Agastya

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Agastya (Sanskrit: अगस्त्य Agastya m.) Name eines Rishis, der hauptsächlich in Südindien verehrt wird; der Stern Canopus (α Carinae, der hellste Stern im Sternbild "Kiel des Schiffs"); Turibaum (Agasti).

In Südindien ist Agastya auch unter dem Namen Agasti, in Tamil auch unter dem Namen Akattiyan bekannt. Agastya wird den sieben Rishis (Saptarshi) zugerechnet. Die Rishis werden an vielen Stellen in den Veden gerühmt. Agastya ist der Verfasser der Agastya Samhita siehe: Dharma Bharathi.

Agastya, einer der 7 Haupt-Rishis

Agastya, der große Rishi Südindiens

Agastya, ( Sanskrit अगस्त्य agastya m. ) Name eines mythischen Weisen, der den Ozean austrank, damit die in ihm lebenden Dämonen getötet werden konnten; er gab Rāma magische Pfeile, Bogen und Köcher.

Agastya ist ebenso ein Name von Shiva. Die Schreibweisen Agasti und Agathiyar sind ebenfalls gebräuchlich. ‚aga‘ bedeutet ‚Berg‘ und ‚asti‘ bedeutet ‚Werfer‘. Agastya, der Muni, ist der Sohn von Urvashi, Väter hat er zwei, Mitra und Varuna, beide Vedische Götter. In der indischen Astronomie ist Agastya der Name des Sterns Canopus, der als der ‚Reiniger der Wasser‘ gesehen wird, da sein Aufgehen mit der Windstille im Indischen Ozean einhergeht. Canopus ist der Sohn von Pulastya, einem Sohn Brahmas. Agastya gilt in Tamil Nadu als derjenige, welcher viele kulturellen Errungenschaften nach Tamil Nadu gebracht hat. Agastya hat viele Wunder vollbracht - er gilt als Rishi mit vielen Siddhis.

Siddhas sind spirituelle Adepten, die die acht Siddhis bzw. die acht übernatürlichen Kräfte, beherrschen. Der Weise Agathiyar wird als der Guru aller Siddhas gesehen. Das System der Siddha Medizin wurde ihm, so weiß es die Legende, direkt von Muruga übergeben. Muruga ist die Tamilische Bezeichnung für den zweiten Sohn von Shiva und Parvati. Siddhars bzw. Siddhas sind Anhänger von Shiva. Agathiyar war der erste Siddhar. Tausende von Texten der Siddhar Literatur, Texte der Medizin eingeschlossen, stammen von seinen Schülern und anderen Siddhars, sie gelten als Verfasser dieser Literaturgattung. Agathiyar wird als der Vater der Tamilischen Literatur gesehen und verfasste die erste Tamilische Grammatik, Agathiyam genannt. Man nimmt an, dass er im 6. oder 7. Jahrhundert nach Christus gelebt hat und auf Sprache, Alchemie, Medizin und Spiritualität (Yogam und Gnanam) spezialisiert war. Auf ihn gehen 96 Bücher zurück. Allerdings sind einige Tamilische Forscher der Ansicht, dass der Agastya der Veden ein anderer Weiser ist als der Agathiyar der Tamilischen Literatur. In der Tamilischen Sprache bedeutet ‚agam‘ ‚innen‘ und ‚iyar‘ ‚gehören‘. So bedeutet im Tamilischen Kontext Agathiyar ‚Einer der nach innen gerichtet ist‘.

Darstellung von Agastya

Agastya wird als bärtiger, oft auch kleiner und untersetzter Mann mit dickem Bauch dargestellt. Agastya hält in der Linken einen Wasserkrug. Nach südindischer Überlieferung entsprang der Fluss Kaveri aus seinem Wasserkrug. Agastya wird nicht nur im Vindhygebirge und in Südindien verehrt, sondern auch außerhalb Indiens. So ist sein Kult im mittelalterlichen Sri Lanka bezeugt, vermutlich bei dem Berg Adam’s Peak.

Agastya in den Schriften

Agastya in den Veden

In den Veden wird Agastaya als einer der sieben Rishis, der Saptarishis, immer wieder erwähnt. Nach einem Mythos aus dem Rigveda entstand Agastya aus dem Samen Mitras, der diesen beim Anblick der schönen Nymphe Urvashi verlor. Dieser Same viel in einen Topf (Kumbha). Daher trägt Agastya die folgenden Beinamen, die alle "Topfgeborener" bedeuten: Kutaja, Kumbhayoni, Kumbhajanman, Ghatodbhava, Kalashayoni. Im Rigveda wird auch erzählt wie Agastya und seine Frau Lopamudra zusammen kamen.

Agastya im Ramayana

Im Epos Ramayana wird Agastya beschrieben in seiner Zeit nach der Hochzeit Shivas. Hier ist Agastya ein Einsiedler im Vindhyagebirge in Südindien. Er war der Oberste der Weisen und beschützte sie vor den Rakshasas. Rama besuchte den Agastya und bekam von Agastya wertvolle Ratschläge. Agastya gab Rama den Bogen von Vishnu. Nach der Rückkehr von Rama nach Ayodhya folgte Agastya ihm für eine Weile.

Von allen hinduistischen Texten taucht Agastya im Ramayana wahrscheinlich am häufigsten auf. Schon in der ältesten und wohl dem Original am nächsten kommenden Version des Weisen Valmiki wird er erwähnt. Er lebt dort in einem seiner Aufenthaltsorte, der Einsiedelei in den Malaya Bergen. In den Epen wird sein Hauptwohnort als eine Einsiedelei beschrieben irgendwo in der westlichen Hälfte des Indischen Ozeans, südlich der Malaya Berge, einer Inselkette die aus untergegangenen Bergen entstand. Das Gebäude der Einsiedelei dehnt sich über 80 Meilen (rd. 130 km) in Länge und Breite aus und hat die unvorstellbare Höhe von 80 Meilen. Es ist geschmückt mit unvorstellbaren Mengen an Gold, Diamanten und allen Arten von kostbaren Metallen und Steinen.

In Agastyas Ashram

Auszug aus der Übersetzung des Ramayana von Swami Sivananda, Divine Life Society, 1996.

Danach ging Rama zu Agastyas Ashram. Agastya verehrte Rama, Sita und Lakshmana. Er bot ihnen Sitze, Wasser und Nahrung an. Er schenkte Rama Vishnus himmlischen Bogen, gemacht aus purem Gold und von Vishvakarma mit Diamanten besetzt. Dazu gab er ihm den unerschöpflichen Köcher, der voller Pfeile war. Ebenso schenkte er ihm ein Schwert mit goldenem Griff, in einer mit Diamanten besetzten goldenen Scheide.

Der Heilige sagte zu Rama: "Mache dich auf, oh Rama, töte mit diesen Waffen die Horde der Dämonen, die zu einer großen Plage für die Erde geworden sind; erfülle damit den Zweck, für den du durch Mayas Macht eine menschliche Form angenommen hast. Mögest du glücklich sein! Sita kam in den Wald, aus tiefer Liebe zu Dir. Sorge für ihren Komfort. Andere Frauen hängen an ihren Männern nur solange, wie diese reich sind und verlassen sie dann in den Zeiten der Not. Solche Frauen sind unstet wie eine Flamme und scharf wie die Waffen. Kommen schlechten Zeiten, sind sie schneller weg, als Vögel oder Worte. So deine Gemahlin hast du nicht, oh Rama, sie ist frei von all diesen Fehlern. Sie ist ein Vorbild für alle tugendhaften Frauen. Sie ist wie Arundhati. Bitte ruht euch in meinem Ashram aus, solange ihr wollt. Der Ashram wird gereinigt durch eure Gegenwart."

Rama sagte zu Agastya: "Bitte, sag mir einen Ort, wo ich glücklich leben kann." Agastya antwortete: "Es gibt in zwei Tagesreisen Entfernung einen wunderschönen Ort, Namens Panchavati, an den Ufern des Gautami Flusses. Dort gibt es Früchte und Wurzeln in Übermaß. Errichte dort eine Hütte, und lebe glücklich! Vollende die Arbeit Gottes."

Rama nahm ehrerbietig Abschied von dem Weisen und zog dann des Weges, den ihm der Rishi gezeigt hatte. Unterwegs traf er auf einen großen Geier, den er erst für einen Rakshasa hielt. Er fragte ihn: "Wer bist du?" Der Vogel antwortete: "Ich bin ein Freund deines Vaters. Mein Name ist Jatayu, mein Vater ist Aruna, und Suveni ist meine Mutter. Ich habe noch einen älteren Bruder, Sampati. Ich werde dir Freund und Gefährte während deines Waldlebens sein. Ich werde Sita beschützen, während du mit Lakshmana auf Nahrungssuche gehst."

Rama kam mit den Seinen am lieblichen Ort, Panchavati an. Er wies Lakshmana an, eine Hütte zu bauen. Lakshmana, hatte im Nu aus Blättern und Bambusstöcken eine hübsche Hütte errichtet. Rama lebte dort glücklich.

Geschichten über Agastya

Agastya, die Vögel und das Meer

Agastya meditierte für eine Weile in der Nähe eines Meeres. Dabei sah er, wie ein Vogelpaar trauerte um ihr Nest mit den Eiern, das in einer Springflut vom Ozean weggeschwämmt worden war. Voller Mitgefühl sprach Agastya ein paar Mantras und fing an, das ganze Wasser des Ozeans zu verschlingen, um so das Nest wieder sichtbar zu machen. Der Ozeangott brachte das Nest dem Agastya mit den Eiern. Und Agastya spuckte das Wasser des Ozeans wieder aus. Seitdem gilt alles Wasser des Ozeans als heilig. Denn es ist von dem großen Weisen Agastya geheiligt und gereinigt worden.

Agastya trinkt das Wasser des Ozeans, um ein Vogelnest zu retten.

Agastya und Shivas Hochzeit

Als Parvati und Shiva auf den Bergen des Himalayas heirateten, wollten alle Rishis, Devas und Könige dabei sein. So drohte ein Ungleichgewicht der Energien. Shiva bat Agastya, im Süden zu bleiben, damit die Welt ihr Gleichgewicht behalten würde. Agastya blieb in Südindien - und sorgte so dafür, dass alles im Lot blieb. Es heißt, dass Agastya noch heute in den Bergen Südindiens zu erfahren ist - immer wieder berichten Menschen von einer Vision Agastyas bzw. von der Erfahrung seiner Präsenz.

Agastya und Lopamudra

Agastya war gezwungen zu heiraten und einen Sohn zu zeugen, um seine Pflicht gegenüber den Manus zu erfüllen. Einst, als er darüber nachdachte, wie er das lösen könne, gelang Agastya etwas Ungewöhnliches: Durch seine yogisch Kraft erschuf er ein weibliches Kind, das all die vorzüglichen Eigenschaften hinsichtlich Charakter und Persönlichkeit hatte, die für die Gattin eines Entsagten grundlegend sind.

Zu dieser Zeit lebte der tugendhafte König von Vidarbha (eine Gegend im südlichen Zentralindien, südlich der Vindhya Berge). Er war kinderlos. Um ein Kind zu erbitten, unterzog er sich der Buße und brachte den Göttern seine Gebete dar. Agastya kam diese Notlage des Königs zu Ohren und er wandelte das von ihm erschaffene Kind, so dass es als Tochter des Königs von Vidarbha geboren werden konnte. Als das Kind geboren war, erhielt es von seinen Eltern den Namen ‚Lopamudra‘.

Als sie das heiratsfähige Alter erreicht hatte, sprach Agastya bei dem König vor und hielt um ihre Hand an. Zuerst war der König verärgert über dieses Ansinnen eines Entsagten. Doch er bemerkte, dass seine Tochter, die bereits in Geist und Charakter einen außergewöhnlichen Entwicklungsstand erreichte hatte, darauf bestand den Antrag anzunehmen.

Sie bestand darauf, den Palast ihres Vaters zu verlassen, zu entsagen und mit Agastya in dessen Einsiedelei im Wald zu leben. So wurden Lopamudra und Agastya ordnungsgemäß getraut und lebten ein außergewöhnlich glückliches und zufriedenes Leben. Man glaubt, dass sie zwei Söhne hatten, Bringi und Achutha. Im Mahabharata (Vana Parva: Tirtha Yatra Parva), wird seine Buße am Gangadwara (Haridwar, Uttarakhand, Indien) erwähnt, die er mit Unterstützung seiner Gattin, Lopamudra, der Prinzessin von Vidarbha, vollzog. Lopamudra erreichte den Rang einer Mahapativrata (tugendhafte, hochstehende Frau) aufgrund ihre Hingabe an ihren Gatten und die Verehrung ihres Gatten Agastya. Sie blieb zusammen mit anderen Pativratas wie z. B. Mandodari (Ravanas Gattin).

Legenden über Agastya

Der Weise Agastya wird von einigen Traditionen als Vater der traditionellen indischen Medizin angesehen. Es wird angenommen, dass er in seinem Buch Krankheiten sowie Verfahren zur Herstellung der geeigneten Medizin beschrieb. Folgende Krankheiten finden sich in seinem Werk: Alle Formen von Fieber, Krebs, Behandlung von Impotenz, Unterleibsbeschwerden, Gehirn-, Augen- und Knochenproblemen und weitere. Es wird gesagt, dass seine Medizin schnell wirkte und keine Nebenwirkungen verursachte.

Eine der vielen Legenden die mit ihm in Verbindung gebracht werden, ist jene vom Vindhya Gebirge, die als Geschichte in der Shri Rama Charitra Manasa erzählt wird: Eines Tages begann das Vindhya Gebirge unaufhörlich zu wachsen. Grund war die Verspottung durch den Weisen Narada. Um die Eitelkeit der Berge zu dämpfen fuhr der Weise Agastya mit seiner Familie nach Südindien. Als das Gebirge Agastya sah, verneigte es sich voll Respekt und Ehrerbietung. Daraufhin fragte Agastya im Scherz, ob es in der Verneigung verharren wolle, bis er zurückkam. Das Vindhya Gebirge war wohlwollend und versprach, nicht mehr nach oben zu kommen bis die Reisenden aus dem Süden zurückkämen. Nachdem sie vorüber waren, sprach Agastya zu seiner Gattin, dass sie nicht wieder über das Vindhya Gebirge zurück in den Norden reisen würden.

Weiterhin findet sich Agastya im 10. Buch der Mahabharata in Sauptikaparva, Sektion 12, als der Weise der Drona, die beste aller Waffen, Brahmastra, übergab. Sie wurde sowohl von Arjuna als auch von Ashvatthama am Ende des Krieges eingesetzt.

Verehrung Agastyas in Südindien

Bei den Draviden (Ureinwohner Südinidiens) gilt Agastya als Kulturbringer. Er lernte von Shiva die Tamil-Sprache und lehrte sie dann seinen Schüler Tolkappiyar. Dieser Tolkappiyar verfasste dann die älteste bekannte Grammatik des Tamil. Agastya soll von Dvaraka oder einem anderen Ort ins Vindhyagebirge gezogen sein. Hier genießt Agastya auch heute noch besondere Verehrung. Von dort zog er weiter nach Südindien und ließ sich auf dem Berg Agastya Malai in Kerala nieder.

Agastya als spiritueller Name

Agastya, Sanskrit अगस्त्य agastya m, ist ein Spiritueller Name und bedeutet Name eines Rishi, wird hauptsächlich in Südindien und auch unter dem Namen Agasti verehrt, gilt als einer der Begründer des Ayurveda. Viele Legenden werden über ihn erzählt, z.B. soll er den Ozean ausgetrunken haben, um die Welt vor den darin wohnenden Dämonen zu retten, oder das Vindhya-Gebirge davon abgebracht haben, weiter in den Himmel zu wachse. Agastya kann Aspiranten gegeben werden mit Soham Mantra, Tryambakam Mantra.

Agastya wird ganz besonders verehrt in Südindien, insbesondere in Tamil Nadu. Agastya ist ein wichtiger Rishi in den Veden, im Ramayana und in anderen Schriften. Ramayana gilt als der Begründer des Systems der Siddhas. Agastya gilt oft als ein Verehrer von Shiva. Agastya gilt als mystischer Heiliger, der Menschen heute noch erscheint.

Es gibt einen berühmten Berg, der nennt sich Agastya Kutta, der Berg des Agastya. Bis heute gibt es Menschen, die dort meditieren und sagen sie haben Agastya erfahren. Wenn du Agastya heißt, bist du ein Kanal für den göttlichen Willen und möchtest bescheiden bleiben.

Siehe auch

Literatur

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