Tirukkural
Tirukkural (Tamil: திருக்குறள், wissenschaftliche Umschrift: Tirukkuṟaḷ), auch Thirukkural, Tirukural oder kurz Kural, ist ein Klassiker der tamilischen Weisheitsdichtung über Ethik, verantwortliches Handeln und Liebe. Das dem Dichter Tiruvalluvar zugeschriebene Werk umfasst 1.330 Doppelverse in 133 Kapiteln. Seine drei Bücher behandeln Tugend und gute Lebensführung, Gesellschaft und Wohlstand sowie die Freude und Verletzlichkeit der Liebenden.[1]

Der Tirukkural führt die Suche nach Weisheit mitten in den Alltag: in ein freundliches Wort, ein geteiltes Essen, einen besonnenen Entschluss und die Geduld mit einem anderen Menschen. Er würdigt Mitgefühl und Wahrheit, fordert Selbstbeherrschung und fragt nach der Freiheit von Begierde. Seine knappen Verse laden dazu ein, das eigene Herz zu prüfen und Einsicht im Handeln reifen zu lassen. Schon ein einziger aufmerksam gelesener Vers kann den Blick auf das tägliche Leben verändern.
Diese Leseausgabe enthält den vollständigen Tirukkural auf Deutsch, danach die römische Transliteration und den tamilischen Originaltext. In allen drei Fassungen reicht die Verszählung von 1 bis 1330. Über die Verweise an jedem Kapitel lässt sich zwischen den Fassungen wechseln.
| Buch | Tamilischer Name | Inhalt | Kapitel und Verse |
|---|---|---|---|
| I | Aṟattuppāl | Tugend und gute Lebensführung | Kapitel 1–38, Verse 1–380 |
| II | Poruṭpāl | Gesellschaft, Verantwortung und Wohlstand | Kapitel 39–108, Verse 381–1080 |
| III | Kāmattuppāl, auch Iṉpattuppāl | Liebe, Vereinigung und Trennung | Kapitel 109–133, Verse 1081–1330 |
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Zur Übersetzung: Die deutsche Fassung ist eine eigene Leseübertragung in Prosa. Als durchgehende Verständnishilfe dient die historische englische Ausgabe von Pope, Drew, Lazarus und Ellis; ausgewählte schwierige Stellen wurden am Tamilischen geprüft. Textgrundlage und Übersetzungshinweise legen Quellen, Korrekturen und mehrdeutige Lesarten offen. Anregungen zur vertiefenden Beschäftigung bieten auch Yoga und Meditation.
Tirukkural: vollständige deutsche Übersetzung
Kapitelübersicht des Tirukkural – alle 133 Kapitel
Buch I – Tugend und gute Lebensführung
- 1. Lob des Göttlichen
- 2. Die Bedeutung des Regens
- 3. Die Größe der Entsagenden
- 4. Die Kraft der Tugend
- 5. Das Leben im Hausstand
- 6. Die gute Lebensgefährtin
- 7. Der Segen der Kinder
- 8. Liebe besitzen
- 9. Gastfreundschaft
- 10. Freundliche Worte
- 11. Dankbarkeit
- 12. Unparteilichkeit
- 13. Selbstbeherrschung
- 14. Gute Lebensführung
- 15. Die Frau eines anderen nicht begehren
- 16. Geduld
- 17. Freiheit von Neid
- 18. Fremdes Gut nicht begehren
- 19. Nicht hinterrücks schlecht reden
- 20. Keine nutzlosen Worte sprechen
- 21. Scheu vor bösen Taten
- 22. Verantwortliche Hilfsbereitschaft
- 23. Freigebigkeit
- 24. Guter Ruf
- 25. Erbarmen
- 26. Auf Fleisch verzichten
- 27. Askese
- 28. Heuchelei vermeiden
- 29. Nicht stehlen
- 30. Wahrhaftigkeit
- 31. Zorn vermeiden
- 32. Kein Leid zufügen
- 33. Nicht töten
- 34. Vergänglichkeit
- 35. Entsagung
- 36. Das Wirkliche erkennen
- 37. Begehren abschneiden
- 38. Das Geschick
Buch II – Gesellschaft, Verantwortung und Wohlstand
- 39. Die Würde des Herrschers
- 40. Bildung
- 41. Unbildung
- 42. Zuhören und Lernen
- 43. Einsicht
- 44. Fehler beseitigen
- 45. Die Großen als Helfer gewinnen
- 46. Schlechte Gesellschaft meiden
- 47. Überlegt handeln
- 48. Die eigenen Kräfte kennen
- 49. Die rechte Zeit kennen
- 50. Den passenden Ort kennen
- 51. Menschen prüfen und ihnen vertrauen
- 52. Aufgaben angemessen übertragen
- 53. Verbundenheit mit den Angehörigen
- 54. Nicht nachlässig sein
- 55. Gerechte Herrschaft
- 56. Tyrannische Herrschaft
- 57. Keine Angstherrschaft ausüben
- 58. Der gütige Blick
- 59. Kundschafter einsetzen
- 60. Tatkraft
- 61. Trägheit überwinden
- 62. Beharrliche Anstrengung
- 63. In der Not nicht verzagen
- 64. Der Minister
- 65. Die Kraft der Rede
- 66. Reinheit des Handelns
- 67. Festigkeit im Handeln
- 68. Das angemessene Vorgehen
- 69. Der Gesandte
- 70. Der Umgang mit Herrschern
- 71. Unausgesprochene Zeichen verstehen
- 72. Die Versammlung kennen
- 73. Vor der Versammlung furchtlos sein
- 74. Das Land
- 75. Die Festung
- 76. Wohlstand erwerben
- 77. Die Stärke des Heeres
- 78. Der Stolz der Krieger
- 79. Freundschaft
- 80. Freundschaften prüfen
- 81. Alte Vertrautheit
- 82. Schädliche Freundschaft
- 83. Falsche Freundschaft
- 84. Torheit
- 85. Beschränkte Einsicht
- 86. Feindseligkeit
- 87. Die Stärke von Gegnern
- 88. Feindschaft richtig einschätzen
- 89. Innere Feindschaft
- 90. Die Großen nicht verletzen
- 91. Abhängigkeit von der Ehefrau
- 92. Käufliche Liebe
- 93. Auf Rauschtrank verzichten
- 94. Glücksspiel
- 95. Heilkunst
- 96. Edle Herkunft
- 97. Ehre
- 98. Wahre Größe
- 99. Vollkommenheit des Charakters
- 100. Menschliche Umgangskultur
- 101. Reichtum ohne Wohltat
- 102. Sittliches Schamgefühl
- 103. Die eigene Familie fördern
- 104. Ackerbau
- 105. Armut
- 106. Bitten und Empfangen
- 107. Scheu vor dem Betteln
- 108. Niedrigkeit
Buch III – Liebe, Vereinigung und Trennung
- 109. Von ihrer Schönheit überwältigt
- 110. Die Zeichen der Liebe verstehen
- 111. Freude an der Vereinigung
- 112. Die Schönheit der Geliebten preisen
- 113. Die Größe der Liebe aussprechen
- 114. Die Scham ablegen
- 115. Das Gerede über die Liebe
- 116. Die Trennung nicht ertragen können
- 117. In Sehnsucht vergehen
- 118. Die klagenden Augen
- 119. Das Leid der Blässe
- 120. Die wachsende Qual einsamer Liebe
- 121. Klage in der Erinnerung
- 122. Von Träumen erzählen
- 123. Klage beim Anblick des Abends
- 124. Der Verlust körperlicher Schönheit
- 125. Gespräch mit dem eigenen Herzen
- 126. Der Verlust der Selbstbeherrschung
- 127. Sehnsucht nach dem Geliebten
- 128. Die Liebe durch Zeichen mitteilen
- 129. Verlangen nach der Vereinigung
- 130. Streit mit dem eigenen Herzen
- 131. Liebesstreit
- 132. Die Feinheiten des Liebesstreits
- 133. Die Freude an der Versöhnung
Buch I – Tugend und gute Lebensführung – Aṟattuppāl
1. Lob des Göttlichen (Verse 1–10)
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1. Wie A am Anfang aller Buchstaben steht, so steht der ursprüngliche Erhabene am Anfang der Welt. Erläuterung
2. Was nützt alles Lernen, wenn man sich nicht vor den guten Füßen dessen neigt, der reine Erkenntnis ist?
3. Wer die edlen Füße dessen erreicht, der über die Blüte schritt, wird auf Erden lange leben. Erläuterung
4. Wer zu den Füßen dessen Zuflucht nimmt, der weder begehrt noch ablehnt, kennt niemals Leid.
5. Die beiden aus Unwissenheit entstehenden Arten des Handelns haften nicht an denen, die Gottes wahrhaftigen Ruhm lieben. Erläuterung
6. Lange leben jene, die dem untadeligen Weg dessen folgen, der die fünf Sinnesbegierden überwunden hat.
7. Nur wer die Füße des Unvergleichlichen erreicht, kann die Sorgen seines Herzens überwinden.
8. Wer nicht zu den Füßen des Heiligen gelangt, der ein Meer der Tugend ist, kann die anderen Meere nur schwer durchschwimmen. Erläuterung
9. Ein Haupt, das sich nicht vor den Füßen des mit acht Eigenschaften Begabten neigt, gleicht einem Sinnesorgan ohne Wahrnehmung. Erläuterung
10. Die an Gottes Füße Gelangten durchschwimmen das große Meer der Geburten; die anderen vermögen es nicht.
2. Die Bedeutung des Regens (Verse 11–20)
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11. Weil die Welt durch den beständigen Regen erhalten wird, darf man ihn wahrlich Nektar nennen.
12. Regen schafft den Essenden gute Nahrung und wird ihnen selbst zur Nahrung.
13. Wenn der Himmel sein Versprechen bricht, quält Hunger die weite, vom Meer umschlossene Welt.
14. Bleibt der Reichtum spendende Regen aus, bestellen auch die Bauern ihre Felder nicht mehr mit dem Pflug.
15. Regen vernichtet durch sein Ausbleiben; und wiederum richtet er die Vernichteten auf.
16. Fallen keine Tropfen vom Himmel, lässt sich selbst ein grüner Grashalm nicht erblicken.
17. Selbst das weite Meer verliert seinen Reichtum, wenn die Wolken sein aufgenommenes Wasser nicht zurückgeben.
18. Vertrocknet der Himmel, verstummen auf Erden auch die Festfeiern und täglichen Opfer für die Himmlischen.
19. Ohne Regen haben weder freigebiges Schenken noch Askese Bestand in dieser weiten Welt.
20. Ohne Wasser kann die Welt nicht bestehen; ohne Regen hat auch geordnete Lebensführung keinen Bestand. Erläuterung
3. Die Größe der Entsagenden (Verse 21–30)
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21. Die Schriften preisen vor allem die Größe jener, die in rechter Lebensführung den Begierden entsagt haben.
22. Die Größe der Entsagenden zu ermessen wäre, als wollte man alle Gestorbenen dieser Welt zählen.
23. Wer das Wesen der beiden Daseinsweisen erkennt und hier die Tugend ergreift, dessen Größe erstrahlt in der Welt. Erläuterung
24. Wer mit dem Treibstock der Standhaftigkeit die fünf Sinne hütet, wird zur Saat für die erhabene Welt.
25. Für die Kraft dessen, der die fünf Sinne bezwingt, ist selbst Indra, Herr des weiten Himmels, ein Zeuge.
26. Große Menschen vollbringen das schwer Vollbringbare; kleine Menschen vollbringen es nicht.
27. Wer Geschmack, Gestalt, Berührung, Klang und Geruch in ihrem Wesen erkennt, dem erschließt sich die Welt.
28. Die verborgenen, wirkmächtigen Worte offenbaren auf Erden die Größe der Menschen, deren Rede sich erfüllt.
29. Selbst einen Augenblick lässt sich der Zorn derer kaum ertragen, die auf dem Gipfel der Tugend stehen.
30. Wahrhaft heilig sind die Tugendhaften: Allen Lebewesen begegnen sie mit freundlichem Erbarmen.
4. Die Kraft der Tugend (Verse 31–40)
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31. Tugend schenkt Würde und Wohlstand. Welchen größeren Gewinn könnte ein Lebender erlangen?
32. Kein Gewinn übertrifft die Tugend; kein Verlust übertrifft das Vergessen der Tugend.
33. Übe das Gute, soweit du vermagst, ohne Unterlass und auf jedem dir möglichen Weg.
34. Ein Herz ohne Makel: Darin besteht die ganze Tugend. Alles andere ist bloßer Lärm.
35. Frei zu bleiben von Neid, Gier, Zorn und verletzender Rede: Das ist Tugend.
36. Verschiebe das Gute nicht auf später. Tu es jetzt: Beim Sterben bleibt es dir als unvergängliche Hilfe.
37. Was die Frucht der Tugend sei, braucht man nicht zu erklären: Man sehe den Sänftenträger und den Getragenen. Erläuterung
38. Wer keinen Tag verstreichen lässt, ohne Gutes zu tun, legt einen Stein vor den Weg zu neuer Geburt.
39. Freude ist allein, was aus Tugend erwächst. Alles andere bringt weder wahre Freude noch Ehre.
40. Was ein Mensch tun soll, ist das Gute; was er meiden soll, ist das Beschämende.
5. Das Leben im Hausstand (Verse 41–50)
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41. Ein wahrer Haushalter ist den Menschen der drei anderen Lebensstände eine feste Stütze auf dem guten Weg. Erläuterung
42. Der Haushalter unterstützt die Entsagenden, die Bedürftigen und die Verstorbenen.
43. Ahnen, Götter, Gäste, Angehörige und sich selbst zu versorgen: Diese fünffache Pflicht steht für den Haushalter obenan.
44. Wer Unrecht scheut und seine Nahrung teilt, dessen Haus wird Bestand haben.
45. Wo das häusliche Leben Liebe und Tugend trägt, besitzt es seine rechte Beschaffenheit und seine Frucht.
46. Was gewinnt einer auf einem anderen Weg, wenn er sein häusliches Leben bereits tugendhaft führt?
47. Wer als Haushalter seiner natürlichen Pflicht gemäß lebt, ist der Erste unter allen, die nach Vollendung streben.
48. Ein häusliches Leben, das andere auf den rechten Weg führt und selbst nicht abweicht, übertrifft die Strenge der Asketen.
49. Das häusliche Leben heißt mit Recht Tugend; gut ist es, wenn andere daran nichts zu tadeln finden. Erläuterung
50. Wer auf Erden so lebt, wie es sich gebührt, wird unter die im Himmel wohnenden Götter gestellt.
6. Die gute Lebensgefährtin (Verse 51–60)
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51. Eine Frau mit häuslicher Tugend, die dem Einkommen ihres Mannes entsprechend wirtschaftet, ist eine wahre Lebensgefährtin.
52. Fehlt der Frau die häusliche Tugend, bleibt das Familienleben ohne Wert, welche Größe es sonst auch besitzen mag.
53. Was fehlt einem, dessen Frau vortrefflich ist? Was besitzt einer, dessen Frau ohne diese Vortrefflichkeit ist?
54. Was ist kostbarer als eine Frau, die die feste Kraft ehelicher Treue besitzt?
55. Sie verehrt keinen Gott, sondern erhebt sich, ihren Mann zu verehren: Spricht sie »Regne!«, fällt Regen. Erläuterung
56. Eine Ehefrau wahrt sich selbst, sorgt für ihren Mann und bewahrt unermüdlich den guten Ruf des Hauses.
57. Was nützt es, Frauen einzusperren und zu bewachen? Ihr bester Schutz ist ihre eigene sittliche Festigkeit. Erläuterung
58. Erfüllen Frauen ihre eheliche Verpflichtung, erlangen sie große Herrlichkeit in der Welt der Himmlischen. Erläuterung
59. Wessen Frau den guten Ruf nicht wahrt, kann vor seinen Verächtern nicht erhobenen Hauptes wie ein Löwe gehen.
60. Die Tugend der Ehefrau nennt man den Segen des Hauses; sein schönster Schmuck sind gute Kinder.
7. Der Segen der Kinder (Verse 61–70)
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61. Unter allen Gütern, die sich erwerben lassen, kennen wir kein höheres als verständige Kinder.
62. Wer untadelige, wohlgeratene Kinder besitzt, den berührt das Übel sieben Geburten hindurch nicht.
63. Die eigenen Kinder nennt man seinen Reichtum; der Reichtum eines jeden erwächst aus seinem eigenen Handeln.
64. Süßer als Nektar ist die Speise, in der die kleinen Hände der eigenen Kinder gespielt haben.
65. Die Berührung der Kinder erfreut den Körper, das Hören ihrer Worte erfreut das Ohr.
66. »Die Flöte ist süß, die Laute ist süß«, sagen jene, die das Lallen ihrer Kinder nicht gehört haben.
67. Der Vater erweist seinem Sohn Gutes, indem er ihn befähigt, in der Versammlung der Gelehrten vorne zu stehen.
68. Dass Kinder ihre Eltern an Einsicht übertreffen, erfreut alle Lebewesen dieser weiten Erde.
69. Größer als bei seiner Geburt ist die Freude der Mutter, wenn sie ihren Sohn einen vortrefflichen Menschen nennen hört.
70. Der Sohn dankt seinem Vater so, dass die Menschen fragen: »Welche Askese hat sein Vater für einen solchen Sohn geübt?«
8. Liebe besitzen (Verse 71–80)
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71. Gibt es einen Riegel, der Liebe einschließen könnte? Eine kleine Träne offenbart sie den anderen.
72. Die Lieblosen beanspruchen alles für sich; die Liebenden gehören selbst mit ihren Knochen anderen.
73. Die Verbindung des kostbaren Lebens mit dem Leib gilt als Frucht eines Lebens in Liebe. Erläuterung
74. Liebe erweckt Anteilnahme; daraus erwächst die unermessliche Kostbarkeit der Freundschaft.
75. Die Herrlichkeit derer, die in dieser Welt Freude erfahren, gilt als Frucht eines in Liebe gegründeten Lebens.
76. Nur Unverständige meinen, Liebe stütze allein die Tugend: Auch dem heldenhaften Mut ist sie eine Stütze. Erläuterung
77. Wie die Sonne das knochenlose Geschöpf versengt, so versengt die Tugend den Menschen ohne Liebe.
78. Ein Leben ohne Liebe im Herzen gleicht einem verdorrten Baum, der auf hartem, dürrem Boden ausschlagen soll.
79. Was nützen die äußeren Glieder dem, der das innere Glied, die Liebe, nicht besitzt?
80. Leben besteht auf dem Weg der Liebe; ohne sie ist der Körper nur ein mit Haut bedecktes Gerippe.
9. Gastfreundschaft (Verse 81–90)
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81. Der ganze Sinn häuslichen Lebens und Wirtschaftens liegt darin, Gäste aufzunehmen und zu versorgen.
82. Allein zu essen, während der Gast draußen wartet, ziemt sich nicht, selbst wenn die Speise Unsterblichkeit schenkte.
83. Wer täglich die ankommenden Gäste bewirtet, dessen Leben wird nicht durch Mangel zugrunde gehen.
84. Die Göttin des Glücks wohnt freudig im Haus dessen, der würdige Gäste mit freundlichem Gesicht empfängt.
85. Muss derjenige sein Feld noch besäen, der zuerst den Gast bewirtet und dann die übrige Speise isst?
86. Wer die gekommenen Gäste bewirtet und nach weiteren Ausschau hält, wird den Himmlischen ein willkommener Gast sein.
87. Für die Frucht des Gastopfers gibt es kein festes Maß: Sie bemisst sich nach der Würdigkeit der Gäste.
88. »Wir haben sorgsam gehütet und stehen nun ohne Hilfe da«, klagen jene, die das Gastopfer versäumten.
89. Armut mitten im Reichtum ist die Torheit, keine Gäste zu bewirten; sie findet sich bei den Unverständigen.
90. Die Anichamblüte welkt, wenn man an ihr riecht; der Gast welkt, wenn man ihm ein abgewandtes Gesicht zeigt.
10. Freundliche Worte (Verse 91–100)
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91. Freundliche Worte sind liebevoll und frei von Täuschung; sie kommen aus dem Mund derer, die das Wahre erkannt haben.
92. Freundliche Worte mit heiterem Gesicht sind noch besser als eine von Herzen gegebene Gabe.
93. Ein freundlicher Blick, ein offenes Gesicht und Worte, die gütig aus dem Herzen kommen: Das ist Tugend.
94. Die leidvolle Armut kommt nicht zu denen, deren freundliche Worte allen Menschen Freude schenken.
95. Bescheidenheit und freundliche Rede schmücken einen Menschen; anderer Schmuck ist kein wirklicher Schmuck.
96. Wer das Gute sucht und freundlich spricht, vermindert das Schlechte und lässt die Tugend wachsen.
97. Worte, die Gutes bewirken und ihre Freundlichkeit nicht verlieren, bringen Wohltat und sittlichen Gewinn.
98. Freundliche Worte ohne Niedrigkeit schenken Freude in diesem wie im kommenden Leben.
99. Wer die Freude freundlicher Worte kennt: Weshalb sollte er verletzend reden?
100. Unfreundliches zu sagen, wenn Freundliches bereitliegt, gleicht dem Pflücken unreifer Früchte, während reife vorhanden sind.
11. Dankbarkeit (Verse 101–110)
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101. Eine Hilfe, der keine eigene Hilfe vorausging, lässt sich selbst mit Himmel und Erde nicht vergelten.
102. Eine Hilfe zur rechten Zeit mag klein sein; ihr Wert ist größer als die Welt.
103. Wägt man den Wert einer Hilfe, die keine Gegenleistung berechnet, ist ihre Güte größer als das Meer.
104. Wer ihren Wert erkennt, schätzt eine Hilfe von der Größe eines Hirsekorns so hoch wie eine Palmyrapalme.
105. Der Wert einer Hilfe bemisst sich nicht allein an ihrem Umfang, sondern an der Würdigkeit dessen, der sie empfängt. Erläuterung
106. Vergiss die Gemeinschaft untadeliger Menschen nicht; verlasse nicht die Freunde, die dir in der Not beistanden.
107. Sieben Geburten hindurch erinnern sich die Guten an die Freundschaft derer, die ihre Tränen getrocknet haben.
108. Eine Wohltat zu vergessen ist nicht gut; ein erlittenes Unrecht sogleich zu vergessen ist gut.
109. Selbst ein tödlich verletzendes Unrecht schwindet, wenn man sich einer einzigen früheren Wohltat des Täters erinnert.
110. Wer jedes andere Gute zerstört hat, kann noch Rettung finden; wer Dankbarkeit zerstört, findet keine Rettung.
12. Unparteilichkeit (Verse 111–120)
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111. Unparteilichkeit ist ein hohes Gut, wenn man sie gegenüber allen Seiten gleichermaßen übt.
112. Der Wohlstand eines rechtschaffenen Menschen vergeht nicht; er bietet noch seinen Nachkommen Sicherheit.
113. Gib einen Gewinn, der die Gerechtigkeit verlässt, sogleich auf, selbst wenn er Vorteile brächte.
114. Ob Menschen gerecht oder ungerecht waren, erkennt man an dem, was sie hinterlassen. Erläuterung
115. Verlust und Gewinn bleiben niemandem erspart; ein unvoreingenommenes Herz ist der Schmuck der Weisen.
116. Wenn dein Herz die Gerechtigkeit verlässt und Unrecht tut, erkenne darin: »Ich gehe meinem Verderben entgegen.«
117. Die Welt sieht die Armut eines Menschen, der gerecht und tugendhaft lebt, nicht als Erniedrigung an.
118. Wie eine Waage auszugleichen und nach keiner Seite zu neigen: Das ist der Schmuck rechtschaffener Menschen.
119. Unverzerrte Rede ist Gerechtigkeit, wenn auch das Herz frei von einseitiger Neigung bleibt.
120. Rechter Handel besteht darin, das Gut anderer so sorgfältig wie das eigene zu behandeln.
13. Selbstbeherrschung (Verse 121–130)
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121. Selbstbeherrschung führt unter die Himmlischen; Unbeherrschtheit stürzt in tiefes Dunkel.
122. Hüte Selbstbeherrschung als deinen Schatz: Einen höheren Gewinn gibt es für das Leben nicht.
123. Wer erkennt, was zu erkennen ist, und sich entsprechend beherrscht, gewinnt durch diese einsichtige Selbstbeherrschung Ansehen.
124. Erhabener als ein Berg ist die Größe dessen, der fest in seinem Stand bleibt und sich beherrscht.
125. Demut steht allen gut; bei den Reichen ist sie ein zusätzlicher Reichtum.
126. Wer in einer Geburt die fünf Sinne wie eine Schildkröte einzieht, gewinnt Schutz für sieben Geburten.
127. Was immer du unbewacht lässt, bewache deine Zunge; sonst verstrickst du dich in Worten und erleidest Kummer.
128. Bringt auch nur ein böses Wort Schaden, kann dadurch alles Gute zunichte werden.
129. Die vom Feuer gebrannte Wunde heilt; die von der Zunge gebrannte Narbe heilt nicht.
130. Die Tugend sucht den Weg zu dem, der seinen Zorn hütet, gelernt hat und in Selbstbeherrschung lebt.
14. Gute Lebensführung (Verse 131–140)
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131. Weil gute Lebensführung Würde schenkt, soll man sie sorgsamer bewahren als das eigene Leben.
132. Hüte gute Lebensführung mit ganzer Mühe: Prüfst du auch alles andere, bleibt sie doch deine verlässliche Hilfe.
133. Gute Lebensführung ist wahrer Adel; schlechte Lebensführung erniedrigt die Herkunft.
134. Ein Brahmane kann vergessene heilige Lehre neu erlernen; verfehlt er aber die rechte Lebensführung, geht sein Geburtsadel verloren. Erläuterung
135. Wie der Neidische keinen bleibenden Wohlstand besitzt, gewinnt der Mensch ohne rechte Lebensführung keine Größe.
136. Die Standhaften weichen nicht von rechter Lebensführung ab, denn sie kennen die Schande, die aus Verfehlungen erwächst.
137. Gute Lebensführung bringt Größe; schlechte bringt Vorwürfe, die man sich nicht hätte zuziehen sollen.
138. Gute Lebensführung ist die Saat des Guten; schlechte Lebensführung trägt stets Leid.
139. Wer gute Lebensführung besitzt, lässt selbst aus Versehen kein böses Wort über seine Lippen kommen.
140. Wer nicht versteht, mit der Welt angemessen umzugehen, bleibt unwissend, mag er auch vieles gelernt haben.
15. Die Frau eines anderen nicht begehren (Verse 141–150)
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141. Die Torheit, die Frau eines anderen zu begehren, findet sich nicht bei denen, die Tugend und rechtes Wirtschaften verstehen.
142. Unter denen, die von der Tugend abweichen, ist keiner törichter als der Mann, der vor der Tür eines anderen dessen Frau begehrt.
143. Wer bei der Frau eines Menschen, der ihm vertraut, Böses betreibt, unterscheidet sich wahrlich nicht von einem Toten.
144. Was hilft einem alle Größe, wenn er ohne die geringste Gewissensprüfung zu der Frau eines anderen geht?
145. Wer den Ehebruch für eine Kleinigkeit hält, zieht sich eine Schande zu, die niemals vergeht.
146. Feindschaft, Schuld, Furcht und Schande: Diese vier verlassen den Ehebrecher nicht.
147. Ein tugendhafter Haushalter ist, wer die Frau eines anderen nicht begehrt.
148. Der große Mut, nicht nach der Frau eines anderen zu schauen, ist für die Guten zugleich Tugend und rechte Lebensführung.
149. Wer verdient in dieser meerumgebenen Welt alles Gute? Wer die Schulter der Frau eines anderen nicht umarmt.
150. Mag einer Tugend versäumen und Unrecht tun: Gut bleibt es, wenn er wenigstens die Frau eines anderen nicht begehrt.
16. Geduld (Verse 151–160)
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151. Die Erde trägt selbst jene, die sie aufgraben. Ebenso die eigenen Verächter zu ertragen ist höchste Tugend.
152. Ein erlittenes Unrecht zu dulden ist gut; es zu vergessen ist noch besser.
153. Armut in der Armut ist verweigerte Gastfreundschaft; Stärke unter den Starken ist Geduld mit den Unverständigen.
154. Willst du deine menschliche Größe ungeschmälert bewahren, so hüte die Geduld in deinem Handeln.
155. Die Vergeltenden schätzt man nicht; die Geduldigen bewahrt man im Herzen wie Gold.
156. Vergeltung schenkt Freude für einen Tag; Geduld bringt Hilfe und Ruhm, solange die Welt besteht.
157. Auch wenn andere dir Unrecht tun: Lass dich vom Leid nicht dazu bewegen, selbst gegen die Tugend zu handeln.
158. Besiege durch deine eigene sittliche Stärke jene, die dir in ihrem Hochmut Unrecht zufügen.
159. Wer die verletzenden Worte der Entgleisten erträgt, besitzt die Reinheit der Entsagenden.
160. Groß sind jene, die fastend Hunger ertragen; größer noch jene, die die harten Worte anderer ertragen.
17. Freiheit von Neid (Verse 161–170)
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161. Nimm dir als Maßstab guter Lebensführung ein Herz, in dem kein Neid wohnt.
162. Unter allen erreichbaren Vorzügen gibt es keinen wie die Freiheit von Neid gegenüber jedermann.
163. Wer den Wohlstand anderer missgönnt, statt sich daran zu freuen, begehrt weder Tugend noch wahren Gewinn.
164. Wer das Leid kennt, das aus Verfehlungen erwächst, tut aus Neid keine unrechtmäßigen Taten.
165. Den Neidischen genügt ihr Neid zum Verderben: Er richtet sie zugrunde, selbst wenn ihre Feinde versagen.
166. Wer eine Gabe an andere missgönnt, dessen Angehörige werden ohne Kleidung und Nahrung zugrunde gehen.
167. Die Glücksgöttin erträgt den Neidischen nicht; sie überlässt ihn ihrer älteren Schwester, der Armut.
168. Der Unhold Neid vernichtet den Wohlstand und treibt den Menschen auf den Weg des Verderbens.
169. Der Wohlstand des Neidischen und die Not des Rechtschaffenen geben zu ernstem Nachdenken Anlass.
170. Noch nie sind Neidische durch Neid groß geworden; noch nie gingen Neidlose durch ihre Neidlosigkeit zugrunde.
18. Fremdes Gut nicht begehren (Verse 171–180)
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171. Wer die Gerechtigkeit verlässt und fremdes Gut begehrt, zerstört sein Haus und zieht sich sogleich Schuld zu.
172. Wer sich vor Ungerechtigkeit schämt, begeht nicht aus Gewinnsucht Taten, die Schande bringen.
173. Wer die bleibende Freude sucht, tut um eines kleinen Genusses willen nichts Unrechtes.
174. Auch wenn sie nichts besitzen, begehren die klar Sehenden, die ihre Sinne bezwungen haben, kein fremdes Gut.
175. Was nützt scharfe, umfassende Einsicht, wenn einer aus Habgier gegen jedermann verständnislos handelt?
176. Wer auf dem Weg des Erbarmens steht, aber nach Besitz giert und Böses plant, geht zugrunde.
177. Begehre keinen Gewinn aus Habgier: Wenn du seine Früchte genießt, findest du darin keinen Segen.
178. Was bewahrt den Reichtum vor Verlust? Nicht nach dem Gut anderer zu verlangen.
179. Die Glücksgöttin kennt den Weg zu den Einsichtigen, die um die Tugend wissen und fremden Besitz nicht begehren.
180. Unbedachte Habgier bringt Verderben; die innere Größe des Nichtbegehrens bringt Sieg.
19. Nicht hinterrücks schlecht reden (Verse 181–190)
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181. Mag jemand Tugend weder lehren noch üben: Gut ist es, wenn man von ihm sagt, er rede nicht hinterrücks schlecht.
182. Hinter dem Rücken zu schmähen und ins Gesicht heuchlerisch zu lächeln ist schlimmer, als die Tugend zu leugnen und Böses zu tun.
183. Besser als ein Leben mit Verleumdung und Lüge ist der Tod: Er brächte noch den von der Tugend verheißenen Gewinn.
184. Magst du jemandem ins Gesicht hart widersprechen: Rede hinter seinem Rücken nichts, dessen Folgen du nicht bedenken willst.
185. Dass einer Tugend nur im Mund führt, verrät die Niedertracht seines hinterrücks gesprochenen Tadels.
186. Wer die Fehler anderer ausbreitet, dessen eigene schlimmste Fehler werden herausgesucht und öffentlich genannt.
187. Mit entzweiender Rede trennen sie selbst Freunde: Sie verstehen nicht, durch heitere Worte Freundschaft zu stiften.
188. Was werden jene erst Fremden antun, die schon die Fehler ihrer engsten Vertrauten verbreiten?
189. Trägt die Erde den Verleumder etwa nur deshalb, weil sie ihr Dulden als Tugend betrachtet?
190. Sähe man die eigenen Fehler wie die Fehler der anderen, welches Unheil könnte das kostbare Leben noch treffen?
20. Keine nutzlosen Worte sprechen (Verse 191–200)
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191. Wer vor vielen unnütz redet und ihren Unwillen erregt, wird von allen geringgeschätzt.
192. Vor vielen Menschen Unnützes zu reden ist schlimmer, als Freunden eine Unfreundlichkeit zu erweisen.
193. Wer sich ausführlich in nutzloser Rede ergeht, verrät damit selbst seinen Mangel an gutem Urteil.
194. Nutzlose, unfeine Worte vor vielen erfreuen niemanden und entfernen den Sprecher vom Guten.
195. Reden Menschen von guter Wesensart unnütze Worte, verlieren sie Würde und Ansehen.
196. Nenne den Schwätzer nicht einen Menschen; nenne ihn die Spreu unter den Menschen.
197. Mögen die Weisen einmal Unangenehmes sagen: Gut ist, dass sie nichts Nutzloses sagen.
198. Die Einsichtigen, die nach seltenem Gewinn suchen, sprechen keine Worte ohne gewichtigen Nutzen.
199. Wer klar sieht und von Täuschung frei ist, spricht selbst versehentlich nichts Sinnloses.
200. Sprich Worte, die Nutzen haben; sprich keine Worte ohne Nutzen.
21. Scheu vor bösen Taten (Verse 201–210)
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201. Die an böse Taten Gewöhnten fürchten sich nicht; die Edlen fürchten schon die Verblendung zum Bösen.
202. Weil böse Taten Böses hervorbringen, soll man sie mehr fürchten als Feuer.
203. Als Gipfel aller Einsicht gilt, selbst denen kein Böses zu tun, die einem feindlich begegnen.
204. Plane nicht einmal gedankenlos das Verderben eines anderen; sonst plant die Tugend dein eigenes Verderben.
205. Tu nichts Böses mit der Begründung, du seiest arm; tust du es, wirst du noch ärmer.
206. Wer nicht will, dass ihn Leiden heimsuchen, darf anderen nichts Böses zufügen.
207. Vor anderen Feinden mag man entkommen; die Feindschaft der eigenen Taten folgt einem unablässig bis zum Untergang.
208. Das Verderben folgt den Übeltätern wie ihr Schatten, der ihre Füße niemals verlässt.
209. Wenn du dich selbst liebst, tu keinem anderen auch nur das geringste Böse.
210. Wisse: Vor dem Verderben bewahrt bleibt, wer nicht vom Weg abweicht, um Böses zu tun.
22. Verantwortliche Hilfsbereitschaft (Verse 211–220)
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211. Hilfsbereitschaft verlangt keine Gegenleistung. Was gibt die Welt der Regenwolke zurück?
212. Aller durch beharrliche Mühe erworbene Wohlstand soll dazu dienen, würdigen Menschen hilfreich zu sein.
213. Weder in dieser Welt noch bei den Himmlischen findet man leicht ein Gut, das tätiger Hilfsbereitschaft gleichkommt.
214. Wer seine Verantwortung für andere erkennt, lebt wirklich; wer sie nicht erkennt, zählt zu den Toten.
215. Der Wohlstand eines einsichtigen, hilfsbereiten Menschen gleicht dem gefüllten Wasserbecken eines Dorfes.
216. Gelangt Wohlstand zu einem hilfsbereiten Menschen, gleicht er einem fruchtbeladenen Baum mitten im Ort.
217. Reichtum in der Hand eines großherzigen Menschen gleicht einem Heilbaum, dessen Teile allesamt Nutzen bringen.
218. Wer seine Pflicht kennt, lässt auch in Zeiten des Mangels nicht von der Hilfsbereitschaft ab.
219. Für den Hilfsbereiten besteht Armut darin, das Gute nicht mehr tun zu können, das er tun möchte.
220. Brächte Hilfsbereitschaft Verlust, wäre dieser Verlust es wert, sich selbst dafür zu verkaufen.
23. Freigebigkeit (Verse 221–230)
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221. Den Armen zu geben ist wahres Schenken; jede andere Gabe zielt auf eine bemessene Gegenleistung.
222. Auch wenn Nehmen ein guter Weg hieße, wäre es schlecht; auch ohne einen Himmel wäre Geben gut.
223. Nicht kläglich »Ich habe nichts« zu sagen, sondern zu geben: Das kennzeichnet einen Menschen edler Herkunft.
224. Das Bitten eines Bedürftigen schmerzt, bis man sein erfreutes Gesicht sieht.
225. Die Kraft der Asketen liegt darin, Hunger zu ertragen; größer ist die Kraft derer, die den Hunger anderer stillen.
226. Den vernichtenden Hunger Bedürftiger zu stillen: Dort legt man seinen Reichtum sicher an.
227. Wer seine Nahrung regelmäßig teilt, den berührt die brennende Krankheit Hunger nicht.
228. Kennen die Hartherzigen, die ihren Besitz horten und verlieren, die Freude des Schenkens nicht?
229. Den angehäuften Vorrat allein zu verzehren ist wahrlich bitterer, als betteln zu müssen.
230. Nichts ist bitterer als der Tod; selbst er wird süß, wenn man anderen nichts mehr geben kann.
24. Guter Ruf (Verse 231–240)
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231. Gib und lebe so, dass man dich mit Achtung nennt: Einen größeren Ertrag hat das Leben nicht.
232. Was immer Menschen preisen, es läuft auf den Ruhm dessen hinaus, der den Bittenden hilft.
233. Außer hohem, unvergleichlichem Ruhm bleibt nichts in dieser Welt unvergänglich bestehen.
234. Wer auf Erden weithin bleibenden Ruhm gewinnt, dem gibt die Himmelswelt selbst vor ihren Weisen den Vorrang.
235. Ein Verlust, der Ansehen mehrt, und ein Tod, der Fortbestand schenkt, gelingen nur den wahrhaft Einsichtigen.
236. Wenn du hervortrittst, tritt mit ruhmwürdigen Eigenschaften hervor; ohne sie wäre es besser, nicht hervorzutreten. Erläuterung
237. Wer nicht achtenswert zu leben vermag: Warum beklagt er seine Verächter, statt das eigene Versagen zu beklagen?
238. Keinen guten Ruf zu hinterlassen gilt den Menschen dieser Welt als Schande.
239. Selbst die fruchtbare Erde verliert ihren Ertrag, wenn sie einen Körper ohne guten Ruf trägt.
240. Es leben jene, die ohne Schande leben; wer ohne guten Ruf lebt, lebt nicht wirklich.
25. Erbarmen (Verse 241–250)
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241. Der Reichtum des Erbarmens ist Reichtum über allen Reichtümern; materiellen Besitz haben auch die Niedrigen.
242. Prüfe den guten Weg und übe Erbarmen: So viele Wege du auch untersuchst, dieses bleibt deine Hilfe.
243. Ein Herz voller Erbarmen gelangt nicht in die leidvolle Welt der Finsternis.
244. Wer Erbarmen übt und Lebewesen schützt, den trifft, so heißt es, keine Tat, um derentwillen sein eigenes Leben zittern müsste.
245. Die große, vom Wind durchwehte Erde bezeugt: Für den Erbarmungsvollen gibt es kein vernichtendes Leid.
246. Wer das Erbarmen verlässt und grausam handelt, hat, so heißt es, den wahren Wert verloren und vergessen.
247. Wie diese Welt den Mittellosen verschlossen bleibt, so jene Welt den Menschen ohne Erbarmen.
248. Wer Besitz verliert, kann wieder aufblühen; wer das Erbarmen verliert, ist ganz verarmt und findet schwer zurück.
249. Die Tugend eines Menschen ohne Erbarmen gleicht bei genauer Prüfung der Wahrheitserkenntnis eines Menschen ohne Einsicht.
250. Wenn du gegen einen Schwächeren vorgehst, erinnere dich daran, wie du selbst vor einem Stärkeren gestanden hast.
26. Auf Fleisch verzichten (Verse 251–260)
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251. Wie könnte Erbarmen in dem wohnen, der fremdes Fleisch isst, um sein eigenes Fleisch zu vermehren?
252. Wer Besitz nicht hütet, beherrscht ihn nicht; wer Fleisch isst, beherrscht den Weg des Erbarmens nicht.
253. Das Herz dessen, der den Körper eines anderen genussvoll isst, neigt ebenso wenig zum Guten wie das Herz eines Bewaffneten.
254. Erbarmen heißt Nichttöten, sein Gegenteil Töten; das dadurch gewonnene Fleisch zu essen ist kein gutes Handeln.
255. Das Bestehen des Lebens beruht auf dem Nichtessen von Fleisch; wer es isst, den gibt der Höllenschlund nicht frei.
256. Tötete die Welt nicht um des Essens willen, würde niemand um des Gewinns willen Fleisch verkaufen.
257. Fleisch ist die Wunde eines anderen Lebewesens: Wer das erkennt, soll es nicht essen.
258. Die von Verblendung befreiten Klarsehenden essen kein Fleisch, aus dem das Leben gewichen ist.
259. Auf das Töten und Verzehren auch nur eines Lebewesens zu verzichten ist besser, als in tausend Opferfeuern Gaben zu verbrennen.
260. Alle Lebewesen falten verehrend ihre Hände vor dem, der nicht tötet und auf Fleisch verzichtet.
27. Askese (Verse 261–270)
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261. Eigenes Leid zu ertragen und anderen Lebewesen kein Leid zuzufügen: Darin besteht das Wesen der Askese.
262. Askese gelingt denen, die ihre innere Befähigung besitzen; ohne diese Befähigung ist ihr Unternehmen vergeblich.
263. Haben die anderen ihre eigene Askese vergessen, weil sie sich um die Versorgung der Entsagenden kümmern wollen?
264. Wollen die Asketen Gegner überwinden oder Freunde erhöhen, vermögen sie es durch ihre asketische Kraft.
265. Weil sich durch Askese die ersehnten Ziele erreichen lassen, wird sie schon in dieser Welt eifrig geübt.
266. Wer Askese übt, erfüllt seine eigentliche Aufgabe; die anderen schaden sich, gefangen in ihren Begierden.
267. Wie Gold im Feuer heller glänzt, erstrahlen jene, die die brennende Mühe der Askese ertragen.
268. Wer Herr seines eigenen Lebens geworden ist, den verehren alle anderen Lebewesen.
269. Wer die volle Kraft der Askese erreicht hat, vermag selbst den Tod zu überwinden.
270. Weil wenige Askese üben und viele sie unterlassen, gibt es viele Bedürftige und wenige Begüterte.
28. Heuchelei vermeiden (Verse 271–280)
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271. Über die geheuchelte Lebensführung des Betrügers lachen in seinem Inneren die fünf Elemente.
272. Was nützt ein himmelhoher heiliger Anschein, wenn das eigene Herz um die begangene Schuld weiß?
273. Der schwache Mensch im Gewand der Stärke gleicht einer Kuh, die in einem Tigerfell weidet.
274. Unter der Maske der Askese Böses zu tun gleicht einem Jäger, der sich im Gebüsch versteckt und Vögel fängt.
275. Wer sagt »Wir haben entsagt« und heuchlerisch lebt, wird später vielfach klagen: »Was haben wir getan!«
276. Niemand ist hartherziger als jene, die im Herzen nicht entsagen und doch als Entsagende täuschend leben.
277. Manche leuchten außen wie die rote Kunitribeere, sind aber innen schwarz wie deren Spitze.
278. Viele tragen ein beflecktes Herz und verbergen sich hinter dem Anschein der Reinheit durch heiliges Baden.
279. Der gerade Pfeil ist grausam, die gekrümmte Laute wohltuend: Beurteile Menschen ebenso nach der Wirkung ihrer Taten.
280. Weder ein kahl geschorener Kopf noch verfilztes Haar ist nötig, wenn man das von der Welt getadelte Handeln aufgibt.
29. Nicht stehlen (Verse 281–290)
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281. Wer nicht verachtet werden will, bewahre sein Herz davor, auch nur das Geringste stehlen zu wollen.
282. Schon der böse Gedanke ist schlecht: Denke nicht daran, fremdes Gut durch Täuschung zu nehmen.
283. Durch Diebstahl erworbener Besitz scheint zu wachsen, wird aber am Ende ganz zugrunde gehen.
284. Die leidenschaftliche Lust am Stehlen bringt, wenn sie reift, unaufhörliches Leid hervor.
285. Wer auf die Unachtsamkeit eines anderen wartet, um dessen Gut zu nehmen, kennt weder Erbarmen noch Liebe.
286. Wer am Stehlen hängt, kann nicht innerhalb des rechten Maßes leben.
287. Die dunkle Kunst des Stehlens hat keinen Platz bei denen, die die Kraft des rechten Maßes lieben.
288. Wie Tugend im Herzen der Maßvollen wohnt, so wohnt Täuschung im Herzen der im Stehlen Geübten.
289. Wer nur das Stehlen versteht, geht zugrunde, sobald er das rechte Maß überschreitet.
290. Den Dieben entgleitet schon ihr irdisches Leben; den Nichtstehlenden entgleitet selbst die Welt der Himmlischen nicht.
30. Wahrhaftigkeit (Verse 291–300)
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291. Was heißt Wahrhaftigkeit? Worte zu sprechen, die keinerlei Schaden bewirken.
292. Selbst eine Unwahrheit nimmt den Rang der Wahrheit ein, wenn sie ein makelloses Gutes bewirkt.
293. Sprich keine Lüge, um die dein Herz weiß: Nach der Lüge wird dein eigenes Herz dich verbrennen.
294. Wer im Herzen nicht lügt, lebt in den Herzen aller Menschen.
295. Wer mit Herz und Mund wahrhaftig spricht, übertrifft jene, die Askese üben und Gaben geben.
296. Kein Ruhm gleicht dem Ruhm der Wahrhaftigkeit; ohne weitere Mühe bringt sie alle Tugenden hervor.
297. Wer nie, niemals lügt, braucht die anderen Tugenden nicht eigens zu üben.
298. Wasser reinigt das Äußere; Wahrhaftigkeit offenbart die Reinheit des Inneren.
299. Nicht jedes Licht ist wirklich ein Licht; das Licht der Wahrhaftigkeit ist das Licht der Weisen.
300. Unter allem, was wir als wahr erkannt haben, gibt es nichts Besseres als Wahrhaftigkeit.
31. Zorn vermeiden (Verse 301–310)
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301. Zorn beherrscht, wer ihn dort bezwingt, wo er Schaden anrichten könnte. Wo er machtlos bleibt, was macht es aus, ihn zu zügeln oder ihm nachzugeben?
302. Zorn gegen Stärkere ist schlimm; gegen Schwächere gibt es nichts Schlimmeres als ihn.
303. Vergiss den Zorn gegen jeden Menschen: Aus ihm entstehen alle weiteren Übel.
304. Gibt es einen anderen Feind wie den Zorn, der das Lächeln und die Freude vernichtet?
305. Willst du dich selbst schützen, schütze dich vor Zorn; ungehütet vernichtet er dich selbst.
306. Der Zorn verbrennt den, der ihm anhaftet, und versengt noch das rettende Floß seiner Angehörigen.
307. Wer Zorn für eine Stärke hält, geht sicher zugrunde, wie die Hand sicher schmerzt, die auf den Erdboden schlägt.
308. Mag einer dir Leid wie ein gebündeltes Feuer zufügen: Gut ist es, bei der Begegnung den Zorn zu meiden.
309. Alles Erwünschte erreicht sogleich, wer in seinem Herzen dem Zorn keinen Raum gibt.
310. Die vom Zorn Überwältigten gleichen Toten; wer ihn aufgegeben hat, gleicht den wahrhaft Entsagenden.
32. Kein Leid zufügen (Verse 311–320)
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311. Selbst für reichen, ehrenvollen Gewinn niemandem Leid zuzufügen: Das ist der Grundsatz der Makellosen.
312. Selbst denen, die aus Feindschaft Leid zufügten, kein Leid zu erwidern: Das ist der Grundsatz der Makellosen.
313. Wer selbst den unprovozierten Angreifern Leid zurückgibt, zieht sich unausweichlichen Kummer zu.
314. Bestrafe jene, die dir wehgetan haben, indem du ihnen Gutes tust, sodass sie sich schämen; dann lass die Sache los.
315. Was nützt Einsicht, wenn man das Leid anderer nicht wie das eigene Leid zu verhüten sucht?
316. Was du als leidvoll für dich erkannt hast, sollst du anderen nicht antun.
317. Keinem Menschen jemals auch nur das kleinste bewusst verletzende Unrecht zuzufügen ist die höchste Tugend.
318. Wer weiß, wie sehr sein eigenes Leben leidet: Weshalb fügt er anderem Leben Leid zu?
319. Wer anderen am Morgen Leid zufügt, den trifft am Abend das Leid von selbst.
320. Alles Leid fällt auf die zurück, die Leid verursachen; wer frei von Leid sein will, fügt keines zu.
33. Nicht töten (Verse 321–330)
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321. Was ist tugendhaftes Handeln? Nichttöten. Töten zieht alle anderen Übel nach sich.
322. Die Nahrung teilen und die vielfältigen Lebewesen erhalten: Das steht an der Spitze aller in Schriften gesammelten Tugenden.
323. Unvergleichlich gut ist das Nichttöten; danach folgt die Wahrhaftigkeit.
324. Was heißt guter Weg? Der Weg, der darüber wacht, kein einziges Lebewesen zu töten.
325. Unter allen, die aus Furcht vor vergänglichem Dasein entsagen, steht am höchsten, wer das Töten fürchtet und Nichttöten wahrt.
326. Der lebensraubende Tod nähert sich nicht dem Leben dessen, der auf dem Weg des Nichttötens bleibt.
327. Auch wenn du dein eigenes Leben verlierst, vollbringe keine Tat, die einem anderen sein kostbares Leben nimmt.
328. Mag Töten noch so großen Gewinn verheißen: Den Edlen gilt ein durch Töten gewonnener Vorteil als niedrig.
329. Wer das Töten zu seinem Gewerbe macht, gilt denen, die Niedertracht erkennen, als jemand, der einem niedrigen Gewerbe nachgeht.
330. Von Menschen mit krankem Körper und elendem Leben heißt es, sie hätten einst Leben vom Körper getrennt. Erläuterung
34. Vergänglichkeit (Verse 331–340)
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331. Vergängliches für dauerhaft zu halten ist die niedrigste Form des Unverstands.
332. Reichtum sammelt sich wie Zuschauer bei einem Schauspiel; sein Schwinden gleicht dem Auseinandergehen der Menge.
333. Reichtum bleibt nicht. Wenn du ihn erlangst, vollbringe sogleich etwas, das Bestand hat.
334. Was sich als ein einzelner Tag zeigt, ist für den Einsichtigen eine Klinge, die das Leben abschneidet.
335. Tu rasch Gutes, bevor die Zunge versagt und das letzte keuchende Atmen aufsteigt.
336. »Gestern war er noch da, heute ist er nicht mehr«: Das ist die große Besonderheit dieser Welt.
337. Menschen wissen nicht, ob sie noch einen Augenblick leben, und hegen doch unzählige Millionen Gedanken.
338. Wie ein Vogel die leere Schale zurücklässt und davonfliegt, so ist die Verbindung zwischen Körper und Leben. Erläuterung
339. Der Tod gleicht dem Einschlafen; die Geburt gleicht dem Erwachen aus dem Schlaf.
340. Hat das Leben, das im Körper nur vorübergehend wohnt, denn nirgends eine bleibende Wohnung gefunden?
35. Entsagung (Verse 341–350)
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341. Von welchem Ding man sich auch löst: Durch dieses Ding erleidet man keinen Schmerz mehr.
342. Nach dem Loslassen gibt es viele Freuden. Wünschst du sie, so entsage, solange die Möglichkeit besteht.
343. Bezwinge die fünf Sinne und gib zugleich alles auf, was ihre Begierden nährt.
344. Besitzlosigkeit entspricht der Askese; irgendein Besitz führt erneut in Verstrickung und Verblendung.
345. Wer weitere Geburten abschneiden will, dem ist schon der Körper zu viel: Wozu noch andere Bindungen hinzufügen?
346. Wer den Hochmut des »Ich« und »Mein« abschneidet, tritt in eine Welt ein, die selbst die Himmlischen überragt.
347. Die Leiden lassen jene nicht los, die ihrerseits ihre Anhaftungen nicht loslassen.
348. Wer vollständig entsagt, hat das Höchste erreicht; die anderen irren umher, im Netz der Verblendung gefangen.
349. Erst wenn Anhaftung verschwindet, endet die Geburt; andernfalls zeigt sich immer wieder Vergänglichkeit.
350. Halte dich an den, der an nichts haftet. Ergreife diesen Halt, um alle anderen Bindungen loszulassen. Erläuterung
36. Das Wirkliche erkennen (Verse 351–360)
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351. Nichtwirkliches für wirklich zu halten ist die Verblendung, aus der leidvolle Geburten entstehen.
352. Wer die Täuschung verliert und klar sieht, lässt das Dunkel hinter sich und empfängt Freude.
353. Den von Zweifel befreiten Klarsehenden ist der Himmel näher als die Erde.
354. Selbst vollendete Erkenntnis durch die fünf Sinne nützt denen nichts, die das Wirkliche nicht erkennen.
355. Welcher Art ein Ding auch erscheint: Sein wirkliches Wesen zu erkennen ist Einsicht.
356. Wer hier lernt und das Wirkliche erkennt, gelangt auf einen Weg, von dem es keine Rückkehr gibt.
357. Hat das Herz gründlich geprüft und das wahrhaft Seiende erkannt, braucht es keine weitere Geburt zu bedenken.
358. Die Torheit der Geburt zu überwinden und das erhabene Wirkliche zu erkennen ist wahre Einsicht.
359. Erkenne den tragenden Grund und lebe ohne Anhaftung; dann finden die Leiden, die dich sonst bedrängen, keinen Halt mehr.
360. Wenn Begehren, Zorn und Verblendung selbst dem Namen nach verschwinden, verschwindet auch das daraus entstehende Leid.
37. Begehren abschneiden (Verse 361–370)
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361. Begehren gilt als die Saat, die allen Lebewesen zu jeder Zeit unaufhörlich neue Geburten bringt.
362. Wenn du etwas begehrst, begehre das Ende der Geburt; es kommt, wenn du das Nichtbegehren begehrst.
363. Kein Reichtum gleicht hier der Wunschlosigkeit; auch in jener Welt gibt es nichts Vergleichbares.
364. Reinheit besteht in der Freiheit vom Begehren; sie erwächst aus dem Verlangen nach Wahrheit.
365. Frei nennt man die vom Begehren Freien; die anderen sind, was sie auch aufgegeben haben, nicht wirklich frei.
366. Das Begehren wachsam zu fürchten ist Tugend; denn es ist das Begehren, das einen Menschen betrügt.
367. Schneidet einer das Begehren vollständig ab, kommen ihm die zum Heil führenden Taten auf seinem Weg entgegen.
368. Wer nicht begehrt, hat kein Leid; wo Begehren besteht, wächst das Leid immer weiter.
369. Wird das Begehren, das Leid im Leiden, vernichtet, strömt die Freude ohne Unterbrechung.
370. Gibt man das seiner Natur nach unersättliche Begehren auf, schenkt dies sogleich unerschöpfliche Erfüllung.
38. Das Geschick (Verse 371–380)
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371. Ein dem Gewinn günstiges Geschick bringt Tatkraft; ein zum Verlust führendes Geschick bringt Trägheit.
372. Ein verlustbringendes Geschick macht töricht; ein glückbringendes Geschick erweitert die Einsicht.
373. Mag einer viele feinsinnige Schriften studieren: Seine ihm eigene Erkenntnis bleibt maßgeblich.
374. Zweierlei ist in dieser Welt verschieden verteilt: Reichtum zu besitzen und klare Einsicht zu haben.
375. Beim Erwerb von Reichtum kann alles Gute schlecht und alles Schlechte gut werden.
376. Was einem nicht bestimmt ist, bleibt trotz aller Fürsorge nicht; was einem bestimmt ist, geht selbst weggeworfen nicht verloren.
377. Selbst wer Millionen aufgehäuft hat, genießt nur, was der Zuteilende ihm zugemessen hat.
378. Die Mittellosen würden zu Entsagenden, wenn das Geschick sie nicht weiter das ihnen zugemessene Leid erfahren ließe.
379. Wer das Glück freudig annimmt: Weshalb quält er sich, wenn Unglück kommt?
380. Was ist mächtiger als das Geschick? Welchen Ausweg man auch ersinnt, es ist einem schon zuvorgekommen.
Buch II – Gesellschaft, Verantwortung und Wohlstand – Poruṭpāl
39. Die Würde des Herrschers (Verse 381–390)
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381. Heer, Volk, Vorräte, Minister, Verbündete und Festung: Wer diese sechs besitzt, ist ein Löwe unter den Königen.
382. Furchtlosigkeit, Freigebigkeit, Einsicht und Tatkraft: Diese vier müssen das Wesen eines Königs ausmachen.
383. Wachsamkeit, Bildung und Mut dürfen dem Herrscher eines Landes niemals fehlen.
384. Ein wahrer König weicht nicht von der Tugend ab, beseitigt Unrecht und wahrt eine ehrenhafte, ungebrochene Tapferkeit.
385. Ein König versteht es, Mittel zu erschließen, zu erwerben, zu bewahren und zum rechten Zweck zu verteilen.
386. Die Welt rühmt das Land eines Königs, der leicht zugänglich ist und keine harten Worte spricht.
387. Wer mit freundlicher Rede gibt und schützt, dessen Willen folgt die ganze Welt.
388. Ein König, der gerecht regiert und sein Volk schützt, wird von den Menschen wie ein göttlicher Herr geachtet.
389. Unter dem Schirm des Königs, der auch kränkende Worte erträgt, findet die Welt Schutz.
390. Freigebigkeit, Güte, gerechtes Zepter und Fürsorge für das Volk: Wer diese vier besitzt, leuchtet unter den Königen.
40. Bildung (Verse 391–400)
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391. Lerne gründlich und fehlerfrei, was zu lernen ist; danach lebe diesem Wissen entsprechend.
392. Zahlen und Buchstaben sind, so heißt es, die beiden Augen des lebenden Menschen.
393. Die Gebildeten nennt man sehend; die Ungebildeten tragen nur zwei Wunden im Gesicht.
394. Freudig zusammenkommen und so auseinandergehen, dass man sich nacheinander sehnt: Das ist die Art der Gelehrten.
395. Wie Bedürftige vor Wohlhabenden stehen die Lernenden bescheiden vor ihren Lehrern; niedriger stehen jene, die nicht lernen.
396. Je tiefer man im Sand gräbt, desto mehr Wasser quillt hervor; je mehr man lernt, desto mehr Einsicht entsteht.
397. Dem Gebildeten wird jedes Land zur Heimat und jeder Ort zum eigenen. Warum bleibt einer bis zum Tod ungebildet?
398. Was man in einer Geburt lernt, dient einem als Schutz in sieben Geburten.
399. Die Lernenden wünschen weiterzulernen, wenn sie sehen, dass ihre eigene Freude auch der Welt Freude bereitet.
400. Bildung ist der unvergängliche, kostbare Reichtum des Menschen; andere Besitztümer sind kein solcher Reichtum.
41. Unbildung (Verse 401–410)
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401. Ohne umfassendes Wissen vor einer Versammlung zu reden gleicht einem Würfelspiel ohne Spielfeld.
402. Der Ungebildete, der öffentlich reden will, gleicht einer Frau ohne Brüste, die ihre Weiblichkeit begehrt. Erläuterung
403. Auch Ungebildete können vortrefflich sein, wenn sie vor Gelehrten schweigen können.
404. Mag ein Ungebildeter von Natur aus noch so klug sein: Die Einsichtigen erkennen das nicht als gereifte Bildung an.
405. Die Selbstüberschätzung des Ungebildeten schwindet, sobald er im Gespräch auf andere trifft.
406. Von den Ungebildeten lässt sich nur sagen, dass sie existieren: Sie gleichen unfruchtbarem Brachland.
407. Die Schönheit eines Menschen ohne feine, durch Bildung gewonnene Einsicht gleicht der einer bemalten Tonfigur.
408. Reichtum bei Ungebildeten ist leidvoller als Armut bei Gebildeten.
409. Ungebildete hoher Herkunft erreichen nicht die Würde von Gebildeten niedriger Herkunft. Erläuterung
410. Wie Tiere neben Menschen stehen Ungebildete neben denen, die sich in glänzenden Schriften gebildet haben.
42. Zuhören und Lernen (Verse 411–420)
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411. Der durch Zuhören gewonnene Reichtum ist der Reichtum unter den Reichtümern; er steht über allen anderen.
412. Wenn es keine Nahrung für das Ohr gibt, darf man auch dem Magen ein wenig geben.
413. Wer auf Erden die Nahrung des Hörens genießt, gleicht den Himmlischen, die von Opfergaben leben.
414. Auch wenn du nicht selbst gelernt hast, höre den Wissenden zu: Das wird dir in der Schwäche zum stützenden Stab.
415. Die Worte guter Menschen gleichen einem Stab auf schlüpfrigem Boden.
416. Höre Gutes, selbst wenn es nur wenig ist; auch dieses Wenige verleiht große Würde.
417. Wer gründlich geprüft und viel gehört hat, redet selbst bei einem Irrtum nicht töricht.
418. Ein Ohr, das sich der Unterweisung nicht geöffnet hat, ist taub, obwohl es Geräusche hört.
419. Wer nicht gelernt hat, aufmerksam und fein zu hören, findet schwer zu bescheidener Rede.
420. Was bedeutet Leben oder Sterben bei denen, die nur mit dem Mund schmecken, aber nicht mit dem Ohr?
43. Einsicht (Verse 421–430)
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421. Einsicht ist eine Waffe gegen den Untergang und eine innere Festung, die Feinde nicht zerstören können.
422. Den Geist nicht überallhin laufen zu lassen, ihn vom Schlechten fernzuhalten und auf das Gute zu richten ist Einsicht.
423. Von wem immer du etwas hörst: Darin das Wahre zu erkennen ist Einsicht.
424. Selbst verständlich zu sprechen und in fremder Rede den feinen Sinn zu erkennen ist Einsicht.
425. Die Freundschaft der Großen zu gewinnen ist Einsicht; sie zu bewahren, ohne wie eine Blüte aufzugehen und sich wieder zu schließen, ist ebenfalls Einsicht.
426. Zu verstehen, wie die Welt sich bewegt, und angemessen mit ihr zu leben ist Einsicht.
427. Die Einsichtigen erkennen, was kommen wird; die Unverständigen vermögen es nicht.
428. Nicht zu fürchten, was zu fürchten ist, ist Torheit; das Furchtbare zu fürchten ist die Aufgabe der Einsichtigen.
429. Wer vorausschauend erkennt und sich schützt, wird nicht von erschütterndem Unheil überrascht.
430. Wer Einsicht besitzt, besitzt alles; wer keine Einsicht besitzt, besitzt trotz all seines Besitzes nichts.
44. Fehler beseitigen (Verse 431–440)
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431. Wahre Größe wächst bei denen, die von Hochmut, Zorn und Niedrigkeit frei sind.
432. Geiz, unwürdiger Stolz und maßlose Freude sind Fehler eines Herrschers.
433. Wer Schande fürchtet, betrachtet selbst einen Fehler von der Größe eines Hirsekorns als groß wie eine Palme.
434. Hüte dich vor Fehlern als vor deinem Verderben: Sie sind die Feinde, die deinen Untergang herbeiführen.
435. Wer sich nicht vor Unheil schützt, ehe es kommt, dessen Leben verbrennt wie Stroh vor dem Feuer.
436. Welcher Fehler bleibt einem König, der zuerst die eigenen Fehler beseitigt und erst danach die fremden prüft?
437. Der Wohlstand eines Geizigen, der notwendige Ausgaben verweigert, wird ohne entsprechenden Nutzen vergehen.
438. Die klammernde Habgier lässt sich nicht unter gewöhnliche Fehler einordnen: Sie übertrifft sie alle.
439. Rühme dich niemals selbst und wünsche keine Taten zu tun, die nichts Gutes hervorbringen.
440. Genießt ein König seine Neigungen, ohne sie bekannt werden zu lassen, laufen die Anschläge seiner Feinde ins Leere.
45. Die Großen als Helfer gewinnen (Verse 441–450)
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441. Prüfe ihren Wert und gewinne die Freundschaft tugendkundiger Menschen von reifer Einsicht.
442. Gewinne und behüte jene, die eingetretenes Unheil beheben und künftiges Unheil verhüten können.
443. Unter allen schwer erreichbaren Gütern ist es besonders schwer, große Menschen als Vertraute zu gewinnen.
444. So zu leben, dass Größere als man selbst zu den eigenen Vertrauten gehören, ist die höchste Stärke.
445. Weil ein Herrscher durch die Augen seiner Berater sieht, soll er sie sorgfältig prüfen und dann gewinnen.
446. Wer in der Gemeinschaft würdiger Menschen angemessen handelt, dem können seine Feinde nichts anhaben.
447. Wer könnte den vernichten, der Helfer besitzt, die ihn auch scharf zurechtweisen dürfen?
448. Ein König ohne solche mahnenden Beschützer geht zugrunde, auch wenn niemand seinen Untergang betreibt.
449. Ohne Kapital gibt es keinen Gewinn; ohne tragende Unterstützung gibt es keinen sicheren Bestand.
450. Die Verbindung mit guten Menschen aufzugeben schadet zehnmal mehr, als sich viele Feinde zu machen.
46. Schlechte Gesellschaft meiden (Verse 451–460)
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451. Edle Menschen scheuen schlechte Gesellschaft; die Niedriggesinnten umgeben sich mit ihr wie mit Verwandten.
452. Wie Wasser die Eigenart des Bodens annimmt, so nimmt die Einsicht eines Menschen die Art seiner Gemeinschaft an.
453. Wahrnehmung erwächst dem Menschen aus seinem Geist; wie er beurteilt wird, hängt von seiner Gemeinschaft ab.
454. Die Einsicht scheint im eigenen Herzen zu wohnen; tatsächlich wird sie durch die Gemeinschaft geprägt.
455. Reinheit des Herzens und Reinheit des Handelns werden beide durch reine Gemeinschaft gestützt.
456. Den Reinen im Herzen bleibt ein gutes Vermächtnis; den Menschen guter Gemeinschaft misslingt kein gutes Werk.
457. Ein gutes Herz bringt dem Menschen Gedeihen; gute Gemeinschaft bringt ihm jeden guten Ruf.
458. Selbst Menschen mit einem wahrhaft guten Herzen gewinnen durch gute Gemeinschaft zusätzlichen Schutz.
459. Ein gutes Herz schenkt jenseitiges Heil; auch dieses wird durch gute Gemeinschaft befestigt.
460. Keine Hilfe übertrifft gute Gesellschaft; kein Leid gleicht dem Leid durch schlechte Gesellschaft.
47. Überlegt handeln (Verse 461–470)
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461. Bedenke Verlust, Gewinn und den schließlich verbleibenden Ertrag; dann handle.
462. Wer mit ausgewählten Vertrauten prüft und selbst gründlich nachdenkt, dem ist nichts unerreichbar.
463. Die Einsichtigen beginnen kein Unternehmen, das in Hoffnung auf Gewinn das vorhandene Kapital aufzehrt.
464. Wer den Vorwurf der Unüberlegtheit fürchtet, beginnt nichts, bevor er Klarheit gewonnen hat.
465. Ohne gründliche Prüfung in den Kampf zu ziehen heißt, dem Feind einen Boden zum Gedeihen zu bereiten.
466. Man geht zugrunde, wenn man tut, was nicht zu tun ist, und ebenso, wenn man das Notwendige unterlässt.
467. Prüfe erst, dann entschließe dich zur Tat. Nach dem Entschluss zu sagen »Wir werden noch überlegen« ist ein Fehler.
468. Eine Arbeit ohne angemessene Vorgehensweise scheitert, auch wenn viele zusammenstehen, um sie zu stützen.
469. Selbst beim Gutestun entstehen Fehler, wenn man die unterschiedlichen Menschen nicht kennt und entsprechend handelt.
470. Überlege und handle so, dass du keinen Anlass zur Verachtung gibst; die Welt billigt keine Mittel, die dem Handelnden nicht angemessen sind.
48. Die eigenen Kräfte kennen (Verse 471–480)
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471. Wäge die Schwierigkeit des Vorhabens, deine eigene Stärke, die Stärke des Gegners und die der Verbündeten auf beiden Seiten ab; dann handle.
472. Wer das Mögliche und seine Voraussetzungen kennt und beharrlich danach handelt, dem bleibt nichts auf seinem Weg unerreichbar.
473. Viele wurden mitten im Unternehmen gebrochen, weil sie ihre Kraft nicht kannten und sich vom Eifer treiben ließen.
474. Wer sich nicht einzufügen weiß, die eigenen Grenzen nicht kennt und sich selbst bewundert, geht rasch zugrunde.
475. Selbst ein mit Pfauenfedern beladener Wagen bricht seine Achse, wenn man ihn überlädt.
476. Wer bis an die Spitze eines Astes geklettert ist und darüber hinaus will, bringt sein Leben zu Ende.
477. Kenne deine Mittel und gib ihrem Maß entsprechend: So wird der Besitz bewahrt.
478. Auch ein schmaler Zufluss schadet nicht, solange der Abfluss nicht breiter ist.
479. Das Leben dessen, der ohne Kenntnis seines Maßes wirtschaftet, scheint zu bestehen und schwindet doch ins Nichts.
480. Wer freigebig gibt, ohne die eigenen Mittel abzuwägen, dessen Wohlstand vergeht bald.
49. Die rechte Zeit kennen (Verse 481–490)
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481. Am Tag besiegt die Krähe die Eule; auch der siegeswillige König braucht den passenden Zeitpunkt.
482. Zur rechten Zeit zu handeln ist die Schnur, die das Glück am Entweichen hindert.
483. Gibt es ein unmögliches Werk, wenn man die geeigneten Mittel kennt und die rechte Zeit wählt?
484. Selbst die ganze Welt lässt sich gewinnen, wenn man den richtigen Zeitpunkt und den passenden Ort wählt.
485. Wer die Welt gewinnen will, wartet ohne Unruhe auf den rechten Zeitpunkt.
486. Die Zurückhaltung des Tatkräftigen gleicht dem Zurückweichen eines Kampfwidders, bevor er zum Stoß ansetzt.
487. Die Einsichtigen lassen ihren Zorn nicht sofort aufflammen; sie halten ihn im Inneren und warten auf die Zeit.
488. Erblickst du den Feind, dulde ihn; kommt seine Stunde, wird sein Haupt sinken.
489. Bietet sich eine seltene Gelegenheit, vollbringe in diesem Augenblick das sonst schwer Vollbringbare.
490. Sei beim Warten still wie der Reiher; ist der Augenblick gekommen, stoße ebenso treffsicher zu.
50. Den passenden Ort kennen (Verse 491–500)
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491. Beginne nichts und unterschätze den Gegner nicht, bevor du den geeigneten Ort für seine Einschließung gefunden hast.
492. Selbst starken, kampferfahrenen Menschen bringt der Rückhalt einer Festung vielfältigen Nutzen.
493. Auch Schwache werden stark und siegen, wenn sie den geeigneten Ort wählen und sich beim Angriff gut sichern.
494. Wählen die Angreifenden den richtigen Ort und halten sich dort fest, verlieren die Gegner ihre Siegeshoffnung.
495. Im tiefen Wasser siegt das Krokodil; verlässt es das Wasser, können andere es besiegen.
496. Große Wagen mit mächtigen Rädern fahren nicht auf dem Meer; seetüchtige Schiffe fahren nicht auf dem Land.
497. Wer nichts übersieht und am passenden Ort handelt, braucht neben Furchtlosigkeit keine weitere Hilfe.
498. Dringt ein großes Heer in Gelände ein, das einem kleinen Heer günstig ist, verliert es seine Schlagkraft.
499. Selbst ohne starke Festung und großen Einfluss sind Menschen in ihrem eigenen Land schwer anzugreifen.
500. Selbst ein furchtloser Elefant, der Lanzenträger aufspießt, fällt einem Schakal zum Opfer, wenn seine Beine im Schlamm versinken.
51. Menschen prüfen und ihnen vertrauen (Verse 501–510)
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501. Prüfe einen Menschen an vier Dingen: Tugend, Besitz, sinnlichem Genuss und Furcht um sein Leben; erst dann vertraue ihm.
502. Vertraue einem Menschen guter Herkunft, der frei von Fehlern ist und die Scham besitzt, Verfehlungen zu scheuen.
503. Selbst bei umfassend Gebildeten und Untadeligen findet man bei genauer Prüfung selten völlige Freiheit von Unwissenheit.
504. Prüfe die guten Eigenschaften und die Fehler; prüfe, was überwiegt, und entscheide danach.
505. Für die Größe wie für die Niedrigkeit eines Menschen sind seine Taten der Prüfstein.
506. Vertraue niemandem ohne Bindungen: Wer mit niemandem verbunden ist, fürchtet auch keine Schande.
507. Einem Unverständigen aus bloßer Zuneigung zu vertrauen zieht jede Art von Torheit nach sich.
508. Wer einem Fremden vertraut, ohne ihn geprüft zu haben, bringt unablässigen Kummer über sich und seine Nachkommen.
509. Vertraue niemandem ungeprüft; hast du ihn geprüft, vertraue ihm die Aufgaben an, für die er geeignet ist.
510. Ungeprüftes Vertrauen und Misstrauen gegen einen bereits Geprüften führen gleichermaßen zu endlosem Leid.
52. Aufgaben angemessen übertragen (Verse 511–520)
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511. Setze den ein, der Gutes und Schlechtes abwägt und von Natur aus das Gute wählt.
512. Die Aufgabe gehört dem, der die Einnahmequellen erweitert, Wohlstand mehrt und drohende Hindernisse prüft.
513. Wähle den Menschen, der vier Eigenschaften fest besitzt: Verbundenheit, Einsicht, Urteilskraft und Freiheit von Habgier.
514. Auch unter gründlich Geprüften verändern sich viele, sobald sie eine bestimmte Aufgabe erhalten.
515. Eine Arbeit gehört dem, der sie versteht und auszuführen vermag; bloße persönliche Zuneigung ist kein Grund für ihre Vergabe.
516. Prüfe den Ausführenden, die Aufgabe und den Zeitpunkt; dann handle entsprechend.
517. Erkenne: »Dieser Mensch kann dies mit diesen Mitteln vollbringen«, und übertrage ihm dann die Aufgabe.
518. Hast du seine Eignung für eine Aufgabe geprüft, statte ihn mit der nötigen Zuständigkeit dafür aus.
519. Das Glück verlässt den Herrscher, der den pflichtbewusst Arbeitenden misstrauisch als Fremden behandelt.
520. Der König prüfe täglich die Arbeit seiner Beauftragten: Bleiben sie aufrecht, gerät auch die Welt nicht aus der Ordnung.
53. Verbundenheit mit den Angehörigen (Verse 521–530)
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521. Selbst wenn der Besitz schwindet, erinnern Angehörige an die alte Verbundenheit.
522. Bleiben Angehörige in ihrer Liebe beständig, erwächst daraus unaufhörlich zunehmender Wohlstand.
523. Das Leben dessen, der keinen vertrauten Umgang pflegt, gleicht einem gefüllten Teich ohne schützende Ufer.
524. Von Angehörigen umgeben zu leben ist der eigentliche Gewinn erworbenen Reichtums.
525. Wer freigebig ist und freundlich spricht, wird von immer weiteren Angehörigen umgeben sein.
526. Niemand auf dieser weiten Erde hat so viele Angehörige um sich wie der, der großzügig gibt und seinen Zorn bezwingt.
527. Die Krähe verbirgt ihre Nahrung nicht, sondern ruft andere zum gemeinsamen Essen: Solchen Menschen fällt Gedeihen zu.
528. Achtet ein König die Menschen nach ihren jeweiligen Verdiensten, statt alle unterschiedslos zu behandeln, sammeln sich viele um ihn.
529. Angehörige, die sich entfernt haben, kommen zurück, wenn der Grund ihrer Entfremdung entfällt.
530. Kehrt ein Fortgegangener mit einem Anliegen zurück, helfe der König ihm und prüfe dann sorgfältig seine Wiederaufnahme.
54. Nicht nachlässig sein (Verse 531–540)
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531. Schlimmer als maßloser Zorn ist die Nachlässigkeit, die aus übergroßer Freude entsteht.
532. Nachlässigkeit zerstört den guten Ruf, wie dauernde Armut die Einsicht zerstört.
533. Nachlässigen bleibt Ruhm versagt; darin stimmen die Schriften aller Schulen überein.
534. Dem Furchtsamen nützt keine Festung; dem Nachlässigen nützt kein Vorteil.
535. Wer Gefahren nicht vorbeugt, beklagt später das Unglück und die eigene Schuld daran.
536. Mit niemandem und zu keiner Zeit nachlässig zu sein ist eine unvergleichliche Eigenschaft.
537. Nichts ist zu schwer, wenn man es sorgfältig und mit unermüdlicher Aufmerksamkeit angeht.
538. Übe sorgfältig das von den Weisen Gelobte; wer es missachtet, gewinnt sieben Geburten hindurch keinen Segen.
539. Wenn dich die Freude überhebt, erinnere dich an jene, die durch Nachlässigkeit zugrunde gingen.
540. Das Gedachte ist leicht zu erreichen, wenn man es beharrlich im Sinn behält.
55. Gerechte Herrschaft (Verse 541–550)
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541. Gründlich untersuchen, niemanden bevorzugen, gegen alle gerecht sein und nach sorgfältiger Prüfung entscheiden: Das ist gerechte Herrschaft.
542. Wie alles Leben zum Regen aufblickt, blickt das Volk zum Zepter seines Königs auf.
543. Das gerechte Zepter des Königs ist die Grundlage für die heiligen Schriften der Brahmanen und für die Tugend.
544. Die Welt schmiegt sich an die Füße des mächtigen Königs, der sein Volk mit Fürsorge regiert.
545. Im Land eines Königs, der gesetzmäßig und gerecht regiert, finden Regen und reicher Ertrag zusammen.
546. Nicht die Lanze schenkt den Sieg, sondern das Zepter des Königs, sofern es sich nicht krümmt.
547. Der König schützt die ganze Welt; die Gerechtigkeit schützt ihn, wenn er sie ohne Fehl wahrt.
548. Ein König, der schwer zugänglich ist und nicht sorgfältig Recht spricht, geht von selbst in Erniedrigung zugrunde.
549. Das Volk zu schützen, es zu bewahren und Verbrechen zu bestrafen ist kein Makel, sondern die Aufgabe des Königs.
550. Wenn ein König grausame Verbrecher mit dem Tod bestraft, gleicht dies dem Ausjäten des Unkrauts im grünen Saatfeld. Erläuterung
56. Tyrannische Herrschaft (Verse 551–560)
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551. Ein König, der sein Volk bedrückt und ungerecht handelt, ist grausamer als ein gewöhnlicher Mörder.
552. Die Geldforderung des Zepterträgers gleicht dem »Gib her!« eines Räubers, der mit der Lanze den Weg versperrt.
553. Das Reich eines Königs, der nicht täglich die Beschwerden prüft und Recht schafft, verfällt Tag für Tag.
554. Ein König, der ohne Überlegung ungerecht regiert, verliert zugleich Versorgung und Volk.
555. Die Tränen eines Volkes, das seine Unterdrückung nicht erträgt, sind die Waffe, die den königlichen Reichtum verzehrt.
556. Gerechte Herrschaft erhält den Ruhm der Könige; ohne sie bleibt ihr Glanz nicht bestehen.
557. Wie der Welt das Ausbleiben des Regens, so ist den Lebewesen die Lieblosigkeit des Königs.
558. Unter dem ungerechten Zepter eines Königs ist Besitz leidvoller als Armut.
559. Regiert der König gegen die rechte Ordnung, verweigert der Himmel den rechtzeitigen Regen.
560. Versäumt der Beschützer den Schutz, geben die Kühe weniger Milch und die Brahmanen vergessen ihre heilige Lehre.
57. Keine Angstherrschaft ausüben (Verse 561–570)
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561. Ein König prüft das Unrecht angemessen und bestraft so, dass es nicht erneut geschieht.
562. Wer dauernden Wohlstand wünscht, drohe streng, verhänge die Strafe aber mild.
563. Ein tyrannischer König, dessen Handeln Schrecken verbreitet, wird unfehlbar rasch zugrunde gehen.
564. Wird ein König grausam genannt, verkürzt sich sein Leben und sein Untergang naht.
565. Der große Reichtum eines schwer zugänglichen Menschen mit finsterem Gesicht gleicht einem Schatz in der Hand eines Dämons.
566. Der reiche Besitz eines Königs, der hart spricht und keinen gütigen Blick besitzt, schwindet schnell und bleibt nicht bestehen.
567. Harte Worte und übermäßige Strafen sind eine Feile, die die siegreiche Kraft des Königs abnutzt.
568. Berät ein König sich nicht mit seinen Vertrauten und wütet stattdessen gegen sie, nimmt sein Glück ab.
569. Ein König ohne vorbereiteten Schutz wird beim Ausbruch des Krieges von Furcht ergriffen und rasch vernichtet.
570. Keine Last ist für die Erde schwerer als die Ungebildeten, die eine Gewaltherrschaft an sich bindet.
58. Der gütige Blick (Verse 571–580)
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571. Durch die große Schönheit des gütigen Blicks besteht diese Welt.
572. Die Welt lebt von freundlicher Anteilnahme; wer sie nicht besitzt, ist der Erde nur eine Last.
573. Was nützt eine Melodie, die nicht zum Lied passt? Was nützt ein Auge ohne Güte?
574. Was tun Augen ohne angemessene Anteilnahme außer im Gesicht zu stehen?
575. Güte ist der Schmuck des Auges; ohne sie gilt es nur als Wunde.
576. Menschen mit Augen, die andere nicht gütig ansehen, gleichen Bäumen, die im Boden feststehen.
577. Wer keinen gütigen Blick besitzt, ist augenlos; wer wahrhaft Augen besitzt, ist nicht ohne Güte.
578. Die Welt gehört denen, die ihre Aufgaben ohne Versäumnis erfüllen und dabei Güte zeigen können.
579. Selbst jene geduldig und freundlich anzusehen, die einen verletzen, ist die höchste Art der Güte.
580. Wer vollkommene, von allen geschätzte Höflichkeit sucht, nimmt selbst wissentlich gereichtes Gift an und wahrt die Verbundenheit. Erläuterung
59. Kundschafter einsetzen (Verse 581–590)
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581. Der König betrachte Kundschafter und die bewährte Staatslehre als seine beiden Augen.
582. Die Aufgabe des Königs ist, rasch zu erfahren, was allen Menschen zu jeder Zeit widerfährt.
583. Ein König, der die Berichte seiner Kundschafter nicht versteht und auswertet, findet keinen Weg zum Sieg.
584. Ein Kundschafter prüft alle: die Amtsträger, die Angehörigen des Königs und dessen Gegner.
585. Ein Kundschafter hat ein unverdächtiges Auftreten, fürchtet keinen Blick und gibt unter keinen Umständen sein Geheimnis preis.
586. Ein Kundschafter nimmt das Aussehen eines Entsagenden an, dringt in schwer zugängliche Orte ein und hält jeder Befragung stand.
587. Ein Kundschafter vermag Verborgenes zu hören und bleibt bei seinen ermittelten Tatsachen frei von Zweifel.
588. Lass den Bericht eines Kundschafters durch einen anderen Kundschafter überprüfen.
589. Die Kundschafter sollen voneinander nichts wissen; stimmen drei Berichte überein, gewinnt man Gewissheit.
590. Ehre einen Kundschafter nicht öffentlich; sonst enthüllst du selbst dein eigenes Geheimnis.
60. Tatkraft (Verse 591–600)
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591. Wirklicher Besitz heißt Tatkraft. Besitzen die Kraftlosen überhaupt, was sie ihr Eigentum nennen?
592. Innere Tatkraft ist bleibender Besitz; materieller Besitz vergeht und bleibt nicht.
593. »Wir haben unseren Besitz verloren«, klagen jene nicht, die beständige Tatkraft in Händen halten.
594. Der Wohlstand erkundigt sich nach dem Weg zu dem Menschen, dessen Tatkraft nicht wankt.
595. So hoch das Wasser steigt, so lang wächst der Blütenstängel; so groß das Herz ist, so hoch steigt der Mensch.
596. Denke stets an hohe Ziele; selbst wenn sie dir versagt bleiben, gib diese Ausrichtung nicht auf.
597. Standhafte verzagen nicht im Zusammenbruch, wie der Elefant trotz eingedrungener Pfeile seine Größe wahrt.
598. Wer keine innere Tatkraft besitzt, gewinnt nicht die Freude, sich in dieser Welt einen großzügigen Geber nennen zu dürfen.
599. Obwohl der Elefant groß ist und scharfe Stoßzähne besitzt, fürchtet er den angreifenden Tiger.
600. Tatkraft ist die Stärke des Herzens; wer sie nicht besitzt, ist ein Baum und unterscheidet sich nur der Gestalt nach.
61. Trägheit überwinden (Verse 601–610)
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601. Das unvergängliche Licht einer Familie erlischt, wenn sich der dunkle Ruß der Trägheit darauf legt.
602. Wer seine Familie zu einer würdigen Familie machen will, soll die Trägheit selbst träge machen.
603. Das Haus des Toren, der sich der Trägheit hingibt, geht noch vor ihm selbst zugrunde.
604. Wo Menschen in Trägheit versinken und edle Anstrengung meiden, verfällt die Familie und wachsen die Fehler.
605. Aufschub, Vergesslichkeit, Trägheit und Schlaf: Diese vier sind das beliebte Schiff derer, die dem Untergang entgegenfahren.
606. Selbst königliche Unterstützung bringt den Trägen nur schwer einen ehrenvollen Gewinn.
607. Wer die Trägheit liebt und keine ernsthafte Anstrengung unternimmt, muss tadelnde und verächtliche Worte hören.
608. Nistet sich Trägheit in einem vornehmen Haus ein, macht sie es zum Sklaven seiner Feinde.
609. Gibt ein Mensch seine Trägheit auf, verschwinden die Mängel, die sein Haus und seine Tatkraft belasteten.
610. Ein König ohne Trägheit gewinnt das ganze Gebiet, das der mit seinem Fuß die Welt messende Gott durchschritt.
62. Beharrliche Anstrengung (Verse 611–620)
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611. Gib nicht mutlos auf, weil etwas schwer ist: Beharrliche Arbeit schenkt die nötige Größe.
612. Hüte dich, deine Arbeit unvollendet zu lassen; die Welt verlässt jene, die ihre Aufgabe verlassen.
613. Die edle Freude, anderen zu helfen, gründet in beharrlicher Anstrengung.
614. Die Hilfsbereitschaft eines Menschen ohne Ausdauer versagt wie das Schwert in der Hand eines Mutlosen. Erläuterung
615. Wer nicht Genuss, sondern die vollendete Arbeit sucht, ist eine Säule, die die Not der Seinen abträgt.
616. Anstrengung schafft Wohlstand; fehlende Anstrengung führt in die Armut.
617. Bei der Trägheit wohnt die finstere Unglücksgöttin; bei der Mühe des Fleißigen wohnt die Lotusgöttin.
618. Ungünstiges Geschick ist keine Schande; zu wissen, was nötig ist, und dennoch nichts zu tun ist Schande.
619. Mag das Geschick den Erfolg verweigern: Die Mühe schenkt doch den Lohn der geleisteten Anstrengung.
620. Wer ohne Wanken und ohne Verzögerung arbeitet, sieht selbst das Schicksal den Rücken kehren.
63. In der Not nicht verzagen (Verse 621–630)
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621. Wenn Not kommt, lächle: Nichts vermag sie so wirksam zu überwinden.
622. Eine Flut von Schwierigkeiten vergeht im Herzen des Einsichtigen, sobald er sie verständig betrachtet.
623. Wer im Leid nicht dem Leiden verfällt, bereitet dem Leiden selbst Leid.
624. Wer wie ein Zugochse jeden versperrten Weg bewältigt, dem gegenüber geraten die Schwierigkeiten selbst in Schwierigkeit.
625. Mögen Schwierigkeiten sich aufeinanderhäufen: Wer nicht aufgibt, bringt sie selbst in Bedrängnis.
626. Klagen jene »Wir haben alles verloren«, die sich zuvor nicht an »Wir besitzen« geklammert haben?
627. Wer weiß, dass der Körper dem Leid ausgesetzt ist, lässt sein Handeln nicht von Bestürzung bestimmen.
628. Wer nicht nach Lust jagt und Leid als Teil des Lebens erkennt, wird vom Leiden nicht überwältigt.
629. Wer sich in der Freude nicht an Freude klammert, wird im Leid nicht durch das Leid bedrückt.
630. Wer Unangenehmes wie Angenehmes annimmt, gewinnt eine Größe, die selbst seine Feinde bewundern.
64. Der Minister (Verse 631–640)
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631. Ein Minister versteht die Mittel, den Zeitpunkt, die Vorgehensweise und die Schwierigkeit des zu vollbringenden Werkes.
632. Festigkeit, Schutz des Volkes, Lernen, Einsicht und Tatkraft: In diesen fünf soll ein Minister hervorragen.
633. Ein Minister kann gegnerische Verbündete trennen, die eigenen bewahren und Abgefallene wieder verbinden.
634. Ein Minister versteht gründlich zu prüfen, angemessen zu handeln und einen klaren, entschiedenen Rat zu geben.
635. Wer die Tugend kennt, gereift und treffend spricht und stets das Mögliche erkennt, ist ein verlässlicher Ratgeber.
636. Welche feinste List könnte Menschen überwinden, deren natürliche Urteilsschärfe durch Schriftkenntnis gestützt wird?
637. Auch wenn du die Regeln des Handelns gelernt hast, erkenne die tatsächliche Beschaffenheit der Welt und handle danach.
638. Selbst wenn der König keinen Rat annimmt und selbst nichts versteht, bleibt es Pflicht des Ministers, das Richtige zu sagen.
639. Besser siebzig Millionen Feinde als ein einziger Minister an der Seite, der auf Verderben sinnt.
640. Wer keine Fähigkeit zur Ausführung besitzt, lässt selbst sorgfältig geplante Vorhaben unvollendet.
65. Die Kraft der Rede (Verse 641–650)
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641. Die Vortrefflichkeit der Rede ist ein eigener Vorzug; sie ist in keinem anderen Vorzug enthalten.
642. Weil Gedeihen und Verderben aus Worten entstehen, bewahre deine Rede sorgsam vor Nachlässigkeit.
643. Wahre Rede bindet die Zuhörenden an sich und weckt selbst bei Fernstehenden den Wunsch zuzuhören.
644. Erkenne die Aufnahmefähigkeit der Hörenden und sprich entsprechend: Nichts fördert Tugend und Nutzen mehr.
645. Sprich erst, wenn du weißt, dass kein anderes Wort dein Wort widerlegen kann.
646. So sprechen, dass andere gern zuhören, und aus ihren Worten den Nutzen gewinnen: Das ist die Art der makellos Großen.
647. Wer treffend spricht, den Faden nicht verliert und keine Furcht zeigt, ist im Streit schwer zu besiegen.
648. Wer geordnet und angenehm zu sprechen vermag, dessen Aufforderung folgt die Welt bereitwillig.
649. Viele Worte wollen jene machen, die nicht verstehen, wenige fehlerfreie Worte zu sprechen.
650. Wer sein Erlerntes nicht verständlich entfalten kann, gleicht einem Blütenbüschel ohne Duft.
66. Reinheit des Handelns (Verse 651–660)
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651. Gute Unterstützung bringt Wohlstand; gutes Handeln bringt alles Erwünschte.
652. Meide stets Taten, die weder guten Ruf noch sittlichen Gewinn bringen.
653. Wer emporsteigen will, soll Handlungen meiden, die seinen Glanz verdunkeln.
654. Menschen mit unerschütterlich klarem Urteil tun selbst in Not nichts Erniedrigendes.
655. Tu nichts, worüber du später klagen müsstest: »Was habe ich getan!« Ist es doch geschehen, tue es nicht wieder.
656. Selbst wenn du deine Mutter hungern siehst, vollbringe keine Tat, die gute Menschen verurteilen.
657. Die äußerste Armut guter Menschen ist besser als Reichtum, der mit Schande erkauft wurde.
658. Wer verbotene Taten dennoch vollbringt, dem bringen sie Leiden, selbst wenn sie erfolgreich sind.
659. Was man unter fremden Tränen gewinnt, vergeht unter eigenen Tränen; recht erworbenes Gut trägt später Frucht, selbst wenn es zunächst verloren geht.
660. Mit unredlich erworbenem Gut etwas bewahren zu wollen gleicht dem Aufbewahren von Wasser in einem ungebrannten Tongefäß.
67. Festigkeit im Handeln (Verse 661–670)
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661. Festigkeit im Handeln ist Festigkeit des Herzens; alles andere ist davon verschieden.
662. Schädliches verhüten und bei eingetretenem Schaden nicht verzagen: Diese beiden Grundsätze nennen die erfahrenen Prüfer.
663. Ein Vorhaben erst bei seiner Vollendung offenzulegen ist Tatkraft; seine vorzeitige Enthüllung kann endloses Leid bringen.
664. Etwas zu sagen ist jedem leicht; nach dem Gesagten zu handeln ist schwer.
665. Die Tatfestigkeit bewährter Menschen erreicht den König und gewinnt Anerkennung.
666. Was sie geplant haben, erreichen die Planenden genau so, wenn sie in der Durchführung standhaft bleiben.
667. Verachte niemanden wegen seiner Gestalt: Es gibt Menschen, die wie der kleine Achsnagel einen großen Wagen zusammenhalten.
668. Was du klar erkannt und beschlossen hast, führe ohne Wanken und ohne Aufschub aus.
669. Mag eine Tat Mühe und Leid bereiten: Führe sie entschlossen aus, wenn sie am Ende Freude bringt.
670. Wer keine Festigkeit im Handeln besitzt, den achtet die Welt nicht, welche anderen Stärken er auch haben mag.
68. Das angemessene Vorgehen (Verse 671–680)
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671. Am Ende der Beratung steht der Entschluss; nach dem Entschluss zu zögern ist schädlich.
672. Lass warten, was warten darf; lass niemals warten, was keinen Aufschub verträgt.
673. Handle unmittelbar, wo es möglich ist; wo es nicht möglich ist, suche den geeigneten Weg zum Handeln.
674. Unvollendete Arbeit und nicht beigelegte Feindschaft gleichen einem Feuerrest: Sie wachsen weiter und vernichten.
675. Besitz, Mittel, Zeit, Aufgabe und Ort: Prüfe diese fünf ohne Unklarheit, bevor du handelst.
676. Bedenke die Vollendung, die Hindernisse und den großen Nutzen nach dem Abschluss; dann handle.
677. Wer eine Arbeit ausführt, soll sich das Verständnis dessen aneignen, der ihr inneres Wesen kennt.
678. Mit einer Tat eine weitere zu vollbringen gleicht dem Fang eines Elefanten mithilfe eines anderen Elefanten.
679. Dringlicher als Wohltaten für die eigenen Freunde ist es, bisher Unverbundene auf die eigene Seite zu ziehen. Erläuterung
680. Fürchten kleinere Herrscher die Angst ihres Volkes, nehmen sie ein Friedensangebot an und beugen sich dem mächtigeren Herrscher.
69. Der Gesandte (Verse 681–690)
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681. Verbundenheit, angemessene Herkunft und Eigenschaften, die Könige schätzen, kennzeichnen einen Gesandten.
682. Loyalität, Einsicht und überlegte Redefähigkeit sind drei unverzichtbare Eigenschaften des Gesandten.
683. Wer vor lanzentragenden Königen für den Sieg seines Herrn spricht, muss unter Schriftkundigen besonders schriftkundig sein.
684. Wer natürliche Einsicht, ein ansprechendes Auftreten und gründlich geprüfte Bildung vereint, kann eine Gesandtschaft übernehmen.
685. Ein Gesandter spricht knapp, lässt Verletzendes weg und redet freundlich, sodass seinem Herrn Nutzen entsteht.
686. Ein Gesandter ist gebildet, fürchtet keine strengen Blicke, spricht überzeugend und erkennt das zur Zeit Passende.
687. Der beste Gesandte kennt seine Pflicht, beachtet Zeit und Ort und spricht nach reiflicher Überlegung.
688. Reinheit, hilfreiche Verbindungen und Mut, verbunden mit Wahrhaftigkeit, befähigen dazu, eine Botschaft verlässlich auszurichten.
689. Die Botschaft eines Königs übermittelt der Standhafte, der selbst versehentlich kein unwürdiges Wort über die Lippen bringt.
690. Auch wenn die Botschaft den Tod bringt, darf der Gesandte nicht davor zurückschrecken, den Auftrag seines Herrn zuverlässig zu erfüllen.
70. Der Umgang mit Herrschern (Verse 691–700)
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691. Wer mit mächtigen Königen lebt, halte es wie ein Mensch am Feuer: weder zu nahe noch zu fern.
692. Nicht nach dem zu verlangen, was der König begehrt, bringt dem Minister durch den König bleibenden Gewinn.
693. Wer sich bewahren will, hüte sich vor schweren Verfehlungen; einmal geweckten Verdacht zu zerstreuen ist kaum möglich.
694. Flüstern mit anderen und vertrauliches Lachen soll man in Gegenwart des Herrschers meiden.
695. Belausche keine Geheimnisse und forsche ihnen nicht nach; höre zu, wenn der König sie selbst mitteilt.
696. Erkenne seine Stimmung und den rechten Zeitpunkt; sprich über das Erwünschte in einer Weise, die keinen Widerwillen weckt.
697. Sprich über das Förderliche; über Nutzloses sprich selbst dann nicht, wenn du danach gefragt wirst.
698. Denke nicht geringschätzig: »Er ist jünger« oder »Er ist unser Verwandter«; begegne ihm entsprechend seiner königlichen Würde.
699. Menschen von unerschütterlichem Urteil tun nichts Ungehöriges mit dem Gedanken: »Wir stehen ja in seiner Gunst.«
700. Wer aus alter Vertrautheit unangemessene Freiheiten beansprucht, richtet sich selbst zugrunde.
71. Unausgesprochene Zeichen verstehen (Verse 701–710)
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701. Wer aus einem Blick versteht, was nicht ausgesprochen wurde, ist ein Schmuck der vom unversiegenden Meer umgebenen Welt.
702. Achte den wie einen Gott, der ohne Zweifel erkennt, was im Herzen eines anderen liegt.
703. Wer aus Zeichen die unausgesprochenen Absichten erkennt, den gewinne, welchen Teil deines Besitzes er auch verlangt.
704. Wer unausgesprochene Gedanken versteht, unterscheidet sich von anderen, mögen ihre Körper auch gleich aussehen.
705. Welchen Nutzen haben Augen unter den Gliedern, wenn sie aus Zeichen keine Absicht erkennen können?
706. Wie ein Kristall das Nahe widerspiegelt, zeigt das Gesicht, was im Herzen überwiegt.
707. Was erkennt schneller als das Gesicht? Ob Freude oder Unwillen: Es zeigt beides zuerst.
708. Es genügt, einander ins Gesicht zu sehen, wenn der andere ins Herz blickt und versteht, was darin vorgeht.
709. Die Augen verraten Feindschaft und Freundschaft, wenn man jemanden hat, der ihre verschiedenen Blicke zu deuten versteht.
710. Prüft man das Messgerät derer, die sich scharfsinnig nennen, findet man kein anderes als ihre Augen.
72. Die Versammlung kennen (Verse 711–720)
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711. Wer die Ordnung der Worte kennt, prüfe die Versammlung, überlege und spreche dann.
712. Wer den Gang der Rede versteht, erkenne die passende Gelegenheit und spreche mit klarem Verständnis.
713. Wer ohne Kenntnis der Versammlung zu sprechen beginnt, kennt weder die Beschaffenheit der Rede noch die nötige Befähigung.
714. Leuchte vor den Einsichtigen; vor den Unverständigen nimm die unauffällige Weiße des Kalks an.
715. Unter allen guten Eigenschaften ist die Zurückhaltung besonders gut, nicht vor den Älteren das Wort an sich zu reißen.
716. Vor Menschen umfassender Einsicht den Halt zu verlieren gleicht dem Abkommen vom rechten Weg.
717. Die Bildung der Gelehrten erstrahlt in einer Versammlung, die Worte ohne Fehler zu prüfen versteht.
718. Zu Menschen mit eigener Einsicht zu sprechen gleicht dem Bewässern eines Beetes, in dem die Pflanzen bereits wachsen.
719. Wer vor Guten treffend reden kann, soll solche Worte nicht einmal versehentlich vor Unwürdigen verschwenden.
720. Vor Menschen ohne entsprechende Aufnahmefähigkeit zu sprechen gleicht dem Ausgießen von Nektar in eine unreine Rinne.
73. Vor der Versammlung furchtlos sein (Verse 721–730)
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721. Wer die Arten der Rede kennt und die Versammlung versteht, wird vor den Fähigen nicht aus Furcht ins Stocken geraten.
722. Unter den Gelehrten gilt als gelehrt, wer sein Wissen den Gelehrten verständlich und überzeugend darlegen kann.
723. Viele sind bereit, vor Feinden zu sterben; wenige bleiben vor einer gelehrten Versammlung ohne Furcht.
724. Trage den Gelehrten dein Wissen überzeugend vor und lerne von denen, die mehr wissen als du.
725. Lerne die Kunst des folgerichtigen Prüfens gründlich, damit du vor einer Versammlung furchtlos antworten kannst.
726. Was soll ein Schwert bei einem Menschen ohne Mut? Was sollen Schriften bei einem Menschen, der sich vor Einsichtigen fürchtet?
727. Das Wissen eines vor der Versammlung Ängstlichen gleicht einem glänzenden Schwert in der Hand eines Mutlosen vor seinen Feinden. Erläuterung
728. Mag einer vieles gelernt haben: Ohne die Fähigkeit, vor Guten überzeugend Gutes zu sagen, bleibt es ohne Nutzen.
729. Wer gelernt und verstanden hat, aber eine gute Versammlung fürchtet, gilt als geringer als ein Ungebildeter.
730. Wer aus Furcht vor der Versammlung sein Wissen nicht wirksam vortragen kann, gleicht trotz seines Daseins einem Abwesenden.
74. Das Land (Verse 731–740)
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731. Ein Land ist dort, wo unversiegender Ertrag, würdige Menschen und Wohlhabende ohne Erniedrigung zusammenkommen.
732. Ein Land wird um seines großen Reichtums willen begehrt und gedeiht, weil verheerende Gefahren selten sind.
733. Ein Land trägt auch zusätzlich aufgebürdete Lasten und leistet seinem Herrscher dennoch die volle Abgabe.
734. Ein gutes Land ist frei von drückendem Hunger, dauernden Seuchen und vernichtenden Feinden.
735. Ein Land soll frei sein von zersetzenden Parteien, verderblicher innerer Feindschaft und Gewalttätern, die den König bedrängen.
736. Das beste Land kennt keine Verwüstung; selbst wenn es getroffen wird, verliert es seine Ertragskraft nicht.
737. Wasser von oben und unten, geeignete Berge, von ihnen kommende Flüsse und starke Festungen sind die Glieder eines Landes.
738. Gesundheit, Wohlstand, Ertrag, Lebensfreude und Sicherheit: Diese fünf gelten als Schmuck eines Landes.
739. Ein Land heißt Land, wenn es Wohlstand von sich aus gewährt; wo man ihn mühsam suchen muss, ist es kein solches Land.
740. Selbst mit all diesen Vorzügen bleibt ein Land unsicher, wenn zwischen Herrscher und Volk keine gute Verbindung besteht.
75. Die Festung (Verse 741–750)
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741. Eine Festung nützt sowohl dem, der zum Angriff auszieht, als auch dem, der vor Gefahr Schutz sucht.
742. Klares Wasser, freies Gelände, Berge und kühle Schattenwälder machen eine Festung aus.
743. Höhe, Breite, Stärke und schwere Zugänglichkeit: Diese vier fordern die Schriften von einer Festung.
744. Eine Festung bietet weiten Innenraum, wenige zu bewachende Zugänge und bricht den Mut der Angreifer.
745. Eine Festung ist schwer einzunehmen, reich an Nahrung und für ihre Verteidiger leicht zu halten.
746. Eine Festung besitzt alle nötigen Vorräte und gute Kämpfer, die im entscheidenden Augenblick helfen.
747. Eine Festung lässt sich weder durch Belagerung noch durch Sturm oder Täuschung erobern.
748. Eine Festung ermöglicht ihren Verteidigern, ihren Platz zu halten und selbst überlegene Belagerer zu besiegen.
749. Eine Festung bewährt ihre Größe durch die Taten, mit denen sie die Angreifer schon vor ihren Mauern niederwirft.
750. Mag eine Festung jede andere Stärke besitzen: Ohne tatkräftige Verteidiger ist sie keine Festung.
76. Wohlstand erwerben (Verse 751–760)
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751. Nichts außer Besitz macht Menschen, denen keine Bedeutung beigemessen wird, zu Menschen von Bedeutung.
752. Die Armen verachten alle; die Reichen ehren alle.
753. Reichtum ist eine verlässliche Leuchte: Er gelangt an den gewünschten Ort und vertreibt dort die Finsternis.
754. Ein mit Sachkenntnis und ohne Unrecht erworbener Besitz schenkt Tugend und Freude.
755. Wohlstand, der nicht mit Erbarmen und Liebe zufließt, soll man zurückweisen, statt ihn anzuhäufen.
756. Zufallendes Gut, Zolleinnahmen und die den Feinden abgenommene Beute bilden den Besitz des Königs.
757. Das Erbarmen, ein Kind der Liebe, wächst unter der Pflege der wohlhabenden Amme Besitz.
758. Mit eigenen Mitteln eine Aufgabe zu unternehmen gleicht dem Betrachten eines Elefantenkampfes von einem Hügel aus.
759. Erwirb Wohlstand: Keine schärfere Waffe gibt es, um den Hochmut deiner Feinde zu brechen.
760. Wer auf gute Weise reichen Besitz erwirbt, dem werden die beiden anderen Güter, Tugend und Freude, leicht zugänglich.
77. Die Stärke des Heeres (Verse 761–770)
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761. Ein vollständig gegliedertes Heer, das Verwundung nicht fürchtet und siegt, ist der höchste Schatz des Königs.
762. Auch bei Schwächung und Bedrängnis Verletzung nicht zu fürchten: Diese Härte besitzt vor allem ein altbewährtes Heer.
763. Was bedeutet es, wenn feindliche Ratten wie das Meer lärmen? Beim Atem der Schlange vergehen sie.
764. Ein Heer wahrt seinen alten Mut, lässt sich nicht vernichten und läuft nicht zum Gegner über.
765. Ein Heer vermag geschlossen standzuhalten, selbst wenn der Tod persönlich wütend anrückt.
766. Tapferkeit, Ehre, bewährte Vorgehensweise und Verlässlichkeit: Diese vier sind der Schutz eines Heeres.
767. Ein Heer versteht dem feindlichen Ansturm standzuhalten und seine eigene Vorhut voranzubringen.
768. Selbst ohne große Angriffskraft und Widerstandsstärke gewinnt ein Heer durch seine geordnete Aufstellung Ansehen.
769. Ein Heer siegt, wenn es frei bleibt von Auszehrung, unheilbarem Unmut und Mangel.
770. Mag es viele standhafte Soldaten besitzen: Ohne fähige Heerführer hat ein Heer keinen Bestand.
78. Der Stolz der Krieger (Verse 771–780)
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771. Ihr Feinde, stellt euch meinem Herrn nicht entgegen! Viele taten es einst und stehen heute nur noch als Gedenksteine da.
772. Lieber eine Lanze tragen, die einen Elefanten verfehlte, als einen Pfeil, der im Wald einen Hasen traf.
773. Härte im Kampf nennt man großen Mut; dem bedrängten Gegner zu helfen ist die schärfste Spitze dieses Mutes.
774. Er hat seine Lanze auf den Elefanten geworfen und sucht eine neue: Lächelnd zieht er die Lanze aus seinem eigenen Leib.
775. Ist es für tapfere Kämpfer nicht schon Flucht, vor der heranfliegenden Lanze die kampfentschlossenen Augen zu schließen?
776. Alle Tage ohne ruhmvolle Wunde zählt der Held zu den vertanen Tagen seines Lebens.
777. Wer weltumspannenden Ruhm begehrt und sein Leben nicht festhält, dessen Heldenfußring wird zum würdigen Schmuck.
778. Furchtlose Kämpfer mindern ihren Mut nicht, selbst wenn ihr König ihnen zürnt.
779. Wer wollte denen einen Fehler vorwerfen, die lieber sterben, als ihr gegebenes Wort zu brechen?
780. Wenn ihr Tod die Augen ihres Herrn mit Tränen füllt, ist ein solcher Tod selbst des Erbittens wert.
79. Freundschaft (Verse 781–790)
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781. Was ist schwerer zu gewinnen als Freundschaft? Und welcher Schutz ist schwerer zu überwinden als sie?
782. Die Freundschaft der Einsichtigen wächst wie der zunehmende Mond; die der Toren schwindet wie der abnehmende Vollmond.
783. Wie ein gutes Buch beim wiederholten Lesen erfreut, erfreut der Umgang mit guten Menschen umso mehr, je vertrauter er wird.
784. Freundschaft besteht nicht bloß im gemeinsamen Lachen; sie soll rechtzeitig eingreifen, wenn einer das rechte Maß überschreitet.
785. Weder Zusammenleben noch ständiger Umgang schafft Freundschaft: Übereinstimmendes Verstehen begründet ihre Vertrautheit.
786. Ein Lächeln im Gesicht ist noch keine Freundschaft; Freundschaft ist das Lächeln tief im Herzen.
787. Freundschaft hält vom Verderben ab, führt auf den guten Weg und teilt das Leid, wenn Unglück dennoch eintritt.
788. Wie die Hand sofort nach dem verrutschenden Gewand greift, so eilt Freundschaft herbei, um Not zu beheben.
789. Worin liegt die feste Stätte der Freundschaft? Darin, ohne Schwanken mit allem Vermögen beizustehen.
790. »So viel bedeutet er uns, so viel wir ihm«: Solches Aufrechnen macht selbst eine gerühmte Freundschaft gering.
80. Freundschaften prüfen (Verse 791–800)
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791. Nichts schadet mehr als ungeprüfte Freundschaft: Wer sich einmal freundschaftlich gebunden hat, kann sie nicht einfach aufgeben.
792. Eine Freundschaft, die nicht wiederholt geprüft wurde, kann am Ende Leid bis zum Tod bringen.
793. Prüfe Charakter, Herkunft, Fehler und die Beständigkeit seines Umfelds; dann schließe Freundschaft.
794. Die Freundschaft eines Menschen guter Herkunft, der sich vor eigener Schande fürchtet, soll man selbst um einen Preis gewinnen.
795. Suche dir Freunde, die dich zur Besinnung bringen, auch scharf tadeln können und den rechten Weg verstehen.
796. Selbst Unglück hat einen Nutzen: Es ist der Maßstab, mit dem man die Verbundenheit der Freunde ausmessen kann.
797. Ein wirklicher Gewinn ist, sich von der Freundschaft der Toren zu lösen.
798. Lass keinen Gedanken zu, der deinen Mut verkleinert, und keinen Freund, der dich in der Not verlässt.
799. Die Erinnerung an Freunde, die einen in der Not verließen, verbrennt das Herz noch in der Todesstunde.
800. Halte an der Freundschaft Makelloser fest; löse dich selbst um einen Preis von Menschen, die nicht zu dir passen.
81. Alte Vertrautheit (Verse 801–810)
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801. Was heißt alte Vertrautheit? Eine Freundschaft, die die Freiheiten der Verbundenheit in keiner Weise beschneidet.
802. Zur Freundschaft gehören vertrauliche Freiheiten; sie freundlich anzunehmen ist die Pflicht guter Menschen.
803. Was nützt alte Freundschaft, wenn man die aus Vertrautheit geschehenen Taten des Freundes nicht wie die eigenen anerkennt?
804. Handeln Freunde aus Vertrautheit ungefragt, nehmen die wahrhaft Verbundenen es gern an.
805. Tun Freunde etwas Kränkendes, halte es für Unbedachtheit oder für die Freiheit großer Vertrautheit.
806. Wer die Grenzen echter Freundschaft wahrt, verlässt alte Vertraute selbst in der Not nicht.
807. Wer in dauernder Liebe verbunden ist, verliert seine Zuneigung nicht, selbst wenn der Freund ihm Schaden zufügt.
808. Wer keine Verleumdung seines Freundes anhört, für den ist dessen Fehltritt ein Tag, an dem sich Freundschaft bewähren kann.
809. Die Welt liebt jene, die eine beständige alte Freundschaft nicht aufgeben.
810. Selbst Feinde achten Menschen, deren Liebe zu alten Freunden sich nicht wandelt.
82. Schädliche Freundschaft (Verse 811–820)
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811. Mag ihre Zuneigung noch so verzehrend wirken: Die Freundschaft Charakterloser soll lieber abnehmen als wachsen.
812. Was gewinnt man oder verliert man an Freunden, die sich bei Nutzen anschließen und bei fehlendem Nutzen verschwinden?
813. Freunde, die ihren Gewinn berechnen, käufliche Liebende, die auf Bezahlung sehen, und Diebe sind einander gleich.
814. Besser Einsamkeit als Gefährten, die einem ungeschulten Pferd gleichen, das seinen Reiter in der Schlacht abwirft.
815. Besser, eine schlechte Freundschaft gar nicht zu gewinnen, als sich auf Niedrige zu verlassen, die keinen Schutz gewähren.
816. Die Feindschaft eines Einsichtigen ist millionenfach besser als die enge Freundschaft eines Toren.
817. Offene Feinde bringen hundertmillionenfach mehr Nutzen als Freunde, die nur zum Lachen da sind.
818. Ziehe dich ohne Ankündigung nach und nach von Freunden zurück, die selbst mögliche Aufgaben unmöglich machen.
819. Die Freundschaft von Menschen, deren Taten ihren Worten widersprechen, schmerzt selbst im Traum.
820. Meide selbst die geringste Nähe zu denen, die dich zu Hause umarmen und öffentlich schmähen.
83. Falsche Freundschaft (Verse 821–830)
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821. Die Freundschaft eines Menschen ohne innere Verbundenheit gleicht einem Werkzeug, das beim passenden Anlass zum Zuschlagen bereitliegt.
822. Die Freundschaft derer, die vertraut erscheinen, ohne es zu sein, wechselt wie das Herz der Frauen. Erläuterung
823. Mag einer viele gute Schriften studiert haben: Ein gutes Herz zu gewinnen bleibt für manche schwer.
824. Fürchte die Täuschenden, deren Gesicht freundlich lacht, während ihr Herz Böses birgt.
825. Wer im Herzen nicht mit dir übereinstimmt, dessen Worten darfst du in keiner Sache vertrauen.
826. Auch wenn Unverbundene wie Freunde Gutes sagen, zeigt sich bald der falsche Klang ihrer Rede.
827. Vertraue nicht den sich beugenden Worten eines Feindes: Auch der Bogen beugt sich, um Schaden zu bringen.
828. Selbst in den gefalteten Händen eines Feindes verbirgt sich eine Waffe; ebenso in seinen vergossenen Tränen.
829. Wer dir überschwänglich freundlich begegnet und dich innerlich verachtet, dem begegne freundlich, während du die Freundschaft innerlich löst.
830. Wenn Feindschaft als Freundschaft auftritt, wahre zunächst das freundliche Gesicht, löse die innere Bindung und gib schließlich auch den Umgang auf.
84. Torheit (Verse 831–840)
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831. Was heißt Torheit? Das Schädliche anzunehmen und den Nutzen fahren zu lassen.
832. Die größte Torheit besteht darin, sich an etwas zu hängen, das einem nicht zukommt.
833. Schamlosigkeit, mangelndes Streben, Lieblosigkeit und das Vernachlässigen alles Bewahrenswerten kennzeichnen den Toren.
834. Kein Tor übertrifft den, der gelernt, verstanden und andere belehrt hat, sich selbst aber nicht danach richtet.
835. Ein Tor schafft in einer einzigen Geburt genug Unheil, um in sieben Geburten in der Hölle zu leiden.
836. Übernimmt ein Tor eine Arbeit, die er nicht versteht, scheitert nicht nur das Werk: Er legt sich selbst in Fesseln.
837. Fällt einem Toren großer Reichtum zu, schwelgen Fremde, während seine Angehörigen hungern.
838. Besitz in der Hand eines Toren gleicht dem Rausch eines Menschen, dessen Geist ohnehin verwirrt ist.
839. Wie angenehm ist doch die Freundschaft mit Toren: Beim Abschied verursacht sie keinerlei Schmerz.
840. Ein Tor in der Versammlung der Weisen gleicht einem ungewaschenen Fuß auf einem reinen Bett.
85. Beschränkte Einsicht (Verse 841–850)
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841. Mangel an Einsicht ist der Mangel aller Mängel; anderen Mangel betrachtet die Welt nicht als ebenso schwer.
842. Gibt ein Tor von Herzen eine Gabe, liegt dies allein am guten Verdienst des Empfängers.
843. Das Leid, das Toren sich selbst zufügen, könnten ihnen selbst ihre Feinde kaum bereiten.
844. Was heißt beschränkte Einsicht? Der Hochmut, zu behaupten: »Wir wissen klar Bescheid.«
845. Wissen vorzutäuschen, das man nicht erworben hat, weckt Zweifel selbst an dem, was man wirklich weiß.
846. Nur die Blöße zu bedecken ist Torheit, wenn man die eigenen Fehler nicht beseitigt.
847. Wer kostbare Unterweisung achtlos beiseitelässt, lädt sich aus eigenem Antrieb große Not auf.
848. Er folgt keinem Rat und findet selbst keine Klarheit: Ein solches Leben bleibt bis zum Ende eine Krankheit.
849. Wer einen Uneinsichtigen belehren will, erscheint selbst uneinsichtig; jener hält weiterhin allein seine eigene Sicht für Einsicht.
850. Wer leugnet, was die Welt als vorhanden anerkennt, wird wie ein umhergehender Ungeist betrachtet.
86. Feindseligkeit (Verse 851–860)
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851. Feindseligkeit ist eine Krankheit: Sie nährt unter allen Lebewesen die lieblos trennende Haltung.
852. Mag einer aus Entfremdung Unangenehmes tun: Aus Hass ihm Leid zuzufügen, soll man dennoch meiden.
853. Wer die schmerzhafte Krankheit der Feindseligkeit beseitigt, gewinnt einen unvergänglich leuchtenden Ruhm.
854. Ist der Hass, das Leid unter den Leiden, vernichtet, entsteht Freude unter allen Freuden.
855. Wer könnte die überwinden, die sich dem aufsteigenden Hass nicht hingeben?
856. Wer meint, im Hass immer weiterzugehen sei angenehm, dessen Leben nähert sich rasch Irrtum und Verderben.
857. Menschen mit leidbringender, streitsüchtiger Einsicht erkennen nicht die Wahrheit, die zur Größe führt.
858. Dem Hass zu widerstehen bringt Gedeihen; ihm freien Lauf zu lassen bringt Verderben.
859. Wenn Glück naht, sieht man keinen Anlass zum Hass; wenn man den Untergang sucht, vergrößert man ihn.
860. Aus Feindschaft entsteht alles Schmerzhafte; aus Freundschaft entsteht der große Reichtum guter Lebensführung.
87. Die Stärke von Gegnern (Verse 861–870)
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861. Hüte dich vor Feindschaft mit Stärkeren; versäume nicht, gegen Schwächere entschieden vorzugehen. Erläuterung
862. Wie kann einer ohne Liebe, ohne starke Verbündete und ohne eigene Kraft die Stärke seiner Feinde überwinden?
863. Wer grundlos fürchtet, nichts versteht, keine Verbindung pflegt und nichts gibt, ist seinen Feinden leicht ausgeliefert.
864. Wer seinen Zorn nicht zügelt und keine Beständigkeit besitzt, ist überall, jederzeit und für jeden leicht zu besiegen.
865. Wer den rechten Weg nicht prüft, das Gebotene versäumt, Schande nicht scheut und keine Tugend besitzt, erfreut seine Feinde.
866. Die Feindschaft eines Menschen mit blindem Zorn und unermesslicher Begierde darf man sich wünschen.
867. Gewinne selbst um einen Preis die Feindschaft dessen, der nahe bei dir steht und dennoch gegen die Sache handelt.
868. Wer keine guten Eigenschaften und viele Fehler besitzt, bleibt ohne Verbündete: Das ist ein Vorteil für seine Feinde.
869. Unwissende und furchtsame Gegner verschaffen ihren Bezwingern unaufhörliche Freude.
870. Wer nicht einmal den kleinen Gewinn eines Sieges über einen unwissenden Gegner erringt, dem bleibt Ruhm stets fern. Erläuterung
88. Feindschaft richtig einschätzen (Verse 871–880)
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871. Feindschaft ist ein Übel, das man nicht einmal im Scherz wünschen soll.
872. Magst du dir die zu Feinden machen, deren Pflug der Bogen ist: Mache dir nicht die zu Feinden, deren Pflug das Wort ist.
873. Wer allein steht und sich viele Feinde macht, ist törichter als ein vom Wahn Ergriffener.
874. Die Welt ruht in der Größe dessen, der Feinde in Freunde zu verwandeln versteht.
875. Stehst du ohne Hilfe zwei Feinden gegenüber, gewinne einen von ihnen als hilfreichen Verbündeten.
876. Ob du ihn bereits geprüft hast oder nicht: In der eigenen Not lass den Gegner weder ganz an dich heran noch brich endgültig mit ihm. Erläuterung
877. Erzähle dein Leid nicht denen, die es nicht verstehen, und offenbare deinen Feinden nicht deine Schwäche.
878. Erkenne die richtige Vorgehensweise, stärke dich und schütze dich: So vergeht der Hochmut deiner Feinde.
879. Fälle den Dornbaum, solange er jung ist; ausgewachsen verletzt er die Hand dessen, der ihn fällen will.
880. Wer die Übermacht seiner Feinde nicht bricht, wird nicht einmal lange genug leben, um frei zu atmen.
89. Innere Feindschaft (Verse 881–890)
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881. Selbst Schatten und Wasser sind schlimm, wenn sie krank machen; ebenso Angehörige, deren Umgang Leid verursacht.
882. Fürchte nicht Feinde, die wie gezogene Schwerter erscheinen; fürchte Feinde, die als Verwandte auftreten.
883. Fürchte innere Feindschaft und schütze dich: Im Augenblick deiner Schwäche schneidet sie dich entzwei wie das Werkzeug den Töpferton.
884. Entsteht verborgene Feindschaft in einem ungezügelten Herzen, führt sie zu Entfremdung und vielen weiteren Schäden.
885. Entsteht Feindschaft innerhalb der Verwandtschaft, bringt sie vielerlei Übel bis hin zum Tod.
886. Wo unter ursprünglich Verbundenen Zwietracht entsteht, ist dauernder Bestand kaum möglich.
887. Mögen sie wie Gefäß und Deckel zusammenpassen: Eine Familie mit innerer Feindschaft ist niemals wirklich vereint.
888. Eine von innerer Feindschaft erfüllte Familie wird wie gefeiltes Metall abgetragen und verliert ihre Kraft.
889. Mag die innere Feindschaft nur so klein wie ein gespaltenes Sesamkorn sein: In ihr wohnt bereits das Verderben.
890. Mit Menschen ohne innere Übereinstimmung zu leben gleicht dem Wohnen mit einer Schlange in derselben Hütte.
90. Die Großen nicht verletzen (Verse 891–900)
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891. Die Macht der Fähigen nicht zu unterschätzen ist der wichtigste Schutz unter allen Schutzmaßnahmen.
892. Wer große Menschen ohne Achtung behandelt, zieht sich durch sie unablässiges Leid zu.
893. Willst du zugrunde gehen, handle ohne auf Rat zu hören; willst du vernichtet werden, vergreife dich an den Mächtigen.
894. Wenn Schwache Mächtigen Unrecht tun, winken sie gleichsam dem Tod, näherzukommen.
895. Wer den Zorn eines mächtigen Königs erregt hat, findet nirgends dauernden Aufenthalt, wohin er auch geht.
896. Wer vom Feuer verbrannt wurde, kann noch überleben; wer sich an wahrhaft Großen vergeht, findet keine Rettung.
897. Was nützen ein prachtvoll geordnetes Leben und himmelhoher Reichtum, wenn die würdigen Großen zürnen?
898. Beschließen die berggleichen Großen den Untergang, verschwinden selbst die scheinbar Unerschütterlichen samt ihrem Haus von der Erde.
899. Zürnen Menschen mit erhabenen Grundsätzen, zerbricht selbst die Herrschaft eines Königs.
900. Selbst Menschen mit mächtigen Verbündeten entkommen nicht, wenn ihnen die grenzenlos erhabenen Großen zürnen.
91. Abhängigkeit von der Ehefrau (Verse 901–910)
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901. Wer sich von der Begierde nach seiner Frau leiten lässt, gewinnt keine Würde; für den Tatkräftigen ist gerade dies unerwünscht. Erläuterung
902. Der Besitz eines Mannes, der seine Selbstständigkeit aufgibt und weiblicher Anziehung folgt, bringt ihm große Schande.
903. Die Unterwürfigkeit vor der eigenen Frau lässt einen Mann unter rechtschaffenen Menschen stets beschämt dastehen.
904. Wer seine Frau fürchtet und damit sein höheres Heil versäumt, dessen Unternehmungen erlangen keinen ehrenvollen Erfolg.
905. Wer seine Frau fürchtet, fürchtet sich stets auch davor, guten Menschen Gutes zu tun.
906. Mögen sie wie die Götter leben: Wer die bambusgleichen Schultern seiner Frau fürchtet, besitzt keine Würde.
907. Die Würde einer schamhaften Frau übertrifft die Männlichkeit eines Mannes, der nur den Anweisungen einer Frau folgt.
908. Wer allein dem Wunsch seiner schönstirnigen Frau folgt, behebt weder die Not seiner Freunde noch vollbringt er Gutes.
909. Bei denen, die nur den Anweisungen ihrer Frau folgen, finden sich weder Tugend noch rechter Erwerb noch die übrigen Lebensgüter.
910. Wer überlegte Entschlossenheit und die daraus erwachsene Stärke besitzt, verfällt nicht der Torheit solcher Abhängigkeit von einer Frau.
92. Käufliche Liebe (Verse 911–920)
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911. Die süßen Worte schön geschmückter Frauen, die Besitz statt Liebe begehren, bringen später Leid.
912. Prüfe und meide Frauen, deren Freundlichkeit sich nach dem berechneten Gewinn richtet.
913. Die falsche Umarmung einer geldliebenden Frau gleicht dem Umfassen eines fremden Leichnams in einem dunklen Raum. Erläuterung
914. Wer den Reichtum des Erbarmens sucht, begehrt nicht den geringen Genuss bei denen, die nur materiellen Gewinn suchen.
915. Menschen mit natürlicher Urteilskraft und gereifter Einsicht suchen nicht den geringen Genuss öffentlich angebotener Umarmungen.
916. Wer seinen eigenen Wert bewahren will, umarmt nicht die Schultern derer, die ihre Reize stolz allen anbieten.
917. Menschen ohne innere Festigkeit umarmen jene, deren Körper sie umschlingt, während das Herz anderes begehrt.
918. Wer nicht prüfen und unterscheiden kann, dem wird die Umarmung täuschender Frauen zur Begegnung mit einer verderblichen Verführerin.
919. Die zarten Schultern grenzenlos verfügbarer Frauen sind eine Hölle, in die die Unverständigen versinken.
920. Doppelherzige Frauen, Rauschtrank und Glücksspiel sind die Gefährten derer, die von der Glücksgöttin verlassen wurden.
93. Auf Rauschtrank verzichten (Verse 921–930)
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921. Wer dem Rauschtrank verfallen ist, flößt keinen Respekt ein und verliert seinen guten Ruf.
922. Trinke keinen Rauschtrank. Wer dennoch trinken will, soll es tun, wenn er nicht von guten Menschen geachtet werden möchte.
923. Schon der Mutter ist der Anblick des berauschten Sohnes schmerzlich; wie erst den rechtschaffenen Menschen!
924. Die edle Frau namens Scham wendet sich von denen ab, die dem großen, verachteten Fehler der Trunkenheit verfallen sind.
925. Eigenen Besitz hinzugeben, um damit den Verlust der Besinnung zu kaufen, ist wahrhaft unverständiges Handeln.
926. Schlafende unterscheiden sich kaum von Toten; Trinkende kaum von denen, die Gift verzehren.
927. Wer heimlich trinkt und trübe Augen bekommt, wird von den Leuten des Ortes durchschaut und ausgelacht.
928. Gib die Behauptung auf: »Ich habe nicht getrunken.« Im Rausch tritt gerade das stärker hervor, was das Herz verborgen hielt.
929. Einem Betrunkenen vernünftig zuzureden gleicht der Suche nach einem Untergetauchten mit einer brennenden Lampe.
930. Sieht ein Trinker nüchtern einen Betrunkenen, denkt er dann nicht an die eigene Verwirrung durch den Trank?
94. Glücksspiel (Verse 931–940)
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931. Begehre das Glücksspiel nicht, selbst wenn du gewinnen kannst: Der Gewinn gleicht dem Köder, mit dem der Fisch den Eisenhaken verschluckt.
932. Wer beim Glücksspiel eines gewinnt und hundert verliert: Welcher Weg führt ihn zu einem guten Leben?
933. Wer unablässig den Würfeln und ihrem Gewinn nachjagt, dessen Besitz und Einnahmequellen gehen an andere über.
934. Nichts bringt Armut wie das Glücksspiel, das viele Leiden schafft und den guten Ruf zerstört.
935. Wer Würfel, Spielplatz und Geschicklichkeit der Hand festhält und nicht loslässt, wird mittellos.
936. Wen die Unglücksgöttin Glücksspiel verschlungen hat, der wird nicht satt und leidet in Not.
937. Der Aufenthalt im Spielhaus vernichtet ererbten Besitz und die Güte des Charakters.
938. Glücksspiel vernichtet Besitz, gewöhnt an Lügen, zerstört das Erbarmen und stürzt ins Leid.
939. Kleidung, Besitz, Nahrung, guter Ruf und Bildung: Diese fünf bleiben dem Glücksspieler versagt.
940. Wie das Spiel umso mehr geliebt wird, je mehr man verliert, so klammert sich das Leben umso stärker an den Körper, je mehr es leidet.
95. Heilkunst (Verse 941–950)
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941. Die drei von den Heilkundigen genannten Wirkkräfte, beginnend mit Wind, verursachen Krankheit, wenn sie im Übermaß oder im Mangel vorhanden sind. Erläuterung
942. Der Körper braucht keine Arznei, wenn man erst isst, nachdem die zuvor gegessene Nahrung verdaut ist.
943. Ist die Nahrung verdaut, iss im rechten Maß: So lässt sich das Leben im empfangenen Körper lange erhalten.
944. Erkenne, dass die vorige Nahrung verdaut ist; iss bei deutlichem Hunger Nahrung, die dir verträglich ist.
945. Wer verträgliche Nahrung maßvoll zu sich nimmt, bewahrt sein Leben vor schädlicher Störung.
946. Wie bei maßvollem Essen Wohlbefinden bleibt, so bleibt beim maßlosen Essen die Krankheit.
947. Wer ohne Kenntnis seines Verdauungsvermögens zu viel isst, dem entstehen Krankheiten ohne Maß.
948. Erkenne die Krankheit, ihre Ursache und den Weg zu ihrer Linderung; prüfe die Eignung und behandle entsprechend. Erläuterung
949. Der kundige Heiler bedenke den Zustand des Kranken, das Ausmaß der Krankheit und die Zeit; dann handle er.
950. Der Kranke, der Heilende, die Arznei und der Pflegende: Aus diesen vier Teilen besteht die Heilkunst.
96. Edle Herkunft (Verse 951–960)
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951. Aufrichtigkeit und sittliche Scheu finden sich von Natur aus gemeinsam bei Menschen edler Herkunft. Erläuterung
952. Menschen edler Herkunft weichen von drei Dingen nicht ab: guter Lebensführung, Wahrhaftigkeit und Schamgefühl.
953. Ein freundliches Gesicht, Freigebigkeit, angenehme Rede und das Meiden von Verachtung: Diese vier kennzeichnen edle Herkunft.
954. Selbst für vielfach aufgehäufte Millionen tun Menschen edler Herkunft nichts, was ihre Würde mindert.
955. Auch wenn ihre Mittel zum Geben schrumpfen, verlassen Menschen aus alten, guten Familien nicht ihre großherzige Art.
956. Wer die makellose Ehre seines Hauses bewahren will, tut aus Täuschung nichts Unwürdiges.
957. Ein Fehler bei Menschen edler Herkunft wird sichtbar wie ein Fleck auf dem hoch am Himmel stehenden Mond.
958. Zeigt einer Mangel an liebevoller Güte, zweifelt man an seiner behaupteten edlen Herkunft.
959. Wie der Keim die Beschaffenheit des Bodens zeigt, so zeigt die Rede die Herkunft eines Menschen.
960. Willst du Güte, bewahre dein Schamgefühl; willst du die Würde deines Hauses, begegne allen mit Bescheidenheit.
97. Ehre (Verse 961–970)
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961. Unterlasse alles, was dich erniedrigt, selbst wenn es unentbehrlichen Nutzen brächte.
962. Wer guten Ruf und Ehre sucht, tut auch um großen Erfolges willen nichts Ehrloses.
963. Im Wohlstand braucht es Demut; in der Not braucht es Würde.
964. Menschen, die aus ihrer Würde fallen, gleichen einem Haar, das vom Kopf gefallen ist.
965. Selbst berggroße Menschen sinken herab, wenn sie auch nur eine winzige erniedrigende Tat begehen.
966. Es bringt keinen Ruhm und öffnet nicht die Himmelswelt: Warum Menschen nachlaufen, die einen verachten?
967. Besser, man sagt, einer sei in seiner Lage gestorben, als dass er durch das Nachlaufen hinter seinen Verächtern weiterlebt.
968. Wenn hohe Würde verloren ist, wird das bloße Erhalten des Körpers doch kein Mittel gegen den Tod.
969. Wie der Kavariman sein Leben verliert, wenn er sein Haar verliert, geben Ehrenhafte ihr Leben hin, wenn ihre Ehre verletzt wird. Erläuterung
970. Die Welt verehrt den leuchtenden Ruhm derer, die lieber sterben, als in Erniedrigung zu leben.
98. Wahre Größe (Verse 971–980)
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971. Innere Kühnheit ist der Glanz des Menschen; ohne sie weiterleben zu wollen ist Niedrigkeit.
972. In ihrer Geburt sind alle Lebewesen gleich; ihre besondere Würde unterscheidet sich durch die Verschiedenheit ihrer Taten. Erläuterung
973. Wer oben steht, ist dadurch noch nicht groß; wer unten steht, ist dadurch noch nicht niedrig.
974. Wie eine Frau ihre ungeteilte Treue wahrt, so besteht Größe, wenn ein Mensch sich selbst treu und achtsam bleibt.
975. Menschen von Größe vollbringen auf angemessene Weise das schwer Vollbringbare.
976. Der Gedanke »Wir wollen die Großen ehren und von ihnen lernen« entsteht nicht im Herzen der Kleinlichen.
977. Fällt besondere Geltung Unwürdigen zu, bringt sie maßlos überhebliches Handeln hervor.
978. Größe bleibt stets bescheiden; Kleinheit schmückt sich selbst und bewundert sich.
979. Größe ist Freiheit von Hochmut; Kleinheit ist das Sichüberheben im Hochmut.
980. Größe verdeckt die Fehler anderer; Kleinheit verkündet nichts als diese Fehler.
99. Vollkommenheit des Charakters (Verse 981–990)
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981. Für Menschen, die ihre Pflicht erkennen und nach Vollkommenheit leben, ist alles Gute eine selbstverständliche Verpflichtung.
982. Charaktergüte ist die wahre Güte der Vollkommenen; andere Vorzüge gelten ihnen nicht als gleichwertige Güter.
983. Liebe, Schamgefühl, Hilfsbereitschaft, freundliche Anteilnahme und Wahrhaftigkeit sind fünf tragende Säulen der Vollkommenheit.
984. Nichttöten ist die Güte der Askese; nicht über fremde Fehler zu reden ist die Güte der Vollkommenheit.
985. Die Stärke der Fähigen ist Bescheidenheit; sie ist die Waffe, mit der die Guten Feinde verwandeln.
986. Was prüft echte Vollkommenheit? Auch von einem Geringeren eine Niederlage annehmen zu können.
987. Was nützt Vollkommenheit, wenn sie denen, die Schmerz zufügten, nicht dennoch Gutes erweist?
988. Armut ist keine Erniedrigung für den, der die feste Kraft eines vollkommenen Charakters besitzt.
989. Selbst wenn Weltalter vergehen, verändern sich jene nicht, die als Ufer des Meeres der Vollkommenheit gelten.
990. Versagen die Guten in ihrer Güte, kann selbst die große Erde ihre Last nicht mehr tragen.
100. Menschliche Umgangskultur (Verse 991–1000)
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991. Wer für jedermann zugänglich ist, erlangt leicht die gute Eigenschaft, die man menschliche Umgangskultur nennt.
992. Liebevolle Güte und gute Herkunft: Diese beiden begründen einen edlen Umgang mit anderen.
993. Ähnlichkeit der Glieder ist keine wahre Ähnlichkeit; wahre menschliche Ähnlichkeit liegt in den guten Eigenschaften.
994. Die Welt rühmt den Charakter derer, die mit Gerechtigkeit und Güte anderen Nutzen bringen.
995. Verachtung verletzt selbst im Scherz; wer das versteht, wahrt guten Umgang sogar gegenüber Feinden.
996. Durch Menschen mit guter Wesensart besteht die Welt; ohne sie würde sie im Staub versinken.
997. Mag einer scharf sein wie eine Feile: Ohne menschliche Güte gleicht er einem Baum.
998. Selbst gegenüber Menschen, die nicht freundlich sind und Unangemessenes tun, die eigene Güte zu verlieren ist ein Mangel.
999. Wer nicht mit anderen lachen kann, dem liegt die weite Welt selbst am hellen Tag im Dunkeln.
1000. Großer Reichtum bei einem Menschen ohne Güte gleicht guter Milch, die in einem unreinen Gefäß verdirbt.
101. Reichtum ohne Wohltat (Verse 1001–1010)
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1001. Wer großen Reichtum im Haus anhäuft und nicht genießt, ist wie tot: Aus seinem Besitz ist nichts geworden.
1002. Wer meint »Besitz ist alles« und dennoch nichts gibt, dessen Verblendung führt zu einer niedrigen Geburt.
1003. Menschen, die Besitz sammeln und keinen guten Ruf erstreben, sind der Erde eine Last.
1004. Was kann einer als sein Vermächtnis betrachten, wenn ihn niemand auch nur gernhat?
1005. Wer weder gibt noch selbst genießt, besitzt nichts, selbst wenn er Millionen aufgehäuft hat.
1006. Wer seinen Reichtum weder genießt noch an Würdige weitergibt, ist eine Krankheit seines eigenen großen Besitzes.
1007. Der Besitz dessen, der Bedürftigen nichts gibt, gleicht einer schönen Frau, die ohne Gefährten alt wird.
1008. Der Reichtum eines von niemandem Geliebten gleicht einem fruchtbeladenen Giftbaum mitten im Ort.
1009. Was einer ohne Liebe, unter Selbstquälerei und ohne Rücksicht auf die Tugend anhäuft, werden andere in Besitz nehmen.
1010. Vorübergehender Mangel bei angesehenen Wohltätern gleicht der zeitweiligen Armut einer Regenwolke.
102. Sittliches Schamgefühl (Verse 1011–1020)
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1011. Wahre Scham scheut eine schlechte Tat; andere Scham ist die Scheu schönstirniger Frauen.
1012. Nahrung, Kleidung und Ähnliches haben alle Menschen gemeinsam; sittliche Scham zeichnet die Guten besonders aus.
1013. Wie das Leben am Körper hängt, so hängt die Vollkommenheit an der guten Eigenschaft sittlicher Scheu.
1014. Ist Schamgefühl nicht der Schmuck der Guten? Ohne es wird ihr stolzer Gang zu etwas Abstoßendem.
1015. Wer sich vor fremder Schande wie vor der eigenen schämt, gilt der Welt als Wohnstätte des Schamgefühls.
1016. Die Großen bewahren das Schamgefühl als schützende Grenze; selbst um die ganze weite Welt zu gewinnen, geben sie es nicht preis. Erläuterung
1017. Die Schamhaften geben für ihre Würde das Leben auf, nicht aber für das Leben ihre Würde.
1018. Wer sich dessen nicht schämt, wofür andere sich schämen, den wird die Tugend beschämt verlassen.
1019. Ein Fehltritt verbrennt die Ehre des Hauses; Schamlosigkeit verbrennt alles Gute.
1020. Die Bewegungen eines Menschen ohne inneres Schamgefühl gleichen einer hölzernen Puppe, deren Leben nur ihre Schnüre vortäuschen.
103. Die eigene Familie fördern (Verse 1021–1030)
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1021. Keine Größe übertrifft den Entschluss: »Ich werde in der Arbeit für mein Haus die Hand nicht sinken lassen.«
1022. Durch beharrliche Tatkraft und gereifte Einsicht wächst das Ansehen einer Familie.
1023. Wer entschlossen seine Familie aufrichtet, dem gürtet sich die Gottheit selbst zum Dienst und eilt voraus.
1024. Wer sich ohne Nachlassen um das Gedeihen seiner Familie müht, dem gelingt das Werk auch ohne langes Grübeln.
1025. Wer seine Familie ohne Schuld emporführt, den umgibt die Welt in freundschaftlicher Verbundenheit.
1026. Wahre Tatkraft besteht darin, Verantwortung für das Haus zu übernehmen, in das man geboren wurde.
1027. Wie in der Schlacht die Last auf den Tapferen ruht, so ruht sie in der Familie auf denen, die sie tragen können.
1028. Wer seine Familie fördern will, kennt keine ungeeignete Jahreszeit; Trägheit und falscher Stolz lassen das Haus verfallen.
1029. Ist der Körper dessen, der seine Familie vor Unheil bewahrt, etwa ein Gefäß, das nur Leiden aufnehmen soll?
1030. Fehlt einer Familie ein guter Mensch als Stütze, stürzt sie, wenn das Unglück ihre Wurzel abschlägt.
104. Ackerbau (Verse 1031–1040)
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1031. Wie weit die Welt sich auch dreht, sie folgt zuletzt dem Pflug; darum ist der Ackerbau trotz seiner Mühe die vornehmste Arbeit.
1032. Die Bauern sind der Achsnagel der Welt: Sie tragen alle, die nicht selbst pflügen und anderen Tätigkeiten nachgehen.
1033. Wirklich selbstständig leben die, die pflügen und essen; alle anderen leben, indem sie sich vor anderen verneigen.
1034. Die unter dem Schatten ihrer Ähren leben, sehen die Schirme vieler Könige unter den Schirm ihres eigenen Herrschers gelangen.
1035. Wer von der Arbeit der eigenen Hände lebt, bettelt nicht und verweigert dem Bittenden dennoch nichts.
1036. Lassen die Bauern ihre Hände ruhen, können selbst die nicht bestehen, die sagen: »Wir haben alle Wünsche aufgegeben.«
1037. Wird die gepflügte Erde so getrocknet, dass sie auf ein Viertel ihres Gewichts schrumpft, trägt sie reichlich, auch ohne eine Handvoll Dünger.
1038. Düngen ist besser als Pflügen; nach dem Jäten ist das Bewachen des Feldes wichtiger als das Bewässern.
1039. Geht der Besitzer nicht selbst zum Feld, schmollt die Erde wie eine vernachlässigte Ehefrau.
1040. »Wir besitzen nichts«, sagen sie und sitzen müßig da: Wenn die gütige Erde sie sieht, lacht sie.
105. Armut (Verse 1041–1050)
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1041. Was ist so bitter wie Armut? Die Armut selbst ist so bitter wie Armut.
1042. Der Unhold Armut kommt und raubt die Freuden dieses und des kommenden Lebens.
1043. Die anhaftende Not zerstört zugleich alte Familienwürde und die Würde der Rede.
1044. Selbst Menschen edler Herkunft bringt die Armut dazu, aus Verzagtheit erniedrigende Worte zu sprechen.
1045. In dem Leid namens Armut kommen zahlreiche weitere Leiden zusammen.
1046. Mag ein Armer den wahren Sinn noch so klar darlegen: Seine Worte finden kein Gehör.
1047. Wer in tugendferne Armut geraten ist, wird selbst von der eigenen Mutter wie ein Fremder angesehen.
1048. Wird sie auch heute wiederkommen, diese Armut, die mich gestern schon beinahe getötet hat?
1049. Mitten im Feuer mag man noch schlafen können; inmitten der Armut ist Schlaf unmöglich.
1050. Wer mittellos ist und dennoch nicht ganz entsagt, wird zum Verzehrer fremden Salzes und fremder dünner Speise.
106. Bitten und Empfangen (Verse 1051–1060)
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1051. Begegnest du Menschen, bei denen Bitten angemessen ist, so bitte. Verweigern sie, liegt die Schande bei ihnen, nicht bei dir.
1052. Selbst das Bitten wird zur Freude, wenn man das Erbetene ohne Demütigung erhält.
1053. Vor Menschen mit offenem Herzen, die ihre Pflicht kennen, bittend zu stehen besitzt sogar Würde.
1054. Bei Menschen zu bitten, die selbst im Traum nichts zurückhalten, gleicht dem eigenen Geben.
1055. Weil es auf Erden Menschen gibt, die nichts verbergen, wagen Bedürftige, vor sie hinzutreten und zu bitten.
1056. Beim Anblick von Menschen ohne die Krankheit des Verweigerns verschwinden alle Leiden der Bedürftigkeit zugleich.
1057. Sieht der Bittende einen Geber, der weder spottet noch verachtet, freut sich sein Herz bis in die Tiefe.
1058. Gäbe es keine Bittenden, wäre das Geschehen in dieser kühlen, weiten Welt nur das Kommen und Gehen hölzerner Puppen.
1059. Welchen Ruhm hätten die Gebenden, wenn niemand käme, um ihre Gabe zu empfangen?
1060. Der Bittende soll bei einer Absage nicht zornig werden: Seine eigene Not zeigt ihm, dass Mittel fehlen können.
107. Scheu vor dem Betteln (Verse 1061–1070)
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1061. Nicht zu bitten ist millionenfach besser – selbst bei Freunden, die so kostbar sind wie die eigenen Augen und freudig geben, ohne etwas zurückzuhalten.
1062. Hat der Weltschöpfer das Betteln als Lebensweg bestimmt, so möge auch er umherirren und zugrunde gehen!
1063. Keine härtere Torheit gibt es als den Entschluss: »Durch Betteln werden wir die Not der Armut überwinden.«
1064. Die ganze Welt reicht nicht aus, die Würde dessen zu fassen, der selbst in äußerster Bedrängnis nicht bettelt.
1065. Mag es nur dünner Brei wie klares Wasser sein: Nichts schmeckt süßer als die Speise aus eigener Arbeit.
1066. Selbst um Wasser für eine Kuh zu bitten ist für die Zunge eine schwere Erniedrigung.
1067. Alle Bittenden bitte ich: Wenn ihr schon bittet, bittet nicht bei denen, die ihren Besitz verbergen.
1068. Das ungeschützte Boot des Bettelns zerschellt, sobald es auf den Felsen der Verweigerung stößt.
1069. Beim Gedanken an das Bitten schmilzt das Herz; beim Gedanken an die Verweigerung vergeht es ganz.
1070. Schon das Wort der Verweigerung lässt dem Bittenden das Leben schwinden. Wo verbirgt sich wohl das Leben dessen, der diese Absage ausspricht? Erläuterung
108. Niedrigkeit (Verse 1071–1080)
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1071. Die Niedrigen sehen Menschen völlig ähnlich. Eine derart genaue Ähnlichkeit haben wir sonst nirgends gesehen.
1072. Die Niedrigen haben es besser als jene, die das Gute kennen: In ihrem Herzen gibt es keine Gewissenssorge.
1073. Die Niedrigen gleichen den Göttern: Auch sie tun einfach, was ihnen gefällt.
1074. Erblickt ein niedriger Mensch einen noch Niedrigeren, überhebt er sich stolz über ihn.
1075. Furcht ist der Hauptgrund für das Wohlverhalten der Niedrigen; ein wenig trägt auch die Aussicht auf Gewinn dazu bei.
1076. Die Niedrigen gleichen einer geschlagenen Trommel: Sie tragen jedes gehörte Geheimnis laut zu anderen weiter.
1077. Die Niedrigen schütteln nicht einmal Speisereste von ihrer Hand ab, außer für jene, deren Faust ihnen den Kiefer brechen könnte.
1078. Den Guten genügt ein Wort, um hilfreich zu werden; die Niedrigen geben wie Zuckerrohr erst unter dem Druck der Presse etwas her.
1079. Sobald der Niedrige andere gut gekleidet und wohlgenährt sieht, sucht er einen Vorwurf gegen sie.
1080. Wozu sind die Niedrigen fähig? Trifft sie eine Not, verkaufen sie sich selbst in aller Eile.
Buch III – Liebe, Vereinigung und Trennung – Kāmattuppāl
109. Von ihrer Schönheit überwältigt (Verse 1081–1090)
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1081. Ist sie eine Göttin, eine erlesene Pfauenhenne oder eine Frau mit schweren Ohrringen? Mein Herz gerät in Verwirrung. Erläuterung
1082. Sie erwidert meinen Blick: Es ist, als käme die quälende Göttin noch mit einem Heer gegen mich.
1083. Früher wusste ich nicht, was der Tod ist. Jetzt weiß ich es: Weibliche Schönheit mit gewaltig kämpfenden Augen.
1084. Die Augen dieser sanften Frau haben einen Blick, der allen Betrachtenden das Leben raubt.
1085. Ist es der Tod, ein Augenpaar oder eine Hirschkuh? Der Blick dieser Frau besitzt alle drei zugleich.
1086. Würden ihre grausam gebogenen Brauen ihre Augen nur bedecken, könnten diese mich nicht zittern machen.
1087. Das Tuch über den festen Brüsten dieser Frau gleicht der Decke über dem Gesicht eines wilden Elefanten.
1088. Meine Kraft, vor der selbst Feinde im Kampf zitterten, zerbricht an ihrer leuchtenden Stirn.
1089. Wozu braucht sie fremden Schmuck, die schon den Blick einer jungen Hirschkuh und die Zier der Scham besitzt?
1090. Der gegorene Trank erfreut nur den, der ihn trinkt; Liebe erfreut schon beim bloßen Anblick.
110. Die Zeichen der Liebe verstehen (Verse 1091–1100)
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1091. Zwei Blicke wohnen in ihren geschminkten Augen: Einer macht krank, der andere ist die Arznei dieser Krankheit.
1092. Der kleine verstohlene Blick ist nicht bloß die Hälfte der Liebesfreude, sondern mehr als die Hälfte.
1093. Sie sah mich an und senkte schamhaft den Kopf: Das war Wasser für die wachsende Pflanze unserer Liebe.
1094. Wenn ich sie ansehe, schaut sie zur Erde; wenn ich wegsehe, schaut sie mich an und lächelt leise.
1095. Sie blickt mich nicht offen an, sondern lächelt, als hätte sie ein Auge ein wenig zusammengekniffen.
1096. Mögen die Worte fremd klingen: Dass sie nicht aus wirklichem Zorn kommen, wird bald verständlich.
1097. Ein wenig harte Rede ohne wirklichen Zorn, ein feindlich wirkender Blick: Das sind die Zeichen Liebender, die fremd erscheinen wollen.
1098. Wenn ich sie ansehe, schaut sie mich zärtlich an und lächelt sacht. Welch besondere Anmut liegt in dieser sanften Bewegung!
1099. Sich mit dem gewöhnlichen Blick Fremder anzusehen ist gerade Liebenden eigen.
1100. Wenn Auge mit Auge übereinstimmt, welchen Nutzen haben dann noch gesprochene Worte?
111. Freude an der Vereinigung (Verse 1101–1110)
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1101. Was die fünf Sinne sehen, hören, schmecken, riechen und berühren: Alle diese Freuden wohnen in ihr mit den leuchtenden Armreifen.
1102. Die Arznei einer Krankheit ist gewöhnlich etwas anderes; für das Leiden, das diese Geschmückte verursacht, ist sie selbst die Arznei.
1103. Ist die Welt des Lotusäugigen süßer als der Schlaf an den weichen Schultern der Geliebten? Erläuterung
1104. Woher nahm sie dieses Feuer, das aus der Ferne brennt und beim Näherkommen kühlt?
1105. Die Schultern der Frau mit blumengeschmücktem Haar gleichen bei jedem Wunsch gerade dem, wonach ich mich sehne.
1106. Bei jeder Berührung sprosst mein Leben neu: Die Schultern dieser Frau müssen aus Nektar bestehen.
1107. Die Umarmung dieser schönen Frau gleicht dem Essen im eigenen Haus aus eigenem Vorrat, nachdem man seinen Anteil geteilt hat.
1108. Süß ist Liebenden die Umarmung, in deren Mitte selbst der Wind keinen Zugang findet.
1109. Liebesstreit, Versöhnung und Vereinigung: Das sind die Früchte, die die Liebenden gewinnen.
1110. Wie beim Lernen immer neues Nichtwissen sichtbar wird, so wächst bei jeder Annäherung an die Geschmückte das Verlangen weiter.
112. Die Schönheit der Geliebten preisen (Verse 1111–1120)
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1111. Lebe wohl, Anichamblüte! Du bist zart; doch die, der ich verfallen bin, ist noch zarter als du.
1112. Mein Herz, warum irrst du beim Anblick von Blumen und meinst, ihre Augen glichen Blüten, die jeder sehen kann?
1113. Ihr Leib ist ein zarter Spross, ihr Lächeln besteht aus Perlen, ihr Duft berauscht; Lanzen sind ihre geschminkten Augen, Bambus ihre Schultern.
1114. Könnten die blauen Wasserlilien sehen, würden sie beschämt zur Erde blicken: »Den Augen dieser Geschmückten gleichen wir nicht.«
1115. Sie trägt Anichamblüten, ohne deren Stiele zu entfernen: Für ihre zarte Taille werden keine frohen Trommeln mehr erklingen. Erläuterung
1116. Die Sterne irren von ihrem Platz, weil sie den Mond nicht vom Gesicht dieser Frau unterscheiden können.
1117. Hat das Gesicht dieser Frau etwa einen Makel wie der leuchtende Mond, der abnimmt und sich wieder füllt?
1118. Könntest du wie das Gesicht dieser Frau leuchten, auch du, Mond, dürftest meine Liebe genießen. Lebe wohl!
1119. Mond, wenn du ihrem blütenäugigen Gesicht gleichen willst, erscheine nicht so, dass jeder dich sehen kann.
1120. Selbst Anichamblüten und Schwanenfedern sind für die Füße der Geliebten wie stachelige Nerunjifrüchte.
113. Die Größe der Liebe aussprechen (Verse 1121–1130)
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1121. Was zwischen den weißen Zähnen dieser sanft Redenden fließt, schmeckt wie Milch mit Honig.
1122. Wie die Verbindung von Leib und Leben ist die Verbundenheit zwischen dieser Frau und mir.
1123. Du kleine Gestalt in meiner Pupille, geh fort! Für meine Geliebte mit der schönen Stirn ist kein Platz.
1124. Wenn sie bei mir ist, ist die Geschmückte mein Leben; wenn sie fortgeht, ist sie mein Sterben.
1125. Ich könnte mich erinnern, wenn ich vergessen hätte; doch die Vorzüge ihrer hell kämpfenden Augen vergesse ich nie.
1126. Mein Geliebter verlässt meine Augen nicht; selbst beim Blinzeln schmerzt es ihn nicht, so fein ist sein Wesen.
1127. Weil mein Geliebter in meinen Augen wohnt, schminke ich sie nicht: Ich weiß, dass ich ihn dadurch verdecken würde.
1128. Weil mein Geliebter in meinem Herzen wohnt, fürchte ich mich vor heißer Speise: Sie könnte ihn verbrennen.
1129. Ich weiß, dass er beim Schließen meiner Augen verborgen wäre, und blinzle nicht; doch der Ort nennt ihn lieblos.
1130. Er wohnt immer freudig in meinem Inneren; doch die Menschen sagen, er habe mich lieblos verlassen.
114. Die Scham ablegen (Verse 1131–1140)
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1131. Wer Liebe genossen hat und nun vor Sehnsucht leidet, hat keinen stärkeren Beistand als das Palmyrapferd. Erläuterung
1132. Mein Leib und mein Leben halten es nicht mehr aus: Sie legen die Scham ab und besteigen das Palmyrapferd.
1133. Scham und edle Mannhaftigkeit besaß ich einst; heute besitze ich das Palmyrapferd der von Liebe Gequälten.
1134. Die reißende Flut der Liebe trägt das Floß aus Scham und Mannhaftigkeit davon.
1135. Sie mit den zarten, girlandengleichen Armreifen schenkte mir das Palmyrapferd und den Schmerz des Abends.
1136. Selbst um Mitternacht denke ich an das Besteigen des Palmyrapferdes; wegen dieser Frau schließen sich meine Augen nicht.
1137. Nichts übertrifft die Würde einer Frau, die selbst in meeresgroßer Liebesqual das Palmyrapferd nicht besteigt.
1138. Die Liebe denkt nicht daran, wie standhaft und zugleich verletzlich Frauen sind; sie durchbricht das Verborgene und tritt öffentlich hervor.
1139. »Niemand kennt mich«, meint meine Liebe und irrt verwirrt durch die Straßen.
1140. Die Unwissenden lachen uns vor unseren Augen aus, weil sie nicht erlitten haben, was wir erleiden.
115. Das Gerede über die Liebe (Verse 1141–1150)
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1141. Als das Gerücht aufstieg, fasste mein kostbares Leben wieder Halt. Zum Glück wissen die vielen nichts davon.
1142. Ohne den Wert der Blütenäugigen zu kennen, hat dieser Ort sie mir durch sein Gerede gleichsam geschenkt.
1143. Ist das Gerücht des Ortes nicht ein Gewinn für mich? Es lässt mein Herz schon haben, was es noch nicht besitzt.
1144. Durch das Gerede wächst meine Liebe; ohne es verlöre sie ihre Kraft und würde welken.
1145. Wie der Trinker bei jedem Rausch mehr trinken will, wird die Liebe süßer, je öffentlicher sie wird.
1146. Nur einen einzigen Tag sah ich ihn; doch das Gerücht verbreitete sich wie die Nachricht, die Schlange habe den Mond verschlungen.
1147. Das Gerede der Leute ist Dünger, die Worte meiner Mutter sind Wasser: Davon wächst diese Krankheit.
1148. Liebe durch Gerede löschen zu wollen gleicht dem Versuch, Feuer mit geklärter Butter zu löschen.
1149. Warum sollte ich das Gerede scheuen, nachdem der, der »Fürchte dich nicht« sagte, mich vor allen beschämt verlassen hat?
1150. Wenn mein Geliebter will, wird er mir gewähren, was ich wünsche; das erhoffte Gerücht erhebt inzwischen dieser Ort.
116. Die Trennung nicht ertragen können (Verse 1151–1160)
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1151. Wenn du nicht fortgehst, sage es mir. Deine baldige Rückkehr verkünde denen, die dann noch leben werden.
1152. Einst war schon sein Blick süß; jetzt schmerzt selbst die Umarmung aus Angst vor der Trennung.
1153. Wie schwer ist Vertrauen, wenn selbst der verständnisvolle Geliebte irgendwann fortgeht!
1154. Wenn er fortgeht, obwohl er mir Liebe schenkte und »Fürchte dich nicht« sagte: Liegt dann Schuld bei mir, weil ich seinem klaren Wort glaubte?
1155. Willst du mich bewahren, verhindere seinen Abschied; geht mein Geliebter fort, wird ein Wiedersehen schwer möglich.
1156. Wenn er so hartherzig ist, von Trennung zu sprechen, wie kann ich dann noch hoffen, dass er mir Liebe schenken wird?
1157. Verraten die von meinen Armen gleitenden Reifen nicht selbst den Abschied meines Geliebten?
1158. Bitter ist das Leben an einem Ort ohne Vertraute; bitterer noch ist die Trennung vom Geliebten.
1159. Feuer brennt, wenn man es berührt. Kann es wie Liebesleid auch dann brennen, wenn man sich von ihm entfernt?
1160. Viele ertragen das Schwere, bezwingen die schmerzliche Krankheit, halten die Trennung aus und leben danach weiter.
117. In Sehnsucht vergehen (Verse 1161–1170)
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1161. Ich versuche diese Krankheit zu verbergen; doch sie quillt wie Wasser nach, je mehr man daraus schöpft.
1162. Ich kann diese Krankheit nicht verbergen; doch die Scham hindert mich, es dem zu sagen, der sie verursacht hat.
1163. Liebe und Scham hängen an meinem Leben wie an einer Tragstange; mein Körper kann ihre Last nicht tragen.
1164. Es gibt ein Meer der Liebe; doch kein schützendes Floß, um es zu durchqueren.
1165. Wer schon in der Freundschaft Leid bereitet: Was wird er erst in Feindschaft tun?
1166. Liebe schenkt meeresgroße Freude; wird sie zur Qual, ist ihr Schmerz noch größer als das Meer.
1167. Ich schwimme durch die wilde Liebesflut und sehe kein Ufer; selbst um Mitternacht bin ich allein.
1168. Die Nacht hat alle Lebewesen gütig in Schlaf versenkt; nur mich behält sie als Gefährtin.
1169. Die Nächte dieser Tage sind in ihrer Länge grausamer als der Grausame, der mich verließ.
1170. Könnten meine Augen wie mein Herz zu ihm gelangen, müssten sie nicht in dieser Tränenflut schwimmen.
118. Die klagenden Augen (Verse 1171–1180)
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1171. Ihr Augen habt ihn mir gezeigt und dieses unheilbare Leid gebracht; weshalb weint ihr jetzt selbst nach ihm?
1172. Damals habt ihr ohne Überlegung hingesehen; warum versteht ihr jetzt nicht und verzehrt euch im Schmerz?
1173. Eilig habt ihr selbst hingesehen und weint nun selbst: Das ist wahrlich zum Lachen.
1174. Ihr geschminkten Augen habt mir eine unheilbare Krankheit bereitet; nun sind eure eigenen Tränen versiegt.
1175. Ihr Augen habt mir ein größeres Meer als das Meer der Liebe bereitet; nun leidet ihr selbst ruhelos ohne Schlaf.
1176. Wie schön: Die Augen, die mir diese Krankheit gaben, sind nun selbst von ihr ergriffen!
1177. Ihr Augen habt ihn sehnsüchtig gesucht und voller Liebe angesehen: Leidet nun, bis eure Tränen ganz versiegen.
1178. Da ist einer, der mit Worten liebte, ohne mich wirklich zu hüten; doch meine Augen finden keine Ruhe, solange sie ihn nicht sehen.
1179. Kommt er nicht, schlafen sie nicht; kommt er, schlafen sie nicht. In beiden Fällen erleiden meine Augen schwere Qual.
1180. Für die Leute hier ist unser Geheimnis leicht zu erkennen, wenn unsere Augen wie meine laut geschlagene Trommeln sind.
119. Das Leid der Blässe (Verse 1181–1190)
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1181. Ich habe dem Abschied meines Geliebten zugestimmt. Wem soll ich nun erzählen, dass mein Leib erbleicht?
1182. »Er hat mich geschaffen«, scheint die Blässe stolz zu sagen, während sie meinen Körper überzieht.
1183. Meine Schönheit und meine Scham nahm er mit; zum Tausch gab er mir Krankheit und Blässe.
1184. Ich denke an ihn und spreche nur von seinen Vorzügen. Ist es nicht ein Betrug, dass dennoch Blässe kommt?
1185. Dort geht mein Geliebter fort; hier breitet sich schon die Blässe über meinen Leib.
1186. Wie die Finsternis auf das Erlöschen der Lampe wartet, wartet die Blässe auf das Nachlassen seiner Umarmung.
1187. Ich lag eng an ihn geschmiegt und wandte mich nur ein wenig ab: Schon ergriff mich die Blässe.
1188. Alle sagen: »Sie ist bleich geworden.« Niemand sagt: »Er hat sie verlassen.«
1189. Wenn es dem gutgeht, der mich zum Einverständnis mit seinem Abschied brachte, darf mein Leib ruhig ganz erbleichen.
1190. Mag ich den Namen »die Bleiche« erhalten, wenn man nur den nicht lieblos nennt, der mich zum Abschied überredete.
120. Die wachsende Qual einsamer Liebe (Verse 1191–1200)
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1191. Wessen Liebe erwidert wird, der hat die kernlose Frucht der Liebe empfangen.
1192. Die Zuwendung des Geliebten ist für die Liebende wie der Regen für die Menschen, die von ihm leben.
1193. Der stolze Gedanke »Wir werden leben« gehört denen, deren Liebe erwidert wird.
1194. Mag eine Frau von anderen geschätzt werden: Wird sie von ihrem Geliebten nicht geliebt, bleibt sie ohne dieses Glück.
1195. Was kann der, den wir lieben, uns schenken, wenn er uns nicht liebt?
1196. Einseitige Liebe schmerzt; beiderseitige Liebe ist süß wie eine gleichmäßig belastete Tragstange.
1197. Sieht der Liebesgott meinen bleichen Kummer nicht, da er seinen Kampf nur auf einer Seite führt?
1198. Niemand hat ein härteres Herz als jene, die ohne ein freundliches Wort ihres Geliebten weiterleben können.
1199. Mag mein Geliebter mir keine Zuneigung schenken: Jedes Wort über ihn ist meinen Ohren süß. Erläuterung
1200. Mein Herz, du willst dem Gleichgültigen dein großes Leid erzählen? Versuche lieber, das Meer zuzuschütten. Lebe wohl!
121. Klage in der Erinnerung (Verse 1201–1210)
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1201. Süßer als Rauschtrank ist die Liebe: Schon die Erinnerung an sie schenkt unerschöpfliche Freude.
1202. In jeder Hinsicht ist Liebe süß: Denken wir an den Geliebten, erreicht uns kein Leid.
1203. Ein Niesen steigt auf und bleibt doch aus. Will er gerade an mich denken und denkt dann doch nicht an mich? Erläuterung
1204. Er wohnt unablässig in meinem Herzen. Wohnen wir ebenso in seinem?
1205. Er hält mich aus seinem Herzen fern. Schämt er sich nicht, ohne Unterlass in meines einzutreten?
1206. Wodurch sonst lebe ich? Ich lebe, weil ich mich an den Tag unseres Zusammenseins erinnere.
1207. Was würde aus mir, wenn ich vergäße? Ich weiß nicht, wie Vergessen geht; schon die Erinnerung verbrennt mein Herz.
1208. Wie oft ich auch an ihn denke, er zürnt mir nicht. Das ist wohl die besondere Gunst, die mein Geliebter mir erweist.
1209. Mein kostbares Leben vergeht, wenn ich an die Härte dessen denke, der sagte: »Wir sind nicht zwei verschiedene.«
1210. Lebe wohl, Mond! Geh nicht unter, damit meine Augen den sehen können, der fortging, ohne mein Herz zu verlassen.
122. Von Träumen erzählen (Verse 1211–1220)
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1211. Welches Festmahl soll ich dem Traum bereiten, der mir eine Botschaft meines Geliebten brachte?
1212. Wenn meine fischgleichen, geschminkten Augen auf mein Bitten einschlafen, werde ich ihm im Traum erzählen, wie ich noch am Leben bin.
1213. Weil ich den im Traum sehe, der mir im Wachen keine Liebe schenkt, bleibt mein Leben bestehen.
1214. Der Traum sucht und bringt mir den, der im Wachen nicht kommt; darum schenkt der Traum Liebesfreude.
1215. Im Wachen war sein Anblick süß; im Traum ist sein Anblick ebenso süß, solange er dauert.
1216. Gäbe es dieses grausame Erwachen nicht, würde mein Geliebter mich im Traum nicht verlassen.
1217. Der Grausame schenkt mir im Wachen keine Liebe. Warum kommt er dann im Traum und quält mich?
1218. Wenn ich schlafe, liegt er auf meinen Schultern; wenn ich erwache, eilt er zurück in mein Herz.
1219. Nur jene tadeln den im Wachen Fernbleibenden, die ihren Geliebten nicht im Traum sehen.
1220. Die Frauen hier sagen, er habe mich im Wachen verlassen. Haben sie ihn wohl nie im Traum gesehen?
123. Klage beim Anblick des Abends (Verse 1221–1230)
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1221. Du bist nicht der Abend von einst, sondern die Stunde, die das Leben vereinter Liebender verzehrt. Lebe wohl, Abend!
1222. Lebe wohl, dunkler Abend mit deinen trüben Augen! Ist auch dein Gefährte so hartherzig wie meiner?
1223. Der Abend, der einst taufeucht und blass herankam, bringt nun Lebensüberdruss und lässt meinen Schmerz wachsen.
1224. Ohne den Geliebten kommt der Abend wie ein Feind auf dem Schlachtfeld, um mich zu töten.
1225. Welches Gute habe ich dem Morgen getan? Welche Feindschaft habe ich dem Abend erwiesen?
1226. Als mein Geliebter noch nicht fortgegangen war, wusste ich nicht, dass der Abend diese Krankheit bringt.
1227. Am Morgen knospt diese Krankheit, den ganzen Tag entfaltet sie sich, und am Abend steht sie in voller Blüte.
1228. Die Hirtenflöte wird zum Boten des feurigen Abends und zur Waffe, die mich tötet.
1229. Wenn der verwirrende Abend sich ausbreitet, gerät selbst der Ort in Verwirrung und wird von leidvollem Taumel ergriffen.
1230. Beim Gedanken an den, der dem Erwerb nachging, schwindet in dieser verwirrenden Abendstunde mein Leben, das bisher standhielt.
124. Der Verlust körperlicher Schönheit (Verse 1231–1240)
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1231. An den fernen Geliebten denkend verlieren die Augen ihre Würde und schämen sich nun vor duftenden Blumen.
1232. Die blassen Augen vergießen Tränen, als verkündeten sie, dass mein Geliebter mir keine Liebe schenkt.
1233. Die Schultern, die am Tag der Vereinigung aufblühten, scheinen nun deutlich seinen Abschied zu verkünden.
1234. Die goldenen Armreifen gleiten herab; die Schultern haben ihre Fülle verloren und mit seiner Nähe ihre alte Schönheit eingebüßt.
1235. Die Schultern ohne ihren früheren Schmuck und die herabgleitenden Armreifen erzählen von der Grausamkeit des Geliebten.
1236. Dass die Reifen abgleiten und die Schultern schwinden, schmerzt mich; noch mehr schmerzt mich, wenn man ihn deshalb grausam nennt.
1237. Mein Herz, könntest du dir Ruhm erwerben, indem du dem Grausamen die laute Klage meiner schwindenden Schultern berichtest?
1238. Kaum lockerte ich die umarmenden Hände, erbleichte die Stirn der Frau mit den goldenen Armreifen.
1239. Als ein kühler Lufthauch zwischen unsere Umarmung drang, erbleichten ihre großen, kühlen Augen.
1240. Als die Augen sahen, wie die helle Stirn ihre Farbe verlor, wurden auch sie von leidvoller Blässe ergriffen.
125. Gespräch mit dem eigenen Herzen (Verse 1241–1250)
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1241. Mein Herz, könntest du nicht nachdenken und mir irgendeine Arznei nennen, die diese Krankheit heilt?
1242. Er liebt uns nicht; dass du dich dennoch grämst, ist Torheit. Lebe wohl, mein Herz!
1243. Mein Herz, warum bleibst du hier und denkst leidend an ihn? Der diese Krankheit schuf, hat kein Erbarmen mit uns.
1244. Mein Herz, nimm auch meine Augen mit: Sie verzehren mich in ihrem Verlangen, ihn zu sehen.
1245. Mein Herz, können wir ihn verlassen und sagen »Er hasst uns«, nur weil er unsere Liebe nicht erwidert?
1246. Siehst du den Geliebten, der durch Vereinigung versöhnt, hältst du deinen Groll nicht fest. Jetzt spielst du mir nur falschen Zorn vor, mein Herz.
1247. Mein gutes Herz, gib entweder die Liebe oder die Scham auf; ich kann diese beiden zugleich nicht ertragen.
1248. »Er wird uns keine Liebe schenken«, klagst du und läufst dem Fortgegangenen nach. Wie töricht bist du, mein Herz!
1249. Der Geliebte wohnt doch in dir selbst. Zu wem gehst du, mein Herz, und wen willst du suchen?
1250. Wenn wir den im Herzen behalten, der uns ohne Nähe verlassen hat, verlieren wir auch die noch verbliebene Schönheit.
126. Der Verlust der Selbstbeherrschung (Verse 1251–1260)
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1251. Die Axt der Liebe zerbricht die Tür der Selbstbeherrschung, die mit dem Riegel der Scham verschlossen ist.
1252. Dieses Ding namens Liebe kennt wahrlich kein Erbarmen: Selbst um Mitternacht beherrscht es mein Herz.
1253. Ich will meine Liebe verbergen; doch sie bricht ohne Vorwarnung hervor wie ein Niesen.
1254. Ich hielt mich für standhaft; doch meine Liebe tritt aus ihrem Versteck hervor und zeigt sich öffentlich.
1255. Die Würde, einem Abweisenden nicht nachzugehen, kennen die von Liebeskrankheit Befallenen nicht.
1256. Wie beschaffen ist nur dieses Leid, das mich dazu treibt, dem nachzulaufen, der mich verließ!
1257. Wenn mein Geliebter mir liebevoll das Gewünschte schenkt, weiß ich von nichts mehr, das Scham heißt.
1258. Sind die schmeichelnden Worte dieses vielgestaltigen Diebes nicht die Waffe, die unsere weibliche Standhaftigkeit zerbricht?
1259. »Ich werde schmollen«, dachte ich und ging hin; doch als ich mein Herz sich ihm zuwenden sah, umarmte ich ihn.
1260. Kann ein Herz, das wie Fett im Feuer schmilzt, sagen: »Wir werden schmollen und dabei bleiben«?
127. Sehnsucht nach dem Geliebten (Verse 1261–1270)
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1261. Meine Augen sind vom Ausschauhalten stumpf geworden; meine Finger sind abgenutzt vom Zählen der Tage seit seinem Abschied.
1262. Du glänzend Geschmückte, wollte ich ihn heute vergessen, verlören meine Schultern ihre Schönheit und die Armreifen glitten herab.
1263. Er zog fort, um zu siegen, mit dem Mut als Gefährten; ich lebe weiter im Verlangen nach seiner Rückkehr.
1264. Beim Gedanken, dass der Geliebte zur erneuten Vereinigung zurückkehrt, klettert mein Herz von Ast zu Ast empor.
1265. Möge ich meinen Geliebten sehen, bis meine Augen satt sind; dann wird die Blässe von meinen weichen Schultern verschwinden.
1266. Möge er nur an einem Tag zurückkehren: Ich werde ihn genießen, bis dieses ganze elende Leiden geheilt ist.
1267. Wenn mein Geliebter kommt, der mir so kostbar ist wie meine Augen, werde ich schmollen, ihn umarmen oder beides zugleich tun?
1268. Möge der König sein Werk siegreich vollenden; dann wollen wir uns mit der Geliebten vereinen und dem Abend ein Fest bereiten.
1269. Ein einziger Tag gleicht sieben Tagen für jene, die auf die Rückkehr ihres fernen Geliebten warten.
1270. Ist ihr Herz erst zerbrochen, was nützt dann meine Ankunft, was das Wiederfinden, was selbst die Umarmung?
128. Die Liebe durch Zeichen mitteilen (Verse 1271–1280)
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1271. Magst du es verbergen: Deine Augen gehorchen dir nicht; sie haben mir etwas mitzuteilen.
1272. In dieser augenfüllend schönen Frau mit bambusgleichen Schultern wohnt ein Übermaß an weiblicher Zartheit.
1273. Wie der Faden durch die gereihten Edelsteine sichtbar wird, zeigt sich in ihrer Schönheit ein verborgenes Zeichen.
1274. Wie Duft in einer noch geschlossenen Blütenknospe ruht, liegt in ihrem erst entstehenden Lächeln eine Botschaft.
1275. Das heimliche Zeichen, das die Frau mit den eng sitzenden Armreifen hinterließ, enthält eine Arznei für meinen großen Schmerz. Erläuterung
1276. Dass er mich so überaus zärtlich und tröstend umarmt, lässt mich einen neuen, schwer erträglichen Entzug seiner Liebe ahnen. Erläuterung
1277. Noch vor mir erkannten meine Armreifen, dass sich der Herr der kühlen Küste innerlich von mir entfernt hat.
1278. Erst gestern ging mein Geliebter fort; doch mein Leib ist schon seit sieben Tagen bleich.
1279. Sie sah ihre Armreifen an, dann ihre zarten Schultern, dann ihre Füße: Das war die Botschaft, die sie mir gab.
1280. Mit den Augen die Liebeskrankheit zu erzählen und so um Nähe zu bitten verleiht ihrer Weiblichkeit noch größere Würde.
129. Verlangen nach der Vereinigung (Verse 1281–1290)
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1281. Schon beim Denken Freude, schon beim Anblick Jubel: Das schenkt nicht der Rauschtrank, sondern die Liebe.
1282. Ist die Liebe groß wie eine Palme, sollte kein Liebesstreit entstehen, der auch nur so groß wie ein Hirsekorn ist.
1283. Mag er mich vernachlässigen und nur seinem eigenen Wunsch folgen: Meine Augen finden keine Ruhe, ohne ihn zu sehen.
1284. Freundin, ich ging hin, um zu schmollen; mein Herz vergaß es und eilte zur Vereinigung.
1285. Wie das Auge den Schminkstift nicht sieht, wenn er es berührt, sehe ich seine Fehler nicht, wenn ich ihn sehe.
1286. Sehe ich ihn, sehe ich seine Fehler nicht; sehe ich ihn nicht, sehe ich nichts als seine Fehler.
1287. Wie Menschen, die wissentlich in eine fortreißende Flut springen, schmolle ich, obwohl ich weiß, dass mein Schmollen keinen Bestand hat.
1288. Du Dieb, deine Brust ist wie der Trank für die Berauschten: Obwohl er bekannte Schande bringt, verlangen sie immer wieder nach ihm.
1289. Liebe ist zarter als eine Blume; nur wenige erkennen ihre feine Art und erfahren sie entsprechend.
1290. Eben noch zeigte sie mit den Augen Groll; doch bei der Umarmung war sie ungeduldiger als ich.
130. Streit mit dem eigenen Herzen (Verse 1291–1300)
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1291. Mein Herz, du siehst, dass sein Herz ihm selbst gehorcht. Warum stehst du nicht mir zur Seite?
1292. Du siehst, dass er uns nicht liebt, mein Herz; trotzdem gehst du zu ihm und sagst: »Er wird uns nicht abweisen.«
1293. Mein Herz, folgst du ihm nach deinem Belieben, weil du meinst, für die ins Unglück Geratenen gebe es keine Freunde?
1294. Wer wird sich künftig noch mit dir beraten, mein Herz? Du willst nicht erst schmollen und dann die Versöhnung genießen.
1295. Ist er nicht da, fürchtet mein Herz, ihn nicht zu gewinnen; ist er da, fürchtet es den Abschied. So leidet es unaufhörlich.
1296. Wenn ich allein sitze und nachdenke, bleibt mein Herz bei mir, nur um mich zu verzehren.
1297. Selbst meine Scham habe ich vergessen, gefangen in diesem würdelosen, törichten Herzen, das ihn nicht vergessen kann.
1298. Mein am Leben hängendes Herz denkt nur an seine Vorzüge: Es meint, ihn zu verachten würde uns selbst erniedrigen.
1299. Wer hilft einem Menschen in der Not, wenn sein eigenes Herz ihm nicht beisteht?
1300. Wie sollten Fremde Vertraute werden, wenn schon das eigene Herz sich wie ein Fremder verhält?
131. Liebesstreit (Verse 1301–1310)
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1301. Umarme ihn noch nicht, sondern schmolle ein wenig: Wir wollen sehen, wie sehr er darunter leidet. Erläuterung
1302. Liebesstreit sei wie Salz in angemessener Menge; ihn zu verlängern ist, als salzte man zu viel.
1303. Wer eine Schmollende nicht umarmt, fügt einem bereits Gequälten noch weiteres Leid zu.
1304. Eine Schmollende nicht zu versöhnen gleicht dem Abschneiden einer bereits welkenden Ranke an ihrer Wurzel.
1305. Für gute, liebevolle Männer ist der kleine Groll der blütenäugigen Geliebten selbst ein besonderer Reiz.
1306. Ohne längeren Zwist und kurzes Schmollen gleicht Liebe einer überreifen oder noch unreifen Frucht.
1307. Auch im Liebesstreit wohnt ein Schmerz: der Zweifel, ob die Vereinigung noch lange auf sich warten lässt. Erläuterung
1308. Was nützt mein Leiden, wenn kein liebender Mensch da ist, der erkennt, dass ich leide?
1309. Wie Wasser im Schatten süß ist, so ist Liebesstreit nur bei wirklich Liebenden süß.
1310. Dass mein Herz sich mit dem vereinen will, der mich im Schmollen welken lässt, kommt allein vom Verlangen.
132. Die Feinheiten des Liebesstreits (Verse 1311–1320)
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1311. »Alle Frauen genießen dich mit ihren Augen. Deine allen zugängliche Brust werde ich nicht umarmen.«
1312. Während ich schmollte, nieste er: Er wusste, dass ich ihm dann ein langes Leben wünschen würde. Erläuterung
1313. Trüge ich auch nur einen Blumenkranz, würde sie zürnen: »Du hast ihn angelegt, um dich einer anderen zu zeigen.«
1314. Als ich sagte: »Ich liebe dich mehr als alle anderen«, schmollte sie: »Mehr als wen? Mehr als wen?«
1315. Als ich sagte: »In diesem Leben werde ich dich nicht verlassen«, füllten sich ihre Augen mit Tränen.
1316. Ich sagte: »Ich habe an dich gedacht.« Sie erwiderte: »Also hattest du mich vergessen?«, löste sich aus der Umarmung und schmollte.
1317. Ich nieste, und sie segnete mich; dann weinte sie plötzlich: »Welche Frau hat an dich gedacht, dass du niesen musstest?« Erläuterung
1318. Ich unterdrückte das Niesen, und sie weinte: »Willst du vor mir verbergen, dass deine anderen Frauen an dich denken?«
1319. Selbst wenn ich sie besänftige, zürnt sie: »So verstehst du also auch die anderen Frauen zu besänftigen!«
1320. Selbst wenn ich sie nachdenklich und aufmerksam betrachte, zürnt sie: »Mit wem vergleichst du mich, während du mich so ganz ansiehst?«
133. Die Freude an der Versöhnung (Verse 1321–1330)
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1321. Mag er auch keinen Fehler haben: Das Schmollen vermag eine noch liebevollere Zuwendung von ihm hervorzurufen.
1322. Der kleine Schmerz des Liebesstreits hat seinen Wert, selbst wenn die liebevolle Zuwendung zunächst zu welken scheint.
1323. Gibt es selbst bei den Göttern eine Welt süßer als den Liebesstreit derer, die wie Erde und Wasser verbunden sind?
1324. In dem Schmollen, das zur unlöslichen Umarmung führt, entsteht die Waffe, die mein Herz zerbricht.
1325. Selbst ohne eigene Schuld von den zarten Schultern der Geliebten getrennt zu sein hat einen besonderen Reiz.
1326. Verdauen ist angenehmer als weiterzuessen; ebenso ist in der Liebe das Schmollen süßer als die Vereinigung.
1327. Wer im Liebesstreit unterliegt, hat gewonnen: Das zeigt sich bei der anschließenden Vereinigung.
1328. Werden wir durch neues Schmollen wieder jene Würze der Vereinigung genießen, die ihre Stirn mit Schweiß bedeckt? Erläuterung
1329. Möge die glänzend Geschmückte weiter schmollen; möge die Nacht lang werden, damit ich sie umwerben kann!
1330. Schmollen ist eine Freude der Liebe; seine Freude erfüllt sich, wenn die Liebenden sich innig umarmen.
Tirukkural: vollständige römische Transliteration
Die Umschrift gibt die tamilischen Buchstaben systematisch wieder. Lange Vokale tragen einen Querstrich: ā, ī, ū, ē, ō. ṭ, ṇ und ḷ bezeichnen retroflexe Laute; ḻ ist ein eigener tamilischer Laut, der in vereinfachter Umschrift oft als zh erscheint. ṟ unterscheidet sich von r, ṉ von n und ṇ; ṅ und ñ sind besondere Nasale. ḵ gibt das Zeichen āytam wieder. Die Umschrift ist keine genaue Lautschrift: Die Aussprache mancher Konsonanten verändert sich je nach Stellung. Worttrennungen folgen weitgehend der Textvorlage.
Buch I – Tugend und gute Lebensführung – Aṟattuppāl
1. kaṭavuḷ vāḻttu (Verse 1–10)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1.
pakavaṉ mutaṟṟē ulaku.
2.
naṟṟāḷ toḻāar eṉiṉ.
3.
nilamicai nīṭuvāḻ vār.
4.
yāṇṭum iṭumpai ila.
5.
poruḷcēr pukaḻpurintār māṭṭu.
6.
neṟiniṉṟār nīṭuvāḻ vār.
7.
maṉakkavalai māṟṟal aritu.
8.
piṟavāḻi nīntal aritu.
9.
tāḷai vaṇaṅkāt talai.
10.
iṟaivaṉ aṭicērā tār.
2. vāṉciṟappu (Verse 11–20)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
11.
tāṉamiḻtam eṉṟuṇaraṟ pāṟṟu.
12.
tuppāya tūum maḻai.
13.
uḷniṉṟu uṭaṟṟum paci.
14.
vāri vaḷaṅkuṉṟik kāl.
15.
eṭuppatūum ellām maḻai.
16.
pacumpul talaikāṇpu aritu.
17.
tāṉnalkā tāki viṭiṉ.
18.
vaṟakkumēl vāṉōrkkum īṇṭu.
19.
vāṉam vaḻaṅkā teṉiṉ.
20.
vāṉiṉṟu amaiyātu oḻukku.
3. nīttār perumai (Verse 21–30)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
21.
vēṇṭum paṉuval tuṇivu.
22.
iṟantārai eṇṇikkoṇ ṭaṟṟu.
23.
perumai piṟaṅkiṟṟu ulaku.
24.
varaṉeṉṉum vaippiṟkōr vittu.
25.
intiraṉē cāluṅ kari.
26.
ceyaṟkariya ceykalā tār.
27.
vakaiterivāṉ kaṭṭē ulaku.
28.
maṟaimoḻi kāṭṭi viṭum.
29.
kaṇamēyum kāttal aritu.
30.
centaṇmai pūṇṭoḻuka lāṉ.
4. aṟaṉvaliyuṟuttal (Verse 31–40)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
31.
ākkam evaṉō uyirkku.
32.
maṟattaliṉ ūṅkillai kēṭu.
33.
cellumvāy ellāñ ceyal.
34.
ākula nīra piṟa.
35.
iḻukkā iyaṉṟatu aṟam.
36.
poṉṟuṅkāl poṉṟāt tuṇai.
37.
poṟuttāṉōṭu ūrntāṉ iṭai.
38.
vāḻnāḷ vaḻiyaṭaikkum kal.
39.
puṟatta pukaḻum ila.
40.
uyaṟpāla tōrum paḻi.
5. ilvāḻkkai (Verse 41–50)
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41.
nallāṟṟiṉ niṉṟa tuṇai.
42.
ilvāḻvāṉ eṉpāṉ tuṇai.
43.
aimpulattāṟu ōmpal talai.
44.
vaḻiyeñcal eññāṉṟum il.
45.
paṇpum payaṉum atu.
46.
pōoyp peṟuva tevaṉ?
47.
muyalvāruḷ ellām talai.
48.
nōṟpāriṉ nōṉmai uṭaittu.
49.
piṟaṉpaḻippa tillāyiṉ naṉṟu.
50.
teyvattuḷ vaikkap paṭum.
6. vāḻkkait tuṇainalam (Verse 51–60)
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51.
vaḷattakkāḷ vāḻkkait tuṇai.
52.
eṉaimāṭcit tāyiṉum il.
53.
illavaḷ māṇāk kaṭai?
54.
tiṇmaiuṇ ṭākap peṟiṉ.
55.
peyyeṉap peyyum maḻai.
56.
coṟkāttuc cōrvilāḷ peṇ.
57.
niṟaikākkum kāppē talai.
58.
puttēḷir vāḻum ulaku.
59.
ēṟupōl pīṭu naṭai.
60.
naṉkalam naṉmakkaṭ pēṟu.
7. putalvaraip peṟutal (Verse 61–70)
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61.
makkaṭpēṟu alla piṟa.
62.
paṇpuṭai makkaṭ peṟiṉ.
63.
tamtam viṉaiyāṉ varum.
64.
ciṟukai aḷāviya kūḻ.
65.
coṟkēṭṭal iṉpam cevikku.
66.
maḻalaiccol kēḷā tavar.
67.
munti iruppac ceyal.
68.
maṉṉuyirk kellām iṉitu.
69.
cāṉṟōṉ eṉakkēṭṭa tāy.
70.
eṉnōṟṟāṉ kol eṉum col.
8. aṉpuṭaimai (Verse 71–80)
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71.
puṉkaṇīr pūcal tarum.
72.
eṉpum uriyar piṟarkku.
73.
eṉpōṭu iyainta toṭarpu.
74.
naṇpu eṉṉum nāṭāc ciṟappu.
75.
iṉpuṟṟār eytum ciṟappu.
76.
maṟattiṟkum aḵtē tuṇai.
77.
aṉpi lataṉai aṟam.
78.
vaṟṟal marantaḷirt taṟṟu.
79.
akattuṟuppu aṉpi lavarkku.
80.
eṉputōl pōrtta uṭampu.
9. viruntōmpal (Verse 81–90)
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81.
vēḷāṇmai ceytaṟ poruṭṭu.
82.
marunteṉiṉum vēṇ ṭaṟpāṟ ṟaṉṟu.
83.
paruvantu pāḻpaṭutal iṉṟu.
84.
nalviruntu ōmpuvāṉ il.
85.
miccil micaivāṉ pulam.
86.
nalvaruntu vāṉat tavarkku.
87.
tuṇaittuṇai vēḷvip payaṉ.
88.
vēḷvi talaippaṭā tār.
89.
maṭamai maṭavārkaṇ uṇṭu.
90.
nōkkak kunaḻyum viruntu.
10. iṉiyavaikūṟal (Verse 91–100)
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91.
cemporuḷ kaṇṭārvāyc col.
92.
iṉcolaṉ ākap peṟiṉ.
93.
iṉco liṉatē aṟam.
94.
iṉpuṟūum iṉco lavarkku.
95.
aṇiyalla maṟṟup piṟa.
96.
nāṭi iṉiya coliṉ.
97.
paṇpiṉ talaippiriyāc col.
98.
immaiyum iṉpam tarum.
99.
vaṉcol vaḻaṅku vatu?
100.
kaṉiiruppak kāykavarn taṟṟu.
11. ceynnaṉṟi aṟital (Verse 101–110)
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101.
vāṉakamum āṟṟal aritu.
102.
ñālattiṉ māṇap peritu.
103.
naṉmai kaṭaliṉ peritu.
104.
koḷvar payaṉteri vār.
105.
ceyappaṭṭār cālpiṉ varaittu.
106.
tuṉpattuḷ tuppāyār naṭpu.
107.
viḻuman tuṭaittavar naṭpu.
108.
aṉṟē maṟappatu naṉṟu.
109.
oṉṟunaṉṟu uḷḷak keṭum.
110.
ceynnaṉṟi koṉṟa makaṟku.
12. naṭuvu nilaimai (Verse 111–120)
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111.
pāṟpaṭṭu oḻukap peṟiṉ.
112.
eccattiṟ kēmāppu uṭaittu.
113.
aṉṟē yoḻiya viṭal.
114.
eccattāṟ kāṇappa paṭum.
115.
kōṭāmai cāṉṟōrk kaṇi.
116.
naṭuvorīi alla ceyiṉ.
117.
naṉṟikkaṇ taṅkiyāṉ tāḻvu.
118.
kōṭāmai cāṉṟōrk kaṇi.
119.
uṭkōṭṭam iṉmai peṟiṉ.
120.
piṟavum tamapōl ceyiṉ.
13. aṭakkamuṭaimai (Verse 121–130)
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121.
āriruḷ uyttu viṭum.
122.
ataṉiṉūuṅ killai uyirkku.
123.
āṟṟiṉ aṭaṅkap peṟiṉ.
124.
malaiyiṉum māṇap peritu.
125.
celvarkkē celvam takaittu.
126.
eḻumaiyum ēmāp puṭaittu.
127.
cōkāppar colliḻukkup paṭṭu.
128.
naṉṟākā tāki viṭum.
129.
nāviṉāṟ cuṭṭa vaṭu.
130.
aṟampārkkum āṟṟiṉ nuḻaintu.
14. oḻukkamuṭaimai (Verse 131–140)
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131.
uyiriṉum ōmpap paṭum.
132.
tēriṉum aḵtē tuṇai.
133.
iḻinta piṟappāy viṭum.
134.
piṟappoḻukkaṅ kuṉṟak keṭum.
135.
oḻukka milāṉkaṇ uyarvu.
136.
ētam paṭupāk kaṟintu.
137.
eytuvar eytāp paḻi.
138.
eṉṟum iṭumpai tarum.
139.
vaḻukkiyum vāyāṟ colal.
140.
kallār aṟivilā tār.
15. piṟaṉil viḻaiyāmai (Verse 141–150)
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141.
aṟamporuḷ kaṇṭārkaṇ il.
142.
niṉṟāriṉ pētaiyār il.
143.
tīmai purintu oḻuku vār.
144.
tērāṉ piṟaṉil pukal.
145.
viḷiyātu niṟkum paḻi.
146.
ikavāvām illiṟappāṉ kaṇ.
147.
peṇmai nayavā tavaṉ.
148.
aṟaṉoṉṟō āṉṟa voḻukku.
149.
piṟarkkuriyāḷ tōḷtōyā tār.
150.
peṇmai nayavāmai naṉṟu.
16. poṟaiyuṭaimai (Verse 151–160)
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151.
ikaḻvārp poṟuttal talai.
152.
maṟattal ataṉiṉum naṉṟu.
153.
vaṉmai maṭavārp poṟai.
154.
pōṟṟi yoḻukap paṭum.
155.
poṟuttāraip poṉpōṟ potintu.
156.
poṉṟun tuṇaiyum pukaḻ.
157.
aṟaṉalla ceyyāmai naṉṟu.
158.
takutiyāṉ veṉṟu viṭal.
159.
iṉṉāccol nōṟkiṟ pavar.
160.
iṉṉāccol nōṟpāriṉ piṉ.
17. aḻukkāṟāmai (Verse 161–170)
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161.
aḻukkāṟu ilāta iyalpu.
162.
aḻukkāṟṟiṉ aṉmai peṟiṉ.
163.
pēṇātu aḻukkaṟup pāṉ.
164.
ētam paṭupākku aṟintu.
165.
vaḻukkāyum kēṭīṉ patu.
166.
uṇpatūum iṉṟik keṭum.
167.
tavvaiyaik kāṭṭi viṭum.
168.
tīyuḻi uyttu viṭum.
169.
kēṭum niṉaikkap paṭum.
170.
perukkattil tīrntārum il.
18. veḵkāmai (Verse 171–180)
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171.
kuṟṟamum āṅkē tarum.
172.
naṭuvaṉmai nāṇu pavar.
173.
maṟṟiṉpam vēṇṭu pavar.
174.
puṉmaiyil kāṭci yavar.
175.
veḵki veṟiya ceyiṉ.
176.
pollāta cūḻak keṭum.
177.
māṇṭaṟ karitām payaṉ.
178.
vēṇṭum piṟaṉkaip poruḷ.
179.
tiṟaṉaṟin tāṅkē tiru.
180.
vēṇṭāmai eṉṉuñ cerukku.
19. puṟaṅkūṟāmai (Verse 181–190)
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181.
puṟaṅkūṟāṉ eṉṟal iṉitu.
182.
puṟaṉaḻīip poyttu nakai.
183.
aṟaṅkūṟṟum ākkat tarum.
184.
muṉṉiṉṟu piṉnōkkāc col.
185.
puṉmaiyāṟ kāṇap paṭum.
186.
tiṟaṉterintu kūṟap paṭum.
187.
naṭpāṭal tēṟṟā tavar.
188.
eṉṉaikol ētilār māṭṭu.
189.
puṉcol uraippāṉ poṟai.
190.
tītuṇṭō maṉṉum uyirkku.
20. payaṉila collāmai (Verse 191–200)
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191.
ellārum eḷḷap paṭum.
192.
naṭṭārkaṇ ceytaliṟ ṟītu.
193.
pārit turaikkum urai.
194.
paṇpilcol pallā rakattu.
195.
nīrmai yuṭaiyār coliṉ.
196.
makkaṭ pataṭi yeṉal.
197.
payaṉila collāmai naṉṟu.
198.
perumpayaṉ illāta col.
199.
mācaṟu kāṭci yavar.
200.
colliṟ payaṉilāc col.
21. tīviṉaiyaccam (Verse 201–210)
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201.
tīviṉai eṉṉum cerukku.
202.
tīyiṉum añcap paṭum.
203.
ceṟuvārkkum ceyyā viṭal.
204.
aṟañcūḻam cūḻntavaṉ kēṭu.
205.
ilaṉākum maṟṟum peyarttu.
206.
taṉṉai aṭalvēṇṭā tāṉ.
207.
vīyātu piṉceṉṟu aṭum.
208.
vīyātu aiuṟain taṟṟu.
209.
tuṉṉaṟka tīviṉaip pāl.
210.
tīviṉai ceyyāṉ eṉiṉ.
22. oppuravaṟital (Verse 211–220)
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211.
eṉ āṟṟuṅ kollō ulaku.
212.
vēḷāṇmai ceytaṟ poruṭṭu.
213.
oppuraviṉ nalla piṟa.
214.
cettāruḷ vaikkap paṭum.
215.
pēraṟi vāḷaṉ tiru.
216.
nayaṉuṭai yāṉkaṇ paṭiṉ.
217.
peruntakai yāṉkaṇ paṭiṉ.
218.
kaṭaṉaṟi kāṭci yavar.
219.
ceyyātu amaikalā vāṟu.
220.
viṟṟukkōḷ takka tuṭaittu.
23. īkai (Verse 221–230)
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221.
kuṟiyetirppai nīra tuṭaittu.
222.
illeṉiṉum ītalē naṉṟu.
223.
kulaṉuṭaiyāṉ kaṇṇē yuḷa.
224.
iṉmukaṅ kāṇum aḷavu.
225.
māṟṟuvār āṟṟaliṉ piṉ.
226.
peṟṟāṉ poruḷvaip puḻi.
227.
tīppiṇi tīṇṭal aritu.
228.
vaittiḻakkum vaṉka ṇavar.
229.
tāmē tamiyar uṇal.
230.
ītal iyaiyāk kaṭai.
24. pukaḻ (Verse 231–240)
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231.
ūtiyam illai uyirkku.
232.
īvārmēl niṟkum pukaḻ.
233.
poṉṟātu niṟpatoṉ ṟil.
234.
pōṟṟātu puttēḷ ulaku.
235.
vittakark kallāl aritu.
236.
tōṉṟaliṉ tōṉṟāmai naṉṟu.
237.
ikaḻvārai nōvatu evaṉ?
238.
eccam peṟāa viṭiṉ.
239.
yākkai poṟutta nilam.
240.
vāḻvārē vāḻā tavar.
25. aruḷuṭaimai (Verse 241–250)
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241.
pūriyār kaṇṇum uḷa.
242.
tēriṉum aḵtē tuṇai.
243.
iṉṉā ulakam pukal.
244.
taṉṉuyir añcum viṉai.
245.
mallaṉmā ñālaṅ kari.
246.
allavai ceytoḻuku vār.
247.
ivvulakam illāki yāṅku.
248.
aṟṟārmaṟ ṟātal aritu.
249.
aruḷātāṉ ceyyum aṟam.
250.
meliyārmēl cellu miṭattu.
26. pulāṉmaṟuttal (Verse 251–260)
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251.
eṅṅaṉam āḷum aruḷ?
252.
āṅkillai ūṉtiṉ pavarkku.
253.
uṭalcuvai uṇṭār maṉam.
254.
poaruḷallatu avvūṉ tiṉal.
255.
aṇṇāttal ceyyātu aḷaṟu.
256.
vilaipporuṭṭāl ūṉṟaruvā ril.
257.
puṇṇatu uṇarvārp peṟiṉ.
258.
uyiriṉ talaippirinta ūṉ.
259.
uyircekut tuṇṇāmai naṉṟu.
260.
ellā uyirun toḻum.
27. tavam (Verse 261–270)
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261.
aṟṟē tavattiṟ kuru.
262.
aḵtilār mēṟkoḷ vatu.
263.
maṟṟai yavarkaḷ tavam.
264.
eṇṇiṉ tavattāṉ varum.
265.
īṇṭu muyalap paṭum.
266.
avañceyvār ācaiyuṭ paṭṭu.
267.
cuṭaccuṭa nōṟkiṟ pavarkku.
268.
maṉṉuyi rellān toḻum.
269.
āṟṟal talaippaṭ ṭavarkkul.
270.
cilarpalar nōlā tavar.
28. kūṭāvoḻukkam (Verse 271–280)
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271.
aintum akattē nakum.
272.
tāṉaṟi kuṟṟap paṭiṉ.
273.
puliyiṉtōl pōrttumēyn taṟṟu.
274.
vēṭṭuvaṉ puḷcimiḻt taṟṟu.
275.
ētam palavun tarum.
276.
vāḻvāriṉ vaṉkaṇār il.
277.
mukkiṟ kariyār uṭaittu.
278.
maṟaintoḻuku māntar palar.
279.
viṉaipaṭu pālāl koḷal.
280.
paḻittatu oḻittu viṭiṉ.
29. kaḷḷāmai (Verse 281–290)
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281.
kaḷḷāmai kākkataṉ neñcu.
282.
kaḷḷattāl kaḷvēm eṉal.
283.
āvatu pōlak keṭum.
284.
vīyā viḻumam tarum.
285.
poccāppup pārppārkaṇ il.
286.
kaṉṟiya kāta lavar.
287.
āṟṟal purintārkaṇṭa il.
288.
kaḷavaṟintār neñcil karavu.
289.
maṟṟaiya tēṟṟā tavar.
290.
taḷḷātu puttē ḷulaku.
30. vāymai (Verse 291–300)
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291.
tīmai ilāta colal.
292.
naṉmai payakkum eṉiṉ.
293.
taṉneñcē taṉṉaic cuṭum.
294.
uḷḷattu ḷellām uḷaṉ.
295.
tāṉañcey vāriṉ talai.
296.
ellā aṟamun tarum.
297.
ceyyāmai ceyyāmai naṉṟu.
298.
vāymaiyāl kāṇap paṭum.
299.
poyyā viḷakkē viḷakku.
300.
vāymaiyiṉ nalla piṟa.
31. vekuḷāmai (Verse 301–310)
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301.
kākkiṉeṉ kāvākkāl eṉ?
302.
ilataṉiṉ tīya piṟa.
303.
piṟattal ataṉāṉ varum.
304.
pakaiyum uḷavō piṟa.
305.
taṉṉaiyē kolluñ ciṉam.
306.
ēmap puṇaiyaic cuṭum.
307.
nilattaṟaintāṉ kaipiḻaiyā taṟṟu.
308.
puṇariṉ vekuḷāmai naṉṟu.
309.
uḷḷāṉ vekuḷi eṉiṉ.
310.
tuṟantār tuṟantār tuṇai.
32. iṉṉāceyyāmai (Verse 311–320)
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311.
ceyyāmai mācaṟṟār kōḷ.
312.
ceyyāmai mācaṟṟār kōḷ.
313.
uyyā viḻuman tarum.
314.
naṉṉayañ ceytu viṭal.
315.
tannōypōl pōṟṟāk kaṭai.
316.
vēṇṭum piṟaṉkaṇ ceyal.
317.
māṇācey yāmai talai.
318.
maṉṉuyirkku iṉṉā ceyal.
319.
piṟpakal tāmē varum.
320.
nōyiṉmai vēṇṭu pavar.
33. kollāmai (Verse 321–330)
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321.
piṟaviṉai ellān tarum.
322.
tokuttavaṟṟuḷ ellān talai.
323.
piṉcārap poyyāmai naṉṟu.
324.
kollāmai cūḻum neṟi.
325.
kollāmai cūḻvāṉ talai.
326.
cellātu uyiruṇṇuṅ kūṟṟu.
327.
iṉṉuyir nīkkum viṉai.
328.
koṉṟākum ākkaṅ kaṭai.
329.
puṉmai terivā rakattu.
330.
cellāttī vāḻkkai yavar.
34. nilaiyāmai (Verse 331–340)
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331.
pullaṟi vāṇmai kaṭai.
332.
pōkkum atuviḷin taṟṟu.
333.
aṟkupa āṅkē ceyal.
334.
vāḷatu uṇarvārp peṟiṉ.
335.
mēṟceṉṟu ceyyap paṭum
336.
perumai uṭaittuiv vulaku.
337.
kōṭiyum alla pala.
338.
uṭampoṭu uyiriṭai naṭpu.
339.
viḻippatu pōlum piṟappu.
340.
tuccil irunta uyirkku.
35. tuṟavu (Verse 341–350)
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341.
ataṉiṉ ataṉiṉ ilaṉ.
342.
īṇṭuiyaṟ pāla pala.
343.
vēṇṭiya vellām oruṅku.
344.
mayalākum maṟṟum peyarttu.
345.
uṟṟārkku uṭampum mikai.
346.
uyarnta ulakam pukum.
347.
paṟṟi viṭāa tavar kku.
348.
valaippaṭṭār maṟṟai yavar.
349.
nilaiyāmai kāṇap paṭum.
350.
paṟṟuka paṟṟu viṭaṟku.
36. meyyuṇartal (Verse 351–360)
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351.
maruḷāṉām māṇāp piṟappu.
352.
mācaṟu kāṭci yavarkku.
353.
vāṉam naṇiya tuṭaittu.
354.
meyyuṇarvu illā tavarkku.
355.
meypporuḷ kāṇpatu aṟivu.
356.
maṟṟīṇṭu vārā neṟi.
357.
pērttuḷḷa vēṇṭā piṟappu.
358.
cemporuḷ kāṇpatu aṟivu.
359.
cārtarā cārtaru nōy.
360.
nāmam keṭakkeṭum nōy.
37. avāvaṟuttal (Verse 361–370)
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361.
tavāap piṟappīṉum vittu.
362.
vēṇṭāmai vēṇṭa varum.
363.
āṇṭum aḵtoppatu il.
364.
vāaymai vēṇṭa varum.
365.
aṟṟāka aṟṟatu ilar.
366.
vañcippa tōrum avā.
367.
tāṉvēṇṭu māṟṟāṉ varum.
368.
tavāatu mēṉmēl varum.
369.
tuṉpattuḷ tuṉpaṅ keṭiṉ.
370.
pērā iyaṟkai tarum.
38. ūḻ (Verse 371–380)
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371.
pōkūḻāl tōṉṟum maṭi.
372.
ākalūḻ uṟṟak kaṭai.
373.
uṇmai yaṟivē mikum.
374.
teḷḷiya rātalum vēṟu.
375.
nallavām celvam ceyaṟku.
376.
coriyiṉum pōkā tama.
377.
tokuttārkku tuyttal aritu.
378.
ūṭṭā kaḻiyu meṉiṉ.
379.
allaṟ paṭuva tevaṉ?
380.
cūḻiṉun tāṉmun tuṟum.
Buch II – Gesellschaft, Verantwortung und Wohlstand – Poruṭpāl
39. iṟaimāṭci (Verse 381–390)
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381.
uṭaiyāṉ aracaruḷ ēṟu.
382.
eñcāmai vēntark kiyalpu.
383.
nīṅkā nilaṉāṉ pavarkku.
384.
māṉam uṭaiya taracu.
385.
vakuttalum valla taracu.
386.
mīkkūṟum maṉṉaṉ nilam
387.
tāṉkaṇ ṭaṉaittiv vulaku.
388.
iṟaiyeṉṟu vaikkap paṭum.
389.
kavikaikkīḻt taṅkum ulaku.
390.
uṭaiyāṉām vēntark koḷi.
40. kalvi (Verse 391–400)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
391.
niṟka ataṟkut taka.
392.
kaṇṇeṉpa vāḻum uyirkku.
393.
puṇṇuṭaiyar kallā tavar.
394.
aṉaittē pulavar toḻil.
395.
kaṭaiyarē kallā tavar.
396.
kaṟṟaṉait tūṟum aṟivu.
397.
cāntuṇaiyuṅ kallāta vāṟu.
398.
eḻumaiyum ēmāp puṭaittu.
399.
kāmuṟuvar kaṟṟaṟin tār.
400.
māṭalla maṟṟai yavai.
41. kallāmai (Verse 401–410)
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401.
nūliṉṟik kōṭṭi koḷal.
402.
illātāḷ peṇkāmuṟ ṟaṟṟu.
403.
collā tirukkap peṟiṉ.
404.
koḷḷār aṟivuṭai yār.
405.
collāṭac cōrvu paṭum.
406.
kaḷaraṉaiyar kallā tavar.
407.
maṇmāṇ puṉaipāvai yaṟṟu.
408.
kallārkaṇ paṭ ṭa tiru.
409.
kaṟṟār aṉaittilar pāṭu.
410.
kaṟṟārōṭu ēṉai yavar.
42. kēḷvi (Verse 411–420)
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411.
celvattu ḷellān talai.
412.
vayiṟṟukkum īyap paṭum.
413.
āṉṟārō ṭoppar nilattu.
414.
oṟkattiṉ ūṟṟān tuṇai.
415.
oḻukka muṭaiyārvāyc col.
416.
āṉṟa perumai tarum.
417.
tīṇṭiya kēḷvi yavar.
418.
tōṭkap paṭāta cevi.
419.
vāyiṉa rātal aritu.
420.
aviyiṉum vāḻiṉum eṉ?
43. aṟivuṭaimai (Verse 421–430)
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421.
uḷḷaḻikka lākā araṇ.
422.
naṉṟiṉpāl uyppa taṟivu.
423.
meypporuḷ kāṇpa taṟivu.
424.
nuṇporuḷ kāṇpa taṟivu.
425.
kūmpalum illa taṟivu.
426.
avva tuṟaiva taṟivu.
427.
aḵtaṟi kallā tavar.
428.
añcal aṟivār toḻil.
429.
atira varuvatōr nōy.
430.
eṉṉuṭaiya rēṉum ilar.
44. kuṟṟaṅkaṭital (Verse 431–440)
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431.
perukkam perumita nīrttu.
432.
uvakaiyum ētam iṟaikku.
433.
koḷvar paḻināṇu vār.
434.
aṟṟan trūum pakai.
435.
vaittūṟu pōlak keṭum.
436.
eṉkuṟṟa mākum iṟaikku?
437.
uyaṟpāla taṉṟik keṭum.
438.
eṇṇap paṭuvatoṉ ṟaṉṟu.
439.
naṉṟi payavā viṉai.
440.
ētila ētilār nūl.
45. periyārait tuṇaikkōṭal (Verse 441–450)
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441.
tiṟaṉaṟintu tērntu koḷal.
442.
peṟṟiyārp pēṇik koḷal.
443.
pēṇit tamarāk koḷal.
444.
vaṉmaiyu ḷellān talai.
445.
cūḻvāraik cūḻntu koḷal.
446.
ceṟṟār ceyakkiṭanta til.
447.
keṭukkun takaimai yavar.
448.
keṭuppā rilāṉuṅ keṭum.
449.
cārpilārk killai nilai.
450.
nallār toṭarkai viṭal.
46. ciṟṟiṉañcērāmai (Verse 451–460)
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451.
cuṟṟamāc cūḻntu viṭum.
452.
iṉattiyalpa tākum aṟivu.
453.
iṉṉāṉ eṉappaṭuñ col.
454.
iṉattuḷa tākum aṟivu.
455.
iṉantūymai tūvā varum.
456.
illainaṉ ṟākā viṉai.
457.
ellāp pukaḻum tarum.
458.
iṉanalam ēmāp puṭaittu.
459.
iṉanalattiṉ ēmāp puṭaittu.
460.
allaṟ paṭuppatūum il.
47. terintuceyalvakai (Verse 461–470)
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461.
ūtiyamum cūḻntu ceyal.
462.
arumporuḷ yātoṉṟum il
463.
ūkkār aṟivuṭai yār.
464.
ētappāṭu añcu pavar.
465.
pāttip paṭuppatō rāṟu.
466.
ceyyāmai yāṉuṅ keṭum.
467.
eṇṇuvam eṉpatu iḻukku.
468.
pōṟṟiṉum pottup paṭum.
469.
paṇpaṟin tāṟṟāk kaṭai.
470.
koḷḷāta koḷḷātu ulaku.
48. valiyaṟital (Verse 471–480)
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471.
tuṇaivaliyum tūkkic ceyal.
472.
celvārkkuc cellātatu il.
473.
iṭaikkaṇ murintār palar.
474.
viyantāṉ viraintu keṭum.
475.
cāla mikuttup peyiṉ.
476.
uyirkkiṟuti āki viṭum.
477.
pōṟṟi vaḻaṅku neṟi.
478.
pōkāṟu akalāk kaṭai.
479.
illākit tōṉṟāk keṭum.
480.
vaḷavarai vallaik keṭum.
49. kālamaṟital (Verse 481–490)
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481.
vēntarkku vēṇṭum poḻutu.
482.
tīrāmai ārkkuṅ kayiṟu.
483.
kālam aṟintu ceyiṉ.
484.
karuti iṭattāṟ ceyiṉ.
485.
ñālam karutu pavar.
486.
tākkaṟkup pērun takaittu.
487.
uḷvērppar oḷḷi yavar.
488.
kāṇiṉ kiḻakkām talai.
489.
ceytaṟ kariya ceyal.
490.
kuttokka cīrtta iṭattu.
50. iṭaṉaṟital (Verse 491–500)
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491.
iṭaṅkaṇṭa piṉal latu.
492.
ākkam palavun tarum.
493.
pōṟṟārkaṇ pōṟṟic ceyiṉ.
494.
tuṉṉiyār tuṉṉic ceyiṉ.
495.
nīṅkiṉ ataṉaip piṟa.
496.
nāvāyum ōṭā nilattu.
497.
eṇṇi iṭattāl ceyiṉ.
498.
ūkkam aḻintu viṭum.
499.
uṟainilattōṭu oṭṭal aritu.
500.
vēlāḷ mukatta kaḷiṟu.
51. terintuteḷital (Verse 501–510)
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501.
tiṟanterintu tēṟap paṭum.
502.
nāṇuṭaiyāṉ cuṭṭē teḷivu.
503.
iṉmai aritē veḷiṟu.
504.
mikaināṭi mikka koḷal.
505.
karumamē kaṭṭaḷaik kal.
506.
paṟṟilar nāṇār paḻi.
507.
pētaimai ellān tarum.
508.
tīrā iṭumpai tarum.
509.
tēṟuka tēṟum poruḷ.
510.
tīrā iṭumpai tarum.
52. terintuviṉaiyāṭal (Verse 511–520)
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511.
taṉmaiyāṉ āḷap paṭum.
512.
ārāyvāṉ ceyka viṉai.
513.
naṉkuṭaiyāṉ kaṭṭē teḷivu.
514.
vēṟākum māntar palar.
515.
ciṟantāṉeṉṟu ēvaṟpāṟ ṟaṉṟu.
516.
eyta uṇarntu ceyal.
517.
ataṉai avaṉkaṇ viṭal.
518.
ataṟkuriya ṉākac ceyal.
519.
niṉaippāṉai nīṅkum tiru.
520.
kōṭāmai kōṭā tulaku.
53. cuṟṟantaḻāl (Verse 521–530)
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521.
cuṟṟattār kaṇṇē uḷa.
522.
ākkam palavum tarum.
523.
kōṭiṉṟi nīrniṟain taṟṟu.
524.
peṟṟattāl peṟṟa payaṉ.
525.
cuṟṟattāl cuṟṟap paṭum.
526.
maruṅkuṭaiyār mānilattu il.
527.
aṉṉanī rārkkē uḷa.
528.
atunōkki vāḻvār palar.
529.
kāraṇam iṉṟi varum.
530.
iḻait tiruntu eṇṇik koḷal.
54. poccāvāmai (Verse 531–540)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
531.
uvakai makiḻcciyiṟ cōrvu.
532.
nicca nirappuk koṉ ṟāṅku.
533.
eppālnū lōrkkum tuṇivu.
534.
poccāp puṭaiyārkku naṉku.
535.
piṉṉūṟu iraṅki viṭum.
536.
vāyiṉ atuvoppatu il.
537.
karuviyāl pōṟṟic ceyiṉ.
538.
ikaḻntārkku eḻumaiyum il.
539.
makiḻcciyiṉ maintuṟum pōḻtu.
540.
uḷḷiyatu uḷḷap peṟiṉ.
55. ceṅkōṉmai (Verse 541–550)
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541.
tērntucey vaḵtē muṟai.
542.
kōl nōkki vāḻuṅ kuṭi.
543.
niṉṟatu maṉṉavaṉ kōl.
544.
aṭitaḻīi niṟkum ulaku.
545.
peyalum viḷaiyuḷum tokku.
546.
kōlatūuṅ kōṭā teṉiṉ.
547.
muṟaikākkum muṭṭāc ceyiṉ.
548.
taṇpatattāṉ tāṉē keṭum.
549.
vaṭuvaṉṟu vēntaṉ toḻil.
550.
kaḷaikaṭ ṭataṉoṭu nēr.
56. koṭuṅkōṉmai (Verse 551–560)
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551.
allavai ceytoḻukum vēntu.
552.
kōloṭu niṉṟāṉ iravu.
553.
nāṭoṟum nāṭu keṭum.
554.
cūḻātu ceyyum aracu.
555.
celvattait tēykkum paṭai
556.
maṉṉāvām maṉṉark koḷi.
557.
aḷiyiṉmai vāḻum uyirkku.
558.
maṉṉavaṉ kōṟkīḻp paṭiṉ.
559.
ollātu vāṉam peyal.
560.
kāvalaṉ kāvāṉ eṉiṉ.
57. veruvantaceyyāmai (Verse 561–570)
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561.
ottāṅku oṟuppatu vēntu.
562.
nīṅkāmai vēṇṭu pavar.
563.
oruvantam ollaik keṭum.
564.
uṟaikaṭuki ollaik keṭum.
565.
pēeykaṇ ṭaṉṉatu uṭaittu.
566.
nīṭiṉṟi āṅkē keṭum.
567.
aṭumuraṇ tēykkum aram.
568.
cīṟiṟ ciṟukum tiru.
569.
veruvantu veytu keṭum.
570.
illai nilakkup poṟai.
58. kaṇṇōṭ ṭam (Verse 571–580)
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571.
uṇmaiyāṉ uṇṭiv vulaku.
572.
uṇmai nilakkup poṟai.
573.
kaṇṇōṭṭam illāta kaṇ.
574.
kaṇṇōṭṭam illāta kaṇ.
575.
puṇṇeṉṟu uṇarap paṭum
576.
ṭiyaintukaṇ ṇōṭā tavar.
577.
kaṇṇōṭṭam iṉmaiyum il.
578.
urimai uṭaittiv vulaku.
579.
poṟuttāṟṟum paṇpē talai.
580.
nākarikam vēṇṭu pavar.
59. oṟṟāṭal (Verse 581–590)
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581.
teṟṟeṉka maṉṉavaṉ kaṇ.
582.
vallaṟital vēntaṉ toḻil.
583.
koṟṟaṅ koḷakkiṭantatu il.
584.
aṉaivaraiyum ārāyvatu oṟṟu.
585.
ukāamai vallatē oṟṟu.
586.
eṉceyiṉum cōrvilatu oṟṟu.
587.
aiyappāṭu illatē oṟṟu.
588.
oṟṟiṉāl oṟṟik koḷal.
589.
coṟṟokka tēṟap paṭum.
590.
puṟappaṭuttāṉ ākum maṟai.
60. ūkkamuṭaimai (Verse 591–600)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
591.
uṭaiyatu uṭaiyarō maṟṟu.
592.
nillātu nīṅki viṭum.
593.
oruvantam kaittuṭai yār.
594.
ūkka muṭaiyā ṉuḻai.
595.
uḷḷat taṉaiyatu uyarvu.
596.
taḷḷiṉun taḷḷāmai nīrttu.
597.
paṭṭuppā ṭūṉṟuṅ kaḷiṟu.
598.
vaḷḷiyam eṉṉuñ cerukku.
599.
verūum pulitāk kuṟiṉ.
600.
marammakka ḷātalē vēṟu.
61. maṭiyiṉmai (Verse 601–610)
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601.
mācūra māyntu keṭum.
602.
kuṭiyāka vēṇṭu pavar.
603.
kuṭimaṭiyum taṉṉiṉum muntu.
604.
māṇṭa uñaṟṟi lavarkku.
605.
keṭunīrār kāmak kalaṉ.
606.
māṇpayaṉ eytal aritu.
607.
māṇṭa uñaṟṟi lavar.
608.
aṭimai pukutti viṭum.
609.
maṭiyāṇmai māṟṟak keṭum.
610.
tāaya tellām oruṅku.
62. āḷviṉaiyuṭaimai (Verse 611–620)
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611.
perumai muyaṟci tarum.
612.
tīrntāriṉ tīrntaṉṟu ulaku.
613.
vēḷāṇmai eṉṉuñ cerukku.
614.
vāḷāṇmai pōlak keṭum.
615.
tuṉpam tuṭaittūṉṟum tūṇ.
616.
iṉmai pukutti viṭum.
617.
tāḷuḷāṉ tāmaraiyi ṉāḷ.
618.
āḷviṉai iṉmai paḻi.
619.
meyvaruttak kūli tarum.
620.
tāḻātu uñaṟṟu pavar.
63. iṭukkaṇaḻiyāmai (Verse 621–630)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
621.
aṭuttūrvatu aḵtoppa til.
622.
uḷḷattiṉ uḷḷak keṭum.
623.
iṭumpai paṭāa tavar.
624.
iṭukkaṇ iṭarppāṭu uṭaittu.
625.
iṭukkaṇ iṭukkaṭ paṭum.
626.
ōmputal tēṟṟā tavar.
627.
kaiyāṟāk koḷḷātām mēl.
628.
tuṉpam uṟutal ilaṉ.
629.
tuṉpam uṟutal ilaṉ.
630.
oṉṉār viḻaiyuñ ciṟappu.
64. amaiccu (Verse 631–640)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
631.
aruviṉaiyum māṇṭatu amaiccu.
632.
aintuṭaṉ māṇṭatu amaiccu.
633.
poruttalum valla tamaiccu.
634.
collalum vallatu amaiccu.
635.
tiṟaṉaṟintāṉ tērccit tuṇai.
636.
yāvuḷa muṉniṟ pavai.
637.
iyaṟkai aṟintu ceyal.
638.
uḻaiyiruntāṉ kūṟal kaṭaṉ.
639.
eḻupatu kōṭi uṟum.
640.
tiṟappāṭu ilāa tavar.
65. colvaṉmai (Verse 641–650)
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641.
yānalattu uḷḷatūum aṉṟu.
642.
kāttōmpal colliṉkaṭ cōrvu.
643.
vēṭpa moḻivatām col.
644.
poruḷum ataṉiṉūuṅku il.
645.
velluñcol iṉmai aṟintu.
646.
māṭciyiṉ mācaṟṟār kōḷ.
647.
ikalvellal yārkkum aritu.
648.
collutal vallārp peṟiṉ.
649.
cilacollal tēṟṟā tavar.
650.
uṇara viritturaiyā tār.
66. viṉaittūymai (Verse 651–660)
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651.
vēṇṭiya ellān tarum.
652.
naṉṟi payavā viṉai.
653.
āatum eṉṉu mavar.
654.
naṭukkaṟṟa kāṭci yavar.
655.
maṟṟaṉṉa ceyyāmai naṉṟu.
656.
cāṉṟōr paḻikkum viṉai.
657.
kaḻinal kuravē talai.
658.
muṭintālum pīḻai tarum.
659.
piṟpayakkum naṟpā lavai.
660.
kalattuḷnīr peytirīi yaṟṟu.
67. viṉaittiṭpam (Verse 661–670)
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661.
maṟṟaiya ellām piṟa.
662.
āṟeṉpar āyntavar kōḷ.
663.
eṟṟā viḻuman tarum.
664.
colliya vaṇṇam ceyal.
665.
ūṟeyti uḷḷap paṭum.
666.
tiṇṇiyar ākap peṟiṉ.
667.
accāṇi aṉṉār uṭaittu.
668.
tūkkaṅ kaṭintu ceyal.
669.
iṉpam payakkum viṉai.
670.
vēṇṭārai vēṇṭātu ulaku.
68. viṉaiceyalvakai (Verse 671–680)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
671.
tāḻcciyuḷ taṅkutal tītu.
672.
tūṅkātu ceyyum viṉai.
673.
cellumvāy nōkkic ceyal.
674.
tīyeccam pōlat teṟum.
675.
iruḷtīra eṇṇic ceyal.
676.
paṭupayaṉum pārttuc ceyal.
677.
uḷḷaṟivāṉ uḷḷam koḷal.
678.
yāṉaiyāl yāṉaiyāt taṟṟu.
679.
oṭṭārai oṭṭik koḷal.
680.
koḷvar periyārp paṇintu.
69. tūtu (Verse 681–690)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
681.
paṇpuṭaimai tūturaippāṉ paṇpu.
682.
iṉṟi yamaiyāta mūṉṟu.
683.
veṉṟi viṉaiyuraippāṉ paṇpu.
684.
ceṟivuṭaiyāṉ celka viṉaikku.
685.
naṉṟi payappatān tūtu.
686.
takkatu aṟivatām tūtu.
687.
eṇṇi uraippāṉ talai.
688.
vāymai vaḻiyuraippāṉ paṇpu.
689.
vāycērā vaṉka ṇavaṉ.
690.
uṟuti payappatām tūtu.
70. maṉṉaraic cērntoḻutal (Verse 691–700)
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691.
ikalvēntarc cērntoḻuku vār.
692.
maṉṉiya ākkan tarum.
693.
tēṟṟutal yārkkum aritu.
694.
āṉṟa periyā rakattu.
695.
viṭṭakkāl kēṭka maṟai.
696.
vēṇṭupa vēṭpac colal.
697.
kēṭpiṉum collā viṭal.
698.
oḷiyōṭu oḻukap paṭum.
699.
tuḷakkaṟṟa kāṭci yavar.
700.
keḻutakaimai kēṭu tarum.
71. kuṟippaṟital (Verse 701–710)
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701.
māṟānīr vaiyak kaṇi.
702.
teyvattō ṭoppak koḷal.
703.
yātu koṭuttum koḷal.
704.
uṟuppō raṉaiyarāl vēṟu.
705.
eṉṉa payattavō kaṇ?
706.
kaṭuttatu kāṭṭum mukam.
707.
kāyiṉum tāṉmun tuṟum.
708.
uṟṟa tuṇarvārp peṟiṉ.
709.
vakaimai uṇarvārp peṟiṉ.
710.
kaṇṇallatu illai piṟa.
72. avaiyaṟital (Verse 711–720)
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711.
tokaiyaṟinta tūymai yavar.
712.
naṭaiterinta naṉmai yavar.
713.
vakaiyaṟiyār vallatūum il.
714.
vāṉcutai vaṇṇam koḷal.
715.
muntu kiḷavāc ceṟivu.
716.
ēṟṟuṇarvār muṉṉar iḻukku.
717.
colterital vallār akattu.
718.
pāttiyuḷ nīrcorin taṟṟu.
719.
naṉkucalac collu vār.
720.
allārmuṉ kōṭṭi koḷal.
73. avaiyañcāmai (Verse 721–730)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
721.
tokaiyaṟinta tūymai yavar.
722.
kaṟṟa celaccollu vār.
723.
avaiyakattu añcā tavar.
724.
mikkāruḷ mikka koḷal.
725.
māṟṟaṅ koṭuttaṟ poruṭṭu.
726.
nuṇṇavai añcu pavarkku.
727.
añcu mavaṉkaṟṟa nūl.
728.
naṉku celaccollā tār.
729.
nallā ravaiyañcu vār.
730.
kaṟṟa celaccollā tār.
74. nāṭu (Verse 731–740)
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731.
celvarum cērvatu nāṭu.
732.
āṟṟa viḷaivatu nāṭu.
733.
iṟaiyoruṅku nērvatu nāṭu.
734.
cērā tiyalvatu nāṭu.
735.
kolkuṟumpum illatu nāṭu.
736.
nāṭeṉpa nāṭṭiṉ talai.
737.
vallaraṇum nāṭṭiṟku uṟuppu.
738.
aṇiyeṉpa nāṭṭiv vaintu.
739.
nāṭa vaḷantaru nāṭu.
740.
vēntamai villāta nāṭu.
75. araṇ (Verse 741–750)
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741.
pōṟṟu pavarkkum poruḷ.
742.
kāṭum uṭaiya taraṇ.
743.
amaivaraṇ eṉṟuraikkum nūl.
744.
ūkkam aḻippa taraṇ.
745.
nilaikkeḷitām nīratu araṇ.
746.
nallāḷ uṭaiyatu araṇ.
747.
paṟṟaṟ kariyatu araṇ.
748.
paṟṟiyār velvatu araṇ.
749.
vīṟeyti māṇṭa taraṇ.
750.
illārkaṇ illatu araṇ.
76. poruḷceyalvakai (Verse 751–760)
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751.
poruḷallatu illai poruḷ.
752.
ellārum ceyvar ciṟappu.
753.
eṇṇiya tēyattuc ceṉṟu.
754.
tītiṉṟi vanta poruḷ.
755.
pullār puraḷa viṭal.
756.
teṟuporuḷum vēntaṉ poruḷ.
757.
celvac ceviliyāl uṇṭu.
758.
uṇṭākac ceyvāṉ viṉai.
759.
eḵkataṉiṟ kūriya til.
760.
ēṉai iraṇṭum oruṅku.
77. paṭaimāṭci (Verse 761–770)
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761.
veṟukkaiyuḷ ellām talai.
762.
tolpaṭaik kallāl aritu.
763.
nākam uyirppak keṭum.
764.
vaṉka ṇatuvē paṭai.
765.
āṟṟa latuvē paṭai.
766.
eṉanāṉkē ēmam paṭaikku.
767.
pōrtāṅkum taṉmai aṟintu.
768.
paṭaittakaiyāl pāṭu peṟum.
769.
illāyiṉ vellum paṭai.
770.
talaimakkaḷ ilvaḻi il.
78. paṭaiccerukku (Verse 771–780)
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771.
muṉniṉṟu kalniṉ ṟavar.
772.
piḻaittavēl ēntal iṉitu.
773.
ūrāṇmai maṟṟataṉ eḵku.
774.
meyvēl paṟiyā nakum.
775.
oṭṭaṉṟō vaṉka ṇavarkku.
776.
vaikkumtaṉ nāḷai eṭuttu.
777.
kaḻalyāppuk kārikai nīrttu.
778.
ceṟiṉum cīrkuṉṟal ilar.
779.
piḻaittatu oṟukkiṟ pavar.
780.
irantukōḷ takkatu uṭaittu.
79. naṭpu (Verse 781–790)
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781.
viṉaikkariya yāvuḷa kāppu.
782.
piṉṉīra pētaiyār naṭpu.
783.
paṇpuṭai yāḷar toṭarpu.
784.
mēṟceṉaṟu iṭittaṟ poruṭṭu.
785.
naṭpāṅ kiḻamai tarum.
786.
akanaka naṭpatu naṭpu.
787.
allal uḻappatām naṭpu.
788.
iṭukkaṇ kaḷaivatām naṭpu.
789.
ollumvāy ūṉṟum nilai.
790.
puṉaiyiṉum pulleṉṉum naṭpu.
80. naṭpārāytal (Verse 791–800)
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791.
vīṭillai naṭpāḷ pavarkku.
792.
tāṉcām tuyaram tarum.
793.
iṉaṉum aṟintiyākka naṭpu.
794.
koṭuttum koḷalvēṇṭum naṭpu.
795.
vallārnaṭapu āyntu koḷal.
796.
nīṭṭi aḷappatōr kōl.
797.
kēṇmai orīi viṭal.
798.
allaṟkaṇ āṟṟaṟuppār naṭpu.
799.
uḷḷiṉum uḷḷañ cuṭum.
800.
oruvuka oppilār naṭpu.
81. paḻaimai (Verse 801–810)
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801.
kiḻamaiyaik kīḻntiṭā naṭpu.
802.
uppātal cāṉṟōr kaṭaṉ.
803.
ceytāṅku amaiyāk kaṭai.
804.
kēḷātu naṭṭār ceyiṉ.
805.
nōtakka naṭṭār ceyiṉ.
806.
tollaikkaṇ niṉṟār toṭarpu.
807.
vaḻivanta kēṇmai yavar.
808.
nāḷiḻukkam naṭṭār ceyiṉ.
809.
viṭāar viḻaiyum ulaku.
810.
paṇpiṉ talaippiriyā tār.
82. tī naṭpu (Verse 811–820)
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811.
perukaliṟ kuṉṟal iṉitu.
812.
peṟiṉum iḻappiṉum eṉ?
813.
koḷvārum kaḷvarum nēr.
814.
tamariṉ taṉimai talai.
815.
eytaliṉ eytāmai naṉṟu.
816.
ētiṉmai kōṭi uṟum.
817.
pattaṭutta kōṭi uṟum.
818.
collāṭār cōra viṭal.
819.
colvēṟu paṭṭār toṭarpu.
820.
maṉṟil paḻippār toṭarpu.
83. kūṭānaṭpu (Verse 821–830)
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821.
nērā nirantavar naṭpu.
822.
maṉampōla vēṟu paṭum.
823.
ākutal māṇārk karitu.
824.
vañcarai añcap paṭum.
825.
colliṉāl tēṟaṟpāṟṟu aṉṟu.
826.
ollai uṇarap paṭum.
827.
tīṅku kuṟittamai yāṉ.
828.
aḻutakaṇ ṇīrum aṉaittu.
829.
naṭpiṉuḷ cāppullaṟ pāṟṟu.
830.
akanaṭpu orīi viṭal.
84. pētaimai (Verse 831–840)
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831.
ūtiyam pōka viṭal.
832.
kaiyalla taṉkaṭ ceyal.
833.
pēṇāmai pētai toḻil
834.
pētaiyiṉ pētaiyār il.
835.
tāṉpuk kaḻuntum aḷaṟu.
836.
pētai viṉaimēṟ koḷiṉ.
837.
peruñcelvam uṟṟak kaṭai.
838.
kaiyoṉṟu uṭaimai peṟiṉ.
839.
pīḻai taruvatoṉ ṟil.
840.
kuḻāattup pētai pukal.
85. pullaṟivāṇmai (Verse 841–850)
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841.
iṉmaiyā vaiyā tulaku.
842.
illai peṟuvāṉ tavam.
843.
ceṟuvārkkum ceytal aritu.
844.
uṭaiyamyām eṉṉum cerukku.
845.
vallatūum aiyam tarum.
846.
kuṟṟam maṟaiyā vaḻi.
847.
perumiṟai tāṉē taṉakku.
848.
pōom aḷavumōr nōy.
849.
kaṇṭāṉām tāṉkaṇṭa vāṟu.
850.
alakaiyā vaikkap paṭum.
86. ikal (Verse 851–860)
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851.
paṇpiṉmai pārikkum nōy.
852.
iṉṉācey yāmai talai.
853.
tāvil viḷakkam tarum.
854.
tuṉpattuḷ tuṉpaṅ keṭiṉ.
855.
miklūkkum taṉmai yavar.
856.
tavalum keṭalum naṇittu.
857.
iṉṉā aṟivi ṉavar.
858.
miklūkkiṉ ūkkumām kēṭu.
859.
mikalkāṇum kēṭu taraṟku.
860.
naṉṉayam eṉṉum cerukku.
87. pakaimāṭci (Verse 861–870)
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861.
meliyārmēl mēka pakai.
862.
eṉpariyum ētilāṉ tuppu.
863.
tañcam eḷiyaṉ pakaikku.
864.
yāṅkaṇum yārkkum eḷitu.
865.
paṇpilaṉ paṟṟārkku iṉitu.
866.
pēṇāmai pēṇap paṭum.
867.
māṇāta ceyvāṉ pakai.
868.
iṉaṉilaṉām ēmāp puṭaittu.
869.
añcum pakaivarp peṟiṉ.
870.
ollāṉai ollā toḷi.
88. pakaittiṟanterital (Verse 871–880)
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871.
nakaiyēyum vēṇṭaṟpāṟṟu aṉṟu.
872.
collēr uḻavar pakai.
873.
pallār pakaikoḷ pavaṉ.
874.
takaimaikkaṇ taṅkiṟṟu ulaku.
875.
iṉtuṇaiyāk koḷkavaṟṟiṉ oṉṟu.
876.
tēṟāṉ pakāaṉ viṭal.
877.
meṉmai pakaivar akattu.
878.
pakaivarkaṇ paṭṭa cerukku.
879.
kaikollum kāḻtta iṭattu.
880.
cemmal citaikkalā tār.
89. uṭpakai (Verse 881–890)
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881.
iṉṉāvām iṉṉā ceyiṉ.
882.
kēḷpōl pakaivar toṭarpu.
883.
maṭpakaiyiṉ māṇat teṟum.
884.
ētam palavum tarum.
885.
ētam palavum tarum.
886.
poṉṟāmai oṉṟal aritu.
887.
uṭpakai uṟṟa kuṭi.
888.
uṭpakai uṟṟa kuṭi.
889.
uṭpakai uḷḷatāṅ kēṭu.
890.
pāmpōṭu uṭaṉuṟain taṟṟu.
90. periyāraip piḻaiyāmai (Verse 891–900)
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891.
pōṟṟaluḷ ellām talai.
892.
pērā iṭumpai tarum.
893.
āṟṟu pavarkaṇ iḻukku.
894.
āṟṟātār iṉṉā ceyal.
895.
vēntu ceṟappaṭ ṭavar.
896.
periyārp piḻaittoḻuku vār.
897.
takaimāṇṭa takkār ceṟiṉ.
898.
niṉṟaṉṉār māyvar nilattu.
899.
vēntaṉum vēntu keṭum.
900.
ciṟantamainta cīrār ceṟiṉ.
91. peṇvaḻiccēṟal (Verse 901–910)
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901.
vēṇṭāp poruḷum atu.
902.
nāṇāka nāṇut tarum.
903.
nallāruḷ nāṇut tarum.
904.
viṉaiyāṇmai vīṟeyta liṉṟu.
905.
nallārkku nalla ceyal.
906.
amaiyārtōḷ añcu pavar.
907.
peṇṇē perumai uṭaittu.
908.
peṭ ṭāṅku oḻuku pavar.
909.
peṇēval ceyvārkaṇ il.
910.
peṇcērntām pētaimai il.
92. varaiviṉmakaḷir (Verse 911–920)
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911.
iṉcol iḻukkut tarum.
912.
nayaṉtūkki naḷḷā viṭal.
913.
ētil piṇantaḻīi aṟṟu.
914.
āyum aṟivi ṉavar.
915.
māṇṭa aṟivi ṉavar.
916.
puṉṉalam pārippār tōḷ.
917.
pēṇip puṇarpavar tōḷ.
918.
māya makaḷir muyakku.
919.
pūriyarkaḷ āḻum aḷaṟu.
920.
tirunīkkap paṭṭār toṭarpu.
93. kaḷḷuṇṇāmai (Verse 921–930)
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921.
kaṭkātal koṇṭoḻuku vār.
922.
eṇṇap paṭavēṇṭā tār.
923.
cāṉṟōr mukattuk kaḷi.
924.
pēṇāp peruṅkuṟṟat tārkku.
925.
meyyaṟi yāmai koḷal.
926.
nañcuṇpār kaḷḷuṇ pavar.
927.
kaḷḷoṟṟik kaṇcāy pavar3
928.
oḷittatūum āṅkē mikum.
929.
kuḷittāṉait tītturīi aṟṟu.
930.
uḷḷāṉkol uṇṭataṉ cōrvu.
94. cūtu (Verse 931–940)
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931.
tūṇṭiṟpoṉ mīṉviḻuṅki aṟṟu.
932.
naṉṟeyti vāḻvatōr āṟu.
933.
pōoyp puṟamē paṭum.
934.
vaṟumai taruvatoṉṟu il.
935.
ivaṟiyār illāki yār.
936.
mukaṭiyāṉ mūṭappaṭ ṭār.
937.
kaḻakattuk kālai pukiṉ.
938.
allal uḻappikkum cūtu.
939.
aṭaiyāvām āyaṅ koḷiṉ.
940.
uḻattoṟūum kātaṟṟu uyir.
95. maruntu (Verse 941–950)
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941.
vaḷimutalā eṇṇiya mūṉṟu.
942.
aṟṟatu pōṟṟi uṇiṉ.
943.
peṟṟāṉ neṭituykkum āṟu.
944.
tuykka tuvarap pacittu.
945.
ūṟupāṭu illai uyirkku.
946.
kaḻipēr iraiyāṉkaṇ nōy.
947.
nōyaḷa viṉṟip paṭum.
948.
vāynāṭi vāyppac ceyal.
949.
kaṟṟāṉ karutic ceyal.
950.
appāl nāṟ kūṟṟē maruntu.
96. kuṭimai (Verse 951–960)
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951.
ceppamum nāṇum oruṅku.
952.
iḻukkār kuṭippiṟan tār.
953.
vakaiyeṉpa vāymaik kuṭikku.
954.
kuṉṟuva ceytal ilar.
955.
paṇpil talaippirital iṉṟu.
956.
kulampaṟṟi vāḻtum eṉ pār.
957.
matikkaṇ maṟuppōl uyarntu.
958.
kulattiṉkaṇ aiyap paṭum.
959.
kulattil piṟantārvāyc col.
960.
vēṇṭuka yārkkum paṇivu.
97. māṉam (Verse 961–970)
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961.
kuṉṟa varupa viṭal.
962.
pērāṇmai vēṇṭu pavar.
963.
curukkattu vēṇṭum uyarvu.
964.
nilaiyiṉ iḻintak kaṭai.
965.
kuṉṟi aṉaiya ceyiṉ.
966.
ikaḻvārpiṉ ceṉṟu nilai.
967.
keṭṭāṉ eṉappaṭutal naṉṟu.
968.
pīṭaḻiya vanta iṭattu.
969.
uyirnīppar māṉam variṉ.
970.
oḷitoḻutu ēttum ulaku.
98. perumai (Verse 971–980)
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971.
aḵtiṟantu vāḻtum eṉal.
972.
ceytoḻil vēṟṟumai yāṉ.
973.
kīḻallār kīḻal lavar.
974.
taṉṉaittāṉ koṇṭoḻukiṉ uṇṭu.
975.
arumai uṭaiya ceyal.
976.
pēṇik koḷ vēm eṉṉum nōkku.
977.
cīral lavarkaṇ paṭiṉ.
978.
aṇiyumām taṉṉai viyantu.
979.
perumitam ūrntu viṭal.
980.
kuṟṟamē kūṟi viṭum.
99. cāṉṟāṇmai (Verse 981–990)
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981.
cāṉṟāṇmai mēṟkoḷ pavarkku.
982.
ennalattu uḷḷatūum aṉṟu.
983.
aintucāl ūṉṟiya tūṇ.
984.
collā nalattatu cālpu.
985.
māṟṟārai māṟṟum paṭai.
986.
tulaiyallār kaṇṇum koḷal.
987.
eṉṉa payattatō cālpu.
988.
tiṇmai uṇ ṭākap peṟiṉ.
989.
āḻi eṉappaṭu vār.
990.
tāṅkātu maṉṉō poṟai.
100. paṇpuṭaimai (Verse 991–1000)
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991.
paṇpuṭaimai eṉṉum vaḻakku.
992.
paṇpuṭaimai eṉṉum vaḻakku.
993.
paṇpottal oppatām oppu.
994.
paṇpupā rāṭṭum ulaku.
995.
paṇpuḷa pāṭaṟivār māṭṭu.
996.
maṇpukku māyvatu maṉ.
997.
makkaṭpaṇpu illā tavar.
998.
paṇpāṟṟār ātal kaṭai.
999.
pakalumpāṟ paṭṭaṉṟu iruḷ.
1000.
kalantīmai yāltirin taṟṟu.
101. naṉṟiyilcelvam (Verse 1001–1010)
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1001.
cettāṉ ceyakkiṭantatu il.
1002.
maruḷāṉām māṇāp piṟappu
1003.
tōṟṟam nilakkup poṟai.
1004.
naccap paṭāa tavaṉ.
1005.
kōṭiyuṇ ṭāyiṉum il.
1006.
ītal iyalpilā tāṉ.
1007.
peṟṟāḷ tamiyaḷmūt taṟṟu.
1008.
naccu marampaḻut taṟṟu.
1009.
oṇporuḷ koḷvār piṟar.
1010.
vaṟaṅkūrn taṉaiyatu uṭaittu.
102. nāṇuṭaimai (Verse 1011–1020)
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1011.
nallavar nāṇup piṟa.
1012.
nāṇuṭaimai māntar ciṟappu.
1013.
naṉmai kuṟittatu cālpu.
1014.
piṇiaṉṟō pīṭu naṭai.
1015.
uṟaipati eṉṉum ulaku.
1016.
pēṇalar mēlā yavar.
1017.
nāṇtuṟavār nāṇāḷ pavar.
1018.
aṟamnāṇat takkatu uṭaittu.
1019.
nāṇiṉmai niṉṟak kaṭai.
1020.
nāṇāl uyirmaruṭṭi aṟṟu.
103. kuṭiceyalvakai (Verse 1021–1030)
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1021.
perumaiyiṉ pīṭuṭaiyatu il.
1022.
nīḷviṉaiyāl nīḷum kuṭi.
1023.
maṭitaṟṟut tāṉmun tuṟum.
1024.
tāḻātu uñaṟṟu pavarkku.
1025.
cuṟṟamāc cuṟṟum ulaku.
1026.
illāṇmai ākkik koḷal.
1027.
āṟṟuvār mēṟṟē poṟai.
1028.
māṉaṅ karutak keṭum.
1029.
kuṟṟa maṟaippāṉ uṭampu.
1030.
nallāḷ ilāta kuṭi.
104. uḻavu (Verse 1031–1040)
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1031.
uḻantum uḻavē talai.
1032.
eḻuvārai ellām poṟuttu.
1033.
toḻutuṇṭu piṉcel pavar.
1034.
alakuṭai nīḻa lavar.
1035.
kaiceytūṇ mālai yavar.
1036.
viṭṭēmeṉ pārkkum nilai.
1037.
vēṇṭātu cālap paṭum.
1038.
nīriṉum naṉṟataṉ kāppu.
1039.
illāḷiṉ ūṭi viṭum.
1040.
nilameṉṉum nallāḷ nakum.
105. nalkuravu (Verse 1041–1050)
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1041.
iṉmaiyē iṉṉā tatu.
1042.
immaiyum iṉṟi varum.
1043.
nalkuravu eṉṉum nacai.
1044.
coṟpiṟakkum cōrvu tarum.
1045.
tuṉpaṅkaḷ ceṉṟu paṭum.
1046.
coṟporuḷ cōrvu paṭum.
1047.
piṟaṉpōla nōkkap paṭum.
1048.
koṉṟatu pōlum nirappu.
1049.
yātoṉṟum kaṇpāṭu aritu.
1050.
uppiṟkum kāṭikkum kūṟṟu.
106. iravu (Verse 1051–1060)
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1051.
avarpaḻi tampaḻi aṉṟu.
1052.
tuṉpam uṟāa variṉ.
1053.
irappumō rēer uṭaittu.
1054.
kaṉavilum tēṟṟātār māṭṭu.
1055.
irappavar mēṟkoḷ vatu.
1056.
ellām oruṅku keṭum.
1057.
uḷḷuḷ uvappatu uṭaittu.
1058.
marappāvai ceṉṟuvan taṟṟu.
1059.
mēvār ilāak kaṭai.
1060.
tāṉēyum cālum kari.
107. iravaccam (Verse 1061–1070)
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1061.
iravāmai kōṭi uṟum.
1062.
keṭuka ulakiyaṟṟi yāṉ.
1063.
vaṉmaiyiṉ vaṉpāṭṭa til.
1064.
kālum iravollāc cālpu.
1065.
uṇṇaliṉ ūṅkiṉiya til.
1066.
iraviṉ iḷivanta til.
1067.
karappār iravaṉmiṉ eṉṟu.
1068.
pārtākkap pakku viṭum.
1069.
uḷḷatūum iṉṟik keṭum.
1070.
collāṭap pōom uyir.
108. kayamai (Verse 1071–1080)
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1071.
oppāri yāṅkaṇṭa til.
1072.
neñcattu avalam ilar.
1073.
mēvaṉa ceytoḻuka lāṉ.
1074.
mikappaṭṭuc cemmākkum kīḻ.
1075.
avāvuṇṭēl uṇṭām ciṟitu.
1076.
maṟaipiṟarkku uytturaikka lāṉ.
1077.
kūṉkaiyar allā tavarkku.
1078.
kollap payaṉpaṭum kīḻ.
1079.
vaṭukkāṇa vaṟṟākum kīḻ.
1080.
viṟṟaṟku uriyar viraintu.
Buch III – Liebe, Vereinigung und Trennung – Kāmattuppāl
109. takaiyaṇaṅkuṟuttal (Verse 1081–1090)
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1081.
mātarkol mālum eṉ neñcu.
1082.
tāṉaikkoṇ ṭaṉṉa tuṭaittu.
1083.
peṇṭakaiyāl pēramark kaṭṭu.
1084.
pētaikku amarttaṉa kaṇ.
1085.
nōkkamim mūṉṟum uṭaittu.
1086.
ceyyala maṉivaḷ kaṇ.
1087.
paṭāa mulaimēl tukil.
1088.
naṇṇārum uṭkumeṉ pīṭu.
1089.
aṇiyevaṉō ētila tantu.
1090.
kaṇṭār makiḻceytal iṉṟu.
110. kuṟippaṟital (Verse 1091–1100)
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1091.
nōynōkkoṉ ṟannōy maruntu.
1092.
cempākam aṉṟu peritu.
1093.
yāppiṉuḷ aṭṭiya nīr.
1094.
tāṉnōkki mella nakum.
1095.
ciṟakkaṇittāḷ pōla nakum
1096.
ollai uṇarap paṭum.
1097.
uṟāarpōṉṟu uṟṟār kuṟippu.
1098.
pacaiyiṉaḷ paiya nakum.
1099.
kātalār kaṇṇē uḷa.
1100.
eṉṉa payaṉum ila.
111. puṇarccimakiḻtal (Verse 1101–1110)
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1101.
oṇtoṭi kaṇṇē uḷa.
1102.
taṉnōykkut tāṉē maruntu.
1103.
tāmaraik kaṇṇāṉ ulaku.
1104.
tīyāṇṭup peṟṟāḷ ivaḷ?
1105.
tōṭ ṭār katuppiṉāḷ tōḷ.
1106.
amiḻtiṉ iyaṉṟaṉa tōḷ.
1107.
ammā arivai muyakku.
1108.
pōḻap paṭāa muyakku.
1109.
kūṭiyār peṟṟa payaṉ.
1110.
ceṟitōṟum cēyiḻai māṭṭu.
112. nalampuṉainturaittal (Verse 1111–1120)
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1111.
meṉṉīraḷ yāmvīḻ pavaḷ.
1112.
palarkāṇum pūvokkum eṉṟu.
1113.
vēluṇkaṇ vēyttō ḷavaṭku.
1114.
māṇiḻai kaṇṇovvēm eṉṟu.
1115.
nalla paṭāa paṟai.
1116.
patiyiṉ kalaṅkiya mīṉ.
1117.
maṟuvuṇṭō mātar mukattu.
1118.
kātalai vāḻi mati.
1119.
palarkāṇat tōṉṟal mati.
1120.
aṭikku neruñcip paḻam.
113. kātaṟciṟappuraittal (Verse 1121–1130)
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1121.
vāleyiṟu ūṟiya nīr.
1122.
maṭantaiyoṭu emmiṭai naṭpu.
1123.
tirunutaṟku illai iṭam.
1124.
ataṟkaṉṉaḷ nīṅkum iṭattu.
1125.
oḷḷamark kaṇṇāḷ kuṇam.
1126.
nuṇṇiyarem kāta lavar.
1127.
eḻutēm karappākku aṟintu.
1128.
añcutum vēpāk kaṟintu.
1129.
ētilar eṉṉum iv vūr.
1130.
ētilar eṉṉum iv vūr.
114. nāṇuttuṟavuraittal (Verse 1131–1140)
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1131.
maṭalallatu illai vali.
1132.
nāṇiṉai nīkki niṟuttu.
1133.
kāmuṟṟār ēṟum maṭal.
1134.
nallāṇmai eṉṉum puṇai.
1135.
mālai uḻakkum tuyar.
1136.
paṭalollā pētaikkeṉ kaṇ.
1137.
peṇṇiṉ peruntakka til.
1138.
maṟaiyiṟantu maṉṟu paṭum.
1139.
maṟukiṉ maṟukum maruṇṭu.
1140.
yāmpaṭṭa tāmpaṭā āṟu.
115. alaraṟivuṟuttal (Verse 1141–1150)
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1141.
palaraṟiyār pākkiyat tāl.
1142.
alaremakku īntativ vūr.
1143.
peṟāatu peṟṟaṉṉa nīrttu.
1144.
tavveṉṉum taṉmai iḻantu.
1145.
veḷippaṭun tōṟum iṉitu.
1146.
tiṅkaḷaip pāmpukoṇ ṭaṟṟu.
1147.
nīrāka nīḷumin nōy.
1148.
kāmam nutuppēm eṉal.
1149.
palarnāṇa nīttak kaṭai.
1150.
keḷavai eṭukkumiv vūr.
116. pirivāṟṟāmai (Verse 1151–1160)
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1151.
valvaravu vāḻvārk kurai.
1152.
puṉkaṇ uṭaittāl puṇarvu.
1153.
pirivō riṭattuṇmai yāṉ.
1154.
tēṟiyārkku uṇṭō tavaṟu.
1155.
nīṅkiṉ aritāl puṇarvu.
1156.
nalkuvar eṉṉum nacai.
1157.
iṟaiiṟavā niṉṟa vaḷai.
1158.
iṉṉātu iṉiyārp pirivu.
1159.
viṭiṟcuṭal āṟṟumō tī.
1160.
piṉiruntu vāḻvār palar.
117. paṭarmelintiraṅkal (Verse 1161–1170)
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1161.
ūṟṟunīr pōla mikum.
1162.
uraittalum nāṇut tarum.
1163.
nōṉā uṭampiṉ akattu.
1164.
ēmap puṇaimaṉṉum il.
1165.
naṭpiṉuḷ āṟṟu pavar.
1166.
tuṉpam ataṉiṟ peritu.
1167.
yāmattum yāṉē uḷēṉ.
1168.
eṉṉallatu illai tuṇai.
1169.
neṭiya kaḻiyum irā.
1170.
nīntala maṉṉōeṉ kaṇ.
118. kaṇvituppaḻital (Verse 1171–1180)
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1171.
tāmkāṭṭa yāmkaṇ ṭatu.
1172.
paital uḻappatu evaṉ?
1173.
itunakat takka tuṭaittu.
1174.
uyvilnōy eṉkaṇ niṟuttu.
1175.
kāmanōy ceytaeṉ kaṇ.
1176.
tāam itaṟpaṭ ṭatu.
1177.
vēṇṭi avarkkaṇṭa kaṇ.
1178.
kāṇātu amaivila kaṇ.
1179.
ārañar uṟṟaṉa kaṇ.
1180.
aṟaipaṟai kaṇṇār akattu.
119. pacappuṟuparuvaral (Verse 1181–1190)
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1181.
paṇpiyārkku uraikkō piṟa.
1182.
mēṉimēl ūrum pacappu.
1183.
nōyum pacalaiyum tantu.
1184.
kaḷḷam piṟavō pacappu.
1185.
mēṉi pacappūr vatu.
1186.
muyakkaṟṟam pārkkum pacappu.
1187.
aḷḷikkoḷ vaṟṟē pacappu.
1188.
tuṟantār avareṉpār il.
1189.
naṉṉilaiyar āvar eṉiṉ.
1190.
nalkāmai tūṟṟār eṉiṉ.
120. taṉippaṭarmikuti (Verse 1191–1200)
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1191.
kāmattuk kāḻil kaṉi.
1192.
vīḻvār aḷikkum aḷi.
1193.
vāḻunam eṉṉum cerukku.
1194.
vīḻap paṭāar eṉiṉ.
1195.
tāmkātal koḷḷāk kaṭai.
1196.
irutalai yāṉum iṉitu.
1197.
oruvarkaṇ niṉṟoḻuku vāṉ.
1198.
vāḻvāriṉ vaṉkaṇār il.
1199.
icaiyum iṉiya cevikku.
1200.
ceṟāaay vāḻiya neñcu.
121. niṉaintavarpulampal (Verse 1201–1210)
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1201.
kaḷḷiṉum kāmam iṉitu.
1202.
niṉaippa varuvatoṉṟu il.
1203.
ciṉaippatu pōṉṟu keṭum.
1204.
ōo uḷarē avar.
1205.
emneñcattu ōvā varal.
1206.
uṟṟanāḷ uḷḷa uḷēṉ.
1207.
uḷḷiṉum uḷḷam cuṭum.
1208.
kātalar ceyyum ciṟappu.
1209.
aḷiyiṉmai āṟṟa niṉaintu.
1210.
paṭāati vāḻi mati.
122. kaṉavunilaiyuraittal (Verse 1211–1220)
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1211.
yātucey vēṉkol viruntu.
1212.
uyaluṇmai cāṟṟuvēṉ maṉ.
1213.
kāṇṭaliṉ uṇṭeṉ uyir.
1214.
nalkārai nāṭit taraṟku.
1215.
kaṇṭa poḻutē iṉitu.
1216.
kātalar nīṅkalar maṉ.
1217.
eṉemmaip pīḻip patu.
1218.
neñcattar āvar viraintu.
1219.
kātalark kāṇā tavar.
1220.
kāṇārkol ivvū ravar.
123. poḻutukaṇṭiraṅkal (Verse 1221–1230)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1221.
vēlainī vāḻi poḻutu.
1222.
vaṉkaṇṇa tōniṉ tuṇai.
1223.
tuṉpam vaḷara varum.
1224.
ētilar pōla varum.
1225.
mālaikkuc ceyta pakai?
1226.
kālai aṟinta tilēṉ.
1227.
mālai malarumin nōy.
1228.
kuḻalpōlum kollum paṭai.
1229.
mālai paṭartarum pōḻtu.
1230.
māyumeṉ māyā uyir.
124. uṟuppunalaṉaḻital (Verse 1231–1240)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1231.
naṟumalar nāṇiṉa kaṇ.
1232.
pacantu paṉivārum kaṇ.
1233.
maṇantanāḷ vīṅkiya tōḷ.
1234.
tolkaviṉ vāṭiya tōḷ.
1235.
tolkaviṉ vāṭiya tōḷ.
1236.
koṭiyar eṉakkūṟal nontu.
1237.
vāṭutōṭ pūcal uraittu.
1238.
paintoṭip pētai nutal.
1239.
pētai perumaḻaik kaṇ.
1240.
oṇṇutal ceytatu kaṇṭu.
125. neñcoṭukiḷattal (Verse 1241–1250)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1241.
evvanōy tīrkkum maruntu.
1242.
pētaimai vāḻiyeṉ neñcu.
1243.
paitalnōy ceytārkaṇ il.
1244.
tiṉṉum avarkkāṇal uṟṟu.
1245.
uṟṟāl uṟāa tavar.
1246.
poykkāyvu kāytieṉ neñcu.
1247.
yāṉō poṟēṉiv viraṇṭu.
1248.
piṉcelvāy pētaieṉ neñcu.
1249.
yāruḻaic cēṟiyeṉ neñcu.
1250.
iṉṉum iḻattum kaviṉ.
126. niṟaiyaḻital (Verse 1251–1260)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1251.
nāṇuttāḻ vīḻtta katavu.
1252.
yāmattum āḷum toḻil.
1253.
tummalpōl tōṉṟi viṭum.
1254.
maṟaiyiṟantu maṉṟu paṭum.
1255.
uṟṟār aṟivatoṉṟu aṉṟu.
1256.
eṟṟeṉṉai uṟṟa tuyar.
1257.
pēṇiyār peṭpa ceyiṉ.
1258.
peṇmai uṭaikkum paṭai.
1259.
kalattal uṟuvatu kaṇṭu.
1260.
puṇarntūṭi niṟpēm eṉal.
127. avarvayiṉvitumpal (Verse 1261–1270)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1261.
nāḷoṟṟit tēynta viral.
1262.
kalaṅkaḻiyum kārikai nīttu.
1263.
varalnacaii iṉṉum uḷēṉ.
1264.
kōṭuko ṭēṟumeṉ neñcu.
1265.
nīṅkumeṉ meṉtōḷ pacappu.
1266.
paitalnōy ellām keṭa.
1267.
kaṇaṉṉa kēḷir viraṉ.
1268.
mālai ayarkam viruntu.
1269.
varunāḷvaittu ēṅku pavarkku.
1270.
uḷḷam uṭaintukkak kāl.
128. kuṟippaṟivuṟuttal (Verse 1271–1280)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1271.
uraikkal uṟuvatoṉ ṟuṇṭu.
1272.
peṇniṟainta nīrmai peritu.
1273.
aṇiyil tikaḻvatoṉṟu uṇṭu.
1274.
nakaimokkuḷ uḷḷatoṉ ṟuṇṭu.
1275.
tīrkkum maruntoṉṟu uṭaittu.
1276.
aṉpiṉmai cūḻva tuṭaittu.
1277.
muṉṉam uṇarnta vaḷai.
1278.
eḻunāḷēm mēṉi pacantu.
1279.
aḵtāṇ ṭavaḷcey tatu.
1280.
kāmanōy colli iravu.
129. puṇarccivitumpal (Verse 1281–1290)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1281.
kaḷḷukkil kāmattiṟ kuṇṭu.
1282.
kāmam niṟaiya variṉ.
1283.
kāṇā tamaiyala kaṇ.
1284.
kūṭaṟkaṇ ceṉṟatu eṉ ṉeñcu.
1285.
paḻikāṇēṉ kaṇṭa iṭattu.
1286.
kāṇēṉ tavaṟal lavai.
1287.
poyttal aṟinteṉ pulantu.
1288.
kaḷḷaṟṟē kaḷvaniṉ mārpu.
1289.
cevvi talaippaṭu vār.
1290.
eṉṉiṉum tāṉvitup puṟṟu.
130. neñcoṭupulattal (Verse 1291–1300)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1291.
nīemakku ākā tatu.
1292.
ceṟāareṉac cēṟiyeṉ neñcu.
1293.
peṭṭāṅku avarpiṉ celal.
1294.
tuṉiceytu tuvvāykāṇ maṟṟu.
1295.
aṟāa iṭumpaitteṉ neñcu.
1296.
tiṉiya iruntateṉ neñcu.
1297.
māṇā maṭaneñciṟ paṭṭu.
1298.
uḷḷum uyirkkātal neñcu.
1299.
neñcan tuṇaiyal vaḻi.
1300.
neñcam tamaral vaḻi.
131. pulavi (Verse 1301–1310)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1301.
allalnōy kāṇkam ciṟitu.
1302.
mikkaṟṟāl nīḷa viṭal.
1303.
pulantāraip pullā viṭal.
1304.
vaḷḷi mutalarin taṟṟu.
1305.
pūaṉṉa kaṇṇār akattu.
1306.
kaṉiyum karukkāyum aṟṟu.
1307.
nīṭuva taṉṟu kol eṉṟu.
1308.
kātalar illā vaḻi.
1309.
vīḻunar kaṇṇē iṉitu.
1310.
kūṭuvēm eṉpatu avā.
132. pulavi nuṇukkam (Verse 1311–1320)
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1311.
naṇṇēṉ parattaniṉ mārpu.
1312.
nīṭuvāḻ keṉpāk kaṟintu.
1313.
kāṭṭiya cūṭiṉīr eṉṟu.
1314.
yāriṉum yāriṉum eṉṟu.
1315.
kaṇniṟai nīrkoṇ ṭaṉaḷ.
1316.
pullāḷ pulattak kaṉaḷ.
1317.
yāruḷḷit tummiṉīr eṉṟu.
1318.
emmai maṟaittirō eṉṟu.
1319.
innīrar ākutir eṉṟu.
1320.
yāruḷḷi nōkkiṉīr eṉṟu.
133. ūṭaluvakai (Verse 1321–1330)
Deutsch · Tamil · Kapitelübersicht
1321.
vallatu avaraḷikku māṟu.
1322.
vāṭiṉum pāṭu peṟum.
1323.
nīriyain taṉṉār akattu.
1324.
uḷḷam uṭaikkum paṭai.
1325.
akaṟaliṉ āṅkoṉ ṟuṭaittu.
1326.
puṇartaliṉ ūṭal iṉitu.
1327.
kūṭaliṟ kāṇap paṭum.
1328.
kūṭalil tōṉṟiya uppu.
1329.
nīṭuka maṉṉō irā.
1330.
kūṭi muyaṅkap peṟiṉ.
Tirukkural: vollständiger tamilischer Originaltext
Die tamilische Fassung enthält alle 1.330 Verse. Ihre Zählung entspricht der deutschen Übersetzung und der Umschrift. Korrekturen gegenüber der elektronischen Ausgangsfassung sind unter Textgrundlage und redaktionelle Entscheidungen dokumentiert.
Buch I – Tugend und gute Lebensführung – Aṟattuppāl
1. கடவுள் வாழ்த்து (Verse 1–10)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1.
பகவன் முதற்றே உலகு.
2.
நற்றாள் தொழாஅர் எனின்.
3.
நிலமிசை நீடுவாழ் வார்.
4.
யாண்டும் இடும்பை இல.
5.
பொருள்சேர் புகழ்புரிந்தார் மாட்டு.
6.
நெறிநின்றார் நீடுவாழ் வார்.
7.
மனக்கவலை மாற்றல் அரிது.
8.
பிறவாழி நீந்தல் அரிது.
9.
தாளை வணங்காத் தலை.
10.
இறைவன் அடிசேரா தார்.
2. வான்சிறப்பு (Verse 11–20)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
11.
தான்அமிழ்தம் என்றுணரற் பாற்று.
12.
துப்பாய தூஉம் மழை.
13.
உள்நின்று உடற்றும் பசி.
14.
வாரி வளங்குன்றிக் கால்.
15.
எடுப்பதூஉம் எல்லாம் மழை.
16.
பசும்புல் தலைகாண்பு அரிது.
17.
தான்நல்கா தாகி விடின்.
18.
வறக்குமேல் வானோர்க்கும் ஈண்டு.
19.
வானம் வழங்கா தெனின்.
20.
வான்இன்று அமையாது ஒழுக்கு.
3. நீத்தார் பெருமை (Verse 21–30)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
21.
வேண்டும் பனுவல் துணிவு.
22.
இறந்தாரை எண்ணிக்கொண் டற்று.
23.
பெருமை பிறங்கிற்று உலகு.
24.
வரனென்னும் வைப்பிற்கோர் வித்து.
25.
இந்திரனே சாலுங் கரி.
26.
செயற்கரிய செய்கலா தார்.
27.
வகைதெரிவான் கட்டே உலகு.
28.
மறைமொழி காட்டி விடும்.
29.
கணமேயும் காத்தல் அரிது.
30.
செந்தண்மை பூண்டொழுக லான்.
4. அறன்வலியுறுத்தல் (Verse 31–40)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
31.
ஆக்கம் எவனோ உயிர்க்கு.
32.
மறத்தலின் ஊங்கில்லை கேடு.
33.
செல்லும்வாய் எல்லாஞ் செயல்.
34.
ஆகுல நீர பிற.
35.
இழுக்கா இயன்றது அறம்.
36.
பொன்றுங்கால் பொன்றாத் துணை.
37.
பொறுத்தானோடு ஊர்ந்தான் இடை.
38.
வாழ்நாள் வழியடைக்கும் கல்.
39.
புறத்த புகழும் இல.
40.
உயற்பால தோரும் பழி.
5. இல்வாழ்க்கை (Verse 41–50)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
41.
நல்லாற்றின் நின்ற துணை.
42.
இல்வாழ்வான் என்பான் துணை.
43.
ஐம்புலத்தாறு ஓம்பல் தலை.
44.
வழியெஞ்சல் எஞ்ஞான்றும் இல்.
45.
பண்பும் பயனும் அது.
46.
போஒய்ப் பெறுவ தெவன்?
47.
முயல்வாருள் எல்லாம் தலை.
48.
நோற்பாரின் நோன்மை உடைத்து.
49.
பிறன்பழிப்ப தில்லாயின் நன்று.
50.
தெய்வத்துள் வைக்கப் படும்.
6. வாழ்க்கைத் துணைநலம் (Verse 51–60)
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51.
வளத்தக்காள் வாழ்க்கைத் துணை.
52.
எனைமாட்சித் தாயினும் இல்.
53.
இல்லவள் மாணாக் கடை?
54.
திண்மைஉண் டாகப் பெறின்.
55.
பெய்யெனப் பெய்யும் மழை.
56.
சொற்காத்துச் சோர்விலாள் பெண்.
57.
நிறைகாக்கும் காப்பே தலை.
58.
புத்தேளிர் வாழும் உலகு.
59.
ஏறுபோல் பீடு நடை.
60.
நன்கலம் நன்மக்கட் பேறு.
7. புதல்வரைப் பெறுதல் (Verse 61–70)
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61.
மக்கட்பேறு அல்ல பிற.
62.
பண்புடை மக்கட் பெறின்.
63.
தம்தம் வினையான் வரும்.
64.
சிறுகை அளாவிய கூழ்.
65.
சொற்கேட்டல் இன்பம் செவிக்கு.
66.
மழலைச்சொல் கேளா தவர்.
67.
முந்தி இருப்பச் செயல்.
68.
மன்னுயிர்க் கெல்லாம் இனிது.
69.
சான்றோன் எனக்கேட்ட தாய்.
70.
என்நோற்றான் கொல் எனும் சொல்.
8. அன்புடைமை (Verse 71–80)
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71.
புன்கணீர் பூசல் தரும்.
72.
என்பும் உரியர் பிறர்க்கு.
73.
என்போடு இயைந்த தொடர்பு.
74.
நண்பு என்னும் நாடாச் சிறப்பு.
75.
இன்புற்றார் எய்தும் சிறப்பு.
76.
மறத்திற்கும் அஃதே துணை.
77.
அன்பி லதனை அறம்.
78.
வற்றல் மரந்தளிர்த் தற்று.
79.
அகத்துறுப்பு அன்பி லவர்க்கு.
80.
என்புதோல் போர்த்த உடம்பு.
9. விருந்தோம்பல் (Verse 81–90)
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81.
வேளாண்மை செய்தற் பொருட்டு.
82.
மருந்தெனினும் வேண் டற்பாற் றன்று.
83.
பருவந்து பாழ்படுதல் இன்று.
84.
நல்விருந்து ஓம்புவான் இல்.
85.
மிச்சில் மிசைவான் புலம்.
86.
நல்வருந்து வானத் தவர்க்கு.
87.
துணைத்துணை வேள்விப் பயன்.
88.
வேள்வி தலைப்படா தார்.
89.
மடமை மடவார்கண் உண்டு.
90.
நோக்கக் குநழ்யும் விருந்து.
10. இனியவைகூறல் (Verse 91–100)
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91.
செம்பொருள் கண்டார்வாய்ச் சொல்.
92.
இன்சொலன் ஆகப் பெறின்.
93.
இன்சொ லினதே அறம்.
94.
இன்புறூஉம் இன்சொ லவர்க்கு.
95.
அணியல்ல மற்றுப் பிற.
96.
நாடி இனிய சொலின்.
97.
பண்பின் தலைப்பிரியாச் சொல்.
98.
இம்மையும் இன்பம் தரும்.
99.
வன்சொல் வழங்கு வது?
100.
கனிஇருப்பக் காய்கவர்ந் தற்று.
11. செய்ந்நன்றி அறிதல் (Verse 101–110)
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101.
வானகமும் ஆற்றல் அரிது.
102.
ஞாலத்தின் மாணப் பெரிது.
103.
நன்மை கடலின் பெரிது.
104.
கொள்வர் பயன்தெரி வார்.
105.
செயப்பட்டார் சால்பின் வரைத்து.
106.
துன்பத்துள் துப்பாயார் நட்பு.
107.
விழுமந் துடைத்தவர் நட்பு.
108.
அன்றே மறப்பது நன்று.
109.
ஒன்றுநன்று உள்ளக் கெடும்.
110.
செய்ந்நன்றி கொன்ற மகற்கு.
12. நடுவு நிலைமை (Verse 111–120)
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111.
பாற்பட்டு ஒழுகப் பெறின்.
112.
எச்சத்திற் கேமாப்பு உடைத்து.
113.
அன்றே யொழிய விடல்.
114.
எச்சத்தாற் காணப்ப படும்.
115.
கோடாமை சான்றோர்க் கணி.
116.
நடுவொரீஇ அல்ல செயின்.
117.
நன்றிக்கண் தங்கியான் தாழ்வு.
118.
கோடாமை சான்றோர்க் கணி.
119.
உட்கோட்டம் இன்மை பெறின்.
120.
பிறவும் தமபோல் செயின்.
13. அடக்கமுடைமை (Verse 121–130)
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121.
ஆரிருள் உய்த்து விடும்.
122.
அதனினூஉங் கில்லை உயிர்க்கு.
123.
ஆற்றின் அடங்கப் பெறின்.
124.
மலையினும் மாணப் பெரிது.
125.
செல்வர்க்கே செல்வம் தகைத்து.
126.
எழுமையும் ஏமாப் புடைத்து.
127.
சோகாப்பர் சொல்லிழுக்குப் பட்டு.
128.
நன்றாகா தாகி விடும்.
129.
நாவினாற் சுட்ட வடு.
130.
அறம்பார்க்கும் ஆற்றின் நுழைந்து.
14. ஒழுக்கமுடைமை (Verse 131–140)
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131.
உயிரினும் ஓம்பப் படும்.
132.
தேரினும் அஃதே துணை.
133.
இழிந்த பிறப்பாய் விடும்.
134.
பிறப்பொழுக்கங் குன்றக் கெடும்.
135.
ஒழுக்க மிலான்கண் உயர்வு.
136.
ஏதம் படுபாக் கறிந்து.
137.
எய்துவர் எய்தாப் பழி.
138.
என்றும் இடும்பை தரும்.
139.
வழுக்கியும் வாயாற் சொலல்.
140.
கல்லார் அறிவிலா தார்.
15. பிறனில் விழையாமை (Verse 141–150)
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141.
அறம்பொருள் கண்டார்கண் இல்.
142.
நின்றாரின் பேதையார் இல்.
143.
தீமை புரிந்து ஒழுகு வார்.
144.
தேரான் பிறனில் புகல்.
145.
விளியாது நிற்கும் பழி.
146.
இகவாவாம் இல்லிறப்பான் கண்.
147.
பெண்மை நயவா தவன்.
148.
அறனொன்றோ ஆன்ற வொழுக்கு.
149.
பிறர்க்குரியாள் தோள்தோயா தார்.
150.
பெண்மை நயவாமை நன்று.
16. பொறையுடைமை (Verse 151–160)
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151.
இகழ்வார்ப் பொறுத்தல் தலை.
152.
மறத்தல் அதனினும் நன்று.
153.
வன்மை மடவார்ப் பொறை.
154.
போற்றி யொழுகப் படும்.
155.
பொறுத்தாரைப் பொன்போற் பொதிந்து.
156.
பொன்றுந் துணையும் புகழ்.
157.
அறனல்ல செய்யாமை நன்று.
158.
தகுதியான் வென்று விடல்.
159.
இன்னாச்சொல் நோற்கிற் பவர்.
160.
இன்னாச்சொல் நோற்பாரின் பின்.
17. அழுக்காறாமை (Verse 161–170)
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161.
அழுக்காறு இலாத இயல்பு.
162.
அழுக்காற்றின் அன்மை பெறின்.
163.
பேணாது அழுக்கறுப் பான்.
164.
ஏதம் படுபாக்கு அறிந்து.
165.
வழுக்காயும் கேடீன் பது.
166.
உண்பதூஉம் இன்றிக் கெடும்.
167.
தவ்வையைக் காட்டி விடும்.
168.
தீயுழி உய்த்து விடும்.
169.
கேடும் நினைக்கப் படும்.
170.
பெருக்கத்தில் தீர்ந்தாரும் இல்.
18. வெஃகாமை (Verse 171–180)
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171.
குற்றமும் ஆங்கே தரும்.
172.
நடுவன்மை நாணு பவர்.
173.
மற்றின்பம் வேண்டு பவர்.
174.
புன்மையில் காட்சி யவர்.
175.
வெஃகி வெறிய செயின்.
176.
பொல்லாத சூழக் கெடும்.
177.
மாண்டற் கரிதாம் பயன்.
178.
வேண்டும் பிறன்கைப் பொருள்.
179.
திறன்அறிந் தாங்கே திரு.
180.
வேண்டாமை என்னுஞ் செருக்கு.
19. புறங்கூறாமை (Verse 181–190)
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181.
புறங்கூறான் என்றல் இனிது.
182.
புறனழீஇப் பொய்த்து நகை.
183.
அறங்கூற்றும் ஆக்கத் தரும்.
184.
முன்னின்று பின்நோக்காச் சொல்.
185.
புன்மையாற் காணப் படும்.
186.
திறன்தெரிந்து கூறப் படும்.
187.
நட்பாடல் தேற்றா தவர்.
188.
என்னைகொல் ஏதிலார் மாட்டு.
189.
புன்சொல் உரைப்பான் பொறை.
190.
தீதுண்டோ மன்னும் உயிர்க்கு.
20. பயனில சொல்லாமை (Verse 191–200)
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191.
எல்லாரும் எள்ளப் படும்.
192.
நட்டார்கண் செய்தலிற் றீது.
193.
பாரித் துரைக்கும் உரை.
194.
பண்பில்சொல் பல்லா ரகத்து.
195.
நீர்மை யுடையார் சொலின்.
196.
மக்கட் பதடி யெனல்.
197.
பயனில சொல்லாமை நன்று.
198.
பெரும்பயன் இல்லாத சொல்.
199.
மாசறு காட்சி யவர்.
200.
சொல்லிற் பயனிலாச் சொல்.
21. தீவினையச்சம் (Verse 201–210)
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201.
தீவினை என்னும் செருக்கு.
202.
தீயினும் அஞ்சப் படும்.
203.
செறுவார்க்கும் செய்யா விடல்.
204.
அறஞ்சூழம் சூழ்ந்தவன் கேடு.
205.
இலனாகும் மற்றும் பெயர்த்து.
206.
தன்னை அடல்வேண்டா தான்.
207.
வீயாது பின்சென்று அடும்.
208.
வீயாது அஇஉறைந் தற்று.
209.
துன்னற்க தீவினைப் பால்.
210.
தீவினை செய்யான் எனின்.
22. ஒப்புரவறிதல் (Verse 211–220)
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211.
என் ஆற்றுங் கொல்லோ உலகு.
212.
வேளாண்மை செய்தற் பொருட்டு.
213.
ஒப்புரவின் நல்ல பிற.
214.
செத்தாருள் வைக்கப் படும்.
215.
பேரறி வாளன் திரு.
216.
நயனுடை யான்கண் படின்.
217.
பெருந்தகை யான்கண் படின்.
218.
கடனறி காட்சி யவர்.
219.
செய்யாது அமைகலா வாறு.
220.
விற்றுக்கோள் தக்க துடைத்து.
23. ஈகை (Verse 221–230)
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221.
குறியெதிர்ப்பை நீர துடைத்து.
222.
இல்லெனினும் ஈதலே நன்று.
223.
குலனுடையான் கண்ணே யுள.
224.
இன்முகங் காணும் அளவு.
225.
மாற்றுவார் ஆற்றலின் பின்.
226.
பெற்றான் பொருள்வைப் புழி.
227.
தீப்பிணி தீண்டல் அரிது.
228.
வைத்திழக்கும் வன்க ணவர்.
229.
தாமே தமியர் உணல்.
230.
ஈதல் இயையாக் கடை.
24. புகழ் (Verse 231–240)
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231.
ஊதியம் இல்லை உயிர்க்கு.
232.
ஈவார்மேல் நிற்கும் புகழ்.
233.
பொன்றாது நிற்பதொன் றில்.
234.
போற்றாது புத்தேள் உலகு.
235.
வித்தகர்க் கல்லால் அரிது.
236.
தோன்றலின் தோன்றாமை நன்று.
237.
இகழ்வாரை நோவது எவன்?
238.
எச்சம் பெறாஅ விடின்.
239.
யாக்கை பொறுத்த நிலம்.
240.
வாழ்வாரே வாழா தவர்.
25. அருளுடைமை (Verse 241–250)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
241.
பூரியார் கண்ணும் உள.
242.
தேரினும் அஃதே துணை.
243.
இன்னா உலகம் புகல்.
244.
தன்னுயிர் அஞ்சும் வினை.
245.
மல்லன்மா ஞாலங் கரி.
246.
அல்லவை செய்தொழுகு வார்.
247.
இவ்வுலகம் இல்லாகி யாங்கு.
248.
அற்றார்மற் றாதல் அரிது.
249.
அருளாதான் செய்யும் அறம்.
250.
மெலியார்மேல் செல்லு மிடத்து.
26. புலான்மறுத்தல் (Verse 251–260)
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251.
எங்ஙனம் ஆளும் அருள்?
252.
ஆங்கில்லை ஊன்தின் பவர்க்கு.
253.
உடல்சுவை உண்டார் மனம்.
254.
பொஅருளல்லது அவ்வூன் தினல்.
255.
அண்ணாத்தல் செய்யாது அளறு.
256.
விலைப்பொருட்டால் ஊன்றருவா ரில்.
257.
புண்ணது உணர்வார்ப் பெறின்.
258.
உயிரின் தலைப்பிரிந்த ஊன்.
259.
உயிர்செகுத் துண்ணாமை நன்று.
260.
எல்லா உயிருந் தொழும்.
27. தவம் (Verse 261–270)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
261.
அற்றே தவத்திற் குரு.
262.
அஃதிலார் மேற்கொள் வது.
263.
மற்றை யவர்கள் தவம்.
264.
எண்ணின் தவத்தான் வரும்.
265.
ஈண்டு முயலப் படும்.
266.
அவஞ்செய்வார் ஆசையுட் பட்டு.
267.
சுடச்சுட நோற்கிற் பவர்க்கு.
268.
மன்னுயி ரெல்லாந் தொழும்.
269.
ஆற்றல் தலைப்பட் டவர்க்குல்.
270.
சிலர்பலர் நோலா தவர்.
28. கூடாவொழுக்கம் (Verse 271–280)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
271.
ஐந்தும் அகத்தே நகும்.
272.
தான்அறி குற்றப் படின்.
273.
புலியின்தோல் போர்த்துமேய்ந் தற்று.
274.
வேட்டுவன் புள்சிமிழ்த் தற்று.
275.
ஏதம் பலவுந் தரும்.
276.
வாழ்வாரின் வன்கணார் இல்.
277.
முக்கிற் கரியார் உடைத்து.
278.
மறைந்தொழுகு மாந்தர் பலர்.
279.
வினைபடு பாலால் கொளல்.
280.
பழித்தது ஒழித்து விடின்.
29. கள்ளாமை (Verse 281–290)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
281.
கள்ளாமை காக்கதன் நெஞ்சு.
282.
கள்ளத்தால் கள்வேம் எனல்.
283.
ஆவது போலக் கெடும்.
284.
வீயா விழுமம் தரும்.
285.
பொச்சாப்புப் பார்ப்பார்கண் இல்.
286.
கன்றிய காத லவர்.
287.
ஆற்றல் புரிந்தார்கண்ட இல்.
288.
களவறிந்தார் நெஞ்சில் கரவு.
289.
மற்றைய தேற்றா தவர்.
290.
தள்ளாது புத்தே ளுலகு.
30. வாய்மை (Verse 291–300)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
291.
தீமை இலாத சொலல்.
292.
நன்மை பயக்கும் எனின்.
293.
தன்நெஞ்சே தன்னைச் சுடும்.
294.
உள்ளத்து ளெல்லாம் உளன்.
295.
தானஞ்செய் வாரின் தலை.
296.
எல்லா அறமுந் தரும்.
297.
செய்யாமை செய்யாமை நன்று.
298.
வாய்மையால் காணப் படும்.
299.
பொய்யா விளக்கே விளக்கு.
300.
வாய்மையின் நல்ல பிற.
31. வெகுளாமை (Verse 301–310)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
301.
காக்கின்என் காவாக்கால் என்?
302.
இல்அதனின் தீய பிற.
303.
பிறத்தல் அதனான் வரும்.
304.
பகையும் உளவோ பிற.
305.
தன்னையே கொல்லுஞ் சினம்.
306.
ஏமப் புணையைச் சுடும்.
307.
நிலத்தறைந்தான் கைபிழையா தற்று.
308.
புணரின் வெகுளாமை நன்று.
309.
உள்ளான் வெகுளி எனின்.
310.
துறந்தார் துறந்தார் துணை.
32. இன்னாசெய்யாமை (Verse 311–320)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
311.
செய்யாமை மாசற்றார் கோள்.
312.
செய்யாமை மாசற்றார் கோள்.
313.
உய்யா விழுமந் தரும்.
314.
நன்னயஞ் செய்து விடல்.
315.
தந்நோய்போல் போற்றாக் கடை.
316.
வேண்டும் பிறன்கண் செயல்.
317.
மாணாசெய் யாமை தலை.
318.
மன்னுயிர்க்கு இன்னா செயல்.
319.
பிற்பகல் தாமே வரும்.
320.
நோயின்மை வேண்டு பவர்.
33. கொல்லாமை (Verse 321–330)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
321.
பிறவினை எல்லாந் தரும்.
322.
தொகுத்தவற்றுள் எல்லாந் தலை.
323.
பின்சாரப் பொய்யாமை நன்று.
324.
கொல்லாமை சூழும் நெறி.
325.
கொல்லாமை சூழ்வான் தலை.
326.
செல்லாது உயிருண்ணுங் கூற்று.
327.
இன்னுயிர் நீக்கும் வினை.
328.
கொன்றாகும் ஆக்கங் கடை.
329.
புன்மை தெரிவா ரகத்து.
330.
செல்லாத்தீ வாழ்க்கை யவர்.
34. நிலையாமை (Verse 331–340)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
331.
புல்லறி வாண்மை கடை.
332.
போக்கும் அதுவிளிந் தற்று.
333.
அற்குப ஆங்கே செயல்.
334.
வாளது உணர்வார்ப் பெறின்.
335.
மேற்சென்று செய்யப் படும்
336.
பெருமை உடைத்துஇவ் வுலகு.
337.
கோடியும் அல்ல பல.
338.
உடம்பொடு உயிரிடை நட்பு.
339.
விழிப்பது போலும் பிறப்பு.
340.
துச்சில் இருந்த உயிர்க்கு.
35. துறவு (Verse 341–350)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
341.
அதனின் அதனின் இலன்.
342.
ஈண்டுஇயற் பால பல.
343.
வேண்டிய வெல்லாம் ஒருங்கு.
344.
மயலாகும் மற்றும் பெயர்த்து.
345.
உற்றார்க்கு உடம்பும் மிகை.
346.
உயர்ந்த உலகம் புகும்.
347.
பற்றி விடாஅ தவர் க்கு.
348.
வலைப்பட்டார் மற்றை யவர்.
349.
நிலையாமை காணப் படும்.
350.
பற்றுக பற்று விடற்கு.
36. மெய்யுணர்தல் (Verse 351–360)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
351.
மருளானாம் மாணாப் பிறப்பு.
352.
மாசறு காட்சி யவர்க்கு.
353.
வானம் நணிய துடைத்து.
354.
மெய்யுணர்வு இல்லா தவர்க்கு.
355.
மெய்ப்பொருள் காண்பது அறிவு.
356.
மற்றீண்டு வாரா நெறி.
357.
பேர்த்துள்ள வேண்டா பிறப்பு.
358.
செம்பொருள் காண்பது அறிவு.
359.
சார்தரா சார்தரு நோய்.
360.
நாமம் கெடக்கெடும் நோய்.
37. அவாவறுத்தல் (Verse 361–370)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
361.
தவாஅப் பிறப்பீனும் வித்து.
362.
வேண்டாமை வேண்ட வரும்.
363.
ஆண்டும் அஃதொப்பது இல்.
364.
வாஅய்மை வேண்ட வரும்.
365.
அற்றாக அற்றது இலர்.
366.
வஞ்சிப்ப தோரும் அவா.
367.
தான்வேண்டு மாற்றான் வரும்.
368.
தவாஅது மேன்மேல் வரும்.
369.
துன்பத்துள் துன்பங் கெடின்.
370.
பேரா இயற்கை தரும்.
38. ஊழ் (Verse 371–380)
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371.
போகூழால் தோன்றும் மடி.
372.
ஆகலூழ் உற்றக் கடை.
373.
உண்மை யறிவே மிகும்.
374.
தெள்ளிய ராதலும் வேறு.
375.
நல்லவாம் செல்வம் செயற்கு.
376.
சொரியினும் போகா தம.
377.
தொகுத்தார்க்கு துய்த்தல் அரிது.
378.
ஊட்டா கழியு மெனின்.
379.
அல்லற் படுவ தெவன்?
380.
சூழினுந் தான்முந் துறும்.
Buch II – Gesellschaft, Verantwortung und Wohlstand – Poruṭpāl
39. இறைமாட்சி (Verse 381–390)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
381.
உடையான் அரசருள் ஏறு.
382.
எஞ்சாமை வேந்தர்க் கியல்பு.
383.
நீங்கா நிலனான் பவர்க்கு.
384.
மானம் உடைய தரசு.
385.
வகுத்தலும் வல்ல தரசு.
386.
மீக்கூறும் மன்னன் நிலம்
387.
தான்கண் டனைத்திவ் வுலகு.
388.
இறையென்று வைக்கப் படும்.
389.
கவிகைக்கீழ்த் தங்கும் உலகு.
390.
உடையானாம் வேந்தர்க் கொளி.
40. கல்வி (Verse 391–400)
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391.
நிற்க அதற்குத் தக.
392.
கண்ணென்ப வாழும் உயிர்க்கு.
393.
புண்ணுடையர் கல்லா தவர்.
394.
அனைத்தே புலவர் தொழில்.
395.
கடையரே கல்லா தவர்.
396.
கற்றனைத் தூறும் அறிவு.
397.
சாந்துணையுங் கல்லாத வாறு.
398.
எழுமையும் ஏமாப் புடைத்து.
399.
காமுறுவர் கற்றறிந் தார்.
400.
மாடல்ல மற்றை யவை.
41. கல்லாமை (Verse 401–410)
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401.
நூலின்றிக் கோட்டி கொளல்.
402.
இல்லாதாள் பெண்காமுற் றற்று.
403.
சொல்லா திருக்கப் பெறின்.
404.
கொள்ளார் அறிவுடை யார்.
405.
சொல்லாடச் சோர்வு படும்.
406.
களரனையர் கல்லா தவர்.
407.
மண்மாண் புனைபாவை யற்று.
408.
கல்லார்கண் பட் ட திரு.
409.
கற்றார் அனைத்திலர் பாடு.
410.
கற்றாரோடு ஏனை யவர்.
42. கேள்வி (Verse 411–420)
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411.
செல்வத்து ளெல்லாந் தலை.
412.
வயிற்றுக்கும் ஈயப் படும்.
413.
ஆன்றாரோ டொப்பர் நிலத்து.
414.
ஒற்கத்தின் ஊற்றாந் துணை.
415.
ஒழுக்க முடையார்வாய்ச் சொல்.
416.
ஆன்ற பெருமை தரும்.
417.
தீண்டிய கேள்வி யவர்.
418.
தோட்கப் படாத செவி.
419.
வாயின ராதல் அரிது.
420.
அவியினும் வாழினும் என்?
43. அறிவுடைமை (Verse 421–430)
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421.
உள்ளழிக்க லாகா அரண்.
422.
நன்றின்பால் உய்ப்ப தறிவு.
423.
மெய்ப்பொருள் காண்ப தறிவு.
424.
நுண்பொருள் காண்ப தறிவு.
425.
கூம்பலும் இல்ல தறிவு.
426.
அவ்வ துறைவ தறிவு.
427.
அஃதறி கல்லா தவர்.
428.
அஞ்சல் அறிவார் தொழில்.
429.
அதிர வருவதோர் நோய்.
430.
என்னுடைய ரேனும் இலர்.
44. குற்றங்கடிதல் (Verse 431–440)
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431.
பெருக்கம் பெருமித நீர்த்து.
432.
உவகையும் ஏதம் இறைக்கு.
433.
கொள்வர் பழிநாணு வார்.
434.
அற்றந் த்ரூஉம் பகை.
435.
வைத்தூறு போலக் கெடும்.
436.
என்குற்ற மாகும் இறைக்கு?
437.
உயற்பால தன்றிக் கெடும்.
438.
எண்ணப் படுவதொன் றன்று.
439.
நன்றி பயவா வினை.
440.
ஏதில ஏதிலார் நூல்.
45. பெரியாரைத் துணைக்கோடல் (Verse 441–450)
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441.
திறனறிந்து தேர்ந்து கொளல்.
442.
பெற்றியார்ப் பேணிக் கொளல்.
443.
பேணித் தமராக் கொளல்.
444.
வன்மையு ளெல்லாந் தலை.
445.
சூழ்வாரைக் சூழ்ந்து கொளல்.
446.
செற்றார் செயக்கிடந்த தில்.
447.
கெடுக்குந் தகைமை யவர்.
448.
கெடுப்பா ரிலானுங் கெடும்.
449.
சார்பிலார்க் கில்லை நிலை.
450.
நல்லார் தொடர்கை விடல்.
46. சிற்றினஞ்சேராமை (Verse 451–460)
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451.
சுற்றமாச் சூழ்ந்து விடும்.
452.
இனத்தியல்ப தாகும் அறிவு.
453.
இன்னான் எனப்படுஞ் சொல்.
454.
இனத்துள தாகும் அறிவு.
455.
இனந்தூய்மை தூவா வரும்.
456.
இல்லைநன் றாகா வினை.
457.
எல்லாப் புகழும் தரும்.
458.
இனநலம் ஏமாப் புடைத்து.
459.
இனநலத்தின் ஏமாப் புடைத்து.
460.
அல்லற் படுப்பதூஉம் இல்.
47. தெரிந்துசெயல்வகை (Verse 461–470)
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461.
ஊதியமும் சூழ்ந்து செயல்.
462.
அரும்பொருள் யாதொன்றும் இல்
463.
ஊக்கார் அறிவுடை யார்.
464.
ஏதப்பாடு அஞ்சு பவர்.
465.
பாத்திப் படுப்பதோ ராறு.
466.
செய்யாமை யானுங் கெடும்.
467.
எண்ணுவம் என்பது இழுக்கு.
468.
போற்றினும் பொத்துப் படும்.
469.
பண்பறிந் தாற்றாக் கடை.
470.
கொள்ளாத கொள்ளாது உலகு.
48. வலியறிதல் (Verse 471–480)
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471.
துணைவலியும் தூக்கிச் செயல்.
472.
செல்வார்க்குச் செல்லாதது இல்.
473.
இடைக்கண் முரிந்தார் பலர்.
474.
வியந்தான் விரைந்து கெடும்.
475.
சால மிகுத்துப் பெயின்.
476.
உயிர்க்கிறுதி ஆகி விடும்.
477.
போற்றி வழங்கு நெறி.
478.
போகாறு அகலாக் கடை.
479.
இல்லாகித் தோன்றாக் கெடும்.
480.
வளவரை வல்லைக் கெடும்.
49. காலமறிதல் (Verse 481–490)
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481.
வேந்தர்க்கு வேண்டும் பொழுது.
482.
தீராமை ஆர்க்குங் கயிறு.
483.
காலம் அறிந்து செயின்.
484.
கருதி இடத்தாற் செயின்.
485.
ஞாலம் கருது பவர்.
486.
தாக்கற்குப் பேருந் தகைத்து.
487.
உள்வேர்ப்பர் ஒள்ளி யவர்.
488.
காணின் கிழக்காம் தலை.
489.
செய்தற் கரிய செயல்.
490.
குத்தொக்க சீர்த்த இடத்து.
50. இடனறிதல் (Verse 491–500)
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491.
இடங்கண்ட பின்அல் லது.
492.
ஆக்கம் பலவுந் தரும்.
493.
போற்றார்கண் போற்றிச் செயின்.
494.
துன்னியார் துன்னிச் செயின்.
495.
நீங்கின் அதனைப் பிற.
496.
நாவாயும் ஓடா நிலத்து.
497.
எண்ணி இடத்தால் செயின்.
498.
ஊக்கம் அழிந்து விடும்.
499.
உறைநிலத்தோடு ஒட்டல் அரிது.
500.
வேலாள் முகத்த களிறு.
51. தெரிந்துதெளிதல் (Verse 501–510)
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501.
திறந்தெரிந்து தேறப் படும்.
502.
நாணுடையான் சுட்டே தெளிவு.
503.
இன்மை அரிதே வெளிறு.
504.
மிகைநாடி மிக்க கொளல்.
505.
கருமமே கட்டளைக் கல்.
506.
பற்றிலர் நாணார் பழி.
507.
பேதைமை எல்லாந் தரும்.
508.
தீரா இடும்பை தரும்.
509.
தேறுக தேறும் பொருள்.
510.
தீரா இடும்பை தரும்.
52. தெரிந்துவினையாடல் (Verse 511–520)
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511.
தன்மையான் ஆளப் படும்.
512.
ஆராய்வான் செய்க வினை.
513.
நன்குடையான் கட்டே தெளிவு.
514.
வேறாகும் மாந்தர் பலர்.
515.
சிறந்தானென்று ஏவற்பாற் றன்று.
516.
எய்த உணர்ந்து செயல்.
517.
அதனை அவன்கண் விடல்.
518.
அதற்குரிய னாகச் செயல்.
519.
நினைப்பானை நீங்கும் திரு.
520.
கோடாமை கோடா துலகு.
53. சுற்றந்தழால் (Verse 521–530)
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521.
சுற்றத்தார் கண்ணே உள.
522.
ஆக்கம் பலவும் தரும்.
523.
கோடின்றி நீர்நிறைந் தற்று.
524.
பெற்றத்தால் பெற்ற பயன்.
525.
சுற்றத்தால் சுற்றப் படும்.
526.
மருங்குடையார் மாநிலத்து இல்.
527.
அன்னநீ ரார்க்கே உள.
528.
அதுநோக்கி வாழ்வார் பலர்.
529.
காரணம் இன்றி வரும்.
530.
இழைத் திருந்து எண்ணிக் கொளல்.
54. பொச்சாவாமை (Verse 531–540)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
531.
உவகை மகிழ்ச்சியிற் சோர்வு.
532.
நிச்ச நிரப்புக் கொன் றாங்கு.
533.
எப்பால்நூ லோர்க்கும் துணிவு.
534.
பொச்சாப் புடையார்க்கு நன்கு.
535.
பின்னூறு இரங்கி விடும்.
536.
வாயின் அதுவொப்பது இல்.
537.
கருவியால் போற்றிச் செயின்.
538.
இகழ்ந்தார்க்கு எழுமையும் இல்.
539.
மகிழ்ச்சியின் மைந்துறும் போழ்து.
540.
உள்ளியது உள்ளப் பெறின்.
55. செங்கோன்மை (Verse 541–550)
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541.
தேர்ந்துசெய் வஃதே முறை.
542.
கோல் நோக்கி வாழுங் குடி.
543.
நின்றது மன்னவன் கோல்.
544.
அடிதழீஇ நிற்கும் உலகு.
545.
பெயலும் விளையுளும் தொக்கு.
546.
கோலதூஉங் கோடா தெனின்.
547.
முறைகாக்கும் முட்டாச் செயின்.
548.
தண்பதத்தான் தானே கெடும்.
549.
வடுவன்று வேந்தன் தொழில்.
550.
களைகட் டதனொடு நேர்.
56. கொடுங்கோன்மை (Verse 551–560)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
551.
அல்லவை செய்தொழுகும் வேந்து.
552.
கோலொடு நின்றான் இரவு.
553.
நாடொறும் நாடு கெடும்.
554.
சூழாது செய்யும் அரசு.
555.
செல்வத்தைத் தேய்க்கும் படை
556.
மன்னாவாம் மன்னர்க் கொளி.
557.
அளியின்மை வாழும் உயிர்க்கு.
558.
மன்னவன் கோற்கீழ்ப் படின்.
559.
ஒல்லாது வானம் பெயல்.
560.
காவலன் காவான் எனின்.
57. வெருவந்தசெய்யாமை (Verse 561–570)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
561.
ஒத்தாங்கு ஒறுப்பது வேந்து.
562.
நீங்காமை வேண்டு பவர்.
563.
ஒருவந்தம் ஒல்லைக் கெடும்.
564.
உறைகடுகி ஒல்லைக் கெடும்.
565.
பேஎய்கண் டன்னது உடைத்து.
566.
நீடின்றி ஆங்கே கெடும்.
567.
அடுமுரண் தேய்க்கும் அரம்.
568.
சீறிற் சிறுகும் திரு.
569.
வெருவந்து வெய்து கெடும்.
570.
இல்லை நிலக்குப் பொறை.
58. கண்ணோட் டம் (Verse 571–580)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
571.
உண்மையான் உண்டிவ் வுலகு.
572.
உண்மை நிலக்குப் பொறை.
573.
கண்ணோட்டம் இல்லாத கண்.
574.
கண்ணோட்டம் இல்லாத கண்.
575.
புண்ணென்று உணரப் படும்
576.
டியைந்துகண் ணோடா தவர்.
577.
கண்ணோட்டம் இன்மையும் இல்.
578.
உரிமை உடைத்திவ் வுலகு.
579.
பொறுத்தாற்றும் பண்பே தலை.
580.
நாகரிகம் வேண்டு பவர்.
59. ஒற்றாடல் (Verse 581–590)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
581.
தெற்றென்க மன்னவன் கண்.
582.
வல்லறிதல் வேந்தன் தொழில்.
583.
கொற்றங் கொளக்கிடந்தது இல்.
584.
அனைவரையும் ஆராய்வது ஒற்று.
585.
உகாஅமை வல்லதே ஒற்று.
586.
என்செயினும் சோர்விலது ஒற்று.
587.
ஐயப்பாடு இல்லதே ஒற்று.
588.
ஒற்றினால் ஒற்றிக் கொளல்.
589.
சொற்றொக்க தேறப் படும்.
590.
புறப்படுத்தான் ஆகும் மறை.
60. ஊக்கமுடைமை (Verse 591–600)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
591.
உடையது உடையரோ மற்று.
592.
நில்லாது நீங்கி விடும்.
593.
ஒருவந்தம் கைத்துடை யார்.
594.
ஊக்க முடையா னுழை.
595.
உள்ளத் தனையது உயர்வு.
596.
தள்ளினுந் தள்ளாமை நீர்த்து.
597.
பட்டுப்பா டூன்றுங் களிறு.
598.
வள்ளியம் என்னுஞ் செருக்கு.
599.
வெரூஉம் புலிதாக் குறின்.
600.
மரம்மக்க ளாதலே வேறு.
61. மடியின்மை (Verse 601–610)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
601.
மாசூர மாய்ந்து கெடும்.
602.
குடியாக வேண்டு பவர்.
603.
குடிமடியும் தன்னினும் முந்து.
604.
மாண்ட உஞற்றி லவர்க்கு.
605.
கெடுநீரார் காமக் கலன்.
606.
மாண்பயன் எய்தல் அரிது.
607.
மாண்ட உஞற்றி லவர்.
608.
அடிமை புகுத்தி விடும்.
609.
மடியாண்மை மாற்றக் கெடும்.
610.
தாஅய தெல்லாம் ஒருங்கு.
62. ஆள்வினையுடைமை (Verse 611–620)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
611.
பெருமை முயற்சி தரும்.
612.
தீர்ந்தாரின் தீர்ந்தன்று உலகு.
613.
வேளாண்மை என்னுஞ் செருக்கு.
614.
வாளாண்மை போலக் கெடும்.
615.
துன்பம் துடைத்தூன்றும் தூண்.
616.
இன்மை புகுத்தி விடும்.
617.
தாளுளான் தாமரையி னாள்.
618.
ஆள்வினை இன்மை பழி.
619.
மெய்வருத்தக் கூலி தரும்.
620.
தாழாது உஞற்று பவர்.
63. இடுக்கணழியாமை (Verse 621–630)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
621.
அடுத்தூர்வது அஃதொப்ப தில்.
622.
உள்ளத்தின் உள்ளக் கெடும்.
623.
இடும்பை படாஅ தவர்.
624.
இடுக்கண் இடர்ப்பாடு உடைத்து.
625.
இடுக்கண் இடுக்கட் படும்.
626.
ஓம்புதல் தேற்றா தவர்.
627.
கையாறாக் கொள்ளாதாம் மேல்.
628.
துன்பம் உறுதல் இலன்.
629.
துன்பம் உறுதல் இலன்.
630.
ஒன்னார் விழையுஞ் சிறப்பு.
64. அமைச்சு (Verse 631–640)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
631.
அருவினையும் மாண்டது அமைச்சு.
632.
ஐந்துடன் மாண்டது அமைச்சு.
633.
பொருத்தலும் வல்ல தமைச்சு.
634.
சொல்லலும் வல்லது அமைச்சு.
635.
திறனறிந்தான் தேர்ச்சித் துணை.
636.
யாவுள முன்நிற் பவை.
637.
இயற்கை அறிந்து செயல்.
638.
உழையிருந்தான் கூறல் கடன்.
639.
எழுபது கோடி உறும்.
640.
திறப்பாடு இலாஅ தவர்.
65. சொல்வன்மை (Verse 641–650)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
641.
யாநலத்து உள்ளதூஉம் அன்று.
642.
காத்தோம்பல் சொல்லின்கட் சோர்வு.
643.
வேட்ப மொழிவதாம் சொல்.
644.
பொருளும் அதனினூஉங்கு இல்.
645.
வெல்லுஞ்சொல் இன்மை அறிந்து.
646.
மாட்சியின் மாசற்றார் கோள்.
647.
இகல்வெல்லல் யார்க்கும் அரிது.
648.
சொல்லுதல் வல்லார்ப் பெறின்.
649.
சிலசொல்லல் தேற்றா தவர்.
650.
உணர விரித்துரையா தார்.
66. வினைத்தூய்மை (Verse 651–660)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
651.
வேண்டிய எல்லாந் தரும்.
652.
நன்றி பயவா வினை.
653.
ஆஅதும் என்னு மவர்.
654.
நடுக்கற்ற காட்சி யவர்.
655.
மற்றன்ன செய்யாமை நன்று.
656.
சான்றோர் பழிக்கும் வினை.
657.
கழிநல் குரவே தலை.
658.
முடிந்தாலும் பீழை தரும்.
659.
பிற்பயக்கும் நற்பா லவை.
660.
கலத்துள்நீர் பெய்திரீஇ யற்று.
67. வினைத்திட்பம் (Verse 661–670)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
661.
மற்றைய எல்லாம் பிற.
662.
ஆறென்பர் ஆய்ந்தவர் கோள்.
663.
எற்றா விழுமந் தரும்.
664.
சொல்லிய வண்ணம் செயல்.
665.
ஊறெய்தி உள்ளப் படும்.
666.
திண்ணியர் ஆகப் பெறின்.
667.
அச்சாணி அன்னார் உடைத்து.
668.
தூக்கங் கடிந்து செயல்.
669.
இன்பம் பயக்கும் வினை.
670.
வேண்டாரை வேண்டாது உலகு.
68. வினைசெயல்வகை (Verse 671–680)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
671.
தாழ்ச்சியுள் தங்குதல் தீது.
672.
தூங்காது செய்யும் வினை.
673.
செல்லும்வாய் நோக்கிச் செயல்.
674.
தீயெச்சம் போலத் தெறும்.
675.
இருள்தீர எண்ணிச் செயல்.
676.
படுபயனும் பார்த்துச் செயல்.
677.
உள்ளறிவான் உள்ளம் கொளல்.
678.
யானையால் யானையாத் தற்று.
679.
ஒட்டாரை ஒட்டிக் கொளல்.
680.
கொள்வர் பெரியார்ப் பணிந்து.
69. தூது (Verse 681–690)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
681.
பண்புடைமை தூதுரைப்பான் பண்பு.
682.
இன்றி யமையாத மூன்று.
683.
வென்றி வினையுரைப்பான் பண்பு.
684.
செறிவுடையான் செல்க வினைக்கு.
685.
நன்றி பயப்பதாந் தூது.
686.
தக்கது அறிவதாம் தூது.
687.
எண்ணி உரைப்பான் தலை.
688.
வாய்மை வழியுரைப்பான் பண்பு.
689.
வாய்சேரா வன்க ணவன்.
690.
உறுதி பயப்பதாம் தூது.
70. மன்னரைச் சேர்ந்தொழுதல் (Verse 691–700)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
691.
இகல்வேந்தர்ச் சேர்ந்தொழுகு வார்.
692.
மன்னிய ஆக்கந் தரும்.
693.
தேற்றுதல் யார்க்கும் அரிது.
694.
ஆன்ற பெரியா ரகத்து.
695.
விட்டக்கால் கேட்க மறை.
696.
வேண்டுப வேட்பச் சொலல்.
697.
கேட்பினும் சொல்லா விடல்.
698.
ஒளியோடு ஒழுகப் படும்.
699.
துளக்கற்ற காட்சி யவர்.
700.
கெழுதகைமை கேடு தரும்.
71. குறிப்பறிதல் (Verse 701–710)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
701.
மாறாநீர் வையக் கணி.
702.
தெய்வத்தோ டொப்பக் கொளல்.
703.
யாது கொடுத்தும் கொளல்.
704.
உறுப்போ ரனையரால் வேறு.
705.
என்ன பயத்தவோ கண்?
706.
கடுத்தது காட்டும் முகம்.
707.
காயினும் தான்முந் துறும்.
708.
உற்ற துணர்வார்ப் பெறின்.
709.
வகைமை உணர்வார்ப் பெறின்.
710.
கண்ணல்லது இல்லை பிற.
72. அவையறிதல் (Verse 711–720)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
711.
தொகையறிந்த தூய்மை யவர்.
712.
நடைதெரிந்த நன்மை யவர்.
713.
வகையறியார் வல்லதூஉம் இல்.
714.
வான்சுதை வண்ணம் கொளல்.
715.
முந்து கிளவாச் செறிவு.
716.
ஏற்றுணர்வார் முன்னர் இழுக்கு.
717.
சொல்தெரிதல் வல்லார் அகத்து.
718.
பாத்தியுள் நீர்சொரிந் தற்று.
719.
நன்குசலச் சொல்லு வார்.
720.
அல்லார்முன் கோட்டி கொளல்.
73. அவையஞ்சாமை (Verse 721–730)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
721.
தொகையறிந்த தூய்மை யவர்.
722.
கற்ற செலச்சொல்லு வார்.
723.
அவையகத்து அஞ்சா தவர்.
724.
மிக்காருள் மிக்க கொளல்.
725.
மாற்றங் கொடுத்தற் பொருட்டு.
726.
நுண்ணவை அஞ்சு பவர்க்கு.
727.
அஞ்சு மவன்கற்ற நூல்.
728.
நன்கு செலச்சொல்லா தார்.
729.
நல்லா ரவையஞ்சு வார்.
730.
கற்ற செலச்சொல்லா தார்.
74. நாடு (Verse 731–740)
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731.
செல்வரும் சேர்வது நாடு.
732.
ஆற்ற விளைவது நாடு.
733.
இறையொருங்கு நேர்வது நாடு.
734.
சேரா தியல்வது நாடு.
735.
கொல்குறும்பும் இல்லது நாடு.
736.
நாடென்ப நாட்டின் தலை.
737.
வல்லரணும் நாட்டிற்கு உறுப்பு.
738.
அணியென்ப நாட்டிவ் வைந்து.
739.
நாட வளந்தரு நாடு.
740.
வேந்தமை வில்லாத நாடு.
75. அரண் (Verse 741–750)
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741.
போற்று பவர்க்கும் பொருள்.
742.
காடும் உடைய தரண்.
743.
அமைவரண் என்றுரைக்கும் நூல்.
744.
ஊக்கம் அழிப்ப தரண்.
745.
நிலைக்கெளிதாம் நீரது அரண்.
746.
நல்லாள் உடையது அரண்.
747.
பற்றற் கரியது அரண்.
748.
பற்றியார் வெல்வது அரண்.
749.
வீறெய்தி மாண்ட தரண்.
750.
இல்லார்கண் இல்லது அரண்.
76. பொருள்செயல்வகை (Verse 751–760)
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751.
பொருளல்லது இல்லை பொருள்.
752.
எல்லாரும் செய்வர் சிறப்பு.
753.
எண்ணிய தேயத்துச் சென்று.
754.
தீதின்றி வந்த பொருள்.
755.
புல்லார் புரள விடல்.
756.
தெறுபொருளும் வேந்தன் பொருள்.
757.
செல்வச் செவிலியால் உண்டு.
758.
உண்டாகச் செய்வான் வினை.
759.
எஃகதனிற் கூரிய தில்.
760.
ஏனை இரண்டும் ஒருங்கு.
77. படைமாட்சி (Verse 761–770)
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761.
வெறுக்கையுள் எல்லாம் தலை.
762.
தொல்படைக் கல்லால் அரிது.
763.
நாகம் உயிர்ப்பக் கெடும்.
764.
வன்க ணதுவே படை.
765.
ஆற்ற லதுவே படை.
766.
எனநான்கே ஏமம் படைக்கு.
767.
போர்தாங்கும் தன்மை அறிந்து.
768.
படைத்தகையால் பாடு பெறும்.
769.
இல்லாயின் வெல்லும் படை.
770.
தலைமக்கள் இல்வழி இல்.
78. படைச்செருக்கு (Verse 771–780)
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771.
முன்நின்று கல்நின் றவர்.
772.
பிழைத்தவேல் ஏந்தல் இனிது.
773.
ஊராண்மை மற்றதன் எஃகு.
774.
மெய்வேல் பறியா நகும்.
775.
ஒட்டன்றோ வன்க ணவர்க்கு.
776.
வைக்கும்தன் நாளை எடுத்து.
777.
கழல்யாப்புக் காரிகை நீர்த்து.
778.
செறினும் சீர்குன்றல் இலர்.
779.
பிழைத்தது ஒறுக்கிற் பவர்.
780.
இரந்துகோள் தக்கது உடைத்து.
79. நட்பு (Verse 781–790)
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781.
வினைக்கரிய யாவுள காப்பு.
782.
பின்னீர பேதையார் நட்பு.
783.
பண்புடை யாளர் தொடர்பு.
784.
மேற்செனறு இடித்தற் பொருட்டு.
785.
நட்பாங் கிழமை தரும்.
786.
அகநக நட்பது நட்பு.
787.
அல்லல் உழப்பதாம் நட்பு.
788.
இடுக்கண் களைவதாம் நட்பு.
789.
ஒல்லும்வாய் ஊன்றும் நிலை.
790.
புனையினும் புல்லென்னும் நட்பு.
80. நட்பாராய்தல் (Verse 791–800)
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791.
வீடில்லை நட்பாள் பவர்க்கு.
792.
தான்சாம் துயரம் தரும்.
793.
இனனும் அறிந்தியாக்க நட்பு.
794.
கொடுத்தும் கொளல்வேண்டும் நட்பு.
795.
வல்லார்நடபு ஆய்ந்து கொளல்.
796.
நீட்டி அளப்பதோர் கோல்.
797.
கேண்மை ஒரீஇ விடல்.
798.
அல்லற்கண் ஆற்றறுப்பார் நட்பு.
799.
உள்ளினும் உள்ளஞ் சுடும்.
800.
ஒருவுக ஒப்பிலார் நட்பு.
81. பழைமை (Verse 801–810)
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801.
கிழமையைக் கீழ்ந்திடா நட்பு.
802.
உப்பாதல் சான்றோர் கடன்.
803.
செய்தாங்கு அமையாக் கடை.
804.
கேளாது நட்டார் செயின்.
805.
நோதக்க நட்டார் செயின்.
806.
தொல்லைக்கண் நின்றார் தொடர்பு.
807.
வழிவந்த கேண்மை யவர்.
808.
நாளிழுக்கம் நட்டார் செயின்.
809.
விடாஅர் விழையும் உலகு.
810.
பண்பின் தலைப்பிரியா தார்.
82. தீ நட்பு (Verse 811–820)
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811.
பெருகலிற் குன்றல் இனிது.
812.
பெறினும் இழப்பினும் என்?
813.
கொள்வாரும் கள்வரும் நேர்.
814.
தமரின் தனிமை தலை.
815.
எய்தலின் எய்தாமை நன்று.
816.
ஏதின்மை கோடி உறும்.
817.
பத்தடுத்த கோடி உறும்.
818.
சொல்லாடார் சோர விடல்.
819.
சொல்வேறு பட்டார் தொடர்பு.
820.
மன்றில் பழிப்பார் தொடர்பு.
83. கூடாநட்பு (Verse 821–830)
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821.
நேரா நிரந்தவர் நட்பு.
822.
மனம்போல வேறு படும்.
823.
ஆகுதல் மாணார்க் கரிது.
824.
வஞ்சரை அஞ்சப் படும்.
825.
சொல்லினால் தேறற்பாற்று அன்று.
826.
ஒல்லை உணரப் படும்.
827.
தீங்கு குறித்தமை யான்.
828.
அழுதகண் ணீரும் அனைத்து.
829.
நட்பினுள் சாப்புல்லற் பாற்று.
830.
அகநட்பு ஒரீஇ விடல்.
84. பேதைமை (Verse 831–840)
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831.
ஊதியம் போக விடல்.
832.
கையல்ல தன்கட் செயல்.
833.
பேணாமை பேதை தொழில்
834.
பேதையின் பேதையார் இல்.
835.
தான்புக் கழுந்தும் அளறு.
836.
பேதை வினைமேற் கொளின்.
837.
பெருஞ்செல்வம் உற்றக் கடை.
838.
கையொன்று உடைமை பெறின்.
839.
பீழை தருவதொன் றில்.
840.
குழாஅத்துப் பேதை புகல்.
85. புல்லறிவாண்மை (Verse 841–850)
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841.
இன்மையா வையா துலகு.
842.
இல்லை பெறுவான் தவம்.
843.
செறுவார்க்கும் செய்தல் அரிது.
844.
உடையம்யாம் என்னும் செருக்கு.
845.
வல்லதூஉம் ஐயம் தரும்.
846.
குற்றம் மறையா வழி.
847.
பெருமிறை தானே தனக்கு.
848.
போஒம் அளவுமோர் நோய்.
849.
கண்டானாம் தான்கண்ட வாறு.
850.
அலகையா வைக்கப் படும்.
86. இகல் (Verse 851–860)
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851.
பண்பின்மை பாரிக்கும் நோய்.
852.
இன்னாசெய் யாமை தலை.
853.
தாவில் விளக்கம் தரும்.
854.
துன்பத்துள் துன்பங் கெடின்.
855.
மிக்லூக்கும் தன்மை யவர்.
856.
தவலும் கெடலும் நணித்து.
857.
இன்னா அறிவி னவர்.
858.
மிக்லூக்கின் ஊக்குமாம் கேடு.
859.
மிகல்காணும் கேடு தரற்கு.
860.
நன்னயம் என்னும் செருக்கு.
87. பகைமாட்சி (Verse 861–870)
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861.
மெலியார்மேல் மேக பகை.
862.
என்பரியும் ஏதிலான் துப்பு.
863.
தஞ்சம் எளியன் பகைக்கு.
864.
யாங்கணும் யார்க்கும் எளிது.
865.
பண்பிலன் பற்றார்க்கு இனிது.
866.
பேணாமை பேணப் படும்.
867.
மாணாத செய்வான் பகை.
868.
இனனிலனாம் ஏமாப் புடைத்து.
869.
அஞ்சும் பகைவர்ப் பெறின்.
870.
ஒல்லானை ஒல்லா தொளி.
88. பகைத்திறந்தெரிதல் (Verse 871–880)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
871.
நகையேயும் வேண்டற்பாற்று அன்று.
872.
சொல்லேர் உழவர் பகை.
873.
பல்லார் பகைகொள் பவன்.
874.
தகைமைக்கண் தங்கிற்று உலகு.
875.
இன்துணையாக் கொள்கவற்றின் ஒன்று.
876.
தேறான் பகாஅன் விடல்.
877.
மென்மை பகைவர் அகத்து.
878.
பகைவர்கண் பட்ட செருக்கு.
879.
கைகொல்லும் காழ்த்த இடத்து.
880.
செம்மல் சிதைக்கலா தார்.
89. உட்பகை (Verse 881–890)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
881.
இன்னாவாம் இன்னா செயின்.
882.
கேள்போல் பகைவர் தொடர்பு.
883.
மட்பகையின் மாணத் தெறும்.
884.
ஏதம் பலவும் தரும்.
885.
ஏதம் பலவும் தரும்.
886.
பொன்றாமை ஒன்றல் அரிது.
887.
உட்பகை உற்ற குடி.
888.
உட்பகை உற்ற குடி.
889.
உட்பகை உள்ளதாங் கேடு.
890.
பாம்போடு உடனுறைந் தற்று.
90. பெரியாரைப் பிழையாமை (Verse 891–900)
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891.
போற்றலுள் எல்லாம் தலை.
892.
பேரா இடும்பை தரும்.
893.
ஆற்று பவர்கண் இழுக்கு.
894.
ஆற்றாதார் இன்னா செயல்.
895.
வேந்து செறப்பட் டவர்.
896.
பெரியார்ப் பிழைத்தொழுகு வார்.
897.
தகைமாண்ட தக்கார் செறின்.
898.
நின்றன்னார் மாய்வர் நிலத்து.
899.
வேந்தனும் வேந்து கெடும்.
900.
சிறந்தமைந்த சீரார் செறின்.
91. பெண்வழிச்சேறல் (Verse 901–910)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
901.
வேண்டாப் பொருளும் அது.
902.
நாணாக நாணுத் தரும்.
903.
நல்லாருள் நாணுத் தரும்.
904.
வினையாண்மை வீறெய்த லின்று.
905.
நல்லார்க்கு நல்ல செயல்.
906.
அமையார்தோள் அஞ்சு பவர்.
907.
பெண்ணே பெருமை உடைத்து.
908.
பெட் டாங்கு ஒழுகு பவர்.
909.
பெண்ஏவல் செய்வார்கண் இல்.
910.
பெண்சேர்ந்தாம் பேதைமை இல்.
92. வரைவின்மகளிர் (Verse 911–920)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
911.
இன்சொல் இழுக்குத் தரும்.
912.
நயன்தூக்கி நள்ளா விடல்.
913.
ஏதில் பிணந்தழீஇ அற்று.
914.
ஆயும் அறிவி னவர்.
915.
மாண்ட அறிவி னவர்.
916.
புன்னலம் பாரிப்பார் தோள்.
917.
பேணிப் புணர்பவர் தோள்.
918.
மாய மகளிர் முயக்கு.
919.
பூரியர்கள் ஆழும் அளறு.
920.
திருநீக்கப் பட்டார் தொடர்பு.
93. கள்ளுண்ணாமை (Verse 921–930)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
921.
கட்காதல் கொண்டொழுகு வார்.
922.
எண்ணப் படவேண்டா தார்.
923.
சான்றோர் முகத்துக் களி.
924.
பேணாப் பெருங்குற்றத் தார்க்கு.
925.
மெய்யறி யாமை கொளல்.
926.
நஞ்சுண்பார் கள்ளுண் பவர்.
927.
கள்ளொற்றிக் கண்சாய் பவர்3
928.
ஒளித்ததூஉம் ஆங்கே மிகும்.
929.
குளித்தானைத் தீத்துரீஇ அற்று.
930.
உள்ளான்கொல் உண்டதன் சோர்வு.
94. சூது (Verse 931–940)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
931.
தூண்டிற்பொன் மீன்விழுங்கி அற்று.
932.
நன்றெய்தி வாழ்வதோர் ஆறு.
933.
போஒய்ப் புறமே படும்.
934.
வறுமை தருவதொன்று இல்.
935.
இவறியார் இல்லாகி யார்.
936.
முகடியான் மூடப்பட் டார்.
937.
கழகத்துக் காலை புகின்.
938.
அல்லல் உழப்பிக்கும் சூது.
939.
அடையாவாம் ஆயங் கொளின்.
940.
உழத்தொறூஉம் காதற்று உயிர்.
95. மருந்து (Verse 941–950)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
941.
வளிமுதலா எண்ணிய மூன்று.
942.
அற்றது போற்றி உணின்.
943.
பெற்றான் நெடிதுய்க்கும் ஆறு.
944.
துய்க்க துவரப் பசித்து.
945.
ஊறுபாடு இல்லை உயிர்க்கு.
946.
கழிபேர் இரையான்கண் நோய்.
947.
நோயள வின்றிப் படும்.
948.
வாய்நாடி வாய்ப்பச் செயல்.
949.
கற்றான் கருதிச் செயல்.
950.
அப்பால் நாற் கூற்றே மருந்து.
96. குடிமை (Verse 951–960)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
951.
செப்பமும் நாணும் ஒருங்கு.
952.
இழுக்கார் குடிப்பிறந் தார்.
953.
வகையென்ப வாய்மைக் குடிக்கு.
954.
குன்றுவ செய்தல் இலர்.
955.
பண்பில் தலைப்பிரிதல் இன்று.
956.
குலம்பற்றி வாழ்தும் என் பார்.
957.
மதிக்கண் மறுப்போல் உயர்ந்து.
958.
குலத்தின்கண் ஐயப் படும்.
959.
குலத்தில் பிறந்தார்வாய்ச் சொல்.
960.
வேண்டுக யார்க்கும் பணிவு.
97. மானம் (Verse 961–970)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
961.
குன்ற வருப விடல்.
962.
பேராண்மை வேண்டு பவர்.
963.
சுருக்கத்து வேண்டும் உயர்வு.
964.
நிலையின் இழிந்தக் கடை.
965.
குன்றி அனைய செயின்.
966.
இகழ்வார்பின் சென்று நிலை.
967.
கெட்டான் எனப்படுதல் நன்று.
968.
பீடழிய வந்த இடத்து.
969.
உயிர்நீப்பர் மானம் வரின்.
970.
ஒளிதொழுது ஏத்தும் உலகு.
98. பெருமை (Verse 971–980)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
971.
அஃதிறந்து வாழ்தும் எனல்.
972.
செய்தொழில் வேற்றுமை யான்.
973.
கீழல்லார் கீழல் லவர்.
974.
தன்னைத்தான் கொண்டொழுகின் உண்டு.
975.
அருமை உடைய செயல்.
976.
பேணிக் கொள் வேம் என்னும் நோக்கு.
977.
சீரல் லவர்கண் படின்.
978.
அணியுமாம் தன்னை வியந்து.
979.
பெருமிதம் ஊர்ந்து விடல்.
980.
குற்றமே கூறி விடும்.
99. சான்றாண்மை (Verse 981–990)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
981.
சான்றாண்மை மேற்கொள் பவர்க்கு.
982.
எந்நலத்து உள்ளதூஉம் அன்று.
983.
ஐந்துசால் ஊன்றிய தூண்.
984.
சொல்லா நலத்தது சால்பு.
985.
மாற்றாரை மாற்றும் படை.
986.
துலையல்லார் கண்ணும் கொளல்.
987.
என்ன பயத்ததோ சால்பு.
988.
திண்மை உண் டாகப் பெறின்.
989.
ஆழி எனப்படு வார்.
990.
தாங்காது மன்னோ பொறை.
100. பண்புடைமை (Verse 991–1000)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
991.
பண்புடைமை என்னும் வழக்கு.
992.
பண்புடைமை என்னும் வழக்கு.
993.
பண்பொத்தல் ஒப்பதாம் ஒப்பு.
994.
பண்புபா ராட்டும் உலகு.
995.
பண்புள பாடறிவார் மாட்டு.
996.
மண்புக்கு மாய்வது மன்.
997.
மக்கட்பண்பு இல்லா தவர்.
998.
பண்பாற்றார் ஆதல் கடை.
999.
பகலும்பாற் பட்டன்று இருள்.
1000.
கலந்தீமை யால்திரிந் தற்று.
101. நன்றியில்செல்வம் (Verse 1001–1010)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1001.
செத்தான் செயக்கிடந்தது இல்.
1002.
மருளானாம் மாணாப் பிறப்பு
1003.
தோற்றம் நிலக்குப் பொறை.
1004.
நச்சப் படாஅ தவன்.
1005.
கோடியுண் டாயினும் இல்.
1006.
ஈதல் இயல்பிலா தான்.
1007.
பெற்றாள் தமியள்மூத் தற்று.
1008.
நச்சு மரம்பழுத் தற்று.
1009.
ஒண்பொருள் கொள்வார் பிறர்.
1010.
வறங்கூர்ந் தனையது உடைத்து.
102. நாணுடைமை (Verse 1011–1020)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1011.
நல்லவர் நாணுப் பிற.
1012.
நாணுடைமை மாந்தர் சிறப்பு.
1013.
நன்மை குறித்தது சால்பு.
1014.
பிணிஅன்றோ பீடு நடை.
1015.
உறைபதி என்னும் உலகு.
1016.
பேணலர் மேலா யவர்.
1017.
நாண்துறவார் நாணாள் பவர்.
1018.
அறம்நாணத் தக்கது உடைத்து.
1019.
நாணின்மை நின்றக் கடை.
1020.
நாணால் உயிர்மருட்டி அற்று.
103. குடிசெயல்வகை (Verse 1021–1030)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1021.
பெருமையின் பீடுடையது இல்.
1022.
நீள்வினையால் நீளும் குடி.
1023.
மடிதற்றுத் தான்முந் துறும்.
1024.
தாழாது உஞற்று பவர்க்கு.
1025.
சுற்றமாச் சுற்றும் உலகு.
1026.
இல்லாண்மை ஆக்கிக் கொளல்.
1027.
ஆற்றுவார் மேற்றே பொறை.
1028.
மானங் கருதக் கெடும்.
1029.
குற்ற மறைப்பான் உடம்பு.
1030.
நல்லாள் இலாத குடி.
104. உழவு (Verse 1031–1040)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1031.
உழந்தும் உழவே தலை.
1032.
எழுவாரை எல்லாம் பொறுத்து.
1033.
தொழுதுண்டு பின்செல் பவர்.
1034.
அலகுடை நீழ லவர்.
1035.
கைசெய்தூண் மாலை யவர்.
1036.
விட்டேம்என் பார்க்கும் நிலை.
1037.
வேண்டாது சாலப் படும்.
1038.
நீரினும் நன்றதன் காப்பு.
1039.
இல்லாளின் ஊடி விடும்.
1040.
நிலமென்னும் நல்லாள் நகும்.
105. நல்குரவு (Verse 1041–1050)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1041.
இன்மையே இன்னா தது.
1042.
இம்மையும் இன்றி வரும்.
1043.
நல்குரவு என்னும் நசை.
1044.
சொற்பிறக்கும் சோர்வு தரும்.
1045.
துன்பங்கள் சென்று படும்.
1046.
சொற்பொருள் சோர்வு படும்.
1047.
பிறன்போல நோக்கப் படும்.
1048.
கொன்றது போலும் நிரப்பு.
1049.
யாதொன்றும் கண்பாடு அரிது.
1050.
உப்பிற்கும் காடிக்கும் கூற்று.
106. இரவு (Verse 1051–1060)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1051.
அவர்பழி தம்பழி அன்று.
1052.
துன்பம் உறாஅ வரின்.
1053.
இரப்புமோ ரேஎர் உடைத்து.
1054.
கனவிலும் தேற்றாதார் மாட்டு.
1055.
இரப்பவர் மேற்கொள் வது.
1056.
எல்லாம் ஒருங்கு கெடும்.
1057.
உள்ளுள் உவப்பது உடைத்து.
1058.
மரப்பாவை சென்றுவந் தற்று.
1059.
மேவார் இலாஅக் கடை.
1060.
தானேயும் சாலும் கரி.
107. இரவச்சம் (Verse 1061–1070)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1061.
இரவாமை கோடி உறும்.
1062.
கெடுக உலகியற்றி யான்.
1063.
வன்மையின் வன்பாட்ட தில்.
1064.
காலும் இரவொல்லாச் சால்பு.
1065.
உண்ணலின் ஊங்கினிய தில்.
1066.
இரவின் இளிவந்த தில்.
1067.
கரப்பார் இரவன்மின் என்று.
1068.
பார்தாக்கப் பக்கு விடும்.
1069.
உள்ளதூஉம் இன்றிக் கெடும்.
1070.
சொல்லாடப் போஒம் உயிர்.
108. கயமை (Verse 1071–1080)
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1071.
ஒப்பாரி யாங்கண்ட தில்.
1072.
நெஞ்சத்து அவலம் இலர்.
1073.
மேவன செய்தொழுக லான்.
1074.
மிகப்பட்டுச் செம்மாக்கும் கீழ்.
1075.
அவாவுண்டேல் உண்டாம் சிறிது.
1076.
மறைபிறர்க்கு உய்த்துரைக்க லான்.
1077.
கூன்கையர் அல்லா தவர்க்கு.
1078.
கொல்லப் பயன்படும் கீழ்.
1079.
வடுக்காண வற்றாகும் கீழ்.
1080.
விற்றற்கு உரியர் விரைந்து.
Buch III – Liebe, Vereinigung und Trennung – Kāmattuppāl
109. தகையணங்குறுத்தல் (Verse 1081–1090)
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1081.
மாதர்கொல் மாலும் என் நெஞ்சு.
1082.
தானைக்கொண் டன்ன துடைத்து.
1083.
பெண்டகையால் பேரமர்க் கட்டு.
1084.
பேதைக்கு அமர்த்தன கண்.
1085.
நோக்கமிம் மூன்றும் உடைத்து.
1086.
செய்யல மன்இவள் கண்.
1087.
படாஅ முலைமேல் துகில்.
1088.
நண்ணாரும் உட்குமென் பீடு.
1089.
அணியெவனோ ஏதில தந்து.
1090.
கண்டார் மகிழ்செய்தல் இன்று.
110. குறிப்பறிதல் (Verse 1091–1100)
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1091.
நோய்நோக்கொன் றந்நோய் மருந்து.
1092.
செம்பாகம் அன்று பெரிது.
1093.
யாப்பினுள் அட்டிய நீர்.
1094.
தான்நோக்கி மெல்ல நகும்.
1095.
சிறக்கணித்தாள் போல நகும்
1096.
ஒல்லை உணரப் படும்.
1097.
உறாஅர்போன்று உற்றார் குறிப்பு.
1098.
பசையினள் பைய நகும்.
1099.
காதலார் கண்ணே உள.
1100.
என்ன பயனும் இல.
111. புணர்ச்சிமகிழ்தல் (Verse 1101–1110)
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1101.
ஒண்தொடி கண்ணே உள.
1102.
தன்நோய்க்குத் தானே மருந்து.
1103.
தாமரைக் கண்ணான் உலகு.
1104.
தீயாண்டுப் பெற்றாள் இவள்?
1105.
தோட் டார் கதுப்பினாள் தோள்.
1106.
அமிழ்தின் இயன்றன தோள்.
1107.
அம்மா அரிவை முயக்கு.
1108.
போழப் படாஅ முயக்கு.
1109.
கூடியார் பெற்ற பயன்.
1110.
செறிதோறும் சேயிழை மாட்டு.
112. நலம்புனைந்துரைத்தல் (Verse 1111–1120)
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1111.
மென்னீரள் யாம்வீழ் பவள்.
1112.
பலர்காணும் பூவொக்கும் என்று.
1113.
வேலுண்கண் வேய்த்தோ ளவட்கு.
1114.
மாணிழை கண்ணொவ்வேம் என்று.
1115.
நல்ல படாஅ பறை.
1116.
பதியின் கலங்கிய மீன்.
1117.
மறுவுண்டோ மாதர் முகத்து.
1118.
காதலை வாழி மதி.
1119.
பலர்காணத் தோன்றல் மதி.
1120.
அடிக்கு நெருஞ்சிப் பழம்.
113. காதற்சிறப்புரைத்தல் (Verse 1121–1130)
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1121.
வாலெயிறு ஊறிய நீர்.
1122.
மடந்தையொடு எம்மிடை நட்பு.
1123.
திருநுதற்கு இல்லை இடம்.
1124.
அதற்கன்னள் நீங்கும் இடத்து.
1125.
ஒள்ளமர்க் கண்ணாள் குணம்.
1126.
நுண்ணியர்எம் காத லவர்.
1127.
எழுதேம் கரப்பாக்கு அறிந்து.
1128.
அஞ்சுதும் வேபாக் கறிந்து.
1129.
ஏதிலர் என்னும் இவ் வூர்.
1130.
ஏதிலர் என்னும் இவ் வூர்.
114. நாணுத்துறவுரைத்தல் (Verse 1131–1140)
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1131.
மடலல்லது இல்லை வலி.
1132.
நாணினை நீக்கி நிறுத்து.
1133.
காமுற்றார் ஏறும் மடல்.
1134.
நல்லாண்மை என்னும் புணை.
1135.
மாலை உழக்கும் துயர்.
1136.
படல்ஒல்லா பேதைக்கென் கண்.
1137.
பெண்ணின் பெருந்தக்க தில்.
1138.
மறையிறந்து மன்று படும்.
1139.
மறுகின் மறுகும் மருண்டு.
1140.
யாம்பட்ட தாம்படா ஆறு.
115. அலரறிவுறுத்தல் (Verse 1141–1150)
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1141.
பலரறியார் பாக்கியத் தால்.
1142.
அலரெமக்கு ஈந்ததிவ் வூர்.
1143.
பெறாஅது பெற்றன்ன நீர்த்து.
1144.
தவ்வென்னும் தன்மை இழந்து.
1145.
வெளிப்படுந் தோறும் இனிது.
1146.
திங்களைப் பாம்புகொண் டற்று.
1147.
நீராக நீளும்இந் நோய்.
1148.
காமம் நுதுப்பேம் எனல்.
1149.
பலர்நாண நீத்தக் கடை.
1150.
கெளவை எடுக்கும்இவ் வூர்.
116. பிரிவாற்றாமை (Verse 1151–1160)
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1151.
வல்வரவு வாழ்வார்க் குரை.
1152.
புன்கண் உடைத்தால் புணர்வு.
1153.
பிரிவோ ரிடத்துண்மை யான்.
1154.
தேறியார்க்கு உண்டோ தவறு.
1155.
நீங்கின் அரிதால் புணர்வு.
1156.
நல்குவர் என்னும் நசை.
1157.
இறைஇறவா நின்ற வளை.
1158.
இன்னாது இனியார்ப் பிரிவு.
1159.
விடிற்சுடல் ஆற்றுமோ தீ.
1160.
பின்இருந்து வாழ்வார் பலர்.
117. படர்மெலிந்திரங்கல் (Verse 1161–1170)
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1161.
ஊற்றுநீர் போல மிகும்.
1162.
உரைத்தலும் நாணுத் தரும்.
1163.
நோனா உடம்பின் அகத்து.
1164.
ஏமப் புணைமன்னும் இல்.
1165.
நட்பினுள் ஆற்று பவர்.
1166.
துன்பம் அதனிற் பெரிது.
1167.
யாமத்தும் யானே உளேன்.
1168.
என்னல்லது இல்லை துணை.
1169.
நெடிய கழியும் இரா.
1170.
நீந்தல மன்னோஎன் கண்.
118. கண்விதுப்பழிதல் (Verse 1171–1180)
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1171.
தாம்காட்ட யாம்கண் டது.
1172.
பைதல் உழப்பது எவன்?
1173.
இதுநகத் தக்க துடைத்து.
1174.
உய்வில்நோய் என்கண் நிறுத்து.
1175.
காமநோய் செய்தஎன் கண்.
1176.
தாஅம் இதற்பட் டது.
1177.
வேண்டி அவர்க்கண்ட கண்.
1178.
காணாது அமைவில கண்.
1179.
ஆரஞர் உற்றன கண்.
1180.
அறைபறை கண்ணார் அகத்து.
119. பசப்புறுபருவரல் (Verse 1181–1190)
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1181.
பண்பியார்க்கு உரைக்கோ பிற.
1182.
மேனிமேல் ஊரும் பசப்பு.
1183.
நோயும் பசலையும் தந்து.
1184.
கள்ளம் பிறவோ பசப்பு.
1185.
மேனி பசப்பூர் வது.
1186.
முயக்கற்றம் பார்க்கும் பசப்பு.
1187.
அள்ளிக்கொள் வற்றே பசப்பு.
1188.
துறந்தார் அவர்என்பார் இல்.
1189.
நன்னிலையர் ஆவர் எனின்.
1190.
நல்காமை தூற்றார் எனின்.
120. தனிப்படர்மிகுதி (Verse 1191–1200)
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1191.
காமத்துக் காழில் கனி.
1192.
வீழ்வார் அளிக்கும் அளி.
1193.
வாழுநம் என்னும் செருக்கு.
1194.
வீழப் படாஅர் எனின்.
1195.
தாம்காதல் கொள்ளாக் கடை.
1196.
இருதலை யானும் இனிது.
1197.
ஒருவர்கண் நின்றொழுகு வான்.
1198.
வாழ்வாரின் வன்கணார் இல்.
1199.
இசையும் இனிய செவிக்கு.
1200.
செறாஅஅய் வாழிய நெஞ்சு.
121. நினைந்தவர்புலம்பல் (Verse 1201–1210)
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1201.
கள்ளினும் காமம் இனிது.
1202.
நினைப்ப வருவதொன்று இல்.
1203.
சினைப்பது போன்று கெடும்.
1204.
ஓஒ உளரே அவர்.
1205.
எம்நெஞ்சத்து ஓவா வரல்.
1206.
உற்றநாள் உள்ள உளேன்.
1207.
உள்ளினும் உள்ளம் சுடும்.
1208.
காதலர் செய்யும் சிறப்பு.
1209.
அளியின்மை ஆற்ற நினைந்து.
1210.
படாஅதி வாழி மதி.
122. கனவுநிலையுரைத்தல் (Verse 1211–1220)
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1211.
யாதுசெய் வேன்கொல் விருந்து.
1212.
உயலுண்மை சாற்றுவேன் மன்.
1213.
காண்டலின் உண்டென் உயிர்.
1214.
நல்காரை நாடித் தரற்கு.
1215.
கண்ட பொழுதே இனிது.
1216.
காதலர் நீங்கலர் மன்.
1217.
என்எம்மைப் பீழிப் பது.
1218.
நெஞ்சத்தர் ஆவர் விரைந்து.
1219.
காதலர்க் காணா தவர்.
1220.
காணார்கொல் இவ்வூ ரவர்.
123. பொழுதுகண்டிரங்கல் (Verse 1221–1230)
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1221.
வேலைநீ வாழி பொழுது.
1222.
வன்கண்ண தோநின் துணை.
1223.
துன்பம் வளர வரும்.
1224.
ஏதிலர் போல வரும்.
1225.
மாலைக்குச் செய்த பகை?
1226.
காலை அறிந்த திலேன்.
1227.
மாலை மலரும்இந் நோய்.
1228.
குழல்போலும் கொல்லும் படை.
1229.
மாலை படர்தரும் போழ்து.
1230.
மாயும்என் மாயா உயிர்.
124. உறுப்புநலனழிதல் (Verse 1231–1240)
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1231.
நறுமலர் நாணின கண்.
1232.
பசந்து பனிவாரும் கண்.
1233.
மணந்தநாள் வீங்கிய தோள்.
1234.
தொல்கவின் வாடிய தோள்.
1235.
தொல்கவின் வாடிய தோள்.
1236.
கொடியர் எனக்கூறல் நொந்து.
1237.
வாடுதோட் பூசல் உரைத்து.
1238.
பைந்தொடிப் பேதை நுதல்.
1239.
பேதை பெருமழைக் கண்.
1240.
ஒண்ணுதல் செய்தது கண்டு.
125. நெஞ்சொடுகிளத்தல் (Verse 1241–1250)
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1241.
எவ்வநோய் தீர்க்கும் மருந்து.
1242.
பேதைமை வாழியென் நெஞ்சு.
1243.
பைதல்நோய் செய்தார்கண் இல்.
1244.
தின்னும் அவர்க்காணல் உற்று.
1245.
உற்றால் உறாஅ தவர்.
1246.
பொய்க்காய்வு காய்திஎன் நெஞ்சு.
1247.
யானோ பொறேன்இவ் விரண்டு.
1248.
பின்செல்வாய் பேதைஎன் நெஞ்சு.
1249.
யாருழைச் சேறியென் நெஞ்சு.
1250.
இன்னும் இழத்தும் கவின்.
126. நிறையழிதல் (Verse 1251–1260)
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1251.
நாணுத்தாழ் வீழ்த்த கதவு.
1252.
யாமத்தும் ஆளும் தொழில்.
1253.
தும்மல்போல் தோன்றி விடும்.
1254.
மறையிறந்து மன்று படும்.
1255.
உற்றார் அறிவதொன்று அன்று.
1256.
எற்றென்னை உற்ற துயர்.
1257.
பேணியார் பெட்ப செயின்.
1258.
பெண்மை உடைக்கும் படை.
1259.
கலத்தல் உறுவது கண்டு.
1260.
புணர்ந்தூடி நிற்பேம் எனல்.
127. அவர்வயின்விதும்பல் (Verse 1261–1270)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1261.
நாளொற்றித் தேய்ந்த விரல்.
1262.
கலங்கழியும் காரிகை நீத்து.
1263.
வரல்நசைஇ இன்னும் உளேன்.
1264.
கோடுகொ டேறுமென் நெஞ்சு.
1265.
நீங்கும்என் மென்தோள் பசப்பு.
1266.
பைதல்நோய் எல்லாம் கெட.
1267.
கண்அன்ன கேளிர் விரன்.
1268.
மாலை அயர்கம் விருந்து.
1269.
வருநாள்வைத்து ஏங்கு பவர்க்கு.
1270.
உள்ளம் உடைந்துக்கக் கால்.
128. குறிப்பறிவுறுத்தல் (Verse 1271–1280)
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1271.
உரைக்கல் உறுவதொன் றுண்டு.
1272.
பெண்நிறைந்த நீர்மை பெரிது.
1273.
அணியில் திகழ்வதொன்று உண்டு.
1274.
நகைமொக்குள் உள்ளதொன் றுண்டு.
1275.
தீர்க்கும் மருந்தொன்று உடைத்து.
1276.
அன்பின்மை சூழ்வ துடைத்து.
1277.
முன்னம் உணர்ந்த வளை.
1278.
எழுநாளேம் மேனி பசந்து.
1279.
அஃதாண் டவள்செய் தது.
1280.
காமநோய் சொல்லி இரவு.
129. புணர்ச்சிவிதும்பல் (Verse 1281–1290)
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1281.
கள்ளுக்கில் காமத்திற் குண்டு.
1282.
காமம் நிறைய வரின்.
1283.
காணா தமையல கண்.
1284.
கூடற்கண் சென்றது என் னெஞ்சு.
1285.
பழிகாணேன் கண்ட இடத்து.
1286.
காணேன் தவறல் லவை.
1287.
பொய்த்தல் அறிந்தென் புலந்து.
1288.
கள்ளற்றே கள்வநின் மார்பு.
1289.
செவ்வி தலைப்படு வார்.
1290.
என்னினும் தான்விதுப் புற்று.
130. நெஞ்சொடுபுலத்தல் (Verse 1291–1300)
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1291.
நீஎமக்கு ஆகா தது.
1292.
செறாஅரெனச் சேறியென் நெஞ்சு.
1293.
பெட்டாங்கு அவர்பின் செலல்.
1294.
துனிசெய்து துவ்வாய்காண் மற்று.
1295.
அறாஅ இடும்பைத்தென் நெஞ்சு.
1296.
தினிய இருந்ததென் நெஞ்சு.
1297.
மாணா மடநெஞ்சிற் பட்டு.
1298.
உள்ளும் உயிர்க்காதல் நெஞ்சு.
1299.
நெஞ்சந் துணையல் வழி.
1300.
நெஞ்சம் தமரல் வழி.
131. புலவி (Verse 1301–1310)
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1301.
அல்லல்நோய் காண்கம் சிறிது.
1302.
மிக்கற்றால் நீள விடல்.
1303.
புலந்தாரைப் புல்லா விடல்.
1304.
வள்ளி முதலரிந் தற்று.
1305.
பூஅன்ன கண்ணார் அகத்து.
1306.
கனியும் கருக்காயும் அற்று.
1307.
நீடுவ தன்று கொல் என்று.
1308.
காதலர் இல்லா வழி.
1309.
வீழுநர் கண்ணே இனிது.
1310.
கூடுவேம் என்பது அவா.
132. புலவி நுணுக்கம் (Verse 1311–1320)
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1311.
நண்ணேன் பரத்தநின் மார்பு.
1312.
நீடுவாழ் கென்பாக் கறிந்து.
1313.
காட்டிய சூடினீர் என்று.
1314.
யாரினும் யாரினும் என்று.
1315.
கண்நிறை நீர்கொண் டனள்.
1316.
புல்லாள் புலத்தக் கனள்.
1317.
யாருள்ளித் தும்மினீர் என்று.
1318.
எம்மை மறைத்திரோ என்று.
1319.
இந்நீரர் ஆகுதிர் என்று.
1320.
யாருள்ளி நோக்கினீர் என்று.
133. ஊடலுவகை (Verse 1321–1330)
Deutsch · Umschrift · Kapitelübersicht
1321.
வல்லது அவர்அளிக்கு மாறு.
1322.
வாடினும் பாடு பெறும்.
1323.
நீரியைந் தன்னார் அகத்து.
1324.
உள்ளம் உடைக்கும் படை.
1325.
அகறலின் ஆங்கொன் றுடைத்து.
1326.
புணர்தலின் ஊடல் இனிது.
1327.
கூடலிற் காணப் படும்.
1328.
கூடலில் தோன்றிய உப்பு.
1329.
நீடுக மன்னோ இரா.
1330.
கூடி முயங்கப் பெறின்.
Tirukkural: Werk, Autor und Überlieferung
Was bedeutet Tirukkural?
Tiru ist eine ehrende Vorsilbe, kuṟaḷ bezeichnet die kurze Versform. Der Titel lässt sich sinngemäß als „ehrwürdige Kurzverse“ verstehen. Jeder Vers bildet einen stark verdichteten Zweizeiler im kuṟaḷ-veṇpā-Metrum. Seine erste Zeile hat vier, seine zweite drei metrische Einheiten. Das sind nicht notwendig sieben durch Leerzeichen getrennte Wörter. Je zehn Verse bilden ein Kapitel; 133 Kapitel ergeben die 1.330 Verse des Tirukkural.[1][2]
Wer war Tiruvalluvar?
Die Überlieferung nennt Tiruvalluvar, auch Valluvar, als Verfasser. Sein Lebensdatum, seine genaue Herkunft und seine religiöse Zugehörigkeit sind nicht sicher geklärt. Er wird sowohl in hinduistischen als auch in jainistischen Zusammenhängen verehrt und gedeutet. Erzählungen über Mylapore, Madurai oder seine Ehefrau Vasuki gehören zur biographischen Überlieferung; sie lassen sich nicht ohne Weiteres als gesicherte Lebensgeschichte behandeln.[3]
Das Gotteslob am Beginn nennt keine eindeutige konfessionelle Identität des Autors. Im Gesamtwerk begegnen gleichwohl indische religiöse Vorstellungen und Gestalten, darunter Indra, die Glücksgöttin, der Tod als personale Macht, Karma und wiederholte Geburt. Seine ethische Weite sollte daher weder mit Religionslosigkeit gleichgesetzt noch auf eine einzige Glaubensrichtung verengt werden.
Drei Lebensbereiche in einem Werk
Aṟam umfasst gutes, verantwortliches und tugendhaftes Handeln. Poruḷ meint unter anderem Besitz, Mittel und die sachlichen Voraussetzungen des gesellschaftlichen Lebens. Iṉpam und kāmam bezeichnen im dritten Buch Freude, Begehren und erotische Liebe. Als Vergleich bieten sich die indischen Lebensziele Dharma, Artha und Kama an. Die tamilischen Begriffe besitzen jedoch ihre eigene Bedeutung im jeweiligen Vers. Ein eigenes viertes Buch über Moksha enthält der Tirukkural nicht; Entsagung, Wahrheitserkenntnis und das Ende weiterer Geburten kommen besonders in den Kapiteln 34–37 zur Sprache.
Die drei Bücher eröffnen unterschiedliche Lebensbereiche und Sprechweisen. Das dritte Buch lässt Liebende selbst zu Wort kommen: in knappen Szenen, wechselnden Stimmen und poetischen Übertreibungen. Blicke, Träume, Trennungsschmerz und Versöhnung erhalten ihre eigene Sprache. Die einzelnen Verse bilden dabei keine durchgehend erzählte Liebesgeschichte.
Der Tirukkural im Umfeld tamilischer Schriften
Aathichoodi eignet sich als Vergleich für die kurze, einprägsame Form ethischer Unterweisung. Agathiyar Jnanam, Kudambai Siddhar Padalgal und Akappey Siddhar eröffnen andere Zugänge tamilischer spiritueller Dichtung. Tirumantiram, Tiruvundiyar, Sivajnana Bodham und Unmai Neri Vilakkam behandeln besonders Fragen des Shaiva Siddhanta und der Shiva-Tradition. Tiruvaymoli und Tiruppallandu gehören dagegen zur tamilischen Vishnu-Verehrung. Diese Verbindungen dienen der vergleichenden Lektüre; die Werke vertreten unterschiedliche literarische Formen und religiöse Zusammenhänge.
Im Vergleich mit Tantra- und Agama-Texten wie dem Vijnana Bhairava Tantra oder dem Kularnava Tantra lässt sich fragen, wie innere Sammlung und verantwortliche Lebensführung zusammenwirken. Dabei bleibt der eigene Charakter des Tirukkural als ethische und poetische Schrift maßgeblich; tantrische Ritual- und Einweihungslehren gehören einem anderen literarischen Zusammenhang an.
Zentrale Lehren und spirituelle Bedeutung des Tirukkural
Thematische Zugänge zum Tirukkural
Für eine erste Lektüre eignen sich Liebe im Herzen, Kapitel 8, Selbstbeherrschung, Kapitel 13, Erbarmen, Kapitel 25, Wahrhaftigkeit, Kapitel 30, Bildung, Kapitel 40 und Freundschaft, Kapitel 79. Die Liebesdichtung ab Kapitel 109 erschließt eine weitere Seite des Werkes. Jeder Einstieg führt zu den vollständigen Versen und ihren Parallelfassungen.

Liebe als Grundkraft des Lebens
Die Verse 71–80 geben der Liebe einen grundlegenden Rang. Sie zeigt sich als Anteilnahme, Offenheit und Bereitschaft, das eigene Wohlergehen mit anderen zu teilen. Gastfreundschaft, Dankbarkeit, Geduld und eine freundliche Sprache konkretisieren diese Haltung. Besonders eindringlich ist Vers 129: Verletzungen durch Worte können länger nachwirken als körperliche Wunden. Für die tägliche Praxis entsteht daraus eine einfache Frage: Bringt meine Rede Klarheit und Güte in die Beziehung?
Erbarmen und Gewaltlosigkeit
Die Kapitel über aruḷ, Fleischverzicht und Nichttöten gehören zu den stärksten ethischen Aussagen des Werkes. Erbarmen erscheint als ein Reichtum, den bloßer Besitz nicht ersetzen kann. Die Verse 251–260 begründen den Verzicht auf Fleisch mit dem Leiden anderer Lebewesen; Vers 259 stellt die Schonung eines einzigen Lebens über tausend Opferhandlungen. Hier ergeben sich deutliche Berührungspunkte mit Ahimsa und Vegetarismus.
Daneben bejaht der politische Teil königliche Strafgewalt und beschreibt Krieg. Vers 550 billigt die Tötung grausamer Verbrecher, während Vers 327 das Nichttöten sogar über die Rettung des eigenen Lebens stellt. Beide Aussagen gehören zum überlieferten Werk. Eine sorgfältige Lektüre muss die verschiedenen Rollen- und Handlungskontexte beachten, ohne die Spannung einfach aufzulösen.
Wahrhaftigkeit und verantwortliche Rede
Das Kapitel 30 verbindet Wahrhaftigkeit mit der Vermeidung von Schaden. Vers 292 betrachtet sogar eine unwahre Aussage als wahrheitsähnlich, wenn sie ein makelloses Gutes bewirkt. Darin liegt eine anspruchsvolle Güterabwägung. Der Vers rechtfertigt weder beliebige Täuschung noch eigennützige Unwahrheit. Zusammen mit den Kapiteln über üble Nachrede und leere Worte entsteht eine Ethik der Sprache, die Wahrheit, Wirkung und Verantwortung gemeinsam bedenkt.
Innere Freiheit und tätige Verantwortung
Der Tirukkural würdigt sowohl den verantwortlichen Hausstand als auch Entsagung. Nicht Besitz oder eine bestimmte äußere Erscheinung allein entscheiden über geistige Reife. Vers 280 erklärt, dass weder ein geschorener Kopf noch verfilztes Haar nötig ist, wenn man verwerfliches Handeln aufgibt. Die Kapitel über Tapas, Selbstbeherrschung und das Loslassen von Begierde lenken die Aufmerksamkeit auf die innere Haltung.
Gleichzeitig fordert das Werk Bildung, Arbeit und vorausschauendes Handeln. Kapitel 38 betont die Macht des Geschicks; die Verse 619–620 betonen den Wert beharrlicher Mühe selbst gegenüber diesem Geschick. Der Tirukkural lässt beide Perspektiven nebeneinander stehen. Als heutige Leseanregung kann daraus erwachsen, das Unverfügbare anzunehmen und dennoch das Mögliche mit ganzer Kraft zu tun.
Liebe in ihrer menschlichen Vielgestaltigkeit
Das dritte Buch bewahrt die Sinnlichkeit und Verletzlichkeit der Liebe: verstohlene Blicke, körperliche Nähe, Erinnerung, Traum, Abschied, Eifersucht und Versöhnung. Seine Verse sprechen von menschlichen Liebenden. Auch eine spirituelle Lektüre gewinnt, wenn sie diese Nähe zum leiblichen und seelischen Erleben ernst nimmt. Aufmerksamkeit, Empfindsamkeit und die feine Kenntnis des Herzens geben diesen Gedichten ihre besondere Tiefe.
Yoga und Meditation als heutige Annäherung
Die Yamas des Patanjali bieten Anknüpfungspunkte für eine vergleichende Lektüre: Ahimsa, Satya, Asteya und Aparigraha berühren Themen des Tirukkural. Solche inhaltlichen Parallelen belegen für sich genommen keine literarische Abhängigkeit. Für die heutige Praxis des Karma Yoga sind besonders die Verse über Hilfsbereitschaft, verantwortliche Arbeit und das Teilen von Nahrung anregend.
Eine schlichte Übung besteht darin, morgens einen Vers zu lesen, einige Minuten in Meditation still zu werden und daraus eine konkrete Handlung für den Tag zu wählen: aufmerksam zuhören, eine Kränkung nicht erwidern oder jemandem praktisch helfen. Am Abend lässt sich prüfen, was gelungen ist und was weiterer Übung bedarf. Anleitungen und Grundlagen bieten Yoga bei Yoga Vidya und Meditation bei Yoga Vidya. Diese Übung ist eine heutige Anregung zum Umgang mit dem Text.

Rezeption bei Swami Sivananda
Swami Sivananda erzählt von Tiruvalluvar als Beispiel dafür, dass geistige Reife auch im Hausstand verwirklicht werden kann. Diese spirituelle Würdigung ist ein Teil der späteren Wirkungsgeschichte. Sie ist von der historischen Untersuchung des Autors und von der wörtlichen Bedeutung einzelner Kural-Verse zu unterscheiden.[4]
Den Tirukkural im Alltag leben
Die Weisheit des Tirukkural kann mit einer kleinen Handlung beginnen: einem wahrhaftigen Wort, das Vertrauen erneuert; einem geteilten Essen, das Not lindert; einem Augenblick der Geduld, der eine Beziehung bewahrt. Einen Vers zu lesen, ihn still zu bedenken und ihm im Alltag Gestalt zu geben, verbindet Erkenntnis mit Erfahrung. Auf diesem Weg können Einsicht und Liebe miteinander wachsen – zum Wohl des eigenen Herzens und der Menschen, denen wir begegnen.
Videos und Yoga-Vidya-Seminare
Die folgenden Yoga-Vidya-Vorträge vertiefen Dharma, Ahimsa und Satya. Sie begleiten die vergleichende Beschäftigung mit der Ethik des Tirukkural; ihr Gegenstand ist die Yoga-Tradition.
Dharma – Pflicht und Verantwortung
Dharma – Pflicht und Verantwortung – Sanskrit Lexikon, Kanal „Yoga Vortrag – Yoga Vidya“.
Ahimsa im Yoga Sutra
Ahimsa im Patanjali – YVS506 – Yoga Sutra, Kapitel 2, Vers 35, Kanal „Yoga Vortrag – Yoga Vidya“.
Satya im Yoga Sutra
Satya im Patanjali Yoga Sutra – YVS507 – Kapitel 2, Vers 36, Kanal „Yoga Vortrag – Yoga Vidya“.
Indische Schriften
Seminare zu indischen Schriften
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
- 01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta
Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…- Vedamurti Dr Olaf Schönert
Meditation
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Erfahre in dieser Ausbildung die Tiefen der Meditation. Meditation ist neben Yoga die wichtigste Übung aller spirituellen Wege. Wer täglich Yoga und M…- Jagadishvari Dörrer
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Erfahre in dieser Ausbildung die Tiefen der Meditation. Meditation ist neben Yoga die wichtigste Übung aller spirituellen Wege. Wer täglich Yoga und M…- Jagadishvari Dörrer
Karma Yoga
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Der spirituelle Weg führt vom Relativen zum Absoluten, vom Individuellen zum Kosmischen, von der Getrenntheit zur Einheit. Dieses Yoga Seminar gibt dir…- Sukadev Bretz
Bhakti Yoga
- 31.10.2026 - 31.10.2026 Mantra-Konzert mit Gruppe Mudita
Konzert mit der Gruppe Mudita- Gruppe Mudita
- 31.10.2026 - 31.10.2026 Mantra-Konzert
18:45-19:45 Uhr- Shankari Susanne Hill
Hier erscheinen die aktuellen Yoga-Vidya-Angebote zu den genannten Themen. Ob ein Seminar den Tirukkural behandelt, geht aus seiner jeweiligen Beschreibung hervor.
Siehe auch
Tamilische Werke und Personen
- Tiruvalluvar
- Aathichoodi
- Agathiyar Jnanam
- Kudambai Siddhar Padalgal
- Akappey Siddhar
- Tirumantiram
- Tiruvundiyar
- Sivajnana Bodham
- Unmai Neri Vilakkam
- Tiruvaymoli
- Tiruppallandu
Verwandte Themen und vergleichende Lektüre
- Dharma, Artha, Kama und Moksha
- Ahimsa, Satya, Asteya und Aparigraha
- Karma Yoga, Seva und Meditation
- Patanjali und Yoga Sutra
- Bhagavadgita
- Jainismus und Hinduismus
- Agama, Vijnana Bhairava Tantra und Kularnava Tantra
Quellen, Literatur und Hinweise zur Übersetzung
Textgrundlage und redaktionelle Entscheidungen
Grundlage für Tamil und Transliteration ist Project Madurai, E-Text 0001.[5] Die deutsche Fassung wurde als eigene Prosaübertragung mit fortlaufender Hilfe der gemeinfreien historischen englischen Ausgabe von Pope, Drew, Lazarus und Ellis erarbeitet; ausgewählte schwierige Verse wurden am Tamilischen und an überlieferten Worterklärungen gegengeprüft.[2] Die Ausgabe bewahrt den vollständigen Versbestand, bildet jedoch weder das tamilische Versmaß nach noch beansprucht sie den Status einer kritischen Handschriftenedition.
Interpunktion und Wortabstände des tamilischen Ausgangstextes werden weitgehend beibehalten; verschiedene Ausgaben trennen die durch Lautverbindungen zusammenhängenden Wörter unterschiedlich. Die nachgestellten Zahlen wurden zur üblichen durchgehenden Zählung berichtigt. In der Vorlage stehen unter anderem bei den Versen 72, 753, 781 und 1293 fehlerhafte Nummern. Die Kapitel „Freundschaft“ und „Die Trennung nicht ertragen können“ wurden an ihrer regulären Position mit Überschriften versehen.
Offensichtliche Schreib- und Zeichenfehler wurden berichtigt, unter anderem in den Versen 50, 51, 67, 79, 143, 153, 154, 196, 254, 288, 290, 357, 360, 449, 479, 593, 594, 599, 650, 666, 673, 812, 994 und 1202. Zur Gegenkontrolle diente eine zweite elektronische Tamilfassung; an bedeutungsrelevanten Stellen wurden weitere Textbelege herangezogen.[6][7]
Besonders wichtig ist in Vers 290 die Unterscheidung zwischen kaḷvār („Diebe“) und kaḷḷār („Nichtstehlende“). In Vers 1202 wurde die fehlerhafte Schreibung des Schlusswortes zu இல் (il, „nicht / es gibt nicht“) berichtigt. In Vers 449 wurde die fehlerhafte Zeichenfolge முதலிலார்க zu முதலிலார்க்கு (mutalilārkku) berichtigt.[8] Die Transliteration wurde aus dem für diesen Artikel verwendeten Tamiltext erzeugt; sie folgt damit auch seinen dokumentierten Korrekturen.
Die deutsche Übersetzung und die interpretierenden Begleittexte sind für diese Leseausgabe neu formuliert. Die fortlaufend herangezogene historische englische Vergleichsausgabe stammt aus dem 19. Jahrhundert. Ihre mitunter christlich oder viktorianisch geprägte Begrifflichkeit wurde nicht als verbindliche Deutung übernommen. Deutsche Kapitelüberschriften sind sinngemäße Lesehilfen. Die Hinweise benennen wichtige Auslegungsentscheidungen und historische Vorstellungen; sie lassen sich von den betreffenden Versen aus direkt aufrufen.
Ausgewählte mehrdeutige und historisch geprägte Stellen
- Verse 1–10: Die Benennungen des Göttlichen werden offen wiedergegeben. Āti pakavaṉ bezeichnet den ursprünglichen Erhabenen; die Blüte in Vers 3, das Meer der Tugend in Vers 8 und die acht Eigenschaften in Vers 9 werden in verschiedenen Traditionen unterschiedlich erklärt. „Die beiden Arten des Handelns“ in Vers 5 meint gewöhnlich gutes und schlechtes karmisch wirksames Handeln. Die „anderen Meere“ in Vers 8 bleiben im Tamil knapp und auslegungsbedürftig.
- Vers 20: Oḻukku kann geordnetes Verhalten beziehungsweise Ordnung bezeichnen; der Zusammenhang mit Wasser ermöglicht zugleich ein Wortspiel mit Fließen. Die Übersetzung entscheidet sich für die ethische Bedeutung.
- Verse 23 und 41: Die „beiden Daseinsweisen“ und die „drei anderen Lebensstände“ werden im Vers nicht ausführlich benannt. Ihre nähere Bestimmung beruht auf Auslegung. In Vers 41 folgt diese Ausgabe der herkömmlichen Deutung des Haushalters als Stütze der übrigen Lebensstände.
- Verse 37 und 330: Das Bild von Sänftenträger und Getragenem wird hier mit der historischen Vergleichsausgabe als Hinweis auf unterschiedliche Früchte des Handelns gelesen. Vers 37 ist umstritten; die knappe Form wurde auch gegen eine vorschnelle Gleichsetzung sozialen Ranges mit Tugend gelesen. Vers 330 formuliert eine karmische Deutung von Krankheit und Elend. Solche historischen Aussagen begründen keine verlässliche Beurteilung des moralischen Wertes eines konkreten kranken oder armen Menschen.
- Verse 49, 58 und 76: Vers 49 kann je nach Bezug des Pronomens auch die asketische Lebensform einbeziehen; hier bleibt der Bezug beim Hausstand. Die sehr knappe Formulierung von Vers 58 wird traditionell auf erfüllte eheliche Verpflichtungen bezogen. Maṟam in Vers 76 ist mehrdeutig: Hier wird es als Tapferkeit beziehungsweise heldenhafter Mut gelesen; ältere Übersetzungen beziehen es teilweise auf das Überwinden des Bösen.
- Verse 51–60, 402, 822 und 901–920: Die Aussagen spiegeln patriarchale Ehe- und Geschlechtervorstellungen. Das Regenwunder in Vers 55 ist ein traditionelles Lob ehelicher Treue, keine Wetterbehauptung. Der körperbezogene Vergleich in Vers 402, die pauschale Aussage über Frauen in Vers 822 und die Wertungen des Kapitels 91 bleiben als historische Aussagen erkennbar. Sie werden hier nicht zu allgemeinen heutigen Urteilen über Frauen oder Partnerschaft erklärt.
- Verse 73 und 105: Vers 73 verbindet die Verkörperung des Lebens mit der Liebe. Die knappe Form lässt unterschiedliche Akzente zu: ein Leben in Liebe als Ursache dieser Verbindung oder als deren Sinn und Frucht. Die Übersetzung wählt die erste Lesart, ohne die in Kommentaren ergänzte frühere Geburt in den Vers hineinzuschreiben. Vers 105 bemisst den Wert einer Hilfe an der Würdigkeit des Empfängers; sein unmittelbarer Wortlaut sagt nicht ausdrücklich „Gegenleistung“.
- Verse 114 und 236: Eccam in Vers 114 kann besonders die Nachkommenschaft, weiter gefasst aber auch das Hinterlassene meinen. Tōṉṟin in Vers 236 wird als „hervortreten“ übersetzt; auch „geboren werden“ ist eine verbreitete Lesart.
- Verse 134, 409 und 951–972: Das Werk verwendet Vorstellungen von Geburtsadel und sozialem Rang, stellt ihnen aber die entscheidende Bedeutung von Bildung, Verhalten und Taten gegenüber. Vers 972 betont die Gleichheit in der Geburt. Diese Spannung sollte weder verschwiegen noch vorschnell in eine moderne Gesellschaftstheorie aufgelöst werden.
- Verse 338 und 350: Das Wort für die vom Vogel verlassene Behausung in Vers 338 wird unterschiedlich als Ei beziehungsweise Schale oder Nest verstanden. In Vers 350 bewahrt die Übersetzung das Wortspiel: Ein letzter Halt am Anhaftungslosen soll das Loslassen aller Bindungen ermöglichen.
- Verse 550 und 861–880: Die Aussagen gehören zur vormodernen Lehre von Herrschaft und Konflikt. Sie stehen neben dem hohen Rang des Nichttötens im ersten Buch. Die Übersetzung glättet diese Verschiedenheit nicht.
- Verse 580, 614 und 727: Das Giftbild in Vers 580 übersteigert die Höflichkeit poetisch. In 614 und 727 steht pēṭi, ein historisch abwertender, geschlechtsbezogener Ausdruck. „Mutloser“ gibt hier seine Funktion im kriegerischen Vergleich interpretierend wieder, nicht seine gesamte wörtliche Bedeutung.[9]
- Verse 679, 870 und 876: Die kurzen politischen Formulierungen lassen Einzelheiten des Verhältnisses zwischen Freund und Feind unausgesprochen. Die deutsche Fassung folgt jeweils einer zusammenhängenden kontextbezogenen Lesart; besonders Vers 870 bleibt sprachlich und sachlich auslegungsbedürftig.
- Verse 941–950: Das Kapitel gibt historische Vorstellungen der Heilkunst wieder. Die drei Wirkkräfte in Vers 941 sind im traditionellen Verständnis Wind, Galle und Schleim. Die Übersetzung bezieht Übermaß und Mangel auf diese Kräfte; die historische englische Prosaerklärung ergänzt als Ursache ein Übermaß oder einen Mangel an Nahrung und Tätigkeit. Die Aussagen sind als Teil der alten Lebenslehre zu lesen, nicht als individuell geprüfte medizinische Behandlung.
- Vers 969: Das Tier kavarimāṉ wird in Übersetzungen unterschiedlich zoologisch zugeordnet, unter anderem dem Yak. Entscheidend ist hier das traditionelle Bild eines Tieres, das den Verlust seines Haars nicht überlebt. Die deutsche Fassung bewahrt dafür den Namen Kavariman.
- Vers 1016: Nāṇ bezeichnet hier die sittliche Scheu vor beschämendem Handeln. Das Bild des schützenden Zauns stellt diese Integrität über den Gewinn der Welt. Es ist keine Aufforderung zu Selbstabwertung oder allgemeiner Ängstlichkeit.
- Vers 1070: Unausgesprochen bleibt, wer das schmerzliche Wort sagt. Hier folgt die Übersetzung der bei Manakkudavar und Parimelazhagar belegten Deutung: Die Absage erschüttert den Bittenden. Andere Deutungen beziehen den Lebensschwund bereits auf das beschämende Aussprechen der Bitte.[10]
- Verse 1081–1330: Sprecher und Sprecherinnen wechseln; ihre Zuordnung ergibt sich häufig erst aus dem poetischen Zusammenhang und aus Kommentaren. Armreifen, die vom mager gewordenen Arm gleiten, und die Blässe des Körpers sind wiederkehrende Zeichen der Trennung. Übertreibungen wie das Sterben aus Sehnsucht gehören zur Bildsprache dieser Dichtung.
- Verse 1103 und 1115: Der Lotusäugige in Vers 1103 wird gewöhnlich als Vishnu verstanden. Vers 1115 übertreibt die Zartheit der Taille: Schon die Stiele der getragenen Blüten scheinen sie zu gefährden. Die fehlenden „frohen Trommeln“ spielen auf diese vermeintliche Gefahr an.
- Verse 1131–1137: Das maṭal, hier „Palmyrapferd“, bezeichnet ein öffentliches Liebesbekenntnis beziehungsweise einen demonstrativen Liebesprotest mit einem Pferdegestell aus Palmyramaterial. Es ist eine besondere poetische und soziale Konvention; die Verse setzen deren Bekanntheit voraus.
- Vers 1199: Gemeint sind Worte oder Nachrichten, die den Geliebten betreffen. Die Formulierung wird sowohl auf Nachrichten über ihn als auch auf von ihm kommende Worte bezogen; hier steht die erste Möglichkeit im Vordergrund.[11]
- Verse 1203 und 1312–1318: Das Niesen wird nach einem volkstümlichen Motiv damit verbunden, dass jemand an die betreffende Person denkt. Das Liebesbuch nutzt dieses Motiv spielerisch für Sehnsucht und Eifersucht.
- Verse 1275–1276 und 1301–1330: Heimliche Zeichen und eine ungewöhnlich intensive Umarmung können sowohl Nähe als auch einen befürchteten neuen Abschied anzeigen. Ūṭal und pulavi werden mit „Schmollen“, „Liebesstreit“ oder „Zwist“ wiedergegeben. Gemeint ist innerhalb dieser Gedichte eine Beziehung zwischen Liebenden, deren Spannung auf erneute Nähe zielt; die Begriffe sind keine Gleichsetzung mit jeder Art von Beziehungskonflikt.
- Vers 1307: Die Frage nach der Dauer kann auf die Wartezeit bis zur Vereinigung oder auf die Dauer des Zusammenseins bezogen werden. Die deutsche Fassung folgt der ersten Lesart, wie auch die historische englische Vergleichsausgabe. Die andere Lesart fragt besorgt, ob die Freude der Vereinigung Bestand haben wird.[12]
Verwendete Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Tamil Virtual Academy: Thirukkural, a general treatise. Einführung in Titel, Versform und Aufbau; abgerufen am 27. September 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Project Madurai, E-Text 0153: Tirukkural: English translation and commentary by G. U. Pope, Drew, Lazarus and Ellis. Historische, gemeinfreie englische Vers- und Prosaübertragung; zugrunde liegende Veröffentlichung: The “Sacred” Kurral of Tiruvalluva-Nayanar, London, W. H. Allen, 1886; abgerufen am 27. September 2026.
- ↑ Yoga-Vidya-Wiki: Thiruvalluvar. Darstellung der unterschiedlichen Datierungs- und Herkunftsüberlieferungen sowie der späteren spirituellen Rezeption; abgerufen am 27. September 2026. Die dort wiedergegebenen Heiligenlegenden werden hier als Überlieferung, nicht als historischer Nachweis verwendet.
- ↑ Swami Sivananda: Karma Yoga, Kapitel 7: Inspirierende Geschichten, Abschnitt über Tiruvalluvar. Deutschsprachige Ausgabe bei Yoga Vidya; abgerufen am 27. September 2026.
- ↑ Project Madurai, E-Text 0001: திருவள்ளுவர் அருளிய திருக்குறள் / tirukuRaL of tiruvaLLuvar. Vollständiger tamilischer Text; elektronische Erfassung 1998, Unicode-Fassung 1998–2000, HTML/PDF-Aufbereitung Dr. K. Kalyanasundaram; abgerufen am 27. September 2026.
- ↑ tk120404/thirukkural, Datei thirukkural.json. Verwendet wurden die nummerierten tamilischen Verszeilen als elektronische Vergleichsfassung. Moderne Übersetzungs- und Kommentarfelder wurden nicht in den Artikel übernommen. Die historischen englischen Erläuterungen wurden der bei Project Madurai belegten gemeinfreien Ausgabe zugeordnet.
- ↑ Tamil Virtual Academy: Textbelege zu Vers 51, Vers 290 und Vers 650. Weitere Kontrollen: Vers 599 und Vers 1202 mit überlieferter Worterklärung. Abgerufen beziehungsweise anhand der erschlossenen Textansicht geprüft am 27. September 2026. Übernommen werden nur die alten Verse, keine modernen Gesamtübersetzungen.
- ↑ Kural Thiran, Vers 449: tamilischer Vers und überlieferte Kommentare von Manakkudavar und Parimelazhagar. Als Textbeleg für die Schreibkorrektur verwendet; abgerufen am 27. September 2026.
- ↑ Tamil Virtual Academy: Thirukkural Concordance / Tirukkuṟaḷ coṟporuḷ curapi, Wortnachweis பேடி mit den Versbelegen 614 und 727; ergänzend die historische Übersetzung bei Pope.
- ↑ Kural Thiran, Vers 1070: tamilischer Wortlaut und überlieferte Kommentare, insbesondere Manakkudavar und Parimelazhagar; abgerufen am 27. September 2026.
- ↑ Kural Thiran, Vers 1199: tamilischer Wortlaut und die dort wiedergegebenen älteren Worterklärungen; abgerufen am 27. September 2026.
- ↑ Tamil Virtual Academy: Tirukkural, Kapitel 131, mit Parimelazhagars Kommentar, insbesondere Vers 1307; Textbeleg am 27. September 2026 geprüft.
Weiterführende historische Literatur
- Karl Graul: Der Kural des Tiruvalluver. Ein gnomisches Gedicht über die drei Strebeziele des Menschen. Übersetzung und Erklärung. Leipzig und London, 1856. Digitalisat der Universitätsbibliothek Tübingen. Historische deutsche Übersetzung zur vergleichenden Lektüre; nicht die deutsche Textvorlage dieser Ausgabe.
- G. U. Pope: The “Sacred” Kurral of Tiruvalluva-Nayanar. With Introduction, Grammar, Translation, Notes, Lexicon, and Concordance. London, W. H. Allen, 1886. Die oben verlinkte elektronische Ausgabe enthält die historische Übersetzungs- und Erläuterungstradition mit Drew, Lazarus und Ellis.
- Tirukkural-Angebot der Tamil Virtual Academy: Zugang zu Texten und verschiedenen Kommentaren. Die Auswahl einer Kommentierung ist zugleich eine Auslegungsentscheidung.
Bildnachweise
Die eingebundenen Dateien sind bereits im Yoga-Vidya-Wiki vorhanden und wurden hinsichtlich Erreichbarkeit und Bildinhalt geprüft: Datei:Meditation Frau Natur weiss.jpg, Datei:Tier Katze Mädchen Frau.jpeg und Datei:Swami Sivananda.jpg. Die ersten beiden Bilder dienen der thematischen Veranschaulichung; sie zeigen keine historische Szene aus Tiruvalluvars Leben. Angaben zur jeweiligen Datei sind über die verlinkten Dateiseiten erreichbar.