ihre Lebenskraft im Begehren immer wieder verströmen und daran zugrunde gehen.

194. Womit sollst du dich verbinden? Mit dem Feuer der Wurzel. [Die anschließende Aussage über Vasi ist nicht eindeutig.] Halte es nicht für bloßes Gerede; wende dich dem Weg zu, der den Geist der Begierde vertreibt. Wenn du nach innen schaust, fliehen die Diebe. [Eine weitere Anrede ist undeutlich.] An der Wurzel kannst du schauen: Dort ist kein Todesherr.

195. Die Menschen sagen, es gebe einen Todesherrn. Doch es gibt keinen von der Wurzel getrennten Todesherrn. Der das Gift trank, vollzog die fünf Taten; Patanjali sah es und wurde von Liebe erfüllt. In Tillai ließ er ihn tanzen und schaute den Tanz. Auch die jungfräuliche Göttin ließ Shiva im Wald von Alangadu den heiligen Tanz vollziehen.

Anmerkung: Tillai bezeichnet hier den mit Shivas Tanz verbundenen heiligen Ort. Die Zuordnung der handelnden Personen in der dritten Zeile ist sprachlich nicht völlig eindeutig.

Lebenskräfte, Bewusstseinszustände und Sinneswerkzeuge

196. Shiva und Shakti treten auf und verweilen vereint; [eine Ortsangabe zur linken Seite und zum Vierten ist beschädigt]. Apana bleibt dort und ist mit der Ausscheidung von Kot und Urin verbunden. Samana wirkt gemeinsam damit und gleicht die aufgenommenen Speisen aus. Im Herzen, im Tiefschlafzustand, leuchtet der Herr. [Ein weiterer Atemname ist nicht zuverlässig lesbar.]

Anmerkung: Die Unterscheidung von Apana und Samana stützt sich auf Namenreste und die unmittelbar genannten Funktionen; die betreffende Zeile ist textlich nicht vollständig gesichert.

197. Höre von der Wohnstätte des Herrn: Innerhalb der Zwölf wird Wache gehalten. Elf bilden die Gemeinschaft der Werkzeuge, und Prana steht dort für sich. Der Herr thront dort. Höre nun von der Wohnstätte des Traums: [Die Gestaltbeschreibung ist undeutlich.] Udana entfaltet sich dort.

Anmerkung: Die Identifikation des letzten Wortes als Udana ist vorläufig. Die Zwölf und die elf Werkzeuge werden hier nicht aufgeschlüsselt.

198. Sechzehn Werkzeuge bilden eine Gemeinschaft; der Höchste und Shakti thronen darin. Virat wohnt an diesem Ort und schaut nach beiden Seiten. [Die Anweisung mit einer Achtzahl ist beschädigt.] Die aufsteigende Flut gelangt zur Mitte zwischen den Augenbrauen: Dies ist die Askese des großen Wachzustands.

Anmerkung: Die Texterkennung wiederholt die Nummer 196; nach der Stellung zwischen 197 und 199 handelt es sich um Vers 198. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

199. Bei den sechzehn Werkzeugen stehen Sadashiva und Mutter Mani. [Ein Atemname, möglicherweise Vyana, ist entstellt.] Es ist eine erhabene Thronstätte, eine Welt. Die sechsundneunzig verrichten von sich aus ihre jeweiligen Aufgaben. Alles Vergessene tritt hervor; der Geist sammelt sich. Dies ist das Thronen der Fülle.

Anmerkung: Der Text nennt die Sechsundneunzig ohne Liste. Der unsichere Atemname wird nicht als gesicherte Lesung in den Satz eingesetzt.

200. Sie schauen die Thronstätte und die Gemeinschaft der Werkzeuge, sie sehen das Spiel der Sinne. Doch in der tiefen Grube von Täuschung und erotischem Begehren gehen sie zugrunde. Sie nehmen Gestalt an, häufen den Ich-Dünkel und steigern unter mächtiger Verblendung das eigene Ich. Die Last ihrer Verfehlungen auf dem Haupt tragend, verengen sie sich in den eingeprägten Neigungen.

Die Fülle und ihre Erscheinungen

201. [Der Eingang verbindet das Schauen der Wurzel mit einer nicht eindeutig lesbaren Ortsangabe.] Tritt in das Feuerlicht ein und vereinige dich damit. Gehe unbeirrt in die Sonnenstätte ein und schaue ihr Licht. Lass diese Glut in der Wohnstätte des Mondes verweilen. Versenkst du dich dort wie in einen prächtigen Hain, wird der Körper kühl und erschauert vor Freude.

202. [Die erste Wendung zur Shambhavi und einem Schleier ist undeutlich.] Schaue die Herrlichkeit der fünfeckigen Guru-Stätte: Nada, Bindu, der Herr und Shakti stehen in der Mitte des guten Lotus mit tausendundacht Blättern. Unzählige Sonnen und Monde sind dort im Ursprung gesammelt. Über diesem Licht ist die Göttin gegenwärtig, die Brahman genannt wird.

203. Man nennt es Brahman, nennt es Erwachen, nennt es die Essenz der leuchtenden reinen Weite. Man nennt es das makellose Eigenschaftslose, neben dem nichts Zweites besteht, und den Vedanta, der alles überschreitet. Man sagt, aus ihm sei das ganze Universum hervorgegangen und es erfülle alles als reine Weite. Man nennt es den Raum jenseits des verborgenen Weges. Doch oft bleibt es bloßes Reden: Seine Grenze haben sie nicht geschaut.

204. Wie soll man das Licht der uferlosen Fülle beschreiben? Was sind dagegen Mond, Lobpreis oder Feuer? Um die grenzenlose makellose Schönheit zu schauen, richte dich mit Kechari aus. Wer die höchste Kraft nicht erkennt, dem bleibt sie verschlossen; den verständigen Siddhas erschließt sich das Wirkliche darüber. Ohne Festigkeit an der Wurzel bleibt das Betrachten ein unverständiges Reden.

Anmerkung: Kechari ist hier die vorläufige Normalisierung von kesari. Der Vers erläutert die zugehörige Technik nicht.

205. [Der Vers entfaltet eine beschädigte Buchstaben- und Zahlenlehre.] Von ya ausgehend werden einundachtzig genannt, die sich in sechzehn gliedern. Ya wird als der Herr bezeichnet; [die Zuordnung zu Shakti ist undeutlich]. Ferner werden zehntausend als kleine Kräfte genannt, daraus fünfunddreißig. So werden sie zu Buchstaben der drei Welten.

Anmerkung: Die mathematische beziehungsweise symbolische Beziehung dieser Zahlen ist aus dem vorliegenden Wortlaut nicht zuverlässig zu rekonstruieren.

206. Aus den [nicht eindeutig gezählten] Buchstaben entstanden die Veden, die maßgeblichen Puranas und alle Lehrschriften. Durch die Kraft von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit entfalteten sie sich darin. Wie alle Flüsse ins Meer eintreten, gehen sie wieder in der Fülle auf. Nichts Getrenntes bleibt. [Eine Zeitangabe ist beschädigt.] Schaue das Licht!

207. Betrachte den leuchtenden Vasi und halte auch beim Rollen und Wenden die Wurzel im Sinn. Die Verbindung wird fest, als wäre ein Nagel eingeschlagen; dann nähern sich keine Hindernisse. Setze eine Ferse über das Knie und ordne die Beine in Gomukhasana. [Die genaue Lage von linkem und rechtem Bein ist textlich nicht gesichert.] Nimm so den beschriebenen Sitz ein.

Anmerkung: Der Asananame ist vorläufig als Gomukhasana gelesen. Die beschädigte Körperanweisung reicht nicht für eine genaue praktische Rekonstruktion.

208. Wenn du im Sitz zusammenkommst, ziehe Vasi zurück und lege den anderen Fuß auf den Oberschenkel. Binde dich in den Lotussitz und schaue beständig auf die Nasenspitze. Vasi sammelt sich in der Sushumna, während die eingeprägten Neigungen entweichen. Auf diesem Weg kannst du die Mutter schauen und in der Fülle verweilen.

Anmerkung: Die OCR-Nummer ist 206; die Stellung zwischen 207 und 209 ergibt 208. Die genaue Beinführung bleibt undeutlich. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

209. Wer dorthin gelangt, wird ein Shiva-Yogi und ein Erkennender. Alle Strömungen des Vasi kommen gesammelt zur Ruhe. An der Wurzel strahlt Licht; die Knoten der sechs Stätten lösen sich. In Kumbhaka wird ein Schweben möglich, und die starke Glut wird bewegt. [Der Schluss über die Luft ist beschädigt.] So haben die Siddhas es geschaut.

210. Richte dich mit av auf die Wurzel aus; wenn die Verbindung hergestellt und das Ziel erfasst ist, richte dich mit vang aus. Wenn es aufblitzt, verwende sing. Dreihundert Arten werden sichtbar. Das Leuchten erscheint wie ein Blitz. Erschrick nicht, sondern sammle den Geist auf die Essenz. Versenke dich in das Feuerlicht, das dem dritten Auge Shivas gleicht, der das Gift trank.

Anmerkung: Die vorläufigen Lautumschriften folgen dem Tamiltext. Die dreihundert Arten werden an dieser Stelle nicht aufgezählt.

Vasi, Klang und das Zurücknehmen der Sinne

211. Wenn das Feuerlicht aufblitzt, lenke den Atem [die Ortsbezeichnung ist undeutlich]. Durch Betrachtung wird der Yoga wirksam. [Die folgende technische Aussage zu Kumbhaka und Gehirn ist beschädigt.] Die starke Luft kommt dort zum Schweigen. Für das Bereiten des inneren Lichts braucht es kein äußeres Feuer; das Ausrichten der Silbe śi genügt. [Der Schluss nennt einen weiten inneren Weg, lässt sich aber nicht sicher übersetzen.]

212. Höre das Verfahren, mit dem du dies erproben kannst; ich sage es dir, damit du es verstehst. Atme durch Ida ein und richte die Erinnerung an der Wurzel aus. Atme durch Pingala aus und kehre geordnet wieder zurück. Wenn du so vorgehst, werden die Nadis gereinigt; Vata, Pitta und Schleim weichen.

Anmerkung: Die letzte Aussage folgt der historischen Krankheitslehre des Werkes. Sie ist kein klinisch geprüfter Wirksamkeitsnachweis.

213. Die Krankheiten der drei Arten werden verbrannt, und der Körper bleibt in Vollendung bestehen. Gute und schlechte Taten kommen an ihr Ende, und die fünf bedrängenden Sinne ziehen sich zurück. Durch den verbundenen Klang von Om erhebt sich ein Dröhnen wie unzählige Donnerschläge. So habe ich es in der Vereinigung geschaut. Erkenne: Auf diese Weise erfuhren auch wir es.

214. Wenn du av ausrichtest, tritt es ein und verbindet sich mit ma. Als u steigt es nach oben: Das ist der Weg des Leuchtens. Wenn es aufblitzt, erscheint Nandi; verbinde Vasi behutsam damit. [Die genaue Verbindung der Buchstaben in der Schlusszeile ist undeutlich.] Die beiden Aspekte des Vasi werden Nada und Bindu genannt.

215. Nada und Bindu sind Namen des Vasi; Sonne und Mond, Shiva und Shakti sind seine Namen. Alchemie und Anziehung sind Namen dafür; Geist und Erwachen ebenfalls. [Ein Wort der folgenden Aufzählung ist unklar.] Erde, beständige Bewegung und Geruch werden genannt; ebenso weitere Bezeichnungen. Diese beiden stehen als das Licht der Augen da.

Anmerkung: Die Aufzählung enthält mehrere nicht sicher lesbare Ausdrücke. Sie wird nicht als vollständig gesicherte Synonymliste behandelt.

216. Wenn du beide immer genauer betrachtest, fallen Begrenzung, Benennung und gewöhnliches Wahrnehmen fort. Was nach außen ging, kehrt zurück und zieht sich nach innen. [Einzelne Satzverbindungen sind beschädigt.] Vollendung und Klarheit stimmen überein; das handlungslose Ungeteilte wird sichtbar. So wurde verkündet: Das ursprüngliche, haftungslose höchste Bewusstsein wird zugänglich.

217. Ist der genannte Vasi-Weg denn leicht zu erlangen? Dieses Pferd ist das Pferd der Erkenntnis. Wer mit geeintem Geist auf ihm reitet, schaut die Frau Manonmani, die zwischen den Augenbrauen steht und tanzt. Kashi, Ganga und Yamuna [eine weitere Angabe ist undeutlich] werden in dieser inneren Stätte geschaut.

218. Śi ist ein Feuerstrom, va die Brücke, dünn wie ein Haar. Wenn die beiden losgelassen werden, [ist die Aussage über das Eine und das Licht von śi undeutlich]. Yoga und Tillai werden genannt. [Die mittlere Zeile ist beschädigt.] Wer die beiden Lichter zur Ruhe bringt, wird friedvoll; es ist gut, beide zu überschreiten.

219. Bei śi erhebt sich Zorn, und aus dem Ich-Dünkel entsteht die Macht des Ego. Diese beiden, ihr Großen, sind starke Keime von Geburt und Tod. U tritt hinzu, und die sich erhebende Silbe śi geht hinein. So entstehen die beiden, Geburt und Tod. Halte die beiden Buchstaben geordnet zur Ruhe und schaue.

220. Der erhabene Kalangi sagte zu mir: Halte sie ruhig und schaue! Er prüfte meine Reife und lehrte mich, Vasi in der Fülle aufgehen zu lassen. In einem Augenblick erscheinen die beiden am Eingang und bringen Unruhe: Er nannte sie den Keim von Geburt und Tod. Er mahnte erneut: Gib das Schweigen nicht auf. Durch diese mächtigen Zwei entsteht Geburt.

Der Ruf der Mutter

221. Vereinige dich mit Erkenntnis, damit du nicht wieder geboren wirst. Wer hineingeht, entdeckt, dass sie nicht fern ist. Ohne zu vergessen wirst du beständig leben; schaue den makellosen Zustand. [Die folgende technische Aussage über das Bewahren und Bewegen ist beschädigt.] Die Vier werden sichtbar wie eine Frucht in der Hand, und die Mutter Mani am Ende des Klangs wird dich rufen.

222. Wenn du die genannten Vier schauen willst, höre die Beschreibung ihrer Wege. Betrachte sie morgens und abends; mische dich nicht unter lärmende Menschenmengen. In der Mitte der Nacht verweile ohne Verwirrung und Bewegung. Füge die innere Gestalt zusammen und betrachte sie. Verweile an der Stätte des kleinen Weisen und richte den Blick aufmerksam aus.

Anmerkung: Die Stätte des kleinen Weisen wird nicht näher erklärt; sie wird hier nicht mit einer unbelegten Körperstelle gleichgesetzt.

223. Verweile fest und schaue in das Ungeteilte. Unter den sechzehn feinen Buchstaben ist einer das Leben. In den inneren sechs steht va; der Tod verliert seine Wirklichkeit. Die sonst unerreichbaren Vier werden sichtbar. Führe Vasi in ihnen und schaue die Mutter. Die drei Wege und die drei Leeren öffnen sich nach allen Seiten.

224. Die Mutter sagt: Tritt weiter ein und bleibe! Ich hörte ihr Wort und verweilte. [Der erste Teil der folgenden Bildfolge mit einem Pferd ist beschädigt.] Ich sah weder die Wurzel noch die übrigen Stützpunkte, weder das Wort Guru noch die festgelegten Sinne und ihre Wege. Auch die Mutter, die mich zurückgerufen hatte, sah ich nicht mehr. Ich versank im grenzenlosen Erwachen.

Formen und Hindernisse der Versenkung

225. Höre nun von der Festigkeit der fünf Arten des Samadhi. [Die Bezeichnung der ersten Form ist beschädigt.] Die sechsunddreißig Tattvas und die fünf Elemente werden im Feinen gesammelt. [Ein Vergleich zur Umwandlung des feinen Körpers ist undeutlich.] Nimm dieses Feine in den ursächlichen Körper zurück und lasse diesen in Prakriti aufgehen.

226. Erkenne dabei Purusha als festes Bewusstsein, mit dem alles verbunden ist. Die Gedanken kommen zum Ende und werden eins. Wenn du so verweilst, bist du wie eine Lampe in windstiller Luft. Ohne Schwanken stehst du als du selbst, als ungeteilte wahre Fülle. Weil du ohne Körperbewusstsein verweilst, heißt dies reiner Tattva-Samadhi.

Anmerkung: Der tamilisch wiedergegebene Name der Samadhi-Form ist entstellt; Tattva-Samadhi ist eine vorläufige Kurzbezeichnung nach dem Zusammenhang.

227. Höre von Savikalpa Samadhi: Darin gibt es zwei verschiedene Arten. Die eine heißt Shabdanuviddha, die andere Drishyanuviddha. Höre zunächst vom Weg des Shabdanuviddha. In jener großen Versenkung sind Laute und Vogelstimmen vorhanden. Betrachte dabei deinen Geist.

Anmerkung: Die beiden Fachnamen sind normalisierte Lesungen der erkennbaren tamilischen Schreibungen. Shabda bezieht sich auf Klang oder Wort, Drishya auf das Geschaute.

228. Eine Form ist Shabdanuviddha; sie wird als Savikalpa bezeichnet. Beim Weg des Drishyanuviddha verweilt man fein gesammelt in diesem Zustand und betrachtet fortwährend sich selbst. Dieses beständige Sich-Vergegenwärtigen bildet den Drishyanuviddha-Weg. Erkenne so den Weg des Savikalpa Samadhi, in dem noch eine innere Bewegung besteht.

Anmerkung: Die OCR-Nummer lautet 226; zwischen 227 und 229 ist 228 gemeint. Einzelheiten der Definitionen sind sprachlich nicht vollständig gesichert. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

229. Höre von Nirvikalpa Samadhi. [Die erste Verknüpfung mit Tattva- und Shabdanuviddha-Samadhi ist undeutlich.] Wie bei einem schlafähnlichen Vergessen seiner selbst hört man keine äußeren Geräusche mehr. Man geht in der Fülle auf und bleibt darin. Wenn die gewöhnliche Bewusstheit so erlischt, wird dies Nirvikalpa Samadhi genannt.

Anmerkung: Der Vers nutzt einen Schlafvergleich. Die folgende Erörterung unterscheidet Samadhi ausdrücklich vom gewöhnlichen Tiefschlaf.

230. Wenn du dich nach dem Verlassen des Samadhi wieder bewegst, bewahre die Erinnerung an den Zustand der Versenkung. [Eine Bezeichnung der dreifachen Erscheinung ist beschädigt.] Betrachte das zerteilte Universum als unwirklich. Löse die Bindung an die Welt, die sich im alltäglichen Umgang entfaltet. Bleibst du dabei unvermittelt in Nirvikalpa, so ist dies die hier beschriebene bewegliche Form des Nirvikalpa.

231. Wenn die Befreiung des Tattva-Samadhi zum erkennenden Nirvikalpa wird, gibt es innerhalb dieses Nirvikalpa vier Hindernisse. Höre, wie sie genannt werden: [Die Liste ist beschädigt; Laya und Vikshepa sind erkennbar, die übrigen Namen nicht sicher.] Mit gesammeltem Sinn spreche ich von diesen Vieren.

Anmerkung: Eine aus anderen Schriften bekannte Liste wird nicht als Wortlaut dieses Verses eingesetzt.

232. Höre, wo diese vier auftreten. Der Text nennt eindringenden Schlaf und Vikshepa, sodann die Unruhe leidenschaftlicher Regungen und das Wirken von Vasi. Durch das innere Ausmalen von Welten entsteht [ein nicht gesichert lesbarer Zustand]. Ein weiterer Zustand ist weder Schlaf noch solche Phantasie, sondern das Vergessen des eigenen Wesens.

Anmerkung: Die Zuordnung der Namen zu den Beschreibungen ist gestört. Insbesondere wird die erkennbare Verbindung von Schlaf und Vikshepa nicht stillschweigend nach einem anderen Lehrtext umgeordnet.

233. [Der erste Satz über das Vergessen und die Weite ist beschädigt.] Wenn der Geist schweigt, verweilt man in der betrachteten eigenen Gestalt und freut sich daran. Man vergisst sich im erhabenen Samadhi und kostet die alleinstehende Glückseligkeit. Es ist gut, die vier Hindernisse hinter sich zu lassen und im heilsamen eigenen Wesen aufzugehen.

Anmerkung: Die Stelle unterscheidet nicht durchgehend eindeutig zwischen dem Genuss der Glückseligkeit und seiner Überwindung. Beides wird deshalb nicht zu einer neuen Systematik ausgebaut.

234. Die gute ungeteilte Ausrichtung gleicht einer Lampe ohne Wind. Ohne Schwanken ruht sie wie Salz, das in Wasser aufgegangen ist. [Die Aussage über Brahma, Vishnu und Rudra ist undeutlich.] Verweile auf diese Weise für eine Ghatika; [die weitere Angabe von sechs Zeiten ist nicht eindeutig]. Höre nun von der Frucht dieses Zustandes.

Versenkung und das Leben in der Welt

235. Seine Frucht wird der unzähliger großherzig vollzogener Opfer gleichgestellt, beginnend mit Pferdeopfern. Wenn Samadhi sich so entfaltet, halte ihn nicht einfach für Tiefschlaf. Im Tiefschlaf verschwinden das bewusste Denken und sein erscheinender Gegenstand. Im Samadhi bleibt dagegen die Ausrichtung bestehen: Wir sind Brahman.

Anmerkung: Die Bezeichnung der Opfer im ersten Halbsatz ist nicht vollständig gesichert. Eine bestimmte Opferliturgie wird daraus nicht abgeleitet.

236. Daran erkenne den Unterschied zwischen beiden und den Weg des Nirvikalpa Samadhi. Höre nun vom Sanchara-Samadhi: Nachdem Nirvikalpa erreicht ist, erhebt man sich, schaut die Welt und spricht ausführlich über sie. Doch das ganze entfaltete Universum wird als täuschende Erscheinung gesehen, [wie etwas im Meer; der genaue Vergleich ist unklar].

Anmerkung: Sanchara bezeichnet Bewegung beziehungsweise Umhergehen. Der Ausdruck wird hier als eigene Bezeichnung des Textes bewahrt.

237. Diese täuschende Erscheinung ist wie [ein beschädigtes Bild mit einer Spinne], wie die Glieder einer Schildkröte, wie Raum im Wasser und wie ein Traumzustand. Sie entstand in uns, bestand in uns und trat wieder in uns ein. Wenn ihr gesondertes Erkennen schwindet, sehe ich nichts, was von uns verschieden wäre.

238. Ich sehe nichts anderes: Alles bin ich. Wir sind vereint und eins; es gibt kein Zweites. Alles, was in mir entstand, vergeht wie eine gespenstische Erscheinung und kehrt in mich zurück. Nichts ist von mir getrennt. Bleibe jederzeit auf natürliche Weise in dieser Gewissheit. Es ist gut, mit dem Geist beständig nach innen zu gehen und darin zu verweilen.

Anmerkung: Die OCR-Fassung wiederholt 236; aus der Stellung zwischen 237 und 239 folgt 238. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

239. Auch wenn Furcht aufkommt, [darunter eine unklare Furcht vor einem Brahmanen], wenn Schmach und Erniedrigung auftreten, wenn Gottheiten täuschend vor den Augen erscheinen oder der Guru zürnt: Erkenne dies als Vorstellungsbewegung. [Die Aussage über Vorwurf und verborgene Rede ist beschädigt.] Sage: Es gibt hier keinen Geist, der meinen Zustand ins Schwanken bringen könnte.

240. Ich sehe in mir kein Zweites. Von Natur aus bin ich der Eine, und alles ist in mir. Alles, was ich als gesondert sehe, ist unwirklich, das Zauberspiel der großen Shakti. Wenn der Geist in dieser Einsicht verweilt und sich dennoch in der Welt bewegt, ist dies der große Sanchara-Samadhi. Erkenne nun auch den Arudha-Samadhi, wie er erklärt wird.

241. Selbst wenn Gottheiten erscheinen, beachte sie nicht als etwas, das dich ablenken müsste; bleibe im Ungeteilten. [Die Angabe der zehn Wege wird nicht erläutert.] Wenn du im Sanchara-Samadhi fest geworden bist, beseitige jede Unruhe gegenüber den Erscheinungen. [Ein Vergleich mit einem erhitzten Gefäß ist beschädigt.] Schaue die erscheinende Gottheit als das Sein.

242. Betrachte die Gottheit im Geist, ohne verwirrt zu werden; bleibe unbewegt wie ein Berg. Erkenne ihre Erscheinungen als vorübergehend wie Wind und verweile als Eines. Werde in den zehn Zuständen wissend fest. Wenn die Stellung des Übenden so gefestigt ist, wird dies der höchste Arudha-Samadhi genannt.

Anmerkung: Die zehn Zustände werden in diesem Vers nicht einzeln genannt; die Übersetzung ergänzt keine Liste.

243. Bevor du alle diese Versenkungen schaust, höre von der Übung: Halte Vasi gesammelt und richte ihn fest aus. Nachdem du die ursprüngliche Wurzel geschaut hast, [ist eine technische Anweisung mit einem Laut undeutlich]. Wirf alle Furcht ab; dann werden die fünf Samadhis auf geordnete Weise möglich. Die Vier erscheinen zuvor. Dies ist das beschriebene Verfahren zur Versenkung.

244. Höre von der geordneten schweigenden Versenkung. Was könnte ich aus eigenem Wissen dazu sagen? Höre auf das Wort des Gurus. Wenn die verborgene Täuschung endet und der Geist lauter wird, entsteht der makellose königliche Yoga. Der Geist geht in Erkenntnis ein und schaut den Glanz der Weite jenseits davon. [Der folgende Feuervergleich ist undeutlich.] Diesen edlen Weg des Schweigens verkünde ich.

A, U und M: vom Klang zum Schweigen

245. Ich verkünde: A steht an der Wurzel, u steht in der Kehle und m an der Stätte Manonmanis. Ziehst du sie geordnet zusammen und vereinigst sie, geht das Schweigen in Erkenntnis ein. [Eine Aussage über den inneren Bereich ist nicht ganz deutlich.] Mein Sohn, ob du gehst oder sitzt: Bleibe in dieser Vergegenwärtigung; dann verliert die ganze Welt ihre Schwere.

246. Es ist vergangen, zur Leere geworden; vorn und hinten bestehen nicht mehr. Im Ohr erklingt der große Nada aus allen Richtungen. Unzählige Monde, Feuer und unermessliche Sonnen werden zu Glanz. Wenn du dies täglich schauen kannst, versinke darin wie eine schweigende Schlange. Der Körper kann Verfall erfahren; festige ihn deshalb in der Vollendung.

247. Wenn du ihn festigst, vergeht der Körper nicht. Verweile unerschütterlich im Schweigen. Betrachte das Leben im Inneren; bei geeintem Geist erscheint dort Licht. [Eine Aussage über das Ergreifen ist beschädigt.] Es steht da wie eine große Kampferflamme. [Die Verbindung von Augen und Neigung ist undeutlich.] Es wird zum Körper von Sein und Bewusstsein.

Anmerkung: Das Wort am Ende ist verkürzt beziehungsweise entstellt; die vollständige Formel Satchidananda wird hier nicht ungekennzeichnet ergänzt.

248. [Die Beschreibung einer sechsfachen körperlichen Veränderung ist undeutlich.] In der Sonne werden Vollendung und Befreiung geschaut. Betrachtest du auf diese Weise den Mond, wird der Körper als großer Nektar beschrieben. Seine Farbe wird golden; über das Stoffliche hinaus kann er in die Weltensphären eintreten. [Der nächste Ausdruck ist unsicher.] Die Hauthülle wird abgestreift: Das ist ein feines Geheimnis des Schweigens.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 246 wird entsprechend ihrer Stellung zwischen 247 und 249 als 248 gelesen. Die körperlichen Wirkungen bleiben Aussagen der Vorlage. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

249. Betrachte zunächst den genannten Samadhi und höre, wie du ihn üben sollst. Weise die [mit o bezeichnete, nicht genau lesbare Haltung] zurück; überwinde den mit śi verbundenen Zorn. Wenn sie am Eingang auftreten, nimm sie im Geist wahr. Die mächtige Gewohnheit der Zweiheit tritt zuerst hervor. Die Menschen vermögen diese beiden nicht leicht zu besiegen. Weise sie entschieden zurück und tritt in Samadhi ein.

250. Betrachte zunächst die Tattvas und dann die Zucht des Yama. Schaue die Ordnung des Niyama, die durch richtiges Handeln verwirklicht wird, und den gepriesenen Pranayama mit Om. Nach innerer Betrachtung folgen Pratyahara und die große Dharana: Das ist Yoga. Die fünf Arten des Samadhi werden zur Erkenntnis. Verbinde dich als Übender mit diesem Weg.

Anmerkung: Die Namen der ersten beiden Glieder sind im Tamiltext leicht entstellt, jedoch im Zusammenhang erkennbar. Der Vers wird nicht zu einer vollständigen Standardaufzählung der acht Yoga-Glieder ergänzt.

251. Bevor du die vier genannten Verfahren schaust, vollbringe die fünf Verrichtungen und steige auf. Schaue im schweigenden Samadhi die makellose Erscheinung Shivas. Betrachte den Tattva-Samadhi, gehe danach zum Sanchara-Samadhi und erreiche Nirvikalpa. Wenn dies vollendet ist, entsteht Arudha-Samadhi.

Anmerkung: Die fünf Verrichtungen werden hier nicht aufgezählt. Die Reihenfolge wird nach dem Vers bewahrt und nicht zu einer widerspruchsfreien Schultafel umgeordnet.

252. Vedanta mit Siddhanta; der kraftvolle Übungsweg des Samatanta; der Yogaweg zum Ende des Klangs; der Erkenntnisweg zum Ende des Erwachens; und der von Kalangi eröffnete Weg: Schaue diese als sechs geordnete Wege. Wenn aus einem angenommenen Körper noch eine unerledigte Aufgabe verbleibt, [ist die Verbindung des Schlusses beschädigt], wird das erhabene Ungeteilte dich aufnehmen.

Anmerkung: Samatanta ist eine vorläufige Wiedergabe des entstellten Fachworts. Der Vers zählt sechs, ohne die Grenzen aller sechs Bezeichnungen eindeutig zu machen.

253. Dieses Aufgenommenwerden ist wie das Verschlingen des Frosches durch die Schlange, wie ein Vogel in Garudas Gewalt, wie eine Ziege in den Fängen eines Tigers oder eine Schlange im Schnabel des Pfaus; wie ein Berg, den der Blitz trifft, oder ein Lebewesen in der Hand eines Gewalttätigen. So stürzt sich das große Erwachen auf dich, wenn die Reife erreicht ist, [der letzte Vergleich mit Feuer ist undeutlich].

254. Betrachte die Tattvas mit Hingabe, gehe im rechten Yoga auf und vereinige dich mit dem Schweigen. Was ist Kechari? Höre aufmerksam: Sonne, Mond und Feuer, diese drei zusammen, bilden Kechari, mein Sohn. Du magst den glückseligen Vedanta betrachten; [der letzte Satz über Kechari bleibt in seiner Beziehung zum Vorangehenden mehrdeutig].

Die Stufen der Einweihung

255. Wie wird der Vedanta-Weg erforscht? Zunächst mit den drei Buchstaben [die genaue Einleitung ist beschädigt]. Vier Buchstaben bilden die zweite Einweihung, fünf die dritte, sechs die vierte. Acht Buchstaben bilden die fünfte Einweihung, zehn die sechste und fünfzehn die siebente.

Anmerkung: Der Vers nennt Silbenzahlen, aber keine vollständigen zugehörigen Mantras. Diese werden nicht aus anderen Traditionen ergänzt.

256. Sechzehn gehören zur achten Einweihung. [Die Zuordnung der folgenden Shakti-Prasada-Vidya ist nicht vollständig deutlich.] Höre danach von der neunten und der höchsten Prasada-Vidya. Es folgt die zehnte Einweihung; die elfte ist die Einweihung in das Schweigen. Erreiche sie ohne Schwanken und lasse das große Schweigen allmählich in die Erkenntnis eingehen.

257. Halte dich an die vom Guru gelehrte Silbe und schaue mit gefestigter Erkenntnis das Ungeteilte. Die Weltensphäre hebt dich empor; wenn der Geist in Erkenntnis eingeht, [ist die genaue Anweisung zum Nada undeutlich]. Der Lehrer kann das Schweigen nicht einfach aussprechen. Gehe versunken in die große ungeteilte Fülle ein. Nun reichen Mantras nicht mehr: Schließe den Mund. Das ist die verwandelnde elfte Einweihung.

258. Die höchste Guru-Stätte steht wie eine Lotusblüte da, mit acht Blättern im Tausendfältigen. In ihrer ebenen Mitte liegt ein Fünfeck. Darin stehen Shiva und Shakti als Eines, ohne Tätigkeit und ohne Gestalt, als Licht. Es strahlt wie unzählige Sonnen und blendet die Augen. Dieses Licht wurde unmittelbar geschaut.

259. Wenn du schaust, stehen die Tattvas ringsum. Erkenne ihre Erscheinung aufmerksam: Dies ist der ursprüngliche Ort der Erkenntnis. Die Weltensphären vergehen, wenn du sie durchdringst und überschreitest. Manche nennen ihr bloßes Gerede Erkenntnis, behaupten, die Kunst sei ihnen zugefallen, und führen Alchemie vor. Doch sie können die eigentlichen Zeichen nicht zeigen und tragen stattdessen gewichtige heilige Lieder vor.

260. Überschreite die Tattvas der höchsten Guru-Stätte und höre von der Schau Shivas. Die Lebenskraft steht dort wie unzählige Sonnen. Schaue fest: Was sollst du noch von Shiva sprechen? Es ist Shiva selbst. Ich sage dir: Wer darin steht, findet keine Worte. Wenn du betrachtend darin verweilst, hebt es dich empor und nimmt dich ganz in sich auf.

261. Lass die sechs Stätten von der Wurzel an hinter dir und schaue weiter hinauf. Überschreite Unmani und tritt in die sich erhebende Erkenntniskraft ein. [Die Verbindung von Kechari, Geist und dem Ende der inneren Reise ist beschädigt.] Das Höchste erscheint als Gestalt der Erkenntnis. Zeit, Geburt und Tod vergehen. [Der letzte Vergleich ist nicht zuverlässig lesbar.]

262. Im Om verweilend, nimm die Erde auf; der weitergehende Geist nimmt das Wasser auf. Wasser nimmt Feuer auf, Feuer die Luft und Luft den Raum. Die gedankliche Ausrichtung vergeht, und auch der Körper wird aufgenommen. Om, Vedanta und Siddhanta werden überschritten. Steige auf, trinke den inneren Trank und schaue rasch.

Anmerkung: Die Auflösung der Elemente wird in der Richtung wiedergegeben, die der Tamiltext nennt. Unklare Verbindungswörter werden nicht durch eine andere kosmologische Ordnung ersetzt.

263. [Der Eingang verbindet Om, Buchstaben und eine Sechszahl mit einer nicht gesichert lesbaren Stätte.] Wenn Ich-Sinn und der Grundsatz Ich bin dies schwinden, werden a und u sichtbar, dazu m, Bindu und Nada. Ergreife das Schweigen der höchsten Weite, die darüber steht, und steige auf.

264. Beim Aufstieg nimmt a das u auf, u nimmt m auf, m nimmt Bindu auf und Bindu Nada. Nada nimmt Shakti auf, und die für sich stehende Shakti nimmt Shiva auf. Das Höchste nimmt das Höchste in sich auf. Erreiche jenen Ort, der den Shiva-Zustand aufgenommen hat, und gehe darin ein.

Anmerkung: Der erste Laut erscheint in der OCR-Fassung als ya; im Zusammenhang mit der vorausgehenden Folge ist a naheliegend, aber nicht vollständig gesichert. Die Richtung der Aufnahme wird nicht umgekehrt.

Shambhavi und Kechari

265. Schaue die sechs Stätten von der Wurzel an und die Erscheinung der sie durchdringenden Sushumna. Schaue Shambhavi, die dem Mond gleicht; festige und prüfe dies. Alles bis hierher ist der Weg des Yoga. Die Stätte ohne Tag und Nacht ist der Weg der Erkenntnis. Wenn du den Ort der Jungfräulichen erkennst, zeigt sie dir Erkenntnis. Schaue Kechari!

266. Betrachte Vasi und führe ihn höher; sie wirft die zurückgelassene Verwirrung nach unten. In einem Augenblick wird die Weite sichtbar. [Die Aussage über eine aus Weltensphären bestehende Girlande ist nicht ganz klar.] Erkenne den ursprünglichen und den anfangslosen Kreis als eins. Wenn du im Eigenschaftslosen den Nektar trinkst, ist die erhabene Erkenntnisvollendung wahrhaftig erreicht.

267. Höre von den beiden höchsten Künsten: dem wahren Vasi und dem Schweigen. Shambhavi und Kechari sind die beiden Wege, auf dem besonderen Pferd aufzusteigen. [Eine Bezeichnung der Vidya ist unsicher.] Ist der Geist klar, wird es zur Kunst der Erkenntnis; ist er unrein, bleiben beide unwirksam. Erkenntnis geht darüber hinaus. Die dort offene Weite ist das Ungeteilte.

268. Im Feuer steht das Höchste. Wer hat es recht geschaut? Der Siddha-Yogi. Mutter Unmani steht in Kechari. Steige auf, halte das Schweigen und lenke den Atem. Nimm das Eigenschaftslose darin auf und bleibe beständig. [Die nähere Bestimmung des Schweigens ist beschädigt.] Es gibt dort nichts Gestalthaftes; betrachte es mit ungebundener Erkenntnis.

269. Ein Ursprung ist in Kundalini, einer in der Kehle als Stätte des Höchsten, einer zwischen den Augenbrauen und einer im gepriesenen Bindu. Ein Ursprung liegt in Shakti und einer im für sich stehenden Höchsten. Wer diese sechs gesehen hat, ist ein Erkennender. Wer sie wirklich versteht, wird ein Yogi des dreifachen Ursprungs genannt.

Anmerkung: Das Verhältnis zwischen sechs Ursprüngen und dreifachem Ursprung wird in diesem Vers nicht erklärt.

270. Von na bis ya reicht der feste Ursprung des Yoga. Von a über u bis zum darüber hinausgehenden m reicht der Ursprung der Erkenntnis. Der Klang aller Richtungen wird im Schweigen gehört; immer weiter aufsteigend wird der Weg geschaut. Trinkst du die Milch des Begehrens, bleibt es spielerischer Genuss und führt nicht zur Vollendung. Trinke die gute Milch.

Anmerkung: Die beiden Arten von Milch gehören zur Bildsprache der Passage; sie werden nicht als konkret identifizierte Flüssigkeiten ausgegeben.

271. Wer die gute Milch trinkt, erlangt Erkenntnisvollendung; fürchte dich nicht im kraftvollen Yoga. [Die Passage über fünf Klänge und einen inneren Raum ist beschädigt.] Jenseits davon liegt reiner Klang. Vasi findet beim Herrn Befreiung; am ursprünglichen Ort ist das Leben Shakti. Sie strahlt beständig. Es ist weder fern noch eine lange Wegstrecke entfernt: Es ist in einem Augenblick da.

272. In einem Augenblick wird die Vereinigung mit dem Raum geschaut. Doch was ist Raum, und wo ist Weite? Was ist das Licht darin? [Die Aussage, wie diese drei Kechari erheben, ist nicht vollständig eindeutig.] Wo sind dann Auge und Nase? Die feinen Abgrenzungen vergehen. Was sind eins, zwei oder ihr Ausgleich? Schaue genau: Es ist die eine offene Weite.

273. Gewöhne dich daran, im Einen zu verweilen. Betrachte die erhabene Manonmani zwischen den Augenbrauen und verbinde das Schweigen mit ihrem Licht. Lenke den Atem und schaue Shambhavi. Bis hierher ist es der Weg des Yoga; wer darin feststeht, ist ein Shiva-Yogi. Verbinde dich mit der Guru-Stätte, die Bindu heißt, und führe den Strom des Schweigens dorthin.

274. Im strömenden Bindu erscheinen unzählige klare Monde; die Augen werden geblendet, und Verwirrung kann entstehen. Im Nada wird das äußere Hören aufgehoben; [die nächste Gestaltbeschreibung ist unklar]. In der Shakti erscheint Feuer, dem selbst unzählige reine Sonnen und Monde nicht gleichen. Wer die Soma-Milch getrunken hat, schaut dies. Für die kundigen Erkennenden bleibt es ein Spiel der Erscheinung.

Die Kunst des Schweigens

275. Wenn das Schweigen in Shiva eingeht, erscheinen unzählige makellose Feuer, Sonnen und Monde. Unterhalb des Höchsten liegen die drei Leeren: a, u und m werden als diese drei bezeichnet. Ihren Glanz vermag man nicht auszusprechen. Schaue die lichtvolle Mutter Unmani: Die eine Stätte der Göttin ist Kechari.

276. Der Glanz und die Herrlichkeit der mütterlichen Kechari-Stätte können weder vom Auge noch vom Himmel umfasst werden. [Zwei preisende Bezeichnungen sind beschädigt.] In ihr ist Schweigen; betrachte es mit Erkenntnis. Im Schweigen Kecharis gehst du ins Ungeteilte ein. Was ist dort in der großen Weite? Mein Sohn, die Wahrheit des Ziels ist schwer zu sagen. Jenseits davon wurde es geprüft.

277. Bis zu m reicht der Klang; dies ist der Sitz der jungfräulichen Mutter. Schaue die Fülle: Schweigende Erkenntnis wird mit dem großen Nada eins und einspitzig. Gehe auf dem einen Weg hinein. Wenn du eingetreten bist, erscheint dort nichts Gesondertes mehr. [Der Schluss beschreibt reine Weite, zahllose Sonnen, feuriges Leuchten und Monde, ist im Satzbau jedoch beschädigt.]

278. [Der erste Ausdruck zu m ist undeutlich.] Na zeigt den Guru. Wenn m sich zurücknimmt und über jene Grenze hinausführt, ist die wegweisende Stätte Kechari, mein Sohn. Man nennt m den oberen Buchstaben; doch die Vereinigung der drei Buchstaben wird nicht erkannt. Was ist m? Die Kunst des Schweigens, das den Mund nicht öffnet.

Anmerkung: Die OCR-Nummer lautet 276; zwischen 277 und 279 ist 278 gemeint. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

279. Man sagt, die Kunst des Schweigens bestehe aus drei Buchstaben, doch erkennt weder ihre Verbindung noch ihren Weg. Man sagt, Schweigen heiße, den Mund zu schließen; aber was wäre dann mit dem Mund von Rind und Pferd? Man hat von der Kunst des Schweigens gehört, erkennt aber ihre innere Vereinigung nicht und hört den Nada nicht. Überschreite dies und verankere das Schweigen: Dann wird der ursprüngliche Klang aller Richtungen hörbar.

280. Schaue: Der Nektar des Mondes tropft herab und erscheint jenseits des Dvadashanta. Der Klang endet, und die Erinnerung an das eigene gesonderte Ich schwindet. Am oberen Gaumen fließt Nektar wie ein Strom. Die drei Unreinheiten verschwinden, und die fünf Sinnesvermögen kommen zur Ruhe. Die Süße des höheren Nektars übertrifft jede Berauschung. [Der Schluss über den Sieg jenseits der Drei ist nicht vollständig klar.]

Anmerkung: Die OCR-Zahl 260 gehört nach den Nachbarversen zu Vers 280. Die Nektaraussage bleibt Teil der inneren Physiologie des Werkes. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

281. In der Welt gibt es Berauschung; nach langer Reifung aber steigt in dir eine andere innere Wonne auf. Sie tritt durch m hervor. Wenn du m einfügst, tue es mit Verständnis. Gehe in die tiefe Erkenntnis ein und verankere zielgerichtet das Schweigen, das Wissen ist. Höre das feine Spiel des Nada und bleibe unversehrt auf dem einen Weg.

282. [Die erste Wendung über Befreiung ist nicht gesichert.] Höre den guten Weg des Aufstiegs. Richte Vasi an der Wurzel aus; durch geordneten Pranayama wird das Hindernis überwunden. In der Vereinigung schaust du Kundalinis Tanz und den gewaltigen Sonnenglanz. Richte vang an der Kehle aus; [die Aussage über den sich öffnenden unbewegten Weg ist sprachlich undeutlich].

283. Wenn du dich an das rechte Verweilen gewöhnt hast, ist die erhabene Manonmani zwischen den Augenbrauen gegenwärtig. Verbinde das Schweigen mit dem Licht und schaue die große Shambhavi. Bis hierher ist es der Weg des Yoga, den der Shiva-Yogi in Festigkeit schaut. An der Guru-Stätte, die Bindu heißt, bringe das Schweigen als Strom zusammen.

Anmerkung: Die deutliche Ähnlichkeit mit Vers 273 wird bewahrt; der Vers wird nicht als vermeintliches Duplikat entfernt.

Die acht Glieder des Yoga

284. Höre, wie ich den achtgliedrigen Yoga erkläre; ich werde jedes Glied einzeln entfalten. Weise [eine unklare träge Haltung] und Schläfrigkeit zurück und verweile beständig in Taraka. Sammle den Geist und schaue Kechari. Wenn Kechari geschaut wird, fließt Soma-Milch. Erkenne: Kechari ist der Ort, an dem Sonne, Mond und Feuer vereint stehen.

285. Es sind Yama und Niyama, Asana und Pranayama, Pratyahara und Dharana, dazu die erhabene Meditation und Samadhi. Diese zusammen sind die acht Glieder. Höre, wie ich sie im Hinblick auf Siddhanta und Vedanta darlege. Erkenne sie der Reihe nach in deinem eigenen Verständnis.

286. Yama ist zehnfach. [Mehrere Namen der Aufzählung sind entstellt.] Erkennbar genannt werden Wahrhaftigkeit, eine auf Brahmacharya bezogene Bezeichnung, Mitgefühl, Geradheit, Festigkeit und maßvolles Verhalten; [weitere Begriffe sind unsicher]. Diese zehn bilden Yama. Höre nun von der guten inneren Ordnung.

Anmerkung: Es wird keine aus anderen Yoga-Schriften übernommene vollständige Zehnerliste ergänzt. Auch die Lesungen Brahmacharya und Geradheit sind vorläufig.

287. [Es folgt eine teilweise beschädigte Liste von Sitzhaltungen.] Erkennbar sind Gomukha, Padma, Vira und Simha; [weitere Namen bleiben unsicher]. Diese werden als neun Asanas bezeichnet. Höre von der Einteilung des Pranayama: Rechaka und Puraka werden genannt, dazu [zwei ungesicherte Fachausdrücke]; insgesamt wird eine Fünfzahl angegeben.

Anmerkung: Die Aufzählungen lassen sich nicht lückenlos herstellen. Der Wechsel von der angekündigten inneren Ordnung zu Asanas wird nicht durch neu erfundene Zwischentexte ausgeglichen.

288. Es gibt sechs Arten des Pratyahara: eine auf den Körper bezogene Zurücknahme, eine Zurücknahme der Sinne, eine Zurücknahme des Prana, eine Zurücknahme der inneren Werkzeuge und eine Zurücknahme des Begehrens. So habe ich Pratyahara erklärt; betrachte diese sechs einzeln.

Anmerkung: Im erkennbaren Wortlaut lassen sich nur fünf Bezeichnungen eindeutig voneinander abgrenzen. Der fehlende sechste Eintrag wird nicht ergänzt.

289. Sechs Arten der Dharana will ich nennen. Eine richtet sich auf die fünf Elemente; hinzu kommen Dharana auf Prana und die gepriesene Dharana auf Brahman. [Der nächste Name ist undeutlich.] Höre ferner von der Dharana auf die Tattvas und von einer weiteren Dharana [deren Bestimmung fehlt]. Mein Sohn, es gibt diese sechs großen Arten.

290. Zehn Arten der Meditation will ich nennen: Meditation auf die sechs Stützpunkte, Meditation auf den Körper, Meditation im Mandala, Meditation auf Brahma, Meditation auf Vishnu, Meditation auf Rudra und Meditation auf eine Gottheit.

Anmerkung: Die angekündigte Zehnerzahl ist in der lesbaren Aufzählung nicht vollständig aufgelöst. Die Übersetzung fügt keine weiteren Meditationsarten hinzu.

Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und innere Reinheit

291. Es gibt den einen Sanchara-Samadhi und den sich erhebenden Arudha-Samadhi. Fünf Arten des Samadhi habe ich genannt, mein Sohn; damit sind die acht Glieder vollständig. Höre nun die zehn Formen des Yama und ihre Frucht: Betrachte bei Vögeln und Tieren Glück und Leid so wie dein eigenes. Werde darin mit geeintem Geist vollkommen klar.

292. Wenn dies klar geworden ist, nennt man es Ahimsa. So erläutert es Siddhanta. Höre nun, wie Vedanta davon spricht: Erkenne, was sich durch die vielfältigen Sinne zeigt, und schaue die Fülle als das ungeteilte Ganze. [Eine weitere Bestimmung ist undeutlich.] Weise die Vorstellungen und Gegenüberstellungen zurück, die aus Kaste, Varna und Lebensstand entstehen.

Anmerkung: Ahimsa ist die im Zusammenhang klare Normalisierung einer entstellten tamilischen Schreibung. Der Vers verbindet Gewaltlosigkeit mit einer Überschreitung gesellschaftlicher Unterscheidungen.

293. [Der erste Halbsatz über das Zusammenführen ist beschädigt.] Wenn du unbefleckt in diesem Zustand verweilst, nennt man es Ahimsa. Auch im Spiel der verborgenen Rede [ist die Verbindung der folgenden Worte unklar]. Die eigene Gestalt, die überall gegenwärtig ist, erfüllt alles. Dies ist Wahrhaftigkeit, mein Sohn: Sie lässt sich nicht in voneinander getrennte Teile zerlegen.

294. Verweile in Ahimsa und richte dich darauf aus, vollkommen zu sein. [Eine Aussage über Stärke und den einzigen Weg ist undeutlich.] In Wahrhaftigkeit sollen Rede und Körper [eine Wendung mit Speise und Milch ist beschädigt] nicht eigenmächtig zugreifen. Lass das Aneignen fallen und beruhige den Geist. Erkenne die Vergänglichkeit des Körpers und dessen, was zu ihm gehört.

295. Erkenne alles in seiner Verkörperung und lindere das Leiden des Körpers. Wie du Glück und Schmerz bei dir selbst kennst, so erkenne sie bei allen Menschen, bei Vater, Mutter und Kindern. Wenn Menschen dir in Liebe begegnen, erweise ihrer Gestalt Gutes [eine Wendung zum Begehren ist undeutlich]. Dies wird als [unsicher gelesene Tugendbezeichnung] bezeichnet. Höre nun auch die weitere Deutung.

296. Höre, mein Sohn: Die Vedanta-Lehre wird als das Rechte bezeichnet. [Die Abgrenzung gegenüber anderen gehörten Lehren und der anschließende Tugendname sind nicht sicher.] Feinde, Krankheit und Bedrängnis werden genannt. Bleibe makellos und kühl; wenn geliebtes oder schmerzhaftes Erleben und Selbstbezogenheit auftreten, betrachte sie wie einen Traum. Ohne dich zu verzehren darin zu bleiben, wird als Gleichmut beschrieben.

Anmerkung: Mehrere Tugendnamen dieser Passage sind entstellt. Die verständlichen Aussagen werden übersetzt, ohne eine lückenlose Zehnerliste zu behaupten.

297. Man sagt, im Vedanta liege Befreiung, nicht allein in den bezeichneten Lehrschriften. Was bedeutet diese Aussage? Es gibt kein Anderes: Wir sind eben das. In den Angelegenheiten des Handelns den Geist nicht bedrängen zu lassen, wird Zufriedenheit genannt. Man spricht von Befreiung durch Vedanta; neben dieser Einsicht bleibt nichts anderes.

298. Wenn jemand beständig und ohne Vergessen erkennt: Wir sind die Fülle, dann ist nichts Fremdes zu uns hinzugekommen. Darin vereint zu bleiben, wird als Nahrung bezeichnet. Das Eigenschaftslose ist nichts anderes. [Die Anweisung zur Reinigung der Nahrung ist undeutlich.] Mit Wasser und [einem beschädigten Ausdruck] wird die äußere Reinigung genannt.

Anmerkung: Die OCR-Fassung hat 296; die Nachbarverse ergeben 298. Die genaue äußere Reinigungshandlung ist nicht rekonstruierbar. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

299. Durch die Essenz des Vedanta ist Reinheit das Verweilen in der Freude des Vierten. Man schaut die Traumzustände und erkennt: Nichts ist gekommen, nichts ist gegangen. Wenn die Zeit reif ist, empfängt man Vedanta aus dem Mund des Gurus. In dieser Lauterkeit zu bleiben, ist Reinheit. Damit sind die zehn Formen des Yama genannt.

Anmerkung: Die Behauptung der abgeschlossenen Zehnerliste wird als Textaussage bewahrt; die beschädigte Überlieferung erlaubt keine vollständige Zuordnung aller Namen.

300. Höre die Erklärung des zehnfachen Yama: Was ist Wahrheit, was bloßer Schein? Was bin ich, und wer sagt Ich? Woher kommt die Unterscheidung, die uns begegnet? Dies sind die wesentlichen Fragen. Betrachte sie im Licht der Offenbarung und des Vedanta und prüfe sie beständig. Nicht davon abzulassen und Schlechtes zu überwinden, wird zur Askese.

Anmerkung: Die letzte Satzverbindung ist nicht völlig eindeutig; der Aufruf zu fortgesetzter prüfender Betrachtung ist klar.

Freude, Freigebigkeit und die Unterweisung des Gurus

301. Betrachte das tief verwurzelte Begehren nach den Welten Brahmas und der anderen Götter wie eine Schlange. Wenn Abwendung entsteht, erscheint es wie ein Traum. Erkenne: Dies bringt Leid, und lass den Geist klar werden. Wenn du ungehindert als das Wirkliche, als Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, du selbst bist und als Gestalt der Freude im Erwachen verweilst, ist dies Zufriedenheit.

302. Mache Agamas und Puranas ruhig allen zugänglich. Betrachte den Kern von Vedanta und Brahman-Lehre als Fülle. Wer dies erkannt hat, [wird mit einem nicht sicher lesbaren Begriff bezeichnet]. Verstehe die Unterweisung des Gurus und reife im Erkennen ihres Sinnes. [Die letzte Aufforderung verlangt eine umfassende Gabe an den Guru; der genaue Gegenstand ist entstellt.]

303. Gib mit Blick auf das Höchste: Das ist Freigebigkeit. Betrachte das Wohlergehen und den Genuss des eigenen Körpers so, wie du sie bei anderen wahrnimmst. Richte dein Verständnis darauf aus: Alle die vielen Lebewesen sind wir selbst. Wenn du dich liebevoll mit ihnen eins weißt, erkenne darin eine gute Verehrung des Herrn. So richtig verstanden, ist dies beständige Shiva-Puja.

304. Lass alle Lehrschriften und die widerstreitenden Gedankenbewegungen hinter dir und folge dem Guru wie seinem Schatten. Betrachte ihn als Flut von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit. Prüfe dich in der Wirklichkeit, die Klarheit schenkt. [Der Zusammenhang eines Fachworts für Befreiungsverlangen ist undeutlich.] Die Fülle, die dich aufklärt und erkennen lässt, ist das wahre Hören, Shravana.

305. Auch wenn im Handel großer Gewinn anfällt, lass das Verlangen danach los. Wenn die Sinne ihren Gegenständen nachgehen, verliert die gehörte Erkenntnis ihre Festigkeit, und der Geist verstrickt sich in der Welt. Betrachte die eingeprägten Neigungen und die zahllosen Bindungen, die sich an Partnerin und Kinder heften.

Anmerkung: Der Vers warnt vor innerer Verstrickung; eine Aufforderung, familiäre Verantwortung aufzugeben, wird daraus nicht ergänzt.

306. [Der Eingang über eine bestimmte Form des Verstehens ist beschädigt.] Während du in der vergänglichen Welt lebst, betrachte Vedanta mit geeintem Geist. Darin geordnet festzustehen, ist das Ziel. Verweile entschieden im Brahman des Vedanta und schaue täglich die Fülle. Wenn Zaghaftigkeit weicht und Klarheit wächst, darf dies als reifes Verstehen bezeichnet werden.

307. Bleibe gemäß der Unterweisung von Lehrer, Offenbarung und Guru in der Erkenntnis: Ich bin Brahman. Betrachte dies als den Sinn des Vedanta und weise übermäßiges Verlangen zurück. Wenn der Geist damit übereinstimmt, ist dies Shiva; alles andere zeigt sich als Täuschung. Halte [die genaue Bezeichnung ist undeutlich] davon ab, durch die fünf Sinne fortzulaufen, dann schwindet die Verblendung.

308. Denke ohne Unterlass: Ich bin Brahman, und betrachte Vedanta beständig mit geeintem Geist. Welche Aufgaben auch auftreten, ob Lob, Leid oder Freude kommen: Unverletzt auf dem vom Guru gewiesenen Weg zu bleiben und ihn praktisch zu leben, ist das Gelübde. Die zehn Vorschriften habe ich erklärt; übe alle zwanzig und steige auf.

Anmerkung: Die OCR-Fassung wiederholt 306; gemeint ist nach den Nachbarversen 308. Die Zwanzig beziehen sich dem Zusammenhang nach auf die beiden Gruppen sittlicher Regeln, deren Namen teilweise entstellt sind. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

Sittliche Grundlage und die Ausrichtung des Atems

309. Wenn du diese zwanzig Vorschriften übst, aber keine Festigkeit im Geist hast, gleicht es einem Gemälde ohne Wand. [Die folgenden Vergleiche mit Kulikai und körperlicher Vollendung sind teilweise beschädigt.] Eine Grundlage muss zuerst gelegt werden. Werden die zwanzig wirklich gelebt, entsteht Erkenntnis.

310. Erkenntnis entsteht. [Eine Aussage über die vier Weltzeitalter und die göttliche Gestalt ist undeutlich.] Mein Sohn, verstehe den achtgliedrigen Yoga. Nimm einen geeigneten Sitz ein und atme an der Wurzel mit vang ein. Halte gesammelt inne und hebe das große Feuer; richte śi auf den oberen Abschluss. Nachdem du dies dreimal gewechselt hast, löse die Atemruhe und atme aus.

Anmerkung: Die genaue Sitzbezeichnung sowie mehrere Bewegungsangaben sind unsicher. Die Passage ist eine historische Kurzvorschrift, keine hinreichend bestimmte Übungsanleitung.

311. Atme aus und halte dann mit ang gesammelt inne. Wenn diese beiden Vorgänge vollendet sind, verbinde a und u und übe die Atemruhe im Schweigen. Wenn das makellose Schweigen sich gesammelt hat, verlasse die Wurzel und richte dich atmend auf die Kehle aus. Wenn der Atem ruhig geworden ist, betrachte wieder die Wurzel.

312. Atme mit Erkenntnis das Schweigen ein, halte darin liebevoll die Fülle und führe die Ausatmung zielgerichtet aus. Dies wird als keimloser, auf Brahman gerichteter Pranayama bezeichnet. Lass das Verlangen nach der Welt zurück und halte keinen zweiten Gedanken im Geist fest. [Die Bestimmung des ursächlichen Endes ist undeutlich.] Erfahre den Weg bis an sein Ende.

313. Ich will die Sitzhaltungen ausführlich erklären. Höre zunächst von Svastika: [Die Anordnung von Knien, Füßen und Knöcheln ist beschädigt.] Höre dann von Simhasana. Lege das Tuch zurecht, richte die Knie aus und bleibe mit dem Blick auf die Nasenspitze sitzen. So wird es beschrieben.

Anmerkung: Die Namen Svastika und Simhasana sind normalisierte Lesungen. Die teilweise unklare Haltung wird nicht anhand einer modernen Asanabeschreibung vervollständigt.

314. Höre von Bhadrasana: Sitze aufrecht und halte beide Beine mit den Händen [die genaue Griffposition ist unklar]. Wenn du so bequem verweilst, ist es diese Haltung. Höre nun von Muktasana: [Die Verbindung der Beine und die Position einer Ferse sind entstellt.] Verweile darin ohne Scheu.

Anmerkung: Auch die Lesung Muktasana ist vorläufig; eine genaue Körperanleitung lässt sich aus diesem Wortlaut nicht sichern.

315. Höre von Purayasana [Name unsicher]: Stütze beide Hände auf und setze die Ellbogen an den Nabel; halte dich gerade wie einen Stab. Höre vom bequemen Sitz: Sitze auf die Weise, die angenehm ist. Ich habe von der Eignung der vielen Haltungen gesprochen. Höre nun die Darlegung des Pranayama.

Anmerkung: Die erste Beschreibung erinnert an Mayurasana; der entstellte Name wird dennoch nicht ungekennzeichnet als gesicherte Mayurasana-Lesung ausgegeben. Eine Zahl am Ende ist unsicher.

316. An den Orten, an denen die fünf Elemente im Körper feststehen, betrachte im jeweiligen Mandala Farbe und Gestalt [ein Wort ist undeutlich]. Wenn du dies im Geist bewahrst, wird Prana gestützt. Führe ihn, beginnend an der Wurzel, geordnet durch die sechzehn [deren nähere Bestimmung offenbleibt]. Wer so in rechter Reihenfolge vorgeht, verwirklicht vier Arten der Dharana.

Meditation auf die Gottheiten und auf das All

317. Höre von der verwirklichten Meditation. In Brahmas Wohnstätte betrachte Mandala, Ohrringe und Krone sowie den Lichtglanz [weitere Attribute sind beschädigt]. Sein Gefolge steht ringsum. So erkläre ich es den nach oben Strebenden. Höre danach von der Meditation über den Herrn: Stelle seine makellose grüne Farbe vor.

Anmerkung: Der Übergang führt dem folgenden Vers nach zu Vishnu. Die grüne Farbe wird wie überliefert erhalten.

318. Betrachte Muschelhorn, Diskus und Keule sowie die reglos bildhafte Gestalt mit vier [Gliedern; die Lesung ist gestört]. Er trägt Ohrringe und Krone, Perlen und eine Tulasi-Girlande sowie den Kaustubha-Edelstein. Setze Lakshmi an seine Seite. Brahma und die Hüter der Welten stehen nahebei. So wird über ihn meditiert.

Anmerkung: Die Vorlage liest an der fraglichen Stelle wörtlich vier Beine; vermutlich liegt eine Entstellung vor. Die Übersetzung setzt nicht stillschweigend vier Arme ein.

319. Meditiere nun über Rudra, verbunden mit den fünf Silben und seinen Waffen. Er trägt Ohrringe und Krone; an seiner linken Seite ist die gepriesene Rudri. Betrachte ihn leuchtend im Inneren. Die Großen dienen ihm dort mühelos. Schaue danach Maheshvara aufmerksam und verehre ihn mit makelloser Hingabe.

320. Meditiere tief gesammelt über Sadashiva und Manonmani. Nachdem so über die sechs meditiert wurde, folgen drei Arten der Mandala-Meditation. Wer auf diese Weise verehrt, übt die erhabene Meditation über die Gottheiten. Höre nun von der Meditation auf das All: Das gesamte erscheinende Universum ist ein einziger Körper.

321. Betrachte diesen einen Körper als dich selbst und sinne gesammelt über Ishvara nach. Wie man im Linga den Körper Shivas erkennt, so betrachtet man alles Gestalthafte wahrhaftig als den Herrn. Höre nun von der Meditation auf Prana. [Die Schlusszeile nennt eine Sechsunddreißigzahl, deren nähere Bestimmung beschädigt ist.]

322. [Der Eingang nennt weitere Prinzipien.] Prakriti, Purusha und das höchste Wirkliche werden als drei betrachtet. Unterscheide das Gesamthafte und das Einzelne. Verehre mit Mantra, wiederhole es und übe innere Verehrung. [Die anschließende Berechnung mit zweiundvierzig und acht ist nicht zuverlässig verständlich.] All dies wird als Wissen bezeichnet.

323. Höre von der Meditation auf Brahman: die weite Maya, der Grund ihrer Erscheinungen und das reine Bewusstsein werden als drei betrachtet, die sich wie Raum ausbreiten. [Der folgende Satz über heilige Orte, Gestalten und Pilgerstätten ist teilweise beschädigt.] Denke zu jeder Zeit darüber nach und vergegenwärtige dir freudig immer wieder: Ich bin Brahman.

324. Die zehn Arten habe ich ihrem Wesen nach erklärt; die fünf Samadhis wurden zuvor dargelegt. Den achtgliedrigen Yoga habe ich zusammengefasst. [Ein Ausdruck über die Anordnung der Tattvas ist unklar.] Ich habe die Festigkeit der Mutter erläutert. Prüfe das Gesagte, werde darin klar und betrachte die Wirksamkeit des Vasi.

Wirkungen und Stufen des Pranayama

325. Wenn Pranayama so kraftvoll geübt wird, tritt aus den Poren Schweiß hervor. [Ein Zwischenausdruck ist undeutlich.] Wer Vasi täglich übt, soll alle Körpergewebe zur Vollendung bringen; die Störungen im Fleisch sollen weichen. Krankheiten werden ausgeschieden, und eine neue Hülle sammelt sich.

Anmerkung: Dies sind körperbezogene Wirkungsbehauptungen der Quelle. Sie werden nicht als medizinische Tatsachen bestätigt.

326. Alle Krankheiten im Körper sollen verschwinden und wie zu Wasser verbrannt werden. Der Körper wird rötlich, die beiden Augen gleichen roten Oleanderblüten. [Eine weitere Körperbezeichnung ist unklar.] Die sechs großen Chakras werden geschaut. Die fünf göttlichen Wirkenden kommen und gewähren, worum man sie bittet.

327. Rechaka bedeutet Loslassen des Atems, Puraka das Einziehen und Kumbhaka das ruhige Zurückhalten. [Es folgt die Unterscheidung mit und ohne Bija-Mantra.] Wenn du das Bija-Mantra weglässt, atme klar und langsam ein. Betrachte die fünf Arten des Pranayama, während du unbewegt in einem geeigneten Sitz verweilst.

Anmerkung: Die fünf Arten werden in diesem Vers nicht vollständig und eindeutig aufgezählt.

328. Ziehe den Atem für zweiunddreißig Matras an der Wurzel ein. Halte ihn für vierundsechzig Matras gesammelt zurück und atme geordnet, ohne abzuweichen, für sechzehn Matras aus. Verstehe dies und schaue Nandi; nachdem du dort gefestigt bist, suche die weitere heilsame Stätte auf und richte den Atem dorthin.

Anmerkung: Matra bezeichnet eine Zähleinheit. Die Zahlen und ihre Zuordnung sind nach der Vorlage bewahrt; eine Sekundendauer wird nicht ergänzt.

329. Richte dich liebevoll atmend auf Vishnu aus und gehe danach zu Rudra. Verweile bei Maheshvara und richte den Atem dorthin; vereinige dich anschließend freudig mit Sadashiva. So steige durch die sechs Stätten auf. Dies bildet einen zusammengehörigen Pranayama-Durchgang. [Die Aussage über das, was dabei aus dem Körper weicht, ist beschädigt.]

330. Wenn beim Pranayama die Zahl der Matras steigt, [ist die erste Körperwirkung undeutlich]. Der Kopf wird bewegt und emporgehoben. Die drei Unreinheiten lösen sich wie ein Belag, und die feststehenden Nadis werden gereinigt. Wenn Pranayama so verwirklicht wird, erhebt sich der Nada aller Richtungen. So lautet die Aussage.

331. Im Pranayama gibt es acht Stufen; höre, ich will sie nicht verbergen. Die erste ist Schwitzen. [Die genaue Benennung der zweiten Stufe ist unklar.] Die dritte ist das wunderbare Licht; in der vierten wird der Körper leicht, in der fünften erstrahlt er [ein Vergleich ist mehrdeutig]. In der sechsten steigt die große Kundalini empor.

Anmerkung: Die Zuordnung der letzten Angabe zur sechsten Stufe folgt dem unmittelbaren Zusammenhang; der Beginn des folgenden Verses ist sprachlich nicht ganz eindeutig.

332. Es folgt der Weg des Bewegens im Raum und die Fähigkeit, Fernes zu schauen. Höre von der Größe der achten Stufe: In der oberen Stätte erklingen die Klänge aller Richtungen. Gute und schlechte Taten fallen ab, und die Nadis werden gereinigt. [Die Aussage über das Vermischen einer Milch mit dem Körper ist mehrdeutig.] So betrachte freudig den Pranayama.

Die Formen der inneren Zurücknahme

333. Nun erkläre ich Pratyahara. [Die erste Aussage über den Weg eingeprägter Neigungen ist gestört.] Durch den Zustand des Vierten wird er überschritten; bemühe dich allmählich um das ungeteilte Schweigen. Die drei Städte nicht umherirren zu lassen und die Bewegung zurückzunehmen, heißt Pratyahara. Darin gibt es sechs Arten. Ich werde sie ihrer Natur nach erklären.

334. Der körperbezogene Pratyahara hat zwei Arten. Die eine besteht darin, den Geist nicht in die Welt hinausgehen zu lassen, sondern ihn heilsam in Samadhi zu halten. Die andere ruft ihn zurück, nachdem er in Tätigkeiten eingetreten ist [die nähere Bestimmung ist undeutlich]. Wenn du so auf das eine Wirkliche ausgerichtet bleibst, ist dies Pratyahara, Edler.

335. Beim Pratyahara der Sinne werden [einige körperliche Funktionen sind nicht sicher lesbar] nicht nach außen fortgelassen, sondern mit klarem Verstand gesammelt in Samadhi gehalten. Beim Pratyahara des Prana werden zunächst die Nadis gereinigt. [Es beginnt eine beschädigte Aufzählung körperlicher Orte; Stirn, Sprache und Gehör sind erkennbar.]

336. Augen, Nase und Mund, Zunge, Kehle und Brust; [ein Ausdruck zum Bauch oder Blut ist unsicher], Hüfte, Nabel, Oberschenkel, Knie und Füße sowie die großen Zehen und die übrigen Glieder: Ziehe den vertrauten Prana aus seinen einzelnen Stätten zurück und sammle ihn zur rechten Zeit. Dies wird als Pratyahara des Prana bezeichnet.

337. Lass die innere Kraft nicht umherirren und nicht in die Welt hinausgehen. Wende dich dem Weg zum Wirklichen zu und betrachte mächtiges Begehren wie [ein nicht ganz klarer Krähenvergleich]. Lass Vorstellungen und Gegenüberstellungen im Geist nicht Fuß fassen. Durch die Erforschung des Vedanta ist es gut, in der leuchtenden Erkenntnis zu verweilen.

338. Dies ist Pratyahara der inneren Werkzeuge. Ob Reichtum, Getreide, Gold, Land, Schmuck oder beliebige Dinge gegeben werden: Lass im Geist kein Verlangen danach aufkommen. Betrachte sie mit Losgelöstheit; die innere Abwendung ist sehr hoch zu achten. [Eine weitere Pratyahara-Bezeichnung ist entstellt.] Erforsche Vedanta mit Hingabe und werde klar.

339. Erkenne: Als Zeuge sind wir überall gegenwärtig; die verwirrende Maya liegt unter uns. Vergegenwärtige dir dies beständig. Alle Wege ruhen in uns. Weise alles Täuschende zurück; die Menschen der großen Welt verneigen sich. Alle Vollkommenheiten werden möglich. [Die abschließende Aussage über Menschen, die trockene Blätter essen, ist in ihrem Satzanschluss unklar.]

340. Die Entsagenden helfen und hören auf die Weisung. Yoga-Vollendung und alchemistische Vollendung treten hervor. Die Folgen der Taten lösen sich, und die Sushumna wird offen sichtbar. [Ein Ausdruck zur Beschaffenheit des Körpers ist beschädigt.] Er kann wie eine goldene Bildgestalt bestehen und gehorcht der Absicht. In Vollendung kann man die Körperhülle verlassen und in eine andere eintreten.

341. Selbst Speichel wird zum Trank. [Die nächste Aussage zum Licht der Augen ist undeutlich.] Die Götter stehen verehrend da; die alte Körpergestalt ist vergangen und zu einem Kailasa-Körper geworden. Die acht großen Siddhis entstehen, und darüber hinaus wird auch das Eigenschaftslose gezeigt. Wird ein Wort im Zorn gesprochen, sollen selbst Erde und Steine sich in Wasser auflösen.

Anmerkung: Die außergewöhnlichen Wirkungen sind Aussagen des Textes über Siddhis, keine bestätigten Vorgänge.

342. Der Feuerkreis liegt unter Svadhishthana, am Dreieck der Wurzel mit seinen vier Blättern. Seine Farbe ist rot. Erkenne ihn und betrachte ihn mit Vasi. Die Unreinheit weicht, und der Körper wird schwerelos wie [ein im Wortlaut nicht eindeutig bestimmtes Gebilde]. Die drei Unreinheiten lösen sich als Belag. Dies ist der machtvolle Feuerkreis.

Anmerkung: Die Nummerierung bleibt erhalten, obwohl der Vers in der Vorlage über mehr als die üblichen vier Druckzeilen läuft.

343. Oberhalb der Stätte Vishnus und unterhalb Rudras liegt ein weiterer Kreis. Zwölf Wächter stehen dort und schützen Prana. Er ist von kristallgleicher Farbe. Richte Vasi liebevoll dorthin. Die Lebenskraft leuchtet mit besonderem Glanz: Dies ist der erhabene Sonnenkreis.

344. Oberhalb Vishuddhis und unterhalb der Thronstätte Mutter Manonmanis befindet sich der Mondkreis. Verbinde dich mit ihm und betrachte die Nektarkraft. Wer darin versinkt, kann den Nektar trinken. Seine sechzehn Kräfte entfalten sich; Reinigung durchdringt die Stätte [eine weitere nähere Bestimmung ist undeutlich].

Die Schüler und die Erzählung von den Löwen

345. So lehrte Kalanginathar. Ich, sein Diener, prüfte es mit der nötigen Reife und wurde klar. Nordwestlich des Potigai, unter einem großen Ashoka-Baum, lehrte ich dreiundsechzig Schüler den achtgliedrigen Yoga. Bei allen dreiundsechzig wurde die Vollendung dieses Yoga wirksam.

Anmerkung: Die Nordwestrichtung ist die übliche Bedeutung der hier genannten Vayu-Ecke. Die Aussage bleibt Teil der autobiographischen Erzählung des Werkes.

346. Die dreiundsechzig Vollendeten zogen durch alle Länder und stiegen in den Himmel auf. Sie betraten sechs übereinanderliegende Ebenen und erkannten dort die Wunder. Sie schauten die Neuheit des Tanzes und lauschten am Ende des Klangs den Tönen aller Richtungen. Auf die Erde zurückgekehrt, umrundeten sie Meru. Die Schüler priesen, und ich pries sie.

347. Die Schüler verneigten sich. Ich hob die Hand und sagte: Geht in Samadhi ein! Kalanginathar, den ursprünglichen Guru, und Mulan trug ich im Herzen. Ich setzte ihre Füße auf mein Haupt und wollte auf dem Weg des Shiva-Yoga klar werden. Unter dem großen Ashoka-Baum breitete ich mein Tuch aus und begab mich eifrig in die Übung.

348. Hundert Jahre verweilte ich im Shiva-Yoga; mein Geist ging in der leuchtenden offenen Leere auf. Zwei Löwen, ein männlicher und ein weiblicher, hielten mich für eine steinerne Gestalt. Über lange Zeit bekamen sie Junge, und eine ganze Löwenschar entstand. Sie hielten sich um mich auf und brachten eifrig ihre Beute herbei.

Anmerkung: Die OCR-Nummer lautet 346; die Nachbarverse ergeben 348. Der große Zeitraum wird als Bestandteil der Erzählung bewahrt. Die Versnummer wurde zusätzlich am PDF-Text geprüft.

349. Als sie schon lange dort verweilten, geschah eines Tages dies: Aus meiner Glückseligkeit floss eine Träne herab auf den Löwen, der zu meinen Füßen lag. Sie fiel ihm in den Mund. Er erhob sich und schaute erwacht auf; durch den Strom der Glückseligkeit entstand Erkenntnis.

Anmerkung: Das mehrfach entstellte Wort für die herabfallende Flüssigkeit wird anhand der ausdrücklichen Erwähnung von Tränen in Vers 352 verstanden.

350. Zur Erkenntnis gelangt, rief er seine Angehörigen zusammen: Wir haben diesen Shiva-Yogi, der am Ende des Klangs verweilt, für einen Stein gehalten. Ein schwerer Fluch könnte uns treffen! Sie reinigten den ganzen Platz und stellten ihre Jungen ringsum als Wachen auf. Für sich selbst wählten sie einen anderen Platz und verehrten ihn von da an beständig.

351. Sie priesen und verehrten mich mit gefalteten Händen. Sie verzehrten nichts, was Shiva gehörte, sondern ernährten sich von Gras und trockenen Blättern. Ohne die Erinnerung an Shiva zu vergessen, hielten sie Wache. Nachdem sie mich lange so verehrt und bewacht hatten, zog ich meinen Geist aus der leuchtenden offenen Leere nach außen zurück.

352. Als ich die Augen öffnete und schaute, standen die Löwen zitternd da und verneigten sich vor meinen Füßen. Ich fragte: Wer seid ihr? Sie antworteten: Wir sind Löwen. In unserem unwissenden Verstand erkannten wir dein Wirken nicht und hielten uns bei deinen Füßen auf. Durch die herabgefallenen Tränen ist Erkenntnis in uns entstanden.

353. Nun, da wir erkannt haben, fürchten und zittern wir. Damit wir, deine Diener, hinübergelangen, hielten wir an deiner Stätte Wache. Welche Vollendung wäre ohne deinen gnädigen Blick möglich? Nimm uns die tierische Hülle und schenke uns ewige Befreiung! Darauf erteilte ich die Unterweisung. Sie wurden als Könige geboren, die Länder regierten.

354. Sie wurden geboren, regierten große Reiche und erfuhren reichlich Freude und Genuss. Dann überwanden sie die Verblendung durch vergessliche Maya und erotisches Begehren und machten den Geist zum Werkzeug der Verehrung. Sie erkannten, dass der Körper nicht beständig ist, und kehrten als Könige zurück: Guru, schenke uns Yoga und Erkenntnis, rein wie frisch gemolkene Milch! Ich blickte gnädig auf sie.

355. Durch meinen gnädigen Blick erkannten sie Yoga und verankerten sich im vom Lehrer vermittelten Weg. Der Sinn des Yoga wurde ihnen so anschaulich wie eine Amla-Frucht in der Hand. Lange nahmen sie Karpam-Zubereitungen ein, damit der Körper bis zum Ende eines Kalpa bestehen bleibe. Sie erforschten die Alchemie, bereiteten Kulikai und beschritten den Weg des Bewegens im Raum.

356. Sie prüften die fünf [deren nähere Bestimmung hier fehlt], stiegen auf und kehrten aufmerksam zu mir zurück. Sie erkannten den achtgliedrigen Yoga und verweilten tief im Bewusstsein. Vierundsechzig Schüler durchwanderten überall die Erde und ließen sich dann im Samadhi nieder. Ohne Verständnis bleibt Yoga vergeblich.

Anmerkung: Zuvor wurden dreiundsechzig Schüler genannt, hier vierundsechzig. Der Text wird nicht durch eine erfundene Erklärung der zusätzlichen Person ergänzt.

Verfehltes Üben und die Suche nach einem Lehrer

357. Wer verfehlte Yoga-Verfahren ausführt und ohne Verständnis einatmet, [dem widerfährt eine in der Vorlage unklar beschriebene Störung]. Die klare Erfahrung gerät aus dem Lot. Der Körper brennt, wird spröde und schmerzt unter starkem Schwitzen. [Die Abgrenzung von Hatha-, Karma- und verfehltem Yoga ist sprachlich beschädigt.] Höre von den Folgen solchen verfehlten Übens.

358. Die Elemente werden aufgelöst, und die ursächlichen Tattvas werden aufgelöst. An der Guru-Stätte gesammelt, steigt man auf: Das ist sehr schwierig. Durch Pariyanka-Yoga [die Lesung ist vorläufig] werden Menschen erschöpft; es bleibt Wirken und weiteres Wirken. Verwirkliche dagegen den hohen Raja-Yoga in Festigkeit und betrachte ihn aufmerksam.

359. Darüber liegt Mantra-Yoga, verbunden mit der rechten Folge der zehn Einweihungen. [Die Beschreibung des Chakras in der Weltenweite ist nicht vollständig klar.] Pranayama wird vollendet und Klarheit gewonnen. Durch das Schweigen des Eigenschaftslosen vereinige dich immer tiefer mit der Fülle. Wer wird dir die zehn Einweihungen darlegen? Suche die Großen auf, die sie unmittelbar erkannt haben.

360. Suche die Großen auf, diene ihnen, verehre sie und frage aufmerksam; dann werden sie lehren. Unzählige sind durch ihren affengleichen Eigensinn zugrunde gegangen, weil sie sagten: Ich habe die Großen gefragt, doch sie antworteten nicht. Eile nicht rastlos umher. Wenn du Befreiung suchst, lege die Unreinheit ab, warte geduldig und frage zu Füßen des Gurus. [Der genaue Satz über das Gewähren der Einweihung ist undeutlich.] Vereinige dich mit der Fülle.

361. Wenn du aufsteigst, betrachte den wesentlichen Sinn der Einweihungsordnung und erkenne ihn an den jeweiligen Stätten. Richte dort Pranayama aus. Wenn die Aufnahme gelingt, nimmt das Licht zu. Je tiefer du dich mit ihm verbindest, desto deutlicher erklingt im Ohr der Nada aller Richtungen. Die höchste Mutter schenkt Nektar, und die ungeteilte vollkommene Fülle spricht.

362. Ist die Fülle leicht zu erlangen, mein Sohn? Suche einen liebevollen Guru der zehn Einweihungen. Wenn sein Herz sich öffnet, ist Vollendung in den Zweien möglich. Andere verlassen dies, wenden sich der Berauschung zu und trinken, bis die Besinnung schwindet; sie erlangen kein festes Verweilen. Scheue dich nicht, den wahren Guru zu suchen. Bringe Körper, Besitz und Leben mit unerschütterlicher Hingabe dar.

Anmerkung: Die Zweizahl wird im Vers nicht näher erklärt. Die umfassende Hingabe gehört zur Sprache der Guru-Bhakti; eine konkrete Besitzübertragung wird daraus nicht redaktionell abgeleitet.

363. Wenn er dein Leben in seine Obhut nimmt, [ist die folgende Aussage über den inneren Bereich und den Atem beschädigt], wird Geburt überwunden. Alle Bezeichnungen als Sünder werden wie im Feuer verbrannt; dein Erkennen springt in das Höchste. Was bedeuten dann Safrankleidung und äußeres Gewand? Wer den Kern erkannt hat, kann mitten im Haushaltsleben stehen. [Die abschließende Aussage über ein zornig gesprochenes Wort ist nicht sicher lesbar.]

364. [Dieser Vers über Pranayama, Aufnahme eines Tranks und Apana ist stark beschädigt.] Erkennbar ist eine Anweisung, sich mit u auf den Nabelbereich zu beziehen. Eine weitere Aussage nennt eine Arznei und Hautkrankheit. Richte das innere Ziel darauf aus; [die anschließende Beschreibung eines schwindel- oder ohnmachtsähnlichen Zustands bleibt unklar]. Apana trennt sich ab. Nimm den geeigneten Trank in rechter Weise auf.

Anmerkung: Die unklare Passage wird weder als medizinisches Rezept noch als verlässliche Atemanweisung vervollständigt.

365. Bis hierher wurde der Weg des Yoga dargelegt. Ich habe die Wahrheit fest so ausgesprochen, wie ich sie geschaut habe. Kalangi lehrte sie, und der verehrte Ahne Mulan schenkte seinen gnädigen Blick. Ich setzte ihre Füße auf mein Haupt und hörte auf Mutter Manonmani. Auch Patanjali und Vyaghrapada unterwiesen mich [eine nähere Bestimmung am Schluss ist undeutlich].

366. Ich erkannte die unterweisenden Großen, Rishis und Siddhas als Weise. Die Gedanken schwanden und wurden eins, wie eine Lampe in einer inneren Kammer ohne Luftzug. Ohne Unruhe blieb ich als ich selbst, ungeteilt und vollkommen. Weil dabei kein Körperbewusstsein mehr bestand, wurde es zum reinen inneren Samadhi.

Anmerkung: Die genaue Fachbezeichnung der Samadhi-Form ist entstellt; sie wird nicht als neuer gesicherter Name ausgegeben.

Savarkkaram: Beginn der alchemistischen Verfahren

Ab hier folgen historische alchemistische Arbeitsvorschriften. Traditionelle Stoff- und Maßnamen bleiben erhalten, wenn ihre eindeutige moderne Entsprechung nicht gesichert ist. Die Wiedergabe dient dem Textverständnis; sie ist keine Empfehlung, die Präparate herzustellen oder einzunehmen.

367. Nun erkläre ich, soweit ich es verstanden habe, wie die wirksame Grundsubstanz aus Savarkkaram bereitet wird. Die Unkundigen fragen, was Savarkkaram sei, und können das Öl nicht richtig abtrennen. Alles wird mit Punir bereitet; man gibt Fruchtsaft hinzu und verreibt es. Nach dem Putam-Brand nimmt man es heraus und prüft: Es ist nicht mehr schwer, sondern leicht.

Anmerkung: Savarkkaram und Punir bleiben als traditionelle Stoffbezeichnungen erhalten. Putam bezeichnet ein geschlossenes Erhitzungs- beziehungsweise Kalzinierverfahren; guru bedeutet hier wirksame Grundsubstanz.

368. Betrachte das Savarkkaram-Verfahren. Gib vier Padi des im Monat Panguni gewonnenen Punir in ein Gefäß und bearbeite es gut. [Es folgt im überlieferten Text: Es gibt Shabdanuviddha und eine beständige Drishyanuviddha-Form des Samadhi; der Weg des Shabdanuviddha-Samadhi.] Vermische es, lasse es stehen und nimm am vierten Tag die klare Flüssigkeit ab.

Anmerkung: Die sachfremde Samadhi-Passage steht tatsächlich auf PDF-Seite 51, nicht nur im OCR-Text. Sie wird als offenkundige Textstörung dokumentiert. Der fehlende Rezeptzusammenhang wird nicht erfunden. Padi ist ein traditionelles Volumenmaß.

369. Stelle die abgenommene Flüssigkeit auf die Feuerstelle und erhitze sie, bis sie zu einer dicklichen Masse eingekocht ist. Gib einen halben Padi Sesamöl dazu und koche sie weiter ein. Wenn die richtige Beschaffenheit erreicht ist, lege ein Tuch auf heilige Asche. Nimm die Masse mit einem Schöpflöffel heraus und forme feste Kugeln in der Größe einer Vilam-Frucht.

Anmerkung: Die traditionelle Fruchtgröße wird nicht in ein modernes Gewicht umgerechnet.

370. Trockne die Kugeln in der Sonne und lege sie in ein neues Gefäß. Gewöhnliches Savarkkaram der Menschen eignet sich für die Wäscher, nicht für die Alchemie. Höre deshalb von der nächsten Reinigung: Schneide es in Stücke wie Betelnuss, bearbeite es mit Malli-Saft und trockne es wiederum in der Sonne.

Anmerkung: Welche Pflanze mit der entstellten Malli-Bezeichnung genau gemeint ist, bleibt offen.

371. Wende und trockne es sieben Tage lang. Höre dann die weitere Reihenfolge: Gib ungeschälten Reis und Wasser in ein Gefäß. Lege Jasminblätter darauf und setze das Savarkkaram darüber. Bedecke es erneut mit Blättern, binde die Hülle zu, verschließe das Gefäß und stelle es auf die Feuerstelle.

372. Unterhalte das Feuer zwei Ghatikas lang. Wenn Dampf aufsteigt, nimm es ordnungsgemäß heraus und trockne es in der Sonne. Breite wieder wie zuvor Blätter aus und lege Reis hinein. [Eine Zeile wiederholt den Trocknungsvorgang in undeutlicher Verbindung.] Am nächsten Tag verfahre erneut auf dieselbe Weise, prüfe die erreichte Beschaffenheit und trockne es in kräftiger Sonne.

373. So wird es rein wie Elfenbein. Binde es in einen herabhängenden Stoffbeutel. Brenne Steinkalk, Muschelkalk, Schneckenschalenkalk und Shankha-Schalenkalk frisch; [ein weiterer Stoffname ist unsicher]. Vermische sie, solange sie noch nicht gelöscht sind. Setze den Beutel in ihre Mitte in ein geeignetes Gefäß.

Anmerkung: Stoffbeutel ist die kontextbezogene Lesung der als kili geschriebenen Bezeichnung. Die genaue Zusammensetzung der Kalkmischung bleibt teilweise offen.

374. [Die Anweisung zum Einsetzen eines Eisenblechs ist nicht vollständig lesbar.] Koche Jasminblätter in der Lauge gründlich aus. Gib diese Flüssigkeit hinzu und verschließe das Gefäß oben. Nimm danach den Stoffbeutel heraus und trockne ihn. Wiederhole dieses Verfahren fünfmal.

375. Nach dieser Behandlung nimm den Beutel heraus und trockne ihn. Lege die Substanz in eine Eierschale, decke eine weitere Schale darüber und versiegle mit kalkbestrichenem Tuch. Führe einen Putam mit zehn Brennstoffstücken aus. Wenn alles gut abgekühlt ist, nimm es heraus: Es erscheint weiß und kristallartig. Dies ist die wirksame Savarkkaram-Grundsubstanz.

Anmerkung: Die Zählung des traditionellen Brennstoffs wird nicht als moderne Temperatur- oder Ofenvorschrift interpretiert.

Die starke Jayanir-Flüssigkeit

376. Höre von der stark alkalischen Jayanir-Flüssigkeit für diese Grundsubstanz. Vermische Puniru und Steinkalk mit Amuri und lasse die Mischung drei Tage stehen. Nimm zwei Ser der klaren Flüssigkeit ab und gib sie in ein Porzellangefäß. Höre von den hinzuzufügenden Stoffen: Von den fünf Chunnam-Pulvern wird jeweils ein Kasu genannt.

Anmerkung: Jayanir, Amuri und die Stoffnamen bleiben in traditioneller Benennung. Chunnam bezeichnet ein gebranntes beziehungsweise kalziniertes Präparat; Ser und Kasu sind überlieferte Maße.

377. Gib ein Kasu Vanga-Chunnam und Chunnam von Vediyuppu hinzu. Füge jeweils ein Kasu Cinam und Cutan, ein Kasu Puram und ein Kasu Savarasam hinzu. Gib ebenso ein Kasu Nabi und ein Kasu Caram hinein.

Anmerkung: Die genaue chemische Identität dieser teilweise entstellten Bezeichnungen ist nicht gesichert. Die Liste wird nicht durch moderne Substanznamen ersetzt.

378. Von [einem nicht sicher gelesenen Stoff], Uram und Sutam wird Kasu-Gewicht genannt; hinzu kommen [eine beschädigte Tierbezeichnung], Taubenausscheidung und die weißen Ausscheidungen des Huhns. Gib Amuri dazu und verreibe vier Samam lang. Löse es in der zuvor genannten Flüssigkeit auf. Füge das Weiße von einunddreißig Eiern und Erukkam-Milchsaft hinzu.

Anmerkung: Die genaue Bezeichnung der Taubenausscheidung ist mehrdeutig; auch die Menge des pflanzlichen Milchsaftes ist nicht sicher lesbar. Samam ist eine traditionelle Zeiteinheit.

379. Rühre mit einem Stab gründlich um und wiederhole dies drei Tage lang. Nimm die klare Flüssigkeit in ein Porzellangefäß ab und stelle sie vor die goldene Ranke der Göttin, um sie zu verehren. [Die genaue Verrichtung mit Vastu-Siddhi und einem Trank ist undeutlich.] Vergiss die fünf- und achtsilbigen Formeln nicht. Tauche Savarkkaram ein und stelle es sieben Tage in die Sonne.

Anmerkung: Die beiden Mantras werden nur durch ihre Silbenzahl bezeichnet, nicht vollständig ausgeschrieben. Es werden keine Formeln nachgetragen.

380. [Die Menge einer Kalk- und Muppu-Mischung ist nicht eindeutig.] Pulverisiere und verreibe sie mit Kalkwasser. Führe einen Putam aus, nimm die Substanz heraus, verreibe sie und forme kleine Kugeln. Füge die Stoffe zusammen und bearbeite sie bis zur richtigen Reife. Verschließe und versiegle das Gefäß. Nach einem weiteren kräftigen Putam wird daraus Chunnam.

381. Man kann es Chunnam nennen; seine alkalische Stärke ist sehr groß und nimmt weiter zu. Valalai-Chunnam ist wie ein Schlüssel: Erhöht man seine alkalische Kraft, bearbeitet es die Stoffe. Kalluppu wird darin überwunden, Navacharam wird gebunden, Viram wird zu einer Perle und das große Puram zu Chunnam.

Anmerkung: Überwinden und Binden sind technische Ausdrücke der Alchemie. Aus den Aussagen folgt keine moderne chemische Identifikation oder bestätigte Reaktion.

382. Die vierundsechzig Arten mineralischer Stoffe werden wachsartig und zur wirksamen Grundsubstanz. Die Nebenstoffe werden [mit einem unklaren Ausdruck beschrieben]; sie werden zu Kulikai und zu rotem Centuram-Präparat. Weite Entfernungen können überwunden werden, und vielfältige Erfahrungen werden möglich. Kalangis Füße verehrend, habe ich diesen Weg erklärt, damit die Menschen bestehen können.

383. Ich sprach, nachdem ich die nordsprachige Lehre des Herrn betrachtet hatte. Zunächst ordnete ich sie als Siebentausend, dann die Sieben zu Siebenhundert. Als erklärendes Verzeichnis legte ich sie offen, ohne sie zu verbergen. In meinem Werk, so sage ich, ist nichts falsch, doch den Unverständigen erscheint es verwirrend. Ich öffnete das Tor der Alchemie. Wenn die praktische Ausführung misslingt, erscheinen alle Bücher nutzlos.

Anmerkung: Nordsprache ist hier die Bezeichnung des Textes; eine konkrete erhaltene Sanskritvorlage wird damit nicht nachgewiesen.

384. Verliere den Weg nicht: Verehre die Füße der Mutter und steige durch die inneren Stützpunkte auf. Richte Vasi mit nang aus, ohne ihn entweichen zu lassen; halte sein ungebundenes Aufsteigen zurück. Nimm Karpam auf, damit der Körper nicht leidet, und verbinde den Geist mit dem schauenden Erkennen. Reinige den Körper, um dem Tod zu entgehen, und bleibe beständig zu Füßen des Gurus.

Anmerkung: Die körperbezogenen Ziele werden als Aussagen der historischen Lehre wiedergegeben.

Das Binden und Bearbeiten der Salze

385. Höre nun vom Binden des Salzes und seiner weitreichenden Wirkung. Es steht nicht in vielen anderen Büchern; weil ich davon sang, wurden Siddhas zu meinen Gegnern. Gib Savarkkara-Chunnam mit Caram [Mengenverhältnis und ein weiterer Ausdruck sind undeutlich] in den Mörser. Verreibe vier Samam lang mit Speichel, forme eine Kugel und lege sie in den Tiegel.

386. Lege einen Deckel auf und versiegle den Tiegel. Führe einen Putam mit zehn Brennstoffstücken aus. Nimm die Substanz nach dem Abkühlen heraus und befeuchte sie mit stark alkalischem Jayanir. Stelle sie drei Tage in die Sonne und gib täglich Jayanir hinzu. Wenn sie die Beschaffenheit von Butter hat, streiche sie in ein Porzellangefäß und stelle sie nachts in den Tau.

387. Dann wird sie dünnflüssig wie Wasser. Gib Viram in diese Flüssigkeit. Lege Induppu in den Mörser und verreibe es damit vier Samam lang. Nimm es heraus, forme eine Kugel und lege sie in einen Kalktiegel. Verschließe, versiegle und führe einen Putam aus. Induppu wird zu Chunnam. Befeuchte es mit der starken Lauge und stelle es in die Sonne.

388. Trockne es drei Tage; wenn die entsprechende Beschaffenheit erreicht ist, stelle es in den Tau. Nimm die entstandene Jayanir-Flüssigkeit ab und streue pulverisiertes festes Viram hinein. Nimm ein Palam dieser Flüssigkeit und füge ein Palam Puram hinzu. Verschließe es drei Tage lang an einem kühlen, windstillen Ort, ohne es anzurühren.

Anmerkung: Palam ist ein traditionelles Gewichtsmaß. Eine Umrechnung und eine moderne Stoffidentifikation werden nicht vorgenommen.

389. Stelle es fünf Tage in die Sonne; das große Puram wird zu Muppu. Lege es in einen Kalktiegel, decke ihn zu und versiegle ihn. Führe einen Putam mit zehn Brennstoffstücken aus. Es bewegt sich wie ein erregter Tiger und wird butterartig. [Der folgende Satz über Verbrennen bei Berührung ist nicht eindeutig.] Verreibe es mit stark alkalischem Jayanir und streiche es aus.

390. Streiche es in ein Porzellangefäß und stelle es in die Sonne. Füge fünf Tage lang täglich Jayanir hinzu. Sprich mit niemandem darüber: Die wunderbaren Künste sind darin enthalten. Alle Chunnam-Verfahren sind darin beschlossen; dies ist, so erklärt der Text, keine bloße Geschichte. Laufe nicht aufgeregt und verzweifelt umher; werde nicht zornig, sondern bereite es im Porzellangefäß sorgfältig weiter.

391. Wiege ein Palam Viram ab und gib Savarkkara-Jayanir hinzu. Verreibe es vier Samam lang im Mörser, schabe es heraus und forme eine Scheibe. Nachdem sie in der Sonne getrocknet ist, füge ein Kasu Savarkkara-Chunnam hinzu. [Die folgende Chunnam-Bezeichnung ist unklar.] Wiege Venkaram und Caram in der angegebenen Menge von zwei Kasu ab.

Anmerkung: Ob die abschließende Menge für beide Stoffe gemeinsam oder jeweils gilt, ist aus dem Wortlaut nicht sicher zu bestimmen.

392. Verreibe sie im Mörser mit Caram-Flüssigkeit und bringe die Mischung als schützende Umhüllung auf. Trockne in der Sonne und lege das Präparat in einen Kalktiegel. Versiegle es mit einer harten, als Vajra bezeichneten Schicht und einer weiteren [nicht sicher lesbaren] Schicht. Nach dem Verschließen führe einen Putam aus. Das Ergebnis wird als makellose weiße Asche beschrieben.

Vediyuppu-Flüssigkeit und weitere Präparate

393. Höre von der Jayanir-Flüssigkeit des Vediyuppu. Nimm zehn Palam Vediyuppu aus der vierten Kochbehandlung. Füge ein Palam Puniru, ein Palam Cinam und ein Palam Kalluppu hinzu. Gib je ein Kasu Cutan und Karam hinein.

Anmerkung: Die Stoffbezeichnungen und die vierte Kochbehandlung werden nach der Quelle belassen. Vorangehende Verfahrensschritte werden nicht ergänzt.

394. Gib alle Stoffe mit Fruchtsaft in den Mörser und verreibe sie drei Tage lang. Schabe alles in ein Gefäß und unterhalte vier Samam lang das Feuer. Gieße es in ein Porzellangefäß ab und befeuchte es mit stark alkalischem Jayanir. Stelle es fünf Tage in die Sonne und erhitze es anschließend im Kalktiegel.

395. Beim Erhitzen wird der Kalk gebrannt und zu Asche. Nimm das Ergebnis in ein Porzellangefäß, gib stark alkalisches Jayanir hinzu und stelle das kalzinierte Präparat in den Tau. Es wird flüssig. Füge dieser Flüssigkeit je ein Kasu Valalai-Chunnam, Puram-Chunnam und des starken Viram-Chunnam hinzu.

396. Vermische die genannten Kasu-Mengen mit Jayanir und gib es zu den kräftigen Stoffen [die genaue Zugabeanweisung ist undeutlich]. Es bindet die vierundsechzig Stoffe; die besonderen Nebenstoffe werden zur Essenz. Genannt werden Keviri, Vellai, Lingam, Viram, Talakam, Silai und Kenti. Auch Nagam wird ohne Widerstand getötet. [Der Schluss ist beschädigt.]

Anmerkung: Getötet ist ein traditioneller alchemistischer Ausdruck für die Umwandlung oder Kalzinierung eines Stoffes. Die Namenliste wird nicht in moderne Chemikalien übersetzt.

397. Höre von den Salzen: Vediyuppu, Cinakkaram, Meeresschaum, Cutan, Indu, Venkaram, Turucu und Caram. Gieße Vediyuppu-Flüssigkeit hinzu und stelle die Mischung sieben Tage in die Sonne. Alle Stoffe werden gebrannt und zu Asche. Nimm sie ruhig in ein Porzellangefäß auf.

398. Fragst du, welches Salz gemeint ist: Im großen Meer stehen Shakti und Nada wie ein Berg. Nimm davon und forme Kugeln in der Größe von Betelnüssen. Gib drei Tage lang Pflanzensaft hinzu; dann wird das kräftige Salz gereinigt. Trockne es sorgfältig und höre, welches Präparat zum Auftragen verwendet wird.

Anmerkung: Die verschlüsselte Bezeichnung Shakti und Nada wird nicht als gesicherter Name einer konkreten Substanz entschlüsselt. Auch die Pflanze des Saftes bleibt unbestimmt.

399. Nimm Savarkkara-Chunnam, das starke Viram und Puram in den genannten Einheiten [ein genaues Gewichtsmaß fehlt]. Verreibe sie mit Savarkkara-Jayanir im Mörser zu einer dicklichen Masse. Tauche Kalluppu darin ein und trockne es; bearbeite es dicht an der Glut. Trage die ganze Masse schichtweise auf und trockne sie. Danach bringe die zuvor genannten acht Stoffe auf.

400. Höre, wie die aufgetragene Schicht getrocknet wird. Gib Vediyuppu-Flüssigkeit hinzu und vermische alles im Mörser. Wende [die als Blätter bezeichneten Bestandteile, deren Bezug unklar ist] darin und trockne sie gut. Höre von der Kraft des Kalluppu: Trage es geordnet mit den drei Malam auf. Lass die Schichten nacheinander reifen und trockne sie gründlich in der Glut.

Anmerkung: Die drei Malam sind hier Teil einer alchemistischen Arbeitsanweisung. Eine Gleichsetzung mit den drei geistigen Unreinheiten wäre unbelegt; ihre stoffliche Bedeutung bleibt offen.

Die Salzperle und ihre Verehrung

401. Durch das Trocknen wird Kalluppu weiter geläutert. Höre nun von seiner Hülle: Vermische Asche von Nayuruvi und Pirandai mit der genannten Schalenflüssigkeit zu gleichen Teilen. Gib Amuri hinzu und bereite eine wachsartige Masse. Forme zwei flache Scheiben und lege eine in das Gefäß. Setze das Salz darauf und bedecke es mit der zweiten Scheibe.

Anmerkung: Die genaue Art der als Schalenflüssigkeit bezeichneten Zutat ist nicht gesichert; die Pflanzennamen bleiben unübersetzt.

402. Verschließe das Gefäß, versiegle es und erhitze es vier Samam lang. Unterhalte das Feuer wie eine stetige Flamme. Nimm es heraus, lasse es abkühlen und belasse die Anordnung. Wenn du es einem Gaja-Putam unterziehst, schmilzt und bindet es sich hart wie ein Diamant. Nach dem Abkühlen schaue: Shiva, Shiva! Es wird zu einer Perle.

403. Nimm die Perle und prüfe sie durch Schmelzen. Hara, Hara! Sie verhält sich wie Gold. Sinkt sie in die Kohle ein, bestreiche sie wieder mit dem zuvor genannten Präparat und führe einen Putam aus. Sie bleibt geschmolzen und zugleich perlenförmig in der Kohle. Ziehe die Salzperlen auf eine herabhängende Schnur und verehre Mutter und Vater.

404. Reinige die Anordnung mit dem Trank [die genaue Verrichtung ist unklar], verehre sie liebevoll und nimm den inneren Trank auf. Halte die Perlenschnur ans Ohr und richte den Geist auf die Erfahrung des Vedanta. Wenn du die fünf- und achtsilbigen Formeln wiederholst, kommt Shiva aus Kailasa und tanzt. Die Mutter erscheint als kleines Mädchen und verkündet die Wunder der Welt.

Anmerkung: Die Formeln sind nur durch ihre Silbenzahl bezeichnet. Der Wechsel der Sprecherstimme am Schluss ist im Wortlaut nicht völlig eindeutig.

405. Sie erklärt alle acht rituellen Wirkungsweisen und ihre Verfahren. [Eine Zeile über diejenigen, die sich dem Vama-Weg zuwenden, ist beschädigt.] Shivakami sprach; ich prüfte es und verkündete es für die Menschen. Sprich und betrachte es im Samadhi: Das ganze täuschende Universum verschwindet.

406. Höre nun von der wirksamen Grundsubstanz des Salzes. Nimm Savarkkara-Chunnam, Karpura-Chunnam und Vira-Chunnam, ferner Puluku und Cinam, jeweils in der genannten Einheit. Verreibe alles mit Savarkkara-Flüssigkeit und trage es auf die Salzperle auf [ein Ausdruck zu Punir ist nicht eindeutig]. Trockne sie in der makellosen Sonne.

Anmerkung: Die Bezugsgröße der wiederholten Eins ist nicht angegeben; es wird keine Grammmenge ergänzt.

407. Nach dem Trocknen lege sie in einen Kalktiegel, verschließe und versiegle ihn. Führe einen Putam mit zehn Brennstoffstücken aus. Das ursprüngliche Kalluppu wird zu Chunnam. Wie der Stiel einer Axt dem eigenen Baumgeschlecht zum Verhängnis wird, so wird es zum Überwinder der Stoffe. Befeuchte es mit stark alkalischem Jayanir und trockne es sieben Tage in der Sonne.

408. Seine Beschaffenheit wird blütenzart. Füge dem glänzenden Chunnam Caram im angegebenen Gewichtsverhältnis hinzu [das Verhältnis ist nicht sicher lesbar]. Wenn du einen Tag lang verreibst, wird es wie klares Wasser. Trockne es in der Sonne, lege es in einen Kalktiegel, verschließe und versiegle. Ein kräftiger Putam macht daraus Chunnam.

409. Stellt man das Chunnam in den Tau, wird es zu Jayanir. Gib Vira-Chunnam, das Farbe verwandelnde Savarkkara-Chunnam und das reine Pura-Chunnam in die Flüssigkeit. Verrühre alles gründlich zu einer Einheit und bestreiche damit die Stoffe. Wie beim Bild des Schwans Milch und Wasser getrennt werden, bindet sich die Substanz zu einer Perle.

Anmerkung: Die ersten Verknüpfungen der Flüssigkeiten sind undeutlich. Der Schwanenvergleich ist eine traditionelle Bildaussage, keine Beschreibung einer nachgewiesenen Stofftrennung.

410. Die vierundsechzig Stoffe, die Nebenstoffe [deren Zahl beschädigt ist] und die fünfundzwanzig Salze werden verwandelt, als wüchse Gold an einem Baum. Kalangis Füße verehrend, habe ich dies erklärt, damit die Menschen bestehen können. Wenn ein Wort aus meinem Mund fehlgeht, nennt mich einen Bogar-Weisen, der seinen Verstand verloren hat.

Metallverwandlung und die Gefahr des Begehrens

411. Höre weiter von der Salzperle. Wenn du sie im Tiegel schmilzt, füge eine Gewichtseinheit Gold hinzu: Sie öffnet sich und zieht es wirbelnd ein. Gib eine Gewichtseinheit Nagam dazu; wenn es aufgenommen wird, füge Sutam hinzu. Gib eine Gewichtseinheit Viram hinein und, nachdem alles zusammengeschmolzen und aufgenommen ist, Kenti.

Anmerkung: Die wiederholte Gewichtseinheit ist nicht näher benannt; die Menge des Sutam und des abschließenden Kenti wird nicht eindeutig angegeben.

412. Es wird zu einer Legierung [die folgende Viertelangabe ist nicht eindeutig]. Ein Teil auf fünfzig Teile der neun Metalle soll eine Feinheit von zehneinhalb Matru hervorbringen. Wenn du Gold siehst, prahle nicht. Nimm maßvoll Speise und Wasser [der genaue Ausdruck ist gestört] und entferne das saure und salzige Begehren. Betrachte Shivas Eigentum nicht als Anlass zum Stolz und verweile heilsam im Samadhi.

Anmerkung: Die traditionelle Feinheitsangabe wird nicht in Karat umgerechnet. Eine Wendung über Armut in der Schlusszeile bleibt mehrdeutig.

413. Schüler, hört nun vom roten Centuram des Salzes. Schmelze eine Einheit Sutam mit drei Einheiten Nagam und mache daraus Pulver. Füge eine Einheit Vira-Chunnam hinzu, vermische gründlich und stelle es in den Tau. Es wird zu Jayanir. Nimm diese Flüssigkeit und tränke darin die zuvor bereitete Salzsubstanz.

414. [Die genaue Anordnung auf einem Holzstück ist unklar.] Stelle eine Lampe mit Iluppai-Öl auf und setze einen Fadendocht ein. Erhitze das getränkte Präparat, bis es die richtige Beschaffenheit angenommen hat. Das Salz verändert sich und wird wie eine Flüssigkeit. Ein Teil auf fünfzig Teile der neun Metalle soll eine Feinheit von zehneinhalb ergeben. Erkenne dies.

Anmerkung: Die Wirkungs- und Feinheitsbehauptung wird nur als Aussage der alchemistischen Quelle wiedergegeben.

415. Eine Kunri-Menge des Centuram soll den Körper über unzählige Zeiträume erhalten. Es bindet den Samen, sodass er nach oben und nicht nach unten geht. Graues Haar und Falten sollen verschwinden; der Körper wird wohlgestaltet und rötlich. Eine Hülle wird abgestoßen, und die ganze Essenz des Vedanta soll offenbar werden.

Anmerkung: Kunri ist eine traditionelle, auf einer Samengröße beruhende Mengeneinheit. Dies ist eine historische Einnahme- und Wirkungsbehauptung, keine Empfehlung oder sichere Dosierung.

416. Wenn du das rohe Salz einnimmst, [ist die genaue Aussage über die Ausscheidung mit Schweiß undeutlich]. Es geht in Amuri über; der Körper wird schwach, gerät in Verfall, bekommt viel graues Haar, und die Zähne fallen aus. Ich hingegen nahm das gebundene Salz auf und verweilte im guten Samadhi.

Anmerkung: Der Ausdruck rohes Salz gehört zu diesem alchemistischen Verfahren. Er wird nicht pauschal auf gewöhnliches Speisesalz übertragen.

417. Ich verweilte im Samadhi und nahm Karpam auf; erst nach sieben Weltzeitaltern erhob ich mich. Ich ging zum verehrten Ahnen, setzte mich zu ihm, erhob mich wieder, verneigte mich und bat um Einweihung. Dann ging ich zu Kalangi und erforschte Yoga und Alchemie. Ich bereitete wirksame Kulikai und schaute mit der nötigen Reife die Weltensphären.

418. Ich schaute die Welten und Gegenwelten bis zu zehn Ebenen. Auf jedem Berg waren unzählige Nathas und Siddhas; auf all diesen Bergen gab es zahlreiche Heilpflanzen. Viele Lehrschriften lagen vor. Doch welches Buch man auch liest, ohne Weiteres ist es nicht zu erkennen. Deshalb erklärte ich das Salz deutlich, das die Siddhas in den Schriften verborgen hatten.

419. Höre, was verborgen wurde. Man sagte, alle Berge seien von Siddhas erfüllt, und sprach verschlüsselt vom ursprünglichen Salz. Valalai wurde sorgfältig verdeckt. [Die folgende Aussage mit dem ähnlich lautenden Valai ist mehrdeutig.] Alchemie, körperliche Vollendung und das Bewegen im Raum gingen dadurch verloren. Ich aber habe offen gesprochen und es deutlich verkündet.

420. Bereite die beschriebene Savarkkaram-Kugel, reinige sie sorgfältig und mache daraus Chunnam. Bereite das stark alkalische Jayanir und das Karpura-Salz. Verwandle gereinigtes Viram in Chunnam und bereite Jayanir aus Vediyuppu. Binde das geläuterte Kalluppu und arbeite damit. Hara, Hara! Darin ist die Alchemie beschlossen.

Die wachsartige Salzsubstanz

421. Höre von der wachsartigen Form des Salzes. Nimm ein Palam des großen Salzes. Während es im Tiegel schmilzt, bereite ein Viertel Palam Caram, ein Viertel Palam Venkaram und ein halbes Palam Kantakam vor. Gib Savarkkara-Flüssigkeit hinzu und forme Kugeln in Kunri-Größe.

422. Wenn das Salz schmilzt, gib die Kugeln einzeln hinein, ohne etwas zu verstreuen. Sie werden rauchlos aufgenommen, und das Salz nimmt die Mischung an. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle soll eine Feinheit von zehn ergeben. [Eine weitere Aussage über das Salz ist undeutlich.] Betrachte darin eine erstaunliche Abkürzung zur körperlichen Vollendung.

423. Eine Kunri-Menge dieser wachsartigen Substanz wird zur Einnahme genannt. Dazu werden Verzicht auf Saures, Salz und geschlechtlichen Verkehr sowie ein Zeitraum von vierzig Tagen vorgeschrieben. Verweile fest im großen Yoga. Eine Körperhülle wird abgestoßen; die Menschen sollen fragen, ob hier Mond oder Sonne leuchten. So verfahren die Nathas; die gewöhnlichen Menschen werden am Schluss als unverständig gescholten.

Anmerkung: Die Wiedergabe der Einnahmevorschrift ist keine Anwendungsempfehlung. Die genaue polemische Schlussbezeichnung ist mehrdeutig.

424. Wenn gewöhnliche Menschen die Alchemie erlangen, ziehen sie stolz umher, suchen Frauen auf und berauschen sich am Trank. In wechselnden Zuständen reifen nur ihre Bindungen. Was ist ein Guru? Was ist körperliche Vollendung? Was der Weg durch die inneren Stützpunkte? Was eine Kulikai, mit der man im Himmel reist? Darüber reden sie nur, irren umher und werden verblendet.

425. Ich erklärte die Alchemie, damit die Menschen nicht in Verwirrung versinken; körperliche Vollendung, damit sie nicht sterben und vergehen; Yoga, damit sie die dunkle Weite erkennen; Kulikai, damit sie die sieben Arten [von Bereichen, nicht näher bestimmt] schauen. Ich erklärte Erwachen, damit der Geist gnädig zur Ruhe kommt, und die Substanz, damit Glückseligkeit entsteht. Diene an den Füßen des Gurus und binde zuerst das Salz.

426. Vereinige das Chunnam des Salzes mit Caram [die Mengenrelation ist unklar]. Verreibe beide vier Samam lang im Mörser, lege sie in einen Kalktiegel und erhitze sie. Befeuchte mit stark alkalischem Jayanir, verreibe drei Tage lang und stelle es in die Sonne. Es wird zu Jayanir. Edler, höre von der Wirksamkeit dieser Flüssigkeit.

427. Vermische Vira-Chunnam gründlich mit dieser Flüssigkeit. Lege ein Palam Puram in ein Porzellangefäß und gieße Jayanir darüber. Stelle es drei Tage in den Schatten und danach fünf Tage in die Sonne. Verreibe es, forme eine Scheibe und bestreiche sie mit kräftigem Savarkkara-Chunnam.

428. Lege die bestrichene Scheibe in einen Kalktiegel, verschließe und versiegle ihn. Vollziehe die Verehrung [die genaue Bezeichnung ist beschädigt] und führe einen Putam mit fünf Brennstoffstücken aus. Puram wird zu Asche. Befeuchte es mit stark alkalischem Jayanir und trockne es in kräftiger Sonne. Dies ist der von Shivakami gelehrte Weg; seine Wirksamkeit will ich verkünden.

429. Nimm ein Palam des genannten Puram und ein Palam klares Caram. Verreibe beide im Mörser [eine nähere Arbeitsanweisung ist undeutlich]. Lege die Mischung in einen Kalktiegel, verschließe und versiegle ihn. Ein Putam brennt sie zu Asche. Erstaunlich: Im Tau wird daraus Jayanir.

430. Vermische Vira-Chunnam gründlich mit dieser Flüssigkeit und lasse es stehen. Wenn die vierundsechzig Stoffe allmählich damit bearbeitet werden, sollen sie zu Perlen werden. Caram und alle Salze werden in einem Augenblick zu Chunnam. [Ein Stoffname ist beschädigt] wird weiß, und Talakam verliert seine gelbe Farbe.

431. Gelbes Kantakam wird weiß; makelloses Viram wird zu Chunnam. Lingam wird wachsartig, und das ursprüngliche Kalluppu wird zu Perlensalz. Die Nebenstoffe werden [mit einem unklaren Ausdruck beschrieben]; der Körper wird bei Berührung fest. Metalle werden butterartig, und ein Teil auf hundert soll Gold ergeben.

Anmerkung: Sämtliche Stoffveränderungen sind historische Behauptungen der Quelle. Die teils widersprüchlichen Farbbezeichnungen werden nicht chemisch korrigiert.

Die innere Ausrichtung bewahren

432. Juble nicht darüber, dass Gold entstanden sei. Verweile gelassen an der Wurzel und schaue. Verehre täglich den Weg der Shakti und erkenne die sechs Stätten. Tritt durch den Eingang des Einklangs ein und steige bis zum schwer beschreibbaren Mond. Falle nicht in die Vorstellung, Begehren sei das Ziel. Durchtrenne die Herrschaft der Sinne mit dem Schwert der Aufmerksamkeit.

433. Bearbeite Talakam mit der Puram-Flüssigkeit. Verreibe Savarkkara-Chunnam und Pura-Chunnam [die Angabe drei ist in ihrer Zuordnung unklar] mit Vediyuppu-Flüssigkeit und trage die Mischung auf das behandelte Talakam auf. Lege es in einen Kalktiegel, versiegle mit Ton und erhitze: So wird daraus Chunnam.

434. Füge Viram dem Talaka-Chunnam hinzu, vermische gründlich und trage es auf Vangam auf. Lege Eierschalen darunter und darüber und erhitze es im Kalktiegel. Vangam wird zu Chunnam: Es gleicht einem Schlüssel, der den Laden der Alchemie öffnet. Wie eine Ziege in den Fängen eines Tigers wird Sutam rasch zu einer Kugel gebunden.

435. Wiege ein Palam Turicu ab, tränke es in der großen Bhuta-Flüssigkeit und trockne es sieben Tage in der Sonne. Nimm Savarkkara-Chunnam, Viram und [eine weitere nicht sicher abgegrenzte Chunnam-Bezeichnung], dazu Vangam und Puram in den genannten Einheiten sowie ein Kasu Sutam.

Anmerkung: Die mehrfach genannte Eins besitzt außer beim Sutam keine eindeutig lesbare Maßeinheit.

436. Vereinige dies mit Puluku und Uram und befeuchte es gleichmäßig mit stark alkalischem Jayanir. Bringe die Mischung als schützende Hülle auf Turicu auf. Lege es in einen Kalktiegel, verschließe und versiegle. Führe einen Gaja-Putam aus und lasse alles abkühlen. Brichst du die Hülle auf, so findest du, wie der Text sagt, ein stark wirksames Chunnam.

437. Wenn Turicu zur wirksamen Grundsubstanz geworden ist, werden selbst die Umhüllungen der Weltensphären aufgerissen. Nagam wird rasch gebunden; das große Savviram wird wachsartig. [Eine weitere stoffliche Bezeichnung lautet wörtlich Ei beziehungsweise Weltensphäre und bleibt mehrdeutig.] Die ganze Gruppe der Pashana-Stoffe wird weiß. Mit Tauwasser und weißem Wasser sollen in einer Nacht ungeheure Mengen gewonnen werden.

438. Selbst von Koti zu sprechen, ist noch wenig. Ohne Begrenzung lassen sich zahlreiche Künste verwirklichen, und ohne Ermüdung entsteht Vollendung. Dies ist das Wirken der großen Siddhas. Aus Turicu bereitete ich Singi, band die gute Kulikai und vollzog Caranai. Ich nahm die Kulikai in den Mund und schaute die Stätten aller Welten und Gegenwelten.

Anmerkung: Singi und Caranai bleiben als Fachwörter stehen; ihre konkrete Ausführung ist hier nicht erklärt.

439. Ich sah in den Weltensphären unzählige Siddhas. Wenn du ihnen liebevoll begegnest und mit ihnen sprichst und sie nach deinem Guru fragen, sage: Ich bin ein Enkel Mulans. Sie werden nach Astra und Shastra fragen; sage, sie seien unter deinem Arm. Fragen sie nach der Schnelligkeit der Kulikai, [ist die Antwort mit Lidschlag und Kalpa beschädigt].

Anmerkung: Astra und Shastra können Waffen oder gelehrte Verfahren bezeichnen; die Stelle lässt keine eindeutige Auflösung der Bildsprache zu.

Weitere Reinigungsschritte und alchemistische Umwandlungen

440. Schneide Caram in dünne Stücke. Verreibe Abin, Pfeffer und Puram mit Meni-Saft, bestreiche damit die Stücke und trockne sie rasch in der Sonne. Bringe die weiteren Stoffe als Hülle darauf auf. Versiegle [der genaue Stoff der Versiegelung ist undeutlich] und höre, wie es in Vangam eingetaucht wird.

441. Gib Vangam in einen Tiegel. Wenn es schmilzt, tauche das Präparat hinein. Wiederhole dies siebenmal; so wird das Karam gereinigt. Nimm Savarkkara-Chunnam, Viram und Puram, diese drei. Gieße Vediyuppu-Flüssigkeit dazu und trage die Mischung auf Caram auf.

442. Lege das bestrichene Präparat in einen Kalktiegel und führe einen Putam aus. Das Ergebnis wird als weiße Asche beschrieben. Befeuchte sie mit stark alkalischem Jayanir und stelle sie in den Tau: Sie wird flüssig. Werden Stoffe damit bearbeitet, sollen sie wachsartig und zur Metallverwandlung geeignet werden. Nimm Karpam auf, sagt der Text; der Körper soll rötlich wie die aufgehende Sonne werden.

443. Vermische Vira-Chunnam, Pura-Chunnam und Savarkkara-Chunnam mit der genannten Jayanir-Flüssigkeit [die genaue Abgrenzung einer weiteren Eins ist unsicher]. Tränke damit die kristallartige Substanz täglich und stelle sie sieben Tage in kräftige Sonne. Trage Vediyuppu-Chunnam auf und lege sie in einen Kalktiegel.

444. Versiegle den Tiegel und führe einen Putam aus. Nimm das Cina-Chunnam heraus, befeuchte es mit stark alkalischem Jayanir und füge die gleiche Menge Caram hinzu. Verreibe im Mörser, führe erneut einen Putam aus und nimm das Ergebnis heraus. Im Tau wird es zu Jayanir. Durch diese reine Flüssigkeit, so die Behauptung, werden alle Stoffe überwunden.

445. Gib Vira-Chunnam und Pura-Chunnam in die Flüssigkeit und vermische sie. Gieße sie auf ein Palam starkes Cutan. Stelle es drei Tage in den Schatten und danach sieben Tage in die Sonne. Forme eine Scheibe, trockne sie und bestreiche sie mit reinem Kalluppu-Chunnam.

446. Lege sie in einen Kalktiegel und führe einen Putam aus; das Ergebnis wird blütenzart. Befeuchte es mit stark alkalischem Jayanir und trage es kräftig auf die Eierschale auf. [Die Anweisung zum Zusammenfügen und Schmelzen ist undeutlich.] Stelle es drei Tage in die Sonne. Beide Schalen werden bearbeitet, gebrannt und zu kalkartiger Asche.

447. Gib Vira-Chunnam zu dieser Asche und verreibe es mit Caram-Flüssigkeit. Überziehe Nimilai mit der Mischung und lege es in einen großen Kalktiegel. Verschließe, versiegle und führe einen Gaja-Putam aus. Nimm es nach dem Abkühlen heraus: Es ist ein starkes Chunnam, dessen volle Kraft ich, so sagt der Vers, nicht ermessen kann.

448. Vermische dieses Chunnam und Vira-Chunnam mit Caram-Flüssigkeit. Trage die Mischung auf Gold auf und lege Eierschalen darunter und darüber. Führe draußen einen Gaja-Putam aus. [Der folgende Stoffname ist als pari überliefert und nicht eindeutig.] Auch er wird zu Chunnam. Die Werkstatt der Alchemie ist geöffnet; ihre Möglichkeiten sind in die Hand gekommen.

449. Wenn Pari zu Chunnam geworden ist, bindet seine Zugabe Sutam. Alle Alchemie liegt in der Hand, und die mineralischen Stoffe werden der Reihe nach perlenartig. Der Körper soll wie Gold werden. Erkenne die rasche körperliche Vollendung. All dies geschieht durch Muppu [Lesung nicht völlig gesichert]. Werde nicht verwirrt; binde zuerst das Salz.

450. Schlage die eingeprägten Neigungen zurück, mein Sohn, und erkenne den achtgliedrigen Yoga. Karpam und körperliche Vollendung werden genannt: Verehre Mutter Manonmani aufrichtig. Diene zu Füßen des Gurus und untersuche die praktische Ausführung und die Arten der Stoffe. Erkenne, welche miteinander feindlich oder freundlich sind, und richte deine ganze Aufmerksamkeit auf den wesentlichen Sinn des Vedanta.

Anmerkung: Feindlich und freundlich kann hier die traditionelle Einteilung der Stoffverträglichkeit bezeichnen; eine moderne chemische Verträglichkeitsangabe wird daraus nicht abgeleitet.

Venkaram und die Bindung des Nagam

451. Höre besonders von der Bindung des Venkaram. Seine hier verkündete Größe vermag selbst Shiva nicht ganz zu schauen. Durch dieses Mittel entstehen die wirksamen Essenzen; [die Aussage über das Erlöschen des Begehrens ist beschädigt]. Die Metalle öffnen dadurch gleichsam ihre Augen und geraten in Bewegung. [Der Wortlaut über die alkalische Bearbeitung ist gestört.] Lässt man sie aus, nehmen die Stoffe das Mittel nicht an.

452. Nimm Caram in plattenartiger Form und reinige es gründlich mit dem Mist eines Rindes. Höre dann von den drei Stoffen: Savarkkara-Chunnam, Viram und Puram. [Die Mengenangabe in Kalanju ist nicht vollständig verständlich.] Verreibe sie miteinander in Caram-Wasser, tränke die Substanz damit und lege sie in die Sonne.

453. Nach sieben Tagen soll sich die helle Substanz festigen und wie ein Katzenauge aussehen. Im Jayanir des Nagam wird sie mit einem Blatt Apanchi umhüllt. Erwärme sie über einer Lampe und nimm die Umhüllung wieder ab. Sie wird rot wie die aufgehende Sonne und gleicht einer Granatapfelblüte, meine Kinder.

Anmerkung: Die Lesung des Namens Apanchi und des Verbs beim Abnehmen der Umhüllung ist unsicher.

454. Wird davon ein Teil zu hundert Teilen der neun Metalle gegeben, so wird eine Feinheit von sechzehn erreicht. Bei täglicher Einnahme eines Panam, so behauptet der Text, wird der Körper sonnengleich und die Sehkraft wächst. Der Leib bleibe bis zum Ende des Kalpa unversehrt, ohne graues Haar; Sutam werde in einem Augenblick ‚getötet‘ und aus den Pashanam-Stoffen im Nu eine Essenz gewonnen.

455. Mein Sohn, gib Savarkkara-Chunnam, Viram und Puram in das wirksame Caram-Wasser und fange alles in einem Porzellangefäß auf. Nimm aus einundfünfzig Eiern den gelben Kern, den Dotter. Gib ihn in einen Topf, stelle diesen auf die Feuerstelle und röste den Inhalt aufmerksam, bis er dunkel wird.

456. Beim Dunkelrösten verändert er sich [das Wort für den Zustand ist unklar]. Gib zum passenden Zeitpunkt einen Padi Iluppai-Öl hinzu und nimm das Gefäß beim richtigen Zustand vom Feuer. Dazu kommen je zwei Palam Appurakam, Kantam, Karuvalakil und Venkaram.

Anmerkung: Karuvalakil ist hier als unsicher gelesener Stoffname beibehalten.

457. Pulvere diese Stoffe und mische sie in das Öl aus den Eiern. Fertige einen Tiegel aus Erde und brenne ihn sorgfältig. Bestreiche seine Innenseite mit dem Öl. Schmelze acht Palam Nagam in einem anderen, noch unbeschichteten Tiegel, mein Sohn, und streue das kräftige Caram-Pulver darauf.

458. Beim Bestreuen gerät Nagam in die beschriebene Bewegung. Gieße es in den mit dem Mittel bestrichenen Tiegel; bringe dort das Öl ein und anschließend das Caram-Wasser. Die Substanz soll als Scheibe vorliegen. Nimm sie heraus, bestreiche sie wieder mit Öl und schmelze sie wie zuvor, mein Sohn. Streue erneut das kräftige Caram-Pulver darauf.

459. Bestreiche den vorigen Tiegel nach dem Bestreuen wieder mit dem Mittel und gieße die Schmelze hinein. Füge oben Öl und dann Caram-Wasser hinzu. Wiederhole dieses Gießen sorgfältig einundfünfzigmal. Dann wird, so heißt es, das Verdampfen gebunden: Sieh das vollständig gebundene Nagam.

Anmerkung: Die Formulierung zum Rauch beziehungsweise zu seiner Anzahl ist beschädigt; eine genaue Zahl lässt sich daraus nicht sicher gewinnen.

460. Ist das Nagam gebunden, folgen die Wirkungen, die als Panpeti, Canpeti und Kattipeti bezeichnet werden. Wer wird dieses Wirken erkennen? Shiva-Rishis und Siddhas werden es sehen. Wie Wasser, das mit einer Hebevorrichtung emporsteigt, steigt es weiter bis zur Spitze. Diene den Füßen des Gurus und halte dich bei der Erhitzung an die überlieferte Handhabung.

Anmerkung: Die drei Wirkungsbezeichnungen sind nicht sicher identifiziert; auch der Vergleich mit der Wasserhebung ist sprachlich unsicher.

Centuram und weitere Stoffumwandlungen

461. Nimm ein Palam Nagam und ein Palam Gold. Während beides zusammenschmilzt, gib ein Palam Sutam hinzu. Gieße die Masse in den Reibstein. Füge vier Palam Kenti und zwei Palam Cutan dazu und verreibe alles mit dem Saft der Mallikai-Pflanze.

462. Verreibe es drei Tage lang unter wiederholtem Trocknen, pulvere es anschließend und fülle es in eine Flasche. Erhitze es zwölf Samam im beschriebenen Tiegel unter den drei Feuerstufen. Vollziehe die Verehrung der gereinigten Substanz im Ishana-Bereich und [einer unklar bezeichneten Gestalt, Niruvani]. Ein Teil auf tausend Teile der neun Metalle soll eine Feinheit von fünfundzwanzig ergeben.

463. Von diesem Centuram nennt der Text eine Kunri-Menge zur Einnahme. Innerhalb eines Mandala falle eine ‚Hülle‘ ab und die Krankheiten würden zu Staub. Der Leib werde fest wie ein Standbild, bleibe jugendlich und bis zum Ende des Yuga frei von Tod, grauem Haar und Runzeln. [Die Angabe zur Art oder Zeit der Einnahme ist unklar.] Sprich mit niemandem darüber; richte den Blick auf die Wurzel.

464. Nimm ein Palam Nagam und arbeite es zu einem Blech aus. Höre, womit es bestrichen wird: je ein Anteil Viram-Chunnam, Puram-Chunnam und Talakam-Chunnam. Verreibe diese mit Caram-Wasser und trage die Mischung auf das Blech auf. Erhitze es durch Blasen im Kalktiegel.

465. Beim Blasen zerfällt es zu Chunnam. Schon seine Ausdünstung soll Pashanam ‚töten‘, du Edler. Sutam werde wie ein Idli, Viram zur Perle und Lingam fest gebunden. Bestreicht man die starken Stoffe damit und erhitzt sie, werden sie alle perlenartig. Das ist die hier beschriebene Wirksamkeit des Nagam.

466. Behandle Kariyam wie zuvor Nagam durch Gießen und forme es zu einem Blech, du Kundiger. Höre von der Beschichtung: der ‚weiße‘ Pashanam-Stoff, Cavviram, Puram, Cinam, Savarkkara-Chunnam und Cutan werden mit dem Jayanir des Caram zusammen verrieben. Bestreiche damit das Blech und erhitze es sorgfältig im Kalktiegel.

467. Beim Blasen wird es erhitzt, schmilzt und wird zu Chunnam. Gib die Essenz beziehungsweise Flüssigkeit des Chunnam hinzu, verreibe alles im Reibstein und lege es wieder in den Kalktiegel. Verschließe diesen oben mit der beschriebenen Abdichtung; [der folgende Satz ist verkürzt], es soll wie eine aufblühende Blume erscheinen. Füge stark alkalisches Jayanir hinzu und stelle es in einem kräftigen Porzellangefäß dem Tau aus.

468. Dann wird daraus eine glänzende Flüssigkeit. Gib Viram, Puram und das salzige Chunnam hinein sowie ein Kalanju Turicu-Wasser. Lege Sutam in den Reibstein und verreibe es mit dieser Flüssigkeit während eines Achtel-Samam. Nimm es als Kugel heraus und umhülle es sorgfältig mit Arai-Blättern.

469. Unterziehe die umhüllte Kugel zehnmal einem Avil-Putam und erwärme sie im Feuer des Cutan. Gib Öl in einen Löffel und erhitze darin das Präparat; wenn die Arbeit gelungen ist, nimm es heraus und lege es auf den Kopf. [Der folgende kurze Arbeitsgang ist beschädigt.] Im Mund bewirke es Stambhana. Gib die Essenz der Upacaram-Stoffe hinzu und führe das Caranai-Verfahren ordnungsgemäß aus.

Anmerkung: Die Begriffe Avil-Putam, Upacaram und Caranai werden ohne technische Rekonstruktion wiedergegeben.

Die Kulikai und die Vorsicht gegenüber fremden Siddhas

470. Wird die so bereitete Kulikai in den Mund gelegt, so zeige sie alle Bereiche der Welten und bringe dich im Augenblick [an einen unklar bezeichneten Ort, wohl Cankavarai]. In den erreichten Welten leben Siddhas. Sie werden sagen: ‚Wo ist deine Kulikai? Lass sie uns sehen!‘ Gibst du sie ihnen unbedacht, nehmen sie sie rasch an sich und enteilen in die Welten.

471. Sie verstehen sich auf die Ebenen; wenn sie davoneilen, wie willst du dort nach ihnen tasten? Einer nahm die Perle des Ahnherrn, als wolle er sie prüfen, legte sie in den Mund und verschwand damit in die Welten. Der Ahnherr nahm eilig eine andere Perle in den Mund und suchte ihn im Luftraum. Da er ihn nirgends fand, war er bestürzt.

Anmerkung: Das tamilische Pattar bezeichnet hier den erzählten älteren Meister beziehungsweise Ahnherrn; eine bestimmte historische Person wird nicht ergänzt.

472. Bestürzt kehrte er in die Höhle zurück und sagte zu seinen Schülern: ‚Wenn ihr euch im Luftraum bewegt, begegnet ihr unzähligen feindseligen Siddhas. Kinder, sie werden nach der Kulikai fragen. Lächelt nur und gebt sie ihnen nicht in die Hand; werdet nicht so leichtgläubig wie ich.‘ Auch ich hörte diese Worte des Ahnherrn, ging fort und bewahrte mich durch Umsicht, meine Kinder.

473. Bewahre dich, bereite die Kulikai, schaue den Yoga und reinige den kostbaren Körper. Verehre die Mutter und trinke [die hier nur unklar bezeichnete gereinigte Substanz]. Verankere Vasi mit dem Laut ‚ang‘ und erkenne auch die Furcht, die in den sechs übereinanderliegenden Stätten besteht. Trinke den Nektar im Frieden und richte deinen Geist aufmerksam auf den Weg.

474. Während ein Anteil Gold schmilzt, gib einen Anteil Sutam zusammen mit dem alkalischen Mittel hinzu, dann einen Anteil Nagam. Füge eine der bisherigen Mischung entsprechende Menge Kenti bei, außerdem Talakam, Silai und Viram, jeweils ein Viertel [die Bezugsmenge ist nicht eindeutig]. Gib alles in den Reibstein und verreibe es mit dem Saft der Mallikai-Blätter.

475. Verreibe die Mischung drei Tage unter Zugabe des Saftes, pulvere sie und fülle sie in eine Flasche. Stelle diese auf den Valukai-Ofen und erhitze sie zwölf Samam. Verehre die Füße der Mutter und nimm die Substanz ruhig heraus: Sie soll wie die aufgehende Sonne aussehen. Ein Teil zu tausend Teilen soll nach der Aussage des Textes die Feinheit fünfundzwanzig bewirken.

476. Der Text nennt ein Panam dieses Centuram mit Honig als Begleitmittel über ein Mandala. Alle Krankheiten würden zu Staub, der Körper erlange sonnengleiche Vollkommenheit, graues Haar und Runzeln verschwänden, und eine körperliche Hülle werde abgestoßen. [Der Satz über viele Kalpa-Enden ist verkürzt.] Halte Vasi in den fünf Stätten und schaue.

Bereitungen des Cavviram

477. Höre von der Bereitung des Cavviram: vierzig Palam Vediyuppu und fünfzig Palam Cinam kommen in den Reibstein. Verreibe beides mit Meni-Saft, forme Scheiben und lasse sie trocknen. Lege sie in die Hülle beziehungsweise das Gefäß und decke sie mit dem als Cakkaram bezeichneten Topf ab.

478. Dichte das geschlossene Gefäß ab und stelle es auf die Feuerstelle; setze ein Schälchen aus Porzellan ein. Erhitze es drei Samam mit Glut. Darin tritt eine Flüssigkeit wie Schweiß hervor. Gieße die weiß austretende Flüssigkeit ab und verwahre die danach kommende Flüssigkeit in einem Behälter [dessen Bezeichnung beschädigt ist]. Fange sie vollständig auf, ohne sie zu verschütten.

479. Lege acht Palam Sutam in ein weiteres Porzellangefäß. Gieße das aufgefangene Destillat hinzu und erwärme es über Glut, bis es sich auflöst beziehungsweise umwandelt. Es soll wie Sand werden. Dazu kommen ein Palam Kalluppu, sechs Palam Turicu und zwei Palam Puniru.

480. Hinzu kommen eineinhalb Palam Vediyuppu und eineinhalb Palam Cinam sowie ein Palam des Annam genannten Peti und ein halbes Palam Caram. Röste Kalluppu und Turicu und bereite die Stoffe jeweils gesondert zu Pulver.

Anmerkung: Die Schreibung der ersten Menge ist verkürzt; eineinhalb ist die naheliegende, aber nicht völlig gesicherte Lesung.

481. Gib alle Pulver zum Sutam, vermische sie gründlich und fülle die Flasche nur bis zur Hälfte. Stelle sie in das Valukai-Bad und gib ein lotusartiges Feuer. Es folgen die Angaben ‚vier Tage‘, ‚drei Samam‘ und Abkühlenlassen; nach zwölf Samam soll die Substanz wie kräftiges Gold aussehen.

Anmerkung: Das Verhältnis der Tage, Heizzeiten und Abkühlphasen ist in diesem Wortlaut nicht eindeutig; die Angaben werden nicht zu einer sicheren Arbeitsanweisung vereinheitlicht.

482. Zum Cavviram-Pulver werden weitere Verhältnisangaben genannt: für Kalluppu drei Viertel eines Anteils; [die anschließende Zuordnung der Hälfte und einer Palam-Menge ist beschädigt]. Puniru soll die Hälfte des Turicu betragen, Cinam drei Viertel des zuvor genannten ‚Wassers‘ beziehungsweise Puniru, Vediyuppu ebenso viel. Caram soll ein Drittel des Vediyuppu ausmachen.

Anmerkung: Der Vers lässt nicht alle Bezugsgrößen sicher erkennen; besonders die ersten beiden Zeilen bleiben lückenhaft.

483. Nimm ferner Annam-Peti in der halben Menge des Puniru. Pulvere alles, fülle die Flasche halbvoll und stelle sie in das Valukai-Bad. Erhitze mit lotusartigem Feuer in den genannten Vierer- und Dreierabschnitten. Mit zwischenzeitlichem Abkühlen ergibt sich die hier angegebene Heizdauer von zwölf Samam.

Anmerkung: Auch hier ist die genaue zeitliche Gliederung sprachlich unklar.

484. Führst du dies dreimal aus, erhält die Substanz den Namen Kocci. [Die folgende Wendung über Paranki und dessen Benennung ist beschädigt.] Mit diesem starken Viram wird Alchemie möglich. Wird Viram zu Chunnam, wird Gold wie eine Blüte, und die übrigen Stoffe werden kalkartig. Diese Alchemie sei dann ein Kinderspiel.

Anmerkung: Die OCR zählt hier irrtümlich 464; die fortlaufende Stelle liegt zwischen 483 und dem ebenfalls falsch nummerierten Folgevers. Die fortlaufende Nummer ist auch in der PDF-Textextraktion nachweisbar.

Geheimhaltung, Begierde und der verantwortliche Umgang

485. Die Nathas, Rishis und Siddhas verbargen den Umgang mit Viram, der Grundlage der Alchemie. Wie den letzten Sinn der Veden hielten sie ihn streng geheim. Würde alles offengelegt, so meinten sie, geriete die Schöpfung der fünf wirkenden Gottheiten aus ihrer Ordnung und die ganze Welt würde golden. Niemand hatte es offen ausgesprochen; sieh, ich habe es in meinem Buch dargelegt.

Anmerkung: Die OCR schreibt 465; die Nummer wird hier aus der fortlaufenden Reihenfolge hergestellt. Die fortlaufende Nummer ist auch in der PDF-Textextraktion nachweisbar.

486. Weil ich es ausgesprochen habe, wurden mir die Siddhas feind. Ich legte die verborgenen Mittel und ihre Wirkungen offen dar. [Die anschließende Mahnung über die innere Absicht ist beschädigt.] Wer das Buch [unter der hier nicht sicher lesbaren Voraussetzung] weitergibt, gelange in die Hölle und falle nach seinem Tod in die tiefste Hölle.

487. Gelangt dieses Buch in die Hände törichter Alchemisten, so greifen sie seine Mittel auf, suchen umher und gewinnen Gold. Sie geraten vor Freude außer sich, vergessen sich selbst und verlieren sich im Verlangen nach einer Frau. Sie zerstören ihre Zucht, bringen sich und ihr Haus in Unordnung, vermehren das Begehren und leiden an der Krankheit der Begierde. So verfehlen sie die rechte Lebensführung.

488. Erhält dagegen ein Erkennender dieses Buch, schneidet er die bindenden Fesseln ab, reinigt seinen Leib und prüft die verschiedenen Stätten. Er versenkt sich in das Stützpunktlose, steht dem Höchsten nahe und trinkt dort. [Die Schlusszeile nennt eine halbe Menge Nahrung und ein Viertel Wasser; Einheit und Satzfügung sind nicht sicher lesbar.] So verweilt er.

Anmerkung: Die OCR zählt 468; die Stellung zwischen 487 und 489 macht den Zahlfehler erkennbar. Die fortlaufende Nummer ist auch in der PDF-Textextraktion nachweisbar.

489. Er bedenkt die beschriebenen Mittel, führt die Arbeit mühelos aus und gewinnt Gold. Er erkennt darin Shivas Eigentum und verschwendet es nicht für belastendes Handeln. Nur die erforderliche Menge nimmt er heraus, für die Mittel der Verehrung und für Karpam. Obwohl er davon Gebrauch macht, lebt der Erkennende ohne Tadel, als wüsste er von alledem nichts.

490. Wenn ein Erkennender arm wird, könnten die Menschen des Landes lachen und alle Siddhis für falsch erklären. Wenn ihn Hunger bedrängt, gerät sein Geist ins Schwanken und die Vollkommenheit seines Körpers geht verloren. Damit der Erkennende nicht in solche Bedrängnis kommt, habe ich die von den Nathas verschwiegenen Mittel ausgesprochen. Für den Erkennenden und den Guru ist dies gesagt. Höre nun eine weitere Bereitung des Cavviram.

Weitere Bereitung mit Destillat

491. Höre, mein Sohn: hundert Palam Vediyuppu, hundertzehn Palam Cinam, fünfundzwanzig Palam Cavuttuppu und dreißig Palam Turicu; ferner zehn Palam Navaccaram, das hier als kraftvolles Caram bezeichnet wird, und fünf Palam Kalluppu. Pulvere dies sorgfältig im Reibstein.

492. Verreibe das Pulver sieben Tage mit Pirantai-Saft. Forme Scheiben und trockne sie in der Sonne. Fülle ein festes Gefäß bis zur Hälfte damit, decke es mit dem Cakkaram-Topf ab und dichte alles mit der beschriebenen Ton- und Stoffabdichtung. Stelle es auf den Ofen, entzünde das Feuer und fange die durch Feuer gewonnene Flüssigkeit sauber auf.

493. Entferne die weiße Flüssigkeit und sammle die rote. Verschließe diese sorgfältig in einem [nicht eindeutig bezeichneten, möglicherweise mit Harz abgedichteten] Behälter. Höre weiter: zehn Palam Sutam, fünf Palam Kalluppu, zweieinhalb Palam Turicu und zwei Palam Vediyuppu.

494. Dazu kommen je zwei Palam Cinam, Annam-Peti, Caram und Puniru; ferner acht Palam Lingam und acht Palam Racakarpuram. Gib außerdem je ein Palam Vellai, Kevuri und Manocilai hinzu.

Anmerkung: Die Verbindung der letzten beiden Namen lässt auch eine zusammengesetzte Stoffbezeichnung zu; der beschädigte Wortlaut erlaubt keine sichere Entscheidung.

495. Füge je ein Palam Kenti und Cutan hinzu. Die Aufzählung nennt ferner Totti, Appurakam, Nimilai, Varttam, Vaikiruntu, Tamar-Kantalokam, Karkati, Cattiraveti, Cinki, Kutiraippallu, Anjanakkal, Tuttam, Calacittu und Kalnar.

Anmerkung: Mehrere Stoffnamen sind durch die Vorlage entstellt. Sie sind hier vorläufig lautnah wiedergegeben, ohne moderne chemische Gleichsetzungen.

496. Dazu kommt Katalnurai; für die zuvor aufgezählten Stoffe wird jeweils ein Palam genannt. Verreibe alles acht Tage unter Zugabe des Destillats und trockne es in der Sonne. Gib es in ein weiteres Porzellangefäß und röste es über Glut zu einer pulverartigen Substanz. Fülle den Kasi genannten Meru-Behälter halbvoll und stelle ihn in das Valukai-Bad.

497. Erhitze zwölf Samam mit lampenartigem Feuer und lasse abkühlen. Erhitze nochmals zwölf Samam mit lotusartigem Feuer. Gib tagsüber Feuer und lasse das Gefäß nachts abkühlen. Nach sechs Tagen prüfe den erreichten Zustand und nimm es herunter.

498. Nimm die Flasche heraus, füge die früher genannte Mischung hinzu, verreibe alles mit dem Destillat und trockne es. Pulvere es wieder und fülle es in den Kasi-Meru-Behälter. Stelle diesen in das Valukai-Bad und erhitze sechs mal vier Samam. Nimm ihn herunter, lasse ihn abkühlen, zerbrich ihn und gewinne den Inhalt. Füge erneut die Mischung wie zuvor hinzu.

499. Nach drei solchen Durchgängen liegt das Cavviram in dem gewünschten Zustand vor. Nimm fünf Palam Ciruvisham, zehn Palam Alari-Wurzelrinde und zwei Palam Kentakam. Verreibe dies mit dem gelben Kern des Eies, forme Scheiben und gewinne durch Putam das Öl. Bearbeite damit das Viram durch wiederholtes Aufbringen und Erhitzen.

500. Sobald es wachsartig wird, nimm es im richtigen Zustand heraus. Es ‚verzehrt‘ die darumgelegte Metallfolie; auch die genannten vier Teile Gold sollen aufgenommen werden. Ein Teil auf tausend Teile ergebe eine Feinheit von vierzehn. [Die anschließende Aussage über Upacavam und Iyam ist nicht eindeutig.] Sieh, dieses makellose Viram haben die früheren Meister verborgen.

Anmerkung: Die Mengenbeziehung der vier Goldanteile und die letzte Stoffumwandlung bleiben unsicher; sie werden nicht als verlässliches Rezept ergänzt.

Paranki-Pashanam und die Schwierigkeit der Alchemie

501. Die Nathas, so sagte ich, haben es verborgen. In Treue zu den Füßen der höchsten Mutter wurde es den Menschen gegeben, damit sie bestehen können. Erstaunlich ist es: Ohne Viram geht die Alchemie verloren. Die zuvor genannten Viram-Bereitungen besitzen alkalische Kraft und dienen fest der Heilkunde. Wer kein Gold erlangt und verzweifelt umherirrt, geht schließlich zugrunde.

502. Damit du nicht zugrunde gehst, höre die Bereitung des Paranki genannten Pashanam: zehn Palam Sutam, acht Palam Kalluppu und fünf Palam des weißen Pashanam-Stoffes. Pulvere alles im Reibstein und verreibe es acht Tage mit dem Destillat. Pulvere die Masse danach und fülle sie in den Meru-Behälter.

503. Stelle den gefüllten Meru in das Valukai-Bad und erhitze zwölf Samam. Die sublimierte Substanz steigt und setzt sich ab; der Pashanam soll wie eine große Kokosnuss aussehen. Füge die Mischung nochmals wie zuvor hinzu, verreibe sie mit dem Destillat, pulvere sie und fülle sie wieder in den Meru. Setze ihn sorgfältig in das Valukai-Bad.

504. Erhitze zwölf Samam, gib tagsüber Feuer und lasse abkühlen. Nimm das Gefäß im richtigen Zustand herunter, entferne die obere Hülle und pulvere den Inhalt. Füge die Mischung wie zuvor hinzu. Nach drei Durchgängen wird daraus Paranki-Pashanam; damit soll die Kunst der Silberbereitung augenblicklich gelingen.

505. Nimm ein Palam Paranki-Pashanam in eine eiserne Pfanne. Bearbeite es vier Samam mit dem beschriebenen Erhitzen und wiederholten Aufbringen der Flüssigkeit; es wird wachsartig. Ein Teil auf hundert Teile Eisen oder Kupfer soll Silber von der Feinheit sechzehn ergeben. Die Stoffe werden gebunden; so sei diese Alchemie ein Kinderspiel.

506. Ist Alchemie denn leicht zu erlangen? Selbst große Yogis, Rishis, Siddhas und die fünf wirkenden Gottheiten können bei ihrer Untersuchung fehlgehen. Sie reicht bis an das Ende [des hier mit Veda und innerem Raum verbundenen Erkenntnisbereichs]. Als Mutter Manonmani sprach, nahm ich ihre Füße auf mein Haupt, hörte aufmerksam zu und erklärte es liebevoll meinen Kindern.

Die Schriften der Siddhas

507. Unzählige Siddhas haben Unterweisungen gegeben. Agastya sprach die neun Abschnitte in achtzeiligen Versen aus. Gorakkar gab siebentausend Verse in Venpa-Form. Maccamuni sammelte seine Lehre in sieben Abschnitten, Sivavakkiyar in fünf. So viele Siddhas haben gesprochen, dass ich das andere Ufer ihrer Lehren nicht erblicke.

Anmerkung: Dies sind die Zuschreibungen und Umfangsangaben des vorliegenden Verses; sie werden nicht als unabhängig geprüfte Bibliografie ausgegeben.

508. Kacipar sprach in Vannam-Versen, der makellose Romamuni in der Sprache der Vadugar. Ramadevar sprach in rhythmischen Versen, und auch der schwer zu preisende Nandi verwendete Versmaße. Der große Weise Canku verkürzte seine klare Lehre zur Kalitturai-Form. Tirumulars Tirumantiram aber ist selbst ein weiter Wald.

Anmerkung: Vadugu bezeichnet hier eine nicht weiter bestimmte Sprachzuordnung; eine sichere moderne Sprachidentifikation wird nicht ergänzt. Auch Kacipar und Canku sind unsichere Namenslesungen.

509. Damit man sich nicht in einem Wald verliere, sprach der große Patanjali geordnet in sieben Abschnitten. Cattai Muni gab zusammen mit einem Nikantu zweitausendsiebenhundert [Verse oder Textstücke; die Einheit bleibt unausgesprochen]. Kalangi Natha sprach in vier Abschnitten. Sieh, um den niedrig und hilflos Lebenden zu helfen, habe ich sieben Abschnitte dargelegt.

510. Mein Sohn, auch in siebenhundert knappen Lehrsätzen habe ich liebevoll gesprochen. Mein Schüler Konganar gab dreitausendfünfhundert. Cattai Munis Buch ist gut, ebenso das in der Welt bekannte Buch Konganars. Auch Romamunis Buch ist gut. Richte deinen Geist darauf und prüfe aufmerksam.

Anmerkung: Die Umfangsangabe zu Konganar steht in zusammengezogener und leicht beschädigter Schreibung; dreitausendfünfhundert ist die naheliegende Lesung.

511. Die anderen Bücher verkünden ihre Mittel in verhüllter Fachsprache. Die göttlichen Meister gaben Hinweise [ein Vergleich mit Spiegel und Nase ist in der Vorlage nicht sicher verständlich]. Je eingehender du die Lehrschriften betrachtest, desto mehr werden die Verbergungen offenbar; nichts bleibt dann verdeckt. Konganar, der mein Buch erkannte, gelangte an das andere Ufer.

512. Ich zeige euch das unmittelbar erfahrene Vira-Salz namens Korai; Kinder, hört seine Bereitung. Pulvere acht Palam Cavviram gründlich im Reibstein. Dazu kommen je zwei Palam Kalluppu-Chunnam, Savarkkara-Chunnam, Turicu-Chunnam und Vediyuppu-Chunnam.

513. Füge je zwei Palam Caram-Chunnam, Cinam-Chunnam und Annam-Peti hinzu. Vermische diese mit dem vorigen Pulver und fülle den Meru-Behälter halbvoll. Stelle ihn in das Valukai-Bad auf dem Ofen; die angegebene Heizdauer beträgt zwölf Samam.

514. Beim Herausnehmen und Prüfen soll das Viram unten liegen bleiben. Lege eine winzige Menge auf Eisen und gib das kräftige Wasser darauf. Daraus werde die wirksame Grundsubstanz. Wird sie mit Wasser vermischt und auf eine Krähenfeder gestrichen, werde diese wie eine Reiherfeder. Überaus groß sei die alchemistische Wirkung dieses Mittels.

515. Wie soll Alchemie gelingen, Kinder? Turicu muss zu Asche beziehungsweise Chunnam werden; Sutam muss gebunden werden. Dieses Sutam bewirke die Vollkommenheit des Körpers. Wer den Sinn der Veden erkennt, ist ein Jnani; wer die sechs Stätten schaut, ist ein Yogi. [Die Schlusszeile enthält einen beschädigten Vergleich mit Entfernung und einem Wasserbehälter und lässt sich nicht zuverlässig übersetzen.]

Turicu und verschiedene Kulikai-Stufen

516. Nimm ein Palam Turicu sowie drei Viertel seines Gewichts von dem Cerai genannten Viram. Verreibe dieses mit Vala-Wasser. Bestreiche Turicu wiederholt damit und lege es in die Sonne. Nach zehn Tagen soll das Turicu zu Chunnam geworden sein.

Anmerkung: Cerai und Vala-Wasser sind unsicher gelesene Bezeichnungen; die Deutung als konkrete moderne Stoffe bleibt offen.

517. Auch aus Blättern, die sonst keinen Saft abgeben, lasse sich nach dem Quetschen unter Zugabe dieser Grundsubstanz Flüssigkeit auspressen. Milch gerinne beziehungsweise scheide sich und werde zu klarem Wasser. Durch wiederholte Behandlung damit würden die Stoffe wachsartig und zur Umwandlung fähig. Bei den neun Metallen reiche die Wirkung, so behauptet der Text, bis zu einem Teil auf eine Koti.

518. Höre von Virali-Blättern: Zerstampfe sie im Mörser und gib ein Virakan-Gewicht Turicu-Chunnam dazu. Knete die Masse, presse sie fest und gewinne ihre Flüssigkeit. Lege Sutam in eine eiserne Pfanne und behandle es einen Samam lang kräftig durch wiederholtes Aufbringen und Erhitzen. Es werde wie ein Idli. Eine vergleichbare Wirkung kenne ich nicht.

519. Gib Gold zu diesem Sutam und füge Kentam in entsprechender Menge hinzu. Nimm auch Talakam, Silai und Viram und verreibe alles mit Mallikai-Saft. Pulvere es, fülle es in eine Flasche und bereite im Valukai-Bad Centuram daraus. Ein Teil auf tausend Teile soll eine Feinheit von zwölf ergeben.

520. Von den hundertzwanzig Upacaram-Stoffen, den vierundsechzig Pashanam-Stoffen, den fünfundzwanzig Arten einschließlich der Salze, den neun Metallen und den neun Edelsteinen sollen die Essenzen gewonnen werden. Gib sie einzeln zum Sutam. Füge Kutori hinzu und trockne die Substanz; führe anschließend das als Caranai bezeichnete Verfahren aus.

Anmerkung: Kutori und die genaue technische Bedeutung des letzten Arbeitsgangs sind unklar. Die traditionellen Stoffklassen werden nicht durch moderne Listen ersetzt.

521. Nach einmaliger Zuführung der genannten Substanz entsteht die Cakata-Kulikai. Nach zwei Durchgängen heißt sie die makellose Bhogi-Kulikai. Nach drei Tagen entsteht die große Yogi-Kulikai. Nach fünf Durchgängen erkenne sie als die wunderbare Kulikai.

Anmerkung: Die Vorlage wechselt ausdrücklich von Durchgängen zu Tagen; dies wird nicht stillschweigend vereinheitlicht.

522. Nach einem Durchgang, so steht hier, entsteht die Mohini-Kulikai. Nach acht Durchgängen werden die acht großen Siddhis erreicht. Nach elf Durchgängen heißt sie Kamadeva-Kulikai, nach dreizehn Durchgängen Kamalini-Kulikai.

Anmerkung: Die erneute Angabe ‚ein Durchgang‘ passt nicht zur aufsteigenden Folge. Sie bleibt als Lesung der Vorlage erhalten; eine vermutete Sieben wird nicht eingesetzt.

523. Nach fünfzehn Durchgängen entsteht die kraftvolle Kulikai, nach siebzehn die Svarupa-Kulikai. Mit dieser im Mund könne man das nördliche und das südliche Meer erreichen, erneut in die Welten eintreten und als Svarupa im Klang der Fußglöckchen verweilen.

Weitere wachsartige Präparate

524. Ich spreche weiter von Turicu als Grundsubstanz. Nimm die Taca-Blüte [Name unsicher], füge Turicu hinzu, presse den Saft aus und gieße ihn in eine eiserne Pfanne. Pulvere einen Anteil Netunkampi-Lingam und gib ihn hinein. Füge ein Kasu-Gewicht Vediyuppu hinzu, stelle die Pfanne auf den Ofen und entzünde das Feuer.

525. Nach gründlichem Erhitzen wird die Masse wachsartig. Schabe sie ab und bewahre sie in Porzellan auf. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle ergebe eine Feinheit von zehneinhalb. Bei täglicher Einnahme einer Kunri-Menge werde der Körper sonnengleich; das graue Haar verschwinde und der Leib gleiche dem des Gottes mit den goldenen Flechten.

526. Gib ein Virakan-Gewicht Turicu-Chunnam in die Milch der Caturakkalli-Pflanze. Halte die Mischung einen Samam verschlossen; sie soll wie reines Wasser werden. Lege den weißen Pashanam-Stoff in eine eiserne Pfanne und behandle ihn damit vier Samam durch wiederholtes Aufbringen und Erhitzen. Der weiße Stoff werde wachsartig.

527. Gib die wachsartige Substanz zu Vangam; das weiche Vangam zerfällt. Behandle damit Silber, so soll auch dieses pulverförmig werden. Füge eine gleiche Menge Sutam hinzu und verreibe alles mit dem aus der Pflanzenmilch gewonnenen Wasser. Nach vier Samam schabe die Masse heraus und lege sie in eine eiserne Schale.

528. Verschließe die Schale mit einer weiteren eisernen Schale und einer Tonabdichtung und unterziehe sie einem Putam mit zehn Dungfladen. Nach dem Erhitzen bleibt die wirksame Grundsubstanz zurück. Von ihr wird für hundert Teile Vangam eine Menge von der Größe eines Reiskorns genannt; die erreichte Feinheit soll fünfzehn sein. In Eisen eingebracht soll das Mittel Velliyam hervorbringen.

Anmerkung: Velliyam wird als Stoffname belassen; eine Gleichsetzung mit Silber oder Zinn ist an dieser Stelle nicht abgesichert.

529. Schüler, ich erkläre euch die Bereitung des Racita genannten Pashanam. Gib je zehn Palam Muschel-Chunnam, Cinam-Pulver, Kalluppu-Pulver und weißen Pashanam in den Reibstein, dazu zwei Palam Caram.

530. Füge zehn Palam Sutam hinzu und verreibe alles acht Tage mit dem Destillat. Trockne es in der Sonne, pulvere es und fülle es in den Meru-Behälter. Stelle ihn in das Valukai-Bad und erhitze mit lotusartigem Feuer. Nach zwölf Samam soll sich eine plattenartige sublimierte Substanz gebildet haben.

531. Nimm ein Palam dieses Pashanam in eine eiserne Pfanne. Vermische einen Ser Caturakkalli-Milch mit einem Ser Elippalam [unsicher gelesener Stoffname] und gib ein Palam gepulvertes Karunapi hinzu. Vermische und bewahre dies drei Tage. Behandle den Pashanam mit der erhaltenen Flüssigkeit durch wiederholtes Aufbringen und Erhitzen.

Blindes Experimentieren und die Suche nach einem Guru

532. Dabei wird Racita-Pashanam wachsartig. Schabe ihn heraus. [Der Satz über die weitere Behandlung von Silber und das Verdunsten des Wassers ist nicht eindeutig.] Die wachsartige Substanz binde Sutam und mache Turicu zur wirksamen Grundsubstanz. Wer ohne Verständnis sagt: ‚Wir wollen einmal Alchemie versuchen‘, ist kein tüchtiger Alchemist, sondern blind.

533. Ein Blinder besitzt immerhin Verstand und Ehrfurcht. Ein affenartiger Alchemist hingegen sucht Blätter zusammen, mischt blindlings eines mit dem anderen, verreibt alles und erhitzt es im Putam. Wie ein Dieb späht er nach dem Ergebnis, wirft es mit einem ‚Pfui!‘ weg und sucht das nächste Mittel. Der zur Erkenntnis gelangte Alchemist aber sucht durch Fragen einen Guru, statt so umherzuirren.

534. Suche den Guru und höre seine Worte. Sammle und studiere die Lehrschriften, erfasse ihren Sinn und lerne die überlieferten Handgriffe. Festige dich unerschüttert im Yoga. Erkenne im inneren Kern das entscheidende Mittel und suche den Ort, an dem die Lebenskraft im Körper ruht. Suche Gnade, erkenne die Mutter, höre ihre Unterweisung und wende dich dann der Alchemie zu.

535. Nimm ein Virakan-Gewicht Turicu-Chunnam und gib es in zwei Ser Erukku-Milch. Lasse es einen Samam stehen, bis es frei von Trübstoffen als Flüssigkeit vorliegt. Lege Kevuri-Pashanam in eine eiserne Pfanne und behandle ihn damit vier Samam durch wiederholtes Aufbringen und Erhitzen.

536. Wenn die Masse wachsartig wird, nimm sie heraus, Kinder. Gib zu einem Palam Kariyam die gleiche Gewichtsmenge der wachsartigen Substanz; es soll zu Pulver zerfallen. Gibt man Gold zum Iyam, werde auch das Gold pulverförmig. Füge eine entsprechende Menge Sutam hinzu, verreibe es mit der zuvor genannten Flüssigkeit und forme Scheiben.

537. Lege die Scheiben in das eiserne Gefäß und erhitze sie in einem Putam mit zehn Dungfladen. So entstehe die wirksame Grundsubstanz. Ein Teil auf hundert Teile bewirke eine Feinheit von zehneinhalb. Das Wachs binde Sutam und ‚töte‘ selbst schwer zu verändernde Stoffe. Seine Wirkung reiche weit; es sei wie eine Quelle, die bei noch so vielem Schöpfen nicht versiegt.

538. Nimm ein Palam Talakam, reinige es mit Chunnam und lege es in eine eiserne Pfanne. Gib Turicu-Chunnam in die Milch der Ilaikkalli-Pflanze. Sobald sie sich scheidet, nimm die erhaltene Flüssigkeit und bearbeite damit das Talakam durch wiederholtes Aufbringen und Erhitzen. Nimm die entstehende wachsartige Substanz heraus.

539. Während ein Teil gereinigtes Kupfer schmilzt, gib einen Teil der wachsartigen Substanz hinzu. Es soll bronzenartig und brüchig werden. Gib beim weiteren Bearbeiten Gold hinzu. Wenn sich alles gemeinsam bewegt, füge Nagam im gleichen Gewicht wie das Gold hinzu. Pulvere die gesamte Mischung und füge die entsprechende Menge des [nicht genauer bezeichneten] Pulvers bei.

540. Gib Sutam und Kentakam hinzu und verreibe es mit der zuvor genannten Flüssigkeit. Forme Scheiben, lege sie in ein eisernes Behältnis, verschließe dieses sorgfältig und dichte es ab. Erhitze mit zehn Dungfladen im Putam. Das große Centuram sei sonnengleich; ein Teil auf hundert Teile ‚Mond‘ soll rötliches Gold hervorbringen.

Anmerkung: ‚Mond‘ ist die alchemistische Bezeichnung des Ausgangsmetalls. Der abschließende Farbvergleich ist im Wortlaut beschädigt.

541. Diese Grundsubstanz verwandle zu Gold und binde Sutam; der Name des Todes verschwinde für den Körper. Auf die Stoffe aufgebracht, binde sie diese rasch und wirke weitreichend. Selbst aus Blättern ohne austretenden Saft werde durch Kneten und Pressen Flüssigkeit gewonnen. Bei Einnahme werde körperliche Vollkommenheit erreicht und der Leib bleibe hundert Koti Yugas unzerstört, so die Verheißung des Textes.

Die Bereitung des roten Navaccaram

542. Schüler, hört von dem roten Navaccaram. Nimm zwanzig Palam Vediyuppu und fünfundzwanzig Palam Cinam. Verreibe beide im Reibstein mit dem alkalischen Nayuruvi-Saft. Forme flache Scheiben und trockne sie gründlich in der Sonne.

543. Lasse sie drei Tage trocknen. Gib sie danach in den Topf und setze den Cakkaram-Topf passend darüber; bestreiche die Verbindung mit dem genannten Dichtlehm. Stelle alles auf den Ofen und entzünde das Feuer. Zunächst kommt eine weiße Flüssigkeit hervor, danach eine rote. Kinder, bewahrt diese in einem Porzellangefäß auf.

544. Bereite einen mit Harz abgedichteten Behälter und gieße das aufgefangene Destillat hinein; verwirf die weiße Flüssigkeit. Gib einen Ser Navaccaram in den Reibstein und verreibe ihn mit dem Destillat. Wenn die Mischung den beschriebenen Zustand erreicht hat, schabe sie heraus, lege sie in ein großes Porzellangefäß und gieße weiteres Destillat hinzu.

Anmerkung: Die OCR hat 944 statt 544; die Nummer 544 ist in der PDF-Textextraktion auf Seite 74 nachweisbar.

545. Stelle die Mischung drei Tage in die Sonne. Setze dann das Porzellangefäß auf Glut und röste den Inhalt zu feinem Pulver. Fülle den Kasi-Meru-Behälter zur Hälfte damit und stelle ihn in das Valukai-Bad. Erhitze zwölf Samam mit lotusartigem Feuer.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 945 ist nach dem PDF, Seite 74, zu 545 berichtigt.

546. Gib jeweils vier Samam Feuer und lasse nachts abkühlen. Nach drei Tagen zerbrich die feste Flasche: Im Inneren soll eine kokosnussartige, rötliche Substanz erscheinen. Pulvere sie wieder im Reibstein und verreibe sie mit dem Destillat. Gib sie in ein anderes Porzellangefäß und gieße erneut Destillat hinzu.

547. Stelle es drei Tage in die Sonne; röste es anschließend über Glut. Pulvere den Inhalt, fülle ihn in den Meru-Behälter und erhitze im Valukai-Bad mit lotusartigem Feuer. Nach zwölf Samam zerbrich die Flasche und nimm die in der Glut beständige, goldartig bezeichnete Substanz heraus.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 947 ist nach dem PDF, Seite 74, zu 547 berichtigt.

548. Verreibe die Substanz wie zuvor mit dem Destillat, füge Flüssigkeit hinzu und stelle sie in die Sonne [Lesung der Ortsangabe unsicher]. Röste sie über Glut und fülle sie in den Kasi-Meru-Behälter. Erhitze im Valukai-Bad und wiederhole die zuvor beschriebene Behandlung. Nach sieben Durchgängen soll Caram sonnengleich erscheinen.

549. Wiege zehn Palam dieses Caram, zehn Palam Sutam und zweieinhalb Palam Gold ab. Gib alles vorsichtig in den Reibstein und verreibe es drei Tage mit Zitronensaft, bis die Masse pulverförmig bereitet ist. Fülle sie in den Kasi-Meru-Behälter und stelle ihn in das kräftige Valukai-Bad.

550. Erhitze zwölf Samam mit lampenartigem Feuer. Die Substanz soll einer Granatapfelblüte gleichen. Fülle sie in eine andere Flasche und verschließe diese mit einer Tonabdichtung gegen den Zutritt von Luft. Die Schlusszeilen nennen ein Kasu-Gewicht und das Verhältnis eins zu tausend; damit werde Gold von der Feinheit sechzehn gewonnen.

Anmerkung: Der genaue Bezug zwischen Kasu-Menge und Mischungsverhältnis ist nicht eindeutig ausgesprochen.

Demut und die Überlieferung der Siddhas

551. Werde nicht hochmütig, weil Gold entstanden ist. Vervollkommne unermüdlich den Körper. Der Text nennt täglich ein Panam zur Einnahme und verheißt einen strahlenden, jugendlichen, korallenähnlichen Leib. ‚Dieses Karpam nahm Hara ein, und auch ich habe es genommen.‘ Man werde dich einen Löwen nennen; graues Haar gebe es nicht. Die Schlusszeile nennt für die Menschen eine Kunri-Menge.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 951 ist nach dem PDF, Seite 75, zu 551 berichtigt. Die voneinander abweichenden Mengenangaben des Verses bleiben erhalten.

552. Dem Ekampa-Caram komme nichts gleich; die Größe der höchsten Mutter Manonmani sei unermesslich. [Die anschließende Bezeichnung eines beizumischenden Stoffes ist beschädigt.] Auf die Stoffe gestrichen und über Glut erwärmt, mache es sie mürbe. Die neun Metalle würden bereits bei der Berührung golden; seine Wirkungen seien unzählbar. Schlechte Menschen der Welt würden dies für verhüllte Rede erklären – so urteilt der Text über seine Gegner.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 952 ist nach dem PDF, Seite 75, zu 552 berichtigt; Ekampa-Caram ist eine unsichere Namenslesung.

553. Es gibt viele Verächter in der Welt; verstricke dich nicht in Gespräche mit ihnen. Fragen sie: ‚Gibt es überhaupt Alchemie?‘, so antworte höflich: ‚Alchemie ist die ausgeübte Arbeit.‘ Ertrage auch ihre Schmähungen und sprich mit Ehrfurcht vom Wesentlichen. Vor dem Gesicht eines solchen Verächters stehe Mudevi, das Unglück. Verlasse den betreffenden Ort und gehe in ein anderes Land.

554. Sprich dort mit einem Alchemisten, der Erkenntnis erlangt hat, und nicht mit Menschen, die in der gewöhnlichen Verstrickung bleiben. Beruhige den Geist, schaue die Erkenntnis und diene den großen Weisen. Hebe die Wurzel empor [das dabei genannte Bild einer Flasche ist nicht eindeutig], prüfe die Stätten und steige durch sie auf. Koste den Nektar, richte dich auf das Schweigen aus und stehe in der Überlieferung der Nathas und Rishis.

555. In den vierundsechzig Überlieferungszweigen bestehen die Vollkommenheiten der Alchemie, der Kulikai, des festen Körpers, des Luftwanderns und der Erkenntnis. Acht mal acht Siddhis werden genannt; die Erde kann sie nicht fassen, ihr Ufer ist nicht abzusehen. Die zahlreichen Lehrschriften gleichen einem dichten Wald. Ihren Sinn in der Alchemie auszulegen ist schwer.

Anmerkung: Kaya-Siddhi erscheint in der Aufzählung zweimal. Daraus wird keine vermeintlich vollständige, bereinigte Liste konstruiert.

556. Sie sprachen von Alchemie in verwirrter Reihenfolge und verbargen die Bereitung der Stoffe. Sie beschrieben das ursprüngliche Salz abschätzig und versteckten das beständige Viram. Dieses Viram, das dem letzten Sinn der Veden gleichsteht, ermöglicht die Alchemie. Kann man ohne Füße gehen? So verhält es sich mit dem roten Caram.

557. Erste Strophe mit dieser Nummer. Selbst Siddhas und Rishis vermögen die Herrlichkeit des roten Caram nicht vollständig auszusprechen. Als Kalangi Nayanar freudig davon sprach, hörte ich wahrhaft aufmerksam zu und erkannte es selbst. [Die dritte Zeile über die Behandlung von Sutam ist beschädigt.] Wie ein Kind erst kriecht und dann weitergeht, vollzieht sich die Entwicklung; schließlich werden die Stoffe in einem Augenblick ‚getötet‘.

Zweite Strophe mit derselben Nummer. Fragst du nach dem Mittel dieses ‚Tötens‘, so höre die knappe Darlegung: Sutam, ein Anteil Kenti, dazu Talakam, Silai und Lingam sowie ein Anteil roten Caram. Verreibe dies einen Samam mit Fruchtsaft, forme Scheiben, trockne sie und lege sie in den genannten Tiegel.

Anmerkung: Die Nummer 557 steht auch im PDF auf Seite 76 zweimal. Beide Strophen werden vollständig als zwei Textabschnitte unter dieser Nummer bewahrt. Die Mengenbeziehungen im Rezept sind teilweise unklar; die Tiegelbezeichnung lautet unsicher Ainkukai.

558. Dichte den Tiegel ab und unterziehe ihn einem Putam. Verehre Bhairava mit der Reinigung der Substanz. Entferne danach die Umhüllung; der Inhalt liegt als Kalaṅku-Präparat vor. Ein Teil auf tausend Teile der neun Metalle ergebe eine Feinheit von zwölf. [Die abschließende Unterweisung an die Schüler über Kavi und Salz ist stark beschädigt und nicht verlässlich übersetzbar.]

559. Kinder, ich zeige einen einfachen Weg, Sutam zu binden. Gib Fruchtsaft in eine eiserne Schale und pulvere das starke Caram. Füge ein Palam Sutam hinzu, stelle das Gefäß über Glut und streue das Pulver darauf. Die gebundene Substanz [eine kurze Wendung ist unklar] soll beim Schmelzen auf Kohle Racitam, Silber, werden.

560. Pulvere dieses Caram und füge den gelben Kern des Eies hinzu. In der Sonne werde daraus Öl. Bei Einnahme eines Panam-Gewichts dieses Öls, so behauptet der Text, werde der Tod überwunden und der Leib bleibe während eines Kalpa diamantenfest. Es sei für die Kunst des Kama besonders wirksam; [der abschließende Vergleich mit einem losgelassenen Faden bleibt unklar].

Turicu, Gottheiten und die Bindung des Sutam

561. Höre eine Bereitung des Turicu. Fertige einen Topf aus Kupfer. Pulvere Kalluppu und nimm Vediyuppu und Cinam in dem genannten Verhältnis von einem Sechzehntel dazu. Gib alles in den Topf und gieße Fruchtsaft sowie Buttermilch hinzu. Verschließe und vergrabe ihn. Nach sechs Monaten nimm ihn heraus und prüfe den Inhalt.

Anmerkung: Ob sich das Sechzehntel auf beide Zusätze einzeln oder gemeinsam bezieht, wird nicht eindeutig ausgesprochen.

562. Es werde grünes, festes, diamantenartiges Turicu entstehen. Das Salz ist Shakti, mein Sohn; das Kupfer ist Shiva. Die Dickmilch ist Vishnu, der beigemischte Fruchtsaft Brahma. Wird dies zur wirksamen Grundsubstanz bereitet, versagt die Umwandlung nicht: Es ist eine Grundlage der Alchemie.

563. Ich erkläre die Bindung des Sutam, eine Grundlage der Alchemie; lasse dich von der grünen Farbe nicht verwirren. Pulvere ein Palam Turicu und halte es bereit. Reinige einen eisernen Löffel gründlich mit Wasser. Wiege ein Palam Sutam ab, gib es hinein und fülle zu drei Vierteln Wasser zu.

564. Streue beim Kochen des Wassers das Turicu-Pulver auf die Oberfläche. Wenn das Wasser verdampft, gieße erneut Wasser hinzu und streue weiter, während es wieder einkocht. Nach dreimaligem Zugeben und Kochen soll das Sutam als wachsartige Kugel vorliegen. Übergieße und durchtränke sie mehrfach mit Wasser und wasche sie gründlich.

565. Lege die geformte Kugel in eine Mattam-Frucht und unterziehe sie dem genannten Putam. Nimm sie anschließend heraus und wasche sie. Fertige aus zehn Virakan-Gewichten Silber ein kleines verschraubbares Behältnis. Lege die Sutam-Kugel hinein und schraube es sauber zu.

566. Fülle danach einen weiteren Behälter etwa zur Hälfte mit gutem Öl. Setze das silberne Gefäß in einer kreisförmigen Aufhängung wie eine Schaukel hinein. Bedecke es mit der oberen Schale und bestreiche diese mit Pashanam. Bringe am Hals der Umhüllung eine passende Öffnung an.

Anmerkung: Gefäßnamen und einige Verben sind beschädigt; die genaue technische Bauform ist aus diesem Vers nicht zuverlässig zu rekonstruieren.

567. Setze das durchbohrte Gefäß auf die Halterung und bringe einen fingerdicken Docht an. Entzünde die Lampe, lasse sie vier Samam brennen und danach abkühlen. Öffne das silberne Gefäß behutsam durch Drehen und entnimm die Kugel. Wasche sie mit Wasser und unterziehe sie zehnmal in der Frucht einem Avi-Putam.

568. Wasche sie nach der Behandlung in der Frucht mit Wasser und lege sie wieder in das silberne Behältnis. Setze dieses wie zuvor in das Öl und erhitze vier Samam. Die folgenden Zeilen nennen sechs Putam-Behandlungen und zehn Behandlungen im Öl. Bearbeite anschließend das Silber; [die Schlussaussage über das Abgeben oder Entfernen von Iyam ist unklar].

Anmerkung: Die Zahlen sechs und zehn werden wie in der Vorlage bewahrt; ihr Verhältnis zu den bisherigen Wiederholungen ist nicht eindeutig.

569. Erhitze es durch Blasen und forme wieder ein Behältnis im früheren Gewicht. Führe zehn Putam-Behandlungen und zehn Erhitzungen aus. Beim Schmelzen auf Kohle gerät die Substanz in Bewegung. Schmelze Gold damit und füge das genannte Nagam hinzu. Pulvere alles und gib Kenti in einer dem Sutam entsprechenden Gewichtsmenge dazu.

Kräuter, Salze und ihre Grenzen

570. Pulvere die Mischung im Reibstein und verreibe sie drei Tage mit kräftigem Mallikai-Saft. Bereite sie dann wieder als Pulver und fülle sie in eine Flasche. Stelle diese in das Valukai-Bad und erhitze sorgfältig mit lotusartigem Feuer. Nach zwölf Samam erscheint die Farbe der aufgehenden Sonne. Höre von der Umwandlung.

571. Ein Teil auf hundert Teile Metall soll eine Feinheit von acht ergeben. Wird die Kulikai dem Caranai-Verfahren unterzogen, reiche die Wirkung bis zu Lakh und Koti. Zweifle nicht an den vorhandenen Mitteln. Auch unter den Kräutern gibt es viele Hilfen; doch die besonders rasche Bindung von Sutam, die Turicu ermöglicht, zeigt sich nicht ohne Weiteres durch Kräuter.

572. Aus den hundertzwanzig Upacaram-Stoffen wird durch bloßes Behandeln mit Blättern keine Essenz gewonnen. Die vierundsechzig Pashanam-Stoffe werden dadurch nicht augenblicklich Chunnam, und die fünfundzwanzig Salzarten blühen nicht wie Jasmin zu Chunnam auf. Durch Kara-Caram hingegen werden sie alle zu einer festen wirksamen Grundsubstanz.

573. Gewiss gibt es einige solcher Kräuter; gewöhnliche Menschen erreichen sie jedoch nicht. Sie wachsen in den Bergen, und bei großen Felsen liegt Sutam. Menschen wandern dort nicht umher; Nathas, Rishis und Siddhas tun es. Für die Menschen stehen Kara-Caram zur Verfügung, und in der ursprünglichen Alchemie hat Turicu seinen besonderen Rang.

574. Den Verständigen erkläre ich ein Kalaṅku-Präparat aus dem grundlegenden Turicu. Wiege ein Palam Turicu ab. Nimm drei Viertel Palam Kenti, ein halbes Palam Cutan und ein Viertel Palam Viram. Verreibe diese drei Zusätze vier Samam mit Speichel. Höre weiter.

575. Nimm die Masse heraus, wenn sie wachsartig ist, und bestreiche das Turicu damit. Lasse es trocknen und lege eine Kalkumhüllung darum. Nach erneutem Trocknen dichte es ab, erhitze es unter Blasen in der Glut und entferne die Umhüllung. Lege die zu Chunnam gewordene Substanz in den Tiegel; durch weiteres Erhitzen werde daraus eine Perle.

576. Beim Ausschlagen der Perle erscheine ‚Sonne‘, also Kupfer. Schmilzt man davon einen Teil mit vier Teilen makellosem Silber, ergebe sich eine Feinheit von drei: Dies sei ein unmittelbar erprobtes Verfahren. Wird dieses Kupfer zu Kalaṅku oder zur Grundsubstanz Centuram bereitet, so nennt der Text die Zahl ‚vier mal sechs‘. Das entscheidende Mittel dabei ist Kenti.

Anmerkung: Der Bezug der letzten Zahl ist nicht sicher; sie wird nicht in eine eindeutige Feinheits- oder Mengenangabe umgedeutet.

Turicu-Centuram und das Verhalten eines Siddha

577. Ich beschreibe Turicu-Centuram; betrachte es als die wirksame Grundsubstanz. Tränke acht Palam Turicu wiederholt mit Vediyuppu-Jayanir und lege es sieben Tage in die kräftige Sonne. Nimm ferner dreißig Palam Vediyuppu und fünfunddreißig Palam Cinam.

578. Pulvere die beiden Stoffe im Reibstein, gieße Eselsblut hinzu und verreibe alles gründlich. Forme Scheiben und trockne sie in der Sonne. Lege sie in das genannte Gefäß und setze den Cakkaram-Topf darüber. Dichte die Verbindung mit zerriebenem Uluntu ab, stelle das Gefäß auf den Ofen und entzünde das Feuer.

579. Mit dem Rauch tritt durch die Ausgussöffnung eine weiße Flüssigkeit aus. Stelle sie beiseite; danach kommt eine rote Flüssigkeit, Kinder. Fange sie in Porzellan auf und gieße sie in eine mit Harz gefertigte beziehungsweise abgedichtete Flasche. Diese soll sich nicht auflösen; ein Metallgefäß hingegen würde angegriffen.

580. Nimm das in der Sonne behandelte Turicu, pulvere es im Reibstein und gieße das Destillat hinzu. Verreibe es den genannten Samam lang und lege es in ein weiteres Porzellangefäß. Gieße Flüssigkeit dazu und stelle es drei Tage in die Sonne. Röste es anschließend über Glut zu Pulver und fülle es in den Meru-Behälter.

581. Erhitze zwölf Samam und lasse danach abkühlen. Entnimm den Inhalt, gib ihn in den Reibstein und verreibe ihn wie zuvor mit dem Destillat. Lege ihn wieder in das Porzellangefäß, gieße Destillat hinzu und röste ihn über Glut. Fülle ihn anschließend in den Kasi-Meru-Behälter.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 981 ist nach dem PDF, Seite 79, zu 581 berichtigt.

582. Stelle den Behälter in das Valukai-Bad und erhitze mit lampenartigem Feuer. Nach zwölf Samam lasse abkühlen und prüfe den Inhalt. Wiederhole dies fünfmal; dann erscheine die Substanz rein und rötlich [der Farbvergleich ist beschädigt]. Der letzte Vergleich nennt ein mit dem Messer bearbeitetes Holz beziehungsweise eine Klinge; seine genaue Aussage über das Turicu bleibt unklar.

583. Ein Teil dieses Centuram auf tausend Teile der neun Metalle ergebe eine Feinheit von zehneinhalb. Lege Sutam in einen Löffel, binde das Centuram in Arai-Blätter und presse dessen Saft dazu. Es sammle sich goldartig zur Kugel und werde eine Perle. Erhitze sie mit Cutan und schmelze sie gründlich: Sie werde zu Licht.

584. Die leuchtende Kulikai im Mund bewirke das Zurückhalten des Samens und anziehende Macht. Wer sie besitzt, dem sollen selbst streitende Gegner Achtung erweisen. Streitet nicht über Kasten und Geschlechter, rauft nicht miteinander, packt euch nicht bei den Haaren und richtet euch nicht zugrunde. Vervollkommnet den vergänglichen Körper und steht in der großen Überlieferung der Siddhas.

585. Erste Strophe mit dieser Nummer. Woher kommt der Name Siddha? Aus der entschiedenen Meisterschaft in der Shiva-Kunst. Woher kommt der Name Matta? [Die Antwort über Trinken beziehungsweise einen Zustand des Genusses ist beschädigt.] Woher kommt der Name Nitya? Aus dem beständigen Schauen der sechs Stätten. Und woher der Name Mukta? Er gilt dem Erkennenden, der den atemlosen Ort der Erkenntnis geschaut hat.

Zweite Strophe mit derselben Nummer. Manche behaupten, Erkennende zu sein, und legen das entsprechende Gewand an. Vom sexuellen Begehren getrieben, tragen sie Lehrschriften vor und unterweisen in angeblich wahren Mantras. Sie nehmen Geld, erzählen Lügen und versprechen: ‚Ich werde mich um dich kümmern.‘ So geraten sie in die Hölle. Tritt eine Krankheit auf, sagen sie: ‚So war es bestimmt.‘ Sie irren umher; sie sind keine Erkennenden, sondern bloße Kostümträger.

Anmerkung: Auch das PDF auf Seite 79 enthält zwei verschiedene Strophen unter der Nummer 585. Beide bleiben erhalten; die übrige Nummerierung wird nicht verschoben.

586. Nimm ein Palam Turicu-Centuram, einen Anteil gereinigtes Puram und ein halbes Palam Goldfolie. Verreibe alles mit Betelblattsaft, bereite es als Pulver und fülle es in eine Flasche. Stelle diese in das Valukai-Bad und erhitze zwölf Samam.

587. Lasse nach dem Erhitzen abkühlen und prüfe die Substanz: Sie sei tiefrot wie die aufgehende Sonne. Ein Teil auf tausend Teile der neun Metalle ergebe die Feinheit sechzehn. Der Text nennt ein Panam-Gewicht mit Honig zur Einnahme und verheißt innerhalb eines Mandala einen glänzenden Leib. Wenn der Geist verzweifelt und Armut herrscht, was ist dann Erkenntnis? Die gewährten Siddhis würden zu Erde.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 987 ist nach dem PDF, Seite 80, zu 587 berichtigt.

588. Manche sterben im täuschenden Begehren nach Land und Besitz. Andere verlieren aus Verlangen nach Frauen ihr Gold und gehen wie Besessene zugrunde. Wieder andere leben nur für das Essen, betteln geizig und sterben. [Der letzte Vergleich mit dem Verlangen einer Kuh ist beschädigt.] Sage: Wozu braucht der unerschütterliche Erkennende eine äußere Verkleidung?

Intuppu, Kenti-Salz und Kutori

589. Ich erkläre die Bereitung des Intuppu. Errichte vier Feuerstellen in einer Reihe und stelle dickbodige Pfannen darauf. Gewinne Salz durch Einkochen von Meerwasser. Koche es Tag für Tag weiter [die dazwischen genannte Holz- oder Brennstoffbezeichnung ist unklar], gieße beziehungsweise seihe es in einen schweren Topf und fülle diesen. Stelle ihn auf den Ofen und entzünde ein kräftiges Feuer.

590. Beim Erhitzen schmilzt das Salz zu einer Flüssigkeit. Gib Cinam und Vediyuppu, jeweils einen Teil auf dreißig Teile, gepulvert hinzu. Alles erhitzt und verbindet sich zu einer dickflüssigen Masse. Lasse abkühlen und zerbrich den Topf, um den Inhalt zu gewinnen. Er wird weiß und fest; verwendet man Kalluppu, wird er rötlich.

591. Für die alchemistische Bereitung des roten Intuppu ist Kalluppu leicht verwendbar. Menschen der Welt arbeiten damit. Die Paranki hingegen gewinnen Salz durch Einkochen von Meerwasser und formen es in viereckigen Behältern, ähnlich dem Salz der Wäscher. Es wird sehr weiß und fest; deshalb eignet sich dieses für Chunnam.

Anmerkung: Paranki ist eine historische Gruppenbezeichnung des Textes, hier ohne Festlegung auf eine bestimmte Nation. Die OCR-Nummer 991 ist nach dem PDF, Seite 80, zu 591 berichtigt.

592. Höre von der Bereitung des Kenti-Salzes. Gewinne Salz aus Meerwasser und gib es in einen dickbodigen Topf. Füge ein Sechzehntel seiner Menge an gepulvertem Carai-Kenti hinzu, ferner ein Dreißigstel Nilam und ebenso viel Vediyuppu. Gib alle sorgfältig gepulverten Stoffe zusammen.

593. Stelle den Topf auf den Ofen und erhitze vier Samam mit sehr kräftigem Feuer. Wenn das Salz geschmolzen ist, gib die gepulverten Zusätze hinein. Nach vier Samam lasse es gründlich abkühlen. Zerbrich den Topf und entnimm das Salz; es soll diamantartig sein.

594. Dieses salzförmige Kenti ist eine Grundlage der Destillat-Essenzen und des Caranai-Verfahrens, du Edler. Ich spreche weder falsch noch verhülle ich das Mittel; wahrhaftig habe ich es so gesagt, wie ich es selbst sah. Lasse den Geist nicht in die fünf Verzweigungen [wohl der Sinne] laufen und in Streit geraten. Schau gesammelt, halte dich gerade wie das beschriebene Salz und meide das Reden mit Störenfrieden.

595. Höre die Bereitung eines Kutori. Gib vier Palam Vediyuppu aus dem vierten Kochgang in den Reibstein und ebenso viel Puniru. Dazu kommen der weiße Pashanam-Stoff, vier Palam geröstetes Venkaram, vier Palam Talakam und vier Palam Sutam.

Anmerkung: Eine eigene Menge für den weißen Pashanam-Stoff ist im Satz nicht eindeutig abgesetzt.

596. Füge ein halbes Palam Caram sowie vier Palam geröstetes Kalluppu hinzu. Verreibe alles mit Erukku-Milch den genannten Samam lang, trockne es in der kräftigen Sonne und bereite es als Pulver. Fülle den Kasi-Meru-Behälter nur zur Hälfte damit.

597. Stelle den Behälter in das Valukai-Bad und entzünde ein lotusartiges Feuer. Erhitze ruhig zwölf Samam, lasse abkühlen und prüfe den Inhalt. Hara Hara! Er stehe diamantartig sublimiert da. [Die Schlusszeile beschreibt das Auflösen beziehungsweise Verhalten der Essenz und einen Vergleich mit Iyam, ist aber nicht sicher verständlich.]

Cutan und Karpuram

598. Höre von der Bereitung des Cutan. Miss zehn Padi Flüssigkeit aus dem unterirdischen Teil der Bananenpflanze ab und gib sie in ein kupfernes Gefäß. Füge vierzig Palam gepulvertes Vediyuppu hinzu. Erhitze auf dem Ofen, bis alles eingedickt und breiartig geworden ist.

599. Pulvere dann Karuvay-Rinde und gewinne daraus Öl. Füge einen Padi davon hinzu und koche die Masse bis zum beschriebenen festen Zustand. Nimm sie vom Feuer und lasse abkühlen. Löse sie vorsichtig mit einem Meißel heraus und verwahre sie verschlossen in einem Vorratsgefäß. Erstaunlich: Sie trägt nun den Namen Cutan.

Anmerkung: Karuvay ist die lautnahe Wiedergabe des Rindennamens; der gewünschte Endzustand ist in der Vorlage nur unsicher lesbar.

600. Pulvere dieses Cutan und fülle einen weiten Kupfertopf zu einem Viertel damit. Setze den genannten kupfernen Aufsatz auf und dichte die Verbindung mit Stoff ab. Erhitze auf dem Ofen mit lotusartigem Feuer und überwache Wasser und Zustand der Vorrichtung. Bei der Behandlung mit Dampf entstehe der Kinni genannte Karpuram.

Anmerkung: Die Beschreibung des Aufsatzes und seiner Kühlung ist beschädigt. Eine genaue Apparatur wird daraus nicht rekonstruiert.

Karpuram-Feuer und das Schmelzen von Eisen

601. Mein Sohn, alle bereits gebundenen Stoffe, für die eine umhüllende Behandlung und Erhitzung angegeben wurde, sollen im Feuer dieses Kinni-Karpuram erwärmt werden. Wenn der Rauch sich legt und die Substanz aufgenommen wird, entsteht Centuram. Die hier genannte Lampe ist eine Karpuram-Lampe; ihr Feuer macht rot, ohne zu verkohlen.

602. Höre die Kunst, Eisen zu schmelzen: Zu zwei Ser Eliyalam-Milch kommen vier Palam gepulvertes Kentakam, zwei Palam Venkaram und ein Viertel Palam Kutori. Zerstampfe außerdem die Knolle der roten Alli-Pflanze im Mörser und gieße einen Ser ihres Saftes hinzu.

Anmerkung: Eliyalam bleibt als unsicher gelesener Pflanzenname erhalten.

603. Füge zwei Ser Sesamöl hinzu und gib alles in eine eiserne Pfanne. Erhitze langsam auf dem Ofen, ohne es überschäumen zu lassen, und nimm es beim ölartigen Zustand herunter. Gewinne mit einem Magneten vier Palam Eisenfeilspäne. Gib sie in Porzellan und benetze beziehungsweise verknete sie mit dem bereiteten Öl.

604. Verschließe die Masse nach drei Tagen in einem Vajra-Tiegel. Erhitze diesen mit Blasefeuer im genannten Ofen; das Eisen schmelze und bewege sich. Pulvere es erneut, benetze es mit dem Öl und schmelze es wie zuvor. Nach wiederholtem Schmelzen [die genaue Wiederholungszahl ist beschädigt] werde das Eisen zu Nagam.

605. Das zu Nagam gewordene Eisen sei rötlich. Füge es in entsprechender Gewichtsmenge dem Gold hinzu und gib beim gemeinsamen Schmelzen Nagam dazu; dieses werde gebunden. Gib die Masse in den Reibstein, pulvere sie und füge Sutam entsprechend dem Nagam-Gewicht hinzu. Nimm Kenti in der doppelten Sutam-Menge und verreibe alles mit Mallikai-Saft.

606. Ist daraus Nagarasa geworden, trockne es in der Sonne und pulvere es. Fülle es in den Kasi-Meru-Behälter und stelle ihn in das Valukai-Bad. Erhitze zwölf Samam mit lotusartigem Feuer und gewinne das Präparat im gewünschten Zustand. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle soll die Feinheit zehneinhalb ergeben.

607. Der Text nennt eine Kunri-Menge Centuram zur Einnahme. Innerhalb eines Mandala würden graues Haar und Runzeln verschwinden, der Körper werde fest wie schwarzer Stein, und sein Schlag könne Berge zu Staub machen. Selbst nach langen Weltaltern erscheine er wie der eines Sechzehnjährigen. Vasi bleibe im Inneren; [die letzte Aussage über Geist und äußeren Raum ist beschädigt].

Die Essenz des Kantam

608. Höre von der Essenz des Kantam. Zerkleinere es grob, gib es in eine eiserne Pfanne und behandle es vier Samam wiederholt mit Kolli-Blattsaft. Gieße Ziegenblut hinzu und binde die Substanz in die Haut des Tieres. Grabe ein Loch im Abfallhaufen, lege sie hinein und halte sie zwanzig Tage bedeckt.

609. Nimm sie heraus und verreibe sie mit Kolli-Blattsaft. Gib Saft und Kantam in das genannte Gefäß, verschließe und dichte es ab und unterziehe es einem kräftigen Putam. Nimm den Inhalt heraus und halte ihn bereit. Als Nächstes werden ein Padi gutes Öl und ein halber Padi Kunrimani genannt.

610. Weiche Kunrimani im genannten Saft ein und verreibe die eingeweichte Substanz im Reibstein wachsartig. Gib sie in das gute Öl. Füge je einen Ser Eliyalam-Milch und Kolli-Blattsaft hinzu sowie vier Palam Kentakam und zwei Palam Venkaram.

611. Füge ein Viertel Palam Kutori hinzu. Pulvere die Zusätze, verreibe sie mit Kolli-Blattsaft und gib sie in das Öl. Erhitze die Mischung auf dem Ofen und nimm sie herunter, sobald sie dickflüssig wird. Benetze das kräftige Kantam damit. Nach drei Tagen gib es in den Tiegel und schmelze es.

612. Beim Erhitzen schmilzt es und wird zu einer rauen Masse. Brich sie heraus, pulvere sie und benetze sie wieder mit der zuvor bereiteten Flüssigkeit. Schmelze sie erneut wie zuvor. Nach sieben solchen Behandlungen werde Kantam zu seiner Essenz. Willst du bis zum Ende des Kalpa bestehen, mein Sohn, forme und gieße daraus ein Schälchen.

613. Trinke aus diesem gegossenen Schälchen und nimm die verschiedenen Karpam-Mittel daraus. Gieße Sutam und den Saft des schwarzen Umattam hinein. Stelle es in das Valukai-Bad und erhitze, bis sich eine Kugel bildet. Schabe die Substanz heraus, forme Kugeln von je einem Kalanju Gewicht und durchbohre sie.

Innere Verehrung und alchemistische Vollkommenheit

614. Bereite die durchbohrte Kugel und lege sie hinein [der Bezug des Behältnisses bleibt unklar]. Nach drei Tagen fädle sie auf rote Seide. Verehre die ursprüngliche Parapari, vollziehe Reinigung und Darbringung an der Substanz und das hier genannte Shambhavi-Vimocana. Schaue die Stützpunkte und das Stützpunktlose und richte den Geist auf die innere Halle.

615. [Die erste kurze Wendung ist beschädigt.] Verweile freudig in fester Sammlung und übe Japa. Rezitiere die fünf und die drei Silben; höre die entscheidende Unterweisung des Gurus. Verweile im Mond und trinke den Nektar: Die Verfehlungen schwinden wie Tau vor der Sonne. Höre den Nada der Fußglöckchen und nimm das Karpam mit Freude und Klarheit.

Anmerkung: Die Silbenzahlen sind genannt, die vollständigen Formeln jedoch nicht. Es werden keine vermeintlich passenden Mantras ergänzt.

616. Nimm ein Palam Kantam-Essenz und füge entsprechend Gold hinzu, bis beides rötlich zusammengeht. Gib dann ein Palam Nagam dazu. Gieße die Masse in den Reibstein, pulvere sie kräftig und füge Sutam hinzu. Gib zwei Palam Kenti bei und verreibe alles mit Pottalai-Saft.

617. Verreibe sechs Samam, trockne in der Sonne, pulvere und fülle die Mischung in eine Flasche. Stelle sie in das Valukai-Bad und erhitze zwölf Samam. Prüfe den Zustand des Centuram: An der Spitze des Prüfstabes soll Schwärze erscheinen. Lasse abkühlen, nimm den Inhalt heraus und verwahre ihn in einem goldenen Behältnis.

618. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle ergebe die Feinheit zwölf. Bei Einnahme eines Panam-Gewichts mit Honig werde der Leib golden, graues Haar und Runzeln verschwänden, und für Koti Kalpas gebe es keine Rede mehr vom Todesgott. Der Vers verlangt, dabei Saures und Salz sowie das Begehren nach Frauen aufzugeben.

Historische Speisevorschriften für Karpam

619. Höre die Regeln für Karpam: kein Salz, nichts Saures und keinen Geschlechtsverkehr; nichts Herbes, keine Buttermilch, keinen Sesam, kein Sesamöl und keinen Kalk. Vermeide trägen Schlaf. Fleischsorten und Fisch, Senf, Zwiebeln und Kayam werden ausgeschlossen. Schneide die vielfältig abschweifenden Gedanken ab.

Anmerkung: Dies übersetzt die historischen Vorschriften des Textes. Die folgende Liste erlaubt ausdrücklich einige tierische und saure Lebensmittel; dieser Widerspruch wird nicht geglättet.

620. Höre nun, welche Nahrung zugelassen wird: Ghee, Milch, kleine Bohnen und Murungai; auch Ziegenfleisch wird genannt. Erlaubt seien Tutulai-Blätter und -Früchte, kleine Mäuse, Kavutari und Wachteln. Die Schlusszeile nennt Früchte und Honig sowie ein Getränk [die genaue Aufzählung ist beschädigt].

621. Genannt werden ferner Cirukirai, Araikkirai, Puliyarai, Nallarai und Ponnankanni, dazu eingelegte saure Nelli-Früchte, Auberginen und Pirkkankay. Außerdem nennt der Vers Hase, Haussperling, Marai und Hirsch. So solle die vorgeschriebene Nahrung zusammengestellt werden.

Anmerkung: Die traditionellen Pflanzen- und Tiernamen bleiben teilweise unübersetzt; Marai ist hier nicht sicher zoologisch bestimmt.

622. Die Nahrung wird mit einem Ser Reis angegeben; warmes Wasser soll zu einer Tageszeit genommen werden. Wenn die Mittel Hitze beziehungsweise Brennen verursachen, nennt der Text nachts einen Ser Kuhmilch. Betrachte aufmerksam Geist und Körper. Verehre täglich die Vala des Vedanta und halte dich an die Füße des Gurus. Höre die nacheinander einzunehmenden Karpam-Mittel.

623. Für einen Zwanzigjährigen werden zwanzig Tage Katukkay genannt, für einen Dreißigjährigen dreißig Tage und für einen Vierzigjährigen vierzig Tage. Für einen Fünfzigjährigen nennt der Vers dagegen fünfzehn Tage.

Anmerkung: Die letzte Zahl lautet in dieser Vorlage fünfzehn, nicht fünfzig. Sie wird nicht an die vorhergehende Zahlenfolge angepasst.

624. Für einen Sechzigjährigen werden zehn Tage Katukkay genannt. Jenseits von sechzig Jahren, so behauptet der Text, sei Kaya-Siddhi nicht mehr zu erreichen. Katukkay werde fein gepulvert und durch ein Tuch gesiebt. Das behandelte Amuri werde mit einer Verukati-Menge Pulver als dickflüssige Mischung eingenommen.

Anmerkung: Die Altersgrenze ist eine Behauptung der historischen Quelle. Amuri und die traditionelle Mengenbezeichnung bleiben ohne moderne Gleichsetzung.

625. Höre die Behandlung des Amuri: Verwende das kräftige Kantam-Gefäß. Verwirf die zuerst kommende Amuri-Flüssigkeit und sammle von der nachfolgenden die erforderliche Menge. Mische Tetti-Samen hinein und lasse die Flüssigkeit klar werden. Gib das Pulver in den klaren Anteil; [die Schlusswendung verbindet Vasi mit dem Gewinnen einer Perle, bleibt aber mehrdeutig].

626. Höre außerdem von einem täglichen Dekokt für Morgen und Abend: fünfundzwanzig Pfefferkörner und eine Handvoll Arukam-Wurzel werden zerkleinert in einen Topf gegeben. Füge einen Padi Wasser hinzu und koche auf einen Alakku ein. Die letzte Zeile nennt einen weiteren Zusatz in der Größe einer Arekanuss; dessen Name ist nicht sicher lesbar.

627. Am Morgen wird Katukkay, am Abend das Dekokt genannt. Dadurch trete im Körper kein Durst auf. Saures, Salz und Öl sollen weggelassen werden. Bei Einnahme während eines Mandala werde einmal eine ‚Hülle‘ abgestoßen. Durch dieses Karpam, du Verdienstvoller, werde der Leib fest.

Katukkay im Jahreslauf

628. Rote Katukkay sei besonders gut; wenn sie nicht erhältlich ist, eigne sich goldfarbene Katukkay. Für die Monate Ani und Avani nennt der Text die Einnahme mit Jaggery, für Cittirai und Vaikaci mit einem Dekokt aus getrocknetem Ingwer, für Purattaci und Ati mit Kurinci-Honig.

Anmerkung: Die Monatsnamen und ihre ungewöhnliche Reihenfolge bleiben erhalten; es wird keine abweichende saisonale Standardtabelle eingesetzt.

629. Für Aippaci und Karttikai wird Kumari-Saft als Begleitmittel genannt. Es werden Kaya-Siddhi, Yoga-Siddhi und die Erkenntnisvollkommenheit der Manonmani des Vedanta verheißen, ferner die acht Yoga-Siddhis und das Luftwandern der Menschen. Bewahre und ehre diesen Weg stets rein in der Welt.

630. Für Tai, Markali und Maci wird die Einnahme mit Kandiszucker genannt, für Pankuni mit Ghee. Damit habe ich die jahreszeitliche Zuordnung aller zwölf Monate ausgesprochen. ‚Ich sagte es so, wie ich es selbst genommen habe; auch du nimm es.‘ Vollziehe beständig die Verehrung und ziehe Vasi nach innen.

631. Genannt werden zehn Früchte der Caturakkalli und zwei Kasu Kumari-Fruchtfleisch, gemischt mit Amuri. Dadurch würden die angesammelten Ama-Stoffe ausgeschieden. Bei sachgerechter Anwendung gelängen Heilkunde, Alchemie und Yoga; die Flüssigkeiten im Leib trockneten auf und die Heftigkeit des Kalkartigen in den Knochen schwinde, so die Beschreibung des Textes.

632. Diese Mischung wird für zwanzig Tage am Morgen genannt, dazu abends ein Dekokt. Dafür werden Talicappattiri, getrockneter Ingwer, Kreuzkümmel, Manci und Kardamom, jeweils ein Virakan-Gewicht, zerkleinert und ausgekocht. Abends wird ein Alakku angegeben. Der Durst verschwinde; man werde selbst zum Bezwinger seines Todesgottes.

633. Danach wird morgens Pfeffer in Amuri genannt, jeweils um fünf Körner gesteigert. Die gesamte Dauer wird mit vierzig Tagen angegeben: zwanzig Tage lang soll die Menge bis auf hundert steigen, anschließend jeweils um fünf sinken. Am Abend werde das nachfolgend beschriebene Pulver genommen.

634. Höre, welches Pulver gemeint ist: Blüten der goldenen Konrai, Mallikai-Blüten sowie die weißen Blüten der ‚Reiherfeder‘ genannten Mantarai. Trockne sie im Schatten und bereite ein feines Pulver daraus. Mische es mit kräftigem Honig; der Text nennt die abendliche Einnahme während eines Mandala.

635. Nach diesem Mandala höre weiter: Tutulai-Blätter, Takkolam, Muskatnuss, Valuluvai-Samen, Kotiveli, goldene Konrai-Blüten und Nilappanai-Knolle werden gepulvert und aufbewahrt. Genannt werden drei Kalanju dieses Pulvers mit dem Fett des Stachelschweins.

Anmerkung: Das Wort Ney bezeichnet hier Fett; eine zusätzliche Butterzubereitung wird nicht vorausgesetzt.

636. Die Einnahme vertreibe Vata-Beschwerden und löse heftiges Pitta. Sie beseitige den im Kopf sitzenden Schleim; [der Vergleich mit einer Kette ist beschädigt]. Der Nektar sammle sich im Mond, und die inneren Bahnen des Körpers würden fest. Die geschlechtliche Substanz rege sich; das Mittel bezwinge die Krankheit der Begierde.

637. Hebe die zerstörerische Begierde in den Mond empor und betrachte aufmerksam die inneren Stätten. Lasse den Affen des Geistes nicht auf die fünf Äste springen; schwinge das Schwert des Yoga. Pflege den Yoga beständig und koste mit Bewusstsein den Nektar im Mond. Verehre täglich die Mutter, nähere dich liebevoll den Füßen des Gurus und höre.

Kräuter und verheißene Wirkungen

638. Höre: Karicalai, Kuppaimeni, Karantai, Vallarai, Nili und die ganze Pottalai-Pflanze werden im Schatten getrocknet und fein gepulvert. Eine Verukati-Menge mit Honig wird zur zweimaligen Einnahme genannt. Kaya-Siddhi trete rasch ein; [der dazwischenstehende Vergleich ist beschädigt].

639. Nach einem Mandala verschwänden die drei Krankheitsgruppen und die Kleinstlebewesen im Blut. Der Leib werde korallenrot und verbreite angenehmen Duft. Selbst tagsüber würden die ‚Fische des Himmels‘, die Sterne, sichtbar. Unterirdische Schätze träten hervor, und die sechs geöffneten Stätten würden offenbar.

640. Suche danach einen hundertjährigen Vempu-Baum. Schneide Rinde ab, trockne sie im Schatten und pulvere sie gründlich. Behandle das Pulver siebenmal mit Karicalai- und Mallikai-Saft. Genannt wird jeweils eine Verukati-Menge davon.

641. Höre das Begleitmittel: Kurinci-Honig. Die Einnahme wird vierzig Tage lang morgens und abends genannt. Der ganze Körper werde fest wie das Kernholz des Karunkali, graues Haar und Runzeln verschwänden. Der Samen festige sich oben und fließe nicht nach unten; die sechs Stätten würden deutlich sichtbar und selbst Kala, der Tod, erschrecke.

642. In den Bergen gibt es Carkkarai-Vempu. Seine Frucht schmeckt wie Kandiszucker. Wer die Blätter esse, erlange nach einem Mandala Siddhi, durch die Früchte schon nach einem Paksha. Der Genuss der Blüten bringe alchemistische Vollkommenheit. Dies sei eine den Siddhas bestimmte Pflanze. [Die kurze Aussage über die Richtung nach unten ist unklar.] Suche dieses erstaunliche Gewächs und lerne es kennen.

643. Weiter wird rote Kattalai genannt, morgens und abends während eines Mandala. Der Körper dufte dann nach Moschus und schwitze nicht. Graues Haar und Runzeln verschwänden, ebenso träger Schlaf und Gähnen. Geschlechtliche Kraft durchströme den Leib und die Augen glichen roten Alli-Blüten.

644. Wird das Fruchtfleisch dieser Pflanze in passender Menge zu Sutam gegeben und langsam zur wiederholten Behandlung verwendet, werde Sutam perlenartig; verschiedene Pashanam-Stoffe würden gebunden. Geschmolzenes und damit behandeltes Gold werde augenblicklich Kupfer; die Wirkung reiche weit. ‚Wir haben es so gesehen; auch Kariyam wird Kupfer. Ebenso sahen es die Nathas.‘

Anmerkung: Die auffällige Umwandlungsrichtung Gold zu Kupfer entspricht dem Wortlaut; sie wird nicht in die übliche Goldherstellung umgekehrt.

Die zweiunddreißig Bergkräuter

645. Höre von den in den Bergen gesehenen Kräutern: Karunelli, Karutta-Nocci, Puraccoti, Periyacoti und weiß blühende Tutti. Es folgen [mehrere beschädigte Namen, darunter wohl Kocankampali], Ema-Virutcam, Erumai-Virutcam, Karunili, Kanankal-Virutcam, schwarze Kotuveli und Centiram.

Anmerkung: Die Pflanzenliste ist erheblich beschädigt. Unsichere Namen werden lautnah wiedergegeben, ohne ihnen botanische Arten zuzuweisen.

646. Die Liste fährt fort mit Centiral, Venpuracu, Vellaikkanta, Cenkalli, Cempalli, Kuntalam-Palai, bitterer Pacalai, Porcinti, Caykai-Veti, Karuviru, Civatta-Tillai, sehr weißer Tutulai, schwarzer Valai, schwarzer Karicalai, schwarzem Mattai und weißem Karantai.

Anmerkung: Worttrennung und mehrere Namen sind unsicher; eine vermeintlich eindeutige botanische Liste würde den Zustand der Vorlage verschleiern.

647. Dazu kommen die dreiblättrige Kuruntu, Karuntumpai, Vellaikkanti und weiße Atantai. Du Edler, zweiunddreißig Kräuter werden insgesamt genannt; sie wachsen in den Bergen. Diese großen Kräuter bewirken Verwandlung durch Berührung, binden Sutam unvergleichlich und ‚töten‘ die zusammengefügten Pashanam-Stoffe.

Anmerkung: Die Gesamtzahl zweiunddreißig ist die Angabe des Textes; wegen der beschädigten Namen lässt sich die vorangehende Liste nicht sicher in genau zweiunddreißig Einträge aufteilen.

648. Die vierundsechzig Stoffe würden dadurch einzeln umgewandelt, mit einer Wirkung bis ins Tausendfache. Die hundertfünfundzwanzig Upacaram-Stoffe würden als Essenzen hervorgebracht [ein Vergleich ist beschädigt]. Auch die fünfundzwanzig Arten [der Stoffklassenname ist unsicher] würden jeweils gebunden und könnten andere Stoffe ‚töten‘. [Die Schlusszeile ist beschädigt; erkennbar ist die Aufforderung, willentliche Begierde zu beseitigen.]

Anmerkung: Die OCR-Nummer 646 ist nach der PDF-Textextraktion auf Seite 87 zu 648 berichtigt. Anders als in früheren Versen steht bei Upacaram hier die Zahl hundertfünfundzwanzig.

649. Es gibt einen Kilimukku-Mango, dessen Früchte wie ein Papagei geformt sind. Seine Blätter gleichen denen des Aracu-Baumes. Mein Sohn, seine Frucht wird zur Einnahme genannt; sie verhelfe zum Weg durch den Luftraum und in einem Augenblick zur Vollkommenheit des Körpers. Zehn Tage nach der Blüte sei die Frucht reif. So werde sie den verdienstvollen Siddhas zuteil.

650. Höre: Nimm von diesem Gewächs Rinde und Wurzelrinde [die erste Bezeichnung ist beschädigt], trockne sie gründlich im Schatten und pulvere sie. Wiege vier Palam davon ab und gib vier Palam Sutam in den Reibstein dazu. Verreibe die Mischung acht Samam mit Mallikai-Saft fein wie Tusche. Füge Honig hinzu, forme Kugeln und verwahre sie.

Weitere Karpam-Mittel und Shiva-Shakti-Symbolik

651. Wird dieses Mittel morgens und abends während eines Mandala genommen, so vertreibe es Pitta und Kapha und öffne die sechs bisher getrübten Stätten. Die achtzig Vata-Beschwerden und der Schleim wichen. Sarasvati tanze, und die Rede werde lichtvoll [der letzte Vergleich ist beschädigt].

652. Goldene Cinti sei besonders gut, rote ebenfalls. Sind diese nicht erhältlich, entferne bei gewöhnlicher guter Cinti die Außenrinde, zerteile die medizinisch verwendeten Stängel, trockne sie im Schatten und pulvere sie. Füge die gleiche Menge Kandiszucker hinzu. Der Text nennt eine Verukati-Menge morgens und abends während eines Mandala.

653. Alle Mekam-Beschwerden verschwänden, Vata und Pitta kämen in Ordnung. Die als Vettai bezeichnete Beschwerde im Kopf und die Heftigkeit [einer unklar gelesenen Krankheitsgruppe] wichen. Die Körpersubstanzen reiften und der Leib gedeihe. In den sechs Stätten wachse das Feuer. Für den Erkennenden gebe es keinen Tod: Pflege die Lehre der höchsten Seligkeit.

654. Nimm die Stücke der Nelli-Frucht, gare sie mit Milch, trockne sie im Schatten und pulvere sie. Füge die gleiche Menge gereinigtes Kenti hinzu und vermische es mit Honig. Die Einnahme während eines Mandala, so der Text, beseitige den zuvor angenommenen Körper: Erstaunlich entstehe ein Shiva-Shakti-Leib.

655. Was ist Shakti? Kenti. Was ist der eigenständig bestehende Shiva? Sutam. Was ist Einsicht? Die Wurzel; betrachte aufmerksam die sechs Stätten. [Die Zeile über Alter beziehungsweise Bhakti ist beschädigt.] Das Verlangen nach Paraparam ist wahre Hingabe. Was ist Befreiung? Das Überschreiten in das Schweigen; ohne Fehlgehen ist dies die Befreiung im Bewusstsein.

656. Danach wird Civanar-Vempu fein gepulvert und mit einer gleichen Menge Valuluvai vermischt. Verreibe beides mit Karantai-Saft, forme Scheiben und trockne sie im Schatten. Gewinne durch das bezeichnete Pum-Putam ein Öl. Genannt werden drei Kalanju morgens und abends während eines Mandala.

657. Dadurch verschwänden Kutta-Beschwerden, Vata im Körper und die Gifte. Der Leib erhalte die Farbe junger Mangotriebe. Frauen würden angezogen, und die fünf Sinne ließen sich beherrschen. Wenn das Begehren erlischt, entsteht Kaya-Siddhi; lasse dich daher nicht zur geschlechtlichen Berührung von Frauen hinreißen.

Ei-Karpam und Körperpflege

658. Höre vom Ei-Karpam. Halte eine schwarze Henne mit einem Hahn zusammen, ziehe sie sorgfältig auf und sammle ihre Eier. Lege die Eier in Kalluppu. Nach zwanzig Tagen nimm sie heraus, lege sie in eine eiserne Pfanne, gieße Saft der Kerutan-Knolle hinzu und erhitze auf dem Ofen.

659. Koche den Saft ein, lasse abkühlen und bewahre die Eier auf. Nimm jeweils ein Ei, entferne die Schale und teile es in zwei Hälften [die folgende Einnahmeangabe ist beschädigt]. So wird täglich ein Ei genannt. Soll die gekochte Flüssigkeit lange aufbewahrt werden, verwende ein irdenes Gefäß.

Anmerkung: Der Text verwendet zur Aufbewahrungsdauer die übersteigerte Wendung ‚bis zum Ende des Kalpa‘.

660. Der Leib werde rötlich leuchten, die Augen [wie eine im Wortlaut entstellte Blüte]. Arme und Beine würden fest wie steinerne Säulen, die schwachen Nervenbahnen festigten sich. Selbst beim geschlechtlichen Erleben falle kein Samen ab; die geschlechtliche Substanz werde fest und steige nach oben. Eine Hülle werde abgestoßen. So solle all dies erreicht werden.

661. Höre die Ordnung des Kopfbades: einmal je Paksha. Nimm gleiche Mengen Pfeffer, Kurkuma, Nelli, Vempu-Samen und Katukkay. Verreibe alles mit Kuhmilch, bestreiche damit den Kopf und bade ihn mit kräftig warmem Wasser.

662. Dadurch werde der Schädel fest; [die Aussage über den nach oben gerichteten Atem Vasi ist nicht eindeutig]. Das Haar werde dunkel wie eine Hummel. Selbst bei Nässe trete keine Kälte ein und das innere Feuer wachse. Beim Weinen fielen keine Tränen; die Sterne des Himmels seien bei Tag sichtbar. Giftige Flüssigkeiten im Leib trockneten aus und der Körper werde goldfarben.

663. Weiter wird das Einreiben mit geschmolzenem Kuh-Ghee genannt [die erste Zeitangabe ist beschädigt]. Verwende frische Milch als Waschmittel und bade in warmem Wasser. Das Haar werde schwarz wie ein Käfer, das Licht in den Augen nehme zu und Durst trete nicht auf. Die Sushumna festige sich und steige auf; überwinde so die Täuschung der Welt.

664. Höre von der Chunnam-Bereitung für Tambula. Umhülle Karpura-Silai mit dem genannten Kalk beziehungsweise Stein-Chunnam und erhitze unter Blasen über Kohle. Es gehe wie Baumwolle auf und werde Chunnam. Erhitze Kalnar auf dieselbe Weise, ebenso Eierschalen.

665. Auch die genannten Keruta-Patci-Stoffe, Koralle und Perle würden beim Blasen zu Chunnam. Schneide Arekanuss dünn und streiche das Mittel auf ein reifes Betelblatt. Spucke den ersten Saft aus; kaue Tambula und spucke es aus. [Die letzte Zeile über Vata, Betäubung und Upaca-Chunnam ist sprachlich beschädigt.]

Anmerkung: Keruta-Patci ist hier nicht sicher als Tier, Körperteil oder Stoffname aufzulösen.

Historische Reinigungsverfahren

666. Kinder, ich beschreibe die morgendliche Entfernung des Schleims. Karicalai-Saft und Kuh-Ghee werden zu gleichen Teilen gemischt. Der Daumen wird eingetaucht und der Gaumenbereich damit bestrichen. Schleim falle wie eine Kette herab; sechzehn Wiederholungen werden genannt.

Anmerkung: Dies ist die Wiedergabe eines historischen Reinigungsverfahrens, keine Anleitung zur Selbstbehandlung.

667. Dies werde während eines Mandala fortgesetzt. Höre nun das Abendverfahren: Ein Tuch wird mit Peranta-Öl getränkt. [Die Angaben zur Stellung der Beine und zur Einführung eines Fadens oder Tuchstreifens in den Kuncana-Bereich sind beschädigt.] Hundert Drehungen nach links werden genannt; verborgenes Ama solle dadurch abgehen.

Anmerkung: Das invasive Reinigungsverfahren ist nur bruchstückhaft überliefert und wird nicht technisch ergänzt.

668. Wenn Ama nicht entfernt wird, gibt es nach dieser Lehre keine Kaya-Siddhi. Fällt die Substanz nicht am Gaumen herab, fließt kein Nektar. Ohne Vama geht die Verehrung verloren; [eine weitere Aussage über die verborgene Unterweisung ist beschädigt]. Goldbereitung und Kraft der Kulikai werden zunichte. Halte nicht die Begierde für dein Ziel. Entferne nach der überlieferten Methode die Hüllen an den beiden Stätten.

Schwarze Kräuter und Siddha-Überlieferungen

669. Höre, wie Kräuter schwarz gemacht werden: Hebe eine Grube bis zur angegebenen halben Tiefe aus. Zerschneide Cenkottai in Stücke und breite die genannte Pfefferasche darüber aus. Gib Karampai-Erde darauf, lege ein Beet an und wässere es. Lasse es drei Tage verrotten, lockere es gut und lasse es auskühlen.

Anmerkung: Das Maß für die Grubentiefe ist unvollständig. Auch die Aschenbezeichnung bleibt unsicher.

670. Höre, was danach gepflanzt wird: Kumari, Omam, Kanja, Vallarai, Karicalai, Cerumpatai, Nili, Vili, Pottalai, Nocci, Nelli, Karantai, Mattam und Tumpai, ferner Kollani, Kovai und Banane. Pflanze sie sorgfältig und begieße sie.

Anmerkung: Die letzten Namen können teilweise zusammengesetzte Pflanzenbezeichnungen sein; die beschädigte Trennung lässt dies offen.

671. Ziehe die Pflanzen unter regelmäßigem Gießen heran und gewinne nach der Reife die Samen. Bereite erneut ein Beet mit Cenkottai und säe dort wieder aus. Verwende zwei solcher Beete im Wechsel. Wiederhole den Anbau sechs Mal; dann werde das Kraut vollständig schwarz, mein Sohn.

672. Solche Kräuter haben die Rishis und Siddhas in den Bergen angepflanzt. Höre die Prüfung ihrer Schwärze: Zerreibe ein Blatt und streiche es auf eine Reiherfeder. Diese werde wie eine Krähenfeder. Der Genuss des Blattes bringe Kaya-Siddhi und überwinde rasch [die im Schlusswort unklar bezeichnete Grenze oder Gefahr].

673. Durch Kumari-Karpam soll der Ahnherr siebzig Koti Yugas gelebt haben. Kalangi Nayanar nahm Omam und widmete sich sechzig Koti Yugas der Alchemie. Gorakkar nahm Kanja und verweilte mit geeintem Geist sieben Yugas in Samadhi. Höre nun von der Kraft des Shiva-Yogi-Muni, der Karicalai-Karpam nahm.

674. Fünf Yugas betrachtete er mit den Nathas den Vedanta. Ramadevar nahm Nili und übte Yoga während sieben Lakh [die Zeiteinheit wird nicht wiederholt]. Vama Muni nahm Cerumpatai und verweilte achtundzwanzig Lakh in Samadhi. Ananda Natha nahm Omam und schaute die Wunder der Welt.

Anmerkung: Die ungeheuren Zeitangaben gehören zur hagiografischen Darstellung der Quelle; fehlende Einheiten werden nicht ergänzt.

675. Kanjamalai-Siddha nahm Vili und verweilte zehn Yugas im Arudha-Samadhi. Konganar nahm Pottalai, bereitete sieben Yugas lang Kulikai und betrieb Alchemie. Patanjali nahm Karantai, klatschte in die Hände und schaute den Tanz in Chidambaram. Ich nahm Kollan-Kovai und freute mich über den Namen Bogar Muni.

676. Freudig betrachtete ich eine Koti Yugas lang die Alchemie und legte die einzelnen Dinge ausführlich dar. So sprach ich diese sieben Abschnitte aus; auch zu siebenhundert [Lehrsätzen] ordnete ich sie als Nikantu. Kinder, ich sagte es, wie ich es sah: offen und ohne Verhüllung. Erkenne das Salz, binde es gut und nimm es. Kein Wort solle fehlgehen; Siddhi werde eintreten.

Die Bearbeitung des Speisesalzes

677. Ich erkläre ein Salz für die Nahrung und sage, was die Nathas verschwiegen. Gewinne die Milch der Punkam-Wurzel, tränke Parai-Salz damit und lege es sieben Tage in die Sonne. Nimm je fünf Palam Vediyuppu, Cinam, Venkaram und Kalluppu.

678. Füge je fünf Palam Karam, Puniru und Cutan hinzu; auch Katalnurai wird genannt. Dazu kommen zwei Palam Cavviram. Verreibe alles sieben Tage unter Zugabe von Punkam-Wurzelmilch und trockne es in der Sonne. Vermische es mit fünf Palam Ei-Flüssigkeit und halte es mit der genannten Milch bereit.

Anmerkung: Die Menge des Katalnurai ist nicht eigens eindeutig abgesetzt.

679. Tränke das Parai-Salz wiederholt damit und erwärme es auf der Kohleschale. Erhitze es in der Glut, bis seine weiße Farbe zurücktritt und es rötlich wird. [Die folgende Mischung aus Kalk und weiteren Salzen ist beschädigt.] Verreibe die genannten Stoffe zu einer feinen Masse, forme daraus zwei Scheiben und lege das behandelte Salz dazwischen.

680. Lege die obere Scheibe auf, gib alles in eine Pfanne und erhitze vier Samam. Verschließe und dichte das Gefäß ab und unterziehe es einem Putam mit hundert Dungfladen. Lasse abkühlen und prüfe den Inhalt: Er soll weiß und kristallartig sein. Der Text nennt dieses Salz zur täglichen Verwendung in der gekochten Nahrung.

681. Dieses Salz treibe die Hüllen aus, und Vasi steige gefestigt auf. Die Öffnung in der Mitte zwischen den Augenbrauen werde frei; [die anschließende Wirkung auf Blick und Geist ist unklar]. Das Salz gehe nicht in Amuri unter beziehungsweise löse sich darin nicht. Wer dagegen rohes Salz esse, verliere alle Siddhis; die gewonnenen Mittel würden zu Erde.

682. Versetze dieses Salz mit dem alkalischen Mittel und erhitze es im Kalktiegel unter Blasen. Es werde blütenartiges Chunnam. Bei Zugabe von Caram in entsprechender Menge entstehe Jayanir. Die vierundsechzig Stoffe bewegten sich perlenartig, als öffneten sie ihre Augen. Der Tod werde unwahr und die Umwandlung reiche ins Tausendfache.

683. Während das Salz schmilzt, füge Nagam in der entsprechenden Gewichtsmenge hinzu, Sutam im Gewicht des Nagam und die doppelte Menge Kentam. Beim Herausnehmen liegt ein Kalaṅku-Präparat vor. Ein Teil auf fünfzig Teile der neun Metalle ergebe eine Feinheit von sechs. Der Text nennt ferner ein Panam-Gewicht mit Honig zur Einnahme.

684. Nach einem Mandala trete das innere Licht beziehungsweise der Raum hervor, und beide Beine würden fest wie steinerne Säulen. Der Vers fordert sodann ausdrücklich zur Einnahme von rohem Rasa, Pashanam-Stoffen und Uparasa-Essenzen auf. Gehe mit Vasi nach innen. Übe im Gehen wie im Sitzen und betrachte die Wurzel.

Anmerkung: Die Aufforderungen zur Stoffaufnahme werden als Aussagen der historischen Quelle wiedergegeben. Sie sind keine gesundheitlichen Empfehlungen; Rasa bezeichnet in diesem alchemistischen Zusammenhang eine potentiell hochgiftige Substanz.

685. Gib das Salz-Kalaṅku in der Menge eins zu fünfzig zu den verschiedenen Metallen. Verkaufe das Ergebnis und bestreite daraus den Lebensunterhalt. Nimm einfach Nahrung und Wasser [die Mengenwendung ist teilweise beschädigt]; ein Ser gekochter Nahrung wird genannt. Nimm das Karpam, gehe nach innen und schaue die Wurzel. Die sechs Stätten würden deutlich wie erkennbare Zeichen.

Appireka-Essenz und weitere Metallpräparate

686. Höre von der Appireka-Essenz. Zunächst wird eine erste Qualität genannt [ihre Farbbezeichnung ist ausgefallen], die zweite ist rot, die dritte schwarz. Bereite Appireka-Navanitam, die ‚Butter‘ dieser Substanz, und binde sie in ein Säckchen. Behandle sie drei Tage mit Kolli-Blattsaft, bis sie blattartig vorliegt.

Anmerkung: Appirekam gehört zu den traditionellen Stoffnamen. Die erste Qualität wird nicht durch eine vermutete Standardfarbe ergänzt.

687. Lege die Blätter in eine Pfanne und erhitze sie mit Kolli-Blattsaft, bis sie verkohlt sind. Behandle sie dann drei Tage mit Bananenknollensaft; außerdem wird ein Einweichen von sechs Samam genannt. Seihe die Flüssigkeit ab, stelle sie in das Valukai-Bad und erhitze langsam, um die Kulikai zu gewinnen.

688. Gib zehn Palam davon in den Reibstein und füge zehn Palam Venkayam (Zwiebel), fünf Palam Karam und ein Palam Kattappu hinzu. Zucker, Honig und Frucht werden ebenfalls genannt. Gieße Akalai-Milch hinzu und füge ein Palam Kutori bei. Verreibe drei Tage weich, forme dünne Scheiben und trockne sie.

Anmerkung: Die Nummer 688 und das Wort Venkayam sind auch in der PDF-Textextraktion auf Seite 92 vorhanden. Eine naheliegende, aber unbelegte Ersetzung durch den ähnlich geschriebenen Stoffnamen Venkaram unterbleibt.

689. Nach dem Trocknen erfolgt eine Behandlung mit dem als Vangam bezeichneten Stoff [das Verb ist beschädigt]. Erhitze im Cara-Ofen unter Blasen. Die Appireka-Essenz falle aus; lies sie sorgfältig zusammen. Nimm den Rückstand, verreibe ihn und füge erneut die früheren Mittel hinzu. Forme Scheiben und erhitze wieder im Cara-Ofen, um weitere Essenz zu gewinnen.

690. Nimm jeweils den Rückstand, füge die vorherige Mischung hinzu, verreibe sie, forme Scheiben und erhitze insgesamt fünfmal unter Blasen. Vereinige die gewonnenen Essenzen und füge die gleiche Menge Venkaram hinzu. Schmelze im Tiegel und gieße die Schmelze in eine Mischung aus gutem Öl, Kokosmilch, Iluppai-Blüten, Ghee und Honig.

691. Nach dreimaligem Gießen verschwänden die Verunreinigungen. Genannt wird Appirekam zu zwei Teilen Gold [die Appirekam-Menge ist nicht ausdrücklich wiederholt]. Schmelze beides zusammen und gieße mit einem Wachsmodell ein Schälchen. Dichte es sorgfältig ab und stelle es in das Valukai-Bad. Gib Sutam und schwarzen Mattam-Saft in das Schälchen; es werde butterartig.

692. Schabe die butterartige Masse zusammen und gib sie in kühles Wasser. Die geschmolzene Substanz werde steinfest. Nimm sie heraus, umhülle sie mit Arai-Blättern und unterziehe sie zehnmal einem Avi-Putam. Lege sie in eine Mattam-Frucht und anschließend in Virali-Blätter. Die letzte Anweisung, sie in Virali-Blätter zu legen, wird wiederholt.

693. Nimm sie heraus, erwärme sie im Feuer des Cutan und schmelze sie mit Öl in einem Löffel. Genannt werden vier Teile Gold auf einen Teil sowie Nagam in der halben Sutam-Menge. Schmelze alles gemeinsam zu einer Perle und pulvere diese im Reibstein. Füge gereinigtes Kenti in einer dem Sutam entsprechenden Gewichtsmenge hinzu.

694. Verreibe alles mit Pottalai-Saft, pulvere es und fülle es in eine Flasche. Stelle diese in das Valukai-Bad und steigere nach dem genannten Samam das Feuer. Nach zwölf Samam soll die Substanz beständig granatapfelblütenfarben sein. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle ergebe eine Feinheit von zwölf. Zur Einnahme wird ein Panam-Gewicht genannt.

695. Die Einnahme morgens und abends während eines Mandala lasse den Leib bis zum Ende des Yuga bestehen. Sitze man in einem dunklen Raum, fragten andere: ‚Ist dies der Mond oder die Sonne?‘ Der Körper dufte nach Moschus, Hände und Füße würden weich wie Lotusblüten. Steige in den Karpam-Mitteln stufenweise auf; verweile und schaue in Samadhi, wo Karpam eins ist.

Die Essenz des Kentakam

696. Reinige zehn Palam Kentakam und lege es in eine eiserne Pfanne zwischen zwei Lagen Kumari-Fruchtfleisch. Behandle es vier Samam beim Erhitzen mit Fruchtsaft und weitere vier Samam mit Punkam-Milch. Trockne es im Schatten, pulvere es im Reibstein und füge Saft junger Mangotriebe hinzu.

697. Verreibe mit diesem Saft acht Samam, danach mit Manittakkali-Saft. Zerdrücke weiße Mantarai-Blüten und verreibe die Substanz acht Samam mit ihrem Saft. Es folgen acht Samam mit saurem Granatapfelsaft und eine Behandlung mit Lotusblütensaft. Füge fünf Palam Kantam hinzu.

698. Dazu kommen fünf Palam Venkaram, ein Palam Kutori und ein Palam des Kunrimani-Kattu genannten Salzes. Verreibe alles acht Samam mit Akalai-Milch, forme Scheiben und trockne sie. Gieße ein Palam gutes Öl in eine eiserne Pfanne.

699. Stelle die Pfanne auf den Ofen, lege die Scheiben hinein und erhitze mit lotusartigem Feuer. Nimm sie im richtigen Röstzustand heraus. Erhitze anschließend im Cara-Ofen mit den genannten Blasebälgen [die Gerätebezeichnung ist beschädigt]. Essenz falle perlenweise aus. Prüfe und sammle die Rückstände, füge wie zuvor das alkalische Mittel hinzu und wiederhole das Blasen fünfmal.

700. Vereinige die gewonnenen Essenzen und füge Venkaram hinzu. Schmelze alles im bezeichneten Tiegel und gieße es wie zuvor bei Appirekam beschrieben. Die gewonnene Kenti-Essenz erhalte die genannte rötliche Erscheinung [der Vergleich ist beschädigt]. Welcher Alchemist wird dies schauen? Es ist das Wirken der makellosen Nathas.

Tirumular, der Chola-König und der Nataraja-Guss

701. Wer kennt die Kraft der Kentakam-Essenz? Nur ein Shiva-Yogi schaut sie. Ein Chola-König ließ für die große Tanzhalle ein Nataraja-Bild gießen. Die Bildgießer fertigten die Form und gossen, doch die Arbeit misslang. Als sie verzweifelt und bekümmert dastanden, kam Tirumula Nayanar dorthin.

702. Er rief die Bildgießer zu sich: ‚Mein Sohn, sage mir, was dich bedrückt.‘ Sie antworteten: ‚So oft wir das Bild gießen, geht es entzwei; was sollen wir tun?‘ Tirumular sah ihre bekümmerten Herzen und sagte: ‚Gieße es jetzt; es wird im Augenblick gelingen.‘ Er gab ihnen ein Kasu-Gewicht Kupfer, und die Bildgießer führten den Guss aus.

703. Beim Gießen wurde jedoch das ganze Gold zu Kupfer. Während sie verzagt dastanden, kam der Chola-König. ‚Ist das Bild gegossen? Bringt es her‘, sagte er, und sie stellten es vor ihn. Als er es sah, warf er ihnen vor: ‚Ihr habt das Gold genommen und das Bild aus Kupfer gegossen!‘ Er befahl ihre Bestrafung. Da trat der Meister vor den König.

704. ‚Beschuldige die Bildgießer nicht; wir werden dir mehr Gold geben‘, sagte er. Er ließ Silber schmelzen und gab ein Kasu-Gewicht auf dreitausend Teile. Es erreichte die Feinheit zwanzig. Dann nahm er die Kulikai und verschwand. Als der König fragte: ‚Wo ist der Asket?‘, suchten sie überall und gerieten in Bestürzung.

705. Sie berichteten dem König davon. Mit dem Ausruf ‚Shiva, Shiva!‘ legte er die Hand vor den Mund, freute sich und belohnte die Bildgießer. Wer könnte die Größe der Nathas aussprechen? Der Chola-König kehrte in seine Unterkunft zurück. So wirkte die Kentakam-Essenz, von der ich den Siddha-Gestalten gesprochen habe. Höre nun die Bereitung eines Centuram daraus.

Centuram und Kupfer aus Pfauenfedern

706. Nimm einen Teil gebundenes Sutam und füge beim Schmelzen einen Teil der Essenz hinzu, ferner je einen Teil Gold und Nagam. Schmelze alles zu einer Perle und pulvere sie im Reibstein. Gib Talakam und Silai in dem genannten einen Anteil hinzu [die Verteilung ist unklar]. Verreibe mit Pottalai-Saft und forme flache Scheiben.

707. Lege die Scheiben in eine Schale, verschließe und dichte sie ab und erhitze sie in einem Putam mit zehn Dungfladen. Es entstehe ein leuchtend rotes Centuram [der Farbvergleich ist beschädigt]. Ein Teil auf tausend Teile ergebe eine Feinheit von sechzehn. Dieses Centuram werde den Verdienstvollen zuteil, nicht den üblen Verrätern.

708. Genannt wird eine Kunri-Menge morgens und abends während eines Mandala. Der Leib werde wie eine kupferne Säule; mit einem Schlag könne er Berge zu Staub machen. Träfe ihn ein Schwert, erschalle ein klarer bronzener Klang. Alle Nervenbahnen erschienen rötlich. Die Siddhis der Nathas seien darin enthalten.

709. Ich erkläre, soweit ich es selbst weiß, die Gewinnung von Kupfer aus dem Pfau. Nimm Pfauenfedern, drehe sie zu Dochten, tränke sie in Sesamöl und verkohle sie. Wiege einen Ser dieser Kohle ab und gib sie in den Reibstein. Füge fünf Palam Karam hinzu.

710. Dazu kommen fünf Palam Venkaram, ein Palam Kutori, drei Palam des giftigen Viram und ein Palam Kalluppu. Füge je ein Palam Kunrimani, Sesam und Moccai hinzu. Verreibe alles drei Tage mit Atalai-Milch und forme Scheiben.

711. Erhitze die Scheiben mit dem Blasrohr; das ‚Sonnenmetall‘ falle als kleine Perlen an. Sammle alles Kupfer und bearbeite die Rückstände wie zuvor. Füge die Mittel insgesamt fünfmal hinzu, forme jeweils flache Scheiben und erhitze unter Blasen. Gib das alkalische Mittel zum gesammelten Kupfer und gieße es nach der früher beschriebenen Behandlung aus.

712. Dieses Kupfer binde Sutam und ‚töte‘ Pashanam. Schlangen würden nicht beißen und große Gifte nicht nahekommen. Verbinde dieses Kupfer mit Gold und fertige Armreifen, Ohrringe und Götterbilder daraus. Sieh, die Siddhas in den Wäldern tragen solche Gegenstände.

713. Nimm je einen Teil Pfauenkupfer, Gold und Nagam und schmelze die drei zusammen. Füge Sutam hinzu, bis die beschriebene Reaktion eintritt, und pulvere alles im Reibstein. Gib die halbe Menge reinen Kentakam bei und verreibe mit Ceruppatai-Saft. Forme feste Scheiben.

714. Unterziehe sie einem Putam mit fünf Dungfladen, lasse sachgerecht abkühlen und prüfe sie. Die Substanz soll wie eine Granatapfelblüte aussehen. Ein Teil auf tausend Teile ergebe die Feinheit sechzehn. Bei Einnahme eines Panam-Gewichts mit Milch werde der Körper wie eine eiserne Säule; jedes Tier, das ihn beiße, müsse sterben, so die Verheißung.

Kupfer aus Eisen und Kantam

715. Höre von Kupfer aus Eisen. Tränke Haare in Sesamöl und gib dreißig Palam davon in eine eiserne Pfanne. Füge zehn Palam Eisenfeilspäne hinzu und vermenge sie sorgfältig. Erhitze auf dem Ofen und wende die Späne, damit sie das aus den Haaren austretende Öl aufnehmen.

716. Wende die Eisenfeilspäne, bis alle Haare verkohlt sind, und bewahre sie mit der Kohle auf. Nimm je zehn Palam Karttikai-Knolle und rote Alli-Knolle, zerstampfe sie und gewinne einen Padi Saft. Gieße Atalai-Milch und einen Padi Sesamöl hinzu.

717. Sobald die Mischung dickflüssig wird, füge je fünf Palam Venkaram und Turicu sowie drei Palam reines Kentakam hinzu. Pulvere diese Stoffe, gib sie in das Öl und koche bis zum beschriebenen dickflüssigen Zustand. Schabe die Masse in einen Reibstein und benetze die Eisenfeilspäne damit.

718. Gib sie mit der Haarkohle in einen Tiegel und erhitze unter Blasen. Die Substanz falle in kleinen Perlen aus. Nimm sie heraus und benetze sie erneut mit dem Öl. Schmelze sie insgesamt fünfmal; sie bewege sich rein wie Silber und Gold und werde schließlich reines Kupfer. Das Ende seiner alchemistischen Wirkungen lässt sich nicht aussprechen.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 716; die fortlaufende Stelle liegt zwischen 717 und 719. Die berichtigte Nummer wurde in der PDF-Textextraktion bestätigt.

719. Nimm sechs Palam dieses Eisenkupfers, je ein Palam Gold, Nagam und Iyam, schmelze alles und pulvere es im Reibstein. Füge ein Palam Sutam und vier Palam Kentakam hinzu. Verreibe mit Mallikai-Saft und stelle die Mischung acht Samam in die Sonne.

720. Pulvere die getrocknete Substanz, fülle sie in den Meru-Behälter und stelle ihn in das Valukai-Bad. Erhitze zwölf Samam, lasse abkühlen und prüfe: Es werde Centuram. Ein Teil auf tausend Teile ergebe die Feinheit sechzehn. Bei täglicher Einnahme einer Kunri-Menge während eines Mandala werde eine Hülle abgestoßen und Jugendlichkeit erreicht.

721. Zerkleinere zehn Palam Kantam auf Kunri-Größe. Behandle es vier Samam mit vier Padi Cempili-Milch durch wiederholtes Aufbringen und Erhitzen. Verreibe es danach im Reibstein vier Samam mit derselben Milch und unterziehe es einem Putam. Wiederhole das Verreiben mit Milch und die Putam-Behandlung insgesamt fünfmal.

Anmerkung: Cempili bezeichnet hier offenbar ein Tier; die genaue Art wird nicht erschlossen.

722. Pulvere das Ergebnis und gib es in eine Pfanne. Nimm zehn Palam Cempili-Haare, behandle sie wie beschrieben und wende die Substanz in dem austretenden Öl. Bewahre das Öl aus den Haaren mit der Kohle auf. Höre weiter: ein Padi Karunkunri-Saft und ein Padi Kolli-Blattsaft werden genannt.

723. Dazu kommen Ponnin-Av̄arai-Saft, ein Padi Atalai-Milch, ein Padi roter Alli-Knollensaft, ein Padi Karttikai-Knollensaft und Puliparanai-Knollensaft. Füge eine entsprechende Menge Sesamöl hinzu. Erhitze auf dem Ofen mit lotusartigem Feuer bis zum dickflüssigen Zustand.

Anmerkung: Die Mengen von Ponnin-Avarai- und Puliparanai-Saft sind nicht eigens eindeutig genannt; die Pflanzennamen sind teilweise unsicher.

724. Nimm drei Palam Kentakam, fünf Palam Venkaram, ein Palam Viram und ein Palam Kutori. Pulvere alles im Reibstein, gib es zur vorherigen Mischung und nimm diese beim richtigen dickflüssigen Zustand herunter. Zwischen den Zutaten steht außerdem die Aufforderung: ‚Verkaufe dies und bestreite daraus deine Ausgaben.‘

Anmerkung: Die sachlich unpassend eingeschobene Verkaufsaufforderung steht mitten in der Vorlage und wird nicht stillschweigend entfernt.

725. Benetze das Kantam mit der Mischung und erhitze im kräftigen Cara-Ofen unter Blasen. Mit dem Rückstand falle die Essenz aus. Sammle sie vollständig, benetze den rauen Rückstand wieder mit dem Öl und erhitze mit dem Blasrohr erneut. Nach fünf Durchgängen werde die Farbe sonnengleich kupfern.

726. Nimm vier Palam dieses kupferartig gewordenen Kantam sowie je ein Palam Gold, Nagam und gebundenes Sutam. Schmelze die vier Stoffe zusammen und pulvere sie im Reibstein. Verreibe mit Kulamalli-Saft und stelle es drei Tage in die Sonne.

Anmerkung: Kulamalli ist die lautnahe Wiedergabe des hier verwendeten Pflanzennamens.

727. Bearbeite die Mischung mit dem zuvor genannten Sutam und füge gereinigtes Kentakam hinzu. Pulvere sie, fülle sie in den Meru und stelle diesen in das kräftige Valukai-Bad. Erhitze zwölf Samam, lasse abkühlen und prüfe den Inhalt. Er soll wie eine Granatapfelblüte aussehen: Dies ist die in den Lehrschriften gepriesene Umwandlung.

728. Bei Einnahme einer Kunri-Menge Centuram werde innerhalb eines Mandala eine Hülle abgestoßen. Der Leib leuchte rötlich; [ein Körperteilname ist beschädigt] werde korallenartig. Rauschmittel verursachten keine Trunkenheit mehr und Pashanam-Stoffe seien wie gewöhnliche Nahrung. Der Leib bestehe für Koti [Zeiteinheit nicht genannt], und man könne in Samadhi verweilen.

Das Metall-Destillat

729. Höre aufmerksam das Metall-Destillat: hundert Palam Vediyuppu, fünfundachtzig Palam Cinam, vierzig Palam Turicu, zwanzig Palam Caram, zehn Palam Kalluppu und fünf Palam Puniru.

730. Dazu kommen vier Palam des Shakti genannten Caram, drei Palam Kenti-Salz und ein Palam Uruvi-Salz. Pulvere alles, gib es in ein Gefäß und verreibe es mit Eselsblut. Stelle es sieben Tage in die Sonne. Fülle die Mischung in das dickbodige Untergefäß der beschriebenen Vorrichtung.

731. Setze den Cakkaram-Topf umgekehrt darüber, dichte die Verbindung ab und lasse sie in der Sonne trocknen. Stelle die Vorrichtung auf den Ofen und erhitze gleichmäßig. Setze ein Porzellanschälchen ein und gieße Wasser auf den oberen Topf. Mit der Rauchentwicklung tropfe Flüssigkeit herab. Verwirf den ersten Anteil und sammle die danach kommende Flüssigkeit.

732. Teile die vorbereitete Stoffmischung in fünf Portionen. Gieße das Destillat auf eine davon und gib sie wie zuvor in die Vorrichtung. Erhitze und sammle das Destillat erneut. Gieße dieses auf die nächste Portion, lasse sie trocknen und destilliere wieder. Führe dies mit allen fünf Portionen aus.

733. Bewahre das Destillat in einer mit Harz gefertigten beziehungsweise abgedichteten Flasche. Gib acht Palam Sutam in den Reibstein und verreibe es drei Tage mit dem Destillat. Schabe es in ein weiteres Porzellangefäß und röste es auf der Kohleschale. Fülle das gleichmäßige Pulver in den Meru-Behälter.

734. Stelle den Meru in das Valukai-Bad und erhitze zwölf Samam. Lasse abkühlen, entnimm den Inhalt, verreibe ihn erneut mit dem Destillat und trockne ihn. Fülle das Pulver in eine Flasche, stelle sie wieder in das Valukai-Bad und erhitze weitere zwölf Samam. Lasse abkühlen und nimm den Inhalt heraus.

735. Verreibe wie zuvor und wiederhole die Abfolge insgesamt fünfmal. Das Centuram liege sonnengleich vor; seine Umwandlungskraft reiche bis zu einem Teil auf eine Koti. Der Text nennt ein Panam-Gewicht mit einer Katali-Banane zur Einnahme. ‚Shiva, Shiva!‘ Der Leib werde wie die Sonne.

736. In diesem Destillat liegen unzählige Künste; prüfe sie einzeln und gewinne Klarheit. Binden und Schmelzen reichen ins Koti-Fache. Es gibt zahllose Kulikai, Centuram, Chunnam, Kalaṅku, Grundsubstanzen und wachsartige Präparate. In jedem liegen unzählige Umwandlungen. Zur Prüfung werden acht Arten genannt, beginnend mit Rauch; die übrigen werden hier nicht aufgezählt.

Turicu-Destillat und die Bindung des Salzes

737. Ich erkläre das Turicu-Destillat: je hundert Palam Turicu, Vediyuppu und Cinam, dazu je fünf Palam Cavuttu-Salz, Valaiyal-Salz, Kenti-Salz und Intuppu.

738. Füge zehn Palam des Shakti genannten Karam, zehn Palam Kalluppu, drei Palam Viram, zehn Palam Navaccaram und drei Palam Karuvangam hinzu. Dazu kommen je ein Palam Vatanai-Salz, Uruvi-Salz, Mani-Salz und Meni-Salz.

739. Gieße Branntwein hinzu und verreibe alles drei Tage. Stelle es in die Sonne und teile es in fünf Portionen. Gib eine Portion in den Destillationstopf, setze den genannten Deckeltopf auf und dichte mit einer Masa-Masse ab. Stelle das Gefäß auf den Ofen, setze das Porzellan-Auffanggefäß ein und gewinne das Destillat.

740. Gieße das gewonnene Destillat auf die nächste Portion, trockne sie in der Sonne und destilliere sie im Topf erneut. Wiederhole dies fünfmal. Verwahre die Flüssigkeit gut verschlossen in einem mit Harz gefertigten beziehungsweise abgedichteten Behälter. Höre weiter: Tränke vierzehn Palam Parai-Salz in diesem Destillat.

741. Lege das Salz sieben Tage unter wiederholtem Tränken in die Sonne. Dann werden Vediyuppu, Cinakkaram, Katalnurai, Cutan, Puniru, Karam, Viram, Navaccaram, Turicu und Vellai genannt. Verreibe die als elf bezeichneten Stoffe mit dem Destillat, forme Scheiben, trockne sie in der Sonne und unterziehe sie in einer Schale einem Avi-Putam.

Anmerkung: Die Vorlage nennt elf Stoffe, doch die Worttrennung ergibt keine sichere Elferliste. Ein fehlender Stoff wird nicht erfunden.

742. Verreibe und unterziehe die Mischung fünfmal einem Putam mit jeweils zehn Dungfladen. Löse das so bereitete Mittel mit sieben Palam Destillat zu einer dickflüssigen Masse. Benetze damit Kalluppu und erwärme es auf der Kohleschale. Wiederhole das Tränken und Erwärmen mit der gesamten Flüssigkeit.

743. Höre das Mittel für die Umhüllung: Nimm die Peran genannte Muschel, Kalk und Cavuttu-Erde [das genaue Verhältnis ist nicht lesbar] und mische sie mit Wasser. Erhitze, bis die Flüssigkeit verdampft, unterziehe die Masse einem Putam und pulvere sie. Verreibe sie mit dem Destillat und führe insgesamt fünf Putam-Behandlungen aus.

744. Verreibe das so behandelte Mittel mit dem Destillat, bis es sich wachsartig formen lässt. Umhülle damit das zuvor bereitete Salz. Lege Puniru in einen Topf, das Salz darauf und weiteres Puniru darüber. Setze einen Deckel auf, dichte sorgfältig ab und unterziehe es einem Gaja-Putam.

745. Prüfe das gewonnene Salz: Es soll diamantartig fest sein und Gold gleichen. Schmilzt man es auf Kohle, bewege es sich wie Gold. Nimmt es auf der Kohle an Masse ab, wiederhole den Putam wie zuvor. Sprich darüber mit niemandem; erhitze es anschließend mit stark alkalischem Chunnam unter Blasen.

Palarasam und Candrodayam

746. Nach der Behandlung mit Chunnam wiege vier Palam der Substanz ab. Gib sie in das genannte Destillat und verreibe sie. Lege acht Palam Sutam in den Reibstein, gieße das Destillat dazu und verreibe gründlich einen Samam. Stelle die Mischung in die Sonne.

Anmerkung: Die Vorlage überschreibt diesen Abschnitt mit Palarasam.

747. Wiederhole einen Monat lang das Verreiben und Sonnen der Substanz. Sutam werde rot und besitze außergewöhnliche Umwandlungskraft. Lege es in einen Tiegel, erwärme es und prüfe nach der Abkühlung [die Wendung über die Hand ist unklar]. Erhitze Wasser in einem großen Gefäß und gib einen Tropfen Sutam hinein.

748. Sofort werde Sutam wie Wasser; dies sei die richtige Prüfung des Palarasam. Nimm vier Palam davon und ein Palam Gold in den Reibstein. Verreibe drei Tage mit schwarzem Tulasi-Saft und füge anschließend einen Ser Kentakam hinzu.

749. Verreibe die Mischung einen weiteren Tag und stelle sie in die Sonne. Fülle das Pulver in den Kasi-Meru-Behälter, stelle ihn in das Valukai-Bad und erhitze zwölf Samam. Lasse abkühlen und prüfe den Inhalt: Er soll tief granatapfelblütenfarben sein. Sein Name ist Candrodayam; seine Größe sei nicht auszusprechen.

750. Bei Einnahme einer Kunri-Menge dieses Centuram werde der Körper rötlich leuchten. Die geschlechtliche Kraft gleiche einem brüllenden Elefanten in der Musth; der Text steigert dies zur Behauptung, hundert Partnerinnen seien nötig. Der Samen sei wie eine unerschöpflich hervorquellende Quelle. Alle Krankheiten würden abgeschnitten; [der abschließende Vergleich mit der Campaka-Blüte beziehungsweise dem Auge ist beschädigt].

751. Ein Teil dieses Centuram auf tausend Teile ergebe die Feinheit fünfundzwanzig. Wiederholt zu den Stoffen gegeben, binde es sie und mache sie wachsartig. Wird Turicu mit seiner Flüssigkeit bestrichen und in die kräftige Sonne gelegt, werde es zur Grundsubstanz, die Sutam bindet. Für das folgende Verfahren wird ein Palam Lingam genannt.

752. Lege dieses feste Palam Lingam in eine eiserne Pfanne und behandle es wiederholt mit der genannten Flüssigkeit, bis es wachsartig wird. Darin lägen unzählige subtile Umwandlungen. Verbinde ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ damit, so werde eine außergewöhnliche Feinheit erreicht. Bei den neun Metallen wird das Verhältnis eins zu hundert mit der Feinheit zwölf verbunden.

Mahatiravakam: das große Destillat

753. Höre das große Destillat: Erukku, Kuppaimeni, Talai, Aruku, Banane, Mattai, Tutti, Kalli, Kokosblätter, Nayuruvi, Nanal, Pirantai, Mutakkottan, Puracu, Mullankatti und Gras werden getrocknet und zu Asche verbrannt.

Anmerkung: Der Abschnitt trägt die Überschrift Mahatiravakam. Die letzten Pflanzennamen und ihre Worttrennung sind teilweise unsicher.

754. Verbrenne die getrockneten Pflanzen jeweils gesondert zu Asche und löse jede Asche getrennt in Wasser. Lasse drei Tage stehen, nimm die klare Flüssigkeit und koche sie zu Salz ein. Halte die einzelnen Salze getrennt und wiege je ein Palam ab. Anschließend werden Hirsch, Ziege, Elefant, Kamel und Esel genannt.

755. Mit Pferd und Rind sind es sieben Tiere. Sammle ihre Flüssigkeit jeweils gesondert und koche sie stark ein; nimm je zwei Palam. Verbrenne Hasen-, Ratten- und Fledermauskot zu Asche. Löse von diesen drei Aschen die genannten zwei Palam in Meerwasser, lasse klären und koche den klaren Anteil zu Salz ein.

Anmerkung: Die tierische Flüssigkeit wird nur ‚Wasser‘ genannt, wohl im Sinn von Urin. Ob zwei Palam für jede Asche oder für ihre Mischung gelten, bleibt unklar.

756. Nimm zehn Palam des eingekochten Salzes. Dazu kommen je drei Palam Viram, Talakam, Silai, Vellai, Kentakam und Tuttam sowie sechs Palam Peti.

757. Füge je sechs Palam Caram, Kalluppu, Intuppu, Valaciluppu, Venkaram, des Shakti genannten Caram und Puniru hinzu sowie acht Palam Kenti-Salz.

Anmerkung: Die OCR schreibt 751 statt der fortlaufend zu erwartenden 757. Caram erscheint zweimal mit unterschiedlicher näherer Bezeichnung und wird nicht zusammengezogen. Die berichtigte Nummer wurde in der PDF-Textextraktion bestätigt.

758. Dazu kommen je acht Palam Katalnurai und Turicu sowie je sechs Palam Vediyuppu und Cinam. Verreibe alles sieben Tage mit Paranki-Branntwein und trockne es. Teile es in fünf Portionen und gib eine davon in den Destillationstopf.

759. Setze den oberen Topf umgekehrt darauf und dichte ihn mit der als Mamica bezeichneten Masse ab. Erhitze auf dem Ofen; zusammen mit dem Rauch tropft Flüssigkeit aus. Wenn der Rauch aufhört, endet auch der Destillatfluss. Gieße das Destillat auf eine vorbereitete weitere Portion, trockne und verreibe sie und gewinne erneut die durch Feuer erzeugte Flüssigkeit.

Anmerkung: Mamica lautet in der OCR wie ‚Fleisch‘; ob dies gemeint ist oder ein beschädigter Fachname für die Abdichtung vorliegt, bleibt offen.

760. Wiederhole das Destillieren mit den fünf Portionen und gieße die Flüssigkeit in einen mit Harz gefertigten beziehungsweise abgedichteten Behälter. Sandstein, Haare, Knochen und die neun Metalle würden dadurch zu Asche. Trifft der Dampf das Gesicht, so könnten die Augen zerstört werden. Achte daher auf die Richtung des Dampfes und lege das Brennholz langsam nach.

Anmerkung: Die Warnung vor dem Dampf steht ausdrücklich im Original; sie ist Teil der übersetzten Arbeitsbeschreibung.

761. Halte Abstand: Trifft der Rauch den Leib, werde dieser geschädigt. Zur Behandlung der Stoffe eingesetzt, mache das Destillat sie wachsartig. Gib Muscheln mit Wasser und salzhaltiger Erde in das Gefäß, erhitze und nimm sie heraus. Unterziehe sie einem kräftigen Putam und pulvere sie.

762. Gib das Pulver in das Destillat und lasse es drei Tage stehen. Verreibe es im Reibstein, forme es, lege es in eine Schale und unterziehe es einem Putam. Wiederhole das Verreiben mit Destillat und die Putam-Behandlung fünfmal. Pulvere die Substanz und bewahre sie in Porzellan auf. Nimm einen festen, bildwerkartigen Block Caram.

Chunnam aus gebundenem Caram

763. Lege etwas Pulver in einen Topf, den Caram-Block darauf und weiteres Pulver darüber. Verschließe und dichte den Topf ab. Unterziehe ihn einem Putam mit fünf Dungfladen, lasse abkühlen und nimm den Inhalt heraus. Pulvere die umgebende Masse erneut und bette den Block wie zuvor darin ein.

Anmerkung: Die Abschnittsüberschrift lautet Carakkattu-Chunnam, Chunnam aus gebundenem Caram.

764. Wiederhole die Putam-Behandlung insgesamt siebenmal. Der Block soll wie Elfenbein aussehen. Die Möglichkeiten des Caram seien nicht auszuschöpfen: zahllose Jayanir-Bereitungen, Anda-Grundsubstanzen und Centuram. Die Alchemie liege offen wie ein gelöstes und geöffnetes Bündel. In diesem Verfahren liege noch vieles; lerne es und arbeite damit.

765. Bestreiche das gebundene Caram mit Cavviram, Puram und den weiteren genannten Stoffen einschließlich Sutam, nachdem sie mit Speichel verrieben wurden. Die Aufzählung spricht von fünf Bestandteilen [ein Name ist beschädigt]. Lege es in einen Kalktiegel und erhitze auf der Kohleschale unter Blasen. Nimm es heraus und lege es in Porzellan; dem Tau ausgesetzt, werde es zu Jayanir.

766. Höre, was mit diesem Jayanir geschieht: Lege Sutam in den Reibstein, verreibe es wiederholt mit Jayanir und trockne es in der Sonne. Setze dieses Verreiben und Sonnen zwanzig Tage fort. Entferne die sieben Hüllen; höre von der verbleibenden Essenz.

767. Gieße sie in eine Kokosnussschale und verschließe diese mit Wachs. Nimm Bleche aus ‚Sonne‘ und ‚Mond‘, bestreiche sie mit dem Rasa und unterziehe sie einem Putam. Es werde die Feinheit sechzehn erreicht; [eine weitere Umwandlungsbezeichnung ist unklar]. Bei Einnahme dieses Rasa stoße der Körper rasch seine Hülle ab und werde jugendlich.

Kentakam-Öl und Kecara-Öl

768. Ich erkläre das Kentakam-Öl. Reinige zehn Palam Kentakam in Kattalai-Fruchtfleisch mit Kuh-Ghee und Milch. Gib es in den Reibstein. Nimm Kurukkatti-Samen und Mayirkonrai-Samen in gleichen Mengen hinzu; es folgt die Behandlung mit Zwiebelsaft.

769. Verreibe mit dem Saft, forme Scheiben und gewinne durch Pum-Putam ein Öl. Verreibe Kentakam zwanzig Tage mit diesem Öl. Füge Turicu und Vellai, ferner je einen Teil gebundenes Caram und gebundenes Salz hinzu. Verreibe noch drei Tage.

Anmerkung: Bei Turicu und Vellai nennt die Vorlage ein Palam, ohne sicher erkennen zu lassen, ob es je Stoff oder gemeinsam gilt.

770. Fülle die Masse in den Kasi-Meru und bringe die genannte Einlage an seiner Ausgussöffnung an. Setze ihn umgekehrt in einen Topf; halte die Öffnung mit einem Stab frei und fülle Erde ein. Stelle die Vorrichtung auf den Ofen und ein Porzellan-Auffanggefäß darunter. Erhitze mit Dungfladen und sammle das austretende Öl.

Anmerkung: Die Einzelheiten von Ausguss, Einlage und Stab sind beschädigt; die Apparatur wird nur so weit beschrieben, wie die Passage lesbar ist.

771. Nach drei Putam-Behandlungen sei das Öl vollständig in das Porzellangefäß abgeflossen. Selbst die ganze Welt entspreche nicht seinem Wert. Bestreiche das genannte Metall damit und erhitze es. Gold werde Kupfer; reines Kupfer und Gold und unzählige Metalle werden genannt. Mit dem gewonnenen Kupfer seien außergewöhnliche Umwandlungen möglich.

Anmerkung: Die Stofffolge der letzten beiden Zeilen ist gestört; der klar lesbare Übergang Gold zu Kupfer bleibt erhalten.

772. Höre vom Kecara-Öl. Nimm hundert Palam Haare eines jungen Menschen, wasche sie mit abgekochtem Ciyakkay und schneide sie sesamkorngroß. Tränke sie in Öl, röste sie in einer Pfanne und gib sie in den Reibstein.

773. Füge zehn Palam Kentakam, fünf Palam Talakam, drei Palam Silai, zwei Palam des giftigen Viram sowie je einen Teil gebundenes Caram, gebundenes Kalluppu und Turicu-Grundsubstanz hinzu. Verreibe alles gründlich.

774. Verreibe vier Samam mit Erukku-Milch und nimm die wachsartige Masse heraus. Forme flache Scheiben und gewinne durch Pum-Putam ein Öl. Bewahre es in einem verschlossenen Gefäß auf. Benetze acht Palam Eisenfeilspäne mit dem Öl, gib das alkalische Mittel hinzu und schmelze sie.

775. Wiederhole das Benetzen mit Öl und Schmelzen fünfmal; die Substanz werde sonnengleiches Kupfer. Ein Teil davon auf fünfzig Teile ‚Mond‘ ergebe die Feinheit sieben. Schmilzt man es mit Gold, fügt Sutam und Kenti hinzu und bereitet im Valukai-Bad Centuram, werde die Feinheit sechzehn erreicht.

Talakam und seine Essenz

776. Ich erkläre Kupfer aus Talakam. Bereite gebrannten Steinkalk, binde Talakam in ein Säckchen und umgib es oben und unten mit Kalk. Gieße heißes Wasser hinzu und behandle es so einundzwanzigmal [das Zahlwort ist beschädigt]. Gib es anschließend in die saure Flüssigkeit aus dem Breigefäß, lasse gründlich kochen und nimm es herunter.

777. Gib einen Ser in den Reibstein und verreibe mit Kulamalli-Saft unter zwischenzeitlichem Trocknen fünf Tage lang. Es folgen vier Samam mit Atutinnappalai-Saft, dann Cirukutti-Takkali-Saft und Amuri-Blattsaft sowie Saft aus gereiften beziehungsweise vergilbten Erukku- und Akatti-Blättern.

Anmerkung: Mehrere Pflanzennamen sind nicht eindeutig; die Saftfolge wird ohne botanische Ergänzung wiedergegeben.

778. Weitere Zusätze sind Kerukan-Knollensaft, Erukku-Knollensaft, Ziegenblut, Hasenblut, Hühnerblut und weißer Mantarai-Blütensaft. Hinzu kommen Indragopa-Insekten und hundert Punakam. Verreibe gut und lasse nach jeder Tagesbehandlung trocknen.

Anmerkung: Die Menge hundert steht unmittelbar bei Punakam; sie wird nicht ohne Beleg auf beide Tierbezeichnungen ausgedehnt.

779. Füge nach dem Trocknen vier Palam Turicu, drei Palam Venkaram, zwei Palam Vediyuppu, je ein Palam Viram und Cinam, zwei Palam Karpura-Silacattu und ein Palam Kutori hinzu. Verreibe alles; Kutori wird dabei bildhaft eine Axt für die Stofffamilie genannt.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 719 wird aus der fortlaufenden Stellung zu 779 berichtigt. Die berichtigte Nummer wurde in der PDF-Textextraktion bestätigt.

780. Verreibe drei Tage mit Eliyalam-Milch, forme flache Scheiben und erhitze sie im Cara-Ofen unter Blasen. Die Schmelze falle als Essenz aus. Sammle sie ohne Verlust und schmelze den Rückstand nochmals. Nimm die goldartig erscheinenden Essenzen vollständig an dich.

781. Gib die Essenzen mit dem alkalischen Mittel in einen Tiegel und schmelze sie zu einer Perle. Ein Kasu-Gewicht Essenz auf hundert Teile der neun Metalle ergebe die Feinheit sechzehn. Gieße ein Schälchen aus der Essenz, dichte die Vorrichtung ab, stelle sie in das Valukai-Bad und erhitze Sutam darin.

782. Gieße beim Erhitzen schwarzen Umattam-Saft hinzu, bis die Masse butterartig wird. Schabe sie heraus, gib sie in kühles Wasser und umhülle sie mit Arai-Blättern. Unterziehe sie zehn Putam-Behandlungen. Fertige aus der Perle eine Shiva-Gestalt; dadurch werde Befreiung für einundzwanzig Geburten verheißen.

783. Bereite aus dieser Perle Centuram, Grundsubstanz und Kalaṅku. Erlange die Vollkommenheit, den Raum zu überschreiten, die reine Yoga-Siddhi und das Luftwandern. Verwirkliche dort den süßen Nektar. Halte die blendenden Worte der Welt für [einen unsicher lesbaren Vergleich]. Suche den Guru und rufe; die Mutter werde antworten: ‚Was ist, mein Kind?‘

Cati-Lingam und weitere Pashanam-Bereitungen

784. Höre die Bereitung des Cati-Lingam: hundert Palam Sutam und fünfundzwanzig Palam Kentakam. Schmelze zuerst Kentakam im Gefäß und gib Sutam nach und nach hinzu. Rühre mit einem eisernen Spatel, bis sich ein schwarzes Pulver bildet.

785. Füge gepulvertes Vediyuppu in einem Viertel der Kentakam-Menge hinzu. Fertige ein topfartiges Kupfergefäß und fülle es nur halb mit dem Pulver. Stelle es in das Valukai-Bad und erhitze acht Tage. Durch Sublimation werde daraus Lingam.

786. Die korallenfarbene Substanz, die sich oben absetzt, ist Lingam. Das Gefäß ist ein Kupferbehälter. Was unten zurückbleibt, heißt Timurukal; was in der Mitte liegt, Karmukil. Wird daraus eine wachsartige Substanz bereitet, ermöglicht sie Umwandlung. Die Schlusszeile nennt zweiunddreißig [eine beschädigte Stoffklasse] und vier Bereitungen; der Zusammenhang ist nicht sicher lesbar.

787. Ich erkläre die alchemistische Bereitung des Nagam-Pashanam. Reinige zehn Palam Nagam mit Iluppai-Öl, arbeite es zu Blech und schneide dieses in Stücke von der Form eines Tamarindenblattes. Verreibe die Kuttan genannten Blätter, umhülle das Blech damit und unterziehe es einem Putam mit fünf Dungfladen.

788. Nach zehn Putam-Behandlungen schmelze es in einer eisernen Pfanne. Gib klein geschnittene Kumari-Wurzeln hinzu und rühre mit einem eisernen Gerät. Setze zwölf Samam lang Wurzeln zu und rühre weiter. Es werde zu einem gelben Parpam. Wiege es ab und gib es in den Reibstein.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 786; die fortlaufende Nummer ist 788. Die berichtigte Nummer wurde in der PDF-Textextraktion bestätigt.

789. Nimm zehn Palam dieses Nagam-Pulvers und zehn Palam Sutam. Dazu kommen je fünf Palam Turicu, Cutan, Venkaram und Kenti sowie je drei Palam Vellai und Viram.

790. Füge je drei Palam Talakam und Silai hinzu und pulvere alles im Reibstein. Verreibe acht Tage mit Kumatti- und Granatapfelblütensaft unter Sonnenbehandlung. Pulvere die Masse, fülle sie in eine Flasche und stelle sie in das Valukai-Bad.

Anmerkung: Die genaue Verbindung der ersten Saftbezeichnung ist beschädigt. Die Vorlage setzt hier eine Überschrift zu Timurukal- und Karmukil-Pashanam.

791. Erhitze zwölf Samam mit lotusartigem Feuer. Die Vorlage verbindet dies mit Abkühlen und einer Dauer von drei Tagen. Zerbrich nach dem Abkühlen das Gefäß und prüfe: Die oben sublimierte starke Pashanam-Substanz heißt Indra, die seitlich anhaftende Coram und die unten liegende Nagam.

Anmerkung: Der zeitliche Zusammenhang der drei Tage wird nicht zu einem vermeintlich eindeutigen Heizplan ergänzt.

792. Diese drei Pashanam-Stoffe gleichen der Flamme aus Ishvaras Stirnauge, mit der er einst Manmatha verbrannte. Für die Stoffe seien sie Kala-Kala, der Tod des Todes. Ihre Kraft reiche weit, und sie seien wie der wunscherfüllende Kalpaka-Baum. Das Karpam wird Kala zugeschrieben; bei Einnahme werde innerhalb eines Mandala Kaya-Siddhi erreicht.

793. Die Bereitung des Sutam-Pashanam sei schwer und finde sich nicht in den Büchern der Siddhas. [Die folgende Aussage über ein Panam und alchemistische Rede ist beschädigt.] Ein Teil Sutam-Pashanam auf dreihundert Teile ergebe ‚zehn und zehn‘, also zwanzig. Die Umwandlung geschehe durch den rohen Pashanam-Stoff. ‚Nach Untersuchung vieler Bücher habe ich dies gesagt.‘

Verfahrensfehler und die Kritik an der Geheimhaltung

794. Wenn in meinem Buch auch nur eines falsch ist, nennt mich einen verkommenen Bogar. Misslingt jedoch die Handhabung, misslingt auch das Verfahren. Wer verständig arbeitet, finde nichts Falsches. Scheitert ein Versuch, verreibe die Mischung erneut dreimal und prüfe sie. Vergiss die erklärte Vorgehensweise nicht; [der Vergleich zwischen Säule und Halm ist beschädigt].

795. Die Pashanam-Stoffe in meinem Buch ermöglichen die Umwandlung rasch in ihrem rohen Zustand. Ich habe nicht gesagt, dass man sie erst in eine zusätzliche Bindung einschließen müsse, um die Umwandlung zu erreichen. Es wäre wie eine Wunde, die nur mit einem Tuch vor dem Auge verdeckt wird. Mein Sohn, begreife wenigstens diesen Zusammenhang und arbeite mit Verständnis.

Anmerkung: Die wiederholten Wörter für Binden und Verschließen bilden ein schwer übertragbares Wortspiel; einzelne Satzglieder sind beschädigt.

796. Nimm zehn Palam Sutam und die gleiche Gewichtsmenge weißen Pashanam. Füge fünf Palam Kenti, drei Palam Vediyuppu, zwei Palam Talakam und ein Palam Silai hinzu. Pulvere alles sorgfältig im Reibstein.

797. Verreibe drei Tage mit dem Saft des Tavaci-Murungai fein wie Tusche. Trockne die Masse in der Sonne, fülle sie in den Meru und stelle ihn in das Valukai-Bad. Erhitze zwölf Samam, lasse abkühlen und setze die weitere Behandlung fort [die Zwischenanweisung ist beschädigt]. Nach den nochmals genannten zwölf Samam zerbrich die Flasche und prüfe sie.

798. Die nach oben gestiegene und abgesetzte Substanz ist Sutam-Pashanam. Die unten liegende heißt Nilam. Im folgenden Satz wird für eine ebenfalls unten liegende Substanz Kaka-Pashanam genannt. Ihre Grenzen und Unterscheidungen seien schwer auszusprechen. Ich hörte Sivakamis Unterweisung und verkündete es, damit die Stufe der Nathas erkannt werde.

Anmerkung: Die doppelte Ortsangabe ‚unten‘ steht so in der Vorlage. Eine vermutete Unterscheidung nach Mitte und Boden wird nicht eingesetzt.

799. Die Wirkungen der genannten Lehrschriften dienen der schwer zu beschreibenden Mani-Mutter als Grundmittel [der Bezug ist unsicher]. Alles, was ich innerlich erkannt habe, sang ich offen aus. Die Nathas betrachteten die Schriften und [eine widersprüchliche Wendung über das Offenlegen folgt]. Die entscheidende Lehre hielten sie im Inneren, während sie verwirrende Bücher nach außen gaben.

800. Sie erklärten den Weg der bewahrten Lehre nicht deutlich, sondern verbargen ihr entscheidendes Mittel. Den wirklichen Umgang mit Viram sprachen sie nicht offen aus, sondern in knappen verhüllten Lehrsätzen. Wenn sie die Bereitung der Stoffe verstecken, woher soll jemand die Alchemie ausführen? Das entscheidende Valalai dieser Alchemie ist Viram.

Anmerkung: Valalai wird hier als mehrdeutiger alchemistischer Ausdruck belassen; die sonst mögliche Bedeutung ‚Schleim‘ wird nicht mechanisch eingesetzt.

801. Wird Valalai zu Chunnam, so lösen sich die Stoffe und werden ebenfalls Chunnam. Erlangt man Mahaviram, erhält das Wort ‚Umwandlung‘ festen Grund. Kalluppu werde auf Kohle zu Asche; die störende Feuchtigkeit der Stoffe weiche. Ohne Mahaviram bleibe alle Rede von Verwandlung leer.

Kunkuma-Pashanam

802. Ich zeige die Bereitung des Kunkuma-Pashanam, damit selbst unverständige Menschen sie sehen: je zehn Palam Sutam-Pashanam, Kutiraippal-Pashanam und geröstetes Venkaram sowie je fünf Palam geröstetes weißes Cinam, Annam-Peti und Kentakam.

803. Wiege außerdem Talakam und Silai ab und gib sie in den Reibstein [die Mengen fehlen im lesbaren Satz]. Verreibe mit Zitronensaft und stelle die Mischung sieben Tage in die Sonne. Fülle sie in den Kasi-Meru und stelle ihn in das Valukai-Bad. Erhitze zwölf Samam, prüfe den richtigen Zustand und lasse abkühlen.

804. Zerbrich das Gefäß: Der Inhalt sei fest und kunkumarot. Für die Stoffe sei er ein ‚Todesgott‘. Zur Langlebigkeit nennt der Text eine Vicam-Menge zur Einnahme. Innerhalb eines Mandala werde eine Hülle abgestoßen; so hätten Siddhas Kaya-Siddhi erreicht. Bereite die Substanz wachsartig und füge sie wiederholt Sutam hinzu.

805. Sutam bäume sich wie ein Elefant auf und werde ‚getötet‘. Füge Gold, Nagam [Lesung unsicher] und Kenti hinzu und bereite Centuram. Beim Verhältnis eins zu tausend werde [eine beschädigte Feinheitszahl] erreicht. Prüfe ohne Verwirrung die Bereitung jedes einzelnen Stoffes. Reinige den Körper und lege die Hülle weltlicher Täuschung und verfehlter Lebensführung ab.

Vaina-Pashanam und die Eignung des Schülers

806. Zeige den Vaina genannten Pashanam keinem üblen Alchemisten. Warum? Er verstrickt sich in die Täuschungen der Welt, verliert sich im Verlangen nach Frauen, zieht sich Krankheit zu und zerstört sein Haus. Dann schädigt er auch die Häuser anderer Menschen und lebt ohne Scheu als gewalttätiger Mensch.

807. Betrachtet man seinen Geist, so vermag er den heftigen Zorn nicht anzuhalten. Er begehrt leibliche Lust und geht durch den hier genannten geschlechtlichen Umgang zugrunde. Solche Menschen suchen das Höchste nicht und schauen die sechs großen Stätten nicht. Sie wissen nicht, den Strom der Erkenntnis zu trinken und unerschütterlich zu verweilen.

808. Gib hundert Palam Vediyuppu in ein Gefäß. Vermische saure Kati-Flüssigkeit und Zitronensaft und gib die genannte vierfache Menge hinzu. Erhitze bis zur Auflösung, filtriere und koche wieder ein. Wiederhole das Kochen fünfmal, trockne das Salz in der Sonne und bewahre es auf.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 606 ist nach dem PDF, Seite 109, zu 808 berichtigt.

809. Behandle hundert Palam Puniru mit saurer Kati-Flüssigkeit und Zitronensaft. Nimm den klaren Anteil, koche ihn zu Salz ein und löse dieses wieder wie zuvor. Auf ein Gewicht Salz kommen vier Gewichte Flüssigkeit. Koche fünfmal und trockne das gewonnene Salz in der Sonne. Nimm als Nächstes hundert Palam Kalluppu.

810. Gieße zu diesem Kalluppu vierhundert Palam Fruchtsaft und saure Kati-Flüssigkeit. Koche, filtriere und koche das Filtrat zu Salz ein. Wiederhole dies fünfmal und trockne in der Sonne. Wiege zehn Palam dieses Salzes ab; hinzu kommen das zuvor ausgekochte Vediyuppu sowie zehn Palam des Puniru-Salzes.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 610 ist nach dem PDF, Seite 109, zu 810 berichtigt. Die Menge des behandelten Vediyuppu ist hier nicht eigens lesbar angegeben.

811. Füge je zehn Palam weißen Pashanam, Sutam, Kentam und Turicu hinzu. Talakam wird mit fünf Palam genannt. Danach folgt eine beschädigte Wiederholung von Talakam zusammen mit Silai und einer Dreiermenge; eine sichere vollständige Mengenliste lässt sich daraus nicht herstellen.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 611 ist nach dem PDF, Seite 109, zu 811 berichtigt.

812. Gib alles in den Reibstein und verreibe sieben Tage mit Kuppaimeni-Saft fein wie Tusche. Bereite es als Pulver, fülle es in den Kasi-Meru und stelle diesen in das Valukai-Bad. Erhitze mit lotusartigem Feuer zwölf Samam; so entstehe der starke Vaina-Pashanam.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 612 ist nach dem PDF, Seite 109, zu 812 berichtigt. Die Anspielung auf das Verbrennen der drei Städte steht im Original mitten bei der Saftbezeichnung; ihr genauer Bezug ist unklar.

Cinki-Öl und die Bindung des Sutam

813. Ich erkläre das starke Cinki-Öl. Die Samenliste nennt Atalai, Valumulai, Puracurutti, Kanja, Umattai, Punku, Kurukkatti, Alincil, Punnai, Talai, Vanam-Vempu, Nirvetti, Camutai und Munni. Sie spricht von fünfzehn Arten. Miss davon einen Padi ab.

Anmerkung: Die OCR zählt 613. Mehrere Namen und ihre Grenzen sind beschädigt; die genannte Gesamtzahl fünfzehn wird nicht durch erfundene Einträge vervollständigt.

814. Weiche die Samen drei Tage in Kerutan-Knollensaft ein und verreibe sie im Reibstein. Höre die Zusätze: Aritaram, Silai, Kenti, Vediyuppu, Cinam, Cutan, Campirani, Caram, Viram, schwarzes Kunkiliyam und Puniru.

Anmerkung: Die OCR zählt 614 statt 814.

815. Hinzu kommen Turicu und Annam-Peti. Von jeder der genannten Zusatzarten werden zwei Palam genommen. Verreibe sie mit der Samenmischung acht Tage in Kerutan-Knollensaft wachsartig. Forme flache Scheiben, trockne sie und gewinne durch Pum-Putam ein Öl. Verwahre es in einem Vorratsgefäß.

Anmerkung: Die OCR zählt 615 statt 815.

816. Verreibe Turicu und Vellai in dem aufbewahrten Öl; genannt wird ein Palam [die Verteilung auf beide Stoffe bleibt unklar]. Behandle Lingam wiederholt damit, bis es wachsartig wird. Dadurch seien Umwandlungen der neun Metalle möglich, bis hin zu Verwandlung durch Berührung [die letzte Wirkungsbezeichnung ist unsicher].

Anmerkung: Die OCR zählt 616 statt 816.

817. Gib acht Palam Sutam in den Reibstein und füge die genannten wenigen Tropfen Öl hinzu. Beim Verreiben werde es butterartig. Binde es in ein Säckchen und erwärme dieses zwei Naligai im Feuer des Cutan. Schmelze es danach mit Öl in einem Löffel; es werde eine Perle.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 617 ist nach dem PDF, Seite 110, zu 817 berichtigt. Die Tropfenzahl ist beschädigt und wird nicht erraten.

818. Wird diese Perle dem Caranai-Verfahren unterzogen, könne man bis in die fernsten Welten gelangen. Mit der Perle im Mund wird das Schlucken des Speichels genannt. Der Körper stoße eine Hülle ab und werde mond- und sonnengleich. So habe der Ahnherr davon Gebrauch gemacht, ebenso die Nathas.

819. Füge der Perle Gold und Nagam im genannten Verhältnis eins zu vier hinzu [der genaue Bezug beider Zusätze ist nicht klar]. Schmelze mit dem alkalischen Mittel und gib eine entsprechende Menge Kenti hinzu. Pulvere im Reibstein und verreibe drei Tage mit Kulamalli-Saft. Fülle die Mischung in den Kasi-Meru.

820. Erhitze drei Tage mit den drei Feuerstufen und lasse abkühlen. Die Substanz soll leuchtend rot erscheinen. Der Text nennt ein Panam-Gewicht mit Honig über ein Mandala; eine Hülle werde abgestoßen und das Gesicht mondgleich. Der Weg des Luftwanderns werde rasch erreichbar. So erstaunlich sei das Cinki-Öl.

Das Öl der zwölf Stoffe

821. Ich erkläre das Öl der zwölf Stoffe. Nimm Cenkottai, Nirvetti, Muntu, Kurukkatti-Samen, Valumulai-Samen, Kumatti-Samen und die als Valumulai-Arici bezeichneten Kerne zu gleichen Gewichten. Genannt werden ferner Perunkattamanakku-Samen, Kunrimani und Alincil-Samen.

Anmerkung: Die OCR zählt 621. Einige Samenbezeichnungen können Wiederholungen oder beschädigte Namen sein; die zwölf Stoffe werden nicht aus anderen Rezepten ergänzt.

822. Mit Pirayamani werden zwölf Arten bezeichnet. Miss einen Padi ab und weiche die Mischung drei Tage in Cenkanar-Knollensaft ein. Verreibe sie fein wie Tusche. Es folgen Kentakam, Talakam, Silai, Kaiviram, Kevuri, Vellai, Puniru und Cavattu-Salz.

Anmerkung: Die OCR zählt 622 statt 822; die als zwölf bezeichnete Samenliste bleibt nicht vollständig auflösbar.

823. Dazu kommen Kalluppu, Vediyuppu, Cinam, Turicu und Cutan. Verreibe alles mit der vorigen Mischung acht Tage im Knollensaft. Forme flache Scheiben und gewinne durch Pum-Putam das Öl. Unter Erhitzung und Zugabe von Turicu-Wasser wird es zur wiederholten Behandlung der Stoffe verwendet.

Anmerkung: Die OCR zählt 623 statt 823.

824. Welche Stoffe sind gemeint? Lingam, Vellai, Makal-Tevi, Silai, Viram, Kevuri, Kenti, Sutam, Nagam, Kariyam, Vangam, Turicu, Kupfer, Karam und Cinki. Sie würden wachsartig. Bei jedem einzelnen seien unzählige Umwandlungen möglich, ohne Grenze und ohne Zahl.

Anmerkung: Die OCR zählt 624 statt 824. Makal-Tevi ist eine unsichere Worttrennung, keine gesicherte Stoffidentifikation.

825. Die Catamukha-Grundsubstanz bewirke die als Panpeti, Cenpeti, Pencattapeti, Tuma, Cantanapeti, Parica, Lepanapeti und Tipa bezeichneten acht Arten der Umwandlung. Solches finde sich nicht in den Büchern der Siddhas. Wer kennt ihre Größe? Hara kennt sie, und die Mutter hat sie erkannt.

Anmerkung: Die Nummer 825 ist im PDF auf Seite 111 nachweisbar. Die beschädigten Fachnamen werden lautnah bewahrt; Tuma, Parica, Lepana und Tipa verweisen auf Rauch, Berührung, Auftragen und Flamme, die übrigen sind nicht sicher aufzulösen.

Aschen, Salze und Grundsubstanzen

826. Nimm ein Patakku Asche und gib ein Achtel dieser Menge Steinkalk hinzu. Verknete und vermische es mit Eselsurin und lasse drei Tage stehen. Nimm die klare Flüssigkeit. Pulvere je zwei Palam Kalluppu und Cutan und gib sie hinein.

Anmerkung: Die Aschenart wird in diesem Vers nicht deutlich benannt.

827. Erhitze die Flüssigkeit auf dem Ofen bis zum Salzstadium. Verreibe das Salz drei Tage im Reibstein, nimm die wachsartige Masse heraus und forme Scheiben. Der Text wiederholt das Formen dreimal und nennt Cinam sowie Kalluppu [ohne klare Menge]. Trockne in der Sonne, lege die Scheiben in Kupfer, dichte ab und unterziehe sie einem Putam.

Anmerkung: Die OCR zählt 627 statt 827.

828. Verwende fünf Dungfladen und lasse abkühlen. Wiederhole Verreiben, Formen und Putam insgesamt dreimal. Die fünf [Einheit unklar] der Valalai-Grundsubstanz werden in Kupfer aufbewahrt. Nimm sodann ein Patakku Asche verbrannten Nayuruvi, vermische sie kräftig mit Elefantenurin und gewinne den klaren Anteil.

829. Bereite Chunnam aus Eierschalen und füge zwei Palam hinzu. Gib außerdem Intuppu und Paccai-Puram, jeweils die genannten zwei Palam, in den Reibstein. Verreibe fein, mische es in die klare Flüssigkeit und koche zu Salz ein. Verreibe das Salz anschließend drei Tage.

830. Nach drei Putam-Behandlungen bewahre die Substanz gesondert auf. Dies sei die Puram genannte, von der Welt gepriesene Grundsubstanz. Verbrenne nun die ganze Erukku-Pflanze und nimm die angegebene Aschenmenge. Vermische sie mit zwei Tuni Pferdeurin und lasse sie drei Tage stehen.

831. Seihe den klaren Anteil in ein Gefäß und füge zwei Palam Muschelasche beziehungsweise Muschel-Chunnam hinzu. Pulvere je zwei Palam Katalnurai und Caram, gib sie in die eingedickte Flüssigkeit und koche bis zum Salzstadium. Verreibe mit der zuvor genannten Flüssigkeit, forme die Masse und unterziehe sie drei Putam-Behandlungen. Bewahre sie auf.

832. Dies ist die Caram-Grundsubstanz. Nimm sodann ein Patakku Asche von Caturakkalli in ein Gefäß und vermische sie mit dem angegebenen Tuni-Maß Ziegenurin [die Zahl ist beschädigt]. Seihe den klaren Anteil ab, füge zwei Palam Muschel-Chunnam hinzu und erhitze auf dem Ofen.

Anmerkung: Die OCR zählt 632 statt 832.

833. Wenn die Flüssigkeit dick wird, füge gepulvertes Venkaram und Turicu hinzu [‚zwei‘ ist genannt, der Mengenbezug bleibt unklar]. Koche zu Salz ein und unterziehe es wie zuvor einem Putam. Dies wird Turicu-Grundsubstanz genannt. Verbrenne als Nächstes die ganze Kotiveli-Pflanze zu Asche.

Anmerkung: Die OCR zählt 633 statt 833.

834. Nimm ein Patakku dieser Asche und vermische sie im Gefäß mit der als Cakacalam bezeichneten Kuhflüssigkeit. Lasse drei Tage stehen und gewinne den klaren Anteil. Füge zwei Teile Schnecken-Chunnam hinzu. Beim dickflüssigen Zustand werden Vediyuppu und zwei Palam Viram gepulvert beigegeben [ein Wort über Vempu-Blätter steht unklar dazwischen].

835. Koche zu Salz ein, verreibe mit der vorherigen Flüssigkeit und forme Scheiben. Unterziehe sie wie zuvor drei Putam-Behandlungen und verwahre sie in Kupfer. Dies ist die Vira-Grundsubstanz; ihre Kraft übersteige die Welten. Verbrenne danach Kotikkalli zu Asche und gib sie in menschliches Amuri.

Weitere Grundsubstanzen und Catamukha

836. Vermische gut, nimm den klaren Anteil und erhitze. Verbrenne das als Nagam beziehungsweise Vantu bezeichnete Material zu Chunnam [die Stoffbezeichnung ist beschädigt] und füge zwei Palam hinzu. Beim dickflüssigen Zustand kommen Vellai und Cinam hinzu, beide gepulvert; die Zahl zwei wird genannt. Erhitze weiter und gewinne das Salz.

837. Reinige die Umai genannte Muschel und bereite Chunnam daraus. Füge zwei Palam hinzu und koche die Flüssigkeit dick ein. Gib gepulvertes Talakam und Valaki-Salz in der genannten Zweiermenge hinzu. Koche zu Salz ein, verreibe und unterziehe es wie zuvor einem Putam.

Anmerkung: Der Anschluss an die vorherige Flüssigkeit ist nicht ausdrücklich wiederholt; eine fehlende Grundflüssigkeit wird nicht ergänzt.

838. Verbrenne das Amuri genannte Ausgangsmaterial zu Asche und gib die passende Menge in ein Gefäß [die Lesung des Ausgangsstoffes ist unsicher]. Nimm die rote Cori aus dem Meer und lege sie hinein. Bei Zugabe von Salz werde sie flüssig. Füge zwei Tuni Wasser hinzu, lasse drei Tage stehen und seihe den klaren Anteil ab.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 636 ist nach dem PDF, Seite 112, zu 838 berichtigt. Cori wird ohne sichere zoologische oder mineralische Bestimmung belassen.

839. Erhitze die Flüssigkeit und füge zwei Palam Chunnam aus Krabbenschalen hinzu. Wenn sie dickflüssig wird, kommen die folgenden Stoffe hinzu: zwei Palam Sutam und zwei Palam Kenti-Salz.

840. Koche alles zu Salz ein, verreibe dieses mit der vorherigen Flüssigkeit und forme es. Unterziehe es drei Putam-Behandlungen und bewahre es auf. Mit Sutam verrieben, besitze es eine alle Welten verzehrende Kraft, so die Übertreibung des Verses. Verbrenne nun trockene Bananenblätter, miss ein Patakku Asche ab und gib sie in ein Gefäß.

Anmerkung: Die OCR zählt 640 statt 840.

841. Vermische die Asche mit Bananenknollensaft, nimm die klare Flüssigkeit und erhitze sie. Bereite Chunnam aus dem als Vankumacci bezeichneten Material und füge zwei Palam hinzu. Beim dickflüssigen Zustand werden Annam-Peti und Lingam abgewogen, gepulvert und beigemischt. Nimm die Masse heraus und verreibe sie im Reibstein.

Anmerkung: Die OCR zählt 641 statt 841; Vankumacci ist ein unsicher gelesener Materialname.

842. Unterziehe die Masse wie zuvor drei Putam-Behandlungen und verwahre sie in einem eisernen Behältnis. Verbrenne sodann Darbha-Gras zu Asche und gib drei Padi davon in ein Gefäß. Füge zwei Tuni der als Kall-Kati bezeichneten sauren Flüssigkeit hinzu. Vermische drei Tage, nimm den klaren Anteil und koche ihn auf dem Ofen.

Anmerkung: Die OCR zählt 642 statt 842.

843. Beim dickflüssigen Zustand füge die genannten zwei Teile Keruta-Patci [der Materialzusatz ist beschädigt], zwei Teile weißen Hühnerkot und zwei Palam Kentakam hinzu. Pulvere und mische alles ein, erhitze und gewinne Salz. Verreibe und forme es wie zuvor, unterziehe es drei Putam-Behandlungen und bewahre es auf.

Anmerkung: Die OCR zählt 643 statt 843.

Die Vereinigung der Grundsubstanzen

844. So entsteht die Catamukha-Grundsubstanz. Nimm von den zehn [vorangehend bereiteten Substanzen] je ein Panam-Gewicht und vereinige sie. Verreibe mit der zuvor genannten Flüssigkeit und gib die Masse in ein Kupfergefäß. Verschließe und dichte ab und erhitze mit fünf Dungfladen im Putam. Lasse abkühlen und verwahre den Inhalt in einem goldenen Behältnis.

Anmerkung: Die OCR zählt 644 statt 844; die Zehnergruppe wird in diesem Vers nicht nochmals einzeln aufgezählt.

845. Gib die Grundsubstanz zu Virali, presse den Saft aus und gieße ihn in eine eiserne Pfanne. Erhitze das genannte eiserne Stück über Kohle und tauche es unter Beteiligung von Kantam in die Flüssigkeit. Es soll sich schichtweise lösen und aufblähen. Sammle alles abgefallene Material.

Anmerkung: Die OCR zählt 645 statt 845. Die Wörter für Eisenstück, Magnetgebrauch und abfallende Schichten sind beschädigt; die genaue Arbeitsfolge bleibt teilweise unklar.

846. Vermische das gewonnene Material mit Perunkattamanakku-Öl und der gleichen Menge Venkaram. Schmelze es dreimal im Tiegel; es werde weich wie Iyam. Die alchemistische Wirkung ströme wie Wasser aus einem gebrochenen Damm und erschöpfe sich nicht. [Die Schlusszeile über das Aufnehmen der Essenz beim Schäumen und Schmelzen von Eisen ist unvollständig verständlich.]

Anmerkung: Die OCR zählt 646 statt 846.

847. Die Substanz ‚töte‘ Nagam ohne Zögern und nehme alles in sich auf. Sutam werde gebunden. Bearbeite das reine Aya-Nagam wiederholt. Dies ist der von Sivakami gelehrte Weg, die schwer auszusprechende Kunst der Nathas. Als Centuram oder Kalaṅku bereitet, reiche ihre Wirkung ins Tausendfache.

Anmerkung: Die OCR-Nummer 647 ist nach dem PDF, Seite 114, zu 847 berichtigt.

848. [Die erste Anweisung zum Anda-Ausgangsstoff ist beschädigt.] Gib ein Kasu-Gewicht der Grundsubstanz hinzu, lege sie auf den Dotter und stelle alles einen Samam in die Sonne. Die Masse werde wachsartig. Ein Teil auf dreitausend Teile wird genannt. [Der folgende Vergleich mit der Vina ist unklar.] Dies sei die Kraft des Anda-Verfahrens.

849. Wem gehört die Anda-Kunst? Dem Shiva-Yogi; durch Verehrung der Mutter wächst sie. Die Pinda-Kunst ist für den Yogi der drei Wurzeln [die folgende Analogie mit einem Kraut ist beschädigt]. Trügerische Kunst fällt dem üblen Verräter zu. Große Vedanta-Rishis und Siddhas, die die wirkliche Kunst gesehen haben, zügeln ihren Geist, werden schweigsam und unterweisen geeignete Schüler.

850. Nimm ein Kasu-Gewicht der Grundsubstanz und gib es in Caturakkalli-Milch. Nach einem Samam werde sie zu klarer Flüssigkeit. Reinige Sutam im Reibstein, lege es in eine eiserne Pfanne und behandle es einen Samam wiederholt mit dieser Flüssigkeit. Es werde fest wie ein Idli. Die Alchemie antworte dann gleichsam auf deinen Ruf.

Die Perle, Nada und weitere Umwandlungen

851. Willst du Alchemie, bearbeite Sutam; dadurch würden die acht großen Handlungen möglich. Mit der Perle könne man in einem Augenblick Koti Entfernungsmaße durcheilen und zurückkehren. Im Klang der Fußglöckchen werde Nada hörbar, entsprechend dem letzten Sinn der Veden. Kaya-Siddhi und Luftwandern träten im Nu ein [eine Ortsbezeichnung ist beschädigt].

852. Während diese Perle schmilzt, füge die gleiche Gewichtsmenge Gold hinzu. Gib die doppelte Menge Kentakam bei und verreibe mit Pottalai-Saft. Fülle die Mischung in eine Flasche und fertige eine kräftige Ton- und Stoffabdichtung. Setze sie in den Kasi-Meru und stelle ihn in das Valukai-Bad.

853. Erhitze zwölf Samam mit den drei Feuerstufen. Die Substanz soll die Farbe einer Talai-Blüte annehmen; prüfe sie durch Umrühren mit einem Stab. Ein Teil auf tausend Teile der neun Metalle ergebe die Feinheit sechzehn. Bei Einnahme einer Kunri-Menge Centuram werde der Körper sonnengleich.

Vankala-Paccai und die Reinigung von Kupfer

854. Schüler, ich erkläre Vankala-Paccai: zehn Teile Kupferfeilspäne, zehn Teile Turicu und zwei Teile Vediyuppu. Verreibe alles im Reibstein mit Zitronensaft. Verschließe es in einer Flasche und vergrabe diese drei Tage. Beim Herausnehmen sei die Masse grün.

855. Höre die Reinigung von Kupfer: Karunkunri, Kolli-Blätter, Kalluruvi und Nocci werden zerkleinert; gewinne ihre Säfte und füge Fruchtsaft hinzu. Verreibe Kunrimani, mische alles und gieße das geschmolzene Kupfer hinein. Nach siebenmaligem Schmelzen und Eingießen weichen seine Verunreinigungen.

856. Fertige aus diesem Kupfer ein Schälchen. Nimm Cenkottai, Nirvetti-Muttu, die genannten Kattamanakku-Samen und Valai-Samen zu gleichen Anteilen [ein Name ist beschädigt]. Füge je einen Teil Turicu, Caram, Kalluppu und Vediyuppu hinzu. Zerstampfe alles im Mörser und verwende Karttikai-Knollensaft.

857. Verreibe drei Tage mit diesem Saft fein wie Tusche, forme Scheiben und trockne sie. Gewinne durch Pum-Putam ein Öl und bewahre es in Porzellan auf. Ich erkläre nun ein Sublimat: Wiege je ein Kasu Kalluppu, Vediyuppu, Cinam, Turicu und Caram ab.

Anmerkung: Die OCR zählt 657 statt 857.

858. Weitere Stoffe sind Aritaram, Silai, Kenti, Vellai, Kevuri, Lingam, Katalnurai, Viram, Totti, Kutiraippal, Annam-Peti, Puniru, Venkaram, Kantam, Cinki, Appirekam, Racavantam, Nimilai und Ponnampar.

Anmerkung: Die OCR zählt 656 statt 858. In der Liste steht zusätzlich eine beschädigte Wendung nach Puniru; sie lässt keinen gesicherten weiteren Stoffnamen erkennen.

859. Hinzu kommen Eisenfeilspäne und Pulver von Nagam, Vangam, Kariyam und Bronze. Von jeder Art wird ein Kasu genommen; insgesamt sollen es einunddreißig sein. Sutam wird ebenfalls mit einunddreißig angegeben. Pulvere alles im Reibstein und verreibe es mit dem Öl. Wiederhole Verreiben und Trocknen siebenmal.

Anmerkung: Die Stoffliste lässt sich nicht sicher in einunddreißig Einträge auflösen. Die Einheit zur Sutam-Zahl wird im Vers nicht eigens wiederholt.

860. Fertige eine handtellergroße eiserne Schale und passe das Kupferschälchen sorgfältig hinein beziehungsweise darüber. Lege das Mittel in die eiserne Schale und setze das Schälchen passend auf. Ich erkläre nun die Abdichtung der Fuge.

861. Vermische Kupferfeilspäne, Katukkay und Eisenfeilspäne. Genannt werden ferner Kupferasche, Kuruntakkal und ein Fischbestandteil [Name beschädigt]. Füge Eiweiß hinzu und zerstampfe alles gründlich. Bereite eine wachsartige Masse und verschließe damit die Fuge.

862. Lege die beschriebene Umhüllung an und dichte sorgfältig ab. Setze die Schale auf eine dreifache Halterung und entzünde darunter eine Lampe mit Iluppai-Öl. Der Docht wird daumendick angegeben. Halte die Lampe drei Tage ununterbrochen brennend; das Sublimat steige auf.

Anmerkung: Die OCR zählt 662 statt 862.

Sublimate und ihre Verarbeitung

863. Schabe das aufgestiegene Sublimat ab. Bereite Appireka-Navanitam, verreibe es mit Eiweiß und forme daraus einen Tiegel mit Deckel. Lege das Sublimat hinein, verschließe und dichte ab. Unterziehe es einem Gaja-Putam und gewinne den gesamten Inhalt.

864. Gib den Inhalt mit dem alkalischen Mittel in einen Tiegel und schmelze ihn zu einer Perle. Das Sutam soll weiß und perlenartig sein. Halte die Arbeit damit noch nicht für beendet: Füge Kenti hinzu und sublimiere nochmals. Gib Nagam bei und verreibe im Reibstein mit Mayirkonrai-Saft.

865. Fülle die Mischung in den Kasi-Meru und stelle diesen in das Valukai-Bad. Erhitze zwölf Samam, lasse abkühlen und prüfe. Das Centuram sei sonnengleich. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle bewirke die genannte Umwandlung [die Feinheitszahl ist beschädigt]. Das sei die Größe des Sublimats.

866. Fülle das Gefäß zur Hälfte mit Salz und verteile Sutam darauf. Gib Ziegelpulver darüber, drücke es mit der Hand an und setze den oberen Topf umgekehrt auf. Dichte die Fuge mit Ton ab, stelle auf den Ofen und erhitze vier Samam mit kräftigem Feuer. So entstehe das Sublimat.

867. Nimm ein Palam des Sublimats, vier Palam Eisenfeilspäne und ein Palam Karam in den Reibstein. Gieße Perunkattamanakku-Öl hinzu und verreibe einen Samam. Schmelze die Mischung dreimal im Tiegel; das reine Eisen werde zu Nagam.

868. Füge dem zu Nagam gewordenen Eisen die entsprechende Menge Sutam hinzu und gib beim Schmelzen Nagam bei. Es entstehe Rauch und die Substanz werde gebunden. Füge Kenti und Sutam hinzu, verreibe mit Pottalai-Saft und erhitze mit fünf Dungfladen im Putam. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle ergebe die Feinheit zwölf.

Das weiße Sublimat

869. Höre vom weißen Sublimat: weißer Pashanam, Kutiraippal, Talakam, Puniru, Viram, Caram, Turicu, Cinam, Kalluppu, Vediyuppu, Kevuri und weißes Appirekam; ferner Nagam- und Velliyam-Pulver, Katalnurai, Cavvu-Nir [unsichere Lesung] und Eierschalen.

870. Dazu kommen Annam-Peti, Cutan, Eisenfeilspäne, Cinki, Vakkiranta, Kancam-Nimilai, Kantam und das Shakti genannte Caram. Insgesamt werden fünfundzwanzig genannt; auch für Cutan steht fünfundzwanzig. Verreibe alles sieben Tage mit Erukalam-Milch unter wiederholtem Trocknen.

Anmerkung: Die Zahl fünfundzwanzig ist als Stoffanzahl und als Mengenangabe nicht vollständig eindeutig; die Namen werden nicht künstlich zu einer passenden Liste umgeordnet.

871. Bewahre die getrocknete Substanz auf. Fertige ein silbernes Schälchen und eine handtellergroße eiserne Unterschale. Lege das Mittel hinein und passe das obere Schälchen an. Dichte wie bei der früheren Umhüllung ab und setze die Vorrichtung auf die dreifache Halterung.

Anmerkung: Die OCR zählt 671 statt 871.

872. Setze die Lampe mit Docht ein und entzünde Mulli-Öl. Lasse sie drei Tage ohne Unterbrechung brennen; das Sublimat steige auf. Sammle es und bereite weißes Appireka-Navanitam. Forme daraus mit Eiweiß einen Tiegel und einen Deckel.

Anmerkung: Die OCR zählt 672 statt 872; Mulli-Öl ist eine unsichere Namenslesung.

873. Lege das Mittel in den Tiegel, verschließe und dichte ab. Unterziehe es einem Gaja-Putam, nimm es heraus und schmelze in einem kräftigen Tiegel. Beim Schmelzen des Sutam wird die Zugabe des genannten Kinni in gleicher Menge verlangt [Bezug unsicher]. Füge Velliyam im Gewicht des Sutam und das alkalische Mittel hinzu, schmelze und gieße aus.

874. Wiege die ausgegossene Substanz ab. Gib einen Teil Sutam und einen Teil Silber auf jeweils vier Teile des Mittels hinzu. Verreibe mit Muttermilch, forme feste Scheiben und lege sie in ein eisernes Gefäß. Erhitze mit fünf Dungfladen im Putam. Für Kupfer und Vangam wird das Verhältnis eins zu hundert genannt.

Anmerkung: Die OCR zählt 674 statt 874.

875. Höre die Feinheit des entstehenden Silbers: fünfundzwanzig. Sutam werde Silber, ebenso Kariyam, Velliyam, Nagam, Kupfer und Eisen. Schaue die weite innere Halle und höre Nada im Klang der Fußglöckchen.

Anmerkung: Die OCR zählt 675 statt 875.

Paccai-Rasa-Karpuram und Centuram

876. Ich erkläre die Bereitung von Paccai-Rasa-Karpuram. Nimm acht Palam Sutam und ein Palam Kentakam. Schmelze zuerst Kentakam, gib Sutam hinein und rühre. Es werde ein kohleschwarzes Pulver. Nimm es heraus und höre die weitere Verarbeitung.

Anmerkung: Die OCR zählt 676 statt 876.

877. Fertige zwei irdene Töpfe und brenne sie so, dass ihre Ränder fest aufeinanderpassen. Bestreiche das Innere des oberen Topfes dreimal mit Mattai-Saft und lasse trocknen. Fülle den unteren Topf zur Hälfte mit Speisesalz, gib das Pulver hinein und füge das genannte Nali-Maß Ziegelerde beziehungsweise Ziegelpulver hinzu.

Anmerkung: Die OCR zählt 677 statt 877. Der Übergang zum anschließenden Sublimieren enthält keine vollständig ausgeführte Heizangabe.

878. Das Sublimat steige in den oberen Topf und bleibe dort mehlartig haften. Nimm es vorsichtig mit einer Pfauenfeder-Bürste ab und fülle es in eine Flasche. Stelle diese in das Valukai-Bad und erhitze zwölf Samam. Das Sublimat steige verdichtet auf und erscheine weiß und nadelartig.

879. Pulvere vier Virakan dieses Karpuram mit einem Virakan Kenti im Reibstein. Ein Panam-Gewicht mit einem Begleitmittel wird zur Einnahme genannt. Bissgifte, Wunden, Culai-Beschwerden, weiße Kutta-Erkrankungen, Pauttiram und Kiranti würden verschwinden wie Tau vor der Sonne.

Anmerkung: Die OCR zählt 679 statt 879. Die historischen Krankheitsnamen werden nicht als sichere moderne Diagnosen ausgegeben.

880. Für Centuram aus rohem Rasa werden acht Palam Sutam und zwei Palam Kentakam genommen. Schmelze Kentakam in einer Schale über Glut, gib Sutam hinzu und rühre mit einem eisernen Gerät. Wenn Sutam kohleschwarz geworden ist, nimm es heraus und fülle es vorsichtig in eine Flasche.

881. Fülle die Flasche halbvoll, stelle sie in das Valukai-Bad und decke sie mit einer Tonscherbe ab. Erhitze zwei Samam, entferne die Scherbe und verstärke das Feuer, sodass Kentakam zu brennen beginnt. Wiege Talakam in einem Viertel der Kentakam-Menge ab.

882. Gib Talakam nach und nach in die Flasche und rühre mit einem eisernen Stab beziehungsweise Messer. Setze die Zugabe und das Rühren fort. Alle Stoffe sollen sublimieren; der Boden der Flasche erscheint leer. Wenn dort kein Mittel mehr liegt, gilt der Zustand als erreicht: Lasse den Ofen abkühlen.

883. Nach zwei Naligai nimm die Flasche mit einer eisernen Zange heraus und lasse sie unter Besprengen mit Wasser abkühlen. Entferne das Glas. Der Inhalt erscheint rot, nadelartig, in kleinen Strahlen und Platten. Ein Panam-Gewicht mit Honig wird genannt; es vertreibe sämtliche Krankheiten.

Anmerkung: Die OCR zählt 683 statt 883. Die gefährliche historische Handhabung heißer Gefäße wird nicht als heutige Laboranleitung verstanden.

884. Pulvere die Substanz im Reibstein und verreibe sie drei Tage mit dem Saft der Kattuccempu-Knolle. Trockne sie in der Sonne, pulvere sie und fülle sie in die Kasi-Flasche. Stelle sie in das Valukai-Bad, erhitze und nimm nach dem Abkühlen den Inhalt heraus.

Anmerkung: Die OCR zählt 684 statt 884.

885. Verreibe erneut drei Tage mit dem Knollensaft. Füge beim Verreiben ein Palam Kenti hinzu, pulvere die Masse und fülle sie in eine Flasche. Erhitze drei Tage. Wiederhole diese Abfolge fünfmal.

Anmerkung: Die OCR zählt 685 statt 885.

886. Danach bleibe die Substanz unten im Valukai-Verfahren zurück. Bewahre sie in einem eisernen Behältnis auf. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle ergebe die Feinheit zehneinhalb. Alle Krankheiten würden zu Staub, und selbst Kala fürchte sich. Bei Einnahme unter Verzicht auf Saures und Salz werde eine Hülle abgestoßen und Jugendlichkeit erreicht.

Anmerkung: Die OCR zählt 666 statt 886.

Rotes Kenti als Nada der Mutter

887. Höre vom roten Kenti, das Jugend verleiht; [die Aussage über seine ursprüngliche Beziehung zu Paraparai und Nagam ist beschädigt]. Seine Wirkungen auf Palmblättern niederzuschreiben wäre, als wollte man das Meer erfassen. Selbst die Kinder Shivas, des Trägers der Konrai-Girlande, staunten über sein Wirken. Es ‚tötet‘ die Stoffe: Wahrlich, es ist der Nada der Mutter.

888. Es heißt Nada, Shakti-Kenti und auch Kolittalai-Cutan. Kinder, seine Bereitung habe ich offen dargelegt. Wiege zehn Palam des Nellikai genannten Kentakam ab. Nimm Cevvakatti, Cevvalari, Murukku, rote Alli und Cemparutti.

889. Dazu kommen junge Mangotriebe, Kumari-Wurzel, Manittakkali, Canakki und Puliyarai: zehn Pflanzen werden genannt. Gewinne von jeder gesondert einen Padi Saft und vereinige die Säfte. Zerreibe Indragopa-Insekten und Punakam in der Größe einer Zitronenfrucht und gib sie hinzu.

Anmerkung: Die OCR zählt 689 statt 889. Canakki ist unsicher gelesen; die Mengenverteilung auf beide Tierbestandteile bleibt offen.

890. Füge je ein Palam Vediyuppu und Cinam, fünf Padi Kuhmilch und einen Ser Zitronensaft hinzu. Vermische alles. Gieße einen Padi in eine Pfanne, spanne ein Tuch darüber und verteile Kentakam auf dem Tuch. Verschließe mit dem oberen Topf.

891. Dichte ab, grabe eine Vertiefung und setze die Vorrichtung hinein, sodass der obere Topf sichtbar bleibt. Erhitze in einem Putam mit zehn Dungfladen. Lasse abkühlen und prüfe: Die geschmolzene Substanz soll in die Flüssigkeit gelangt sein. Sammle die Perlen und gieße für die Wiederholung einen Padi frische Saftmischung ein.

892. Spanne ein neues Tuch auf, verteile die gesammelten Perlen darauf, verschließe und dichte mit dem oberen Topf ab und wiederhole den Putam. Ersetze jeweils die verdampfte Flüssigkeit. Führe dies einundzwanzigmal aus. Sammle danach alle Perlen, wasche sie mit Wasser und trockne sie in der Sonne.

Anmerkung: Die OCR zählt 692 statt 892.

893. Pulvere die getrockneten Perlen im Reibstein und gib Pfauenfett hinzu. Stelle die Mischung in das Valukai-Bad und beginne mit lotusartigem Feuer. Es folgen vier Samam kräftiges Feuer und sechs Samam einer weiteren Feuerstufe. Lasse vier Samam abkühlen und erhitze erneut. ‚Shiva, Shiva!‘ Die Farbe soll einer Granatapfelblüte gleichen.

894. Durch die Kraft dieses gefärbten Kentakam werde Sutam augenblicklich Gold; Metalle verwandelten sich bei Berührung. ‚Dies ist das Karpam, das ich selbst genommen habe.‘ Gold werde auch Kupfer, und bei den neun Metallen reiche die Wirkung ins Tausendfache. Es sei der Nada der Mutter; bei Aufnahme werde innerhalb einer Ghatika Siddhi erreicht.

Anmerkung: Die wechselnden Umwandlungsrichtungen werden dem Wortlaut entsprechend bewahrt.

Fünf Elemente und die Öffnung der Lehre

895. Die Devas bestehen aus den fünf Elementen, ebenso die Siddhas dieser Welt, die kriechenden Tiere, die hohen Bäume und die Schlangen. Durch diese fünf ist alles geworden. In der hingebungsvollen Alchemie habe ich die Bereitung des Pancapakshi-Pashanam besungen.

Anmerkung: Die OCR zählt 695 statt 895.

896. Ich sang, nachdem ich die nördliche Sprache untersucht und die Mutter immer wieder befragt hatte. Mit der Kulikai eilte ich zu den Stätten der Nathas, wurde ihr freudiger Diener und ergründete die Alchemie. Mein Geist litt und ermüdete bei der Suche. Ich bedachte die Worte des Gurus über die Täuschungen und öffnete die Lehre für die Menschen der Welt, damit sie nicht wie ich leiden müssten.

897. Bliebe die Bereitung der Stoffe verschlossen, erschiene Alchemie in der Welt als falsch. Darum erklärte ich sie offen, damit man nicht zugrunde gehe. Betrachte die Mittel aufmerksam und vergiss sie nicht. Täuschende Neigungen verwunden den Geist. Willst du nicht wiedergeboren werden, verwirkliche Kaya-Siddhi, verehre die Füße der Großen und frage nach dem entscheidenden Mittel.

898. Nimm je fünf Palam Talakam, des Kantalblüten ähnlichen Puniru, Lingam, Silai und Kevuri. Pulvere alles im Reibstein und verreibe es sieben Tage mit rotem Kirai-Saft.

Anmerkung: Die OCR zählt 696 statt 898.

899. Pulvere die Mischung, fülle sie in den Meru und erhitze zwölf Samam unter der genannten Abkühlbehandlung. Das verdichtet aufsteigende Sublimat ist Pancapakshi-Pashanam. Wachsartig bereitet, wirke es bei den neun Metallen im Verhältnis eins zu tausend. Eine Vicam-Menge mit Milch wird zur Einnahme genannt; eine Hülle werde abgestoßen und Jugendlichkeit erlangt.

Pavala-Purru und Kevuri-Pashanam

900. Ich erkläre Pavala-Purru-Pashanam, soweit ich es selbst kenne. Nimm zehn Palam Kalakam und zehn Palam weißen Pashanam in den Reibstein und pulvere sie gründlich. Füge zwei Palam Kenti hinzu und fülle alles in den Kasi-Meru.

Anmerkung: Kalakam ist die Lesung dieser Stelle; eine mögliche Entstellung von Talakam bleibt offen.

901. Stelle den Meru in das Valukai-Bad und erhitze vier Samam mit lotusartigem Feuer. Lasse abkühlen und gib das genannte Wasser hinzu. Nach dem Zerbrechen der Flasche soll der Pashanam wie ein poröser Hügel aussehen. Wird er gebunden und zur Umwandlung verwendet, reiche seine Wirkung außerordentlich weit.

902. Höre die Bereitung des Kevuri: zehn Palam weißer Pashanam und zweieinhalb Palam Kentakam. Pulvere beides, fülle es in den Meru und erhitze im Valukai-Bad vier Samam mit lotusartigem Feuer. Zerbrich das Gefäß und gewinne den Inhalt.

Vediyuppu-Jayanir und weitere Lösungsflüssigkeiten

903. Der Inhalt soll geschichtet und rotgelb erscheinen. Wer kann ihn binden? Das Vediyuppu-Wasser vermag es. Höre die Bereitung dieses Jayanir: Nimm zehn Palam des großnadeligen Stoffes aus dem vierten Kochgang und fünf Kasu Caram.

904. Dazu kommen je fünf Kasu Kalluppu, Puniru, Cinam, Appirekam, nochmals Cinam und Cutan.

Anmerkung: Cinam ist in diesem kurzen Vers zweimal genannt; die Wiederholung bleibt ausdrücklich erhalten.

905. Nimm je fünf Kasu Venkaram und Puram sowie die gleiche Menge Katalnurai. Genannt werden außerdem Intuppu, Annam-Peti und das Shakti genannte Caram. Pulvere alles im Reibstein. Für das folgende Mittel nimm zehn Palam alte Tamarinde und zehn Palam Korukkay.

906. Hinzu kommen das Fleisch der als Eral gelesenen Tiere und zehn Palam Perunkonrai-Früchte. Verreibe mit Zitronensaft fein und wachsartig, forme Scheiben und trockne sie. Gewinne durch Pum-Putam ein Öl und verreibe damit die zuvor bereitete Stoffmischung.

Anmerkung: Eral bedeutet hier wahrscheinlich Garnelen; die Mengenbeziehung ist beschädigt. Korukkay und Perunkonrai bleiben ohne botanische Gleichsetzung.

907. Verreibe und stelle die Masse sieben Tage in die Sonne. Nimm einen dickbodigen Topf und bestreiche ihn innen fingerdick mit angerührtem Steinkalk. Bestreiche auch die genannten inneren Flächen und den Deckel [eine Gefäßbezeichnung ist unklar]. Lege das Mittel hinein, setze den Deckel auf und dichte sorgfältig ab.

908. Unterziehe das Gefäß einem Putam mit hundert Dungfladen. Lasse abkühlen, entnimm und pulvere den Inhalt. In Porzellan dem Tau ausgesetzt, werde er zu Jayanir. Gib gepulvertes Viram und Puram in dieses Wasser. Tränke die vierundsechzig Stoffe damit und erwärme sie.

909. Durch die wiederholte Behandlung würden die Stoffe wachsartig, gebunden oder zu Chunnam. Es entstünden Centuram, Kalaṅku, verschiedene Essenzen und Kulikai. Die neun Metalle könnten umgewandelt werden, und die Präparate bestünden die genannten Erhitzungen. Dieses Jayanir ermögliche rasche Verwandlung, körperliche Vollkommenheit und Luftwandern.

910. Nimm je fünf Kasu Cinam und Appirekam [die erste Verbindung ist unsicher], Cutan, Puram, Venkaram, Viram, des Shakti genannten Caram und Annam-Peti. Pulvere alles gründlich im Reibstein.

911. Verreibe sieben Tage mit Vediyuppu-Wasser. Bestreiche einen Topf mit Kalk, lege die Mischung hinein und unterziehe sie einem Putam. Lasse abkühlen und stelle den Inhalt dem Tau aus; er werde reichlich flüssig. Füge Viram und Puram, in Kasu-Menge gepulvert, hinzu und bewahre das Mittel auf.

912. Bei wiederholter Behandlung mit diesem Jayanir würden die Pashanam-Stoffe gebunden. Kalluppu bewege sich wie eine Perle; Nagam werde niedergehalten und ‚getötet‘. Sutam lasse sich zu einer Kette formen, Puram werde Chunnam und Lingam wachsartig. Unzählige Wirkungen seien damit möglich.

Turicu-Jayanir und Kupfer-Grundsubstanz

913. Höre vom Turicu-Jayanir: zehn Palam Turicu, je drei Palam Kentakam und Cutan, ein Palam Viram, drei Palam Vellai sowie je ein Palam Puniru und Karam.

914. Füge je fünf Kasu Shakti, Talakam, Silai, Cinam, Ei-Flüssigkeit, weißen Hühnerkot, Sutam und Puram hinzu.

915. Weiter werden je fünf Kasu Velviram und Puram genannt sowie einundfünfzig Kuru-Vantu [Tiername unsicher]. Pulvere alles und verreibe sieben Tage mit Caram-Wasser. Forme flache Scheiben, bestreiche das Gefäß mit Kalk, lege das Mittel hinein und dichte ab. Umgib es mit fünfzig Dungfladen und unterziehe es dem Putam.

916. Nimm ein Palam Kentakam und je fünf Kasu weißen Pashanam, Nilam, Viram, Kalluppu, Karam, Cinam sowie Kevuri und Manocilai.

Anmerkung: Bei den letzten beiden Namen bleibt offen, ob je fünf Kasu oder eine gemeinsame Fünfermenge gemeint sind.

917. Dazu kommen Venkaram, Annam-Peti und Tuttam in der genannten Fünf-Kasu-Menge. Verreibe alles mit Eiweiß und Erukku-Milch zu einer flüssigen Masse und bestreiche damit das Kupferblech. Nimm ferner Kotiveli-Wurzelrinde und Eierschalen zu gleichen Teilen.

918. Pulvere diese beiden Stoffe, vermische sie mit Erukku-Milch und Eiweiß und verreibe vier Samam. Forme einen Tiegel, lege das Kupfer hinein, verschließe und dichte ab. Hebe eine knietiefe Grube aus. ‚Pulippani, schichte Dungfladen auf‘, heißt es; unterziehe das Gefäß einem Gaja-Putam.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 916; die fortlaufende Nummer ist 918.

919. Entferne die äußere Umhüllung und benetze das Kupfer mit der früheren Mischung. Beschichte den früheren Tiegel, lege das Material hinein und wiederhole den Putam. Nach drei Durchgängen werde Kupfer zu einer weißen Grundsubstanz. Was ist mit ihr vergleichbar? Ich erklärte sie der höchsten Mutter gleich.

920. Füge der Grundsubstanz die gleiche Gewichtsmenge Caram hinzu. Pulvere, verreibe mit der vorherigen Flüssigkeit, forme und unterziehe die Mischung einem Putam. Dem Tau ausgesetzt werde sie Jayanir. Gib gepulvertes Puram und Viram hinein. Verreibe Sutam mit diesem Jayanir und forme Kugeln.

Mantra, Schweigen und Pottotti

921. Fädle die geformten Kugeln zu einer Kette auf und rezitiere die fünf und die acht Silben. Zeige sie nicht in fremden Händen beziehungsweise anderen Menschen [die Wendung ist beschädigt]. Erforsche die große Erkenntnis und die innere Kunst. Bewahre das Mittel verborgen und schaue die Wurzel, den Shiva-Yoga und die feste Sammlung in Brahman. Schaue das ursprüngliche Schweigen und erkenne das reine Bewusstsein.

Anmerkung: Die Mantras sind nur durch ihre Silbenzahlen bezeichnet; vollständige Formeln werden nicht ergänzt.

922. Höre die Bereitung des Pottotti. Fertige den genannten Meru und eine kräftige Ton- und Stoffabdichtung. Nimm acht Palam Sutam und zwei Palam gereinigtes Kenti. Schmelze Kentakam in einer Schale, gib Sutam hinzu und rühre, bis es kohleschwarz wird.

923. Füge je ein Palam Vediyuppu und Talakam hinzu. Pulvere, fülle in den Meru und verschließe die Flaschenöffnung mit einer Scherbe. Erhitze im Valukai-Bad zwölf Samam. Sobald das Kentakam zu brennen beginnt, entferne die Scherbe und rühre mit dem Stab.

924. Wenn beim Rühren unten keine Substanz mehr liegt, gilt der Zustand als erreicht; lasse das Feuer ausgehen. Nach einem Samam Abkühlung nimm die Flasche mit einer eisernen Zange heraus. Besprenge sie mit Wasser, lasse weiter abkühlen und entferne die obere Hülle vorsichtig mit einem eisernen Messer.

925. Am oberen Totti-Bereich liegt Pottotti. Das nach oben sublimierte Material heißt Rakta-Pashanam, das unten liegende Anjanam. In der Mitte liegt Karpari, und das an der genannten vorderen Stelle Sarakkantam [die Ortsangabe ist beschädigt]. Nach der Unterweisung der Mutter haben die Siddhas diese Stoffe bereitet.

926. In diesen bereiteten Stoffen liegen unzählige Umwandlungen; betrachte sie einzeln. Damit auch die Unwissenden verstehen, habe ich sie ohne Verhüllung in den Schriften wie Perlen auf einen Faden gereiht. [Der folgende Vergleich verbindet Ranke, Stütze, Seil und Baum, ist aber beschädigt.] Liebevoll sprach ich zu meinen Kindern: Wer die Siebentausend studiert, werde wie ich.

Nagam und die Bereitung eines Sublimats

927. Höre weiter von Nagam: Nimm zehn Palam und arbeite es zu dem genannten Blech. Verreibe Mayirkonrai-Blätter, hülle das Blech darin ein und unterziehe es einem Putam. Wiederhole dies zehnmal. Es folgen zehn Putam-Behandlungen mit Karttikai-Knolle.

928. Führe zehn Behandlungen mit der Veruku-Knolle und zehn mit Puliyaranai-Knolle aus. Schmelze das Material mit Öl und gieße ein Schälchen daraus. Gewinne sodann Nervalam-Öl. Nimm je fünf Kasu Caram, Turicu und Kalluppu.

929. Dazu kommen je fünf Kasu Puniru, Kevuri, Kentakam, Silai, Viram, Lingam, Talakam und Vediyuppu.

930. Füge fünf Kasu Cinam hinzu; die Gesamtmenge wird mit sechzig angegeben. Nimm ebenso sechzig Sutam und verreibe alles fünf Tage im Reibstein mit Nervalam-Öl. Forme Scheiben, trockne sie im Schatten und presse sie in das eiserne Blech beziehungsweise Gefäß. Passe das Schälchen sauber ein.

931. Dichte die Verbindung mit der zuvor beschriebenen wachsartigen Masse ab. Stelle eine Lampe mit Iluppai-Öl darunter und lasse sie drei Tage brennen. Das Rasa steige als Sublimat auf. Nimm das Sublimat mit einem Messer ab. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle ergebe die Feinheit zwölf.

Rakta-Cinki und die Nijarupa-Kulikai

932. Höre die Bereitung des Rakta-Cinki, das Körper- und Metallvollkommenheit bewirke. Es sei rasch wie Yama und ‚töte‘ giftiges Sutam augenblicklich. Nimm zehn Palam Kariyam-Pulver, zweieinhalb Palam Goldpulver, fünf Palam Nagam-Pulver und zehn Palam Nellikai-Kentakam.

933. Füge fünf Palam Vediyuppu, vier Palam Talakam und drei Palam Kutiraippal-Pashanam hinzu. Verreibe mit kräftigem Branntwein, bis die Metalle sich auflösen. Trockne in der Sonne, pulvere und fülle in den Kasi-Meru. Stelle ihn in das Valukai-Bad.

934. Erhitze acht Tage ununterbrochen bei Tag und Nacht, ohne abkühlen zu lassen. Die Substanz soll am Boden bleiben. Lasse dann abkühlen, zerbrich das Gefäß und entnimm den Inhalt: Rakta-Cinki erscheint nadelartig fest und sonnengleich rot. ‚Zehn Yugas habe ich mit seinen Wirkungen gearbeitet und ihr Ende nicht gesehen.‘

935. Nimm je zehn Palam Rakta-Cinki, Sutam und Kentakam, fünf Palam Vediyuppu sowie je ein Palam Talakam und Silai. Verreibe drei Tage mit dem genannten Uri-Saft.

Anmerkung: Uri ist eine unsichere Saftbezeichnung; eine konkrete Pflanze wird nicht ergänzt.

936. Pulvere nach drei Tagen, fülle in den Kasi-Meru und stelle ihn in das Valukai-Bad. Erhitze drei Tage, lasse abkühlen und zerbrich das Gefäß. Es sei nun das Ema genannte Cinki. Bei Einnahme einer Vicam-Menge werde der Leib goldfarben.

937. Ist der Leib goldfarben, gebe es bis zum Ende des Kalpa weder Tod noch Schmerz. Gib die Täuschung geschlechtlichen Begehrens und schädliche saure Nahrung auf. Der Text nennt die Einnahme mit muschelweißer Milch; der Tod werde unwahr, und der Leib bestehe bis zum Ende des Yuga. In Metalle gegeben, bewirke es die Feinheit sechzehn.

938. Nach dem Putam wird die Substanz zur Grundsubstanz. Füge ein Viertel ihrer Menge Karam hinzu und verreibe vier Samam. Lege sie in eine Eierschale, verschließe, unterziehe sie einem Putam und stelle sie dem Tau aus. Sie werde zu Jayanir, fließend wie ein Fluss. Gib Viram hinein.

939. Mit Viram wird das Jayanir rot. Das sonst einem wilden Elefanten gleiche Sutam werde bei der Berührung damit zahm wie ein Schaf in den Fängen eines Tigers. Gib Sutam in den Reibstein und verreibe es drei Tage mit dem kräftigen Jayanir. Es werde butterartig. Lege es in eine Mattam-Frucht und erhitze.

940. Unterziehe es sieben Putam-Behandlungen und schmelze es danach mit Butter in einem Löffel. Es werde eine glänzende Perle [der Vergleich mit einem Fisch ist unsicher]. Es folgen die hundertzwanzig Upacaram-Stoffe, vierundsechzig Pashanam-Stoffe, fünfundzwanzig Salzarten und die neun Metalle.

941. Gewinne deren Essenzen und führe sie zu; damit ist ein Caranai-Durchgang vollzogen. Nach einundzwanzig solchen Zuführungen entsteht die Nijarupa-Kulikai. Mit ihr könne man in einem Augenblick in alle Welten und Stätten eindringen und zurückkehren. So rasch seien Svarupa-Siddhi und Luftwandern erreichbar.

Metall-Chunnam und Miruta-Cinki

942. Höre vom Kupfer-Chunnam. Nimm acht Palam dünne, tamarindenblattartige Bleche, weiche sie in Fruchtsaft ein und wasche sie gründlich, um die Verunreinigung des Kupfers zu entfernen. Schmelze dann Velliyam in einer Pfanne und pulvere Nimilai.

Anmerkung: Der Übergang vom Kupfer zum Velliyam-Verfahren bleibt wie in der Vorlage erhalten.

943. Wiege Nimilai-Pulver in einer dem Vangam entsprechenden Menge ab. Nimm Vediyuppu in der halben Nimilai-Menge, pulvere es und halte es gesondert bereit. Während Vangam schmilzt, gib die beiden Pulver abwechselnd hinzu und rühre. Es werde Chunnam.

944. Höre die weitere Chunnam-Bereitung: Vermische Eiweiß und Erukku-Milch, verreibe damit das Vangam und forme Scheiben. Lege sie in eine Schale und unterziehe sie einem Putam. Lasse vollständig abkühlen und nimm den Inhalt heraus. Genannt werden vier Palam davon und ein Palam Sutam.

Anmerkung: Der anschließende Vers beginnt ein neues Rezept; eine hier fehlende Fortsetzung wird nicht konstruiert.

945. Schüler, hört freudig die Bereitung des Mirutaru-Cinki: zehn Palam Kariyam, dazu Carakenti in einem Viertel dieser Menge und Vediyuppu in der halben Carakenti-Menge. Halte die Zusätze gepulvert bereit. Schmelze Iyam in einer Pfanne, gib das Pulver hinzu und röste es.

946. Beim Rösten wird die Substanz pulverartig [eine kurze Wortverbindung ist beschädigt]. Fülle einen Topf halb mit dem reinen Pulver, verschließe und dichte ab. Erhitze zwölf Samam auf dem Ofen und zerbrich danach das Gefäß. Der nadelartige Inhalt sei reines Miruta-Cinki.

Offene Unterweisung und schlichte Lebensführung

947. Mein Sohn, ich habe die Bereitungen der zweiunddreißig Pashanam-Stoffe erklärt. Anders als in den Büchern der Siddhas habe ich sie nicht verborgen. Ich habe die Mittel untersucht und jedes einzeln betrachtet. So öffnete ich die Siebentausend deutlich und ohne Verwicklung.

948. Ich öffnete die Lehre gemäß dem göttlichen Willen, damit Shiva-Yogis, Siddhas und Erkennende gut bestehen können. Im Streit mit den Siddhas legte ich sie für die in Brahman gesammelten Yogis und Weisen offen. Immer wieder hörte ich die Mutter und gab die Lehre, damit Menschen körperliche Vollkommenheit erlangen. Für die Verehrung der Göttin wurde Shivas Eigentum zugänglich: Gebrauche es in schlichter Genügsamkeit.

949. Iss und kleide dich bescheiden und erforsche die Alchemie. Versinke nicht in der dichten Täuschung. Lebe äußerlich wie ein Armer, verwirkliche Kaya-Siddhi und diene den großen Rishis. Betrachte die Lebewesen des Landes im Herzen wie dein eigenes Leben. Schaue die Wunder der Berge und suche die großen Kräuter und Pashanam-Arten.

Natürlich vorkommende Pashanam-Stoffe

950. Höre von den natürlich vorkommenden Pashanam-Stoffen, mein Sohn: zweiunddreißig werden genannt. Sie finden sich in den Bergen. Irre nicht bloß in Gruppen umher, sondern dringe ein und schaue. Höre ihre Namen: Karkkatakam, Kolakam, Sutam, Aritaram, Kentam, Vakkirantam und Viram.

951. Die Liste nennt weiter Murtam, Cirpantam, Totti, Cankaci-Pashanam, Kutiraippal, Kevuri, Pallantu-Mukantam, Sarakkantam, Lingam-Pashanam, Kala-Pashanam, Avul-Pashanam, Kallana-Pashanam und Kaccala-Pashanam.

Anmerkung: Mehrere Namen und Wortgrenzen sind beschädigt; die lautnahe Wiedergabe ist keine gesicherte mineralogische Bestimmung.

952. Es folgen Anjana-Pashanam, [eine beschädigte Bezeichnung mit Kacatu], Karmuki, Cilamatam-Pashanam, Vellai, Appiraka-Pashanam und Kanta-Pashanam. Diese zweiunddreißig Mineralstoffe finden sich in den Bergen. Verehre die Großen und frage sie danach.

Anmerkung: Die behauptete Gesamtzahl lässt sich wegen beschädigter Namen nicht sicher an der Aufzählung überprüfen.

953. Fragen sie dich: ‚Zu welcher Überlieferung gehörst du?‘, antworte: ‚Zur ursprünglichen Linie Kalangi Nathas. Ich bin Schüler Bogars, des Sohnes beziehungsweise Schülers Kalangis.‘ Dann werden sie dich freudig empfangen und dir die gewünschten Pashanam-Stoffe und Kräuter geben. [Die letzte Zeile vergleicht die Suche mit einem Jagdhund; ihr genauer Zusammenhang ist beschädigt.]

954. Halte Alchemie nicht für leicht. Sie gleicht der Schau des großen Shiva, lässt dich im Nada der Fußglöckchen verweilen und in der Nähe der Nathas mit ihnen sprechen. Man könne die drei Welten durchwandern, und der feste Körper bleibe bis zum Ende des Yuga bestehen. Bereite Cinki zu Kupfer; es ergebe beständig die Feinheit sechzehn.

Kupfer aus Cinki und Punaka-Essenz

955. Für Kupfer aus Cinki wird ein Padi Saft der Tannirmittan-Frucht genannt. Pulvere Cinki, lege es in eine eiserne Pfanne und behandle es wiederholt mit dem Saft; röste es pulverartig. Nimm außerdem Tannirmittan-Knolle, schneide sie fein, trockne sie im Schatten und gewinne ein Öl daraus.

956. Verreibe die Substanz drei Tage mit diesem Öl. Füge Venkaram hinzu, gib sie in einen Tiegel und erhitze im Ofen unter Blasen. Kupfer falle perlenweise aus. Verreibe die Rückstände erneut mit Öl und erhitze insgesamt dreimal wie zuvor. ‚Shiva, Shiva!‘ So entstehe Cinki-Kupfer.

957. Aus Cinki-Kupfer lassen sich unzählige Chunnam-, Centuram- und Kalaṅku-Präparate gewinnen. Verbinde das Kupfer mit Gold und arbeite es zu Blech. Verreibe Sutam, Silai und Kenti [die Stofftrennung ist unsicher], bestreiche das Blech und unterziehe es drei Putam-Behandlungen. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle wird genannt; die abschließende Feinheitsangabe ist beschädigt.

958. Gieße die genannte Flüssigkeit hinzu und lasse das Material täglich darin einweichen. Nach einem Mandala nimm es heraus; das Eisen habe sich verändert beziehungsweise gelöst [das Verb ist unsicher]. Schabe es mit dem Mittel ab. Zerstoße gleiche Mengen Kalk und Salz, umhülle die Masse damit und unterziehe sie einem Putam. Nimm sie heraus und schmelze sie im Tiegel.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 956. Auch der inhaltliche Anschluss an den vorherigen Vers ist gestört; ein nicht genannter Ausgangsstoff wird nicht ergänzt.

959. Höre von der Punaka-Essenz. Nimm Punakam aus roter Erde, vermische sie gründlich mit Rindermist und forme flache Stücke. Nach dem Trocknen gib sie in ein Gefäß, verschließe und verbrenne sie. Löse die Asche in Kati-Flüssigkeit und gieße den klaren Anteil ab.

960. Im Bodensatz soll ein helles Glänzen sichtbar sein. Gib Sutam hinzu und verreibe; es nehme alles Kupfer auf. Schmelze mit dem alkalischen Mittel, und Kupfer bleibe in der beschriebenen beweglichen Form zurück. Dieses Kupfer werde der Kulikai bei den frühen Schmelzschritten zugesetzt.

961. Ohne diesen Zusatz habe die Kulikai keine Dipana-Kraft und nehme die Essenzen nicht auf. Sie wirke beim Luftwandern nicht schnell; Blitz und Donner würden den Körper beeinträchtigen. Auch die Kälte des Mondes hindere dann den Weg, und Feuer verursache Hitze. Deshalb hätten die Meister dieses Kupfer zugesetzt und das Caranai-Verfahren ausgeführt.

962. Füge dem Kupfer ein Viertel seiner Menge Gold hinzu und forme Blech. Verreibe Sutam, Silai, Kenti, Talakam und Viram mit Muttermilch. Bestreiche das Blech wiederholt damit und unterziehe es drei Putam-Behandlungen. Bei der Zuführung reiche die Wirkung ins Tausendfache.

Padikam und Muschel-Essenz

963. Ich erkläre die Padikam-Essenz, deren Umwandlung rasch wirke. Pulvere Padikam-Stein mehlfein und nimm vier Ser. Es folgen Avaram-Wurzelrinde, Marutonri, Vakai, Malli, Puvaracu, Marutu, Vanni, Kilinci und Nuna-Wurzel.

964. Genannt werden außerdem Karuvel und weitere beschädigte Namen, darunter möglicherweise Varttanki, Inpuram und Karukkay-Rinde. Wiege die Rinden zu gleichen Teilen, zerstampfe sie im Mörser und gib sie mit Wasser in ein Gefäß. Koche auf ein Achtel ein, seihe ab und gieße das Dekokt in ein eisernes Gefäß.

965. Füge einen Ser Patikaram, vier Palam Kentakam, zwei Palam Puniru und vier Palam Turicu hinzu. Es folgen zwei Palam Nir beziehungsweise Asche [die Bezeichnung ist nicht eindeutig]. Verarbeite die Zusätze mit Atalai-Milch, gib sie in das Dekokt und füge einen Ser Eliyalam-Milch hinzu.

966. Gieße vier Ser Sesamöl hinzu und koche alles dickflüssig. Bewahre die Mischung in einem Gefäß auf. Verreibe das Padikam-Mehl vier Samam damit, forme flache Scheiben und lege sie in den Cara-Ofen. Erhitze mit Blasebälgen von beiden Seiten; Padikam werde Kupfer. Sammle es sorgfältig.

967. Sammle das Kupfer und verreibe die Rückstände mit dem Öl. Wiederhole das Erhitzen unter Blasen fünfmal und gewinne alles Kupfer. Der Kulikai zugesetzt, vertreibe es beim Luftwandern alle Dunkelheit. Dem ‚Mondmetall‘ beigegeben, ergebe es die Feinheit zwölf.

968. Bereite auch Gold wie Padikam zu Kupfer. Der Kulikai zugesetzt, bringe es bei ihrer raschen Bewegung Nada hervor. Wie aus einem Ansatz reifes Korn wird, wachse die Umwandlung in der Muschel [die Wortverbindung ist unsicher]. Die dreifache Devi werde frei. Bereite die Muschelsubstanz als Centuram zur Einnahme.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 966; die fortlaufende Nummer ist 968. Der Übergang zur Muschelbereitung ist teilweise beschädigt.

969. Höre von Kupfer aus Muscheln: Nimm zehn Palam der Muschelsubstanz. Die Pflanzenliste nennt Aiveli, Kottai, Kovai, Mucumucukkai, Manittakkali und Alukkura, insgesamt sechs. Wiege gleiche Mengen ab, trockne sie im Schatten und gewinne durch Pum-Putam ein Öl.

970. Verreibe die Substanz acht Samam mit diesem Öl, forme Scheiben und trockne sie in der Sonne. Lege sieben Lagen Ton- und Stoffabdichtung an und erhitze im Valukai-Bad, ohne die richtige Handhabung zu verfehlen. Erhitze anschließend im Cara-Ofen unter Blasen; die Substanz falle in kleinen Perlen aus.

971. Sammle das ausgefallene Material und füge dem Rückstand erneut die vorherigen Mittel hinzu. Verreibe mit dem Öl, forme Scheiben und erhitze im Cara-Ofen. Sammle alle Essenzen und schmelze sie wie zuvor. Ihre Kraft gleiche einem ruhenden Elefanten; Sutam werde in einem Augenblick fest.

972. Füge diesem Sutam Gold, Nagam und Kenti hinzu. Im Valukai-Bad bereitet, werde daraus ein sonnengleiches Centuram. Ein Teil auf hundert Teile der neun Metalle ergebe die Feinheit sechzehn. Bei Einnahme einer Kunri-Menge seien hundert Koti Jahre wie ein einziger Tag.

Nummernlücke der Vorlage: Zwischen 972 und 979 stehen im bereitgestellten PDF keine Strophen mit den Nummern 973–978. Ob eine Textlücke oder eine reine Fehlzählung vorliegt, ist nicht entschieden. Es wird nichts ergänzt.

Vakkiranta-Essenz und rituelle Verehrung

979. Höre von der Vakkiranta-Essenz. Nimm zehn Palam Vakkirantam, je fünf Palam Venkaram und Kenti, zwei Palam Kevuri und vier Palam Cinki. Verreibe vier Samam mit Berghonig, dem hier als Katantu-Honig bezeichneten Honig.

Anmerkung: Die Vorlage springt auf PDF-Seite 130 unmittelbar von 972 zu 979. Es ist nicht gesichert, ob Strophen fehlen oder nur die Nummerierung springt.

980. Nach vier Samam Verreiben werde die Mischung wachsartig. Nimm sie heraus, verschließe sie im Tiegel und trockne in der Sonne. Setze den Tiegel in den Ofen und erhitze mit dem geeigneten Blasebalg, mein Sohn.

981. Beim Blasen werde die Substanz zur Kalaṅku-Essenz, weiß und makellos. Füge einen Teil reines Gold zu vier Teilen der weichen Substanz hinzu und schmelze die kräftige Essenz, um den Weg der Alchemie zu eröffnen.

982. Beim Schmelzen entstehe die als Ema bezeichnete Essenz. Genannt werden Kenti im Verhältnis eins zu vier sowie Sutam und Kenti in gleicher Gewichtsmenge [die Mengenbeziehungen sind nicht vollständig eindeutig]. Pulvere die Mischung und füge ein Kalanju Puniru, hier Muppu genannt, hinzu. Verreibe vier Samam mit Porkaiyan-Saft.

983. Trockne die vier Samam verriebene Mischung in der Sonne. Bereite die genannte Flasche mit der beschriebenen Abdichtung vor. Fülle das trockene Pulver hinein und verschließe sie mit Marakkal [Material beziehungsweise Verschlussbezeichnung unklar].

Anmerkung: Die Zahl der Abdichtungslagen ist in diesem Vers beschädigt; der folgende Vers nennt eindeutig sieben.

984. Lege sieben kräftige Abdichtungslagen an und lasse sie trocknen. Gib vier Finger hoch Sand in ein weites irdenes Gefäß, stelle die Flasche hinein und fülle Sand auf, bis nur ihr Hals sichtbar bleibt. Höre, mein Sohn: Verschließe auch das äußere Gefäß und dichte es ab.

985. Stelle die fest abgedichtete Valukai-Vorrichtung auf den Ofen. Verehre Ganapati, preise die Füße Manonmanis und richte den Geist auf das reine Bewusstsein. Nach vier Samam Erhitzung entstehe das als Vedanta-Centuram bezeichnete Präparat.

986. Was soll ich über dieses Centuram sagen? Es ist die Umwandlungskunst der Nathas. Als Kalangi Natha den Atem anhielt und in dieser alten Welt in Samadhi eintrat, unterwies er mich liebevoll in diesem Centuram-Verfahren. Eine wunderbare Siddha-Kunst – wahrlich die Kunst der Nathas!

987. Nach dem Abkühlen vollziehe den sechzehnfachen Verehrungsweg. Denke zuerst an die Gnade des Gurus und rezitiere einen Lakh Mal. Manonmani werde tanzen, und dir werde alchemistische Vollkommenheit in der Welt zuteil. Durch Mahadevas Gnadenblick lebe vom Nektar des Mondes.

Anmerkung: Die zu rezitierende Formel wird in diesem Vers nicht genannt; sie wird nicht ergänzt.

988. Ein Teil dieses Centuram auf hundert Teile Silber ergebe beim Schmelzen die Feinheit zwölf. Die Substanz gehe nicht in den Putam [die Bedeutung dieser Einschränkung ist unklar]. Dies sei die Kunst der Meister der neun Regionen. Vollziehe die Verehrung Ambals in der genannten Ausrichtung und nimm das Mittel heraus.

989. Wie soll ich das gewonnene Gold beschreiben? Die Bereitung sei wie natürlich entstandenes Gold. Ein Teil auf hundert Teile Kupfer, beim Schmelzen zugesetzt, ergebe die Farbe beziehungsweise Feinheit sechzehn; das Kupfer werde Goldkupfer. Dies sei eine für den Hausstand geeignete Umwandlung. [Die Schlusszeile über Kecaram ist nicht sicher verständlich.]

Reisen, Lehrer und Abschluss des ersten Teils

990. Pulippani, mein Sohn, höre einen weiteren Teil des Weges. Wer das reine Vakkiranta-Centuram einnimmt, könne vier Yugas in der Welt bestehen. Das ist der geschätzte Weg dieses Centuram. Vasi richte sich nicht nach oben, und der Körper leuchte rötlich.

Anmerkung: Die auffällige Richtungsaussage über Vasi entspricht dem Wortlaut und wird nicht an frühere Aufstiegslehren angepasst.

991. Der leuchtende Körper dufte nach roter Talai; Vasi richte sich nach unten. Man könne lange bestehen, ohne dass der grobe Leib zerfalle. Das Wort Kalangi Nathas werde in der Welt nicht falsch. Dieses Nadanta-Centuram offenbare den Gegenstand, der Erkenntnis heißt.

992. Pulippani, mein Sohn, ich habe die acht Richtungen der Erde gesehen. Ich ging nach Cinapati, zu Kalangi Natha, verweilte bei ihm in Samadhi und schaute lange seine Größe. Mein Hochmut legte sich; mit der Kulikai durchwanderte ich die vier Himmelsrichtungen.

Anmerkung: Cinapati ist die Ortsbezeichnung der Quelle; eine präzise historische Lokalisierung wird hier nicht behauptet.

993. Ich wanderte umher, sah den Reichtum der Berge, die Lehrschriften und die Samadhi-Stätten. In allen Richtungen begegnete ich den achtzehn Meistern, den neun Koti und den achtundvierzig Weisen. Ich erforschte hingebungsvoll Itihasas, Puranas und den Ayurveda der Siddha-Weisen. Nachdem ich ihre inneren Zusammenhänge erkannt hatte, sang ich diese Lehrschrift.

994. Ich sang Bogars Siebentausend, gegliedert in sieben Abschnitte. Ich erforschte Yoga, die genannte Vatta-Umwandlung, die Künste und ihre verborgenen Mittel. Die Beschreibung natürlich entstandener Formen und Farben, das Wirken des Indrajala sowie Mantra- und Tantra-Verfahren mit ihren besonderen Veränderungen habe ich darin geordnet.

995. Im ersten Abschnitt legte ich den Weg der Yogis nieder. Damit selbst ein Augenblick der Askese nicht verloren gehe und der Weg bis zum Ende der Welt Bestand habe, sammelte ich fein und gründlich die Gestalt der Erkenntnis im Advaita. So hatten selbst asketische Weise und Rishis sie nicht ausgesprochen. Betrachte aufmerksam, was darin niedergelegt ist.

996. Wer meine sieben Abschnitte auf rechte Weise schaut, dem werde alle Siddhi zuteil. Sie stehen den Zwölftausend gleich, dem Buch des hier genannten Meisters [der Name ist beschädigt]. Im ersten Abschnitt habe ich den Weg der Erkenntnis von der Wurzel her erklärt und das reine Bewusstsein des Vedanta sichtbar gemacht, ohne Zweifel zurückzulassen.

997. Ich habe Bogars Siebentausend verkündet; dieses lehrende Buch ist das Sapta Kandam. Niemand in der Welt habe ein darüber hinausgehendes Buch geschaffen. Die Zwölftausend des Kumbha Muni dürfen als eine hervorragende Schrift gelten. Mein Sohn, damit ist der erste Abschnitt von Bogars Siebentausend vollendet.

Anmerkung: Die Selbstbewertung ist die Stimme des Textes. Der erste Teil endet im PDF auf Seite 132 mit Nummer 997; der zweite beginnt auf Seite 133 mit 1001. Die Nummern 998–1000 sind in der bereitgestellten Vorlage nicht vorhanden.

Deutsche Übersetzung: Zweiter Teil

Der erste Teil endet in der Vorlage mit 997. Die Nummern 998–1000 fehlen; der zweite Teil setzt mit 1001 ein.

Schutzanrufung und Anliegen des zweiten Teils

1001. Gepriesen sei die Gnade des ursprünglichen Paraparam. Nandi schütze Anfang und Ende. Die Gnade der drei Lichter schütze, ebenso der subtile Sinn Sadashivas. Der Höchste mit der Mondsichel im Haar schütze, der Urherr, der durch Hingabe Befreiung schenkt. Vani-Sarasvati schütze; das kreisende Licht innerhalb des Omkara sei Schutz.

1002. Den feinen Weg, der in sieben Lakh Granthas als Geheimnis verborgen liegt, habe ich untersucht: Bereitungen und Cinam-Verfahren, alkalisches Kutori, Kalaṅku, Chunnam und den weiten Wald der Centuram-Präparate, ferner Jayanir, Puniru, Destillate und wachsartige Stoffe.

1003. Auch die Wege von Wachs und Öl, Anjana-Tusche, die Schriftzeichen des Tarvana [Bezeichnung unsicher] und das Aufheben von Flüchen über Kräutern werden genannt. Ebenso die Karpam-Mittel für unzählige Weltalter und die danach erscheinenden Schauungen. Damit wir alles erkennen, habe ich es ausgesprochen, nachdem ich die Füße der Nathas verehrt hatte.

1004. Ich erklärte den Inhalt von sieben Lakh Granthas, damit die Menschen des Landes ihn verstehen. In sieben Tausenderabschnitten fügte ich das Sapta Kandam zusammen. Dies ist der zweite Abschnitt; zahllose geeignete Verfahren habe ich darin beschrieben. Unter den von Bogar Rishi verkündeten Schriften ist dies eine wesentliche Lehrschrift.

Lingam und die Verbindung von Alchemie und Yoga

1005. Dieses große Werk der Siebentausend behandelt Cinam und die Wege der Bereitung, die gerechte Unterweisung des Gurus und die genaue Handhabung. Mein Sohn, ich erkläre nun einfach die Bereitung des Lingam. Genannt werden Patikaram, Kenti, klares Rasa und ‚Mond‘.

1006. Dazu kommen Puniru, Karam, Muvaruppu und Nagam. Verreibe die Stoffe acht Samam mit den sechs Arten Jayanir. Gib die Mischung in ein Kupfergefäß und verschließe es mit einem Topf. Wird es gemäß der Vorschrift drei Zeitabschnitte erhitzt, entstehe nadelartiges Lingam.

1007. Das obere nadelartige Sublimat ist Lingam; Timuṟuval befindet sich in der Mitte. Das dunkle, hummelfarbene Material am Gefäß heißt Totti-Pashanam. Ein Teil Lingam auf zehn Teile Silber und Kupfer ergebe Gold von der Feinheit neun. So ist Lingam zur Grundsubstanz geworden.

1008. Gib diese Lingam-Grundsubstanz im gleichen Gewicht zu Kupfer und erhitze unter Blasen. Schmilzt man davon einen Teil mit zehn Teilen Silber, ergebe sich die Feinheit acht. Füge ein Zehntel Gold hinzu, arbeite zu Blech und unterziehe es einem Putam; Gold entstehe.

1009. Wie soll ich dieses reife, reine Gold beschreiben? Verweile im Shiva-Yoga und wechsle Kumbhaka und Rechaka gemäß der Unterweisung. Halte die Mitte fest und richte die Sushumna beständig aus. Gib den Zustand der Askese nicht auf; betrachte und übe aufmerksam den Vasi-Yoga.

1010. Für den Körper wird ein Karpam aus einem grünen Vilva-Blatt und einem Pfefferkorn genannt, am Morgen eingenommen. Die Menge Pfeffer soll täglich nicht über ein Korn hinaus gesteigert werden. Über ein Mandala eingenommen, mache es den Leib goldgleich, so der Text.

1011. Der goldene Leib werde fest wie eine steinerne Säule. Graues Haar und Runzeln verschwänden, beide Augen strahlten, und weder Benommenheit noch Hitze träten auf. Die Täuschung schwinde, ohne dem Todesgott Gelegenheit zu geben. ‚Lebt stets in der Wurzel‘, verkündete Bogar Rishi.

1012. Schmelze das als Cirukan-Nagam bezeichnete Nagam siebenmal und gieße es in Caram und Iluppai-Öl. So werde die Hülle entfernt und Reinigung erreicht. Nimm Talakam, Viram, Kevuri und Turicu in gleichen Anteilen und füge die Mischung dem Nagam im entsprechenden Gewicht hinzu.

1013. Schmelze und führe die Zusätze portionsweise zu; die wirksame Nada-Substanz werde gebunden. Verbinde Nagam in gleichem Gewicht mit Silber und erhitze unter Blasen. Füge das zuvor beschriebene Lingam-Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zum Silber hinzu und schmelze. Es erhalte eine prächtige Farbe.

1014. Die Farbe des Kupfers wirke auf Nagam ein. Füge einen Teil Gold zu zwei Teilen hinzu, schlage Blech und unterziehe es einem Putam. Die Feinheit steige rasch bis auf achteinhalb. [Die Aussage über Kavi und Muppu ist beschädigt.] Im Kupfer wirke das Mittel kräftig.

Weitere Bindungen des Lingam

1015. Nimm ein Palam Lingam und behandle es wiederholt mit Muttermilch. Es folgen je ein Samam mit Zitronensaft, Meni-Saft, Honig und Büffelmilch. Danach werden nochmals Meti-Milch und Cattaranai für je einen Samam genannt.

Anmerkung: Meti kann ebenfalls Büffel bedeuten; die mögliche Wiederholung wird nicht korrigiert. Cattaranai ist hier nicht sicher als Stoff oder Verfahrensname zu bestimmen.

1016. Durch diese Behandlung wird Lingam fest. Nimm je ein Viertel der genannten Einheit Eisenpulver, Talakam, Kenti, Cinki und Vediyuppu. Verreibe mit dem Inhalt kleiner Eier und lege diese Masse als Umhüllung um Lingam.

Anmerkung: Das Viertelmaß wird im Vers nicht jedes Mal mit einer Einheit verbunden; eine moderne Mengenangabe wird nicht ergänzt.

1017. Trockne in der Sonne und lege sieben Lagen Abdichtung an. Unterziehe es einem Pum-Putam in Reishülsen; Lingam werde gebunden. Ein Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer ergebe beim Schmelzen die Feinheit sechs. Nach dem Erhitzen unter Blasen werde das feste Ergebnis entnommen [eine kurze Wendung zur Beständigkeit ist beschädigt].

1018. Die Feinheit sei sehr beständig. Füge die entsprechende Gewichtsmenge Gold hinzu, bestreite den Lebensunterhalt und lerne die umfassende Lehrschrift kennen. Gib Lüge, Glücksspiel und berauschenden Trank auf. Lebe bescheiden wie die einfachen Menschen, verlasse allmählich das Meer des Leidens und verweile im Dvadashanta.

1019. Höre ein weiteres Mittel: je ein Palam Lingam, Vangam und Talakam. Verreibe die Zusätze vier Samam mit Muttermilch, bereite eine Umhüllung und lege sie um Lingam. Trockne sorgfältig in der Sonne.

1020. Unterziehe die getrocknete Substanz in der genannten kleinen Grube einem Reishülsen-Putam, einem Laghu-Putam. Es werde gebunden. Entferne die Umhüllung und prüfe: Die erhitzte Substanz bleibe fest. Ein Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer ergebe die Feinheit sechs.

1021. Was soll ich über diese Feinheit sechs sagen? Hara Hara, der Shiva-Yoga werde sichtbar. Füge die gleiche Menge Gold hinzu, schlage Blech und unterziehe es einem Putam. Beim Zusammenschmelzen mit minderwertigem Gold werde die Feinheit zehn erreicht. Durch Lingam als Grundsubstanz werde die Kunst der Alchemie kräftig und wirklich.

1022. Wenn die wahre alchemistische Kunst in deine Hand gelangt, heißt es, eine noch offene Vollendung sei erreicht. Der geeignete, begnadete Mensch verbindet sich mit Kumbhaka und spricht vom feinen Sinn. Er verankert sich in der Wurzel und übt beständig feste Sammlung. Darin verweilend übt er Alchemie und gibt dem Niedrigen keinen Raum.

1023. Selbst wenn Koti Menschen herandrängen, lässt er sich nicht davon abbringen. Durch seine Alchemie errichtet er Klöster und Shiva-Tempel und dient den großen Siddhas. Lange verweilt er bei ihnen, schaut sie und fragt freudig nach allem. Um den Leib zu vervollkommnen, steht er stets in fester Sammlung.

1024. Nimm ein Palam Lingam, Cinam und den genannten Anda-Bestandteil, ferner ein Palam Vediyuppu und Viram. Verreibe die Zusätze mit Eiinhalt, bestreiche beziehungsweise umhülle Lingam und trockne es in der Sonne. Unterziehe es unter Erde einem Putam.

Anmerkung: Die Mengen von Cinam, Anda und Viram sind im Wortlaut nicht eindeutig verteilt.

1025. Wiederhole das Verfahren zehnmal. Vereinige und verreibe die Stoffe, lege die Umhüllung an und erhitze unter Erde. Die Zeile über die kleine Grube nennt außerdem eine Viererangabe [Bezug unklar]. Durch Putam werde die Substanz gebunden. Entferne die jeweilige Umhüllung und lege sie für die Wiederholung neu an; darin liege die Wirksamkeit.

1026. Das kräftige Lingam ist zur Grundsubstanz geworden. Ein Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer ergebe beim Schmelzen und Blasen die Feinheit sechs. Füge Gold im entsprechenden Gewicht hinzu, schmelze und unterziehe es einem Putam. So steige die Feinheit weiter. Verweile in Kumbhaka, um zur höheren Stufe zu gelangen.

Sadhana, Erkenntnis und das rechte Studium

1027. Betrachte die Yoga-Sadhana und richte dich stets auf Vasi. Erkenne Muppu und nähere dich der höheren Erkenntnis. Untersuche Geist, Rede und Körper, erforsche die Bewusstseinszustände von ihrem Anfang her. Entferne die Verblendung und verweile allein in der Sammlung beständiger Seligkeit.

1028. Halte Übeltäter fern und erkenne die ursprünglichen Mittel. Erforsche, überwinde und steige empor zum Licht der Vedanta-Leuchte. Wer auf dem Gipfel verweilt, was könnte ihm fehlen? Verweile in Kumbhaka und erkenne das reine Bewusstsein so innig, wie ein Kalb seine Mutter sucht.

1029. Wie die aufgehende Sonne die Dunkelheit vertreibt, so soll Erkenntnis entstehen. Nimm ein Palam Lingam und ein Palam Cutan. Verbinde und verreibe die beiden zur wachsartigen Masse [der anschließende Wechsel zum Bestreichen von Lingam lässt den genauen Stoffbezug offen]. Lege Lingam die Umhüllung an und erwärme es behutsam im Feuer.

1030. Führe diese Behandlung zehnmal aus. Nimm Lingam heraus und prüfe seine feste Bindung. Behandle es wiederholt mit dem gesuchten Jayanir; es werde stahlartig. Die Form des behandelten Lingam und seine Farbe seien außergewöhnlich.

1031. Die sechs Grundlagen des Mittels sind Turicu, Karam, Vediyuppu, Cinam, Salz und Caram. Bereite daraus Jayanir und verwende es zur wiederholten Behandlung von Lingam. Wie soll man alle Möglichkeiten dieses Jayanir aussprechen? Es ist der Weg der Nathas.

1032. Wie soll ich diesen Weg beschreiben? Darin haben sie ihre Geheimnisse verschlossen; Anda und Pinda, Welt und Leib, beruhen darauf. Es gibt zahllose Zweige und Verbindungen. Nur der dazu Befähigte erkennt sie, kein eitler Müßiggänger. Verstricke dich nicht in Gespräche mit solchen Menschen; der Tor verlässt den Weg und gerät auf Abwege.

1033. Der Tor sagt: ‚Ich habe die Bücher gelesen.‘ Doch es gibt viele große Geheimnisse. Er gleicht dem Hirten, der eine Ziege auf der Schulter trägt und fragt: ‚Wo ist die Ziege?‘ Was nützt es, viele Bücher in der Hand zu halten und ständig zu lesen, wenn man ihren feinen Sinn nicht erkennt? So irren sie als Alchemisten umher, ohne Verständnis zu gewinnen.

1034. Sie ziehen in Gruppen umher und erfassen die Feinheiten der Lehrschriften nicht. Sie sprechen nicht vertrauensvoll mit einem Yogi und fragen nicht nach der richtigen Arbeitsweise. Stattdessen reden sie, als wüssten sie alles, und bringen die schöne Lehre durcheinander. Nicht einmal Anfangsblatt, Schutzanrufung und Reihenfolge ihrer Zeichen wissen sie recht zu lesen.

Lingam-Präparate und Kaya-Karpam

1035. Es ist wie in der Geschichte, in der man einem Blinden einen feinen Stock gibt. Höre den Hinweis: Reinige ein Palam Lingam mit Muttermilch. Nimm ferner je ein Palam Eisen, Silber, Talakam und Cinki.

1036. Dazu kommen ein Palam Vangam, Turicu und Kacukkatti [Mengen nicht eindeutig], ein Palam Apini und ein Palam Nagam. Pulvere alles, mein Sohn, und verreibe es mit Zitronensaft zu einer sirupartigen Masse. Umhülle damit Lingam.

1037. Lege eine Kalkabdichtung an und fülle eine Pfanne mit Sand. Setze Lingam in die Mitte des Sandes, verschließe und erhitze vier Samam mit lotusartigem Feuer. Entferne die Kalkumhüllung und schmelze die Substanz im Vajra-Tiegel; sie werde Kalaṅku.

1038. Erhitze das Kalaṅku-Präparat mit Kara-Caram und dem Metall in einer Schale unter Blasen. In Silber ergebe es die Feinheit sieben. Füge Gold im genannten Viererverhältnis hinzu und unterziehe es einem reinen Putam; das Feuer werde wirksam. Verweile im Yoga und verehre täglich Maheshvari.

1039. Wie Fliegen einen Topf mit berauschendem Trank umschwärmen, so wirkt die Natur der drei Verunreinigungen. Der Leib ist von Würmern umgeben; um ihn ans andere Ufer zu bringen, dient Kaya-Karpam. Nimm ein Palam Lingam und umhülle es mit der Potutalai-Pflanze bis zur Größe einer Kokosnuss.

1040. Lege die umhüllte Substanz in ein Gefäß mit rohem Reis, verschließe und koche die Mahlzeit. Der Text nennt dieses Verfahren während eines Mandala und die Einnahme des gekochten Reises; dadurch werde der Körper golden. Er nennt ferner Lingam mit Honig zur Einnahme und verheißt einen steinsäulenfesten Leib.

Honig-Karpam und die Essenz des Kantam

1041. Wie eine Mutter beim Weinen ihres Kindes herbeikommt und ihm Milch gibt, so spricht Bogar Rishi aus Mitgefühl und Freude das folgende Karpam aus. Miss acht Padi Honig ab und fülle ihn in ein Gefäß. Verschließe und dichte es sorgfältig ab und vergrabe es in der Erde.

1042. Erhitze die eingegrabene Vorrichtung während eines Mandala bis zum beschriebenen Zustand [eine Richtungs- oder Begrenzungsangabe ist unklar]. Nach einem Mandala soll der Honig fest geworden sein. Nimm ihn heraus. Bei Einnahme eines Palam morgens und abends während dreier Mandalas werde der Körper fest.

1043. Der Leib werde wie eine steinerne Säule. Vasi steige nicht nach oben, sondern richte sich nach unten, und die Körpersubstanzen würden kräftig. Sprich nicht unnötig; verweile im Kumbhaka des Pranayama. Lasse die Täuschung hinter dir und stehe im großen Kecara-Raum.

1044. Siddhas und Weise kämen dann herbei und fragten nach der Methode. Verweile an der erhöhten Stätte, verankere den Laut ‚vang‘ und beantworte ihre Fragen. [Die folgenden Worte über Pranayama, bäuchlingses Liegen und Leichenstille sind beschädigt.] Bis man zur Totenbahre getragen wird, soll man Parapari bedenken und ihre Lotusfüße erreichen: Das ist der rechte Weg.

1045. Wie einem ins Meer Gestürzten eine große Hilfe in die Hand fällt, so erklärt Bogar Rishi freudig das körperbezogene Karpam. Nimm ein Palam des Catavici genannten Kantam in den Reibstein. Füge je einen Virakan Talakam und Vaka-Pashanam hinzu.

Anmerkung: Catavici und Vaka-Pashanam sind unsichere Stoffbezeichnungen der Vorlage.

1046. Dazu kommen je ein Virakan Kevuri, Cinki, Viram, Puram, Lingam, Cutan, Turicu und Sutam.

1047. Füge ferner je einen Virakan Nagam, Tuttam, Kenti, Karam, Kutori, Cinam, Karutakkal und Karuma hinzu.

Anmerkung: Die letzten beiden Stoffnamen sind nicht sicher lesbar und werden ohne moderne Entsprechung belassen.

1048. Verreibe alle Stoffe vier Samam im Reibstein mit Berghonig. Fülle die Mischung in einen Vajra-Tiegel, dichte kräftig ab und trockne in der Sonne. Heize den Ofen, setze den Tiegel hinein und erhitze sorgfältig unter Blasen.

1049. Zerbrich danach den Vajra-Tiegel und prüfe: Kantam sei zu seiner beständigen Essenz geworden, zum Leben für den Körper. Füge Kentakam und Rasa hinzu und verreibe mit Pottalai-Saft. Gib die ursprüngliche Muppu-Grundsubstanz dazu und verreibe vier Samam.

1050. Fülle in den Kasi-Meru und erhitze drei Tage. Lasse abkühlen und prüfe die in der Flasche bereitete Centuram-Substanz. Bei Einnahme während eines Mandala werde der Leib golden, graues Haar und Runzeln verschwänden und der Körper werde fest wie eine steinerne Säule.

Kaya-Siddhi, Lebensunterhalt und Unterweisung

1051. Festige den Körper wie eine steinerne Säule und überschreite den weiten Raum, die drei Leeren und den Mond. Verlasse das Meer der Täuschung, steige beständig auf und verweile in Kumbhaka. Verlange innig nach dem reinen Bewusstsein und schaue das offenbarte Licht der Welt. Um die Füße Paraparams zu sehen, verneige dich vor Parapari, der kostbaren Mutter, und preise sie.

1052. Vishvakarman kennt den Wert und die Beschaffenheit des Goldes am Tali. Wer kennt deine Armut und Bedürftigkeit? Die Siddhas und Weisen kennen sie. Unzählige Rishis und Devas hielten die Mittel zum Lebensunterhalt verborgen; niemand vermag sie ohne Weiteres auszuführen. Mein Sohn, wir wollen sie dir darlegen.

1053. Reinige fünf Palam Nagam mit Iluppai-Öl und forme daraus ein kleines topfartiges Gefäß. Nimm die gleiche Menge Tacilam [unsicher gelesener Stoffname], verreibe mit Fruchtsaft fein wie Tusche und bestreiche das Gefäß damit. Fülle es bis zum Rand mit dem ‚König Sutam‘.

1054. Gib Sand in eine Pfanne und stelle das Schälchen darauf. Behandle es ein Mandala lang wiederholt mit Zitronensaft. Durch die Talakam-Beschichtung werde Nagam gebunden. Füge Sutam im entsprechenden Gewicht hinzu und schmelze im Tiegel.

1055. Füge nach dem Schmelzen die halbe Menge Kenti hinzu und fülle die Mischung in die Meru-Flasche. Nach vier Samam Erhitzung entstehe ein beständiges Centuram. Ein Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer ergebe die Feinheit zehn. Gehe in den Shiva-Yoga und suche die Bestimmung, höchste Seligkeit zu erlangen.

1056. Dann werden Siddhas und Weise dir die Verhüllungen erklären, den festen Grund des Yoga und den Sitz des Vasi zeigen. Sie sprechen von der Größe der vier Yugas und vom verborgenen Weg der Nathas. Bogar Rishi sagt: All diese Geheimnisse habe ich im Sapta Kandam besungen.

Ein umfangreiches Pflanzenöl-Karpam

1057. Wie ein Gefäß, in dem Salz liegt, sicher angegriffen wird, so besteht auch der Körper nicht dauerhaft. Wer blieb lange auf Erden? Ich erkläre ein Karpam für den Leib. Nimm je einen Nali Kaiyan-Saft und Ponmucuttai-Saft und füge Avarai-Saft hinzu.

1058. Dazu kommen je ein Nali Talaiccuruli-Saft, Ciriyal-Saft, Kotiveli-Saft, Punal-Murungai-Saft, Narutali-Saft, Vellaruku-Saft und Puliyarai-Saft. Füge auch Saft roter Katukkay hinzu.

Anmerkung: Die Menge des letzten Saftes wird nicht ausdrücklich wiederholt; einige Pflanzennamen bleiben unsicher.

1059. Nimm ferner je einen Nali Talutalai-, Kumari-, Valutalai-, Kacan-, Vishappakal-, Komatti- und Potutalai-Saft. Dazu kommt Saft der Mamatalai.

Anmerkung: Mamatalai wird nicht sicher als Granatapfel oder als anders benannte Pflanze bestimmt.

1060. Es folgen je ein Nali Pacumpalai-, roter Cempacalai-, Taivelai-, Atantai-, Mucalmuli-, Palupakal- und Nocci-Blattsaft. Füge außerdem Takkali-Saft hinzu.

1061. Gib alle Säfte in ein Gefäß und füge eine entsprechende Menge Öl hinzu. Höre die trockenen Zutaten: Gewürznelken, Kardamom, getrockneter Ingwer, Pfeffer, Valampuri, Macikkay, Süßholz, Koshtam, langer Pfeffer und Rocanai.

1062. Genannt werden ferner Paranki-Rinde, nochmals Macikkay, Tanrikkay, Kurocani, Romam, Mutti, Katukuroni, Vayvilankam, Zimtrinde, Valmilaku, Citramulam, Vacampu, Cittarattai und Muskatnuss.

Anmerkung: Macikkay erscheint zweimal. Mehrere traditionelle Stoffnamen sind nicht sicher botanisch aufzulösen; sie bleiben lautnah erhalten.

1063. Nimm von jeder Art ein Viertel Palam, zerstampfe und pulvere sie. Vereinige die drei Gruppen – Öl, Pflanzensäfte und Pulver – und füge frische Milch hinzu. Koche bis zum wachsartigen Zustand, fülle in eine Flasche und stelle diese in den genannten Reisbehälter.

Anmerkung: Die letzte Aufbewahrungsbezeichnung ist beschädigt; ein genauer Temperatur- oder Lagerplan wird nicht ergänzt.

1064. Der Text nennt die Einnahme eines Kasu-Gewichts während eines Mandala. Saure Nahrung und Rauch sollen gemieden und die Speisevorschriften eingehalten werden. Gib geschlechtliche Verblendung auf und erkenne das Feinste im Feinen. Halte Vasi fest; der Körper werde golden.

Vasi und die innere Festigung

1065. Der Leib werde golden und fest wie eine steinerne Säule; graues Haar, Runzeln und Alter wichen. Mein Sohn, du werdest jugendlich. Der Atem richte sich nach unten und verweile an den genannten Stellen von Nasenspitze und Hinterkopf. So werde Sushumna wirksam.

Anmerkung: Die räumliche Verbindung der Körperstellen ist im Wortlaut nicht eindeutig; sie wird nicht anatomisch rekonstruiert.

1066. Sushumna und Bindu verwandelten sich und ruhten beständig in der oberen Wurzel. Im dreieckigen Kreis lasse sich der Jivatman schauen. Sonne und Mond stehen einander gegenüber; der weite Raum ist Brahmas Sitz. Der Weg der Befreiung werde sichtbar. So wird man zum Erkennenden und Yogi, der die Stätten überschritten hat.

1067. In der Mitte an der Nasenspitze leuchtet ein einblättriger Lotus. [Die Anweisung zum Durchdringen der nächsten Stätte und ein Abstand in Angula sind beschädigt.] Sonne und Mond vereinigen sich. Der Leib verlasse seine Festung nicht; Ohren und Sinnesöffnungen erführen starke Hitze. Dies werde als Festigung des Yoga bezeichnet.

1068. Der mittlere Weg werde sichtbar; achte auf das Schwanken der Aufmerksamkeit. [Die Aussage über vieles Reden und den Zustand des Prana-Yoga ist widersprüchlich beziehungsweise beschädigt.] Der Atem kehre sich nicht um; Vyana und eine Störung des Geistes werden genannt. Die Nadi im Bauch löse das Netz der Wurzel. Eine sichere zusammenhängende Deutung der mittleren Zeilen ist nicht möglich.

1069. Wenn die fünf mal fünf überwunden sind, wo bleibt Hunger? Der Weg der Erkenntnis zeigt sich. Erkenne das Kalapa [Begriff unsicher] und nimm es auf; behebe die Krankheit. Halte Rechaka an, verändere Kumbhaka und wende dich Puraka zu. Verankere dich und übe Japa [die genaue Körperanweisung am Schluss ist beschädigt].

1070. Man bestreicht die Stirn mit Vibhuti, übt den achtgliedrigen Yoga, lernt viele Bücher und preist nach Überlegung den Yoga. Doch wie ein Kreisel dreht man sich weiter: Kann verunreinigtes Öl zu Wasser werden? Leidvoll und verloren wie ein Hund irren solche Menschen stets auf der Erde umher.

Verstehen und guter Charakter

1071. Erkennt eine Kuh den Weg der Weisheit, wenn man ihn ihr eindringlich erklärt? Selbst wenn ein jenseits aller Grenzen stehender Erkennender vor den wahren Guru tritt und spricht, versteht der Unreife nichts. Welchen Nutzen hat dann die Unterweisung? Ich habe in den Siebentausend alle hilfreichen Feinheiten gezeigt.

1072. Ich zeigte der Welt die Feinheiten und legte sie ohne Irrtum aus. Ich zeigte sie, damit meine Kinder bestehen können. Was kann ich tun, wenn sie den Sinn nicht verstehen? Mein Sohn, ich habe den Erkenntnisweg deutlich ausgesprochen. Doch wie abgeschnittenes Araikkirai wieder nachwächst, so kehrt [das im Satz nicht ausdrücklich genannte Hindernis] zurück.

1073. Jeder handelt nach seiner eigenen Beschaffenheit. Was nützt es, sich dem wunscherfüllenden Baum zuzuwenden, viele Bücher zu lernen, in Shiva-Yoga einzutreten, die Tattvas zu kennen, Vasi anzuhalten oder die acht Siddhis zu besitzen? Fehlt der gute Charakter, ist davon in dieser Welt nichts gewonnen.

Talakam und die Rückkehr zum Yoga

1074. Höre die Umwandlung mit Talakam. Umhülle ein Palam Talakam mit Kalk und reinige es vier Samam in Palmwein durch die genannte Wärmebehandlung. Nimm es heraus. Verreibe die gleiche Menge Turicu mit dem genannten Saft und bestreiche Talakam damit.

Anmerkung: Der Saftname in der Schlusszeile ist nicht sicher lesbar.

1075. Trockne in der Sonne und lege eine Kalkabdichtung an. Es folgt ein Kukkuta-Putam. [Die anschließende Aussage über Iyam, Vangam und die Umwandlung des Kantam zu Iyam ist gestört.] Dies sei die Talakam-Umwandlung. Füge dem reinen Vangam die gleiche Menge Sutam und Kentakam hinzu und bearbeite es.

1076. Verreibe vier Samam mit dem sechsfachen Jayanir, fülle in die Meru-Flasche und erhitze acht Samam. Lasse abkühlen und prüfe: Das starke Centuram gleiche einer Murukku-Blüte. Ein Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer ergebe beim Schmelzen die Feinheit sechs.

1077. Erhitze das Kupfer unter Blasen, bis die Feinheit aufscheint. Füge ein Zehntel Gold hinzu und unterziehe es einem Putam; die Feinheit werde acht. Verweile in Shivas Stätte und schaue das Licht der Welt. Bedenke Parapari, preise die Füße des Gurus und stehe in Verneigung.

1078. Gehe in das hier Duvadishtana genannte Zentrum und verweile in beständigem Kumbhaka. Tritt in Pranayama ein und verehre die Gestalt des Nirvana. Preise sie stets und beseitige das Meer der Verblendung. Gehe in Vedanta ein und erkenne rasch den Zustand deines eigenen Wesens.

Anmerkung: Duvadishtana ist die beschädigte Lesung des Zentrumsnamens; eine sichere Gleichsetzung mit Svadhishthana oder Dvadashanta wird nicht erzwungen.

1079. Wie ein Gefäß mit Salz wird der Körper zerstört. Ich erkläre ein Karpam, das ihn steinsäulenfest machen soll: Der Text nennt täglich rote Katukkay während eines Mandala. Der Atem richte sich dadurch nach unten. Betrachte die Feinheit der Kundalini [die Wortverbindung davor ist beschädigt].

1080. Schaue die feine Größe Sadashivas an Zungenspitze, Nasenspitze und Haupt. Erfasse Kundalini durch Vasi, um das strahlende Licht zu schauen [eine kurze Wendung ist unklar]. In Rechaka und Puraka ruhe der Geist in Auflösung. Der Körper werde fest. Verlasse das Meer des Leidens und verweile jenseits davon.

Vergänglicher Besitz und bleibende Erkenntnis

1081. Was nützt es, Koti über Koti an Gold zusammenzusuchen? Wenn der Körper vergeht, geht nicht einmal ein Senfkorn Gold mit ihm. Am Ende hat niemand solches Gold als Begleiter gesehen. Höre deshalb den Weg, die Unterweisung der gewaltigen Lehrschrift zu erkennen.

1082. Du sollst die zugehörigen Schriften kennen und den achtgliedrigen Yoga betrachten: den Wurzelweg der Tattvas, die Unterweisung des Gurus über die sechs Adharas, den Kundalini-Vasi-Weg, die sechs inneren Stätten, Omkara und Kulikai sowie den Weg des leuchtenden reinen Bewusstseins.

Anmerkung: Die OCR wiederholt 1062; die fortlaufende Nummer ist 1082.

1083. Reinige Lingam und behandle es mit Ainkola-Öl, bis es gebunden ist. Bereite Vangam auf dieselbe Weise. Schmelze beide zusammen; sie werden perlenartig fest. Zerkleinere die Perle und setze sie Silber und Kupfer zu.

1084. Erhitze auf der Kohleschale unter Blasen, bis die Verunreinigung verschwindet. Die Feinheit werde sechs. Wie rasch sei diese Goldkunst! Füge ein Zehntel Gold hinzu, schlage Blech und unterziehe es einem Putam. Mit dem genannten Zusatz werde die Feinheit acht erreicht.

1085. Manche vermögen diese Feinheit acht nicht zu sehen und stehen verwirrt da wie ein Affe, der Ingwer gefressen hat. Mein Sohn, ich erkläre ein weiteres Mittel: ein Palam Talakam. Verreibe Kalk und Puniru mit kräftigem Amuri.

1086. Umhülle Talakam damit und unterziehe es im Sand einem Putam. Es werde zu Iyam. Füge Sutam im gleichen Gewicht hinzu und verreibe vier Samam mit Jayanir. Fülle die Mischung in die Maha-Meru-Flasche.

1087. Erhitze zwölf Samam; es entstehe das beschriebene Centuram. Setze es Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zu. Beim Schmelzen werde die Grundsubstanz wirksam; Kupfer weiche und Silber erreiche die genannte Feinheit [Zahl nicht genannt]. Füge ein Zehntel Gold hinzu, schlage Blech und unterziehe es einem Putam.

1088. Die Feinheit steige bis auf achteinhalb. Gehe zugleich in Shiva-Yoga ein und verweile in Kumbhaka. Übe beständig Vasi-Yoga, lasse im Puranam ausströmen und vervollkommne den Yoga. Betrachte aufmerksam Rechaka.

1089. Vala ist der Brahma-Sitz; Bhuvanai ist die grundlegende Stätte, Tripura der Kapala-Sitz. Gehe in den achtgliedrigen Yoga ein und erkenne den Weg der Erkenntnis. Betritt die reine Weite und gehe in Parabrahman ein. Du Edler, verweile preisend in der inneren Begeisterung.

Weitere Umwandlungen und rechte Lebensführung

1090. Dann tanzt Manonmani. Höre einen weiteren Weg: fünf Palam des genannten Pashanam und Cukkan-Stein [die Stoffverbindung ist nicht eindeutig]. Verreibe mit Tirukukalli-Milch, umhülle das Material und trockne es. Gib Sand in eine Pfanne, lege es hinein und bedecke es mit Sand.

1091. Verschließe mit einer zweiten Pfanne, dichte ab und erhitze mit lotusartigem Feuer vier Samam. Das entstehende Parpam wird als vortrefflich gepriesen. Setze es Silber und Kupfer beim Schmelzen im Verhältnis eins zu zehn zu; die Umwandlung werde sichtbar.

1092. Erhitze auf der Kohleschale unter Blasen; Silber werde Gold. Füge einen Teil Gold zu vier Teilen hinzu, schlage Blech und unterziehe es einem Putam. Gold gehe daraus hervor. Dies ist die große, als Kalukku bezeichnete Umwandlung. Bestreite damit deinen Lebensunterhalt und erkenne die umfassende Lehrschrift.

1093. Was nützt es, Koti an Besitz zu haben, lange in der Welt zu leben, sich zu freuen oder prächtige Häuser zu bauen? Was nützen Vasi-Yoga, das Wohnen in hohen Bergen oder der Rang eines Rishi und Siddha? Achte darauf, in dieser Welt recht und gerecht zu leben.

Anmerkung: Das Schlusswort Nayam ist als rechtes beziehungsweise gerechtes Verhalten übersetzt; die Schreibung der Vorlage ist leicht beschädigt.

1094. Du sollst bis zum Ende des Yuga bestehen, den schönen Körper festigen und das begehrliche Herz zurückweisen. Der Text fordert die Einnahme von Kaya-Karpam und nennt Valumulai-Öl als Mittel zur Festigung des Leibes. So könne man unzählige Weltalter auf Erden leben.

1095. Im Vertrauen auf ein trügerisches Leben schließen sich Unwissende zusammen und suchen Alchemie, weil sie meinen, dadurch leben zu können. Koti über Koti seien dabei im Feuer zugrunde gegangen. Andere suchen Besitz und begehen vielerlei Betrug. Willst du lange bestehen, betrachte und übe stets den Yoga auf dieser weiten Erde.

1096. Was nützt es, verzagt dazustehen wie ein Affe, der Ingwer gefressen hat? Ohne beständige Lebensdisziplin, wie soll der klare Weg zur Befreiung gelingen? Festige den Körper und erkenne den Zustand des Yoga über lange Zeit. Um die bleibende Stätte zu erreichen, übe stets Yoga auf Erden.

1097. Reinige ein Palam Lingam mit Muttermilch und behandle es vier Samam mit dem Vira genannten Jayanir. Es werde fest wie Silber und zeige sein Schmelzverhalten. Bereite Vangam nach dem genannten Vettai-Verfahren [nicht näher erklärt] und verbinde Lingam mit Nagam.

1098. Durch die Verbindung mit Nagam lässt sich Centuram bereiten. Für Silber steht eine beschädigte Mengenangabe; Kupfer wird mit drei Teilen genannt. Schmelze beides im Tiegel. Wenn die Schmelze sich bewegt, gib einen Teil Centuram hinzu; die Feinheit werde sichtbar.

1099. Erhitze das Kalaṅku-Präparat in einer Schale unter Blasen, bis es klar wird. ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ verbinden sich und die Feinheit wächst. Durch die Gnade des Gurus erscheinen alchemistische Siddhi und das reine Bewusstsein. In Shiva-Yoga einzutreten und so in der Welt zu leben, ziemt den Reifen.

1100. Gib Rausch und Verblendung auf. Verehre das höchste reine Bewusstsein und erkenne die Werkzeuge und inneren Organe von Anfang bis Ende. Erlebe den Tanz Paraparis [die Verbfügung ist mehrdeutig], gehe in den achtgliedrigen Yoga ein und verweile jenseits, bis die zahllosen Wege ihr Ende finden.

Puniru, Salz und Lingam

1101. Gehe zum Cittira-Parvata in der genannten Vollmondnacht zur Samam-Zeit an den Berghang mit steinigem, unfruchtbarem, salzhaltigem Boden. Prüfe Sand und Erdschichten und entferne die Cavuttu-Erde. Bereite die erforderlichen Vorrichtungen und eine Umfassung aus Bambus.

Anmerkung: Orts- und Zeitbezeichnung sowie die technische Beschreibung sind teilweise beschädigt; Cittira kann hier auch eine kalendarische Verbindung enthalten.

1102. Innerhalb der Bambusfassung erscheine um Mitternacht strahlenförmiges Salz: Puniru blühe auf. Dieses große Karpam ist Puniru. Nimm von dem zuvor genannten Puniru und der früher bereiteten roten Flüssigkeit die passende Menge. Koche im Gefäß mit lampenartiger Wärme; das außergewöhnliche Salz sei Puniru.

1103. Höre das weitere Puniru-Verfahren: je ein Palam Cinam, Vediyuppu, Intuppu, Viram und Cutan. Vereinige alles wie beschrieben und verreibe es gründlich mit Amiri beziehungsweise Amuri-Wasser [die Lesung ist leicht beschädigt].

1104. Teile die Mischung in zehn Portionen und bestreiche Lingam damit. Trockne in der Sonne, lege es in eine Schale und dichte ab. Im Kukkuta-Putam werde es fest gebunden. Ein Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer schmelze ein und werde reines Kalaṅku.

1105. Erhitze in der Schale unter Blasen; die Feinheit werde acht. Füge einen Teil Gold zu vier Teilen hinzu und unterziehe es einem Putam. Tausche das Ergebnis bei einem Händler ein und wende dich dem Shiva-Yoga zu. Verehre die Mutter mit innerer Bewegung und lebe von Shivas Eigentum.

Bescheidenheit und die Begegnung mit Siddhas

1106. Gehe dabei in den achtgliedrigen Yoga ein und gib die Tugend nicht auf. Denke im Herzen bescheiden wie die einfachen Menschen und entferne den Hochmut. Trage die Zeichen Shivas, verehre die Füße der Nathas und lebe zurückgezogen in der Welt. Übe Yoga und schaue Devi Manonmani.

1107. Gehe zum Meru-Berg und schaue die Gemeinschaft der Siddhas. Sammle die inneren Werkzeuge und Organe in deinem Herzen, verneige dich vor ihren Füßen und trage dein Anliegen vor. Frage nach dem Weg. Sie werden den Todesgott fernhalten, ihren Gnadenblick auf dich richten und dich schützen.

1108. Höre ein weiteres Verfahren: je ein Palam Nagam und Kentakam. Verreibe Kentakam mit dem gelben Kern des Eies und bereite daraus ein Öl. Führe dieses Öl dem Nagam zu. Nagam werde dadurch gebunden; dies ist seine Umwandlung.

1109. Verbinde es in gleicher Menge mit dem ‚Mondmetall‘ und höre die rasche Kunst. Erhitze auf der Kohleschale unter Blasen; das Silber erhalte die beschriebene Feinheit. [Die folgende Mengenangabe zum Silber ist beschädigt.] Füge einen Teil Kupfer hinzu und schmelze; die Feinheit werde sieben.

1110. Füge zu sieben Teilen Silber zwei Teile Gold hinzu, schlage Blech und unterziehe es einem Putam. Das Gold verbinde sich gleichmäßig und gebe der Mischung seine Farbe. Wird die Brahma-Kunst und die Alchemie jedem zuteil? Verlasse das leere Meer des Leidens, verneige dich ohne Unruhe vor den Lotusfüßen und verweile.

1111. Betrachte es liebevoll wie die alte Geschichte vom Kalb, dem Milch gegeben wird. In Bogar Rishis Schrift liegen unzählige Wege, Weltalter und Verbindungen. Prüfst du jedes einzeln und führst es aus, mein Sohn, werde alles Siddhi. So bedachte Bogar Rishi die Sache, während er die Füße Kalangis pries.

1112. Nimm einen Ser des genannten Salzes und verreibe es mit Puliyarai-Saft. Forme Scheiben und trockne sie in der Sonne. Unterziehe sie einem Kukkuta-Putam; es entstehe Centuram. Wiederhole dies zehnmal und füge dann Sutam hinzu.

Anmerkung: Die Salzart wird hier nicht eindeutig benannt.

1113. Verreibe mit Meni-Saft und wiederhole die Behandlung zehnmal. Lasse abkühlen und nimm die kräftige Centuram-Substanz heraus. Gib davon beim Schmelzen einen Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer; die Feinheit werde sichtbar.

1114. Füge dem so veränderten Silber die gleiche Menge Gold hinzu und schmelze. Die Hülle weiche; rötliches Gold bleibe, das auch nach langer Zeit nicht verderbe. Gehe in den Wald und untersuche die dunklen und giftigen Kräuter. Vervollkommne den Körper, diesen von Nahrung gespeisten Blasebalg, und nimm Karpam.

1115. Durch das körperbezogene Karpam könne man Koti über Koti Yugas bestehen. Doch die Täuschung müsse abgeschnitten und die Last der weltlichen Verstrickung zurückgewiesen werden. Schaue den Shiva-Yoga, nähere dich den höchsten Lotusfüßen und halte Vasi im Inneren fest. So sprach Bogar Rishi.

Die Erzählung von den erfolglosen Alchemisten

1116. Menschen der Welt suchen Alchemie, untersuchen Stoff um Stoff und wollen daraus ihren Lebensunterhalt gewinnen. Acht oder zehn unverständige Männer schließen sich zusammen und beraten ausgiebig: Die Lehrschriften hätten alles verborgen. Sie wollen ein Jayanir ausprobieren und verreiben ihre Mischung mit Pflanzensaft.

1117. Sie verreiben, erhitzen im Putam und stellen es dem Tau aus. ‚Ah, jetzt ist Jayanir entstanden!‘, sagen sie. Sie binden einen Stoff durch Putam, behaupten Erfolg und geben ihn einem Metall zu. Sie schmelzen Kupfer, setzen Kariyam hinzu, blasen Verunreinigungen aus und prüfen auf dem Stein. Dann täuschen sie sich: ‚Die Feinheit ist vier geworden!‘

1118. Solcher unverständigen Menschen gibt es viele. Einer der Schlauen setzt Gold zu und lässt das Ergebnis beim Händler prüfen. Dann stehen sie verletzt und bekümmert da, denn das zugesetzte Gold ist verloren. ‚Noch ein oder zwei Kasu; versuchen wir etwas anderes! Ich habe schon gezahlt, jetzt zahl du!‘ Sie packen sich bei den Haaren, streiten und geraten in Prozesse.

1119. Während sie streiten, kommt ein anderer: ‚Ein fremder Alchemist war hier. Er führte das Verfahren aus und verkaufte das Ergebnis. Ich habe es gesehen; es ist ganz leicht, sieh selbst!‘ Sie mischen erneut eines mit dem anderen und erhitzen im Putam; alles geht in Rauch auf. Unzählige Menschen haben so bis zum Tod geklagt und sich zugrunde gerichtet.

1120. Die Siddhas und umfassend Erkennenden hingegen untersuchen die Lehrschriften und bedenken die entscheidenden Mittel. Sie dienen den Großen, bewahren die Worte des Gurus und gehen den Weg des Shiva-Yoga. Immer wieder fragen sie die Mutter und handeln so, wie sie es sagt.

Anmerkung: Das Eingangswort dieser Strophe ist beschädigt; die folgenden klaren Aussagen bilden einen Gegenentwurf zum vorherigen blinden Experimentieren.

Wahrhaftigkeit und polemische Warnungen

1121. Warum werden sie die Großen genannt? Weil sie in der Lehre der höchsten Seligkeit sprechen. Wodurch sind sie groß? Durch die Kraft, die Lüge zu vergessen und Wahrheit zu sagen. In Yoga-Sammlung nahmen sie Karpam und verwirklichten Kaya-Siddhi. Sie vergessen die Füße des Gurus nie und verweilen schweigsam wie Stumme.

1122. Bei völlig törichten Alchemisten gelingt die Goldkunst nicht. Für Lügner wird auch der zu schauende Yoga unwahr. Wer von Begierde beherrscht ist, findet die verheißene Kaya-Siddhi nicht. Für solche Übeltäter erscheinen das Wort des Gurus als Täuschung und alle Lehrschriften als falsch.

Anmerkung: Die soziale Beschimpfung Pulaiyar wird hier funktional als abwertende Bezeichnung der Lügner wiedergegeben; der Vers spricht aus der polemischen Stimme der Quelle.

1123. Wer die Lehre ‚falsch‘ nennt, werde nach der Drohung des Textes sieben Geburten lang als Pulaiyan wiedergeboren. Wer Kaya-Siddhi leugne, werde als Esel geboren; wer Yoga leugne, falle in eine wüste, wurmreiche Hölle. Wer die Verehrung schmähe, dessen einundzwanzig Generationen gingen zugrunde.

Anmerkung: Pulaiyan ist hier eine historisch abwertende soziale Bezeichnung. Die Straf- und Wiedergeburtsdrohungen werden als Aussagen der Quelle wiedergegeben, nicht übernommen.

1124. Wer die Reinigung der Substanz und das zugehörige Trinken unbedacht herabsetzt [die Verblesung ist unsicher], dem droht der Text Leiden an: Hunger selbst nach dünnem Brei, ein krankhaft angeschwollener Bauch, Armut, Schmerzen und Verwirrung. Verspottet gehe er von Haus zu Haus, blicke auf die Hände der Gebenden und gerate zuletzt in die Gewalt Yamas und in die Hölle.

Sahasra- und Eierschalen-Essenz

1125. Höre von der Sahasra-Essenz. Nimm Atalai-Milch, einen Ser Erukku-Milch und die gleiche Menge Hühnereiweiß. Dazu kommen fünf Palam Venkaram, vier Palam Kentakam, drei Palam Turicu und zwei Palam Talakam.

1126. Pulvere die Zusätze, gib sie in die Milchmischung und füge einen Ser Schweinefett hinzu. Erhitze alles in einer eisernen Pfanne und rühre bis zum dickflüssigen Zustand. Bewahre es in einem Gefäß auf. Verwende es für die als Sahasra-Umwandlung bezeichnete Substanz, verreibe acht Samam und forme Scheiben.

Anmerkung: Der Ausgangsstoff der Sahasra-Essenz ist im lesbaren Text nicht eindeutig bezeichnet.

1127. Erhitze die Scheiben im Cara-Ofen unter Blasen. Sammle die ausfallenden Essenzen, verreibe die Rückstände erneut mit dem Öl und erhitze wieder. Wiederhole dies fünfmal. Vereinige alle Essenzen und schmelze sie mit dem alkalischen Mittel; sie werden perlenweiß.

1128. Nimm ein Palam Essenz und füge ein Viertel dieser Menge Gold sowie ein halbes Palam Nagam hinzu. Schmelze und gib Sutam sowie zwei Palam Kentakam dazu. Pulvere im Reibstein, verreibe mit Antimalli-Saft, trockne zu Pulver und fülle in eine Flasche.

1129. Stelle die Flasche in das Valukai-Bad und erhitze zwölf Samam. Der Inhalt soll sonnengleich rot sein. Bei Einnahme eines Panam-Gewichts mit Honig werde die schwere Hülle wie bei einem Schalenträger abgestoßen, und man könne leicht wie ein Pferd gehen. Ein Teil auf tausend Teile bewirke die genannte Umwandlung [die Feinheitsangabe ist beschädigt].

1130. Für die Eierschalen-Essenz wird ein Padi geschälter Kunrimani genommen. Zehn Palam Haare werden um das Ei beziehungsweise die Schale gelegt. Unterziehe es einem Gaja-Putam und bereite aus dem Parpam die genannte Umhüllung [der Anschluss ist unklar]. Füge zehn Teile Hasenknochenpulver hinzu und verreibe mit Erukku-Milch.

1131. Forme am fünften Tag Scheiben und gewinne durch Pum-Putam ein Öl. Bewahre es verschlossen auf. Nimm zehn Palam geröstete Eierschalen und pulvere sie im Reibstein. Füge fünf Palam Venkaram und zwei Palam Viram hinzu und verreibe mit dem Öl.

1132. Verreibe drei Tage, forme Scheiben und erhitze fünfmal im Cara-Ofen unter Blasen. Sammle die Essenzen, schmelze sie mit dem gerösteten alkalischen Mittel und vereinige sie. Gib vier Teile Gold zu einem Teil Essenz beim Schmelzen hinzu, dann Nagam, Sutam und Kenti. So entstehe Kalaṅku.

1133. Ein Teil dieses Kalaṅku auf hundert Teile der neun Metalle ergebe fünfundfünfzig. Das Gold soll grünlich erscheinen. In der Flasche als Centuram bereitet und eingenommen, mache es auch den Leib grünlich und fest wie eine goldene Statue. Für Koti Kalpa-Enden nähere sich der Todesgott nicht.

Anmerkung: Die auffällige Zahl fünfundfünfzig und die grünliche Körperfarbe werden wie in der Vorlage wiedergegeben, ohne Angleichung an andere Verse.

Nagam-Parpam und Schälchenverfahren

1134. Schüler, hört ein rasch wirksames Nagam-Parpam. Nimm zehn Palam Nagam, gib Caram in Iluppai-Öl und gieße die Schmelze wiederholt hinein; die Zahl ist als drei mal sechs lesbar. Schlage Blech und schneide es tamarindenblattartig. Nimm je fünf Palam Senf und Milakayam [unsicherer Name].

1135. Füge fünf Palam Apini hinzu und verreibe die Mischung drei Tage mit Zitronensaft. Halte die dickflüssige Masse bereit und bestreiche die Blechstücke damit. Zerstampfe Vakai-Rinde, bette das Blech darin ein, verschließe und unterziehe es einem Putam.

1136. Dichte ab und führe zehn Avi-Putam-Behandlungen aus. Schmelze danach mit Lampenöl und gieße aus Nagam ein Schälchen. Fülle es mit Sutam. Verreibe Talakam in entsprechender Menge mit dem genannten Saft und beschichte damit die Innenseite des Schälchens.

Anmerkung: Die Abfolge von Füllen und Innenbeschichten steht in dieser Reihenfolge im Text; der Saftname ist beschädigt.

1137. Stelle eine Pfanne in die Valukai-Vorrichtung, gib Sand auf den Boden und Salz darüber. Setze das Schälchen hinein. Behandle es unter Erhitzung wiederholt mit Zitronensaft. Halte das Feuer fünfzehn Tage lang Tag und Nacht aufrecht.

1138. Ersetze den verdampfenden Zitronensaft fortlaufend. Nach fünfzehn Tagen nimm die Substanz heraus und bewahre sie in Porzellan auf. Sie soll wie eine Jasminblüte sein. Einen Teil in Wachs gebettet zu hundert Teilen reinem Kupfer gegeben, ergebe sie die Feinheit zwölf.

1139. Verreibe je ein Palam Turicu und Talakam drei Tage mit Kalli-Milch. Forme Kugeln von Kunri-Größe. Schmelze vier Palam Velliyam im Tiegel und führe die Kugeln portionsweise zu.

1140. Sind alle Kugeln zugegeben, streue gepulvertes Caram darüber. Gieße die Schmelze in Kattalai-Saft; wiederhole Schmelzen und Eingießen siebenmal. Füge Vangam die gleiche Menge Silber hinzu, schmelze und gieße ein Schälchen. Für dessen Behandlung werden Sutam, Viram und weißer Pashanam im entsprechenden Gewicht genannt.

1141. Verreibe diese Mittel im Reibstein mit Perunkam-Milch [Name unsicher] und bestreiche damit das Schälchen. Stelle es in das Valukai-Bad und erhitze einen Paksha lang ohne Abkühlen. Nimm die Substanz heraus und bewahre sie in Porzellan auf. Sie werde zur feinen Grundsubstanz; das Verhältnis eins zu hundert wird genannt.

1142. Zu Vangam oder Kupfer gegeben, ergebe die Substanz die Feinheit fünfzehn. Sutam werde Silber, ebenso Messing. Dies sei die Ema-Kunst mit zahllosen verknüpften Verfahren. Die Silberkunst wirke besonders rasch. ‚Shiva, Shiva! Die Siddhas sprachen davon; ich sehe ihr Ende nicht.‘

Lehrschriften, Grundsubstanz und Guru-Unterweisung

1143. Es gibt viele grenzenlose Lehrschriften. Kalangi Nayanar entfaltete sieben Lakh. Ich untersuchte diese weite Darlegung, gliederte sie und erklärte die Arbeitsverfahren in knappen Lehrsätzen. Wer mein Buch für falsch hält, dem droht der Text das Versinken in der Hölle an.

1144. Die Drohung wird fortgesetzt: Man gelange in eine Hölle von Koti Sonnen, und die Mutter verfluche einen zu einer Tiergeburt. Wer Alchemie für falsch erkläre, dessen Nachkommenschaft und Familie verarme und gehe zugrunde. Den Fluch der Nathas und Großen könne man nicht leicht lösen; besonders schwer sei der Fluch eines mächtigen Rishi.

1145. Verreibe Turicu mit dem Salz-Jayanir zu einer dickflüssigen Masse. Forme eine Kugel und umhülle sie mit Caram. Trockne in der Sonne und unterziehe sie einem Kukkuta-Putam, bis sie zu Chunnam wird. Dieses Mittel ‚töte‘ Sutam.

1146. Ist Sutam ‚getötet‘, seien unzählige Künste möglich. Füge Kenti in der doppelten Sutam-Menge hinzu und verreibe vier Samam mit Jayanir. Der wilde Elefant werde gezähmt. Forme flache Scheiben und trockne sie in der Sonne.

1147. Lege die getrockneten Scheiben in eine Schale und dichte sie ab. Fülle eine weite Pfanne reichlich mit Salz und setze die Schale hinein. Erhitze vier Samam und lasse abkühlen. Am nächsten Tag erhitze wieder mit lotusartigem Feuer.

1148. Wiederhole das lotusartige Erhitzen sieben Tage, mein Sohn. Lasse abkühlen und prüfe das reine Centuram, dessen Umwandlungskraft kaum zu fassen sei. Ein Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer ergebe die Feinheit zehn. Selbst natürliches Gold sei damit nicht vergleichbar: So erstaunlich sei diese Verwandlung.

1149. Bei der als Kutavani bezeichneten Umwandlung werde die Feinheit acht erreicht; bei reinem Kupfer wird eine besonders hohe Feinheit behauptet. Viele weitere Umwandlungen seien möglich. Diese Rasa-Kunst bestehe als Silber- und Goldkunst. Festige dich im Shiva-Yoga; dann könne man wie ein König auf Erden leben.

Anmerkung: Kutavani ist ein unsicher gelesener Fachausdruck und wird nicht chemisch festgelegt.

1150. Verehre die Füße des Gurus und frage immer wieder nach allen Zweifeln. Erforsche die Alchemie nach seiner Unterweisung. Fehlt dir das entscheidende Mittel, studiere die Schrift. Wer ohne die maßgebliche Lehre Alchemie betreibt, erreicht sie nicht und stellt alles auf den Kopf. [Die letzte Wendung über Sutam und Zeit ist beschädigt.] Er verzweifle und gehe zugrunde, so die Warnung.

Der Hunger des Sutam und Caranai

1151. Nimm das kräftige Karpam, damit du nicht zugrunde gehst, und verehre die Mutter, damit Verwirrung weicht. Sammle Vasi und suche stets Zuflucht zu den Füßen des Gurus. Verankere den Geist [die Ortsangabe ist beschädigt] und trinke den Nektar zur Seligkeit. Willst du ungehindert in den Luftraum aufsteigen, höre das Mittel, mit dem Sutam hungrig gemacht wird.

1152. Höre vom elefantengleichen Sutam-König und seinem Weg durch den Luftraum. Er soll rein werden, Tag und Nacht als eines erscheinen lassen und im Augenblick Koti Entfernungsmaße durcheilen, alle Ebenen überschreiten und zurückkehren. Für das Wirken der acht Siddhis erzeuge in ihm einen Hunger wie das untermeerische Feuer.

1153. Während Sutam im Tiegel schmilzt, gib die gleiche Menge Punakam hinzu. Unterziehe es einem Putam und führe das Freisetzungsverfahren aus. Der Sutam-König erhalte einen Hunger wie Shiva beim Trinken des Halahala-Giftes. Wie ein König bezwinge er alles Gewünschte. Füge danach Kenti-Essenz hinzu.

1154. Führe anschließend die Upacaram-Stoffe zu [die erste Bezeichnung ist beschädigt], dann die Essenzen der Kräuter. Es folgen die neun Metalle, Putam und die genannte Navavittinam-Gruppe. Füge schließlich reines Gold und Kupfer hinzu; die Perle erscheine leuchtend. Nachdem dies durchlaufen ist, höre die weitere Kupferbereitung.

1155. Für die Innenbeschichtung des Tiegels nimm Silai, Kenti, Nimilai, Kantam und Punakam, diese fünf zu gleichen Gewichten. Füge Kanja-Samen in entsprechender Menge hinzu und verreibe drei Tage mit dem Öl aus Haaren. Gib dieses Öl wiederholt bei.

1156. Bestreiche den Tiegel mit der gut verriebenen Masse und lege gebundenes Sutam hinein. Führe beim Schmelzen Punaka-Essenz im entsprechenden Sutam-Gewicht zu. Höre nun das Putam-Mittel: Vanacatti, Citramulam, Totai, Rettich, Talai, Nayuruvi und Amuri werden genannt.

Anmerkung: Mehrere Namen sind beschädigt; Amuri kann hier ebenfalls ein Pflanzenname sein. Eine sichere Zutatenbestimmung ist nicht möglich.

1157. Füge Puracu, Tevatali, Kotikkalli, Punamurungai, Caturakkalli, Sesam und Taubenkot hinzu. Der Text bezeichnet die Gesamtheit als fünfzehn Stoffe. Verbrenne jeden einzeln zu Asche und miss von jeder Art einen Padi ab. Gib die Aschen in ein Gefäß und gieße fünfzehn Padi Urin hinzu.

Anmerkung: Die als fünfzehn bezeichnete Liste ist wegen der beschädigten Namen und Wortgrenzen nicht vollständig sicher zählbar.

1158. Füge fünf Padi Kuhurin hinzu. Für Esel, Pferd, Elefant und Ziege werden je fünf Padi Amuri genannt. Die Gesamtmenge wird mit vierzig Padi angegeben. Vermische die Flüssigkeiten mit den Aschen, lasse drei Tage stehen, nimm den klaren Anteil und erhitze ihn auf dem Ofen.

1159. Wenn die Flüssigkeit dick wird, füge die folgenden Stoffe hinzu: Patikaram, Kentinuppu, Kalluppu, Shakti-Caram, Navaccaram, Evaccaram, geröstetes Venkaram, Savarkkaram, Kenti-Salz, Valaki-Salz, Katalnurai, Annam-Peti, Turicu und Puniru.

Anmerkung: Kentinuppu und Kenti-Salz erscheinen an zwei Stellen der Aufzählung; die mögliche Doppelung wird bewahrt.

1160. Nimm von jeder Art fünf Palam, pulvere und gib sie in die dicke Flüssigkeit. Hinzu kommen je ein Palam Kenti, Muschel-Chunnam und Viram sowie ein Padi Erukku-Milch. Vereinige alles, erhitze und nimm die Masse heraus, wenn sie wachsartig wird.

Kata-Rajan und die Stufen der Kulikai

1161. Verwahre sie in Porzellan und grabe das Gefäß in einen Reisvorrat ein. Nach einem Paksha nimm es heraus; das Mittel trägt den Namen Kata-Rajan. Es gleiche dem zornigen Rudra, einem Löwen und einem gewaltigen Helden, zugleich einem heftigen tödlichen Gift. Für die Kulikai sei dieses Putam besonders rasch wirksam.

1162. Nathas und Siddhas haben in ihren Schriften viele Putam-Verfahren genannt. Tirumular sprach davon in seinen Tausend. Ich hörte Kalangis Unterweisung und legte in den Siebentausend den Weg des Caranai offen dar. Damit werde das Durcheilen des Himmelsweges so leicht wie das Laufen eines kleinen Kindes.

1163. Während Sutam schmilzt, führe die Cam pata genannte Essenz zu. Genannt werden zehn Teile Rasa und zehn Teile Essenz. Unterziehe die Schmelze einem Putam. Die Farben der Essenz seien vielfältig; beim Wiegen des Sutam bleibe das Gewicht der Perle erhalten.

Anmerkung: Der Essenzname und das genaue Verhältnis zwischen Freisetzung und verbleibendem Gewicht sind nicht ganz sicher lesbar.

1164. Was gleicht diesem Putam? Selbst Ishvaras Putam müsse davor zurückstehen. Die kostbare Mutter unterwies mich, und ich prüfte die Verfahren einzeln. Führe die hundertzwanzig Upacaram-Stoffe, die fünfundzwanzig Kara-Caram-Arten, die vierundsechzig Pashanam-Stoffe, die neun Metalle und die genannte Nava-Gruppe zu.

Anmerkung: Die letzte Gruppe ist als Nava-ashtina oder ähnlich entstellt; eine Edelsteinliste wird nicht ergänzt.

1165. So vollzogen ist ein Caranai-Durchgang beendet; die folgende Entfernungsangabe ist beschädigt. Nach einem zweiten Freisetzungsverfahren könne die Kulikai tausend Katam zurücklegen. Bei Zuführung an ‚Sonne‘ werde die Cikara-Grenze sichtbar [Bedeutung unsicher]. Nach vier Durchgängen reiche der Weg bis zu einem Lakh Katam.

1166. Nach fünf Durchgängen reiche er bis zu einer Koti. Nach sechs werde Verwandlung durch Berührung möglich; nach sieben seien die Merkmale kaum auszusprechen. In den unerreichbaren Welten entstehe Verwandlung durch bloßen Anblick. Die Kunst der Siddhas sei grenzenlos; denen, die sie erreichen, werde diese Umwandlung in der Welt zuteil.

1167. Spricht man, geschehe Verwandlung der Gestalt; sagt man ‚Reife‘, reife die Substanz. Mit der Kulikai am Ohr bewirke die ausgesprochene Benennung ‚Gold‘ die entsprechende Verwandlung. Denke im Herzen ‚Gold‘, und alle Berge würden golden, meine Kinder. Tag und Nacht würden eins; Parapari und Shiva kämen zur Verehrung.

1168. Gib der Kulikai die Essenzen der hundertzwanzig Upacaram-Stoffe, der Pashanam-Stoffe und Kräuter, dazu die neun Metalle, und schmelze. Die Feinheit werde zwanzig. Wie könnte man diese Kunst selbst in der Himmelswelt zeigen? Nach sechs Freisetzungen sei die Substanz vollendet. So arbeiten jene, die es erkannt haben.

1169. Wer Sutam die Essenzen nicht in den entsprechenden Mengen zuführt, bei dem bleiben Luftwandern und Siddhi unwahr. Er irrt so weit, wie er gelangt, und geht zugrunde. Für den Sutam-König würden die Upacaram-Stoffe zu Gold [eine weitere Wendung ist beschädigt]. Höre von Sutam, das Nagam aufgenommen hat: Seine besondere Umwandlung kenne selbst die Mutter nicht, so die Übersteigerung des Verses.

Essenzzuführung und das Feuer der Wurzel

1170. Bei den zwölf Kulikai werden Surabhi und Bhoga besonders genannt; für diese beiden genügten die neun Metalle. Die anderen Kulikai sollen den weiteren Freisetzungen unterzogen werden. Ohne wiederholte Zuführung der Essenzen und Caranai flögen sie nicht im Luftraum, und Verwandlung durch Berührung finde nicht statt.

1171. Wird Caranai gründlich vollzogen, durchquert die Kulikai die Welten und überschreitet die Stätten. Unzählige Sonnen und Blitze ließen die Wesen erschrecken; durch die Kulikai könne man weitersteigen. Beim Weg zum Mond trete Zittern auf, doch die Kulikai beseitige die Kälte. Die wunderbaren Gestalten würden offenbar.

1172. Wird Sutam nicht gebunden, so seien nach dieser Lehre auch aufsteigende Erkenntnis, leuchtender Yoga und Kaya-Siddhi vergeblich. Die Zeichen der Adharas fehlten, und in der Umwandlung entstehe kein Gold. Wer nur mit schwankendem Geist Yoga betreibt, werde dennoch von manchen ein Erkennender genannt – ein völlig unverständiger, so die Polemik des Textes.

1173. Wenn das Feuer der Wurzel aufleuchtet, werden die sechs Stätten hell sichtbar. Auch die sechs darüber und die sechs Lehrschriften werden offenbar. Man erkennt Paraparis Wirken und das Teilungslose. Wer im Stützpunktlosen ruht, findet den Zustand ohne Anfang, Ende und Namen.

Eine weitere Cinki-Bereitung

1174. Höre eine Cinki-Bereitung, die in den Siebentausend besonders hervorragt. Genannt werden die Fette von Udumpu, Schildkröte, Alakku, Mutter-Ecal und Rind, fünf Arten zu je fünf Kalanju. Dazu kommen fünf Teile Puluku und fünf Teile Cavvatu. Vereinige alles.

Anmerkung: Mehrere Tier- und Duftstoffnamen sind beschädigt. Udumpu bezeichnet einen Waran; die übrigen unsicheren Namen werden nicht zoologisch ergänzt.

1175. Nimm je ein Kalanju Pari-Chunnam, Turicu-Chunnam und Puram-Chunnam. Vermische sie mit der vorigen Masse, verstreiche sie im Reibstein und setze sie der Sonne aus. Unter der Wärme bilde sich Öl. Schabe es ohne Verlust ab und bewahre es in Porzellan auf.

1176. Höre die weiteren Zusätze: Venkaram, Kenti, Cavviram, Aritaram, Puram, Karunapi, Moschus und Totti. Von jeder Art wird ein Panam genannt; der Text spricht von neun Stoffen. Verreibe sie im Reibstein, mische sie in das Öl und verwahre es. So entsteht Cinki.

Anmerkung: Die lesbare Liste ergibt acht Namen; der als neunter bezeichnete Stoff wird nicht erfunden.

1177. Wiege Sutam in den Reibstein. Ein kleiner Punkt Cinki mache einen Ser Rasa butterartig. Binde es in ein Säckchen und erwärme im Feuer des Cutan. Schmelze es danach mit Öl in einem Löffel; es werde silber- und goldartig.

1178. Ist der bewegliche Sutam-Elefant gefangen, werde Alchemie leicht wie eine Mücke. Forme aus dem Sutam eine lange Kette und verweile im genannten bequemen Sitz. Mit dem Ruf ‚Shiva, Shiva‘ würden die fünf wirkenden Gottheiten freudig vor dir stehen. Ishvara gewähre alles Erbetene; die Künste der Welt würden klar.

1179. Zu dem durch Cinki gebundenen Sutam werden vier Teile Gold im genannten Verhältnis gegeben. Lege die Mischung in einen Kalktiegel und unterziehe sie einem Putam; Gold werde zu Chunnam. Bei den neun Metallen reiche die Wirkung ins Tausendfache. Die Farbe sei kaum zu beschreiben, sonnengleich und von rascher Wirkung.

1180. Die weitreichende Wirkung beruht auf Savarkkara-Chunnam und der Festigkeit des Salzes. Die Farbe kommt von Sutam, das erstaunliche Rot von Kenti. Gold und Karam bewirken die Bindung; Viram macht blütenartiges Chunnam. Puram verleiht die genannte Beständigkeit. Darin sei die hilfreiche Alchemie zusammengefasst.

Savarkkara-Chunnam

1181. Ich erkläre Savarkkara-Chunnam so, wie Ishvara es einst der goldenen Ranke, der Göttin, verkündete. Miss ein Patakku Puniru in ein Gefäß und gieße sechzehn Padi menschliches Amuri hinzu. Vermische drei Tage und nimm am vierten Tag die klare Flüssigkeit.

1182. Füge der klaren Flüssigkeit Steinkalk hinzu; die Mengenangabe verbindet zweimal einen halben Padi [Lesung unsicher]. Vermische drei Tage und nimm am vierten Tag den klaren Anteil. Pulvere einen Padi des genannten Steins beziehungsweise Salzes, löse ihn darin und nimm wiederum am vierten Tag die klare Flüssigkeit. Gieße sie in eine dickbodige Pfanne.

1183. Nimm je ein Palam Vediyuppu, Cinam, Turicu, Caram, Viram und weißen Pashanam. Pulvere beziehungsweise verreibe fein im Reibstein und gib alles in die klare Flüssigkeit. Vollziehe Ishana-Verehrung, stelle auf den Ofen und erhitze.

1184. Erhitze mit lampenartigem Feuer, ohne den Boden anbrennen zu lassen, und rühre mit einem eisernen Spatel. Wenn die Flüssigkeit dick wird, füge einen Ser Sesamöl hinzu. Forme aus der wachsartigen Masse Scheiben und trockne sie in der Sonne. Tränke sie anschließend mit Mallikai-Saft und lege sie wieder in die Sonne.

1185. Setze dies sieben Tage im genannten irdenen Gefäß fort; das Öl werde von der Gefäßwand aufgenommen. Die Masse erscheine schwarz. Sei nicht verwirrt, sondern schneide sie wie Arekanuss in dünne Späne. Breite ein Tuch aus, lege Mallikai-Blätter darauf, dann die Späne und darüber weitere Mallikai-Blätter.

1186. Gib ungeschälten Reis mit Wasser in einen Topf und stelle ihn auf den Ofen. Lege das vorbereitete Tuch darüber und decke es mit einem umgekehrten Topf ab. Erhitze bis zur passenden Dampfbehandlung. Die Späne sollen sich verbinden; nimm sie heraus und trockne sie in der Sonne.

1187. Lege die getrocknete Masse erneut auf Blätter über den Reistopf und dämpfe wie zuvor. Trockne wieder, schneide erneut Späne und wiederhole die Blatt- und Dampfbehandlung insgesamt dreimal. Forme danach eine Scheibe und lege Steinkalk darunter und darüber.

1188. Binde alles in ein Tuchbündel und setze es auf die mittlere Scherbe in einer Pfanne. Bringe in der oberen Schale etwa hundert kleine Löcher an [die genaue Anordnung ist beschädigt]. Lege Mallikai-Blätter auf, koche mit Wasser und lasse die Flüssigkeit beziehungsweise den Dampf durch die Öffnungen zur Behandlung wirken.

Anmerkung: Die Apparaturbeschreibung ist lückenhaft und wird nicht zu einer modernen Anleitung rekonstruiert.

Nagam, Lebensunterhalt und Yoga-Unterweisung

1189. Nimm ein Palam Nagam, schmelze es und gieße in Iluppai-Öl. Lege die genannte Blattumhüllung an und unterziehe es einem Katai-Putam. Rauch und die beschriebenen ‚Augen‘ würden gebunden. Füge Sutam im Nagam-Gewicht hinzu und schmelze zu kräftigem Kalaṅku.

1190. Füge beim Schmelzen ein Kalanju Kenti hinzu. Nagam werde Kalaṅku, in dessen Innerem Gold liege. Gib diese Grundsubstanz beim Schmelzen im Verhältnis eins zu zehn zu Silber und Kupfer; die Feinheit werde erreicht.

1191. Erhitze auf der Kohleschale unter Blasen; Kupfer weiche, und die Feinheit des Silbers zeige sich. Schlage Blech und unterziehe es einem Putam. Füge einen Teil Gold zu zwei Teilen hinzu, schmelze und prüfe. Bestreite damit deinen Lebensunterhalt und erkenne die Lehrschrift klar.

1192. Erkenne zuerst den Yoga und suche den Guru der Ursache. Lerne die Überlieferung des Gurus, beuge das Haupt, verehre seine Füße und betrachte den ganzen Weg. Verweile in Kumbhaka, ohne dem Todesgott auch nur wenig Raum zu geben. Erkenne den Weg Paraparams und übe ihn beständig.

1193. Höre ein weiteres Verfahren, das ich für die Menschen der Welt erkläre. Genannt werden eineinviertel Eisen [Einheit fehlt] und ein Virakan des hellen Kupfers. Unter den Zusätzen stehen ein Kalanju Talakam, das als Kati bezeichnete Karam und ein Kalanju Pashanam [Art unklar].

1194. Dazu kommen je ein Kalanju Puram, Viram, Turicu, Tuttam, Kevuri, Vediyuppu, Cinam und Lingam.

1195. Füge je ein Kalanju Karam, Nagam und Sutam hinzu. Vereinige alles und verreibe mit Erikalan-Milch [Pflanzenname unsicher]. Gib die Mischung in einen Vajra-Tiegel, verschließe mit einem Deckel, dichte ab und trockne in der Sonne.

1196. Heize den Ofen, schmelze die Mischung und nimm das Kalaṅku heraus. Ein Teil auf zehn Teile Silber und Kupfer wird beim Schmelzen zugegeben. Erhitze anschließend auf der Kohleschale unter Blasen; die Feinheit werde sechs.

1197. Füge zu vier Teilen dieses Präparats einen Teil Gold hinzu, arbeite es zu Blech und unterziehe es einem Putam. Gold werde abgeschieden und erscheine besonders rein beziehungsweise grünlich. Wie soll man solches Gold beschreiben? Die weiche Substanz sei vortrefflich; die Nathas führten dieses Verfahren geschickt aus.

Kenti-Öl und Centuram

1198. Ich erkläre einen weiteren feinen Weg der Nathas. Nimm ein Palam Kenti und verreibe es mit Irumpili-Öl [Name unsicher]. Forme pillenartige Kugeln, verschließe sie in einem Gefäß und dichte ab. Gewinne durch das Grubenöl-Verfahren ein goldfarbenes Öl.

1199. Gib dieses Öl zu Rasa; Sutam werde dadurch ‚getötet‘. Ist es so verändert, seien unzählige Umwandlungen möglich. Es folgen eine dem Sutam gleiche Menge [der Bezug ist unklar] und ein Viertel Vediyuppu. Verreibe vier Samam mit dem sechsfachen Jayanir.

1200. Trockne die geformten Scheiben, lege sie in eine Schale und dichte ab. Unterziehe sie einem Kukkuta-Putam. Das entstehende Centuram wird als außergewöhnlich gepriesen. Gib es zu Silber und Kupfer; seine Feinheit und Farbe seien kaum auszusprechen. Betrachte die außerordentliche alchemistische Kunst.

Kupfer, Verwandlung und inneres Schauen

1201. Sieh: Wenn in der Welt Hungersnot herrscht, leiden dann auch Mörser und Stein Hunger? Fehlt es den Siddhas, die in Höhlen wohnen, an erhabenem Schauen? Höre von einem besonderen Kupferverfahren auf dem Weg ihrer Verwandlungskunst. Nimm ein Palam Kupfer, schmelze es sorgfältig und gib ihm seine Speisung.

1202. Dazu gehören je ein Viertel Viram, Citrandam, Mati-Uppu und Caram. Vereinige alles behutsam und speise damit das Kupfer. Das Kupfer verliert seine Unreinheit und wird fein, wie Cavallai [Vergleichswort unklar].

1203. Schlage dieses Kupfer zu einem Blech. Höre nun vom Mittel für seine Putam-Behandlung: Die liebliche Manonmani besitzt die Gestalt der Kraft. Bestreiche das Kupfer mit einer schützenden Hülle, versiegle es kräftig und gib ihm ein Kukkuta-Putam. Nimm es nach dem Erkalten heraus und sieh: Das Kupfer ist gereinigt.

Anmerkung: Der Vers nennt Manonmani als Kraftgestalt, bestimmt die Zusammensetzung der Hülle hier aber nicht eindeutig.

1204. Nimm einen Teil dieses Kupfers, drei Teile Silber und einen Teil Gold. Schmelze sie sachgerecht und betrachte das Ergebnis. Darüber lässt sich kaum mehr sprechen: Das Gold besitzt seinen Feingehalt [eine Zahl ist nicht sicher lesbar]. Lass den Atem zur Ruhe kommen, nähere dich dem Höchsten und meditiere über Paraparai.

1205. Dann tanzt die unverhüllte Göttin; die sechs Stätten lassen sich schauen, und dein Schauen reicht bis zum Ende des Weltalters. Halte das Kumbhaka beständig, nähere dich den Lotosfüßen und erkenne das Rechaka klar. Behalte stets im Bewusstsein, was am Fußende und am Kopfende liegt.

1206. Sage: Wird der Durst gestillt, wenn man Speichel nimmt? Was man mit frischen Blättern als Kacaram bindet, soll Gold sein – doch es ist auch Täuschung. Fehlt selbst ein hirsekornkleines Maß Sutam, gibt es in dieser Welt kein alchemistisches Gold. Unter den von Bogar Rishi verkündeten Schriften ist dieses Buch die ausführliche Darlegung über Gold.

Anmerkung: Die Bezeichnung Kacaram und die Aussage über das Binden mit Blättern sind sprachlich unsicher.

1207. In diesem Lehrgedicht von siebentausend Versen sind der kurze und der lange Weg enthalten. Die Siddhas haben in vielen verschiedenen Lehrgedichten vielerlei besungen. Mein Sohn, alle verborgenen Grundlagen jener Bücher stehen in diesem Gedicht. Wahr ist, was hier im schönen Sapta Kandam der Siebentausend ausgesprochen wurde.

1208. Wahrlich, Edler, ich erkläre es bestimmt, wie hundert Koti Sonnen. Nimm Pashanam, Viram, Rasam und Karam zusammen mit Punīru und Kalk; zerreibe alles mit Umi-Nir. Lege es in eine Kupferschale, verschließe sie und gib ihr ein Putam: Das Kupfer wird weiß.

Anmerkung: Umi-Nir ist eine überlieferte Flüssigkeitsbezeichnung; ihre genaue Bedeutung bleibt an dieser Stelle offen.

1209. Vereinige den kupfernen Kalangu mit dem gleichen Anteil Mondmetall; sein Gehalt wird acht. Mit Silber verbunden leuchtet der Kalangu rot wie die strahlende Sonne [Vergleichslesung unsicher]. Das Kupfer verändert seine rote Farbe, und auch sein Glanz wandelt sich. Wenn das Metall seine Farbe verliert, lassen sich am Körper viele Künste vollbringen.

1210. Man kann wirken; wer aber erklärt die Lage von Ost und West innerhalb eines Ulakku [dunkles Bild]? Wer vermag in dieser Welt Anfang und Ende des Paraparam zusammen auszusprechen? Lassen sich Anfang und Ende in Bogar Rishis besungenem Buch erkennen? Die Siddhas versammelten sich und sangen viele Schriften in geordneter Weise.

Offenbarung des verborgenen Wissens und weitere Metallverfahren

1211. Hundert Koti Rishis und Weise verbargen den Weg der Valalai. Ich selbst habe ihn offen erklärt, damit die Nathas ihn erkennen. Darüber wurden sie zornig auf mich, redeten hinter meinem Rücken und schmähten mich heftig. Durch den Fluch der Rishis wurde ich hinausgetrieben und ging in das Land Cina.

1212. Nimm zehn [Maßeinheit hier nicht genannt] Eisenpulver und je einen Virakan Kupfer, Talakam, Pashanam, Lingam, Puram, Viram und Cinam.

1213. Hinzu kommen je ein Virakan Vedi-Uppu, Turucu, Tuttam, Karam, Kauri und Rasam. Vereinige alle diese Stoffe und zerreibe sie mit dem Milchsaft des Eri-Alan [Pflanzenname unsicher].

1214. Zerreibe die Mischung vier Samam lang, gib sie in den Tiegel und versiegle ihn. Stelle ihn in die Feuerstätte und blase das Feuer an. Wie könnte ich diesen mächtigen Kalangu beschreiben! Nimm einen Teil Kalangu, einen Teil Kupfer und einen Teil Silber. Schmelze sie unter Anblasen zusammen: Das Silber wird gebunden.

1215. Gib dich damit nicht zufrieden, mein Sohn. Füge ein Viertel Gold hinzu, erhitze die Mischung, schlage sie zu Blech und behandle sie mit Putam. Betrachte ihren Feingehalt ohne Unruhe. Beim erneuten Schmelzen kommen Centuram und Salz hinzu [Verbindung der Stoffnamen unsicher]. Der Gehalt wird zwanzig. So sang Bogar Rishi.

1216. Nimm ein Palam Talakam sowie Turucu und Karam in gleichem Gewicht. Bereite dem Talakam damit einen Überzug. Zerreibe mit Muttermilch und gib drei Putam-Behandlungen. Führe das Putam unter Erde aus: Das Talakam wird fest gebunden.

1217. Nimm einen Virakan des gebundenen Talakam, einen Virakan Silber und vier Virakan Kupfer. Schmelze sie sachgerecht und gib die wirksame Grundsubstanz hinzu [Wortende beschädigt]. Blase das Feuer in der Schale an: Das Silber erhält den Gehalt sechs. Füge die gleiche Menge Gold hinzu, schlage Blech und gib ein Putam.

1218. Der Feingehalt sinkt dann nicht; die Substanz wird nicht von Salz und Kavi angegriffen. Das Gold gewinnt an Farbe. So gelingt die alchemistische Kunst. Verweile im Shiva-Yoga und richte das Kumbhaka nach oben. Bogar Rishi und die Götter haben dies für die würdigen Menschen der Welt besungen.

1219. Höre eine weitere treffliche Grundlage: Dies ist die mächtige Culukku-Verwandlung. Feile das Eisen, mein Sohn, und nimm genau ein Palam Pulver. Dazu kommen je vier Palam Turucu, Cinam, Caram und Vedi-Uppu.

1220. Teile auch die vier [Palam] Patikaram in Portionen. Gib eine Portion zum Eisenpulver, zerreibe sie damit und wasche mit Amuri aus. Verfahre mit allen vier Portionen so. Durch dieses Auswaschen verliert das Eisen seine Unreinheiten und bleibt als dunkles Pulver zurück.

1221. Teile das Caram ebenfalls in vier Portionen. Gib zunächst eine davon zum Eisenpulver und zerreibe sie damit. Verarbeite auf diese Weise alle vier Portionen und wasche jedes Mal sorgfältig mit Amuri aus. Teile dann das Turucu in vier Portionen und verfahre wie zuvor.

1222. Wasche mit Amuri aus; wiederhole diese Behandlung viermal. Wasche wiederum mit Amuri und füge dem so erhaltenen Gewicht entsprechend Sutam hinzu. Zerreibe im vertieften Mahlstein, lege die Masse in einen Topf und versiegle ihn. Setze ihn auf den Herd und unterhalte vier Samam lang ein Lotosfeuer.

1223. Sieh, es entsteht lotosfarbenes Centuram. Nimm davon ein Viertel und füge vier [Teile] Karam hinzu. Lege es in den Tiegel und schmelze es. Verbinde den so entstandenen Kalangu mit der gleichen Menge Kupfer. Beim Anblasen wird das Kupfer gebunden; seine Unreinheit kommt zur Ruhe.

Anmerkung: Das Mengenverhältnis im ersten Satz ist im Tamilischen verkürzt und nicht eindeutig aufgelöst.

1224. Nimm einen Teil des gebundenen Kupfers, einen Teil Gold und einen Virakan Silber. Schmelze sie unter Anblasen: Der Feingehalt wird acht. Wo wäre ein Verlust? Wenn du es einem Händler übergibst, entsteht Gewinn. Bleibe gesammelt, beachte das Verfahren, verbinde dich mit niemandem und schaue auf die wesentliche Grundlage.

Pranayama und gebundene Grundsubstanzen

1225. Verweile im Pranayama und überschreite das Bewusstseinswesen. Verehre den Sitz des Gurus und wirf die Gleichgültigkeit ab, Edler. Bleibe im Kumbhaka und schaue das große Licht der Welt. Die heilige Maheshvari, die unverhüllte Göttin, schenkt dir ihren Gnadenblick und ihre Verehrung.

1226. Nimm fünf Palam Pashanam und fünf Palam Punīru. Zerreibe das Punīru mit Kecari-Nir [Flüssigkeitsname unklar]. Gib dem Pashanam einen festen Schutzüberzug, damit es nicht aufsteigt. Richte es als Dola-Yantra ein, stelle es auf den Herd und erhitze es.

1227. Entferne nach dem Erhitzen die Hülle des Pashanam. Behandle es vier Samam lang durch wiederholtes Benetzen und Eindampfen mit Erukkan-Milchsaft: Das klare Pashanam wird fest. Füge die gleiche Menge Sutam hinzu. Zerreibe acht Samam lang mit dem aus sechs Arten bereiteten Jaya-Nir; dabei wird die Masse wie Wachs.

1228. Gib dieses Wachs im Verhältnis eins zu zehn in Velliyam. Gewinne die Flüssigkeit des weißen Vangam: Die alchemistische Kunst erweist sich als beständig und wahr. Gehe in den Shiva-Yoga ein und erfahre aufmerksam das Aufgehen des Geistes. Damit der Körper nicht zugrunde geht, verwirkliche mit Hingabe den Zustand des Yoga.

1229. Es ist, als kenne der Frosch den Duft der Blume nicht. Wer vermag die Schriften der Siddhas und alle Schriften des Vedanta zu prüfen und ihnen im Streit zu begegnen? In meinem seltenen Buch habe ich das Feine niedergelegt [Satz teilweise beschädigt]. Verehre rechtschaffen die Füße der Mutter Manonmani und preise Paraparai als die Ungeteilte.

1230. Nimm je fünf Palam Nagam, Talakam, Kentakam, Cingi, Sutam, Turucu, Vakrantam und Silber.

1231. Vereinige alle diese Stoffe, von denen jeweils fünf Palam genommen werden, mein Sohn. Zerreibe sie im vertieften Mahlstein mit Jaya-Nir sechs Samam lang. Gib sie in einen Vajra-Tiegel, stelle diesen unbeirrt in die Feuerstätte und blase das Feuer an. Verschließe den Schmelztiegel so, dass nichts entweicht: Ein wirksamer Kalangu entsteht.

1232. Wie könnte ich diesen Kalangu beschreiben! Gib ihn zu Silber und Kupfer und verfahre damit beim Anblasen wie mit einer wirksamen Grundsubstanz. Wer könnte den erreichten Gehalt beschreiben? Füge ein Viertel Gold hinzu, schlage die Masse zu Blech und gib ihr ein Putam. Der Gehalt steigt, und es wird makelloses Gold.

Lichtmeditation und Lingam-Verfahren

1233. Verehre Paraparai und verweile im reinen Bewusstsein. Lass die drei Unreinheiten hinter dir und gehe in den offenen, leeren Raum ein. Schaue das Lichtwesen und halte seinen strahlenden Glanz stets im Herzen. Bleibe verehrend im Samadhi, bis das noch Ausstehende seine Erfüllung findet.

1234. Wie das Sprichwort sagt, gibt es in dieser Welt keine Schwangerschaft, von der die Mutter nichts weiß. Gibt es auf Erden eine Alchemie, die ich nicht kenne? Nimm ein Palam Lingam und weiche es in Frauenmilch ein. Behandle es damit vier Samam lang durch Benetzen und Eindampfen: Das lebhafte Lingam wird gereinigt.

1235. Behandle es ebenso vier Samam lang mit Honig; anschließend vier Samam mit Taivelai, vier Samam mit Mucukkai und Karuppan-Saft, vier Samam mit Fruchtsaft, vier Samam mit Cankan-Saft und vier Samam mit Meni-Saft. Setze das wiederholte Benetzen und Eindampfen unbeirrt fort: Es wird gebunden.

1236. Nimm ein Palam des gebundenen Lingam und ein Palam Sonnen- und Mondmetall [Gewichtszuordnung nicht eindeutig]. Feile die Metalle sorgfältig. Zerreibe Kunri-Mani, mische es wie für einen flächigen Überzug und befestige diese Hülle sachgerecht am Lingam. Versiegle das Ganze kräftig und gib es in dieses Putam [Bezeichnung beschädigt].

1237. Dabei schmilzt das Lingam und bewegt sich; der flüchtige Stoff wird gebunden. Nimm die wirksame Lingam-Grundsubstanz und füge sie Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn hinzu. Beim Schmelzen entsteht der gewünschte Gehalt. Mein Sohn, Salz und Kavi können ihm nichts anhaben. Blase das Feuer in der Kohleschale an und prüfe den klaren Gehalt.

1238. Das Kupfer verschwindet, und das Silber erhält den Gehalt. Füge seinem Gewicht entsprechend Gold hinzu, schlage Blech und gib ein Putam. Die Goldmenge nimmt zu: Beständig ist diese alchemistische Kunst. Der von Bogar Rishi gelehrte Weg ist auf Erden keine Lüge, sondern Wahrheit.

1239. Sage: Wenn eine Rührkelle vorhanden ist, muss die Hand dann verbrennen? Wenn Askese vorhanden ist, was kann uns das Karma antun? Wenn man die Wirkungsweise des Mittels kennt, was vermag dann der Paka [Reifungs- oder Erhitzungszustand]? Erkenne die feinen Wendungen des von Bogar Rishi verkündeten Weges mit Gewissheit.

1240. Nimm einen Ser Rasam und zwei Ser Kenti. Nimm einen dickwandigen Topf sowie einen Padi Salz. Schichte Salz unten und oben ein und lege auch Kentakam unten und oben. Gieße das Rasam in die Mitte. Erhitze in umgestürzter Lage zehn Samam lang.

Anmerkung: Die genaue Anordnung der Schichten und der umgestürzten Anordnung ist im knappen Vers nicht vollständig beschrieben.

1241. Nach zehn Samam nimm es heraus: Das Centuram gleicht frischem Lingam. Wie könnte ich seinen Glanz beschreiben! Füge Gold im Verhältnis eins zu zehn hinzu und zerreibe erneut mit Jaya-Nir. Die Kraft dieses Centuram nimmt zu, und seine Verwandlungswirkung reicht sehr weit.

1242. Gib es Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zu, schmelze und nimm es heraus. Es wird schwarzes Gold. Blase das Feuer weiter an: Es wird rotes Gold. Schlage es zu Blech und gib ein Putam; sein Gehalt wird sechs. Füge einen Teil Gold auf vier Teile hinzu, nimm die Mischung und schmelze sie.

Bogars Reisen und die verborgenen Schätze der Siddhas

1243. Ich zog mit der Kulikai in die acht Himmelsrichtungen und sah die vielen Flüsse und Berge. Ich sah goldführenden Sand und die Fundstätten leuchtender Rubine. Ich ging zum grünen Berg und sah die roten Vayiciriya-Fundstätten [Mineralname beschädigt]. Auch den Berg Nagarjunas sah ich und lernte vielerlei Wunder kennen.

1244. Ich sah den sogenannten Silberberg und auch den Kupferberg, mein Sohn. Ich zog weiter zum Meru und sprach dort mit Roma Rishi, Weisen und Siddhas. Ich nahm mir vor, all das Verborgene der zahlreichen Lehrschriften ans Licht zu bringen. Mithilfe der Kulikai gelangte ich nach Cina und ließ mich dort nieder.

1245. Um über die Inseln und fernen Inselreiche zu fliegen, fertigte ich eine Kulikai an. Ich sah die sieben Meere, die Wohnstätten der Nathas und ihre Uferplätze. Ich sah Cattirams [Rast- oder Versammlungshäuser], Gold wie Berge und weitläufige Höhlen. Ich sah einen Waldstrom, der Silber genannt wird, und große Bergwerke.

1246. Ich sah die Versammlung der Rishis und Kaalangi Nayanars Samadhi-Stätte. Nahe diesem Samadhi-Ort am Meru, Edler, liegt ein schwer zugänglicher Teich. Ich werde dir alle seine Wunder erzählen. Sieh die Größe der fest erbauten Halle mit ihren tausend Säulen!

1247. Die Siddhas sitzen dort versammelt an den Säulen im Samadhi. Kaalangi und die drei [Bezug unklar] verharren nahe beieinander in tiefem Samadhi. Hundert Koti Rishis kommen hinzu, treten näher und hören vielerlei Gesänge [Lesung unsicher]. Die Siddhas verkünden Koti von Mantraformeln.

1248. Sie lassen die wesentliche Grundsubstanz erklären und berichten vom Centuram-Wald, vom Cunnam-Wald und von den Orten großer Kessel oder Behälter. Sie nennen Ramas verborgenen Vorrat und preisen den Keti-Ort [Name unsicher]. Sie erzählen auch von Ravanas Stätte und von den Orten wertvoller Güter.

1249. Sie erklären mit großer Feinheit all jene goldenen Wälder und ihre Geheimnisse. Sie berichten von dem Gold, das der mächtige Harishchandra, König von Ayodhya, hinterlegte. Höre, mein Sohn: Sie geben die ruhmreiche Unterwelt-Augensalbe. Sie lehren auch, wie sich Pururans gesamtes Gold sachgerecht bergen lässt.

Anmerkung: Die Unterwelt-Augensalbe gehört zur Erzählung über das Erkennen verborgener Schätze. Pururan ist die hier überlieferte Namensform.

1250. Die Siddhas kennen die Art, wie Könige ihre Schätze hinterlegten, und bergen sie nach geordnetem Verfahren. Sie berichten von Vikramadityas Besitz und den unzähligen zugehörigen Schätzen [Wortgruppe teilweise dunkel]. Sie beschreiben ausführlich die Güter der Könige und des Chola-Geschlechts im Land. Auch nennen sie die Schätze, welche die miteinander verfeindeten Pandavas und Dhritarashtra sorgsam zusammentrugen.

Schatzorte und ihre Wächter

1251. Sie nennen die Reichtümer König Nalas. Auf Erden gibt es so viele – wie sollte man sie alle aufzählen? Man vergrub sie im dunklen Wald, im herrlichen Wald der Deva-Rishis. Dort steht ein Mara-Baum; nahe dem Berghang versammeln sich Siddhas. Viele Angehörige der ursprünglichen, von Gnade umgebenen Linie sind dort. Höre von ihrer Macht und ihren Wirkungen.

1252. Höre: Dort gibt es einen Teich und eine Raststätte, an der Gold wie Berge aufgeschichtet liegt. Scharen von Rakshasas sind dort, mein Sohn, und unbeschreiblich viele Rishis. Welcher gewöhnliche Mensch könnte sich nähern und diese unzugänglichen Schätze bergen? Wer die Mantras des Atharvaveda gründlich kennt, kann dorthin gehen.

1253. Man könnte das Gold forttragen und auf Erden wie ein König leben. Mit dem Gedanken, so zu leben, suchten Koti über Koti Menschen Reichtum, hinterlegten ihn in der Erde und starben. Sie hörten vom Licht, das im Feuer brennt [Satz dunkel], und gingen vergeblich zugrunde. Ohne zu bedenken, dass sie das Herz der Siddhas verletzen könnten, starben sie in einem Augenblick durch deren Fluch.

1254. Unzählige starben durch den Fluch der Rishis; Koti über Koti gingen in der Welt zugrunde. Ich erkläre dir noch ein weiteres geheimes Verfahren, mein Sohn. Viele begehrte Schätze liegen am Berghang bei der Stadt Vilatan. Dort steht ein Tempel mit hohem Gopuram und ein einzelner Tempel des Pillaiyar.

1255. Dort gibt es einen Tempelteich und einen runden Felsblock. Ein Shiva-Linga ist dort aufgestellt, und ein hoher, aufrechter Stein steht daneben. Mein Sohn, dort liegen Dharmas Schätze, unermessliches Gold wie Berge. Koti über Koti Speicher sind es; man sagte, ihre Zahl lasse sich nicht angeben.

1256. Ich habe den Weg Bogar Rishis erklärt. Die Schätze des siegreichen Vibhishana liegen in Lanka: Koti von Gold, für Weltalter aufgehäuft. Grüne Edelsteinketten und Halsschmuck strahlen dort wie Blitze. Vor der Festung und der Stadt lassen sich die Schätze des Königs schauen [Ortsangabe teilweise beschädigt].

Der goldene Palast und der Fluch der Rishis

1257. Vor dem Eingang des goldenen Gopuram steht ein großer Behälter mit Centuram. Alle Säulen bestehen aus kupferfarbenem Gold; in der Mitte steht ein Behälter mit Jaya-Rasam. Viele Schmuckstücke und Zierate liegen dort. Ein prächtig geschmücktes Pferd steht da; an diesem Pferd aus der Götterwelt erscheinen lange Flügel.

1258. Dieses Pferd befindet sich in einer besonderen Halle, einem Capra-Kuta-Mandapam. Auch ein kupferner Palast ist dort. Ich will von der Herrlichkeit jener Halle erzählen, die unter Vibhishanas Herrschaft nach dem Entwurf Vishvakarmans aus der Himmelswelt geschaffen wurde. Man kann dort die von Indrajit und Shishupala vorgeführte alchemistische Kunst sehen.

1259. In dem kupfernen Palast, unten in der Halle, trug man das Centuram namens Jaya-Rasam und das als Tumsaram bezeichnete Jaya-Sutam auf. Sobald man Glut daranbrachte, reifte das ganze Palastgebäude zu Gold. Ich sah es selbst: Indrajit errichtete auf diese kunstvolle Weise einen goldenen Palast.

Anmerkung: Die Stoffbezeichnungen Tumsaram und Jaya-Sutam sind im überlieferten Wortlaut nicht eindeutig gegeneinander abgegrenzt.

1260. Die Siddhas und Rishis erschraken und liefen zitternd herbei. Damit dieses Jaya-Suta-Tumparam keinem Menschen auf Erden zugänglich werde, verschlossen sie das Jaya-Sutam in großen Behältern und ließen niemanden heran. Sie verbargen sämtliche Behälter tief unter der Erde bei der Samadhi-Stätte [Schlussformulierung beschädigt].

1261. Nachdem sie alles vergraben hatten, verfluchten Koti von Rishis und Weisen den Siddha Indra: Er solle als Gebundener in der Welt umherirren. Der Siddha-König Indra litt, wurde gefangen gehalten und zog klagend umher. Schließlich lösten sie den Fluch des gequälten Indrajit.

Anmerkung: Der Text wechselt hier zwischen den Namensformen Indra und Indrajit. Die Übersetzung gleicht sie nicht stillschweigend an.

1262. Der große Weise Janaka nahm ihn mit in den Wald und unterwies ihn in der Wahrheit der Erkenntnis, sodass alle ihn preisen sollten. Janaka erklärte ihm klar die Größe der Siddhas. Er versank in der Auflösung des Geistes und verharrte würdevoll im Yoga-Samadhi.

1263. Am Rand von Lanka liegt in großer Entfernung ein Quellteich. Dort wurden Schmuckberge und Koti über Koti Behälter mit rotem Gold fest in der Erde verwahrt. Vetalas bewachen sie. Bogar Rishi sah diese auf Erden verborgenen Gefäße mit Schmuck.

1264. Westlich von Lanka sah ich einen verborgenen Gang mit großen Behältern. Am bewachten Festungstor stehen furchtbare Kinkiliyar und eine Schar Hanumans. Zahlreiche Wächter sind dort; hundert Koti Rishis kommen und gehen. Die Weisen kommen, um Sitas Schmuck zu verehren [Verb unsicher].

Lanka, Cina und die Rückkehr zu Kaalangi

1265. Nördlich von Lanka liegt am Berghang ein Felsen. Dort stehen eine einzelne Halle und eine Festung; am Meeresufer ragt ein aufrechter Stein empor. Nahe dem Meer steht ein fruchttragender Devataru-Baum, bewacht von einer Schar Rakshasas. Nicht einmal Sonne und Mond sehen diesen Ort. Welcher Mensch auf Erden könnte ihn schauen?

1266. Viele Koti Siddhas kommen und gehen, um ihn zu sehen. Niemand vermag diese Fülle von Schätzen zu beschreiben; wer in der Welt kennt ihre zahlreichen Geheimnisse [Lesung unsicher]? Ich selbst ging mit der Kulikai dorthin und durchquerte die ausgedehnten Festungswege. Ich fand den Zugang zum unterirdischen Gang und sah Ravanas herrlichen Schatz.

1267. Ich sah sämtliche Eingänge des Schatzortes und Panchalas umfangreiches Behälterdepot. Am Meeresufer steht ein Baum, links von der Festung. Dort fließt der Vati-Manal genannte Fluss; nahe dem großen Fluss befindet sich eine Quelle. Kinkiliyar halten Wache, und am Zugang zum Ufer steht Karuppannan.

1268. Dort liegt Panchalas Opferhalle und eine große Stätte, an der Gold entsteht. Keusche Jungfrauen halten sich dort auf; durch ihren Fluch können sie den, den sie erblicken, erstarren lassen. Sie tragen Wasser in goldenen Krügen und vollziehen verehrend die Handlungen des Opfers [Ritualwort beschädigt]. Ich sah diese Opferhalle und zog mit meiner wirksamen Kulikai weiter.

1269. Ich zog nach Cina und verweilte dort eine Zeit lang. Dann kam ich in das südliche Land. Ich ging in die Höhle derer, die auf dem Anjana-Berg wohnen, und betrachtete die Fülle ihrer unermesslichen Lehrschriften. Danach stieg ich auf den Gipfelberg und schaute gnädig auf den Ort des Rishabha [Schlussverbindung unklar].

1270. Ich sah den Herrn und Kaalangis Füße. Mit reinen Blüten nahm ich bei ihm Zuflucht. Ich überschritt das Ufer und ging zu den Füßen der Weisen und Rishis, die selbst hinübergelangt waren. Ich verehrte die Siddhas und erzählte ihnen von der Herrlichkeit der Welt. Ich hatte die Erde von unten bis oben gesehen und offenbarte alles über die beständige Versenkung.

1271. Sie freuten sich über meine Offenbarung, lösten den Fluch, der wegen der Enthüllung der verborgenen Lehren über mich gekommen war, und wollten, dass alle Menschen auf Erden leben könnten. Sie zeigten mir die besonderen Kennzeichen der Kavana- und Kevauna-Siddhi [erste Bezeichnung unsicher]. Rishis, Weise und Siddhas sprachen zu mir und verliehen mir ihre Gaben.

Das Spiegelhaus und die Erscheinungen Verstorbener

1272. Mit den Gaben der Siddhas kehrte ich nach Cina zurück. Ich hielt mich an die Verfahren, die mir Weise, Rishis und Siddhas genau gelehrt hatten. Nun will ich eine Zauberkunst erklären, durch die man verstorbene Menschen auf Erden sehen kann. Höre, mein Sohn: Errichte sorgfältig ein festes Haus mit einer oberen Decke.

1273. Es soll an allen vier Seiten zehn Fuß messen und ohne offene Fugen gebaut sein. An einer Seite richte eine Öffnung und einen Durchgang für Menschen ein. Lass unten einen Spiegel ein und verschließe ringsum mit Bildtafeln. Stelle auf jeder Tafel männliche und weibliche Gestalten dar.

1274. Fertige vierundsechzig Spiegel an. Mit Ainkola-Tinte bilde kunstvoll verschiedene Gestalten in einzelnen Rahmen. Verwende alle Farben, sodass sie dem Auge schön erscheinen. Bringe sie mithilfe des verborgenen Verfahrens an und setze einen Punkt auf die Stirn [Bezug der Stirnmarkierung nicht eindeutig].

1275. Bringe oben am Gebäude ein handdickes Rohr aus Tuttanakam an, durch das man den Himmel und große Entfernungen sehen kann. Schaue durch die Öffnung des Rohres aufwärts in den Himmel. Bleibe aufrecht stehen, ohne mit den Augenlidern zu blinzeln, und schaue nach oben.

1276. Beim Schauen steht eine Gestalt vor dir, eine Erscheinung der Maya. Blicke anschließend wieder in den Spiegel: Der klare Spiegel zeigt die Gestalt. An wen du auch denkst, dessen Erscheinung tritt dir entgegen. Du wirst die wirkliche Gestalt Verstorbener sehen. So lässt sich diese Zauberkunst in der Welt vorführen.

1277. Wenn man die Erscheinung sehen will, darf tagsüber keine Bewölkung herrschen; überall wird Sonnenlicht benötigt. Hinter dem Vorhang muss Raum sein, um alles sehen zu können. Innerhalb von zehn Ghatika [Zeitangabe syntaktisch unsicher] lässt sich diese Zauberkunst im Gebäude immer wieder eindrucksvoll zeigen.

1278. Wenn man das Gebäude betritt und die deutliche Gestalt sieht, verändert sich die Versenkung des Geistes; mit einem Erschauern erscheint das Bild vor den Augen. Damit die Menschen diese weltverzaubernde Kunst kennenlernen, habe ich, Bogar Rishi, sie selbst gesehen und klar besungen. Darin besteht ihre Fähigkeit.

1279. Ich führte diese wirksame Kunst in Cina vor und erlangte Ruhm. Menschen aus allen Richtungen kamen, um den kundigen Bogar Rishi zu sehen. Sie sagten: ‚Dies ist eine außergewöhnliche Kunst, die in unserem Land nicht zu finden ist; selbst die Siddhas besitzen sie nicht. Bogar Rishi hat die Kunst gelehrt, welche die Welt in Staunen versetzt.‘

1280. Da versammelten sich die Siddhas, berieten sich im Verborgenen und wurden zornig auf mich. Wie überkochende Milch wallte ich auf und nahm ihre harten Worte zu Herzen. Die siegreichen Rishis und Weisen sprachen von der Zauberkunst. Die Mutter des Vedanta löste meinen Fluch. Nachdem ich ihn überwunden hatte, übte ich viele weitere Künste aus, mein Sohn.

Der schirmartige Flugapparat

1281. Ich will ein Gestell beschreiben, mit dem man in den Luftraum springen kann. Es ist ein runder Schirm; höre seine Maße. Fertige eine sechs Fuß weite runde Überdachung aus schönen Seidenschnüren. Bringe zweiunddreißig Rohrstäbe und ein stabiles Rad an.

Anmerkung: Die Verse 1281–1286 beschreiben einen historischen, schirmartigen Flugapparat und behaupten sichere Sprünge. Die Beschreibung ist kein Nachweis seiner Flugtauglichkeit und keine geeignete Bau- oder Übungsanleitung.

1282. Befestige einen Eisenstab am Rad, spanne ihn sachgerecht fest und bringe einen Stift an. Bespanne die Stäbe mit Stoff und fädle ein langes Steuerseil ein. Breitet man den Schirm aus, hält ihn und springt, so dringt Luft hinein. Der Wind hebt das Gestell, und der Mensch kann tief nach unten schauen.

1283. Hält man den Schirm in der Hand und springt vom Berg, soll er den Menschen tragen. Der Mensch fasst Mut. Während er zur Erde hinabsteigt, erscheint das ganze Land seinen Augen winzig wie ein Atom. So habe ich, Bogar, es ausdrücklich besungen; beachte diese Aussage.

1284. Ich werde noch eine Feinheit erklären, um diese Kunst zu üben. Gehe zu einem Fluss, dessen Wasser ruhig steht. Stelle dich auf eine Platte oder Brücke und halte den Schirm ordentlich in der Hand. Springst du ins Wasser, so soll dein Körper unversehrt bleiben.

1285. Der Körper soll keinen Schaden erleiden, wenn man auf diese Weise oft übt. Steige dann sachgerecht auf eine gewachsene Palme [nähere Beschreibung beschädigt] und halte den Schirm. Denke an Paraparai, verehre sie im Herzen und springe unerschrocken zur Erde. Durch vollständige, leichte Beherrschung der Übung könne man schließlich einen Gopuram besteigen.

1286. Man könne auf den Gopuram eines Tempels steigen und den schönen Schirm in der Hand halten. Oben auf der Spitze breite man ihn sicher aus. Springe man von oben hinab, solle man standhaft und mutig bleiben. Wenn die Übung weit genug fortgeschritten sei, eigne man sich zum Besteigen eines Berges.

Anmerkung: Die Textdatei trägt hier die Nummer 1266; der laufenden Folge entsprechend ist die Strophe als 1286 eingeordnet. Die Nummer 1286 ist in der PDF-Ausgabe auf Seite 169 bestätigt.

1287. Man gewinne dadurch Fähigkeit und einen festen Geist [Adjektiv unsicher]; Koti Menschen würden kommen und sich daran erfreuen. Was bedeutet Geld, selbst ein Besitz von Koti? Wer könnte diese Kunst auf Erden genügend beschreiben? Ich ging nach Cina, führte sie dort aus und erlangte Ruhm. Ich habe sie besungen, damit die Menschen gut leben können. Sieh ihre Fülle!

1288. Weil ich diese Fähigkeit besungen hatte, wurden sämtliche Siddhas auf Erden zornig auf mich. ‚Die hohe Kunst, nach der die Nathas suchten, ist auf der Straße verschleudert worden‘, sagten sie. Sie versammelten sich und sprachen einen Fluch aus – wie sollte ich ihn beschreiben? Ich suchte Kaalangi Nathars Füße auf, verehrte sie und wandte den Fluch ab.

1289. Danach versammelten sich die Siddhas erneut, riefen mich freundlich zu sich und stritten mit mir: ‚Die vorgeführte Zauberkunst ist zu weit gegangen; die große Kunst wurde entwertet.‘ Sie sprachen von der Kunst, Tote wieder lebendig zu machen. Die Nathas auf Erden beschränkten mich: Diese Kunst solle unterbleiben, die übrigen dürfe ich ausüben.

Anmerkung: Die Satzglieder über das Wiederbeleben und das Verbot sind beschädigt; die Einschränkung der Lebensrückgabe ist aus dem Zusammenhang übersetzt.

1290. Ihrem einschränkenden Wort folgend verehrte ich sie und beugte mich ohne Widerspruch vor ihren Füßen. Dann ging ich zu den Füßen der unverhüllten Göttin und übte lange Askese, mein Sohn. Alle mir gegebenen Künste schüttete ich in die Welt aus, damit die Menschen leben könnten. Mit der Kulikai zog ich fort und ließ mich in Cina nieder.

Begegnungen mit einem Siddha und sprechenden Bildgestalten

1291. Ich ging zum Meru und sah seine Gipfel. Dort erblickte ich eine Quelle [Lesung unsicher], die Wohnstätten der Nathas und ihren Uferplatz. Dort war auch ein Erdhügel, in dem ich einen ruhmreichen Siddha sah. Ich verehrte ihn von ganzem Herzen und beugte mich vor seinen Füßen.

1292. Ich verneigte mich tief vor dem Siddha, stand ehrerbietig vor ihm und fragte nach seinem Wesen. Voller Hingabe blieb ich wie ein Diener zu seinen Füßen und pries ihn. Er wurde mir gnädig, schenkte mir seinen Blick und fragte: ‚Wer bist du?‘ Ich verneigte mich und sagte: ‚Mein Name ist Bogar.‘ Er fragte: ‚Erzähle, wie du hierhergekommen bist.‘

1293. Ich sagte: ‚Ich brach in Cina auf und nahm die Kulikai mit. Um den Meru zu sehen, bin ich hierher gelangt und durfte euch begegnen.‘ Er sprach zu mir: ‚Ein Mensch von der Erde – bist du hierhergekommen? Ich könnte dich verfluchen. Doch, mein Sohn, ich habe meinen Geist zurückgehalten.‘

1294. Als ich, der junge Schüler, bekümmert dastand, wurde er mir erneut gnädig: ‚Dass du auf diesen Berg gekommen bist, ist ein großes Vergehen. Eigentlich müsste man dich schwer bestrafen. Doch ich werde dir nichts antun, Edler; ich werde dich unterweisen.‘ Wie ein Kalb, das seine Mutter wiederfindet, wartete ich lange bei ihm.

1295. Er schenkte mir seinen Gnadenblick: ‚Junger Mensch, der du zum Kailasa-Meru gekommen bist: Ich selbst kam im Dvapara-Weltalter auf diesen Berg Meru. Hier gibt es viele Wunder.‘ Er erklärte sie mir offen und bot mir seinen Sitz aus Tigerfell an. Sieh dieses Wunder!

1296. Er gab mir eine wunderbare Frucht; ich stillte meinen Hunger und blieb sitzen. Bei ihm sah ich eine Bildgestalt und stand ehrerbietig neben ihr. Sie sprach ausführlich mit mir, legte alle wesentlichen Geheimnisse offen und unterwies mich. Sie erklärte mir den Weg zur Befreiung.

Anmerkung: Patumai bezeichnet hier eine Bild- oder Figurenerscheinung, die im Bericht spricht. Die Übersetzung legt nicht fest, ob eine Statue, eine belebte Figur oder eine Vision gemeint ist.

1297. So zeigte sich die Größe dieser ersten Erscheinung. Danach, auf der Nordseite des Meru, sah ich eine weitere mächtige Bildgestalt. Sie sprach zunächst nicht. An ihrem Atem und Leib [Wortverbindung beschädigt] meinte ich zu erkennen, dass sie der früheren Gestalt gleiche. Ich blieb bei ihr stehen und begann, von den vielen Wundern zu erzählen.

1298. Auf wunderbare Weise fragte diese Bildgestalt mich: ‚Schöner, wer bist du?‘ Ich erschrak, zitterte und verneigte mich mit großer Ehrerbietung. Nachdem ich innerlich voller Hingabe Kaalangi Nathars Füße verehrt hatte, antwortete ich: ‚Mein Name ist Boganathan. Mit der Kulikai bin ich hierhergekommen.‘

1299. ‚Ich verließ Cina und kam, um den Meru zu sehen. Ich fand den Erdhügel eines Siddha, verehrte seine Füße und blieb bei ihm stehen. Schon zuvor sah ich eine Bildgestalt. Sie erzählte mir von vielerlei Wundern und verlieh mir freundlich zahlreiche Fähigkeiten.‘ So berichtete ich.

1300. Als die Bildgestalt meine Worte gehört hatte, blickte sie mich an und erklärte mir viele verschlungene Künste bis in ihre Feinheiten. Ich redete noch ausführlich mit ihr und fragte nach dem Kraut, das Leben verleiht. Würde sie es mir nennen, so könnte die ganze Welt zu Siddhas werden.

Verweigerte Wiederbelebung und Begegnung mit Velavar

1301. Sie sagte, so werde es geschehen, und dass man diese Kunst nicht auf Erden ausführen dürfe. Tote aufzuwecken sei nicht recht. Stattdessen verlieh sie mir vorerst viele andere Künste: Jaga-Jalam, Indra-Jalam, Gokarna- und Mahendra-Jalam sowie die Kunst, die eigene Körperhülle zu verlassen und in eine andere zu springen, mein Sohn.

1302. Darauf kam auch der Rishi zu mir und betrachtete aufmerksam mein Tierkreiszeichen. Da er mich weiterziehen lassen wollte, lehrte er mich die Feinheiten des Vedanta und erklärte den Weg zum Tempel Vadivelars. Ich stieg weiter zum Gipfel hinauf und sah den schönen Velavar.

1303. Ich sah Velavar und beugte mich vor seinen Füßen. Ich verehrte Kaalangi Nathar, kniete nieder und betete: ‚Mahadeva, bei dir nehme ich Zuflucht.‘ Velavar blickte auf mich, seinen ergebenen Diener, und fragte: ‚Junger Mensch, warum bist du zu den Göttern gekommen?‘ Ich erzählte meine Geschichte, und er nahm mich liebevoll als den Seinen an.

1304. Nachdem er mich angenommen hatte, verneigte ich mich und dachte gesammelt an Kaalangi. Ich erzählte: ‚Um alles Bewegliche und Unbewegliche im Weltall zu sehen, nahm ich die Kulikai mit. Voller Entschlossenheit stieg ich auf die Gipfel des Meru, um alles kennenzulernen. Zuvor sah ich eine Bildgestalt; auch ein mächtiger Siddha war dort.‘

1305. ‚Als jener Siddha mich sah, kam er herbei und sprach freundlich mit mir. Bekümmert fragte ich nach meinem weiteren Weg. Doch der treffliche Siddha antwortete nicht. Er sah die Bildgestalt an und gab ihr mit den Augen ein Zeichen. Die Gestalt fragte, wer ich sei. Ängstlich antwortete ich: Bogar.‘

1306. ‚So gab ich der Bildgestalt Antwort. Sie wurde mir gnädig, lehrte mich große Schätze des Wissens und erlaubte mir, in die Welt zurückzukehren. Doch um den hohen Gipfel zu sehen, stieg ich weiter aufwärts. Dort sah ich erneut eine Bildgestalt. Sie rief: Oho, wer bist du?‘

1307. ‚Ich verneigte mich und blieb gesammelt und demütig verehrend stehen. Sie unterwies mich auf rechte Weise und lehrte die ungeteilte Fülle. Bogar Rishi sprach dort seinen Lobpreis [Wechsel zur dritten Person im Text]. Sie erklärte mir, wie ich in die Welt gehen und dort leben könne. Nachdem ich alles aufmerksam gehört hatte, kam ich hierher und erblickte euch.‘

1308. So berichtete ich von diesem außerordentlichen Weg. Der Herr des Kailasa wurde mir gnädig. Auf dem schönen Pfau sitzend, auf dem Meru, lehrte er mich, seinen Diener, vieles und fasste es in hundert Erkenntnisunterweisungen zusammen. Danach ging ich weiter zum oberen Gipfel und sah den großen Ganapati.

Anmerkung: Der Text nennt die auf dem Pfau sitzende Gottheit hier Kailasa-Natha; die Bezeichnung wird trotz des zuvor genannten Velavar beibehalten.

Ganapati und die Siddhas des Meru

1309. Ich sah Ganapati, der auf dem Meru wohnt. Vinayaka saß freundlich auf seinem Reittier, der großen Ratte. Viele Götter waren dort in seiner gnädigen Nähe; ich sah ihre Versammlung. Er sprach sechshundert Lobpreisungen, und ich empfing die Unterweisung [letztes Adverb unsicher].

1310. Ich ging zu einer Seite des Meru. Dort lagen eine schöne Quelle und eine Höhle. Hundert Siddhas verweilten dort in erhabenem Yoga der Askese. Ich trat vor sie. Sie hoben den Blick und sahen mich unmittelbar an: ‚Kleiner Junge, sage, weshalb du an diesen Ort gekommen bist.‘

1311. Die Siddhas kamen zusammen, traten nahe heran und umringten mich. Starr vor Angst dachte ich, der kleine, unbedeutende Schüler, an den Herrn Kaalangi Nayanar. Dadurch wuchs mein Mut. Ich verneigte mich vor den Füßen der Siddhas und sagte ehrerbietig: ‚Mein Name ist Bogar.‘

1312. ‚Ich bin Bogar. Mit der Kulikai verließ ich Cina und kam mit Eifer, um den Meru zu sehen. Rasch stieg ich über vier Höhen auf; das Wesen des Vedanta habe ich noch nicht erschaut. Ich sah Vadivelar und trat vor eine Bildgestalt. Ich sah die Erdhügelstätte eines Siddha und Shanmukhas Dreizack sowie seinen Pfau.‘

Anmerkung: Der Dreizack steht so im vorliegenden Tamiltext; er wird nicht durch den sonst für Shanmukha typischen Speer ersetzt.

1313. ‚Ich sah den Pfau, Subrahmanya selbst und eine schöne Bildgestalt. Ich hörte ihre Unterweisung und den Klang des Om in meinen Ohren. Sonnenglut, Kälte und Himmelsrichtungen wandelten sich; im offenen Raum sah ich das Licht des reinen Bewusstseins. Mit der Stimme eines Kuckucks sprach die Bildgestalt. Nun bin ich zu euch gekommen, ihr Mächtigen.‘

1314. Nachdem ich diese Worte gesprochen hatte, wurden sie mir gnädig. Sie lösten den früheren Fluch und sagten, ich solle in die große Welt zurückkehren. Doch ich, ihr Diener, blieb vor den Siddhas, redete viel und erörterte die Lehren mit ihnen. Sie gaben mir Lehrschriften, und ich lernte hundert Koti Künste kennen.

1315. Auf der Südseite des Meru traf ich acht Arten von Siddhas. Ich suchte ihren Anblick und stand ehrfürchtig vor ihnen. Sie erklärten mir zahlreiche Lehrschriften, Charya, Kriya, Yoga und alles Weitere. Nachdem sie den achtgliedrigen Yoga gelehrt hatten, fragten sie: ‚Wer bist du, Tüchtiger?‘

1316. Als sie fragten, verneigte ich mich innerlich vor Kaalangi Nayanar. Ich sagte: ‚Von Cina bin ich mit der mächtigen Kulikai gekommen, um den Meru zu sehen. Bitte nehmt mich freundlich auf und beschützt mich.‘ Da versammelten sich die Siddhas und erteilten mir Erkenntnisunterweisung.

1317. Ich bat um eine Zusammenfassung der Lehrschriften. Sie erklärten mir klar ihre verborgenen Zusammenhänge. Sie vertrauten mir, sagten, es liege keine Täuschung vor, und offenbarten die Geheimnisse der Siddhas. Ich blieb ihnen liebevoll nahe und wurde mit ihnen vertraut. Sie zeigten mir die großen Behälter, das Jaya-Sutam und das darin befindliche Centuram.

Samadhi-Stätten, verborgene Stoffe und wunderbare Bäume

1318. Dann verließ ich die Siddhas und stieg weiter zum Gipfel. Sie hatten mir unten am Meru die wesentlichen Kräuter und die Mittel der Verwandlung gezeigt, ebenso Höhlen, Klöster und die Wohnstätten mächtiger Siddhas. Ich sah die Stätte, an der hundert Koti Rama-Lingas sorgsam aufgestellt sind.

1319. Ich sah diesen Ort, hundert Koti Samadhi-Stätten und die Namen mächtiger Siddhas. Ich umschritt sie nach rechts und nach links und vollzog viele Verehrungen. Ich stand am Samadhi eines kraftvollen Siddha und verneigte mich vor dem kristallenen Linga. Im Herzen dachte ich an Kaalangi Nayanar und wurde von Ergriffenheit überwältigt.

1320. Um mich in meiner Ergriffenheit zu beschützen, sprach der Siddha aus seinem tiefen Samadhi heraus und fragte mich eindringlich. Ich wich etwas zurück, verneigte mich voller Hingabe vor seinen Füßen und sagte: ‚Bogar.‘ Der Siddha, der im Samadhi weilte, erteilte mir darauf eine Unterweisung.

1321. Danach ging ich, der kleine Schüler, zur Ostseite des Meru. Dort sah ich Koti Rishis und Siddhas, die sich selbst vergessen hatten und in Askese versunken waren. Solche wahrhaftigen Siddhas sind auf Erden nur schwer zu sehen. Mit dem Gedanken, es sei kein Unrecht, selbst wenn sie mich schmähten, stellte ich mich in ihre Nähe.

1322. Als die Siddhas, Weisen und Rishis mich sahen, fragten sie freundlich, wer ich sei. Ich verneigte mich ehrerbietig vor den Füßen eines dort oben sitzenden Siddha und grüßte ihn. Um Schutz bittend dachte ich an Kaalangi. Mit der Kulikai versehen sagte ich bestimmt: ‚Mein Name ist Bogar.‘ Die Siddhas schenkten mir ihre Gnade.

1323. Sie nahmen mich mit und lehrten mich die Geheimnisse vieler Verfahren. Sie zeigten mir die verborgenen Kostbarkeiten der Höhlen und erklärten zahlreiche Zugangswege. Wir gingen zu einem dunklen Felsen; sie zeigten mir den herrlichen grünen Berg, die im Dunkel liegenden Goldfundstätten und den großen Rasam-Brunnen [nähere Bezeichnung beschädigt].

1324. Sie zeigten mir den großen goldenen Berg und Orte mit unzähligen Vorkommen des Sonnenmetalls. Sie berichteten von glänzenden Rubinfundstätten und wiesen auf den höchsten Gipfel. Liebevoll zeigten sie mir Quellen und die Standorte des Karunili-Krautes, mein Sohn, ebenso den goldführenden Fluss. Dann gaben sie mir die Erlaubnis, in die Welt zurückzukehren.

1325. Nach ihrem Abschied stieg ich weiter auf den Meru und sah die große Citra-Kuta-Halle. In einem Teich sah ich Blüten, darunter dunkle rote Lotosblumen. Dort standen Scharen von Rakshasas wie ein Heer; niemand konnte sich den Stufen nähern. Ich sah einen Catamaram und einen Cavvatu-Baum sowie Sandelholzbäume.

Anmerkung: Die beiden erstgenannten Baumbezeichnungen sind nicht sicher botanisch bestimmbar.

1326. Beim Anblick der Bäume erblasste ich. Die Herrlichkeiten des Meru lassen sich nicht zu Ende erzählen. Dort leben Siddhas, die Gaben empfangen haben. Es gibt schöne rote Pferde, goldene Hirsche, schwarze Kühe, Kamadhenu und viele große rote Tiger. Dort steht ein mächtiger Götterbaum; wer seine Blätter isst, dessen Körper soll durch Kayakalpa verwandelt werden.

Verehrung, Prüfungen und die Verwandlung des Berghangs

1327. Viele Siddhas haben dort Kayakalpa-Mittel zu sich genommen. Über Koti von Zeiträumen bis zum Ende der Weltalter verweilen sie kraftvoll im Samadhi. Mit gesenktem Haupt verehren sie die Gottheit. Als Kundige aller Schriften denken sie an die Mutter des Vedanta, beugen sich vor ihren Füßen und preisen mit gefalteten Händen den ewigen Tanz.

1328. Nachdem ich diese herrliche Verehrung gesehen hatte, wandte ich mich wieder dem Berg zu. Ich sah Hallen, einen Bach, die Sonne und den Mond. Drei Ghatika lang sah ich sie; danach erschienen sie nicht mehr, die Sonne sah ich nicht wieder. Die siebenundzwanzig Sternbilder sah ich innerhalb einer einzigen Ghatika.

1329. Mein Herz gab sich damit nicht zufrieden und wollte erneut Stufen hinaufsteigen und schauen. Ich ging zur Seite des Citra-Giri. Unter unzähligen Zugängen und Wegen fand ich mich nicht zurecht. Ich stieg auf den Berg, erreichte schließlich einen einzelnen Eingang, trat an die geschlossene Tür und klopfte mit der Hand.

1330. Nach meinem Klopfen fragte man mich: ‚Wer bist du?‘ Voller Hingabe dachte ich an Kaalangi, verneigte mich kniend und sagte: ‚Ich bin der unbeholfene Bogar Rishi. Mit der Kulikai kam ich, um den Meru zu sehen.‘ Ich bat verehrend darum, mir eine gründliche und erhabene Unterweisung zu geben.

1331. Koti über Koti Siddhas und Weise, vor denen ich mich verneigte, sahen mich an und riefen mich herbei: ‚Junger Mensch, es ist ein Vergehen, dass du hierhergekommen bist, um den ganzen Meru zu sehen. Wir sagen dir bestimmt, mein Sohn: Wir werden dich wegen deines Kommens verfluchen.‘ Ich weinte. Als sie mich so sahen, beschlossen sie, mich aufzunehmen.

1332. Einige Siddhas und Weise waren bereit, mir voller Achtung Erkenntnisunterweisung zu geben. Andere wurden zornig, fauchten mich an und erzürnten sich über mich. Ich verehrte die erhabenen Siddhas und blieb viele Tage betend zu ihren Füßen. Tag für Tag erklärten sie mir Besonderheiten und zeigten mir die wesentlichen Zugänge [letztes Substantiv unsicher].

1333. Sie zeigten mir alle unterirdischen Gänge und Höhlen und erklärten ihre wesentlichen Geheimnisse. Sie bestrichen den Berg Siddha-Giri vollständig mit wirksamen Kräutern. Dann setzten sie Blasebälge an und führten vor, wie sie durch Anblasen den Hang des großen Meru zum Glühen und Reifen brachten. Als ich, Bogar Rishi, dies sah, schwanden mir die Sinne, und ich fiel zu Boden.

1334. Die Rishis sahen mich, ihren Diener, gestürzt am Boden. Damit ich aus der Ohnmacht erwache und meine Erschöpfung nachlasse, gaben sie mir ein seltenes Kräutermittel durch die Nase. Ich erhob mich und nahm bei ihnen Zuflucht. Sie erklärten mir die herrlichen verborgenen Zusammenhänge. Die Siddhas legten mir einen Vajra-Kanti genannten Halsschmuck über den Kopf.

1335. Siddhas, Weise, Rishis und asketische Yogis unterwiesen mich eingehend. Damit ich zum Gipfel gelangen und den herrlichen Kailasa-Meru sehen könne, gaben sie mir ein Erkennungszeichen in die Hand. Sie erlaubten mir, sicher über den Meru weiterzuziehen und die dortige Höhle zu erreichen.

1336. Mit der Erlaubnis der Siddhas brach ich auf und zog weiter auf dem Meru. Dort gab es ein Wasserbecken mit Auslass, eine Quelle und eine Höhle sowie Koti über Koti Siddhas. Ich ging zu ihren Füßen und sah die Wohnstätten und Plätze der Nathas. Vor den Rishis mit verfilztem Haar und den in Askese stehenden Göttern warf ich mich mit acht Körpergliedern zu Boden.

Gedenken an die Siddhas und die Kraft des Gurus

1337. Ich näherte mich ihnen hingebungsvoll und stand mit gesenktem Haupt. Sie erklärten mir die wesentliche Grundlage und die Geheimnisse hervorragender Kräuter. ‚Mein Sohn, seit dem Krita-Weltalter sitzen wir in tiefem Samadhi‘, sagten sie. ‚Wenn du in die Menschenwelt zurückkehrst, denke aufrichtig an uns und preise uns.‘

1338. ‚Wenn du uns preisend gedenkst, wird jede deiner beabsichtigten Handlungen gelingen. Es gibt noch viele andere ehrwürdige Siddhas und unermessliche Koti Rishis und Weise – wer könnte sie aufzählen? Verletze ihre Herzen nicht. Denke daran, sie ehrfürchtig aufzunehmen und zu schützen. Verehre sie stets und lebe rechtschaffen.‘ So sprachen sie.

1339. Am äußeren Ende des Meru lagen ein schöner Teich und eine Höhle. Dort wuchsen Karun-Camarai, der kräftige Karun-Nelli, Velakkay und Karu-Venkai. An einem Wasserbecken und einem Fluss sah ich Siddhas, die Kurumpar genannt wurden.

Anmerkung: Die Pflanzennamen werden als überlieferte Bezeichnungen wiedergegeben, ohne ungesicherte botanische Gleichsetzungen.

1340. Die Gurus dieser Siddhas strahlen wie hundert Koti Sonnen. Sie treten an den Fluss und erörtern die wesentlichen Lehrschriften. Sie üben Shiva-Yoga und gehen über das Aufgehen des Geistes hinaus. Die Siddhas trinken den honigsüßen Nektar und leben dort in Klarheit.

1341. Ich verließ den großen Meru mit meiner Kulikai. Nachdem ich mich verabschiedet hatte, zog ich weiter, um den Asthana-Giri zu sehen. Ich stieg auf den dunklen Berg und sah die Samadhi-Stätte eines Siddha. Ich erblickte den offenen leeren Raum und blieb stehen; keinen einzigen Menschen konnte ich sehen.

1342. Als mein Herz unruhig wurde, sah ich plötzlich einen Siddha vor mir stehen. Er hatte seinen Körper durch Kayakalpa vervollkommnet; durch seine Maya-Kraft nahm er vor mir Gestalt an. Er war gekommen, um mich zu verfluchen, doch er hielt seinen wie ein Pfeil hervorschießenden Zorn zurück und unterwies mich freundlich.

1343. Er erklärte mir den Weg der Einweihung, damit ich, sein Diener, leben könne. Dann umringten mich tausend Siddhas mit einer heeresgleichen Schar [Zahlwort beschädigt]. Ich wurde müde und von Schrecken ergriffen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Im Herzen dachte ich an Kaalangi und bat ihn um eine Gnadengabe.

1344. Ich dachte: ‚Mein Herr, mein Guru!‘ Sie erkannten die Kraft meines Gedankens. Die Siddhas blickten mich mit weit geöffneten Augen an: ‚Du hast an Kaalangi gedacht!‘ Sie erkannten meinen inneren Zustand und wussten, dass ich Kaalangi Nayanars Schüler war. Da wurden sie mir freundlich gesinnt, priesen mich und schlossen mich in ihre Arme.

1345. Sie führten mich in die Höhle und lehrten mich wunderbare Künste. Ich sah die Orte, an denen Gold liegt; sie zeigten mir sämtliche ruhmreichen Wunder. Sie nahmen mich in die Linie des Gurus auf und nannten mir gnädig das Kraut, das Leben verleiht. Danach gaben sie mir feste Zusicherung und die Erlaubnis: ‚Geh und lebe!‘

Das verbotene Lebenskraut und der Vogel Ganda-Bherunda

1346. Ich verabschiedete mich, stieg die Stufen hinab und nahm meine Kulikai mit. Als ich langsam nach unten zurückging, stand dort ein erhabener Rishi. Er fragte mich, wer ich sei. Ich erschrak und sagte rasch: ‚Bogar.‘ Er fragte: ‚Warum bist du zu dieser Höhle gekommen? Schlechte Menschen dürfen hier nicht herkommen.‘

1347. ‚Das ist nicht erlaubt. Weshalb kamst du auf diesen Berg? Große Strafen könnten dich treffen. Die Siddhas gaben dir das Kraut der Unsterblichkeitsgabe; darauf habe ich einen Fluch gelegt. Geh, geh! Die anderen Künste, die wir dir reichlich gegeben haben, gehen nicht verloren; auf ihnen liegt kein Fluch. Handle in der Welt umsichtig, ohne die Herzen der Siddhas und ihrer Verehrer zu verletzen.‘

1348. ‚Koti über Koti Menschen werden dich in der Welt einen Siddha nennen. Doch es ist sehr gut, die Kunst des Auferweckens der Toten auf Erden beiseitezulassen. Sonst würde die ganze Welt zu Siddhas werden. Darf man dieses Geheimnis irgendjemandem mitteilen? Viele andere Künste haben wir dir liebevoll in Fülle gegeben. Geh und lebe!‘ So sprach er.

1349. Mit seiner Erlaubnis verabschiedete ich mich, stieg die Stufen hinab und wollte zur Menschenwelt zurückkehren. Da sah mich der Vogel Ganda-Bherunda und hielt mich mit einer Gebärde auf. Er kam näher und sagte: ‚Ich bin jetzt gekommen, um dich mit dem Tod zu verfluchen.‘ Als sein lauter Schrei ertönte, versammelten sich Koti Vögel ringsum.

1350. Von ihnen umringt zitterte ich vor Angst und wurde von unsagbarem Schrecken erfasst. Ich sank ohnmächtig zu Boden, taumelte, verlor die Orientierung und das Bewusstsein. Als ich, der Diener, so dalag, gab mir der Ganda-Bherunda-Vogel freundlich das Sanji-Kraut, damit ich wieder zu mir käme. So blieb ich am Leben.

Vogellehrer und die Wunder des Meru

1351. Als ich wieder lebte, betrachtete mich der Vogel und fragte freundlich: ‚Wer bist du, mein Sohn?‘ Auf seinen Ruf ging ich näher und stellte mich neben den liebevollen Vogel. ‚Mein Name ist Bogar‘, sagte ich. ‚Ich kam, um diesen Berg zu sehen. Siddhas, Weise und Rishis versammelten sich und gaben mir die wesentliche Unterweisung.‘

1352. ‚Danach verabschiedete ich mich mit meiner Kulikai. Nun gehe ich in die Welt, um durch mein Wirken den Menschen zum Leben zu verhelfen.‘ Der große Vogel hielt mich zurück und erklärte mir den Weg zum Leben und vielerlei Tätigkeiten. Ich empfing Mittel zur Erhaltung des Körpers und lernte die wunderbaren verborgenen Vorräte kennen.

1353. Durch die Unterweisung des Vogels lernte ich die Wege jenes Landes kennen. Er zeigte sie mir und erlaubte mir die Rückkehr in die Menschenwelt. Ich stieg vom Berg hinab. Als ich ruhig dastand, sah ich einen goldenen Vogel. Edler, höre, wenn ich von seiner Größe erzähle.

1354. Ich sah den goldenen Vogel und trat gesammelt zu ihm. Er schaute mich an und fragte, wer ich auf Erden sei. Ich antwortete: ‚Mein Name ist Bogar. Um den ruhmreichen Meru zu sehen, nahm ich die Kulikai und kam aus der Menschenwelt hierher.‘

1355. Als ich dies gesagt hatte, sah er mich freundlich an und wurde mir gnädig. ‚Komm mit mir‘, sagte er. Mit der Kulikai flog ich auf seinem Weg neben dem strahlenden Vogel und gelangte zum Meeresufer. Er gab mir Vani-Perlen, und ich legte mir daraus eine prächtige Kette um.

1356. Mit der Kette verließ ich das Meeresufer und stieg wieder auf den Meru. Ich überquerte Waldbäche, durchschritt Höhlen und sah große Quellen. Weiter oben fand ich einen Teich und sah Wunder: Koti Rishis in freiwilliger Askese und schnelle rote Reiher.

1357. Ich sah einen roten Reiher und eine rote Krähe; ich sah Kuckucke singen und Pfauen tanzen. Große rote Tiger und Kühe hielten sich gemeinsam am Teich auf. In warmem Dunst und Nebel sah ich einen weißen Elefanten weiden. Auf einem kahlen Felsen sah ich Gold und das geheimnisvolle Tier Yali.

1358. Ich sah einen steinernen Elefanten, mächtige Löwen und Tiger. Ich sah einen kristallklaren Fluss, den Kemp-Fluss und eine Höhle. Dort wuchs das Sanjivi-Kraut, und eine offene Centuram-Rinne war vorhanden [letzte Stoff- und Ortsverbindung unklar]. Nahe dem herrlichen Teich sah ich Koti Samadhi-Stätten und ehrwürdige Siddhas.

1359. Ich verehrte die Siddhas und zog freudig weiter, um den Kailasa zu sehen. Ich sah einen goldenen Garuda, eine weiße Krähe und Siddhas des sonst unsichtbaren grünen Berges. Ich sah Rishis, Weise und Wissende. Im Herzen dachte ich an Kaalangi Nathar, beugte mich vor ihren Füßen und stand vor ihnen. Sie schenkten mir ihren Gnadenblick und sprachen gnädig zu mir.

Übertragene Künste und die Rückkehr nach Cina

1360. Sie verliehen mir die Lehre des Vedanta und erklärten mir die Wahrheit des Verborgenen, mein Sohn. Sie lehrten die Bedeutung der geheimen Wege der Siddhas und erschlossen die Fülle ihrer Geheimnisse [Verb im Text unsicher]. Im dunklen Wald unterwiesen sie mich in Kayakalpa und erklärten klar die mächtige Kunst, den eigenen Körper zu verlassen und in einen anderen einzugehen.

1361. Sie lehrten Augensalben, Marana, Mohana und sämtliche Formen des Vashya. Sie erklärten Alchemie, den Yogaweg, Stambhana und Verzauberung. Sie lehrten das Herbeirufen von Gottheiten, die Kunst der Taschenspielerei, Gokarna-Jalam und die überaus mächtige Brahma-Vidya.

Anmerkung: Marana, Mohana, Vashya und Stambhana sind traditionelle Bezeichnungen magischer Wirkungen: Töten, Verblenden oder Verzaubern, Gefügigmachen und Stillstellen. Der Vers zählt Künste auf, ohne ihre Ausführung zu erklären.

1362. Sie verliehen mir sämtliche außergewöhnlichen Fähigkeiten und die acht Siddhis, die Künste mit Pulvern, das Schauen von Chakras, Augentäuschung und Zauberkunst. Dazu kamen Koti Künste mit grünen Blättern, das Sehen der Sterne am Tag und die Kunst, schnell durch die Wolken zu fliegen. Sieh dieses Geheimnis!

1363. Sie gaben mir unzählige geheime Modi-Künste, unbeschreibliche Hilfsmittel, Tumpara-Verwandlung und die außerordentliche Kunst des Eindringens [Wortlaut beschädigt]. Sie lehrten den großen Weg des Kali-Kashaya, Koti Zweige der Künste und die unaussprechliche Kurali-Kunst, mein Sohn. Klar vermittelten sie mir zahllose wirksame Verfahren.

Anmerkung: Mehrere Fachbezeichnungen dieser Aufzählung sind unsicher überliefert; moderne technische Bedeutungen werden ihnen nicht zugewiesen.

1364. Am offenen Meer, an den Wassern, die der große Mayavan durchquert hatte, schwamm eine weiche, butterartige Masse wie Wachs und wie Felsen vor der Küste. Mein Sohn, neun Koti Rishis übten dort beharrlich Askese. Ich ging zu ihrer offenen Samadhi-Stätte. Freundlich fragten sie mich: ‚Wer bist du?‘

1365. Ich verneigte mich demütig vor ihren Füßen und sagte: ‚Ohne die Orte zu kennen, bin ich mit der Kulikai von Land zu Land gereist, Edler. Arm und schutzbedürftig nehme ich Zuflucht: Herr, du bist mein Weg. Vom Meru kam ich zur westlichen Seite, um sie zu sehen. Ich bin Bogar.‘

1366. ‚Ich selbst bin Bogar‘, sagte ich, dachte liebevoll an Kaalangi und verehrte ihn. Sie wurden mir gnädig und gaben mir feste Unterweisung im Yoga. Auf einem Sitz aus Antilopenfell nahm ich die Erscheinung eines Siddha an. Nachdem ich sämtliche erhabenen Unterweisungen empfangen hatte, kehrte ich zurück, um in der Welt zu leben.

1367. Ich kam nach Cina und gab alle gut erlernten Künste meinen Schülern weiter, damit sie leben konnten. Die Menschen auf Erden priesen mich. Ich verweilte in Cina und führte dort an vielen Orten sorgfältig Zauberkünste vor. Dann zog ich mit Eifer durch die verschiedensten Länder.

1368. Es ist, als hielte einer ein Licht in der Hand und ginge doch in einen verfallenen Brunnen; als wüsste er alles und geriete dennoch vom rechten Weg in die Dunkelheit. Was nützt es, alles zu wissen und große Künste gelernt zu haben? Auf Erden lassen sich Koti Menschen finden, die den Weg des Yoga nicht erkennen.

1369. Man sieht Menschen, die Kayakalpa-Mittel nahmen und doch nutzlos zugrunde gingen. Koti über Koti traten in den Shiva-Yoga ein und starben dennoch. Unzählige nahmen ungeeignete Stoffe, gerieten in einen Strudel und kamen in dieser tödlichen Welt um. Sie lasen Lehrschriften, verdarben daran, verloren ihr Wohlergehen und schlugen Abwege ein.

Nagam, Cingi und Nimilai als Verwandlungsmittel

1370. Nimm ein Palam Nagam, schmelze es und schrecke es in Iluppai-Öl ab. Nimm je ein Palam Kenti und Rasam. Zerreibe sie mit Fruchtsaft und bereite daraus einen Überzug. Lass ihn in der Sonne trocknen, lege die Masse in eine Schale und versiegle sie.

1371. Gib ein Kukkuta-Putam und nimm die Masse nach dem Erkalten heraus. Können selbst die Nathas die Wirkungsweise dieses Kalangu beschreiben? Füge dem Kalangu die gleiche Menge Sutam hinzu und ergänze Talakam in passendem Maß. Zerreibe alles gründlich mit Jaya-Nir.

1372. Fülle die zerriebene Masse in eine Meru genannte Flasche und erhitze sie im Sandbad. Prüfe mit einem Stab in der Flasche: Die Masse wird stark rot. Bereite das Centuram fertig. Gib diese wirksame Grundsubstanz zu Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn und schmelze: Der reife Gehalt wird acht.

1373. Nimm vier Teile dieses Metalls mit dem Gehalt acht und füge einen Teil schönes Gold hinzu. Schmelze sie vollständig im festen Tiegel, schlage Blech und gib ein Putam. Beim Gold wird ein Verhältnis von eins zu zwei genannt; das Putam-Gold zeigt seine Güte [Mengenbezug dunkel]. Dies ist die Verwandlungskunst der Siddhas, die mächtige Rishis und Weise ausüben.

1374. Nimm einen Ser Mirutar-Cingi und die Frucht des Cevvalam. Zerreibe die Frucht, forme daraus eine kugelige Masse wie eine Kokosnuss und hülle das Cingi darin ein. Versiegle kräftig. Durch ein starkes Putam wird das Cingi gebunden. Füge auch Vedi-Uppu hinzu.

1375. Vereinige Turucu-Cunnam mit der gleichen Menge des geeigneten Cingi. Zerreibe mit Jaya-Nir, forme flache Scheiben und trockne sie. Lege sie in eine Schale, versiegle diese, lass sie trocknen und gib ein Putam. Nimm sie nach dem Erkalten heraus: Ein starkes Centuram wird sichtbar.

1376. Wiege einen Kalanju Centuram und einen Viertel-Kalanju Venkaram ab. Zerreibe beide zusammen und bemiss das Sonnenmetall entsprechend. Schmelze das Kupfer im Tiegel und speise es damit. Schnell verliert das Kupfer seine Ausschwitzung; es nimmt einen grünlichen Ton und die Farbe roten Goldes an.

1377. Nimm das gefärbte Kupfer heraus und prüfe es: Seine starke Ausschwitzung ist verschwunden. Füge dem Kupfer die gleiche Menge Gold hinzu und schmelze im kräftigen Tiegel. Der Gehalt wird acht. Ergänze Silber im passenden Maß, schlage Blech und gib ein Putam. Edler, es nimmt eine grünliche Farbe an.

1378. Mein Sohn, damit die Schüler leben können, erkläre ich die Nimilai-Verwandlung. Wähle klares, kristallartiges Nimilai aus. Füge Sutam hinzu und zerreibe es für das Kupfer. Zerreibe mit Fruchtsaft, bis eine tuscheartige Paste entsteht, und bestreiche damit das Kupfer.

1379. Lass es in der Sonne trocknen, lege es in eine Schale und verschließe diese. Versiegle kräftig und gib ein Hühner-Putam. Nimm es nach dem Erkalten der Glut heraus: Das kräftige Kupfer hat seine Ausschwitzung verloren und sieht aus wie Gold. Diese mit Sorgfalt vollzogene Verwandlung lässt sich kaum beschreiben.

1380. Nimm das Kupfer heraus und sieh: Es zeigt eine feine, reine Farbe [Farbbezeichnung beschädigt]. Wer könnte diese Kupferkunst ausüben? Durch die Gnade der Mutter des Vedanta nahm ich die Kulikai und reiste durch ferne Länder. Die Künste, die ich dort lernte, sollen den Menschen der Welt zum Leben verhelfen.

Anmerkung: Die Textdatei hat die Nummer 1360; die Strophe steht in der Folge an der Stelle 1380. Die Nummer 1380 ist in der PDF-Ausgabe auf Seite 182 bestätigt.

Ein Ölverfahren und die Behandlung des Vangam

1381. Damit ihr leben könnt, beschreibe ich ein weiteres Öl. Bringe ein Schwein herbei. Vereinige Turucu, Karam, Kenti, Talakam, Lingam, Viram, Puram, Kauri-Vellai, Tuttam, Sutam und Caram.

1382. Vereinige alle Stoffe und zerreibe sie im vertieften Mahlstein zu Pulver. Schneide das Schwein auf und streue das Pulver hinein. Lege es in einen großen Topf, verschließe den Deckel und versiegle ihn. Vergrabe das Gefäß unter Erde und sieh nach, wenn ein Mandala vergangen ist.

Anmerkung: Die Textdatei nummeriert diese Strophe als 1362 statt 1382. Das Verfahren beschreibt die Zersetzung tierischen Materials mit traditionellen Mineralstoffen. Die Nummer 1382 ist in der PDF-Ausgabe auf Seite 182 bestätigt.

1383. Dann sind viele Würmer entstanden, große und kleine. Nimm die Würmer, verschließe sie in einer Flasche und versiegle diese. Bei der Behandlung mit heißem Wasser entsteht ein blaues Öl. Nimm dieses mächtige Öl und streiche es auf [die Stoffbezeichnung am Versende ist beschädigt].

1384. Streiche es auf Kupfer: Der Gehalt wird sieben. Auf Silber wird der Gehalt sechs; das Metall gewinnt an Farbe [Lesung unsicher]. Beim Gold nimmt der Gehalt stark zu. Wie könnte man dieses wirksame Öl beschreiben? Bogar Rishi hat diesen Weg besungen, damit die Menschen gut leben können.

1385. Höre ein weiteres Verfahren zum Lebensunterhalt. Nimm einen Ser Vangam, dazu Pashana-Curuma, Rasam und Kati-Karam. Zerreibe sie mit dem sechsteiligen Jaya-Nir. Bestreiche das Vangam mit der Mischung und schließe es in einer Kohleschale ein.

Anmerkung: In der Textdatei lautet die Nummer 1365; hier ist die Strophe in der laufenden Folge als 1385 eingeordnet. Die Nummer 1385 ist in der PDF-Ausgabe auf Seite 182 bestätigt.

1386. Gib ein Kukkuta-Putam und gewinne die Flüssigkeit des Vangam. Es wird der strahlenden Sonne gleich [Vergleichswort unsicher]. Wer könnte diese große Kunst beschreiben? Verwende das Silber für deinen Lebensunterhalt und verweile gesammelt in Versenkung. Erforsche das reine Bewusstsein und stehe fest auf dem Berg der Shiva-Wonne.

1387. Höre vom Vettai des dunklen Vangam. Nimm ein Palam Talakam sowie Mirutar-Cingi. Zerreibe sie rasch und trage sie auf das Vangam auf. Lass es in der Sonne trocknen, lege es in eine Schale und versiegle diese. Gib ein Hühner-Putam: Das Vettai entsteht.

Anmerkung: Vettai bleibt als traditionelle Bezeichnung des behandelten Metallzustands stehen.

1388. Höre das Ergebnis, wenn du auf diese Weise zehn Putam-Behandlungen ausführst: Das Vangam wird zu Vettai, zieht sich zusammen und bleibt als wirksamer Rest zurück. Nimm je einen Teil Vettai, Kupfer und Silber. Schmelze sie und nimm sie heraus; sie werden wie ein beständiger Kalangu.

Anmerkung: Die Textdatei trägt hier die Nummer 1368 statt 1388. Die Nummer 1388 ist in der PDF-Ausgabe auf Seite 183 bestätigt.

1389. Blase das Feuer unter diesem silbernen Kalangu in einer Kohleschale an. Das Silber verliert seine Verunreinigung und erhält den Gehalt sechs. Füge diesem Metall einen Teil Gold auf vier Teile hinzu. Sein Gehalt nimmt stark zu, und reifes Gold wird sichtbar.

1390. Salz und Kavi greifen es nicht an; das kräftige Vangam wird zu Gold. Schaue das Licht der Welt und verweile im reinen Bewusstsein. Betrachte die Erscheinung des strahlenden Lichtes [Wort unsicher] und gehe in den großen achtgliedrigen Yoga ein. Verehre die Füße des Gurus, Edler, und halte dich fest an die Mitte.

Lingam, Puram und die Prüfung der Verfahren

1391. Nimm ein Palam Lingam und behandle es durch Benetzen und Eindampfen mit Muttermilch. Behandle es dann jeweils vier Samam mit Meni-Saft, Tumpai-Saft, Fruchtsaft, Varamulli, nochmals Fruchtsaft und Kumari-Saft.

Anmerkung: Fruchtsaft wird im Original zweimal genannt; die Wiederholung bleibt erhalten.

1392. Es folgen jeweils vier Samam mit Mucukkai-Saft, Taivelai, Rettichsaft, dunklem Tulasi, Büffelmilch, Kokosmilch, Honig und Ghee.

1393. Durch dieses zeitlich bemessene Benetzen und Eindampfen wird das Lingam gebunden und fließt wachsartig. Höre die Stoffe des nächsten Ansatzes: Arapodi, Cingi, Curuma, Caram, Patikaram und Salz. Nimm von jeder Art ein Palam und pulverisiere sie im vertieften Mahlstein.

1394. Zerreibe das Pulver mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang, ohne es aufschäumen zu lassen. Hülle das Lingam vollständig damit ein und trockne es. Versiegle es mit Kavi-Steinmasse. Grabe eine Grube von einer Elle Länge, schütte Reisspelzen hinein und lege das Lingam dazu. Durch die Putam-Behandlung wird es gebunden.

1395. Gib das gebundene Lingam zu Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn. Schmelze: Der Gehalt wird sieben. Wo wäre ein Verlust? Füge einen Teil Gold auf zehn Teile hinzu, schlage Blech und gib ein Putam. Nimm es heraus und sieh: Es wird gutes Putam-Gold.

1396. Verwende dieses Gold und verlasse das Meer der Bindung. Verweile im Kumbhaka und gehe in den erhabenen achtgliedrigen Yoga ein. Bleibe auf dem Sitz und steige über Koti um Koti Höhen hinaus. Verweile in der Kraft des eigenen Wesens und steige entschlossen auf, indem du dich an die Sushumna hältst.

1397. Nun erkläre ich das Binden von Puram. Nimm einen Ali Kecari-Milch [Stoffbezeichnung unklar] und behandle es damit einen Samam durch Benetzen und Eindampfen. Zerreibe Totti-Pashanam mit dem sechsteiligen Jaya-Nir und fertige daraus einen Schutzüberzug. Trockne in der Sonne und gib ein sachgemäßes Putam: Es wird gebunden.

1398. Im Kukkuta-Putam wird es gebunden; der flüchtige Stoff raucht noch [Aussage im Text]. Verreibe das beschriebene gebundene Puram mit Umi-Nir und bestreiche damit ein Blech aus minderwertigem Gold. Bette es oben und unten in Kavi ein und gib sorgfältig ein Putam: Sein Gehalt verändert sich.

1399. Wende es auf Kupfer an. Das kräftige Kupfer verliert seinen Belag und sieht wie Kavalai aus [Vergleichswort unsicher]; sein bräunlicher Ton nimmt ab. Eine kleine Menge bewirkt die Verwandlung des Silbers. Für den Körper wird Kayakalpa behauptet, und die achtzig Vayu-Leiden sollen verschwinden. Mein Sohn, so hat Bogar Rishi es erfahren.

1400. Damit die Schüler leben können, reiste ich weit durch die Welt. Ich betrachtete und prüfte die Verfahren, die ich fand, und erklärte vieles für den Lebensunterhalt. Wer mein Buch gründlich liest, sich den erfahrenen Vorgängern nähert, die verborgenen Zusammenhänge untersucht und prüft und dann in der Welt entsprechend handelt – der ist ein Alchemist.

Viram, Talakam und die Verwandlung des Turucu

1401. Alchemist, nimm ein Palam Viram und vierzig Vilva-Früchte. Schneide eine Frucht auf, bette das Viram darin ein und versiegle sie. Gib unter Erde ein Hühner-Putam, mein Sohn. Wiederhole die Putam-Behandlung auf diese Weise mit allen vierzig Früchten.

1402. Durch die sachgerechte Behandlung mit den vierzig Früchten wird es gebunden. Verreibe dieses Viram mit Umi-Nir und bestreiche damit minderwertiges Gold. Bette es in feines Pum-Kavi ein und gib ein Putam: Es wird Gold. Die Wirkungsweisen des Viram sind zahllos; lässt sich ihr Wert in dieser Welt vollständig ermessen?

1403. Nimm ein Palam Talakam sowie gleiche Teile Tumpai-Saft und Kumari-Saft. Zerreibe Kurukai mit Fruchtsaft [Stoffname unsicher] und gib dem Talakam damit einen Schutzüberzug. Führe ein Putam mit zehn Dungfladen aus; das Talakam wird gebunden. Wiederhole dies zehnmal, damit das flüchtige Talakam fest wird.

1404. Nimm ein Palam gebundenes Talakam, dazu Sutam und Kenti. Zerreibe sie mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang. Forme Scheiben und trockne sie. Lege die Scheiben in eine Schale und gib ein Hühner-Putam: Auf diese Weise entsteht Centuram.

1405. Bereite das Centuram fertig. Schmelze reines Silber und Kupfer und gib das Centuram im Verhältnis eins zu zehn hinzu; das Metall nimmt es auf. Blase das Feuer in der Kohleschale an: Der Gehalt wird acht. Füge einen Teil Gold auf sechs Teile hinzu und gib sorgfältig ein Putam. Es wird Gold.

1406. Dieses Gold hat die Farbe reinen Goldes; Kavi und Salz greifen es nicht an. Damit ist die Alchemie gefestigt, mein Sohn; Siddhas und Weise üben sie aus. Die acht großen Siddhis werden erlangt. Wer die acht Erkenntniszustände aufnimmt, wird ein Wissender. Sieh die Größe der Siddhas, den löwengleichen Guru-Sitz und den Brahma-Sitz.

1407. Betrachte das herrliche Kalangu-Verfahren des Turucu und seine Verwandlung mit Eisen. Nimm einen Teil Eisen und acht Teile Turucu. Vereinige beide, zerreibe sie mit Amuri und wasche sie in Wasser. Durch die Verbindung mit gereinigtem Eisen wird die Masse rot.

1408. Breite das mit Eisen verbundene rote Turucu in einem Topf aus. Gib Bananenwasser hinzu und stelle es drei Tage in die Sonne. Füge einen Teil Sutam auf vier Teile hinzu und zerreibe gründlich. Gib die Masse in einen weiteren Topf, decke ihn mit einem oberen Topf ab und versiegle kräftig.

1409. Stelle ihn auf den Herd und erhitze einen Samam. Lass ihn gut abkühlen und nimm die Masse heraus: Sie wird Centuram, während das Rasam nach oben steigt. Füge dem Centuram ein Viertel Venkaram hinzu [Verhältnisformulierung verkürzt]. Gib es in einen Tiegel, versiegle ihn, trockne kräftig und schmelze.

1410. Gib dem geschmolzenen kupfernen Kalangu Vangam hinzu und blase das Feuer an, Edler. Füge Karam hinzu und schmelze: Es wird gutes Kupfer. Verbinde einen Teil dieses Kupfers mit vier Teilen Silber [verkürzte Verhältnisangabe]. Schmelze und nimm es heraus: Ein gut gereiftes gelbes Metall entsteht.

1411. Füge diesem Metall einen Teil Gold auf fünf Teile hinzu, schlage es ohne Zögern zu Blech und gib ein Putam. Der Gehalt nimmt stark zu. Dies ist die wirksame Kalangu-Verwandlung des Turucu. Wer vermag Kandars Verwandlungsweg zu beschreiben? Diese Berührungsverwandlung bringt keinen Verlust. Sieh den Weg, den die Nathas verkünden.

1412. Dies ist die Culukku-Verwandlung, die asketische Yogis auf Erden ausführen, mein Sohn. Gehe entschlossen in den Yogazustand ein und verweile klar im reinen Bewusstsein. Ergreife die Wesensgestalt des Prana, sammle den guten Geist auf das höchste Ziel und betrachte sein Stillwerden. Halte die göttliche Kraft fest: Dann wirst du das Licht des Tanzes in Chidambaram sehen.

Magnetstein, Eisen und weitere Centuram-Verfahren

1413. Höre einen weiteren Weg. Nimm das wirksame Kanta, den Nadelmagnetstein. Zerreibe ihn mit Honig, lege ihn in einen Tiegel und schmelze. Gewinne seine Essenz und füge Sutam sowie ein Viertel Kenti hinzu. Zerreibe alles mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang.

1414. Trockne die Masse in der Sonne, lockere sie blütenartig auf und pulverisiere sie. Nimm eine Kasi genannte Flasche und umhülle sie mit sieben Versiegelungsschichten. Fülle das Mittel hinein und verschließe sie mit einem Palapa-Stein [Steinbezeichnung unsicher]. Schütte Sand in einen Topf und stelle die Flasche genau in dessen Mitte.

1415. Fülle auch oben Sand auf, decke mit einem Topf zu und versiegle. Entzünde das Feuer so, dass keine wirksame Essenz entweicht. Bei sachgemäßem Erhitzen entsteht Centuram. Gib es Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zu; dadurch zeigt sich eine Veränderung des Gehalts. Blase das Feuer sauber an: Der Gehalt steigt [Lesung am Ende unsicher]. So hat Bogar Rishi das Geheimnis dargelegt.

1416. Damit die Menschen leben können, beschrieb er dies, nachdem er Wälder, Höhlen und Waldbäche gesehen hatte. Mit der Kulikai zog er fort und untersuchte unzählige Berge. Er flog auf den Meru und bewunderte zuvor ungesehene Erscheinungen. Mit der Erlaubnis der Siddhas machte ich die Heilkunde öffentlich und legte ihren Wert dar.

Anmerkung: Der Wechsel von der dritten zur ersten Person steht im Original.

1417. Höre ein weiteres Verfahren, dessen Wert ich erkannt habe. Nimm fünf Palam reines Mana-Eisen und zermahle es sehr fein. Dazu kommen zehn Palam Kenti. Zerreibe vier Samam lang mit Kaiyan-Saft. Forme Scheiben, trockne sie und lege sie ordentlich in einen Topf.

1418. Bestreiche den oberen Topf mit Kumari-Saft, decke zu und versiegle. Erhitze vier Samam und nimm die Masse ohne Zögern heraus: Es ist Centuram. Nimm dieses Centuram und zerreibe es erneut mit Kaiyan-Saft sorgfältig vier Samam lang.

1419. Forme aus dem vier Samam zerriebenen Centuram Scheiben und trockne sie gut in der Sonne. Breite die Masse im Topf aus und lege die Scheiben darauf [Anordnung im Vers verkürzt]. Stülpe einen Topf als Deckel darüber und versiegle wie zuvor, junger Schüler. Stelle das Gefäß auf den Herd und erhitze vier Samam lang mit einem roten Lotosfeuer.

1420. Nach dem Erhitzen mit Lotosfeuer wiederhole das Verfahren auf diese Weise insgesamt zehnmal. Bereite viel reines Centuram und bewahre es in einer Flasche auf. Schmelze Kupfer, gib einen Teil Centuram auf vier Teile hinzu und blase das Feuer an. Das Sonnenmetall wird gebunden. Gib es dem Mondmetall im Verhältnis eins zu vier zu.

1421. Wenn Mond- und Sonnenmetall verbunden sind, reift ihr Gehalt, Edler. Füge einen Teil gutes Gold auf zwei Teile hinzu und gib ein Putam. Das entstandene Gold hat den Gehalt sieben und glänzt in guter Qualität. Nicht einmal Hara und Ayan vermögen die Wirkungsweise des Eisens vollständig zu beschreiben.

1422. Koti Weise und Rishis können Koti Aussagen über die Verwandlungskraft dieses Centuram machen. Bei seiner Einnahme sollen die achtzig Vayu-Leiden verschwinden. Der kräftige Körper soll straff werden, seine Gewebe stärker und das Blut reichlicher. Das Mittel soll das hartnäckige Schleimprinzip verdrängen, dem Körper zugutekommen und ihn festigen.

1423. Höre von einem weiteren Parpam. Nimm ein Palam Cingi. Behandle es zunächst mit Kuhurin [Verb unsicher] und zerreibe anschließend mit frischer Kuhmilch. Gib sachgemäß ein Hühner-Putam: Es wird Parpam. Füge dem Parpam seinem Gewicht entsprechend Sutam hinzu und zerreibe sorgfältig.

Die sechs Grundstoffe und das Geheimnis der Valalai

1424. Bereite aus den sechs Grundstoffen Jaya-Nir, mein Sohn, und zerreibe die Mischung damit vier Samam. Gibt es etwas, das diesem wirksamen Parpam gleichkommt? Forme Scheiben, trockne sie und gib ein Putam; es wird ein schönes Parpam. Ich werde die Wirkungsweise des Jaya-Nir erklären, damit die Menschen sie vollständig erkennen.

1425. Ich will die sechs Grundstoffe liebevoll und deutlich nennen: Karam, Caram, Turucu, Cinam, Vedi-Uppu und Kari-Uppu. Diese sechs bilden die Grundlage. Bogar Rishi hat sie genannt, damit die Schüler leben können. Erkenne ihre Beschaffenheit.

1426. Der Text nennt ein Panam dieses milden Parpam, mit Butter eingenommen. Der Körper soll fest werden und wie ein Blitz erstrahlen. Das ‚Gold‘ soll stärker werden [möglicherweise metaphorischer Bezug, hier nicht aufgelöst]. Wer könnte das heilsame Cingi genügend beschreiben? Der Körper soll wie eine Steinsäule werden. Sieh die Wahrheit des Verfahrens der Nathas.

1427. Nimm ein Palam Viram und suche ein kraftvolles Vilanku [wohl Aal; nähere Bestimmung unsicher]. Gewinne daraus Öl und entferne die Unreinheiten. Behandle das Viram damit vier Samam durch Benetzen und Eindampfen. Das glänzende Viram wird zu Wachs. Gib Pari im Verhältnis eins zu zehn hinzu; es nimmt dies auf.

Anmerkung: Pari ist hier eine nicht sicher auflösbare alchemistische Bezeichnung.

1428. Nimm das entstandene Wachs und bereite es fertig. Gib es Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zu: Der Gehalt wird sieben. Edler, diene dem Verfahren und bringe es zur Wirkung. Füge dem Metall einen Teil Pari auf vier Teile hinzu. Höre, mein Sohn: Laufe damit nicht ziellos umher. Führe es rein aus und erkenne die Valalai.

1429. Kann man die Valalai überhaupt aussprechen? Die Nathas haben sie ausführlich besungen. Doch diese Valalai ist nicht diejenige Sundarars, nicht die des großen Rishi, nicht die Matsya Munis und nicht die des ehrwürdigen Satta Muni. Sie ist nicht Gorakkars Valalai; auch das von Valmiki Besungene geht fehl [wertende Aussage der Quelle].

1430. Sie ist auch nicht Konganars Valalai, mein Sohn, nicht die Idaikkadars, nicht die Tamarakanars, nicht die des mächtigen Shiva-Vakkiyar, nicht die Suta Munis und nicht die des großen Bhushunda. Alle anderen Siddhas haben den Weg der Valalai besungen, wie ich ihn erklärte.

Anmerkung: Die polemische Abgrenzung von anderen Lehren und die anschließende Berufung auf dieselben Siddhas stehen nebeneinander im Text.

Kritik an verschlüsselten Schriften und missverstandener Praxis

1431. Die in diesem Buch genannten Siddhas haben zwar gesungen, doch die praktische Ausführung nicht erklärt; sie hielten sie verborgen. Sie beschrieben viele Zweige, ohne die nötigen Reifegrade zu nennen. Viele Leser erkannten die verhüllten Aussagen ihrer jeweiligen Bücher nicht. Auch den Zugang zum Verfahren erklärten sie nicht. Koti Menschen sangen die Texte, scheiterten und irrten umher.

1432. Koti über Koti Menschen lasen Bücher und verdarben daran in dieser Welt – wer könnte es aufzählen? Koti über Koti starben, weil sie die kurzen Wege nicht sachgemäß ausführten. Unzählige warfen die schützenden Blätter beiseite und ruinierten ihren Haushalt. Wieder unzählige blickten nur auf das Ende und brachten ihre Familien ins Verderben.

1433. Sie kennen die Einweihungsregeln nicht und verstehen nicht, wie das Salz gewonnen wird. Sie geben ihren gesamten erworbenen Besitz aus und ziehen unwissend von Land zu Land. Acht oder zehn tun sich zusammen und singen die Lehrschriften. Ohne die richtige Zeit zu kennen, gehen sie entschlossen aus, um Pu, die ‚Blüte‘, zu sammeln.

Anmerkung: Pu wird hier im alchemistischen Zusammenhang gebraucht; gemeint ist nicht eindeutig eine botanische Blüte.

1434. Sie durchstreifen die Wälder und glauben, auch unfruchtbarer Boden werde aufblühen. Eifrig untersuchen sie Felsen an Berghängen und gehen noch eine Katam weit. Zur mittleren Nachtwache, im Mondlicht und bevor ihre Augen verdunkeln, nehmen sie Puli [Begriff unklar], rezitieren die Silbe und setzen sich gebunden in Samadhi. So handeln viele.

1435. Viele tragen die Lehrschrift in der Hand und verstehen weder die schützenden Anfangsblätter noch die Schlussblätter. Einige verlieren bei ihrem Suchen das Augenlicht; den feinsten verborgenen Ort erkennen sie nicht. Sie reden von Kot, Mula-Puli und Muppu, schwanken in geistiger Verwirrung und verbringen ihre Zeit mit Wasser und Tränen – so die scharfe Kritik des Textes.

1436. Selbst junge Menschen mit klarem, gereinigtem Verstand beachten mein Buch nicht. Sie legen wahre Schriften beiseite und halten andere, scheinbar geradlinige Schriften für wahr [Gegenüberstellung sprachlich unsicher]. Koti fertigen aus giftiger Muppu-Erde die gewünschten Ringe. Beim wiederholten Erhitzen dieser Ringe und der Erde schwimmt eine unbeschreibliche Giftsubstanz auf [Satz beschädigt].

1437. Wenn man mein Buch nicht gelesen und das passende Muppu nicht gefunden hat, soll man selbst die giftige Substanz der Ringmacher nehmen und daraus das Pu fertigstellen [Stoffbezeichnung unsicher]. Damit ließen sich alle Stoffe binden und unbeständige Stoffe festhalten. Das Verfahren werde für diese Verwandlung wirksam und gehe nicht verloren; führe es mit Bedacht aus, sagt der Text.

1438. Lies dafür mein Buch der Siebentausend. Alles, was in der Welt verborgen gehalten wurde, habe ich offen erklärt. Wenn du das Sapta Kandam betrachtest, wirst auch du auf Erden ein Siddha. Viele Weise haben in der alten Welt unterschiedliche Bücher besungen. Man muss wahrhaftig mehrere Wege prüfen; wer die Schriften richtig betrachtet, wird ein Siddha.

1439. Niemand erklärt es wie mein Buch, obwohl es in der Welt Koti über Koti Bücher gibt. Mit Hingabe habe ich es auf Erden verkündet. Wer mein Buch verständig liest, findet den Weg zur befreienden Schau und den Zugang zu den drei Welten. Mit Shakti verehrte und pries ich Paraparai und besang geordnet das Sapta Kandam.

Genannte Werke und weitere Metallverfahren

1440. Ich sang das Sapta Kandam in sieben Kandams. Ich verkündete ein Werk von siebenhundert Versen, ein Vaippu von achthundert und eine Sammlung von siebenhundert. Ich sang ein Werk von dreihundert und ein Jnanam von hundert. Ich erklärte Shodasha und die Acht sowie ein Nikandu, ein Wörterverzeichnis.

Anmerkung: Zahlen und Titelwörter werden nach dem Vers wiedergegeben. Daraus wird ohne weitere Belege kein gesichertes Werkverzeichnis konstruiert.

1441. Ich verkündete ein Werk von zwölfhundert und viele feine Einzelheiten. Ich erklärte das Karukkidai von fünfhundert, junger Schüler; niemand lehrt wie mein Buch. Ich erklärte Curukkidai und Kurukkidai sowie das ausgezeichnete Joti von dreihundert [Titelwort unsicher]. Ich, der Diener, senkte mein Haupt und verehrte den ursprünglichen Kaalangi Nayanar.

1442. Nimm je ein Palam Pashanam, Rasam und Puram. Vereinige diese drei und pulverisiere sie im Mahlstein. Zerreibe mit dem wirksamen sechsteiligen Jaya-Nir, forme Scheiben und lass sie gut in der Sonne trocknen.

1443. Lege die Scheiben in einen Topf, stülpe einen oberen Topf darüber und versiegle kräftig. Stelle das Gefäß richtig auf den Herd. Wenn du vier Samam erhitzt, steigt das wirksame Parpam als Sublimat auf und setzt sich oben ab. Wie könnte ich dieses schöne Parpam beschreiben!

1444. Gib dieses Parpam dem kräftigen Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zu. Schmelze behutsam und nimm es heraus. Durch die Gnade der Mutter des Vedanta wird das Kupfer zu Silber. Damit die Menschen auf Erden leben können, hat Bogar Rishi dies freudig besungen. Sieh seine Wahrheit.

1445. Höre ein weiteres wahres Verfahren, das ich für den Lebensunterhalt der Schüler erkläre. Nimm je ein Palam Eisen, Paccai, Rasam und Venkaram. Zerreibe vier Samam lang mit Jaya-Nir aus weißem Vedi-Uppu.

1446. Nachdem du vier Samam mit Jaya-Nir zerrieben hast, trockne drei Tage in der Sonne, mein Sohn. Wie könnte ich dieses Centuram beschreiben! Siddhas und Weise bereiten es auf Erden. Nimm einen Virakan Centuram und einen Virakan Silber. Bette das Silber im Tiegel oben und unten in das Centuram ein.

1447. Verschließe den Tiegel, versiegle ihn, stelle ihn in die Feuerstätte und blase das Feuer an. Das Silber nimmt die Farbe an und sieht wie reifes Gold aus. Füge einen Teil Gold auf vier Teile hinzu und gib sorgfältig ein Putam: Sein Gehalt wird hoch. Wie sollte ich seine grünliche Farbe beschreiben? Mit Bedacht habe ich dies genau besungen.

1448. Ich erkläre die genau bemessene Citikai-Verwandlung. Nimm das als Ceppu-Tatti bezeichnete Material [Wortverbindung unsicher], dazu je einen Teil Sandeisen und Venkaram. Vereinige und pulverisiere alles. Zerreibe mit Honig zu einer tuscheartigen Paste. Gib sie in einen Tiegel, verschließe und versiegle ihn gut und schmelze die Masse.

1449. Nimm die Schmelze heraus; was soll ich dazu sagen, Edler? Es ist eine mit Eisen verbundene Totti-Masse geworden [Stoffbezug unsicher]. Zerkleinere sie und gib sie in einen weiteren Tiegel. Verschließe und versiegle, entzünde ein starkes Feuer und blase mit dem großen Blasebalg. Nimm den Tiegel heraus: Das Kupfer ist weiß geworden.

1450. Gib das weiß gewordene Kupfer im Verhältnis eins zu vier zu Silber und füge einen Teil Gold hinzu. Schmelze kräftig und schlage Blech. Vereinige Salz mit Kavi und gib ein sorgfältiges Putam: Die Farbe nimmt zu. Es entsteht reichlich reifes Gold, das für Schmuck und weitere Arbeiten geeignet ist.

Innere Sammlung und die Behandlung des Lingam

1451. Verweile in der Askese des Yoga, verneige dich vor dem reinen Bewusstsein und preise es. Denke gesammelt an Kaalangi, damit sein Gnadenblick stets auf dir ruhe. Halte Manonmani im Herzen, um das große strahlende Licht zu sehen. Erforsche beständig Paraparai und bleibe verehrend im Zustand der heiligen Offenbarung.

1452. Gehe verehrend in den achtgliedrigen Yoga ein und richte den Geist auf die obere Höhe. Schaue aufwärts in den Raum und überschreite die sechs Stätten, die hier als Verbrennungsplatz bezeichnet werden [Verbindung beschädigt]. Wirf alle Berauschung ab und fasse die Bindung im Siddhanta nach innen. Verwandle den übelriechenden Blasebalg des Körpers in Samadhi; halte dich an die Mitte, sitze und verehre.

1453. Nimm Lingam, Taram, Puram, Viram, Kenti, Turucu, Pashanam, Mirutar-Cingi, Sutam, Tuttam, Vedi-Uppu, Cinam, Kauri und Caram. Verbinde sie jeweils in gleichem Gewicht.

Anmerkung: Die erste Verbindung von Lingam und Taram ist grammatisch verkürzt; beide Bezeichnungen bleiben erhalten.

1454. Zerreibe mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang. Bewahre die Masse gut in einem verschlossenen Behälter auf. Nimm einen Teil davon auf zwei Teile Silber, schlage das Silber zu Blech und bestreiche es. Gib ihm ein Putam in Kavi. Nimm es nach dem Erkalten heraus: Das reine Silber reift.

1455. Das gereifte Silber erhält den Gehalt sechs. Füge einen Teil Gold auf zwei Teile dieses Silbers hinzu. Es verwandelt sich in guter Qualität; wer könnte seinen schönen grünlichen Ton beschreiben? Dies ist der Weg der Citikai-Verwandlung. Ich, Bogar Rishi, habe ihn wahrheitsgemäß erklärt.

1456. Höre noch eine wahre Wirkungsweise. Oho, wer übt sie in der Welt aus? Rishis, Weise und Siddhas tun es, ebenso Menschen, die die Schriften richtig gelesen haben. Nimm ein Palam Lingam, dazu klares Arapodi, Talakam, Mirutar-Cingi, Turucu und Karam.

1457. Weiter gehören Caram, Viram, Punīru, Cambrani, Puram, Cutam, Mati, Cinam und Kari-Uppu dazu. Nimm von allen gleiche Gewichte und pulverisiere sie im vertieften Mahlstein. Zerreibe mit dem sechsteiligen Jaya-Nir acht Samam lang. Höre, was ich weiter erkläre.

1458. Forme aus der wachsartigen Masse einen Tiegel und lege das Lingam fest hinein. Umwickle ihn sorgfältig zur Versiegelung und trockne ihn in der Sonne. Fertige eine Vajra-Versiegelung an. Grabe eine Grube, schütte Reisspelzen hinein, gib glühende Kohlen dazu und entfache ein starkes Feuer.

1459. Nach drei Tagen – höre, mein Sohn, irre nicht verwirrt umher – ist das Feuer erkaltet und das wirksame Lingam fest geworden. Wenn du es herausnimmst und betrachtest, gleicht es Stahl. Nimm es aufmerksam heraus. Ich werde den guten Weg erklären, wie daraus Wachs wird.

1460. Vereinige Schweinefett und Erukkan-Milchsaft zu gleichen Teilen. Lege das Lingam in eine Schale und behandle es damit durch Benetzen und Eindampfen; so wird es zu Wachs. Gib dieses Wachs zu Silber und Kupfer; die Mischung wird wachsartig [Wiederholung im Text]. Schlage behutsam Blech und gib ein Putam: Es wird vorzügliches Gold.

1461. Füge dem goldähnlichen Metall einen Teil glänzendes Gold auf vier Teile hinzu. Es wird Gold, das Könige preisen. Diese große Verwandlung ist die Kunst der Siddhas, die Kunst mächtiger Rishis und Weiser. Damit ihr Schüler leben könnt, habe ich sie für euch deutlich besungen. Erkenne diese Klarheit.

1462. Diese klare alchemistische Kunst ist überaus außergewöhnlich; selbst ein Shiva-Yogi findet sie nicht einfach im Land. Die strahlenden Siddhas haben sie verborgen. Oho, die Nathas kennen die Kunstgriffe. Niemand hat die geheimen Wege der verschlungenen Schriften so gerade und anschaulich erklärt wie ich. Wer in der Welt käme Bogar gleich?

Brahma-Vidya und das Überschreiten innerer Stätten

1463. Man muss die Brahma-Vidya erkennen und stets im Samadhi bleiben. Man muss die Gnade des königlichen Gurus schauen; ohne sie gibt es weder Frucht noch Blüte. Man soll den Tanz, den Tanz des höchsten Lichtes lieben und die große Wonne erfahren. Dazu gehören Kaya-Siddhi, Yoga-Siddhi und die Kraft der Kulikai.

1464. Man muss die inneren und äußeren Welten und ihre tiefste Wurzel schauen. Man muss die Fülle erkennen und alle vorbeiziehenden Erscheinungen sehen. Man muss an der Kehle verweilen und die feinen Nadis kennen [Wortlesung leicht unsicher]. Man muss den Raum suchen; gut ist es, sich mit dem reinen Bewusstsein des offenen Raumes zu vereinigen.

1465. Der Geist muss klar und fest werden. Man muss sich auf Erden vom Turiya lösen und darüber hinausgehen. Man muss zur Mitte aufsteigen und alle Tänze der Nathas sehen. Man muss Valai suchen und die noch nicht erkannten drei Silben ergreifen. Verweile im Wissen der Bewusstseinswonne und gehe ungeteilt zur oberen Höhe.

1466. Erkenne die rechten Formen der Verehrung und die Haltung, in der die Nathas anbeten. Gehe in den mächtigen Pranayama ein und überwinde die heftige Begierde. Durch höchste Verehrung und Shiva-Verehrung überschreite den Verbrennungsplatz der Erkenntnis. Wer das gewaltige Meer des Maya-Samsara hinter sich lässt, gehört zu den Siddhas.

1467. Höre ein weiteres Verfahren, mein Sohn. Nimm das Pashanam namens Canku und den Milchsaft der Tirukalli. Behandle es vier Samam lang sorgfältig durch Benetzen und Eindampfen. Sobald dies vollzogen ist, wird es gebunden. Wer könnte die Kraft dieser Behandlung beschreiben? Nun erkläre ich den Weg zur Wachsform und werde die Geheimnisse der Nathas aussprechen.

1468. Nimm den Anai-Vilanku [wörtlich etwa Elefanten-Aal; Tierbezeichnung unsicher], füge Karam hinzu und gewinne Öl. Mische das Gelbe eines kleinen Eies darunter. Lege das Canku-Pashanam in eine Schale und behandle es mit dieser Mischung durch Benetzen und Eindampfen. Das Pashanam wird zu Wachs. Dieses Verfahren wurde für die Menschen der Welt dargelegt.

1469. Gib das Wachs dem Sonnenmetall im Verhältnis eins zu zehn zu, mein Sohn. Das Sonnenmetall wird weiß. Füge seinem Gewicht entsprechend Silber hinzu. Durch die erwähnte Verbindung mit Vangam wird das Silber kräftig. Es wird zur Lebenskraft des Tiravakam, und das flüchtige Kupfer wird gebunden.

Anmerkung: Die Verbindung von Vangam und Caram im dritten Versglied lässt sich nicht sicher trennen.

1470. Gib dich damit nicht zufrieden, mein Sohn. Nimm Wachs und gib es im Verhältnis eins zu zehn zum als Velli-Pattu bezeichneten Metall [Bezeichnung unklar]. Seine Flüssigkeit wird sachgerecht entfernt. Höre weiter, ohne einen Atemzug auszulassen: Schmelze das zuvor genannte Velli-Pattu und schrecke es dreimal im sechsteiligen Jaya-Nir ab.

1471. Dadurch wird weißes Vangam zu Silber. Füge zwei Teile Silber auf zehn Teile hinzu und schmelze. Werden die Siddhas diese große Verwandlung auf Erden offen aussprechen? Wenn du Gold gewinnen willst, lies mein Buch gründlich. Andere Bücher können täuschen; welcher Siddha erklärt es so wie ich?

Schriftkritik und die Entstehung des Sapta Kandam

1472. Welcher vollendete Siddha oder Weise spricht es aus? Auch ausgezeichnete Shiva-Yogis erklären es nicht. Es gibt viele kostbare Lehrschriften, doch die Siddhas haben ihre Aussagen durcheinander angeordnet. Die Menschen erkennen keinen verlässlichen Weg, verfallen, mühen sich ab und irren geschlagen umher. Ihr Wahn wächst, und die Toren ziehen von Straße zu Straße.

1473. Unverständige lesen die Schriften nicht richtig und behaupten, man habe sie absichtlich widersprüchlich gemacht. Wer erkennt die verborgenen Handgriffe der Nathas, ohne den Gang der Bücher zu kennen? Sie reden töricht, beachten den Text nicht und verlieren Urteil, Erinnerung und Einsicht. Viele Menschen betrachten zahlreiche geringwertige Schriften, ohne ihren Sinn zu verstehen.

1474. Was sagen die vielen vollständigen Toren? Ohne die wesentlichen Lehrschriften gründlich zu betrachten und die feinsten Geheimnisse der von Rishis und Weisen verkündeten Bücher zu erkennen, schmähen sie die Siddhas: Diese verhüllten die Lehre auf allerlei Weise. Sie beschimpfen dies als Fehler und ziehen sich so in der Welt selbst einen Fluch zu.

1475. Durch die Gnade der Mutter des Vedanta sah ich alle offenliegenden Lehrschriften. Durch Kaalangis strahlenden Gnadenblick erkannte ich auch die verborgenen Handgriffe der versteckten Schriften. Damit die Menschen klar erkennen und leben können, reiste ich mit der Kulikai von Land zu Land und flog zu verschlungenen Berghöhlen und in Wälder.

1476. Ich sah die Wohnstätten der Siddhas und Weisen und ihre mächtigen Samadhi-Orte. Ich suchte ihre jeweiligen Bücher und die in Höhlen verborgenen Grundlagen auf. Ich stritt mit den Siddhas, erhob Vorwürfe und erlangte sämtliche Lehrschriften. Die verborgenen Feinheiten prüfte ich gewissenhaft und verfasste daraus ein Buch.

1477. Ich schuf das große Werk der Siebentausend und verkündete Bogar Rishis Sapta Kandam. Ich untersuchte die Geheimnisse der Nathas und sammelte sie in diesem Lehrgedicht als Gurubuch. Als die Siddhas die Kraft des Buches sahen, wurden sie zornig auf mich. ‚Die ganze Welt wird dadurch zu Siddhas‘, sagten sie und kamen, um mich zu verfluchen.

1478. Koti über Koti kamen, zahllose Scharen mit zahllosen Einwänden. Weil ich die Siddhas gekränkt habe, wollten sie mich sogleich töten. Voller Angst rief ich Kaalangi an. Durch die Gnade meines Herrn lösten sie den auferlegten Fluch und ließen mich frei mit den Worten: ‚Lebe in der Welt.‘

1479. Nachdem sie mich freigelassen hatten, ging ich nach Cina. Kamalar saß dort fest im Samadhi. Ich verehrte seine Füße und sagte: ‚Mit der Kulikai bin ich gekommen, um das Land Cina mit Freude zu sehen.‘ So verneigte ich mich vor den Füßen Kamala Munis.

Kamala Munis Weisung und ein Vangam-Parpam

1480. Der Weise sagte zu mir, als ich ihn verehrte: ‚Die Künste, die du in der alten Welt gelernt hast, vermittle in Cina ohne Fehler und mit Liebe, damit die Schüler leben können.‘ Auf diese entschlossene Weisung hin gab ich sorgfältig die erlernten Künste weiter und schüttete ihre sämtlichen Geheimnisse unter die Menschen aus. Sieh diese Freigebigkeit.

1481. Höre einen weiteren mächtigen Weg. Nimm ein Palam Vangam. Wiege außerdem je ein Palam Talakam, Pashanam, Cavukkaram, Caram, Punīru und Muschelkalk ab, Edler. Zerreibe sie im Mahlstein und nimm einen Kalasa genannten Krug.

1482. Gib alle zuvor zerriebenen Stoffe sachgemäß in den Krug. Verharre nicht untätig, mein Sohn. Lege das reine Vangam in die Stoffmischung, verschließe mit einer Tonscherbe und versiegle. Gib ein Hühner-Putam, Edler. Sei nicht schläfrig: Sieh, es gleicht einem kräftigen Kalangu.

1483. Nimm einen Teil dieses zu Kalangu gewordenen Vangam, einen Teil Silber, zwei Teile Sutam und einen Viertelteil Caram. Zerreibe mit Mati-Jaya-Nir, forme dünne Scheiben und trockne sie in der Sonne. Lege sie in eine Schale und versiegle diese, Edler.

1484. Gib ein Wachtel-Putam. Wenn die Schale erkaltet ist, nimm den Inhalt heraus: Wer könnte dieses treffliche Parpam beschreiben? Schmelze Sonnenmetall und gib es im Verhältnis eins zu zehn hinzu. Es wird dem reinen Metall gleich [Vergleichswort unsicher], ein Mondmetall, das Fürsten und Könige preisen.

1485. Gib es diesem Silber im Verhältnis eins zu zehn hinzu und blase bei der Verbindung mit Vangam das Feuer an [Satzverbindung verkürzt]. Das Silber ist von reiner Gestalt, unvergleichlich und ohne Abweichung. Verweile am heiligen Ort und verehre Tripuri mit Liebe. Verneige dich täglich vor Valai und erkenne aufmerksam den Zustand des Herabsteigens.

1486. Erkenne danach den Zustand des Samadhi und halte Kaalangi, den ehrwürdigen Herrn, im Herzen. Geliebter, durch die Gnade meines Herrn, den alle Welten preisen, lässt sich das Ziel erreichen. Diene den Siddhas, verehre sie täglich und bleibe ihnen hingebungsvoll verbunden. Durch die Gnade Mals und Ayans wird dir zuteil, was noch zur Vollendung fehlt.

Turucu-Parpam und der innere Tanz der fünf Silben

1487. Höre ein weiteres Verfahren. Nimm einen kräftigen Block Turucu. Wenn du Gold gewinnen willst, mein Sohn, nimm die gleiche Menge Vedi-Uppu und ebenso viel Punīru. Vereinige alles sachgerecht und zerreibe es mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang.

1488. Nach vier Samam Zerreiben forme Scheiben und trockne sie gut. Durch ein kräftiges Putam wird die Masse Parpam. Das Grün des Turucu verschwindet und macht einer starken weißen Farbe Platz. Falls das Parpam rot wird, gib ein weiteres Putam und zerreibe es erneut mit Jaya-Nir.

Anmerkung: Die Textdatei trägt hier die Nummer 1486; die laufende Folge ergibt 1488. Die Nummer 1488 ist in der PDF-Ausgabe auf Seite 195 bestätigt.

1489. Zerreibe nach Zugabe von Jaya-Nir einen Samam, forme Scheiben und trockne sie. Lege sie in eine Schale, versiegle diese und trockne gut in der Sonne. Entzünde sorgsam das Feuer und gib ein Putam. Nimm die Masse nach vollständigem Erkalten heraus. Wie könnte ich dieses wunderbare Parpam beschreiben? Ich habe seinen Wert erklärt, damit die Schüler leben können.

1490. Füge dem Parpam die gleiche Menge Sutam hinzu und zerreibe im vertieften Mahlstein mit Jaya-Nir vier Samam lang. Gib die Masse in einen Tiegel und behandle sie mit Putam. Nimm sie nach dem Erkalten heraus: Das kraftvolle Parpam ist stark alkalisch. Gib es auf rechte Weise dem Silber im Verhältnis eins zu zehn zu. Der Gehalt wird acht.

1491. Wie könnte ich den Gehalt acht beschreiben! Er zeigt einen starken grünlichen Ton. Das Sutam geht leicht in die Verbindung ein; entferne die Unreinheit und prüfe den Gehalt. Füge diesem goldähnlichen Metall einen Teil Gold auf vier Teile hinzu. Schlage ordentlich Blech und gib ein Putam. Wer könnte das leuchtende reine Gold beschreiben?

1492. Für die Beschreibung fehlen Zunge und Ausdruck [zweites Wort unsicher]. Die feinsten Geheimnisse sind das Spiel des Sutam. Bestreite damit behutsam deinen Lebensunterhalt und suche in der Welt Festigkeit im Yoga. Denke tief über Erkenntnis nach, gehe in die spitze Wurzel des Weges ein, fasse Om nach innen und erkenne verehrend den Zustand des Samadhi.

1493. Verweile auf der Si-Silbe und betrachte leuchtend die Ma-Silbe. Die Va-Silbe ist der anfangslose Sitz; die Na-Silbe ist der Brahma-Sitz, mein Sohn. Die Ya-Silbe ist der Lakshmi-Sitz. Erfahre inmitten der fünf beständigen Handlungsorgane das Aufgehen des Geistes. Dies ist der Tanz der großen Nathas.

Anmerkung: Die Silbenzuordnung wird wie im Tamilischen wiedergegeben; eine verbreitetere Zuordnung wird nicht an ihre Stelle gesetzt.

1494. Dies ist der Tanz der fünf Handelnden. Im bewohnten Haus leben fünf, und seine geschützten Tore sind neun. In der Höhlung der Werkzeuge, beginnend mit den Erkenntnisorganen [Wortfolge beschädigt], tritt der Herr ein, sobald jener kommt [Bezug unklar]. Sieh: Der große Körper ist unwahr. Verehre die Mutter, übe mit Hingabe und suche den Zustand des Sayujya, mein Sohn.

Pashanam und die Unterweisung durch erfahrene Nathas

1495. Höre beim Suchen einen weiteren Weg. Wer erkennt die offenbare Silberkunst? Nimm ein Palam geruchstragendes Pashanam und das Kraut namens Koli, das auf erhöhtem Boden wächst. Bringe es herbei, gewinne seinen Saft und presse ihn durch ein Tuch. Behandle das Pashanam damit vier Samam durch Benetzen und Eindampfen, mein Sohn.

1496. Dabei legt sich der Rauch des Pashanam, und es wird fest gebunden [anschließendes Verb unklar]. Nimm Salz aus Punīru, vereinige es sorgfältig und bilde einen Schutzüberzug. Trockne in der Sonne und versiegle mit Kalk. Fülle einen Topf mit Sand und lege das Pashanam genau in die Mitte.

1497. Decke mit einem Topf zu und versiegle kräftig mit Ton. Stelle das Gefäß zuverlässig auf den Herd und erhitze vier Samam lang. Nimm es nach dem Erkalten heraus: Das kräftige Pashanam zieht sich zusammen und wird fest. Füge diesem gebundenen Pashanam ein Viertel Vangam hinzu.

1498. Füge dem Vangam seinem Gewicht entsprechend Nagam hinzu und zerreibe mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang. Forme Scheiben und trockne sie. Lege sie in eine Schale, versiegle diese und gib ein Wachtel-Putam. Danach wird ein Hühner-Putam genannt. Mein Sohn, nimm die Masse nach dem Erkalten des Feuers heraus.

Anmerkung: Die Textdatei trägt die Nummer 1496 statt 1498. Ob Wachtel- und Hühner-Putam aufeinanderfolgen oder alternative Angaben sind, erklärt der Vers nicht eindeutig. Die Nummer 1498 ist in der PDF-Ausgabe auf Seite 197 bestätigt.

1499. Wie könnte ich das gewonnene Parpam beschreiben, mein Sohn! Es ist die Verwandlung der Nathas. Gib es zu Kupfer: Wer könnte das reine Silber beschreiben! Schmelze und gib Silber im Verhältnis eins zu zehn hinzu [Mengenbezug verkürzt]. Gegenüber Salz entsteht Beständigkeit [wörtlich Reifung oder Härte]. Erkenne die genaue Art der Durchführung.

1500. Den verborgenen Handgriff der Nathas erkennt der sachkundige Kenner; andere sehen ihn nicht. Diene ihnen, mein Sohn, und erfreue ihre Herzen. Wenn sie dir wohlgesinnt sind, erklären sie dir mit Freude alle Zugänge zur Verwandlung. Auch die Lehrschriften legen sie dir aus. Wer dies gründlich erkennt, ist ein Siddha.

Gebundenes Caram und Magnetstein-Centuram

1501. Siddha, höre einen weiteren Weg. Ich erkläre das Binden von rotem Caram. Nimm je einen Teil Karam, Cinam und Punīru, dazu Tuttam und das milde Cippi [Aufzählung syntaktisch unsicher]. Zerreibe drei Tage lang mit Cippi-Jaya-Nir und bereite die Masse sachgerecht.

1502. Forme aus der wachsartigen Masse einen Tiegel und gib dem Caram damit eine Hülle. Versiegle mit Kalk und trockne gut in der Sonne. Richte das eine Elle große Putam, das Pum-Putam, ein [Bezeichnungen nicht eindeutig getrennt]. Lege die Masse mitten in Sand, bedecke sie auch oben mit Sand und entfache das Feuer.

1503. Nimm die Masse nach dem Erkalten heraus: Das Caram wird fest gebunden. Behandle auch Muppu auf diese Weise. Das beständige Caram gleicht Elfenbein. Höre nun von seiner weiteren Behandlung: Lege das Caram in Nayuruvi-Asche und bedecke es vollständig auch von oben mit Asche.

1504. Schließe es in einem Topf ein und versiegle kräftig, damit nichts aufquillt oder entweicht. Entzünde Glut und erhitze drei Tage lang, mein Sohn. Nimm es nach dem Erkalten heraus. Gibt es etwas, das diesem wirksamen Caram gleichkommt? Was könnte ich über es sagen? Der kundige Praktiker kann davon berichten.

1505. Wenn das Caram gebunden ist, bindet es alle anderen Stoffe schon bei der Berührung. Es ‚tötet‘ Nagam in einem Augenblick, und das Kupfer verliert seine Ausschwitzung. Gebundenes Caram ist wie der Bau eines trefflichen Hauses. Es wird zum Todesherrn der Stoffe. Sieh die wahre Kraft dieses starken Caram.

1506. Ist das Caram wirklich gebunden, erschließen sich weitreichende Verwandlungsverfahren. Es ist der Todesherr, der Sutam ‚tötet‘. Dieses mächtige Cunnam ist der Feind des Salzes. Es ermöglicht Koti Verwandlungen mit Centuram. Siddhas und Weise führen sie aus, mein Sohn; können andere Menschen auf Erden das ebenfalls tun?

1507. Dem Caram-Centuram schreibt der Text Wirkung gegen schlimme Bauchschmerzen und Kunmam, die achtzig Vayu-Leiden, Blässe und Gelbsucht zu. Ebenso nennt er Vayu-Beschwerden im Zusammenhang mit Cutakam sowie Mahodaram und Pili [überlieferte Krankheitsbezeichnungen]. Mit Honig gegeben solle es den Körper durch Kayakalpa kräftigen.

1508. Höre ein weiteres Kayakalpa-Verfahren, das ich zum Lebensunterhalt der Menschen einfach erkläre. Halte es nicht für gering; höre liebevoll zu. Nimm sieben Palam des seltenen Nadelmagnetsteins. Verarbeite ihn mit dem sechsteiligen Jaya-Nir zu einer feinen wachsartigen Masse. Gib sie in einen Tiegel, verschließe mit einer Tonscherbe und versiegle kräftig.

1509. Trockne die kräftige Versiegelung in der Sonne, entfache das Feuer und gib ein Putam. Durch diese einfache Behandlung wird der Magnetstein zu Iyam. Wer könnte dieses schwere Iyam beschreiben? Wer den richtigen Reifegrad erkennt und es gewinnt, ist ein Alchemist. Wenn der wachsartige Magnetstein zu Iyam geworden ist, ermöglicht er Koti Verwandlungen auf Erden.

1510. Nimm dieses zur Verwandlung dienende Magnetstein-Iyam sowie die Essenzen von Kenti, Nagam, Eisen, Punagam und Abhraka. Vereinige sie sorgfältig und füge ihrem Gesamtgewicht entsprechend Gold hinzu.

1511. Vereinige alles mit dem gleichgewichtigen Gold und zerreibe behutsam mit Kaiyan-Saft vier Samam lang. Forme saubere Scheiben und trockne sie. Lege sie unbeschädigt in eine Schale und versiegle kräftig. Gib ein Hühner-Putam, mein Sohn: Es wird Centuram.

1512. Gib auf diese Weise zehn Putam-Behandlungen und zerreibe jedes Mal mit dem wirksamen Kraut. Das Centuram gewinnt große Kraft und eine weitreichende Verwandlungswirkung. Bereite es fertig und gib es Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zu. Höre, Schüler: Bei der Zugabe erfolgt die Verwandlung. So wirkt dieses mächtige Mittel.

1513. Der Text nennt ein Kunri dieses Centuram über ein Mandala hinweg. Dadurch solle der Körper wie eine Steinsäule werden und die Lebensspanne außerordentlich wachsen, ohne Verfall. Graues Haar und Falten sollen verschwinden, Krankheiten den Körper nicht mehr befallen. Beide Augen sollen strahlen, und selbst Arundhati solle sichtbar werden.

1514. Man solle die Sterne bei Tage sehen können; die Augen würden niemals getrübt. Stärke den Körper und wirf seine vergängliche Hülle ab, sagt der Text. Man könne sehr lange leben. Wer nach Gleichgewicht im Samadhi suche, dessen Vasi richte sich nicht nach oben. Auch du würdest in der weiten Welt zu einem Siddha.

Anmerkung: Die Richtung des Vasi wird hier ausdrücklich verneint; sie wird nicht an andere Atemstellen des Werkes angeglichen.

Eine akrobatische Vorführung in Cina

1515. Höre von der Kitai-Vorführung. Nimm eine Bambusstange wie einen Waagebalken, hundert Fuß lang, und befestige vier Seile an ihrer oberen Verzweigung. Stelle die Füße des Gestells auf freiem Gelände fest auf und bringe die Plattform an [Bauteilwort unsicher]. Setze einen Magneten an das obere Ende und lege ein eisernes Gewand an.

Anmerkung: Die Verse beschreiben eine historische akrobatische Vorstellung mit behaupteter Magnetwirkung. Sie liefern keine verlässliche Konstruktionsbeschreibung.

1516. Nimm den Matirai-Stab in die Hand und trage Ainkola-Tinte auf die Stirn auf. Lege einen Gürtel an, damit die Menschen erstaunen und die Nathas dich preisen. Staple elf Kalasa-Töpfe auf dem Kopf, einen auf dem anderen. Bestreiche die Töpfe mit Kanta, Edler, und besteige das Gestell.

1517. Man kann bis zur Spitze steigen und oben stehen, eine Trompete an den Mund halten und die Modi-Kunst vorführen. So zeigte Bogar sie, damit die Welt sie preise. Oben stehend ließ er den Vasi nicht nach unten gehen, wandelte den Pranava und führte seine Kunst im sicheren Stand aus.

1518. Er führte sie in Cina vor, liebevoll, damit die Schüler leben konnten. Für diejenigen, die die von Siddhas und Weisen besungenen Bücher aufmerksam lesen, untersuchte ich alle verborgenen Zusammenhänge und führte sie öffentlich aus. Die Menschen in Cina prüften die zusammengehörigen Verfahren und erkannten ihre Kennzeichen und Zustände.

1519. Die Verfahren der Menschen in Cina entsprechen den Methoden der Siddhas, Weisen, Rishis und Götter. Diese trefflichen Menschen sind sachkundig; auf Erden gibt es ihresgleichen nicht. Auch die Menschen des Kocci genannten Weges führen solche Verfahren geordnet aus. In ihrer Stille gleichen die Menschen von Cina göttlichen Rishis.

1520. Bei ihnen gibt es Wahrhaftigkeit. In der Welt sprechen Menschen zwar Unwahrheit [erste Gegenüberstellung unsicher], doch dort bestehen Recht und geordnete Regeln, und sie üben Koti Künste aus. Sie sprechen keine einzige Lüge und gleichen Menschen der goldenen Himmelswelt. Ich sage, was ich selbst gesehen habe: Kein Land kommt Cina gleich.

Anmerkung: Dies ist das idealisierende Lob des Erzählers, keine verallgemeinernde Aussage der Redaktion über eine Bevölkerung.

Reisen in die tamilischen Länder und das Lob Cinas

1521. Durch die Gnade der herrlichen Füße Kaalangi Nathars reiste ich mit der Kulikai in zuvor unbesuchte Länder, auch in die Länder der Chera, Chola und Pandya. Ich sah Menschen, die sich unsterbliche Siddhas und Weise nannten und behaupteten, im Samadhi zu verweilen. Ich sah nutzlose Siddhas und falsche Wissende, die Askese in der Sonne übten, ohne wirklich zu reifen [Wortspiel unsicher].

1522. Ich erörterte mit ihnen die Lehren und fragte nach den verborgenen Grundlagen und ihrer Erschließung. Sie redeten, als hätten sie die offenbarten Schriften gelernt, doch ihre Worte waren leer und falsch. Durch eindringliches Gespräch erkannte ich ihre widersprüchlichen Reden. Ich kehrte nach Cina zurück und lehrte dort vielerlei Künste.

1523. Die Künste, die ich lehrte, sind unzählbar. Diese Menschen verkehren Fußende und Kopfende nicht miteinander. Sie sind wie Kinder, denen auch ein wenig böser Sinn fehlt. Bei den Zugängen fand ich keine Einseitigkeit [Aussage beschädigt]. Sie besitzen geschickten Verstand, mein Sohn. Könnte selbst die Himmelswelt Cina gleichkommen? Die Menschen dieses Landes lassen sich Siddhas mit guter Einsicht vergleichen.

1524. Welches Land könnte Cina gleichkommen? Niemand in der Welt hat seinesgleichen gesehen. Ihre Bindung ist die Bindung an Brahman; sie verehren beständig. In Liebe preisen sie Bogar Rishi, und Koti verweilen lange im Samadhi. Ich habe ganz Cina durchwandert und gesehen. Erkenne die reiche Wahrhaftigkeit seiner Menschen.

1525. Höre ein weiteres wirksames Verfahren, Edler, damit die Schüler leben können. Nimm je einen Ser Nagam und Pashanam, einen halben Ser Kalk und einen Viertel-Ser Mati-Uppu. Vereinige diese Stoffe und zerreibe sie mit der Cippi genannten Essenz.

Verwendung des Silbers und Bhairava-Verehrung

1526. Zerreibe mit dem als Essenz bezeichneten Jaya-Nir, mein Sohn, und umhülle das Nagam damit. Versiegle mit alkalischem Kalk und trockne sorgfältig in der Sonne. Wenn die feuchte Versiegelung trocken ist, gib ein Hühner-Putam. Die schwere dunkle Beimengung soll verschwinden [Wort unsicher], und glänzendes Silber entsteht.

1527. Dieses Silber gleicht Shiva und eignet sich zur Verehrung Shankaras. Tausche es im Laden ein und vollziehe Puja und Opfergaben. Speise die anderen, errichte liebevoll Tempel und Teiche. Gut ist es, den brahmanischen Gurus die erforderliche gastliche Fürsorge zu erweisen.

1528. Man soll die Trivami-Puja ausführen [Ritualbezeichnung unsicher] und sich der erhabenen Manonmani nähern. Man soll Shakti verehren und den Gottheiten der Welt Ehrerbietung erweisen. Preise sie täglich und suche den Weg zur Befreiung. Wer in der Welt lebt und dabei an Kaalangi denkt, ist ein Yogi.

1529. Kann man Yoga vollständig beschreiben? Ich werde die Verehrung des strahlenden Bhairava erklären. Ich, der Diener namens Bogar, verneige mich ehrfürchtig vor Kaalangi Nathars Füßen und empfange die Gnade der Mutter des Vedanta. Lege einen neuneckigen Zugang oder Ritualgrundriss an und stelle in Ruhe einen Kalasa auf.

1530. Umwickle den Kalasa mit Faden, lege oben eine Kokosnuss auf und umgib sie mit Mangoblättern. Breite unter dem Kalasa die neun Getreidearten aus und stelle ihn darauf. Gegenüber dem Kalasa, am Eingang, stelle sachgerecht einen aus Kurkuma geformten Pillaiyar auf.

1531. Setze Ringara und Omkara an die Zugänge der acht Richtungen. Stelle den mächtigen Bhairava vor dich und rezitiere: ‚Yang Sing Vang‘. Bringe an den vier Toren Räucherwerk und Licht dar, dazu Panakam und bereitete Speise. Wiederhole die Formel hunderttausendmal. So ist Bhairavas Verehrung angeordnet.

Anmerkung: Die tamilische Mantrafolge lautet யங்சிங்வங். Die Umschrift gibt diese überlieferte Lautfolge wieder, ohne zusätzliche Silben einzufügen.

1532. Wenn die Alchemie vollendet ist, soll man Bhairava reichlich verehren. Das gute Gold wird Frucht tragen. Auch die Siddhas auf Erden handeln so, mein Sohn. Mit wachem Verstand soll man sich vor den Füßen des Gurus verneigen. Ich habe dies besungen, damit du unter dem Gnadenblick Kaalangi Nathars seine Füße verehrst.

Herstellung von Perlen und Rubinen

1533. Ich werde die Herstellung von Perlen erklären, damit die Schüler leben können. Suche weiße Schalen der Perlmuschel aus und nimm einen Ser. Zerstampfe und presse sie sorgfältig aus. Gewinne daraus eine Masse wie frische Butter und bereite sie weiter, mein Sohn.

1534. Höre, worin die weitere Zubereitung besteht. Nimm Kuttori-Karam, gebundenes Karam und das kristallene Salz namens Cinam [Bezeichnung Pati-Uppu mitgenannt]. Vereinige alles zu gleichen Teilen, lege es in einen Tiegel und versiegle ihn. Stelle ihn in die Feuerstätte und schmelze: Die Masse wird weiß wie eine glänzende Perle.

1535. Zerbrich die weiße Perlenmasse. Bereite kleine Formen für Kügelchen vor. Schmelze die Masse vollständig im kräftigen Tiegel, junger Schüler, und versieh die Formen mit Öffnungen. Wenn du in diese kleinen Formen gießt, läuft die Perlenmasse hinein und setzt sich fest. Nimm die glänzenden Perlen und gehe damit zu den Königen.

1536. Lass dort die guten Perlen angemessen bewerten. Du wirst Reichtümer wie Berge erhalten und Koti Ehrungen genießen. Nachdem du bei ihnen verweilt und Abschied genommen hast, wirst auch du auf Erden wie ein König sein. Ich habe dies besungen, nachdem ich mich vor Kaalangi Nathars Füßen verneigt hatte.

1537. Nun zum Rubinansatz: Nimm einen Ser der als Kempuraci bezeichneten minderwertigen erhitzten Steine [Ausgangsstoff beschädigt], mein Sohn. Hinzu kommen ein Viertel Kurunta-Stein, ein Teil gebundenes Karam und ein Viertel klares Punīru. Zerreibe alles mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang.

1538. Nach gründlichem Zerreiben gib die Masse in einen Tiegel und versiegle ihn. Trockne in der Sonne, stelle ihn in die Feuerstätte und blase das Feuer an. Die Stoffe verbinden sich, schmelzen gut und werden tiefrot. An der Oberfläche öffnen sich bewegte Stellen wie Augen [Bild der Schmelze]. Fertige eine Form und gieße hinein, junger Schüler.

1539. Bereite für den Guss kleine, feine Formen vor. Beim Eingießen wird die Masse fest wie ein Edelstein und zeigt starke rote Farbe [Ceppu kann auch Kupfer bezeichnen]. Wer es betrachtet, sieht etwas Außergewöhnliches: den Verwandlungsweg der Siddhas. Gib den Stein auf einen kristallinen Schleifstein; dann wird sein Glanz sichtbar.

1540. Groß ist die Herrlichkeit des glänzenden Rubins. Oho, gibt es in der Welt jemanden, der dies tut? Nimm den klaren Rubin, gehe zu den Königen und erlange durch hohe Bewertung Gewinn. Niemand erklärt diese feine Kunst. Damit die Schüler in der weiten Welt leben können, habe ich, Bogar, Kaalangi liebevoll gepriesen und das wesentliche Verfahren besungen.

Duftstoffe, Paccai-Puram und Kasturi-Zubereitungen

1541. Nimm ein Palam Cutam und je ein Viertel-Palam Cinam, Cambrani, Mati-Uppu, Punīru und Talai-Uppu. Dazu kommen die Knolle des Korai und duftendes Karam [letzte Bezeichnung unklar].

1542. Hinzu kommen Kasturi-Kurkuma, Kardamom, Ilakkay und Sandelholz sowie Kiliyural-Rinde, Paccilai und Kiccili. Füge aufmerksam jeweils einen Varakan hinzu [Mengenbezug verkürzt]. Mit Kuh-Ghee soll die Mischung acht Samam erhitzt werden.

Anmerkung: Mehrere Duftstoffnamen bleiben unübersetzt. Der folgende Vers spricht anstelle des Erhitzens vom Zerreiben über acht Samam; beide überlieferten Angaben bleiben erhalten.

1543. Nach acht Samam Zerreiben wird die Mischung wie schönes Wachs. Gib sie in eine runde Porzellanschale und bestreiche die obere Schale mit Punuku. Fülle einen Topf mit Sand und setze die Porzellanschale in die Mitte. Bedecke auch oben mit Sand und erhitze sachgemäß einen Samam.

1544. Nach einem Samam Erhitzen hat sich oben ein Sublimat niedergeschlagen, Edler. Es sitzt an der oberen Porzellanschale, gerundet wie eine Kokosnuss und leuchtend wie die Mondsichel. Es zeigt sich als dünne Platte. Dies ist das milde Puram, Paccai-Puram, das die Könige schätzen und die Siddhas auf Erden herstellen.

1545. Höre eine weitere Zubereitung. Nimm Ratta-Palam [Harz- oder Stoffbezeichnung unsicher], das Harz des Venkai-Baumes und den Auswurf einer fruchtfressenden Fledermaus. Zerreibe mit dem Blut eines Hirsches. Umhülle die Masse dicht mit Talai-Blüten, schließe sie in einem Topf ein und vergrabe ihn sorgfältig in der Erde.

1546. Nimm ihn nach einem Mandala wieder heraus. Wie könnte ich dieses hervorragende Kasturi beschreiben! Wenn man es aufbricht und in Wasser gibt, verläuft es wie Blut. Es soll zum Todesherrn des Canni-Leidens werden. Dies ist eine wirksame Zubereitung aus Cina. Ich werde noch einen weiteren Weg nennen und den aufmerksamen Hörern seine Art erklären.

1547. Für die Beschreibung fehlen Worte: Koti Wege, Koti Verfahren und Koti Verbindungen gibt es. Nimm acht Padi Blut des Kanta-Tieres [wohl Nashorn; Lesung nicht völlig sicher]. Füge Karunkali-Rinde, Kaci-Katti, Gewürznelken, Kardamom und Kauri zu gleichen Teilen hinzu.

1548. Zerreibe vier Samam lang und gib die Mischung in ein geeignetes Gefäß. Fülle reichlich Pannir erster Qualität ein und setze es zum Erhitzen auf. Versiegle oben und erhitze genau drei Tage. Alle Stoffe verbinden sich und werden mit dem Blut fest gebunden.

1549. Öffne dann das Gefäß und sieh das Herstellungsverfahren aus Cina. Die Kraft des Stoffes ist groß, mein Sohn. Wenn man mit der Nase daran riecht, soll das Blut in Bewegung geraten und starke Wärme in den Schädel steigen. Wie könnte ich dieses Kasturi beschreiben? Die Siddhas und Weisen sprechen es nicht offen aus.

1550. Der von Bogar Rishi erklärte Weg verfehlt sein Ziel nicht; sein Verfahren ist niemals falsch, so die Aussage des Textes. Die Siddhas haben in ihren Büchern vieles nach ihrem Belieben besungen. Ich selbst verneigte mich als Diener vor Kaalangi Nathars guten Lotosfüßen und legte dies dar, damit die Menschen ohne Fehlgehen auf Erden leben können.

Weitere Kasturi-Zubereitungen und Eisenbehandlung

1551. Höre ein weiteres von mir dargelegtes Verfahren. Nimm Ratta-Palam, Karboga-Samen, Valuluvai-Samen und blaues Kukai-Niru. Zerreibe mit kräftigem Pannir, mein Sohn. Stampfe die Masse in ein Gefäß und vergrabe es ordentlich in der Erde.

1552. Nach dem Vergraben zieht sich die gesamte Flüssigkeit zurück; die Masse wird tiefschwarz. Bricht man sie auf und riecht daran, gerät der Atem ins Stocken und wird bedrängt. Der Körper soll erschauern. Wie könnte ich dieses scharf wirkende Kasturi beschreiben? Es soll nur in maßvoller Menge anderen Mitteln zugesetzt werden. Dies ist Bogars mächtige Zubereitung.

1553. Höre eine weitere Zubereitung, den Weg, den der große Kamala Muni erklärte. Nimm Kaci-Katti, Karuvay-Rinde, Aviri-Saft und Kamelblut. Füge Utira-Venkai zu diesen Stoffen hinzu und zerreibe die Mischung.

1554. Zerreibe mit Pannir, mein Sohn, und verschließe die Masse in einem Gefäß. Vergrabe es in der Erde. Wenn ein Mandala vergangen ist, grabe es aus und sieh: Wie könnte ich dieses Kasturi beschreiben, mein Sohn! Gehst du damit zu den Königen, so kannst du Erfolg erlangen.

1555. Nimm zehn Palam Eisen und fünf Palam Talakam. Zerreibe sie mit Eri-Kalan-Milchsaft. Röste Venkaram und füge es hinzu. Gib alles in einen Vajra-Tiegel, verschließe oben und versiegle. Stelle ihn in die Cara-Feuerstätte und blase das Feuer an. Der entstandene Kalangu lässt sich kaum beschreiben.

1556. Wenn du die Masse schmilzt und in dem Caram genannten Jaya-Nir abschreckst, verliert das Eisen seine Kruste und seine schmutzige Ausschwitzung. Bereitest du daraus Centuram, soll es den Körper stark festigen. Mit Honig eingenommen soll es die Gewebe kräftigen.

Die lange Folge der Pflanzensäfte für Lingam

1557. Gib dich damit nicht zufrieden, mein Sohn. Nimm ein Palam Lingam und gib Milch in eine Porzellanschale. Behandle das Lingam ohne Verlust mit der Milch durch Benetzen und Eindampfen, sodass es gereinigt wird. Nimm anschließend je einen Ali Fruchtsaft und Honig.

1558. Hinzu kommen jeweils ein Ali Meni-Saft, Kaiyan-Saft, Blattsaft [Pflanze nicht genannt], Atalai-Saft, Koli-Ilai-Krautsaft, Mucukkai-Saft, Pata-Muli-Saft und Kalarci-Fruchtzubereitung.

1559. Nimm jeweils einen Ali Pula-Saft, Atantai-Saft, Kotikkalli-Saft, Tumpai-Blütensaft, Puppanai-Saft und Vila-Blattsaft. Erneut wird ein Ali Puppanai-Saft genannt; füge außerdem Kanja-Saft hinzu.

Anmerkung: Puppanai steht im Original zweimal. Die letzte Menge ist nicht erneut ausdrücklich genannt.

1560. Füge jeweils einen Ali Kumari-Saft, Shatavari-Krautsaft, Mucuttai-Saft, Kavutumpai-Saft, Mattankay-Saft, Civatai-Wurzelsaft, Telkokku-Saft und Murukkan-Saft hinzu.

1561. Weiter kommen je ein Ali Mutakkottan-Saft, Takkali-Saft, reifer Pakal-Saft, Kuvalai-Saft, Tirukkalli-Saft, Palai-Saft und Peruntali-Saft hinzu. Ergänze den wirksamen Pon-Mucuttai-Saft.

Anmerkung: Traditionelle Pflanzennamen bleiben stehen. Insbesondere wird Takkali hier nicht ohne weiteren Beleg mit der heutigen Tomate gleichgesetzt.

1562. Vereinige alle diese Säfte und behandle das Lingam damit gründlich durch Benetzen und Eindampfen. Es wird gebunden und gleicht Stahl, ja geschnittenem Stahl. Wer könnte dieses treffliche Lingam beschreiben? Nun werde ich seinen Schutzüberzug erklären; höre die klar benannten Stoffe.

1563. Nimm je ein Palam Vedi-Uppu, Intuppu, Punīru, Turucu, Patikaram, Karam, Kenti und Valaiyal-Uppu.

1564. Hinzu kommen je ein Palam Salz, Caram, Talakam, Viram, Puram, Kunanki und Totti. Zerreibe diese Stoffe mit dem zuvor genannten sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang, mein Sohn.

Zehn Putam-Behandlungen und die Gnade des Gurus

1565. Beim Zerreiben entsteht eine tusche- oder butterartige Masse. Nimm dieses Wachs und teile es in zehn Portionen. Gib dem klaren Lingam damit eine Hülle. Umwickle es mit einer Kalkversiegelung, trockne ordentlich in der Sonne und gib ein Putam unter Sand. Das Lingam wird kräftig gebunden.

1566. Gib auf diese Weise unverändert zehn Putam-Behandlungen. Entferne danach die Hülle des Lingam und betrachte es: Es ist wie Stahl. Nimm das Lingam, mein Sohn, und Gold im Verhältnis eins zu zehn. Umhülle es, wie ich sagte, sorgfältig mit Goldblatt.

1567. Befestige die Umhüllung mit Kunri-Mani-Kleister. Höre vom Öl der Virali. Lege die Masse sorgfältig in eine Porzellanschale und behandle sie mit Erukkan-Milchsaft durch Benetzen und Eindampfen, junger Schüler. Entzünde das Feuer und erwärme sie über der Flamme. Bei kundiger Behandlung mit Virali-Öl wird sie zu Wachs.

1568. Prüfe den Wachs-Reifegrad, mein Sohn. Behandle weiter mit Erukkan-Milchsaft und anschließend vier Samam mit Schweinefett. Es wird zuverlässig Wachs und gleicht Shiva. Bereite das gute Wachs fertig. Verehre Bhairava, der sonst unverehrt blieb. Nun werde ich die Art seiner Zugabe erklären.

1569. Gib es Silber im Verhältnis eins zu hundert zu, schmelze sorgfältig und prüfe den Gehalt. Der Gehalt wird acht. Gib es auch Kupfer zu: Dessen Ausschwitzung verschwindet. Füge dem Kupfer dieses wirksame Grundmittel im Verhältnis eins zu hundert hinzu. Der Gehalt wird zehn und sinkt nicht. Außerordentlich ist diese Kunst.

1570. Dies ist die Verwandlung, welche Siddhas, Weise und Rishis mit Wohlwollen ausführen. Man muss die Gnade des herrlichen Gurus erlangen; sage, kann ohne sie Alchemie gelingen? Man muss sich vor der honigsüßen Manonmani verneigen; kann man sonst die Vollendung der Alchemie gewinnen? Man muss Paraparai preisen. Ohne ihren Lobpreis wird die noch fehlende Vollendung nicht erlangt.

1571. Zuerst muss der Fluch der Siddhas, Weisen und Rishis abgewendet werden, mein Sohn. Man muss die Füße des Gurus verehren; ohne Verehrung gibt es weder Frucht noch Blüte. Ich erörterte die Lehren mit den Siddhas und empfing durch die Gnade der Mutter des Vedanta auch Kaalangis Gabe, damit die Schüler im Land leben können.

1572. Dafür ging ich nach Cina und erforschte die Grundlagen, ohne Irrtum oder Täuschung zuzulassen. Damit man ohne Verwirrung in der Welt gedeihen und leben könne, blieb ich lange nahe bei den Lehrern und diente ihnen, mein Sohn. Immer wieder prüfte ich die verborgenen Handgriffe sorgfältig. Danach verließ ich Cina und kam auf dem Weg nach Süden zurück.

1573. Ich kam auf diesem Weg und erklärte dir das Verfahren. Entferne grobe und völlig törichte Menschen weit von dir. Niemand soll die feinen Handgriffe sehen. Stehe vor dem Elefantengesichtigen wie ein Siddha und halte die Übeltäter der Welt fern [Satzverbindung unsicher]. Löse die Täuschung des häuslichen Samsara und führe diese Verwandlung gut aus.

1574. Verweile im Pranayama, löse die Bindung und erlange die Wonne des Bewusstseins. Sprich das sechssilbige Mantra, Edler, schaue das strahlende Licht und verehre es. Lass deinen Geist nicht durch Schmähende verletzen. Verweile vor den Füßen der Mutter, richte das Kumbhaka zum oberen Raum und lebe mit ihrer Gabe. So habe ich gesprochen.

Anmerkung: Der Vers nennt ein sechssilbiges Mantra, schreibt dessen Silben aber nicht aus. Der schwierige Satz über Schmähende wird vorsichtig sinngemäß übertragen.

1575. Höre ein weiteres Verfahren, das ich für den Lebensunterhalt der Schüler erkläre. Nimm ein Palam des genannten Pashanam, wirksames Cippi-Cunnam und Cukkan-Cunnam. Gib dem Pashanam damit einen sorgfältigen Überzug. Schütte Sand in einen Topf und bedecke es vollständig mit Sand.

Pashanam und die Umwandlung des Talakam

1576. Erhitze vier Samam und nimm die Masse nach dem Erkalten heraus. Das Pashanam ist gereinigt. Nimm den festen Block und umhülle ihn ordnungsgemäß mit Silberblatt. Gewinne anschließend sachgerecht das Fett einer Carai-Schlange.

1577. Füge dem Fett die gleiche Menge Viram hinzu und behandle das Pashanam damit durch Benetzen und Eindampfen. Verwandle es zuverlässig in Wachs und das klare Kupfer in Silber. Gib dem Kupfer einen Teil des Wachses als wirksame Grundsubstanz auf vier Teile Metall zu. Höre, mein Sohn, irre nicht bekümmert umher: Diese schöne Kunst ist außergewöhnlich.

1578. Füge dem silbern gewordenen Kupfer einen Teil gutes Silber auf vier Teile hinzu und schmelze. Gibt es etwas, das diesem reinen Metall gleichkommt, Tugendhafter? Pashanam bewirkt viele Verwandlungen; Koti Zweige, Verfahren und Verbindungen bestehen. Der von den Siddhas ausgeübte Weg lässt sich auf Erden gut vollziehen.

1579. Höre einen weiteren Weg. Nimm ein Palam reines Talakam. Zerreibe Turucu mit Cara-Nir zu einer wachsartigen Masse. Umhülle damit das Talakam und versiegle mit Kalk. Gib ein Hühner-Putam: Das Talakam wird fest gebunden.

1580. Gib dich damit nicht zufrieden, Herrscher; höre einen weiteren Weg. Füge Katukkaram und einen Teil Cinam hinzu [erste Stoffverbindung unsicher] und zerreibe mit Jaya-Nir. Gib dem Talakam einen Überzug, versiegle rasch mit Kalk und trockne in der Sonne. Gib ein Hühner-Putam, junger Schüler.

Anmerkung: Die OCR-Textdatei liest 1560; die PDF-Ausgabe bestätigt die Nummer 1580 auf Seite 207.

1581. Das Talakam leuchtet nun rot, und der flüchtige Stoff wird gebunden. Es sieht wie Vangam aus und wird zum Vangam, das die Alchemisten der Welt preisen. Nimm es, füge ein Viertel Karam hinzu und schmelze vollständig im Tiegel. So entsteht Vangam aus Taram.

1582. Wie könnte man dieses Vangam beschreiben! Es ist das kräftige Vangam aus Taram, ohne jeden benennbaren Mangel. Schon bei Berührung bindet es Sutam. Füge die gleiche Menge Goldmetall hinzu und behandle es damit: Das Gold wird zu Vangam. Wenn Gold so zu Vangam wird, welche alchemistische Kunst lässt sich dann auf Erden erschauen!

Anmerkung: Die OCR-Datei liest 1562; die PDF-Ausgabe bestätigt 1582 auf Seite 208. Die ungewöhnliche Richtung Gold zu Vangam bleibt erhalten.

1583. Gib dich damit nicht zufrieden, mein Sohn. Nimm ein Viertel Kenti sowie je einen Teil Cilai, Karam, Viram, Valaiyal-Uppu und Patikaram. Vereinige alle diese Stoffe ordentlich.

1584. Höre, welches Jaya-Nir zum Zerreiben dient: das vollständige, als Caram bezeichnete Jaya-Nir. Zerreibe damit kräftig vier Samam lang und trockne in der Sonne. Mache die getrockneten Stoffe im vertieften Mahlstein zu feinem Pulver. Nimm eine Kasi-Flasche und bringe sieben kräftige Versiegelungsschichten an.

1585. Fülle sämtliche Mittel in das als Kasi oder Meru bezeichnete Gefäß. Verschließe es mit einem Marakkal [Gefäß- oder Verschlussbezeichnung] und versiegle kräftig. Fülle einen Topf mit Sand, decke mit einem oberen Topf zu und versiegle gut. Richte das Ganze im Sandbad ein.

1586. Entzünde ein geeignetes Feuer und erhitze zwanzig Samam lang. Wie könnte ich das dadurch verwandelte Centuram beschreiben! Sei nicht verwirrt, begnadeter Sohn, und höre: Schmelze Kupfer und gib das Centuram im Verhältnis eins zu zehn hinzu. Wohin ist seine heftige Ausschwitzung verschwunden? Das Kupfer hat sich in seiner Beschaffenheit verwandelt.

Anmerkung: Die OCR-Datei trägt 1566; die PDF-Ausgabe bestätigt 1586 auf Seite 208.

1587. Das verwandelte Gold zeigt einen starken grünlichen Ton. Wer in der Welt kann dies ausführen, mein Sohn? Losgelöste Siddhas und Weise vollziehen es, ebenso der aufrichtige kundige Praktiker. Dies ist das Spiel der Siddhas; Unverständige können es nicht ausüben. Ich habe euch den Weg der Nathas zum Guten erklärt.

Das verdichtete Lehrwerk und die Behandlung von Messing

1588. Ich erklärte es im Gedenken an Kaalangi, Edler. Nachdem ich eine Koti Bücher betrachtet hatte, sammelte ich alle Geheimnisse der Lehrschriften und sprach sie aus, damit die Menschen rechtschaffen leben können. Ich legte die Bücher der Siddhas und diese Kandams für den Lebensunterhalt dar. Sieben Lakh Granthas habe ich erklärt; aus Erbarmen mit den Armen habe ich gesungen.

1589. Ich sang das Sapta Kandam der Siebentausend, dicht gefügt wie ein kleiner verschlossener Behälter. Sage, findet man es durch bloßes Suchen? Selbst ein Shiva-Yogi findet es nicht leicht im Land. Wer ernsthaft sucht, kann dieses Buch erhalten; aber wird es dem Sünder zuteil, der in die Hölle fällt? Ich ging nach Cina und besang dort aufmerksam das Geheimnis.

1590. Höre eine weitere Wirkungsweise. Nimm einen Ser kräftiges Messing und schlage es zu gleichmäßigem Blech. Höre die zusammengehörigen Handelsstoffe: je ein Viertel-Palam Pashanam, Talakam, Lingam und Viram.

1591. Hinzu kommen je ein Viertel-Palam Puram, Kauri, Cutam, stark riechendes Kenti, flüssiges Rasam, Kantam, Mati-Uppu und Punīru. Füge außerdem ein Palam Intuppu hinzu.

Anmerkung: Bei Kantam und Mati-Uppu ist die Viertel-Palam-Angabe verkürzt; beim abschließenden Intuppu steht ein Palam ohne Viertel.

1592. Vereinige sämtliche Stoffe mit dem sechsteiligen Jaya-Nir und zerreibe kräftig vier Samam lang. Bestreiche alle Bleche vollständig und trockne in der Sonne. Höre die Einzelheiten des Putam: Breite die Bleche in einer Schale aus und gib ein ordentliches Hühner-Putam.

1593. Nimm die Bleche nach dem Erkalten heraus; sie werden bröckelig. Bei sachgerechter Putam-Behandlung verliert das Kutavan-Blech seine Ausschwitzung. Teile das Mittel in zehn Portionen, verrühre es zu einer Paste und bestreiche das Blech. Durch Putam wird Kutavan zu Kupfer. Gib es anschließend sachgerecht zu Silber.

1594. Gib einen Teil dieses Kupfers auf vier Teile Silber. Das Silber erhält den Gehalt sechs; in einem Augenblick liegt die Alchemie in deiner Hand. Wie könnte ich dieses Metall beschreiben! Füge einen Teil reines Gold auf zwei Teile hinzu. Schlage Blech und gib ein Putam; das frische Gold tritt hervor [Schlussverb unsicher].

Gold-Centuram und eine weitere Vangam-Mischung

1595. Höre ein weiteres Verfahren. Nimm zwei Tulam reines Gold. Zerreibe es mit dem Masi genannten Blatt und gib ein Putam. Wenn du dies zehnmal ausführst, entsteht ein außerordentliches Centuram. Der Text nennt ein Kunri zur Einnahme und verspricht nach einem Mandala eine gute Veränderung der Gestalt.

1596. Der Körper soll wie ein Blitz erstrahlen, schwere Krankheiten sollen weichen und die Gewebe erstarken. Bestimmte eiternde Beschwerden sollen verschwinden. Graues Haar und Falten sollen sich verändern, und die achtzig Vayu-Leiden sollen nicht fortbestehen. Gib dieses Centuram zu Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn.

1597. Schmelze und nimm es heraus: Es verwandelt sich trefflich, und viel Gold entsteht. Blase das Feuer in der Kohleschale weiter an. Wie könnte ich dieses beständige Gold beschreiben! Schlage Blech und gib ein Putam; es wird kräftiges reines Gold. Dieses Gold eignet sich für einen Shiva-Yogi. Es ist die gute Verwandlung der Siddhas.

1598. Höre ein weiteres Verfahren der Verwandlung. Nimm das besondere Periya-Kan-Nagam und die gleiche Menge weißes Vangam, dazu Cutam, Kenti, Kauri, Taram und Puram zu gleichen Teilen. Vereinige alles, mein Sohn, und zerreibe sorgfältig im vertieften Mahlstein.

1599. Zerreibe acht Samam lang mit Kumari-Milchsaft, mein Sohn. Vangam und die übrigen Stoffe werden zur Grundlage eines kräftigen Centuram. Nimm eine Kasi-Flasche und versiegle sie ordentlich in sieben Schichten. Fülle sämtliche Mittel hinein und verschließe mit dem vorgesehenen Marakkal.

1600. Versiegle die Flaschenmündung sorgfältig, damit nichts entweicht. Fülle Sand in einen Topf und setze die Flasche aufmerksam in die Mitte. Stülpe den oberen Topf darüber und versiegle kräftig. Unterhalte das Feuer zehn Samam lang, mein Sohn.

Eisenverwandlung und der verborgene Vorrat am Potikai

1601. Nimm die Masse nach dem Erkalten heraus. Wie könnte ich das fertig bereitete Centuram beschreiben! Schmelze Silber und Kupfer und gib es im Verhältnis eins zu zehn hinzu. Blase das Feuer in der Kohleschale an. Füge einen Teil Gold auf vier Teile hinzu, schmelze und gib ein Putam. Diese große Verwandlung lässt sich kaum aussprechen.

1602. Können gewöhnliche Menschen in der Welt den Verwandlungsweg der Siddhas ausführen? Der sachkundige Kenner kann es; können völlig Unverständige dies auf Erden tun? Ich beugte mich voller Hingabe vor Kaalangi Nathars Füßen und begann damit. Wer ein guter Wissender werden will, soll das von mir verkündete Buch erkennen.

1603. Der leuchtende Bogar strahlt wie hundert Koti Sonnen. Durch die Gnade des herrlichen Gurus schaut er sich selbst. Höre, ich werde eine weitere wirksame Grundsubstanz erklären: Feile Eisen, mein Sohn, und weiche es sorgfältig in Fruchtsaft ein. Wasche mit Amuri aus, Edler. Höre nun, welches Mittel hinzukommt.

1604. Nimm Turucu und Karam im doppelten Maß des Eisenpulvers [gemeinsamer oder einzelner Mengenbezug unklar], mein Sohn. Dazu kommen Kentakam, Cutam und Viram, jeweils ein Viertel des Eisenpulvers. Vereinige alles ohne Fehler und zerreibe mit dem Saft der Campalam-Frucht. Gib die Masse in einen Vajra-Tiegel, stelle ihn unbeirrt in die Feuerstätte und blase das Feuer an.

1605. Mit den anderen Stoffen verbunden schmilzt das Eisen tatsächlich zu Kupfer. Wird Eisen auf diese Weise zu Kupfer, dann ist die alchemistische Kunst gefestigt und wahr. Durch dieses ursprüngliche Eisen werden alle Fähigkeiten sogleich verwirklicht, ohne Fehlgehen. Gewinne durch die Gnade des leuchtenden höchsten Gurus das reine Kupfer aus Eisen.

1606. Füge dem Kupfer die gleiche Menge Gold hinzu, schmelze ordentlich und bewahre es auf. Irre nicht bekümmert umher, mein Sohn. Gib es Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zu und schmelze. Der sichere Gehalt wird zwölf. Wenn du das Lichtwesen schaust, junger Schüler, trägt Shiva-Yoga seine Frucht.

1607. Ich werde von einem verborgenen Vorrat am Potikai-Berg erzählen. Am Rand des südlichen Potikai stehen ein Kloster und eine Halle; auch offene Quellufer gibt es dort. Bei der Halle am Wasserkanal, neben den Stufen, auf einer Mannshöhe [Ortsangabe verkürzt], haben Scharen von Gurus und Siddhas Koti über Koti Kostbarkeiten hinterlegt.

1608. Viele Schätze liegen dort. Wer auf Erden sieht das Depot der Siddhas? Wer sie bergen will, findet Türen, Riegel und Siegel. Der Wächter Kattavarayan sitzt am oberen Eingang Wache. An der Nordseite hält ein Bhuta Wache. Welcher Mensch könnte davon berichten?

1609. Wer den Schatz bergen will, muss die Gnade der höchsten Shakti empfangen. Man muss sich gut führen und abirrende böse Taten ablegen. Man muss Manonmani verehren und Gnade erlangen, ohne vom rechten Weg abzuweichen. Suche das höchste Bewusstsein. Suche Kayakalpa, um Koti Weltalter zu bestehen.

Eine umfangreiche Pflanzenmischung für Kayakalpa

1610. Suche Kaiyan und gutes Narkaiyan, Meni, Kanja, Karuveli, Velveli, Peyviratti und Viraliyan.

Anmerkung: Die OCR-Datei hat 1810; die Strophe steht in der laufenden Folge an der Stelle 1610. Die Aufzählung nennt traditionelle Pflanzenbezeichnungen ohne sichere botanische Bestimmung.

1611. Hinzu kommen die Blätter von Taivelai, Kavutumpai, Pavattai, Atantai, Tumpai und Valutalai sowie das Parutti-Kraut und die Blätter von Kotiveli.

1612. Weiter gehören Cankan, Punkan, Peyccurai, Pani-Nakku, die Blätter von Palcaran, Kollukka, die Blätter von Culi-Muli, Intilai und Korai dazu.

1613. Nimm außerdem die Blätter von Visha-Muli, Pampai, Pon-Mucuttai, Parattai, Kuna-Muli, Velicci-Muli, Nakki, Parpata-Muli, Cinni und Kuruntotti.

1614. Weiter nennt der Text Centura-Muli, Karuvali-Muli, Viliviratti, Kanti, Malaitanki, Cirutumpai, Tikkottan und das kräftige Curi-Kraut, mein Sohn.

1615. Füge Takkali, Konrai, die Blätter von Vennocci, Kutti-Vila, Mavin-Konrai, Kurmalli, Palai, die Blätter von Vevvalli, Vellalli, Brahma-Rakshatai und gutes Tumpai hinzu.

Anmerkung: Einige zusammengesetzte Pflanzennamen lassen sich in dieser Reihe nicht sicher voneinander trennen. Die Umschrift folgt der lesbaren Reihenfolge.

1616. Vereinige die Pflanzen und trockne sie in der Sonne. Pulverisiere und siebe jede einzeln fein. Füge die gleiche Menge Zucker hinzu. Mit Ghee und Honig eingenommen soll die Mischung die sechsundneunzig Schleimleiden, die achtzig Vayu-Leiden und die vierzig Pitta-Leiden beseitigen. Der Körper soll klar und fest werden.

1617. Der Körper soll wie eine Steinsäule werden und seine Nerven oder Sehnen sich straffen. Man könne für immer bestehen und das Meer des Leidens hinter sich lassen. Durch tägliche Verehrung lasse sich die große Kevauna-Fähigkeit und Weiteres erlangen. Man könne nach Wunsch im Samadhi bleiben; würde der Körper selbst nach Koti Zeiträumen zugrunde gehen?

1618. Er soll bis zum Ende der Weltzeitalter nicht vergehen; der leuchtende Körper werde wie Eisen und verbrenne auch im Feuer nicht. Man könne Koti Weltalter schauen und unsterblich auf Erden bleiben. Verehre stets Vami, lege die unheilsame Täuschung der Welt ab, mein Sohn, und werde wie ich – so verheißt der Text.

Abini-Zubereitung und Bogars Salz-Mani

1619. Höre einen weiteren Ansatz: Ich erkläre eine Zubereitung namens Abini. Nimm Senf, Mohnsamen und Kanja zu gleichen Teilen; Kanja wird im Vers zweimal genannt. Bereite einen kräftigen Absud mit Maratti-Mokku und zerreibe die Stoffe zu einer tuscheartigen Paste. Höre nun das Verfahren zur Entfernung der herben Eigenschaft [letztes Wort unsicher].

Anmerkung: Abini ist die traditionelle Bezeichnung für Opium; der hier beschriebene Ansatz wird als Abini-Zubereitung bezeichnet, ohne dass seine chemische Zusammensetzung damit feststeht.

1620. Bereite aus dem Cinam genannten Rohzucker einen Sirup im richtigen Reifegrad. Höre, mein Sohn, vermeide Fehler und rühre die Stoffmischung gründlich ein. Nimm die wachsartige Masse, ohne sie verkrusten zu lassen, und bewahre sie sachgerecht in einem Vorratsgefäß auf. Wie könnte ich dieses Abini beschreiben, das dem Lebensunterhalt der Menschen dienen soll!

1621. Dieses Abini berauscht stark; der Text nennt es einen den Nathas angenehmen Rausch. Das beigemischte Mittel ist Pashanam und soll den Verstand stark benebeln [der Bezug auf Pashanam bleibt im Rezept unaufgelöst]. Durch die Gnade des herrlichen Gurus habe ich diesen Abschnitt für die Menschen gut besungen. Preise den honigsüßen Kaalangi und verweile klar und beständig in Askese.

1622. Höre von Bogars Salz-Mani. Diese beständige Kugel gehört zur Verwandlungskunst der Siddhas. Hole zwei Padi Meerwasser. Nimm außerdem je einen Padi Certuppu und Valaiyal-Uppu. Pulverisiere die beiden Salze und höre die genaue Art des Einkochens.

1623. Gib die Salze ins Wasser, löse sie sorgfältig auf und gewinne die klare Flüssigkeit. Filtriere durch ein Tuch, Edler, stelle auf den Herd und erhitze. Wenn das Wasser vollständig eingekocht ist, liegt das Salz wie eine Scheibe da. Schabe es ordentlich ab und nimm es heraus.

1624. Nimm einen weiteren Topf und zwei Padi gutes Meerwasser. Gib das Salz erneut hinein, löse es auf und filtriere. Bringe oben einen Tuchüberzug an und erhitze, bis die Flüssigkeit eingekocht ist. Nimm den Topf vom Feuer und prüfe: Das Salz liegt nun als grobe feste Masse vor.

1625. Nimm diese grobe Salzmasse und einen weiteren Topf mit Meerwasser. Verwechsle die Schritte nicht: Gib erneut zwei Padi Meerwasser in diesen Topf. Schabe das gesamte trockene Salz ab, löse es gründlich im Meerwasser und filtriere. Setze die gewonnene Flüssigkeit auf den Herd und erhitze sorgfältig.

Die Salzfigur und ihre weitere Behandlung

1626. Schabe das gesamte Salz ab und gib es in einen weiteren Topf. Beim Erhitzen in starkem Feuer schmilzt das Salz zusammen und wird fest. Das kräftige Salz gleicht einem Diamanten. Nimm diese große diamantartige Masse, erhitze sie klar im irdenen Topf und überführe sie in den Tiegel.

1627. Gib das Salz in den Tiegel und nimm es beim richtigen Reifegrad vom Feuer. Fertige eine Form und gieße eine Figur. Wenn die Masse in die Form gelaufen ist, behandle die Figur weiter. Presse den Saft des Kuppaimeni genannten Meni-Krautes aus, erhitze und tauche sie hinein. Die Figur wird fest.

1628. Die Figur wird deutlich härter. Nimm Lingam, Turucu, Kenti, Taram und Sutam zu gleichen Gewichten. Presse das Virali-Kraut aus und zerreibe die Stoffe mit seinem Saft zu einer tuscheartigen Paste, mein Sohn. Trage das gesamte gute Mittel auf die Figur auf.

1629. Bestreiche und umhülle die aus Salz geformte Figur sorgfältig, mein Sohn. Gib ihr außerdem eine Hülle aus dem mächtigen Punīru, das von selbst an Berghängen ausblüht. Führe das Putam in einem abgelegenen Wald aus, in dem keine Siddhas, Weisen oder Rishis sind [Ortsbezeichnung teilweise beschädigt]. Das wertvolle Salz wird rot. Sieh diese außergewöhnliche Substanz, welche die Himmelswelt achtet.

1630. Nimm die außergewöhnliche Figur und bewahre sie gut in einem Höhlenhaus auf, mein Sohn. Wenn Armut über dich kommt, schabe etwas davon ab. Gib es Kupfer im Verhältnis eins zu hundert zu: Der Gehalt wird zwölf. Dies ist die Verwandlung der Siddhas und Weisen. Wer sonst auf Erden führt sie aus? Vertraue solchen Behauptungen nicht leichtfertig.

Historische Mittel gegen Canni und weitere Beschwerden

1631. Gib Nimba-Öl in einen Löffel oder eine Kelle [Mengenangabe Padi/Alakku beschädigt], dazu etwas Knoblauch und Taram. Erhitze, lass die Hitze nach und gieße es im geeigneten Zustand auf den Kopf, heißt es im Text. Die Unruhe bei Canni soll nachlassen; heftige Beschwerden sollen verschwinden. Wie eine vertrauensvoll gepflanzte Saat solle es gedeihen. So sprach Bogar vom höchsten Nada aus.

1632. Wenn bei einem Menschen Durchfall auftritt, soll eine handgroße Menge Milakai butterfein zerrieben und sanft auf den Scheitel gelegt werden. Danach nennt der Vers eine Behandlung mit geeignetem Vanni-Parpam. Canni solle verschwinden, und der Mensch solle überleben. Es sei ein erprobtes Verfahren ohne Bedrängnis, erklärt der mächtige Bogar Muni.

Anmerkung: Die Anwendung und die Verbindung der beiden Mittel sind im überlieferten Satz nicht klar. Dies ist eine historische Heilbehauptung.

1633. Beim Auftreten von Durchfall nennt der Text Umschlag und Kompresse, Geruchsanwendung, Kalikkam, Parpam, Tabletten und geregelte Nahrung. Diese Maßnahmen sollen geordnet an einem Tag vorgenommen werden. Man solle sie nicht auf zwei Tage ausdehnen: Sonst könne rasch Kälte eintreten und alles sich verschließen; der Puls verschwinde, und das Leben gehe verloren. So verkündet Bogar Rishi.

1634. Gib acht Gewichtsanteile Nimba-Blätter in den Mörser, zerstampfe sie gründlich und füge die doppelte Menge Wasser in einem Gefäß hinzu. Koche auf ein Achtel ein, binde die Masse fest ein und presse sie aus. Füge fünf Palam Aran-Picam hinzu und erhitze zur dicklichen Masse. Gib sie in den Mahlstein und füge einen halben Ser Kamam hinzu [Stoffname beschädigt]. So werde sie für die Menschen des Landes zu Wachs.

1635. Zerstampfe frische Zwiebel und Kalarci-Kottai-Blätter; der Text nennt gleiche Gewichte und einen Padi [Zuordnung unklar]. Füge einen Padi des kräftigen Muttu-Öls sowie je einen Viertel-Palam Tanti-Samen und Rasa-Wachs hinzu. Erhitze, filtriere und vollziehe Verehrung. In Panam-Mengen gegeben solle dieses starke Öl Krankheiten beheben. Höre seine Wirkungen.

1636. Bei dreimaliger Gabe dieses Öls sollen Paricam, sämtliche Culai-Beschwerden und die Meka-Leiden weichen. Mahodaram und alle Vata-Leiden würden wie eine geplünderte Schar davonlaufen. Die austretenden Flüssigkeiten bei Meka-Vettai sollen eintrocknen; auch Vayu werde beherrscht. So lautet die Heilzuschreibung des Textes.

1637. Pauttiram, Mula-Leiden und die genannten wässrigen Schwellungen sollen austrocknen oder verschwinden [einzelne Krankheitswörter unsicher]. Das Öl wirke kraftvoll, wie im Bild eines gegabelten Gerätes [Vergleich dunkel]. Bogar Rishi habe es erprobt und mir als unfehlbar mitgeteilt, damit die Menschen leben können. Teile dieses Verfahren nicht jedem mit, meide Saures; wer es sachgemäß einnehme, verliere seine Krankheiten.

1638. Vereinige Kariyam mit dem entsprechenden Gewicht [zweiter Stoff fehlt oder ist beschädigt]. Gib es in eine Kelle, schmelze langsam in Iluppai-Öl und schrecke zehn oder zwölf Mal ab. Schmelze erneut in der Kelle und füge das genannte Sutam hinzu. Gib reichlich vom vorigen Öl dazu, um den Geruch zu beseitigen, und lass zehn [Zeiteinheiten nicht genannt] erhitzen. Nimm den Ansatz heraus, ohne Gewicht zu verlieren.

1639. Gib gekochten Reis hinzu, zerbrich und zerreibe die Masse mit Reis. Forme eine Scheibe und lege sie in ein Gefäß. Beim Erhitzen steigt Stoff nach oben; nimm ihn heraus und bewahre ihn auf. Zerreibe die unten verbliebene Scheibe erneut mit Reis, forme wieder eine Scheibe und gib drei Putam-Behandlungen. Die Nagam-Scheibe wird rot. Dies ist die von den Nathas genannte Absicht des Verfahrens.

1640. Gib Pukai-Nir zum flüchtigen Sutam und setze es über die Flamme [Gefäßwort beschädigt]. Nimm einen Kalanju der zuvor gewonnenen Scheibe, vereinige und zerreibe, gib ein Putam und erhitze gleichmäßig. Nimm die rot gewordene Masse heraus. Gibt man diese Asche dem Sonnenmetall zu, entsteht eine einheitliche Verbindung. Das Gold erhält den Gehalt zehn. So lehrte Rishi Bogar.

1641. Mit Honig gegeben solle das Mittel alle Krankheiten heilen; der rotstrahlende Körper werde wie Eisen. ‚Wenn dieses Verfahren falsch wäre, wäre auch der mächtige Herr falsch‘, sagt der Text. Diese Verwandlung wurde aus Erbarmen für Wissende gegeben; gute Menschen im Land sollen sie ausführen. Wer seine Haltung nicht wandelt, tue es nicht [Zeile beschädigt]. Dies ist Bogars erklärte Absicht.

Mineralische Mittel und eine Kanja-Zubereitung

1642. Der Text nennt vier Palam Patanga-Parpam zusammen mit Viram [Gewichtszuordnung verkürzt], dazu Pfeffer, getrockneten Ingwer, Tanti, Nelli-Mulli und Katukkay in entsprechenden gleichen Anteilen. Zerreibe mit Pukai-Nir zwei Samam lang und forme Kügelchen im passenden Maß [Größenwort unklar]. Sie sollen einunddreißig Mahodaram-Arten in einem Augenblick vertreiben. So habe Bogar Rishi es bestimmt erklärt.

1643. Zerreibe gutes Eisen und Schalenkupfer zu gleichen Teilen zu Pulver und gib sie in einen Tiegel. Beim Schmelzen entstehe eine bröckelige Masse. Nimm davon zwei und drei Viertel [Einheit fehlt], dazu zweieinhalb Cutam [vorangehendes Bestimmungswort beschädigt] und zweieinviertel Viram. Gib die genannten Stoffe in den Mahlstein und zerreibe sorgfältig mit Wasser.

1644. Zerreibe, forme eine Scheibe, bringe den Überzug an und gib zehn Rauchbehandlungen [Wortlaut unsicher]. Dies heißt Suyam-Agni. Wiege ein Palam davon ab. Nimm dazu Nirveli-Wurzel, Senf, Omam, Cirutekku, Anai-Tippili, Intuppu und Kostam, jeweils einen Anteil. Zerreibe; füge je ein Viertel Kayam und Vacampu sowie einen halben Anteil Senfpulver hinzu.

1645. Nimm das ausgezeichnete Cina-Cunnam von Muschelfarbe und höre den weiteren Schritt. Gib Vanni-Rasam in Salz und erhitze sanft, sodass Sublimat aufsteigt. Nimm es ab, wiege es und vereinige es mit dem zuvor genannten Cunnam. Gib alles in den Mahlstein, zerreibe einen Samam mit Fruchtsaft, lege es sachgerecht in ein Gefäß und verschließe es.

1646. Versiegle das verschlossene Gefäß und erhitze einen Viertel-Samam. Nimm das gereifte Mittel heraus; bei Einnahme über ein Mandala sollen Koti Krankheiten und Kushta weichen. Auch Vata-Veti und Culai sollen heilen, dreißig Mahodaram-Arten und der Harnfluss sollen zitternd davonlaufen. Das eingefallene Gesicht werde wie die Dunkelheit eines Traumes verschwinden. So sprach Bogar Rishi.

1647. Gib einen Alakku Vajra-Milchsaft in eine Porzellanschale und füge die gleiche Menge Eiweiß hinzu. Lass es drei Kal stehen [Zeiteinheit unklar], bis es zerfällt und flüssig wird. Gib Eli-Kolli in eine Schale und behandle es mit der zuvor gewonnenen Flüssigkeit vier Samam durch Benetzen und Eindampfen. Füge das als Andam bezeichnete Cunnam hinzu und gib ein Putam: Es wird gebunden.

1648. Das gebundene Pashanam bewegt sich auf Kohle. Nimm es sorgfältig heraus und bewahre es auf. Gib es Velliyam im Verhältnis eins zu hundert zu: Die Flüssigkeit soll verschwinden und silberartige Festigkeit entstehen. Beim Anschlagen ertönt Klang. Verkaufe es im Laden und eigne dir würdige Erkenntnis an. Betrachte den Reifegrad wie beim Färben von Seide. So lehrte Bogar Rishi.

1649. Gib hundert [Einheit nicht genannt] Catai-Kanja in einen Topf, füge Wasser hinzu und lass drei Tage stehen. Wasche und nimm es heraus. Gib es in einen weiteren Topf mit einem Padi Kuhmilch und ebenso viel Wasser. Erhitze, fülle in ein grobes Tuch und presse sanft den Saft aus. Gib nach und nach etwas Kuh-Ghee hinzu und bewahre es sorgfältig auf. Höre weiter.

1650. Nimm Zucker, getrockneten Ingwer, Kardamom, Pfeffer, Manci, Muskatnuss, Muskatblüte, Gewürznelken, Kostam, Süßholz, Amukkara, Valmilaku und Mohnsamen, von jeder genannten Art zwei Palam [Mengenbezug verkürzt]. Zerstampfe sie, gib sie in Milch und koche sie zum Sirup. Füge den zuvor gewonnenen Saft hinzu und beobachte den richtigen, zunehmend festen Reifegrad.

Rückkehr zum Cina-Bericht und problematische Ausgrenzungen

1651. Beobachte den Reifegrad und gieße Arrak und Honig in passender Menge hinzu. Der Text nennt eine Kulikai zur Gabe mit Saft. Dadurch sollen Durchfall und weitere Ausscheidungsbeschwerden [erstes Krankheitswort beschädigt], Mula, Kirani, schwere Verdauungsstörung und Erbrechen aufhören. Beachte den Körper bei der Anwendung. So sprach der schwer zu beschreibende Bogar Rishi.

1652. Höre ein weiteres Verfahren, den ruhmreichen Weg Bogar Rishis. Ich ging nach Cina und senkte mich mit der Kulikai zur Erde hinab. Als ich dort landete und mich umsah, war die Hautfarbe der Menschen sehr hell. Ich sah auch die Gestalt der Frauen von heller Farbe.

1653. Ich sah ihre helle Gestalt und durchstreifte das ganze Land. Die Frauen zeigten viele Unterschiede in Erscheinung, Eigenschaften und Kennzeichen. Ich sah die Frauen Cinas in erhabener Schönheit. Wegen der Beschaffenheit des Landes seien auch alle Parangiyar hellhäutig, sagt der Vers [Begründung sprachlich dunkel].

Anmerkung: Parangiyar bezeichnet traditionell Fremde beziehungsweise Europäer. Die Zuordnungen und Wertungen von Hautfarben gehören zur Perspektive des historischen Erzählers.

1654. Mit hellhäutigen Frauen genoss ich geschlechtliche Lust, durch die Gnade der Mutter des Vedanta. Im Gedenken an Kaalangi erlebte ich freudig Indras Genuss. Die achtzehn ‚Hutträger‘ kamen ruhmreich auf Erden zur Welt. Wahrhaftige Menschen wurden geboren, mein Sohn, ausgestattet mit Koti wunderbaren Künsten.

Anmerkung: Der Zusammenhang der achtzehn Hutträger mit dem vorherigen Satz bleibt unbestimmt; die Übersetzung setzt keine Abstammungserzählung hinzu.

1655. Sie bereiten Cavukkaram-Valalai und schmelzen hochwertiges Glas. Die verständigen Menschen von Cina verwandeln Punīru in Kalk. In anderen Ländern wird Punīru für dunkle Armringe eingekocht [Verbindung unsicher]. Ich, Bogar Rishi, habe den von mir gesehenen Weg und die verborgenen Handgriffe der Nathas offengelegt.

1656. Ich offenbarte die Künste von Koti Weltaltern und unterwies nach Bedarf. Für diese Offenlegung traf mich kein Fluch. Den hellhäutigen Menschen zeigte ich klar den Grund und die verborgenen Handgriffe der Siddhas und Weisen. Ich zog durch alle Länder und erschloss die feinsten Geheimnisse.

1657. ‚Ich erschloss sie den hellhäutigen Menschen; den dunkelfarbigen Menschen erklärte ich sie nicht. Ich teilte ihnen die übrigen Künste nicht mit, denn beim Ausschütten drohe Unheil. Die Lehrschriften würden einen Fluch bringen; statt des Hauses der Befreiung gelange man in die Hölle, und die niedergeschriebenen Aussagen würden fehlgehen.‘ So singt Bogar Rishi hier.

Anmerkung: Die diskriminierende Einschränkung nach Hautfarbe wird als Aussage des historischen Textes übersetzt und nicht als redaktionelle Haltung übernommen. Einige Satzbezüge der Fluchandrohung bleiben unsicher.

Kantam-Essenz und die Bewahrung des Wissens

1658. Höre ein weiteres Verfahren, den von Siddhas und Weisen auf Erden gelehrten Weg. Nimm je fünf Palam Kantam, Venkaram und Punīru sowie einen Viertel-Palam reines Kenti. Vereinige alle Stoffe und gib sie in den vertieften Mahlstein.

1659. Füge Honig hinzu, mein Sohn, und zerreibe vier Samam lang. Gib die Masse in einen Vajra-Tiegel, verschließe mit einer Tonscherbe und versiegle. Trockne in der Sonne, stelle in die Feuerstätte und blase das Feuer an. Das Kantam gibt seine Essenz frei. Sammle die gesamte kräftige Essenz.

1660. Gib die Kantam-Essenz erneut in einen Tiegel. Schmelze und nimm sie heraus; sie schmilzt zu einer kraftvollen Kugel zusammen. Gib die Essenz in den Mahlstein und zerreibe mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang. Nimm die Masse sachgerecht heraus und trage sie auf das Sonnenmetall auf.

1661. Bestreiche das Kupferblech, mein Sohn, im Verhältnis eins zu zehn. Trage es wiederholt auf das münzartige Stück auf, trockne in der Sonne und gib ein Putam. Führe insgesamt zehn Putam-Behandlungen aus. Beim kräftigen Kupfer verändert sich die Ausschwitzung [Verb beschädigt]; der Belag verschwindet, und es erhält die klare Farbe von Tambak-Metall.

1662. Nimm je einen Teil des gefärbten Kupfers, Silber und Gold. Schmelze alles vollständig im festen Tiegel. Die Stoffe verbinden sich und zeigen eine glänzende Farbe mit starkem Schimmer. Der feste Gehalt wird acht. So erklärte es Bogar Rishi, Edler.

1663. Schlage das entstandene Gold zu Blech und lege es in feines Pum-Kavi. Die abweichenden Unreinheiten verschwinden, und es wird hervorragendes grünliches Gold. Kommt gewöhnliches Ladengold diesem gleich? Dies ist der Weg losgelöster Weiser, Siddhas und Rishis. Ich verneige mich vor Kaalangis Füßen und erkläre ihn den Menschen der großen Welt.

1664. Ich habe die kostbare Kunst der Nathas erklärt. Wer sonst könnte sie in der Welt aussprechen? Verehre Manonmanis Füße und lege geordnet das bloße Bewusstseinsspiegelbild ab [Citabhasa-Lesung]. Halte die Fülle im Herzen, verweile stets vor der unverhüllten Göttin, richte dich auf Paraparai und verbringe deine Tage auf Erden in Askese.

1665. Verbinde dich nicht mit Übeltätern und zeige ihnen nicht die glänzenden Geheimnisse. Teile Schläfrigen und Trägen keine Verfahren mit. Verschleudere die mündlichen Geheimnisse der Siddhas und Weisen nicht nutzlos. Bleibe aufmerksam, erforsche den Sinn und suche sogleich den Ort für Kaya-Siddhi.

Kräuterpaste, tierische Bestandteile und magische Zuschreibungen

1666. Betrachte einen weiteren Weg; höre von einer besonderen schwarzen Paste. Nimm Valukanni, Tolukanni, Nir-Mel-Neruppu, Pacalai, Karup-Pacalai, die Blätter von Valkatti, Alunci, Karu-Muli und Irul-Muli.

1667. Hinzu kommen Peymiratti, Mucuttai, Karuntumpai, Vilatti, Karutan-Kraut, Curunkuvalai und Pon-Mucuttai. Füge Karu-Muli-Saft und den Milchsaft des Atalai hinzu, außerdem Kalarci-Kraut, Paci-Muli und Punnai.

1668. Nimm ferner die beiden Eranda-Arten, Narimiratti, Pey-Muli, Tikaippuntu, Valai und Umattai [Worttrennung unsicher], Katampai, Mutiyar-Kuntal, Valmiratti, Karunkali, Karai, Timirketan und Matippuntu.

1669. Weiter gehören Kuttan-Kutampai, Nannari, das unberührte Atutinnappalai, Karunkovai, Shivanar-Vempu, Mamalli, Cevvalli und Mayurin-Cikai dazu. Gewinne den Saft dieser Kräuter und höre die sachgemäße Art, daraus schwarze Paste zu bereiten.

1670. Vereinige alle Säfte und tränke damit ein Tuch, mein Sohn. Lass es ohne Verlust trocknen und rolle es auf. Tränke es reichlich mit Alunci-Öl und entzünde es. Stelle darunter eine Porzellanschale; Öl tropft hinein. Nimm es sorgfältig auf und höre die weiteren Bestandteile.

1671. Nimm die Galle von Eule, Cempottu-Vogel, Valluru-Greifvogel, Wild-Oṉan, Krähe [Ayacam-Lesung], Carai-Schlange, Wachtel und Karunkuruvi.

1672. Hinzu kommen die Gallen von Eisvogel, Devanku, schwarzem Affen, Reiher, Haustaube, Katze, Papparani und schwarzer Carai-Schlange.

Anmerkung: Einige traditionelle Tiernamen bleiben in Umschrift, da eine sichere Artbestimmung aus dem Wortlaut nicht möglich ist.

1673. Vereinige alles, mein Sohn, mit Punuku, Paccai-Puram, Gorochana, Safran, Cavvatu und duftendem Kasturi. Gib die wesentliche Grundlage zuerst hinzu und lege ein Tuch auf [Handlung beschädigt]. Zerreibe mit Alunci-Öl und bewahre die Masse sorgfältig in einem Vorratsgefäß auf.

1674. Nimm die schwarze Paste und lade sie mit der vorgeschriebenen Rezitation auf. Richte dich fest auf Anjaneya und wiederhole seine Formel hunderttausendmal. Wenn man die Paste auf die Stirn streiche, werde die ganze Welt verzaubert und gefügig. Auch Könige der Könige und die Siddhas des Landes würden sich unterwerfen, behauptet der Text.

1675. Durch sie sollen die acht Siddhis und Mohana, Verzauberung, zustande kommen. Sie ermögliche Stambhana, Stillstellung, und wirksame Verfahren; ebenso Bhedana, Entzweiung, und große rituelle Handlungen. Auch Uccatana, Vertreibung, und die Veränderung der eigenen Gestalt würden dadurch möglich.

Geheimhaltung, Eide und der Umgang mit den Rishis

1676. Dies ist eine Zubereitung der Siddhas und Weisen. Nachdem ich viele Bücher sorgfältig untersucht hatte, verneigte ich mich voller Hingabe vor Kaalangi Nathars Füßen und begann sie zu erklären. Gib diese Grundlage nicht öffentlich preis; sonst entsteht großes Unheil. Ich will den Weg der bindenden Eide und das beharrliche Gebot der Nathas aussprechen.

1677. Es gilt der Eid beim Guru, beim Herrn, bei der Mutter Paraparai und bei Shiva; bei Uma, bei den Himmlischen, bei den Shiva-Heiligtümern [anschließendes Wort unklar] und bei der Göttin. Es gilt der Eid beim Guru, bei Ganesha und bei Kannan. Es gilt der Eid bei den Siddhas und den aufrechten großen Rishis.

1678. Überschreite diesen Eid nicht, mein Sohn, und übe Ruhe. Ich erkläre das Verhalten gegenüber den Rishis: Erweise ihnen gute gastliche Ehrerbietung und handle so, dass ihr Herz dir geneigt wird. Du brauchst die Gnade der Mutter des Vedanta, sollst Kayakalpa empfangen und eine glänzende gute Lebensführung bewahren.

1679. Halte stets die Lotosfüße der Rishis in Ehren [Wiederholung im Text beschädigt]. Gib ihrem mächtigen Fluch keinen Anlass und halte dich von Guru-Schmähung fern. Handle mit Liebe und Wohlwollen gegenüber Siddhas und Weisen. Wenn du die erhabene Lehrschrift unterschiedslos jedem Menschen gibst, entsteht Unheil.

1680. Dann, so droht der Text, werde der Kopf zerbersten und ein mächtiger Fluch eintreten. Die Siddhas würden im wachsenden Zorn ‚Chandala, Verräter!‘ rufen und den Betroffenen als stummen Toren bezeichnen. Groß sei es dagegen, wie eine Schildkröte alle Glieder einzuziehen und beherrscht auf Erden zu leben.

Anmerkung: Chandala wird hier als historische, kastengebundene Beschimpfung gebraucht. Die Fluchandrohung ist Bestandteil der Geheimhaltungsvorschrift des Textes.

1681. Wer nicht den guten Weg geht, wird täglich von den Siddhas zurechtgewiesen und schafft Raum für einen Fluch. Zeige die Verfahren nicht beliebig vor. Erforsche die Sutra-Lehrschriften, die unausgesprochenen verborgenen Handgriffe und ihre Zusammenhänge mit Muppu. Suche die Art, wie die Nathas es selbst gewinnen.

Genannte Landschaften und Fundorte des Punīru

1682. Bei dieser Suche sind Pumpaarai und Anaikkal im Chola-Land zu nennen, der Virali-Berg am Wasserlauf im heiligen Pandya-Land, der Nagarjuna-Berg, der hohe Namakkal-Felsen, der Berg des Herrn und das fruchtbare Ufer des Sura-Sindhu.

Anmerkung: Die OCR-Datei hat 1662; in der laufenden Folge ist dies Vers 1682. Die Orte werden ohne zusätzliche moderne Lokalisierung wiedergegeben. Die Versnummer 1682 ist im PDF auf Seite 221 bestätigt.

1683. Hinzu kommen das Land am Ufer der Narmada, die Stadt Tirumali, die Meeresküste bei Mukavai, die dunkle Erde und der Stufenstein [Ortsbezug unklar], die ferne Tamraparani-Stätte, das hochgelegene Vegavati-Tirtha, Cittur und Makkadu sowie Pacuvalai, der Ort zum Wasserholen [Worttrennung unsicher].

1684. Auch die Meeresküste an der Ganga und alle fruchtbaren Länder gehören dazu. Links an Valmikis Felsplatte liegt ein Erdhügel [Lesung unsicher]. Dort wohnen Siddhas und Weise. Ein Vinotavati genannter Fluss und ein Kampa sind vorhanden [Ortswörter nicht sicher bestimmbar]. Tiere halten sich dort auf, und Rishis strahlen wie hundert Koti Sonnen.

1685. Wie könnte ich das nebelverhüllte Land beschreiben, in dem der steinerne Elefant wohnt? Quellen und Berge sind dort; das weite Gelände ist ausgedehnt. Die Siddhas nennen es Wüstenland. Sobald der Fuß es berührt, wird er versengt. Nicht einmal Kräuter wachsen dort, mein Sohn. Es ist ein stark alkalisches Land, Edler.

1686. In dieser kalkartigen Erde liegt Punīru, mein Sohn. Koti Menschen nahmen es unbedacht und starben. Dort steht der Tempel Avudaiyars; in seiner Nähe, achttausend Katam entfernt, befindet sich ein Tempel, in dem Kannan wohnt [Entfernungsbeschreibung widersprüchlich]. Gewöhnliche Menschen gehen nicht in diese große Ferne. Viele Koti Weise und Siddhas wohnen dort beständig.

1687. Viele Tempel und Teiche sind dort, in einem Land, das Menschen nicht sehen. Selbst kriechende Tiere fehlen dort; seine berühmten Berge und Höhlen hat niemand gesehen. Dann nennt der Text den honigreichen Katantu-Wald, das südliche Cullar-Land, Alakar-Malai, Puttur und das Gebiet des großen Vaigai-Flusses.

1688. Hinzu kommen Atti-Nakar und Acirmam [Ortsverbindung unsicher], das Flussufer bei Ayodhya, die Höhlengegend von Viladapuri und die weiten offenen Waldländer. Ich werde weiter erzählen, was ich gesehen habe, und von der Fülle berichten, welche die Nathas gewinnen. Nahe dem Meru liegt die goldene Stadt mit einer leuchtenden heiligen Stätte. Höre davon.

Bogars Besuch in der goldenen Stadt

1689. Es ist eine göttliche Tempelstätte. Ihr hoher Gopuram besteht aus Gold, ebenso die Bildnisse [Wort beschädigt] und die gewaltigen Mauern. Kein Mensch kennt diese Stätte aus eigener Anschauung. Auch die Versammlungshalle, sämtliche Reittiere der Gottheiten und der ganze herrliche Boden bestehen aus Gold.

1690. Tempelwagen und Streitwagen sind goldfarben, die einzelnen Bildgestalten golden. Lakshmi wohnt dort; niemand hat diese Stadt gesehen. Im Tempel befinden sich große, leuchtende Versammlungen von Siddhas, Weisen und Rishis. Am Eingang des Gopuram sah ich eine ausgezeichnete Wache mit einem Löwen.

1691. Ich sah diese Stadt eine Zeit lang und trug dabei aufmerksam meine Kulikai. Als ich zu dem weltumspannenden Gopuram ging und ihn betrachtete, mein Sohn, meditierten dort mächtige Rishis zusammen mit göttlichen Scharen. Als ich sie sah und mich verneigte, erschrak ich; mein Herz wurde unruhig und verwirrt.

1692. In meiner Verwirrung dachte ich, der Diener, an Kaalangi, öffnete die Augen und schaute. Die Rishis sahen meine Benommenheit, wurden mitfühlend und sprachen ermutigende, erhabene Worte. Sie fragten, wer ich sei. Demütig senkte ich mein Haupt, grüßte und sagte: ‚Mit der Kulikai bin ich in das Land gekommen, in dem das Pu entsteht.‘

1693. ‚Ich kam, um die Fülle dieses Landes und den Ort zu sehen, an dem die Nathas ihre Stoffe gewinnen. Ich sah zweifelsfrei die Waldländer sowie sämtliche Berge und Höhlen. Mit der Kulikai durchstreifte ich die Flussufer und die ganze Yamuna-Gegend. Mein Mut nahm zu, und so brach ich auf, um die goldene Stadt zu sehen.‘

1694. Ich sah die Größe dieser göttlichen Stätte; selbst die Tore des Kailasa kommen ihr nicht gleich. Ich betrachtete alle Wunder. Das dort entstehende Punīru ist außerordentlich stark alkalisch. Menschen können es nicht einfach gewinnen und erreichen dieses ferne Land nicht. Selbst wenn sie kommen, sterben sie. Es ist auf Erden das Land der Siddhas.

1695. Schon wer das Land sieht, soll zugrunde gehen; wenn die Siddhas ihn erblicken, sprechen sie einen Fluch aus. Selbst wer alle Bindung aufgegeben hat und kommt, stirbt an der Alkalität, ohne standzuhalten. Koti nutzlose Menschen verkleiden sich, tun sich zusammen und suchen überall nach Stoffen. Durch Maya gebunden lassen sie nicht einmal ihr Haar los [Bild unsicher] und kommen nicht weit: störrische Ochsen, nennt sie der Text.

1696. Ich ließ diese ochsengleichen Starrköpfe zurück und kam auf rechte Weise mit der Kulikai, um zu schauen. Ich sah Wälder, Wildnis und Höhlen und die Wege der mächtigen Siddhas. Koti über Koti Verfahren betrachtete ich und besuchte aufmerksam die goldene Stadt. Ich sah ihre Herrlichkeit, die selbst der Herr Shesha nicht beschreiben könnte.

1697. Ich sah Sadashivas Tempel; den Bewohner des Kailasa sah ich nicht. Ich sah die Füße der dienenden Rishis und Weisen und alle unaufhörlichen Verehrungen. Die beweglichen und unbeweglichen Welten kommen diesem Ort nicht gleich; selbst Adishesha vermag ihn nicht zu schauen. Ehrfürchtig kam ich zum westlichen Eingang und sah dort einen Deva-Rishi-Muni.

1698. Ich sah den Rishi und Siddha und den Tempel mit der Größe seines innersten Heiligtums. Ich erreichte den schönen nördlichen Eingang und sah das Tor des mächtigen goldenen Gopuram. Musikinstrumente erklangen; ich sah Kannans prächtige Schaukel. Die Stufen der lieblichen Teiche hatten alle die natürliche Farbe des Goldes.

1699. Ich sah alle diese Farben und darüber hinaus das Nada der Erde. Diese Stadt gehört zum Punīru, mein Sohn; die mächtigen Siddhas haben ihren Weg erkannt. Dreihundert Katam weit erstreckt sich das Land, in dem leuchtendes Punīru entsteht. Ich selbst sah es und kehrte zurück; die Menschen im Land haben es nicht gesehen.

1700. Für all diese Beobachtungen nahm ich die Kulikai mit, voller Mitgefühl, damit die Schüler leben können. Ich untersuchte die von den Siddhas und Weisen verkündeten Bücher, erkannte ihre Fülle und wählte dieses Land aus. Selbst große Länder kommen ihm nicht gleich. Alle zuvor genannten Länder sind Ursprungsstätten des guten Punīru.

Jahreszeiten und Verfahren zur Gewinnung des Punīru

1701. Mein Sohn, ich erkläre die Art, Punīru zu gewinnen; höre verständig zu. In den Schriften der Siddhas gibt es außerordentlich viele verdrehte Verhüllungen. Die wesentlichen Handgriffe für das Gewinnen und Einkochen des Punīru sind dort nicht klar ausgesprochen. Ich verneige mich bewegt und voller Hingabe vor den Füßen Kaalangis und werde sie erklären.

1702. Ich nenne den Weg, den die Nathas für die Jahreszeit des Monats Panguni lehrten. Untersuche die unterschiedlichen Erscheinungen und die Zeit, in der Punīru auf Erden entsteht. Gehe aufmerksam in einer nächtlichen Wache in den Wald. Wenn du das Gelände gründlich durchstreifst, siehst du das feine Punīru ausblühen.

1703. Das ausblühende Punīru gleicht Strahlen; es erhebt sich und fällt wie eine Blüte. In der Morgenwache bleibt es nicht beständig, und seine Alkalität geht verloren. Selbst wenn die Alkalität fehlt, sammle das klare Punīru, löse es sachgemäß auf und lasse die klare Flüssigkeit abstehen. Führe unbeirrt die zehn Diksha-Behandlungen aus.

1704. Höre ein weiteres Vorgehen. In der guten Jahreszeit des Monats Chittirai, in der zum Vollmond führenden Monatshälfte, beachte die mittlere Nachtwache. Erkenne genau, wie das Punīru entsteht. Bei der Gewinnung ist die Verehrung der Gottheit erforderlich. Wandle die Silbe ohne Unterbrechung [rituelle Anweisung ohne ausgeschriebene Formel].

1705. Wenn du den Weg der Einweihungsregeln genau ausführst und abschließt, wird nicht der kleinste Fehler eintreten, mein Sohn. Suche das Verfahren zur Vollendung der wirksamen Grundsubstanz. Ich habe die Beschaffenheit der Erde und die Wege der Nathas erklärt. Erkenne mein Buch der Siebentausend gründlich und suche Yoga.

1706. Niemand erklärt den von Bogar Rishi gelehrten Weg so klar, mein Sohn. Ich werde die sichere Sitzweise nennen: Ein großes Antilopenfell dient als Sitz. Die Kleidung soll ockerfarben sein. Das untere Tuch misst vier Ellen und soll nach der Regel bis zu den Knien getragen werden.

1707. Setze dich regelgerecht, trage das Yoga-Tuch auf dem Kopf und übe Yoga. Beuge Hände und Beine in geordneter Weise und führe täglich den Vasi. Wandle die Silbe und steige entschlossen in das reine Bewusstsein auf. Wer die feinsten sechs inneren Stätten in ihrer Ordnung kennt, ist ein Yogi.

1708. Yogi, höre einen weiteren Weg. Vor dem Chitra-Fest prüfe die Beschaffenheit der Erde und untersuche das salzhaltige Gelände, mein Sohn. Erkunde das Salzfeld bis zu einer Mannestiefe. Führe die nötigen Befestigungen aus [Arbeitswort unsicher] und lege sachgemäß ein grobes Tuch darüber.

1709. Gehe nach drei Tagen wieder hin und sieh nach. Es sieht wie eine kräftige salzige Ausblühung aus. Sammle sie in einer Porzellanschale, mein Sohn, und löse sie mit Tauwasser. Gewinne die klare Flüssigkeit nach dem Verfahren zur Essenzgewinnung [Wortgruppe beschädigt]. Gieße sie in einen weiteren Topf und koche sie ohne Zögern zehnmal ein.

1710. Beim Einkochen blüht viel Salz aus. Dieses wesentliche Salz ist stark alkalisch und wird zum strengen Todesherrn der Stoffe. Die große Verwandlung ist Koti anderer Verfahren gleichwertig. Führe mit dem Salz die Diksha-Behandlung aus und festige damit den Körper. Wer Muppu einnehme, dessen Körper werde kräftig und fest, heißt es im Text.

1711. Man muss den Körper beständig machen, den Samen stets binden, die drei Unreinheiten abschneiden und den äußeren Bewusstseinsschein ablegen. Man muss die drei Lichter durchtrennen und sich vom vergänglichen Grobstofflichen lösen. Wer Paraparais Tanz vollzieht und so auf Erden lebt, ist ein Siddha.

Kannans Palast und die Siddhas am Teich

1712. Bogar Rishi, der Siddha, verneigte sich vor Kaalangi Nathars Füßen. Links vom Meru gibt es ein Becken und einen Fluss, die wie helles Licht erscheinen. Ich sah eine Halle und eine Quelle und trat an die ursprüngliche Halle heran. Ich sah den Palast des Herrn Kannan, mit neun Edelsteinen ausgelegt, strahlend wie Sonnenlicht.

1713. Am Fuß der edelsteinbesetzten Halle stehen Siddhas, deren Glanz die Sonne den Augen entzieht. Sie verehren in festem Zustand der Askese; ihre lange Lebenszeit lässt sich nicht ermessen. Sie geben Kannan wunderbare Kulikai in Fülle. Mit der Kulikai versehen genießt der königliche Herr beständig geschlechtliche Vereinigung.

1714. Zwölftausend herrliche göttliche Frauen nehmen daran teil. Die Vereinigung geschieht in Gruppen von acht und acht [Zählbezug unsicher]; wer könnte diese wunderbaren nächtlichen Künste ausüben? Die Frauen mit dichtem Haar wohnen in einem kristallenen Haus, einem dreifach juwelengeschmückten Götterpalast [Gebäudewort unsicher]. Ich sah einen schönen Teich mit Wasserlilien, Kotti-Blüten und Lotosblumen.

1715. Am Teich befinden sich Koti Siddhas aus der Yadava-Linie. Unterhalb des Teiches wohnen die großen Kurumpar-Siddhas, oberhalb die Siddhas der Mula-Linie. An der Ostseite des Teiches, Edler, sind die Kannada-Siddhas.

1716. Ich sah die Fülle der Siddhas und darüber hinaus ihre Geheimnisse. Ich erkannte die Festigkeit ihrer Askese; bei ihnen schien es weder Alter noch [weiteres Wort beschädigt] zu geben. Mit der Kulikai trat ich vor die in Askese Versunkenen. Als sie mich sahen, widersetzten sie sich mir auf vielerlei Weise.

1717. Ich, ihr Diener, erbebte, erschrak, vergaß mich selbst und blieb beklommen stehen. Sie fragten schließlich freundlich, wer ich sei. Liebevoll dachte ich an Kaalangi und sagte wahrheitsgemäß: ‚Mein Name ist Bogar.‘ Sie lobten mich und unterwiesen mich. Mit dem Zeichen auf der Stirn [Gegenstand nicht ausdrücklich genannt] sah ich den großen Kannan.

1718. Ich trat an Kannan heran und verehrte ehrfürchtig seine Füße. Als ich, der Diener, gebeugt vor dem königlichen Herrn stand, sagte er: ‚Darfst du, Siddha, einfach so rasch in der Nähe dieser Halle ein- und ausgehen? Weißt du nicht, dass hier die Frauen wohnen? Großer Bogar Rishi, ein Fluch trifft dich!‘

1719. Als der Fluch ausgesprochen war, blickte ich zu Kannan und dachte sogleich an Kaalangi. ‚Warum ist mir dieses Unheil widerfahren? Wie kann der Fluch von mir genommen werden, damit ich in der Welt leben kann?‘ Da wurde Kannan im Herzen freundlich und sprach voller Wohlwollen zu mir.

1720. Kannan sprach zu mir. Obwohl er zuvor daran gedacht hatte, Bogar zu verbrennen, redete er nun freundlich mit dem Kulikai tragenden Bogar und erklärte vieles: ‚Weil du die Frauen in der Pannaka-Halle angesehen hast, ist dir dieses Unheil widerfahren.‘ Als er mir dies darlegte, verneigte ich mich erneut.

Der Fluch und die Fürsprache der göttlichen Frauen

1721. Während ich mich verneigte, liefen sämtliche Siddhas herbei und umringten mich. Die Rishis sahen meine Bedrängnis, eilten freundlich heran und sprachen weiter: ‚Bogar Rishi, höre uns gütig zu. Koti Rishis und Weise sind zu Kannans Halle gegangen [Folgesatz erläutert die Zugangsbeschränkung].‘

1722. ‚Lange haben wir solche Siddhas nicht gesehen; wir selbst warten seit langer Zeit am Flussufer. Götter und Rishis kommen und gehen täglich. Hier findet die erforderliche Verehrung statt, doch niemand ist eigenmächtig in die Halle eingetreten. Aus deinem Stolz heraus hast du das Gebot überschritten und bist hierhergekommen.‘

1723. ‚Wegen deines Kommens trifft dich ein Fluch, mein Sohn; wir haben ihn dir für Koti Weltalterjahre auferlegt.‘ So bedrängten mich alle Siddhas. Es gab keinen Weg, in die alte Welt zurückzukehren. Ich blieb eine Zeit lang neben Krishnas Halle. Da kamen alle duftenden Frauen gemeinsam zum Fluss, um im Wasser zu spielen.

1724. Die Frauen sahen mich, mein Sohn. Ich erblickte sie wie hundert Koti Sonnen. Sie traten näher, betrachteten mich und fragten, wer ich sei. Ich verneigte mich tief vor ihren Füßen und sagte: ‚Ich bin nicht aus dieser Stadt und diesem Land. Ich komme aus Cina.‘

1725. Da staunten die Frauen: ‚Erhabener junger Mensch, warum bist du gekommen?‘ Wie ein Kalb, das von der Kuh getrennt wurde, erzählte ich den Gefährtinnen mein Leid. ‚Mütter, ich bin Kaalangis Schüler und kam, um die ganze Fülle der Länder zu sehen. Ich lebte im Süden, nahm die Kulikai und ging in das herrliche Cina.‘

1726. ‚Dort gibt es viele Wunder, die noch niemand auf Erden gesehen hat. Ich blieb eine Zeit lang und sah die Frauen von heller Farbe. Kamala Muni lebte dort. Ich warf mich mit acht Körpergliedern nieder und verehrte seine Füße. Er erteilte mir viele wunderbare Unterweisungen.‘

1727. Ich erzählte von vielen Wundern und der besonderen Größe Cinas. ‚Dann ging ich zum Meru, Mutter. Dort gibt es einundzwanzig Höhen. Ich erzählte von sieben Arten [Bezug nicht genannt] und sah Koti Weise und Siddhas. Dort befindet sich ein Öl Vadivelars; auch einen schönen goldenen Hirsch sah ich.‘

1728. ‚Ich sah Koti über Koti Siddha-Gemeinschaften und unzählige unbekannte Bergländer. Ich sah Wälder, die selbst Weise nicht kennen.‘ Ich beschrieb alle dortigen Wunder, die großen Behälter mit Kostbarkeiten und die verborgenen Vorräte. Alle Gefährtinnen staunten. Demütig bat ich, meinen Fluch zu lösen und mich ehrenvoll weiterziehen zu lassen.

1729. Als sie dies gehört hatten, wurden die Frauen mitfühlend und gingen freundlich zu Kannan. Alle zwölftausend berichteten ihm genau über mich: ‚Dieser Siddha lebte in Cina. Um die ganze Welt zu sehen, nahm er die Kulikai und kam voller Mühe in die Stadt der Himmlischen.‘

1730. Alle Frauen traten gemeinsam für mich ein und baten Kannan ausführlich und freundlich, meinen Fluch aufzuheben. Er schenkte mir seinen Gnadenblick, ließ die Siddhas herbeirufen und gebot ihnen, den Fluch zu lösen. Wohlwollend gab er mir die Erlaubnis zur Abreise.

1731. Als die Siddhas seine Weisung hörten, liefen sie rasch herbei, sprachen die Wahrheit und versammelten sich in einer großen Schar. Liebevoll erteilten sie mir Unterweisung. Die Rishis mit verfilztem Haar, die Weisen und Siddhas beendeten meinen Fluch. Vom Hindernis befreit nahm ich bei Kannan Abschied und kehrte ordentlich nach Cina zurück.

Rückkehr zu Kamala Muni und Besuch in Nalas Stadt

1732. Nach meiner Rückkehr sah ich Kamala Muni und erzählte von Kannans Herrlichkeit. Ich berichtete, wie die Siddhas mich in einem Augenblick verflucht hatten und wie ich darunter litt. Die Frauen hätten mich gesehen, seien aus Mitgefühl zu Kannan gegangen, hätten seine Füße verehrt und darum gebeten, meinen Fluch zu lösen.

1733. Ich erzählte weiter: ‚Darauf rief Kannan die Weisen zu sich und gab ihnen eine feste Weisung. Rishis, Weise und Siddhas versammelten sich mit freudigen Herzen und gelösten Gesichtern; der Fluch wurde aufgehoben. Sie erklärten, er sei nun beendet, und erlaubten mir, nach Cina zu gehen. Ich nahm Abschied und verehrte ihre herrlichen Füße.‘

1734. Durch Kaalangis Gnadenblick durfte ich dies sehen. Ich bat freundlich um Erlaubnis zur Weiterreise, verneigte mich und zog mit der Kulikai für längere Zeit in das Nishadha-Land. Nachdem ich Mal und Ayan geschaut hatte, wollte ich Nalas Stadt sehen. Mit der Kulikai kam ich in das Königreich, mein Sohn.

1735. Ich sah den herrlichen Palast und die Festung des Weltherrschers. Der kunstvolle Wagen bestand aus Gold, die prächtigen Befestigungen aus Kurunta-Stein. Dort war eine Halle aus Vaidurya; die großen Fahrzeuge und Reittiere hatten Goldfarbe. Selbst die goldene Stadt, die man Kailasa nennt, kommt Nalas Stadt nicht gleich, Edler.

1736. Hat jemand ein vergleichbares Land gesehen? Die herrliche große Stadt hat Goldfarbe. Koti über Koti Kostbarkeiten liegen dort; es gibt Höhlen, Quellen und Teiche. Viele Tiere leben dort. Tiger und Kühe, Edler, wohnen in den Wäldern miteinander in Verbundenheit und beständigem Frieden.

1737. Mit der Kulikai ging ich durch einen unterirdischen Gang in die Festung, mein Sohn. Ich gelangte zur königlichen Audienzhalle und trat näher. Bildgestalten, mit den neun Edelsteinen besetzt, standen ringsum. Voller Staunen sah ich den Löwenthron.

1738. Ich ging zur westlichen Seite. Dort lagen die große Audienzhalle und ein Saal aus poliertem Stein. Die steinernen Säulen bestanden aus Diamant, die schönen Seitenflächen aus grünem Edelstein. Ich sah einen Blumenwagen, kunstgerecht geschaffen von Maya, dem göttlichen Baumeister. Einen Menschen auf Erden, der das so genannte Kailasa gesehen hätte, habe ich nicht getroffen [Satzbau unsicher].

1739. Ich ging zum Haupteingang. Dort standen tausend starke Wächter des Königs, Menschen der Askese. Sie erblickten mich. Als ich sie bemerkte, sahen sie mich mit einem Blick an, der mich töten sollte. Ich dachte an meinen Herrn Kaalangi. Sofort umringten sie mich.

1740. Von ihnen umringt zitterte ich heftig, verneigte mich vollständig und bat um Zuflucht. Die tausend Wächter fragten, wer ich sei. Ich fasste wieder Mut und erzählte ihnen von großen Dingen. Sie fragten nach meiner Herkunft und Geschichte. Mein Sohn, ich berichtete alles von Anfang an.

1741. Ich erzählte alle Wunder und von meinen berühmten Reisen durch die ganze Welt. Als sie von den geheimen Wegen der Länder hörten, wurden sie mir gnädig. Sie riefen mich zu sich und führten mich in die Festung. Die als Wächter dienenden Siddhas und Weisen zeigten mir ausführlich die außergewöhnlichen Dinge.

1742. Ich sah Nalas große Schatzbehälter und die Geheimnisse der unterirdischen Gänge. Ich sah den grünen Palast und die herrlichen Rubinmauern. An den Eingängen auf allen vier Seiten standen Löwen als königliche Wächter. Entlang der Mauern floss ein Waldbach; ringsum lagen Teakwälder.

1743. In der bewaldeten Festung gab es sieben Paläste und zahlreiche große Hallen. Koti Siddhas wohnten in der großen Stadt – wer könnte dies beschreiben! Ein hoher Berg und eine Quelle waren dort. Siddhas und Weise lebten dort beständig. Gewöhnliche Menschen können es nicht sehen; niemand im Land hat es gesehen.

1744. Höre von einem weiteren Ort: der Festung der Königin. Ihr Glanz oder ihre Anziehungskraft reicht sehr weit [Kantam-Lesung]. Sage, können Könige der Erde sie erreichen? Ich sah Damayantis geschmückten Wohnbezirk [Punarām kann auch Schmuckkette bezeichnen] und blieb voller Ergriffenheit stehen. Ich, Bogar, habe diesen verborgenen Bereich gesehen.

1745. Siddhas, Weise und Rishis erklärten mir freundlich außergewöhnliche Dinge. Sie führten mich zu den Höhlenperlen und großen Behältern und zeigten sie mir. Mein Herz freute sich sehr über das Gesehene. Ich empfing reichlich die Gnade der Nathas, ihr Vertrauen und ihre Gunst. Danach ließ ich mich wieder in Cina nieder, mein Sohn.

Begegnung mit Agastya und die Übertragung der Künste

1746. Höre von einer weiteren Begebenheit. Mit der Kulikai versehen sah ich Agastyas Berg. Als ich zu seinem Hang kam, erblickten mich Koti über Koti Siddhas und Weise und fragten: ‚Wer bist du?‘ Ich dachte an Kaalangi Nathars leuchtende Lotosfüße.

1747. In diesem Gedenken sagte ich: ‚Ich bin Kaalangis Schüler; mein Name ist Bogar Rishi.‘ Die Siddhas versammelten sich und gingen zu Agastya. Sie bedeckten ehrerbietig den Mund, falteten die Hände und sprachen: ‚Herr, mit achtgliedriger Niederwerfung suchen wir Zuflucht.‘ Agastya sah sie an und sprach freundlich zu ihnen.

1748. ‚Warum seid ihr Siddhas, Weise und Rishis gemeinsam zu Dakshinamurti gekommen?‘ Alle antworteten zusammen: ‚Sadashiva, strahlendes Licht, Barmherziger! Ein in der Welt bekannter Siddha, der sich voller Hingabe Kaalangis Schüler nennt, ist mit der Kulikai gekommen. Er möchte euch schauen, um Befreiung zu erlangen.‘

Anmerkung: Agastya wird in diesem Gespräch mit Dakshinamurti und Sadashiva verbunden. Diese Bezeichnungen werden quellengetreu beibehalten.

1749. Als dies berichtet wurde, ließ Kumbha Muni mich freundlich hereinrufen. Wohlwollend führten sie mich in die Höhle. Er fragte nach allen früheren Lehrschriften. ‚Es ist keine Täuschung darin‘, sagte er, umarmte mich und gab mir Bücher. Er lehrte mich hundert Koti Künste.

1750. Er lehrte mich die Brahma-Vidya und die wesentliche Kunst des Goldes. Er nahm die gesamte Fülle der entstandenen Lehrschriften zusammen und unterwies mich darin. Er vermittelte mir geordnet alle Grundlagen, Werkzeuge und Verfahren anhand von Vergleichen. Er führte sie vor, erklärte ihre Einsicht und lehrte das Wissen aller Künste.

Agastyas Rat und die Reise zum Ratnagiri

1751. Er sprach mir, seinem Diener, Mut zu: ‚Edler Bogar Rishi, höre! Du hast die Lehrschriften rechtmäßig gelernt und erkannt, wie der Körper beständig erhalten wird. Du hast die Kulikai der Siddhas erlangt und bist mit unvergänglichem Ruhm nach Cina gegangen. Du hast Kaalangis Gnade und liebevoll die Gaben der Siddhas empfangen.‘

1752. ‚Du trägst den Namen Bogar und hast die Größe der Siddhas in der Welt gesehen. Du hast alle beweglichen und unbeweglichen Welten geschaut und Himmel und Erde samt ihren Geheimnissen erforscht. Du hast Könige der Könige aufgesucht und die großen Behälter gesehen, die sie hinterlegten. Hallen, Teiche und Höhlen sowie die Reiche der Könige hast du erblickt.‘

1753. ‚Daraus entsteht Ruhm; es ist kein Fehler. Es gibt Siddhas wie den Herrn des Kailasa, mein Sohn. In Hallen und an Meeresküsten leben Rishis und viele Koti große Wesen. Sie könnten dir einen Fluch auferlegen. Sprich nicht alles offen vor ihnen aus. Wie himmlische Weise werden sie nach außergewöhnlichen Dingen fragen. Verneige dich vor ihren Füßen und antworte ehrerbietig.‘

1754. ‚Wenn du so sprichst, entsteht kein Anlass für einen Fluch; in der alten Welt wird man dich einen Siddha nennen. Sprich freundlich und heilsam und untersuche die ganze Fülle der Länder.‘ Mit ungeschmälerter Gnadengabe wurde der Fluch gelöst. Durch die Gnade der Mutter des Vedanta und die Gaben der Großen empfing ich ihre feierliche Segnung.

1755. Nachdem Bogar die Gnade empfangen hatte, ging er nach Cina und blieb dort eine Zeit lang. Er prüfte alle Künste mit klarem Verstand und vermittelte den Menschen, die Göttern glichen, die gehaltvollen, wesentlichen und außergewöhnlichen Verfahren. Er lehrte sie so, dass die Dunkelheit wich, und flog dann wie gewohnt weiter.

1756. Er verließ Cina mit der Kulikai. Im erneuten Gedenken an Kaalangi zog er auf den Berg Ratnagiri, um die losgelösten Siddhas zu sehen. Er ging zu dem Ort, an dem der königliche Herr saß, und sprach mit den versammelten Weisen. Sie fragten, wer Bogar in dieser weiten Welt sei.

1757. Ich, der Diener, verneigte mich vor ihren Füßen und dachte an den herrlichen Kaalangi. Ich antwortete den fragenden Siddhas: ‚Ich bin der Schüler des strahlenden Kaalangi.‘ Freundlich riefen sie mich zu sich, gingen mit mir in eine Höhle und zeigten die Wohnstätten der Nathas. Sie erklärten mir die Überlieferung der Siddhas und wiesen mir liebevoll den Weg.

1758. Auf diesem Weg stieg ich weiter auf Ratnagiri. Auf dem Edelsteinberg sah ich eine unvergängliche Residenzfestung und dahinter den Tempel Tirumals. Dort gab es eine vertiefte Höhle und ein Gewässer; der mächtige Siddha Matsya Muni war dort. Kein gewöhnlicher Herrscher hat Zugang, um es zu sehen. Große Siddhas und Weise bewachen es.

1759. Ich ging zu den Wächtern, die mich freundlich wahrnahmen. ‚Wo ist der erhabene Matsya Muni?‘, fragte ich. Die mächtigen Siddhas führten mich zu ihm. Als Matsya Muni mich sah, sprach er ausführlich mit mir. Ich fragte: ‚Wo ist der ehrwürdige Großvater Tirumular? Es ist lange her, dass ich ihn gesehen habe.‘

Tirumulars geöffnete Samadhi-Stätte

1760. Als Bogar Rishi dies gesagt hatte, kamen viele ehrwürdige Antworten [Wortlaut Tirumukam unsicher]. Sie führten mich zur Samadhi-Stätte am Hang des beständigen Ratnagiri. Um den ehrwürdigen Großvater Tirumular, das vollendete Licht jenseits des Nada, zu sehen, verneigte ich mich vor seinen Füßen und blieb stehen. In einem Augenblick brach die Samadhi-Stätte auf.

1761. Ich sah die Samadhi-Stätte aufbrechen, mein Sohn, und erblickte den ehrwürdigen Großvater Tirumular. Er hatte seinen Atem stillgelegt und drei Weltalter unter der Erde verweilt. Um ausführlich mit diesem Siddha zu sprechen, stand ich vor dem Haupteingang seines Sitzes. Kein unreiner Geruch war dort; sein Körper war durch dauerhaftes Kayakalpa erhalten.

1762. Wie könnte ich den Duft dieses Körpers beschreiben! Ein starker Duft von Paccai-Puram verbreitete sich, überall wie der liebliche Duft von Jasmin. In der Höhle ließ seine Intensität keine Annäherung zu. Der Körper hatte die Farbe von Safran. Sage, kann ein gewöhnlicher Mensch einen solchen Anblick erlangen? Die Größe dieses wunderbaren Siddha lässt sich in der Welt niemals erschöpfend beschreiben.

1763. Als der unvergängliche Siddha mich sah, fragte er: ‚Wer bist du auf Erden, mein Sohn, und wen willst du sehen? Was führt dich verborgen in diese menschenleere Samadhi-Stätte? Sprich keine verwirrenden Worte. Sage genau ein oder zwei Dinge und verschließe dann die Samadhi-Stätte. Sonst werden alle Siddhas der Erde hierherkommen.‘

1764. ‚Wenn sie kommen, werden sie Fragen stellen, und ich muss ihnen ausführlich antworten. Ich müsste meine Versenkung verlassen und sprechen; schweige ich, werden sie im Herzen verletzt. Es gibt Koti Angehörige der Mula-Linie, und sie würden in Gruppen an die Samadhi-Stätte kommen. Das würde mir große Unruhe bereiten. Schöner königlicher Herr, verschließe die Samadhi-Stätte.‘

1765. Als er sagte, ich solle schließen, verneigte ich mein Haupt, warf mich nieder und fragte nach dem weiteren Weg. Er sagte: ‚Die Siddhas, die in den bewohnten Ländern leben, kennen unseren Aufenthaltsort nicht. Es gibt Koti über Koti unwissende, ochsengleiche Menschen. In der Welt entstand großer Lärm über die Behauptung, ich hätte meinen Körper verlassen und sei in einen anderen eingegangen.‘

1766. ‚Darum kommen viele Menschen, um mich als ein Wunder anzusehen. Mit stillgelegtem Atem blieb ich drei Weltalter hier, mein Sohn. Du, der Schüler des mächtigen Kaalangi, kamst voller Hingabe mit der Kulikai. Durch dein Licht brach die verschlossene Samadhi-Stätte plötzlich auf und wurde sichtbar.‘

1767. ‚Weil du mich gesehen hast, wurde ich dir gnädig und schenkte dir meinen Blick‘, sagte Großvater Tirumular. ‚Niemandem habe ich diese verborgene Bedeutung erklärt. Durch den Gnadenblick der Mutter des Vedanta habe ich dich darin unterwiesen. Trage die Kulikai in der Welt, verneige dich ehrerbietig vor den Siddhas und durchstreife mit ihr alle Länder.‘

Rückkehr nach Cina und Begegnung mit Trishanku

1768. Als er mich zum Weiterziehen aufforderte, nahm ich Abschied und kehrte mit der Kulikai nach Cina zurück. Vor den aufrichtigen hellhäutigen Menschen, die die Wahrheit nicht preisgeben, erklärte ich geordnet sämtliche Grundlagen, Werkzeuge und Verfahren. Sie billigten und segneten mich und vollzogen die achtgliedrige Niederwerfung.

1769. Danach blieb ich, der Diener, noch eine Zeit lang in Cina, mein Sohn. Um wahrhaftig weitere Länder zu sehen, nahm ich wieder die Kulikai, verließ Cina und hielt Kaalangi Nathars Füße im Herzen. Ich flog weiter und sah auf Erden altehrwürdige Wesen [letztes Substantiv unsicher].

1770. Ich sah Trishankus Samadhi-Stätte, landete am Meeresufer und blieb stehen. Dort gab es Versammlungen himmlischer Weiser und Rakshasas. Reihe um Reihe sah ich die Samadhi-Stätten ihrer Vorfahren. Demütig trat ich zu den Rakshasas und verneigte mich. Sie nahmen mich auf, umarmten mich und führten mich zur Samadhi-Stätte.

1771. Dort verneigte ich mich und dachte liebevoll an Kaalangi. Ich, der junge Schüler, blieb nahe stehen, senkte mein Haupt und bat um den Anblick Trishankus. Ich kniete entschlossen vor der Samadhi-Stätte, verehrte seine Füße und pries ihn. Da öffnete sich die Samadhi-Stätte, und ich hörte plötzlich einen Laut.

1772. Als ich ihn hörte, zitterte ich heftig und brachte ehrerbietig die achtgliedrige Niederwerfung dar. Er fragte mich, wer ich sei. Ich, der junge Schüler, begann zu sprechen: ‚Voller Freude wollte ich den ehrwürdigen Ahnherrn, König Trishanku, auf Erden sehen. Deshalb bin ich an diese Samadhi-Stätte gekommen.‘ So erklärte ich, Bogar Rishi, es genau.

Trishankus Warnung und die Suche nach Harishchandra

1773. Durch meinen Mut und Kaalangis Gnadenblick konnte ich sprechen, Edler. Ich erklärte offen, dass ich Kaalangis Schüler sei. ‚Um eure herrlichen Füße zu sehen, verließ ich Cina mit der verborgenen Kulikai. Ich suchte rasch die Samadhi-Stätte auf und kam voller Hingabe hierher. Ich bin Bogar.‘

1774. Sobald ich den Namen Bogar nannte, mein Sohn, wurde König Trishanku mir freundlich gesinnt. Der siegreiche König unterwies mich und gab mir viele kluge Ratschläge: ‚Wo immer du mit der Kulikai hingehst, können Siddhas, Weise und Rishis dich absichtlich verfluchen. Hüte dich davor.‘

1775. ‚Nimm dies als klugen Rat an. Verhalte dich vor den Siddhas ohne den geringsten Fehler, damit kein Unheil entsteht. Von mir trifft dich kein Fluch, mein Enkel. Doch es gibt Siddhas mit verborgenem, trügerischem Sinn; schon wenn sie dich sehen, verfluchen sie dich. Sie reden, als seien sie aufrichtig mit dir verbunden, und sprechen innerhalb einer Ghatika einen Fluch aus.‘

1776. Als er so sprach, zitterte ich und bat den ehrwürdigen Großvater um Mitgefühl. ‚Großvater, gebt mir die rechte Weisung‘, sagte ich. Wohlwollend vermittelte er mir Erkenntnis. Zitternd empfing ich seine erhabene Unterweisung. Dann dachte ich an Kaalangi und gelangte in das Meer der höchsten Wonne.

1777. Danach nahm ich die Kulikai, verabschiedete mich von König Trishanku und verließ Ayodhya. Durch Kaalangi Nathars Gnade zog ich nach Cina und ging unmittelbar zu Kamala Muni. Ich erzählte ihm zusammenfassend, was geschehen war. Kamala Muni freute sich sehr.

1778. Nach seiner freudigen Zustimmung nahm ich Abschied und ging zu den hellhäutigen Menschen. Ich blieb bei ihnen und erklärte alles: die umfangreichen Grundlagen, Werkzeuge und Verfahren. Ich vollendete es für sie in umgekehrter Anordnung [Talai-Kil-Bezug unklar]. Die Menschen Cinas priesen mich, als ich sie in den wunderbaren Künsten unterwies.

1779. Mein Sohn, niemand auf Erden hatte diese wunderbare Kunst ausgeführt oder gesehen. Durch die Gnade des herrlichen Gurus nahm ich die Kulikai, durchstreifte die Welten und sah alles. Damit die erlernte Kunst nicht vergeblich sei und mein Name stets genannt werde, breitete ich die gewünschten Verfahren in außergewöhnlicher Weise aus.

1780. Nachdem ich sie so dargelegt hatte, blieb ich lange in Cina. Höre, mein Sohn: Erneut nahm ich die Kulikai und verließ das gute Cina. Ich wollte die ruhmreiche Samadhi-Stätte des wahrhaftigen Harishchandra sehen. Ich brach auf, um sie nördlich von Ayodhya zu finden.

1781. Ich flog mit der Kulikai zur Nordseite von Ayodhya, mein Sohn. Um den Bereich der Samadhi-Stätte zu sehen, ging ich direkt an das Flussufer. Dort standen Koti über Koti grimmige Kinkiliyar als Wächter. Ich, der Diener, dachte an Kaalangis herrliche Füße und schaute sie an.

1782. Sobald sie mich sahen, fragten die Kinkiliyar, wer ich sei. ‚Ich bin der Schüler des ehrwürdigen Kaalangi und Trishankus Enkel‘, sagte ich demütig und begann meine geordnete Erklärung. ‚Mit der Kulikai habe ich sämtliche Welten durchstreift und Anerkennung gefunden. Ohrringe, Halsketten und Anhänger wurden mir gegeben, und man erlaubte mir weiterzuziehen.‘

1783. ‚Koti Menschen und Siddhas versammelten sich, und die Rishis segneten mich. Ich ging zu Bergen, Flüssen und Höhlen und verweilte lange an Koti Bergorten. Schließlich flog ich mit der Kulikai nach Cina, meinem Hauptaufenthaltsort. Dort sah ich den guten Siddha Kamala Muni.‘

1784. ‚Ich sah dort die hellhäutigen Menschen, mein Sohn, und ein Land voller alkalischer Stoffe. Es gab einen wasserreichen Teich und eine Quelle. Neben den Stufen saß ein Siddha im Samadhi. Ich ging hin und verehrte seine Füße. Sein Name war Vara Rishi, und er lehrte mich den trefflichen Weg.‘

1785. ‚Nach seiner Unterweisung nahm ich, der junge Schüler, Abschied und betrachtete viele verschiedene Bücher. In Vara Rishis Buch fand ich die genaue Beschreibung von Harishchandras Samadhi-Stätte. Bei meiner Untersuchung der Veden und anderer Schriften hatte ich sie nicht gefunden; Vara Rishis Buch nannte sie offen. Deshalb kam ich, um die Lotosfüße des wahrhaftigen Harishchandra zu sehen.‘

1786. So sprach ich, Bogar Nayan, freundlich und um Mitgefühl bittend. Ich erklärte, dass ich die genannten Regeln genau untersucht habe und Schüler des strahlenden Kaalangi sei. Ich habe von vielen Rishis, Weisen und Siddhas gute Gnadengaben empfangen. Nun bat ich um den Weg, damit ich Harishchandras Samadhi-Stätte sachgemäß sehen könne.

Harishchandras Samadhi und seine Lehre von der Loslösung

1787. Ich fragte nach Weg, Zugang und Samadhi-Stätte. Sie wurden mir wohlgesinnt, weil ich mich als Kaalangis Schüler vorgestellt und regelgerecht genähert hatte. Alle scheuten davor zurück, Bogar Unrecht zu tun. Die Kinkiliyar führten mich daher in die vertiefte Höhle zur Samadhi-Stätte des weltbeherrschenden Harishchandra.

1788. Dort ging ich, Bogar, voran, verneigte mich rasch und faltete die Hände. Als ich bei der Samadhi-Stätte des gekrönten Königs stand, kam eine Schar Siddhas und fragte bestimmt, wer ich sei. ‚Ich bin der Schüler des ruhmreichen Kaalangi‘, antwortete ich. Da wurden sie mir freundlich und segneten mich ordentlich.

1789. Sie erörterten viele Lehren mit mir, und ich antwortete demütig. Dann sagten sie, ich solle zur Samadhi-Stätte gehen. Ich ging und hörte den Klang des Om sowie wunderbare Klangfolgen wie ein Ensemble von Musikinstrumenten. Während ich dort verweilte, öffnete sich die Samadhi-Stätte.

1790. Wie könnte ich die mächtige Samadhi-Stätte des wahrhaftigen Harishchandra beschreiben, als sie sich öffnete! Der unterirdische Raum erschien als strahlendes Licht, und sein feiner Körper glich einem Blitz. Ich ging drei Stufen hinab und trat an König Harishchandra heran. Der begnadete Harishchandra sah mich an und fragte: ‚Wer bist du, mein Sohn, der du gekommen bist?‘

1791. Ich, der junge Schüler, zitterte an den Beinen und konnte dem weltbeherrschenden König kaum antworten. Schließlich sagte ich: ‚Ich bin Kaalangis Schüler.‘ Er sah mich fest an und sprach: ‚Mein Vater Trishanku ist in den großen Samadhi eingegangen.‘

1792. ‚Zuvor war er an Kaalangis Samadhi-Stätte gewesen und hatte sie gesehen. Er kannte den Ort des Eingehens, junger Mensch. Hundert Koti Weltalter sind seither vergangen. Deshalb erzähle ich dir dies, lieber Bogar Rishi. Ich selbst hütete lange den äußeren Wald, den Verbrennungsplatz.‘

1793. ‚Allein um der Wahrheit willen verlor ich auf Erden mein Ansehen, lebte im Wald und blieb standhaft. Ich hütete den stinkenden Verbrennungsplatz und verlor Kind und Frau, die blütengleiche Königin [Namenslesung beschädigt], wegen der Goldschuld an Vishvamitra. Ich verlor Land und sämtliche Städte und legte die Mühsal des häuslichen Lebens ab.‘

1794. ‚Ich ließ die Mühsal hinter mir und ging in den Samadhi ein, mein Sohn. Keine Bindung an die alte Welt blieb. Ich verließ die leidvolle Königsherrschaft und fand diese Samadhi-Stätte. Wer bloß endlos in einem Körper auf Erden bleibt, gewinnt dadurch nichts. Gut ist es, die Täuschung der Menschenwelt zu verlassen und freudig im Samadhi zu verweilen.‘

1795. Als ich seine Aufforderung zum Verweilen hörte, mein Sohn, löste sich mein Denken auf. Doch die Begierde nach der Welt ließ sich noch nicht vollständig lösen. Die goldene Welt zu sehen schien mir verdienstvoll. Was nützt das Bleiben in dieser Welt, was das Lernen von Koti Künsten? Was nützt es, sich abzumühen und mit der Kulikai zu fliegen? Ich sah nichts Bleibendes in der Welt.

1796. Bei dem Gedanken, nichts Bleibendes zu sehen, stand ich erschüttert da. Durch Kaalangi Nathars Gnade erschien in dem Baum, der dort wie eine Säule stand, ein strahlendes Licht. Vina und andere Instrumente erklangen. Dies ist die Größe der Mutter des Vedanta, mein Sohn. Die Weisen und Siddhas sahen es ehrfürchtig, zitterten und erschraken.

Die Schau Manonmanis und die erneute Rückkehr nach Cina

1797. Ich verneigte mich vor den erschrockenen Siddhas, senkte mein Haupt und grüßte sie liebevoll. Als ich freundlich nach den Wundern fragte, erklärten sie: ‚Dies ist der Glanz der Mutter jenseits des Nada. Dem wahrhaftigen Harishchandra erscheint diese große Schau stets. Die unverhüllte Göttin, Rupa-Vani, schenkt ihm beständig ihren gnädigen Anblick.‘

1798. ‚Manonmani gewährt dem weltbeherrschenden Harishchandra dreimal täglich diese Schau.‘ So erklärten mir die als Gurus wirkenden Siddhas, Weisen und Rishis ausführlich ihre Herrlichkeit. Ich hörte diese heiligen Worte und die Worte des standhaften Königs, empfing alle vertrauten Unterweisungen und kehrte auf rechte Weise nach Cina zurück.

1799. Mit der schönen Kulikai flog ich nach Cina, mein Sohn. Den hellhäutigen Menschen lehrte ich geordnet die empfangenen Unterweisungen gemäß den Schriften und zeigte ihnen den Weg zum Samadhi. Ich blieb lange dort und führte wunderbare Augenblicks- oder Blinzelkünste vor [Cimittu-Bezeichnung unsicher].

1800. Ich vollführte Brahma-Koti-Künste und die mächtige Kunst des Kattadi, des Wind- oder Drachenapparates. Sie ist selbst unter den besonderen Künsten außergewöhnlich. Schüler, ich erkläre sie; hört ihre Größe. Der Schirm oder Drachen misst zehn Gajam, seine Länge ebenfalls zehn Gajam. In der Mitte ist ein Kreis; der innere Kreis misst zwei Ellen.

Der Kattadi und die behauptete Fahrt mit zehntausend Menschen

1801. Die beiden seitlichen Kreise messen drei, der längliche Kreis vier [Einheiten nicht wiederholt]. Der äußere Kreis gleicht einem Rad; der innere Grundkreis hat Lotosform. Rings am Umfang verlaufen Stäbe, und an den kräftigen Stäben befinden sich zwei Ösen. Am runden Mittelstab sitzt die verborgene Tragvorrichtung. Der Außenkreis bildet einen Ring, Edler.

1802. An jedem gebogenen Teil ist ein kleines Kettenglied angebracht; entlang der Streben liegt Magnetessenz. Die Fasern bestehen aus Seide. Die Nähte müssen an den Stäben entlanggeführt werden. An den durchbrochenen Kettengliedern sitzen Kugeln. Bringe an den fortlaufenden Seilen den Steuermechanismus an. Befestige das Seil an einem Pflock im Boden; wenn das Gerät kräftig aufsteigt, gib dem Seil einen Ruck.

1803. Bei diesem Ruck fliegt der Kattadi hoch bis zur Sphäre des Mondes, steht dort und bewegt sich durch das beständige feinste Verfahren. Wie ein Keim im Ei bleibt er lange in sich gefügt in Bewegung. Seine Hülle aus Faser und Seide nimmt den Wind auf. Sieh, wie er sich plötzlich erhebt.

Anmerkung: Die Verse verbinden Bauteilbeschreibungen mit fantastischen Flugbehauptungen. Sie belegen keinen funktionsfähigen historischen Flugapparat.

1804. Der Wind bildet seine obere Stütze. Wenn er angreift, richtet sich der Kattadi aufwärts. Wird das Seil am feinen Mechanismus des Mittelstabs und seines Kreises befestigt und angezogen, sinkt der Kattadi langsam herab. Dies ist das Geheimnis des Steuers, mein Sohn. Wer auf Erden kennt es? Vishvakarman kennt es.

1805. Vishvakarman, der göttliche Handwerker-Siddha, baut nach Bedarf und erkennt die Feinheit. Werden völlig Unverständige den Sinn erkennen – wie im Bild von der Kuh und dem sich anschließenden Auge oder Kalb [Wort beschädigt]? Durch die Verbindung von Eisen mit Magnetstein vollendeten sie die wunderbare Kattadi-Kunst. Niemand hat den feinsten Weg so erkannt, wie ich ihn erkläre.

1806. Selbst verständige Siddhas haben diese Ausführung auf Erden weder vollbracht noch gesehen. Sie kennen den feinsten Mechanismus des Kattadi und die Führung des Seiles nicht. Karuvurar versuchte es, doch die Lösung erschien seinem Geist nicht. Mit meiner eigenen Einsicht vollendete ich den Kattadi für die Menschen der Erde.

1807. Ich vollendete ihn in Cina. Unter dem mächtigen Kattadi baute ich eine große bootsartige Plattform und gestaltete sie wie einen Palast. Zehntausend Menschen mit ihren Haushalten ließ ich unter dem Schirm Platz nehmen und nahm sie mit. Ich führte ihn so, dass selbst die Götter staunend und beschämt zusahen.

1808. Ich nahm die Menschen Cinas in den Kattadi auf und führte ihn sicher. Drei Katam weit flog ich um Cina, sodass die Siddhas mich priesen. Dann holte ich das Steuerseil kräftig ein und setzte die Menschen in Cina wieder ab. Alle freuten sich und wurden mir liebevoll zugetan.

1809. Als Kamala Muni davon hörte, sprach er: ‚Mein Sohn, Bogar Rishi, höre. Wenn du alle diese mächtigen, überlieferten Künste öffentlich zeigst, wer wird sie auf Erden noch achten? Alles wird allgemein bekannt, höre, Herrscher. Man wird auch mich verfluchen. Zeige die feinsten Geheimnisse nicht öffentlich.‘

1810. ‚Wenn du sie zeigst, wird die ganze Welt zu Siddhas. Zeige sie nicht den Unverständigen, sonst geht die Gnade verloren. Guten Menschen aber zeige die wesentliche Grundlage und gib ihnen mit Mitgefühl alle Unterweisungen. Toren tun sich zusammen, kritisieren und spotten viel. Belehre die Kundigen mit Festigkeit; sie werden stets daran denken. Erkenne diese Einsicht.‘

Eine Sutam-Nagam-Scheibe und ihr Centuram

1811. Höre eine weitere Verwandlung. Nimm einen Ser Sutam und einen halben Ser Nagam und vereinige sie sorgfältig. Gieße in einer runden Schale eine Scheibe und behandle sie durch Benetzen und Eindampfen. Bereite dafür aus den sechs Grundstoffen Jaya-Nir, mein Sohn.

1812. Behandle mit Jaya-Nir durch Benetzen und Eindampfen; das Sutam wird fest. Höre nun die Beschreibung der Schale und betrachte diese wunderbare augenblickliche Verwandlung. Ich werde die Stoffe nennen. Wer auf Erden hat dieses Verfahren ausgeführt? Nimm Mirutar-Cingi, Turucu und Karam.

1813. Dazu kommen Viram, Puram, Cinam, Pashanam, Taram, Kenti, Lingam, Cutam, Kauri, Kantam, Kati-Karam, Caram, Punīru, Korallenstock und Calacattu. Wiege jeweils ein Palam ab.

1814. Vereinige sämtliche Stoffe in gleichen Gewichten und in richtiger Ordnung. Zerreibe im vertieften Mahlstein vier Samam mit Fruchtsaft. Zerreibe anschließend mit Kumari-Saft und dann mit Kaiyan-Saft, ohne vom Verfahren abzuweichen. Verwende jeden Pflanzensaft vier Samam lang, Edler.

1815. Weiter nennt der Text die Säfte von Kavutumpai, Mucal-Katu, Nili beziehungsweise Aviri und Varamulli, ferner Kutaca-Milchsaft und Tulasi. Dazu kommen ein Ali Uttamani-Saft und klarer Kalli-Saft.

1816. Zerreibe mit jedem dieser Pflanzensäfte sorgfältig vier Samam lang. Mahle so lange, bis die Masse wie Butter ist. Forme daraus aufmerksam einen schalenartigen Tiegel, lege die Scheibe hinein und decke mit einem oberen Tiegelteil zu. Versiegle kräftig mit Ton und trockne gründlich in der Sonne.

1817. Wenn die Versiegelung trocken ist, bringe sieben kräftige Kalkschichten an. Fülle einen Topf mit Sand und stelle das Gefäß in seine Mitte. Schütte auch oben Sand darüber, stülpe einen oberen Topf als Deckel auf und versiegle vollständig und fest.

1818. Nach dem Trocknen stelle den Topf richtig auf den Herd und richte das Sandbad ein. Erhitze sorgfältig: acht [Zeiteinheiten] mit Lotosfeuer und zehn mit Waldfeuer [die Einheiten stehen hier nicht ausdrücklich]. Nimm die Masse nach dem Erkalten heraus. Das klare Centuram lässt sich kaum beschreiben.

1819. Welche Zunge, welcher Ausdruck könnte dieses wie Licht strahlende Centuram beschreiben? Es hat die Farbe Varunas. Das kräftige Sutam ist stark alkalisch. Öffne die Schale behutsam. Die außergewöhnliche Wirkungsweise dieses erhabenen Centuram lässt sich kaum fassen. Die Siddhas sprechen sie den Menschen der Welt nicht offen aus.

1820. Bereite das Centuram fertig, mein Sohn. Wenn die Nathas es sehen, werden sie es dann zurücklassen? Sie werden einen Weg suchen, es mitzunehmen. Ich habe es euch erklärt; gibt es sonst jemanden im Land, der davon spricht? Der Text nennt ein Kunri Centuram zur Einnahme und verspricht ein Leben über Koti Zeiträume.

1821. Man könne bis zum Ende der Weltzeitalter bestehen, ohne Schwäche, Erschöpfung oder Auszehrung. Der Körper werde straff und fest. Selbst der Träger des Kodanda könne einem nicht gleichkommen [Lesung unsicher]; die Leuchtkraft nehme unermesslich zu. Du werdest zu einem Siddha auf Erden. Die Täuschung des häuslichen Samsara loszulassen und darin festzustehen, das ist Samadhi.

Verwandlungsverhältnisse und eine weitere Viram-Behandlung

1822. Höre ein weiteres Vorgehen. Nimm einen Kalanju des wirksamen Centuram. Gib dich damit nicht zufrieden, mein Sohn, und höre vom Sutam-Centuram. Damit mein Wort sich nicht als falsch erweise, gib es dem Silber beim Schmelzen im Verhältnis eins zu hundert zu. Der Gehalt wird acht.

1823. Der Gehalt acht zeigt einen starken grünlichen Ton. Schmelze Sonnenmetall und füge das Mittel ebenfalls im Verhältnis eins zu hundert hinzu. Es erhält eine prächtige tiefrote Farbe; der Gehalt wird achteinhalb. Sage, ist eine solche große Verwandlung leicht zugänglich? Gib es zuverlässig zu Silber und Kupfer und sieh die Klarheit des mächtigen Weltenlichts.

1824. Dann wird der klare Gehalt neun. Im Land ist dies nicht leicht zu finden; wem wird es zuteil? Den strahlenden Siddhas, Weisen und Rishis, mein Sohn, und auch dem Shiva-Yogi, Edler. Ich untersuchte die Verfahren ordnungsgemäß, betrachtete die Bücher der Siddhas, erforschte die Geheimnisse aller verschlungenen Schriften und prüfte sie sorgfältig für die Menschen.

1825. Damit die Menschen leben können, dachte ich, der Diener, ruhig und innig an Kaalangi Nathars herrliche Füße und verkündete dies den würdigen Menschen der Welt. Ich, Bogar Rishi, unterwies Könige der Könige, weit vorangeschrittene Wissende und die hellhäutigen Menschen voller Aufmerksamkeit.

1826. Diese Goldkunst ist kostbar, mein Sohn; sie lässt sich durch genaue Untersuchung erkennen. Ich habe das Spiel des Sutam mit Karam und Caram sowie mit den feindlichen und befreundeten Stoffen untersucht. Nachdem ich die Wirkungsweisen der Grundlagen und Werkzeuge, die kurzen Wege und die langen Verfahren gründlich erkannt hatte, sprach ich sie aus.

1827. Höre ein weiteres Verfahren. Behandle das Viram-Centuram ohne Zögern mit Vilva-Öl durch Benetzen und Eindampfen; es wird gebunden. Ich erkläre das weitere Vorgehen, damit die flüchtigen Stoffe beständig werden. Nimm je einen Teil Caram, Tuttam, Cingi und Kauri.

1828. Nimm außerdem je einen Teil Eisen und Kupfer und feile sie sehr fein, Edler. Gib die übrigen Stoffe zu gleichen Teilen in den vertieften Mahlstein, mein Sohn, und mache alles zu Pulver. Zerreibe es vier Samam mit dem als Todesherr bezeichneten sechsteiligen Jaya-Nir.

1829. Höre, mein Sohn: Zerreibe vier Samam mit Jaya-Nir zu einer tuscheartigen Paste. Fertige eine große Kupferschale an und bestreiche sie mit der Stoffmischung. Lass sie in der Sonne trocknen. Wenn sie vollständig trocken ist, lege das Viram in die Schale und versiegle kräftig.

1830. Trockne in der Sonne. Fülle einen breiten Topf zur Hälfte mit Salz und setze das Viram-Gefäß in die Mitte. Schütte nach dem Verfahren auch oben Salz darüber, verschließe mit einem oberen Topf und versiegle diesen sachgemäß. Stelle alles wieder in die Sonne.

Viram-Centuram und der Dienst am Guru

1831. Wenn die Versiegelung trocken ist, preise Manonmani und denke durch ihre Gnade an Kaalangi, damit du lange Weltzeiten bestehen kannst. Verneige dich vor den Füßen der Siddhas, Weisen und Rishis und verehre auch mich, den Diener. Stelle das verschlossene Gefäß in die Sandbad-Vorrichtung und erhitze es.

1832. Erhitze mit einem kleinen, Lotos genannten Feuer, mein Sohn, genau sechs Tage. Das Salz verkohlt und wird schwarz; die goldähnliche Kupferschale zerfällt. Das Kupfer verbindet sich mit den Stoffen, und die Alkalität des starken Viram nimmt zu. Es nimmt Karam und Caram in sich auf, steigt auf und wird rot.

1833. Wie könnte ich dieses Centuram beschreiben! Nimm es sachgerecht heraus und bewahre es in einer Flasche auf, indem du dich den Füßen des höchsten Gurus näherst, Mächtiger. Gib es Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu hundert zu, schmelze genau und blase das Feuer an. Der Gehalt bleibt bei acht; seine Beschaffenheit gleicht reinem Gold.

1834. Füge diesem goldähnlichen Metall einen Teil Gold auf zehn Teile hinzu. Schlage ein festes Blech und gib ein Putam: Reines Gold ist entstanden. Die Welt preist dieses treffliche Gold. Sage, wird es Geizigen zuteil? Verneige dich gut vor den befreundeten Siddhas, Weisen und Rishis, mein Sohn, und empfange ihre Verwandlungskunst.

1835. Um sie zu empfangen, halte das Wort des Gurus im Herzen und warte an seiner Tür. Werde ein unermüdlicher Diener seiner Arbeit, bleibe unterstützend in seiner Nähe und erfülle seine Aufträge. Verehre seine Füße, sei demütig und aufmerksam im Lernen. Stehe erwartungsvoll vor ihm; gut ist es, jede Arbeit ohne Ermüdung auszuführen.

1836. Warte beständig und gut bis zum letzten Tag. Gehe auch zu seiner Samadhi-Stätte und verrichte dort viele heilige Dienste. Widersprich seinem gesprochenen Wort nicht; bleibe fest und still wie eine Truhe [Vergleich unsicher]. Nimm Konrai-Blüten, verehre ihn und stehe preisend im Shiva-Zustand.

1837. Bringe vielfach Verehrung mit gefalteten Händen dar, ohne sein Herz jemals zu verletzen. Verhalte dich aufrichtig so, dass er dir geneigt wird, und lerne alle Künste. Gib dem Todesherrn keinen Raum. Verehre täglich aufmerksam die Siddhas und verneige dich stets tief vor den Rishis, um die Verwandlungskunst zu empfangen.

1838. Was nützt es, täglich Verwandlungsverfahren zu erhalten und anzuhäufen? Koti alchemistische Künste wurden besungen. Manche sagen, sie seien im Rausch gesungen worden. Doch groß ist die Herrlichkeit der Koti Rishis auf Erden. Ohne die Schriften zu durchdringen, verlieren Menschen Ordnung, Verstand und Verständnis der Verse. Sie verlassen den Weg, verfehlen das Verfahren, verbrennen alles nutzlos und gehen unzählig zugrunde.

1839. Viele führen Verwandlungsverfahren aus, ohne deren feinen Weg zu erkennen, mein Sohn. Die Zahl derer, die in Wäldern Kräuter suchten und verdarben, ist unermesslich. Sie versuchen, was ihnen gerade einfällt, und behaupten dann, die entscheidenden Stoffe seien verborgen worden. In Gruppen versammeln sie sich und spotten – störrische Ochsen, nennt sie der Text.

Verfehlte Praxis, Dharma und innere Schau

1840. Werden solche ochsengleichen Menschen die verborgenen Handgriffe der großen Siddhas erkennen? Sie verlieren Koti über Koti Vermögen, verlassen ihr Zuhause und büßen sämtliche Güter ein. Als heimatlose Wanderer sitzen sie auf fremden Veranden. Mit lautstarken Behauptungen, sie könnten ihren Körper verlassen und in einen anderen springen, bestreiten sie ihren Lebensunterhalt.

1841. Ohne Grundlage für den Lebensunterhalt taumeln sie verwirrt und ruiniert umher. Es ist wie die Geschichte von dem Mann, der die Ziege auf den Schultern trägt und fragt: ‚Wo ist die Ziege?‘ Ohne die wesentliche Grundlage der süßen Lehrschriften zu erkennen, irren Koti über Koti Menschen gescheitert umher. Viele bekommen Wunden am Leib, verfallen körperlich und stürzen nieder.

1842. Sie bereiten viele Arten von Mitteln, mein Sohn, denken aber nicht an die Siddhas. Sie fertigen Mittel aus zahlreichen Lehrschriften, preisen aber nicht die Siddhas dieser Bücher. Sie arbeiten nach vielen Texten, ohne währenddessen die Siddhas zu ehren. Sie folgen den verschiedensten Verfahren und denken doch nicht an die Füße ihres jeweiligen Gurus.

1843. Durch diese Missachtung des Gurus, an den sie nicht denken, soll sie auf Erden ein Fluch treffen. Ihre Mittel wirken nicht, sie verlieren die Richtung, taumeln und bleiben ratlos stehen. Das Leiden wächst wie die Folge ihrer Taten, und sie gehen jämmerlich zugrunde. Sie verlassen ihr Haus, verlieren Vermögen, Vieh und schließlich auch ihre Frau – so deutet der Text es als Wirkung des Fluches.

1844. Ein solcher Fluch kann eintreten, mein Sohn. Verehre deshalb die Siddhas beständig, halte den Zorn in dir zurück und lebe in der Welt wie ein König. Sünde abzulegen und als edler Mensch auf Erden zu leben, ist Dharma. Wer mit Dharma wie hundert Koti Sonnen auf Erden lebt, ist ein Siddha.

1845. Die Menschen werden dich als Siddha preisen, und auch du wirst in der Welt wie ich. Bleibe ein Verehrer und wende dich dem Höchsten stets liebevoll zu. Preise täglich die Füße des Gurus und übe Yoga durch lange Weltzeiten. Dann erkennst du den Weg zur Befreiung. Betrachte mit Ausdauer viele Bücher.

1846. Beim Betrachten werden die Inhalte des reinen Bewusstseins sichtbar, ebenso die jeweiligen Wege. Die Nähe des strahlenden Lichtes erscheint, mein Sohn, und die feinsten Geheimnisse werden erkennbar. Sämtliche Grundlagen und Werkzeuge zeigen sich den Augen als Licht. In der Sammlung lässt sich der achtgliedrige Yoga erkennen. Wende dich in der Welt dem sechssilbigen Mantra zu.

1847. Dann erscheinen die sechs inneren Stätten; jenseits des Raumes lassen sich die drei Leeren schauen. Das Licht des Cira-Mayam wird sichtbar [Bezeichnung beschädigt] und erscheint beim Betrachten als Öffnung oder in der Ferne [Lesung unklar]. Mit der Zunge ist ein Zittern an der inneren Wurzel wahrzunehmen; dadurch scheint der Körper nach unten zu sinken. Das Muladhara erscheint schwankend wie eine Luftspiegelung, mein Sohn.

1848. Im Si erhebt sich Ma, im zusammengefassten Ma erhebt sich Va. In Ya überwiegt Va, und in Va überwiegt La. In La erhebt sich Ra, bei ihrer Verbindung in Ra die Zha-Silbe; in Zha erhebt sich Na. Ist es nicht leicht? Für den Shiva-Yogi ist es leicht.

Anmerkung: Die ungewöhnliche Silbenfolge wird unverändert übertragen. Zha bezeichnet den tamilischen Laut ழ; die letzte Silbe steht im Original mit ன.

1849. Betrachte einen weiteren einfachen Weg. Nimm hochwirksames Vedi-Uppu aus der vierten Kochung, einen Teil Cetu [Stoffwort unsicher], dazu Puli und Karam. Pulverisiere zwei Ser des als Talai-Andam oder Per-Andam bezeichneten Stoffes, Edler. Lege das Pulver unten in einen geräumigen Topf und setze das Vedi-Uppu in die Mitte.

1850. Schütte auch oben dieses Pulver darüber, verschließe ordentlich und versiegle. Trockne in der Sonne und erhitze im Sandbad. Nach vier Samam Erhitzen bleibt das flüchtige Salz fest gebunden. Öffne den Topf und sieh: Ohne Fehlgehen ist die gebundene Masse zusammengeschmolzen.

Gebundene Salze und Cukkan-Cunnam

1851. Gib dich damit nicht zufrieden, Tugendhafter. Das flüchtige Vedi-Uppu ist außerordentlich wirksam. Mit dem genannten Per-Andam lässt sich auch Mati-Uppu beständig binden. Durch dieses mächtige Salz könne man alle Fähigkeiten und Koti Künste ausüben. Es eigne sich für Herrschende und sei ein Salz, mit dem Könige auf Erden siegen.

1852. Dieses Salz besitzt große Kraft und ist den Alchemisten der Welt willkommen. Es wuchs im ursprünglichen Wasser und wurde daraus als Vedi-Uppu geboren. Es entfernt den Belag und die Ausschwitzung des Kupfers und ist ein ausgezeichnetes Salz. Nichts anderes kommt ihm gleich. Edler, höre, wie es zur Wirkung gebracht wird.

1853. Wenn das Salz fest gebunden ist, nimm es, mein Sohn. Wiege je ein Palam Nagam, Sutam, Viram und reines Caram ab. Vereinige Nagam und Rasam, schmelze gründlich und gieße beziehungsweise schrecke ab [Flüssigkeit hier nicht genannt].

1854. Vereinige anschließend sämtliche Stoffe und zerreibe sie vier Samam lang. Durch Karam und Caram werden sie ‚getötet‘ und zu Jaya-Nir. Behandle das Mati-Uppu damit gesammelt durch Benetzen und Eindampfen; es wird gebunden. Höre nun den Überzug für das Salz: Er enthält das als Anna-Peti bezeichnete Material.

1855. Nimm dieses Peti und das Valaiyal genannte Salz in genau gleichem Gewicht. Alchemist, zerreibe mit dem sechsteiligen Jaya-Nir acht Samam [Zeile beschädigt]. Wie könnte ich das leuchtende Wachs beschreiben! Umhülle das Salz sorgfältig damit. Schabe anschließend Büffelhorn zu Pulver, mein Sohn, und höre weiter.

1856. Zerreibe das Hornpulver mit dem sechsteiligen Jaya-Nir vier Samam lang. Fertige daraus einen gleichmäßigen Überzug, trockne in der Sonne und versiegle, Edler. Fülle einen Topf fehlerfrei mit Sand und setze die Masse in die Mitte. Schütte auch oben Sand darüber, decke mit einem Topf zu und versiegle ordentlich.

1857. Trockne die Versiegelung in der Sonne und stelle die Sandbad-Anordnung auf den Herd. Erhitze vom Morgen an vier Samam. Lass danach das Feuer erkalten und nimm die Masse am Abend des folgenden Tages heraus. Wie könnte ich den großen Glanz des Centuram beschreiben! Vollziehe Verehrung und Speiseopfer für Valai und nimm es ehrerbietig heraus.

1858. Bereite das Centuram fertig, mein Sohn, und gib es Silber im Verhältnis eins zu zehn zu. Der Gehalt wird acht und zeigt sich beständig gut bei der Prüfung [Vani-Bezug unsicher]. Schlage Blech und gib ein Putam. Wer könnte dieses makellose reine Gold beschreiben? Es lässt sich im Laden eintauschen und zum Lebensunterhalt verwenden; es eignet sich für einen Haushälter.

1859. Diese Kunst ist den Menschen der Erde nicht ohne Weiteres zugänglich, mein Sohn. Kommt aber jemand mit der rechten Bestimmung, so fällt sie ihm zu. Was nützt das Lesen vieler Schriften und das Prüfen zahlreicher Buchverfahren? Wenn der eine höchste Guru gegenwärtig ist, wird sie den Verdienstvollen zuteil, Edler.

1860. Tugendhafter, höre ein weiteres Verfahren der ruhmreichen Siddhas. Nimm einen Ser Cukkan-Stein und behandle ihn mit dem sechsteiligen Jaya-Nir acht Samam durch Benetzen und Eindampfen. Nimm das Kraut Kannans [genauer Pflanzenname nicht angegeben], bette den Stein darin ein und bilde eine Hülle.

1861. Bringe sieben Versiegelungsschichten an und trockne gut in der Sonne. Gib ein ordentliches Gaja-Putam, mein Sohn: Es wird Cunnam. Nimm das Cunnam und füge es geschmolzenem Sonnenmetall im Verhältnis eins zu zehn hinzu. Das Kupfer verliert seine Ausschwitzung.

1862. Gib dich damit nicht zufrieden, Tugendhafter. Das glänzende Kupfer hat seine Ausschwitzung und seinen störenden Belag weitgehend verloren und zeigt eine beständige schöne Farbe. Nimm je einen Teil dieses Kupfers und gutes Gold. Vereinige die beiden Stoffgestalten: Es entsteht eine hervorragende Goldfarbe.

1863. Dieses Gold besitzt den Gehalt und ist gegenüber Putam beständig. Das erhabene Gold zeigt einen starken grünlichen Ton; so vollziehen die Siddhas die Verwandlung. Erkennt ein sachkundiger Praktiker dies, macht er Cukkan sogleich zu Cunnam und ‚tötet‘ damit alle geeigneten Stoffe. Er wird im Land zum Guru der Alchemisten.

Lehrpflichten und eine magische Speisegabe

1864. Ich werde den Alchemisten, die Gurus geworden sind, den Weg und den Samadhi-Stätten ihre feste Grundlage erklären. Ich nenne die Kennzeichen des reifen Punīru und die Nahrung für die Heilkunde. Er wird die Wirkungsweisen der Pflanzen und die Sicherheit der Kayakalpa-Verfahren erklären, ebenso feindliche und befreundete Stoffe und die Grundlage der augenblicklichen Kunst.

Anmerkung: Der Vers wechselt von ‚ich werde erklären‘ zu ‚er wird erklären‘. Dieser Wechsel bleibt erhalten.

1865. Damit die Schüler leben können, wird er die feinsten Geheimnisse einzeln erklären. Höre ein weiteres siegreiches, außergewöhnliches Verfahren. Ich nenne eine Eingabe, mein Sohn, für den geeigneten Schüler: Nimm ein gutes Cevvattai-Tier, einen roten Punagam und das Kuliyanai-Insekt.

1866. Hinzu kommen das Tampalam-Insekt, die Galle eines Chamäleons, die Galle des Karunkuruvi und des Kauri-Vogels sowie Kalal-Ventu [Stoffname unsicher]. Vereinige sie mit Punuku, Paccai-Puram, Kasturi, Gorochana und klarem alkalischem Cunnam.

1867. Zerreibe mit Karam, Honig und deiner eigenen Grundsubstanz [Karu bleibt unbestimmt] und bewahre die Mischung in einem kleinen Behälter auf. Forme eine Kulikai. Gib sie mit wohlschmeckender Speise der sechs Geschmacksrichtungen oder mit Backwerk, mein Sohn. Der Text erklärt dies als Mittel, damit der Empfänger dir stets liebevoll zugetan bleibe.

Anmerkung: Die Passage beschreibt eine historische magische Beeinflussungsabsicht durch eine Speisegabe; sie ist keine Empfehlung zur Verabreichung an andere Menschen.

Bogars Beschreibung des großen goldenen Wagens

1868. Betrachte diese wunderbare Kunst, mein Sohn. Damit die Siddhas, Weisen und Rishis auf Erden mir wohlgesinnt seien, mich liebevoll beschützten und ich die Himmelswelt sehen könne, baute ich einen großen Wagen. Ich, Bogar, werde nun genau erklären, wie dieser goldene Wagen hergestellt wurde.

1869. Er hat sechzehn Räder und acht Achsen. Links misst er hundert Gajam, rechts ebenfalls hundert Gajam. Vier Räder gehören zur Längsrichtung, vier zur Querrichtung und acht zur Mitte. Unten befinden sich rollende Achsen.

1870. Zu den Achsen kommen acht Tragholme, zweiunddreißig paarige Rahmenteile, vierundsechzig lange Rahmen und sechzehn innere Querrahmen. Der obere Kreis hat hundertachtundzwanzig [Teile], die weiteren Verbindungsteile zweihundertsechsundfünfzig [Bauteilwort beschädigt]. Füge sie der Reihe nach ineinander und befestige sie kräftig mit zahlreichen Stiften oder Nägeln.

1871. Befestige an den Rädern die Rollen mit je zwei Stäben ohne Abweichung durch Stifte. Führe die ringförmigen Stäbe des Aufbaus quer und längs bis zur zusammenlaufenden Spitze [Verbindung beschädigt]. Bringe an der Mittelrolle zahlreiche Kettenglieder bis zu den Enden der Räder an. Befestige am vorderen Ende den Steuerstab, den Mittelstab und den Außenring fest.

1872. Verbinde die Achsstange mit dem Unterbau und richte den Kreis in der Mitte aus. Bringe die Rahmen reihenweise an. Befestige fünf Rollen sorgfältig am Drehstift und Mittelstift. Der Wagenunterbau erhält einen verflochtenen Rahmen. Die oberen Nägel stützen die verbundene Plankenlage; gestalte ringsum ein scherenartiges Gitter.

1873. Bringe viele Glocken am Scherengitter an und verbinde den Unterbau fest mit Planken. Gestalte ihn wie eine Schaukel und ziehe die Mayuru-Verbindungsschraube fest [Bauteilwort unsicher]. Setze eine innere Rolle in die Achse und befestige den inneren Ring mit einem Achsstift. Sorge dafür, dass sich die Räder drehen. So richtete ich die lange Konstruktion kunstvoll ein.

1874. Der Unterbau ist damit verankert. Nun erkläre ich den oberen Sitzaufbau. Es gibt hundert aufrechte Rahmenpfosten, zehn Querrahmen und zehn Längsrahmen. Die Stützen zählen zweiunddreißig, die mittleren Stäbe sechzehn. Die fortlaufenden inneren Stäbe bilden den Kreis [Schlusswort unklar].

1875. Der Rahmen misst zehn Gajam Länge. Darüber liegt ein zwei Gajam langer Tragbalken. Oben befinden sich zweihundert Öffnungen. Stecke die Stäbe in diese Öffnungen und befestige sie oben kräftig mit Nägeln oder Stiften. Führe sie bis zum langen unteren Ende durch, richte den kurzen Rahmen an der Unterseite aus und setze die Tragstützen fest auf den Boden.

Aufbau des Wagens und die erzählte Himmelsfahrt

1876. Befestige die Teile geordnet an allen vier Seiten und verbinde einen Rahmen mit den gesamten Stützen. Setze in die Mitte eine verschraubte Tragauflage und forme ringsum einen schönen Ring. Der Mechanismus besitzt sechzehn Rahmen, der drehende Teil zweiunddreißig. Ich richtete ihn sorgfältig wie eine lange Schaukel ein. Höre weiter.

1877. Der obere viereckige Aufbau misst im Umfang zehn; die kräftigen Quer- und Längsrahmen ebenfalls zehn [Einheiten fehlen]. Der obere Spitzenkreis misst fünf, der gewundene mittlere Spitzenkreis vier. Darüber folgen Kreise von drei und zwei, in der Rahmenmitte schließlich einer. Die lebhaft emporragende Spitze läuft sehr scharf zu.

1878. Bringe den feinen Mechanismus am großen Wagen an und richte ihn mit den fünf Rollen sorgfältig aus. Verbinde die Kettenglieder miteinander, ziehe sie fest und befestige sie am Rahmen. Bringe alles am großen Mittelstift an und bestreiche es reichlich mit der mächtigen Magnetessenz.

Anmerkung: Der Vers ist gegenüber den umgebenden Strophen verkürzt überliefert; ein Teil der Verbindungssätze ist beschädigt.

1879. Bestreiche alle Eisenteile des Wagens mit der ausgezeichneten Magnetessenz. Der obere steuernde Stift ist ein Magnetstift, der untere besteht aus Eisen. Alle Planken sind mit der Essenz versehen. Wenn das kräftige Eisen mit dem Magneten verbunden wird, soll der Wagen durch die Essenz des Nadelmagnetsteins hoch emporfliegen.

1880. An den aufrechten Stützen der vier Seiten befinden sich Yali- und Löwenfiguren. Auch Pferde sind angebracht. Die langen Füße bestehen aus Eisen, die feineren Teile aus Magnetstein [Bauteilwort beschädigt]. Es gibt zweiunddreißig ausgezeichnete Sitze. Auf diesen Sitzbrettern nehmen Gurus, Siddhas und Weise Platz.

Anmerkung: Die OCR-Datei liest 1860; die laufende Folge ergibt 1880. Die Versnummer 1880 ist im PDF auf Seite 246 bestätigt.

1881. Ich ließ neun Koti Rishis und alle Menschen des großen Cina in den einzigartigen kunstvollen Wagen steigen. Ich brachte sie zum mächtigen Himalaya, hinauf zu seinen schneebedeckten Höhen, und ließ sie zuvor ungesehene Erscheinungen schauen. Sie hörten die Klänge von Musikinstrumenten und erblickten den Tempel sowie die herrliche Gegenwart Vadivelars.

1882. Sie sahen Vadivelar, seine Heere und alle Gefolgsleute. Die Siddhas, Weisen und Rishis wurden mir liebevoll und gnädig gesinnt und verliehen mir gute Gaben, mein Sohn. Ich steuerte den Götterwagen geordnet, fuhr um die Berghänge und setzte sie sorgfältig wieder in Cina ab.

Anmerkung: Die OCR-Datei trägt 1862; diese Strophe gehört in der Folge zu 1882. Die Versnummer 1882 ist im PDF auf Seite 247 bestätigt.

1883. Nach dem Absetzen waren die Siddhas, Weisen und Rishis mir freundlich zugetan und vermittelten mir sämtliche erhabenen Unterweisungen. Als die klaren hellhäutigen Menschen Cinas den geheimnisvollen Wagen der Siddhas drei Katam weit fliegen sahen, staunten sie und wurden überwältigt.

1884. Sie waren überwältigt und fassten Verlangen nach mir. Alle Frauen des Landes wurden von Liebe ergriffen; die kraftvollen Frauen Cinas waren von mir bezaubert. Ich sprach freundlich und gute Worte und untersuchte die ganze Fülle des Landes. Sie blieben dort in Cina voller Zuneigung [letzte Namens- oder Anredeverbindung unklar].

1885. In der zum Vollmond führenden Monatshälfte setzte ich den schönen Götterwagen in Bewegung. Ich umrundete die sieben Meere und sah alle Wunder der acht Richtungen. Dann setzte ich den Wagen in einem Wald ab. Nachdem die anderen in ihre Einsiedelei gegangen waren [Lesung Acirmam], kehrte ich selbst mit der Kulikai nach Cina zurück.

1886. Ich kam zurück und vermittelte durch Kaalangis Gnade alle diese überlieferten Künste, damit die Schüler leben könnten. Damit mein Name auf Erden fortbestehe, solange die Zeit besteht, lehrte ich sie den Menschen der Welt. Ich, Bogar, zeigte ihnen Koti Arten früherer Künste ausdrücklich.

Anmerkung: Die OCR-Datei nummeriert diese Strophe als 1866 statt 1886. Die Versnummer 1886 ist im PDF auf Seite 247 bestätigt.

1887. Wenn Bogar etwas als Kunst erklärt, ist es nicht falsch, mein Sohn; es ist nicht bloß die Kunstrede der anderen Siddhas. Weise und Siddhas sprechen unter Fluchandrohungen, ich aber erkläre den außergewöhnlichen Weg unmittelbar. Voller Sehnsucht verehrte ich Kaalangi und legte alle Verfahren dar. Wer ein geschützter, kundiger Praktiker wird, dem fällt es zu, Schöner und Verdienstvoller.

Nagam-Centuram und ein Ölverfahren

1888. Verdienstvoller, höre ein weiteres Verfahren. Ich erkläre Nagam-Centuram. Nimm ein Palam Nagam, je einen Viertel-Palam Kupfer, Eisen, Vangam und Gold sowie zwei Palam Rasam.

1889. Hinzu kommen zwei Palam Kenti, je ein Viertel-Palam Kanakam und Manocilai sowie je zwei Varakan Viram, Valaiyal-Uppu und Punīru. Vereinige alle Stoffe und zerreibe sie sorgfältig im vertieften Mahlstein.

1890. Zerreibe acht Samam lang mit Kaiyan-Saft, mein Sohn, bis die Masse wie Butter ist. Trockne sie ausgiebig in der Sonne. Pulverisiere sie nach dem Trocknen, fülle sie sorgfältig in eine gute Kasi-Flasche und verschließe mit einem Marakkal-Verschluss.

1891. Versiegle kräftig und trockne zuverlässig in der Sonne. Fülle einen Topf mit Sand und setze die Flasche aufmerksam in die Mitte. Schütte auch über die Flasche Sand, stülpe einen Topf darüber und versiegle gut. Richte die Anordnung sachgemäß im Sandbad ein.

1892. Erhitze mit Lotosfeuer acht Samam lang, mein Sohn. Nimm die Masse nach dem Erkalten ehrerbietig heraus: Wer könnte dieses Centuram beschreiben! Bereite es fertig. Diese große Verwandlung ist Koti über Koti wert. Schmelze Kupfer und gib einen Teil des Centuram auf vier Teile Metall hinzu.

1893. Durch die Zugabe geht beim Kupfer etwas zurück [erste Wirkung beschädigt]; die Ausschwitzung wird beseitigt. Blase das Feuer in der Kohleschale an, sodass das kräftige Kupfer sehr fein wird. Verbinde das Kupfer mit vier Teilen Mondmetall, schmelze gründlich und nimm es heraus. Der Gehalt wird sieben. Sieh den grünlichen Ton des so beschriebenen Goldes.

1894. Es ist zu dem als Gold bezeichneten Metall geworden. Füge einen Teil gutes Gold auf fünf Teile hinzu, schmelze und nimm es heraus. Schlage Blech und gib ein Putam in feinem Pum-Kavi, mein Sohn. Die Putam-Behandlung macht es grünlich. Dies ist die Verwandlung der Siddhas und das außergewöhnliche Verfahren der Nathas.

1895. Der Text nennt ein Kunri dieses Centuram mit Butter als Begleitmittel. Über ein Mandala eingenommen solle es den starken Körper zu einer Steinsäule machen. Durch die Gnade des höchsten Gurus werde der Körper golden und könne Koti Zeiträume in der Welt bestehen. Durch Kaalangis Gnade habe ich, Bogar Rishi, dies besungen. Betrachte sein Wesen.

1896. Höre ein weiteres Verfahren. Nimm vier Palam Caram, fünf Palam Kenti, zwei Palam Venkaram, zwei Palam Puram und ein Palam Viram. Vereinige alle Stoffe und zerreibe zehn Samam lang zu einer salbenartigen Masse.

1897. Zerreibe die zehn Samam mit dem Atutinnappalai-Kraut. Es ist das Kraut der vollendeten Siddhas; kundige Menschen in der Welt kennen es. Trockne die Masse im reinen Schatten und verschließe sie zuverlässig in einer Flasche. Versiegle die Flasche und gewinne das Öl unter Erde.

1898. Bereite das gewonnene Öl fertig, mein Sohn. Nimm einen Varakan Gold entsprechend dem Gehalt sechs und schlage es zu Blech. Bestreiche es mit einem Kunri des geeigneten Öls. Irre nicht bekümmert umher; gib ein Putam und prüfe den Gehalt des schönen Goldes.

1899. Das verwandelte Gold ist grünliches reines Gold, die Verwandlung der großen Nathas. Das wirksame Öl ist stark alkalisch; kann selbst scharfes Jaya-Nir ihm gleichkommen? Es ist ein Verfahren der Siddhas und Weisen, damit der erdhafte Blasebalg des Körpers weiterlebt. Wir haben diesen Weg den übrigen Menschen offen erklärt. Darin liegt Freigebigkeit.

1900. Höre ein weiteres wirksames Verfahren, die außergewöhnliche Kunst der Nathas. Ich erkläre es wahrheitsgemäß, mein Sohn: Nimm je einen Viertel-Palam Kalluppu, Mati-Uppu, Turucu und Caram. Nochmals wird ein Viertel-Palam gutes Caram hinzugefügt.

Anmerkung: Caram steht in den letzten beiden Versgliedern zweimal. Die Wiederholung wird nicht durch einen vermuteten anderen Stoff ersetzt.

Weitere Wachs- und Kalangu-Verfahren

1901. Füge je einen Viertel-Palam Lingam, Punīru, Cinam und Tuttam hinzu. Zerreibe mit dem alkalischen Jaya-Nir zehn Samam lang. Schlage Gold entsprechend dem Prüfgehalt sechs zu einem gleichmäßigen Blech.

1902. Nimm das dünne Goldblech, mein Sohn, und bestreiche es sorgfältig mit dem Wachs. Lege es danach ordentlich in feines Pum-Kavi. Das Kupfer wird gebunden, und es entsteht gutes Gold. Wer könnte die Veränderung seines Gehalts beschreiben? Nichts lässt sich diesem reinen Gold gleichsetzen.

1903. Welche Zunge, welcher Ausdruck könnte dies erklären? Was nützt es, die Shruti und andere Schriften nur zu untersuchen und zu lesen? Kann irgendjemand auf Erden die verborgenen Handgriffe der Siddhas erkennen? Ich pries Kaalangi Nathars Füße und verneigte mich täglich und beständig. Damit die guten Menschen leben können, legte ich, Bogar Rishi, dieses Wissen dar.

1904. Den von Bogar Rishi verkündeten Weg wird ein kundiger Praktiker im Land erkennen. Höre ein weiteres Verfahren: Nimm je ein Palam weißes Vangam und Pashanam sowie je einen Viertel-Palam feines Eisenpulver und Rasam. Zerreibe behutsam vier Samam lang.

1905. Nach vier Samam Zerreiben wird die Masse wie gutes Wachs. Zerreibe sie weitere zwei Samam mit Honig zu einer tuscheartigen Paste. Dann folgen vier Samam mit Kuh-Ghee und Milch. Röste Venkaram und füge es hinzu. Rühre mit einer geeigneten Kelle und gib alles unmittelbar in einen Vajra-Tiegel.

1906. Versiegle kräftig und trockne in der Sonne. Schmelze die Masse im Tiegel und zerbrich den entstandenen beständigen Kalangu zur Prüfung. Wie könnte ich diesen Kalangu beschreiben! Dies ist der außergewöhnliche Weg der Nathas. Nimm den Kalangu und gib ihn Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn zu.

1907. Gib einen Teil der wirksamen Grundsubstanz auf zehn Gewichtsteile Metall und blase das Feuer sachgerecht an. Die neue Verunreinigung verschwindet, und das Silber zeigt einen veränderten Gehalt. Es hat einen starken grünlichen Ton. Füge einen Teil Gold auf vier Teile dieses Metalls hinzu, schlage sauber Blech und gib ein Putam.

1908. Durch das Putam wird das Metall grünlich. Höre einen weiteren Weg: Nimm ein Palam dunkles Vangam und die gleiche Menge beständiges Talakam. Zerreibe mit Muttermilch, umhülle das Vangam zuverlässig damit und versiegle kräftig mit Ton. Gib sorgfältig ein Gaja-Putam.

1909. Nimm es nach dem Erkalten heraus. Wie könnte ich den kräftigen Kalangu beschreiben! Gib ihn Sonnenmetall im Verhältnis eins zu zehn zu, mein Sohn, schmelze und blase das Feuer an. Das Kupfer wird fest gebunden. Bereite dieses Kupfer fertig und gib es Silber im Verhältnis eins zu vier zu.

1910. Schlage die vereinigte Masse zu Blech und gib ein Putam. Oho, wer könnte diesen grünlichen Ton beschreiben! In den Schriften, welche die auf hohen Bergen lebenden Siddhas sorgfältig erforschten, untersuchte ich alle verborgenen Handgriffe. Dieses Verfahren wählte ich daraus aus. Ich, Bogar Rishi, besang es gewissenhaft, damit die vielen Schüler leben können.

Idaikkadars Unterweisung und Bogars Zaubervorführungen

1911. Diese Kunst ist außergewöhnlich. Aus Mitgefühl, damit die Schüler leben können, ging ich in den großen Wald und untersuchte ein bestimmtes Kraut. Ich fragte die Hirten nach dem Ort und fand Idaikkadars Samadhi-Stätte. Ich ging dorthin und sah ihn ehrerbietig.

1912. Sobald der Siddha mich sah, fragte er: ‚Wer bist du, mein Sohn?‘ Ich kniete nieder, berührte verehrend seine Füße und sagte: ‚Ich bin der Schüler des großen Herrn Kaalangi.‘ Er stellte mir Fragen, und ich gab klare Antworten. Ich verneigte mich tief vor ihm und fragte nach Vedanta und Siddhanta.

1913. Als ich fragte, wurde er mir gnädig und unterwies mich in ruhmreicher Weise. Der Siddha dachte nicht daran, etwas zu verweigern, sondern lehrte bereitwillig Koti Wege. Ich betrachtete und untersuchte sie gründlich und bat ihn freundlich um die wesentliche Grundlage. Er erklärte sie mir genau, mein Sohn. Darauf ging ich in den Wald.

1914. Ich fand den Wald mit den Kräutern, durchstreifte ihn und sammelte sie, mein Sohn: ein Matimayakka-Kraut, ein kräftiges Tikaippuntu und den Samen, der auf den schwer zugänglichen Baum hinaufsteigt, nämlich den Alunci-Samen. Nimm die zugehörige Frucht, entferne die Schale und gewinne Grubenöl daraus [Verbindung der Zutaten verkürzt].

1915. Bereite das Öl fertig und verschließe es gut in einer Flasche. Irre nicht bekümmert umher, Schüler. Dies ist eine schöne Zauberkunst. Verbinde dich nicht träge mit Übeltätern. Suche dir einen unterstützenden Schüler und führe die Zauberkunst geordnet aus. Auf Erden wirst du wie ein Siddha erscheinen.

1916. Dieses Öl soll den Blick täuschen; es bildet die Grundlage der Vorführung. Fertige aus Büffelhaut eine Trommel oder einen trommelartigen Behälter, mein Sohn. Bringe an beiden Seiten Gurte an und spanne die langen Lederriemen fest. Ziehe am oberen Ende zweiunddreißig Knoten sorgfältig zusammen.

1917. Bringe ein Steuerseil an und richte viele Vorrichtungen ein. Spanne quer einen Vorhang und befestige eine Stange. Lass die versammelten Menschen auf einer Seite stehen. Ich stellte einen Ziegenbock gerade auf und schlug ihn mit einem Messer. Alle Menschen Cinas sahen genau hin und staunten.

1918. Während sie staunend dastanden, nahm ich den großen Ziegenbock und schloss ihn fest in den trommelartigen Behälter, mein Sohn. Dann rief ich den darin befindlichen Bock vor den Menschen heraus. Die Zuschauer zitterten vor Staunen. Ich rief kräftig nach ihm; als sie ihn plötzlich sahen, wichen sie erschrocken zurück.

1919. Während sie zurückwichen, verbarg ich den zuvor verendeten Ziegenbock. Ich verschloss ihn in dem Versteck des trommelartigen Behälters, hinter dem Vorhang und den Blicken entzogen. Als der andere Bock dort herumsprang, staunten die Menschen heftig und standen wie erstarrte Bäume. Herrscher, dies ist die Modi genannte Täuschungskunst.

1920. Bei dieser Modi-Vorführung benutzte ich das zuvor bereitete wirksame Öl [Anwendungswort beschädigt]. Ich ging rasch ein Stück fort, nahm eine Verkleidung wie eine Kuratti-Frau an und trug unbemerkt die Zauberpaste auf. Ich schloss die Gestalt in eine lange Kiste ein. Alle Menschen sahen zu.

Anmerkung: Die Erzählung beschreibt einen Bühnen- oder Zaubertrick. Wer in diesem Satz die Frauenrolle übernimmt und wer die Kiste schließt, ist grammatisch nicht durchgehend eindeutig.

1921. Vor den Augen der Zuschauer verschloss ich die Kiste und führte die Einschließung vor dem weltbeherrschenden König aus. Mit einem Dolch hantierte ich kräftig nach oben und zum Boden hin [Bewegungsbeschreibung beschädigt]. Neben der Kiste stehend stieß ich an acht Seiten um die Frau herum hinein. Die Menschen der Welt waren überwältigt.

1922. Während sie benommen dastanden, nahm ich die verbergende schwarze Paste und strich sie auf meine Stirn. Alle staunten und erschraken. Ich ging im Verborgenen beiseite; dann traten die Kuratti-Frau und ich offen vor die Menschen. Ich führte dies so vor, dass die königlichen Herren mich priesen.

1923. Unzähligen Menschen führte ich Modi-Künste und großartige Zauberei vor. Unzähligen zeigte ich Bhedana, Becherkunst, Cowrie-Kunst und Cetal-Katti-Vorführungen [genaue Trickbezeichnung unklar]. Mit grünen Blättern führte ich ebenfalls Künste vor vielen Menschen aus. Koti Verfahren prüfte ich. Sieh diese außergewöhnliche Fülle!

1924. Ich erforschte diese Zauberkunst. Viele Menschen in Cina waren mir wegen der vorgeführten Fähigkeiten freundlich und segneten mich. Ich verstand die Verfahren und unterwies sie darin; ich lehrte sie die schönen Künste. Dann verließ ich Cina und nahm meine Kulikai mit, Edler.

1925. Ich trug die Kulikai und hatte Koti Künste gesehen. Die Zuschauer gerieten in großes Staunen, und ich erklärte die Grundlagen ihrer Ausführung auf Erden. Teile das Ausgesprochene nicht beliebig jedem mit. Empfange die Gnade der Mutter des Vedanta, gewinne den Namen eines Dieners und lebe beständig wie ein Siddha in der alten Welt.

Das große Schiff mit sieben Ebenen

1926. Höre ein weiteres Verfahren zum Leben. Die Nathas der Welt führen es nicht aus; Karuvurar jedoch vollbrachte vieles. Es ist eine beständige und außergewöhnliche Kunst. Ich sah auch den Ort, an dem Kannan ruht, sowie die Spuren der weisen Siddhas und Rishis. Mitten im goldenen Meer baute ich ein großes Schiff.

1927. Ich fertigte ein Schiff aus Mara-Holz mit tausend Verbindungen oder Bauteilgruppen. Dieses kunstvoll eingerichtete Holzfahrzeug sollte die Menschen Cinas zum Staunen bringen. Seine Länge beträgt achthundert Gajam, seine Breite hundert Gajam. Ich werde erklären, wie ich den rechteckigen Grundriss festlegte und das Werk ohne Fehler vollendete.

1928. Fertige den Rahmen aus Planken und verbinde ihn sorgfältig mit gebogenen Nägeln oder Stiften. Nimm mit einem Seil die Längenmaße und füge die Teile geordnet in Längsrichtung zusammen. Baue den unteren Boden mit Stützen und ziehe die wesentlichen Befestigungen fest. Bringe die Querbalken quer zum Maß an und verbinde sie mit den großen Stützen.

1929. So entsteht ein trogartiger Unterbau. Errichte sieben große Ebenen. Gestalte die langen Stützen wie feste Säulen einer Halle [Zahl- oder Raumwort beschädigt]. Die Höhe beträgt hundert Gajam, darin liegen die sieben Ebenen. Ich legte auf der ersten Ebene Planken aus, schloss sie oben und schuf Durchgänge.

1930. Unterhalb der sieben Ebenen liegen vierundsechzig Räume, mein Sohn. Es gibt zahlreiche geordnete Fenster oder Öffnungen. Richte Süd- und Nordseite sowie West- und Ostseite ein und schließe den kräftigen festungsartigen Aufbau ein. Schaffe einen Eingang mit einer Stufe oder Plattform [Wort unsicher]. An beiden Enden befindet sich ein Steuer.

1931. Über der ersten Ebene liegt das zweite gedeckte Stockwerk, mein Sohn. Errichte Wände aus Planken und Türen an allen vier Seiten. Lege die Rahmen darüber und befestige sie kräftig mit Stiften. Baue oben einen kleinen Speicherraum und setze den großen Steuerstift ein.

1932. Verbinde den unteren und oberen Stift sachgerecht zu einem feinen Mechanismus. Decke das dritte Stockwerk ordentlich mit Planken ab. Setze ringsum Fenster ein. An den sechzig Zugängen bringe Bretter an und füge sie fest in den Rahmen ein.

Anmerkung: Hier steht sechzig, während benachbarte Verse vierundsechzig nennen. Die Zahlen werden nicht vereinheitlicht.

1933. Setze beim Verschließen die feinen Verbindungsstifte ein und bringe das Steuer an der vorgesehenen Stelle an [Ortswort unklar]. Richte an der windgeschützten Seite den Mechanismus ein und setze ringsum Türen. Verbinde den oberen und unteren Kreis mit dem Steuer am langen inneren Seil. Ziehe den Mechanismus fest und befestige das Seil. So wird das vierte Stockwerk angelegt.

1934. Es gibt vierundsechzig gedeckte Räume und hundertachtundzwanzig niedrige Zugänge. An beiden Seiten befinden sich Türen, darunter eine innere Tür im Heck. Bringe Ketten im Inneren an und sichere die oberen Fenster mit festen Stiften. Ich vollendete alles nach meinem Entwurf, mein Sohn, mit Gittern ringsum.

1935. Setze das Steuer an den beiden Gitterecken ein und errichte das ausgezeichnete fünfte Stockwerk. Es wird zum Aufenthaltsort der Herrschenden. Der tiefe Unterbau gleicht einem unterirdischen Gang. Errichte vierundsechzig Räume, befestige Planken und Rahmen und schaffe viele Fenster. An allen Seiten liegen Planken mit mechanischen Vorrichtungen.

1936. Richte vierundsechzig mit Planken eingefasste Zugänge ordentlich her und setze innen die Rahmen. Lass an beiden Seiten Zugänge frei und bringe ringsum Türen an. Befestige die Bretter im Rahmen, sodass der Wind zurückgehalten wird. Die Gitter erhalten Glas mit Haltestäben. Insgesamt gibt es hundertachtundzwanzig Durchgänge.

Rohre, Dampf, Rad und Steuerung

1937. Acht obere Zugänge dienen als Fenster. Richte das schöne fünfte Stockwerk ein, mit vierundsechzig Räumen und hundertachtundzwanzig festen Einfassungen. Bringe an den passenden Wegen Mechanismen und an den großen Gittern Figuren an. Es gibt runde und längliche Zugänge. Setze vierundzwanzig Eisenstäbe geordnet ein.

Anmerkung: Das fünfte Stockwerk wird erneut genannt; die Wiederholung bleibt erhalten.

1938. Ebenso gibt es vierundzwanzig Rohre. Setze die Stützen bis zur unteren Ebene kräftig ein. Befestige die aufrechten Pfosten, Eisenbänder und Rahmen mit festen Stiften. Stelle den langen Rahmen und den unteren Ring bis zu drei Vierteln der oberen Länge auf [Maßbezug verkürzt]. Bringe ringsum eiserne Stützen an. Das starke Steuer liegt neben dem Rohr.

1939. Führe die seitlichen Teile durch die obere Ebene und richte das sechste Stockwerk ein, mein Sohn. An beiden Seiten dienen Stifte als feste Lager; das Steuer wird mit einem Seil gedreht. Befestige Ketten an beiden Seiten des Steuers und am drehenden Mittelteil. Ich fertigte die innere Rolle und ein Eisenrohr sachgerecht an. Am vorderen Ende wurde Feuer eingerichtet.

1940. Links richtete ich einen Behälter für Wasser ein und fertigte ein Rohr an, mein Sohn. Es sollte kein Druck oder Luftstrom entweichen [Muchchu]. Wenn das Wasser stark kochte, öffnete man die Vorrichtung: Der Wasserdampf strömte in die übrigen Rohre. Der erhitzte Dampf trat in das Rohr ein und brachte das große Rad zum Drehen.

Anmerkung: Der Tamiltext nennt hier ausdrücklich Wasser, Sieden, Dampf, Rohre und das Drehen eines Rades. Die Beschreibung allein erlaubt keine gesicherte Datierung oder Zuschreibung einer historischen Erfindung.

1941. Beim Drehen wirkten Rad und Steuer zusammen. Vom siebten Stockwerk aus betätigte ich sorgfältig den Stift, und das große Holzfahrzeug hielt an. Ich befestigte einen starken Haltestift, brachte das Fahrzeug zum Stillstand, dämmte den Rauch ein und setzte den Anker quer am hintersten Ende an.

1942. Ich brachte acht Räder an. Innenstifte und Achsstifte setzte ich geordnet durch die Öffnungen und zog sie fest. Ich befestigte die Räder mit ihrem Rahmen [Bauteilwort beschädigt]. Am mittleren Zugang des Schiffes brachte ich einen Riegel und einen Stift an. Von der oberen bis zur unteren Ebene lag ein Rahmen wie bei einem Wagenrad.

1943. Ich befestigte die inneren und längs verlaufenden Radreihen samt Rahmen und Fügungen durch Stifte. An den Rohren brachte ich seitlich Stäbe an, sodass der innere Dampf hindurchwirken konnte. Ich schloss die Verbindungen hinter den Rohren dicht, damit Rauch oder Dampf nicht entwich. Ich beobachtete den Wasserdampf genau und richtete den Mechanismus sachkundig ein.

Schiffsreisen und die Amrita-Rasa-Kulikai

1944. Nachdem ich das Schiff wirksam eingerichtet hatte, ließ ich viele Menschen an Bord steigen. Siddhas, Weise und Rishis brachte ich ordentlich auf die oberen Ebenen. Ich selbst blieb aufmerksam oben und bediente das Steuer. Ich umrundete freudig die sieben Meere und hielt das Schiff sachgerecht an.

1945. Ich hielt an der Meeresküste von Cina. Siddhas, Weise und Rishis stiegen geordnet aus und gingen in ihre Einsiedeleien; auch die Menschen gingen von Bord. Ich betätigte kräftig das Steuer, verließ das Meer bei Cina und fuhr mühevoll bis zur Seite des Himalaya. Dort hielt ich an.

1946. Am Rand des Himalaya ließ ich die beständigen Siddhas, Weisen und Rishis ordentlich in das Schiff steigen und fuhr auf dem Seeweg weiter. Entschlossen umrundete ich die ganze Welt. Oho, die Nathas priesen mich! Danach kam ich geordnet wieder an den Rand des Himalaya zurück.

1947. Ich gelangte zum Berg Meru und ließ die Siddhas sicher aussteigen. Sie priesen mich und gaben mir all die außergewöhnlichen Künste der Erde. Sie wurden mir gnädig und unterwiesen mich mit den Worten: ‚Es ist keine Täuschung darin.‘ Liebevoll vermittelten sie mir viele Koti Fähigkeiten.

1948. Ich empfing viele Künste und sämtliche mächtigen wunderbaren Verfahren. Durch die Gnade des herrlichen Gurus pries und verehrte ich ihn aufmerksam. Kaalangi Nathar wurde mir liebevoll zugetan und erklärte mir klar, wo die süße Amrita-Rasa-Kulikai zu finden sei.

1949. Kaalangi erklärte es mir, und ich erkannte die gesamte Fülle genau. Ich stellte die Amrita-Rasa-Kulikai sachgerecht her, vollendete sie ohne Fehler und gab sie den Menschen Cinas, mein Sohn. Den hellhäutigen Menschen lehrte ich ordentlich Koti Verfahren.

1950. Ich erklärte Koti über Koti Verfahren und zahllose Einzelheiten, die von den Nathas nicht ausgesprochene Kraft. Der ehrwürdige Großvater Tirumular hatte seine Verse in vor- und zurückgreifender Ordnung gesungen. Wer die verborgenen Gegenstände darin suchte, konnte sie nicht klar erkennen. Ochsenartige Menschen, mein Sohn, verstanden es nicht und nannten deshalb die Lehrschrift falsch.

Sandeisen und die halbierten Stoffgewichte

1951. Sie nennen die Schriften falsch, weil sie ihre verborgene Bedeutung nicht erkennen. Sie irren gescheitert auf Erden umher und sehen das Buch nicht wirklich. Sie erkennen die wahre Schrift nicht – was soll man über solche Menschen sagen? Die Geheimnisse der erprobten Lehre bleiben ihnen verborgen; vom Lesen werden sie nur müde. Es ist wie die Geschichte von jemandem, der den feinen Geschmack des Ghee nicht kennt und stattdessen Nimba-Öl trinkt.

1952. Höre ein weiteres Verfahren, mein Sohn. Ich erkläre den von mir erkannten Weg. Bringe Sandeisen und erhitze es in der großen Cara-Feuerstätte bis zur Glut. Bearbeite es mit dem schweren Hammer und entferne mit der glühenden Schlacke die Verunreinigung. Erhitze und hämmere das Sandeisen; am Ende bleibt die Hälfte des ursprünglichen Gewichts [Gewichtswort beschädigt].

1953. Das Eisen gleicht Kavanai [Vergleich unsicher] und wird reinem Silber ähnlich. Schlage und strecke es, dann feile einen Ser davon, mein Sohn. Höre seine Reinigung: Lege es vier Tage in geeigneten Fruchtsaft. Zerreibe anschließend vier Samam mit Triphala-Absud.

1954. Nach dem vier Samam langen Zerreiben nimm Kuttori, nämlich Venkaram. Gewinne die Flüssigkeit von Feld- und Feldrainkrabben und zerreibe das Venkaram damit gemäß der Schrift fein. Trage es auf das Eisen auf. Bestreue oder vermische mit dem Kuttori genannten Karam und gib die Masse in einen Tiegel.

1955. Lege sie in einen Vajra-Tiegel, versiegle kräftig und trockne ehrerbietig in der Sonne. Stelle ihn in die Cara-Feuerstätte und blase das Feuer an. Die übelriechende Unreinheit verschwindet weitgehend, und das gute Eisen wird zu einer Scheibe. Durch das als Todesherr wirkende Venkaram-Kuttori wird das Eisen weiß.

1956. Dieses Eisen wird rein. Höre das Bindeverfahren des Kuttori: Nimm Turucu im halben Gewicht des Eisens, Kenti im halben Gewicht des Turucu, Sutam im halben Gewicht des Kenti, Viram im halben Gewicht des Sutam und Puram im halben Gewicht des Viram. Beim Puram geht die Halbierung weiter.

1957. Nimm Taram im halben Gewicht des Puram, Tuttam im halben Gewicht des Taram, Cinam im halben Gewicht des Tuttam, Valam im halben Gewicht des Cinam, Salz im halben Gewicht des Valam und Punīru im halben Gewicht des Salzes. Vereinige alles geordnet und zerreibe aufmerksam mit dem sechsteiligen Jaya-Nir.

1958. Zerreibe vier Samam zu einer tuscheartigen Wachsmasse, mein Sohn. Bewahre sie gut in einem kleinen Behälter auf. Wie könnte ich dieses beständige Kuttori beschreiben! Schmelze Silber und Kupfer kräftig und gib einen Teil Kuttori auf zehn Teile Metall in die Schmelze. Die Masse gleicht dann einem gleichmäßigen Kalangu.

1959. Blase das Feuer unter dem Kalangu in einer Schale an, schlage ihn zu Blech und gib ein Putam. Nimm ihn nach dem Erkalten heraus: Das Kupfer verschwindet, und das Gewicht des Silbers bleibt. Der Gehalt wird sechs. Füge einen Teil des als Gold bezeichneten Kasi auf vier Teile hinzu.

1960. Vereinige alles, mein Sohn, schlage Blech und gib ein Putam, Edler. Im kräftigen Putam zeigt sich der veränderte Gehalt. Wer könnte dieses hervorragende rote Gold beschreiben? Es ist das Gold der Siddha-Verwandlung. Können gewöhnliche Menschen es sachgemäß herstellen? Ich, Bogar Rishi, untersuchte viele Schriften gründlich und besang es gewissenhaft.

Eine Salzfolge mit fünfzig Putam-Behandlungen

1961. Höre ein weiteres Vorgehen. Nimm Vedi-Uppu, Intuppu, Kari-Uppu, Valaiyal-Uppu, Cavittu-Uppu, Kalluppu, Kayccu-Uppu, Kenti-Uppu, Attuppu, Parai-Uppu, Patikaram, Venkaram und das besondere Eri-Kalan-Salz.

1962. Hinzu kommen Meni-Salz, Punīru-Salz, Turucu und Tuttam. Vereinige alles sachgemäß und gib die Stoffe in den Mahlstein, mein Sohn. Wiege sie in gleichen Gewichten ab. Zerreibe mit dem geeigneten Meni-Krautsaft acht Samam lang.

1963. Nach acht Samam Zerreiben forme ordentliche Scheiben. Lege sie in eine passende Schale, versiegle und trockne ohne Zögern in der Sonne. Gib ein richtiges Hühner-Putam. Nimm die Scheiben nach dem Erkalten heraus; sie sind leicht rot. Gib sie wieder in den Mahlstein und zerreibe gründlich mit Meni-Saft.

1964. Führe mit Meni-Saft zehn Putam-Behandlungen wie zuvor aus, mein Sohn. Wenn diese beendet sind, zerreibe mit Kumari-Saft und gib damit ebenfalls zehn Putam-Behandlungen. Höre danach weiter, mein Sohn: Gib aufmerksam zehn weitere Putam-Behandlungen mit Kaiyan-Saft.

1965. Wenn die dreißig Behandlungen abgeschlossen sind, gib mit Puliyarai-Saft zehn weitere Putams wie zuvor, mein Sohn. Es bleiben unverändert Hühner-Putams. Zerreibe dann mit Nocci-Blattsaft, forme Scheiben, verschließe mit einer Tonscherbe und versiegle. Führe wiederum zehn Putam-Behandlungen aus.

1966. Die Scheiben werden tiefrot. Füge dem behandelten Salz Sutam hinzu und zerreibe gründlich mit dem sechsteiligen Jaya-Nir. Forme Scheiben, trockne in der Sonne und verschließe ordentlich mit einer Tonscherbe. Gib sorgfältig ein Hühner-Putam: Reines Centuram entsteht.

1967. Gib dieses Centuram zu Silber und Kupfer im Verhältnis eins zu zehn. Blase das Feuer in der kräftigen Kohleschale an. Sei nicht verwirrt: Das Silbergewicht bleibt sichtbar, das Kupfer verschwindet, und das Silber nimmt einen grünlichen Ton an. Preise die Gnade des höchsten Gurus täglich und lebe gut.

1968. Wenn du so leben willst, höre ein weiteres Verfahren. Das geeignete Centuram über ein Mandala eingenommen soll den Körper vor Verfall bewahren, sodass man stets in der weiten Welt bestehen könne. Der Körper soll unvergänglich werden, wie bei denen, die beständig Kayakalpa empfangen. Höre nun von einem Öl zum Einölen und Baden; ich erkläre die wesentliche Zubereitung.

Ein Pflanzenöl und erneute Kritik an falschen Lehrern

1969. Nimm je einen Padi Sesamöl, Muttu-Öl und Kuh-Ghee sowie einen Viertel-Padi Alunci-Öl. Dazu kommen Virali-Öl, ein Viertel-Padi des kräftigen Shivanar-Öls, ein Viertel-Padi Valuluvai-Öl und gutes Schwarzkümmelöl.

Anmerkung: Für Virali- und Schwarzkümmelöl wird in diesem Vers keine eigene Menge eindeutig genannt.

1970. Höre die hinzuzufügenden Pflanzen: den Saft des kräftigen Veli-Krautes, Taivelai-Saft, Kumari-Saft, Vallaarai-Saft, Kaiyan-Saft, Potutalai-Saft und den klaren Saft von Atantai.

1971. Gewinne jeden Saft durch gründliches Zerstampfen und nimm jeweils einen Ali. Vereinige sie und mische sie mit den Ölen. Höre die Stoffe für die Paste: Katukkay, Tanrikkay, Masi-Frucht, Pfeffer, Nellikay, Tecaram und Omam.

1972. Zu Omam kommen Karkataka-Cingi, Kasturi-Kurkuma, Cempuran-Rinde, Pula-Knolle, Kostam und Carntu-Pural [Worttrennung unsicher]. Füge Nimba-Samen, Kreuzkümmel, Adlerholz und Sandelholz hinzu. Zerreibe gut mit Kuhmilch.

1973. Nimm von jedem dieser Stoffe ein Palam und zerreibe alles sachgerecht. Mische die Paste mit dem ausgezeichneten Öl, setze auf den Herd und erhitze. Koche nach der Regel der Schrift und nimm beim fein erkannten Wachs-Reifegrad vom Feuer. Filtriere im geeigneten, rubinartigen Zustand [Reifegradwort unsicher] und stelle das Gefäß ordentlich beiseite.

1974. Denke beim Abnehmen an Kaalangi und verschließe das Öl in einer Flasche, mein Sohn. Wenn man sich damit regelmäßig einöle und bade, sollen die Krankheiten mitsamt ihrer Wurzel verschwinden. Beide Augen würden von der Sonne nicht geblendet; Arundhati erscheine deutlich am Tag. Ich, Bogar Rishi, habe viele Bücher betrachtet und dies für die Menschen der Erde trefflich besungen.

1975. Unter den Menschen gibt es kundige Praktiker; wer Einsicht hat, erkennt den Weg der Erschließung. Wer aber die verborgene Bedeutung der dichterischen Verse nicht sieht, redet wie ein Wissender und bleibt doch ein eselgleicher Mensch. Er schmäht die Bücher der gottgleichen Siddhas [erste Wortverbindung beschädigt]. Ohne Achtung beschimpft er sie und gehe als Sünder in der Hölle zugrunde, so die Polemik des Textes.

1976. Der völlig törichte Sünder, mein Sohn, verspottet die reine Seele. Er erkennt die Verhüllungen in den Lehrgedichten nicht, schwätzt aber, als hätte er alles erkannt und gelernt. Er kennt nicht einmal den Weg, mit dem eigenen Atem still zu werden, und gibt sich dennoch wie ein Wissender jenseits davon. Den Schlüssel zu seinem Schatz hält er fest; stets bleibt er ein Dämon des Geldes.

1977. Dieser geldbesitzende Sünder redet viel und richtet seine Gedanken übermäßig auf Frauen. Er wälzt sich klagend wie ein Leichnam und sieht nichts darüber hinaus. Er schmäht die im Geist gesammelten Großen und spricht anmaßend, als kenne er alle Wege. Der Text beschimpft ihn als tugendlosen Chandala-Sünder: Er ruiniere Haushalte und lasse viele Menschen nutzlos Stoffe verbrennen.

Anmerkung: Die abwertende kastengebundene Bezeichnung ist Teil der historischen Polemik und wird nicht als eigene Wertung verwendet.

Kritik, Wahrheitsanspruch und Prüfung der Verfahren

1978. Er wirft den Siddhas Fehler vor und tadelt die Schriften von den Shrutis bis zu den Sutras. Mit endlosem Gerede will er sie übertrumpfen; die Lehrbücher nennt er leere Geschichten und Lügen. Ohne die verborgenen Hinweise der Siddha-Weisen verständig zu studieren, redet er durcheinander. Obwohl die Verse in dieser alten Welt ihre eigene Ordnung besitzen, verkennt er ihren Bezug und erklärt das Buch für falsch.

1979. Dem Sünder, der es falsch nennt, werde unfehlbar der Kopf zerspringen. Die Bücher der Siddha-Weisen seien niemals Lüge, sondern Wahrheit. Die schwer zu beschreibenden Rishis hätten ihre Sammlungen verfasst, damit die Menschen im Land leben können; wahrhaftig hätten sie gesprochen. [Der abschließende Satz über die Weitergabe an die Menschen ist sprachlich widersprüchlich.]

Anmerkung: Die angedrohte Strafe und der Wahrheitsanspruch gehören zur polemischen Stimme des Textes.

1980. Ich habe es gesagt: Wer die Bücher des Rishi Bogar betrachtet – o, nichts darin ist unwahr! In meinen Sammlungen habe ich Unzähliges dargelegt. Selbst wenn du sie bis ans Ende langer Weltzeiten prüfst, wirst du in Bogars Buch keinen Mangel finden. Wer es tadelt, verliere sogleich seinen Kopf. Führe das Verfahren in seiner Ordnung aus und prüfe es; tritt dann ein Fehlschlag ein, mögt ihr den Fehler benennen.

Anmerkung: Die OCR bezeichnet diesen Vers als 1960; er steht hier zwischen 1979 und 1981. Die Versnummer 1980 ist im PDF auf Seite 259 bestätigt.

Die vom Erzähler studierten Siddha-Schriften

1981. Welche Zunge, welches Lied könnte dies aussprechen? Höre noch eine feine Einzelheit. Agastya verschloss in seinem Chatur-Kandam zahlreiche Geheimnisse der handwerklich-alchemistischen Verfahren. In zwölf Kandas, in Zwölftausend, legte er sie dar. Sacht streute er eine Koti von Pfeilen aus: Wer auf Erden kennt dieses Buch?

Anmerkung: ‚Pfeile‘ gibt das Bild pāṇam wieder; seine fachliche Bedeutung bleibt hier offen.

1982. Ich sah unter den Lehrschriften eine Achthundert; auch die besondere Vier und die Sechshundert habe ich betrachtet. Ich sah fünf Kavyas und die große, außerordentliche Achthundert. Ich sah acht Saumiyams und sechs Vedanta-Kavyas. Dazu vier Zusammenstellungen verschiedener Sammlungen und die klaren Jala-Werke: acht mal acht.

Anmerkung: Die Zahlen erscheinen als Werkbezeichnungen oder Umfangsangaben; ihre Zuordnung ist teilweise unsicher. Es werden daraus keine gesicherten bibliographischen Titel abgeleitet.

1983. Acht Tirumantirams, vier Sammlungen; zehn Sammlungen über die Einweihungen; zehn Sammlungen über die wesentliche Mantrik. Hundert Lehrschriften über die Arten des Muppu, hundert geschätzte Sammlungen zur Heilkunde. Auch die Sammlung der Sokka-Sutras und hundert Arten im Bereich des Diebstahls habe ich betrachtet.

Anmerkung: Die Verbindung der ersten Zahlen und die Lesung ‚Sokka-Sutra‘ bleiben unsicher; der Vers ist in der Vorlage ungleichmäßig gegliedert.

1984. Ich habe all dies gesehen: Zusammengenommen dichtete er zweihunderttausend Verse. Dazu die Sammlung über Muladhara, eine ausgezeichnete Sammlung über seine Ursachen und Grundlagen. Viele weitere Sammlungen besang er nach der rechten Methode, eine Lakh, mein Lieber. Alle vollständigen Verfahren habe ich betrachtet, verstanden und gründlich untersucht.

1985. Ich forschte und sah Dhanvantaris Buch; ich sah auch die fünf Agama-Kavyas. Vier vollständige Kandas, sechzehn berühmte Sammlungen, hundert Granthas in ihrer Zusammenstellung und zweihunderttausend Verse. Unter den kleineren Schriften sind zahllose Sammlungen; in den ausgedehnten Zusammenstellungen ist es eine Lakh.

Anmerkung: Die hohen Zahlen werden als Selbstaussage des Werkes wiedergegeben; ‚Grantha‘ kann Text oder Texteinheit bezeichnen.

1986. Eine Lakh und noch viele weitere Bücher: Ohne Grenze, ohne Zahl sind es sehr viele. Die verschiedenen Sammlungen seiner Bücher habe ich aufmerksam betrachtet – einige Koti von Büchern, mein Lieber. Nun nenne ich die Zusammenstellung der Lehrschriften Machamunis: eine Achthundert des Weges, acht Sammlungen; zweihundert Sokka-Sutras; von den Shrutis an ein großes Tausenderwerk.

1987. Vier Kandas werden als acht angegeben; die guten Sammlungen sind sechzehn. Hundert Sammlungen kleiner Bücher, zweiunddreißig geordnete Sammelwerke, vierundzwanzig Bücher der Erkenntnis und acht ausgezeichnete Kavyas. Diese umfangreichen Schriften sind vielerlei Bücher; ich, Bogar, habe sie genau erforscht.

Anmerkung: Die Folge ‚vier … acht‘ steht so im Tamilischen; ihr Bezug ist nicht eindeutig.

1988. Ich sah Sattamunis Bücher: acht Sammlungen großer Werke, zehn Sammlungen von Sammelwerken und hundert Sammlungen über die offenbarte Einweihung. Mit einzelnen Versen beginnend besang er viele Bücher und unzählige Wege. Acht Zweihunderter hat er ausgesprochen. Betrachte nun, was Karuvurar deutlich dargelegt hat.

Anmerkung: Der genaue Übergang von Sattamunis zu Karuvurars Werken ist nicht eindeutig markiert.

1989. Sieh: vier Sammlungen der Dreihundert, acht Sammlungen von Zusammenstellungen. Zwei Kavyas habe ich gesehen, zehn Sammlungen ausführlicher Sutras. Bei den Einweihungen sind es sechzehn, bei den vorzüglichen Kurzfassungen zwanzig Sammlungen. Zahllos sind die Sammlungen kleiner Bücher. Mit Sorgfalt habe ich diese außerordentlichen Lehren betrachtet.

1990. Ich sah die Bücher des Roma Rishi: vier Sammlungen der besonderen Geheimsprache, acht große Bücher und Kavyas, sechzehn methodische Zusammenstellungen. Die Einweihungslehren umfassen acht Kandas; jedes offenbarte Kanda hat tausend. Zehn Sammlungen verschiedener Zusammenstellungen dichtete er, und unter den kleineren Werken eine Dreihundert.

1991. In den Dreihunderter-Sammlungen sagte er Unzähliges; zehn Sammlungen herausragender Zusammenstellungen, vier Sammlungen der Vierhundert und zehn Sammlungen der guten Einweihungen. Viele Lehrschriften sprach er aus und besang viele Koti, unzählige Wege. Auch diese Bücher sah ich, verstand und erforschte sie; mit Liebe dichtete ich darauf die Siebentausend.

1992. Ich sah Konganavars Bücher; sehr verschiedenartig hatte er sie besungen. Acht große Bücher habe ich gesehen, zehn umfangreiche Einweihungsbücher, vier Schluss-Kandas und ein mittleres Kanda. Niemand hat sie so gesehen, wie ich sie sah. Dazu kommen noch viele weitere Siddhas.

1993. Punnakkar, der Siddha, sagte vieles; der ausgezeichnete Kamalamuni sagte vieles. Der kostbare Pulastya sagte vieles, der herausragende Shivavakkiyar sagte vieles. Der reine Sundarar sagte vieles; von den Shrutis an sah ich auch die großen Bücher. Der beständige Ramamuni sagte vieles. Ich sah die Lehrschriften der langen Weltzeiten.

1994. Ich sah auch Yakobus Bücher und die wesentlichen Bücher Tamarakanars. Ich betrachtete die Bücher des Vara Rishi und die des Durairajar Vedamuni. Ich sah Valluvars Bücher und die tiefgründigen Bücher Nandis. Ich betrachtete Sadanandars Bücher und die klaren Bücher Brahmamunis.

Anmerkung: Einzelne Namen und die Trennung von ‚Durairajar Vedamuni‘ sind in dieser OCR-Fassung unsicher.

Selbstverständnis und Abschluss des zweiten Kandas

1995. Noch viele Bücher der Siddhas habe ich gesehen, vielerlei Werke kennengelernt und ihren feinen Sinn erfasst. Die neun Koti Rishis dichteten zahlreiche Bücher. Auch alle ausgezeichneten Bücher der achtzehn vereinten Siddhas habe ich verständig betrachtet. Nachdem ich Kalangis Füße gepriesen hatte, dichtete ich aufrichtig die Siebentausend.

1996. Dieses Kavya ist das Sapta Kandam. Sieben Lakh Granthas habe ich aufmerksam betrachtet und ihre Geheimnisse erkannt; mit Freude dichtete ich die sieben Kandas. Ohne Verhüllung, nach der rechten Methode und aus Zuneigung zu den Menschen, nahm ich durch die Gnade des herrlichen Gurus bewusst bei Kalangi Zuflucht und sang.

1997. Ich besang alle Wunder der vier Yugas, damit sie leicht zu erkennen seien. Um all die weitreichenden Grundlagen zu sehen, ging ich aufrichtig nach Cina. Ich betrachtete sämtliche dort versammelten Kunststücke und erklärte sie den als weiß bezeichneten Menschen. Damit sie nicht suchend umherirren müssten, erklärte ich, wie alle Stoffe und Materialien zu erlangen seien.

Anmerkung: Die Bezeichnung der Menschen folgt dem Wort veḷḷai im Text; eine moderne ethnische Zuordnung wird daraus nicht abgeleitet.

1998. In der Sammlung der Siebentausend habe ich den außerordentlichen Weg in seiner Ordnung ausgesprochen. Auch die Siddhas, die mich tadelten, haben ihn nicht dargelegt; selbst wenn sie ihn auf Erden aussprechen, werden sie ihn nicht erkennen. Die verborgenen Kunstgriffe der überlieferten Sutras besang ich ausführlich für die Menschen. Den feinsten der feinen Wege habe ich ohne Auslassung in guter Weise besungen.

1999. Dieses vortreffliche Kavya der Siebentausend lobten auf Erden Siddhas, Weise und Rishis freundschaftlich als außerordentlich. Die verborgenen Kunstgriffe der Meister gelangten mitten auf die Straße. Sie legten das machtvolle Buch in eine Höhle und verehrten es mit besonderer Puja. Dieses kostbare große Buch der Siebentausend liebten alle Siddhas in tiefer Achtung.

2000. Mit Freude habe ich die sieben Kandas ausgesprochen und alle Grundlagen offen erschlossen. Nicht einmal einen Halm hielt ich vor den Menschen Cinas verborgen; aus Zuneigung erklärte ich alles vollständig. Süß wie Zuckerrohr ist das Kavya der Siebentausend, das ich sorgsam für die Menschen dichtete. Wie ein Mensch aus kostbarem Gold – mein Lieber – ist nun die Perle des zweiten Kandas vollendet.

Anmerkung: Der Schluss verwendet eine gedrängte Folge von Gold-, Menschen- und Perlenbildern. Er bezeichnet ausdrücklich das Ende des zweiten Kandas.

Deutsche Übersetzung: Dritter Teil

Schutzanrufung und Kalangis Begegnung mit den Rishis

2001. Der uranfängliche Ursprung, der das Weltall umfasst und übersteigt, sei Schutz! Die Füße Kalangi Nathars seien mir, seinem Diener, Schutz! Die Füße des gepriesenen Gurus Kalangi seien Schutz; die Füße der berühmten mächtigen Weisen und Siddhas seien Schutz! Die Füße der großen Erkenntnisweisen seien Schutz, und die leuchtende Strahlenfülle Sadashivas, die einzigartige Stätte, sei Schutz! Ich verkündete das Sapta Kandam der Siebentausend: Dies ist nun sein drittes Kanda.

2002. Dies ist das dritte Kanda; es wird die Wunder der vier Yugas berichten. Mein Herr und Vater Kalangi Nathar erzählte von den Wundern des Treta-Yuga. Kalangi Nathars Alter war fünf mal zwei, also zehn. Mein süßer Vater, mein Guru und Herr, erzählte von den Wundern des Treta.

Anmerkung: Der Vers nennt zehn, aber keine Zeiteinheit; eine solche wird nicht ergänzt.

2003. Kalangi, mein Guru und Herr, erzählte: Mit einer ausgezeichneten Kulikai versehen, zog er um die sieben Meere. Um den erhabenen Kailasa zu sehen, gelangte er zur uranfänglichen Stätte dieses Berges. Mit der Kulikai stieg er rasch an dessen Fuß herab. Dort sah er Koti über Koti von Weisen und Rishis.

2004. Als die Rishis ihn sahen, liefen sie alle herbei, um ihn staunend und zitternd zu betrachten. Sie warfen sich nieder, verehrten seine Füße und verneigten sich, als sie seine machtvolle Siddhi sahen. Die Schar kosmischer Weiser und gewaltiger Siddhas erblickte so den Guru Kalangi; eingehend fragten sie ihn nach der Siddhi des eigenen Wesens, der Svarupa-Siddhi.

Anmerkung: Das Bild ‚wie Rakshasas‘ wird hier mit ‚gewaltig‘ wiedergegeben; die genaue syntaktische Zuordnung ist unsicher.

2005. Als die Siddha-Weisen fragten, war auch Sadashiva aufgeschreckt und im Innern bewegt. Unser Guru Kalangi sprach: ‚Herr, ich bin mit der Kulikai gekommen, um die Siddhis der Meister zu sehen. Sehr lange, bis zu Koti von Zeiten, verlangte ich danach, euch zu sehen.‘ Über diese liebevollen Worte erfreut, wurden ihm wohlbedachte gute Worte gesagt.

2006. Bei diesen Gesprächen sah er am Fuß des hohen Naga-Berges die Stätte des Samadhi und den mächtigen Navakhanda Rishi. Unser Herr, der göttliche Guru, ging zur Einsiedelei dieses hervorragenden Navakhanda Rishi. Voll Erbarmen erteilte jener ihm schöne Unterweisungen.

Anmerkung: Die letzte Zeile wechselt zur ersten Person; der Zusammenhang erzählt weiter von Kalangi.

2007. Als der große Weise ihn unterwies, freute sich Guru Kalangi: ‚Navakhanda Deva, den alle Welten preisen, erkläre mir den außerordentlichen Weg. Erzähle alle Wunder des Himmelsraums und beschreibe die Gestalt der Mutter des Vedanta. Nimm mich an, behebe meinen Mangel und erfülle mich, damit ich Koti Yugas schauen kann.‘

2008. Auf diese Bitte hin legte Navakhanda alle zahlreichen Wunder der vier Yugas vor dem Guru dar. Dieser lernte alles gründlich kennen. Mein Vater Kalangi Nayar empfing dessen vertrauensvolle Gnade. So erlangte mein Herr Erkenntnis und verweilte lange auf der weiten Erde.

2009. Der Weise Kalangi lebte viele Koti von Zeiten und vollbrachte herrliche Künste und Wunder. Er erteilte mir die Unterweisung der Erkenntnis und [sprach von seinem Entschluss für unzählige Menschen; die Wendung ist beschädigt]. Nachdem er seine Unterweisung vollendet hatte, bereitete er sich entschlossen auf den Samadhi vor. Auch ich, sein Diener, empfing die Unterweisung und brach nach Cina auf.

2010. Mit der ausgezeichneten Kulikai versehen, sah ich dieses und viele andere Länder. Mit Verlangen schaute ich die sieben Meere und besang liebevoll die sieben Kandas. Verehrungsvoll vermittelte ich das Kavya der Siebentausend den Menschen der Welt, mein Lieber. Mit Hingabe besang ich es auf Erden in guter Weise, ohne verhüllende Fachsprache.

Gandharvas und Konganavars Einsiedelei

2011. Ich trug die vortreffliche Kulikai und sah die schöne Stadt Parisa. Ich sah den mächtigen grünen Berg und strahlende Gandharva-Menschen. Diese freundlichen Menschen hatten zwei Flügel, als flögen sie wie die Meister mithilfe der Kulikai. Die prächtigen Gandharva-Menschen wohnten auf jenem abgelegenen Berg.

Anmerkung: Parisa ist eine Namenslesung; eine Gleichsetzung mit Paris wäre durch diesen Vers allein nicht gesichert.

2012. Ich sah die Gandharvas, ging freundlich zu ihnen und fragte sie aufrichtig nach den Wundern der oberen Welt, mein Sohn. Sie erzählten mir ausführlich von Indras prachtvoller Hofversammlung. Auf jenem Berg befand sich auch ein Quellteich; ich begab mich an seinen Rand.

2013. Ich ging hin, sah den Quellteich und eine Höhle; ich sah auch Konganavars ausgezeichneten Wohnsitz. Am Hang des Berges liegt eine Samadhi-Stätte. Dort verweilte eine Schar von Siddhas. Ich, ihr Diener, sah die verehrte Einsiedelei und ihre Puja. Im Treta-Yuga, mein Lieber, waren alle aus dieser Linie geboren worden.

2014. Viele gehörten zu dieser Linie. Ich ging zu ihnen, grüßte sie wiederholt mit zusammengelegten Händen und stand zitternd vor ihnen. Die Schar der Siddha-Weisen fragte mich: ‚Verständiger junger Mann, wer bist du?‘ Liebevoll dachte ich an Kalangi und antwortete, dass ich ein Schüler dieses Herrn sei.

2015. Ich sagte: ‚Mein Name ist Bogar. Ich war nach Cina gegangen und habe dort verweilt. Die sieben wogenden Meere habe ich umrundet. Die Siddhas in Land um Land habe ich besucht, ohne die vorgeschriebene Ordnung zu versäumen – durch die große Kraft der Kulikai. Um die Füße des Herrn Konganar zu schauen, bin ich hierher nach Parisha gekommen.‘

2016. Als ich dies sagte, eilte die Schar der Siddhas zu Konganavar, an den Eingang seiner lieblichen Samadhi-Stätte. Nahe dem Samadhi des Gottes der Götter versammelten sie sich alle bewusst zu Füßen des herrlichen Gurus und Herrn: ‚Ein Schüler Kalangi Nayars ist liebevoll zu deinen Füßen gekommen.‘

2017. ‚Der junge Rishi Bogar ist gekommen‘, berichteten sämtliche Siddhas in schöner Weise. Als Konganavar ihre Worte und den Namen des geliebten Kalangi hörte, freute er sich. Aus seinem Samadhi heraus gab er die Erlaubnis einzutreten. Wie ein Gandharva, mit der Kulikai versehen, ging ich, Bogar, zu dem Herrn.

Konganavars Unterweisung über Demut und Guru-Erinnerung

2018. Ich, sein Diener, stellte mich als Bogar vor und fasste festen Mut. Voll Verlangen pries ich Konganavars Füße, verneigte mich und sprach: ‚Vater, bei dir suche ich Zuflucht!‘ Er sagte: ‚Junger Mann, der du unter Schutz hergekommen bist: Die Siddhas und Rishis auf Erden können sich zusammentun und dich verfluchen. Sei vorsichtig und halte dich ihnen zugewandt.‘

2019. ‚Wenn du vor ihnen stehst, gib keine widersprechende Antwort. Ob Vollkommenheit oder Mangel eintreten: Erschrick nicht. Denke an den kunstfertigen Kalangi und diene ihnen auf rechte Weise. Lerne alle ihre Wunder kennen und erlange ihre vertrauensvolle Gnade. Bewahre Kalangi stets, zu allen Zeiten, gesammelt in deinem Geist.‘

2020. ‚Wenn du so seiner gedenkst, werden alle Gedanken zur Erfüllung gelangen, und du kannst lange Weltzeiten hindurch bestehen. Alle Menschen der Welt werden dich loben: O, gibt es Meister wie diesen? Er ist doch ein Schüler des hervorragenden Kalangi, ein Schüler, dessen Name in der alten Welt bekannt ist! Bewahre stets fest die Unterweisungen, die ich dir im Umfang eines Hirsekorns gegeben habe.‘

2021. ‚Wenn du sie annehmen willst, werde ich dir hier auf Erden noch eine Unterweisung geben. Niemand wird sie dir so erklären wie ich; aus Zuneigung spreche ich sie auf der Erde aus.‘ So ließ er mich alle Erkenntnisunterweisungen ihrem wahren Wesen nach durchdringen. Er gewährte mir auch den Segen, dass nicht einmal ein sesamkorngroßes Hindernis eintreten möge.

2022. Sieh: Ich kehrte nach Cina zurück und kam liebevoll zu Kamalar, mein Lieber. Ich, sein Diener, berichtete ihm die ausgezeichneten Nachrichten von Konganavar. Kamalar freute sich. Aufrichtig nahm ich Abschied und ging in die Stadt. Dort in der großen Stadt Cinas vollbrachte ich viele außerordentliche Kunststücke.

Gebundenes Caram und die Bereitung von Centuram

2023. Höre noch einen weiteren Weg; gütig erkläre ich ihn für die Schüler. Höre die Reihenfolge, um Caram zu binden und fachgerecht mit Putam zu behandeln. Cinam sei ein Anteil, klares Karam ein Anteil; Intuppu, Valaiyal-Uppu und Vedi-Uppu füge ebenfalls zu gleichen Anteilen zusammen.

Anmerkung: Die traditionellen Stoffnamen bleiben stehen; Cinam bezeichnet hier einen Rezeptstoff und nicht das zuvor genannte Land Cina.

2024. Füge den als Cippi bezeichneten Muschelkalk und gutes Punīru in gleicher Menge hinzu. Verreibe alles ausdauernd mit Eiweiß und lege es als Mantel um das beständige Caram. Lass es in der Sonne trocknen und fertige eine feste Versiegelung. Hebe eine Grube aus, schütte Sand hinein und gib dem Präparat zehn Putam-Behandlungen.

2025. Führe die zehn Putams für diesen Ansatz genauso wie zuvor zu Ende. Das Caram wird fest gebunden; der entweichende Rauch kommt zum Stillstand. Sieh, es wird wie Elfenbein. Dieses große Caram ist ein Verfahren der Siddhas. Was soll ich über das vollendete Centuram sagen? Shiva selbst hat es der Mutter offenbart.

2026. Nachdem er es ausgesprochen hatte, offenbarte die Mutter es im Verborgenen Kalangi; Kalangi teilte mir das Verfahren gütig mit. Die Meister im Land haben es nicht dargelegt. Höre den Weg des goldenen Centuram: Wenn du das berühmte Caram gebunden hast, fertige mit der Pflanze Ponnavarai eine Umhüllung wie eine Kokosnuss, ohne darin nachlässig zu werden.

2027. Nachdem du die Versiegelung angebracht hast, lass alles gründlich in der Sonne trocknen. Schütte, mein Sohn, Salz in einen weiten Topf. Setze den gebundenen Klumpen genau in die Mitte und schütte darüber wiederum Salz. Bedecke ihn mit einem oberen Topf und erhitze ohne Unterbrechung acht Samam.

2028. Während der acht Samam des Erhitzens nimmt das Caram rote Farbe an; der feste Klumpen zeigt sich gerötet. Öffne behutsam den Mantel und sieh nach: Es zeigt ein gedämpftes Rot. Lege den Klumpen der Vorschrift gemäß an die Luft. Das feste Centuram wird aufblühen; dieses sehr rasche Umwandlungsverfahren wird wirksam sein.

2029. Bewahre das Centuram sorgfältig auf. Wenn du es dem Kupfer zusetzt, guter Mann, wird die Unreinheit weitgehend entfernt, und der Feingehalt erreicht acht Mattru. Du wirst braunes Gold sehen. Füge auf zehn Anteile zwei Anteile Silber hinzu, schmelze es, gieße und bearbeite es; nach der vorgeschriebenen Putam-Behandlung wirst du frische Goldfarbe sehen.

Anmerkung: Die behauptete Metallumwandlung wird als Aussage des historischen Textes übersetzt.

2030. Es zeigt sich leuchtendes, frischfarbiges Gold. Wer außer den Siddhas könnte dies auf Erden herstellen? Man muss die wesentlichen Mittel besitzen, verständig und begnadet sein. Wer die Lehrschriften studiert hat, wird es erkennen; der Tor und der leere Schwätzer werden es nicht sehen. Es gelingt denen, die in Bescheidenheit rechtschaffen leben und die Gnade der Meister empfangen haben.

Freiheit von Begierde und weitere Caram-Behandlung

2031. Doch auch wenn man dies erlangt, muss man die höchste Glückseligkeit gewinnen. Nur wer das Verlangen nach Land und nach Frauen abgelegt hat, erfährt berauschende Wonne und kann das höchste Licht der Glückseligkeit schauen. Sonst gibt es auf dieser Welt nichts; wer in Verblendung gerät, wird nichts erkennen. Wenn du als ein von Anhaftung freier Erkenntnisweiser lebst, kannst du auf Erden mit allen Siddhis wirken.

Anmerkung: Der Tamilvers verbindet die Begierden mit einem abwertenden Ausdruck für fehlende Mannhaftigkeit; diese Wertung gehört zur historischen Stimme des Textes.

2032. Mit dem gebundenen Caram lässt sich wirken, mein Lieber. Wer hat dieses Caram gebunden? Höre nun, wie das Caram weiter gefestigt wird, und führe die Caranai-Behandlungen sorgfältig aus. Mache in das Caram eine Vertiefung und bringe Sutam hinein. Setzt du es gebunden dem Feuer aus, wird das Sutam von butterartiger Beschaffenheit.

Sutam-Centuram und metallische Umwandlungen

2033. Nimm das butterartige Sutam, mein Sohn; höre, wie ich es im Einzelnen erkläre. Lege es in die als Kannans Pflanze bezeichnete Arzneipflanze und versiegele es fest. Gib ihm ein Kukkuta-Putam. Das kostbare Sutam wird dabei ‚getötet‘. Wie du dieses Sutam zu Centuram bereitest, werde ich nun weiter erklären.

2034. Höre: Sutam hat ein Gewichtsmaß, das starke Viram ein Viertel. Tuttam, Turucu und das geeignete Kenti haben je ein Viertel. Füge Kantam und Cilai, dazu Valaiyal-Uppu hinzu; ferner pulverisiertes Mati-Uppu, Karam und wirksames Intuppu zu einem Viertel.

Anmerkung: Die Mengenbezüge sind im Tamilischen nicht für jeden einzeln genannten Stoff klar ausgedrückt.

2035. Auch Punīru-Uppu ein Viertel; dazu das wesentliche Caram und Puram, Aritaram und Matal-Uppu. Füge das große Cinam zu einem Viertel hinzu. Verreibe alles mit dem Saft von Pottralai und lass es sorgfältig in der Sonne trocknen. Pulverisiere es zu feinem Mehl, mein Junge, und höre das Verfahren für Centuram.

2036. Bringe um die als Kasi bezeichnete Flasche sieben feste Versiegelungsschichten an. Fülle das Präparat hinein und verschließe sie sorgfältig mit einem Holz- oder Steinverschluss. Schütte Sand in einen Topf und setze die Flasche genau in die Mitte. Fülle weiteren Sand darüber und bedecke die Anordnung mit einem oberen Topf.

Anmerkung: Die Verschlussbezeichnung marakkallu ist nicht eindeutig; die Übersetzung hält die beiden erkennbaren Bestandteile offen.

2037. Verschließe und versiegele alles fest und setze es in die Valuka-Anordnung, mein Sohn. Erhitze es sorgfältig acht Samam mit Kamalagni. Lass das Feuer erkalten und nimm es heraus: Die Flasche erscheint schwarz. Zerbrich sie und sieh: Das Centuram ist außerordentlich.

2038. Bewahre dieses außerordentliche Centuram auf. Schmelze zehn Anteile Silber und setze einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz zu, mein Lieber. Sieh, eine dunkle Farbe erscheint. Lege es in eine Schale und blase das Feuer an; es zeigt frische Goldfarbe bei acht Mattru. Füge dann auf zehn Anteile einen Anteil Gold hinzu, schmelze und gieße es aus.

Anmerkung: Der Vers nennt das Verhältnis zehn zu eins zweimal in eng verbundenen Wendungen; die Grundsubstanz ist das zuvor bereitete Centuram.

2039. Gieße und bearbeite es und gib ihm eine Putam-Behandlung; es werde zu frischem Gold. Bei Kupfer verwende auf zehn Anteile einen Anteil, schmelze kräftig und sieh nach. Blase das Feuer in einer Kohleschale an; das große Kupfer werde zu bräunlichem Gold. Füge auf zehn Anteile einen Anteil Gold hinzu, schmelze gründlich und führe Putam aus.

2040. So steigt der Feingehalt, und das gepriesene Gold erhält großen Glanz. Dieses Umwandlungsverfahren vollbringen die Meister. Werden beständige Schüler es erkennen? Wer die wesentlichen Mittel besitzt, wird es sehen; ein charakterloser Sünder, der Familien zugrunde richtet, sieht es nicht. Kalangis Füße preisend habe ich es zum Guten besungen: Erkenne seinen Nutzen.

Kupfer-Parpam und zugeschriebene Verjüngung

2041. Höre noch ein gutes Verfahren. Wer im Land kennt diesen Weg? Nimm eine Kupfermünze, füge Salz, Tamarinde und Karam zusammen und verreibe sie mit Fruchtsaft. Überziehe das Kupfer sorgfältig damit, lege es in eine Schale und versiegele sie. Durch eine ordentliche Putam-Behandlung werde es gereinigt.

2042. Führe diese Reinigung zehnmal in gleicher Weise durch. Die Menge des Präparats beträgt die Hälfte des Kupfers. Durch die Putam-Behandlung wird es gereinigt. Nach gründlicher Reinigung pulverisiere es. Füge Tuttam, das weiße Pashanam, wirksames Viram, Karam und Sutam hinzu; verbinde dies in entsprechendem Anteil mit Perandam.

Anmerkung: Perandam, wörtlich ‚großes Ei‘, bleibt als traditionelle Rezeptbezeichnung erhalten; die genaue Mengenrelation ist nicht eindeutig.

2043. Verreibe alles mit dem Milchsaft der Erukku-Pflanze. Nach vier Samam kräftigen Verreibens nimm die wachsartige Masse, mein Sohn. Feile das Kupfer ab, mische die Späne gründlich ein und gib alles in einen Tiegel. Setze einen Deckel darauf, versiegele ihn und blase das Feuer im Cara-Ofen kräftig an. So entsteht Cunnam.

2044. Nimm dieses geeignete Cunnam und füge die Stoffe wie zuvor hinzu. Erhitze es wiederholt mit dem Blasefeuer bis zum richtigen Zustand; es werde ein Parpam ohne verbleibende Rohfärbung. Behandle dieses Parpam fünfmal mit dem Blasefeuer. Das rohe Kupfer, das sonst nicht verglüht, verliert seine Unreinheit vollständig; das gepriesene Parpam wird weiß.

Anmerkung: Die Negationen in der Zeile über das rohe Kupfer sind syntaktisch schwierig; der beschriebene Endzustand ist ein weißes Parpam.

2045. Nimm das so gewonnene Parpam, mein Sohn. Entferne beim Cittandam die Haut und füge es zu gleichem Anteil hinzu. Gib alles ohne weitere Worte in den Tiegel und versiegele ihn. Damit der rohe Zustand vollständig schwindet, erhitze noch einmal im starken Blasefeuer. Es entsteht ein makelloses Parpam. Höre noch mehr über dieses große Parpam.

Anmerkung: Cittandam bedeutet wörtlich ‚kleines Ei‘; die Tierart ist nicht genannt.

2046. Gib das Parpam in den Reibstein und verreibe es vier Samam mit dem berühmten Jaya-Nir aus Caram. Fülle den Stoff in einen Tiegel, versiegele ihn fest und erhitze ihn mit dem Blasefeuer; er wird zu Parpam. Nimm dieses vortreffliche Parpam, mein Sohn, und bringe es in eine Rastali-Frucht.

2047. Die Frucht werde dadurch fest. Nimm eine reiskorngroße Menge mit frischer Butter als Begleitmittel ein, sagt der Text: Der Körper werde wie eine Steinsäule, graues Haar und Falten verschwänden, beide Augen würden klar. Der Körper festige sich und werfe seine Hülle ab; auf Erden würdest auch du ein Siddha.

Anmerkung: Dies sind historische Wirksamkeitsbehauptungen eines metallhaltigen Präparats, keine bestätigten Heilwirkungen.

2048. Du würdest jugendlich erscheinen, mein Lieber, und dein Alter zeige sich günstig. Wenn du das Parpam so einnimmst, wie ich gesagt habe, nennt man dich im Land einen Siddha. Schmelze zehn Anteile Silber und setze einen Anteil dieses Parpam als wirksame Grundsubstanz zu; sein Feingehalt werde acht Mattru. Das ist ein Umwandlungsverfahren der Siddhas auf Erden.

2049. Unter den Umwandlungen ist dies die Kupferumwandlung, mein Lieber; unter vielen Koti von Verfahren die Umwandlung des Tamparam. Es ist der Weg, den die Siddhas ausführen; wer die wesentlichen Mittel besitzt, wird ihn auf Erden vollbringen. Dem bösen Verräter jedoch geraten Richtung und Verfahren durcheinander, nichts gelingt ihm. Vermische dieses Parpam mit dem als Begleitmittel dienenden Öl.

Anmerkung: Der Text verwendet für den verurteilten Verräter zusätzlich eine abwertende Kastenbezeichnung.

2050. Wenn du von dem vermischten Öl morgens und abends sorgfältig ein Panam-Gewicht einnimmst, würdest du jugendlich werden, sagt der Text, und große Kraft erlangen, mein Sohn. Wenn die Könige der Erde dich sähen, kämen sie eilends herbei, ehrten dich und gäben Koti von Schätzen, um dieses Parpam zu erhalten. Im Land soll man von dem Parpam nicht offen sprechen.

Gold-Centuram und die Weitergabe des Buches

2051. Nimm zehn Kalancu der glänzenden Goldmünze, guter Mann. Besorge auch Goldfolie und zerreibe die Münze sorgfältig mit dem als Masi bezeichneten Blatt. Füge Cinam in einem Kunri-Gewicht hinzu. Nach vier Samam des Verreibens entsteht, sieh, eine feste wachsartige Masse.

Anmerkung: Die OCR-Lesung der Blattbezeichnung sowie des Verbs für die Bearbeitung der Münze ist unsicher.

2052. Forme aus der wachsartigen Masse eine Scheibe und lass sie gut in der Sonne trocknen. Lege sie in eine Schale, versiegele diese und führe Putam aus; sie wird zu Centuram. Nimm es heraus und betrachte es: Es sieht wie schwarzes Centuram aus. Wiederhole das Verfahren zehnmal auf diese Weise; so entsteht ein wirksames Centuram.

2053. Nimm das Centuram, mein Sohn, und füge Taram und Kenti zu einem Viertel hinzu. Von dem gebundenen Caram gib nach der Vorschrift einen Achtelanteil dazu. Verreibe alles vier Samam mit Jaya-Nir, wie ich es gesagt habe. Verreibe es sorgfältig mit dem Jaya-Nir der sechs Stoffarten und forme daraus rasch Plättchen.

2054. Klopfe die Plättchen sorgfältig münzenförmig aus und lasse sie trocknen. Breite sie in einer runden Schale aus, mein Sohn, bedecke sie mit einer zweiten Schale und versiegele die Anordnung. Bei einem angemessenen Kukkuta-Putam in der Schale werden sie rot. Führe dieses Putam genau dreimal aus, mein Lieber; dadurch tritt die rote Farbe hervor.

2055. Bewahre das rote Centuram auf. Es ist im Land nicht leicht zu erlangen, selbst für einen Shiva-Yogi. Für einen Erkenntnisweisen der Askese werden alle Siddhis möglich; gibt es auf Erden einen Siddha wie ihn? Den mit sündhaftem Werden Belasteten fällt dieses Buch nicht zu, mein Lieber. Wer eine noch unerfüllte Verbindung aus früherem Leben mitbringt, erhält das Buch durch Shivas Wirken; andere im Land erhalten es nicht.

Fluchlösung, Cina und Reise zum Meru

2056. In einem früheren Yuga traf Kalangi der mächtige Fluch des Miruttu Rishi. Er ging in die herrliche goldene Stadt und [eine Handlung gegenüber Kanna Piran ist unklar]. Im lieblichen Treta-Yuga war Kalangi ein klarer, reiner Herr. Durch den Fluch des Guru-Herrn wich der Fluch des jungen Kalangi.

Anmerkung: Der Vers ist an entscheidenden Stellen beschädigt; wer hier wen verflucht und wodurch der Fluch endet, lässt sich nicht sicher auflösen.

2057. Nachdem dieser gewichen war, ging der Guru-Herr Kalangi in die goldene Stadt und erlangte dort seinen Rang. Karuvurar und Kamalar gingen gütig nach Cina. Als sie daran dachten, mich, den Schüler des erhabenen Kalangi, herbeizurufen, legte ich, ihr Diener, die Kulikai an und flog in das Land Cina.

2058. Ich ging in jenes Land und sah den ausgezeichneten Kamalamuni. Liebevoll verehrte ich seine Füße, mein Lieber. Da wurde der Fluch des Gurus aufgehoben. Im Treta-Yuga hatte ich Kalangi Nayar mit Puja verehrt. Für mich wurde der Fluch dann im Kali-Yuga liebevoll und vollständig aufgehoben.

Anmerkung: Die Verschiebung zwischen Treta- und Kali-Yuga gehört zur Darstellung der Vorlage und wird nicht chronologisch geglättet.

2059. Danach, im hundertzehnten des Kali-Yuga, flog ich liebevoll mit der Kulikai und erlangte auf Erden den berühmten Namen Bogar, den Himmlischen gleich. Ich ging zu den Füßen des lieblichen Kalangi, schaute ihn und empfing seine Gnade. Durch meinen herrlichen Vater und Guru lebte ich Koti Yugas auf der Erde.

Anmerkung: Bei ‚hundertzehnten‘ fehlt die ausdrückliche Zeiteinheit; ‚Jahr‘ wird deshalb nicht ergänzt.

2060. Mit der Kulikai versehen, wollte ich überall auf der Erde umherziehen und alles betrachten. Mit dieser Kulikai, die nicht fallen lässt, ging ich zum Meru. Als ich aufmerksam in alle vier Richtungen schaute, sah ich nördlich des Meru Menschen von goldener Farbe. Ihr Lebensalter beträgt eine Lakh; ihre herausragende Gottheit ist Shakti.

Anmerkung: Die Zeiteinheit bei der Lebensdauer wird nicht ausdrücklich genannt.

Die vier Weltgegenden und ihre Bewohner

2061. Östlich des Meru, mein Lieber, sind die dortigen Menschen von blauer Farbe. Ihre beständige Lebensdauer beträgt zwei Lakh; ihre bleibende Gottheit ist Vishnu. Westlich des Meru sind die berühmten Menschen von blutroter Farbe. In Reinheit wird Kailasa genannt; sie verweilen in dem Zustand des Bewusstseins ihres eigenen Wesens.

Anmerkung: Die Verbindung von Kailasa mit der westlichen Bevölkerung ist sprachlich beschädigt. Die Farben gehören zur mythischen Geographie des Textes.

2062. Ihre Lebensdauer beträgt zwei Lakh; stets schauen sie den Zustand des eigenen Wesens. Südlich des Meru, mein Lieber, sind die Menschen von dunkler Farbe. Ihre karmisch bestimmte Lebensdauer nennt man hundert; doch im Kali-Yuga erreichen sie selbst dies nicht. Nach einem kurzen Leben sterben sie, schöner Jüngling: Viel Unrecht herrsche dort.

2063. Die dortigen Menschen begingen grausame Taten und lebten ohne Achtung. Sie seien widerspenstig, verletzten die Ordnung und würden zu unverbesserlichen Sündern. Von niedrigem Wahn ergriffen, handelten sie wirr; rasch gehe ihr Körper zugrunde. Betrug und Lüge seien alte Gewohnheiten. Betrachte, sagt der Erzähler, das Verhalten dieser Menschen.

Anmerkung: Die pauschale Herabsetzung der südlichen Bevölkerung folgt der historischen Weltschilderung und ist keine Tatsachenbeschreibung.

2064. Sieh: Es gibt viele Lehrschriften, falsche Erkenntnisweise und wahre Erkenntnisweise. Ihre Speisen sind von vielerlei Art: Sie nehmen Gemüse und Milch zu sich, essen verschiedene Früchte und nehmen unzählige berauschende Mittel. Die zuvor genannten Menschen der anderen drei Weltgegenden dagegen ernähren sich von Früchten.

Bindung von Viram und mineralische Umhüllung

2065. Höre einen weiteren Weg: das glänzende Viram, das Kochi-Viram, das Viram aus Cina. Von diesem wirksamen Viram nimm ein Palam. Sieh nun das Öl für die Bereitung des Viram: Verwende den als Anai bezeichneten Vilangu, bereite daraus Öl und bringe Kenti hinein.

Anmerkung: Anai-Vilangu erscheint als Tier- oder Stoffbezeichnung; die genaue Identifikation bleibt offen. Das Wort viḷāṅku kann einen Aal bezeichnen.

2066. Verreibe das hinzugefügte Kenti sorgfältig vier Samam. Höre, was nach dem Verreiben folgt: Gewinne behutsam das Öl und behandle damit das Viram durch Curukku. Das Viram wird deutlich fest gebunden. Höre nun die äußere Umhüllung: Verwende Turucu und Singi.

2067. Mit Singi ist Mirutar-Singi gemeint, mein Lieber. Dazu kommen Puram, Tuttam, Caram, Karam, Kantam und Kuruntakkal; ferner Javvadu, Punuku, Puram, Abini, Kenti, Lingam und Cinam. Von jeder Stoffart nimm ein Virakan, mein Lieber.

Anmerkung: Puram wird in dieser Lesung zweimal genannt. Die Duftstoffreihe ist wegen fehlender Worttrennung nicht völlig sicher.

2068. Füge all diese Stoffe in den genannten gleichen Mengen zusammen, guter Mann, und verarbeite sie mit Honig zu einer wachsartigen Masse. Verreibe bis zur passenden Wachskonsistenz und nimm die Masse heraus, mein Sohn. Lege sie als Mantel um das gute Viram; durch ordentliches Putam wird es gebunden. Teile die Wachsmasse in fünf Portionen und umhülle damit das Viram.

2069. Bringe den Mantel auf diese Weise fünfmal an, mein Lieber. Versiegele das Gefäß sorgfältig und führe die Putam-Behandlung unter Sandbedeckung aus. Sieh, das Viram wird fest gebunden. Entferne jeweils die äußere Umhüllung und trage sie insgesamt fünfmal auf. Wenn du es so dem Putam aussetzt, wird das berühmte Viram gebunden.

Salzbett, Viram-Parpam und Umwandlung

2070. Nimm die Perle des gebundenen Viram, mein Augenstern, und höre aufmerksam. Füge die Salze hinzu: gewöhnliches Salz, das geschätzte Vedi-Uppu und Valaiyal-Uppu, Parai-Uppu sowie festes Kal-Uppu, alle zu gleichen Teilen. Gib sie in einen runden Topf, mein Sohn, und gieße den Milchsaft von Tirukalli hinzu.

2071. Beim Eingießen schäumt der Milchsaft stark auf. Erhitze, guter Mann, bis er eingekocht ist. Der stark riechende Kalli-Milchsaft kocht ein und bleibt als feste Masse zurück. Decke den Topf mit einem oberen Topf zu und versiegele die Anordnung gründlich. Setze sie in der Valuka-Anordnung auf den Herd und erhitze kräftig acht Samam.

2072. Während der acht Samam des Erhitzens schmilzt und bindet sich das Salz, mein Sohn. Das gebundene Salz erscheint wie Parpam. Pulverisiere es und gib die Hälfte in einen festen Topf. Lege das gebundene Viram in die Mitte und schütte die andere Hälfte des Pulvers sorgfältig darüber.

2073. Decke es mit einem Topf ab und erhitze kräftig drei Tage. Nimm es anschließend heraus: Es ist ein Parpam, als hätte Shiva mit dem Stirnauge es gebrannt. Wie sollte man dieses unvergängliche Parpam beschreiben? Bewahre es sorgsam auf. Nimm Kupfer, schmelze es und setze auf zehn Anteile einen Anteil zu.

2074. Sobald es zugesetzt ist, schwindet die Unreinheit des Kupfers, und die Sonne, das Kupfer, wird gut gebunden. Schmelze dann Silber und setze auf vier Anteile einen Anteil hinzu. Noch ehe es ganz eindringt, wird das Silber reif gefärbt; sein Feingehalt beträgt sieben Mattru. Füge auf vier Anteile einen Anteil Gold hinzu und schmelze es ohne Abweichung.

2075. Bringe es zum Schmelzen, gieße und bearbeite es, guter Mann. Durch Putam erhält es reife Goldfarbe und wird zu Gold; dies ist eine Umwandlung der Siddhas auf Erden. Von der wirksamen Grundsubstanz aus sind vielerlei Umwandlungen zu sehen, Koti über Koti von Verfahren; dieses wird als vierfach bezeichnet. [Die Wendung über die rote Farbe ist beschädigt.] Mische das Parpam ein und erhitze mit dem Blasefeuer.

Dem Cunnam zugeschriebene Wirkungen

2076. Gib es für das Blasefeuer in den Tiegel, mein Sohn, setze einen Deckel darauf und versiegele ihn fest. Stelle den Tiegel in den Ofenraum und blase das Feuer an: Wie sollte man dieses völlig reine Cunnam beschreiben? Nimm es nach der Vorschrift mit Butter als Begleitmittel ein, sagt der Text. Geschieht dies ein Mandala lang zusammen mit der Nahrung, sollen die Meka-Leiden weichen.

Anmerkung: Die anschließenden Verse behaupten Heilwirkungen für ein mineralisches Präparat. Die historischen Krankheitsnamen werden nicht ohne Weiteres modernen Diagnosen gleichgesetzt.

2077. Alle einundzwanzig Arten von Meka würden weichen, ebenso das schlimme Nir-Izhivu, Kunmam und Sulai. Harnabsonderung und Harnbeschwerden vergingen, mein Sohn, ebenso das Brennen am Ausscheidungsweg. Mit dem passenden Begleitmittel gegeben, lasse es die Krankheit davonfliegen – was bliebe dann von Krankheit und Hitze? Durst und sämtliche Hitzezustände verschwänden; der Körper bliebe jederzeit kühl.

2078. Der Körper werde kühl und fest wie eine Steinsäule. Das die Familie zugrunde richtende Auszehrungsleiden verschwinde. Nervenschmerzen verließen den Körper und flüchteten zitternd in den Wald. Die Augen zeigten große Klarheit; der Atem richte sich rasch nach unten. Der Husten verlasse freudig den Körper und komme niemals wieder nahe.

2079. Der Körper werde wie eine Steinsäule, und Vata richte sich nach unten. Die neunzig Schleimleiden gingen unfehlbar ins Meer, bedenke es. Es gebe keinerlei besondere Diätvorschriften; viele Koti von Zeiten gehe der Körper nicht zugrunde. So sprach ich, der Rishi Bogar, nachdem ich mich vor den Füßen Kalangi Nathars verneigt hatte.

2080. Prüfe das überlieferte Buch, prüfe seine Versfüße, betrachte Anfang und Ende. Prüfe den Abschluss und die Hinweise, prüfe Koti über Koti von Malen. Wer die eingeübte Handhabung und das Verfahren sorgfältig vollzieht, wird ein Siddha. Wie Duft sich mit einer wohlriechenden Blüte verbindet, so ist derjenige, der es auf Erden vollbringt, ein Yogi.

Anmerkung: Die Wendung über Handhabung und Verfahren ist in der Vorlage leicht beschädigt.

Lingam-Centuram und eine Metallmischung

2081. Betrachte in Sammlung einen weiteren Weg: glänzendes Taram und Lingam. Verreibe Talakam nach der Vorschrift mit dem Öl des Anai, mein Sohn. Streiche es sorgfältig über das Lingam und lass es angemessen in der Sonne trocknen. Behandle es durch Curukku mit Muttermilch; es verkohlt und zerfällt dabei.

Anmerkung: Anai bleibt wie im vorangehenden Rezept unbestimmt; eine Tierart oder Ersatzsubstanz wird nicht ergänzt.

2082. Nimm den zerfallenen Stoff, mein Sohn, und lege ihn in den Reibstein. Verreibe ihn vier Samam mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten. Forme sorgfältig Plättchen und lass sie gründlich in der Sonne trocknen. Lege sie ohne Verzögerung in eine Schale, versiegele diese und führe Putam aus; sie werden rot.

2083. Was soll ich über das rote Centuram sagen? Shiva, Shiva! Bei Silber und Kupfer verwende einen Anteil auf zehn. Setze den einen Anteil gut zu und erhitze mit dem Blasefeuer: Du wirst die Umwandlung sehen, die die Meister ausführen. Dem asketischen Erkenntnisweisen zeigt sich acht Mattru; dem Habgierigen fällt es gewiss nicht zu. Wer die Bindung an das Werden ablegt und rechtschaffen ist, dem gelingt dieses Verfahren unfehlbar.

2084. Kalangis verehrungswürdige Füße berührend, singe ich, damit die Schüler leben können. Nimm zehn Kalancu gutes Gold, zwei Kalancu gutes Kupfer, zwei Kalancu festes Silber und vier Kalancu Nagam. Dazu zwei Kunri Vangam. Schmelze alles angemessen und betrachte das Ergebnis.

2085. Wenn du es herausnimmst, beträgt sein Feingehalt acht Mattru. Meine Kinder, die Alchemisten der Welt erkennen es mit ihrer vorschnellen Art nicht. Sie reden, als hätten sie die ganze Vorschrift erschöpfend erfasst, sehen aber den eigentlichen Ansatz der Umwandlung nicht. Ohne den Zugang zu finden, bleiben sie leer. Mit schlechten Gefährten verbunden, verlieren sie den richtigen Zustand und ziehen auf Erden umher.

Anmerkung: Die Formulierung über die vorschnelle Art und die Bezeichnung der Gefährten sind in der OCR unsicher.

Metallmischungen und Lebensunterhalt

2086. Die Widerspenstigen ziehen wie Hunde umher und erkennen keinen der verborgenen Kunstgriffe der Meister. Wie Gespenster sind diese eitlen Leute; Koti über Koti gehen auf diese Weise zugrunde. Wenn die fünf Metalle wie eine Mutter bereitstehen, kann es dann jemals am Lebensunterhalt fehlen? Lass die Geschichte der Täuschung hinter dir, mein Sohn: Ein Siddha lebt auf Erden wie ein König.

2087. Höre noch einen Weg für den Siddha. Kupfer sei ein Anteil – verständiger Schüler, gib es nicht preis –, gepriesenes Silber drei Anteile und reines Gold sechs Anteile. Dazu zwei Kunri Venkaram. Gib alles zusammen in den Tiegel, schmelze es und gieße es so aus, dass kein Fehler entsteht.

2088. Beim Ausgießen erreicht das Gold acht Mattru; es zeigt den richtigen Zusammenhalt bei vollem Gewicht. Es täuscht nicht und ist gegen Putam beständiges Gold. Niemand erkennt die Anteile seiner Mischung. Dies ist die Mischvorschrift der Meister, die Verborgenes erschließt. Ich habe Zuneigung zu den Menschen gefasst. Wenn du Gold willst, mein Lieber, führe es aufmerksam auf diese Weise aus.

Anmerkung: Die OCR-Ziffer lautet 2068; der Vers folgt auf 2087 und steht vor 2089. Die Versnummer 2088 ist im PDF auf Seite 273 bestätigt.

2089. Höre noch eine Mischvorschrift, mein Lieber. Gold in Barrenform: vier und ein Viertel. Reines Kupfer: anderthalb und Arikkal. Silber: Arikkal und drei Viertel. Nimm die Gewichtsanteile vollständig und sorgfältig; dazu zwei Kunri Nagam. Schmelze alles gründlich und nimm es heraus.

Anmerkung: Die in der Vorlage als arikkāl/varikkāl erscheinende Bruchbezeichnung bleibt wegen unsicherer Lesung unaufgelöst; eine Maßeinheit ist für die Hauptanteile nicht ausdrücklich genannt.

2090. Das Ergebnis erreicht achteinhalb Mattru, frei von Fehlern. Ohne die geringste Abweichung besteht es im Putam; das schöne Gold besitzt sehr frische Farbe. Verwirf diese Vorschrift nicht: Sie ist auf Erden nur schwer zu erlangen. Ich habe sie wahrheitsgemäß dargelegt, nachdem ich mich fest entschlossen vor Kalangi verneigt hatte.

2091. Noch einen Tanz der fünf handelnden Herren gibt es auf Erden; höre seine Darlegung. Frisches Gold: sechs und ein Viertel. Kupfer: ein und drei Viertel. Silber: Arakkal. Reines Nagam: drei Kunri. Füge alle Stoffe zusammen und schmelze sie sorgfältig im Tiegel.

Anmerkung: Arakkal, wörtlich ‚halbes Viertel‘, bezeichnet einen Achtelanteil. Die fünf handelnden Herren bilden hier das religiöse Bild für die Metallkunst.

2092. Nach dem Schmelzen nimm es heraus und brich es zur Prüfung auf. Guter Mann, das Gold hat acht Mattru. Für ausgedehnte Arbeiten ist es gut geeignet; lässt sich ein gleichwertiges Gold benennen? Dieses kraftvolle Gold besitzt frische Farbe. Es ist eine Umwandlung, die die Meister in der Welt ausführen. Große Geschicklichkeit in den verborgenen Handgriffen ist nötig; im Land ist sie schwer zu erlangen und gehört dem Yogi.

Vertraulichkeit und weitere Mischvorschriften

2093. Dieses Umwandlungsverfahren eignet sich für einen Yogi, der als Hausvater lebt. Niemand erkennt seinen inneren Kunstgriff. Es ist eine Kunst, mit der Gefährtin zusammen zu leben; den in Karma Verstrickten wird sie im Land nicht zuteil. Auch wenn Leib und Leben vergehen, mein Lieber, verrate sie niemandem. Gefährtinnen gibt es viele; wer sich in trügerischer Zuneigung an dich hängt, den halte fern.

Anmerkung: Die Wendung über den inneren Kunstgriff und die abschließende Personenbezeichnung sind beschädigt; ihr genauer sozialer Bezug bleibt offen.

2094. Solche fernzuhalten ist auf Erden sehr gut; einen rechtschaffenen Menschen findet man nur selten. Betrachte wahrheitsgemäß einen weiteren Weg. Prüfe den Ansatz und führe das Schmelzen zu Ende. Verwirf ihn nicht als lästig, mein Sohn: Die Lehrschrift ist keine Lüge, sondern Wahrheit. Kupfer sei zweieinviertel; für das wesentliche Silber nennt die Schlusszeile eine beschädigte Mengenangabe.

2095. Das Silber sei viereinhalb; gutes rotes Gold zweieinviertel. Nagam sei eineinviertel. Gib alles aufmerksam in den Tiegel und schmelze es vollständig. Das helle Silber nimmt frische Goldfarbe an; das reif gefärbte Gold hat sieben Mattru. Seine eindringende Farbe bleibt im Innern. Gieße es behutsam aus, bearbeite es und führe Putam aus.

2096. Dadurch nimmt das Gold zu, und du siehst seinen Feingehalt steigen. Höre nun noch ein weiteres Verfahren. Gold: viereinviertel. Kupfer: eineinviertel. Nagam: Mukkani. Silber: Varikkal und ein Viertel. Reines Vangam: ein Kunri.

Anmerkung: Die Bruchangaben Mukkani und Varikkal bleiben hier als traditionelle Bezeichnungen erhalten, weil die OCR-Trennung keine sichere Gesamtmenge erkennen lässt.

2097. Nimm auch das Kunri hinzu, füge alles zusammen und schmelze es aufmerksam im Tiegel. Der Feingehalt beträgt acht Mattru, und das kräftige Gold besitzt gute Beschaffenheit. Gieße und bearbeite es; durch sorgfältiges Putam zeigt es frische Farbe. Dies ist die Vorschrift der siegreichen Siddhas, Weisen und Rishis, eine auf Erden außerordentliche Kunst.

2098. Noch eine solche Kunst werde ich erklären: die Vorschrift, die Sadashiva Uma offenbarte. Gold: zwei und Varikkal. Helles Kupfer: drei Viertel. Gebundenes Nagam: ein Viertel. Silber: anderthalb. Venkaram: ein Kunri. Gib alles sorgfältig in den Tiegel und schmelze es.

Anmerkung: Die Wortfolge varikkāl raṇṭu lässt die genaue Verbindung der Bruchangabe mit der Zwei offen.

2099. Danach erhält das Gold seine Prägung beziehungsweise Gestalt. Gieße und bearbeite es sorgfältig und führe Putam aus; sein Feingehalt tritt hervor. Dieses angemessene Umwandlungsverfahren ist die Kunst der Siddhas. Nun erkläre ich aufmerksam noch ein anderes Verfahren, mein Sohn, höre: Nimm einen Anteil Gold und füge ein Viertel Kupfer hinzu.

2100. Füge Silber zu Varikkal und gutes Nagam ebenfalls zu Varikkal hinzu. Schmelze alles gründlich und betrachte es: Der Feingehalt beträgt neun Mattru. Gieße und bearbeite es und führe Putam aus; danach beträgt der Feingehalt sieben Mattru. Dies ist ein sorgsam ausgeführtes Umwandlungsverfahren der Siddhas; auf Erden wird es der Shiva-Yogi erkennen.

Anmerkung: Die Abfolge von neun und danach sieben Mattru steht so in der Quelle; sie wird nicht vereinheitlicht.

Centuram, wiederholtes Putam und Prüfverfahren

2101. Wer die wesentlichen Mittel besitzt, wird es sehen; ebenso der Verständige und der vom Geschick Begünstigte auf Erden. Betrachte noch einen Weg: die Herrlichkeit eines großen Centuram, mein Lieber. Nimm das als Krishna-Pirokam bezeichnete Material, guter Mann, vier Cer. Bereite es butterartig und nimm die gewonnene Masse heraus.

Anmerkung: Die Stoffbezeichnung und die letzte Beschreibung der Masse sind in der OCR beschädigt; eine chemische Identität wird nicht ergänzt.

2102. Von der gewonnenen Substanz nimm zwei Cer; scharfes Vedi-Uppu ein halbes Cer, Kenti ein Viertel Cer und Aya-Cattu ein Viertel Cer. Füge die drei zusammen und gib sie ohne Abweichung in den vertieften Reibstein, mein Sohn. Gieße Erukku-Milchsaft hinzu, verreibe und forme Plättchen.

Anmerkung: Die Vorlage nennt zunächst vier Mengen, spricht dann von ‚den drei‘. Dies kann die drei Zusätze zur Grundsubstanz meinen; die Zahl wird beibehalten.

2103. Lass die geformten Plättchen in der Sonne trocknen, lege sie sorgfältig in eine Schale und versiegele diese. Führe ein angemessenes Gaja-Putam aus, lass alles vorschriftsmäßig abkühlen und nimm es heraus. Das feste Centuram erscheint schwarz. Wiederhole dies zehnmal; das Centuram wird kohlenschwarz. Höre nun, wie es rot wird.

2104. Damit das Centuram rot wird, verreibe es sorgfältig mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten und Karam acht Samam lang, bis es butterartig ist. Forme Plättchen, mein Sohn, und lasse sie gründlich in der Sonne trocknen. Lege sie in eine Schale, versiegele diese und führe ein gutes Putam aus: Sie werden rot.

2105. Dieses Centuram erhält hundert Putams. Wie könnte man seine mächtige, dem Morgenrot gleichende Farbe beschreiben? Nimm einen Anteil des Centuram-Cattu und füge einen Anteil Gold hinzu. Verarbeite es sorgfältig mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten, forme Plättchen und lasse sie trocknen. Führe ein Kukkuta-Putam aus: Dieses makellose Centuram lässt sich kaum beschreiben.

2106. Bewahre das Centuram auf. Schmelze Silber und Kupfer und setze einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz auf zehn Anteile zu; der beständige Feingehalt beträgt acht Mattru. Füge nach der Mischvorschrift auf vier Anteile einen Anteil Gold hinzu, mein Lieber. Schmelze es und nimm es heraus: Sein Feingehalt wird noch höher.

2107. Prüfe das Centuram so, mein Lieber: Gieße Wasser in ein Gefäß aus ungebranntem Ton und mache Öffnungen hinein. Gib ein Kunri Centuram hinzu und hebe das Gefäß an. Die Öffnungen, durch die das Wasser entweicht, sollen sich verschlossen zeigen. Ohne von der Vorschrift abzuweichen: Sieh, wie außerordentlich dieses gute Centuram sei.

Anmerkung: Dies ist die vom Text behauptete Probe; ihre Wirkung wird nicht als nachgewiesen dargestellt.

2108. Nimm ein Kunri dieses außerordentlichen Centuram ein, sagt der Text: Die zwanzig Meka-Arten verschwänden, mein Lieber. Matu-Mekam werde vernichtet; Nir-Izhivu fliehe ins Meer und sei nicht mehr zu sehen. Die Begleitmittel für das Centuram nenne ich: Vallarai-Pulver und Avarai-Pulver. Nimm es sorgfältig mit solchen Begleitmitteln.

2109. Zur Einnahme dienen auch Honig, Ghee und frische Kuhbutter, guter Mann. Ebenso dienen Grita-Zubereitungen, Lehyas und gute Pulver als Begleitmittel. Gibt man es mit einem Absud aus Blüten [die Pflanzenangabe ist beschädigt], sollen die Meka-Leiden weichen. Mit den genannten Arten von Abkochungen verabreicht, vertreibe es die Meka-Leiden gewiss.

2110. Der Körper werde fest; selbst wenn man umherzieht, richte sich der Atem nicht nach oben. Der Leib bleibe stets wie eine Steinsäule, und man könne immer in Fülle leben. Doch man muss sich dem höchsten Herrn, Paraparam, nähern. Nähert man sich ihm nicht, gibt es weder Frucht noch Blüte. Kalangi verehrend, habe ich dies in Demut und guter Weise besungen.

2111. Was soll ich über dieses vortreffliche Kanda sagen? Es enthält die Umwandlung, die die Meister auf Erden vollbringen. Sage: Wird sie einem in Karma Verstrickten zuteil? Sie kommt vielmehr den Menschen ohne Makel zu. Wer die wesentlichen Mittel besitzt, wird sie geschickt erkennen und ein Verdienter sein. Wird irgendjemand im Land den Weg so erklären, wie ihn der wohlwollende Rishi Bogar dargelegt hat?

Kupfer-Centuram mit Kenti und Rasam

2112. Ich werde eine Kupferumwandlung erklären. Nimm reine Kupfermünzen, insgesamt zwei Cer, und vier Cer Kenti. Pulverisiere das Kenti, mein Sohn, und höre, damit kein Fehler entsteht. Gib es zunächst unten in einen weitmündigen Topf.

2113. Gib die Hälfte des Kenti auf den Boden. Lege die Münzen auf diese Schicht, mein Lieber, und bedecke sie mit dem übrigen Kenti. Setze einen oberen Topf darauf und versiegele die Anordnung sehr fest. Erhitze sie auf dem Herd in der Valuka-Anordnung sorgfältig acht Samam.

2114. Während dieser acht Samam wird das Kupfer, mein Sohn, zu einer spröden Masse. Die feste Masse wird brüchig: Es ist die brüchige Form des stark wirksamen Kupfers. Bleibe nicht töricht, sondern höre, mein Sohn. Nimm das Kupfer, lege es in den Reibstein und zerstoße es sorgfältig zu Pulver.

Anmerkung: Die Ausdrücke veṭṭai und toṭṭi bezeichnen hier den Zustand des behandelten Kupfers; ihre technische Bedeutung ist nicht völlig sicher.

2115. Füge dem zerstoßenen Stoff dieselbe Menge Sutam hinzu und verreibe sorgfältig vier Samam, bis er wie eine Paste wird. Forme Plättchen und lasse sie trocknen, mein Junge. Lege sie in eine Schale und versiegele diese. Hebe eine Grube aus und schütte Sand hinein. Setze die Schale genau in die Mitte und schütte weiteren Sand darüber.

2116. Entzünde das Feuer und führe Putam aus; verwende dreißig Brennfladen. Lass das Feuer vorschriftsmäßig erkalten und nimm die Schale heraus: Der Stoff erscheint wie Kalanku. Gib Fruchtsaft hinzu und verreibe kräftig vier Samam. Beachte das zuvor genannte Verfahren und führe auf diese Weise zehn Putams aus.

Anmerkung: Kalanku bleibt als technische Bezeichnung für das Zwischenprodukt erhalten.

2117. Wenn die zehn Putams beendet sind, nimm zwei Kalancu Kenti. Füge sie dem mit Rasam verbundenen Kupfer hinzu und verreibe alles vier Samam gründlich mit Fruchtsaft. Forme sorgfältig Plättchen und lasse sie trocknen, ausdrücklich in der Sonne. Lege sie dann in eine Schale und verschließe diese mit einem Deckel.

2118. Führe ein äußeres Putam aus, mein Sohn; die Zahl der Brennfladen sei zehn. Entzünde das Feuer und vollziehe Putam an einem windgeschützten Ort. Lass es erkalten und nimm es heraus. Füge nach derselben Vorschrift erneut zwei Kalancu Kenti hinzu und verreibe es ohne Zögern.

2119. Verreibe mit Fruchtsaft, mein Lieber, vier Samam lang. Führe Putam vollständig wie zuvor aus, insgesamt neunmal. Wenn die betreffende Farbe noch bestehen bleibt, gib aufmerksam noch neun weitere Behandlungen, mein Lieber. Ohne von der Vorschrift abzuweichen, führe die Putams aus; es wird rot.

2120. Bewahre das Centuram auf. Bei Silber gilt ein Anteil auf zehn. Verneige dich im Vertrauen auf die Gnade des herrlichen Gurus, schmelze das Silber und setze einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz zu. Sieh, es erscheint wie ein dunkler Kern. Lege es in eine geeignete Schale und erhitze mit dem Blasefeuer; der Feingehalt beträgt acht Mattru. So habe ich, Bogar, es geordnet besungen.

2121. Bogars Wort sei keine Lüge, mein Lieber; die Alchemisten auf Erden würden es noch sehen. Dieses Präparat solle die Krankheiten vertreiben, Krankheiten in hundert Formen. Mit dem jeweils geeigneten Begleitmittel eingenommen, lasse es alle Leiden davonfliegen. Der Körper werde wie eine Steinsäule und die Gestalt fest und kräftig.

Anmerkung: Die universalen Heilversprechen sind Aussagen des Werkes, keine bestätigten medizinischen Wirkungen.

2122. Der Glanz des Körpers strahle stark; graue Haare und Falten verschwänden vollständig. Beide Augen würden kühl und klar, und du würdest ein Held, einem kraftvollen Stier gleich. Jugend bleibe zu allen Zeiten erhalten; stets sei Lebensdauer vorhanden. Zu Kalangi Aiyars Füßen gelangt, habe ich begonnen, dies auszusprechen. Höre weiter.

Yoga, Vasi und die Verehrung der Mutter

2123. Höre: Du musst die Yoga-Praxis ausführen und den festen grobstofflichen Körper zur Ruhe bringen. Achte auf Vasi, damit es nicht nutzlos entweicht. Geht die Zeit vergeblich dahin, wird der Yoga zunichte. Du musst dich Chidabhasa nähern und stets am höchsten Bewusstsein festhalten. Du musst Manonmani verehren. Wenn du die Mutter verehrst, kannst du leben.

2124. Höre noch ein Verfahren, durch das man leben kann. Die Meister besitzen viele verborgene Kunstgriffe; prüfe ihre Aufrichtigkeit. Die beständige alchemistische Kunst ist kein Betrug. Es gibt viele Koti von lebensfördernden Siddha-Verfahren. Werden die Würdigen ihr Geheimnis je offen sagen? Auch wenn du demütig viele Bücher betrachtet hast: Auf Erden wird niemand es so erklären wie ich.

2125. Auch ich habe jene Lehrschriften betrachtet. Niemand hat gesprochen wie ich, der Diener. Sie dichteten Werke, hoch wie Berge; Koti über Koti von Büchern gibt es in Menge. Alle diese Schriften verhüllen. Sie angemessen zu verstehen, sei dennoch leicht. Viele Menschen verfehlten den Hinweis und gingen fehl; Koti von ihnen starben auf Erden.

Anmerkung: Die Spannung zwischen verhüllter Lehre und angeblich leichter Erkenntnis bleibt im Wortlaut bestehen.

Kupfer-Centuram mit Talakam und wiederholtem Putam

2126. Nimm die Kupfermünzen und reinige sie ohne Fehler, mein Lieber. Ziehe nicht erschöpft umher; höre, König. Verwende ehrfürchtig vier Cer Kupfer und acht Cer Talakam. Pulverisiere letzteres sorgfältig und höre die Erklärung: Ordne es in einem weitmündigen Topf so an, wie es die Meister gesagt haben.

2127. Gib zunächst die Hälfte des Taram unten in den Topf. Lege die Münzen in die Mitte und schütte das übrige Pulver darüber. Decke die Anordnung sorgfältig mit einem oberen Topf zu und versiegele sie fest. Setze sie in der Valuka-Anordnung auf den Herd und erhitze kräftig acht Samam.

Anmerkung: Der Stoff heißt im vorigen Vers Talakam, hier Taram. Die wechselnde Benennung wird beibehalten.

2128. Beim Erhitzen wird die Münze zu Kalankam und erscheint wie eine spröde Masse. Nimm dieses Kalanku heraus und füge die gleiche Menge Sutam hinzu. Höre weiter: Gib Fruchtsaft nach der Vorschrift hinzu, mein Sohn. Verreibe alles acht Samam lang im vertieften Reibstein, ohne etwas zu verstreuen.

2129. Nach acht Samam des Verreibens erscheint es wie die beschriebene spröde Masse. Forme aus dem gebundenen Kupfer Plättchen und lasse sie gründlich in der Sonne trocknen. Lege die Kupferplättchen vorschriftsmäßig in eine Schale, mein Sohn. Schütte Sand in die Grube und setze die Plättchen in deren Mitte.

2130. Schütte weiteren Sand darüber, entzünde das Feuer und führe Putam aus, und zwar ein Kukkuta-Putam. Nimm es danach heraus und höre weiter. Wiederhole dies zehnmal; das Centuram erscheint schwarz. Nimm es heraus und verwende zwei Kalancu Taram.

2131. Füge die zwei Kalancu Taram dem Kalanku hinzu und gib Fruchtsaft dazu, mein Sohn. Nach vier Samam kräftigen Verreibens wird es wie eine geschmeidige Masse. Forme dünne Plättchen, guter Mann, und lasse sie in der Sonne trocknen. Lege sie in eine Schale, versiegele diese und führe Putam mit zehn Brennfladen aus.

2132. Wenn du es herausnimmst und betrachtest, besitzt das Centuram eine einheitliche Farbe. Nimm es heraus und füge erneut Aritaram hinzu. Pulverisiere alles zusammen, mein Sohn, und verreibe es sorgfältig mit Fruchtsaft. Nach gründlichem Verreiben forme Plättchen und lasse sie gut in der Sonne trocknen.

2133. Nach dem Trocknen führe Putam aus; wiederhole dies fünf mal zehn Mal. Wende die eingeübten Handgriffe und das Verfahren ohne Auslassung an, bis rote Farbe erscheint. Wenn das behandelte Kupfer noch nicht rot wird, gib ihm nochmals fünf mal zehn Putams. Wie soll ich das so verfeinerte Centuram beschreiben? Auf Erden ist es selbst für einen Shiva-Yogi schwer zu erlangen.

2134. Vergiss bei dieser Praxis keinen Teil der Vorschrift. Bei jedem Putam sei Taram ein Viertel; zugleich nennt der Vers zwei Kalancu, die zugegeben und verrieben werden. Durch sorgfältiges Putam entsteht Centuram. Wie sollte ich es beschreiben? Bei Silber verwende einen Anteil auf zehn. Schmelze es vorschriftsmäßig und setze die wirksame Grundsubstanz zu: Das kraftvolle Centuram bewirke die Umwandlung.

Anmerkung: Die Viertelangabe und die zwei Kalancu stehen unmittelbar nebeneinander; ihr Verhältnis ist nicht eindeutig erklärt.

2135. Bei dieser Umwandlung siehst du acht Mattru. Nimm das Centuram mit Honig ein, sagt der Text, oder mit Pulvern, Lehyas, kräftigen Grita-Zubereitungen und Butter. Durch dieses Kupfer-Centuram schwänden die Krankheitsformen. Der hinfällige Körper werde wie eine Steinsäule. Dieses machtvolle Präparat sei auch eine wirksame alchemistische Grundsubstanz.

2136. Bewahre das als Grundsubstanz wirkende Präparat auf. Für Kranke auf Erden, angefangen bei Kushta, werde diese kostbare Arznei eingenommen, mein Lieber. Wenn man sie ein Mandala lang nimmt, werde der Körper wie eine Steinsäule, und man lebe viele Koti von Zeiten auf Erden. Wie der große Siddha Kala Rishi würdest auch du ein Siddha auf der Erde.

Hingabe an Kalangi und Kritik fehlgeleiteter Alchemisten

2137. Dieses Verfahren der vollendeten Siddha-Weisen kann nicht jeder im Land ausführen. Voll Hingabe und Zuneigung zu Kalangi Nayars Füßen habe ich, sein Diener, mich für euch vor dem Herrn verneigt, um Befreiung zu erlangen. Den Kopf vor ihm neigend, gab ich dieses Buch heraus. Wer verständig ist, dem gelingt alles; die gänzlich Unwissenden auf Erden erkennen es nicht.

2138. Sie reden viel von Lehrschriften und plappern auf Erden wie Verrückte. Ziellos ziehen sie umher und lassen die großen Lehrschriften als Lügen erscheinen. Wie gewöhnliche Streitsüchtige diskutieren sie, stets vom Verlangen nach der Yoni und von gewöhnlicher Sinnenbegierde getrieben. So verlieren sie Mitte und Ende ihres Weges und geraten in Verwirrung.

2139. Verwirrt erwerben sie sich einen verächtlichen Namen und legen ihrem eigenen Ziel Hindernisse in den Weg. Sie verlieren vollständig alles, werden auf Erden nicht mehr geachtet und büßen ihre Würde ein. Askese, Wohnstätte und Kraft gehen verloren. Maßlos nehmen sie Ganja, jammern und trinken immer mehr Alkohol. Koti von ihnen ziehen zugrunde gerichtet auf Erden umher.

Anmerkung: Die Beschimpfung am Versanfang benutzt erneut eine historische Abwertung mangelnder Mannhaftigkeit.

2140. Als ich mit der Kulikai über die Erde flog, sah auch ich Koti solcher Menschen, mein Lieber. Koti sah ich erschöpft dahinleben; die vielen Geburten lernte ich kennen, ohne ihre Zahl begrenzen zu können. Ich verehrte Kalangi Nayars Füße und besang alle verborgenen Dinge. Höre, Schüler, damit du nicht suchend umherirren musst: Du kannst im Land wie ein Siddha leben.

Nagam, Cukkan und silbergleiche Präparate

2141. Nimm ein Cer Nagam und reinige es sorgfältig mit Iluppai-Öl. Bereite mit Kannadi-Kal durch Verreiben einen Mantel. Für ein Kukkuta-Putam, mein Lieber, lege das Nagam unfehlbar in den Tiegel. Streue das Pulver darüber, mein Sohn, und versiegele es wie für eine Schmelzbehandlung.

Anmerkung: Kannadi-Kal bedeutet hier wörtlich ‚Glasstein‘; seine genaue mineralische Identität bleibt offen.

2142. Wenn die Versiegelung getrocknet ist, führe das genannte Kukkuta-Putam aus. Nimm es danach behutsam heraus und betrachte es. Das Nagam nimmt gelbe Farbe an, seine ‚Augen‘ ziehen sich stark zusammen, und es wird weißlich. Führe dies zehnmal auf dieselbe Weise durch; dann lässt sich von dem erlangten Silber sprechen.

Anmerkung: ‚Augen‘ gibt kaṇ wieder, möglicherweise eine Bezeichnung sichtbarer Poren oder Einschlüsse; die Identifikation ist nicht gesichert.

2143. Nimm ein Cer des Cukkan-Steins, mein Lieber. Verreibe es vier Samam mit dem Jaya-Nir aus vier Stoffarten. Forme sorgfältig Plättchen und lasse sie trocknen. Lege sie in eine Schale und versiegele sie. Lass die Versiegelung in der Sonne trocknen und führe ordentlich ein Gaja-Putam aus.

2144. Was soll ich über das entstehende Parpam sagen? Es besitzt eine leuchtend weiße Farbe. Lege es als Mantel um das Nagam und bringe es im Tiegel darüber und darunter an. Hebe eine Grube aus und führe Putam aus. Das Nagam wird klar und rein. Wiederhole dies zehnmal; es wird dem guten Tuyyan gleich.

Anmerkung: Tuyyan, ‚das Reine‘, steht hier im Zusammenhang der beanspruchten Silberherstellung.

2145. Füge auf zehn Anteile dieses silbergleichen Stoffes einen Anteil echtes Silber hinzu und verarbeite es. Kupfergefäße seien ihm nicht ebenbürtig; vielerlei Schmuck könne daraus entstehen. Bei der Behandlung mit Salz und Hitze zeige es weiße Farbe. O, welch außerordentliche Kunst der Meister! Die Geheimnisse der wahren Lehrschriften prüfend, habe ich sie vortrefflich und geordnet besungen.

2146. Viele haben in ihren Lehrschriften die gewünschten Wege nach der Ordnung besungen. In zahlreichen Büchern beschrieben sie Silber, doch diese Vorschrift legten sie nicht offen dar. Ich verehrte Kalangi und besang das Sapta Kandam auf gute Weise. Durch die Gnade meines herrlichen Gurus habe ich, sein Diener, es für die Menschen über die Erde ausgestreut.

Kati-Karam und das Lob der Schriften Cinas

2147. Höre ein weiteres Verfahren, mein Lieber. Nimm ein Tulam des weißen Kati-Karam. Verreibe es mit dem Milchsaft von Vengai. Nach dem Verreiben während eines Samam forme sorgfältig Plättchen und lasse sie trocknen. Lege sie, wie gesagt, in eine Schale und versiegele diese sehr fest.

Anmerkung: Die Zeitangabe nennt Samam ohne deutlich lesbare Zahl; ‚eines‘ folgt der unbestimmten Einzahl, nicht einer gesicherten Ziffer.

2148. Führe ein Kukkuta-Putam aus. Wie sollte man das so bereitete Parpam beschreiben? Gib es in zehn Anteile Silber; es werde dessen flüssigen Zustand aufnehmen. Setze genau einen Anteil auf zehn zu; es werde dem Velliyam die Flüssigkeit nehmen. Wie sollte man dieses schönfarbige Silber beschreiben? Es ist der machtvolle Tanz der Meister.

Anmerkung: Die Vorlage wechselt zwischen veḷḷi und veḷḷīyam; die genaue Metallzuordnung bleibt hier offen.

2149. Koti solcher kunstvollen Handgriffe und Verfahren gibt es auf Erden – wer erkennt sie? In den großen Lehrschriften hielten sie sie verborgen. Ich, ihr Diener, neigte mich nach der rechten Methode zu den Füßen des erhabenen Kalangi Nayar, pries ihn freudig und verehrte ihn. Ich, Bogar, habe dies sorgfältig besungen, damit die Schüler aufrichtig ihren Lebensunterhalt finden.

2150. Die früheren Siddhas dichteten gütig viele Bücher, mein Lieber. Auch der herrliche Kamala Rishi streute wie ich Koti von Verfahren aus. Doch niemand erklärte es in den lieblichen Lehrschriften so deutlich wie ich. In meinem erhabenen Buch sei nichts falsch. Sieh die große Kraft des Rishi Bogar.

2151. Betrachte Bogars großzügigen Weg und alle seine Bücher. Für wahre Siddhas und Rishis sind sie niemals Lüge, sondern Wahrheit. Ich besang das Sapta Kandam in dieser Gesinnung; es ist zu allen Zeiten ein verlässliches Buch für die Menschen. Die Siebentausend sind ein festes Lehrbuch des Gurus. In besonderer Weise wurden sie den Menschen Cinas zuteil.

2152. Cina ist ein Land voller Neuartigem; alle ausgezeichneten Bücher befinden sich dort. Die Wunder des Himmels und alle Geheimnisse der irdischen Welt hat Kamalar mit Erkenntnis besungen. Koti über Koti haben auf Erden Werke gedichtet. Auch den Ort ihrer Blätter haben wir gesehen. Gibt es auf der Erde jemanden, der sie so gesehen hat wie wir?

Vell-Vangam und Sutam-Centuram

2153. Ich werde den Weg zum Silber erklären: O, die Berührungsumwandlung der Meister! Nimm ein Cer Vell-Vangam. Gib gutes Cunnam aus Cukkan hinzu und kräftiges Cunnam aus Kati. Schmelze es gründlich und nimm es heraus. Das Vell-Vangam verliert seinen flüssigen Zustand und wird zu einer geeigneten spröden Masse.

2154. Füge der spröden Masse dieselbe Menge Sutam und vier Anteile Vedi-Uppu-Cunnam hinzu. Schmelze es vorschriftsmäßig und betrachte es: Es sei makelloses reines Silber. Füge wiederum Silber in gleicher Menge hinzu, sorgfältig zu gleichem Gewicht. Es entspreche einem vollwertigen Rupienmetall. Dies ist der Weg zum wirksamen Silber.

Anmerkung: Das Verhältnis der ‚vier‘ beim Vedi-Uppu-Cunnam ist nicht näher erläutert.

2155. Verwirf diesen Weg nicht; höre, Verdienstvoller. Ich erkläre dir das Centuram des Sutam. Verbinde das Öl des feurigen Kenti mit wirksamem Pashanam-Öl und Karuncurai-Öl. Verreibe damit ein Cer Sutam. Verreibe es ohne Abweichung mit dem Öl der Pey-Curai-Frucht. Die Schlusszeile nennt acht Öle.

Anmerkung: Die acht Öle sind nicht vollständig einzeln aufgezählt. Der nächste Vers nennt außerdem acht Samam; die beschädigte Schlusswendung wird nicht stillschweigend umgedeutet.

2156. Nach acht Samam des Verreibens ist das Sutam ‚getötet‘, mein Sohn. Ist das gebundene Sutam so ‚getötet‘, lassen sich durch Sutam Koti von Künsten erkennen. Forme daraus sorgfältig Plättchen und lasse sie in der schönen Sonne trocknen. Lege sie in eine Schale, versiegele diese und führe Putam aus; sie werden rot.

2157. Bewahre das rote Centuram auf. Shiva, Shiva! Schmelze Silber und setze einen Anteil auf zehn hinzu; sein Feingehalt wird acht Mattru. Füge ehrfürchtig auf zehn Anteile einen Anteil Gold hinzu, schmelze, gieße und bearbeite es. Führe drei Putams aus, Verdienstvoller; das Ergebnis zeigt frische Goldfarbe.

2158. Was soll ich über das frischfarbige Gold sagen? Es ist eine Umwandlung der Meister auf Erden. Sie kommt den wahrhaft Verdienstvollen zu; sage, wird sie grausamen Sündern zuteil? Wenn die Pashupati-Yogis sie erlangen, eignet sich diese Metallkunst für die Guru-Puja. Einem Shiva-Yogi, der einem jungen Kind gleicht, wird sie gewiss in besonderer Weise zuteil.

Anmerkung: Die Wendung cicupālar kann auch als Name Shishupala gelesen werden; der unmittelbare Sinn des Vergleichs bleibt unsicher.

Tri-Kulikai und Bereitung im Sandbad

2159. Höre, wie ich die Tri-Kulikai beschreibe: Rasam, Taram und Kenti. Durch die Gnade des erhabenen Gurus werde ich es erklären. Verreibe sie vier Samam mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten. Durch dieses starke Jaya-Nir wird das Sutam ‚getötet‘; die beiden weiteren Stoffe verbinden sich damit, und die Masse erhält die richtige wachsartige Beschaffenheit.

2160. Forme aus der Wachsmasse eine Scheibe und lasse sie sorgfältig in der Sonne trocknen. Lege sie in eine Tonschale, bedecke sie mit einem Deckel und versiegele sie gründlich. Führe Putam unter Sandbedeckung aus. Lass es ordentlich abkühlen und nimm es heraus. Was soll ich über das Centuram sagen? Es wird von kräftiger Wolkenfarbe.

2161. Behandle dieses farbige Centuram zehnmal auf dieselbe Weise; höre die Einzelheit. Das Cunnam wird stark scharf und besitzt großen strahlenden Glanz. Ohne Risse oder harte Klumpen zerfällt es wie eine Blüte. Verreibe nun das Centuram nochmals sorgfältig, wie gesagt, und füge Gold hinzu.

2162. Füge auf zehn Anteile einen Anteil Gold hinzu und verreibe es, mein Sohn. Verreibe alles vier Samam gründlich mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten. Lass es in der Sonne trocknen und pulverisiere es anschließend sorgfältig. Bringe um die als Kasi bezeichnete Flasche eine klare, feste Versiegelung an.

2163. Wenn die Flasche getrocknet ist, fülle sämtliche Stoffe hinein. Verschließe sie behutsam mit Makkal und versiegele sie sehr fest. Schütte Sand in einen weitmündigen Topf, mein Sohn. Stelle die Flasche genau in die Mitte und fülle weiteren Sand darüber, guter Mann.

Anmerkung: Makkal ist hier die traditionelle Bezeichnung des Verschlusssteins; keine genaue mineralische Bestimmung wird ergänzt.

2164. Schütte den Sand so ein, dass die Flaschenmündung noch sichtbar bleibt. Stülpe einen oberen Topf darüber, mein Sohn, und versiegele ihn fest. Setze die Anordnung auf den Valuka-Herd und erhitze sie vorschriftsmäßig acht Samam. Nimm sie nach dem Abkühlen heraus. Bewahre die Flasche sorgfältig an einem Ort auf, an dem kein Luftzug weht.

2165. Öffne die Flasche nach drei Tagen und betrachte das vortreffliche Centuram. Mein Sohn, wie sollte man seinen Glanz beschreiben? Bewahre es sicher in einem Glasgefäß auf. Dieses wirksame Centuram werde mit Honig als Begleitmittel eingenommen; dann habe der Todesgott keinen Zugang, und [das Leiden] verlasse gewiss die körperliche Behausung.

Anmerkung: Das Subjekt der letzten Wendung ist nicht ausdrücklich genannt.

2166. Es kann, sagt der Text, auch mit Butter oder gutem Ghee eingenommen werden, ferner mit geeigneten Pulvern und Lehyas. Mit einem wohlüberlegten passenden Begleitmittel könne man es ein oder mehrere Mandalas lang nehmen. Bei der Einnahme verschwänden alle Arten von Krankheiten aus dem Körper, guter Mann.

2167. Höre: Dieses Präparat sei der Feind des Königs namens Meka. Alle schädigenden Leiden blieben nicht bestehen, sondern flögen auf Erden davon. Nun nenne ich den alchemistischen Weg des Centuram. Wenn du ein geschickter Mensch bist, gib einen Anteil zu zehn Anteilen Silber und Kupfer und schmelze es; der Feingehalt werde acht Mattru.

2168. Behandle das umgewandelte Silber und Kupfer mit dem Blasefeuer. Das Silber wandelt sich, gewinnt reichlich frische Goldfarbe und erreicht deutlich acht Mattru. Dies ist eine Umwandlung des Shiva-Yogi; nicht jeder auf Erden kann sie ausführen. Wenn jemand verständig und ehrfürchtig ist, vollbringt er sie erfolgreich als Alchemist.

Zurückgezogenheit, Geheimhaltung und yogische Versenkung

2169. Als Alchemist habe ich alle Arten von Wirksamkeit wohl erkannt und werde sie ausführlich erklären. Unter den Menschen gibt es einen, der den guten Weg geht; er lebt auf Erden, ohne dass jemand ihn erkennt. Er verbindet sich nicht mit den Bösen, sondern lebt beherrscht in der Welt. Er schaut die Fülle des Lichts, dieser Schöne, und gibt das feinste Geheimnis nicht preis.

2170. Gibt er es dennoch preis, werde sein Kopf fortgeschleudert, und die Mutter des Vedanta stehe nicht mehr vor ihm. Alles, was er beginnt, zerfalle zu Staub; sein Karma verfolge und bedränge ihn. Besteht jedoch eine aus früherem Leben verbliebene Verbindung, fällt es ihm von selbst zu: die Umwandlung, die die Meister im Himmel ausführen. Verehre und preise Parapari; dann wirst du als Siddha auf Erden geboren.

Anmerkung: Die Strafdrohung gehört zur Geheimhaltungsrhetorik des Werkes.

2171. Verweile in der Versenkung: in Sada-Nishtha, Rudra-Nishtha und Mal-Nishtha, ebenso in der herrlichen Maheshvari-Nishtha und der besonderen Brahma-Nishtha. Bleibe stets darin und führe aufmerksam Rechaka und Puraka aus. Verweile im Kumbhaka, mein Schüler, und übe nach der rechten Methode Druck an der Wurzel aus.

2172. Verweile so im Lotos, mein Lieber, dann kannst du Brahma schauen. Wirke an der Wurzel der Kundalini und versenke dich angemessen in Brahma. Bei der verehrenden Versenkung in Mal führe unablässig die achtgliedrige Praxis aus. Binde Vasi im Kumbhaka: So wird es möglich, Vishnu zu allen Zeiten zu schauen.

Rudra, Sadashiva und Manonmanis Amrita

2173. Wenn du schauen willst, höre von den acht Rudras. Verbinde Puraka mit Kumbhaka und binde Vasi im Anahata. Verehre Rudra, schaue ihn und vollziehe Puja; erlange so alles Glück. Hebe den rechten Fuß zum Himmel, mein Sohn; setze den Fuß schräg auf die Erde und richte dich mit dem Gesicht nach unten. Verweile im Vishuddhi: So kannst du auf der Erde als Herrscher leben.

Anmerkung: Die Körperstellungen sind im Vers nicht zu einer eindeutig rekonstruierbaren Abfolge ausgeführt; die einzelnen Angaben werden erhalten.

2174. Schaue Maheshvaras Füße und gelange geordnet in feste Versenkung. Erkenne mit Hingabe die Versenkung in Sadashiva, ohne nutzlos abzugleiten. Halte demütig den Yogastab in der Hand und trage heilige Asche auf den Körper auf. Verneige dich vor Sadashiva und preise ihn. Verehre Manonmani und verweile ohne Verwirrung.

2175. Wenn du so verweilst, gibt Manonmani dir Amrita. Nimmst du diesen unvergleichlichen Nektar zu dir, zittern Durga, Kali und die anderen. Der kraftvolle Körper wird wie eine Steinsäule. Die inneren Möglichkeiten vermehren sich sehr; stets gehst du in der Fülle auf. Nimm die treffliche Mati-Amrita-Lehya zu dir und übe beständige Versenkung.

Mati-Amrita-Lehya und behauptete Visionen

2176. Höre nun die Bereitung des Mati-Amrita: vier Cer Ganja-Samen. Dazu Muskatnuss, Muskatblüte, Gewürznelken und Vatti-Mokku; ferner Abini und Kasakasa, von jeder Art ein halbes Cer. Röste sie sorgfältig und pulverisiere sie. Höre ohne Verwirrung die weitere Bereitung.

Anmerkung: Das Rezept nennt berauschende Stoffe, darunter Ganja und Abini, und ist eine historische Textpassage. Vatti-Mokku bleibt botanisch unbestimmt.

2177. Gib das Pulver sorgfältig in Zuckersirup und rühre es ein. Füge Ghee und Honig hinzu, rühre kräftig und forme Kulikai. Morgens und abends eingenommen, lasse es im Auge ein Licht wie eine Lampe erscheinen. Man könne dann auch erkennen, wie Siddhas, Weise und Rishis auf der Erde umhergehen, behauptet der Text.

2178. Man erkenne den Weg des Wanderns im Himmelsraum, und alle Arten wunderbarer Erscheinungen der Welt würden sichtbar. Hari und Shiva ließen sich schauen; sämtliche Wunder des Himmels erschienen. Auf dem Kailasa sehe man lichtvolle Erscheinungen. Auch du würdest auf Erden ein Siddha. Die Füße Kalangi Nathars verehrend, habe ich, der Rishi Bogar, dies besungen.

2179. Ich besang das Sapta Kandam der Siebentausend zum Wohl der Menschen auf Erden. Was durch bloßes Suchen nicht zu erlangen ist, habe ich gründlich erforscht und deutlich als Lehrbuch des Gurus besungen. Geselle dich zu guten Menschen und lebe stets mit ihnen auf Erden. Ziehe nicht erschöpft umher: Erkenne die Wahrheit, verehre mein Buch und preise es aufrichtig.

Karpam-Rezepte und Erkenntnis der Fülle

2180. Höre die Darlegung eines Karpam. Wer erkennt das strahlende Vallarai? Viele auf Erden haben Vallarai-Karpam eingenommen. Doch niemand auf der weiten Erde hat seine eigentliche Handhabung und das Verfahren erkannt. Man muss die Gnade des Gurus erlangen. Erlangt man sie nicht, gibt es weder Blüte noch Frucht.

2181. Puram sei ein Anteil und Vellam zwei Anteile. Verreibe sie mit Erukku-Milchsaft zu einer dunklen Paste, mein Sohn. Gibt man sie einer Schwangeren, so gehe selbst eine fünf Monate alte Leibesfrucht ab, behauptet der Vers. Bringe diese Leibesfrucht anschließend nach der Vorschrift mit Vallarai zusammen.

Anmerkung: Der Vers beschreibt ausdrücklich einen herbeigeführten Schwangerschaftsabbruch und die Verwendung der Leibesfrucht. Dies wird als historischer Quelleninhalt wiedergegeben; die genannte Mischung ist keine sichere medizinische Behandlung.

2182. Gib es in den Reibstein und verreibe es kräftig vier Samam, mein Sohn. Nach dem ausdauernden Verreiben verschließe es sorgfältig in einem Gefäß. Hebe eine Grube in der Erde aus und vergrabe es sicher. Höre weiter: Wenn Mandalas vergangen sind, sei es zum Kaya-Karpam geworden.

Anmerkung: Die Zahl der Mandalas wird nicht genannt.

2183. Lass es nicht bei der bloßen Feststellung bewenden, mein Sohn, höre. Wenn du Mati-Amrita einnimmst, mein Lieber, komme der Atem zur Ruhe, und du könntest deinen eigenen Zustand schauen. Du könntest die unerschöpfliche Fülle erreichen, Shakti und Shiva schauen und die große Shiva-Puja erkennen. Shakti und Shiva ließen sich schauen; gut ist es, sich an das reine Bewusstsein des Paraparam zu halten.

2184. Du kannst das gute große Licht und den Schlüssel zu Nadanta schauen. Koti über Koti der erhabenen Vedanta-Karpams kannst du erkennen. Nimm nun ein Cer Cenkadukkai, mein Lieber; zerstoße es sorgfältig und entferne den bezeichneten Saftanteil. Wiederhole dieses Verfahren zehnmal und bereite durch sorgfältiges Zerstoßen ein Pulver.

Anmerkung: Die Lesung cār nīkka, hier ‚Saftanteil entfernen‘, ist in diesem Verarbeitungsschritt unsicher.

2185. Nimm das Pulver, mein Sohn, und verreibe es täglich mit Kati. Wer davon behutsam ein Kunri-Gewicht einnimmt, für den gebe es keinen Zugang des Todesgottes und keinen Tod. Der Körper werde wie eine Steinsäule, Krankheit komme nicht heran; groß sei die Feinheit des Verfahrens. Ich habe dies ausgesprochen, nachdem ich Kalangi Nayars Füße voller Hingabe verehrt hatte.

2186. Ich habe Handhabung und Verfahren so dargelegt, dass keine großen Abweichungen entstehen. Es ist eine Kunst, die ich nach gründlicher Prüfung der vielgestaltigen Bücher aufmerksam erkannt habe. Was nützt es, stets zahllose Bücher zu betrachten? Wer wirklich geordnet erkennt, ist ein Yogi. Wer all die dargelegten Künste der überlieferten Erzählungen versteht, wird in der Welt ein Siddha.

2187. Wer als Siddha geboren wird, erlangt Ruhm und wird von vielen im Land gepriesen. Wer als Bhakta geboren wird, besitzt einen hohen Stand und kann auf Erden in Wohlstand leben. Wer als Verwirrter geboren wird, erkennt nichts und gleicht einem Gelehrten, der nicht zu sprechen versteht. Wie viel man auch lernt: Was ist der Gewinn? Gut ist es, lange Weltzeiten im Samadhi zu verweilen.

Kari-Vangam-Parpam und Salz-Centuram

2188. Betrachte noch einen guten Weg. Nimm ein Cer Kari-Vangam und arbeite es zu einem Blech aus. Höre: Verwende die fünf Pflanzenteile von Avarai. Gib den zerkleinerten Stoff sorgfältig in ein Gefäß. Lege das Blech auf das Pulver und schütte weiteres Pulver darüber, mein Lieber.

2189. Bringe das Pulver unten und oben an und versiegele die Anordnung gründlich. Hebe eine Grube für Gaja-Putam aus und führe es aufmerksam durch. Das Kari-Vangam werde beim Brennen nicht wieder zusammenfließen, sondern körnig; das Parpam erscheine wie Sorghumkörner. Führe auf diese Weise zehn Putams aus. Das gute Parpam wird weiß.

2190. Nimm das entstandene Parpam, mein Lieber, und dazu Porittandam und Cittandam in entsprechend gleicher Menge. Verreibe sie sorgfältig mit Eiweiß. Forme ohne Nachlässigkeit kleine Plättchen und lasse sie in der Sonne trocknen. Lege sie in eine geeignete Brennschale, mein Sohn, und führe ein Kukkuta-Putam aus.

Anmerkung: Die beiden Andam-Bezeichnungen werden als traditionelle Rezeptnamen erhalten; die genaue Art des Eimaterials ist nicht eindeutig.

2191. Durch Putam wird das Parpam stärker scharf. Wie sollte man seine berühmte weiße Farbe beschreiben? Wiederhole dies zehnmal auf dieselbe Weise. Wie sollte man das vortreffliche Parpam schildern? Mit einem geeigneten Begleitmittel eingenommen, lasse es alle Meka-Leiden ins Meer fliehen. So hat es, guter Mann, der Rishi Bogar ausgesprochen.

2192. Kaya-Rogam und Auszehrungsleiden verschwänden, ebenso Granthi und verwandte Beschwerden. Pandu und Schwellungen gingen fort; die schlimme Auszehrung werde unsichtbar. Fistelleiden, hervortretende Hämorrhoiden und langwierige Granthi-Beschwerden schwänden. Weißfluss und manche giftigen Zustände würden gewiss rasch vertrieben.

Anmerkung: Die historischen Krankheitsbezeichnungen und Heilbehauptungen werden aus dem Vers übernommen; ihre modernen Entsprechungen sind nur teilweise eindeutig.

2193. Höre noch eine bestimmte Vorschrift. Nimm ein Pati Kal-Uppu und verreibe es vier Samam gründlich mit Puli-Arai-Saft. Forme sorgfältig Plättchen und lasse sie trocknen. Lege sie aufmerksam in eine Schale und versiegele diese. Führe Putam mit zehn Brennfladen aus, so wie die Mutter von Nadanta es mir gesagt hat.

2194. Verreibe es erneut auf die genannte Weise, mein Sohn, und lass es sauber in der Sonne trocknen. Versiegele es ordentlich und führe Putam aus; wiederhole dies fünf mal zehn Mal. Weiche von der zuvor erklärten Vorschrift nicht ab und führe Putam fort, bis das Salz rot wird. Es verwandelt sich in Centuram. Bewahre dieses Centuram auf, mein Junge.

2195. Verreibe Kenti sorgfältig mit der Blüte eines bezeichneten Stoffes vier Samam lang. Forme Kugeln von der Größe einer Punnai-Frucht. Bringe sie in ein Gefäß mit Öffnung und versiegele es fest nach der Vorschrift. Gewinne das Grubenöl mit hundert Brennfladen, mein Lieber; so erhältst du das Öl.

Anmerkung: Der Name der zur Verreibung verwendeten Blüte ist in der vorliegenden Zeile nicht sicher erkennbar.

2196. Höre nun die Verwendung des Öls. Nimm das zuvor genannte Salz, mein Sohn. Bearbeite Gold von geringem Feingehalt zu einem Blech und bestreiche es wiederholt. Verreibe das Centuram mit dem Öl, trage es sorgfältig auf und führe Putam aus. Wie ich gesagt habe, wirst du eine Veränderung des Feingehalts sehen. Es ist ein Umwandlungsverfahren der Meister.

Lingam, Nagam und Silberfolie

2197. Höre noch eine Vorschrift der Umwandlung. Binde das Lingam auf geeignete Weise. Nimm einen Klumpen Nagam und reinige ihn gründlich. Füge Nagam im Gewicht des Sutam und Viram im Gewicht des Nagam hinzu. Schmelze es im Blasefeuer und nimm es heraus, mein Sohn. Füge Caram hinzu und verreibe es, guter Mann.

Anmerkung: Sutam erscheint hier als Bezugsmenge, ohne dass seine eigene Menge zuvor ausdrücklich genannt ist.

2198. Nach vier Samam des Verreibens entsteht Jaya-Nir. Höre, mein Lieber, wie diese Flüssigkeit verwendet wird: Behandle das Lingam damit durch Curukku; es wird fest gebunden. Damit du nicht von der Vorschrift abweichst, erkläre ich weiter: Arbeite Nagam zu einem Blech aus. Verreibe das Lingam gründlich mit Speichel, mein Sohn, höre.

2199. Bestreiche das Blech mit dem Lingam, sorgfältig in einer Schicht von der Stärke eines Palmblattes. Lass nichts verloren gehen und lege es in die Sonne. Schlage Silber zu Folie, mein Junge. Nimm die Folie unbeschädigt und lege sie sauber über und unter das Nagam-Blech. Versiegele alles und führe Putam mit fünf Brennfladen aus.

2200. Durch Putam verstärkt sich die Farbe des Nagam, und es hält das sonst entweichende Lingam gebunden. Das Lingam entweicht nicht; auf die Silberfolie steigt eine glühende Farbe auf. Es gebe keinen Fehlschlag: Das Ergebnis sei sechs Mattru. Nimm die Folie heraus, mein Sohn, schmelze sie sorgfältig und nimm sie wieder heraus.

2201. Gieße und bearbeite sie und führe Putam wie zuvor aus. Wiederhole die Putam-Behandlung auf dieselbe Weise. Mit zunehmenden Putams steigt auch der Feingehalt; das Gold gewinnt frische Farbe. Füge dann auf vier Anteile einen Anteil Gold hinzu, mein Lieber, gieße und bearbeite es und führe nochmals Putam aus.

2202. Lass das Putam abkühlen und sieh nach: Das Gold sei nun reines Gold, von der Farbe einer Kumkuma-Blüte. Festes Gold sei daraus entstanden; im Land sei es selbst für einen Shiva-Yogi schwer zu erlangen. Nimm das Karpam ein, das den Körper unvergänglich machen soll, und verweile stets in Versenkung, mein Lieber. Gib die Begierde nach der sanften Hirschgleichen auf; dann kannst du immer in Freude leben.

Anmerkung: Die ‚Hirschgleiche‘ ist hier ein dichterisches Bild für eine Frau.

Ein pferdeloser Wagen für Cina

2203. So kannst du leben, von Siddhas, Weisen und Rishis gepriesen. Für die Menschen Cinas, mein Lieber, werde ich nun die Vorrichtungen erklären, durch die ein großer Wagen ohne Pferde über die Erde fährt. Karuvurar, die Siddha-Weisen und Kamalar – keiner von ihnen hat dies ausgesprochen. Ich, der Rishi Bogar, habe es geordnet erklärt; sieh.

2204. Sieh, damit Könige über Könige es preisen und der Wagen ohne Pferde auf Erden fährt: Er hat sechs Räder und drei lange Achsen. Acht Querverbindungen und vier untere Rahmenteile werden genannt. Verbinde den gestuften Wagenrahmen; höre dann, wie der obere Rahmen angebracht wird.

Anmerkung: Der Text beschreibt einen wundersamen Wagen in vormoderner Begrifflichkeit. Die folgende Übersetzung ist keine technische Rekonstruktion und begründet keine Datierung einer historischen Erfindung.

2205. Bringe an den Achsen einen Querbalken und die gepriesenen eisernen Haltestifte an. Fasse das angebrachte Eisen mit einer ringförmigen Einfassung und befestige ringsum Stangen. In der Mitte liege ein langes viereckiges Gestell; setze an dessen Ende ein langes Rohr. Forme einen Kopf wie den eines Elefanten und bringe einen Deckel am Kopfrohr an.

Anmerkung: Mehrere Bauteilnamen lassen sich nur annähernd wiedergeben; die Geometrie bleibt im Vers unvollständig bestimmt.

2206. Nimm den Deckel und befestige ihn fest; bringe einen Schraubverschluss mit Gewinde an. Verbinde die Drehvorrichtung mit dem gezahnten Rad und lasse auf beiden Seiten Rohre verlaufen. [Die Verbindung der Halterungen und Rohre in der dritten Zeile ist beschädigt.] Rolle das Blech zu einem Zylinder und befestige es deutlich sichtbar wie den Rundbau eines Wagens.

2207. Bringe beim Zusammenbau Villani und Kallani an, dazu den mittleren Rahmen und den Schraubrahmen. Setze eine gewundene Stange ein, wie ein Seil gedreht, und forme an den Rahmen drei kreis- oder sichelartige Teile. Befestige den langen Rahmen für einen wagenartigen Bau von hundert Gajam Länge. Die Breite beträgt dreißig Gajam. Halte die Angulam-Maße beim Einpassen genau ein.

Anmerkung: Villani und Kallani bleiben als unsicher bestimmte Stift- oder Befestigungsnamen erhalten.

2208. Verbinde alles ohne Abweichung, entsprechend dem Geheimnis dieses Wagens, damit er über die Erde fahren kann. Setze seitlich am Fuß einen großen Stift ein und bringe daran die Drehvorrichtung an. Passe einen Deckel genau in das untere Rohr und befestige das Halsstück. Setze die Drehverbindung gerade durch die Mitte des als Cimmatu bezeichneten Tragstücks.

Anmerkung: Die Bauteilbezeichnungen sind teilweise dunkel; ergänzende Konstruktionsangaben werden nicht hinzugefügt.

2209. Bringe lange Stangen und sechs Arten von Rahmenteilen an, dazu sechs Arten von Querverbindungen an den befestigten Stangen. Oben wie unten, mein Lieber, verschließe beide Seiten des mittleren Rohrs vollständig. So werde die Luft, Vayu, eingeschlossen. Ziehe Endstifte, Drehstifte und kleine Stifte fest. Setze hinten ein topfartiges Rohr ein und forme einen Zylinder wie einen Kessel.

Wasserdampf, fünf Elemente und die Fahrt nach Romapuri

2210. Im Kessel soll das Feuer stehen; daneben befindet sich der Wasserbehälter. Das Wasser wird zu Dampf, und der erzeugte Dampf steigt nach oben. Halte das Feuer unablässig in Gang. Durch den Dampf im Innern breitet sich die Bewegung im wasserführenden Bereich aus und gelangt weiter in das vordere Rohr.

Anmerkung: Die OCR ist in mehreren Verben beschädigt; Wasser, Feuer, Dampf und das vordere Rohr sind ausdrücklich genannt.

2211. Betätige die Handdrehung und den Gewindemechanismus, mein Lieber; sie stehen in enger Verbindung mit dem Wasserdampf. Die Luft des Feuers wird eingeschlossen und gelangt in das große Rohr. Wenn man die Vorrichtungen erkennt und richtig dreht, fährt es mit brausendem Dampf schnell dahin. Durch das Wasser werden die Dampfanteile zusammengedrängt und strömen durch das Rohr.

Anmerkung: Die genaue mechanische Kausalfolge ist nicht sicher aus dem Wortlaut rekonstruierbar.

2212. Sieh, die fünf Elemente sind darin zusammengefasst. Mit der bewegten Luft verbindet sich das Feuer; mit dem Feuer verbindet sich das Wasser und erzeugt rasch Dampf. Im Erdhaften ist der Raum eingeschlossen: Es ist ein Behältnis, das die Welt in sich fasst. So habe ich die fünf handelnden Herren eingesetzt, wie ich sagte; einen göttlichen Wagen habe ich errichtet.

2213. Ich errichtete ihn; die Meister hatten dergleichen nicht gesehen. Ich prüfte die Bücher von Anfang an, erforschte ihre Geheimnisse und fertigte ihn erfolgreich in Cina. In der Stadt Cina fuhr ich drei Katam weit umher und führte das Wunder vor. Ich gelangte an den Rand des Berges Maiya [die vorausgehende Ortsbezeichnung ist unklar]. O, dort sah ich Meister und Rishis!

2214. Ich sah Koti von Weisen und Siddhas, mein Lieber, Koti über Koti wie die Bewohner des Kailasa. Ich, ihr Diener, gedachte klar an Kalangi und nahm die Siddhas sowie alle versammelten Menschen auf. Ich verband geordnet tausend Wagen miteinander. Himmlische Weise und Rakshasas erbebten; liebevoll umrundete ich die ganze Erde.

2215. Ich fuhr durch Romapuri, volle achttausend Katam, mein Lieber. Ich nahm die hervorragenden Siddhas mit und führte den Zug rasch weiter. Ich sah auch die Samadhi-Stätte des herrlichen Guru-Herrn Kalangi Nathar und des siegreichen Königs von Romapuri. Liebevoll stieg ich an diesem Ort aus.

Anmerkung: Romapuri bleibt als Ortsname der Erzählung erhalten; die Zuordnung der Samadhi-Stätte zu den beiden Genannten ist sprachlich nicht völlig eindeutig.

Jesus, Immanuel und die heiligen Stätten von Romapuri

2216. Ich stieg aus und sah die Samadhi-Stätte des Königs. Ich sah die ausgezeichneten Schüler Jesu. Ich sah die Samadhi-Stätte Immanuels und diejenige des reinen Heiligen. Ich sah die Samadhi-Stätte des segnenden Isuravel. Die Menschen des Landes Romapuri sah ich im Innern der Festung von Romapuri ein- und ausgehen.

Anmerkung: Die Namen Jesus, Immanuel und Isuravel stehen in der tamilischen Erzählung. Die Passage verwendet Samadhi für fremdreligiöse heilige Stätten; sie ist keine unabhängig belegte Reisebeschreibung.

2217. Als ich den Weg zur Festung ging, sah ich tausend kraftvolle Helden. Sie verehrten die Füße Jesu, verneigten sich und lehrten deutlich die Erkenntnis. Dort gab es Gelehrsamkeit und allerlei besondere Dinge. Es gab Samadhi-Stätten der zwölf Schüler. Koti von Menschen baten Jesus, der in diesem Bereich verweilt, ehrfürchtig um Segen.

2218. Ich sah den Samadhi-Zustand von Koti Menschen. Als ich bei der Samadhi-Stätte des mächtigen Romapuri genauer nachsehen wollte, begegneten mir der Wagenherrscher, König Isuravel, und tausend Asketen. Ihre Samadhi-Stätten waren ohne Zahl. Als ich alles zusammen betrachtete, sah ich so viele Wunder, dass sie sich gewiss nicht aussprechen lassen.

Anmerkung: Die Syntax um König Isuravel ist beschädigt; der Name wird nicht historisch identifiziert.

2219. Ich sah siebzig Länder und gelangte in das Land der erhabenen Mutter. In Juda waren Koti über Koti von Rishis im Wald, mein Lieber, unbeschreiblich viele. Zahlreiche Angehörige der Schülerschaft legten mir die große Herrlichkeit Jesu dar. Ich zog durch alle Berge. Dort gibt es auch eine Samadhi-Stätte Isars.

Anmerkung: Die letzte Namensform Īcar kann ‚Herr‘ bezeichnen; ihre genaue Beziehung zum zuvor genannten Jesus bleibt offen.

2220. Ich ging zu jener Samadhi-Stätte und verweilte dort. O, die Meister und ihre Schülerlinien! Ich sah viele Koti von Wundern. Im Kali-Yuga hatte ich nichts dergleichen gesehen, mein Lieber. Ich durchquerte den Danda-Wald und zog umher. Die Weggefährten aus Cina brachte ich jeweils in ihre Länder zurück und kehrte rasch selbst nach Cina zurück.

Jerusalem und die Schüler des Propheten

2221. Noch einen Weg werde ich erzählen: den zur ehrwürdigen Stadt Jerusalem. Ich, sein Diener, verehrte voller Hingabe die Füße Kalangi Nayars. Ich verneigte mich vor dem erhabenen Guru, weil ich nach Jerusalem gehen und die große Mutter sehen wollte. Ich neigte mich und verehrte seine Füße.

2222. Während ich ihn verehrte, entstand bei ihm eine körperlose Stimme. Ich erhob mich, setzte den Rauchwagen in Bewegung und fuhr zur Stadt Jerusalem. Nachdem ich durch die Länder gereist war, stieg ich geordnet aus. Um keine Schwierigkeit zu erleiden, legte ich die Kulikai an und stieg liebevoll auf den Berg, sieh.

Anmerkung: Pukai-ratam bedeutet wörtlich ‚Rauchwagen‘; der vorausgehende Abschnitt beschreibt Wasserdampf als Antrieb.

2223. Als ich dort nachsah, gab es Höhlen. In einer ausgezeichneten Höhle befanden sich Malung-Kumars; auf dem Berg waren Koti über Koti Menschen, unzählige [die nähere Beschreibung ihres Zustands ist beschädigt]. Die Schülerschaft des Propheten übte auf einer Seite Askese. Viele Schüler waren dort; sie kamen kampfbereit auf mich zu.

Anmerkung: Malung ist eine historisch-tamilische Bezeichnung in diesem muslimischen Erzählzusammenhang; die Form kumār ist nicht sicher erklärt.

2224. Die Schüler des Propheten kamen; Koti von ihnen umringten mich, mein Lieber. ‚Schöner, wer bist du?‘, begannen sie zu fragen. Als ich ihre wie Licht strahlende Gestalt sah, bekam ich Angst und zitterte. Ich sagte, mein Sohn: ‚Ich bin Kalangis Schüler.‘ Darauf nahmen sie mich freundlich auf und ließen ihren Zorn abklingen.

2225. Als sie sich beruhigt hatten, fragten sie: ‚Woher kommst du? Gütiger junger Mann, sage es.‘ Ich, ihr Diener, antwortete: ‚Mit Rauchwagen, über die jeder auf Erden staunen konnte, nahm ich entschlossen die Siddhas, Weisen und Rishis bequem mit nach Cina. Reihe um Reihe brachte ich sie dorthin und zeigte jedem die Wunder.‘

2226. ‚Ich zeigte sie und gelangte nach Cina. Ich hatte die Erscheinung des göttlichen Jesus geschaut. Dann kehrte ich zurück, um die Pirs und ihre Schülerlinien zu sehen. Ich stellte den Rauchwagen zusammen und kam, um Jerusalem zu schauen. Die Kulikai angelegt, bin ich gekommen, um den großen Propheten zu sehen.‘

Anmerkung: Die OCR-Lesung der als ‚Pirs‘ wiedergegebenen Bezeichnung ist unsicher.

2227. Ich war gekommen, um die Füße des Propheten zu schauen. Die freundlichen Angehörigen der Schülerschaft sahen mich an, erwiesen mir große Gastfreundschaft und sagten: ‚Der Herr ist nicht hier.‘ Darüber wurde ich sehr betrübt. Als mein Herz schmerzte, weil ich meinen Herrn, den Propheten, sehen wollte, bemerkten die Schüler dies und wiesen mir den Weg.

Anmerkung: Die OCR hat cīṉa-varkkar, wörtlich etwa ‚Leute Cinas‘; der Kontext legt eine beschädigte Lesung für die Schülerschaft nahe. Diese Unsicherheit bleibt ausdrücklich bestehen.

Mekka, die körperlose Stimme und Mohammeds Anhänger

2228. Als sie es gesagt hatten, verneigte ich mich zu ihren Füßen und nahm Angehörige der Schülerschaft als Begleiter mit. Ich ließ sie in den Rauchwagen einsteigen, um den Propheten von Nadanta zu sehen. Um die von Königen gepriesene Stadt Mekka zu erreichen, lenkte ich den Wagen über eine große Entfernung. Ich gelangte an den Rand der Stadt und hielt den Rauchwagen dort an.

Anmerkung: Die OCR druckt nochmals 2226; dieser Vers steht zwischen 2227 und 2229. Die Versnummer 2228 ist im PDF auf Seite 292 bestätigt.

2229. Ich hielt an. Als die dortige Schar den festen Rauchwagen sah, liefen Koti Menschen geordnet herbei. Die große Gefolgschaft des Propheten geriet in Bewegung. Neben einem gewaltigen Berg, bei der Samadhi-Stätte, hielten sie sich geschützt auf und wachten. Als ich sagte: ‚Ich bin voller Verlangen gekommen, um die Füße des Propheten zu schauen‘, blickten sie mich an.

2230. Ich sagte, dass ich die Füße des Propheten sehen wolle, und trat liebevoll in die Grabstätte ein, mein Lieber. Sie sagten, der Prophet verweile in der herrlichen, mit neun Edelsteinen geschmückten Samadhi-Stätte. Sie gaben mir heiliges Wasser und ein Brot. Tausend würdige Menschen waren dort. Ich, ihr Diener, wartete lange, doch ich sah vor meinen Augen keine Gestalt.

Anmerkung: Kōri bezeichnet hier die Grabstätte innerhalb der Erzählung. Deren Lokalisierung wird nicht an eine heutige Geographie angepasst.

2231. Ich sah den Herrn, den Propheten, nicht. Doch in meinem Ohr erklang eine körperlose Stimme. Es ertönte ein Laut, sodass himmlische Weise und Rakshasas erschraken und die ganze Erde erbebte. Alle Diener versammelten sich, verehrten den als Uttala bezeichneten Herrn und verneigten sich. Als sie sich niederwarfen, schloss ich mich der Malung-Schar an und wurde selbst einer von ihnen.

Anmerkung: Die Namensform uttālā ist in der OCR unsicher und wird nicht stillschweigend zu einer bestimmten arabischen Gottesbezeichnung normalisiert.

2232. Lange blieb ich als Malung bei ihnen und trug den Wunsch, den großen Propheten zu sehen. Die Schülergruppen, darunter Kalungapatti, konnten [sein Ende oder seinen Ort] nicht erkennen; Koti Könige gaben Landschenkungen. Nach jeweils zwölf Jahren ertönte auf Erden ein Laut aus der Samadhi-Stätte. Der Klang des Malung bestehe stets fort und werde alle Tage bewahrt.

Anmerkung: Gruppenname und mehrere Wendungen sind stark beschädigt. Die Zwölfjahresangabe ist lesbar, ihr genaues Verhältnis zur folgenden Aussage bleibt offen.

2233. Diese bedeutsame Kunde habe ich erkannt; doch den geliebten Herrn, den Propheten, sah ich nicht. In der kostbaren Samadhi-Stätte war große Herrlichkeit; viele Erscheinungen ließen sich schauen. Koti freundlicher Anhänger des Propheten wachten bei dieser guten Stätte, mein Lieber. Koti Menschen des Weges Mohammeds habe ich dort deutlich gesehen.

2234. Ich sah sie in Reihen, Koti an Zahl. Auf Erden lässt sich dies kaum erzählen. Wenn man auch suchend umherzieht: Gibt es in der Welt ein so außerordentliches Land wie Mekka? Viele große Herrlichkeiten sind dort. Ich bereiste die Länder der weiten Erde. Singend und mit der Kulikai versehen zog ich geordnet um die ganze Welt.

Fakir Yakobu und Kamalamunis Unterweisung

2235. Als ich demütig um Erlaubnis bat, nach Cina zu gehen, verneigte sich der Fakir Yakobu vor mir und bat um die große Einweihung: ‚Gewähre mir den Segen, die Füße des lieblichen Kalangi zu sehen. Sage mir auch gütig den Aufenthaltsort Kamalamunis, damit ich ihn schauen kann.‘

2236. Als Yakobu mich darum bat, antwortete ich ihm deutlich. Ich stieg in den Rauchwagen und zog nach Cina, guter Mann. Auf dem Weg des mit Wasserdampf fahrenden Schiffes umrundete ich ferne Inseln. Schließlich stieg ich an der Küste von Cina wohlbehalten aus, ich, der junge Diener.

Anmerkung: Der Text wechselt hier ausdrücklich vom Rauchwagen zum Schiff; der technische oder erzählerische Übergang wird nicht näher erläutert.

2237. Der junge Siddha Yakobu wollte liebevoll Kamalamuni sehen. Mit guter Haltung gelangte er [mithilfe einer nicht sicher lesbaren Fähigkeit] zur Samadhi-Stätte. Dort verweilte der schöne Weise Kamalar auf Erden im Samadhi. Um das wunderbare Licht der Siddhi zu schauen, näherte Yakobu sich freudig dieser Stätte.

2238. Er näherte sich und sah Kamalars Samadhi-Stätte. Aufrichtig stand Yakobu in Verehrung davor. Mit eigenen Augen sah er den Siddha, der im schwarzen Stein verweilte, mein Lieber. Der Fakir verneigte sich gerührt, berührte die Füße des vorzüglichen Weisen und bat demütig: ‚Erbarme dich meiner.‘

2239. Als Yakobu so bat, begann Kamalamuni gütig zu sprechen: ‚Würdiger Yakobu, mein Sohn, höre. Ich werde es dir mit Anerkennung sagen. Du bist durch alle Länder gereist; mit den Meistern, Siddhas, Weisen und Rishis hast du gestritten und sie geschickt besiegt. Höre nun, junger Mann.‘

2240. ‚Höre, mein Lieber: Auf der Welt gibt es Koti über Koti strenger Siddhas. Sprich angemessen mit ihnen und lerne auf geordnete Weise ihre Geheimnisse kennen. Diene ihnen verständig und erfahre behutsam die Erkenntnis. Widersetze dich ihnen nicht unbedacht und rede nicht großspurig. Sie könnten aus deinen leeren Worten einen Anlass nehmen und dich verfluchen.‘

2241. ‚Sie könnten dich verfluchen; verhalte dich reif und angemessen. Verehre sie stets und handle so, dass ihre Zuneigung erwächst. Dann werden sie dir Gnade erweisen und, die Herrlichkeit des Propheten achtend, dir als Meister Respekt erweisen. Kapilamuni kam vor langer Zeit hierher. Die Siddhas sahen ihn und verfluchten ihn.‘

2242. ‚Die Siddhas, Weisen und Rishis verfluchten ihn wegen störender Worte in einem Streit. Kamalamuni kam dadurch zu Schaden und wurde zu Stein; die strengen Siddhas bewirkten dies dort. Bleibe nahe, erlange alle gebührende Achtung und kehre dann mit ihrer Gnade nach Mekka zurück. Sattamuni und andere kamen hierher und erhielten geordnet Unterweisung.‘

Anmerkung: Der vorherige Vers nennt Kapilamuni, dieser Kamalamuni. Die Namensabweichung wird nicht eigenmächtig berichtigt.

2243. ‚Sieh: Du brauchst Bogars Entschlossenheit und die gute Zuneigung einer aus früherem Leben verbliebenen Verbindung. Du brauchst Kalangis Wohlwollen und die Gnade vieler ausgezeichneter Weiser. Du musst die Kulikai tragen und auf der weiten Erde Ansehen und Ruhm besitzen. Auch Kanna Pirans Gnade ist nötig. Sonst wirst du auf Erden nicht siegen.‘

Abschied und Begegnung mit den Asuras

2244. Nachdem er erklärt hatte, dass man sonst nicht siege, segnete er ihn und teilte ihm alles Erforderliche auf vielfältige Weise mit. Er sagte viel Ungesagtes, erklärte das eigene Wesen und erzählte geordnet die Zusammenhänge. ‚Verehre die Füße des mächtigen Kalangi Nayar und denke stets an ihn im Herzen. Suche nun ruhig deinen eigenen Wohnort auf und gehe in Würde‘, so gewährte er ihm seinen Segen.

2245. Nachdem er den Segen empfangen hatte, kehrte der Fakir Yakobu zu seinem eigenen Ort zurück. Ich dagegen verehrte Kalangis Füße und verließ Cina, mein Lieber. Ich brach auf, um erstaunliche Wunder zu sehen. Am äußeren Bereich des Meru sah ich den Ort, an dem Surya verweilt.

2246. Ich sah im Wald große Herrlichkeit; keiner, der sie gesehen hatte, konnte sie aussprechen. Kosmische Weise, Rakshasas und Asura-Scharen kamen mir in Reihen entgegen und umringten mich. Dort im Danda-Wald sahen sie, wie ich mithilfe der Kulikai auf die Erde herabstieg. Viele wolkenfarbige Wesen brüllten; Koti über Koti von Wundern sah ich.

2247. Viele Wunder waren auch dort, mein Lieber. Die Schar der Asuras sagte: ‚Wer hat seinen Wohnort verlassen und ist zu diesem Ort gekommen? Er scheint ein Übeltäter zu sein.‘ Rasch traten sie an mich heran und fragten bestimmt, wer ich sei. Ich, ihr Diener, der Rishi Bogar, stand erschrocken und verwirrt vor ihnen.

2248. Ich stand bebend, voller Angst und Beklemmung; ich atmete schwer und fürchtete mich. Ich, ihr Diener, blieb am Berg stehen. Die Asuras kamen lärmend näher und wollten mich packen und verschlingen. Ohne mich ganz entmutigen zu lassen, sprach ich zu ihnen und verneigte mich voller Hingabe vor den Füßen Kalangi Nayars.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet nochmals 2246; der Vers folgt auf 2247 und steht vor 2249. Die Versnummer 2248 ist im PDF auf Seite 294 bestätigt.

2249. Als ich mich verneigte, fassten sie Zuneigung zu mir und zeigten mir alle Wunder jenes Landes. Mutig umrundete ich die Wälder Suryas in rechter Richtung. Ich sah auch den Wald der Yalis. Vom Erdbereich an sah ich die äußersten Orte. Das war der gnädige Blick Kalangi Nathars.

Anmerkung: Die letzte Ortsbezeichnung ist in der OCR unklar; der Vers ist kürzer als die umgebenden Strophen.

Dhatu-Pushti-Kulikai: Samen, Gewürze und Harze

2250. Betrachte einen weiteren Weg und höre von der kraftvollen Dhatu-Pushti-Kulikai. Dattelfrüchte: ein Cer; Umattam-Samen: ein Cer; Ganja-Samen: ein Cer; Granatapfelsamen: ein Cer; Komatti-Samen: ein Cer, mein Lieber; Atti-Samen: ebenfalls ein Cer.

Anmerkung: Dhatu-Pushti bezeichnet hier die Stärkung der Körpersubstanzen, im Folgenden besonders der sexuellen Kraft. Traditionelle Pflanzennamen bleiben bei unsicherer Bestimmung unübersetzt.

2251. Zu den Samen kommen wiederum Atti-Samen, ferner die Samen von Avi, Tutti, Suri, Avarai, Vetpalai und Kar-Poka sowie Mandelkerne.

Anmerkung: Atti wird im Anschluss an den vorigen Vers erneut genannt. Die Lesung Avi ist botanisch nicht sicher bestimmt.

2252. Weiterhin die Samen von Karai und Konrai, mein Lieber; Samen von Puracai und Koriander; Samen von Nir-Mulli und Curai; Samen von Punai und schwarzem Palai.

2253. Dazu Gurkensamen, Kasili-Samen, die Samen von Arai-Kirai und Kula-Malli, Samen von Valai und Tay-Pakal, Samen von Tettran sowie schwarze Kollu-Samen.

Anmerkung: Einige Pflanzennamen sind in der OCR unsicher; es werden keine botanischen Arten ergänzt.

2254. Ferner die Samen von Pucani und Etti, von Murungai und Rettich, von Aracu und Coki, die Samen des Lotos und von Alinci, sieh.

2255. Füge Caram-Kerne und Kasakasa hinzu; Muskatnuss, Muskatblüte, Val-Milaku, getrockneten Ingwer und Kardamom; Gewürznelken, Pfeffer und die als Lavangam bezeichnete Rinde. Dazu die Wurzel von Pumi-Carkkarai und Maratti-Mokku.

2256. Es folgen die Harze beziehungsweise Gummis von Karuvelam, Velvelam, Cal, Murungai, Mangobaum, Atti, Vicukol und Alan.

Anmerkung: Piciṉ bezeichnet pflanzliche Ausscheidungen; eine chemische Unterscheidung zwischen Harz und Gummi nimmt der Vers nicht vor.

2257. Ferner Harz von Karunkali, Putam, Kunkumam und Kattatti; Harz des Jackfruchtbaums, von Uncan und Vila sowie Kasakasa-Harz, guter Mann, sieh.

Anmerkung: Mehrere Harznamen, insbesondere Putam und Kunkumam, sind als Rohstoffangaben nicht sicher identifiziert.

Blüten, Wurzeln und tierische Bestandteile

2258. Betrachte nun die Blütenarten: Murungai-Blüten und Avarai-Blüten; Kokospalmenblüten und Camanti-Blüten; Malli-Blüten und Vila-Blüten; Talai-Blüten und Lotosblüten.

2259. Dazu Vilamiccu-Blüten und Granatapfelblüten, mein Lieber; Neemblüten und rote Alli-Blüten. Wir haben auch die Essenz dieser Blütenarten genannt; hinzu kommen die guten Cempuran-Blüten.

Anmerkung: Die letzte Pflanzenbezeichnung ist nicht sicher lesbar; die Strophe ist in der Vorlage verkürzt.

2260. Höre nun die geeigneten Wurzeln und Knollen: die kräftige Tannir-Mittan-Knolle, die Wurzel der Palmyrapalme und die Wurzel des Zuckerrohrs; Centotti-Wurzel und Karun-Tulaci-Wurzel; Impura-Wurzel und die große Cempalai-Wurzel.

2261. Bei den Fleischarten werden Ataikkalam, Waran, Hase und Hirsch genannt; ferner Stachelschwein und Pfau sowie das männliche Glied eines roten Pferdes. Dazu Wachtel und Kautari, der am Wasser weidende Reiher und die Taube; weibliche Ente, roter Hahn und das Fleisch eines kleinen Schafes.

Anmerkung: Ataikkalam und Kautari bleiben als Tierbezeichnungen offen; die Aufzählung enthält ausdrücklich tierisches Genitalmaterial.

2262. Füge all diese Fleisch- und Tierbestandteile zusammen, trockne sie gut in der Sonne und pulverisiere sie. Nimm von jeder Art ein Cer, mein Lieber, und höre, wie sie zusammengefügt werden. Verbinde sämtliche zuvor genannten Stoffe vollständig und ohne Abweichung von der Mischung. Berücksichtige auch alle Saft- und Essenzarten in ihrer Menge und rühre alles sorgfältig in Ghee und Honig ein.

Zugeschriebene sexuelle Wirkungen und Aufbruch zum Ashtagiri

2263. Füge beim Rühren Zucker in entsprechender Menge hinzu und nimm die Masse bei Wachskonsistenz vom Feuer. Gib fachgerecht weiteres Ghee und Honig hinzu, nimm sie im richtigen Zustand ab und forme Kulikai. Werden diese ein Mandala lang morgens und abends eingenommen, so steigere sich beim Beischlaf die Vereinigung wie bei Bienenschwärmen; die Frauen auf Erden würden zittern, behauptet der Text.

2264. Alle Frauen auf Erden würden zittern und sich schamvoll zeigen, wenn sie den Mann sähen. Mit starkem Glanz, großer Begierde, lautem Ausdruck und Erregung, wie eine Hirschkuh, die sich mit dem Hirsch vereinigt, seien sie von Verlangen erfüllt. Wie Manmatha liebend, würdest du Frauen der vier genannten Arten unablässig genießen und dadurch einen Namen gewinnen.

Anmerkung: Die vier ‚Arten‘ werden hier nicht einzeln benannt. Die sexualisierte Darstellung und die Wirkungsversprechen sind die Stimme des historischen Textes.

2265. Bei der Einnahme gebe es keine besonderen Diätregeln, mein Lieber. Gute kräftigende Speisen brauche man zu keiner Zeit wegzulassen. Wer diese Kulikai auf Erden einnehme, erhalte die Kraft von sieben Elefanten. Himmel und Welt seien nicht groß genug für ihre Wirkung. Wer hat diese Kulikai tatsächlich bereitet? Sieh, guter Mann: Wer die wesentlichen Mittel kennt, wird sie bereiten.

2266. Betrachte noch einen Weg, mein Lieber. Östlich des großen Meru liegt ein Berg, den die Siddhas den ehrwürdigen Ashtagiri nennen. Ich nahm die Kulikai, verließ nach der Ordnung Cina, durchquerte den dunklen Wald des Kari-Ron und gelangte mit Anstrengung an den Fuß des Berges.

Anmerkung: Kari-Ron ist eine unsichere Namenslesung der OCR; eine geographische Gleichsetzung erfolgt nicht.

Ganapati und der Aufstieg zur zweiten Bergstufe

2267. Ich gelangte an den Fuß des Berges, mein Lieber. Dort waren Koti von Weisen und Siddhas versammelt. Ich ging in den Bergbereich hinein und sah einen aufrecht stehenden Stein. Auf seinem Reittier, der großen Ratte, thronte Ganapati. Ich betete zu diesem Pillaiyar am aufrechten Stein; ich, der Rishi Bogar, bat ihn.

2268. Während ich betend dastand, fragte Ganapati Bogar freundlich nach seinem Wohlergehen. ‚Ist es recht, alle diese Wälder zu durchqueren und hierherzukommen? Durch die Festigkeit deines entschlossenen Herzens bist du gekommen; doch kann ein Mensch der irdischen Welt einfach hierhergelangen? Die Siddhas könnten dich verfluchen, sodass du stirbst, König. Bedenke ihre Größe.‘

2269. Als Ganapati dies sagte, erschrak der Rishi Bogar und wurde bekümmert. Ich warf mich mit allen acht Gliedern vor Ganapati nieder und fragte: ‚Herr, was ist mein Ausweg?‘ Er fasste Zuneigung zu mir und erteilte mir geordnet Unterweisung. Der Schöne gab mir die Erlaubnis, den Ort zu sehen, an dem Sura verweilt; dies war sein verborgenes Wort.

2270. Nachdem ich die Gnade seiner geheimen Unterweisung empfangen hatte, stieg ich ehrfürchtig zur zweiten Bergstufe hinauf, um den strahlenden Padmasura zu sehen. Ruhig blieb ich am Tor des ersten Gopuram stehen. Ich sah die Stätte Suras und die Samadhi-Stätte Kailasa-Sattamunis. Dort erkannte ich den geordneten Samadhi-Zustand dieses herrlichen Kailasa-Weisen.

2271. Ich blieb eine Weile dort stehen, um Sattamunis Füße zu schauen. Koti über Koti von Siddhas und Weisen saßen würdevoll in der Versammlungshalle. Als sie mich, ihren Diener, sahen, kamen sie in einer dicht gedrängten Schar heran. Die Siddhas begannen zu fragen: ‚Junger Mann, woher kommst du hierher?‘

2272. Als die Siddha-Weisen fragten, gedachte ich gesammelt an Kalangi. Liebevoll erinnerte ich mich an den Guru-Herrn Kalangi und begann ihn zu preisen. Auf die Frage der Meister antwortete ich, ihr Diener, mit zitternden Beinen: ‚Herr, ich bin aus Cina nach der rechten Ordnung mithilfe der Kulikai hierhergekommen.‘

2273. Als ich sagte, ich sei gekommen, führten mich die Siddhas ehrfürchtig zur zweiten Bergstufe. Sie brachten mich voran, um die Füße Mulars zu sehen. Als ich an der herausragenden Samadhi-Stätte stand, bewachten göttlichen Rishis gleiche Siddhas den heiligen Eingang. Die Deva-Rishis baten ehrerbietig, das Tor zu öffnen.

Anmerkung: Der Vers nennt Mular; die folgende Szene nennt wieder Sattamuni. Die wechselnde Benennung bleibt erhalten.

Sattamunis Unterweisung und Warnung

2274. Auf ihre Bitte hin öffnete sich die Samadhi-Stätte, und rasch erklang eine körperlose Stimme. Ich sah eine Gestalt wie das Licht der Sonne; ich sah den strahlenden Sattamuni. Gerührt erwies er mir Gnade und gab mir eine erhabene Unterweisung in Erkenntnis. Wie Wachs vor dem Feuer schmolz mein Herz, mein Lieber, und ich sank nieder.

2275. Als ich niedersank, sprach Sattar geordnet zu mir, seinem Diener: ‚Du junger Mann, der sich verneigt hat! Von Cina aus hast du die Kulikai wirksam angelegt und bist wie Adler und Falke fliegend zu mir gekommen, um Gnade zu erlangen. Doch Siddhas könnten dir nahekommen, dich ansehen, mit dir sprechen und dich verfluchen, auf Erden zu Stein zu werden.‘

2276. ‚Erkenne die verborgenen Absichten der Siddhas. Die Rishis und Weisen auf Erden besitzen Koti von Geheimnissen. Manche zeigen sich liebevoll wie gute Menschen, führen dann aber unnütze Streitreden und schmähen den Guru. Auf der Welt gibt es Siddhas, die Familien zugrunde richten. Sie geben dir süßes Amrita, mein Lieber, und töten dich unbemerkt durch ein verborgenes Mittel.‘

2277. ‚Sie können töten; gehe nicht an ihre Wohnorte. Koti gefährlicher Siddhas gibt es, mein Lieber. Sie laden dich an ihre Samadhi-Stätte ein, reden großspurig und verfluchen dich. Sie fragen nach dem Weg der Erkenntnis, nach dem Verfahren des Muppu, nach der Ordnung des Nada und nach dem Vorratsort der gepriesenen Metalle.‘

Anmerkung: Die letzte Stoffbezeichnung ist nicht eindeutig; ‚Metalle‘ gibt den alchemistischen Zusammenhang annähernd wieder.

2278. ‚Wenn sie fragen, bleibe auf Abstand und höre ihre Worte, während du in festem Kumbhaka verweilst. Richte dich vom Anahata aus nach oben, halte den Blick in die Ferne und betrachte aufmerksam. Lakshmi auf dem Blütenlotos wird sich einfinden. Steige in das gepriesene Vishuddhi empor, öffne den Verschluss des Lotos und schaue die Wonne. Lebe so stets leicht auf Erden.‘

2279. ‚Wenn du so leben willst, kannst du viele Koti von Zeiten leben. Lerne das geeignete Karpam kennen. Damit Kaya-Siddhi und Maya-Siddhi dauerhaft bestehen und du lange lebst, musst du den Zustand der Wonne erkennen. Verbinde das große Vishuddhi mit Sushupti, richte die sechs Silben nach oben und verehre den stets glückseligen Ganapati.‘

Anmerkung: Die sechs Silben werden in diesem Vers nicht ausgeschrieben; ein Mantra wird deshalb nicht ergänzt.

2280. ‚Verehre Ganapati und Kanda zusammen mit Vani, freudig von Herzen. Erkenne liebevoll mit Valai die formlose Wirklichkeit und werde darin gewiss. Verweile im Vishuddhi in der beglückenden Berauschung Brahmas, mein Lieber. Vergiss die Gier nach Geld und Gold; so kannst du auf Erden wie ein Siddha leben.‘

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2260; der Vers steht zwischen 2279 und 2281. Nirūpi wird hier als ‚formlose Wirklichkeit‘ verstanden. Die Versnummer 2280 ist im PDF auf Seite 298 bestätigt.

Die dritte Bergstufe und Brahmas Worte

2281. ‚Wenn du wie ein vollendeter Siddha leben willst, gibt es in dieser Welt noch eine himmlische Schau, mein Lieber. Um den Wohnort des Herrn Brahma zu sehen, sage ich dir: Gehe zur dritten Bergstufe. Wenn du sorgsam hingehst und sie betrachtest, entsteht kein Schaden, und du wirst noch weit kundiger.‘ So sprach der reine Kailasa-Nathar im Verborgenen. Ich wandte mich um.

2282. Ich wandte mich um, legte die Kulikai an und stieg mutig weiter hinauf. Viele der eigenwilligen Siddhas kamen zusammen auf mich zu. Ich sah diese starken Siddhas; freundlich fragten sie, wer ich sei. Sogleich gedachte ich an Kalangi und antwortete rasch: ‚Bogar.‘

2283. Als ich dies sagte, freuten sie sich über mich, ihren Diener, und begannen zu sprechen. Sie führten mich zur Samadhi-Stätte; ich sah Brahmas Tor. In der Festung sah ich einen unterirdischen Gang und seinen langen Verlauf. Tausend kräftige Kinkiliyar und die Rishis saßen dort in heiliger Versammlung.

Anmerkung: Kinkiliyar ist eine unsichere Namensform für die im Vers genannten Begleitwesen.

2284. Ich trat vor die Rishis. Im Samadhi-Innern, strahlend wie hundert Koti Sonnen, verweilte der herrliche Brahma und sprach freundlich mit mir. Liebevoll stand ich, sein Diener, mit ehrerbietig zusammengehaltenen Händen vor ihm und antwortete. Der göttliche Brahma erklärte mir deutlich das Brahman.

2285. Als der Herr Brahma mich liebevoll und wohlwollend befragte, antwortete ich, sein Diener, mit zitternden Beinen deutlich und auf vielfältige Weise: ‚Herr, nachdem ich die höchste Herrlichkeit geschaut hatte, legte ich die Kulikai an und kam aus Zuneigung zu deinem Ort.‘ Ich neigte den Kopf, erwies ihm wiederholt Namaskara und bat entschlossen um seine Erlaubnis.

2286. Auf meine Bitte hin erklärte Brahma mir freudig und gnädig den Weg. ‚Du hast den Menschen Cinas sorgfältig die feine, außerordentliche Kunst, alle Geheimnisse und die verborgenen Siddhis der Welt gezeigt. Wenn die anderen erkennen, wie umfassend du dies offengelegt hast, werden sie dich verfluchen, sieh.‘

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2266; der Vers folgt auf 2285. Die Versnummer 2286 ist im PDF auf Seite 299 bestätigt.

2287. ‚So könnte die ganze Welt Siddhi erlangen, und selbst die Schau des Kailasa würde zugänglich. Koti über Koti der verborgenen Handgriffe der Meister hast du aufmerksam ausgeschüttet. Mit der Kulikai versehen bist du durch alle großen Länder gereist. Alle wunderbaren Mittel hast du offengelegt; ihre Verborgenheit ist leer und zunichte geworden.‘

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2267; der Vers steht vor 2288. Die letzte Klage ist bildhaft und wird sinngemäß als Verlust des Geheimnisses wiedergegeben. Die Versnummer 2287 ist im PDF auf Seite 299 bestätigt.

Vierte Bergstufe: Vyasa und die Veda-Unterweisung

2288. ‚Lass es nicht dabei bewenden, Verdienstvoller, höre. Ich werde dir die vierte Bergstufe erklären. Dort liegt die Samadhi-Stätte des großen Weisen Vyasa, und viele Koti Rishis verweilen dort. Große, erstaunliche Herrlichkeit ist dort; jenseits davon liegt der Killa-Wald. Unbeschreiblich viele Koti asketischer Rishis wohnen in diesem weiten Wald.‘

2289. Keine Zunge und kein Lied reichen aus, dies zu sagen. Auf dem Berg erscheinen Leiber aus Licht. Der leuchtende Rishi Vyasa verweilt dort wunderbar in einer Versammlungshalle. Die Schar der Siddhas ist so außerordentlich groß, dass die irdische Welt sie nicht fassen könnte. Auch die vielen Angehörigen von Konganars Schar lassen sich in ihrer Vortrefflichkeit nicht beschreiben.

2290. An allen vier Seiten liegen Festungstore; dort gibt es Kristallhallen. Große Wasserbecken und Höhlen sind vorhanden, und auf den festen Bergen sitzen Asketen. Auch ich ging an den Ort der würdigen Asketen. Alle Siddhas sahen mich aufmerksam an. Ich, ihr Diener, verneigte mich zu ihren Füßen und sprach ehrfürchtig die Guru-Verehrung.

2291. Ich gedachte an Kalangi, guter Mann, und sprach als Diener. Der beständig leuchtende Weise Vyasa hörte meine geordneten Worte und fragte, wer ich sei. Als ich die Worte des Veda-Weisen hörte, antwortete ich rasch: ‚Ein Schüler Kalangis.‘ Der Veda-Rishi vermittelte mir verständnisvoll das vedische Opfer und begann es zu erklären.

2292. Er erklärte das Feinste vom Feinen des Veda, alle gepriesenen Opfer der acht rituellen Wirkweisen, den Weg des Yoga und das ausführliche Guru-Parasesha-Mantra. Das Feinste aller subtilen Vorgänge: Mit den zehn Gliedern könne man emporsteigen und verweilen, das grenzenlose höchste Licht schauen und, mein Lieber, im Himmelsraum bestehen.

Anmerkung: Der Mantraname ist unsicher gelesen; der Vers enthält keinen ausgeschriebenen Mantratext.

Rudras Festung und die Entstehung des Centuram

2293. Dann folgt die fünfte Bergstufe: Die schöne Festung dort ist Rudras Festung. Es gibt Waldströme und Höhlen in Fülle, den Cillaru und einen Feuerstrom. Dort besteht die Gemeinschaft der Meister; man kann diesen Stand Sayujya nennen. Im Innern befinden sich Koti Rasam-Brunnen: Sie sind der Same des Guru-Herrn Ishvara.

2294. Dieses Rasam, der Same, quillt immer wieder hervor und fließt mit Kraft in den Feuerstrom. Am Rand des Waldstroms, an seinem Uferzugang, liegt Kenti, das Shakti genannt wird. Der Same verbindet sich mit Shakti; durch das mächtige Feuer des Feuerstroms gehen beide eine innige Verbindung ein, werden rot, und Centuram entsteht.

2295. Wie könnte man das so entstandene Centuram beschreiben? Mächtige Siddhas, Weise und Rishis bewachen es. Seine Kraft nimmt zu [eine vorausgehende Wendung ist beschädigt]; es blüht auf der Erde wie Muppu. Mit besonderer Schärfe entfaltet es Stärke. Die ganzen festen Kupferfestungen reifen unter seiner Wirkung und erscheinen wie gutes Gold. Die vollständigen Festungen werden zu Gold; sie strahlen wie die Sonne, sieh.

2296. Die Meister zeigten ihre Siddhis; viele große Wunder gab es. Als ich in den Berg hineinging, sah ich den Zugang zur Samadhi-Stätte und schritt weiter. Die Weisen ließen mich an Rudras Samadhi-Stätte heran. Bescheiden verehrte ich, ihr Diener, Kalangis Füße und begann zu sprechen.

2297. Ich sprach, während ich an Rudras Samadhi-Stätte vor dem Haupttor stand. Als sich der Verschluss öffnete, sah ich den strahlenden Guru Rudra. Als ich sein heiliges Antlitz betrachtete, glänzte es wie ein leuchtender Blitz. Mein Körper schrie auf und versank gebannt in einem Licht, das die Augen nicht zu fassen vermochten.

2298. Rudra sah mich, wurde innerlich gerührt und fragte freundlich, wer ich sei. Ich antwortete: ‚Ein Schüler Kalangis.‘ Als ich dies geordnet sagte, gewährte Rudra mir seinen Segen. Nachdem ich den Segen liebevoll empfangen hatte, stand ich bewegt bei den Siddhas. Sie prüften mich und sagten mir, ich solle zum Berg weitergehen.

Der Hamsa und Tatakais Samadhi

2299. Auf ihr Wort hin legte ich, ihr Diener, die Kulikai an und ging prüfend den Berg hinauf. Dort sah ich den Vogel Hamsa. Als ich ihn liebevoll betrachtete, erklärte er mir gütig Rudras Herrlichkeit. Er ließ mich auf seinen Rücken steigen, und wir konnten weiterziehen.

2300. Er nahm mich auf seinen Rücken und brachte mich zu einem hohen Bergvorsprung. Dort stieg ich rasch ab. Die Sonne war nicht zu sehen; tiefe Dunkelheit und Nebel bedeckten den Ort. Rings um den hohen Berg sah ich zahlreiche Siddhas stehen, mein Lieber. Sie erzählten mir von Tatakais Samadhi-Stätte.

2301. Sie beschrieben Tatakais Samadhi-Stätte. Um die Feinheit ihres eigenen Wesens zu schauen, ging ich zur sechsten Bergstufe, mein Lieber. Als ich dort stand, öffnete der Hamsa den Schnabel und erklärte Tatakais Weg ausführlich und ohne Unterbrechung. Als er diese ungewöhnliche Geschichte erzählte, war ich überwältigt.

2302. Überwältigt gedachte ich an Kalangi. Auf Ravanas Schlachtfeld war Tatakai zugrunde gerichtet worden und hatte darauf auf Erden Samadhi angenommen. Am Ashtagiri-Berg sah ich Tatakais Samadhi-Stätte in ihrer Gestalt. Erschrocken ging ich weiter zum oberen Berg und erblickte mächtige Siddhas.

Anmerkung: Die Verbindung Tatakais mit Ravanas Schlachtfeld folgt dieser Erzählung und wird nicht an andere Fassungen des Ramayana angepasst.

2303. Ich sah den Weg vieler Koti Rishis, gedachte ihrer im Herzen und verehrte sie. Mithilfe der Kulikai umrundete ich die Weltbereiche und sah auf Erden viele Koti von Wundern. Alle irdischen und himmlischen Bereiche durchzog ich, mit der Kulikai fliegend. Ehrfürchtig umrundete ich die Samadhi-Stätte und hörte auf Erden Tatakais Geschichte.

Siebte Bergstufe: Virabhadra

2304. Nachdem ich sie gehört hatte, ging ich rasch zur siebten Bergstufe hinauf, mein Lieber. Dort sah ich den ausgedehnten Jatayu-Wald. Am Eingang des Waldes erblickte ich Virabhadras Samadhi-Stätte. Ihr mächtiges Haupttor war verschlossen. Scharen von Rakshasas und Bhutas standen in großer Würde bei dieser Stätte, sieh.

2305. Als ich hinsah, bestand Virabhadras Samadhi-Stätte aus Diamant und grünem Edelstein. Wollte man sie öffnen, musste dies unter zahlreicher Bewachung geschehen. Grimmige Rakshasas standen davor, den Kopf geneigt und die Hände zusammengelegt. Auch Weise konnten dort nicht laut auftreten. So groß ist die Herrlichkeit des Ashtagiri-Berges.

2306. In Virabhadras herrlicher Samadhi-Stätte hörte ich ehrfürchtig den Klang Om. Seine Schüler, darunter der als Bhagiratha bezeichnete, standen seitlich. Der gütige Virabhadra sprach und gewährte dort seine Erlaubnis. Bei Sattamuni liegt eine weitere Samadhi-Stätte. Die Rishis lehrten mich den Weg der Erkenntnis vollständig.

Anmerkung: Die Zuordnung Bhagirathas zur Schülerschaft und die Ortsverbindung mit Sattamuni sind sprachlich nicht völlig klar.

Achte Bergstufe: Rudra-Kala und leuchtende Steine

2307. Nachdem ich alle Unterweisungen gehört hatte, ging ich geordnet zur achten Bergstufe. Als ich den oberen Berg erreichte, übte dort der mächtige Rudra-Kala Askese. Als ich seinen asketischen Zustand sah, warf ich mich mit acht Gliedern zu seinen Füßen nieder und legte die Hände zusammen. Kalangis Namen im Sinn, suchte ich die Lotosfüße des Herrn und Rishi.

2308. Ich suchte Rudra-Kala auf, sah ihn aufmerksam und empfing seinen Darshan. Ich verehrte seine Füße und stand entschlossen vor Kala. Als er mich erschöpft dastehen sah, fragte Kala achtungsvoll: ‚Junger Mann, wer bist du?‘ Ich, sein Diener, der Rishi Bogar, war mithilfe der Kulikai gekommen, um Ashtagiri zu sehen.

2309. So stand ich schauend auf Ashtagiri. Kann man selbst Kailasa als gleichwertig bezeichnen? Bei Kalas Samadhi-Stätte übten Koti Meister Askese. Sie erwiesen alle gewünschte Gastfreundschaft. Viel Außerordentliches gab es bei dem herrlichen Kala. Dort liegt eine Festung aus Kantam; wie könnte man die großen Siddhas beschreiben?

2310. Im Kanchana-Berg, so lässt sich sagen, verweilt ein Siddha wie strahlendes Licht. Seine gute Samadhi-Stätte besteht aus Anjana-Stein. Aus diesem guten Anjana heraus vermittelt er den Weisen und Siddhas die Wunder der Welt. Weiter gibt es einen Wald aus Centuram. In der Welt sieht ihn niemand außer Ishvara.

Anmerkung: Anjana bezeichnet einen dunklen Stoff beziehungsweise Stein; die genaue mineralische Identität bleibt offen.

2311. Noch viele weitere Wunder sah ich. In dem weißen Stein befanden sich Körner beziehungsweise Einschlüsse, mein Lieber, wie Menschen sie im Weltbereich nicht gesehen hatten. Wie sollte man die Diamanten beschreiben, die wie strahlende Lichtflammen leuchteten? Nur die Meister schauen sie; den Begierigen der weiten Erde werden sie nicht zuteil.

2312. Im Jatayu-Wald sah ich die Samadhi-Stätte Atikayans. Als ich vor ihr stand, sprach der gütige Atikayan: ‚Warum bist du, Berge und Höhlen suchend, mit der Kulikai hier heraufgekommen?‘ Als er mich freundlich so fragte, höre, welche Antwort ich gab.

2313. Auf seine Frage gedachte ich, sein Diener, voller Hingabe und Aufmerksamkeit an Kalangi Nathar und begann zu sprechen: ‚Ich bin von weit her zu Rudra-Kala gekommen und auf den Berg gestiegen, um Ashtagiri zu sehen.‘ Da erteilte Rudra mir freudig eine erhabene Unterweisung.

Anmerkung: Der vorherige Vers nennt Atikayan, dieser Rudra; die Quelle wechselt die Benennung ohne Erklärung.

2314. Nach dieser Unterweisung legte ich die Kulikai an, sah mich ringsum um und verweilte dort. Um die Samadhi-Stätte in der Versammlungshalle des großen Herrn, des Großvaters König Harishchandras, zu sehen, ging ich näher. Aus dieser weltbeherrschenden Samadhi-Stätte erklang eine Stimme. Der königliche Herr erteilte mir gütig Unterweisung in Erkenntnis.

Das verschwundene Ei: Erklärung eines Kunstgriffs

2315. Nun werde ich eine wunderbare Kunst erklären, die die Meister im Land nicht ausgeführt haben. Ich verehrte und pries Kalangi Nathars Füße und begann zu sprechen. Röste das mondhelle Karam sorgfältig und forme es wie ein Ei. Schabe es in passender Größe zurecht und nimm es als eiförmigen Körper heraus, König.

2316. Nimm dieses Ei; Gopala, ich erkläre es dir, höre aufmerksam. Tausend versammelte Menschen sollen es mit Freude und Staunen betrachten. Schütte Sand auf die Erde und errichte eine erhöhte Fläche. Mache genau in der Mitte eine kleine Vertiefung und bereite sie ausreichend breit vor.

2317. Während die Menschen staunend zuschauen, nimm das Ei aus geröstetem Karam in die Hand, mein Sohn. Halte es sorgfältig, sprich viele Mantras und denke im Herzen an die Mutter des Vedanta. Lege das Ei behutsam auf den Sand und gieße Wasser darüber.

2318. Sobald das Wasser daraufkommt, löst sich das Ei auf; rasch ist nichts mehr von dem Karam zu sehen. Ein echtes Ei sollst du jedoch in Rufweite unter der Erde verborgen vergraben haben. Niemand auf Erden soll davon wissen. Sage einem Schüler, er solle es herausholen; sieh, er wird es entschlossen hervorholen und dir geben.

Anmerkung: Die OCR druckt erneut 2316; der Vers steht zwischen 2317 und 2319. Die Passage erklärt ausdrücklich den Austausch als Kunstgriff.

2319. Wenn er es bringt, werden die Menschen erschauern: ‚Gibt es auf Erden einen Siddha wie diesen? Er kennt die Verfahren genau; er ist ein Mantriker in der Welt, ein Raja-Yogi von undurchschaubarem Wesen, ein Siddha und König der Beeinflussung.‘ Man wird ihn als ruhmreichen Helden preisen; in der großen Welt werde man seinesgleichen nicht sehen.

2320. Weil sie den Vorgang nicht durchschauen, geraten die Menschen in große Unruhe. Keiner, der ihn gesehen hat, kann ihn erklären. ‚Wo ist das Ei geblieben? Wir haben es deutlich gesehen, nun sehen unsere Augen es nicht mehr!‘ So reden alle vergeblich durcheinander, verlieren den klaren Verstand, stehen beschämt und erschüttert da und verfangen sich im Täuschungsnetz der Meister.

2321. Das Ei, das niemand bemerkt hatte, wird besonders wirkungsvoll hervorgeholt und gezeigt. Man spricht ein Mantra dazu und vollbringt mit verborgenem Handgriff ein Wunder. Damit die Verhüllungen durchschaut werden, habe ich die feinen Zusammenhänge für die Menschen bezeichnet und ausgesprochen. In der Welt erscheint das Verborgene wie eine wirkliche übernatürliche Kunst.

Magnetische Früchte und das behauptete fliegende Ei

2322. Nimm tausend Kalarchi-Früchte, mein Sohn, und das geeignete Pulver [dessen Bezeichnung ist beschädigt]. Verarbeite es zu einer Paste und verreibe es sorgfältig mit Fruchtsaft. Denke an den herrlichen Guru und bestreiche die Kalarchi-Früchte gründlich damit. Lass sie in der Sonne trocknen und baue daraus eine Festung.

2323. So entsteht eine Festung aus Kalarchi-Früchten. Befestige Kantam an einem Stab. Schlage mit diesem Stab gezielt gegen die Festung; sie fällt auseinander. Die Früchte rollen und springen über den ebenen Boden und kommen dann wieder nahe zusammen. Bei Berührung zieht der Magnet sie an. Dies sei eine große, außerordentliche Siddhi.

2324. Niemand durchschaut diese außerordentliche Kunst: Im wunderbaren Stab steckt die Kunst des Magneten. Durch diesen Kantam entsteht die Grundlage, um allerlei Siddhis vorzuführen. Wer die wesentlichen Mittel besitzt, wird es erkennen; der Törichte sieht das Feinste vom Feinen nicht.

Anmerkung: Die Strophe ist kürzer als die meisten umgebenden Verse.

2325. Die Stumpfsinnigen gleichen widerspenstigen Rindern; auf Erden ist die Erkenntnis sehr schwer. Die Umwandlungen von Koti über Koti Weisen und Rishis lassen sich in der Welt nicht aussprechen, mein Lieber. Höre noch ein Verfahren. Ich besinge es, damit die Schüler leben können: Höre das Wunder, durch das ein Ei in die Luft steigt und über der Erde fliegt.

2326. Ich werde diese wunderbare Kunst erklären. Wenn du aufmerksam mit den wesentlichen Mitteln umgehen kannst, höre. Mache eine kleine Öffnung in das Ei und bringe Tauwasser hinein. Nimm behutsam den Saft der roten Talai-Blüte; fertige einen Verschluss aus Uluntu und versiegele die Öffnung fest. Lege das Ei dann in die Sonne, mein Lieber.

Anmerkung: Die genaue Verbindung des Blütensafts mit der Füllung oder dem Verschluss ist nicht eindeutig beschrieben.

2327. Durch die Strahlen der Sonne werde das Wasser im Ei erhitzt. Sobald es die Strahlung empfängt, steige das Ei auf und fliege, mein Lieber, sieh. Wenn es sich von der Erde erhebt, würden die Menschen voller Staunen erbeben. Wunderbar sei dieses Verfahren; in der Welt sei es selbst für einen Shiva-Yogi schwer zu erlangen.

Anmerkung: Die behauptete Flugwirkung ist Teil der Wundererzählung, keine bestätigte physikalische Wirkung dieses Rezepts.

Yoga und das rasche Sprießen von Samen

2328. Ein Yogi braucht die Größe der Erkenntnis, gründliches Nachdenken und Vasi. Um die Täuschung der Sinnengenüsse abzulegen, muss er geduldig Shiva-Yoga erfahren. Wer die Praxis niemals aus der Hand lässt und sie ausführt, König, ist ein Yogi. Kalangis gedenkend habe ich, der Rishi Bogar, dies geordnet ausgesprochen.

2329. Höre eine weitere geschickte Kunst, die den Schülern auf Erden zum Lebensunterhalt dienen soll. Nimm ein Marakkal der geflügelten Termiten aus ihrem Hügel. Gib sie in einen geeigneten Topf mit Deckel und gewinne daraus Grubenöl. Lege Kirai-Samen in dieses kräftige Öl und lasse sie in einem Ei einweichen.

Anmerkung: Die Verbindung des Eis mit dem Einweichen ist sprachlich knapp; ein anderes Gefäß wird nicht ergänzt.

2330. Wenn ein Mandala vergangen ist, nimm die Samen sorgfältig heraus, mein Sohn. Lade viele Schüler zur gemeinsamen Mahlzeit ein. Während tausend Siddhas, Weise und Meister ringsum versammelt sind, schütte Sand aus und streue die Samen liebevoll darauf, mein Sohn.

2331. Gieße nach dem Ausstreuen Wasser darüber. Innerhalb von zwei Samam sollen alle Samen keimen und sich zu kleinen Pflänzchen von einem Angulam entwickeln. Für Siddhas, Weise und Rishis sei dies ein erfreuliches, die Augen erfüllendes Schauspiel. Diese Kunst der sprießenden Kirai habe ich, der Rishi Bogar, erklärt, schöner Jüngling.

Wurzeln, tierische Stoffe und eine Vashya-Paste

2332. Höre nun ein Mittel der Beeinflussung. Binde ein Schutzband um die nach Norden gerichtete Wurzel von Suri und bringe eine Gabe dar [deren Bezeichnung ist beschädigt]. Denke im Herzen an die Mutter des Vedanta. Nimm Talai-Pillai-Mancam sowie die Nordwurzel von Karun-Konrai, von Kollan-Muli und von Pey-Miratti.

Anmerkung: Die Bezeichnung Talai-Pillai-Mancam ist unsicher; sie wird nicht als sicher bestimmte Pflanze ausgegeben.

2333. Dazu die Nordwurzeln von Karuvali und weißem Erukku, von Kannan und Alinci, von Kattatti und Parayan sowie von Kumil und Meni. Nimm sie sorgfältig vollständig.

2334. Füge die nach Norden gerichteten Wurzeln zusammen und gib sie in ein großes Gefäß. Bringe eine Öffnung im Topf an und fülle alle Wurzeln hinein. Versiegele ihn fest und gewinne sorgfältig Grubenöl. Nimm dieses kräftige Öl, mein Sohn, und bewahre es in einem Gefäß auf.

2335. Höre nach dem Verschließen, wie das Öl weiter verarbeitet wird. Verwende Cuzhal-Kantu und Puta-Vantu; Patai-Anai, Kuli-Anai und Mara-Vattai; Cevvattai und Mara-Uni sowie das Tambalam genannte Insekt. Dazu die Galle von Valluru, Cempottu und Devangu.

Anmerkung: Die ersten Namen bezeichnen überwiegend kleine Tiere oder Insekten, sind aber nicht alle sicher bestimmbar. Valluru und Cempottu sind Vogelbezeichnungen; Devangu bezeichnet einen Lori.

2336. Ferner die Galle des Chamäleons, des als Varttai bezeichneten Tieres, der Carai-Schlange und des Pfaus; die Galle einer schwarzen Katze und der Fledermaus, einer grünen Schlange und des Anai.

Anmerkung: Varttai und Anai bleiben in diesem Rezept zoologisch unbestimmt.

2337. Füge all dies zusammen, mein Lieber, und verreibe es mit dem zuvor genannten Öl. Bereite die schwarze Paste sorgfältig in einer Schädelschale; höre. Bewahre die Paste nach dem von uns genannten Verfahren sicher in einem Gefäß auf. Vollziehe die Nirvani-Puja, lade sie durch Wiederholung auf und verehre sie.

Anmerkung: Ein bestimmter Mantratext oder eine Wiederholungszahl steht hier nicht.

2338. Nach der Verehrung nimm die Paste, mein Sohn, und setze damit ein Tilaka auf die Stirn. Wenn du so zu einem König gehst, werde alles, was du dir denkst, deiner Beeinflussung unterliegen, behauptet der Text. Gibt es auf Erden einen Siddha wie dich? Kailasa werde dein Besitz. Verweile mit Vasi im Zustand des Yoga und lebe stets in Freude.

Punagam-Präparat und gebundenes Sutam

2339. Betrachte einen weiteren Weg zum Leben, mein Lieber: die Kulikai, die der mächtige König von Lanka bereitete. Auf der weiten Erde lässt sie sich den Menschen mitteilen. Gehe zu einem Platz mit roter Erde und hebe eine Grube aus. Gib tief hinein Palmzucker von der Iccham-Palme, vermischt mit [einem nicht sicher lesbaren zweiten Material].

2340. Nach einer ganzen Nacht siehst du am Morgen zahlreiche Punagam, Erdwürmer, ringsum versammelt. Nimm die langen Erdwürmer heraus, mein Sohn. Ziehe nicht erschöpft umher: Sammle sie sorgfältig und entferne die Erde. Reinige sie mit saurer Buttermilch von sämtlicher anhaftender Erde.

2341. Nimm nach der Reinigung die Erdwürmer, mein Junge, und füge geduldig dieselbe Menge Kenti hinzu. Verreibe sie vier Samam sorgfältig mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten. Forme dünne Plättchen, mein Lieber, und lasse sie in der Sonne trocknen. Lege einen Deckel auf, versiegele die Anordnung und führe Putam aus, guter Mann: Es wird schwarz.

2342. Füge dem schwarzen Präparat ein Viertel seines Gewichts an geröstetem Karam hinzu. Gib es in einen widerstandsfähigen Vajra-Tiegel, verschließe und versiegele ihn. Setze ihn in die Vajra-Feuerstelle, schmelze geordnet und betrachte das Ergebnis. Wie sollte man dieses kräftige Ravi beschreiben? Goldener, wer ist dir in der Welt ebenbürtig?

Anmerkung: Ravi, ‚Sonne‘, steht hier als alchemistische Stoffbezeichnung. Die genaue Gestalt der Vajra-Feuerstelle ist nicht eindeutig.

2343. Aus dem Kupfer des Punagam vollbringe man auf Erden eine außergewöhnliche Kunst. Selbst die Himmlischen könnten sie nur schwer ausführen. Wer in der Welt würde diese Vorschrift so ausführlich erklären? Darum habe ich dir das wesentliche Mittel genannt; gib sein Geheimnis nicht preis, mein Lieber. Fertige daraus ein kleines Gefäß und fülle es mit Sutam, mein Junge.

2344. Verschließe es nach dem Eingießen mit dem oberen Schraubverschluss, guter Mann. Wenn Reis kocht, stecke das Gefäß mitten hinein. Nimm es nach dem Garen heraus, schöner Jüngling. Öffne sorgfältig den Schraubverschluss des festen Gefäßes: Das Sutam sei durch seinen gegensätzlich wirkenden Stoff ‚getötet‘ und erscheine wie reine Butter.

2345. Nimm die butterartige Masse und drücke sie sorgfältig in eine Mattam-Frucht. Versiegele sie mit Caram und Kalk und führe Putam mit vier Brennfladen aus. Wenn du sie anschließend herausnimmst und betrachtest, ist das wirksame Sutam wie Stein. Damit seine Stärke weiter zunimmt, führe weitere Caranai-Behandlungen aus.

Der Kulikai zugeschriebene sexuelle Wirkungen

2346. Führe auf diese Weise fünf mal zehn Putams aus; es wird fest gebunden. Entferne die äußere Umhüllung und nimm es sorgfältig heraus: Es ist ein Stein, ein Stein aus verändertem Sutam. Nun werde ich die geordnete Verwendung dieser steinharten Kulikai bei der Vereinigung mit den Frauen erklären, die als Todesbotinnen bezeichnet werden, König.

Anmerkung: Die herabsetzende Bezeichnung der Frauen gehört zur Bildsprache des Verses. Die OCR hat hier 2346; nach 2347 wird dieselbe Nummer irrtümlich wiederholt.

2347. Nimm diese Kulikai, mein Sohn, und halte sie im Mund. Wenn du die Frauen der vier Arten kraftvoll umarmst, seien es auch Koti Frauen, werde die Ermattung durch Begierde weichen. Wenn sie dich im Land sehen, würden sie zittern; sie lösten ihre Zurückhaltung und umarmten dich. Vollziehe das Liebesspiel wie Manmatha, sagt der Text.

Anmerkung: Die Wirkungsbehauptung ist historisch; die vier Arten werden hier nicht erklärt. Das Halten eines Sutam-Präparats im Mund ist keine sichere Anwendung.

2348. Ein solches Liebesspiel, Krishnas Spiel, könne sonst niemand in der Welt vollbringen, mein Lieber. Bewahre die wirkliche Kulikai sorgfältig auf und zeige sie niemandem. Mein Kulikai-Verfahren sei keine Lüge; alle Frauen auf Erden würden erzittern. Trage die schwarze Paste auf und lege die Kulikai in den Mund; auf diese Weise würdest du einem Kevali gleichen.

Anmerkung: Die OCR druckt erneut 2346. Die Schlussbezeichnung Kevali ist unsicher gelesen.

2349. Dazu muss die Kulikai bereitet werden. Ich werde noch etwas über sie erklären, mein Lieber. Nimm ein Cer des weißen Iyam und schmelze es nach der Vorschrift vollständig. Lege die Kulikai sorgfältig hinein. Sie nehme den gesamten flüssigen Zustand auf und springe dann rasch nach oben heraus und falle wieder herab.

Anmerkung: Die traditionelle Metallbezeichnung wird nicht ohne sicheren Kontext als bestimmtes modernes Metall aufgelöst.

Kulikai-Centuram und zugeschriebene Körperwirkungen

2350. Bewahre die Kulikai auf, gütiger junger Mann, und höre. Freue dich nicht bloß auf gewöhnliche Weise darüber. Erlange größere Fähigkeiten und Anerkennung, gewinne auf Erden den Namen eines Wohlhabenden, mein Sohn, und verkaufe beziehungsweise tausche das Silber. Lebe wie ein vornehmer Herr auf Erden und bleibe alle Tage in gutem Ansehen.

2351. Höre noch etwas Neues. Nimm die glänzende Kulikai, mein Sohn. Füge Kenti im Gewicht des Sutam hinzu, Manosilai zu einem Viertel und Talakam ebenfalls zu einem Viertel. Das geeignete Viram sei Varikkal. Verreibe alles vier Samam kräftig mit Pottralai-Saft.

Anmerkung: Varikkal bleibt wegen der unsicheren OCR-Lesung als Bruchbezeichnung erhalten; der Bezugsstoff Sutam wird hier im Zusammenhang der Kulikai vorausgesetzt.

2352. Nach vier Samam des Verreibens erhältst du eine gute wachsartige Masse. Lass sie in der Sonne trocknen und pulverisiere sie sorgfältig. Besorge die als Kasi bezeichnete Flasche, mein Sohn, und höre die genaue Erklärung. Bringe sieben Versiegelungsschichten an der geeigneten Flasche an und lege sie in die Sonne.

2353. Nimm die Flasche und fülle das gesamte Präparat hinein. Verschließe sie mit Makkal. Schütte sorgfältig Sand in einen weitmündigen Topf, mein Junge, und setze die Flasche genau in die Mitte. Fülle behutsam weiteren Sand darüber.

2354. Decke die Anordnung mit einem oberen Topf ab und versiegele sie ordentlich und fest. Erhitze genau acht Samam. Öffne sie nach vollständigem Abkühlen. Wie sollte man dieses vorschriftsmäßige Centuram beschreiben? Es besitze einen Glanz wie Varuna. Füge vier Anteile Kupfer und sechs Anteile Silber zusammen und schmelze sie im richtigen Zustand.

Anmerkung: Die Vergleichslesung Varuna ist nicht ganz sicher; eine abweichende Deutung als Morgenrot wird nicht eingesetzt.

2355. Gieße und bearbeite das Geschmolzene und führe Putam aus, guter Mann; das Kupfer werde entfernt. Füge dann im Verhältnis zum Silbergewicht einen Viertelanteil hinzu und schmelze gründlich. Prüfe aufmerksam Gewicht, Art, Zusammensetzung und alle Einzelheiten. Der Feingehalt steige, und das Ergebnis zeige frische Goldfarbe bei acht Mattru.

Anmerkung: Die Mengenwendung und der nicht erneut genannte Zusatzstoff sind in diesem Vers unklar; ein genauerer Ansatz wird nicht erfunden.

2356. Das Gold von acht Mattru zeigt große Fülle. Höre noch eine weitere Anwendung. Wird das Centuram ein Mandala lang mit einem passenden Begleitmittel eingenommen, verschwänden die achtzehn Kutta-Leiden und die Meka-Leiden flöhen davon. Das Kaya-Rogam weiche nach der Ordnung; es kehre nie zurück, und der Körper bleibe frisch wie ein Spross.

2357. Der Körper werde jugendlich und übertreffe das Feuer; stets zeige sich gesteigerte Bewusstseinskraft. Der Leib sei nicht kalt, sondern strahle Glut aus. Alle tief sitzenden Krankheiten verschwänden. Nervenschmerzen und Nackenleiden kämen nicht mehr heran, sondern verließen den Körper. Großer Glanz strahle aus, und der Leib werde golden.

Anmerkung: Die Wärmebilder und Wirkungsversprechen gehören zur Beschreibung des Textes; sie werden nicht medizinisch erklärt oder bestätigt.

2358. Der goldene Leib besitze großen Glanz, und Vasi richte sich kraftvoll nach unten. König, tritt in die achtgliedrige Praxis ein; dann würdest auch du auf Erden ein Siddha. Als einer der Siddhas des südlichen Potikai würdest du im Land als Shiva-Yogi leben. Kalangi Nayars Füße verehrend, habe ich, der Rishi Bogar, dies besungen.

Wachs aus einem Erdnest und Metallbehandlung

2359. Betrachte einen weiteren Weg. Suche im Wald nach der Kulavi, dem bezeichneten Insekt. An einem Baum haben diese Tiere aus Erde ein dichtes Nest gebaut. Suche es auf und öffne die Erdhülle; darin befindet sich das betreffende Wachs, sieh.

Anmerkung: Kulavi bezeichnet gewöhnlich eine Wespe; die Kombination aus Erdnest und Wachs wird ohne zoologische Korrektur wiedergegeben.

2360. Nimm dieses Wachs, füge Turucu und Vellai in passendem Verhältnis hinzu und verarbeite alles zu einer Wachsmasse. Schmelze Ravi und setze einen Anteil auf zehn zu. Erhitze danach in einer Kohleschale mit dem Blasefeuer; das Kupfer zeigt rasch eine veränderte Farbe. Gib auf vier Anteile Mati einen Anteil hinzu und schmelze: Der Feingehalt werde sechs Mattru.

Anmerkung: Ravi und Mati stehen hier als alchemistische Sonnen- und Mondnamen; Vellai bleibt als nicht näher bestimmter Stoffname erhalten.

2361. Wie sollte man diesen Feingehalt von sechs Mattru beschreiben? Mein Lieber, die Herrlichkeit der Siddhas ist millionenfach. Koti über Koti kurzer und langer Wege gibt es, um Gold zu bereiten. Die Siddhas könnten mit einem großen Fluch strafen; lässt sich die Alchemie in der großen Welt einfach aussprechen? Der passende Stein ist Cukkan-Stein. Seine Feinheit werde ich aufrichtig erklären.

Cukkan, Punīru und die Herstellung farbigen Glases

2362. Nimm zehn Cer Cukkan aus Cina, mein Lieber. Ich werde die Vorschrift des herrlichen Konganavar erklären, damit die Schüler leben können. Koche Cukkan rasch mit Punīru und lasse die Flüssigkeit sich klären. Füge Karam hinzu und erhitze im Tontopf, bis eine kristallartige Beschaffenheit entsteht.

2363. Erhitze und schmelze das Material [die erste Stoffbezeichnung ist beschädigt]; es bildet im Ansatz eine wachsartige Masse. Füge den verschiedenen Ansätzen Karam hinzu; beim Schmelzen öffnen sich sichtbare ‚Augen‘. Bereite eine plattenartige Form vor und gieße die Schmelze sorgfältig hinein. Sie fließt wie Kristall: Daraus entsteht großes Glas.

Anmerkung: Die Form- und Schmelzbegriffe sind teilweise undeutlich; es wird keine moderne Rezeptur aus ihnen rekonstruiert.

2364. Noch mehr werde ich über die Entstehung des Glases sagen. Aufmerksame Menschen, hört meine Erklärung. Der Weg, wie es durch das als Cunnam bezeichnete Punīru entsteht, ist das Feinste vom Feinen. Nun nenne ich die Färbung farbigen Glases. Werde nicht verwirrt: Es ist die Erde des Eisens, mein Lieber. Wird sie mit Punīru zusammengeschmolzen, erhält das gepriesene Glas Farbe.

2365. Unzählige Wege gibt es für farbiges Glas; Koti von Kunstwerken lassen sich daraus fertigen. Farbige Gefäße entstehen daraus, ebenso Flaschen und kleinere Glasgefäße. Farbige durchsichtige Gegenstände, geeignete Pingan-Waren, vielerlei farbige Perlen und ausgezeichnete Schmuckstücke lassen sich daraus herstellen.

Anmerkung: Pingan kann keramische beziehungsweise porzellanartige Ware bezeichnen. Der Vers führt Glas und solche Waren gemeinsam auf; die Materialgruppen werden nicht nachträglich getrennt.

2366. Nun erklären wir Punīru im Einzelnen. [Die erste Anweisung enthält eine beschädigte Wendung über das Anbringen eines Siebs oder Netzes.] Gib gewöhnliches Wasser hinzu und löse es sorgfältig in einem Gefäß. Lass es sich klären, gieße die klare Flüssigkeit in ein anderes Gefäß, filtriere und koche sie. Dabei tritt eine starke Farbe hervor. Gib sie anschließend wiederum in ein anderes Gefäß.

2367. Koche das Punīru wie zuvor, nimm es ordentlich vom Feuer und sieh nach. Es wird weiß; diese beständige Weiße sei von erster Güte. Füge für das Schmelzen Kalan hinzu und nimm es rasch heraus: Es erscheint ganz weiß. Gib diese weiße Substanz in ein weiteres Gefäß und koche sie sorgfältig.

Anmerkung: Kalan ist hier eine nicht sicher bestimmte Stoff- oder Funktionsbezeichnung.

2368. Filtriere nach dem Kochen wie zuvor, koche die Flüssigkeit sachgerecht weiter ein und betrachte sie. Gib sie wieder in ein anderes Gefäß und erhitze nochmals über dem Feuer. Wenn nur noch wenig Flüssigkeit bleibt, entsteht eine schöne kristallartige Farbe. Viele verschiedene Farben lassen sich unterscheiden und auf Koti von Wegen erzeugen.

2369. Durch dieses Mittel lassen sich auf Erden viele erstaunliche Dinge herstellen. Mit Punīru kann man die in der Erde vorhandenen Farben aufbereiten. Goldgleiche und perlenartige Schmuckstücke lassen sich auf Koti farbigen Wegen fertigen. Mit dem leuchtenden Punīru kann man alle möglichen farbigen Gestaltungen hervorbringen.

Tonmassen, Pingan und die Betrachtung im Spiegel

2370. Nun erläutern wir das gute Punīru, wie es mitten in Cina verwendet wird. Nimm aufmerksam die Punīru-Erde und erhitze sie behutsam. Vermengt man salzhaltige Erde mit Kalk und knetet sie, entsteht eine geschmeidige Tonmasse. Höre, wie sich daraus reichlich Gefäße nach Art der Töpfer formen lassen.

2371. Höre: Verreibe Punīru und Kalk im rotierenden Mahlwerk sorgfältig zu einer feinen Paste, bis die richtige Tonbeschaffenheit entsteht. Aus der Masse, die an den äußeren Rändern der Walai-Anordnung hervorquillt, werde weißes Pingan. Der gepriesene abgesetzte Bodensatz wird gesondert angebracht.

Anmerkung: Der mittlere Verfahrensabschnitt ist stark beschädigt; die Zuordnung von Mahlwerk, Walai und abgesetztem Material bleibt vorläufig.

2372. Lass es nicht bei dieser Feststellung bewenden, mein Sohn, höre. Die Erde, die darunter in derselben Walai-Anordnung zurückbleibt, wird zu dem großen, Matti genannten Pingan. Die Erde, die wiederum darunter liegt, wird ebenfalls zum geeigneten Matti-Pingan.

Anmerkung: Die beiden fast gleichen Aussagen stehen so in der verkürzten Strophe; eine vermutete Unterscheidung verschiedener Qualitäten wird nicht ergänzt.

2373. So entstehen innerhalb dieser Anlage verschiedene Fraktionen, mein Lieber. Nach dem von uns genannten Pingan-Verfahren fertigt man im Land auf Koti von Wegen. Doch beim Brennen kann die Erde bersten. Dies nennt man die Kunst des herrlichen Caliyan; König, sie entspreche der Kunst Cinas.

Anmerkung: Caliyan ist als Handwerker- oder Eigenbezeichnung nicht sicher bestimmt; die mittlere Zeile ist beschädigt.

2374. Unzählige vergleichbare Verfahren gibt es. O, die Meister haben sie nicht gesehen! Sie sahen schalenartige Gefäße und die kunstvollen Gefäße des Caliyan. Auch treffliche Tongefäße werden mit Sorgfalt auf außerordentliche Weise hergestellt. Viele reine, schöne Gefäße fertigt man; die Siddhas erkennen nicht einmal den Zugang dazu, sieh.

2375. Sieh, die Könige haben es nicht gesehen, obwohl Koti über Koti von Königen auf Erden sind. Was nützt es, Glücksgüter erlangt und allerlei Schmuck angelegt zu haben? Das eigene schöne Gesicht haben sie nicht klar gesehen; niemand auf der weiten Erde betrachtete seine Anmut richtig. Sie schlugen Kupfer zu einem Blech, polierten es sorgfältig und betrachteten darin ihr Gesicht.

2376. Alle Könige über Könige betrachteten sich so, doch sie sahen ihr Gesicht nicht kristallklar. Mit schönem Schmuck angetan, sahen sie auf der weiten Erde nur ein trübes Gesicht. Niemand in der irdischen Welt hatte dessen volle strahlende Erscheinung erkannt. Könige und Siddhas sahen ihr Gesicht lediglich undeutlich.

Bogars Spiegel und die Anerkennung in Cina

2377. Alle Könige gingen dahin, ohne diese klare Schau erfahren zu haben. Weise und Siddhas mühten sich vergeblich; Koti von Goldkünsten führten sie aus, mein Lieber. Sie bereiteten Gold, um Ketten und Schmuck zu tragen. Doch ihre Schönheit auf Erden wirklich zu betrachten, vermochten die Siddhas nicht; diesen Gesichtspunkt hatten die Weisen in der alten Welt vergessen.

2378. Ich verehrte die Füße des Weisen Kalangi, legte voller Bemühen die Kulikai an und ging allein nach Cina. Dort erkannte ich das Punīru gründlich. Ich stellte fest, dass Cina ein vortreffliches Land für die geordnete Ausübung aller Handwerke ist. So begann ich, Glas zu schmelzen.

2379. Die Siddhas hatten stets viele schöne Künste auf Erden ausgeführt. Doch ich ging nach Cina, um besonders die Glasschmelze zu betreiben. In Bergen und Höhlen forschte ich; Koti über Koti von reichen Vorkommen prüfte ich. Ich untersuchte die verborgenen Hinweise der Lehrschriften und begründete so das Verfahren für Glas.

2380. Nach der rechten Methode schmolz ich Glas und erkannte das Punīru ohne Verwirrung. Ich bereitete eine runde klare Fläche und fertigte geschickt eine kristallartige Scheibe. Ich richtete die Form passend her und ergründete ausführlich das Geheimnis des Sutam. Ich sah auch einen Sutam-Brunnen. Dann konnte ich es nach der Vorschrift auf das Glas aufbringen.

2381. Ich ließ es nicht dabei bewenden, mein Lieber. Für das Glas behandelte ich das als scharf bezeichnete Iyam beziehungsweise die daraus bestehende feste Beschichtung mit Rasam und verteilte sie auf der Innenseite des Glases. Nun ließ sich das schöne Gesicht betrachten; ich sah es wie leuchtendes Licht. So erkannte ich ohne Verwirrung das strahlende runde Spiegelbild, heiliger Mann.

Anmerkung: Die Stoff- und Beschichtungsfolge ist sprachlich nicht eindeutig; eine moderne Spiegelrezeptur wird daraus nicht ergänzt.

2382. Als ich den Spiegel sorgfältig vollendet hatte, betrachteten ihn die berühmten Siddhas, Weisen und Könige voller Zuneigung. Sie ließen mich freundlich herbeirufen, erwiesen mir aufmerksam große Ehren und segneten mich. Alle Rishis und Siddhas nannten mich einen verständigen Mann, der sich ernsthaft bemüht hatte.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2362; der Vers folgt auf 2381.

2383. Freudig priesen sie mich als verständig: ‚Er ist doch Kalangis Schüler! Wahrlich, du allein konntest dies ausführen. Besitzt ein anderer auf Erden den Verstand dazu? Du bist ein siegreicher, seinem Guru lieber Schüler. Gibt es in der Welt jemanden wie dich?‘ Mit Hingabe erwiesen sie mir wiederholt vielerlei Ehren.

2384. Nachdem ich diese ehrende Aufnahme erfahren hatte, führte ich für die Menschen Cinas freudig viele verschiedene wunderbare Künste aus, Koti von Verfahren. Die Siddhas sehen zwar das Punīru, erkennen aber nicht den Zugang zu seiner Verarbeitung. Durch Kalangis gnädigen Blick erkannte ich, wie Glas geschmolzen wird.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2364; der Vers steht zwischen 2383 und 2385.

Kristallartiges Karpuram

2385. Nun werde ich eine Bereitung von Karpuram erklären, die die Siddha-Weisen auf Erden nicht ausgeführt haben. Bräunliches Karpuram haben sie auf Koti von Wegen bereitet. Höre aber, König, wie kristallklares Karpuram nach der rechten Methode hergestellt wird. Durch die Gnade des herrlichen Gurus, Kalangi bewusst verehrend, werde ich es erklären.

2386. Ich nenne die Stoffe: weißes Kukkil ein Param; Punīru ein Viertel Param; Vedi-Uppu ein Viertel Param; Kanna aus Cina ein Viertel; ausgezeichnetes Cinam ein Viertel Param. Gib den duftenden Saft von Talai hinzu und koche alles sorgfältig bis zum richtigen Zustand.

Anmerkung: Kukkil und Kanna sind unsichere Stofflesungen. Die OCR schreibt bei mehreren Mengen pāraṅkal; die Übersetzung als Viertel Param ist vorläufig.

2387. Füge beim Kochen sorgfältig Karuppattai-Öl hinzu, ferner Karpuram-Öl und Talai-Blüten-Uppu. Gib auch Kardamomkernöl und Rosenwasser hinzu und koche es. Bereite ein geeignetes Karuppattai-Gefäß beziehungsweise eine Form und gieße das Eingekochte hinein.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2367. Karuppattai erscheint in zwei verschiedenen Verbindungen; sowohl der Stoffname als auch die Deutung der Form bleiben unsicher.

2388. Nimm es am nächsten Tag heraus und betrachte es. Das kristallartige Karpuram hat sich rasch zu einem festen, plattenartigen Stück verdichtet. Es ist ein Puram, das in allen acht Richtungen gepriesen werde. Ein Wunder – gibt es Meister, die dies vollbringen? Gewöhnliches Karpuram bereiten die Siddha-Weisen auf Erden, mein Lieber, sieh.

2389. Es gibt viele Arten Karpuram, mein Lieber; auf Koti über Koti von Wegen werden sie hergestellt. Doch gibt es auf der weiten Erde jemanden, der das Karpuram Cinas bereitet? Sehr viele Siddhas stellten erstaunliches Karpuram her. Aber niemand tat es so wie ich. Mein Lieber, ich selbst habe das Verfahren geordnet ausgeführt.

Ein durch erwärmte Luft aufsteigendes Gebilde

2390. Höre nun ein weiteres Verfahren, eine fremde Kunst, die ich erklären werde. Es ist eine wirkliche, feine Kunst: eine aufsteigende Vorrichtung, eine Käfigkunst. Wie sollte man diese scheinbar unwahre Kunst beschreiben? Wer auf Erden die wesentlichen Mittel kennt, erkennt und baut sie. Es ist eine Himmelskunst im Sonnenlicht, die Kunst des emporsteigenden Käfigs.

Anmerkung: Die Bezeichnung pirāṅku kann auf eine fremde beziehungsweise europäische Herkunft anspielen; eine genaue historische Zuordnung wird nicht behauptet.

2391. Höre, ich erkläre diese Kunst. Füge Kantam zu geeignetem Eisen hinzu, schmelze beides und ziehe es zu Draht. Mache den feinen Draht dünn wie einen Faden, mein Junge. Der Käfig sei zehn Fuß breit und zehn Fuß lang. Forme ihn viereckig und baue ihn nach der Vorschrift aus Draht.

2392. Stelle ringsum Stützen auf und bringe in der Mitte ein quadratisches Drahtgestell an. Fertige eine wiegenartige Halterung und befestige darin die Lichter innerhalb des Drahtbaus. Bespanne ihn an allen vier Seiten mit Stoff und forme ihn wie einen Vogel. Halte die untere Öffnung offen und verschließe die obere fest.

2393. Speise die Lampen mit Karpuram-Öl und entzünde das Licht, mein Junge. Gestalte die Hülle sorgfältig wie eine Kuppel und halte die Luft darin zurück. Wenn die Luft eingeschlossen im Innern bleibt, steige die Vorrichtung kraftvoll nach oben, sieh. So erhalte das Gebilde die Fähigkeit, sich im Himmel fortzubewegen.

2394. Wenn es sich bewegt, trägt der Wind es weiter durch den Himmel. O, die Menschen schauen zu: Es könne bis Kailasa und Meru ziehen. Es steigt zum Himmel des Weltalls auf; den weiteren Weg können sie nicht mehr sehen. Dies ist ein erstaunliches Wunder des Himmelsraums. Sieh die feine Kunst des offenen Raums.

Anmerkung: Die Passage beschreibt eine luftgetragene Vorrichtung, verbindet sie aber mit mythischen Fernzielen; diese werden als Erzählung beibehalten.

2395. Die feine Käfigkunst führe über große Entfernungen; wer die wesentlichen Mittel kennt, erkennt sie in der alten Welt. Es ist eine herrliche, durch Luft hervorgebrachte Kunst, die Könige auf Erden in Staunen versetzt. Eine wunderbare Kunst, mit der die Jungen ehrfürchtig spielen und die man immer wieder vorführen kann, besonders nachts. Ich, der Rishi Bogar, habe sie vortrefflich erklärt.

Ein eisernes Tauchgewand und die versunkene Festung

2396. Betrachte noch einen Weg: eine schöne Gandharva-Kunst, mein Lieber. Fertige ein Gewand aus Eisen und bringe am Kopf ein Rohr an. Es besitzt eine aus Kettengliedern gebildete Leine; lege es sorgfältig um die Brust. Verschließe den Hals genau und richte ein Rohr für den Atemweg durch die Nase ein.

2397. Wechsle im Rohr zwischen nördlicher und südlicher Bahn, damit die Luft gezielt zur Nase gelangt. Fertige zwei Stränge wie gedrehte Fäden und führe eine Öffnung durch die geeignete Leine. Lege sie fehlerfrei um den Hals und flechte beziehungsweise verknote sie am Nacken. Bringe einen Schraubverschluss an, damit kein Wasser eindringt, und lege die Vorrichtung sorgfältig am Körper an.

Anmerkung: Die Atembahnen und Leitungen werden in vormoderner, teilweise beschädigter Sprache beschrieben. Die Übersetzung liefert keine verlässliche Bauanleitung für ein Tauchgerät.

2398. Befestige nach dem Anlegen Eisen an den Füßen und bringe Gewichte daran an. Binde eine lange Sicherungsleine fest. Wenn du mitten auf dem weiten Meer vom Holzfahrzeug hinabspringst, könntest du tief unten den Meeresgrund sehen. Nach Belieben könntest du die ganze Nacht dort bleiben und anschließend wieder aufsteigen.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2396; der Vers folgt auf 2397. Die behauptete sichere Aufenthaltsdauer gehört zur historischen Darstellung.

2399. Um wieder heraufzukommen, müsse ein oben bleibender Mann die dafür bestimmte Vorrichtung hochziehen. Dann könne man das Meer verlassen, mein Sohn, und die Küste erreichen. Wenn du rasch ins Meer hinabgehst, könntest du alle dort verborgenen Schätze sehen. Dies ist eine Kunst der überlieferten Erzählungen, mein Lieber; ich, der Rishi Bogar, habe sie geordnet ausgeführt.

2400. Noch einen weiteren Weg habe ich beschrieben, mein Lieber; niemand auf Erden hatte ihn ausgesprochen. Im Krita-Yuga seien die sieben Meere angeschwollen und über ihre Ufer getreten. Die Flut habe die Festung eingenommen, die Erde bedeckt und sich weiter aufgestaut. Alle Länder seien versunken: So erzählte es mir Kalangi.

2401. Im Krita-Yuga, mein Lieber, hätten selbst hundert Koti Sonnen die verborgene Festung nicht gesehen. Im Innern Ravanas lag diese uneinsehbare Festung mit sieben Umfassungen. Mein herrlicher Vater Kalangi Nayar legte die Kulikai an und ging hinein. Koti Siddhas des Krita-Yuga hätten dort in guter Ordnung verweilt.

Anmerkung: Die OCR bietet schwankende Formen des Yuga-Namens; Krita wird hier als wahrscheinlichste Lesung verwendet.

2402. Koti großer Siddhas, Weiser und Rishis, sehr viele, verweilten dort in der großen Welt. Ich sah die Samadhi-Stätte in der prächtigen Festung. Vor ihr stand eine Rakshasa-Schar. Als tausend gewaltige Kinkiliyar kampfbereit auf mich zukamen, erklärte der aufrichtige Kalangi Nayar den rechten Weg, ohne von der Ordnung abzuweichen.

Anmerkung: Der Erzähltext wechselt hier von Kalangis Reise zur ersten Person; dieser Wechsel wird erhalten.

Kalangis Fluch und Ravanas verborgene Samadhi-Stätte

2403. Als Kalangi Nathar gesprochen hatte, versammelten sich alle Siddhas in ihrer vollendeten Gestalt und erklärten ihm freundlich sämtliche Wunder in Ravanas Festung. Als er zur Samadhi-Stätte ging, sahen ihn Koti von Weisen, Rishis und Göttern. Weil er in die Festung des Königs eingedrungen war, trafen ihn schwere Strafen.

2404. So widerfuhr es Kalangi Nathar: Sogleich traf ihn dort ein Fluch. Mit großer Sammlung gedachte er an seinen erhabenen Guru in dessen wahrer Gestalt. Als er aufrichtig im Herzen daran dachte, den Fluch aufzuheben, wurde der erschreckende Fluch gelöst – König, im Treta-Yuga.

2405. In jenem Yuga, mein Lieber, befreite Kalangi Nathar sich in würdiger Weise von dem Fluch. Mein herrlicher Vater Kalangi Nathar trug auf Erden Koti Yugas hindurch die Kulikai. Trotz des Fluches der Rishis kam er in Ravanas Festung voran. Er näherte sich der großen Samadhi-Stätte und sah die erhabenen göttlichen Weisen.

2406. Als der Herr Kalangi Nathar aufmerksam zur Samadhi-Stätte ging, standen kosmische Weise, Rakshasas und Asura-Scharen in Reihen da und gewährten ihm Zutritt. Er sah die Samadhi-Stätte des streitbaren Ravana; alle Rishis befanden sich geordnet dort. Als er sich ehrfürchtig näherte, fragte er entschlossen nach sämtlichen Geheimnissen.

2407. Während er fragte, sah er die große Samadhi-Stätte des Shata-Khanda Ravana. Sie lag in der Mitte des Bereichs, oberhalb der Festung. Die beständige Festung des Herrn erstreckte sich zwölf Katam, mein Lieber. Er näherte sich der Samadhi-Stätte; Siddhas und Weise bewachten sie sorgfältig.

Anmerkung: Shata-Khanda ist die im Vers vorkommende besondere Bezeichnung Ravanas; sie wird nicht an eine andere Namensform angeglichen.

2408. Rishi-Scharen und Asuras bewachten die Samadhi-Stätte vor der Festung des Herrschers. Als er voller Verlangen hinging, um sie zu sehen, versperrten ihm die dortigen Rakshasas, Asuras und tausend dienende Kinkiliyar den Weg durch die schöne Festung. Kalangi sprach behutsam mit ihnen und fand einen geeigneten Weg, den Ort zu betreten.

2409. Oben sah er die Samadhi-Stätte aus Gold und den neun Edelsteinen. Kalangi Nathar wurde ehrenvoll empfangen und durfte sich ihr nähern. Bescheiden senkte er den Kopf, sprach und ging zu der Stätte. Wie ein Pfeil erklang eine körperlose Stimme; ihr Laut wurde auf der Erde hörbar.

2410. Als Kalangi Nathar dies hörte, fürchtete er sich trotz seiner ehrfürchtigen Haltung, weiter zur Samadhi-Stätte zu gehen. Mitten in der Festung seufzte er tief: ‚Wagenherrscher, ich wollte Ravanas Füße schauen, doch mir ist ein Hindernis entstanden.‘ So sagte Kalangi Nathar, dass sein Herz von Beklemmung erfüllt sei.

2411. Der Herr Kalangi Nathar sprach danach nicht weiter mit ihnen. In geregelter Haltung hielt er sich innerlich zurück und entschloss sich, von dort zur anderen Seite zu gehen. Als er sich zum unteren Bereich umwandte, sah er in der Festung deutlich Koti von Rishis, Koti Menschen.

2412. Koti über Koti Rishis und Weise standen lange bei der Samadhi-Stätte nahe dem Tor der herrlichen Festung, bei der Stätte des beständig leuchtenden Herrn. Als er genauer hinsah, befand sich davor ein strahlender Siddha. Er ging zu ihm, sprach freundlich und fragte nach Ravanas Geschichte.

Untergang Lankas und Kalangis Rückkehr

2413. Auf seine Frage sagte der Siddha im Verborgenen zu mir: ‚Im Dvapara-Yuga traf meinen mächtigen Großvater Ravana der Fluch eines Rishi. Durch diesen Fluch sollte die Festung rasch zerstört werden. Surpanakha wurde verstümmelt; der Fluch lautete, dass die ausgedehnte Festung einstürzen solle.‘

Anmerkung: Die Erzählung wechselt hier erneut zur ersten Person. Dvapara-Yuga wird trotz der vorausgehenden Krita- und Treta-Angaben unverändert übernommen.

2414. Durch den Fluch ‚Stürze ein!‘ verlor Lanka alle seine schönen Städte. Im Augenblick schwoll das Meer mächtig an. Ravanas Brüder erkannten: Besser ist es, die Schwelle zu überschreiten und in Samadhi einzugehen; auf Erden lässt sich nicht weiter verweilen. Zusammen mit Mayil-Ravana gingen sie als Schar in Samadhi ein.

2415. Durch Ramas großen Zorn und den Fluch der schönen Sita gingen die Festung und alles Übrige zugrunde. Um in eine goldglänzende Welt einzugehen, suchten sie einen Ort für Samadhi. An Lankas Meeresküste, mitten in der Festung, traten alle nach der Ordnung in Samadhi ein.

2416. Kalangi betrachtete all diese Samadhi-Stätten und hörte aufrichtig die Kunde aus dem Dvapara-Yuga. Er erzählte seine eigene Geschichte vollständig und empfing geordnet Unterweisung. Nachdem er Berge, Meer und Flüsse gesehen hatte, kehrte er in die Welt zurück. Der ausgezeichnete Kalangi Nathar war nun reif, selbst in Samadhi einzugehen.

2417. Bevor der Herr in Samadhi einging, verehrte ich, sein Diener Bogar, seine Füße und empfing auf Erden sämtliche Unterweisungen. Unter den Schülern wurde ich ein guter Schüler und erlangte gesammelt die Gnade des Herrn. Mit Erkenntnis und der Kulikai versehen brach ich in die Welt auf und ging nach Cina.

Karu-Öl: Pflanzen und weitere Zutaten

2418. Ich ging nach Cina. Höre nun die genaue Darlegung eines Karu-Öls. Verwende Öl von Cittinamanakku und die Säfte von Vari-Kumatti, Nati-Kumatti, Kalarchi, Mutakkottan, Virali und Kattulli. Füge auch Pimi und Aruku sowie die Säfte der genannten Arzneipflanzen hinzu.

Anmerkung: Mehrere Pflanzennamen, besonders Pimi, sind in der OCR unsicher. Karu-Öl wird im Folgenden im Zusammenhang mit Fortpflanzungsbeschwerden beschrieben.

2419. Das Öl sei ein Anteil, die Pflanzensäfte zusammen ebenfalls ein Anteil. Nimm sie zu gleichem Gewicht. Dazu die Wurzeln von Pungan und Sangan, von Kotiveli und Pankam-Palai sowie Kiluva und Vakai. Weiter werden Kiluva nochmals, Sangu, Talai-Curuli und Kakkanam genannt.

Anmerkung: Die Wiederholung von Kiluva steht in der Vorlage; die Fortsetzung der Wurzelliste ist teilweise undeutlich getrennt.

2420. Füge die Wurzeln von Tiru-Kumari, Vellai-Carai und einer dritten, hier nicht klar bezeichneten Art hinzu. Nimm von jeder Art ein Palam, zerstoße sie sorgfältig und gib sie dazu. Nimm ferner Kasturi-Kalli, presse den Saft aus und vermische die betreffenden Säfte mit dem Öl, von jeder Art vier [die Maßeinheit fehlt].

2421. Höre, welche weiteren Stoffe hineinkommen: Tippili und Senf; Kadukkai und Katuku-Roni; Val-Milaku und Ciram, mein Lieber. Danach werden erneut Val-Milaku, ferner Kurosani, Karun-Ciram und Kasturi-Manjal genannt. Füge außerdem Manjal, Arattai, getrockneten Ingwer und Ciru-Naka-Pu hinzu.

Anmerkung: Val-Milaku wird zweimal genannt. Ciram ist vermutlich eine beschädigte Gewürzbezeichnung, wird aber nicht stillschweigend ergänzt.

2422. Ferner Intuppu und Tippili, Perunkayam und Muskatnuss; noch einmal Muskatnuss, dazu Muskatblüte, Cenkottai und Talisam. Weiter Civatai, Nila-Avai-Wurzel und die Knolle von Korai; getrockneter Ingwer, Tanrikkai, Nelli und Omam.

Anmerkung: Die Wiederholungen von Muskatnuss sowie von bereits zuvor genannten Zutaten werden beibehalten.

2423. Zu Omam kommen Vay-Vilankam, Vitayam und die Masi-Frucht. Nimm von jeder Art ein Palam, zerstoße sie sorgfältig und gib sie hinzu. Setze den Ansatz auf den Herd und erhitze. Dazu kommen ein Virakan Venkaram, zwei Virakan Intuppu und ein Virakan reines Kari-Uppu.

Historische Anwendung bei Fortpflanzungsbeschwerden

2424. Pulverisiere all diese Stoffe und füge sie hinzu, guter Mann. Nimm die Masse bei Wachskonsistenz vom Feuer und bewahre sie in einem guten Gefäß auf. Nimm sie nach einem Mandala wieder heraus. Vom ersten Tag der monatlichen häuslichen Absonderung an soll sie an drei Tagen morgens eingenommen werden, ein Jahr hindurch. So würden die sechs Arten von Sulai vergehen, behauptet der Text.

Anmerkung: Die Absonderung bezeichnet im historischen Kontext die Menstruation. Die Lesung ‚ein Jahr‘ steht in Spannung zur dreitägigen Einnahme und wird nicht ohne Beleg berichtigt.

2425. Die Sulai-Schmerzen im Zusammenhang mit dem Schoß verschwänden, ebenso die schlimmen Vayu-Beschwerden dort. Die Krankheiten und Verhärtungen des Fortpflanzungsbereichs würden weichen; auch Sutaka-Vayu und die Knoten des Kunmam gingen fort. Beachte die von uns genannte Diät und füge gute Ziegenmilch hinzu.

Anmerkung: Die traditionellen Begriffe verbinden Menstruation, Schwangerschaft und Unterleibsbeschwerden; sie entsprechen hier keiner eindeutig abgegrenzten modernen Diagnose.

2426. Am vierten Tag soll ein gründliches Bad mit warmem Wasser erfolgen. Von diesem Tag an seien vier Tage lang Viluti-Blätter mit Milch morgens und abends einzunehmen. Am siebten Tag erfolge ein Ölbad. Wird dies drei Zyklen lang so durchgeführt, soll auf der weiten Erde eine Schwangerschaft entstehen, sieh.

Anmerkung: Die Folge ‚vom vierten Tag an vier Tage‘ und ‚am siebten Tag‘ wird ohne rechnerische Angleichung beibehalten. Der Vers behauptet eine Fruchtbarkeitswirkung.

2427. Sieh, auch einem Mann sollen bei sorgfältiger Einnahme dieses Ansatzes die Krankheiten weichen. [Die Angabe zu den Einnahmetagen ist beschädigt]; dreimal soll er ihn nehmen. Halte die Diät wie zuvor ein. Die Meka- und Kasa-Leiden würden verschwinden [der Satzschluss ist undeutlich]. Kalangi Nayars Füße verehrend, habe ich, der Rishi Bogar, dies niedergeschrieben.

Anspruch des dritten Kandas und Weitergabe an Cina

2428. Ich habe viele Stoffe untersucht und dies ausgesprochen, mein Lieber, damit die Menschen leben können. Ich prüfte die Verlässlichkeit der Sutras, betrachtete viele Bücher und große Werke und erforschte das Feinste vom Feinen, das darin fehlte oder verborgen blieb. Alle Siddha-Bücher sah ich durch. Niemand erklärt es auf diese Weise; mit ernsthaftem Bemühen habe ich dieses Kanda besungen.

2429. Dies ist das dritte Kanda. Alle geeigneten wesentlichen Stoffe und wirksamen Grundsubstanzen habe ich genannt. Mein Vater Kalangi Nayar erteilte mir mit Freude viele Unterweisungen. Ich hörte all diese herrlichen Lehren und schüttete sie in den sieben Kandas aus, mein Lieber. Ich, Bogar, besang die Kandas der Siebentausend in geordneter Weise.

2430. Er selbst sprach Koti von Dingen aus; ich erkannte sie gründlich und bewahrte sie allezeit. Doch unter den Siddhas, Weisen und Rishis, mein Lieber, hat niemand es so erklärt wie ich. In allen Büchern stellten sie Flüche auf, legten aber die eigentlichen verborgenen Mittel nicht offen. Ich, ihr Diener, erläuterte sie ausführlich zum Wohl der Menschen Cinas.

2431. Die Menschen der Welt Cinas nahmen dort alle grundlegenden Mittel der Welt auf. Mondklar habe ich sie den Menschen erklärt, mein Lieber; sie erkannten alle Gewissheiten. Ich trat mit ihrer Gelehrsamkeit in Verbindung und sah dort bislang ungesehene Erscheinungen. Wer auf Erden könnte dieses Land Cina mit seinen vielen ausgezeichneten Orten vollständig beschreiben?

2432. Nicht einmal Adishesha vermöchte es, und auch die großen Siddhas nicht, mein Lieber. Sie irren wie unverbrannte Leichen umher, reden vergeblich von Büchern und verbergen deren Inhalt. Sie behaupten zuverlässig ein Karpam, das den Tod verhindert, doch ihrem Karpam fehlt das Leben. Sie sprechen allerlei untaugliche Lehrschriften aus und verkünden Flüche, mein Lieber, sieh.

2433. Sie verkündeten dort Flüche; niemand erklärte die wesentlichen Mittel so wie ich. Dinge, die sichtbar sind und nicht sichtbar werden, habe ich selbst geordnet dargelegt. Wer mein Buch betrachtet, findet weder Verhüllung noch Abschirmung. Ohne von der Ordnung der Lehrschriften abzuweichen, habe ich es zum Guten besungen. Erkenne seinen Nutzen.

Saft-Ghee-Präparat mit Gewürzen und Salzen

2434. Höre ein weiteres Verfahren. Ich besinge es, damit die Schüler leben können. Vari-Kumatti-Saft: ein Nali; Kalli-Saft: ein Nali; Maru-Lingu-Saft: ein Nali. Füge auch den geeigneten Viluti-Saft hinzu.

Anmerkung: Die Quelle nennt das traditionelle Hohlmaß nāḻi. Für den zuletzt genannten Saft fehlt eine ausdrückliche Menge.

2435. Füge ein Nali Fruchtsaft und ein Nali gutes Kuh-Ghee hinzu. Verbinde alles sorgfältig. Höre die dazugehörigen Arzneistoffe: Tippili, getrockneter Ingwer, Knoblauch und Iluppai-Blüten.

2436. Ferner Cavakkaram, Intuppu, das gepriesene Navaccaram und Kadukkai; Perunkayam, Venkaram, gutes Valuvai und Ciram; Omam, Katuku-Roni, Arappoti und dunkler Palmzucker; Muskatnuss, Gewürznelken, nochmals Kadukkai und Tanrikkai.

Anmerkung: Die doppelte Nennung von Kadukkai bleibt erhalten. Einige Stoffbezeichnungen sind in der OCR unsicher.

2437. Dazu Nelli-Frucht, getrockneter Ingwer, Pfeffer und Koshtam; Kardamom, Valaiyal-Uppu, wirksames Vedi-Uppu und Evaccaram; Intuppu, Kal-Uppu und das große Cavakkaram, jeweils ein Palam. Füge all diese Stoffe rein und zu gleichen Mengen zusammen; gib eine entsprechende Menge Zucker hinzu.

Anmerkung: Mehrere Stoffe wiederholen die vorherige Liste. Der Mengenbezug ‚jeweils ein Palam‘ wird aus der abschließenden Gleichmengenanweisung verstanden.

2438. Setze die Mischung in der Valuka-Anordnung auf den Herd und koche sie kräftig, bis sie schlammartig wird. Bewahre sie sorgfältig in einem Gefäß auf. Wenn man sie morgens und abends einnehme, würden Kaucai und Kunmam zugrunde gehen; Beschwerden der Kehle und der als Unfruchtbarkeitswurm bezeichnete Schädling würden in den Wald fliehen. So hat Bogar es aufmerksam in diesem Grantha besungen.

2439. Wer diese Vorschrift sorgfältig anwendet, solle schwanger werden. Visha-Pandu und Cokai würden weichen, ebenso die verheerenden Erkrankungen des Fortpflanzungsbereichs. Schmerzen in den Händen und Vayu verschwänden, große Sulai- und andere Leiden gingen fort. Vippuruti und Malai würden geheilt; die Steifheit der Hände weiche, sieh.

Anmerkung: Vippuruti und Malai bleiben als historische Krankheitsbezeichnungen stehen; die genaue Abgrenzung ist unsicher.

2440. Hüftschmerzen, Gelenk-Vata, Kal-Vata und Darm-Vata flöhen ungesehen davon. Bauchschmerz und Aufblähung gingen fort; die Verkrampfung der Nerven löse sich. Andere Schwellungen und Pitta verschwänden, ebenso sämtliche achtzig Vata-Arten. [Die Wendung über Husten und schweren Atem ist beschädigt.] Besondere Diätvorschriften gebe es nicht, heißt es am Schluss.

2441. Während der Einnahme des Präparats sollen jedoch Vayu fördernde Speisen weggelassen werden, mein Lieber. Kühlende Speisen seien nicht geeignet; auch übermäßig Scharfes sei zu meiden. Beachte diese Diät nach eigenem Maß; alles andere sei erlaubt. Wie wir es gesagt haben, werde Bogars Buch im Land nicht falsch sein, sondern wirksam.

Anmerkung: Die Einschränkungen folgen unmittelbar auf die Aussage des vorigen Verses, es gebe keine besondere Diät. Diese Spannung wird beibehalten.

Ein Lehya aus Vogelbestandteilen und mineralischen Zusätzen

2442. Betrachte einen weiteren sorgfältigen Weg, den die Meister den Menschen des Landes nicht erklärt haben. Nimm sechs Ataikkalam, also die bezeichneten männlichen Sperlingsvögel. Entferne sorgfältig die Federn beziehungsweise unreinen Teile, ebenso Eingeweide und Köpfe. Füge das Blut eines schwarzen Huhns hinzu und röste alles geordnet.

Anmerkung: Die OCR liest an der Mengenstelle āṉē; die Deutung als ‚sechs‘ ist vorläufig. Auch das Wort für die zu entfernenden äußeren Teile ist beschädigt.

2443. Wenn du es herausnimmst und betrachtest, was soll ich sagen? Das Blut ist eingekocht; die Ataikkalam verbinden sich vollständig damit zu einer verdichteten, kohleartigen Masse. Nimm dieses Fleisch heraus. Ich erkläre dir die Einzelheiten, mein Sohn, höre. Nun nenne ich die Lavana-Arten; höre meine klare Darlegung.

Anmerkung: Die Mengen- oder Zahlangabe vor ‚Lavana-Arten‘ ist beschädigt und wird nicht als sichere Zahl ergänzt.

2444. Intuppu: zwei Varakan; reines Kal-Uppu: zwei Varakan; Valaiyal-Uppu: zwei Varakan; Mati-Uppu: zwei Varakan; Caram: zwei Varakan; Vankaram: zwei Varakan; Cavakkaram: zwei Varakan. Pulverisiere all diese Stoffe gründlich.

2445. Höre, was dem Pulver hinzuzufügen ist: getrockneter Ingwer und Pfeffer; Omam und Ciram; ferner Kari-Polam, mein Lieber. Dazu das Parpam des Puram und das ausgezeichnete Rasam-Centuram. Pulverisiere alles fein, füge es zusammen und gib nach der Vorschrift Ghee und Honig hinzu.

2446. Füge auch Zucker hinzu, rühre alles sorgfältig und bewahre es auf. Höre den behaupteten Nutzen, wenn dieses Lehya ein Mandala lang eingenommen wird: Bauchschmerzen an den Tagen der Menstruation würden verschwinden, ebenso Beinschwellung und Mahodaram. Verdichtungen im Zusammenhang mit Sutam gingen zurück, Knoten und Sulai-Leiden würden weichen.

Anmerkung: Die historische Rezeptur enthält mineralische Präparate. Ihre Krankheits- und Wirksamkeitsangaben werden als Textinhalt übersetzt.

Weitere zugeschriebene Wirkungen des Lehya

2447. Mit Sulai verschwänden alle achtzig Vayu-Arten und die innere Flüssigkeitsansammlung. Morgendlicher Speichelfluss weiche; Hitze und Überhitzung flöhen ungesehen davon. Das abends auftretende Stechen im Kopf, Schwindel und hämmernder Kopfschmerz gingen zurück. Wie Zuckerrohr, das in die Presse gerät, würden die Krankheiten vollständig beseitigt.

2448. Die Krankheiten der Menstruationszeit und die großen Beschwerden des Fortpflanzungsbereichs würden verschwinden. [Die Wendung über Blut und das Zusammenziehen ist beschädigt.] Auch Vayu-Knoten, Mahodaram und Darmschmerzen kämen nicht mehr heran. Die Blutung werde zum Stillstand gebracht, und die schweren Leiden des Schoßes würden weichen.

2449. Höre: Sutaka-Vayu werde geheilt, sämtliche schweren Kasa-Leiden verschwänden. Timira-Vata, Darm-Vata und der starke Paksha-Vata gingen fort, ebenso Vata in den Waden. Schlimme Hüftschmerzen, Vata in den Knien und starke Schwellungen der Füße würden verschwinden.

2450. Was soll ich über das Weichen der Schwellung sagen? [Der Übergang ist undeutlich.] Große Erschöpfung des Körpers, übermäßige Schläfrigkeit, starkes Zucken der Nerven, zum Kopf aufsteigende Hitze und ständig zunehmender Kopfschmerz werden genannt. Dafür werden wir ein Öl erklären. Guter Mann, erkenne die Wahrheit des Rishi Bogar.

Anmerkung: Der Vers wechselt offenbar von den zuvor behaupteten Wirkungen zu den Beschwerden, für die das folgende Öl gedacht ist; der Wechsel ist nicht klar markiert.

Ein Pflanzenöl und seine Bereitung

2451. Betrachte einen weiteren wahren Weg, guter Mann, den die Meister nicht erklärt haben. Höre die ausführliche Bereitung des Öls: geeignetes Öl ein Cer; Kaiyan-Saft ein Cer; Mutakkottan-Saft ein halbes Cer; Karun-Tulaci-Saft ein Cer; ferner Nelli-Saft ein Cer.

2452. Füge ein Nali Talutalai-Saft hinzu, ein Nali Valutalai-Saft, ein Nali Pacalai-Saft und ein Nali Kumari-Saft; ferner ein Nali Nir-Puntu-Saft und ein Nali Karantai-Saft. Kuhmilch sei ein Nali. Höre nun die ergänzenden Arzneistoffe.

2453. Höre die Karpam-Stoffe: Valuluvai-Kerne, Nannari und Muttakkacu; wirksamer Kreuzkümmel und Omam; Kar-Poka, Kardamom, beständiges Koshtam und Maturam. Dazu Vakir-Holz, Cempuran, geeignetes Sandelholz und Devan.

2454. Devan-Rinde, Karun-Ciram, Tettran, Etti und Cittarattai; Val-Milaku, Muskatnuss, Puppanai und Tannir-Mittan; Kari-Manjal und weißer Pfeffer. Füge das als Räucherstoff dienende Camprani in gleicher Menge hinzu und verreibe alles sauber mit der Milch der Dreiaugigen.

Anmerkung: ‚Milch der Dreiaugigen‘ ist eine traditionelle Umschreibung, wahrscheinlich für Kokosmilch; die Quelle nennt an dieser Stelle keine eindeutige moderne Stoffbezeichnung.

2455. Verreibe und koche bis zur Wachskonsistenz, mein Lieber. Filtriere es und bewahre es auf. Verschließe es fest in einem Glasgefäß, mein Sohn. Wenn ein Monat vergangen ist und das Öl sorgfältig angewandt wird, sollen die Sulai-Schmerzen des Fortpflanzungsbereichs und dessen Vayu-Beschwerden weichen. O, dies sei keine Lüge, sondern Wahrheit.

2456. Das Öl sei wahrhaft sehr wirksam, guter Mann. Brennende Hitze weiche davon. Feste Nackenschmerzen und Sanni verschwänden, starkes Schwitzen werde vertrieben. Brennen an Händen und Füßen sowie alle achtzig Vayu-Arten gingen fort. Das innere Glühen nehme nicht mehr zu. So hat es der Rishi Bogar geordnet ausgesprochen.

Tiravakam aus Kenti, Cinam und Salzen

2457. Betrachte einen weiteren Weg. Kenti: ein Cer; Cinam: zwei Cer; Punīru: ein Viertel Cer; Uppu: ein halbes Cer. Dazu kristallartiges Valaiyal-Uppu und Evaccaram zu einem Viertel. Pulverisiere sämtliche ausgezeichneten Stoffe.

Anmerkung: Für Valaiyal-Uppu ist die Menge nicht gesondert lesbar; die Viertelangabe folgt auf Evaccaram.

2458. Gib alle Stoffe geordnet in den als Walai bezeichneten Topf und verreibe sie. Setze die kreisförmige Walai-Anordnung behutsam auf und gewinne das Tiravakam nach der Vorschrift. Wiederhole diesen Ansatz dreimal mit Sorgfalt. Fülle das Ergebnis in ein sauberes Glasgefäß und verschließe es mit einem passenden Steinstopfen.

2459. Die Schärfe dieses Tiravakam sei wie die Sonne, die alle drei Welten verbrennt. Es werde zum Todesbringer für die Stoffe; das Tiravakam wirke außerordentlich rasch. Bewahre es auf und betrachte aufmerksam einen weiteren Weg. Ich werde Kandars Tiravakam erklären, damit die Schüler leben können.

2460. Turucu: ein Cer; wirksames Cinam: ein Cer; Punīru: ein halbes Cer; Kal-Uppu: ein Viertel Cer; Venkaram: ein Viertel Cer. Pulverisiere all diese Stoffe rasch. Denke an meinen erhabenen Vater und Guru und schütte sie nach der Vorschrift in den Topf.

2461. Füge sie in den vom Guru genannten Mengen im kreisförmigen Topf zusammen. Setze die Walai-Vorrichtung genau auf und versiegele sie; bringe an beiden Seiten Wasserführungen an. Wenn du die Anordnung vorschriftsmäßig auf den Herd setzt und erhitzt, tritt das Tiravakam aus. Gewinne es ohne Verlust. Die Meister vollbringen dieses außerordentliche Verfahren nicht.

2462. Dies ist eine außerordentliche Walai-Kunst, auf Erden schwer auszuführen. Bewahre das besondere Tiravakam auf: Für Sutam ist es ein gewisser Todesbringer. Mit Kandars Tiravakam lassen sich im Land Koti von Verfahren ausführen, mein Lieber. Noch weitere Tiravakams werde ich geordnet erklären, wie ich, der Rishi Bogar, sie erlernt habe.

Weitere Tiravakam-Verfahren

2463. Betrachte einen weiteren erlernten Weg: Caram ein Cer; Punīru ein halbes Cer; gutes Cinam ein Cer; Kal-Uppu ein Viertel Cer; reines Venkaram ein Cer. Füge alle Stoffe zusammen, mein Lieber, und gib sie in den als Kalasam bezeichneten Topf.

2464. Setze die kreisförmige Walai-Anordnung auf und versiegele sie schön und fest. Stelle sie luftdicht auf den Herd und bringe ein Rohr am Gefäß an. Lasse Wasser durch die Wasserführung strömen und erhitze kräftig für die genannte Samam-Dauer. Das Tiravakam tritt hervor wie der Todesgott. Diese gewaltige Umwandlung lässt sich nicht beschreiben.

Anmerkung: Samam wird genannt, jedoch ohne eindeutig ausgedrückte Zahl; keine Dauer in modernen Zeiteinheiten wird ergänzt.

2465. Welche Zunge, welches Lied könnte es beschreiben? Das schwer zu schildernde Tiravakam ist äußerst scharf. Den Stoffen ist es Freund und Todesbringer zugleich, sehr gewaltig und weitreichend, mein Lieber. Bewahre es auf, fülle es sorgfältig in ein Glasgefäß, mein Sohn, und verschließe dieses behutsam mit einem oberen Steinverschluss. Sichere das starke Tiravakam.

2466. Betrachte noch einen Weg: Mati-Uppu ein Cer; Cinam zwei Cer; Caram ein Viertel Cer, guter Mann; Punīru ein halbes Cer; reines Kal-Uppu ein Viertel Cer. Füge sämtliche Stoffe zusammen, pulverisiere sie gründlich und gib sie in das Gefäß.

2467. Setze die Valuka-Anordnung darüber, mein Lieber, und versiegele sie fest. Gewinne ausdauernd das Tiravakam; dieses beständige Tiravakam besitzt große Stärke. Nimm es behutsam heraus und bewahre es sorgfältig im Glasgefäß auf. Wie sollte man es beschreiben? Die Meister führen es nicht aus. Erkenne seinen Nutzen.

Anmerkung: Die Vorlage nennt hier Valuka, während die benachbarten Destillationsrezepte Walai verwenden; diese Wortwahl bleibt erhalten.

2468. Betrachte noch einen guten Weg, eine rasche Umwandlung, die die Meister nicht gesehen haben. Ich sage es wahrheitsgemäß: Nimm Pashanam, guter Mann, das als Cunku bezeichnete Pashanam, ein Cer. Füge ein Viertel Valaiyal-Uppu hinzu.

Anmerkung: Cunku-Pashanam ist in dieser Lesung nicht sicher identifiziert; für den Viertelanteil wird keine abweichende Einheit ergänzt.

2469. Pulverisiere es im Reibstein und gib das Pulver in den Kalasam-Topf. Setze die Valuka-Anordnung genau darüber und bringe den Deckel fest an. Gewinne das Tiravakam geordnet. Bewahre es aufmerksam auf und verschließe es sicher in einem Glasgefäß.

2470. Dieses verschlossene Tiravakam sei äußerst scharf, mein Lieber; durch es würden die Metalle zu Asche. Es sei ein mächtiger Todesbringer für Metalle und zugleich Feind und Freund. Durch das Tiravakam würden Kara und Sara nach der Vorschrift ‚getötet‘. Auch Ayam werde dadurch bezwungen. Darum nennt man es ein wesentliches Tiravakam.

Anmerkung: Ayam bleibt als traditionelle Stoffbezeichnung erhalten; die Quelle erläutert die genaue Identität hier nicht.

Weitere mineralische und pflanzliche Tiravakams

2471. Höre ein weiteres Verfahren. Ayam sei ein Cer. Füge dem kräftigen Ayam dieselbe Menge Pashanam hinzu; Punīru nach der genannten Art, Valaiyal-Uppu zu einem Viertel und Cinam in doppelter Menge. Gib alles nach der Vorschrift hinein und verschließe das Gefäß.

Anmerkung: Für Punīru ist keine eindeutige Menge angegeben; die Bezugsgröße der doppelten Cinam-Menge wird nicht ausdrücklich wiederholt.

2472. Setze die Valuka-Anordnung darüber und versiegele sie sorgfältig und fest. Wenn du sie auf den Herd setzt und erhitzt, tritt das Tiravakam deutlich aus. Wasser fließt durch die Wasserführung und wird dem guten Tiravakam gleichsam zum Leben. Dieses Tiravakam besitzt große Schärfe, guter Mann, und wird zur wirksamen Grundsubstanz für Centuram.

2473. Lass es nicht dabei bewenden, sondern betrachte es weiter, mein Lieber: Hierdurch entsteht Centuram. Gehe nicht einfach fort, Verdienstvoller, höre noch eine Vorschrift. Dieses Verfahren kann bei sämtlichen feurigen Pashanam-Arten angewandt werden. Die Heftigkeit aller Pashanams lässt sich durch einen gegensätzlich wirkenden Stoff brechen.

2474. So lässt sie sich brechen; Koti von Umwandlungen werden möglich. Es gebe keinen Fehlschlag: Die Tiravakams sind äußerst scharf. Höre noch eine Vorschrift. Nimm ein Cer wirksamen Kreuzkümmel, mein Lieber. Wasser sei die doppelte Menge, Punīru ein Viertel. Gib alles geordnet mit dem Wasser in den Karakam-Topf.

2475. Setze die geeignete Walai-Vorrichtung auf den Topf und versiegele sie fest. Erhitze sie fachgerecht auf dem Herd: Das Tiravakam tritt ohne Verlust aus. Groß sei die Kraft des guten Kreuzkümmels. Sobald es wirke, verschwänden die vierzig Pitta-Arten. Dies sei die Eigenschaft des geeigneten Kreuzkümmels.

2476. Bereite dieses Kreuzkümmelöl sorgfältig dreimal auf dieselbe Weise. Durch die Valuka-Behandlung nimmt seine Schärfe zu, und es wird mit dem Dampf weitergeführt. Was soll ich über dieses Öl sagen? Selbst die Siddhas auf Erden werden es nicht erkennen. Die Füße des herrlichen Kalangi Nathar preisend, habe ich, Bogar, dies besungen.

Omam, Knoblauch und Kasi-Klumpen

2477. Betrachte eine weitere Vorschrift. Gütig erkläre ich sie, mein Sohn, höre. Nimm ein Cer Omam und gib es in ein Gefäß. Füge die doppelte Menge Wasser und ein Viertel Punīru hinzu. Nachdem du das Wasser eingegossen hast, setze sorgfältig die Valuka-Anordnung darauf.

2478. Versiegele sie fest und gewinne das Tiravakam, mein Sohn. Führe dies dreimal auf dieselbe Weise aus und sammle es sorgfältig. Höre nun, damit kein Fehler entsteht: Nimm von diesem und dem zuvor genannten Tiravakam gleiche Gewichte. Füge ein Cer Knoblauch hinzu, goldener Jüngling.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2476; dieser Vers steht zwischen 2477 und 2479.

2479. Verreibe den Knoblauch im Tiravakam, mein Sohn; er wird zu einer Paste. Er nimmt den starken Geruch und die Schärfe an. Hülle ihn sorgfältig in Schafhaut und nähe sie zu. Nimm ihn nach einem Mandala wieder heraus: Es sei nun ein starkes Perunkayam-Präparat entstanden.

Anmerkung: Die Herstellung eines asafoetidaartigen Stoffes wird behauptet; der Ausgangsstoff ist ausdrücklich Knoblauch.

2480. Betrachte noch ein wunderbares Verfahren für den wesentlichen Kasi-Klumpen, mein Lieber. Ich erkläre es liebevoll, mein Sohn: Füge Akil-Pulver hinzu und verreibe es drei Tage sachgerecht mit einem Absud von Arekanuss. Lass es sauber in der Sonne trocknen. So entsteht ein reiner Kasi-Klumpen.

Anmerkung: Kasi ist in diesem Rezept eine traditionelle Stoffbezeichnung und wird nicht mit dem zuvor genannten Glasgefäß gleichgesetzt.

Eisen- und Kupferfarben auf Tuch

2481. Der Klumpen wird zu einer blutroten Platte. Niemand auf Erden habe dies gesehen. Wir haben es den Menschen Cinas genau erklärt; wer es gründlich erkennt, ist verständig. Nun nennen wir eine weitere Vorschrift: Gewinne die Essenz des Eisens. Gib den betreffenden Rückstand in einen runden Kessel und füge Cemmara-Holzpulver hinzu.

Anmerkung: Das Wort für den in den Kessel zu gebenden Rückstand ist unsicher; eine chemische Spezifikation fehlt.

2482. Gib Wasser in das Gefäß und betrachte den Ansatz nach einem Paksha. Die beiden Bestandteile haben sich verbunden und erscheinen wie ein geeigneter Bodensatz. Schütte sie sorgfältig in eine eiserne Walai-Anordnung und verreibe sie. Spanne beziehungsweise binde ein Tuch, behandle es mit Karam, fasse den Rand ein und trage die Masse am Rand auf.

Anmerkung: Der Übergang von der Aufbereitung zum Färben des Tuches ist in der Vorlage beschädigt; die einzelnen erkennbaren Arbeitsschritte bleiben getrennt.

2483. Beim Auftragen zeigen sich vielerlei Formen und fünf Farben, beginnend mit Rot. Auf den Stellen ohne Karam treten klare Farben hervor. So kann man mit der starken Eisenbeize Farben auftragen und Muster zeichnen. Füge danach sorgfältig die Essenz des Kupfers hinzu, schmelze sie gründlich und nimm sie heraus.

2484. Verwende sie wie im Verfahren mit Ayam: Füge das Pulver der genannten Akil-Rinde und die Kupferessenz zusammen und verreibe sie im Mahlwerk. Durch die Farbe des Ayam und die kräftige Farbe des Kupfers erhält das gebundene Tuch seine Färbung. Mein Lieber, dies ist ein Geheimnis Cinas.

Anmerkung: Die Rindenbezeichnung ist in der OCR beschädigt. ‚Beize‘ im vorigen Vers ist eine funktionale Übersetzung, keine chemische Identifikation.

Papierbereitung und ein mechanisches Schöpfverfahren

2485. Noch ein erstaunliches Verfahren aus den Geheimnissen Cinas werde ich erklären, guter Mann. Höre die Einzelheiten, wie feines Papier hergestellt wird. Die Fläche sei hundert Gajam lang und hundert Gajam breit. Bringe ringsum Gitterstangen nach der Vorschrift an und befestige die Walai-Anordnung.

Anmerkung: Die sehr großen Maßangaben werden als Textangaben erhalten; die Beschreibung ist keine maßstäbliche technische Rekonstruktion.

2486. Errichte am Kopfende, wie bei einer Zuckerrohrmühle, eine Vertiefung und ein Becken. Lege rings um das Becken dauerhafte Leitungen wie Kanäle an. Setze das Mahlwerk an diese Leitung und baue einen brunnenartigen Behälter. Ordne im Behälter fadenfeine Drähte an und bringe ein Rad an.

2487. Setze das Rad ein und betreibe die Walai-Anordnung mit der als Rauch-Walai bezeichneten Vorrichtung. Zerkleinere die Sackleinwand mit passender Drehbewegung und befördere sie in das Becken. Schaffe einen Weg, auf dem die geklärte Flüssigkeit nach oben gelangt. Füge Punīru hinzu und löse es geordnet im Behälter auf.

Anmerkung: Kōṇi wird hier als Sackleinwand verstanden; die Antriebsbezeichnung bleibt im Wortlaut, ohne ein bestimmtes historisches Maschinensystem zu unterstellen.

2488. Wenn nach dem Auflösen drei Tage vergangen sind, befindet sich der Stoff im Behälter. Spanne ein Schöpfsieb und sieh, wie das Papier geordnet herausgenommen wird. An dem als Walai bezeichneten Arm befindet sich eine geeignete Figur. Gib ihr das Sieb in die Hand und bewege es vorschriftsmäßig im Behälter, ohne Klumpen entstehen zu lassen.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2468; der Vers steht zwischen 2487 und 2489. Die ‚Figur‘ wird im Folgenden als bewegliches Element beschrieben.

2489. Beim Bewegen setzt sich der Faserbrei auf dem Sieb ab. Durch die kräftige Drehung des Rades wird er weitergeführt und auf dem Rahmen einer erhöhten Fläche sicher abgelegt. Von einer weiteren Walai-Anordnung her wird ein Tuch darübergebreitet. Die nachfolgende Figur nimmt derweil wiederum Brei aus dem Becken auf.

2490. Durch das drehende Mahlwerk nimmt sie den Bodensatz samt allen Stoffen auf und bringt ihn auf die obere Stufe. Dort wird das Sieb auf dem sauberen Walai-Rahmen abgelegt und mit einem Tuch bedeckt. So werden viele Lagen übereinandergeschichtet, während die Anlage sich fortlaufend dreht.

2491. Bei diesem Betrieb entstehen in der ersten Stufe helle, dünne Papierbögen. Sieh nun, wie sie geordnet in der zweiten Stufe der Anlage behandelt werden. Dort gibt es eine Panci-Walai, mit Stift und Stütze wie bei der vorderen Leitung. Im Becken sammelt sich der geeignete, als Panaci bezeichnete Brei.

Anmerkung: Panci verweist auf Baumwolle oder Faserstoff; Panaci ist unsicher gelesen. Die genaue Konstruktion bleibt offen.

2492. Mit dem Brei verbindet sich gereinigtes Punīru, mein Lieber, zu einer dickflüssigen Masse. Sie strahlt wie Sterne am Himmel. Rühre den Brei auf und drehe die Rad-Walai geordnet. Die Figur setzt ihr Sieb an und hebt den Brei rasch heraus: Sieh ihre Wirksamkeit.

2493. Sie setzt das Sieb an, nimmt die Masse heraus und bringt sie geordnet nach oben. Auf den festen Rahmen beziehungsweise das Sieb wird ein Tuch gelegt, mein Lieber. Durch den oberen Teil der Anlage wird die Abdeckung darübergebracht. Sieh die geregelte Arbeitsweise des großen Rades.

Anmerkung: Die letzten Bauteilbezüge sind in der verkürzten Strophe nicht eindeutig aufgelöst.

Pressen, Trocknen und Glätten des Papiers

2494. Wenn die Radmaschine sorgfältig angezogen wird, weicht das Wasser. Die überschüssige Feuchtigkeit wird entfernt, und das Papier wird dünn. Höre nun, wie die dritte Stufe der Anlage rasch in Bewegung gesetzt wird. Das Rad dreht sich, König; betrachte das vertiefte mittlere Becken.

2495. In der viereckigen Vertiefung liegt das feine Material in der Mitte. Im geordneten Radwerk verbinde den zerkleinerten Baumwoll- beziehungsweise Faserstoff mit Punīru. Arbeite es durch, bis es in der Vertiefung eine glatte, wachsartige Masse bildet. Höre nun das Mittel, mit dem es sorgfältig aufgenommen wird.

2496. Am wesentlichen oberen Rad läuft die Anlage kräftig weiter. Sie bewegt sich deutlich wie ein Sieb über den Faserbrei. Die zentrale Steuerung legt rasch das Sieb des oberen Rades auf. Decke den Brei mit dem Sieb ab und breite geordnet das Tuch darüber.

Anmerkung: Sukkan wird hier im mechanischen Zusammenhang als Steuerung verstanden; die genaue Bauform ist nicht angegeben.

2497. Der obere Rahmen hält an und schließt sich. Die Anlage dreht sich rasch mit dem Sieb; dann legt sich das Tuch behutsam darüber und lässt das Wasser gut ablaufen. Durch die bewegte kreisförmige Platte zeigt sich die Drehung der Walai-Anordnung. Wenn diese Drehung anhält, kann man das Papier mit dem besonderen Handgriff herausnehmen.

2498. Nimm es aus der Walai-Anordnung und lasse es an der guten Luft trocknen. Trifft das Sonnenlicht darauf, wird das Papier sehr weiß. So lassen sich durch die Anlage vielerlei Papierarten gewinnen. Zahlreiche Walai-Vorrichtungen gibt es dafür; ihre Einzelheiten lassen sich nicht rasch vollständig erklären.

2499. Man kann oben Stärkekleister auftragen und so saubere Papierbögen gewinnen. Für den Kleister gibt es in der Walai-Anordnung eine glättende runde Walze. Umhülle die Walze mit Baumwolle; darüber bildet Leder die Arbeitsfläche. Gib das unbeschädigte Papier in die Anlage: Sie schiebt es geordnet und geglättet weiter.

2500. Beim Vorschieben läuft das Rad und nimmt die Bögen geordnet auf, um sie zu stapeln. Es hebt das Sieb an, führt es langsam und sauber in den unteren Behälter und legt es dort ab. Oben befindet sich die als Rahmen bezeichnete Walai-Anordnung, mein Lieber. Diese mächtige Vorrichtung besitzt ihre besondere Aufteilung.

Anmerkung: Die Beschreibung ist an der letzten Bauteilverbindung beschädigt. Der folgende nummerierte Vers wiederholt diese Strophe in der vorliegenden Quelle vollständig.

2501. Beim Vorschieben läuft das Rad und nimmt die Bögen geordnet auf, um sie zu stapeln. Es hebt das Sieb an, führt es langsam und sauber in den unteren Behälter und legt es dort ab. Oben befindet sich die als Rahmen bezeichnete Walai-Anordnung, mein Lieber. Diese mächtige Vorrichtung besitzt ihre besondere Aufteilung.

Anmerkung: Wörtliche Wiederholung von Vers 2500 in der vorliegenden Textfassung; sie wird nicht ausgelassen.

Schneiden und Färben der Papierbögen

2502. Am Rand der entsprechenden Walai-Anordnung lassen sich die Stapel rasch zuschneiden. Das Papier ist ringsum geordnet eingespannt beziehungsweise gedreht. Die Anlage läuft weiter und bewegt sich mit dem sichtbaren Rauch oder Dampf. Wenn die Stapel zugeschnitten sind, können sie geordnet nach unten ausgeschoben werden.

Anmerkung: Das Wort pukai bezeichnet Rauch; im Maschinenkontext kann Dampf gemeint sein, ohne dass der Vers dies genauer unterscheidet.

2503. [Die Eingangswendung ist beschädigt.] Lakh und Koti über Koti Papierbögen, mein Lieber: Eine solche geordnete Papierherstellung haben die Siddha-Weisen auf Erden nicht ausgeführt. Ich ging aufmerksam nach Cina und erlernte alle wesentlichen Verfahren. Durch Kalangi Nathar brachte ich viele Koti von Künsten hervor.

2504. Höre eine weitere Vorschrift, eine erstaunliche und unterhaltsame Kunst. Bringe reine Tinte in fünf Farben in die Anlage ein, mein Sohn. Streiche sie sorgfältig auf das Sieb beziehungsweise die Fläche am Eingang der Maschine. Gib dann das weiße Papier geordnet in die Walai-Anordnung und höre weiter.

2505. Nachdem das Papier aufliegt, nimm die verschiedenen kräftigen Farben in flüssiger Form. Binde Haare des als Capuri bezeichneten Tieres zu einem Büschel. Wenn du damit sorgfältig sprenkelst, fließt die Farbe aus. So zeigen und verbreiten sich auf dem ganzen Papier verschiedenfarbige Muster.

Anmerkung: Capuri ist eine unsichere Tier- oder Materialbezeichnung; eine moderne Pinselart wird nicht ergänzt.

2506. Vielerlei Dinge lassen sich mit dieser geeigneten Walai-Anordnung herstellen. Mein herrlicher Vater Kalangi Nathar streute unzählige Verfahren in die Welt. Doch niemand besang sie für die Menschen so öffentlich wie ich. Wie süßes Amrita stellte ich das Sapta Kandam der Siebentausend zusammen. Erkenne die Wahrheit.

Ein berauschendes Pflanzentiravakam

2507. Höre eine weitere wahre Vorschrift, guter Mann, für einen berauschenden Stoff. Verwende die Wurzeln von Nelli und der Palme, von Granatapfel und Ganja; dazu Nannari-, Alari- und Avarai-Wurzel. Füge Kiccili-Wurzel sowie die Rinde von Velan hinzu.

Anmerkung: Der Vers bezeichnet den Stoff ausdrücklich als berauschend. Die Zutaten werden als historischer Rezeptinhalt wiedergegeben.

2508. Füge auch Velvelan-Rinde hinzu und nimm alles zu gleichen Gewichten. Gib es in ein großes Gefäß und fülle reichlich Wasser ein. Lasse es zehn Tage einweichen; danach füge den Stoffen Palmzucker hinzu. Setze den Ansatz auf den Herd und höre, wie er geordnet als Tiravakam gewonnen wird.

2509. Gewinne das Tiravakam mit der Walai-Vorrichtung in einem geeigneten Gefäß. Es sei sehr scharf; bewahre es ordentlich auf. Diese Reinigung des Stoffes führen die Meister nicht aus. Ich habe viele Bücher geöffnet, betrachtet und untersucht und das Verfahren entschlossen für die Menschen besungen.

2510. Wer die Reinigung der Stoffe erlangt, dem würden Gnade und Erkenntnis zuteil, mein Lieber. Die Meister würden sich freuen und ihm gütig alles Gewünschte geben. Ruhm, Zuneigung, strahlendes Erbarmen und Segen seien vorhanden. Freiwillig und von Herzen würden sie ihm ihr Wohlwollen zuwenden.

2511. Man könne den beständigen Zustand schauen und das reine Bewusstsein erkennen. Innerhalb des sechseckigen Bereichs seien die erforderlichen Fähigkeiten und inneren Werkzeuge vorhanden. Die Wahrheit der sechs Adharas lasse sich auf dem rechten Weg ohne Verwirrung sehen. Man könne sich dem erhabenen höchsten Bewusstsein nähern und, König, im Zustand der Askese verweilen.

Pashanam-Kulikai: mineralische und pflanzliche Stoffliste

2512. Betrachte einen weiteren Weg, damit die Schüler leben können. Wie sollte man diese Kulikai vollständig beschreiben? Sie ist der mächtige Pashanam-König der Schlangen. Niemand erkennt dieses Pashanam mit seinen vielen Eigenschaften; ich werde es auf Erden erkennen, unterscheiden und erklären. Die schlangenartige Kulikai sei von großer Bedeutung und könne Kranken mit allen Arten von Leiden gegeben werden.

Anmerkung: Die universale Eignung für Kranke ist ein Anspruch des historischen Textes, keine medizinische Bestätigung.

2513. Vom als Canku bezeichneten Pashanam kann ein Kalancu-Gewicht genommen werden. Talakam: zwei Kalancu; geeignetes Viram: ein Kalancu; Turucu: ein Kalancu; wirksames Cutan: ebenfalls ein Kalancu.

2514. Füge Sutam und Tuttam hinzu, guter Mann; Singi: drei Kalancu; Kenti: sechs Kalancu; geeignetes Lingam: vier Kalancu; Kauri: ein Kalancu; Timurukal: ein Kalancu; Manosilai: ein Kalancu; wirksames Cutan: ein Kalancu.

Anmerkung: Die erste Mengenverbindung mit Sutam ist undeutlich; für Tuttam fehlt eine gesonderte lesbare Zahl. Cutan wiederholt den vorigen Vers.

2515. Kantam: zwei Kalancu; kräftiges Ponnimilai: ein Kalancu; Sutam-Centuram: ein Anteil; wirksames Arappoti: ein Kalancu; Aya-Totti: ein Kalancu; Cenkanti: zwei Kalancu; Karunkatal: zwei Kalancu; geeignetes Cinam: vier Kalancu.

Anmerkung: Einige Stoffnamen sind unsicher; beim Sutam-Centuram steht die Eins ohne erneut ausgeschriebene Maßeinheit.

2516. Gutes Kal-Naru: acht Kalancu; Kal-Matam: sechs Kalancu; Cilacattu: zwei Kalancu; feste Koralle: sechs Kalancu; Perlen: zwei Kalancu; Canku: sechs Kalancu; Hirschgeweih: acht Kalancu; scharfes Akir-Cilai: zehn Kalancu.

Anmerkung: Akir-Cilai ist eine unsichere Stofflesung. Canku kann hier Muschelschale bezeichnen, wird aber vom zuvor genannten Canku-Pashanam nicht eigenmächtig gleichgesetzt.

2517. Höre die ergänzenden Arzneistoffe: getrockneter Ingwer acht Kalancu; Pfeffer sechs Kalancu; Paranki acht Kalancu; Lavangam vier Kalancu; Muskatnuss zwei Kalancu; Rocanai sechs Kalancu; ausgezeichnetes Val-Milaku drei Kalancu.

2518. Zu den drei Kalancu Pfeffer kommen Karuvay-Rinde und kräftiges Karun-Cirakam zu zwei Kalancu. Pattiri: ein Kalancu; Takkolam: zwei Kalancu; Karkolam: ein Kalancu; Masi-Frucht: zwei Kalancu; Tecavaram: ein Kalancu; Vay-Vilankam: zwei Kalancu, geordnet zusammengefügt.

Anmerkung: Der Mengenbezug bei Karuvay-Rinde ist nicht gesondert klar; die Zwei folgt unmittelbar auf Karun-Cirakam.

Fortsetzung der Kulikai-Zutatenliste

2519. Füge Vacampu ein Kalancu und Cenkottai ein Kalancu hinzu; Kadukkai-Schale zwei Kalancu; Karun-Ciram ein Kalancu; guter Kreuzkümmel ein Kalancu; Ciru-Tekku ein Kalancu; Talakam acht Kalancu; schöne Muntiri zwei Kalancu.

Anmerkung: Talakam und mehrere Gewürze wiederholen frühere Teile der Liste mit anderen Mengen; sie werden nicht zusammengezogen.

2520. Sesam: zwei Kalancu; Omam: zwei Kalancu; Kollu: ein Kalancu; Etti-Samen: ein Kalancu; rundliche Tettran-Samen: zwei Kalancu; kräftiges Kotiveli: ein Kalancu; Valuluvai: ein Kalancu; wirksamer Fenchel: vier Kalancu.

2521. Dazu Tippili ein Kalancu; guter Moschus ein Kalancu; Safran ein Kalancu; geeignetes Koti vier Kalancu; Perlen zwei Kalancu; Tanrikkai vier Kalancu; Nelli zwei Kalancu; Mulli sechs Kalancu.

Anmerkung: Koti ist eine unsichere Stofflesung; die Perlen werden erneut genannt.

2522. Civatai: vier Kalancu; Nannari: zehn Kalancu, mein Lieber; Parpatam: sechs Kalancu; Ciru-Tekku: zwei Kalancu; Parpatakam: zwei Kalancu; Cori: zwei Kalancu; Cempuran: zwei Kalancu; ferner das ausgezeichnete Tecavaram.

Anmerkung: Parpatam und Parpatakam werden als getrennte Textangaben erhalten; eine mögliche Dublette wird nicht beseitigt.

2523. Das genannte Tecavaram: zwei Kalancu; kräftige Pfauenfedern: vier Kalancu; Valampuri: ein Kalancu; Kardamom: acht Kalancu; Camprani: vier Kalancu; geeignetes Rokani: acht Kalancu; Makara-Pu: zwei Kalancu; Kurosani: zehn Kalancu.

2524. Naka-Pu: ein Kalancu; Cittarattai: ein Kalancu; Nilai-Panai: ein Kalancu; ausgezeichneter Puku-Carkkarai: ein Anteil; Vatta-Tippili: ein Anteil; Vay-Vilankam: ein Kalancu. Dazu das als Anna-Peti bezeichnete Mittel und das Peti der Lehrschrift.

Anmerkung: Die letzten beiden Peti-Bezeichnungen sind in der OCR unklar. Bei den beiden ‚Anteilen‘ wird die Maßeinheit nicht wiederholt.

2525. Peti und Mamisham: ein Kalancu [der genaue Bezug ist unsicher]. Dazu die beiden Manjal-Arten und Mara-Manjal; Kunri-Mani sechs Kalancu; Mutti und Pera-Mutti; Maturam und Akkirakaram jeweils zwei Kalancu; Nerunci ebenfalls zwei Kalancu. Die Schlusswendung wiederholt zwei Kalancu, ohne einen weiteren Stoff eindeutig zu nennen.

Anmerkung: Dieser Teil der Zutatenliste ist stark beschädigt; fehlende Namen und Mengen werden nicht aus anderen Rezepten ergänzt.

Verreiben mit Pflanzensäften und weiteren Flüssigkeiten

2526. Knoblauch: sechs Kalancu; wirksames Kasakasa: zwei Kalancu. Füge alle genannten Stoffe zusammen und höre, wie sie gründlich verrieben werden. Wir nennen nun die Pflanzenmittel, welche die Meister im Land nicht ausgesprochen haben. Verreibe mit Kaiyan-Saft vier Samam ohne Verwirrung, König.

2527. Höre: mit Nar-Kaiyan vier Samam und mit kräftigem Por-Kaiyan vier Samam. Verreibe ohne Verlust, mein Lieber. Verwende geordnet Kula-Malli-Saft; mit Takkali-Saft verreibe vier Samam. Mit Puli-Arai ebenfalls vier Samam. Verreibe aufmerksam, König.

Anmerkung: Takkali wird als überlieferter Pflanzenname erhalten und nicht automatisch mit der heutigen Tomate gleichgesetzt. Für Kula-Malli steht keine eigene klare Dauer.

2528. Mit Nili vier Samam, mit geeignetem Atondai vier Samam; mit Ponnavarai vier Samam, mit Par-Curanti vier Samam. Höre weiter: mit Berghonig vier Samam, mit Nir-Mittan vier Samam und mit Kautumpai vier Samam. Verreibe freudig und in guter Ordnung.

2529. Mit gutem Tani-Saft vier Samam, mit Kattalai vier Samam; mit Kollu-Blattsaft vier Samam und mit Irulli vier Samam. Mit Vari-Kumatti vier Samam, mit Pey-Kumatti vier Samam; mit Karuppan-Saft vier Samam und mit Meni-Saft vier Samam.

2530. Mit Mucukkai-Saft vier Samam, mit Granatapfel vier Samam; mit Murungai-Blüten vier Samam, mit kräftigem Mutakkottan vier Samam. Mit jungen Mangotrieben vier Samam, mit Centonri vier Samam und mit Ventonri vier Samam; mit Nuna und Cembarutti vier Samam.

Anmerkung: Die letzte Dauer steht nach beiden Pflanzennamen; eine getrennte Verdoppelung wird nicht ergänzt.

2531. Höre noch mehr über das Verreiben: Mit Fruchtsaft sechs Samam. Verreibe geordnet mit Kokosmilch und mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten. Nach acht Samam sind alle wirksamen Stoffe ‚getötet‘; sie werden wachsartig, wie eine schwarze Paste, und erscheinen zugleich weich wie Butter.

Anmerkung: Die acht Samam stehen nach Kokosmilch und Jaya-Nir; ihre genaue Aufteilung wird nicht ausdrücklich genannt.

Umfassende Heil- und Körperversprechen

2532. Nimm die Wachsmasse und bewahre sie auf. Man nennt sie ein Mittel zur Kaya-Siddhi. Wird sie ein oder mehrere Mandalas lang eingenommen, sollen zahlreiche Krankheiten weichen. Ich werde die Krankheitsarten nennen, damit die Schüler leben können: die zwanzig Meka-Arten und die achtzehn langwierigen Kushta-Arten.

2533. Die achtzehn Kappan-Arten würden vergehen, ebenso die acht schlimmen Kunmam-Arten. Alle achtzig Vayu-Arten, vierzig Pitta-Arten und sechsundneunzig Schleimleiden schwänden. Die achtzehn Granthi-Arten und achtzehn Sulai-Arten verschwänden; auch Araiyappu und Weißfluss würden weichen.

2534. Das Weißflussleiden, das königliche Leiden, verborgene Krankheiten und Caka-Rogam würden vergehen. Die achtzehn Auszehrungsarten, Pandu und Mahodaram verschwänden. Die sechs Kamalai-Arten gingen fort, ebenso Nir-Izhivu und Matu-Mekam. Heftige Bauchschmerzen, Aufblähung und schlimme Fieber würden weichen.

Anmerkung: Einige Krankheitsnamen sind unklar getrennt; die behauptete umfassende Heilwirkung ist die Aussage der Quelle.

2535. Alle Arten von Krankheit würden verschwinden, mein Lieber, und der Leib übertreffe das Feuer. Kenne man die passenden Begleitmittel, würden die Nerven kräftig und lebendig. Der beschriebene Körper strahle Glanz aus und werde fest. Man nennt dies Kaya-Karpam, eine Umwandlung, welche die Siddhas auf der weiten Erde vollbringen.

Anmerkung: Die Wendung über die Nerven kann auch Schmerz oder Spannung bezeichnen; der Kontext deutet sie als Kräftigung, ohne dass dies sicher ist.

2536. Koti Wege der Umwandlung gibt es, doch niemand führt dieses Verfahren rasch aus. Dieses Präparat sei außerordentlich. Ich habe diese Vorschrift sachgerecht vollendet. Auch Siddhas, Weise und Rishis vollendeten zahlreiche andere Ansätze. Kalangi Nathars Füße habe ich aufmerksam verehrt und dies besungen.

Ein Parpam aus neun Grundstoffen und Sorna-Parpam

2537. Höre noch eine Vorschrift: Gomedam und Pushparagam; Abhrakam, grünes Material und Kupfer; ausgezeichneten Diamant, Muschel und Perle; dazu Koralle. Dies sind die neun Grundstoffe. Nimm sie zu gleichen Gewichten und verreibe sie vier Samam gründlich mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten.

Anmerkung: Die Wortfolge paccai-cempu kann als ‚grünes Material und Kupfer‘ oder als zusammengesetzte Kupferbezeichnung gelesen werden. Die erste Lesung entspricht der ausdrücklich genannten Neunzahl, bleibt aber vorläufig.

2538. Nach vier Samam des Verreibens forme sorgfältig Plättchen, mein Sohn. Lass sie in der Sonne trocknen, lege sie aufmerksam in eine Schale und versiegele sie. Wenn die Versiegelung trocken ist, führe Putam mit reichlichen Brennfladen aus. Lass es abkühlen und nimm es heraus: Das Parpam zeigt leuchtend weiße Farbe.

2539. Lass es nicht dabei bewenden, mein Sohn, höre. Füge Sorna-Parpam hinzu, auf vier Anteile einen Anteil – eine Navanita-Kunst. Gib beide zusammen in den Reibstein und verreibe sie vier Samam sorgfältig mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten. Verreibe in Atemruhe, forme Plättchen und lasse sie in der Sonne trocknen.

Anmerkung: Navanita bedeutet ‚frische Butter‘ und wird hier als Bezeichnung der Kunst gebraucht; die genaue fachliche Bedeutung ist nicht erklärt.

2540. Wenn die Plättchen trocken sind, lege sie in eine Schale und versiegele diese. Führe ein Kukkuta-Putam aus. So würdest auch du auf der weiten Erde ein Siddha. Obwohl andere Kaya-Karpam erforschten, hat niemand dies erklärt. Ich habe viele Bücher untersucht und es für die Menschen der Welt hervorgebracht.

2541. Niemand erklärt dieses Parpam-Verfahren. Damit die Menschen leben können, mein Lieber, habe ich viele Bücher betrachtet und erforscht und das Sapta Kandam geordnet besungen. Wenn dein Geist nicht vergeblich umhergeht und du diesen Ansatz kraftvoll ausführst, entsteht ein großes Kaya-Karpam. Dieses erhabene Parpam lässt sich kaum beschreiben.

2542. Wenn von diesem Parpam ein Panam-Gewicht mit Butter eingenommen werde, guter Mann, komme keine Krankheit heran; auch der Todesgott suche einen nicht auf. Kein anderes eingenommenes Kaya-Karpam sei ihm gleich. Wer es geschickt bereitet, sei verständig. Nicht jeder könne es auf Erden vollbringen, mein Lieber; es sei eine Umwandlung für den vom Glück Begünstigten.

2543. Höre innerhalb der Umwandlung noch eine weitere Anwendung. Welche Pulver man auch verwendet: Kennt man das geeignete Begleitmittel, werde der Körper wie eine Steinsäule. Das Präparat werde zu Kaya-Karpam; wer es sorgfältig einnehme, erfahre Nutzen. Die Meka genannte Absonderung beziehungsweise Schwäche verschwinde. Auch du würdest auf Erden ein Siddha.

Ein Ei in einer Flasche mit enger Mündung

2544. Betrachte einen weiteren Weg, Siddha. Besorge ein Huhn einer ausgezeichneten großen Art, halte es eingefasst und nimm sein erstes Ei, mein Sohn. Dazu eine reine Punīru-Flasche mit kleiner Mündung. Ich erkläre freudig, wie Ei und Flasche ineinander gelangen; höre aufmerksam.

Anmerkung: Die Schlusszeile sagt wörtlich, die Flasche solle in das Ei gelangen. Verse 2545–2547 beschreiben jedoch ausdrücklich das Einbringen des Eis in die Flasche; die abweichende Formulierung wird hier kenntlich erhalten.

2545. Höre, wie das Ei behandelt wird. Lege es nach der Vorschrift drei Tage in das scharfe Kati. Nimm es nach dem Einweichen heraus: Das Ei hat die Wirkung des Mittels aufgenommen, und seine Schale ist wie eine Haut geworden. Das Ei wird weich und nachgiebig. Bringe es nun an die Flasche beziehungsweise das Glasgefäß.

2546. Drücke das Ei in das Glasgefäß mit der kleinen Mündung; es geht hinein. Wenn es eingetreten ist, fülle die Flasche reichlich mit Wasser und verschließe sie vollständig. Das Ei werde wieder fest wie Stein. Gieße das Wasser rasch ein beziehungsweise aus [die Richtung des letzten Verbs bleibt offen].

2547. Verschließe anschließend die Flasche, guter Mann, und gehe zu einem König. Überreiche ihm das Gefäß auf ansprechende Weise. Wenn er es betrachtet, sieht er ein Ei in der engen Flasche. König, der Weg, auf dem es hineingelangte, erscheint als außerordentliche Kunst. Die Könige, die diesen erstaunlichen Kunstgriff nicht durchschauen, werden verblüfft sein.

2548. Diese Kunst versetzt die Welt in Staunen; auch ein Gegner erkennt dieses wunderbare Verfahren nicht. Selbst wenn es vorgeführt wird, durchschaut man es nicht. Wer die wesentlichen Mittel besitzt, erkennt es, sieh. Andere können es auf Erden nur schwer mit Erfolg vollbringen. Ich habe Kalangi Nayars Füße gebührend verehrt und es besungen.

Nimalai und die Färbung von Kupfer

2549. Höre ein weiteres Verfahren, mein Junge, damit die Schüler leben können. Suche Nimalai, das Goldartige, mein Lieber; höre seine klare Erklärung. Ziehe nicht erschöpft umher, König. Verreibe Sutam sorgfältig mit Meni-Saft und streiche es auf ein kräftiges Kupferblech.

2550. Pulverisiere danach Nimalai, goldener Jüngling. Lege das Kupferstück in eine Kohleschale und packe das feine Nimalai-Pulver darunter und darüber. Versiegele die Anordnung für das Erhitzen fest und führe aufmerksam ein Kautari-Putam aus. Es entsteht eine starke, Masi ähnliche Farbe; das Kupfer wird reif gefärbt, König.

2551. Sieh, das Kupfer werde zu Gold; Nimalai besitzt große Färbekraft. Schmelze es: Der Feingehalt beträgt acht Mattru. Die ausgezeichnete Farbe entsteht durch Kupferumwandlung. Es ist ein außerordentliches, erstaunlich rasches Verfahren der kunstfertigen Siddhas. Die Menschen des Weges von Cina führen es aufmerksam auf Koti von Arten aus.

2552. Koti über Koti solcher Umwandlungen habe ich ausgeschüttet, damit die Schüler leben können. Andere erkennen das Nimalai nicht und kennen seine Färbung nicht. Der Stein ähnelt verborgenem Messing, mein Lieber, und sieht fest wie Schlacke aus. Selbst durch langes Suchen ist er schwer zu finden. Betrachte diesen im Land außerordentlichen Rückstand.

Anmerkung: Nimalai wird als traditioneller Mineralname erhalten; eine moderne Erzbestimmung wird nicht ergänzt.

2553. Wird dieser schlackenartige Stein zu Centuram bereitet, entsteht rotes, goldartiges Centuram. Nimalai besitzt starke Farbe. Ein Kunri des kräftigen Centuram solle eingenommen werden: Der von Leiden gezeichnete Körper werde wie Gold; die Lebensdauer schwinde nicht [die letzte Bestimmung ist beschädigt]. Wird ein Anteil auf zehn Anteile Silber und Kupfer zugesetzt, entstünden acht Mattru.

2554. Der Feingehalt von acht Mattru nehme noch zu; es sei schönes, gegen Putam beständiges Gold. Das zuvor geringe Gold gewinne frische Farbe. Dies ist eine große Umwandlung der Siddhas. Die gebundene Nimalai-Substanz bildet ihr wesentliches Mittel; niemand auf Erden legt es dar. Kalangi verehrend habe ich, der Rishi Bogar, es geordnet besungen.

Turucu, Lingam und Steigerung des Feingehalts

2555. Höre die Darlegung zur Steigerung des Feingehalts. Nimm ein Palam Turucu. Fertige dafür einen Mantel aus beständigem Kalk. Lass ihn drei Tage trocknen und führe ein Kadai-Putam aus. Entferne den Mantel und sieh nach, König: Das Turucu ist weiß geworden.

2556. Nimm einen Anteil dieses Turucu, einen Anteil Lingam, einen Anteil Sutam und einen Anteil Karam. Verreibe alles vier Samam sorgfältig mit den Blättern von Eli-Kal. Bewahre es geordnet in einem kleinen Behälter auf. Trage es auf kräftiges Gold von geringem Feingehalt auf.

2557. Führe drei Putams aus; streiche das Mittel, mit Speichel angerührt, dünn auf das Blech. Lege es in Pungavi. Der Feingehalt werde deutlich neun Mattru. Schmelze es zur Prüfung: Der Feingehalt gehe nicht verloren, das Gold sei gegenüber Putam beständig. Geringwertiges Material werde nicht einfach reif; höre die Anwendung auf frisches Gold.

Anmerkung: Die letzte Unterscheidung der Goldqualitäten ist sprachlich schwierig. Pungavi bleibt als traditionelle Stoffbezeichnung erhalten.

Salz-Centuram und wiederholtes Putam

2558. Höre, dies ist eine rasche Citikai-Umwandlung, die die Meister nach genauer Ordnung vollbringen. Auf dem Weg des Gurus entstehe kein Fehler. Ich nenne dir einen weiteren Weg: Höre, wie Salz-Centuram wirksam bereitet wird. Die Siddhas erwähnten zwar dieses Centuram-Verfahren, hielten es aber verborgen.

2559. Nimm ein Cer Uppu und [eine beschädigte Cer-Menge] Turucu. Verreibe beides vier Samam geordnet mit der Tumpal genannten Pflanze. Forme Plättchen, mein Sohn, und lasse sie in der Sonne gründlich trocknen. Lege sie in eine Schale, versiegele diese und führe Putam aus; der Stoff wird gebunden.

Anmerkung: Die OCR-Mengenform nāḷām lässt keine sichere Unterscheidung zwischen einer Viertel- und einer Viererangabe zu.

2560. Nimm das gebundene Salz und verreibe es wie zuvor vier Samam mit der Pflanze. Lass es gründlich in der Sonne trocknen, lege es in eine Schale und versiegele sie nach der Ordnung. Führe ein Kukkuta-Putam aus. Das verfestigte Salz gewinnt Schärfe und wird auf diese Weise rot.

2561. Führe auf diese Weise fünf mal zehn Putams aus; sieh, es wird rot. Es besitze weder Salzgeschmack noch Feuchtigkeit, sei aber sehr kräftig für die Metallbehandlung. Auf Kohle schmilzt es und bewegt sich; es strahlt wie eine Perle. Verarbeite diese Perle sorgfältig mit Speichel und bestreiche damit Gold von geringem Feingehalt.

2562. Verwende zum Bestreichen ein Kunri auf ein Kalancu. Trage es sorgfältig auf und führe Putam in Pungavi aus, mein Lieber; eine Änderung des Feingehalts wird sichtbar. Wenn du ohne Zögern drei Putams ausführst, vermindert sich das volle Gewicht nicht. Nach dreimaliger Behandlung erreiche es unfehlbar zehn Mattru am Prüfstein.

2563. Dieses Gold ist geprüftes Gold von entsprechendem Feingehalt. Schmelze es und prüfe es: Es zeigt Geschmeidigkeit unter der Hitze. Es ist eine Umwandlung, welche Siddhas und Weise auf Erden ausführen. Wer die wesentlichen Mittel beherrscht, sieht es; wird ein anderer es so erkennen? Wer eine aus früherem Leben verbliebene Verbindung besitzt, erkennt es. Andere auf der weiten Erde sehen es nicht.

2564. Nimm ein Kunri dieses Centuram ein, sagt der Text, mein Lieber: Es sei ein Kaya-Karpam. Es gebe keinen Anlass zum endgültigen Samadhi; kein Angriff und kein Leiden träfen den Leib, er vergehe nicht. Vasi richte sich nach unten, und man könne im erfüllten Yoga verweilen. Der Körper werde wie eine Steinsäule; die Gestalt zerfalle nicht.

Metall-Centuram und Behandlung im Salzpaket

2565. Höre noch eine Vorschrift für Metall-Centuram. Die Menschen versuchen es, ohne es wirklich auszuführen, mein Lieber; sie erkennen die verborgenen Handgriffe der Siddhas nicht. Ruhig und kraftvoll verehrte ich Kalangi Nathars Füße und begann zu sprechen. Feile Ayam ab, mein Sohn, und höre das Verfahren, das ich gründlich ausgeführt habe.

Anmerkung: Ein Wort vor Ayam ist beschädigt; eine zusätzliche Metallart wird nicht ergänzt.

2566. Nimm ein Cer des bezeichneten Metalls, mein Lieber, und höre. Verreibe es gründlich mit dem als Cinam bezeichneten Karam und wasche es aus. Verreibe es danach vier Samam kräftig mit Pal-Nantu, mein Sohn. Forme Plättchen und lege sie in die Sonne. Gib sie geordnet in eine Schale und versiegele diese.

Anmerkung: Pal-Nantu bleibt als unsichere Rezeptbezeichnung erhalten; eine Pflanze oder Tierart lässt sich nicht sicher bestimmen.

2567. Führe ein Kukkuta-Putam aus; ich erkläre es, damit die Schüler leben können. Gib auf dieselbe Weise zehn Putams, guter Mann, und höre die Fortsetzung. Füge den König Sutam zu einem passenden Viertelanteil hinzu. Verreibe mit dem zuvor genannten Pflanzenmittel, forme sorgfältig Plättchen und lasse sie trocknen.

Anmerkung: Die Form cari-kāl ist als Viertelanteil verstanden, bleibt aber mengenmäßig nicht völlig sicher.

2568. Nach dem Trocknen nimm sie heraus, Schüler, und höre. Verarbeite das geprüfte Salz zu einer feinen Paste und lege es unten in einen weitmündigen Topf, mein Lieber. Setze die Plättchen nach der Vorschrift genau in die Mitte, König. Gib weiteres Salz darüber und versiegele die Anordnung fest im richtigen Zustand.

2569. Setze sie in der Valuka-Anordnung auf den Herd und erhitze ordentlich sechs Samam. Nimm sie nach dem Abkühlen heraus: Das gewonnene Centuram ist wie die Murukku-Blüte. Betrachte es; lässt sich das Verfahren der Meister vollständig beschreiben? Bewahre das Centuram auf und höre nun die genaue Art der Umwandlung.

2570. Für das Centuram-Verfahren nimm sechs Anteile Silber und vier Anteile rotes Kupfer. Füge einen Anteil Gold hinzu, schmelze alles und setze einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz zu. Es erscheint wie Kohle. Gib Karam hinzu und erhitze mit dem Blasefeuer. Dann zeigt das Gold seinen Feingehalt: achteinhalb Mattru, mein Lieber.

Navanita-Präparat und Folgen von zehn Putams

2571. Höre noch ein bedeutendes Verfahren, mein Lieber, damit die Schüler leben können. Nimm das reine, als Navanita bezeichnete Butterartige: ein Cer dieser wirksamen Substanz. Dazu ein Cer Vedi-Uppu und ein Cer Kenti. Verreibe alles sorgfältig mit Erukku-Milchsaft.

Anmerkung: Die butterartige Grundsubstanz wird hier nicht eindeutig neu bestimmt; sie wird nicht ohne Beleg als gewöhnliche Speisebutter aufgefasst.

2572. Verreibe zwölf Samam, mein Lieber, bis es butterartig ist, und forme Plättchen. Lege sie in die Sonne, König, ohne nachlässig zu werden. Gib sie in eine Schale, versiegele diese fest und führe ein kräftiges Gaja-Putam aus. Verreibe den Stoff anschließend nochmals vier Samam mit Erukku-Milchsaft.

2573. Nach vier Samam des Verreibens forme Plättchen und lasse sie trocknen, Herr. Nach dem Trocknen in der Sonne lege sie in eine Schale und versiegele diese. Auch das folgende Putam sei ein Gaja-Putam. Nimm sie nach dem Abkühlen heraus, guter Mann: Sie erscheinen wie weißes Parpam. Führe auf diese Weise zehn Putams aus, mein Junge.

2574. Nach den zehn Putams verreibe sechs Samam mit der als scharf bezeichneten Tumpa-Pflanze. Forme saubere Plättchen, mein Sohn, und lasse sie auf einer erhöhten Fläche in der Sonne trocknen. Lege sie in eine Schale und versiegele diese gründlich. Das Putam sei wiederum Gaja-Putam. Nimm sie nach dem Abkühlen heraus, König.

2575. Das Parpam zeigt nun etwas Rot. König, gib ihm auf diese Weise zehn Putams. Nach deren Abschluss höre das nächste wirksame Pflanzenmittel: Verreibe es acht Samam kräftig mit Ponnavarai. Nach gründlichem Verreiben forme Plättchen und lasse sie gut in der Sonne trocknen.

2576. Lege die trockenen Plättchen in eine Schale, versiegele diese und führe Putam mit hundert Brennfladen aus. Lass das Feuer erkalten und nimm sie heraus: König, das Centuram zeigt seine Farbe. Führe dies zehnmal aus. Wenn die Putams abgeschlossen sind, verreibe zwei Samam sorgfältig mit dem als Utaram bezeichneten Vengai.

Anmerkung: Die Verbindung Utaram–Vengai ist als Pflanzen- oder Saftangabe nicht sicher aufzulösen.

2577. Nach zwei Samam forme schöne Plättchen, mein Sohn. Lass sie in kräftiger Sonne trocknen, lege sie in eine Schale und versiegele diese. Mit hundert frischen Brennfladen sorgfältig behandelt, werden sie zu Centuram. Führe zehn solche Putams aus und sieh die rote Farbe des wirksamen Centuram.

Weitere Centuram-Behandlung und Gefäßprobe

2578. Wie sollte man das Centuram beschreiben? Höre die Putam-Behandlung, bis das kräftige Rasam vollständig ‚getötet‘ ist. Verreibe es sechs Samam vorschriftsmäßig mit dem aus Caram bereiteten Jaya-Nir. Forme geordnet Plättchen, lasse sie trocknen, lege sie in eine Schale und versiegele diese. Führe Putam mit hundert Brennfladen aus, guter Mann.

2579. Danach wird das Centuram wie Aruna, das Morgenrot. Gib ihm zehn solcher Putams. Wenn seine Mängel vollständig schwinden, soll es eine bleibende Öffnung verschließen. Höre die Einzelheiten dieser kräftigen Probe: Besorge ein Tongefäß, mache ein Loch hinein und stelle einen weiteren, beckenartigen Behälter bereit.

2580. Stelle das durchlöcherte Gefäß in den beckenartigen Behälter, König. Gieße Wasser hinein und gib ohne Verwirrung ein Panam-Gewicht Centuram dazu. Sobald du es hineingegeben hast, soll sich die Öffnung verschließen, sieh. Zeige so die Probe des Centuram; damit soll auch der krankhafte Ausfluss behandelt werden.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2560; der Vers steht zwischen 2579 und 2581. Die Verschlusswirkung ist eine Behauptung des Textes.

2581. Nir-Izhivu, Matu-Mekam und sämtliche einundzwanzig Meka-Arten würden weichen. Mit einem passenden Begleitmittel eingenommen, lasse es die Krankheiten und Kasa-Rogam davonfliegen. Das Centuram zeige die beschriebene Probe. Gehe ohne Verwirrung zum König. Beachte Sushumna und Vasi und gehe, schöner Jüngling, in die nördliche Atembahn.

Königliche Ehrung und die Anerkennung der Siddhas

2582. Gehe zum König und führe die Centuram-Probe eindrucksvoll vor. Gib ihm eine Kunri-große Menge, ohne besondere Diät für den Herrscher, und heile seine Krankheiten, sagt der Text. Dann erhältst du die gewünschten Ehren und Schätze. Mit den sechzehn Formen der Ehrenbezeugung werde er dich empfangen, Herr, und dir sogar eine Sänfte geben.

2583. Wohin du auch gehst, wirst du geehrt; die Menschen auf Erden werden staunen. Sie nennen dich Siddha, Weisen und Rishi, Guru des Vedanta und Siddhanta. Sie sagen, du seist ein Erkenntnisweiser, der die Tattvas überschritten hat, ein großer, den Herrschern lieber Mann. Die liebliche Manonmani wird dich gnädig ansehen; alle Wagenfürsten und Könige werden verblüfft sein.

2584. Alle gekrönten Könige werden staunen. Sie nennen dich einen erfahrenen Könner, einen Raja-Yogi auf Erden, einen Dhanvantari in der Welt. ‚Dies ist Agastyas Verkörperung. Gibt es auf Erden einen Siddha wie ihn?‘ So werden sie ehrfürchtig vielerlei sagen. Auch du wirst ein Siddha auf Erden.

Anmerkung: Die Wendung über den erfahrenen Könner enthält die Lesung Pāṇṭiyaṉ und könnte auch einen Pandya-Herrscher meinen; der Bezug ist unsicher.

2585. Auch die Siddhas werden über dich staunen. Sie werden zu dir kommen und dir noch mehr erklären. Mit Hingabe erteilen sie Erkenntnisunterweisung und nennen unzählige praktische Verfahren. Sie zeigen den Weg zur Befreiung und verweilen im unerschöpflichen reinen Bewusstsein. Wer die Wahrheit nicht vergisst und rechtschaffen ist, gedeiht alle Tage auf Erden.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2565; der Vers folgt auf 2584.

Kal-Uppu-Parpam mit Pilzflüssigkeit

2586. Höre zum Gedeihen ein weiteres Verfahren, das die Menschen auf Erden nicht ausführen. Für den Lebensunterhalt erklären wir noch mehr: Nimm ein Cer gepriesenes Kal-Uppu und lege es in den vertieften Reibstein. Höre die Einzelheiten des Verreibens. Besorge die Pilze, die während der Regenzeit hervorkommen, und gewinne ihre Flüssigkeit.

2587. Verreibe das Salz zehn Tage lang gründlich mit dieser Flüssigkeit als Jaya-Nir. Ziehe nicht schläfrig umher, mein Sohn; verreibe es sorgfältig zu einer Paste. Forme ohne Nachlassen Plättchen und lasse sie schön in der Sonne trocknen. Lege sie in eine Schale, versiegele diese und führe ein Kukkuta-Putam aus, guter Mann.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2567; der Vers steht nach 2586.

2588. Nimm es nach dem Abkühlen des Putam heraus und sieh: Das gepriesene Kal-Uppu ist gebunden. Verreibe es erneut vier Samam kräftig mit demselben Jaya-Nir. Wenn es pastenartig ist, forme Plättchen, mein Junge, und lasse sie trocknen. Lege sie in eine Schale, versiegele diese und führe ohne Verwirrung Putam wie zuvor aus.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2566; die Stellung ist zwischen 2587 und 2589.

2589. Wenn das Putam abgekühlt ist, nimm es sorgfältig heraus und betrachte es. Wie sollte man das Parpam beschreiben? Es gehe weder im Wasser noch im Feuer verloren. Wenn du mit demselben Jaya-Nir insgesamt zehn Putams sorgfältig vollendest, wie sollte man dieses Parpam schildern? Im Land ist es selbst für einen Shiva-Yogi schwer zu erlangen.

Kritik äußerlicher Yogis und weitere Parpam-Anwendungen

2590. Viele nennen sich Shiva-Yogi. Sie reden, als hätten sie Shiva selbst gesehen. Sie nehmen das äußere Gewand eines asketischen Yogis an und erscheinen wie Erkenntnisweise, die alle Künste kennen. Sie geben sich den Namen eines Rishi, der das Werden durchschaut habe, täuschen die Menschen und nehmen deren Güter. Wie eine Leiche halten sie den Atem an und treten auf, um die Welt zu beeindrucken.

2591. Sie bereiten dieses Parpam nicht und erkennen die wirksame Stoffgrundlage nicht. Wie Schwätzer reden sie viel und tragen vor ihren Reden Verse vor. Sie bezeichnen andere als gewöhnliche Menschen und verbreiten zahlreiche Beschimpfungen. Viel sprechen sie über unsere Lehrschriften, doch dann senken sie beschämt den Kopf und zittern.

2592. Sie zittern und erkennen die wahre Beschaffenheit des Parpam nicht. Seine Wirksamkeit habe ich im Land gesehen, mein Lieber. Ich habe es untersucht und den Menschen auf Erden erklärt. Gibt man das Parpam zum Kupfer, verschwinden dessen Unreinheit und Geruch. Setze einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz auf zehn Anteile zu, guter Mann.

2593. Durch den Zusatz wird Ravi gebunden; das Kupfer verliert seine Unreinheit und zeigt eine veränderte Farbe. Füge Silber im gleichen Gewicht wie das Kupfer hinzu und danach Gold entsprechend dem bezeichneten Gewicht. Wenn du alles geordnet schmilzt und herausnimmst, steigt der Feingehalt stark, und du siehst reines Gold.

Anmerkung: Die Bezugsgröße des Goldgewichts ist nicht eindeutig; sie wird nicht durch eine selbst gewählte Gesamtmenge ersetzt.

2594. Wird das Parpam in einem Panam-Gewicht mit einem Begleitmittel ein oder mehrere Mandalas lang genommen, so verschwänden die acht Kunmam-Arten und die achtzig unsichtbaren Vayu-Arten. Die sechs Pandu-Arten würden geheilt, die achtzehn Sulai-Arten gingen fort. Mahodaram und Pilikai würden weichen, ebenso Bauchschmerzen und Aufblähung.

2595. Darmkrämpfe, Speichelfluss, Darm-Vata, Manur-Vata und Paksha-Vata würden verschwinden. Halsbeschwerden, Kaucai-Knoten, Schwellung, Wasseransammlung und Schluckauf gingen fort. Alle vierzig Pitta-Arten sowie starke unfruchtbarkeitsbezogene Schmerzen und bohrende Beschwerden würden geheilt. Dieses Salzverfahren haben die Meister nicht erklärt; wir selbst haben es ausgesprochen.

Anmerkung: Mehrere historische Krankheitsnamen, insbesondere Manur-Vata, sind unsicher gelesen und bleiben als solche gekennzeichnet.

Offenlegung des Salzverfahrens und Lob Cinas

2596. Wir haben es erklärt; die Siddhas und Weisen dagegen verbargen das Feinste vom Feinen. Keiner der Meister legte das Salzverfahren so dar wie ich. Sie sagten es scheinbar einfältig und verdeckten es dabei auf widersprüchliche Weise. Viele weitere verborgene Handgriffe habe ich geprüft und erkannt; so erklärte ich den Weg des Salzes.

2597. Wer dieses Salz einnehme, dessen kräftiger Körper werde wie eine Steinsäule. Ich verehrte die Guru-Füße meines herrlichen Vaters Kalangi Nathar und besang es. Dieses süße Buch ist ein Lehrbuch des Gurus. Ich stellte die Kandas der Siebentausend zusammen, mein Lieber. Parapari im Herzen gegenwärtig, besang ich sie für die Menschen des Landes Cina.

2598. Wie sollte man dieses Land beschreiben? Gibt es unter den Ländern ein Cina ebenbürtiges? Bei seinen Menschen gebe es keinen Betrug, mein Lieber, von den sich verneigenden Königen bis zu den Gurus. Zuneigung, Wohlwollen und Gnade seien vorhanden. Könnte man auf Erden ihresgleichen nennen? Liebevoll lassen die Menschen Cinas die Wahrheit niemals los.

Anmerkung: Dies ist das idealisierende Lob Cinas innerhalb des Werkes, keine pauschale historische Tatsachenfeststellung.

Patangam und die Umwandlung von Gold zu Kupfer

2599. Betrachte ein weiteres Geheimnis. Ruhig erklären wir es, mein Sohn, höre. Verwende Kenti und Sutam, kräftiges Caram und Nimalai, Karam und Cinam sowie den wesentlichen Kantar-Totti. Wiege alle Stoffe in gleichen Mengen ab und verreibe sie sorgfältig mit Fruchtsaft.

Anmerkung: Kantar-Totti ist eine unsichere Stoffbezeichnung der Vorlage.

2600. Nach vier Samam des Verreibens wird es wachsartig, mein Lieber. Verschließe es sorgfältig im Kalasam-Gefäß, mein Sohn, und höre. Decke es oben mit Ravi ab und versiegele es mit knetbarem Ton. Führe nach der Vorschrift ein Kautari-Putam aus. Ohne Fehlschlag steige das Patangam auf, sieh.

Anmerkung: Ravi bezeichnet im alchemistischen Zusammenhang Kupfer; Patangam ist das aufsteigende beziehungsweise sich oben abscheidende Produkt.

2601. Wie sollte man das Patangam beschreiben? Wer auf Erden die wesentlichen Mittel besitzt, bereitet es. Gib es in den vertieften Reibstein, füge Kenti in demselben Gewicht und Sutam in der Hälfte dieses Gewichts hinzu. Verreibe sorgfältig mit Jaya-Nir. Wenn es wachsartig ist, fülle es wieder vorschriftsmäßig in das Kalasam-Gefäß.

2602. Verschließe die Mündung des Gefäßes schön mit Ravi und versiegele sie. Verehre Manonmani, meditiere über sie und führe Putam wie zuvor aus. Vollziehe es an einem windstillen Ort; schwarzes Patangam steigt nach oben. Lass alles erkalten und nimm es heraus. Mein Lieber, dieses Patangam lässt sich kaum beschreiben.

2603. Keine Zunge, kein Lied reichen aus, es zu schildern. Das Feinste vom Feinen ist das Spiel des Sutam. Nimm das Patangam heraus und bewahre es sorgfältig in einem Gefäß auf. Nimm ein Kalancu Gold und die gleiche Gewichtsmenge des scharfen Patangam. Gib beides behutsam in einen Tiegel, mein Sohn, setze einen Deckel auf und versiegele ihn gründlich.

2604. Versiegele fest und erhitze im Cara-Ofen mit dem Blasefeuer. Lass das Feuer erkalten, nimm den Tiegel heraus und zerbrich ihn vorsichtig. Das wirkliche Gold werde zu Kupfer. Nimm dieses Kupfer, mein Junge, und füge einen Anteil auf vierzehn hinzu: Du wirst deutlich sechs Mattru sehen.

Anmerkung: Der Text sagt ausdrücklich, dass Gold zu Kupfer werde. Der Bezugsstoff des anschließenden Verhältnisses eins zu vierzehn wird nicht genannt.

2605. Ist die alchemistische Kunst leicht geworden, nur weil man davon sieht? Keiner, der sie erkannt hat, sprach sie aus. Was nützt es, unverstandene Stoffe zu nehmen und das Feuer anzublasen? Koti über Koti gingen in der alten Welt zugrunde. Fällt sie einem einfach wie ein greifbarer Besitz zu? Den verräterischen Niedrigen werde sie nicht zuteil. Koti Menschen irrten vergeblich umher, verfehlten den Hinweis und starben nutzlos.

Anmerkung: Der Vers verwendet eine abwertende Kastenbezeichnung innerhalb seiner Polemik.

Reinigung und Bindung von Lingam

2606. Höre noch ein Verfahren aus dieser Fülle. Ich habe die feste Grundlage der Alchemie ausgeschüttet. Wird sie durch rastloses Suchen allein erlangt? Nimm zehn Kalancu reines Lingam. Ziehe nicht erschöpft umher, König; ich erkläre den Lingam-Weg ausführlich. Lege es drei Tage vollständig in die mit den Frauen bezeichnete Flüssigkeit ein.

Anmerkung: Die Einweichflüssigkeit ist mit pāvaiyar nur verhüllt benannt; ihre genaue Art wird nicht erfunden.

2607. Nimm es nach den drei Tagen heraus und lege es nochmals drei Tage in Honig. Mein Lieber, so wird das Lingam gereinigt. Lege es danach drei Tage in Knoblauchsaft ein. Das Lingam wird auf diese Weise gereinigt, mein Lieber.

2608. Lass es nicht dabei bewenden, König, höre. Nimm das Lingam heraus und behandle es vier Samam geordnet durch Curukku mit dem Milchsaft von Eri-Kalan. Durch die Hitze wird das Lingam gebunden; das wesentliche Lingam werde zum Umwandlungsmittel. Es bedarf keiner weiteren Worte, doch niemand erkennt den Ansatz der Umwandlung. Dies ist der Weg des großen Lingam.

2609. Ich erkläre die sichere Verwendung dieses Lingam: Silber sechs Anteile und kräftiges Kupfer vier Anteile. Schmelze sie geordnet und setze einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz zu. Sieh auf Gewicht und Masse und behandle es nach Methode und Ordnung mit dem Blasefeuer. Das Silber bleibt bestehen; das Gold erreicht sechs Mattru.

2610. Der Feingehalt von sechs Mattru nimmt weiter zu, mein Lieber; es ist gegen Putam beständiges Gold. Gieße und bearbeite es und führe Putam aus: Das Gold tritt reichlich hervor. Wie sollte man dieses Gold beschreiben? König, ein Shiva-Yogi wird seine Beständigkeit erkennen. Man nennt es neu entstandenes Gold. Wer es aufrichtig herstellt, ist ein Alchemist.

2611. Höre die Einteilung dessen, was Alchemie heißt, und die Anwendung des geeigneten Lingam. Wenn am leuchtenden Leib Fieber auftritt, sollen Sanni und Vayu vollständig weichen. Mit Hingabe habe ich dies als Wahrheit beim Herrn beschworen, der die halbe Mondsichel in seinem verfilzten Haar trägt.

Puram-Parpam und seine behaupteten Anwendungen

2612. Nun erklären wir im Verborgenen auch die Bindung des Puram, mein Sohn, höre. Besorge Puram und lege es in Muttermilch ein. Höre das Pflanzenmittel zu seiner ‚Tötung‘: das kräftige Atu-Tinna-Muli. Behandle es damit vier Samam durch Curukku. Höre die Einzelheiten der Zugabe.

2613. Höre weiter für den nächsten Tag: Verwende kräftige Inti-Blätter vier Samam. Wende das Stück und behandle es durch Curukku; die gebundene Masse wird fest. Verwende ohne Verlust anschließend Tai-Velai-Saft weitere vier Samam. Durch Curukku wird es noch fester gebunden. Dies ist der gnädige Blick der Mutter des Vedanta.

2614. Höre die weitere Puram-Vorschrift. Nimm das scharfe Patikaram in der doppelten Menge des Puram, mein Sohn. Verarbeite es mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten zu einer butterartigen Masse, König. Lege sie als Mantel um das Puram, mein Junge. Fertige den Mantel fest und lasse ihn in der Sonne trocknen.

2615. Wenn die Versiegelung getrocknet ist, führe Putam mit zehn Brennfladen aus. Lass es vollständig erkalten: Das Puram quillt auf und bindet sich. Nimm den Klumpen heraus. Gib, um keinen Fehler zu machen, reichlich Salz in einen Topf und setze den Klumpen in dessen Mitte auf die untere Hälfte.

2616. Gib das übrige Salz darüber und bedecke es mit einem oberen Topf. Versiegele die Anordnung sauber und fest und erhitze sie in der wirksamen Valuka-Anordnung, mein Lieber. Erhitze genau acht Samam geordnet. Nach vollständigem Abkühlen nimm es heraus: Das gute Puram ist zu Parpam geworden.

2617. Lass es nicht dabei bewenden, höre liebevoll, mein Lieber. Silber seien sieben Anteile, Kupfer drei Anteile. Schmelze beides im großen Tiegel. Setze beim Schmelzen einen Anteil Puram auf zehn Anteile zu und betrachte es. Es gebe keinen Zweifel: Es werde Gold. Goldener Jüngling, sieh seinen Feingehalt.

2618. Erhitze es in einer Kohleschale mit dem Blasefeuer. Das Kupfer werde entfernt, und das Gewicht des Silbers bleibe bestehen. Füge auf zwei Anteile einen Anteil Gold hinzu. Gieße und bearbeite es und führe Putam aus. Das geeignete Gold tritt hervor. Es sei neu entstandenes Gold, mein Lieber, das im Land selbst für einen Verdienstvollen schwer zu erlangen ist.

2619. Nur durch Verdienst wird diese Umwandlung zuteil. Nimm das gepriesene Puram-Parpam für Gold von sechs Mattru beziehungsweise geringem Feingehalt. Schlage das Gold zu Blech. Verwende ein Kunri Parpam auf ein Kalancu, rühre es mit Speichel an und streiche es auf. Sieh, der Feingehalt werde dadurch erhöht.

Anmerkung: Der Vers gebraucht zusätzlich māṇikkam, ‚Edelstein/Rubin‘, in einer unklaren Verbindung mit den sechs Mattru. Die genaue Lesung bleibt offen.

2620. Nimm ein Kunri des Puram-Präparats mit einem geeigneten Begleitmittel ein, sagt der Text. Vayu und die zwanzig Meka-Arten würden verschwinden. Sulai, Aufblähung, starke Bauchschmerzen und Blähungen würden geheilt. Auch schwaches Verdauungsfeuer, Kunmam und juckende Hautleiden würden weichen.

2621. Alle Kasa-Leiden würden weichen, ebenso die schlimme Auszehrung. Sämtliche als Giftfolgen bezeichneten Beschwerden verschwänden, ferner Pandu und krankhafte Absonderungen. Schwellungen, Wunden und tiefer sitzende Leiden einschließlich Hämorrhoiden gingen fort. Alle Geschwüre verließen den Körper und heilten rasch: So habe ich es erklärt.

Fünf Metalle und ein weiteres Centuram-Verfahren

2622. Höre nun die fünf Elemente, wie ich sie dargelegt habe: Verbinde die fünf Metallarten. Gold sei ein Anteil, Vangam ein Anteil, Kupfer ein Anteil und Eisen ein Anteil, mein Junge. Nagam sei vier Anteile. Füge diese fünf wesentlichen Metalle zusammen.

2623. Schmelze sie zusammen und betrachte das Ergebnis. Höre nun die Graha-Zugabe: Gib sechs Kalancu Aritaram als Graha hinzu. Es wird wie Kalanku. Um dieses geeignete Kalanku rot zu machen, verbinde den König Sutam ohne Verwirrung mit derselben Menge Kenti.

2624. Höre, wie daraus Centuram bereitet wird. Besorge ein geeignetes Gefäß und bringe Salz unten und oben an. Setze Karam sorgfältig in die Mitte; darüber Kenti und wiederum mittig Sutam. Gib oben das weitere Salz hinzu, decke das Gefäß gut zu und versiegele es.

2625. Lass die Versiegelung in der Sonne trocknen und setze die Anordnung sorgfältig auf den Valuka-Herd. Entzünde das Feuer und erhitze acht Samam, guter Mann, mein Sohn, höre. Nimm es nach dem Abkühlen behutsam heraus: Es wird zu Centuram. Verreibe das Centuram mit der Hälfte an Kalanku nach Methode und Ordnung.

Anmerkung: Die Formulierung ‚Centuram, Kalanku halb‘ lässt die genaue Bezugsgröße des Halbanteils offen.

2626. Verreibe vier Samam mit der Tumpai genannten Pflanze, mein Lieber, bis eine pastenartige Masse entsteht. Lass sie sorgfältig in der Sonne trocknen und pulverisiere sie im Reibstein. Besorge eine Kasi-Flasche, bringe sieben Versiegelungsschichten an und versehe sie geordnet mit der Walai-Anordnung und einer festen Abdichtung.

2627. Nach dem Versiegeln höre weiter. Fülle das gesamte Präparat in die Flasche. Meditiere über Manonmani als Valai und verschließe sie mit Makkal. Schütte Sand in einen Topf und stelle die Flasche in die Mitte, mein Junge. Setze die Valuka-Anordnung auf den Herd und erhitze sieben Tage, mein Lieber.

2628. Durch das Erhitzen wird das Centuram wie das Morgenrot und wie die schöne Murukku-Blüte. Nimm es heraus und bewahre es in einem Glasgefäß auf, mein Lieber. Schmelze Silber und Kupfer und gib einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz auf zehn Anteile hinzu. Schmelze gründlich, nimm das Ergebnis heraus und erhitze es in einer Kohleschale mit dem Blasefeuer, mein Junge.

2629. Nach dem Blasefeuer zeigt sich ein Feingehalt von sechs Mattru, guter Mann. Füge auf vier Anteile einen Anteil Gold von Safranfarbe hinzu. Gieße und bearbeite es; durch Putam zeigt sich die Veränderung. Dies ist eine große Umwandlung zu beständigem Gold. Verwende danach einen Anteil Gold auf zwei Anteile des Goldes von sechs Mattru und prüfe die Mischung.

2630. Beim Zusammenfügen entsteht rotes Gold mit besonders deutlicher Farbe. Es erscheint wie neu entstandenes Gold: eine Umwandlung der Meister und Rishis auf Erden. Wer die wesentlichen Mittel kennt, wird sie entschlossen ausführen. Wird ein anderer sie ebenso vollbringen? Kalangis Füße nach der rechten Ordnung preisend, habe ich, Bogar, es besungen, König.

Voraussetzungen der Praxis und zugeschriebene Wirkungen

2631. Nicht jeder führt diese Vorschrift aus; ein verständiger Mensch auf Erden wird es tun, erkennt es. Die alchemistische Kunst ist außerordentlich, eine Kunst, die der geordnete Yogi erkennt. Sie gelingt dem Erkenntnisweisen und Shiva-Yogi, nicht den anderen. Sage, wem hilft sie ohne innere Reinheit? Ohne diese werde die Kunst nicht wirklich gelingen.

2632. Den Begierigen, den in Karma Verstrickten und den als sündhaft und niedrig Beschimpften gelinge sie nicht. Die Goldkunst leuchte für sie nicht; sie erkennen das Feinste vom Feinen nicht. Vergegenwärtige die Fülle im Herzen, guter Mann, und übe alle Tage Shiva-Yoga. Tritt in Pranayama ein und suche aufmerksam den Weg zur Kulikai.

Anmerkung: Der Vers verwendet eine abwertende Kastenbezeichnung. Diese gehört zur historischen Polemik des Textes.

2633. Suche so, trage die Kulikai und betrachte alle Künste des Landes. Sieh dieses Präparat, mein Sohn: Wird es geordnet mit Ghee und Honig eingenommen, sollen die zwanzig Meka-Arten verschwinden. Atemnot und Husten würden weichen, guter Mann, die sechs Pandu-Arten und die acht Kunmam-Arten würden geheilt.

2634. Pilikai und Kaucai-Knoten würden geheilt; die schädigenden Sulai-Leiden gingen fort. Alle achtzig Vayu-Arten und die schlimme Auszehrung verschwänden. Hämorrhoiden und Fisteln würden weichen, ebenso langwieriger Mantara-Kasa. Nach oben drängender Atem und Vata gingen fort; Paksha-Vata löse sich.

2635. Auch die Schleimleiden würden weichen, und sämtliche Augenkrankheiten flöhen hilflos davon. Der Körper werde wie eine Steinsäule, und man könne alle Tage bestehen. Man könne im Samadhi verweilen und auf Erden selbst ein Siddha werden. Gehe nicht zugrunde und verschwende dich nicht, mein Lieber: Der Leib werde wie eine Steinsäule.

Der blau blühende Lichtbaum nördlich des Meru

2636. Sieh, er werde wie eine steinerne Säule. Höre nun ein weiteres wesentliches Verfahren und die Beschreibung eines Baumes. Nördlich des schwer zu erkennenden Meru, wo steingleiche Siddha-Weise wohnen, gibt es einen dichten Wald und eine Höhle. Viele Termitenhügel befinden sich dort; ein Waldfluss und ein Bach fließen hindurch.

2637. Wie sollte man den dortigen Baum beschreiben, guter Mann? Er ist das Licht des Waldes. Solche kräftigen Bäume gibt es bei den Rishis in großer Zahl. Ihre gebüschelten Blüten sind blau – weltleuchtendes Blau, mein Lieber, unbeschreiblich. Sieh die Schwärme von Bienen oben in diesem großen Baum.

2638. Die Bienen singen ein Lied; ihr kräftiger Gesang lässt den Klang ertönen. Die herrlichen Gurus und Siddhas haben stets ihren Wohnsitz bei diesem Baum. Viele liebliche Weisen-Scharen sind dort. Zahlreiche Rishis untersuchten den Baum in diesem klaren Wald und teilten ihre Erkenntnisse den Siddhas auf Erden mit.

2639. Auch die Siddhas betrachteten und erkannten ihn, guter Mann, und berichteten den Weisen davon. Sie erforschten auf der weiten Erde die ganze Herrlichkeit dieses Lichtes und erklärten sein Geheimnis. Die Siddhas prüften und untersuchten alles und bereiteten daraus eine wirksame schwarze Paste. Höre deren geordnetes Verfahren, guter Mann, damit die Schüler leben können.

Eine Paste zur behaupteten Fernschau

2640. Höre dieses weitere Verfahren, mein Sohn; gütig erkläre ich es. Der herrliche Kamalamuni hat es nicht ausgesprochen, obwohl viele Siddhas auf Erden vieles sagten. Wer erklärt es wie mein Buch? Den Menschen des Landes habe ich es deutlich gesagt. Nimm sachgerecht die Rinde des beschriebenen Baumes und gewinne Öl daraus.

2641. Höre die Ölbereitung. Nimm eine gleiche Menge Mara-Vettai. Ziehe nicht schläfrig umher, König, sondern höre nach Methode und Ordnung. Gewinne Grubenöl und höre dann die Einzelheiten des Verreibens darin. Ohne nachzulassen, füge dem Öl, mein Sohn, Puluku und Uram hinzu.

Anmerkung: Mara-Vettai, Puluku und Uram sind hier nicht sicher bestimmte Rezeptnamen; besonders Puluku kann eine beschädigte Lesung eines tierischen Duftstoffes sein.

2642. Füge Sutam und das Auge von Kuli-Anai hinzu, König, dazu die Augen einer schwarzen Katze und eines Devangu. Gib ohne Verwirrung auch Cuzhal-Vantu dazu. Vermische kräftig Moschus und Puram damit und verreibe alles in dem Öl, mein Lieber. Bei gründlichem Verreiben entsteht eine schwarze Paste, König, sieh.

2643. Nimm die Paste und bewahre sie auf. Höre ihre geordnete Verwendung. Lege ein Kunri davon sorgfältig in die Handfläche und meditiere über Manonmani. Wenn du die Paste aufmerksam betrachtest, soll alles, was sich an Orten auf der Erde befindet, deinen Augen erscheinen, guter Mann.

Anmerkung: Die Fernschau ist eine im Werk behauptete magische Wirkung der Paste.

Schatzschau, königlicher Einfluss und Himmelsvisionen

2644. Wenn du die Paste aufmerksam betrachtest, würden alle unterirdischen Schätze sichtbar. Sie zeige die Schätze getrennt und lasse ihre verschiedenen Abteilungen und Geheimnisse erkennen. Wenn du die Paste ehrfürchtig auf die Stirn aufträgst und damit umhergehst, erscheine deinen Augen der gesuchte Gegenstand. Mein Sohn, ein Verständiger werde es ausführen.

2645. Trägst du die Paste auf der Stirn und gehst zu einem König auf Erden, so werde er dich liebevoll und gnädig ansehen und dir alle Ehren erweisen. Er gebe dir Schätze und vollziehe freudig die sechzehn Ehrenbezeugungen. Stets stehe er strahlend vor dir wie vor seinem Herrn.

Anmerkung: Die letzte Wendung enthält die Lesung ēmaṉ und ist nicht sicher; der Zusammenhang beschreibt die Unterordnung des Königs.

2646. Er werde deinem Einfluss unterliegen und dir einen gleich hohen Sitz geben. Er gewähre alles Erbetene und schenke dir ein fruchtbares Land. Durga, Kali und die vielen Pidaris würden vor dir zittern. Halte die Kraft der Paste nicht für gering, mein Lieber. Wir haben es ausgesprochen; erkenne die Wahrheit.

2647. Höre noch eine weitere Anwendung, guter Mann, mein Sohn. Nimm die Paste und streiche sie sorgfältig auf die Augenbrauen. Wenn du aufmerksam zum Himmel blickst, würden die sieben Weltbereiche freundlich sichtbar. Die vielfältigen Wunder des Himmels seien so für die Menschen der Erde klar zu erkennen.

2648. Die Wunder der Erde ließen sich schauen, Sonne, Mond und Arundhati betrachten. Alle sieben Welten würden den Augen deutlich erscheinen. Auch sämtliche Künste der überlieferten Erzählungen könne man auf Erden jederzeit schauen. Kalangi Nathars Füße bewusst verehrend, habe ich dies besungen.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet nochmals 2646; der Vers steht zwischen 2647 und 2649.

2649. Ich habe es erklärt, nachdem ich viele Bücher durchgesehen und untersucht hatte, mein Lieber, und die verborgenen Kunstgriffe erforscht hatte. Ich erkannte die Handhabung und die Ausführung deutlich und legte sie in diesem Buch dar. Ich zeigte den Weg zum Lebensunterhalt und den Zugang zu dieser großen Umwandlung. Ich nannte auch die Regeln, damit man nicht davon abweicht: Dies sind die großen Kandas der Siebentausend.

2650. In den Kandas der Siebentausend lassen sich die wirksamen Grundstoffe und Grundsubstanzen erkennen. Alle geeigneten Wege lassen sich verstehen. Mein Junge, niemand erklärt es wie dieses Buch. Dieses süße Werk ist ein Lehrbuch des Gurus; ich wählte es aus und ordnete es als Sapta Kandam. Auch die erhabene Göttin Manonmani hörte es freudig und war erfreut.

Sati-Lingam und Centuram im Sandbad

2651. Betrachte nun das erfreuliche Sati-Lingam. Besorge einen großen Klumpen Lingam und höre seinen Mantel. Nimm wirksames Talakam, Cilai und Kenti und verreibe sie sechs Samam ordentlich mit Eri-Kalan-Milchsaft. Bereite nach sorgfältigem Verreiben eine Umhüllung und versiegele sie nach der Vorschrift fest.

2652. Lass sie in der Sonne trocknen und führe ein angemessenes Koru-Putam aus. Entzünde das Feuer; lass das Putam danach vollständig erkalten. Nimm es behutsam heraus: Das gebundene Sati-Lingam ist geschmolzen. Nimm den gebundenen Stoff, mein Sohn, und höre nun die vortreffliche Centuram-Bereitung.

Anmerkung: Koru-Putam ist eine unsichere Lesung der Putam-Bezeichnung. Die Quelle verbindet ‚gebunden‘ und ‚geschmolzen‘ ohne nähere Erklärung.

2653. Behandle es vier Samam kräftig durch Curukku mit Jaya-Nir. Wenn du rasch das aus Viram bereitete Jaya-Nir zugibst, gewinnt es Schärfe. Schütte Sand in einen Topf und setze den inneren Topf geordnet in die Mitte. Fülle weiteren Sand darüber und bedecke die Anordnung mit einem oberen Topf.

2654. Erhitze die verschlossene Anordnung acht Samam im geeigneten Valuka-Verfahren, mein Sohn. Lass das Feuer vollständig erkalten und nimm sie heraus. Wie sollte man dieses geordnete Centuram beschreiben? Bewahre es auf, König. Verwende einen Anteil auf zehn Anteile Silber und Kupfer. Ziehe nicht erschöpft umher, mein Sohn, sondern erhitze es aufmerksam in einer Brennschale mit dem Blasefeuer.

2655. Das Gold zeigt seinen Feingehalt. Füge auf vier Anteile einen Anteil Gold hinzu, gieße und bearbeite es und führe Putam aus. Das kräftige Gold erreicht acht Mattru. Schmelze es nochmals zum Gießen und gieße einen Stab in die Ziegelform. Nimm diesen Stab heraus, mein Lieber: Es sei neu entstandenes Gold.

2656. Höre weiter, mein Sohn. Ein Kunri-Gewicht mit Honig eingenommen, soll Vasi in Atemruhe nach unten richten. Von der Wurzel bis zum Schädel steige die innere Feuerkraft. Fieber und die drei Sanni-Arten würden weichen, ebenso die achtzig starken Vayu-Arten. Fieber mit äußeren und inneren Schwellungen gehe fort; Mundtrockenheit komme nicht mehr heran.

2657. Kaucai und Meka würden weichen; auch langwieriges Fieber komme nicht mehr heran, mein Lieber. Wiederkehrendes Fieber fliehe schreiend, Schädelschmerz und Muka-Sanni gingen in den Wald. Keiner der Siddhas und Weisen auf Erden erklärte diese Vorschrift so. Ich durchforschte viele Bücher und besang geordnet die sieben Kandas.

2658. Die sieben Kandas bilden ein großes Buch, mein Sohn; niemand spricht wie dieses Werk. Was nützt es, alle anderen Bücher zu betrachten und ihre inneren Geheimnisse zu kennen? Im großen Buch der Siebentausend habe ich alle Stoffe der Erde und die ausgedehnten Krankheiten geprüft und erforscht und sie aufrichtig besungen. Es ist ein großes Werk.

Lingam-Behandlung mit Brahma-Tandu

2659. Höre ein weiteres Verfahren dieses großen Buches, damit die Schüler würdig leben können. Zerstoße Brahma-Tandu sorgfältig und presse seinen Saft aus. Verwende einen Palam-Klumpen Lingam und behandle ihn acht Samam durch Curukku. Befestige ihn in einem geeigneten Topf und führe die Curukku-Behandlung geordnet aus.

2660. Nimm den Klumpen nach der Behandlung heraus; er zeigt sich fest gebunden. Lege danach aus demselben feinen Pflanzenmittel einen Mantel um ihn. Versiegele ihn fest und lasse ihn geordnet in der Sonne trocknen. Ziehe nicht ziellos umher, mein Sohn, schöner Jüngling: Führe Putam unter Sandbedeckung aus.

2661. Lass das Putam erkalten und sieh nach: Der Klumpen erscheint wie gehärtetes Metall. Bewahre ihn auf. Gib beim Schmelzen einen Anteil dieser wirksamen Grundsubstanz auf zehn Anteile Silber und Kupfer hinzu und erhitze kräftig mit dem Blasefeuer. Damit das Kupfer entfernt wird, erhitze in einer Kohleschale, guter Mann.

2662. Nimm es nach dem Blasefeuer heraus: Was soll ich sagen? Guter Mann, es zeigt sechs Mattru. Es besteht wie ursprünglich entstandenes Gold und besitzt viel frische Farbe. Die Alchemisten werden diese Umwandlung sehen; sie ist die Kunst der Siddhas in der Welt. Selbst ein Matikan könne sie erkennen, wenn ihm eine aus früherem Leben verbliebene Verbindung zuteilwird.

Anmerkung: Matikan kann eine historische Kastenbezeichnung sein; der Vers stellt hier ausdrücklich die Möglichkeit der Erkenntnis trotz eines solchen Status heraus.

2663. Sieh, dies ist eine den Siddhas liebe Umwandlung; auch die weltbeherrschenden Könige werden sie preisen. Es ist eine rasche Citikai-Umwandlung, von den Meistern erkannt. Füge auf vier Anteile einen Anteil Gold hinzu, gieße und bearbeite es und führe Putam aus. Der Feingehalt werde acht Mattru. So sprach der gütige Rishi Bogar.

2664. Die Verwendung des Lingam lässt sich kaum vollständig schildern, König. Mit dem passenden Begleitmittel gegeben, sollen Sanni-Fieber und Sanni-Vata verwirrt davonfliehen. Wiederkehrendes Fieber verliere seine Kraft. Nimm es ohne Verwirrung drei Tage ein, sagt der Text; auch die Meka genannte Flüssigkeitsabsonderung gehe fort. Guter Mann, Shiva-Yoga werde dir zuteil.

2665. Wenn Shiva-Yoga zuteilwird, werde der niedrige Leib wie eine Steinsäule. Vasi richte sich nach unten, und alle Nerven zeigten rasch Stärke beziehungsweise Spannung. Ich verehrte die Guru-Füße meines herrlichen Vaters Kalangi Nathar, wählte das Sapta Kandam wie süße Rede aus und besang es, zu den Füßen der Göttin geneigt.

Ein Öl aus Puvaracan, Ganja-Samen und Lotosknolle

2666. Höre noch einen Weg, mein Junge, damit meine Kinder leben können. Nachdem ich die verborgenen Handgriffe vieler Bücher erkannt hatte, erklärte ich dieses Öl aufrichtig, mein Lieber. Suche ein Cer Puvaracan und die ausgezeichneten Ganja-Samen. Ziehe nicht erschöpft umher. Ich nenne auch die Knolle: die kräftige Lotosknolle.

Anmerkung: Nur bei Puvaracan steht hier ausdrücklich ein Cer; die Mengen der Samen und der Knolle sind nicht gesondert genannt.

2667. Verbinde Knolle und Samen mit einem Cer Kenti und gib alles in den vertieften Reibstein. Zerstoße es geordnet und fülle es in ein Gefäß; bringe die entsprechende Öffnung beziehungsweise Deckelung an. Versiegele die obere Mündung fest und gewinne sorgfältig Grubenöl. Bewahre dieses Öl auf und wende es auf Ravi an.

Anmerkung: Der mittlere Verschlussschritt ist in der OCR beschädigt; eine konkrete Apparatur wird nicht ergänzt.

2668. Schlage das Kupfer zu einem Blech und bestreiche es mit dem Öl. Gib dem Kupfer allein eine Putam-Behandlung. Es verliere seine Unreinheit und zeige einen veränderten Feingehalt. Nimm dann drei Anteile Kupfer und vier Anteile Silber. Schmelze sie, arbeite sie zu Blech aus und führe die Behandlung aus; der Feingehalt verändert sich.

2669. Das entstandene Gold sei von sechs Mattru. Füge einen Anteil großes Gold auf drei Anteile hinzu. Verbinde beide vollständig, schmelze sie und sieh, König: Das Gold erreicht acht Mattru und gleicht gutem, frischfarbigem Gold. Sieh, das reine Öl bewirkt die Umwandlung; sein geordnetes Verfahren ist außerordentlich.

2670. Wende dieses außerordentliche Öl an, sagt der Text, mein Lieber: Kushta fliehe völlig davon. Die zwanzig Meka-Arten verschwänden, hartnäckige Kaucai-Beschwerden und Blähungen gingen fort. Sulai fliehe, Granthi und juckende Ausschläge würden weichen. Nervenschmerzen und Wunden verschwänden; das Öl verleihe den Augen Klarheit.

2671. Dieses Öl sei Kaya-Siddhi, mein Lieber; der Körper werde wie eine Steinsäule. Ich habe die Bücher über Kaya-Karpam aufmerksam geprüft und erkannt und dann zu dichten begonnen. Wie ich sagte, erklärte ich das Sapta Kandam, damit die Menschen des Landes leben können. Kalangis Füße preisend, besang ich freudig die sieben Kandas.

Ausblick und eine rasche Metallumwandlung

2672. Höre weiter von den sieben Kandas: vom schönen mittleren Kanda, dem vierten Kanda. Für den hinfälligen Körper habe ich Festigung erklärt, mein Junge, und zahlreiche Tattvas dargelegt. Ausführliche Heilkunde und Alchemie habe ich beschrieben, die Beständigkeit des Yoga erklärt und Shiva-Yoga leicht verständlich gemacht. Es ist eine auf Erden außerordentliche Kunst.

Anmerkung: Obwohl dieser Vers das vierte Kanda nennt, steht er in der vorliegenden Nummernfolge noch im dritten Teil. Daraus wird hier kein neuer Teilanfang abgeleitet.

2673. Höre eine weitere Kunst, eine erstaunlich rasche Umwandlung. Reines Abini: ein Palam; reines Kenti: ein Palam; Tuttam und Turucu in der genannten Palam-Menge; kräftiges Viram: vier Palam. Gib die Flüssigkeit des Kattapam hinzu und verreibe sorgfältig zu einer wachsartigen Masse.

Anmerkung: Die Palam-Zuordnung bei Tuttam und Turucu ist nicht eindeutig getrennt. Kattapam ist eine unsichere Bezeichnung des flüssigen Reibmittels.

2674. Bewahre die verriebene Masse in einem kleinen Behälter auf. Nimm Kupfer, mein Lieber, und Wachsmasse in demselben Gewicht. Schmelze das Kupfer gründlich und gib die Masse als Graha hinzu. Während das Kupfer vollständig geschmolzen bleibt, setze sie aufmerksam in der richtigen Reihenfolge zu. So wird das Kupfer gründlich gereinigt, und seine beständige Unreinheit schwindet.

2675. Höre weiter, mein Lieber. Nimm drei Anteile Silber und einen Anteil des Kupfers, mein Junge, und schmelze sie zusammen. Lass dich nicht entmutigen; füge nach der Vorschrift einen Anteil Gold hinzu. Schmelze, ohne von einem Wort abzuweichen: Das große Gold erreicht sieben Mattru.

2676. Was soll ich über dieses Gold von sieben Mattru sagen, mein Sohn? Gieße und bearbeite es und führe Putam aus. Das Gold gewinnt hohen Feingehalt und wird wie ursprünglich entstandenes Gold, mein Lieber. Es ist kein minderwertiges Gold, erkennt es. Dies ist eine Umwandlung der guten Siddhas, eine Kunst der großen Rishis und Weisen. Wer sie aufrichtig erkennt, ist ein Siddha.

2677. Als Siddha geboren zu werden ist selten. In dieser geordneten Welt muss eine aus früherem Leben verbliebene Verbindung vorhanden sein. Hingabe und Erkenntnis von Shiva-Shakti sind nötig, ebenso die Gnade der großen Menschen auf Erden. Das eigene Wesen muss im reinen Bewusstsein verankert sein; die Gnade der Mutter des Vedanta ist nötig. Um das Geheimnis der stets leuchtenden Lotosfüße zu erkennen, lerne den beständigen Weg des Vasi.

Kenti, Gold und Harzumhüllung

2678. Höre die Umwandlung durch Kenti. Nimm ein Kalancu Kenti und ein Kalancu Gold. Bringe mithilfe des schönen Velan-Harzes einen Mantel um das Kenti an. Nimm dazu guten Honig und füge sorgfältig geröstetes Karam hinzu.

Anmerkung: Der genaue Ort des Goldes innerhalb der Umhüllung wird in diesem Vers nicht klar erläutert.

2679. Füge Camprani und Puram hinzu; bei der Menge wird Kalancu genannt [die Zahl ist unklar]. Verreibe kräftig im Honig, mein Sohn, und lege die Masse geordnet als Mantel um das Kenti. Entzünde es aufmerksam im Flammen- beziehungsweise Dampffeuer einer Lampe und nimm es heraus. Das Kenti verbindet sich mit dem Gold und erscheint wie ein geeignetes Kalanku.

2680. Schmelze das Kalanku und prüfe es; es wird zu einem Prithivi-Kalanku. Nimm es heraus, König, und höre. Schmelze Silber und Kupfer und setze einen Anteil auf zehn hinzu. Der Feingehalt zeigt sechs Mattru. Erhitze in einer Kohleschale mit dem Blasefeuer: Es erscheint hell wie frisches Gold.

2681. Gieße und bearbeite dieses Gold ohne Unterbrechung und führe Putam aus. Die verschiedenen Unreinheiten verschwinden, König, und das Gold zeigt frische Farbe. Etwas vom geruchsbehafteten Kupfer bleibt zurück; es weicht dem Putam nicht, Herr. Setze das als Todesbringer bezeichnete Vangam zu und erhitze mit dem Blasefeuer. Dann werde auch der minderwertige Rest zu frischem Gold.

2682. Füge zu diesem Gold die gleiche Gewichtsmenge Gold hinzu. Höre, König: Der Feingehalt beträgt achteinhalb Mattru, und das große Gold ist stark rötlich. Alle Siddhas, die im südlichen Potikai leben, verstanden den Weg des Kenti. Das makellose Gold ist die Umwandlung der Siddhas. Freudenreich besang ich die sieben Kandas.

Pashanam, Neem-Rinde und Valalai

2683. Höre ein weiteres Verfahren des Kandas. Aufmerksam erklären wir es, Schüler. Nimm ein Cer unberührtes Pashanam und den wirksamen Saft von Koti-Kalli, mein Lieber. Behandle acht Samam durch Curukku, damit das Pashanam butterartig verändert werde. Schabe außerdem die Rinde eines hundert Jahre alten Neem-Baums ab.

Anmerkung: Die Formulierung über den butterartigen Zustand ist beschädigt; ein genauer Reaktionsablauf wird nicht ergänzt.

2684. Gewinne aus der Rinde Öl und behandle den Stoff rasch damit durch Curukku, acht Samam lang. Nimm ihn danach heraus: Der gebundene Stoff raucht nicht mehr und wird fest. Behandle ihn anschließend geordnet mit Shivanar-Vembu durch Curukku und kalziniere ihn.

2685. Decke ihn beim Kalzinieren mit einem Topf so ab, dass die Dämpfe nicht entweichen. Nach dem Abkühlen nimm das Präparat heraus, lasse es trocknen und lege es in ein weiteres versiegeltes Tuch beziehungsweise Paket. Kalziniere es wie zuvor, insgesamt elfmal. Nimm danach das Präparat, lege es in eine Eierschale, decke es sorgfältig zu und versiegele es.

Anmerkung: Die Materialangabe zum zweiten Paket ist nicht eindeutig. Die Zahl elf steht ausdrücklich im Vers.

Armut der Alchemisten und Offenlegung des Valalai

2686. Führe Putam mit fünf Brennfladen aus. Es werde zu einem festen Cavakkara-Cunnam. Die Siddhas haben dieses Valalai verborgen, statt es vollständig darzulegen. Die Menschen sehen ihre Kinder an und haben nicht einmal Geld, um Kohle zu kaufen. In Beklemmung und Armut starben Koti von ihnen dahin.

2687. Wenn der Alchemist solche Bücher liest, bleibt er allein mit verwundetem Herzen und leeren Händen zurück. Er hört die Menschen lachen und steht mit trockenem Mund wie ein verwirrter Geist da. Er hat keinen Zugang zur Nahrung und schämt sich beim Anblick derer, die essen und sich kleiden können. ‚Durch unseren Ich-Hochmut sind wir zugrunde gegangen‘, sagt er, irrt wie ein Hund umher und stirbt in der Erde.

2688. Damit sie nicht zugrunde gehen, habe ich Valalai in den Siebentausend unverhüllt erklärt. Gib das Buch keinem fehlerhaften Schüler. Wer es dennoch tut, gelange für Koti Sonnenzeiten in die Hölle. In meinem Buch habe ich Valalai ohne ein falsches Wort dargelegt, offen wie der weite Himmel, damit man den Stand der Meister erkenne.

Anmerkung: Die Höllendrohung ist Teil der Geheimhaltungsrhetorik des Textes.

2689. Für das Putam tauche Valalai in stark scharfes Jaya-Nir. Lege es sieben Tage in die Sonne und erhitze das große Cunnam in der Kulikai-Anordnung mit dem Blasefeuer. Nach dem Herausnehmen steht es wie eine Blüte da und ‚tötet‘ die Stoffe rasch bei Berührung. Verdirb es nicht vergeblich, mein Lieber. Betrachte mein Buch und verehre die Mutter des Vedanta.

2690. Verehre sie und bereite Valalai zu Cunnam. Verwirrte Alchemisten, etwas anderes genügt nicht! Binde mit Valalai das Salz. Wenn es beständig geworden ist, bereite Puram zu Cunnam. Bearbeite mit Puram das Talakam; mit diesem außerordentlichen Talakam kalziniere Vangam. Genügt es, Valai bloß anzusehen? Sage, lässt sich Alchemie mit so wenig verwirklichen?

Anmerkung: Die Zeile schreibt zunächst pūraṇam, dann pūram; Puram ist die kontextuelle Stofflesung. Valai und Valalai werden nicht stillschweigend gleichgesetzt.

2691. Kalziniere mit dem genannten Vangam den als Tiri bezeichneten Stoff. Bearbeite mit Turucu das Singi und binde Sutam. Durch das kräftige Sutam erlangt man Kaya-Siddhi und, in der Himmelskunst, acht mal acht Siddhis. Wenn man Alchemie nur vom Hörensagen aufgreift, sie nicht ausführen kann und dann für falsch erklärt – was soll ich dazu sagen? Bleibt ein geworfener Stein stehen, bloß weil man ‚Halt!‘ ruft? Törichte Alchemisten, seht auf Valalai.

Anmerkung: Tiri ist eine beschädigte Stofflesung; eine genaue Identität wird nicht ergänzt.

Valalai, Salzperlen und Manonmani

2692. Verbinde einen Anteil des Valalai genannten Cunnam mit einem Anteil Cunnam und verreibe sie sorgfältig. Es entsteht eine Flüssigkeit. Gib Karpuram hinein und stelle den Ansatz in die Sonne, bis er salzartig wird. Lege eine Menge von fünf Senfkörnern in eine Schale und gieße hinzu [der Zusatz ist nicht eindeutig]. Das Cunnam wird wie Jasminblüten. Füge Cunnam im Gewicht des Caram hinzu.

Anmerkung: Die beiden Cunnam-Nennungen und der letzte Mengenbezug sind in der Vorlage nicht klar unterschieden.

2693. Gib Caram hinzu; es werde zu Jaya-Nir. Füge Viram, festes Kal-Uppu, Cutam, Vedi-Uppu und Cina-Karam hinzu, von diesen fünf je zwei Palam. Verreibe mit dem scharfen Jaya-Nir, rolle die Masse und lege sie sieben Tage in kräftige Sonne. Sie wird wie Kalk; bereite daraus ohne Zögern eine dickflüssige Paste.

2694. Wiege zehn Palam Parai-Uppu ab und zerteile es wie Arekanuss. Vermische es mit der Paste, wende es gründlich darin und erhitze es. Röste es reif im geeigneten Feuer. Verknete gute salzhaltige Erde und Muschelflüssigkeit mit Amuri. Bedecke den Stoff damit rasch unten und oben wie mit einem Gehäuse.

2695. Lege die umhüllte Masse in einen Topf und schichte anschließend fünfzig Brennfladen auf. Nach dem Abkühlen nimm sie heraus: Sie ist fest gebunden wie gutes Gold. Entferne sämtliche Umhüllungen. Besorge kräftige Kattu-Koti-Blätter, verreibe sie mit Fruchtsaft, fertige daraus einen festen Mantel und führe Putam aus.

2696. Nach dem Putam erscheint die Salzperle, ihr Menschen, wie kostbares Perlenmaterial. Shiva, der das Gift trägt, komme herbei und tanze. Die Mutter des Vedanta verkörpere dort die acht Siddhis und erkläre das Licht des stützenlosen Zustands. Nimm stets bei den Füßen des Gurus Zuflucht. Fädle die Salzperlen zu einer Gebetskette auf und trage sie: Sie gewähre große Siddhi.

2697. Versuche es: Forme eine kleine Schale aus Wachs, umgib sie mit Ton und entferne das Wachs. Schmelze Salz und gieße es an dessen Stelle. Versiegele den Boden dieser Salzschale, guter Mann, und stelle sie auf die geeignete Valuka-Anordnung. Gib eine Handvoll Sutam hinein und behandle es durch Curukku mit Mayir-Konrai-Saft.

2698. Durch Curukku wird Sutam butterartig. Erhitze es im Feuer des kräftigen Cutam. Gib Öl in einen Schmelzlöffel; auf der Kohle verhalte es sich wie eine geschmolzene Perle. Fädle das Gewonnene an einem roten Band zu einer Kette [die Wendung ist undeutlich]. Rezitiere die fünf Silben und die acht Silben, guter Mann. Die Mutter Manonmani komme vor dich, sage alles Erbetene und beschütze dich.

Anmerkung: Die fünf- und achtsilbigen Mantras werden nicht ausgeschrieben; hier wird kein bestimmter Wortlaut ergänzt.

Alchemie, Wahrhaftigkeit und Achtung aller Lebewesen

2699. Binde das Salz gut und arbeite damit, um Schutz zu erlangen. Bereite zuerst das Valalai von Nadanta. Mache Sutam zu Centuram, damit es eingenommen werden könne. Wenn du die Wirkung sehen willst, vollende die Caranai-Behandlung. Beseitige alle Vayu-Bewegungen im Bauch. Gewinne Valalai aus der als Hölle bezeichneten Behausung. Bearbeite Eisen, statt bettelnd zu essen. Trenne dich von der Täuschung der Frauenbegierde und bleibe danach fest.

2700. Wird dein Leben allein dadurch Bestand haben, dass man ‚Bleibe!‘ sagt? Wenn du Valalai wirklich erlangst, entsteht ein Leben wie das Kuberas. Solange die Sonne besteht, kannst du Nahrung und Kleidung haben. Wenn das feste Kal-Uppu gebunden ist, ergreift es das scharfe Sutam. Im mächtigen Sutam liegen acht mal acht Siddhis. Irrt man nur als leerer Schwätzer umher, wird man zu Erde.

2701. Damit du nicht zugrunde gehst, binde zuerst das Salz und nimm es ein, sagt der Text. Sprich keine Lüge; preise und bedenke mich. Schmähe niemanden und hege kein gieriges Verlangen im Herzen. Betrachte jedes Lebewesen wie dein eigenes Leben. Prüfe, was nicht verbrennt; richte deinen Geist auf den offenen Raum und sinne darüber nach. Nimm Vasi an der Wurzel auf, ohne es zu zerstreuen. Verehre Parapari und trinke daraus.

2702. Ich, der Weise Bogar, besang die Sammlung der Siebentausend mit dem Gedanken, dass sie den Siddhas dienen möge. Ich stellte die begleitenden Schriften der Heilkunde zusammen; dieses Buch besitze große Verlässlichkeit. Wer die Ausführung versteht und geordnet handelt, werde von schweren Krankheiten frei und rein. Aufmerksam verfasste ich das Sapta Kandam als Kavya, die Kandas der Siebentausend.

Lingam-Behandlung mit Milch, Pflanzensäften und Umhüllung

2703. Höre ein weiteres Verfahren. Nimm ein Palam wirksames Lingam. Behandle den Klumpen einen Samam durch Curukku mit Muttermilch. Danach folgt Sangan-Saft [Menge und Dauer dieser Zeile sind beschädigt]; durch die gezielte Curukku-Behandlung wird es gebunden. Höre noch die weitere Behandlung: Gewinne Öl aus Alinci.

2704. Behandle das Lingam damit durch Curukku. Sein Sutam bleibt im Innern eingeschlossen und bindet sich; der Rauch des Kenti kommt zum Stillstand. Wenn das Lingam auf diese Weise gebunden ist, werden die Meister es außerordentlich nennen. Ziehe nicht bekümmert umher, König: Das schöne Lingam wird fest.

2705. Lass es nicht dabei bewenden, sondern höre, verständiger Junge, wir erklären noch mehr. Nimm Büffelmilch und Kattalai-Milchsaft zu gleichen Gewichten und behandle das Lingam durch Curukku. Herr, es wird wie gehärtetes Metall. Ich werde den Mantel für dieses Lingam erklären: Bereite zunächst Kalanku aus dem wesentlichen Kupfer.

2706. Verbinde das Kalanku mit Sutam, gutem Singi und Caram. Füge behutsam Arappoti hinzu und verreibe es nach der Vorschrift mit Zitronensaft. Teile die Masse in sechzehn Portionen [die OCR-Verbindung ist nicht völlig klar] und streiche sie auf das große Lingam. Lass es sauber in der Sonne trocknen und bringe eine Kalkversiegelung an.

2707. Lege es in ein Umi-Putam und nimm es aufmerksam heraus, König. Es sind sechzehn Putams; führe sie geordnet wie zuvor beschrieben aus. Das Lingam wird dauerhaft fest gebunden und kann beim Schmelzen in einen langen Stab fließen. Bereitest du daraus Centuram, kannst du den geeigneten Ansatz zur Umwandlung erkennen.

2708. Es zeigt ein mächtiges, strahlendes Licht wie hundert Koti Sonnen. Wie sollte man dieses Lingam beschreiben? Man nennt es eine beständige Kulikai für die Himmels-Siddhi. Nimm sieben Anteile Mati und drei Anteile Kupfer, ohne abzuweichen. Füge einen Anteil Gold hinzu und schmelze alles im Tiegel, Verdienstvoller.

2709. Viele Toren in der Welt kennen nicht einmal den richtigen Schmelzzustand; höre die Erklärung. Wenn das Metall gründlich schmilzt, gib einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz hinein. Wenn es mit Öffnungen beziehungsweise Blasen heftig in Bewegung gerät, gib weiteres geeignetes Karam hinzu. Es erscheint wie Kohle. Lege es in eine Schale und erhitze es mit dem Blasefeuer, bis es gut wird.

2710. Führe das Blasefeuer dreimal aus, goldener Jüngling. Es zeigt goldartigen Feingehalt, nämlich sechs Mattru. Damit sei die alchemistische Kunst als wahr erwiesen. Füge noch einen Anteil Gold hinzu, gieße und bearbeite es sorgfältig und führe Putam aus. Gehe dann an einen Ort, der deinem Leben dient, und verweile in großer Askese, mein Lieber.

Askese, Vani und die Guru-Linie

2711. Wenn du so verweilst, komme Vani und lehre den Tanz. Die Lichtgestalt des makellosen Zustands erscheine. Durga, die Kali genannt wird, trete beiseite. Du würdest ein schöner königlicher Siddha und ein Held unter Helden wie Phalguna. Die Menschen der Erde nennen dich einen Rishi. Halte die Gnade nicht für gering, mein Sohn, höre: Suche den Zustand großer Askese.

2712. Dann nennt man dich einen Schüler der Guru-Linie; deine Herrlichkeit vermag die Welt nicht zu ermessen. Man nennt dich einen Schüler, der klares Tamil und die nördliche Sprache unterschieden, erforscht und zusammengestellt hat. Erkenne Subrahmanyas Atem und die beiden Bahnen der Fülle [die vorausgehende Wendung ist beschädigt]. Wer sich nicht an das weltliche Schauspiel heftet und auf Erden verweilt, ist ein Siddha.

Anmerkung: Die Schlusswendung paḷḷu-tamiḻ-nāṭakam enthält einen besonderen tamilischen Ausdruck für Dichtung oder Schauspiel; seine genaue Anspielung ist nicht sicher.

Tamilkenntnis, Yoga und Kritik falscher Lehrer

2713. Wenn man geboren wird, soll man als Siddha geboren werden und sich am strahlenden Licht des reinen Bewusstseins festhalten. Was nützt es, bloß ein Bhakta zu sein? Man muss Tamil gründlich lernen, die drei Formen des Tamil beherrschen und in der alten Welt Ansehen erlangen. Wer als Schüler des kundigen Agastya im Himmelsraum verweilt, ist ein Yogi.

Anmerkung: Die drei Tamilformen sind die traditionelle Dreiteilung der tamilischen Sprachkunst; der Vers zählt sie hier nicht einzeln auf.

2714. Yoga bedeutet, Yoga zur Beständigkeit zu bringen und seine Schönheit zu erkennen. Man muss die Täuschung der Sinnengenüsse beseitigen und durch Yoga die höchste Glückseligkeit suchen. Zum dauerhaften Bestehen braucht man Karpam und muss den Samadhi-Zustand geordnet kennen. Den Körper soll man festigen; betrachte aufmerksam den weiten offenen Raum.

2715. Durch bloßes Hinschauen kommt die Erkenntnis nicht. Koti Anhänger gingen auf Erden zugrunde. In einem falschen Gewand behaupten sie selbstsicher: ‚Wir haben Yoga erfahren. Wir haben Manonmani von Nadanta geschaut, die auf dem Lotos-Thron der Zunge sitzt.‘ Sie sprechen viele Lügen, kennen aber die herrliche Lehrschrift nicht.

2716. Viele völlig Unwissende sammeln auf Erden Scharen um sich. Sie verlassen stets den rechten Weg; Koti verloren ihren Verstand. Sie ließen die hinweisgebenden Lehrschriften beiseite, und Koti über Koti gingen in der Welt zugrunde. Wie Verwirrte plappern sie endlos und geraten durch Täuschung auf den verderblichen Weg.

2717. Als ich erkannte, dass sie so abgeirrt waren, verehrte ich Kalangi Nathar geordnet, verneigte mich und pries ihn. Seine Lotosfüße bewahrte ich stets im Herzen. Ich, sein Diener, sah viele Bücher durch und beschloss, die wesentlichen Stoffe und Grundsubstanzen offen darzulegen. Im großen Erkenntnisbuch der Siebentausend besang ich sie ausführlich.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet 2117; der Vers steht zwischen 2716 und 2718.

Das dritte Kanda und der Name Bogan

2718. Im großen Buch der Siebentausend ist dies das kraftvolle dritte Kanda. Es enthält viele süße Worte des Gurus und zahlreiche verhüllende Fachausdrücke. Viele Verbergungen und Geheimnisse gibt es; wer sie in der Welt erkannt hat, sprach sie nicht aus. Der herrliche Kalangi Nathar schätzte sie wie Gold und die neun Edelsteine.

2719. So schätzte er sie. Ich, sein Diener, erforschte sie, damit die Menschen auf Erden sie erkennen. Um den Menschen Cinas das Pranava der Shruti in seinem feinen Sinn zu zeigen, legte ich die sonnengleiche Kulikai an und flog an die Küste Cinas. Entschlossen ließ ich mich dort nieder. O, sehr lange blieb ich dort.

2720. Ich blieb Koti von Zeiten bis ans Ende der Yugas. Den Menschen Cinas erklärte ich alle schönen, feinen Künste und sämtliche verborgenen Handgriffe genau. Ich schloss mich ihnen an und genoss das Leben viele Koti von Zeiten, mein Lieber. Weil ich mich so der Erfahrung und dem Genuss, Bhoga, widmete, entstand mein ausgezeichneter Name Bogan.

2721. Mein Lieber, niemand auf der Welt trägt einen Namen wie meinen. Es gibt neun Koti Rishis und achtzehn Siddhas auf Erden. Die Angehörigen der Tirumular-Linie sind Koti über Koti, unzählige. Koti über Koti Siddhas kamen mit stillgestelltem Atem zur Ruhe beziehungsweise starben; Koti befinden sich geordnet in Samadhi-Stätten.

Anmerkung: Das Verb māṇṭa kann hier Tod oder das Aufgehen in einem Zustand bezeichnen; die Nähe zu Samadhi lässt die Unterscheidung offen.

2722. Koti Menschen verweilten in Samadhi; ihre große Zahl lässt sich in der Welt nicht nennen. Koti suchten und untersuchten den Samadhi-Zustand, starben aber ohne Schau. Koti über Koti betrachteten die Lehrschrift nicht, verfehlten den Weg und starben. Ich suchte Kalangi Nathars Füße und empfing Koti von Verfahren: Das ist wahr.

2723. Die Könige auf Erden betrachteten die Bücher in verkehrter Reihenfolge. Ohne die wesentlichen Mittel zu erkennen, fragten sie nach der Methode, wie man sie lesen solle. Anfangsblatt und Schlussblatt fanden sie nicht; verwirrt ließen sie Muppu beiseite. Darum erkannte ich das Geheimnis und legte die verborgenen Handgriffe der Meister offen.

Anmerkung: Die Lesung Muppu am Ende der dritten Zeile ist im alchemistischen Zusammenhang wahrscheinlich, aber die OCR schreibt mūppu.

Mati-Centuram mit Vengai-Öl

2724. Höre einen weiteren Weg. Feile das schöne Mati ab, mein Sohn, und wiege ein Palam davon. Füge Kenti zu einem Viertel, den als Kittam beziehungsweise Cittam bezeichneten Rückstand zu einem Viertel und Sutam in gleicher Menge hinzu. Verreibe sorgfältig vier Samam mit Vengai-Öl.

Anmerkung: Der Bezugsstoff der gleichen Sutam-Menge ist nicht ausdrücklich wiederholt; der Rückstandsname ist unsicher.

2725. Forme nach dem Verreiben Plättchen und lasse sie trocknen. Lege sie in eine Schale, mein Lieber, und versiegele diese. Trockne die Versiegelung in der Sonne und führe Putam unter Sandbedeckung aus. Lass den Sand nach der Vorschrift abkühlen und nimm das Präparat heraus. Wie sollte man dieses große Centuram beschreiben? Führe zehn Putams vollständig so aus; das Centuram wird rot.

2726. Das Centuram wird wie das Morgenrot, mein Lieber; durch Putam nimmt das Rot stark zu. Wenn du es nach der Methode bereitest, zeigt es eine Kraft, die der Himmel nicht fassen könnte. Gib es Silber und Kupfer nach der entsprechenden Ordnung zu. Lege es, wie wir gesagt haben, in eine Schale und erhitze gut mit dem Blasefeuer: Es erscheint frische Goldfarbe.

2727. Das Gewicht des frischfarbigen Materials bleibt bestehen; das kräftige Kupfer wird entfernt. Füge auf vier Anteile einen Anteil Gold hinzu, gieße und bearbeite es sorgfältig und führe Putam aus. Das liebliche Gold erreicht acht Mattru und bleibt gegen Putam beständig. So erklärte ich es nach der Methode meines herrlichen Vaters, des Gurus Kalangi Nathar.

2728. Ich erklärte das Silber-Centuram. Mit gutem Trikatu-Pulver und in Kenntnis des passenden Begleitmittels eingenommen, sollen alle großen Krankheiten weichen. Die Meka-Leiden fliehen, und der rötliche Körper wird wie ein Käfer [der Vergleich ist unklar]. Vasi wendet sich nach unten, und sämtliche schweren Krankheiten verschwinden.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet erneut 2726; der Vers steht zwischen 2727 und 2729. Der ungewöhnliche Körpervergleich wird nicht umgedeutet.

2729. Alle achtzig Vayu-Arten würden weichen, mein Lieber, ebenso Kasa-Rogam. Nach oben drängender Atem fliehe ungesehen, starker Speichelfluss höre auf. Manche Giftfolgen verschwänden, geistige Benommenheit fliehe bedrängt davon. Die Pandu-Arten gingen fort, und die Atemerschöpfung werde geheilt.

Talakam, Turucu und die Reinigung von Kupfer

2730. Betrachte einen weiteren Weg. Talakam sei ein Palam, Turucu ebenfalls ein Palam. Verreibe sie vier Samam mit kräftigem Irulli-Saft sorgfältig zu einer Paste, mein Sohn. Forme beziehungsweise richte ein Kalasam-Gefäß so ein, wie wir es gesagt haben, und lasse es gut in der Sonne trocknen.

Anmerkung: Die Anweisung zum Kalasam ist knapp und lässt offen, ob die Masse selbst geformt oder in das Gefäß eingebracht wird.

2731. Bringe eine Kalkversiegelung an und setze es in das bezeichnete Gefäß, mein Sohn. Versehe die obere Mündung mit sieben Versiegelungsschichten und lasse sie gut in der Sonne trocknen. Führe Putam mit zehn Brennfladen aus. Nimm es nach dem Abkühlen heraus, König: Das Talakam wird gebunden, und klares Vangam sammelt sich.

2732. Wenn Talakam zu Vangam geworden ist, steht die wirksame Grundsubstanz bereit. Gib dem Kupfer einen Anteil auf vier zu und erhitze sorgfältig mit dem Blasefeuer. Das Kupfer wird gebunden, seine Unreinheit geht fort. Die liebliche Manonmani ist die Gestalt der Siddhi. Durch Putam wird das Kupfer gereinigt.

2733. Für das gereinigte Kupfer nimm vier Anteile Silber, einen Anteil Kupfer und einen Anteil Gold. Schmelze alles im geeigneten Tiegel. Gieße und bearbeite es gesammelt und führe Putam aus. Ein hoher Feingehalt erscheint deutlich; das Gold ist zuverlässig gegen Putam beständig. Mein Junge, dies ist eine Umwandlung der Siddhas.

2734. Höre eine weitere Vorschrift der Umwandlung, eine erstaunlich rasche alchemistische Kunst. Talakam sei ein Palam und Turucu ein Palam. Verwende Pey-Atti-Milchsaft, mein Lieber. Lass den Milchsaft am Klumpen anhaften, mein Junge, und trockne beziehungsweise behandle ihn in der Sonne. Verreibe danach geordnet mit Speichel.

Anmerkung: Die Verben für das Anbringen des Milchsafts und die Sonnenbehandlung sind in der OCR nicht ganz klar.

2735. Beim Verreiben wird es wachsartig, mein Lieber. Lege einen Mantel um das Turucu. Führe drei Putams auf diese Weise aus; das beständige Talakam schmilzt und bindet sich. Füge Viram genau im gleichen Gewicht wie das Turucu hinzu. Verreibe nach der Vorschrift mit Speichel, mein Sohn, und führe Putam wie zuvor aus; es wird gebunden.

2736. Führe zehn solcher Putams aus; das wesentliche Talakam wird ‚getötet‘. Ich werde nun seine genaue Verwendung erklären, mein Sohn, höre. Um daraus Gold zu bereiten, verwende einen Anteil auf zehn Anteile Silber und Kupfer. Schmelze geordnet und setze einen Anteil der wirksamen Grundsubstanz zu. Es erscheint wie Kohle, sieh.

2737. Erhitze es in einer Kohleschale mit dem Blasefeuer. Das Kupfer wird geordnet entfernt, und das Silber zeigt einen veränderten Feingehalt. Das entstandene Gold besitzt sechs Mattru. Füge einen Anteil Gold hinzu, gieße und bearbeite es sorgfältig und führe Putam aus. Das Gold erreicht acht Mattru und sei von guter ursprünglicher Beschaffenheit.

2738. Dieses Gold zeigt frische Farbe. Das kräftige Gold ist dem Shiva-Yogi bestimmt. Es ist die außerordentliche Kunst, die Rishis und Siddhas freudig ausführen. Ich verehrte bewusst die Füße des herrlichen Kalangi Nathar und hörte diese besonderen Lehren. Damit die Menschen leben können, besang ich geordnet das Sapta Kandam.

2739. Ich, der würdige Rishi Bogar, ihr Diener, führte das Verfahren geordnet aus, betrachtete und untersuchte es. Ich erforschte die hilfreichen Lehrschriften ausführlich, damit die rechtschaffenen Menschen leben können. Diese Kunst der Meister offenbare reichlich guten Shiva-Yoga; lässt sie sich vollständig beschreiben? Der vom Geschick Begünstigte wird sie erkennen und im Bereich des Kailasa aufgehen.

Nagam-Bindung und Kupferbehandlung

2740. Höre eine weitere Vorschrift, die ich gütig und angemessen erkläre. Nimm ein Palam Nagam und schmelze es im geeigneten Tiegel. Nimm ein Palam Caram und gib es im richtigen Zustand als Graha hinzu. Wie wir gesagt haben, schließen sich dadurch die sichtbaren ‚Augen‘ des Nagam.

2741. Nimm dieses Nagam, mein Lieber, und arbeite es zu einem Blech aus. Nimm Talakam und Kenti in gleichen Gewichten, verreibe sie unablässig mit Zitronensaft und lege sie als Mantel um das kräftige Nagam. Lass es in der Sonne trocknen und führe geordnet Putam aus; es wird gebunden.

Anmerkung: Die zweite Stoffbezeichnung erscheint als cinti in der OCR; Kenti ist die wahrscheinliche, aber nicht völlig sichere Lesung.

2742. Nimm das gebundene Nagam, schmelze es erneut und höre weiter. Zerstoße Viram und gib ein Kalancu als Graha hinzu. Pulverisiere zwei Kalancu des als Matti, Kannadi und Punīru bezeichneten Materials, mein Lieber. Wenn du es vorschriftsmäßig als Graha zusetzt, wird das Nagam zu Cavalai.

Anmerkung: Die Reihe Matti–Kannadi–Punīru lässt nicht sicher erkennen, ob ein zusammengesetzter Stoff oder mehrere Materialien gemeint sind. Cavalai bleibt als Zustandsbezeichnung erhalten.

2743. Schmelze das Cavalai-artige Nagam nochmals und höre, mein Lieber. Gib genau zwei Kalancu Nimalai zur Schmelze als Graha hinzu. Wie sollte man das weiße Nagam beschreiben? Es ist vollständig und kraftvoll gebunden. Wie Koralle schmilzt es und bildet eine runde Masse. Dies ist die geordnete Beschaffenheit des Nada.

2744. Ich erkläre nun die angemessene Verwendung des Nagam. Arbeite Kupfer zu einem Blech aus. Für das kräftige Kupfer werden vier Anteile Kenti genannt. Verreibe dieses mit Fruchtsaft zu einer Paste und streiche es ohne Verwirrung auf das Blech. Erhitze in einer Kohleschale; das unreine Kupfer wird gebunden.

Anmerkung: Die Bezugsmenge des Kupfers zur Vier beim Kenti wird nicht ausdrücklich genannt.

2745. Das Kupfer verliert seine Unreinheit und zeigt stark rote Farbe. Gib nach unserer Vorschrift einen Anteil des Nagam auf vier Anteile Kupfer. Schmelze es und nimm es heraus: Das Kupfer zeigt einen veränderten Feingehalt. Dieser beträgt sieben Mattru. Es hält das Cinam besonders fest.

Anmerkung: Die abschließende Cinam-Wendung ist fachlich nicht eindeutig.

2746. Schlage es zu Blech und führe Putam aus. Das Kupfer zeigt guten Zusammenhalt. Höre, mein Sohn: Oberflächenbeläge, Unreinheiten, Porosität und alle Cavalai-Zustände verschwinden nach der Methode. Guter Zusammenhalt, Hitzebeständigkeit, Eignung für Putam und eine feste Beschaffenheit sind vereinigt. Das schöne Gold sei nun von ursprünglicher Art.

Anmerkung: Die technischen Qualitätsbegriffe dieser Zeilen sind nur annähernd bestimmbar.

Geheimhaltung und Praxis des Hausvaters

2747. Was soll ich über dieses ursprüngliche Gold sagen, mein Lieber? Wunderbar, wunderbar ist die Alchemie. Hauche davon keinem anderen etwas zu. Wenn mächtige Siddhas und Weise es erfahren, könnten dir Hindernisse entstehen, mein Sohn; ein Fluch könne dich treffen. Diese rasche Umwandlung dulde kein Gerede. Auch du würdest in der großen Welt ein Siddha.

2748. Es ist beständiges Gold für die Shiva-Puja, eine ausgezeichnete Umwandlung, die einem Hausvater eignet. Wer die wesentlichen Mittel kennt, wird sie erkennen. Sie bringe weder Schaden noch Fluch; es ist eine Umwandlung der Weisen. Wer täglich Puja, geregelte Praxis und Versenkung übt, an einem beständigen Ort verweilt und die Mühen des Haushaltslebens sowie die Bindung an die bewegte und unbewegte Welt hinter sich lässt, ist ein Yogi.

Anmerkung: Die OCR-Zahl lautet erneut 2746; der Vers steht zwischen 2747 und 2749. Die Aussage ‚kein Fluch‘ folgt unmittelbar auf die vorherige Fluchwarnung.

Turucu-Cunnam und Kupferfolie aus Cina

2749. Betrachte einen weiteren Weg, mein Lieber, damit die Schüler leben können. Nimm ein Palam Turucu, verreibe es kräftig und führe Putam aus. Verbinde es, wie wir gesagt haben, und behandle es sorgfältig mit Kappalai-Milchsaft.

Anmerkung: Kappalai ist eine unsichere Pflanzenlesung; die verkürzte Strophe erläutert den ersten Putam-Schritt nicht näher.

2750. Gib dem Turucu drei Tage lang ohne Auslassung den Milchsaft. Lass es aufmerksam in der Sonne trocknen und nimm das Parpam behutsam heraus. Füge Rasam in gleicher Menge hinzu und verreibe sorgfältig mit Zitronensaft. Forme Plättchen, mein Sohn, und lasse sie sauber in der Sonne trocknen.

2751. Lege die trockenen Plättchen in eine Schale, versiegele sie und führe ein Kukkuta-Putam aus. Das Rasam wird ‚getötet‘; der betrachtete Stoff wird zu gutem Parpam. Verreibe ihn erneut mit demselben Fruchtsaft, forme wie zuvor Plättchen und lasse sie trocknen. Lege sie in eine Schale, versiegele diese und führe behutsam Putam aus: Daraus entsteht Cunnam.

2752. Was soll ich über das Cunnam sagen, mein Lieber? Es ist eine Umwandlung, an der die Augen sich nicht sattsehen können. Gib das große Cunnam zu Mati, ohne Verwirrung einen Anteil auf zehn. Das Silber erreiche acht Mattru. Gieße und bearbeite es und führe Putam aus. Es sei gegen Hitze und Bearbeitung beständiges Gold. Wird jemand, der die wesentlichen Mittel kennt, es wieder loslassen?

2753. Höre eine weitere Vorschrift. Nimm kräftige Kupferfolie, jene Folie aus Cina, die für Menschen verwendet wird, die besondere Gewänder oder Verkleidungen anlegen. Füge Kantam und Karam hinzu sowie Silber in derselben Gewichtsmenge. Verbinde alles angemessen und schmelze es.

Anmerkung: Die Zweckangabe der Folie ist nicht eindeutig; eine konkrete Masken- oder Schmucktechnik wird nicht ergänzt.

2754. Beim Schmelzen verbindet sich das Kupfer; füge die Essenz des Kantam hinzu, guter Mann. Das Silber nimmt Farbe an, und sein Feingehalt steigt beträchtlich. Seine flüchtige Beschaffenheit wird gebunden. Am Prüfstein zeige es sechseinviertel Mattru. Setze zwei Anteile Gold auf zehn zu; dann werde der Feingehalt sieben Mattru.

2755. Der Feingehalt von sieben Mattru tritt stark hervor; das schöne Gold besitzt viel frische Farbe. Man könne es als ursprünglich entstandenes Gold ansehen. Diese wesentliche Kunst ist eine Umwandlung der Siddhas, eine Kunst der Meister. Ich habe sie den Würdigen geordnet erklärt. Erkennt: Es ist kein minderwertiges Verfahren. König, wir, der Rishi Bogar, haben es ausgesprochen.

2756. Wir erklärten den alchemistischen Weg Cinas. Hat ihn irgendjemand in der Welt gesehen? Die verborgenen Methoden der verändernden Handwerke, die großen Kunstgriffe und die grundlegenden Umwandlungen, all die selbst gesehenen und geprüften Verfahren, habe ich für die Menschen auf Erden zusammengestellt. Sechs Arten ursprünglicher und hergestellter Stoffe habe ich erklärt, mein Lieber. Erkenne das Geheimnis.

Anmerkung: Die Schlusszeile mit ‚sechs Arten‘ ist knapp und zählt diese hier nicht einzeln auf.

Butterartiges Sutam und Centuram-Bereitung

2757. Höre noch eine ausführliche Vorschrift, welche die großen Meister nicht erklärt haben. Ich, der junge Rishi Bogar, ihr Diener, werde sie schön als Parpam-Verfahren darlegen. Sutam sei ein Cer, schweres Kantar ebenfalls ein Cer. Verreibe beides acht Samam demütig und sorgfältig mit Zitronensaft.

Anmerkung: Kantar ist in diesem Rezept nicht sicher identifiziert.

2758. Während der acht Samam wird das Sutam ‚getötet‘, mein Sohn. Das gebundene Sutam erscheint wie Butter. Entferne das unreine Kantar, lege die butterartige Masse in den Reibstein und verreibe sie kräftig mit Takara-Saft. Nach weiteren acht Samam geordneten Verreibens wird Sutam butterartig.

2759. Wenn du das butterartige Sutam sorgfältig mit Karu-Umattai vermischst und verreibst, wird diese Butter weiter ‚getötet‘. Es ist die Butter des wesentlichen Königs. Ist Sutam fest butterartig geworden, ermöglicht es unzählige Metallumwandlungen. Höre nun die genaue Centuram-Bereitung; Koti von Umwandlungen entstehen daraus.

2760. Höre innerhalb dieser Koti Verfahren das Centuram: Kenti wird mit einer halben Bezugsmenge genannt, Cilai mit einem Viertel und gutes Viram mit Varikkal. Verreibe alles vier Samam deutlich mit dem Jaya-Nir aus sechs Stoffarten. Ziehe nicht erschöpft umher, König; verreibe vorschriftsmäßig vier Samam.

Anmerkung: Die Mengenfolge ist beschädigt: Insbesondere ‚Hälfte‘ und Varikkal besitzen keinen sicheren Bezugswert. Die Wiederholung der vier Samam wird erhalten.

2761. Während der vier Samam wird das Sutam vollständig ‚getötet‘, Herr. Lege es in die Sonne, pulverisiere es gründlich und nimm es auf. Bringe an einer geeigneten Flasche sieben Versiegelungsschichten an und lasse die Mündung frei. Fülle das Präparat in die Flasche, mein Junge, und verschließe sie mit Makkal.

2762. Versiegele die verschlossene Flasche fest und stelle sie in die Sonne. Schütte feinen Sand unten in einen weitmündigen Topf. Stelle die Flasche genau in die Mitte des Topfes und fülle weiteren Sand darüber. Stülpe einen oberen Topf umgekehrt darauf und versiegele die Anordnung.

Sutam-Centuram, Verfahrenstreue und Metallverwandlung

2763. Entzünde im Valuka-Ofen ein kräftiges Feuer und erhitze das Gefäß. Nach acht Samam wird das Centuram, mein junger Schüler, wie die aufgehende Sonne sein. Mit diesem Centuram des Sutam lassen sich, heißt es, unzählige Verwandlungen vollbringen. Bewahre es sorgfältig auf; weiche weder vom vorgeschriebenen Verfahren noch von der richtigen Handhabung ab.

Anmerkung: Die Lesart für die Dauer ist beschädigt; vermutlich acht Samam.

2764. Wer nach der Ordnung arbeitet, erlangt sämtliche Siddhis; wer davon abweicht, verdirbt alles. Willst du das rettende Ufer erreichen, beachte Sutam; nur ein blinder Alchemist verwirft es. Dieses höchste Sutam ist königliche Speise. Lässt man es in dieser Welt weg, geht die Alchemie verloren. Wer die Schriften gründlich prüft und darin feststeht, gehört selbst zu den Siddhas.

2765. Ein solcher besitzt einen Namen und günstiges Geschick. Sage: Wird dies etwa jedem Menschen auf der Welt zuteil? Viele reden stolz und nichtig, bellen in der großen Welt wie Hunde und können das Kostbare nicht erkennen. Dennoch erklärt einer: Ich bin der Weise, der das andere Ufer erreicht hat! Mit solchem leeren Gerede sind auf Erden zahllose Millionen zugrunde gegangen.

2766. Nun erkläre ich dir geordnet, wie dieses Centuram zugesetzt wird. Nimm sechs Teile Silber und vier Teile Kupfer. Schmelze sie im Tiegel, gib die wirksame Grundsubstanz hinzu und blase das Feuer an. Wenn du auf der Kohlenunterlage bläst, entsteht, so die Angabe, klares, reines Gold.

2767. Das entstandene Gold besitzt einen bestimmten Feingehalt. Setze auf vier Teile einen Teil reines Gold zu; verbinde es im passenden Verhältnis mit dem als Mattam bezeichneten Metall und gieße es aus. Gib ihm im Kavi-Stein ein regelrechtes Putam: Es wird Gold. In Verehrung meines Vaters Kalanginathar habe ich dies ausführlich mitgeteilt.

Anmerkung: Die Metallbezeichnung Mattam und die genaue Fügung der Verhältnisangabe sind nicht eindeutig.

2768. Ich habe es dargelegt: Gibt man dem Kudavan einen Teil auf zehn zu, erreicht es acht Mattru. Vermenge das Centuram mit Puni-Wasser und streiche es auf die als Mattam bezeichneten Metallstücke, auf den Goldbarren. Dann erreicht der Feingehalt zehn. Beim Brechen wird es wie Cavalai erscheinen; erkenne seinen außerordentlichen Feingehalt.

Anmerkung: Kudavan, Mattam und Cavalai bleiben wegen unsicherer stofflicher Zuordnung als Quellenausdrücke stehen; auch die Bezeichnung des Wassers ist beschädigt.

2769. Willst du seine Wirkung sehen, so nennt der Text die Einnahme einer Kunri-Menge Centuram: Das Kaya-Karpa werde dadurch sehr mächtig. Welches begleitende Mittel es auch sei, wer es nach der passenden Ordnung einnehme, dessen Körper werde wie eine steinerne Säule; der grobstoffliche Leib bleibe bestehen und kenne keinen Tod. Was die Nathas nicht ausgesprochen hätten, habe Bogar Rishi der Welt hier dargelegt.

2770. Ich habe den Umgang mit Centuram erläutert, damit die Schüler gut bestehen können. Noch unermesslich vieles habe ich zusammengestellt, nachdem ich die Schriften unablässig untersucht hatte. Die Siddhas haben das Centuram namens Sutam auf vielerlei Weise besungen. Ich habe es geordnet und dieses dritte Kanda ohne Abweichung ausgesprochen.

Die Siddhas ermahnen Bogar zur Geheimhaltung

2771. Mit deutlicher Stimme habe ich sieben Kandas verkündet. Für dieses Werk über das Nichtsterben gibt es kein ebenbürtiges Buch. Alle Siddhas versammelten sich und ließen mich ehrenvoll zu sich rufen. Ich, ihr Diener, verneigte mich, gedachte des königlichen Herrn Kalangi und trat mit Hingabe und Zuneigung in ihre Versammlung.

2772. Ich ging zu den Nathas und Weisen; dort war eine ganze Schar von Rishis versammelt. Lange stand ich bei den Siddhas und gedachte immer wieder Kalangis. Viele jener Nathas, Weisen und Siddhas segneten mich. Die berggleichen Rishis blickten mich an und sprachen; ihnen galten zahllose ehrfürchtige Grüße.

2773. Höre, Bogar Muni! Durch die Kraft Kalangis hast du sämtliche Geheimnisse der Schriften ausgeschüttet; alle Künste sind öffentlich geworden. Diese kostbaren Künste behalten ihren Wert, wenn sie, wie bisher, verborgen bleiben. Streust du sie achtlos aus, wird die ganze Welt zu Siddhas werden.

2774. Deshalb veröffentliche künftig die wesentliche Grundsubstanz nicht mehr. Wir sagen dir etwas; höre aufmerksam. Die Nathas haben viele Bücher verfasst und über diese Bücher Flüche ausgesprochen. Unter denen, die den Fluch ordnungsgemäß aufhoben und das Werk vollbrachten, war einer unter Millionen; viele haben nach der angemessenen Weise gehandelt.

Anmerkung: Die letzten beiden Aussagen über die Seltenheit beziehungsweise die Vielzahl der Erfolgreichen stehen in der Vorlage unvermittelt nebeneinander.

2775. Viele Schüler kamen in großen Mengen zusammen, als sammelten sich sämtliche beweglichen und unbeweglichen Wesen des Weltalls. Freunde und junge Schüler drängten sich scharenweise heran. Sie untersuchten die Schriften und sprachen die Geheimnisse öffentlich aus. Als Ausgestoßene beschimpft, wurden sie zur Ursache von Schuld und gaben im Ungestüm ihren Stand der Askese preis.

Anmerkung: Die Vorlage verwendet hier das abwertende Wort Candalar; die Zuordnung einzelner Satzglieder bleibt unsicher.

Tiravakam und Metallguss

2776. Nimm einen Ser Kari-Vangam. Ich sage dies, damit die Schüler bestehen können. Nimm Karuma-Stein und setze ebenso viel Kenti hinzu. Bringe auch Nimalai herbei; höre weiter. Nimm das gerühmte Patikaram und füge es im gleichen Verhältnis hinzu.

2777. Füge Pashanam in gleicher Menge hinzu, zerstoße alles sorgfältig und setze Puni-Wasser zu. Gib die Stoffe in die gläserne Walai-Apparatur, lege sie in deren unteren Topf und gewinne nach dem vorgeschriebenen Verfahren das Tiravakam. Wenn du Vangam schmilzt, gieße dieses Tiravakam hinein.

2778. Beim Eingießen wird das Vangam festgebunden; es nimmt die Flüssigkeit auf und wird klar und offen. Durch das als Tänzer bezeichnete Tiravakam entweicht die Flüssigkeit vollständig aus dem Vangam. Daraus lassen sich Bildgestalten herstellen und geeignete Formen ausgießen. Gießt man es in die Formplatte, treten beständige Gestalten hervor.

Anmerkung: Die OCR trägt 2718; nach der fortlaufenden Versfolge steht hier 2778. Einige technische Ausdrücke sind unsicher. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 363 bestätigt.

2779. Höre noch ein anderes handwerkliches Verfahren, das den Schülern ihren Lebensunterhalt ermöglichen soll. Sammle Eisensand, gib ihn in den Tiegel und schmelze ihn. Wenn die Schmelze ein Auge öffnet und sich bewegt, gib das besondere Tiravakam hinzu. Das Eisen wird offen und fließt unmittelbar in die Form.

Anmerkung: Die OCR trägt 2719; nach der fortlaufenden Versfolge steht hier 2779. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 363 bestätigt.

2780. Wenn es sich sammelt und hineinfließt, wird das Eisen wie Cavalai sein. Das Eisen wird weich beziehungsweise gießbar; der Stahl wird offen und flüssig. Wie Gold öffnet es ein Auge und bewegt sich. Dieses Verfahren der Eisenverwandlung haben die Menschen des Landes Cina erkannt, weil sie geschickte Handwerker sind.

Anmerkung: Die OCR trägt 2760; nach der fortlaufenden Versfolge steht hier 2780. Cavalai bezeichnet eine nicht eindeutig bestimmbare Werkstoffeigenschaft. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 363 bestätigt.

Eine Kulikai für das Liebesspiel

2781. Höre nun von einer Kulikai: Nimm Muskatnuss, Gewürznelken und Elam, Maratti-Knospen, Kardamom und Zimtrinde, Kurosani-Omam, Pattiri und Pfeffer, Kaccur sowie das als Paccai bezeichnete Puram.

Anmerkung: Elam und Kardamom werden in der Vorlage beide genannt. Unsichere Arzneinamen bleiben ungleichgesetzt.

2782. Füge Kasturi, Safran, Rosanai, Tippuntu und Kutori in gleichen Mengen hinzu. Zerreibe sie mit jungem Kokoswasser zu einer Paste, forme Kugeln von Kichererbsengröße, trockne sie im Schatten und bewahre sie auf. Der Text verbindet ihre Einnahme mit Tambula und dem Liebesspiel nach dem Vorbild von Madana und Rati.

2783. Durch die Einnahme, behauptet der Text, werde die Geliebte stark nach dir verlangen und sich mit dir vereinigen wollen. Auch bei wiederholtem Liebesspiel vergehe das Verlangen nach der Frau nicht. Der Körper werde nicht ausgezehrt, der Samen trete nicht hervor, sondern bleibe gebunden. Nach dem Tambula solle man, o Herr, junges Kokoswasser trinken.

2784. Dadurch werde Pitta nach unten gelenkt; der als Ukaram bezeichnete Schwindel steige nicht nach oben. Im Liebesspiel gleiche man Manmatha, werde seiner nicht überdrüssig und verliere das Verlangen nach Frauen nicht. Die innere Kraft wachse ständig, der Körper ermüde nicht und werde wie eine steinerne Säule. Wer sonst würde dieses Verfahren aussprechen? Ich habe es verkündet, damit die Menschen der Welt Siddhis vollbringen können.

Anmerkung: Die Wirkungsbehauptungen gehören zur historischen Rezeptdarstellung; Ukaram ist hier nicht sicher zu deuten.

Goldglanz und Farben für Papier

2785. Höre von einer weiteren Farbe, einer Goldfarbe für Papier. Vermische den gelben Kopi-Farbstoff mit der gleichen Menge Vilam-Harz. Zeichne damit eine Gestalt wie die eines Menschen. Höre, welchen Stoff du darüber streuen sollst; führe dieses besondere Verfahren geschickt aus.

2786. Nimm je ein Palam Caram, Kenti, Sutam und weißes Vangam. Dazu kommt das Karam namens Cina-Karam. Zerkleinere alles gründlich im Reibstein, mache es zu Pulver und fülle es in eine Flasche. Verschließe sie, mein Sohn, mit einer steinernen Scheibe.

2787. Lege eine feste Dichtung an. Fülle einen flachen Topf zur Hälfte mit Sand, stelle die Flasche umgekehrt in die Mitte und schütte weiteren Sand darüber. Decke ihn mit einem Topf zu, dichte alles kräftig ab und lasse es aufmerksam in der Sonne trocknen.

Anmerkung: Die OCR trägt 2767; die fortlaufende Versfolge ergibt 2787. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 364 bestätigt.

2788. Ist es trocken, entzünde im Valuka-Gerät das Feuer und erhitze es acht Samam lang, mein Sohn. Ein Sublimat steigt auf und setzt sich ab. Nimm dieses großartige, als Gold bezeichnete Sublimat heraus. Trägst du es auf die zuvor genannte Farbe auf, entsteht ein glänzender Schein.

2789. Welche Farbe es auch sei: Zeichne zuerst sorgfältig damit und streue dann das Sublimat darüber. Beachte, wie das Harz es anzieht und festhält. Wie soll ich diesen weltgleichen Glanz beschreiben? Bei jeder Gestalt und Farbe wird das glänzende Sublimat Gold genannt; tatsächlich ist es das Spiel des weißen Vangam.

2790. Ich erkläre verschiedene Farben für kunstvoll gestaltetes Papier, damit die Schüler ihren Lebensunterhalt finden. Dazu gehören weißes Vangam, Sutam, das seltene Matal-Tuttam, Lingam, Cenkal-Paccai, Nagam und Kenti. Setze auch Caram und Mati hinzu, ferner Kantar und Peti.

Anmerkung: Mehrere Pigment- und Mineralnamen lassen sich aus der vorliegenden Lesart nicht eindeutig bestimmen.

2791. Dazu kommen Aram-Pulver, Paccai-Kopi, Taram und Cankal-Paccai. Diese Stoffe ergeben unterschiedliche Farben und zeigen eine unerschöpfliche Vielfalt von Erscheinungsformen. Alchemisten erkennen die Unterschiede der Stoffe; andere erkennen sie nicht. Sie alle bilden die Grundlage und geben den Farben Beständigkeit.

Ein Öl für Kopf- und Augenleiden

2792. Betrachte noch ein zuverlässiges Verfahren, das ich wahrheitsgemäß erkläre. Nimm je eine Nali Saft von Nellikkai, Kaiyan, Mukakkai und Gurke, dazu ein Padi Sesamöl und ein Padi Kuhmilch.

Anmerkung: Der Pflanzenname Mukakkai ist in der Vorlage unsicher.

2793. Füge ein Padi junges Kokoswasser hinzu. Höre nun die beizumischenden Arzneistoffe: Katukkai, Tanri, Civatai und Nelli, Vilamiccu, Vetiverwurzel, Sandelholz und Akil, Nannari, Korai und Paccilai. Nimm sie gemeinsam hinzu.

2794. Füge Atimaturam, Devadaram, Kaccolam und Ciram hinzu, ferner Mutti, Campirani, Kardamom und Koshtam. Dazu kommen Valampuri und Itampuri sowie Kreuzkümmel, Catamanci, Pula und die Knolle von Tannir-Mittan.

Anmerkung: Ciram und Kreuzkümmel erscheinen getrennt in der Vorlage; eine Gleichsetzung wird nicht vorausgesetzt.

2795. Vereinige alle diese Wurzeln und anderen Stoffe, von jeder Sorte ein Viertel Palam. Zerreibe sie zusammen mit Kokosmilch, mische sie in das Öl und koche es bis zur Wachskonsistenz. Preise dabei Ganapati und erhitze es nach dem Verfahren, bis es rot wird.

2796. Seihe das gekochte Öl ab und verschließe es sorgfältig in einer Flasche, mein Sohn. Der Text schreibt zweimal wöchentlich ein Ölbad damit vor und beschreibt folgende Wirkung: Nackenschmerz, Sannipata und Schwindel sollen verschwinden; auch Augenleiden und einseitiger Kopfschmerz sollen weichen.

2797. Schädelschmerz, Sannipata und Schwere des Kopfes sollen vergehen, ebenso Mantara-Kacam, Lichtscheu und Pulu-Vettu. Tränende Augen sollen aufhören und stechender Husten sich beruhigen. Bei richtiger Anwendung dieses Öls, heißt es, fliehen die Augenkrankheiten.

Anmerkung: Historische Krankheitsbezeichnungen werden ohne sichere moderne Diagnose wiedergegeben.

2798. Höre die dazugehörigen Speiseregeln: Meide Nahrungsmittel, die Karappan hervorrufen. Tagsüber darfst du nicht schlafen; für längere Zeit sollst du auf Geschlechtsverkehr verzichten. Kalte Speisen, Saures und Macuku sind zu meiden. Ich habe dies verkündet, nachdem ich mich ehrfürchtig vor den Füßen Kalanginayars verneigt hatte.

Anmerkung: Macuku ist in dieser Lesart nicht sicher zu bestimmen.

2799. Ich habe dieses Öl beschrieben; was soll ich noch sagen? Selbst das berühmte Candanadi kommt ihm nicht gleich. In den umfangreichen Schriften gibt es vieles, doch niemand hat es so angemessen ausgesprochen. Viele solcher Darstellungen finden sich in den Schriften; auch die Nathas und Weisen haben, wie meine Verse, zahllose zusammenhängende Verswerke gesungen.

2800. Es gibt zahlreiche Schriften, doch niemand spricht so wie ich. Das mächtige Bogar Siebentausend habe ich als Sapta Kandam zusammengestellt. Den Menschen des alten Landes Cina habe ich vieles auf unterschiedliche Weise erklärt. Könnte man sagen, dass es Schuld bringt, dies den Menschen eines streitsüchtigen Landes mitzuteilen?

Ein weiteres zusammengesetztes Pflanzenöl

2801. Höre noch ein handwerkliches Verfahren; ich will ein weiteres vorzügliches Öl erklären. Nimm eine Nali Saft der Cataver-Pflanze, ferner Saft von Kulamalli und eine Nali Saft von Ponmucuttai. Füge auch eine Nali des kühlenden Cenkalunir-Saftes hinzu.

Anmerkung: Die OCR trägt 2601; die Versfolge ergibt 2801. Für Kulamalli ist keine eindeutige eigene Mengenangabe erhalten. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 367 bestätigt.

2802. Füge je eine Nali Saft von Taivelai, Pavattai, Lotusblüten, Kottan, Mutiyaku und Kumari hinzu. Noch einmal wird eine Nali Taivelai-Saft genannt; dazu kommt der Saft der lieblichen Manonmani.

Anmerkung: Die Wiederholung von Taivelai steht in der Vorlage. Manonmani wird hier als Stoff- beziehungsweise Pflanzenbezeichnung verwendet, ohne sichere Identifizierung.

2803. Füge ein Padi gutes Sesamöl und ein Padi Kuhmilch hinzu. Höre nun die zu beschaffenden Arzneistoffe: Gewürznelken, Kardamom, Muskatnuss, Muskatblüte, Kurosani-Omam, Takkolam, Paranki-Rinde, Schwanzpfeffer und getrockneten Ingwer.

Zusammen mit dem getrockneten Ingwer kommen Zimtrinde, Katukkai, Tanri-Muttam, Nellikai und Pfeffer, ferner Kotiveli-Rinde, Palcuranti-Rinde, Valampuri und Itampuri, Mucuttai, Tumpai und Cempuran-Rinde hinzu.

Anmerkung: Die Vorlage enthält zwei aufeinanderfolgende Strophen mit der Nummer 2803; beide werden hier wiedergegeben.

2804. Dazu kommen Schwarzkümmel, Karpokam, Kiccili, Paccilai, Vakir-Holz, Devadari, Sandelholz und Pula, ferner [beschädigte Pflanzenbezeichnung], Tintappalai, Kurincan-Wurzel sowie die Rinden von Virali und Avarai.

Anmerkung: Die Wortfolge vor Tintappalai ist in der Vorlage beschädigt und erlaubt keine verlässliche Pflanzenbestimmung.

2805. Vereinige alle diese Rinden und Stoffe, von jeder Sorte zwei Kalancu. Nimm auch das genannte Parpam hinzu und zerreibe alles mit Kokosmilch gründlich zu einer Paste. Beachte das im Lehrbuch erklärte Verfahren und füge die Paste zur Pflanzenmischung hinzu.

Anmerkung: Das hier erwähnte Parpam wird an dieser Stelle nicht eindeutig bezeichnet.

2806. Vermische alles und verarbeite es bis zur Wachskonsistenz. Nimm es nach dem Erkalten des Feuers heraus: Wie soll ich dieses beständige Öl beschreiben? Füge das als Paccai bezeichnete Puram und ein Kalancu Campirani hinzu. Zerstoße Safran, Kasturi und klares Rosanai und gib auch sie hinein.

2807. Gib das Pulver hinein und lasse das Öl abkühlen. Höre, welche Wirkung der Text dem Ölbad zuschreibt: Niesen, Erkältung und anhaltendes Kapha sollen verschwinden, ebenso ein hartnäckiges Augenleiden und das schwere Cura-Rokam. Nässen an den Augenlidern, Schläfrigkeit und Trägheit sollen weichen.

Anmerkung: Die Bezeichnung des ersten Augenleidens und Cura-Rokam sind nicht sicher lesbar beziehungsweise diagnostisch zuzuordnen.

2808. Alle sechsundneunzig Augenleiden, Verdickungen der Lider und Ulli sollen vergehen. Ebenso sollen die achtzig Vayu-Leiden verschwinden und die Schleimstoffe nach unten geleitet werden. Schwindel, Erbrechen, Schluckauf und Aufblähung sollen abklingen; die acht Arten von Pinacam sollen weichen und beide Augen klar werden.

Anmerkung: Die Zahlen und Krankheitsgruppen entsprechen der traditionellen Einteilung des Textes.

Sutam-Butter und die Voraussetzungen des Schülers

2809. Ich erkläre noch ein Verfahren, damit die Schüler bestehen können. Nimm einen Ser des königsgleichen Sutam und zwei Ser Kantaku. Zerreibe sie zwei Samam lang mit dem Saft von Tumpai-Blüten, bis das Sutam ›getötet‹ ist.

2810. Das Sutam wird dabei seine ursprüngliche Beschaffenheit verlieren. Soll es zu reiner Butter werden, wasche es mit Kumari. Die gesammelte Butter wird wie eine Paste; sie gibt keinen Laut von sich und lässt sich mit der Hand aufnehmen. Ohne Verlust füge nach der Ordnung der Nathas einen Teil Gold auf zehn Teile hinzu.

Anmerkung: Die Lesart Kumari für das Waschmittel ist unsicher.

2811. Damit ist Hema-Rasa-Butter entstanden; ein geeigneter kurzer Weg wurde eröffnet. Ist das Sutam richtig ›getötet‹, tritt nicht die kleinste Störung auf. Nicht jeder kann dies erklären. Zahllose Millionen haben vergeblich Stoffe gebrannt und sind umhergeirrt. Wem dieser kurze Weg des Verfahrens zuteilwird, der wird ein Siddha.

Anmerkung: Die vorletzte Tamilzeile ist teilweise beschädigt; die genaue Bezeichnung der Empfänger bleibt unsicher.

2812. Auch wer als Siddha geboren ist, muss seinen Lebensunterhalt finden und die geordneten Schriften verstehen. Einer sitzt da, als wäre er ein reiner Meditierender, und redet schöne, leere Worte, ohne ihren Sinn zu kennen. Angeblich beständig im Shiva-Yoga stehend, verkündet er törichten Burschen den Veda. Er sagt: Wie der Herr werde ich eine Brahma-Schöpfung hervorbringen! Doch er ist ein Esel, dessen Geschichte auf dieser Erde endet.

Guru, Göttin und die Achtung vor verwirklichten Menschen

2813. Wenn dein Wissen gering ist, mein Sohn, so halte jenen Zustand im Herzen fest. Gehe, wie ich gesagt habe, zu den Rishis und sprich freundlich mit ihnen. Damit die Zeit nicht nutzlos verstreicht und du ein verdienstvoller Mensch auf Erden wirst, tritt diszipliniert in den achtgliedrigen Zustand ein und gedenke aufrichtig der Füße des Gurus.

2814. Wenn du so in innerer Erinnerung verharrst, kommt Vami und zeigt dir den Weg. Wenn die jungfräuliche Maheshvari vor dir steht, lass dich von ihrem Anblick nicht verwirren. Sie gewährt dir Pranayama, Alchemie und den Weg des Yoga. Halte dich ohne Abweichung an ihre Worte; zeigt sich ein Mangel, bleibe achtsam bei dem Weg, den du erkannt hast.

2815. Um darin zu bestehen, frage nach dem Herrn und nach dem Grund. Bezwinge die haltlose Selbstüberhebung. Lerne die Mantras der Durga und vertreibe den Ansturm böser Geister. Wende die aus Keimsilben bestehenden Mantras auf angemessene und geordnete Weise an. Man solle im Zeichen Krebs geboren sein; auch Jungfrau, Waage und Löwe würden berücksichtigt.

Anmerkung: Die erste Frage ist textlich unsicher. Die astrologische Voraussetzung wird als Aussage der Vorlage wiedergegeben; konkrete Mantras stehen hier nicht.

2816. Die Nathas werden es erwägen und die Berechnungen prüfen. Nach der Prüfung erklären sie den Pranava. Sie weisen auf die feinsten Geheimnisse im Sinn der Shruti, der vier Veden und der Lehrschriften hin, zeigen liebevoll den Weg der Sonnen-, Mond- und Kecara-Kulikai und offenbaren seine Geheimnisse. Sie weisen auch die Richtung Nirriti und unterrichten auf rechte Weise in der Erkenntnis.

Anmerkung: Die genaue Verknüpfung von Sonne, Mond, Kecara und Kulikai ist in der Verszeile nicht eindeutig.

2817. Sie werden lehren. Wenn du ein gerissener Mensch bist, der den Sinn erkannt hat, so gewinne ihr Vertrauen und tritt in das Netz des rechten, guten Weges ein. Diene den Großen beständig. Auch wenn sie einer niedrig geachteten Kaste angehören, betrachte sie als groß in ihrer Askese. Verehre sie wie den Herrn, der den Halbmond im Haar trägt; das wird dir zur Veredelung gereichen.

Anmerkung: Der Vers stellt die Größe der Askese ausdrücklich über die Kastenstellung. Das Wort für den gerissenen Menschen kann wörtlich auch Dieb heißen.

Hema-Rasa-Centuram und wohltätige Verwendung des Goldes

2818. Was dir noch fehlt, wird dir in dieser Welt aufgrund früherer Geburten zufallen. Damit dein Körper fest wie eine steinerne Säule wird und dauerhaft kräftig bleibt, habe ich dir liebevoll die zuvor genannte Sutam-Butter nach dem Verfahren der Nathas erläutert. Verarbeite diese Hema-Rasa-Butter nun sorgfältig zu Centuram.

Anmerkung: Die OCR trägt 2816; die fortlaufende Versfolge ergibt 2818. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 369 bestätigt.

2819. Mein junger Schüler, wenn du das Centuram des Sutam ordnungsgemäß herstellst, wer auf der Welt könnte dir gleichen? Auch du wirst auf dieser weiten Erde ein Siddha. Nimm eineinviertel Teile der Butter und drei Viertel Kenti. Zerreibe sie vier Samam mit dem als Caram bezeichneten Jaya-Wasser.

2820. Nach vier Samam Reiben lasse es in der Sonne trocknen, mein Sohn. Fülle es in die als Meru bezeichnete Flasche und erhitze es vier Samam. Wenn du nach der Ordnung der Schrift verfährst, wie soll ich das entstehende Centuram beschreiben? Bewahre das schöne Centuram sorgfältig auf und höre, wie es weiter verwendet wird.

2821. Nimm Silber und Kupfer im Verhältnis zehn zu eins, schmelze sie und füge die wirksame Grundsubstanz hinzu. Die Masse wird wie Kohle erscheinen. Lege sie in die Schale und blase das Feuer an: Man wird acht Mattru erkennen. Füge einen Teil Gold auf vier Teile hinzu, gieße es aus und gib ihm ein Putam; gereinigt erreicht es neun Mattru.

Anmerkung: Die Zuordnung von zehn zu eins zu Silber und Kupfer ist nach dem Satzbau naheliegend; eine Mengenangabe für die Grundsubstanz ist nicht klar erhalten.

2822. Bei solchem Feingehalt ist es weiches Gold für die Menschen auf Erden, das ihren Sinn bezaubert. Für Shiva-Yogis eignet es sich zum Unterhalt ihrer disziplinierten Versenkung. Reinheit der Stoffe, geregelte Übung und Nishtha sollen der höchsten Göttin gewidmet sein. Mit Erkenntnis wirkt es jederzeit verwandelnd; lerne es auf ehrenvolle Weise und verwende das Gewonnene.

Anmerkung: Die dritte und vierte Zeile sind sprachlich unsicher; die Verbindung von Stoffreinheit, religiöser Übung und Verwendung des Goldes bleibt sinngemäß wiedergegeben.

2823. Verwende es, sage ich, um Gästen und wandernden Asketen ockerfarbene Gewänder zu geben. Nimm dir vor, Frauen beständig Kleidung zu schenken. Gut ist es, mit Freude Brunnen und Teiche anzulegen, damit der Durst der Menschen in der Sonnenhitze gestillt wird. Auch die ehrbare Verheiratung junger Frauen durch Kanyadana wurde als verdienstvoll bewertet.

Anmerkung: Kanyadana bezeichnet hier die traditionelle rituelle Übergabe einer Braut bei der Eheschließung.

Ayam, Kupfer und weitere Metallverfahren

2824. Höre nun ein weiteres Verfahren. Nimm einen Ser reines Ayam, einen halben Ser Kupfer, einen halben Ser Kantaram, einen Viertelser Karam und einen Viertelser Caram. Vereinige alle Stoffe nach der Vorschrift und pulverisiere sie geschickt im Reibstein.

2825. Gib das Pulver in den als Vaccimanku bezeichneten Tiegel, lege eine Verschlussscheibe auf und dichte ihn ab. Lasse ihn in der Sonne trocknen, ohne dass Risse entstehen, und blase dann im Cara-Ofen das Feuer an. Halte den Tiegel geschlossen. Die Stoffe verbinden sich mit dem Kupfer; das Ayam wird zu Sattu und erscheint wie ein Kalankam.

Anmerkung: Tiegel- und Ofenbezeichnung sowie Kalankam sind in dieser Lesart nicht sicher technisch zu bestimmen.

2826. Wenn das Ayam zu Kalankam geworden ist, hat sich die Kupferkunst in dieser Welt bewahrheitet. Füge dem Kupfer die gleiche Menge Vangam hinzu und blase es auf der Kohlenunterlage. Die Brüchigkeit des Kupfers weicht; es wird für die Alchemie geeignet. Gib einen Teil davon auf vier Teile Silber und schmelze es.

2827. Beim Schmelzen zeigt sich ein Feingehalt von sechs Mattru. Was wird nun aus diesem Aya-Cavalai? Füge einen Teil Gold auf vier Teile hinzu und schmelze alles zusammen. Gieße es aus und gib ihm ein Putam. Es nimmt Goldfarbe an und erreicht durch die wirksamen Grundsubstanzen achteinviertel Mattru. Erkenne daran die Wahrheit des Guru-Wortes.

Alchemie als Lebensunterhalt und Herstellung eines Centuram

2828. Wenn die Armut dich überwältigt und den Körper die dreifachen Leiden treffen, wenn Verlegenheit und Bedrängnis dich heimsuchen und dir der Lebensunterhalt fehlt, erprobe diese bewährte Kunst. Durch die schöne Alchemie lassen sich die Beschwerden des häuslichen Lebens zum Stillstand bringen.

Anmerkung: Die zweite Tamilzeile ist beschädigt; die dort aufgezählten Bedrängnisse sind nicht vollständig sicher lesbar.

2829. Wenn Armut kommt, kannst du ihr Einhalt gebieten und von dieser Verwandlung leben. Durch das Centuram dieses Cavalai lässt sich, so die Aussage, in millionenfachem Umfang der Unterhalt gewinnen. Ich erkläre dir nun das Centuram-Verfahren: Nimm einen Teil Cavalai und einen Viertelteil Gold, vereinige sie sorgfältig und schmelze sie.

Anmerkung: Die erste Hälfte des Verses ist teilweise beschädigt; ›davon leben‹ folgt dem Zusammenhang des Lebensunterhalts.

2830. Gib beim Schmelzen gebundenes Kenti als halbe Grasa-Portion hinzu. Zerkleinere das Kalankam im Reibstein; höre die Worte der Nathas. Zerreibe es vier Samam mit Kaiyan-Saft, ohne nachzulassen, mein Sohn. Lasse es in der Sonne trocknen und verschließe es ordentlich in einer Flasche.

Anmerkung: Das Bezugsmaß der halben Grasa-Portion wird hier nicht eindeutig genannt.

2831. Nimm die als Kasi bezeichnete Flasche und versieh sie mit einer kräftigen Dichtung. Verschließe die Öffnung fest mit Mak-Stein und dichte sie ab, damit keine Fehler entstehen. Fülle einen flachen Topf zur Hälfte mit feinem Sand, stelle die Flasche in seine Mitte und bedecke sie mit weiterem Sand.

2832. Setze einen oberen Topf als Deckel auf, genau nach den Worten der Nathas. Irre nicht erschöpft umher und lass dich nicht verwirren. Erhitze das Ganze acht Samam im Valuka-Gerät. Höre wahrhaftig, mein rechtschaffener junger Schüler: Wie soll ich das Centuram beschreiben? Es schimmert wie der makellose Mond.

2833. Dieses Centuram gleicht der aufgehenden Sonne, einem mächtig strahlenden Licht. Das von Konganavar ausgeführte Verfahren hat sonst niemand auf Erden vollbracht. Auch ich habe nach dem Wort meines väterlichen Gurus Kalanginathar gehandelt. Dieses kostbare Centuram-Verfahren habe ich den Menschen des Landes Cina erklärt.

Anmerkung: Mondvergleich im vorherigen Vers und Sonnenvergleich hier werden beide beibehalten.

Dem Centuram zugeschriebene Karpa-Wirkungen

2834. Ich habe es den Menschen von Cinapati erklärt und dieses Verfahren mit Freude ausgeführt. Wird das beschriebene Centuram einen Mandala-Zeitraum lang eingenommen, erscheint der Körper, heißt es, wie ein Kunri-Samen. Die Gestalt wird rot und besitzt beständig außerordentlichen Glanz.

Anmerkung: Die dritte Tamilzeile ist beschädigt; der Vergleich mit Kunri sowie die Aussagen über Röte und Glanz sind erhalten.

2835. Höre weitere Wirkungen; ich will sagen, was ich selbst erkannt habe. Nach Einnahme des Centuram sollen die zwanzig Mekam-Leiden verschwinden, ebenso die sechs Arten von Nieren- beziehungsweise Harnleiden, Kapha und Ilaï. Wucherungen am männlichen Glied sowie die knotige ›Kette‹ am Hals sollen weichen.

Anmerkung: Die traditionellen Krankheitsgruppen erlauben keine eindeutige Gleichsetzung mit modernen Diagnosen; Nir bedeutet hier wörtlich Wasser beziehungsweise Harn.

2836. Mit der knotigen Kette sollen Atemnot, Husten und Vippuruti vergehen. Jugendlichkeit und Lebensdauer sollen stark zunehmen; graues Haar und Hautfalten sollen verschwinden. Wenn man das Mittel morgens einnimmt, sei anschließendes Gehen sehr gut. Die letzte Zeile spricht vom müßigen Verstreichenlassen der Zeit im Freien.

Anmerkung: Die letzte Zeile erscheint im Wortlaut zustimmend, während der folgende Vers ausdrücklich zur Überwindung der Trägheit auffordert; die Lesart ist widersprüchlich.

2837. Lege die Trägheit ab und widme dich der mühevollen Verwandlungskunst. Krankheit werde deinen Körper nicht aufsuchen, heißt es, und Timiram werde ihm niemals nahekommen. Das Mittel entfalte seine Kraft; der Körper werde sonnenhell und fest wie eine steinerne Säule. Selbst wenn eine aufgerichtete, tanzende Schlange zubeiße, steige das Gift nicht auf.

Anmerkung: Auch die Behauptung einer Wirkung gegen Schlangengift gehört zum historischen Text.

2838. Das Gift, so fährt der Text fort, steige nicht nach oben. Mein Sohn, dein Körper werde jederzeit wie ein durch Karpa gefestigter Leib erscheinen; der Vasi-Atem fließe unvermindert und beherrscht. Dieses Verfahren der großen Nathas und Weisen sei auf der weiten Erde kaum zu erlangen, auch für Verdienstvolle. Das Centuram lasse sich nicht erschöpfend beschreiben; ich, Bogar, habe es aufrichtig besungen.

Anmerkung: Die OCR trägt 2836; die fortlaufende Versfolge ergibt 2838. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 371 bestätigt.

Pflanzenpaare für eine Karpa-Zubereitung

2839. Höre liebevoll, junger Schüler, noch einen anderen Weg. Ich beschreibe Kugeln zur Einnahme für die jungen Schüler. Nimm Schwarzkümmel und guten Kreuzkümmel, Mutti, Cirramutti und Peram-Mutti, ferner Tri-Mancal und die beiden Arten von Veli.

Anmerkung: Kumaran kann Sohn, Jüngling oder junger Schüler bedeuten. Die Pflanzenliste ist teilweise unsicher lesbar.

2840. Die beiden Wurzeln sind die rote und die schwarze Wurzel. Es gibt zwei Kattiri-Arten, die gelbe und die weiße Kattiri. Nimm Karuvelan und Velvelan; auch Atti ist zweierlei: Pey-Atti und gute Atti.

2841. Nach Atti kommen zwei Tutti-Arten, Vatta-Tutti und Tatta-Tutti. Pfeffer ist zweierlei: guter Pfeffer und Schwanzpfeffer. Nimm ferner Karuncurai, Valampuri und Itampuri sowie die beiden Arten von Vep-Blättern.

Anmerkung: Die OCR trägt 2641; die fortlaufende Versfolge ergibt 2841. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 372 bestätigt.

2842. Diese sind Karuveppilai und die Vep-Blätter des Berges. Alinci ist zweierlei: die herbe Peralinci und Irankalinci. Auch Velai ist zweierlei, gute Velai und Mukka-Velai. Omam ist zweierlei: Kurosani und gutes Omam.

2843. Pirantai ist ebenfalls zweierlei: gute Pirantai und Otrai. Dazu kommen zwei Arten von Al-Blättern, Kallalai und gute Alai. Kalli ist zweierlei: Kodi-Kalli und Kompu-Kalli. Umattai ist zweierlei: Umattai und Marul-Umattai.

Anmerkung: Einzelne Namen sind in der Vorlage verkürzt oder beschädigt; sie werden nicht botanisch ergänzt.

2844. Ulli ist zweierlei: weißer Knoblauch und Irulli. Lotus ist zweierlei: Kuli-Tamarai und guter Lotus. Tippili ist zweierlei: Elefanten-Tippili und die Tippili der genannten Reihe. Auch Nilavirai ist zweierlei.

2845. Diese beiden sind die Virai aus Surat und die einheimische Virai. Curai ist zweierlei: gute Curai und Pey-Curai. Wie gesagt, gibt es zwei Konrai-Arten, gute Konrai und Mayil-Konrai. Auch Cinti ist zweierlei; füge Por-Cinti hinzu.

Anmerkung: Bei Cinti wird in diesem Vers nur eine der beiden angekündigten Arten ausdrücklich benannt.

2846. Pacalai ist zweierlei: schwarze und rote Pacalai. Kaiyan ist zweierlei: guter Kaiyan und goldener Kaiyan. Kiranti ist zweierlei: Shiva-Kiranti und Vishnu-Kiranti. Palai ist zweierlei; dazu gehört die als Pankan-Palai bezeichnete Art.

2847. Die andere Palai ist Atu-Tinta-Palai. Füge die große und die kleine Cinni hinzu, mein Sohn. Murunkai ist zweierlei: Pey-Murunkai und gute Murunkai; beide hinzuzufügen ist sehr gut. Kattalai ist ebenfalls zweierlei; dazu gehört die steinerne Talai.

Anmerkung: Die OCR trägt 2647; die fortlaufende Versfolge ergibt 2847. Mehrere Pflanzennamen sind nur annähernd lesbar. Die richtige Nummer ist im PDF auf Seite 372 bestätigt.

2848. Hinzu kommt die Cotru-Talai. Nimm schwarzen und roten Kollu, Pey-Valai und gute Valai. Karunai ist zweierlei: gute Karunai und goldene Karunai. Nelli ist zweierlei: Nelli und große Nelli. Auch Zuckerrohr ist zweierlei.

2849. Die beiden Zuckerrohre sind weißes und rotes Zuckerrohr. Vakai ist zweierlei: große und kleine Vakai. Nocci ist zweierlei: schwarze und weiße Nocci; beide hinzuzufügen ist gut. Naval ist zweierlei: schwarze und weiße Naval.

2850. Nankai ist zweierlei: die große und die kleine Art. Vila ist zweierlei: kleine und große Vila. Avarai ist zweierlei: gute Avarai und Koli-Avarai. Katukkai ist zweierlei: goldene Katukkai und gute Katukkai.

2851. Avarai ist zweierlei: goldene Avarai und gute Avarai; beide ohne Auslassung hinzuzufügen ist gut. Amanakku ist zweierlei: kleine und große Amanakku. Erkenne sie auf dieser Erde sorgfältig und füge sie hinzu.

Anmerkung: Die Schreibweise Avarai unterscheidet hier nicht sicher zwischen den ähnlich bezeichneten Pflanzen der benachbarten Verse.

2852. Füge von jeder Sorte einen Ser hinzu. Bestimme genau die jeweilige Art und ihre Zusammengehörigkeit; beachte den vorgeschriebenen Anteil, den Zustand der Pflanze und die Menge der Rinde. Vereinige sämtliche Stoffe ordentlich und zerstoße sie. Höre nun, wie sie auf geeignete Weise weiterverarbeitet werden.

Zubereitung und zugeschriebene Wirkungen der Karpa-Kugel

2854. Gib die Mischung in ein Gefäß, mein Sohn. Füge je einen Ser Datteln und Weintrauben hinzu, außerdem Berghonig und eine entsprechende Menge Kandiszucker. Stelle es so in die Sonne, dass es nicht verdirbt, und bewahre es anschließend ordnungsgemäß in einer Flasche auf.

Anmerkung: Die Nummer 2853 fehlt auch im bereitgestellten PDF, Seite 373. Ob eine Strophe fehlt oder nur falsch gezählt wurde, ist unentschieden.

2855. Das ist die Kaya-Karpa-Kugel. Damit die Nathas, Rishis und Schüler auf Erden bestehen können, habe ich dieses Verfahren für die Menschen von Cinapati ausgeführt. Nachdem die Menschen dieses wirksame Kaya-Karpa eingenommen hatten, lebten sie, so berichtet der Text, auf Erden wie Siddhas.

2856. Sie blieben unzählige Millionen Zeiträume bestehen, gleich den herrlichen Siddhas und Weisen. In Samadhi verweilend, gedachten sie im Herzen des Gurus Bogar. Sie traten in den vollkommenen Shiva-Yoga ein, hielten ihren Körper standhaft und schlossen den Vasi-Atem immer wieder ein, indem sie ihn im Inneren zurückhielten.

2857. Mit beruhigtem Atem blieb ihr so bereiteter Körper unzählige Millionen Zeiträume in Samadhi. Sonne und Mond sahen sie nicht. Sie durchliefen Cariyai, Wachheit, Tiefschlaf und Kriya und nahmen den Zustand jenseits von Turiya an; ganz verborgen unter der Erde verweilten sie.

Anmerkung: Die Vorlage verbindet Praxisstufen und Bewusstseinszustände in einer ungewöhnlichen, teilweise beschädigten Aufzählung; sie wird nicht systematisch umgeordnet.

2858. Wenn Menschen der Gegenwart diese Kaya-Karpa-Kugel einnehmen, werden sie, heißt es, unzählige Millionen Zeiträume auf der Erde leben und ein sehr hohes Alter erreichen. Doch selbst wenn sie Kaya-Karpa einnehmen, müssen sie die Täuschung überwinden. Diese Ayurveda-Lehre habe ich begründet, damit die Schüler bestehen können.

Anmerkung: Die OCR trägt 2856; die fortlaufende Versfolge ergibt 2858.

2859. Während der Einnahme des Karpa sollen Saures und Rauch gemieden werden. Bei der Einnahme werde der Vasi-Atem nach unten gerichtet. Nimmt man es einen Mandala-Zeitraum lang, sollen die sechsundneunzig Arten von schwerem Kacam und Ilai verschwinden, ebenso die achtzig Vata- und die vierzig Pitta-Leiden.

Anmerkung: Die Zuordnung der Zahl sechsundneunzig zu den beiden genannten Krankheitsbezeichnungen ist im Satzbau nicht völlig eindeutig.

2860. Die einundzwanzig Mekam-Leiden und die achtzehn Kiranti-Leiden sollen verschwinden, ebenso die achtzehn Culai- und die acht Kunmam-Leiden. Die sechs Pantu-Leiden sollen weichen; Giftschmerz solle nicht herankommen. Auch die dreizehn Sanni-Leiden sowie Würgen und Erbrechen sollen vergehen.

2861. Erbrechen, Schluckauf und Appetitlosigkeit sollen weichen, ebenso die acht Arten von Pinacam. Ein brennend heißer Körper werde kühl; Lichtscheu und schweres Atmen verschwänden. Die Krankheiten flögen wie Pfeile aus dem Leib, der leicht werde. Er bleibe friedvoll und frisch wie ein junger Trieb, zugleich beständig fest wie eine steinerne Säule.

Gnade und Voraussetzungen der Vollendung

2862. Gibt es ein anderes Gleichnis für eine steinerne Säule? Du wirst auf Erden einem Siddha gleichen. Man wird dich mächtiger Siddha, Muni und Rishi nennen; die Menschen werden bei deinem Anblick erzittern. Selbst wenn du ein unbedeutender Mensch gewesen bist, nennen sie dich einen Natha und erschauern vor dir als siegreichem Rishi. Doch dafür ist die Gnade der Mutter des Vedanta erforderlich.

2863. Du brauchst die Gnade Paraparis und den gnädigen Blick der Siddhas und Weisen auf Erden. Das aus früheren Leben Unvollendete muss erkannt werden, und das bereits Begonnene muss zur Reife kommen. Die Anlage an der Stirn muss vorhanden sein. Wenn dies alles zusammenkommt, gelingt alles, was du dir vornimmst, und auch du wirst ein Siddha.

Anmerkung: Die Ausdrücke für das Zurückgelassene und Berührte werden im Zusammenhang früherer Geburten verstanden; die ›Anlage an der Stirn‹ bleibt bildhaft und unbestimmt.

Bogar begegnet Indra

2864. Höre noch etwas, mein Sohn; höre, was ich selbst gesehen habe. Ich zog aus und sah die sieben Meere und die sieben Arten des Erscheinens. Ich sah die acht Inseln und die acht Hüter der Richtungen. Aufgebrochen war ich, nachdem ich mich vor den Guru-Füßen meines Vaters Kalanginathar verneigt hatte.

2865. Als ich mit einer angelegten Kulikai zu den Inseln reiste, sah ich Indra auf einem weißen Elefanten dahinziehen. Ich, sein Diener und noch ein junger Schüler, folgte ihm rasch. Da hielt der göttliche Herr Devendra an und fragte, wer ich sei.

2866. Als er mich fragte, zitterten meine Beine und mein ganzer Leib. Ich sagte ehrfürchtig: Ich bin ein Schüler Kalangis, und trat näher. Der weithin gerühmte Devendra blickte mich an: Junger Schüler, du Kind von geringem Alter! Weil du ohne Furcht vor mich getreten bist, soll dich ein Fluch treffen.

2867. Als er den Fluch aussprechen wollte, sagte ich: Herr, ich bin mit einer Kulikai gekommen. Ich verehre beständig die Guru-Füße meines Vaters Kalanginathar und habe seine Erlaubnis erbeten. Auch die Weisung Paraparis habe ich vernommen. Als ich, Bogar Rishi, liebevoll auszog, um die sieben Meere zu sehen, wurde mir dieser beglückende Darshan zuteil.

2868. Während ich dies dem Herrn ehrfürchtig erklärte, standen tausend Heerführer und Kinkiliyar um Indra. Unzählige Millionen geschmückter Frauen umgaben den Edlen. Dort waren die anmutigen Rambha und Melli sowie die Tänzerin Menaka.

Anmerkung: Melli kann auch ›die Zarte‹ bedeuten; die Lesart als eigener Name ist unsicher.

2869. Auch Tilottama und Urvashi waren in jener prächtigen Versammlungshalle. Zahllose Millionen Asketen übten auf dem Berg Kailasa unermessliche Askese. Viele Scharen von Rishis sah ich bei Indra versammelt. All diese außerordentlichen Wunder erkannte ich deutlich.

2870. Ich, sein Diener, wartete dort. Da erbarmte sich der göttliche Devendra meiner, des Geringen, weil ich seine Wohnstatt aufgesucht hatte. Offen zeigte mir der Herr sämtliche erstaunlichen Schauspiele und Wunder. Mit dem Segen eines strahlenden Lichtes gab er mir einen Platz an seiner linken Seite.

2871. Nachdem er mir den Platz gegeben hatte, saß ich dort auf einem Thron, der wie hundert Koti Sonnen strahlte, und erfreute mich seiner Nähe. Ich stellte Fragen und gab Antworten auf Fragen. Ich begab mich zu den Devas und erfuhr die Geheimnisse der Zwischenwelt. Mit Freude will ich diese Wunder erzählen; höre von ihrer Größe.

Amarapuri und die Stätten der Bestrafung

2872. Ich ging nach Amarapuri und erkundete seine mächtige Festung. Ihre Mauern waren aus Gold; dort standen Paläste und hohe Tortürme. In den Straßen gab es Wagen, außerdem geordnete Haine und Gärten. Lange Jasminlaubengänge waren vorhanden, und die weit ausgedehnte Festung besaß äußere Befestigungen.

2873. Dort waren Herden von Pferden und weißen Elefanten. Innerhalb der festen Burg führten viele Frauen herrliche Tänze auf. Zahlreiche kostbare Früchte gab es dort, die man Deva-Früchte nennt. Bienenschwärme sangen ihre Lieder; viele großartige Klänge waren zu hören.

2874. Auch einen Berg aus neun Edelsteinen gab es dort. Mein junger Schüler, ich sah zahllose Millionen Rishis. Selbst Meru kommt diesem Ort nicht gleich. Könnte man all seine vielen Wunder aussprechen? Dann ging ich zu den Stätten der Bestrafung; man führte mich auf die nördliche Seite. Dort gab es viele Strafen. Als ich sie sah, erschrak ich.

2875. Während ich erschrocken hinsah, kamen tausend Kinkiliyar in dichten Scharen herbeigelaufen. Tausend Boten versammelten sich, und ich sah, wie sie zitternde Menschen in die Hölle zerrten und hineinstießen. Auf diese Menschen weisend, fragte ich die dortigen Wesen ehrfürchtig: Sagt, was sie getan haben.

Anmerkung: Die Schlusszeile hat eine unsichere Sprecherzuordnung; der folgende Vers antwortet auf Bogars Frage nach den begangenen Taten.

2876. Auf meine Frage begannen die Boten, deren Sünden zu nennen: Menschen, die Verehrungszeremonien gestört oder Eigentum geraubt hatten; solche, die tierische Lebewesen planmäßig getötet hatten; und solche, die Menschen, mit denen sie Umgang beziehungsweise geschlechtliche Gemeinschaft hatten, ins Verderben und in Schande gebracht hatten.

Anmerkung: Die letzte Zeile ist mehrdeutig: Caiyokam kann Vereinigung oder Umgang bedeuten; die genaue Art des geschilderten Unrechts bleibt unsicher.

Die Vergehen der Bestraften

2877. Auch solche waren darunter, die Askese behindert und das Wohlergehen anderer geraubt hatten; die ihrem Ehemann Treue zugesichert und dann Ehebruch begangen hatten; die arglistig Erkenntnisreichen Leid zugefügt oder tugendhafte Frauen geschädigt hatten; und Menschen, die Rinder in der Sonnenhitze ohne Wasser im Freien zurückgelassen hatten.

Anmerkung: Die OCR trägt 2677; das PDF, Seite 376, bestätigt 2877.

2878. Darunter waren Menschen, die die Großen beschimpft, die Nathas der Wahrheit des Vedanta verleumdet, ihnen Unterkunft verweigert und ihnen fortwährend Leid zugefügt hatten. Auch diejenigen, die mittellosen und wandernden Menschen täglich die Almosen versagt hatten, sowie solche, die Kindern keine Milch gegeben und sie gequält hatten, wurden als Sünder bezeichnet.

2880. Die Verdienstvollen, die Recht geübt hatten, und jene, die die Wohnstatt höchster Seligkeit bereitet hatten, werden genannt. Dann beschreibt die Zeile Menschen, die in Vaikunthas Bereich orientierungslos und erschöpft daliegen. All dies sah ich; ich sah die Flammen des Feuers, eine als Vattai bezeichnete Grube und eine als Varanai bezeichnete Grube.

Anmerkung: Die Nummer 2879 fehlt auch im PDF, Seite 376. Vers 2880 verbindet verdienstvolles Handeln und Strafbilder in einem unklaren Satzgefüge; eine fehlende Verneinung oder ausgefallene Textstelle wird nicht ergänzt.

Yamas Stadt, Vaikuntha und Bogars Lebensrechnung

2881. Ich sah einen Teich voller Krokodile und Elefanten an Waldflüssen und Bächen. Unermesslich viele Stätten der Strafe, Wäldern gleich, sah ich; ich sah, wie Menschen in die Feuerhölle gestoßen wurden. Dort sah ich auch den wolkenfarbenen Achyuta und unzählige Millionen Manu-Könige. Scharen von Rishis, ein Millionenheer, umgaben den Herrn.

2882. Ich sah sämtliche Einrichtungen von Yamas Stadt, die verderblichen Höllen und alle tiefen Gruben. Ich verehrte ein Lingam mit seinem heiligen Wasser und sah zahllose asketische Weise. Auch Vaikunthas Wohnstatt und dichte Heerscharen sah ich. Ich besuchte die jenseitige Welt und kehrte zurück; durch Paraparis Gnade durfte ich sie schauen.

2883. Dort sah ich auch meine eigene Lebensrechnung: Drei Yugas sollte ich auf Erden bleiben. Ich prüfte alle Einträge sorgfältig und kehrte mit klarer Erkenntnis zurück. Gibt es einen anderen, der die Wege der sieben Welten so wie ich gesehen hat? Ich verneigte mich vor den Füßen der Mutter im vierblättrigen Lotuskreis und erkannte dies.

Anmerkung: Das Schlusswort ist beschädigt; der Lotuskreis und die Verehrung der Mutter sind erkennbar.

2884. Von dem Fluch, den Ishvari in einem früheren Yuga über Brahma ausgesprochen hatte, hatte mein väterlicher Guru Kalanginathar mir erzählt. Ich sah Brahma in Vaikuntha beim königlichen Herrn sitzen; tausend Rishis sah ich bei ihm versammelt.

Anmerkung: Die OCR trägt 2864; das PDF, Seite 377, bestätigt 2884.

2885. Noch viele Wunder sah ich, die niemand auf Erden gesehen hat. Die Millionen von Seelen lassen sich nicht zählen. Nach dem Maß der Sünden, die jeder begangen hat, bestimmt Dharmaraja sorgfältig die entsprechende Strafe. Menschen mit verwerflichen Taten treffen fortdauernd solche Strafen.

2886. Doch dort gibt es auch viele Verdienstvolle, Millionen Menschen, die lange Zeit Askese üben. Ich blieb viele Tage und betrachtete die dichten Scharen dieser Verdienstvollen. Die sechzehnfältige Verehrung lässt sich nicht erschöpfend beschreiben; selbst wenn ich sie beschriebe, würden die an ihrem Tun haftenden Schüler es nicht glauben. Ich, Bogar, war nahe dabei und sah alles deutlich.

Siddhas vor Dharmarajas Gericht

2887. Höre nun noch etwas, das ich dir freundlich und geordnet mitteile. Auch Agastya sah ich dort in Vaikuntha. Konganavar hatte in früheren Geburten auf Erden viele Sünden begangen. Man befragte ihn und unterwarf ihn nach sorgfältiger Prüfung einer Strafe.

2888. Auch Idaikkadar sah ich. Höre, was er getan hatte: Was nützten ihm seine vielen Glücksgüter, wenn er auf Erden kein Shiva-Dharma geübt hatte? Der König prüfte in einem Augenblick seine früheren Verdienste. Er zeigte ihm Zuneigung und wies ihm eine Strafe ohne große Mühsal zu.

2889. Dann sah ich Shivavakkiyar. Man befragte ihn eingehend, doch es lag nichts gegen ihn vor; keine Schuld wurde an ihm gefunden. Die Boten gaben ihm in Vaikunthas Bereich einen Platz auf einem Berg und machten ihn sogleich zum Diener des Herrn. Es wurde ihm bestimmt, beständig in Kailasa zu verweilen.

Anmerkung: Die Schlusswendung mit Ketu, Frist beziehungsweise Bestimmung, ist nicht eindeutig; die Nennung von Vaikuntha und Kailasa bleibt unverändert.

2890. Ich sah auch Brahmamuni. Höre von seinen verwerflichen Taten. Dieser Siddha hatte mit angehaltenem Atem wie ein Leichnam verharrt und eine Gebetskette auf dem Kopf getragen. Er war rasch durch viele Länder gezogen und hatte unter Mühen Reichtümer gesammelt. Er hatte die Schriften gelesen und sich dann in irreführender Weise verborgen.

Anmerkung: Der Name ist in der Vorlage beschädigt, wahrscheinlich Brahmamuni.

2891. Weil er den Sinn verborgen hatte, wurde dieser Siddha nach Vaikuntha gebracht. Weil er die wesentlichen Geheimnisse verschwiegen hatte, so hieß es, hatten sich unzählige Millionen Sünden angesammelt. Darüber begann er im Herzen nachzudenken. Nach der Ordnung jenes Bereichs vollzogen die Boten die vorgeschriebenen Strafen.

Anmerkung: Der Satzbau der ersten beiden Zeilen ist beschädigt; deutlich ist die wiederholte Anklage, Wissen verborgen zu haben.

2892. Dann sah ich Kamalamuni. Als er zur Verhandlung erschien, sah ich in meiner Nähe ein Urteil ergehen. Einige Menschen sah ich in der verderblichen Hölle. Kala zeigte Gnade und sprach das Urteil, fortan jederzeit aufrichtig Dharma zu üben. Ich sah dies selbst; erzählte ich es auf Erden, würde man es für eine Lüge halten.

2893. Die Menschen der Erde würden es Lüge nennen. Ich habe jedoch nur erzählt, was ich sah. Auch Pulippani sah ich; auf Erden hatte er viele Sünden begangen. Yama Dharmaraja erkannte seine arglistigen Taten. Ich sah, wie die Strafen vollzogen und wie er in die verderbliche Hölle gezerrt wurde.

2894. Ich sah Punnakkar; seine schlimmen Taten waren zahlreich. Schon mein väterlicher, königlicher Lehrer Kalanginathar hatte davon gesprochen. Auch ich hatte Punnakkar in Kailasa beim höchsten Herrn gesehen. Seine Sünden, sagte man, gingen in die Millionen und seien nicht zu zählen.

2895. Die Strafen, die er in Vaikuntha erlitt, konnte man kaum ansehen. Er hatte Rinder angebunden und ihnen keinen Ölkuchen gegeben; er hatte endlose Streitfälle geführt und viel Macht ausgeübt. Er hatte Zins auf Zins genommen, auf Erden viele Betrügereien begangen, sich seiner Redlichkeit gerühmt und dabei geschickt getäuscht.

Anmerkung: Die zweite Zeile enthält ein Wortspiel beziehungsweise eine unsichere Lesart mit Punnakku, Ölkuchen; die Verbindung zum Namen Punnakkar bleibt auffällig.

2896. Wegen dieser auf Erden begangenen Sünden ließ Dharmaraja ihn vor das Gericht bringen, damit die Strafen vollzogen würden. Mit meiner Kulikai trat ich näher und sah das Leid, das ihm widerfuhr. Es ist keine Lüge; doch wenn ich es der Welt erzählte, würden widerspenstige Schüler es nicht glauben.

Sattamuni und das Verschweigen der Lehre

2897. Ich sah den streitbaren Sattamuni. Höre von seiner Schuld: Den Schülern, die zu ihm kamen, hatte er Unterweisung gegeben, doch ungerechterweise die Schrift verhüllt. Obwohl er die Verse scheinbar deutlich aussprach, verbarg er die entscheidenden Grundlagen im Geheimen. Weil er unverständig so gehandelt hatte, sagte man, sei Schuld auf ihn gekommen, und bestrafte ihn.

2898. Zahllose Boten brachten Sattamuni zur Bestrafung vor den königlichen Yama Dharmaraja. Dieser ließ die an seiner Seite befindlichen Diener die Schrift prüfen. Die diensttuenden Scharen von Weisen und Rishis untersuchten das als Shruti bezeichnete Lehrwerk.

2899. Bei der Prüfung zeigte sich, wie viel Verschleierung die Schriften enthielten. Die Menschen hatten vergeblich Stoffe gebrannt und waren darüber zugrunde gegangen. Der verborgene Sinn war nur verhüllt ausgesprochen; die gegebenen Hinweise brachten die Suchenden aus dem Gleichgewicht. Durch Auslassungen und Umstellungen blieb der innere Sinn unverständlich. Der Siddha zeigte das Buch vor aller Augen und verbarg zugleich das Wesentliche.

2900. Weil dieser Siddha die Lehre verschleiert hatte, wurde das Urteil über ihn gesprochen. Ich sah, wie man mit einer Fackel seine Zunge verbrannte. Herr, beschütze und rette mich trotz des Fehlers, den ich begangen habe!, flehte er. Mit gefalteten Händen und bedecktem Mund sah ich ihn dort stehen.

2901. Wenn ich diese Dinge erzähle, werden die Schüler auf Erden sie Lüge nennen. Doch durch den Segen meines väterlichen Herrn Kalanginathar legte ich die kostbare Kulikai an, besuchte die jenseitige Welt und kehrte mit klarer Sicht zurück. Ich berührte Maheshvaris Füße, schaute jene Welt und kam wieder heim.

2902. Ich ging nach Vaikuntha und sah dort die Siddhas, die der Bestrafung unterworfen waren. Vieles habe ich gesehen, mein Sohn. Ich ersuchte darum, beständig in Vaikuntha bleiben zu dürfen; dort sah ich, Bogar, die außerordentlichen Strafen, die sie trafen.

Anmerkung: Die dritte Zeile ist beschädigt; die Bitte um Aufenthalt und die anschließende Beobachtung sind erkennbar.

Karuvurar und das Nataraja-Bild des Pandya-Königs

2903. Höre, was Bogar Muni erzählt. Als ich in Vaikuntha die Stätten der Bestrafung durchwanderte, sah ich Karuvurar. Höre, was dieser Herr getan hatte: Er hatte einem König Alchemie gelehrt und ihn dadurch Reichtümer in Millionenhöhe verlieren lassen.

2904. Weil er dies getan, einen Fluch auf sich gezogen und großes Glück zerstört hatte, wird von ihm berichtet. Nachdem er den Pandya getäuscht hatte, war er nach Tillai gegangen. Der Pandya hatte dort vor unzähligen Zeiten einen Tempel erbauen lassen. In diesem Tempel sollte ein vorzügliches Götterbild aufgestellt werden.

Anmerkung: Die zeitliche und ursächliche Verknüpfung der ersten drei Zeilen ist unstet; die Erzählung entfaltet das Geschehen erst in den folgenden Versen.

2905. Wer sollte dieses Bild herstellen? Man ließ es durch den tatkräftigen Karuvurar anfertigen. Der Pandya-König rief den glänzenden Siddha Karuvurar zu sich und sprach: Höre, weithin gerühmter Siddha! Höre, Herr, verdienstvoller Mann, der keine Unwahrheit spricht: Fertige das Götterbild aus Gold.

2906. Karuvurar hörte die Worte und sagte: Herrlicher König, welches Hindernis könnte es geben? Der Pandya erklärte: Bergesgleiches Gold von unermesslichem Feingehalt besitze ich in großer Menge. Der junge Karuvurar nahm dies an, empfing den beträchtlichen Reichtum und machte sich auf den Weg.

2907. Karuvurar nahm das Gold mit, um ein Bild Natarajas herzustellen. Er überquerte die Kaveri und begab sich zum Palast des Herrschers. Dort bereitete er die Form Natarajas vor, setzte den inneren Kern nach der Gestalt ein und modellierte darüber mit Wachs die Figur. So richtete er die Bildform her.

2908. Nach dem Modellieren der Gestalt stellte er eine Form aus Erde her. Damit die geschmolzene Substanz hineinlaufen konnte, öffnete er den vorgesehenen Zugang und goss sie ein. Dabei machte er das Gold zu Kupfer und fertigte das Götterbild. Er verwandelte das Gold in Kupfer und änderte so die Erscheinung der Gestalt.

2909. Nachdem er das Bild auf diese Weise aus Kupfer gestaltet hatte, trat er vor den Pandya-König: Ich habe ein schönes Bildnis gefertigt; gerechter Pandya, sieh es an. Mit erfülltem Herzen stellte er das angefertigte Bild vor den verdienstvollen König. Der Pandya erhob sich, um es segnend zu empfangen, und trat ihm entgegen.

2910. Als Karuvurar den Herrscher herankommen sah, ging er ihm ehrerbietig entgegen. Der Bildhauer beugte das Haupt und warf sich nieder: Herr, ich habe ein vortreffliches Bild Nateshas hergestellt. Doch der Pandya erschrak, sein Herz zog sich zusammen, und zornig betrachtete er die Statue.

2911. Als er die kupferne Statue sah, rief er: Übeltäter, du hast den Pandya betrogen! Ich habe dir Gold in die Hand gegeben, und du hast das ganze kostbare Gold unterschlagen. Ist das die Gesinnung deiner Kaste? Bildhauer, du hast eine Untat begangen! Du hast dem Gold Kupfer zugesetzt und die Mischung vor meinen Augen verborgen.

Anmerkung: Die kastengerichtete Beschimpfung gehört zur Rede des Königs in der Vorlage.

2912. Du hast das Gold verborgen und mich betrogen, mir stattdessen Kupfer in die Hand gegeben und mein Herz verwundet. Sünder, du hast einen gewaltigen Betrug begangen! Als der Beamte Karuvurar daraufhin in das bewachte Gefängnis führen sollte, antwortete Karuvurar entschieden.

Das verborgene Gold und Karuvurars Verschwinden

2913. Er blickte den Pandya an und gab ihm zur Antwort: Edler Pandya, höre weiter! Du bist gegen mich in Zorn entbrannt. Gerechter Pandya, höre: Wäre das Götterbild sichtbar aus Gold, würden Menschen und Untertanen es stehlen. Deshalb habe ich ihm die rote Farbe gegeben.

2914. Ich habe das Gold in Kupfer verwandelt, damit niemand es als Gold erkennt. Sähen die Menschen es, würden sie im selben Augenblick an Einbruch denken. Dieses Kupfer ist Gold; ich sage demütig, dass ich keinen Betrug begangen habe. Nimm unbesorgt Kupfer und prüfe diese schöne wirksame Substanz.

2915. Zur Prüfung schmilz eine größere Menge Kupfer vollständig. Bereite die Verwandlung vor und nimm nur eine senfkorngroße Menge der Substanz. Gib sie ordnungsgemäß in die Schmelze: Das ganze Kupfer wird zu Gold. O Pandya, mit dem halbmondgleichen Juwel geschmückt, es wird reines Gold von zehneinhalb Mattru sein.

2916. Der König sah das Gold dieses Feingehalts. Ohne die Größe des Siddhas zu kennen, war er zornig geworden: Wie der todbringende Yama habe ich gehandelt und befohlen, den Bildhauer zu töten! Gibt es in den vier Richtungen einen Siddha wie ihn? Zitternd eilte der König umher und beschloss, Karuvurar aufzusuchen und zu verehren.

2917. In diesem Augenblick bestrich Karuvurar in einem Nu seine Stirn mit einer Paste und stand unsichtbar da. Zornig beobachtete er den König. Der Pandya stand auf den Stufen am Wasserbecken und fragte: Wo ist der schöne Karuvurar? Die dortigen Wachen antworteten: Der vortreffliche Bildhauer ist nicht hier.

2918. Da erschrak der Pandya und ließ nach dem herrlichen jungen Mann suchen. Nach dem Befehl der königlichen Beamten durchsuchte man Hügel, Berge, Meeresküsten und Teichufer, im Süden den Potikai-Berg und ferne Länder. War der Besucher vielleicht kein gewöhnlicher Siddha, sondern der Herr des Vedanta, der Guru-Natha selbst?

2919. Als Nada ist er dem Auge unsichtbar; als die wesentliche Gestalt am Ende des Nada wird er sichtbar. War er der vollendete Guru des Bewusstseins oder der göttliche Herr von Kailasa? Was nützt es, ihn zu suchen? Nur wenn rechtes Verdienst es bewirkt, kommt die Begegnung zustande. Der Pandya wurde von Kummer ergriffen, verlor seine Fassung und sank in Verwirrung.

Anmerkung: Nada und Nadanta werden hier in einem schwer aufzulösenden Wortspiel mit Natha, Herr, verbunden.

2920. Der verwirrte Pandya saß kummervoll an seinem Ort. Er ließ Nataraja als Herrn in der Stadt Tillai einsetzen. Die Menschen der Erde sollten ihn nach der Ordnung verehren und sich vor ihm verneigen. So wurde der Tempel eingerichtet, in dem man den mächtigen Herrn beständig verehrte.

Karuvurars Urteil und die Kritik an Ramadevars Schriften

2921. Der Bildhauer hatte den Pandya in diesen Zustand versetzt. Doch weil er einsichtig gehandelt hatte, lag darin keine Sünde. Stattdessen hatte er andere Siddhas getäuscht, die Schriften entstellt und sie in verächtlicher Weise ausgegeben. Ich dachte: Weil er so Schaden angerichtet hat, ist diese Schuld über den Edlen gekommen.

2922. Ich stand beim Herrn und sah die Strafe, die den Bildhauer traf. Als Karuvurar seine Fragen vorbrachte, zitterte ich vor Furcht. Was können wir tun, wenn die Frucht der Taten uns ereilt? Wer vermag dem Schicksal zu entkommen? Wenn ich diesen Vorgang im Land erzähle, wird man ihn Lüge nennen und nicht als Wahrheit anerkennen.

Anmerkung: Die nähere Art der Strafe ist in der ersten Zeile nicht eindeutig lesbar.

2923. Betrachte nun eine weitere wahre Begebenheit: das Treiben Ramadevars auf Erden. Er hatte den Menschen falsche Schriften als wahr vermittelt. Immer wieder prüften sie diese Texte, verloren den richtigen Weg und das richtige Verfahren und litten. Zahllose Millionen brannten vergeblich Stoffe, irrten umher, mühten sich ab und starben.

2924. Unzählige suchten Ramadevars Schriften vergeblich, weil sie sie für wahr hielten. Wenn sie die Verssammlungen fänden, hofften sie, würden sie auf Erden Vollendete werden. Sie suchten die unter den Namen Rama und Yakobu angefertigten Bücher. Bei ihrer Beschäftigung damit nahm ihre Verwirrung zu, und die Schüler kamen auf Erden umherirrend ins Verderben.

2925. Der geachtete Yakobu war auf bemerkenswerte Weise ins Land Mekka gegangen. Er hatte viele Menschen aufgesucht und die entscheidenden Geheimnisse erforscht. Man bezeichnete ihn als einen, der die Tattvas überschritten hatte, und rühmte die Größe seiner Schriften. Doch andere Lehrwerke hatte er vergeblich und nichtig verfasst; sie waren nutzlos.

2926. Durch die verdrehten, unnützen Schriften gerieten die Schüler ins Verderben. Sie behaupteten, auch die noch ungesehenen Bücher gefunden zu haben, und verkündeten auf Erden Anfang und Ende. Viele starben, ohne etwas zu erkennen; dennoch suchte man weiter nach seinen Büchern. Die Wahrheit der Schrift wurde behandelt wie etwas, das ein Unverständiger zufällig gefunden hat.

Anmerkung: Die letzte Vergleichszeile ist beschädigt; der genaue Vergleich lässt sich nicht sicher wiederherstellen.

2927. Er verfasste seine Schrift so, als wäre sie wahr, sodass selbst die Edlen verwirrt und erschüttert wurden. Seine Alchemie sollte wahr erscheinen und die Schriften der Nathas falsch. Er sagte: Ich habe das Wesentliche auf gute Weise besungen; niemand auf Erden hat es so ausgesprochen. Noch unzählige Millionen fest begründeter Versfolgen habe ich ausgeschüttet.

2928. Unter den Schriften der Siddhas gab es unermesslich viele kurze und ausführliche Verfahren. Er überschritt deren Ordnung und sang alles vorwärts und rückwärts durcheinander. Man nannte viele Fehler und tadelte Yakobus Buch. So hatte er die geordnete Lehre der Siddhas und Weisen entstellt und verdorben.

2929. Viele Menschen gerieten dadurch ins Verderben und versanken in den Schriften. Wegen der von Yakobu begangenen Schuld wurde er in Vaikuntha eingehend befragt. Da ihn ein Fluch getroffen hatte, stand ihm noch eine weitere Geburt bevor. Er erlitt zahlreiche Strafen, und für seine nächste Geburt wurde ihm eine Beeinträchtigung bestimmt.

2930. All diese Vorgänge sah ich und kehrte zurück. Wenn ich sie auf Erden erzähle, werden einige niederträchtige Schüler behaupten, es seien Lügen. Selbst wenn sie es sähen, würden sie Lüge schreien und sich beständig neue Bindung durch ihre Taten schaffen. Diese zusammenhängende Ordnung wollte ich erklären; der kundige Bogar Rishi hat sie gesehen.

Sattaimuni: entstellte Verfahren und das Urteil

2931. Noch mehr von der Ordnung des Lichtes will ich erzählen, von Kailasa und Vaikuntha. Es gab den Weltweisen Shishupala; sein Schüler hieß Sattaimuni. Er griff in die Angelegenheiten des wolkenfarbenen Ravana ein und bereitete den Asketen unzählige Male Hindernisse. Darauf wurden Flüche der Rishis ausgesprochen; so schildert es die Schrift.

Anmerkung: Namen, Bezüge und Satzbau sind hier unsicher; die ungewöhnliche Verbindung von Shishupala, Sattaimuni und Ravana wird nicht berichtigt.

2932. Er griff in die Schriften ein und verdarb sie durch Fehler. Meinem väterlichen Herrn Kalangi legte er nach Belieben Verfehlungen zur Last. Er verbarg sämtliche wesentlichen Grundlagen und erklärte die Veden und Lehrschriften für falsch. Vielerlei solcher Verse gab er heraus. Das ist die Geschichte Sattamunis auf Erden.

2933. Er erklärte ausführlich, sämtliche Verssammlungen der Siddhas und Weisen seien falsch. Dann erforschte er den Sinn, erkannte die feinsten Geheimnisse und verfasste seine eigenen Bücher in unermesslicher Ausführlichkeit. Himmel und Erde könnten diese zahllosen Millionen Verse nicht fassen. Als spräche er voller Mitgefühl, trug er sie den Schülern liebevoll vor.

2934. Die Schüler hielten diese Bücher für wahr und erforschten sie lange auf Erden. Vergeblich prüften sie die Versfolgen, brannten Stoffe, irrten umher und verloren ihr Vermögen. Sie erkannten den richtigen Anteil des Mittels nicht und machten das Wahre zu etwas Falschem. Sie verkürzten ihr Leben; die törichten Schüler standen ihrer Vernunft beraubt da. Sieh diese vermeintliche Größe!

2935. Er verdarb die Lehre vom Muppu und besang sie in zahlreichen Büchern auf unterschiedliche Weise. Er nannte alle Verfahrensregeln, verkürzte aber gerade die Schritte, die das Verfahren zum Abschluss bringen. Während man die Schrift für wahr hielt und Muppu vollenden wollte, sprach Sattamuni scheinbar wahr und veränderte gezielt den Text.

2936. Durch die Veränderungen entstand große Verwirrung. Er verhüllte seine Aussagen, sodass selbst Könige getäuscht wurden. Er trug schöne Verse wie Wahrheit vor und ließ Reichtümer zugrunde gehen. Die Alchemie stellte er als wahr dar, log jedoch im Verfahren und ließ Einzelheiten aus. Weil er so die Schrift verfasste, trafen Sattai in Vaikuntha Fluch und Unheil.

2937. Weil er die Lehre verderbt hatte, traf ihn in Vaikuntha großes Leid. Dort waren ihm viele Strafen bestimmt. Er musste zu Fuß im Bereich Vaikunthas umhergehen, innerhalb der Festung des Himmelstores von Katam-Ausdehnung. Dann brachte man ihn zur Untersuchung und stellte ihn vor das Feuer.

Anmerkung: Die genaue Maßangabe beim Himmelstor ist nicht vollständig erhalten.

2938. Dort vollzog man an Sattamuni Strafen mit einer Nadel. Man führte die Nadel an seine Zunge und zeigte sie am Gaumen. Doch schwere Strafen sah ich bei ihm nicht; die verderbliche Hölle war ihm nicht bestimmt. Man ermahnte ihn angemessen und führte ihn zu einem anderen Tor.

Anmerkung: Die Beschreibung der Nadelstrafe ist sprachlich beschädigt. Die Aussage über milde Bestrafung steht neben der drastischeren Darstellung in Vers 2900.

2939. Man änderte seinen zugewiesenen Platz. Fortan sollte er in Kailasa auf einem Berg bei den Rishis und beim königlichen Yama Dharmaraja bleiben. Ihm wurde aufgetragen, Blumen für die asketischen Yoga-Riten und die Verehrung der Weisen bereitzustellen und dort beständig zu dienen.

Anmerkung: Die Verbindung von Kailasa, Yama und dem Blumendienst folgt der ungewöhnlichen Orts- und Aufgabenbeschreibung der Vorlage.

Maccamuni und Dakshinamurti vor dem Gericht

2940. Höre noch weitere Wunder, die ich erzählen will. Auch Maccamuni sah ich deutlich in Vaikuntha. Er hatte die Schriften durch verhüllende Rede entstellt und große Lehrwerke verdorben. Weil er den Menschen immer wieder Unwahres vorsang, war karmische Schuld entstanden.

2941. Er hatte die Darlegungen vieler Menschen gehört und unzählige Millionen Aussprüche der Siddhas, Weisen und Rishis vollständig niedergeschrieben. Doch weil er sie in vertauschter Reihenfolge wiedergab, brannten die Menschen auf Erden vergeblich Stoffe und irrten umher. Unzählige Millionen starben; Millionen weitere gingen auf vielerlei Weise zugrunde.

2942. Was nützte es, dass Millionen Menschen diese Schriften lasen? Er hatte viele Texte erforscht und sie so dargestellt, als seien sie wahr und enthielten keinerlei verborgene Handgriffe. Die Edlen hielten die Versfolgen für wahr; unzählbar waren jene, die dadurch zugrunde gingen. Suchend wurden sie verwirrt und erschöpft. Solche Fälle gibt es im Land sehr viele.

2943. Er wollte durch das Verfassen einer klaren Schrift Ruhm und einen Namen im Land gewinnen. Doch er schrieb kein zugängliches Werk, sondern verbarg alle Feinheiten in geheimnisvollen Ausdrücken. Den strahlenden Siddhas und Weisen warf er in seinem Buch großen Betrug vor. So verfasste er eine tadelswürdige Schrift, und Schuld fiel auf den Schüler.

2944. Man brachte Maccamuni in Vaikuntha vor den königlichen Yama Dharmaraja. In diesem Augenblick begann man, den gerühmten Weisen Macca zu befragen. Ich stand nahe dabei und hörte, wie Maccamuni antwortete.

2945. Auf die Fragen hatte er keine rechte Antwort. Man verhängte einige Strafen und sprach das Urteil: Am Tor von Yamas Stadt sollte er den Lotusteich bewachen. Für die Verehrung Shankaras sollte er dort Lotusblüten pflücken und sie zuverlässig abliefern.

2946. Höre noch ein anderes Wunder, mein Sohn; ich werde erzählen, was ich erkannt habe. Auch Dakshinamurti sah ich in Vaikuntha. Die Kinkiliyar-Boten riefen laut; es erklangen Klagen und Rufe um Schutz. Ich sah Dakshinamurti bei der feierlichen Untersuchung.

Anmerkung: Wer die einzelnen Klage- und Schutzrufe ausstößt, bleibt im Satzbau unklar.

2947. Dakshinamurti hatte vieles in seinen Versen verborgen. Die alchemistischen Verfahren, ihre Zusammenstellung und ihre geheimen Wege hatte er in vertauschter Reihenfolge erklärt. Arzneistoffe und Pashanam hatte er eigenmächtig umbenannt und ihre Namen vertauscht. Weil er dies so bestimmt ausgesprochen hatte, brannten die Menschen im Land vergeblich Stoffe und wurden blind.

2948. Sie gingen dadurch zugrunde. Wenn sie nach diesen Angaben mit den gefährlichen Pashanam-Stoffen arbeiteten und sie als Arznei verabreichten, wurde alles vollständig verdorben. Die Krankheiten nahmen ungeheuer zu; unzählige Millionen starben auf Erden. Man stellte minderwertige Mittel her, und selbst die Könige gerieten in Wahnsinn.

Schädliche Arzneien und Dakshinamurtis Urteil

2949. Dadurch nahm die Schuld immer weiter zu. Wie ließen sich die entstandenen Krankheiten beschreiben? Die Zubereitungsweisen gerieten durcheinander, die Verfahren misslangen, und die Schrift erwies sich als falsch. Durch die Heftigkeit der Pashanam-Stoffe verloren Menschen auf Erden ihr Leben. Die starken Mittel gegen Mekam machten den ganzen Leib wund und krank.

2950. Yama Dharmaraja erkannte das außergewöhnliche Tun Dakshinamurtis und beschloss, über ihn ein großes Urteil zu sprechen: Weil du die Lehre unter großem Getöse verdorben hast, trifft dich, o Verdienstvoller, eine geringe Strafe. Du sollst für die Shiva-Yogis und Rishis die Tempel- und Klosterstätte bewachen.

2951. Yama Dharmaraja bestimmte, dass der erhabene Dakshinamurti dort als Wächter bleiben und den Weisen dienen solle. Durch Paramashivas Zuneigung wurde er beständig in Vaikuntha erhalten. So sollte Dakshinamurti innerhalb der göttlichen Festung verweilen.

2952. Er blieb in Kailagiri und Vaikuntha als Diener der göttlichen Herren und verehrte sie dort. Beständig hielt sich Dakshinayan geordnet in Vaikuntha auf. Wollte ich diese Geschichte entschieden erzählen, würden die Schüler der Welt nur aufgebracht sagen: Das ist eine leere Lüge!

Romarishi und die versammelten Siddhas

2953. Höre noch von einem Darshan; ich erzähle, was ich gesehen habe. Romarishi sah ich in Vaikuntha unter Bewachung. Voller Interesse trat ich zu ihm. Dort gab es viele Fragen: Sowohl seine Sünden als auch seine Verdienste wurden geprüft und Gegenstand der Befragung.

2954. Es lagen viele Vorwürfe gegen ihn vor; die Fragen lassen sich nicht alle wiedergeben. Durch seine umfangreichen Darlegungen hatte er die ganze Welt verwirrt. Romarishi hatte seine Versfolgen in vertauschter Reihenfolge gesungen. Auch die vier Kappu-Abschnitte hatte er so durcheinander vorgetragen, dass Schaden entstand.

Anmerkung: Kappu kann Schutz- oder Einleitungsabschnitt bedeuten; die konkrete Gliederung ist hier nicht klar.

2955. Er verwendete überall verhüllende Fachsprache und verbarg in seinen Versen übermäßig viele praktische Handgriffe. Die Geheimnisse der Grundsubstanz, des Salzes und sämtliche Verfahren des Puni-Wassers hielt er verdeckt. Millionen Menschen suchten in diesen Sammlungen von Geheimbezeichnungen, ohne das Verfahren klar ausführen zu können. Sie brannten vergeblich Stoffe und gingen zugrunde; dadurch entstand Schuld auf Erden.

2956. Wegen dieser Sünde haftete Karma an ihm. Die Boten führten den erhabenen Romarishi nach Vaikuntha vor Yama Dharmaraja. Sie legten ihm die gewichtige Schrift auf den Kopf und brachten ihn so herbei. Dort in Vaikuntha wurde seine Schuld nach der Ordnung festgestellt.

2957. Seine Schuld wurde festgestellt und ihm ein langer Aufenthalt bestimmt. Viele Siddhas brachte man zum Herrn, strahlend wie hundert Koti Sonnen. In Vaikuntha war auch die göttliche Mutter zugegen. Die von der Erde hergebrachten, gerühmten Siddhas gingen in die Millionen und waren nicht zu zählen.

2958. Noch viele weitere Wunder werde ich den Menschen der Erde geordnet erzählen. Ich sah Vilada Rishi, Vyasa Muni und Suta Muni. Ich sah Guru Muni und den erhabenen Bogar Rishi. Auch die Scharen um Tirumular sah ich in der göttlichen Stadt.

Anmerkung: Der Erzähler nennt hier ausdrücklich Bogar Rishi als eine von ihm gesehene Gestalt; diese auffällige Selbstbegegnung wird nicht aufgelöst.

2959. Ich sah Shivavakkiyar und den jungen Idaikkadar. Den mächtigen Akappey-Siddha sah ich mit Hauptschmuck und verfilztem Haar. Ich sah, wie Kashinathar, der auf Tirthagiri gelebt hatte, herbeigebracht wurde. Auch Vara Rishi und den schönen Sundarar sah ich.

2960. Noch viele Siddhas sah ich im Kailasa-Gebirge, das hier Vaikuntha genannt wird. Millionen von Weltweisen und Rakshasas waren da; unzählbar waren die von der Erde Gekommenen. Ich sah Dharmaraja, den als Schwager des Wolkenfarbenen bezeichneten König, und seine jüngeren Brüder. Ich sah den Feindvernichter mit der alten Tulasi-Girlande und die liebliche Sita.

Anmerkung: Die Verwandtschaftsbezeichnung und die Verbindung von Kailasa und Vaikuntha folgen dem Wortlaut der Vorlage.

2961. Auch Ravana und Shurpanakha sah ich am Rand von Kailagiri und Vaikuntha. Die dreiundsechzig Diener des Herrn und Paravai Nacciyar sah ich ebenfalls. Eine Zeitlang erkundete ich mit Freude die Geschehnisse der Himmelswelt. Der wolkenfarbene Achyuta war dort; auch Gopalan und seine Mutter sah ich.

Die Alvars, Krishna und die Allgemeinheit des Gerichts

2962. In Vaikuntha sah ich die Scharen des dunklen Mal. Ich begab mich zur Versammlung der dienenden Alvars. Ihre verkündeten Lehrschriften enthielten, so lautet der Vorwurf, viel Täuschung und verdrehte Reihenfolgen. In diesen verstümmelten Schriften lag ein Fehler: Sie hatten Shiva geschmäht.

Anmerkung: Dies ist die sektiererische Bewertung innerhalb der Erzählung, keine unabhängige Beurteilung der Alvar-Literatur.

2963. Sie hatten Shiva geschmäht, ihm Fehler zugeschrieben und die Bücher nach Belieben verändert. In ihren Kommentaren hatten sie zahlreiche Schmähungen gegen den höchsten Herrn niedergeschrieben. Unzählige Menschen errichteten auf Erden eintausendacht Shiva-Tempel. Die hundertacht verehrten Tiruppati-Heiligtümer wurden ebenfalls erbaut; darin liege ein Geheimnis.

2964. Solche besonderen Tempelstätten sah man auf Erden in begrenzter Zahl. Paramashivas Shiva-Tempel hingegen sind, wenn man sie betrachtet, ohne Zahl und ohne Grenze. Selbst Adishesha könnte sie nicht vollständig darlegen; Zungen und Verse reichten nicht aus. Die höchsten heiligen Stätten sind zahlreich. Hört, ihr Menschen, deren irdisches Leben nicht bestehen bleibt!

2965. Weil sie Shiva geschmäht und dies in ihren gerühmten Schriften verbreitet hatten, trafen sie in Vaikuntha unzählige Strafen. Doch die Bestrafung der Alvar-Schüler blieb gering. Ich stand in ihrer Nähe und betrachtete diese Wunder.

Anmerkung: Der Vers stellt die Vielzahl der Strafen neben ihre geringe Schwere; die Formulierung der dritten Zeile ist beschädigt.

2966. Ich sah es in Vaikuntha. Wollte ich diese Wunder erzählen, würden die Menschen der ganzen Erde Lüge sagen. Lüge würden sie sagen; niemand würde es für wahr erklären. Die Geschichte Vaikunthas habe ich so deutlich erzählt, wie ich sie erkannt habe. Auch in Kailasa gibt es unzählige große Strafen.

2967. Noch weitere Wunder aus dem Bereich des himmlischen Herrn werde ich erzählen. In der Krishna-Verkörperung hatte er auf Erden mit unzähligen Frauen Liebesspiele getrieben und ihre Keuschheit verletzt. Ich sah ihn in Vaikuntha: Für den dunklen Mal waren nur geringe Strafen vorgesehen.

Anmerkung: Die moralische Anklage gegen Krishna ist eine ausdrückliche Aussage dieses Textabschnitts.

2968. Yama Dharmaraja hat in der alten Welt niemanden ganz verschont. Er hat auch geringe Strafen verhängt; niemand auf Erden ist völlig entkommen. Auch für Frauen, deren Keuschheit verletzt wurde beziehungsweise die sie verloren, galt in der Wohnstatt des Herrn diese Ordnung. Aufgrund der in früheren Existenzen begangenen Taten und Sünden vollzieht sich das Gericht Vaikunthas.

Anmerkung: Die Formulierung Karpalinta ist mehrdeutig und kann Verlust oder Verletzung der sexuellen Unversehrtheit bezeichnen; die problematische Schuldzuordnung gehört der Vorlage.

Fortbestand des Lebens und kommende Befragung

2969. Das alles ist die Täuschung des Weltalls, mein Sohn. Es gibt kaum jemanden, der es gesehen und ausgesprochen hat. Ich hatte die Schriften nach Bedarf gründlich erkannt, Kalangis Füße gepriesen und die Nadanta-Kulikai angelegt, sodass Siddhas und Weise zitterten. So ging ich, Bogar, in die Himmelsstadt; bei ihrem Anblick wurden meine Augen rot.

Anmerkung: Der Grund der geröteten Augen wird nicht genannt.

2970. Die auf Erden gestorbenen Schüler findet man dort in Vaikuntha: Könige, Gurus, prächtige Herrscher über Herrscher und sämtliche reichen Herren kann man in der goldenen Welt sehen. Unser Körper wird zu Erde; doch der Atem beziehungsweise Wind des Nadanta vergeht nicht.

2971. Alle Gestorbenen sind nicht vernichtet; man kann sie in der Wohnstatt des Vaters sehen. Das Atman vergeht niemals und ist im Bereich der Unsterblichen zu finden. Die Gestorbenen sind nicht vernichtet; zu einer bestimmten Zeit werden sie sich erheben. Für sie gibt es zu jener Zeit ein Gericht und eine Befragung.

Anmerkung: Das als Atman verstandene Wort ist in der Vorlage beschädigt; die wiederholte Aussage des Nichtvergehens ist eindeutig.

2972. Auf die Fragen muss man Antwort geben. Wer nicht antwortet, den trifft nach der Ordnung eine Strafe. Demütig muss man Yama Dharmaraja eine wahrheitsgemäße Aussage machen. Bescheiden dastehend, soll man das Rechte sprechen und sich vor seinen Füßen verneigen. Dann wird er dir Gnade erweisen, und du kannst in der Himmelsstadt leben.

Vergänglichkeit, Begehren und Grenzen der Siddhis

2973. Das Leben in dieser Welt ist ein trügerisches Leben; Tage des Lebens und Tage des Verfalls werden zu leeren Tagen. Die Menschen untersuchen demütig die Schriften und sprechen ausführlich über Erkenntnis. Sie predigen eine unreine Entsagung, kennen aber die sündhaften Taten nicht, die Verderben bringen. Erst wenn sie die Wirkungen früheren Handelns erkennen, richten sie ihr Verhalten danach, mein Edler.

2974. Die Menschen halten den Körper für das Wahre und mühen sich unzählige Male auf Erden ab. Um den Leib ruhig zu erhalten und für immer in der Welt zu bleiben, nehmen sie voller Eifer Kaya-Karpa zu sich. Auch Könige studieren mit Verlangen die Künste der überlieferten Erzählungen.

2975. Sie lernen, um die achtgliedrige Praxis zu erkennen, auf Erden die Macht des Vashya zu erlangen, Alchemie zu verstehen und Muppu vollkommen herzustellen. Einer erklärt, er kenne die feindlichen Stoffe, mit denen man Substanzen ›tötet‹, und sei ein Siddha. Ein anderer behauptet, er werde in Samadhi verweilen. So reden sie Vedanta, und alles wird vergeblich.

2976. Lass es nicht einfach dabei bewenden; höre weiter. Ich werde die ungewöhnlichen Dinge erzählen, die ich gesehen habe. Man müsse die Verlockungen erkennen; betrachte die täuschende Schrift. Was nützt es, still in Samadhi zu sitzen? Was nützt es, Millionen Yugas erlebt zu haben? Ist der Atem endgültig erloschen, bleibt nichts; Millionen Weiser und Asketen sind gestorben.

Anmerkung: Die Aussage vom Ende nach Erlöschen des Atems steht in Spannung zum wenige Verse zuvor behaupteten Fortbestand; sie wird nicht harmonisiert.

2977. So verhält es sich auch mit Millionen Yugas und mit den mächtigen Siddhas. Deshalb haben wir die sieben Welten und alle Wege der Nathas betrachtet. Auch die Siddhas verweilten geordnet in ihrer Versenkung und starben. Von den Wundern der Erde haben sie viele bemerkenswerte Dinge geordnet erzählt.

2978. Selbst Könige über Könige haben auf Erden die Schriften gründlich erkannt und ehrfürchtig in Shiva-Yoga-Nishtha verweilt, gleich den großen Asketen. Alle Siddhas nahmen süßes Amrita zu sich, banden den Vasi-Atem und lebten so im Land. Doch beim Anblick Menakas wurden sie von Verlangen ergriffen; Millionen kamen dadurch auf Erden zu Fall.

2979. Millionen Siddhas, Weise und Menschen verloren durch Verlangen nach Land, Frauen und rotem Gold ihre Festigkeit und starben. Selbst den nach Nadanta strebenden Siddhas wird der gute Weg nicht ohne Weiteres zuteil. Millionen lasen und sangen immer wieder die Bücher und blieben doch in Bedrängnis.

2980. Was nützt es, die großen Tattvas zu kennen? Was nützt es, auf der weiten Welt als Erkenntnisreicher zu gelten? Was nützt es, den rechten Weg zu kennen, und was, ihn nicht aufrichtig zu erkennen? Was nützt das Studium scharfsinniger Schriften, was ein langes Leben auf Erden? Was nützt es, einen fernen schlechten Weg zu gehen? Bis die bestimmte Zeit kommt, siehst du nichts.

Anmerkung: Der Schlusssatz ist mehrdeutig; Kala, Zeit, steht im Zusammenhang auch für die Todesgrenze.

2981. Für den, der das Leben des Weltalls aufmerksam erfasst, ist daran nichts Bleibendes. In einem Buch nach dem anderen haben Siddhas, Weise und Rishis die Lehren verdreht verfasst, sodass der Körper dennoch sterben muss. Ich werde aussprechen, was ich durch Kalanginathar erkannt habe.

2982. Wollte ich alles sagen, die Erde böte keinen Raum dafür. Die Lehrschriften über den Sinn der Shruti enthalten viel Unwahres. Nicht eine einzige Wahrheit haben sie verkündet; nutzlos haben sie die Bücher verfasst. Unter Mühen und Rastlosigkeit verbrachten Menschen die Lebenszeit ihres Körpers mit diesen Schriften und starben. Vor mir erscheint dies wie die schlimme Geschichte vom Verkauf einer Nadel in der Straße der Schmiede.

Anmerkung: Die OCR trägt 2962; nach der fortlaufenden Versfolge steht hier 2982. Der Nadelverkauf ist ein sprichwörtliches Bild für ein aussichtsloses beziehungsweise unsinniges Unternehmen.

Kalangi und Kamalamunis Samadhi

2983. Vom Körper und seiner Beständigkeit beziehungsweise Vergänglichkeit will ich erzählen, soweit ich es erkannt habe. Mein väterlicher Kalanginathar hielt den Atem an und blieb in Cina über drei Yugas von gewaltiger Dauer. Ohne ein Wort zu sprechen, lag er eine Zeitlang wie ein Leichnam in Samadhi. Den Vasi-Atem beherrschend, verweilte er so eine Weile auf Erden.

Anmerkung: Die Zeitangabe verbindet drei Yugas mit Koti, zehn Millionen; eine eindeutige rechnerische Gesamtzahl ergibt sich daraus hier nicht.

2984. Wie Kalangi sind alle herrlichen Siddhas, Weisen und Rishis, die auf Erden den Vasi-Atem beherrschten, in das goldene Land gegangen. Keiner von ihnen blieb hier; sie gelangten nach Vaikuntha. Kehren sie etwa zurück, wenn man sie kummervoll ruft? Nur wenn die Zeit ihrer Rückkehr gekommen ist, kommen sie.

2985. Ich will noch eine alte Geschichte erzählen. In Cinapati wartete ich unzählige Millionen Zeiträume bei Kamalamunis Samadhi. Ich sah seine Schüler an der Samadhi-Stätte des göttlichen Herrn. Sie saßen dort liebevoll und ehrerbietig vor dem Samadhi.

Anmerkung: Die OCR trägt 2965; nach der fortlaufenden Versfolge steht hier 2985.

2986. Ich sah die edlen Schüler und befragte sie freundlich. Die standhaften Schüler erzählten mir ausführlich. Der erste Schüler berichtete von seinem Dienst über eine in Jahren bestimmte Zeit; der zweite Schüler hatte ihm drei Jahre lang als Diener gedient.

Anmerkung: Die genaue Jahreszahl des ersten Schülers ist in der Vorlage nicht erhalten.

2987. Der dritte Schüler hatte vier Jahre lang unermüdlich gedient. Der vierte Schüler hatte ebenfalls bis zum vierten Jahr voller Freude gedient. Der fünfte Schüler hatte sechs Jahre lang aufmerksam gedient, und der sechste, mein Sohn, fünfmal zwei, also zehn Jahre.

2988. Beim siebten Schüler wird eine Dauer von drei mal fünf Jahren genannt; beim achten werden ausdrücklich fünfzehn Jahre angegeben. Die Siddhas dienten ihm, umgaben die Stätte und warteten unzählige Millionen Zeiträume. Sie bewachten den Samadhi. Höre nun Kamalamunis Worte.

Anmerkung: Die OCR trägt 2968; die Versfolge ergibt 2988. Die Zahl beim siebten Schüler ist beschädigt, wahrscheinlich drei mal fünf; fünfzehn beim achten ist deutlich.

Kamalamunis Unterweisung der acht Schüler

2989. Als der Siddha Kamalamuni in Samadhi eingehen wollte, rief er die Siddhas zu sich. Sämtliche Künste, die er genau erkannt hatte, wollte er ihnen als Unterweisung mitteilen. Er rief die Edlen herbei, um ihnen dieses Wissen zu schenken, und sprach zu ihnen.

2990. Er sagte: Hört, meine Schüler! Die gekrönten Könige der Erde haben mich beschützt. Ihr acht ausgewählten Schüler seid junge Menschen von klarem Verständnis. Hört aufmerksam von den Aufgaben und Wegen der Künste. Doch sie ließen die überlieferten großen Künste beiseite und fragten nach vergänglichen Künsten.

2991. Ein Schüler fragte nach Vashya, ein fehlgeleiteter Schüler nach Mohana. Einer fragte ausführlich nach Alchemie und bat: Unterweise mich in der bedachten Verwandlungskunst. Einer fragte nach dem Pranava und danach, wie er ausgesprochen wird. Einer verlangte nach Erkenntnis; auch nach einer guten Kulikai wurde gefragt.

2992. Man fragte nach dem Weg der Kulikai; einer erklärte nachdrücklich, er wolle eine Kulikai. Ein Schüler fragte nach Puntam und nach den Geheimnissen der gerühmten Welt. Einer fragte nach Schätzen und nach dem Geheimnis des wirksamen Öls. Ein anderer fragte nach Askese. Auf vielerlei Weise brachten sie ihre Wünsche vor.

Anmerkung: Puntam ist nicht sicher lesbar beziehungsweise zu deuten. Die Aufzählung lässt sich nicht eindeutig auf genau acht einzelne Personen verteilen.

2993. Als die Schüler nach den verschiedenen Wegen und Verfahren fragten, gab Guru Kamala vor seinem Eintritt in Samadhi jedem genau den ihm angemessenen Anteil. So versorgte er seine Schülerschar und erteilte ihr freudig Unterweisung in der Erkenntnis.

2994. Nachdem er gelehrt hatte, verweilte der Edle Millionen Yugas lang dort in Samadhi. Täglich vollzog man an seiner Samadhi-Stätte ordnungsgemäß die Verehrung. Im Umkreis von drei Katam in Cinapati verehrten die Menschen Kamalamuni mit Veda-Rezitation, Shiva-Puja und zahlreichen Opferfeiern.

Kalangis Verehrung und Abschluss des dritten Kandas

2995. Als diese Verehrung stattfand und ich nach Cinapati gelangte, ging ich entschlossen zum Samadhi, um meinen Guru, den Nadanta-Meister Kalanginathar, zu sehen. Tausend Schüler der Klosterstätte wollten den großen Guru schauen. Im Wald des äußersten Nordens hielten sich all diese Menschen bei seinem Samadhi auf.

2996. Wer besitzt seine Größe? Gibt es auf Erden jemanden außer ihm? Wem kommt solche Herrlichkeit zu? Sie gehört Kalanginathar, dem Meister des Vedanta. Um seinen Samadhi zu sehen, blieb ich eine Zeitlang dort. Die sechzehnfältigen Dienste, die man meinem Vater Kalangi erwies, lassen sich nicht beschreiben.

2997. Nicht einmal Königen über Könige wird solche Verehrung erwiesen, auch Sonne und Mond nicht. Gibt es einen Siddha wie ihn? Eine solche Samadhi-Vollendung habe ich auf Erden sonst nicht gesehen. Ohne achtlos umherzuirren, preisen sie Kalangi in geordneter Puja. Unzählige Millionen sprechen von ihm und erbitten seine Gnade.

2998. Alle Siddhas und die Vollendeten unter ihnen bringen ihm ehrerbietig ihren Gruß dar. Mit liebevoller Hingabe verehren sie seine Füße. Die Siddhas bleiben wachend bei der Samadhi-Stätte und warten demütig vor ihr.

Anmerkung: In der Vorlage stehen unter dieser Nummer nur drei Verszeilen; eine vierte wird nicht ergänzt.

2999. Durch die Gnade des vollendeten Kalangi legte ich die Kulikai an und zog aus. Ich durchwanderte die sieben Welten und sah all die sonst unsichtbaren Erscheinungen. Die Wege dieser Welten habe ich im kostbaren dritten Kanda vollständig besungen. Kalangis gedenke ich Tag für Tag in meiner Verehrung.

3000. Wenn ich seiner gedenke, gelingen alle Unternehmungen. Gibt es auf dieser weiten Erde einen Siddha wie ihn? Überall studiert man Kalangis Schrift und verehrt ihn mit geordneter Anbetung. Auch Zornige werden durch Kalangi zu Vorzüglichen; man kann auf Erden ruhmvoll leben. Die Früchte der bindenden Taten fallen ab, du wirst verdienstvoll, und die Gnade der Mutter des Vedanta ist dir gegenwärtig.

3001. Es gibt den Reichtum der Gnade, es gibt Erkenntnis, mein Sohn, und die Überlieferung des Gurus. Es gibt Besitz, Ruhm und Genuss sowie einen Platz in der goldenen Welt. Die Dunkelheit weicht, und ein sonnenheller Glanz entsteht. Es gibt die acht Arten des Glücks. Die Verwirrung vergeht; in Vaikunthas Wohnstatt bleibt man für immer lebend und preisend. Ende.

Lesefolge: Erster bis dritter Teil · Vierter bis sechster Teil · Siebter Teil

Bogar Sapta Kandam für Yoga und Meditation

Übung soll zu eigener Erfahrung führen

Das Bogar Sapta Kandam warnt in den Versen 21, 25, 27 und 101–104 vor einem Yoga, der beim Reden stehenbleibt. Für die heutige Praxis lässt sich daraus eine schlichte Frage gewinnen: Welche kleine, verlässliche Übung trägt mein Leben tatsächlich? Ein regelmäßig eingehaltenes Maß an Yoga und Meditation kann die Beschäftigung mit einer großen Schrift erden. Das ist eine heutige Anregung, keine im Werk vorgeschriebene Übungsdauer.

Sammlung und Hingabe gehören zusammen

In den Versen 30–31, 41–42 und 52–57 wird die innere Arbeit zur Puja: Der Geist pflückt eine Blüte, legt sie zu den göttlichen Füßen und bittet um Gnade. Konzentration muss deshalb nicht hart oder verkrampft sein. Als einfache, vom historischen Ritual unabhängige Betrachtung kann man ein Gefühl der Dankbarkeit oder eine gute Absicht wie eine Blüte innerlich darbringen.

Mitgefühl macht Erkenntnis glaubwürdig

Vers 126 setzt einen starken Akzent: Die Eignung zum Empfang von Wissen zeigt sich im Schutz anderer und im Mitgefühl mit allen Lebewesen. Gerade nach den schroffen Warnungen der vorangehenden Verse eröffnet diese Stelle einen positiven Maßstab. Wer sich mit Siddhis beschäftigt, kann zugleich fragen: Werde ich durch meine Praxis geduldiger, wahrhaftiger und hilfreicher?

Wissen darf mit Demut verbunden bleiben

Die Schlussverse 6991–7001 sind von bemerkenswerter Bescheidenheit geprägt. Der Verfasser bittet um wohlwollende Korrektur und vergleicht seinen Gesang mit dem Krächzen einer Krähe vor einem Papagei. Darin liegt eine Anregung zum Svadhyaya: aufmerksam lesen, das Verstandene leben und zugleich bereitbleiben, Fehler zu berichtigen. Gerade die Liebe zu einer Schrift kann sorgfältiges Prüfen einschließen.

Fünf Anregungen für das Schriftenstudium

  1. Lies einen der fett überschriebenen Versblöcke langsam. Lass anschließend eine kurze Zeit der Stille entstehen.
  2. Wähle eine verständliche Aussage aus, die dich anspricht. Halte sie von einer unsicheren Textstelle oder einer redaktionellen Erläuterung klar auseinander.
  3. Beobachte den Atem für einige ruhige Atemzüge, ohne ihn anzuhalten oder zu erzwingen. Dies ist eine einfache heutige Einstimmung, keine Rekonstruktion von Bogars Vasi-Verfahren.
  4. Verbinde die Lektüre von Vers 126 mit einer konkreten hilfreichen Handlung gegenüber einem Menschen oder einem anderen Lebewesen.
  5. Prüfe am Ende des Tages freundlich, wo sich Sammlung, Wahrhaftigkeit oder Dankbarkeit gezeigt haben. Beginne am nächsten Tag erneut.

Praxisverse und Mantraregister

Bogar Sapta Kandam 108 Verse und Mantras bietet 108 ausgewählte Strophen mit tamilischem Wortlaut, vollständiger deutscher Übersetzung und einem anschließenden Register der heiligen Laute und Rezitationsstellen. Formeltexte, bloße Mantranamen und unsichere Lesungen werden unterschieden.

Weiterführende Videos

Die folgenden allgemeinen Erläuterungen von Yoga Vidya können beim Verständnis der Begriffe helfen. Sie sind keine Kommentare zu Bogars tamilischem Werk; Unterschiede der jeweiligen Lehrsysteme bleiben bestehen.

Kundalini Yoga

Nadis und Chakras: Begriffe und Aussprache

Quellen und Hinweise zur Übersetzung

Verwendete Textgrundlage

  • Bogar 7000 / Bogar Sapta Kandam, tamilische elektronische Ausgabe, Herausgeberangabe im Vorspann: Ingenieur Sugumaran, Chennai. 913 PDF-Seiten; abschließende Versnummer 7001. Ein verlässliches bibliographisches Erscheinungsjahr ist der hier herangezogenen Titelangabe nicht zu entnehmen.
  • Tamilischer Erkennungstext derselben Werkfassung; verwendet wurde die Internet-Archive-Textfassung. Die eingebetteten Seitennavigationen gehören nicht zum Grundtext.
  • Bogar 7000 Saptha Kaandam bei Internet Archive: Digitale Ausgabe mit tamilischem Grundtext.

Textumfang, Nummerierung und verbleibende Unsicherheiten

Alle sieben Teile der vorliegenden Werkfassung sind bis Nummer 7001 fortlaufend bearbeitet. Die Ausgabe ist eine vollständige Bearbeitung des vorhandenen Umfangs mit örtlich markierten Übersetzungslücken. Ein vollständiger philologischer Vergleich mit weiteren Handschriften oder Druckausgaben wurde nicht vorgenommen.

Bereits die PDF-Vorlage überspringt die Nummern 973–978, 998–1000, 2853, 2879, 3479, 4000, 4212 und 4894–4900. Ob jeweils Text fehlt oder nur eine Fehlzählung vorliegt, bleibt offen. Die Nummern 557, 585, 2803, 3001, 3375, 3845, 4211 und 6148 sind doppelt vergeben; die zugehörigen Strophen bleiben getrennt erkennbar. Die doppelte 3001 bildet zugleich die Grenze zwischen drittem und viertem Teil. Wiederholte oder nahezu wiederholte Texte unter verschiedenen Nummern, etwa 2500/2501, 3648/3649, 4893/4901, 5411/5412 und 6100/6101, werden nicht gestrichen.

Zahlreiche OCR-Zahlfehler wurden aus der fortlaufenden Stellung und teilweise am PDF berichtigt; die jeweiligen Lesungen sind lokal vermerkt. Gezielte Sichtprüfungen bestätigen unter anderem die doppelte 4211 auf PDF-Seite 552, die Textwiederholung 6100/6101 auf Seiten 796–797 und die beiden unterschiedlichen 6148 auf Seiten 802–803. Das ist keine vollständige Kollation sämtlicher Zeichen.

Das Bogar Sapta Kandam ist in tamilischer Sprache überliefert. Die Versauswahl gibt den tamilischen Originaltext neben der deutschen Übersetzung wieder. Die vollständigen tamilischen Ausgangsdateien sind im Begleitarchiv erhalten. Die deutsche Übersetzung folgt unmittelbar dem Tamilischen, keiner englischen Zwischenübersetzung.

Besonders unsicher sind mehrere Mantrafolgen, alchemistische Stoffnamen und einzelne Beschreibungen höherer innerer Zustände. Die betroffenen Stellen sind unmittelbar im Text markiert. Lesbare Teilpassagen bleiben übersetzt; unlesbare Passagen werden nicht durch inspirierende Neudichtungen ersetzt. Begriffe wie Samadhi, Siddhi und Maya dienen der Verständlichkeit, ohne die eigenständige tamilische Ausdrucksweise überall in ein anderes System zu überführen.

Bilder, Videos und Seminarverweise

Die verwendeten Bilddateinamen und Videoeinbindungen sind auf der Yoga-Vidya-Wiki-Seite Kundalini Yoga belegt. Die Seminarfeeds wurden aus den vorhandenen Wiki-Seiten Kundalini Yoga, Chakra und Indische Schriften übernommen. Bilder und Videos sind allgemeine Begleitmedien, keine Illustrationen aus der tamilischen Quelle.

  1. ↑ Bogar 7000 / Pokarin Capta Kantam, tamilische elektronische Ausgabe, herausgegeben von dem im Vorspann als Ingenieur bezeichneten Sugumaran, Chennai. Verwendet wurden die PDF-Datei 396464785-Bogar-7000-Sapthakaandam-pdf.pdf mit 913 PDF-Seiten und der beigefügte tamilische Erkennungstext. Öffentlich zugängliche Textfassung: Bogar 7000 Saptha Kaandam, Volltext bei Internet Archive.

Siehe auch

Tamilische Texte und verwandte Themen

Lehrer und Gestalten der Überlieferung

Die folgenden Personen und Gestalten begegnen im Werk. Die Verweise erschließen ihre jeweiligen Überlieferungen; sie setzen keine historisch gesicherte Begegnung mit Bogar voraus.

  • Bogar – dem das Bogar Sapta Kandam zugeschrieben wird
  • Kalanginathar – der im Werk verehrte Lehrer Bogars
  • Pulippani – als Schüler und Empfänger der Unterweisung angesprochen
  • Agastya – auch unter dem Namen Kumbha-Muni genannt
  • Tirumular – im Schlussabschnitt mit seiner Lehrlinie erwähnt
  • Patanjali und Vyaghrapada – in der Eingangsverehrung genannt
  • Kamalamuni – unter anderem in der Anrufung des siebten Teils verehrt

Verwandte Tantra- und Yogaschriften

Die folgenden Texte eröffnen Vergleichsmöglichkeiten zu innerer Verehrung, Körperlehre, Mantra und Erkenntnis. Ihre Aufnahme bedeutet nicht, dass eine direkte Abhängigkeit von Bogars Werk nachgewiesen wäre.

Seminare

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30.10.2026 - 01.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

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06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung

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26.12.2026 - 01.01.2027 Kundalini Yoga Intensiv Praxis - Live Online

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Bogar Sapta Kandam: Erkenntnis im eigenen Leben entfalten

Das Bogar Sapta Kandam eröffnet eine vielgestaltige Welt: Atem und Bewusstsein, Mantra und Hingabe, Naturbeobachtung und die Suche nach einem verwandelten Leben begegnen einander. Mitten in dieser Fülle bleibt eine einfache Frage lebendig: Was lässt uns innerlich klarer und im Umgang mit anderen liebevoller werden? Besonders Vers 126 verbindet den Empfang von Wissen mit dem Schutz und dem Mitgefühl für alle Lebewesen.

Für das eigene Schriftenstudium darf deshalb ein einziger verständlicher Gedanke genügen, um die Lektüre fruchtbar zu machen. Lies aufmerksam, lasse Stille entstehen und prüfe, wie sich das Erkannte im Alltag bewährt. So kann das Bogar Sapta Kandam zu einem Begleiter werden, der die Freude an Yoga und Meditation vertieft und zugleich zu Demut und verantwortlichem Handeln ermutigt.

Die Reise durch das Werk geht in Teil 4–6 weiter. Für eine kürzere tägliche Lektüre bietet die Auswahl von 108 Versen einen eigenen Zugang.

Die Bogar-Sapta-Kandam-Ausgabe: Teile 1–3 und Einführung · Teile 4–6 · Teil 7 und Werkabschluss · 108 Verse und Mantraregister