Kurma

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Kurma Avatar

Kurma (Sanskrit: कूर्म kūrma m.) Schildkröte; die als eine auf dem Wasser schwimmende Schildkröte dargestellte Erde; eine bestimmte Stellung der Finger oder Hände (Mudra); ein bestimmter Wind im menschlichen Körper, der das Schließen der Augen bewirkt; im Ayurveda ist Kurma einer der fünf untergeordneten Prana Vayus (Upapranas), der für das Aufschlagen der Augen (Unmilana) verantwortlich ist (vgl. Goraksha Shataka Version 2, Vers 36); Name einer Gottheit, eines Schlangendämons und eines Rishi; ein Avatar von Vishnu.

Sukadev über Kurma

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Kurma

Kurma ist die Schildkröte. Kurma ist die Schildkröte in all ihren vielen verschiedenen Variationen. Kurma, die Schildkröte, wird als Symbol auch verwendet. Die Schildkröte kann all ihre fünf Glieder nach innen nehmen. So ähnlich gilt Kurma, die Schildkröte, auch als Symbol für Pratyahara, also die Fähigkeit, den Geist nach innen zu nehmen. In der Meditation ist es gut, wie eine Kurma zu sein, deine fünf Sinne – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen – diese fünf Sinne ziehst du nach innen, dann kann dich nichts mehr stören. Die Schildkröte kann ihre Vorderbeine, Hinterbeine und ihren Kopf einziehen und so ist sie ganz in sich gekehrt. So ähnlich kannst auch du all deine fünf Sinne nach innen ziehen, wie eine Kurma werden, und so Pratyahara üben, das Hineinziehen, das Zurückziehen der Sinne.

Das Quirlen des Milchozeans: links die Götter, rechts die Dämonen

Da gibt es auch eine Asana, Kurmasana, oder Schildkröten-Asana. Du findest sie auf den Yoga Vidya Seiten wunderbar erklärt. Gib einfach ein, „Kurmasana“ oder auch einfach „Schildkröte“ auf www.yoga-vidya.de und so wirst du dort fündig werden und sehen, wie Kurmasana aussieht.

Es gibt auch Kurma Avatar, die Inkarnation von Vishnu als Kurma, als Schildkröte. Da gibt es einen schönen Mythos, wie Vishnu die Welt rettete, indem er sich als Schildkröte inkarniert hatte und dann als eine Meeresschildkröte unten auf den Meeresgrund gegangen ist. So konnte der Berg Meru, nach anderer Tradition ein anderer Berg, auf dem Rücken von Kurma Avatar, von Vishnu, gegeben werden, und so konnten die Devas und die Asuras den Milchozean quirlen. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, gehe auf unsere Internetseite und suche nach „Milchozean“ oder auch einfach nach „Quirlen des Milchozeans“. Da findest du verschiedene Videovorträge in ausführlicher Form, und du findest dort auch verschiedene Seiten, die das genauer beschreiben.

Kurma Avatar

Die Götter im Himmel waren wieder einmal in Not. Die Asuras, Dämonen, unter der Führung von Bali, dem Dämonenkönig, waren mal wieder drauf und dran die Kontrolle über die drei Welten zu erlangen.

Indra, der König der Götter, suchte bei Brahma Hilfe. Dieser ging mit ihnen zu Vishnu, der ja für die Orndung im Universum zuständig ist. Dieser riet ihnen, an den Nektar der Unsterblichkeit zu gelangen, indem sie den Milchozean aufquirlen. Dazu sollten sie Vasuki, den König der Schlangen, als Seil und den Berg Mandara als Quirl benutzen.

Um dieses riesige Unterfangen zu bewerkstelligen mussten sie sich zuerst mit den Dämonen verbünden. Und wie es so ist, wenn man ein bestimmtes Ziel hat, dann kann man auch zusammen arbeiten. In diesem Fall ging es ja um den Trank der Unsterblichkeit, und da sahen beide Parteien über vorangegangene Streitigkeiten hinweg.

Sie machten sich dann daran, den Berg Mandara zu holen. Aber sie hatten noch kaum die Hälfte des Weges hinter sich, als sie die Kräfte verließen, und der Berg viele Götter und Asuras unter sich begrub. Indra war verzweifelt und rief wieder Vishnu um Hilfe. So kam es, dass Garuda, der riesige Vogel und Reittier von Vishnu, den Berg in den Milchozean brachte.

Vasuki wurde dann um den Berg gewickelt und an der einen Seite zogen die Asuras, an der anderen die Devas. Es ging jedoch nicht so gut, der Berg hatte keinen Halt. Da inkarnierte sich Vishnu als Schildkröte, Kurma, und tauchte ins Meer unter den Berg Mandara. Jetzt ging es gut voran, mit dem Quirlen. Doch es kam zunächst kein Trank der Unsterblichkeit, sondern Halahala, das stärkste Gift der Welt zustande. Alle liefen sie davon, keiner konnte was gegen dieses Gift tun.

Und wie immer in der größten Not, wandten sie sich an Shiva. Normalerweise wollte keiner etwas mit ihm zu tun haben, aber wenn es gar nicht mehr ging, dann war er immer gefragt. Er nahm das Gift in seine Hand und trank es. Es konnte ihm nichts anhaben, färbte aber seine Kehle blau, weswegen Shiva auch den Beinahmen, Nilakantha, der Blaukehlige, bekam.

Weiter ging es mit quirlen, es kamen viele tolle Sachen heraus, aber Amrita, der Nektar der Unsterblichkeit (Soma), ließ auf sich warten. Bis schließlich Dhanvantari, mit dem Nektar aus dem Meer herauskam.

Die zehn Avatare von Vishnu auf einem indischen Gemälde des 19. Jahrhunderts

Nun wollten alle den Nektar haben. Die Freundschaft oder das Bündnis war vergessen. Es waren die Asuras die den Nektar dann zuerst hatten. Bevor sie allerdings den Nektar trinken konnten, erschien Vishnu als Mohini, die schönste Frau der Welt. Alle waren sie hin und weg ob der Schönheit von Mohini. Die Dämonen übergaben dann den Nektar an Mohini, sie sollte ihn zwischen ihnen und den Devas aufteilen.

So stellten sie sich in zwei Reihen auf. Eine die Devas, eine die Dämonen. Mohini begann den Nektar auszuschenken, zuerst den Göttern. Nachdem der letzte der Devas getrunken hatte, war kein einziger Tropfen mehr übrig. Mohini erschien wieder als Vishnu und die Dämonen merkten, dass sie ausgetrickst worden waren. Vishnu lächelte nur und flog auf Garuda davon. Die aufgebrachten Asuras merkten, dass sie gegen die jetzt unsterblichen Devas unterlegen waren und flohen.



Kurma - ein Upaprana

Kurma, auch Kurma Vayu genannt, ist die Kraft, die Lippen und Augen öffnen und schließen lässt (Blinzeln, Zwinkern). Kurma steuert die Bewegung der Augenlider, um Staub und andere Fremdkörper sowie grelles Licht daran zu hindern, in die Augen einzudringen. Kurma kontrolliert die zusammenziehenden Bewegungen.

Kurma sitzt in den Augenlidern und ist auch das Strahlen in den Augen. Die Energie von Kurma ist aktiv, wenn wir wach sind und wenn wir schlafen, wird sie wieder belebt, regeneriert.

Störungen des Kurma Vayu verursacht unkontrolliertes Blinzeln und Zucken der Augenlider. Tratak zu praktizieren oder auch Om zu singen, mit warmen Handflächen die Augen abzudecken sowie Asanas, bei denen der Kopf nach vorn gebeugt ist, bringen Kurma wieder ins Gleichgewicht und stärken es.

Die zehn Hauche



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