Unmai Vilakkam

Aus Yogawiki

Unmai Vilakkam (Tamil: உண்மை விளக்கம், wissenschaftliche Umschrift: Uṇmai viḷakkam) bedeutet „Erklärung der Wahrheit“ oder „Erhellung der Wirklichkeit“. Die kurze Lehrschrift des tamilischen Shaiva Siddhanta führt in 54 Versen von der Frage nach dem eigenen Wesen zur befreienden Erkenntnis Shivas. Sie verbindet die Klarheit geistiger Unterscheidung mit der Wärme der Hingabe: Die Seele lernt ihre Bindungen verstehen und öffnet sich der Gnade, die sie zur Freiheit führt.

Shiva, das Leben im Leben aller Seelen: Das Unmai Vilakkam führt von der Selbsterkenntnis zur Erfahrung göttlicher Gnade.

Als Verfasser gilt Tiruvatigai Manavachakam Kadandar, ein Schüler Meykandars. Sein Name wird sinngemäß als „der über Denken und Sprechen Hinausgegangene“ verstanden. Das Werk gehört zu den vierzehn Lehrschriften der Meykandar-Tradition und steht dem Sivajnana Bodham und dem Sivajnana Siddhiyar nahe. Seine Unterweisung entfaltet sich im vertrauten Gespräch zwischen Schüler und Lehrer. Aufrichtige Fragen öffnen den Weg: Wer bin ich? Was begrenzt mein Erkennen? Wie finde ich zur Nähe des Göttlichen?

Der Lehrer antwortet mit sorgfältigen Unterscheidungen und Bildern, die im Herzen nachklingen. Das Auge sieht im Licht der Sonne. Der Duft ist mit der Blüte verbunden, die Wärme mit dem Feuer. So erschließt sich Schritt für Schritt die Beziehung der Seele zu Shiva: Sie empfängt von ihm das Licht des Erkennens und die Seligkeit der Befreiung.

Im Mittelpunkt leuchtet das Bild Natarajas auf, des tanzenden Shiva. Sein Tanz offenbart Werden und Vergehen, Verhüllung und Gnade. Voller Liebe hebt er die Seele aus ihrer Gebundenheit und versenkt sie im Meer der Seligkeit. Die letzten Verse antworten darauf mit Verehrung und Dank. Die Frucht der Erkenntnis zeigt sich in einem Herzen, das in Liebe weich wird.

Für Menschen auf dem Weg von Yoga und Meditation kann diese Schrift zu einem stillen Begleiter werden. Lies einige Verse, verweile bei einem Bild und lass eine Frage in dir lebendig werden. Das Studium vertieft sich, wenn Verstehen, innere Sammlung und liebevolles Handeln einander nähren. Auf die deutsche Übersetzung folgen die römische Umschrift, der tamilische Originaltext und Erläuterungen zur Bedeutung und Praxis.

Deutsche Übersetzung

Die eigene deutsche Studienübersetzung bewahrt alle 54 Verse sowie den überlieferten Lobvers auf den Verfasser. Die Versgruppen laden zum ruhigen Lesen und gemeinsamen Betrachten ein. Eckige Klammern kennzeichnen ergänzte Bezüge; Anmerkungen und Erläuterungen sind vom Lehrgedicht getrennt. Angaben zur Textgrundlage stehen am Ende des Artikels.

Lobvers auf den Verfasser – außerhalb der 54 Lehrverse

Manavachakam Kadandar, der im ehrwürdigen Atikai lebt,
der die Wahrheit geschaut hat und frei bleibt von der Bindung an blitzgleich strahlende Frauen,
hat die „Erklärung der Wahrheit“ dargelegt:
getreu dem Sinn der Agamas, die den Reichtum der heiligen Überlieferung erschließen.

Eröffnung: Das Herz für die Wahrheit öffnen – Verse 1–4

1. Wir nehmen den fünfarmigen Herrn mit dem Elefantengesicht in unser Herz auf:
abendrot leuchtet seine Gestalt,
mit Stoßzahn und rundem Leib, erfüllt von mächtiger Elefantenkraft.
Mögen unsere Fesseln sich lösen,
damit wir die Wahrheit erhellen können,
getreu dem Sinn der segensreichen Agamas.

2. O Meykandar, du lässt die Täuschung erkennen und löst ihren Bann;
du offenbarst die Wahrheit, deren Wesen Erkenntnis und Seligkeit ist.
Du Wahrhaftiger, dessen Wort nicht täuscht,
du weiser Herr von Tiruvennai:
Höre in Gnade die aufrichtigen Fragen meines Herzens.

3. Was sind die sechsunddreißig Prinzipien der Wirklichkeit?
Was verdunkelt seit alters das Erkennen, und was ist das fortwirkende Karma?
Wer bin ich, mit all dem verbunden und doch davon verschieden?
Wer bist du? Was offenbaren der heilige Tanz und die fünf heiligen Laute?
O Lehrer, erschließe mir ihren Sinn!

4. Höre mit gesammeltem Herzen, mein Sohn,
der du dich dem Yoga der Seligkeit widmest.
Ich will dir das Wesen dieser Dinge erschließen,
in der Ordnung der klaren, erhabenen Agamas,
die einst aus dem heiligen Mund des freigebigen Herrn
als Gabe seiner Gnade hervorgingen.

Die Ordnung der Elemente und der Sinne – Verse 5–18

5. Im Viereck betrachte die Erde, im Halbmond das Wasser,
im Dreieck das Feuer, im Sechseck die Luft und im Kreis den Raum.
Aus diesen [fünf Elementen] bildet sich der Leib,
den die Seele bewohnt.

6. Goldfarben ist die Erde, weiß das Wasser, rot das auflodernde Feuer,
schwarz die mächtige Luft und rauchfarben der weite Raum.
Ihnen entsprechen in dieser Reihenfolge die Laute la, va, ra, ya, a;
so sind sie den Elementen fest zugeordnet.

7. Ihre Zeichen sind die Donnerkeilwaffe, der Lotus, die Swastika,
die sechs Punkte und der Punkt des Unsterblichkeitsnektars.
Sie gehören der Reihe nach zu Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum.
So lehren es die Agamas, mein guter Sohn.

8. Wer sind die Gottheiten, die über die fünf Elemente wachen?
Es sind die fünf, beginnend mit Brahma.
Ihnen sind die fünf göttlichen Tätigkeiten anvertraut, beginnend mit dem Erschaffen.
Jede vollendet ohne Fehl das ihr zugehörige Wirken.

9. Brahma erschafft, der lotusäugige Vishnu bewahrt,
Rudra löst auf; Ishvara vollzieht die Verhüllung,
und Sadashiva gewährt die befreiende Gnade.
So wirken sie beständig in der ihnen eigenen Weise.

10. Die feste Erde trägt; das kühle Wasser macht weich und bereitet zu.
Das leuchtende Feuer erhitzt und verbindet.
Die mächtige Luft breitet sich aus, bewegt und sammelt.
Der Raum ist überall gegenwärtig und durchdringt alles als Weite.

11. So haben wir dir die großen Elemente ihrem Wesen nach dargelegt.
Höre nun von den fünf Sinnesgegenständen, die leicht täuschen:
Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch.
Diese fünf wecken das Verlangen.

12. Höre auch von den fünf Erkenntnisorganen:
Ohr, Haut, Auge, Zunge und Nase.
In den begrenzten Elementen haben sie ihre Grundlage;
durch sie werden Klang und die übrigen begrenzten Sinnesgegenstände erkannt.

13. Auf den Raum gestützt, nimmt das Ohr den Klang wahr.
Auf die Luft gestützt, erkennt die Haut die körperliche Berührung.
Mit dem Feuer verbunden,
sieht das Auge die Gestalt.

14. Auf das Wasser gestützt, erkennt die Zunge den Geschmack;
auf die Erde gestützt, erkennt die Nase den Geruch.
So lehrt die heilige Offenbarung des Herrn.
Wer die Macht der Sinne überwindet, gelangt zur seligen Heimat der Befreiung.

15. Die Schrift des Herrn mit dem Auge auf der Stirn nennt die fünf Handlungsorgane,
die dem Sprechen und den weiteren Tätigkeiten dienen:
Mund, Füße, Hände, Ausscheidungsorgan und Zeugungsorgan.
Behalte diese Ordnung im Sinn.

16. Durch den Raum spricht der Mund; durch die Luft bewegen sich die Füße.
Mit dem Feuer ist [das Tätigsein der Hände] verbunden.
Auf das Wasser gestützt, entlässt das Ausscheidungsorgan die Unreinheiten;
auf die Erde gestützt, gibt das Zeugungsorgan den Samen ab.

Textanmerkung: Die Wendung über die Hände ist in der tamilischen Vorlage undeutlich überliefert; die Ergänzung folgt dem Zusammenhang und wird durch Nallasami Pillais englische Fassung gestützt.

17. Höre nun von den inneren Werkzeugen:
Manas, Buddhi, Ahamkara und Chitta.
Sie erfassen einen Gegenstand und bestimmen seine Eigenart,
beziehen ihn auf das eigene Ich und verweilen nachdenkend bei dem Erfassten.
Erkenne ihre unterschiedlichen Aufgaben.

18. Diese vierundzwanzig bezeichnet die ursprüngliche Offenbarung der Gnade
als die der Seele zugeordneten Wirklichkeitsprinzipien.
Höre nun, du Edler, aufmerksam zu:
Ich erkläre dir die Vidya-Prinzipien, damit die Unklarheit weicht.

Begrenztes Erkennen, reine Prinzipien und Bindung – Verse 19–23

19. Zeit, Ordnung, begrenzte Tatkraft, begrenztes Wissen,
Verlangen, der erfahrende Mensch und Maya:
Dies sind die sieben in ihrer überlieferten Ordnung.
Nun wollen wir ihr Wesen sorgfältig betrachten.

20. Die Zeit setzt eine Grenze [für Vergangenes], bringt Frucht [in der Gegenwart] und Neues [in der Zukunft].
Die Ordnung bestimmt verlässlich [die Zuteilung der Tatfolgen].
Die begrenzte Tatkraft ermöglicht der Seele das mühevolle Handeln;
Wissen ermöglicht Erkennen und Verlangen das Begehren.
Als erfahrendes Wesen genießt sie die fünf Sinnesgegenstände.
Maya bewirkt die verwirrende Unklarheit, in der die Unterscheidung fehlt.

21. Die sieben Vidya-Prinzipien sind erklärt.
Höre nun von den reinen Prinzipien:
reines Wissen, Ishvara, Sadashiva,
Shakti und Shiva – dies sind die fünf.

22. Im reinen Wissen überwiegt die Erkenntnis;
im ursprünglichen Ishvara-Prinzip überwiegt das Wirken des Herrn.
Wo beide im Gleichgewicht sind, spricht man von Sadakhya [Sadashiva].
Shakti und Shiva sind die grundlegenden Gestalten von Wirkkraft und Erkenntnis.

23. Damit sind die sechsunddreißig Prinzipien in ihrer Ordnung dargelegt.
Höre nun von den beiden weiteren Unreinheiten:
Anava ist das Nichtwissen;
Karma ist das, wodurch du Freude und Schmerz erfährst.
Verstehe diese Unterscheidung.

Wer erkennt? Die Seele und das Licht Shivas – Verse 24–30

24. Durch deine unerschöpfliche Gnade hast du die sechsunddreißig Prinzipien,
die ursprüngliche Verdunkelung und das mächtige Karma erklärt.
Nun lass mich auch mich selbst erkennen, der mit ihnen verbunden ist!
Diese Dinge habe ich verstanden. Zeige mir mein eigenes Wesen,
o du Lehrer, dessen Tiefe kaum zu ermessen ist.

25. Höre gut: Vor dem reinen Bewusstsein behauptet sich das Unbewusste nicht;
das reine Bewusstsein erkennt das Unbewusste nicht [als einen ihm gegenüberstehenden Gegenstand].
Die Seele aber ist es, die beide unterscheidet und erkennt.
So bezeugt es die heilige Überlieferung mit Gewissheit.

26. Die sechsunddreißig Prinzipien erkennen sich nicht selbst.
Wie dies zu verstehen ist, höre nun:
Auch die sechs Geschmacksarten schmecken sich nicht selbst.
Ebenso verhält es sich mit diesen Prinzipien.

27. Ein anderer kostet die sechs Geschmacksarten
und kann ihre jeweilige Eigenart benennen.
So untersuche die sechsunddreißig Prinzipien eines nach dem anderen:
Du bist das erkennende Wesen, das, mit ihnen verbunden, sie erkennt.

28. „In deiner unerschöpflichen Gnade hast du mir mein Wesen offenbart.
Lehre mich nun auch deine unvergängliche Gestalt!“
„Wie die Sonne dem Auge das Sehen ermöglicht,
so sind wir deinem Erkennen nahe und schenken dir Erkenntnis.“

29. Höre weiter: Die fünf Sinne erkennen durch die Seele;
ohne die Seele bleibt ihnen alles verborgen;
auch die Seele selbst vermögen sie nicht zu erkennen.
Ebenso lassen wir dich unaufhörlich erkennen:
in deinem Erkennen gegenwärtig, ohne darin aufzugehen.

30. Wie der Vokal A allen Schriftlauten zugrunde liegt,
so sind wir das Leben im Leben aller Seelen.
Wo unsere Gegenwart fehlte, könnte die Seele nicht erkennen.
So lehren es die heiligen Agamas. Ergründe ihren Sinn.

Der Tanz Shivas als Offenbarung der Gnade – Verse 31–39

31. O Meykanda Natha von Vennai, dessen Haine zum Himmel aufragen!
Die großen Asketen schauen jenseits des Klanges den Tanz
des Herrn, dessen Gestalt aus den fünf heiligen Lauten besteht.
Erschließe mir in deiner wohltuenden Gnade den innersten Sinn dieses Tanzes.

32. Mein Sohn, höre vom Tanz im Linga, das durch „acht und zwei“ bezeichnet ist:
der Herr tanzt in der Gestalt der fünf heiligen Laute
ci–vā–ya–na–ma.
Sein Tanz lässt Verderben und Unheil weichen.

Textanmerkung: „Acht und zwei“ ist eine verschlüsselte Bezeichnung. Nallasami Pillai deutet sie als den Laut ya und damit als die Seele, in der Shiva tanzt. Der Wortlaut wird hier bewahrt; die Deutung ist davon getrennt.

33. Höre, wie der Herr der heiligen Tanzhalle in dieser Gestalt erscheint:
An seinen heiligen Füßen ist na, am Leib ma,
an den kraftvollen Schultern ci, im Antlitz vā
und auf dem Haupt [ya]. Betrachte dies.

34. Die Trommel trägt ci, die ausgeschwungene Hand vā,
die schützende Hand ya und das Feuer na.
Ma ist Muyalakan,
der unter dem Fuß des Herrn niedergehalten wird.

35. Om ist der heilige Bogen um seine Gestalt;
der untrennbar darin gegenwärtige Laut ist das alles erfüllende Licht.
Dies ist der Tanz des Herrn der schönen Halle.
Wer vom Ich-Dünkel frei ist, erkennt ihn;
wer diese Erkenntnis erlangt, ist von weiterer Geburt befreit.

36. In der Trommel liegt das Erschaffen, in der schützenden Hand das Bewahren,
im Feuer die Auflösung.
Im fest aufgesetzten Lotusfuß liegt die Verhüllung;
im angehobenen Lotusfuß suche die Befreiung.

37. Er schüttelt Maya ab, verbrennt das mächtige Karma
und drückt die ursprüngliche Verdunkelung nieder, bis sie ihre Macht verliert.
In Gnade hebt er die Seele empor
und versenkt sie voller Liebe im Meer der Seligkeit.
Dies ist der Tanz unseres Vaters.

38. Die Weisen der höchsten Stille lösen die drei Unreinheiten
und verweilen dort, wo der Anspruch „Ich“ und „Mein“ verstummt.
Sie schöpfen die Seligkeit, trinken sie und schauen den Tanz.
Dies ist der Tanz des Herrn der heiligen Halle,
dessen Gestalt die Gnade selbst ist.

39. Der Eine, den Worte und Gedanken nicht erreichen,
nimmt die höchste Shakti als seinen Tanzraum
und erscheint in der Gestalt der fünf heiligen Laute.
Aus Erbarmen tanzt er, damit die Tochter des Berges ihn schaue.
Gibt es noch Wiedergeburt für jene, die sich diesem Tanz in Liebe zuwenden?

Die fünf heiligen Laute – Verse 40–45

40. Du hast mir gnädig den Tanz jenseits des Klanges erklärt.
Nun lehre mich die fünf Laute ihrem wahren Wesen nach.
Wenn es nur Buchstaben sind, wären sie dann nicht dem Vergehen unterworfen?
O gnadenreicher Guru, meine Zuflucht, beseitige diesen Zweifel!

41. Die Zeichen, mit denen die Sprachen etwas ausdrücken, vergehen;
doch die Wirklichkeit, auf die sie weisen, wird dadurch nicht erschüttert.
Höre: Herr, Gnade, Seele, Verhüllung und Unreinheit –
dies ist die Bedeutung der fünf makellosen Laute in ihrer Reihenfolge.

42. Shiva, Gnade, Seele, Verhüllung und Unreinheit:
Das ist die Ordnung seiner fünf Laute.
Beginnt die Rezitation mit na–ma, wendet sie sich nicht der Gnade zu;
beginnt sie mit ci, sucht sie die Gnade.
Darum rezitiere, mit ci beginnend, und gehe voran.

43. Betrachtet man die fünf herrlichen Laute, mit dem Herrn beginnend,
schwindet die Finsternis, und die Seele gelangt zur Seligkeit jenseits von Nacht und Tag.
Die Gnade führt die Seele zu Shiva
und lässt sie in ihm vereint sein.

44. Setzt man die beiden [für Bindung stehenden] Laute an den Anfang,
werden die drei hartnäckigen Unreinheiten nicht gelöst.
Kehrt man die Ordnung entsprechend der Unterweisung um,
wird Erkenntnis unermesslich und das Leben ruht in Seligkeit.
So rezitiere die fünf heiligen Laute nach der überlieferten Ordnung.

45. Die fünf Laute sind die Agamas und die kostbare Offenbarung des Herrn.
Sie sind die Gesamtheit der ursprünglichen Puranas.
Sie sind der Tanz der Seligkeit
und die große Befreiung in höchster Stille,
jenseits der sechsunddreißig Prinzipien.

Befreiung: Untrennbare Nähe ohne Verlust der Seele – Verse 46–51

46. Die Befreiten sind mit dem Herrn verbunden
wie Geschmack mit der reifen Frucht, Duft mit der Blüte,
Wärme mit dem Feuer und lieblicher Klang mit der kunstvollen Vina.
So beschreibt die heilige Lehre ihre Vereinigung.

47. Wie die Wirklichkeitsprinzipien im gebundenen Zustand
innig mit der Seele verbunden sind,
so sind in der Befreiung jene, deren Bewusstsein von Unreinheit frei ist,
untrennbar [mit dem Herrn] verbunden.
Dies verkündet die heilige Überlieferung als Wahrheit.

48. Wie das helle Licht des Mondes in der Gegenwart der Sonne
nicht mehr gesondert hervortritt,
so gelangt die Seele jenseits des Klanges zu den heiligen Füßen des Herrn
und taucht in die Fülle seiner Seligkeit ein.

49. Ginge die Seele erst zu Shiva hin, um sich mit ihm zu vereinen,
wäre seine Allgegenwart unvollständig.
Käme er erst zu ihr, wären beide zuvor einander äußerlich gewesen.
Wie ist dann die Einheit zu verstehen, die weder das eine noch das andere ist?
Wie die Sonne einem Blinden erscheint, wenn die Trübung seiner Augen weicht.

50. O einzigartiger Herr, du unberührte Gestalt unermesslicher Gnade,
du übersteigst Rede und Denken!
Du hast gelehrt: Wie der Herr sind auch Seele und Bindung anfangslos.
Zeige mir nun, wie diese drei auch im Zustand der Befreiung bestehen.

51. Höre, mein Sohn, wie die drei ursprünglichen Wirklichkeiten in der Befreiung bestehen:
Die Seele genießt die reine Erfahrung;
der Herr schenkt die überströmende Seligkeit;
die Unreinheit lässt diese [Erfahrung] zustande kommen.
Erfasse dies mit liebender Aufmerksamkeit.

Erläuterung zu einer schwierigen Aussage: Die letzte Zeile bezeichnet die Unreinheit tatsächlich als mitwirkende Bedingung. Sie darf nicht stillschweigend in „Gnade“ umübersetzt werden. Im Zusammenhang mit Vers 37 liegt die Deutung nahe, dass sie als niedergehaltene, nicht mehr bindende Macht fortbesteht. So verstanden bedeutet ihr Fortbestand keine fortdauernde Unwissenheit der befreiten Seele. Diese Einordnung erläutert die gedrängte Aussage; der Vers selbst führt den Zusammenhang nicht weiter aus.

Gelebte Erkenntnis und Dankbarkeit – Verse 52–54

52. „O Vater, nenne mir aus Gnade das unfehlbare Mittel zu dieser Befreiung!“
„Höre: Guru, Linga und die heilige Gestalt der Gottgeweihten –
wer sich ihnen [als Erscheinungsweisen des unvergleichlichen Herrn] zuwendet,
wird nicht wieder in einen Mutterschoß eingehen.“

53. Wie das Herz einer Kuh, die sich nach ihrem Kalb sehnt,
schmilzt ihr Herz immer wieder in zärtlicher Liebe.
Die Befreiten halten sich an Lehrer, Linga und die heilige Gestalt der Gottgeweihten.
Sie verweilen in jener Hingabe, die alle Unreinheit löst.
Erkenne darin das Leben der Befreiten!

54. Ich habe zum wahren Leben gefunden, o Meer der Gnade!
Im endlosen Meer der Wiedergeburten muss ich nicht länger versinken,
nicht länger von seinen Wogen umhergetrieben werden.
O Meykanda Natha von Vennai, Shvetavana,
ich habe dich hier auf Erden erreicht, die Frucht wahrer geistiger Sammlung!

Namenshinweis: Der Schlussvers enthält Cuvētavaṉa (Shvetavana). Die genaue Verbindung von Orts- und Namensbezug bleibt in der Vorlage knapp; Nallasami Pillai liest hier Tiruvennainallur und Shvetavana als Aufenthaltsorte. Die Übersetzung legt sich darauf nicht fest.

Schlussvermerk der Vorlage: Das Unmai Vilakkam ist abgeschlossen.

Tamilischer Text in römischer Umschrift

Die wissenschaftliche Tamil-Umschrift gibt die Buchstaben der Vorlage wieder; sie ist keine Sanskrit-IAST-Fassung und keine vollständige Ausspracheanleitung. Lange Vokale tragen einen Strich: ā, ī, ū, ē, ō. ṭ, ṇ und ḷ bezeichnen Laute mit zurückgebogener Zunge; ḻ ist ein besonderer tamilischer Zungenlaut, ṟ ein kräftigeres r und ṉ das alveolare n. c kann je nach Stellung unterschiedlich gesprochen werden. Überlieferte Wortabstände und ungewöhnliche Schreibungen bleiben erkennbar.

Lobvers auf den Verfasser

maṉ atikai vāḻum maṉavācakam kaṭantāṉ
miṉ aṇaiyār vāḻvil uṟā meykaṇṭāṉ -- paṉmaṟaiyiṉ
vaṇmaitarum ākamanūl vaittaporuḷ vaḻuvā
uṇmai viḷakkam ceytāṉ uṟṟu

Eingangsverehrung

1.
vaṇmaitarum ākamanūl vaitta poruḷ vaḻuvā
uṇmaiviḷakkam uraiceyyat -- tiṇmatamcēr
antiniṟat tantimukat tontivayiṟṟu aiṅkaraṉaip
pantam aṟap puntiyuḷ vaippām

Fragen an den Lehrer – Verse 2–4

2.
poykāṭṭip poy akaṟṟip pōtāṉan tapporuḷām
meykāṭṭum meykaṇṭāy! viṇṇappam -- poykāṭṭā
meyyā! tiruveṇṇai vittakā! cuttaviṉā
aiyānī tāṉ kēṭṭu aruḷ.

3.
āṟāṟu tattuvam ētu? āṇavam ētu? aṉṟē tāṉ
māṟā viṉai ētu? maṟṟu ivaṟṟiṉ -- vēṟu ākā
nāṉ ētu? nī ētu? naṭam añceḻuttut
tāṉ ētu? tēcikaṉē! cāṟṟu

4.
uḷḷapaṭi ittai uraikkakkēḷ untaṉakku
vaḷḷal aruḷāl aṉṟu vāymalarntu -- teḷḷiyacīr
ākamaṅkaḷ coṉṉa aṭaivilē āṉanta
yōkam nikaḻ putalvā! uṟṟu

Elemente und Erkenntniswerkzeuge – Verse 5–18

5.
nāṟkōṇam pūmipuṉal naṇṇum matiyiṉpāti
ēṟkum aṉal mukkōṇam eppōtum -- ākkum
aṟukōṇam kālvaṭṭam ākāyam āṉmā
uṟukāyam ām ivaṟṟāl uṟṟu

6.
poṉpār puṉalveṇmai poṅkum aṉalcivappu
vaṉkāl karumaivaḷar vāṉtūmam -- eṉpār
eḻuttu lavaraya appārātikku eṉṟum
aḻuttamatāy niṟkum atu.

7.
kuṟikulicam kōkaṉatam koḷcuvatti kuṉṟā
aṟupuḷḷi ār amuta vintup -- piṟivu iṉṟi
maṇpuṉaltīk kālvāṉam maṉṉum aṭaivēeṉṟu
oṇputalvā! ākamam ōtum.

8.
pār āti aintum paṉṉum ati teyvaṅkaḷ
ār ār ayaṉ āti aivarām -- ōr ōr
toḻil avarkkuc colluṅkāl tōṟṟam mutal aintum
paḻutaṟavē paṇṇuvarkāṇ pār

9.
paṭaippaṉ ayaṉ aḷippaṉ paṅkayakkaṇ māyaṉ
tuṭaippaṉ uruttiraṉum collil -- tiṭappeṟavē
eṉṟum tirōpavippar īcar catācivarum
aṉṟē anukkirakar ām.

10.
maṇkaṭiṉamāyt tarikkum vārikuḷirntē patam ām
oṇkaṉal cuṭṭu oṉṟuvikkum ōvāmal -- vaṇkāl
parantu calittut tiraṭṭum pārkkil ākāyam
nirantaramāy niṟkum niṟaintu.

11.
uḷḷapaṭi māpūtam ōtiṉōm uṉṟaṉakkuk
kaḷḷammikum aimpulaṉum kaṭṭuraikkil -- meḷḷavē
ōcai paricam uruvam cuvaināṟṟam
ācaitarum aimpulaṉē ām

12.
ñāṉēn tiriyaṅkaḷ naṉṟāyk uraikkakkēḷ
ūṉam mikupūtam uṟṟiṭamā -- īṉamām
cattātiyai aṟiyum tāṉam cevitōlkaṇ
attālu mūkku eṉṟu aṟi.

13.
vāṉiṭamāy niṉṟucevi maṉṉum oliyataṉai
īṉamikum tōlkāl iṭamāka -- ūṉap
paricam taṉai aṟiyum pārvaiyilkaṇ aṅki
viravi uruvam kāṇumē.

14.
naṉṟāka nīr iṭamāka nāiratam tāṉ aṟiyum
poṉṟā maṇammūkkum pū iṭamā -- niṉṟu aṟiyum
eṉṟu ōtum aṉṟē iṟai ākamam itaṉai
veṉṟār ceṉṟār iṉpa vīṭu.

15.
kaṇnutal nūl ōtiyiṭum kaṉmēntiriyaṅkaḷ
eṇṇum vacaṉātikku iṭamāka -- naṇṇiyiṭum
vākkup pātampāṇi maṉṉu kutam upatta
mākkarutum nāḷum atu.

16.
vākku ākāyam iṭamā vantu vacaṉikkukkāl
pōkku ārum kāṟṟu iṭamāp pulki aṉal - ēṟkum
iṭumpai kutam nīr iṭamā malāti
viṭumpār iṭam upattam vintu.

17.
antak karaṇam aṭaivē uraikkakēḷ
antamaṉam puttiyuṭaṉ āṅkāram -- cintai ivai
paṟṟiyatu niccayittup palkāl eḻuntiruntu aṅku
uṟṟatu cintikkum uṇar.

18.
ōtiyiṭum nāl āṟum uṟṟu āṉma tattuvam eṉṟu
āti aruḷnūl aṟaiyumkāṇ -- tītu aṟavē
vittiyā tattuvaṅkaḷ tammai viḷamppakkēḷ
uttamaṉē! naṉṟāy uṉakku.

Weitere Prinzipien und Bindung – Verse 19–23

19.
kālamniyati karutum kalaivittai
ēla irākam puruṭaṉē māyai -- māl aṟavē
coṉṉōm aṭaivākac coṉṉa ivai tam uṇmai
uṉṉi uraikka nām uṟṟu

20.
ellai palam putumai eppōtum niccayittal
allal tarum kiriyai āṉmāvukku -- ollai
aṟivu ācai aimpulaṉum āravarum kālam
kuṟiyā mayakku eṉṟu koḷ.

21.
vittiyā tattuvaṅkaḷ ēḻum viḷampiṉōm
cuttamām tattuvaṅkaḷ collakkēḷ -- nittamām
cuttavittai īcurampiṉ collum catācivamnal
catticivam kāṇ avaikaḷ tām.

22.
cuttavittai ñāṉammikum toṉmaiyām īcuramtāṉ
attaṉ toḻil atikam ākkiṭum -- otta ivai
cātākkiyam eṉṟum catti civam kiriyai
ātāra ñāṉa uru ām.

23.
āṟāṟu tattuvamum coṉṉōm aṭaivāka
māṟā malam iraṇṭum vācollak - kūṟil
aṟiyāmai āṇavam nī āṉa cukam tukkam
kuṟiyā viṉai eṉṟu koḷ.

Seele und göttliche Gegenwart – Verse 24–30

24.
āṟāṟu tattuvamum āṇavamum valviṉaiyum
māṟā aruḷāl vakutturaittīr -- vēṟu ākā
eṉṉai eṉakku aṟiyak kāṭṭīr ivai kaṇṭēṉ
uṉṉariya tēcikarē! uṟṟu

25.
naṉṟā uraikkakkēḷ nalla cittiṉ muṉ acittu iṅku
oṉṟātu cittu acittai ōrātu -- niṉṟu ivaṟṟai
aṉṟē pakuttu aṟivatu āṉmāvē eṉṟumaṟai
kuṉṟāmal ōtum kuṟittu.

26.
tattuvaṅkaḷ āṟāṟum tammaittām eṉṟu aṟiyā
ettaṉmai eṉṉil iyampakkēḷ -- cuttamām
āṟu cuvaiyum aṟiyāvē tammaittām
kūṟil avai ivai pōl koḷ.

27.
āṟu cuvaiyum arunti avaitammai
vēṟu oruvaṉ kūṟiyiṭum mēṉmaipōl - āṟāṟum
oṉṟu oṉṟāy nāṭi uṇarntu ōtil atil uṟṟu aṟivāy
niṉṟa poruḷ tāṉēkāṇ nī.

28.
kuṉṟā aruḷālē kūṟiṉīr eṉvaṭivu
poṉṟāta num uruvam pōtiyīr -- niṉṟu arukkaṉ
kaṇṇukkuk kāṭṭumāp pōlē uṉatu aṟivil
naṇṇi aṟivittiṭuvōm nām.

29.
aṉṟiyumkēḷ āṉmāvāl āyntu aṟiyum aimpoṟikaḷ
iṉṟi aṟiyā ivai eṉṉa -- niṉṟatupōl
ōvāmal uṉṉai uṇarttuvōm uṉ aṟivil
mēvāmal mēvi nāmē.

30.
akkaraṅkaṭku ellām akara uyir niṉṟālpōl
mikka uyirkku uyirāy mēviṉōm -- ekkaṇṇum
nillā iṭattu uyirkku nillātu aṟivu eṉṟu
nal ākamam ōtum nāṭu.

Der heilige Tanz – Verse 31–39

31.
naṟṟavattōr tāmkāṇa nātāntattu añcu eḻuttāl
uṟṟu uruvāy niṉṟu āṭal uḷḷapaṭi -- peṟṟiṭanāṉ
viṇṇār poḻilveṇṇey meykaṇṭa nātaṉē!
taṇṇār aruḷālē cāṟṟu.

32.
eṭṭum iraṇṭum uruvāṉa liṅkattē
naṭṭam putalvā navilak kēḷ -- ciṭṭaṉ
civāyanama eṉum tiru eḻuttu añcālē
avāyam aṟa niṉṟu āṭuvāṉ.

33.
āṭumpaṭi kēḷ nal ampalattāṉ aiyaṉē
nāṭum tiruvaṭiyilē nakaram -- kūṭum
makaram utaram vaḷartōḷ cikaram
pakarummukam vāmuṭiyap pār.

34.
cērkkum tuṭi cikaram cikkaṉavā vīcukaram
ārkkum yakaram apayakaram -- pārkkil iṟaikku
aṅki nakaram aṭikkīḻ muyalakaṉār
taṅkum makaram atutāṉ.

35.
ōṅkāramē nal tiruvāci uṟṟu ataṉil
nīṅkā eḻuttē niṟaicuṭarām -- āṅkāram
aṟṟār aṟivar aṇi ampalattāṉ āṭal itu
peṟṟār piṟappu aṟṟār piṉ.

36.
tōṟṟam tuṭi ataṉil tōyum titi amaippil
cāṟṟiyiṭum aṅkiyilē caṅkāram -- ūṟṟamā
ūṉṟu malarppatattil uṟṟatirōtam mutti
nāṉṟa malarppatattē nāṭu.

37.
māyaitaṉai utaṟi valviṉaiyaic cuṭṭumalam
cāya amukki aruḷ tāṉ eṭuttu -- nēyattāl
āṉanta vāritiyil āṉmāvait tāṉ aḻuttal
tāṉ entaiyār paratam tāṉ.

38.
mōṉanta muṉivar mummalattai mōcittut
tāṉ māṉ iṭattē taṅkiyiṭum -- āṉantam
moṇṭu arunti niṉṟu āṭal kāṇum aruḷ mūrttiyāk
koṇṭa tiru ampalattāṉ kūttu

39.
parai iṭamā niṉṟu miku pañcākkarattāl
urai uṇarvukku eṭṭā oruvaṉ -- varaimakaḷtāṉ
kāṇumpaṭiyē karuṇai urukkoṇṭu āṭal
pēṇu vārkku uṇṭō piṟappu.

Die fünf Laute – Verse 40–45

40.
nātānta nāṭakattai naṉṟāy aruḷceytīr
ōtīr eḻuttu añcum uḷḷapaṭi -- tītu aṟavē
añcu eḻuttu ītu ākil aḻiyum eḻuttu āyviṭumō
tañca aruḷ kuruvē cāṟṟu.

41.
uṟṟa kuṟi aḻiyum ōtumkāl pāṭaikaḷil
caṟṟum poruḷtāṉ caliyātu -- maṟṟatu kēḷ
īcaṉ arūḷ āvi eḻil ār tirōtamalam
ācu il eḻuttu añciṉ aṭaivu ām.

42.
civaṉ aruḷ āvi tirōtamalam aintum
avaṉ eḻuttu añciṉ aṭaivām -- ivaṉniṉṟu
nammutalā ōtil aruḷ nāṭātu nāṭum aruḷ
cimmutalā ōtunī ceṉṟu.

43.
aṇṇal mutalā aḻaku ār eḻuttu aintum
eṇṇil irāppakal aṟṟu iṉpattē -- naṇṇi
aruḷāṉatu civattē ākkum aṇuvai
iruḷāṉatu tīra iṉṟu.

44.
ātimalam iraṇṭum ātiyāy ōtiṉāl
cētiyā mummalamum tīrvu ākā -- pōtam
matippu aritām iṉpattē vāḻalām māṟi
vitippaṭi ōtu añceḻuttumē.

45.
añcueḻuttē ākamamum aṇṇal arumaṟaiyum
añcueḻuttē ātipurāṇam aṉaittum -- añcueḻuttē
āṉantat tāṇṭavamum āṟāṟukku appālām
mōṉanta māmutti yum.

Befreiung – Verse 46–51

46.
muttitaṉai aṭaintōr muntupaḻam pōtu aṅki
vittakamām vīṇai ivaiyiṟṟiṉ -- otta
iratammaṇam vemmai eḻilnātam pōla
viravuvar eṉṟu ōtum viti.

47.
tattuvaṅkaḷ ellām cakacamāka āṉmāvil
pettattil niṟkiṉṟa peṟṟipōl - muttitaṉil
cittamalam aṟṟār ceṟintiṭuvar eṉṟumaṟai
cattiyamā ōtiyiṭum tāṉ.

48.
ātavaṉ taṉ caṉṉitiyil ampuliyiṉ ārcōti
pētam aṟa niṟkiṉṟa peṟṟipōl -- nātāntattu
aṇṇal turivaṭiyil āṉmā aṇaintu iṉapak
kaṇṇil aḻuntiyiṭum kāṇ.

49.
ceṉṟu ivaṉ tāṉ oṉṟil civapūraṇam citaiyum
aṉṟuavaṉ tāṉ oṉṟumeṉil aṉṉiyamām -- iṉṟuiraṇṭum
aṟṟa nilai ētueṉṉil ātittaṉ antaṉviḻik
kuṟṟam aṟa niṉṟatupōl koḷ.

50.
vākku maṉam iṟanta vāṉ karuṇaiyāḷaṉ urut
tākku aṟavē niṟkum taṉimutalvā! -- nīkkāp
patiyiṉaip pōl nittam pacupācam eṉṟāy
katiyiṭattum mūṉṟiṉaiyum kāṭṭu.

51.
muttitaṉil mūṉṟu mutalum moḻiyakkēḷ
cutta aṉupōkattait tūyttal aṇu -- mettavē
iṉpam koṭuttal iṟai ittai viḷaivittal malam
aṉpuṭaṉē kaṇṭukoḷ, appā!

Hingabe und Dank – Verse 52–54

52.
appā! immuttikku aḻiyāta kāraṇamtāṉ
ceppāy aruḷālē ceppakkēḷ -- oppuil
kuruliṅka vēṭam eṉak kūṟil ivai koṇṭār
karu oṉṟi nillārkaḷ kāṇ.

53.
kaṟṟā maṉampōl kacintukacintē uruki
uṟṟu ācāṉ liṅkam uyarvēṭam -- paṟṟu āka
muttit talaivar muḻumalattai mōcikkum
pattitaṉil niṉṟiṭuvar pār.

54.
vāḻntēṉ aruṭkaṭalē! vaṟṟāp pavakkaṭalil
vīḻntē alaiyāmal mētiṉiyil -- cūḻntuviṭā
veṇṇeyc cuvētavaṉa meykaṇṭa nātaṉē!
uṇmait tavappayaṉē uṟṟu.

Schlussvermerk
uṇmai viḷakkam muṟṟiṟṟu

Tamilischer Originaltext

Wortlaut der vorliegenden Unicode-Fassung. Der Lobvers auf den Verfasser steht außerhalb der Zählung; Vers 1 ist die Eingangsverehrung. Die Zwischenüberschriften dienen der Orientierung.

Lobvers auf den Verfasser

மன் அதிகை வாழும் மனவாசகம் கடந்தான்
மின் அணையார் வாழ்வில் உறா மெய்கண்டான் -- பன்மறையின்
வண்மைதரும் ஆகமநூல் வைத்தபொருள் வழுவா
உண்மை விளக்கம் செய்தான் உற்று

Eingangsverehrung

1.
வண்மைதரும் ஆகமநூல் வைத்த பொருள் வழுவா
உண்மைவிளக்கம் உரைசெய்யத் -- திண்மதம்சேர்
அந்திநிறத் தந்திமுகத் தொந்திவயிற்று ஐங்கரனைப்
பந்தம் அறப் புந்தியுள் வைப்பாம்

Fragen an den Lehrer – Verse 2–4

2.
பொய்காட்டிப் பொய் அகற்றிப் போதானந் தப்பொருளாம்
மெய்காட்டும் மெய்கண்டாய்! விண்ணப்பம் -- பொய்காட்டா
மெய்யா! திருவெண்ணை வித்தகா! சுத்தவினா
ஐயாநீ தான் கேட்டு அருள்.

3.
ஆறாறு தத்துவம் ஏது? ஆணவம் ஏது? அன்றே தான்
மாறா வினை ஏது? மற்று இவற்றின் -- வேறு ஆகா
நான் ஏது? நீ ஏது? நடம் அஞ்செழுத்துத்
தான் ஏது? தேசிகனே! சாற்று

4.
உள்ளபடி இத்தை உரைக்கக்கேள் உந்தனக்கு
வள்ளல் அருளால் அன்று வாய்மலர்ந்து -- தெள்ளியசீர்
ஆகமங்கள் சொன்ன அடைவிலே ஆனந்த
யோகம் நிகழ் புதல்வா! உற்று

Elemente und Erkenntniswerkzeuge – Verse 5–18

5.
நாற்கோணம் பூமிபுனல் நண்ணும் மதியின்பாதி
ஏற்கும் அனல் முக்கோணம் எப்போதும் -- ஆக்கும்
அறுகோணம் கால்வட்டம் ஆகாயம் ஆன்மா
உறுகாயம் ஆம் இவற்றால் உற்று

6.
பொன்பார் புனல்வெண்மை பொங்கும் அனல்சிவப்பு
வன்கால் கருமைவளர் வான்தூமம் -- என்பார்
எழுத்து லவரய அப்பாராதிக்கு என்றும்
அழுத்தமதாய் நிற்கும் அது.

7.
குறிகுலிசம் கோகனதம் கொள்சுவத்தி குன்றா
அறுபுள்ளி ஆர் அமுத விந்துப் -- பிறிவு இன்றி
மண்புனல்தீக் கால்வானம் மன்னும் அடைவேஎன்று
ஒண்புதல்வா! ஆகமம் ஓதும்.

8.
பார் ஆதி ஐந்தும் பன்னும் அதி தெய்வங்கள்
ஆர் ஆர் அயன் ஆதி ஐவராம் -- ஓர் ஓர்
தொழில் அவர்க்குச் சொல்லுங்கால் தோற்றம் முதல் ஐந்தும்
பழுதறவே பண்ணுவர்காண் பார்

9.
படைப்பன் அயன் அளிப்பன் பங்கயக்கண் மாயன்
துடைப்பன் உருத்திரனும் சொல்லில் -- திடப்பெறவே
என்றும் திரோபவிப்பர் ஈசர் சதாசிவரும்
அன்றே அநுக்கிரகர் ஆம்.

10.
மண்கடினமாய்த் தரிக்கும் வாரிகுளிர்ந்தே பதம் ஆம்
ஒண்கனல் சுட்டு ஒன்றுவிக்கும் ஓவாமல் -- வண்கால்
பரந்து சலித்துத் திரட்டும் பார்க்கில் ஆகாயம்
நிரந்தரமாய் நிற்கும் நிறைந்து.

11.
உள்ளபடி மாபூதம் ஓதினோம் உன்றனக்குக்
கள்ளம்மிகும் ஐம்புலனும் கட்டுரைக்கில் -- மெள்ளவே
ஓசை பரிசம் உருவம் சுவைநாற்றம்
ஆசைதரும் ஐம்புலனே ஆம்

12.
ஞானேந் திரியங்கள் நன்றாய்க் உரைக்கக்கேள்
ஊனம் மிகுபூதம் உற்றிடமா -- ஈனமாம்
சத்தாதியை அறியும் தானம் செவிதோல்கண்
அத்தாலு மூக்கு என்று அறி.

13.
வானிடமாய் நின்றுசெவி மன்னும் ஒலியதனை
ஈனமிகும் தோல்கால் இடமாக -- ஊனப்
பரிசம் தனை அறியும் பார்வையில்கண் அங்கி
விரவி உருவம் காணுமே.

14.
நன்றாக நீர் இடமாக நாஇரதம் தான் அறியும்
பொன்றா மணம்மூக்கும் பூ இடமா -- நின்று அறியும்
என்று ஓதும் அன்றே இறை ஆகமம் இதனை
வென்றார் சென்றார் இன்ப வீடு.

15.
கண்நுதல் நூல் ஓதியிடும் கன்மேந்திரியங்கள்
எண்ணும் வசனாதிக்கு இடமாக -- நண்ணியிடும்
வாக்குப் பாதம்பாணி மன்னு குதம் உபத்த
மாக்கருதும் நாளும் அது.

16.
வாக்கு ஆகாயம் இடமா வந்து வசனிக்குக்கால்
போக்கு ஆரும் காற்று இடமாப் புல்கி அனல் - ஏற்கும்
இடும்பை குதம் நீர் இடமா மலாதி
விடும்பார் இடம் உபத்தம் விந்து.

17.
அந்தக் கரணம் அடைவே உரைக்ககேள்
அந்தமனம் புத்தியுடன் ஆங்காரம் -- சிந்தை இவை
பற்றியது நிச்சயித்துப் பல்கால் எழுந்திருந்து அங்கு
உற்றது சிந்திக்கும் உணர்.

18.
ஓதியிடும் நால் ஆறும் உற்று ஆன்ம தத்துவம் என்று
ஆதி அருள்நூல் அறையும்காண் -- தீது அறவே
வித்தியா தத்துவங்கள் தம்மை விளம்ப்பக்கேள்
உத்தமனே! நன்றாய் உனக்கு.

Weitere Prinzipien und Bindung – Verse 19–23

19.
காலம்நியதி கருதும் கலைவித்தை
ஏல இராகம் புருடனே மாயை -- மால் அறவே
சொன்னோம் அடைவாகச் சொன்ன இவை தம் உண்மை
உன்னி உரைக்க நாம் உற்று

20.
எல்லை பலம் புதுமை எப்போதும் நிச்சயித்தல்
அல்லல் தரும் கிரியை ஆன்மாவுக்கு -- ஒல்லை
அறிவு ஆசை ஐம்புலனும் ஆரவரும் காலம்
குறியா மயக்கு என்று கொள்.

21.
வித்தியா தத்துவங்கள் ஏழும் விளம்பினோம்
சுத்தமாம் தத்துவங்கள் சொல்லக்கேள் -- நித்தமாம்
சுத்தவித்தை ஈசுரம்பின் சொல்லும் சதாசிவம்நல்
சத்திசிவம் காண் அவைகள் தாம்.

22.
சுத்தவித்தை ஞானம்மிகும் தொன்மையாம் ஈசுரம்தான்
அத்தன் தொழில் அதிகம் ஆக்கிடும் -- ஒத்த இவை
சாதாக்கியம் என்றும் சத்தி சிவம் கிரியை
ஆதார ஞான உரு ஆம்.

23.
ஆறாறு தத்துவமும் சொன்னோம் அடைவாக
மாறா மலம் இரண்டும் வாசொல்லக் - கூறில்
அறியாமை ஆணவம் நீ ஆன சுகம் துக்கம்
குறியா வினை என்று கொள்.

Seele und göttliche Gegenwart – Verse 24–30

24.
ஆறாறு தத்துவமும் ஆணவமும் வல்வினையும்
மாறா அருளால் வகுத்துரைத்தீர் -- வேறு ஆகா
என்னை எனக்கு அறியக் காட்டீர் இவை கண்டேன்
உன்னரிய தேசிகரே! உற்று

25.
நன்றா உரைக்கக்கேள் நல்ல சித்தின் முன் அசித்து இங்கு
ஒன்றாது சித்து அசித்தை ஓராது -- நின்று இவற்றை
அன்றே பகுத்து அறிவது ஆன்மாவே என்றுமறை
குன்றாமல் ஓதும் குறித்து.

26.
தத்துவங்கள் ஆறாறும் தம்மைத்தாம் என்று அறியா
எத்தன்மை என்னில் இயம்பக்கேள் -- சுத்தமாம்
ஆறு சுவையும் அறியாவே தம்மைத்தாம்
கூறில் அவை இவை போல் கொள்.

27.
ஆறு சுவையும் அருந்தி அவைதம்மை
வேறு ஒருவன் கூறியிடும் மேன்மைபோல் - ஆறாறும்
ஒன்று ஒன்றாய் நாடி உணர்ந்து ஓதில் அதில் உற்று அறிவாய்
நின்ற பொருள் தானேகாண் நீ.

28.
குன்றா அருளாலே கூறினீர் என்வடிவு
பொன்றாத நும் உருவம் போதியீர் -- நின்று அருக்கன்
கண்ணுக்குக் காட்டுமாப் போலே உனது அறிவில்
நண்ணி அறிவித்திடுவோம் நாம்.

29.
அன்றியும்கேள் ஆன்மாவால் ஆய்ந்து அறியும் ஐம்பொறிகள்
இன்றி அறியா இவை என்ன -- நின்றதுபோல்
ஓவாமல் உன்னை உணர்த்துவோம் உன் அறிவில்
மேவாமல் மேவி நாமே.

30.
அக்கரங்கட்கு எல்லாம் அகர உயிர் நின்றால்போல்
மிக்க உயிர்க்கு உயிராய் மேவினோம் -- எக்கண்ணும்
நில்லா இடத்து உயிர்க்கு நில்லாது அறிவு என்று
நல் ஆகமம் ஓதும் நாடு.

Der heilige Tanz – Verse 31–39

31.
நற்றவத்தோர் தாம்காண நாதாந்தத்து அஞ்சு எழுத்தால்
உற்று உருவாய் நின்று ஆடல் உள்ளபடி -- பெற்றிடநான்
விண்ணார் பொழில்வெண்ணெய் மெய்கண்ட நாதனே!
தண்ணார் அருளாலே சாற்று.

32.
எட்டும் இரண்டும் உருவான லிங்கத்தே
நட்டம் புதல்வா நவிலக் கேள் -- சிட்டன்
சிவாயநம எனும் திரு எழுத்து அஞ்சாலே
அவாயம் அற நின்று ஆடுவான்.

33.
ஆடும்படி கேள் நல் அம்பலத்தான் ஐயனே
நாடும் திருவடியிலே நகரம் -- கூடும்
மகரம் உதரம் வளர்தோள் சிகரம்
பகரும்முகம் வாமுடியப் பார்.

34.
சேர்க்கும் துடி சிகரம் சிக்கனவா வீசுகரம்
ஆர்க்கும் யகரம் அபயகரம் -- பார்க்கில் இறைக்கு
அங்கி நகரம் அடிக்கீழ் முயலகனார்
தங்கும் மகரம் அதுதான்.

35.
ஓங்காரமே நல் திருவாசி உற்று அதனில்
நீங்கா எழுத்தே நிறைசுடராம் -- ஆங்காரம்
அற்றார் அறிவர் அணி அம்பலத்தான் ஆடல் இது
பெற்றார் பிறப்பு அற்றார் பின்.

36.
தோற்றம் துடி அதனில் தோயும் திதி அமைப்பில்
சாற்றியிடும் அங்கியிலே சங்காரம் -- ஊற்றமா
ஊன்று மலர்ப்பதத்தில் உற்றதிரோதம் முத்தி
நான்ற மலர்ப்பதத்தே நாடு.

37.
மாயைதனை உதறி வல்வினையைச் சுட்டுமலம்
சாய அமுக்கி அருள் தான் எடுத்து -- நேயத்தால்
ஆனந்த வாரிதியில் ஆன்மாவைத் தான் அழுத்தல்
தான் எந்தையார் பரதம் தான்.

38.
மோனந்த முனிவர் மும்மலத்தை மோசித்துத்
தான் மான் இடத்தே தங்கியிடும் -- ஆனந்தம்
மொண்டு அருந்தி நின்று ஆடல் காணும் அருள் மூர்த்தியாக்
கொண்ட திரு அம்பலத்தான் கூத்து

39.
பரை இடமா நின்று மிகு பஞ்சாக்கரத்தால்
உரை உணர்வுக்கு எட்டா ஒருவன் -- வரைமகள்தான்
காணும்படியே கருணை உருக்கொண்டு ஆடல்
பேணு வார்க்கு உண்டோ பிறப்பு.

Die fünf Laute – Verse 40–45

40.
நாதாந்த நாடகத்தை நன்றாய் அருள்செய்தீர்
ஓதீர் எழுத்து அஞ்சும் உள்ளபடி -- தீது அறவே
அஞ்சு எழுத்து ஈது ஆகில் அழியும் எழுத்து ஆய்விடுமோ
தஞ்ச அருள் குருவே சாற்று.

41.
உற்ற குறி அழியும் ஓதும்கால் பாடைகளில்
சற்றும் பொருள்தான் சலியாது -- மற்றது கேள்
ஈசன் அரூள் ஆவி எழில் ஆர் திரோதமலம்
ஆசு இல் எழுத்து அஞ்சின் அடைவு ஆம்.

42.
சிவன் அருள் ஆவி திரோதமலம் ஐந்தும்
அவன் எழுத்து அஞ்சின் அடைவாம் -- இவன்நின்று
நம்முதலா ஓதில் அருள் நாடாது நாடும் அருள்
சிம்முதலா ஓதுநீ சென்று.

43.
அண்ணல் முதலா அழகு ஆர் எழுத்து ஐந்தும்
எண்ணில் இராப்பகல் அற்று இன்பத்தே -- நண்ணி
அருளானது சிவத்தே ஆக்கும் அணுவை
இருளானது தீர இன்று.

44.
ஆதிமலம் இரண்டும் ஆதியாய் ஓதினால்
சேதியா மும்மலமும் தீர்வு ஆகா -- போதம்
மதிப்பு அரிதாம் இன்பத்தே வாழலாம் மாறி
விதிப்படி ஓது அஞ்செழுத்துமே.

45.
அஞ்சுஎழுத்தே ஆகமமும் அண்ணல் அருமறையும்
அஞ்சுஎழுத்தே ஆதிபுராணம் அனைத்தும் -- அஞ்சுஎழுத்தே
ஆனந்தத் தாண்டவமும் ஆறாறுக்கு அப்பாலாம்
மோனந்த மாமுத்தி யும்.

Befreiung – Verse 46–51

46.
முத்திதனை அடைந்தோர் முந்துபழம் போது அங்கி
வித்தகமாம் வீணை இவையிற்றின் -- ஒத்த
இரதம்மணம் வெம்மை எழில்நாதம் போல
விரவுவர் என்று ஓதும் விதி.

47.
தத்துவங்கள் எல்லாம் சகசமாக ஆன்மாவில்
பெத்தத்தில் நிற்கின்ற பெற்றிபோல் - முத்திதனில்
சித்தமலம் அற்றார் செறிந்திடுவர் என்றுமறை
சத்தியமா ஓதியிடும் தான்.

48.
ஆதவன் தன் சன்னிதியில் அம்புலியின் ஆர்சோதி
பேதம் அற நிற்கின்ற பெற்றிபோல் -- நாதாந்தத்து
அண்ணல் துரிவடியில் ஆன்மா அணைந்து இனபக்
கண்ணில் அழுந்தியிடும் காண்.

49.
சென்று இவன் தான் ஒன்றில் சிவபூரணம் சிதையும்
அன்றுஅவன் தான் ஒன்றுமெனில் அன்னியமாம் -- இன்றுஇரண்டும்
அற்ற நிலை ஏதுஎன்னில் ஆதித்தன் அந்தன்விழிக்
குற்றம் அற நின்றதுபோல் கொள்.

50.
வாக்கு மனம் இறந்த வான் கருணையாளன் உருத்
தாக்கு அறவே நிற்கும் தனிமுதல்வா! -- நீக்காப்
பதியினைப் போல் நித்தம் பசுபாசம் என்றாய்
கதியிடத்தும் மூன்றினையும் காட்டு.

51.
முத்திதனில் மூன்று முதலும் மொழியக்கேள்
சுத்த அனுபோகத்தைத் தூய்த்தல் அணு -- மெத்தவே
இன்பம் கொடுத்தல் இறை இத்தை விளைவித்தல் மலம்
அன்புடனே கண்டுகொள், அப்பா!

Hingabe und Dank – Verse 52–54

52.
அப்பா! இம்முத்திக்கு அழியாத காரணம்தான்
செப்பாய் அருளாலே செப்பக்கேள் -- ஒப்புஇல்
குருலிங்க வேடம் எனக் கூறில் இவை கொண்டார்
கரு ஒன்றி நில்லார்கள் காண்.

53.
கற்றா மனம்போல் கசிந்துகசிந்தே உருகி
உற்று ஆசான் லிங்கம் உயர்வேடம் -- பற்று ஆக
முத்தித் தலைவர் முழுமலத்தை மோசிக்கும்
பத்திதனில் நின்றிடுவர் பார்.

54.
வாழ்ந்தேன் அருட்கடலே! வற்றாப் பவக்கடலில்
வீழ்ந்தே அலையாமல் மேதினியில் -- சூழ்ந்துவிடா
வெண்ணெய்ச் சுவேதவன மெய்கண்ட நாதனே!
உண்மைத் தவப்பயனே உற்று.

Schlussvermerk
உண்மை விளக்கம் முற்றிற்று

Bedeutung des Unmai Vilakkam

Ein kurzer Weg durch die Lehre des Shaiva Siddhanta

Das Unmai Vilakkam lässt sich als Einführung neben dem Sivajnana Bodham und dem Sivajnana Siddhiyar lesen. Sie vermittelt auf engem Raum die Grundlagen, mit denen ein Suchender die eigene Erfahrung prüfen und die überlieferten Formen der Verehrung mit Verständnis erfüllen kann. Der Dialog führt von der Vielheit der Welt zur Frage nach dem Erkennenden und von dort zur göttlichen Gegenwart.

Die folgenden Begriffe helfen beim Lesen. Sie sind Erläuterungen, keine zusätzlichen Verse:

Begriff Verständliche Bedeutung und Bezug
Uṇmai Wahrheit, Wirklichkeit; das, was tatsächlich ist.
Viḷakkam Erklärung, Verdeutlichung, Erhellung.
Pati Der Herr: Shiva als derjenige, der Erkenntnis ermöglicht und Befreiung schenkt.
Pasu Die Seele: das erkennende Wesen, das zunächst gebunden ist und Befreiung erfahren kann.
Pasa Die Bindung: das, was die Seele in ihrem Erkennen und ihrer Freiheit beschränkt.
Anava Grundlegende Verdunkelung und Verengung des Erkennens; mehr als bloßer bewusster Egoismus.
Karma Wirksame Tatfolgen, durch die Freude und Schmerz erfahren werden.
Maya Grundlage der gegenständlichen Welt und ihrer Werkzeuge; hier nicht einfach die Behauptung, die Welt existiere überhaupt nicht.
Arul (aruḷ) Gnade: das göttliche Wirken, das der Seele Erkennen und Befreiung erschließt.
Tattva Wirklichkeitsprinzip: eine grundlegende Kategorie von Welt und Erfahrung.
Anjeluttu (añceḻuttu) Die „fünf Laute“ beziehungsweise „fünf Buchstaben“ des Shiva-Mantras.

Die 36 Prinzipien im Überblick

Gruppe Umfang Bedeutung im Text
Der Seele zugeordnete Prinzipien 24 Fünf Elemente, fünf Sinnesgegenstände, fünf Erkenntnisorgane, fünf Handlungsorgane und vier innere Werkzeuge; Verse 5–18.
Vidya-Prinzipien 7 Zeit, Ordnung, begrenzte Tatkraft, begrenztes Wissen, Verlangen, das erfahrende Wesen und Maya; Verse 19–20.
Reine Prinzipien 5 Reines Wissen, Ishvara, Sadashiva, Shakti und Shiva; Verse 21–22.

Diese Ordnung ist eine religiös-philosophische Beschreibung von Erfahrung und Manifestation. Die geometrischen Formen, Farben und Zeichen der Elemente dienen der symbolischen Betrachtung und Meditation. Ebenso sind die Namen Shiva und Shakti in der Aufzählung der Tattvas zunächst Bezeichnungen innerhalb dieser Ordnung; sie dürfen nicht ohne Erklärung mit sämtlichen Aussagen über den höchsten Herrn und seine Gnade gleichgesetzt werden. Auf diese Unterscheidung weist auch Nallasami Pillais Begleitnote hin.

Die Seele ist mehr als ihre Werkzeuge

Die Verse 26–27 enthalten einen leicht zugänglichen Gedanken: Süße schmeckt sich nicht selbst. Erst ein Erkennender erfährt sie als süß. Entsprechend sind Sinne, Gedanken und ihre Gegenstände nicht schon die ganze Wirklichkeit der Seele. Das Werk lädt dazu ein, das Erkennen selbst zu untersuchen.

Daraus folgt in dieser Tradition keine absolute Unabhängigkeit der Seele. Die Verse 28–30 führen weiter: So wie das Auge Licht braucht, wird das Erkennen der Seele durch Shiva ermöglicht. Erkenntnis und Hingabe treffen sich in der Einsicht, dass das eigene Bewusstsein nicht aus sich allein heraus lebt.

Vers 25 ist dabei besonders gedrängt. Seine Aussage, reines Bewusstsein erkenne das Unbewusste nicht, meint im Lehrzusammenhang keine Unwissenheit Shivas. Sie unterscheidet sein Erkennen von der begrenzten, gegenstandsbezogenen Erkenntnis der Seele. Die in der Übersetzung ergänzte Wendung „als einen ihm gegenüberstehenden Gegenstand“ macht diese Lesart sichtbar.

Nataraja: Die göttliche Gnade wird sichtbar

Die Verse 31–39 entfalten ein Bild, in dem die gesamte Unterweisung zusammenkommt. Der tanzende Shiva trägt die kosmischen Tätigkeiten und die Befreiung der Seele in seiner Gestalt. Die Bildsprache lässt sich betrachten, erinnern und im Herzen bewegen.

Zeichen im Tanz Bedeutung nach Vers 36
Trommel Erschaffen: Die Welt tritt hervor.
Schützende Hand Bewahren: Leben wird getragen.
Feuer Auflösen: Formen vergehen.
Aufgesetzter Fuß Verhüllen: Die Seele bleibt zunächst in Begrenzung.
Erhobener Fuß Befreien: Die Seele empfängt Freiheit.

Vers 37 gibt dieser kosmischen Symbolik eine innige Richtung: Der Herr hebt die Seele aus ihrer Bindung und versenkt sie voller Liebe im Meer der Seligkeit. Wer das Bild betrachtet, kann darum zugleich die eigene Hoffnung auf Klarheit und Freiheit darin wiederfinden.

Der Text bietet zwei verschiedene Zuordnungen der fünf Laute zur Gestalt Shivas. Vers 33 ordnet sie von den Füßen bis zum Haupt an; Vers 34 verbindet sie mit Trommel, Händen, Feuer und Muyalakan. Diese beiden Betrachtungsweisen werden nebeneinander überliefert. Sie sollen nicht zu einer einzigen anatomischen Ordnung vermischt werden.

Sorgfältiges Fragen und höchste Stille gehören auf diesem Weg zusammen. Der Schüler fragt, und der Lehrer erschließt ihm Schritt für Schritt den Sinn der Lehre. Doch das Verstehen soll schließlich zur unmittelbaren Hinwendung werden: Die Erklärung des Lichtes findet ihre Erfüllung im Sehen.

Video: Sukadev über Shiva

Das fünfsilbige Mantra und seine Ausrichtung

Der Grundtext schreibt in Vers 32 சிவாயநம aus. In wissenschaftlicher Tamil-Umschrift lautet dies civāyanama, zur Lesbarkeit getrennt civāya nama. Die entsprechende Sanskritform ist śivāya namaḥ – „Verehrung sei Shiva“. Der Text hat einen tamilischen Grundtext; die Sanskritdarstellung ist eine ergänzende Sprachhilfe.

Darstellung Formel
Tamil சிவாய நம
Tamil-Umschrift civāya nama
Sanskrit in IAST śivāya namaḥ
Sanskrit in Devanagari शिवाय नमः
Deutsche Bedeutung Verehrung sei Shiva.

In den Versen 41–42 werden die fünf Laute folgendermaßen ausgelegt:

Laut Bedeutung
ci Shiva, der Herr
vā Seine Gnade
ya Die Seele
na Verhüllung
ma Unreinheit, insbesondere die ursprüngliche Verdunkelung

Der Text empfiehlt nachdrücklich, mit dem Laut für Shiva zu beginnen. Diese Reihenfolge stellt den Herrn und seine Gnade an den Anfang der Betrachtung. Die Seele richtet sich auf das aus, was sie befreit. Die Verse 42–44 sprechen dabei ausdrücklich gegen eine hier mit na–ma beginnende Rezitation. Diese werkbezogene Unterweisung sollte weder abgeschwächt noch pauschal zum Urteil über alle anderen Shiva-Traditionen erweitert werden. Die verbreitete Formel namaḥ śivāya wird in anderen Zusammenhängen verehrt.

Weitere im Werk genannte Laute

  • La, va, ra, ya, a (Vers 6): Buchstaben beziehungsweise Laute für Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Der Text schreibt keine Nasalendungen aus. Deshalb werden hier nicht stillschweigend laṃ, vaṃ, raṃ, yaṃ, haṃ eingesetzt.
  • Om beziehungsweise Omkara (Vers 35): Der heilige Laut wird als Bogen um die Gestalt Natarajas gedeutet. Der Vers fügt Om nicht ausdrücklich dem fünfsilbigen Mantra voran.
  • A (Vers 30): Der Vokal dient als Gleichnis für die grundlegende Gegenwart des Göttlichen. Er wird an dieser Stelle nicht als selbstständige Rezitationsanweisung gelehrt.
  • „Acht und zwei“ (Vers 32): Verschlüsselte Bezeichnung, von Nallasami Pillai auf ya und die Seele bezogen; keine zusätzlich ausgeschriebene Mantraformel.
  • Der untrennbare Laut (Vers 35): Er wird als Licht innerhalb des Om-Bogens beschrieben, aber dort nicht nochmals eindeutig ausgeschrieben. Die Ausgabe ergänzt an dieser Stelle keine weitere Formel.

Eine konkrete Anzahl von Wiederholungen, eine Atemtechnik oder eine Chakra-Abfolge schreibt das Werk nicht vor. Seine Unterweisung betont die Bedeutung der Laute, die Anleitung des Lehrers und die innere Ausrichtung auf Gnade. Wer einer bestimmten Mantra-Tradition folgt, kann diese Verse im Licht der dort empfangenen Unterweisung studieren.

Video: Die spirituelle Bedeutung des Namens Shiva

Befreiung als verwandelte Beziehung

Die Verse 46–49 beschreiben die innige Vereinigung der Seele mit Shiva. Geschmack und Frucht, Duft und Blüte, Wärme und Feuer lassen sich unterscheiden und gehören doch innig zusammen. Entsprechend hält die Schrift die unterscheidbare Seele und ihre untrennbare Nähe zu Shiva zugleich fest.

Besonders schön ist das Bild des geheilten Auges in Vers 49. Die Sonne muss nicht erst eintreffen, nachdem der Mensch sehen gelernt hat. Ihre Gegenwart war bereits da. Die Veränderung liegt im Schwinden dessen, was das Sehen verhinderte. So wird Befreiung als Erwachen zu einer immer schon tragenden Gegenwart verständlich.

Vers 51 stellt dennoch eine anspruchsvolle Frage: Wie besteht die anfangslose Bindung im Zustand der Freiheit? Die Formulierung über die weiterhin beteiligte Unreinheit ist schwer und verlangt Auslegung. Entscheidend ist der Zusammenhang: Der Text kann damit keine weiterhin wirksame Unwissenheit meinen, nachdem er ihre Überwindung gelehrt hat. Eine Unreinheit, deren bindende Kraft niedergehalten ist, wirkt anders als eine Unreinheit, welche die Seele beherrscht. Das Ziel bleibt die Freiheit von der verdunkelnden Macht der Unwissenheit.

Die Einheit dieser Schrift ist im Rahmen des Shaiva Siddhanta zu lesen. Sie ist nicht ohne Weiteres mit jeder Aussage des Advaita Vedanta oder anderer tantrischer Schulen gleichzusetzen. Gerade der Vergleich verschiedener Traditionen wird fruchtbar, wenn ihre eigenen Begriffe erhalten bleiben.

Fünf Anregungen für die Praxis

Die folgenden Anregungen sind heutige Anwendungen, keine zusätzlichen Verse oder verborgenen Ritualanweisungen des Werkes.

  1. Frage nach dem Erkennenden. Lies Verse 26–27 und beobachte einige Minuten lang Töne, Empfindungen und Gedanken. Frage ruhig: Was wird wahrgenommen, und wer nimmt wahr? Erzwinge keine Antwort; lasse die Frage deine Aufmerksamkeit verfeinern.
  2. Verbinde Klarheit mit Dankbarkeit. Betrachte Verse 28–30. Erinnere dich an eine Einsicht, die dir geschenkt wurde – durch einen Menschen, eine Erfahrung oder einen stillen Augenblick. Lass daraus Dank wachsen.
  3. Betrachte den Tanz. Lies Verse 36–37 vor einem Bild Natarajas oder in stiller Vorstellung. Bemerke Werden, Bestehen und Vergehen im eigenen Leben. Richte dich anschließend auf den erhobenen Fuß als Zeichen der Befreiung aus.
  4. Lass das Mantra Bedeutung gewinnen. Wenn das Shiva-Mantra zu deiner Praxis gehört, erinnere dich bei der Wiederholung an die Hinwendung zur Gnade. Lies dazu Verse 41–45. Schließe mit einigen stillen Atemzügen, ohne eine besondere Atemlenkung daraus zu machen.
  5. Gib der Erkenntnis eine liebevolle Gestalt. Nimm Verse 52–53 zum Anlass für eine konkrete Handlung: einen aufrichtigen Dank an einen Lehrer, achtsame Verehrung am Altar oder hilfreiche Zuwendung zu einem Menschen. So verbindet sich Schriftenstudium mit gelebter Hingabe.

Für einen Studienkreis eignen sich die fett markierten Versgruppen der Übersetzung. Nach jeder Gruppe können die Teilnehmenden eine Frage, ein berührendes Bild oder einen Gedanken für den Alltag teilen. Bei den dichten Tattva-Listen hilft die Übersichtstabelle; für eine abschließende Meditation eignen sich besonders Verse 27, 30, 37, 43, 48, 49 und 54.

Die Wahrheit im Herzen lebendig werden lassen

Der Shiva-Linga: Die letzten Verse verbinden Erkenntnis mit Verehrung und gelebter Liebe.

Das Unmai Vilakkam beginnt mit Fragen und endet mit Dank. Auf dem Weg dazwischen lernt die Seele ihre Werkzeuge zu verstehen, die Ursachen ihrer Begrenzung zu unterscheiden und sich dem Licht zuzuwenden, das ihr Erkennen trägt. Die Genauigkeit der Lehre und die Wärme der Hingabe gehören zusammen.

Vielleicht begleitet dich nach der Lektüre ein einziges Bild: das Auge im Sonnenlicht, die Seele im Meer der Seligkeit oder das Herz, das in Liebe weich wird. Verweile bei diesem Bild. Nimm es mit in die Stille der Meditation und in die Begegnungen des Tages. Mit jeder aufrichtigen Frage, jedem Augenblick der Sammlung und jeder liebevollen Handlung kann die Lehre in deinem Leben Wurzeln schlagen.

Der Dank des letzten Verses lädt dazu ein, den eigenen Weg im Licht der Gnade zu betrachten. Auch inmitten offener Fragen darf Vertrauen wachsen. Die Sehnsucht nach Wahrheit kann zu einer beständigen Hinwendung werden: zum Göttlichen, zum tieferen Verstehen und zu einem Leben, das von Liebe getragen ist.

Freie Betrachtung im Geist des Werkes: Möge mein Herz weit und mein Erkennen klar werden. Möge ich die Gnade erkennen, die mein Leben trägt. Möge meine Dankbarkeit in Liebe und meine Liebe in aufmerksames Handeln münden.

Siehe auch

Tamilische Schriften und verwandte Lehren

Weitere Tantra- und Yoga-Schriften

Die Querverweise ermöglichen vergleichendes Studium. Die verlinkten Werke gehören unterschiedlichen Schulen an und werden hier nicht als einheitliches Lehrsystem behandelt.

Textgrundlage und Editionshinweise

Verwendete Quellen

  • Works of Saiva Siddhantha Sastras Anthology – I: irupA irupatu (aruNanti civAcAriyAr) & uNmai viLakkam (manavAcakang kaTantAr), Project Madurai, 2003. Texterfassung und Korrektur: Dr. K. Loganathan, Penang; PDF-Fassung: Dr. K. Kalyanasundaram, Lausanne. Der Titel und diese Angaben stehen auf dem Titelblatt der vorliegenden PDF. Für den Wortlaut wird die ebenfalls vorliegende Unicode-Fassung ihres Unmai-Vilakkam-Teils benutzt.
  • J. M. Nallasami Pillai: Light of Truth – Unmai Vilakkam. Englische Übertragung mit Einleitung und einzelnen Anmerkungen; in der vorliegenden Textabschrift vollständig enthalten. Quelladresse auf Shaivam.org. Die beiden englischen Textdateien enthalten denselben Text und sind keine voneinander unabhängigen Textzeugen.

Hinweise zur Übersetzung der Eingangsverse

Die eigene Studienübersetzung geht vom tamilischen Text aus und zieht die englische Übertragung von J. M. Nallasami Pillai zur Klärung knapper und schwieriger Stellen heran. Die deutsche Zeilengliederung folgt dem Sinn und bildet das tamilische Versmaß nicht nach.

Der Lobvers gehört zum überlieferten Rahmen des Werkes. Die Wendung über Frauen spricht aus einer historischen asketischen Perspektive; sie wird als Textaussage bewahrt. „Der die Wahrheit geschaut hat“ gibt meykaṇṭāṉ an dieser Stelle beschreibend wieder.

Vers 1 ruft Ganesha an. Die „fünf Arme“ zählen den Rüssel zu den vier Armen hinzu. „Mächtige Elefantenkraft“ gibt die traditionelle Bildsprache sinngemäß wieder: Der tamilische Ausdruck tiṇmatamcēr verweist auf den Schläfensaft eines kraftvollen Elefanten. Die ehrerbietige Darstellung gehört zur Gestalt des angerufenen Gottes. In Vers 5 wird die geometrische Zuordnung der Elemente als Einladung zur Betrachtung formuliert.

Umfang und Darstellung

Enthalten sind sämtliche 54 nummerierten Verse sowie der unnummerierte Lobvers auf den Verfasser und der Schlussvermerk, jeweils auf Deutsch, in römischer Umschrift und in tamilischer Schrift. Der in derselben Quelldatei vorangestellte Text Irupa Irupathu ist ein eigenständiges Werk und wird hier nicht als Teil des Unmai Vilakkam aufgenommen. Die modernen Einleitungsworte und das Inhaltsverzeichnis des Herausgebers sind keine zusätzlichen Lehrverse; ihre Informationen fließen in die Einordnung ein.

Der tamilische Wortlaut wird aus der Unicode-Vorlage übernommen. Die Zeilen bleiben erkennbar; ihre römische Umschrift folgt derselben Schreibweise. Offenkundig ungewöhnliche Schreibungen werden nicht stillschweigend durch andere Lesungen ersetzt. Dies betrifft unter anderem அரூள் in Vers 41, துரிவடியில் und இனபக் in Vers 48 sowie die schwer verständliche Wendung in Vers 16. Im Deutschen werden diese Stellen dem erkennbaren Zusammenhang entsprechend wiedergegeben; die sachlich ergänzte Hand-Passage in Vers 16 ist örtlich markiert. Auch das ya am Haupt in Vers 33 ist im tamilischen Zeilenende undeutlich; seine Wiedergabe wird durch Nallasami Pillais Fassung gestützt.

In Vers 20 bleibt das im Tamil genannte Verlangen erhalten, das in der englischen Aufzählung nicht ausdrücklich erklärt wird. In Vers 46 bleibt ebenso das tamilische Bild von Blüte und Duft erhalten, das die englische Fassung auslässt. Die deutsche Übertragung ist daher keine bloße Übersetzung der englischen Abschrift.

Die Deutungen der verschlüsselten Wendung in Vers 32, der höchsten Stille in Vers 38, der Unreinheit in Vers 51 und des Namensbezugs in Vers 54 sind keine gesicherten Rekonstruktionen einer kritischen Edition. Die Ausgabe bietet eine vollständige, erläuterte Studienübersetzung des vorliegenden Textbestands; einen Handschriftenvergleich oder eine wissenschaftlich-kritische Edition ersetzt sie nicht.

Bilder, Videoeinbindungen und Seminarfeeds wurden aus der vorhandenen Yoga-Vidya-Ausgabe des Sivajnana Bodham übernommen. Die Videos sind ergänzende Beiträge zur Shiva-Spiritualität, keine fortlaufenden Kommentare zum Unmai Vilakkam. Die Seite Nataraja bietet weitere Erläuterungen zur Bildsprache des tanzenden Shiva.

Seminare

Gemeinsames Schriftenstudium, Meditation und hingebungsvolle Praxis können die Begegnung mit dieser Schrift vertiefen. Die Angebote zu Kundalini, Chakras und Energiearbeit gehören zum weiteren Yoga-Studium; aus dem Unmai Vilakkam wird hier keine besondere Chakra-Praxis abgeleitet.

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