Tirukkovaiyar

Aus Yogawiki

Tirukkovaiyar (Tamil: திருக்கோவையார், wissenschaftlich Tirukkōvaiyār), auch Thirukkovaiyar, Tirukovaiyar oder Tiruccirrampalakkovaiyar (Tirucciṟṟampalakkōvaiyār, திருச்சிற்றம்பலக்கோவையார்), ist ein tamilisches Gedichtwerk über die Liebe in der Gegenwart Shivas. In seinen 400 Versen begegnen einander Liebende; sie hoffen, zögern, vertrauen, warten und streiten. Immer wieder öffnet sich ihre Welt auf Chidambaram, das heilige Tillai, wo Shiva als Nataraja tanzt. So kann das Tirukkovaiyar zugleich als kunstvolle Liebesdichtung und als Einladung gelesen werden, Sehnsucht, Hingabe und Gnade im eigenen Leben tiefer zu verstehen.

Die Überlieferung schreibt das Tirukkovaiyar Manikkavacakar zu, dessen Name auch Manikkavachakar oder Manikkavasagar geschrieben wird. Zusammen mit dem Tiruvasagam gehört es zum achten Buch des tamilisch-shivaitischen Tirumurai.[1] Im Umfeld des Shaiva Siddhanta wird diese Dichtung auch als Ausdruck der Sehnsucht der Seele nach dem Göttlichen gelesen. Die menschlichen Stimmen bleiben dabei unverwechselbar: Freude und Zweifel, Treue und Verletzung erhalten ihren eigenen Raum.

Nataraja, der tanzende Shiva. Chola-Bronze aus Tamil Nadu, 11. Jahrhundert, Musée Guimet, Paris. Foto: Vassil, gemeinfrei; Bildnachweis im Quellenabschnitt.

Diese Ausgabe bietet sämtliche 400 Hauptverse des Tirukkovaiyar sowie die beiden Vorreden und die in der Textgrundlage enthaltenen einleitenden Kapitelverse: jeweils in Tamil-Schrift, römischer Transliteration, eigener deutscher Übersetzung und kurzer Erläuterung. Die sinnliche Sprache bleibt erhalten. Spirituelle Lesarten werden dort erläutert, wo sie sich am Text oder an seiner überlieferten Auslegung zeigen.

Für die Lektüre genügt zunächst ein einzelner Vers. Lass sein Bild auf dich wirken und frage, wer hier spricht: ein Liebender, eine Freundin oder eine besorgte Mutter? So erschließt sich die Dichtung Schritt für Schritt. Die begleitenden Erläuterungen helfen, ihre menschliche Situation und ihre religiösen Bezüge zu verstehen.

Direkt weiterlesen: Lesehinweise und Kapitelübersicht · Erster Vers · Spirituelle Bedeutung · Anregungen zur Praxis · Rezitationen

Tirukkovaiyar: Werk, Autor und Überlieferung

Manikkavacakar und die tamilische Shiva-Verehrung

Manikkavacakar wird in der shivaitischen Tradition als großer Dichter der Gottesliebe verehrt. Seine Lebensgeschichte ist mit religiösen Erzählungen verbunden; sie lässt sich nicht in allen Einzelheiten historisch sichern. Die Forschung ordnet die ihm zugeschriebenen Werke häufig dem 9. Jahrhundert zu. Sophia Nasti untersucht Tiruvasagam und Tirukkovaiyar als miteinander ins Gespräch tretende Dichtungen verschiedener Gattungen und hebt dabei die Bedeutung göttlichen Erbarmens hervor.[2]

Eine Verehrungslegende erzählt, Shiva selbst habe Manikkavacakar zum Singen des Kovai aufgefordert und seine Worte niedergeschrieben. Diese Erzählung bezeugt den sakralen Rang des Werkes in der Tradition; sie ist kein historischer Nachweis seiner Entstehung.[1]

Was bedeutet „Kovai“?

Kōvai bezeichnet eine zusammengefügte Folge, bildlich eine Girlande. Die einzelnen Gedichte des Tirukkovaiyar sind durch Situationen der Liebe miteinander verbunden. Das Versmaß heißt kaṭṭaḷaik kalittuṟai; jeder Hauptvers besteht aus vier metrischen Zeilen. Die Textgrundlage ordnet die 400 Gedichte in 25 Kapitel.[3]

Das Tirukkovaiyar greift die tamilische akam-Poetik auf: Die innere Welt der Liebe wird über wiederkehrende Rollen, Landschaften, Tiere, Pflanzen und Tageszeiten sichtbar. Ein Mann und eine Frau stehen im Zentrum; der Freund des Mannes, die Freundin der Frau, Mutter, Amme, Boten und weitere Stimmen treten hinzu. „Liebender“ und „Geliebte“ sind dabei literarische Rollen. Nicht jede Rede ist unmittelbar ein autobiographisches Bekenntnis des Dichters.

Die Kapitel 1–18 stehen unter kaḷaviyal, der vor der öffentlichen Anerkennung verborgenen Liebe; die Kapitel 19–25 unter kaṟpiyal, dem ehelichen Leben. Innerhalb dieser Ordnung werden unterschiedliche Möglichkeiten einer Situation entfaltet. Das Werk ist deshalb keine in jedem Detail geradlinig fortlaufende Romanhandlung. Besonders das letzte Kapitel lässt Enttäuschung, Ironie, verletzte Würde und Versöhnung nebeneinander zu Wort kommen.

Tillai, Puliyur und der kleine Tanzsaal

Tillai, Puliyur und Perumpatrapuliyur sind im Tirukkovaiyar Namen beziehungsweise Namensformen, die auf Chidambaram verweisen. Ciṟṟampalam, „kleine Halle“ oder „kleiner Tanzsaal“, bezeichnet den heiligen Ort von Shivas Tanz. Der längere Werktitel lässt sich entsprechend als „heilige Kovai-Dichtung vom kleinen Tanzsaal“ verstehen. Die Landschaft der Liebenden reicht darüber hinaus: Berge, Küsten, Felder und Waldwege tragen ihre jeweiligen Gefühle. Wiederkehrende Ortsnamen wie Potiyil oder Kailasa werden in der Übersetzung als Eigennamen bewahrt.

Textgrundlage und Lesehinweise

Umfang und Übersetzungsweise

Die folgende vollständige Lese- und Studienfassung wurde unmittelbar am tamilischen E-Text von Project Madurai erarbeitet. Die römische Umschrift bildet den hier wiedergegebenen Tamil-Text ab. Die deutsche Übersetzung ist eine eigene, redaktionell überarbeitete Lesefassung. Unsichere Lesarten und Deutungen bleiben bei den betreffenden Versen gekennzeichnet. Die knappen Erläuterungen wurden eigens für diesen Artikel formuliert. Für schwierige Worttrennungen und beschädigte Zeichen wurden eine wortgetrennte tamilische Vergleichsfassung, einzelne zugängliche Passagen der traditionellen Kommentare und Wörterbucheinträge herangezogen.[4][5]

Die Ausgabe ist eine Lese- und Studienfassung, keine kritische Edition. Verdichtete Grammatik, mehrdeutige Wortspiele und manche unsichere Lesart lassen sich nicht immer in eine einzige deutsche Formulierung auflösen. Solche Fälle werden unmittelbar bei den betreffenden Versen benannt. Erläuternde Subjekte oder Verbindungen sind gelegentlich aus dem Dialogzusammenhang ergänzt. Die kurzen deutschen Verstitel dienen der Orientierung; sie sind redaktionell, keine zusätzlichen Bestandteile des Gedichts.

Jeder Textblock folgt derselben Reihenfolge: Tamil → Transliteration → fett gesetzte Übersetzung → kursiv gesetzte Erläuterung. Die Umschrift unterscheidet unter anderem l, ḷ, ḻ sowie n, ṉ, ṇ; lange Vokale tragen einen Querstrich. Tamilische Konsonanten werden schriftgetreu transliteriert. So steht beispielsweise civaṉ in der Umschrift, während die Übersetzung den im Deutschen vertrauten Namen Shiva verwendet. Die Klammern innerhalb tamilischer Wörter stammen grundsätzlich aus der Textvorlage und erscheinen auch in der Transliteration.

Wiederkehrende Namen und Bilder

  • Tillai, Puliyur und die kleine Halle: Namen und Bilder für Chidambaram und Shivas Tanzsaal. „Herr der Halle“ bezeichnet im Gedicht Shiva.
  • Uma und der Gott mit der weiblichen Hälfte: Uma ist ein Name Parvatis. Die gemeinsame Gestalt von Shiva und Parvati heißt Ardhanarishvara.
  • Konrai: Ein tamilischer Pflanzenname. Die Blüten erscheinen in den Girlanden und Haarflechten Shivas; der Pflanzenname bleibt in der Übersetzung erhalten.
  • Yazh: Eine alte tamilische Harfe. Der Vergleich mit ihrem Klang preist die Sanftheit einer Stimme.
  • Tatenfolgen: Die Folgen früheren Handelns, im religiösen Zusammenhang Karma. Das Gedicht verbindet sie häufig mit Bindung und mit der befreienden Zuwendung Shivas.
  • Der Viergesichtige: Eine Bezeichnung Brahmas. Vishnu und Brahma werden wiederholt im Zusammenhang mit Shivas schwer erfassbarer Größe genannt.
  • Situationsvermerk: Eine überlieferte kurze Erklärung, wer im jeweiligen Vers spricht und welche Begegnung oder Handlung gemeint ist. Diese Hinweise helfen besonders bei den wechselnden Stimmen.

Haupttext und Begleitschichten

Die beiden Vorreden – Anrufung Ganeshas und Lob des Werkes – werden vor den 400 Hauptversen gesondert wiedergegeben. Auch die zusätzlichen Kapitelverse stehen jeweils eigens bezeichnet vor dem betreffenden Kapitel. Nūṟpā sind poetische Situationsregeln; pēriṉpak kiḷavi bedeutet hier „Aussage über die große Seligkeit“ und eröffnet eine geistliche Deutung. Diese Texte werden nicht stillschweigend mit den 400 Hauptversen oder mit gesicherter Autorschaft Manikkavacakars gleichgesetzt.

Die in der Vorlage nach den Hauptversen stehenden koḷu erläutern die jeweilige Sprechsituation. Sie wurden für die Sprecherzuordnung berücksichtigt, bilden aber keine zusätzlichen Hauptverse und werden hier nicht als eigener vollständiger Kommentarapparat ediert. Die Kapiteldeutungen identifizieren etwa die Freundin mit Gnade und den Liebenden mit der Seele; andere Auslegungstraditionen können die Rollen anders zuordnen.[1] Deshalb bleibt die Übersetzung zunächst bei der menschlichen Szene.

Ein Einstieg in die Bilderwelt des Tirukkovaiyar

Zum Lesen und Nachsinnen Geeignete Verse
Schönheit wahrnehmen Vers 1: Die Geliebte erscheint als lebendige Blumengirlande.
Die Stimme der Freundin hören Vers 250: Liebe verlangt eine verbindliche Antwort.
Empfangene Gnade erinnern Vers 343: Trotz eigener Unzulänglichkeit angenommen sein.
Gemeinsame Wege würdigen Vers 398: Eine einfache Rast bleibt unvergleichlich kostbar.
Das Wohl anderer fördern Vers 400: Freigebigkeit wird mit einem Dorfteich verglichen, dessen Wasser vielen zugutekommt.

Wegweiser durch die 25 Kapitel

Kapitel Thema Verse
1 Ungeplante Begegnung und Vereinigung 1–18
2 Vermittlung durch den Freund 19–48
3 Wiederbegegnung am selben Ort 49
4 Die Freundin ins Vertrauen ziehen 50–59
5 Die Freundin erkennt sein Kommen 60–61
6 Die vorausgegangene Vereinigung erkennen 62
7 Die Absicht aus der Bitte erkennen 63–66
8 Scheu prüfen 67–71
9 Erschrecken prüfen 72
10 Madal: die öffentliche Liebesklage 73–81
11 Für den Liebenden um Hilfe werben 82–89
12 Zurückweisung und Vermittlung 90–115
13 Treffen am Tag 116–147
14 Treffen bei Nacht 148–180
15 Vorübergehende Trennung 181–193
16 Gemeinsames Fortgehen 194–249
17 Drängen auf Heirat 250–265
18 Trennung zur Beschaffung der Heiratsmittel 266–298
19 Hochzeit und eheliches Glück 299–307
20 Trennung zum Lernen 308–311
21 Trennung zum Schutzdienst 312–313
22 Trennung zur Friedensstiftung 314–315
23 Trennung im Dienst des Königs 316–331
24 Trennung zum Gelderwerb 332–351
25 Trennung wegen anderer Frauen, Streit und Versöhnung 352–400

Tirukkovaiyar vollständig: Tamil, Transliteration und deutsche Übersetzung

Überlieferte Vorrede A – Anrufung Ganeshas

எண்ணிறைந்த திங்கள் எழுகோ புரந்திகழக்

கண்ணிறைந்து நின்றருளும் கற்பகமே - நண்ணியசீர்த்
தேனூறு செஞ்சொல் திருக்கோவை என்கின்ற

நானூறும் என்மனத்தே நல்கு
eṇṇiṟainta tiṅkaḷ eḻukō purantikaḻak

kaṇṇiṟaintu niṉṟaruḷum kaṟpakamē - naṇṇiyacīrt
tēṉūṟu ceñcol tirukkōvai eṉkiṉṟa

nāṉūṟum eṉmaṉattē nalku

Du wunscherfüllender Baum, der du den Blick erfüllst und gnädig dastehst, während der aufragende Tempelturm im Glanz des vollen Mondes leuchtet: Schenke meinem Herzen alle vierhundert Verse der Tirukkovai, deren edle, ruhmreiche Worte von Honig strömen.

Die Überschrift der Vorlage nennt Vinayaka, also Ganesha. Karpakam bezeichnet den wunscherfüllenden Baum und dient hier als Gottesbild. Die Verbindung von Mond und Tempelturm in der ersten Zeile ist unsicher und wird vorläufig sinngemäß wiedergegeben. Die Anrufung gehört zur überlieferten Vorrede, nicht zu den 400 Hauptversen.

Überlieferte Vorrede B – Lob des Werkes

ஆரணங் காணென்பர் அந்தணர்; யோகியர் ஆகமத்தின்

காரணங் காணென்பர்; காமுகர் காமநன் னூலதென்பர்;
ஏரணங் காணென்பர் எண்ணர் எழுத்தென்பர் இன்புலவோர்;

சீரணங் காயசிற் றம்பலக் கோவையைச் செப்பிடினே.
āraṇaṅ kāṇeṉpar antaṇar; yōkiyar ākamattiṉ

kāraṇaṅ kāṇeṉpar; kāmukar kāmanaṉ ṉūlateṉpar;
ēraṇaṅ kāṇeṉpar eṇṇar eḻutteṉpar iṉpulavōr;

cīraṇaṅ kāyaciṟ ṟampalak kōvaiyaic ceppiṭiṉē.

Spricht man von der herrlichen Kovai des kleinen Tanzsaals, so sagen die Brahmanen: „Sieh, die Veden!“ Die Yogis sagen: „Sieh, der Grund der Agamas!“ Die Liebenden nennen sie ein gutes Buch der Liebe; die Denkenden sehen darin die Logik, und die kundigen Dichter nennen sie die Lehre der Sprache.

Der Lobvers stellt mehrere Zugänge nebeneinander: vedische Überlieferung, Yoga, Agama, Liebe, Denken und Sprachkunst. „Logik“ und „Lehre der Sprache“ geben die knappen Fachwörter ēraṇam und eḻuttu sinngemäß wieder. Die Vorrede selbst erlaubt eine mehrschichtige Lektüre.

Erster Werkteil: Kaḷaviyal – verborgene Liebe

Die Kapitel 1–18 entfalten die Liebe vor ihrer öffentlichen Anerkennung.

Kapitel 1 – Ungeplante Begegnung und Vereinigung

Verse 1–18 des Tirukkovaiyar.

Vers 1 – Die erste Begegnung

திருவளர் தாமரை சீர்வளர் காவிகள் ஈசர்தில்லைக்

குருவளர் பூங்குமிழ் கோங்குபைங் காந்தள்கொண்டு ஓங்குதெய்வ
மருவளர் மாலையர் வல்லியின் ஒல்கி அனநடை வாய்ந்து

உருவளர் காமன்தன் வென்றிக் கொடிபோன்று ஒளிர்கின்றதே
tiruvaḷar tāmarai cīrvaḷar kāvikaḷ īcartillaik

kuruvaḷar pūṅkumiḻ kōṅkupaiṅ kāntaḷkoṇṭu ōṅkuteyva
maruvaḷar mālaiyar valliyiṉ olki aṉanaṭai vāyntu

uruvaḷar kāmaṉtaṉ veṉṟik koṭipōṉṟu oḷirkiṉṟatē

Ein Lotos, in dem Schönheit wohnt, herrliche blaue Wasserlilien, farbenprächtige Kumizh-Blüten, Kongu-Knospen und frische Kantal-Blüten aus Tillai des Herrn: Aus ihnen gefügt, wiegt sich diese göttlich duftende Girlande wie eine Ranke. Mit dem Gang eines Schwans leuchtet sie wie das Siegesbanner des schön gestalteten Liebesgottes.

Der Liebende erblickt die Frau. Blumen werden zu Bildern ihrer Schönheit; die ganze Gestalt erscheint als lebendige Girlande. Tillai ist zugleich Liebeslandschaft und heiliger Ort Shivas.

Vers 2 – Ist sie eine Göttin?

போதா விசும்போ புனலோ பணிக ளதுபதியோ

யாதோ அறிகுவ(து) ஏதும் அரிதி யமன்விடுத்த
தூதோ அனங்கன் துணையோ இணையிலி தொல்லைத்தில்லை

மாதோ மடமயி லோஎன நின்றவர் வாழ்பதியே
pōtā vicumpō puṉalō paṇika ḷatupatiyō

yātō aṟikuva(tu) ētum ariti yamaṉviṭutta
tūtō aṉaṅkaṉ tuṇaiyō iṇaiyili tollaittillai

mātō maṭamayi lōeṉa niṉṟavar vāḻpatiyē

Ist ihre Heimat eine Blüte, der Himmel, das Wasser oder die Stadt der Schlangen? Was lässt sich darüber wissen? Es ist schwer zu erkennen. Ist sie eine Botin Yamas, eine Gefährtin des körperlosen Liebesgottes, eine Frau aus dem unvergleichlichen alten Tillai oder ein anmutiger Pfau? Wo mag dieses Wesen wohnen?

Staunen macht die Grenze zwischen Mensch und Gottheit unsicher. Der „körperlose“ Kama erinnert an den von Shivas Blick verbrannten Liebesgott. Die Fragen geben die überwältigte Wahrnehmung des Mannes wieder.

Vers 3 – Die Zeichen des Menschlichen

பாயும் விடையரன் தில்லையன் னாள்படைக் கண்ணிமைக்கும்

தோயும் நிலத்தடி தூமலர் வாடும் துயரமெய்தி
ஆயும் மனனே அணங்கல்லள் அம்மா முலைசுமந்து

தேயும் மருங்குல் பெரும்பணைத் தோளிச் சிறுநுதலே
pāyum viṭaiyaraṉ tillaiyaṉ ṉāḷpaṭaik kaṇṇimaikkum

tōyum nilattaṭi tūmalar vāṭum tuyarameyti
āyum maṉaṉē aṇaṅkallaḷ ammā mulaicumantu

tēyum maruṅkul perumpaṇait tōḷic ciṟunutalē

Ihre waffengleichen Augen blinzeln, ihre Füße berühren die Erde, ihre frischen Blumen welken. Mein sorgenvoll prüfendes Herz, sie ist keine Göttin! Diese Frau mit kleiner Stirn und großen bambusgleichen Schultern, deren Taille unter der Last der Brüste schwindet, gleicht Tillai des stierreitenden Hara.

Blinzeln, Bodenberührung und welkender Blumenschmuck gelten im dichterischen Vergleich als menschliche Kennzeichen. Die Schönheit bleibt heilig anmutend, obwohl der Liebende nun eine Frau vor sich erkennt.

Vers 4 – Die kaum sichtbare Taille

அகல்கின்ற அல்குல் தடமது கொங்கை அவைஅலம்நீ

புகல்கின்ற(து) என்னைநெஞ்(சு) உண்டே இடைஅடை யார்புரங்கள்
இகல்குன்ற வில்லில்செற் றோன்தில்லை ஈசன்எம் மான்எதிர்த்த

பகல்குன்றப் பல்உகுத் தோன்பழ னம்அன்ன பல்வளைக்கே
akalkiṉṟa alkul taṭamatu koṅkai avaialamnī

pukalkiṉṟa(tu) eṉṉaineñ(cu) uṇṭē iṭaiaṭai yārpuraṅkaḷ
ikalkuṉṟa villilceṟ ṟōṉtillai īcaṉem māṉetirtta

pakalkuṉṟap palukut tōṉpaḻa ṉamaṉṉa palvaḷaikkē

Dort sind ihre breiten Hüften, dort ihre Brüste. Was redest du töricht, mein Herz? Gewiss hat diese mit vielen Armreifen Geschmückte eine Taille! Sie gleicht Palanam unseres Herrn von Tillai, der die feindlichen Städte mit dem Berg als Bogen zerstörte und dem widersetzlichen Sonnengott die Zähne ausschlug, sodass dessen Glanz sank.

Der Mann wundert sich über die sprichwörtlich schmale Taille. Die gedrängte Anrede des Herzens ist sinngemäß wiedergegeben. Die Shiva-Anspielungen beziehen sich auf Tripura und das Opfer des Daksha.

Vers 5 – Wunde und Heilmittel

அணியும் அமிழ்தும்என் ஆவியம் ஆயவன் தில்லைச்சிந்தா

மணிஉம்ப ரார்அறி யாமறை யோன்அடி வாழ்த்தலரின்
பிணியும் அதற்கு மருந்தும் பிறழப் பிறழமின்னும்

பணியும் புரைமருங் குல்பெருந் தோளி படைக்கண்களே
aṇiyum amiḻtumeṉ āviyam āyavaṉ tillaiccintā

maṇiumpa rāraṟi yāmaṟai yōṉaṭi vāḻttalariṉ
piṇiyum ataṟku maruntum piṟaḻap piṟaḻamiṉṉum

paṇiyum puraimaruṅ kulperun tōḷi paṭaikkaṇkaḷē

Er ist mein Schmuck, mein Nektar und mein Leben, das wunscherfüllende Juwel von Tillai, der Verborgene, den selbst die Himmlischen nicht erkennen. Wie denen, die seine Füße nicht preisen, bringen mir ihre waffengleichen Augen Krankheit. Doch zugleich sind sie deren Heilmittel: die rastlos funkelnden Augen der breitschultrigen Frau mit schlanker, von Schmuck umgebener Taille.

Der Blick der Geliebten verwundet und heilt. Das Liebesleid wird mit der Ferne von Shiva verglichen. Die Verbindung beider Ebenen entsteht im Gleichnis und verlangt keine starre Gleichsetzung jeder Figur.

Vers 6 – Dank an das Geschick

வளைபயில் கீழ்கடல் நின்றிட மேல்கடல் வான்நுகத்தின்

துளைவழி நேர்கழி கோத்தெனத் தில்லைத்தொல் லோன்கயிலைக்
கிளைவயின் நீக்கிஇக் கொண்டைஅங் கண்ணியைக் கொண்டுதந்த

விளைவயல் வால்விய வேன்நய வேன்தெய்வம் மிக்கனவே
vaḷaipayil kīḻkaṭal niṉṟiṭa mēlkaṭal vāṉnukattiṉ

tuḷaivaḻi nērkaḻi kōtteṉat tillaittol lōṉkayilaik
kiḷaivayiṉ nīkkiik koṇṭaiaṅ kaṇṇiyaik koṇṭutanta

viḷaivayal vālviya vēṉnaya vēṉteyvam mikkaṉavē

Als wäre ein gerader Stab vom muschelreichen östlichen Meer aus genau durch das Loch eines großen Jochs im westlichen Meer gefahren: So unwahrscheinlich war dies! Das Geschick löste die schön Bekränzte am Kailasa des uralten Herrn von Tillai aus ihrer Gemeinschaft und führte sie mir zu. Wie sollte ich dieses überreiche göttliche Wirken nicht bestaunen und lieben?

Das Bild zweier ferner Meere bezeichnet eine kaum denkbare Fügung. Einzelne Wörter der letzten Zeile sind in der Vorlage gedrängt; sicher ist der dankbare Lobpreis der Macht, die die Begegnung ermöglicht hat.

Vers 7 – Die Vereinigung wagen

ஏழுடை யான்பொழில் எட்டுடை யான்புயம் என்னைமுன்ஆள்

ஊழுடை யான்புலி யூர்அன்ன பொன்இவ் உயிர்பொழில் ஆகச்
சூழுடை ஆயத்தை நீக்கும் விதிதுணை யாமனனே

யாழுடை யார்மணம் காண்அணங்(கு) ஆய்வந்(து) அகப்பட்டதே
ēḻuṭai yāṉpoḻil eṭṭuṭai yāṉpuyam eṉṉaimuṉāḷ

ūḻuṭai yāṉpuli yūraṉṉa poṉiv uyirpoḻil ākac
cūḻuṭai āyattai nīkkum vitituṇai yāmaṉaṉē

yāḻuṭai yārmaṇam kāṇaṇaṅ(ku) āyvan(tu) akappaṭṭatē

Mein Herz, das Geschick ist unser Beistand! Es hat diese Goldene, schön wie Puliyur des Herrn, der sieben Welten und acht Arme besitzt und mich schon einst zu seinem Diener machte, aus dem Kreis ihrer Gefährtinnen gelöst. Sie ist das Lebensglück dieses Hains. Sieh: Uns ist die Verbindung der Lautenspielenden, die Gandharva-Ehe, zugefallen!

Die Begegnung wird als göttlich gefügte Vereinigung verstanden. Die „Lautenspielenden“ weisen auf Gandharvas; gemeint ist die aus gegenseitiger Liebe entstehende Verbindung. Die Fügung um „Lebenshain“ bleibt sprachlich unsicher.

Vers 8 – Wort und Geschmack

சொற்பால் அமுதிவள் யான்சுவை என்னத் துணிந்திங்ஙனே

நற்பால் வினைத்தெய்வம் தந்தின்று நானிவ ளாம்பகுதிப்
பொற்பார் அறிவார் புலியூர்ப் புனிதன் பொதியில்வெற்பில்

கற்பா வியவரை வாய்க்கடி(து) ஓட்ட களவகத்தே
coṟpāl amutivaḷ yāṉcuvai eṉṉat tuṇintiṅṅaṉē

naṟpāl viṉaitteyvam tantiṉṟu nāṉiva ḷāmpakutip
poṟpār aṟivār puliyūrp puṉitaṉ potiyilveṟpil

kaṟpā viyavarai vāykkaṭi(tu) ōṭṭa kaḷavakattē

Sie ist Nektar in Worten, ich sein Geschmack: So hat das göttliche Wirken guter Taten uns heute verbunden. Wer erkennt die Schönheit dieser Verbindung, in der ich sie werde? Im felsübersäten Bergland des Potiyil, das dem Heiligen von Puliyur gehört, haben wir uns rasch in heimlicher Liebe vereinigt.

Der Liebende spricht von der Vereinigung. Für amutu, „Nektar“, wurde ein Buchstabenfehler der Grundvorlage berichtigt. Die Schlussfügung mit kaṭi und kaḷavu ist unsicher; die Übersetzung gibt den Zusammenhang einer heimlichen, der Bewachung entzogenen Begegnung wieder.

Vers 9 – Freude, die immer neu wird

உணர்ந்தார்க்(கு) உணர்வரி யோன்தில்லைச் சிற்றம் பலத்தொருத்தன்

குணந்தான் வெளிப்பட்ட கொவ்வைச்செவ் வாயிக் கொடியிடைதோள்
புணர்ந்தால் புணரும் தொறும்பெரும் போகம்பின் னும்புதிதாய்

மணந்தாழ் புரிகுழ லாள் அல்குல் போல வளர்கின்றதே
uṇarntārk(ku) uṇarvari yōṉtillaic ciṟṟam palattoruttaṉ

kuṇantāṉ veḷippaṭṭa kovvaiccev vāyik koṭiyiṭaitōḷ
puṇarntāl puṇarum toṟumperum pōkampiṉ ṉumputitāy

maṇantāḻ purikuḻa lāḷ alkul pōla vaḷarkiṉṟatē

Der Eine im kleinen Tanzsaal von Tillai ist selbst für Erkennende schwer zu erkennen. Seine Güte scheint in dieser Frau mit kovvairoten Lippen und rankenschlanker Taille offenbar. Wenn ich ihre Schultern umfange, wächst bei jeder Vereinigung die große Freude aufs Neue, wie die Hüftenschönheit der Frau mit duftendem, gewundenem Haar.

Die Vereinigung erschöpft sich nicht durch Wiederholung. Das Lied verbindet menschliche Liebesfreude mit einer Ahnung göttlicher Fülle und bewahrt dabei seine sinnliche Bildsprache.

Vers 10 – Die ersehnte Stimme

அளவியை யார்க்கும் அறி(வு )அரி யோன்தில்லை அம்பலம்போல்

வளவிய வான்கொங்கை வாள்தடங் கண்நுதல் மாமதியின்
பிள(வு)இயல் மின்இடை பேரமை தோளிது பெற்றியென்றால்

கிளவியை யென்றோ இனிக்கிள்ளை யார்வாயிற் கேட்கின்றதே
aḷaviyai yārkkum aṟi(vu )ari yōṉtillai ampalampōl

vaḷaviya vāṉkoṅkai vāḷtaṭaṅ kaṇnutal māmatiyiṉ
piḷa(vu)iyal miṉiṭai pēramai tōḷitu peṟṟiyeṉṟāl

kiḷaviyai yeṉṟō iṉikkiḷḷai yārvāyiṟ kēṭkiṉṟatē

Ihre Fülle gleicht dem Tanzsaal von Tillai, dessen Herrn niemand ermessen kann: hohe Brüste, weite leuchtende Augen, eine Stirn wie ein Teil des großen Mondes, eine Taille wie ein Blitz, Schultern wie mächtiger Bambus. Wenn schon ihre Gestalt so ist: Wann werde ich nun die Worte aus dem Mund dieses Papageis hören?

Nach dem Sehen erwacht der Wunsch zu hören. Der Papagei steht für die süße Stimme. Die Geliebte bleibt mehr als ein betrachtetes Bild: Der Mann sehnt sich nach ihrer Antwort.

Vers 11 – Die Bienen befragen

கூம்பலங் கைத்தலத்து அன்பர்என்(பு) ஊடுரு கக்குனிக்கும்

பாம்பலங் காரப் பரன்தில்லை அம்பலம் பாடலரின்
தேம்பலம் சிற்றிடை ஈங்கிவள் தீங்கனி வாய்கமழும்

ஆம்பலம் போதுள வோஅளி காள்நும் அகன்பணையே
kūmpalaṅ kaittalattu aṉpareṉ(pu) ūṭuru kakkuṉikkum

pāmpalaṅ kārap paraṉtillai ampalam pāṭalariṉ
tēmpalam ciṟṟiṭai īṅkivaḷ tīṅkaṉi vāykamaḻum

āmpalam pōtuḷa vōaḷi kāḷnum akaṉpaṇaiyē

Ihr Bienen, gibt es in euren weiten Feldern eine Wasserlilie, die so duftet wie der süßfruchtgleiche Mund dieser Frau? Ihre schmale Taille ermattet, wie jene ermatten, die den Tanzsaal von Tillai nicht besingen, wo der mit Schlangen geschmückte Höchste tanzt und die Verehrenden mit gefalteten Händen bis in die Knochen schmelzen lässt.

Die Frage an die Bienen ist ein vertrautes Mittel tamilischer Liebesdichtung. Der Vergleich mündet in die körperlich erfahrbare Hingabe an Nataraja: Auch Verehrung lässt das ganze Wesen „schmelzen“.

Vers 12 – Warum fürchtest du die Trennung?

சிந்தா மணிதெள் கடல்அமிர் தம்தில்லை யான்அருளால்

வந்தால் இகழப் படுமே மடமான் விழிமயிலே
அந்தா மரையன்ன மேநின்னை யான் அகன்(று) ஆற்றுவனோ

சிந்தா குலமுற்றென் னோஎன்னை வாட்டம் திருத்துவதே
cintā maṇiteḷ kaṭalamir tamtillai yāṉaruḷāl

vantāl ikaḻap paṭumē maṭamāṉ viḻimayilē
antā maraiyaṉṉa mēniṉṉai yāṉ akaṉ(ṟu) āṟṟuvaṉō

cintā kulamuṟṟeṉ ṉōeṉṉai vāṭṭam tiruttuvatē

Du pfauengleiche Frau mit dem Blick einer sanften Hirschkuh, du Schwan beim schönen Lotos! Würde man das Wunschjuwel oder den Nektar des klaren Meeres verschmähen, wenn Shivas Gnade in Tillai sie schenkte? Könnte ich dich verlassen und es ertragen? Warum quälst du mich mit deiner Sorge und deinem Kummer?

Der Mann kündigt den bevorstehenden Abschied an und versichert zugleich seine Liebe. Kostbare göttliche Gaben veranschaulichen, wie wenig er die Begegnung geringachten kann.

Vers 13 – Ihre Sorge verstehen

கோங்கின் பொலிஅரும்(பு) ஏய்கொங்கை பங்கன் குறுகலர்ஊர்

தீங்கில் புகச்செற்ற கொற்றவன் சிற்றம் பலம் அனையாள்
நீங்கின் புணர்(வு)அரி(து) என்றோ நெடி(து)இங்ங னேயிருந்தால்

ஆங்குஇற் பழியாம் எனவோ அறியேன் அயர்கின்றதே
kōṅkiṉ poliarum(pu) ēykoṅkai paṅkaṉ kuṟukalarūr

tīṅkil pukacceṟṟa koṟṟavaṉ ciṟṟam palam aṉaiyāḷ
nīṅkiṉ puṇar(vu)ari(tu) eṉṟō neṭi(tu)iṅṅa ṉēyiruntāl

āṅkuiṟ paḻiyām eṉavō aṟiyēṉ ayarkiṉṟatē

Gleich dem kleinen Tanzsaal des Siegers ist sie, der die feindlichen Städte ins Feuer stürzte und die Frau mit konguknospengleichen Brüsten als seine Hälfte trägt. Ermattet sie, weil nach der Trennung ein Wiedersehen schwer wäre? Oder weil ein längeres Verweilen hier daheim Schande brächte? Ich weiß nicht, weshalb sie so leidet.

Der Liebende erwägt zwei Ängste: Verlust der Nähe und gesellschaftliche Entdeckung. Die Geliebte spricht noch nicht selbst. Das Nichtwissen eröffnet einen Raum für mitfühlendes Verstehen.

Vers 14 – Vertrauen in die Gnade

தேவரில் பெற்றநம் செல்வக் கடிவடி வால்திருவே

யாவரின் பெற்றினி யார்சிதைப் பார்இமை யாதமுக்கண்
மூவரின் பெற்றவர் சிற்றம் பலம்அணி மொய்பொழில்வாய்ப்

பூஅரில் பெற்ற குழலிஎன் வாடிப் புலம்புவதே
tēvaril peṟṟanam celvak kaṭivaṭi vāltiruvē

yāvariṉ peṟṟiṉi yārcitaip pārimai yātamukkaṇ
mūvariṉ peṟṟavar ciṟṟam palamaṇi moypoḻilvāyp

pūaril peṟṟa kuḻalieṉ vāṭip pulampuvatē

Du glückverheißende Schöne, deine kostbare Gestalt haben wir durch die Gottheit gewonnen. Wer könnte sie uns nun wegnehmen, wer unsere Verbindung zerstören? Du mit Blumen im Haar, in den dichten Hainen des kleinen Tanzsaals jenes Dreiäugigen, der unter den Dreien hervorragt: Warum welken und klagen?

Der Mann beruft sich auf die Gnade, die beide zusammengeführt hat. Shiva erscheint als der Dreiäugige unter den großen Gottheiten. Die genaue Fügung der mittleren Zeilen ist gedrängt und sinngemäß wiedergegeben.

Vers 15 – Unsere Orte liegen nahe

வருங்குன்றம் ஒன்றுரித் தோன்தில்லை அம்பல வன்மலயத்(து)

இருங்குன்ற வாணர் இளங்கொடி யேஇடர் எய்தல்எம்மூர்ப்
பருங்குன்ற மாளிகை நுண்கள பத்தொளி பாயநும்மூர்க்

கருங்குன்றம் வெண்ணிறக் கஞ்சுகம் ஏய்க்கும் களங்குழையே
varuṅkuṉṟam oṉṟurit tōṉtillai ampala vaṉmalayat(tu)

iruṅkuṉṟa vāṇar iḷaṅkoṭi yēiṭar eytalemmūrp
paruṅkuṉṟa māḷikai nuṇkaḷa pattoḷi pāyanummūrk

karuṅkuṉṟam veṇṇiṟak kañcukam ēykkum kaḷaṅkuḻaiyē

Du junge Ranke der Bewohner des großen Berglandes, du mit glänzenden Ohrringen, leide nicht! Im Gebirge des Tänzers von Tillai, der den heranstürmenden Elefantenberg enthäutete, liegen unsere Orte nahe: Der helle Schimmer des feinen Sandelputzes unserer berggleichen Häuser legt sich wie ein weißes Gewand um den dunklen Berg eures Ortes.

Der Mann macht Nähe sichtbar, indem Licht von einem Wohnort zum anderen reicht. Das Bergtier ist der Elefant aus Shivas Mythos. Die tröstende Landschaft verbindet räumliche Entfernung mit fortbestehender Beziehung.

Vers 16 – Geh voraus, ich komme nach

தெளிவளர் வான்சிலை செங்கனி வெண்முத்தம், திங்களின்வாய்ந்(து)

அளிவளர் வல்லிஅன் னாய் முன்னி யாடுபின் யான்அளவா
ஒளிவளர் தில்லை ஒருவன் கயிலை யுகுபெருந்தேன்

துளிவளர் சாரல் கரந்துங்ங னேவந்து தோன்றுவனே
teḷivaḷar vāṉcilai ceṅkaṉi veṇmuttam, tiṅkaḷiṉvāyn(tu)

aḷivaḷar valliaṉ ṉāy muṉṉi yāṭupiṉ yāṉaḷavā
oḷivaḷar tillai oruvaṉ kayilai yukuperuntēṉ

tuḷivaḷar cāral karantuṅṅa ṉēvantu tōṉṟuvaṉē

Du freundliche Ranke, in deren Mondgesicht ein klarer Bogen, eine rote Frucht und weiße Perlen zusammenkommen! Geh voraus und spiele. Ich werde mich an den honigtropfenden Hängen des Kailasa jenes Einen verbergen, dessen Tillai im Licht erstrahlt, und danach unbemerkt auf diesem Weg wieder vor dir erscheinen.

Bogen, Frucht und Perlen bezeichnen Brauen, Lippen und Zähne. Die Geliebte soll zu ihren Gefährtinnen zurückkehren. Das Versprechen eines Wiedersehens mildert den ersten Abschied.

Vers 17 – Begegnung oder Traum?

புணர்ப்போன் நிலனும் விசும்பும் பொருப்புந்தன் பூங்கழலின்

துணர்ப்போ தெனக்கணி யாக்குந்தொல் லோன்தில்லைச் சூழ்பொழில்வாய்
இணர்ப்போ(து) அணிசூழல் ஏழைதன் நீர்மைஇந் நீர்மையென்றால்

புணர்ப்போ கனவோ பிறிதோ அறியேன் புகுந்ததுவே
puṇarppōṉ nilaṉum vicumpum poruppuntaṉ pūṅkaḻaliṉ

tuṇarppō teṉakkaṇi yākkuntol lōṉtillaic cūḻpoḻilvāy
iṇarppō(tu) aṇicūḻal ēḻaitaṉ nīrmaiin nīrmaiyeṉṟāl

puṇarppō kaṉavō piṟitō aṟiyēṉ pukuntatuvē

Er fügt Erde, Himmel und Berge zusammen; der Uralte macht die Blütenbüschel seiner Füße zu meinem Schmuck. Wenn die blumengeschmückte Frau in den Hainen um sein Tillai von solcher Art ist: War das, was mir widerfuhr, wirkliche Vereinigung, ein Traum oder etwas anderes? Ich weiß es nicht.

Nach der Begegnung steht der Mann staunend vor dem Geschehen. Die Gabe göttlicher Füße und die unverhoffte Liebe überschreiten beide das, was er sich selbst hätte verschaffen können.

Vers 18 – Die vertraute Freundin

உயிரொன்(று) உளமும்ஒன்(று) ஒன்றே சிறப்(பு)இவட்(கு) என்னோடென்னப்

பயில்கின்ற சென்று செவியுற நீள்படைக் கண்கள்விண்வாய்ச்
செயிர்ஒன்று முப்புரம் செற்றவன் தில்லைச்சிற் றம்பலத்துப்

பயில்கின்ற கூத்தன் அருளென லாகும் பணிமொழிக்கே
uyiroṉ(ṟu) uḷamumoṉ(ṟu) oṉṟē ciṟap(pu)ivaṭ(ku) eṉṉōṭeṉṉap

payilkiṉṟa ceṉṟu ceviyuṟa nīḷpaṭaik kaṇkaḷviṇvāyc
ceyiroṉṟu muppuram ceṟṟavaṉ tillaicciṟ ṟampalattup

payilkiṉṟa kūttaṉ aruḷeṉa lākum paṇimoḻikkē

„Ein Leben, ein Herz, dieselbe Würde teilen sie und ich“: Als die sanft Sprechende dies über ihre Freundin sagte, hörte ich es. Für die Frau mit langen waffengleichen Augen ist jene wie die Gnade des Tänzers, der in Tillais kleinem Tanzsaal wohnt und die drei feindlichen Städte am Himmel vernichtete.

Die Geliebte zeigt dem Mann ihre engste Freundin. Diese wird zur Mittlerin zwischen den Liebenden. Ihr Vergleich mit Gnade ist für die spätere geistige Auslegung der Figuren besonders wichtig.

Kapitel 2 – Vermittlung durch den Freund

Verse 19–48 des Tirukkovaiyar.

Vers 19 – Der hilfreiche Freund

பூங்கனை யார்புனல் தென்புலி யூர்புரிந்(து) அம்பலத்துள்

ஆங்கெனை யாண்டுகொண் டாடும் பிரானடித் தாமரைக்கே
பாங்கனை யான்அன்ன பண்பனைக் கண்(டு)இப் பரிசுரைத்தால்

ஈங்கெனை யார்தடுப் பார்மடப் பாவையை எய்துதற்கே
pūṅkaṉai yārpuṉal teṉpuli yūrpurin(tu) ampalattuḷ

āṅkeṉai yāṇṭukoṇ ṭāṭum pirāṉaṭit tāmaraikkē
pāṅkaṉai yāṉaṉṉa paṇpaṉaik kaṇ(ṭu)ip paricuraittāl

īṅkeṉai yārtaṭup pārmaṭap pāvaiyai eytutaṟkē

Wenn ich meinen Freund aufsuche, dessen Wesen ganz den Lotosfüßen des Herrn verbunden ist, und ihm erzähle, was geschehen ist: Wer könnte mich dann hindern, die anmutige Geliebte zu erreichen? Jener Herr liebt das wasserreiche südliche Puliyur; im Tanzsaal nahm er mich an und tanzt.

Mit dem zweiten Kapitel tritt der männliche Freund hervor. Auch er gehört zur Welt der Shiva-Verehrung. Menschliche Freundschaft wird zur konkreten Hilfe auf einem Weg, der allein schwer zu gehen ist.

Vers 20 – Was ist dir widerfahren?

சிறைவான் புனல்தில்லைச் சிற்றம் பலத்தும்என் சிந்தையுள்ளம்

உறைவான் உயர்மதில் கூடலின் ஆய்ந்தஒண் தீந்தமிழின்
துறைவாய் நுழைந்தனை யோஅன்றி ஏழிசைச் சூழல்புக்கோ

இறைவா தடவரைத் தோட்கென்கொ லாம்புகுந்(து) எய்தியதே
ciṟaivāṉ puṉaltillaic ciṟṟam palattumeṉ cintaiyuḷḷam

uṟaivāṉ uyarmatil kūṭaliṉ āyntaoṇ tīntamiḻiṉ
tuṟaivāy nuḻaintaṉai yōaṉṟi ēḻicaic cūḻalpukkō

iṟaivā taṭavarait tōṭkeṉko lāmpukun(tu) eytiyatē

Bist du in die feinen Bereiche des süßen Tamil eingedrungen, das im hoch ummauerten Kudal geprüft wird? Oder hast du dich in den Kreis der sieben Töne versenkt? Mein Herr mit berggleichen Schultern, was hat dich ergriffen? Der Herr des wasserumhegten Tillai wohnt in seinem kleinen Tanzsaal und in meinem innersten Herzen.

Der Freund bemerkt die Veränderung des Liebenden. Er fragt zunächst nach Dichtung und Musik als möglichen Ursachen. Kudal verweist auf die tamilische Gelehrsamkeit; das Liebesgeheimnis muss erst ausgesprochen werden.

Vers 21 – Die Ursache seiner Schwäche

கோம்பிக்(கு) ஒதுங்கிமே யாமஞ்ஞை குஞ்சரம் கோளிழைக்கும்

பாம்பைப் பிடித்துப் படங்கிழித்(து) ஆங்(கு)அப் பணைமுலைக்கே
தேம்பல் துடியிடை மான்மட நோக்கிதில் லைச் சிவன்தாள்

ஆம்பொன் தடமலர் சூடும்என் ஆற்றல் அகற்றியதே
kōmpik(ku) otuṅkimē yāmaññai kuñcaram kōḷiḻaikkum

pāmpaip piṭittup paṭaṅkiḻit(tu) āṅ(ku)ap paṇaimulaikkē
tēmpal tuṭiyiṭai māṉmaṭa nōkkitil laic civaṉtāḷ

āmpoṉ taṭamalar cūṭumeṉ āṟṟal akaṟṟiyatē

Der Pfau, der sich nicht scheu verbirgt, greift die Schlange, die selbst dem Elefanten Verderben bringt, und zerreißt ihre Haube. So erscheint die zarte Taille unter ihren Brüsten. Ihr sanfter Hirschblick hat mir die Kraft genommen, die goldenen, weiten Lotosfüße Shivas von Tillai als Schmuck zu tragen.

Der Liebende gesteht die Macht ihres Blickes. Die gedrängten Tiervergleiche am Anfang sind nicht sicher aufzulösen; die Übertragung bleibt dort vorläufig. Sicher ist der Verlust seiner bisherigen inneren Festigkeit.

Vers 22 – Der Freund widerspricht

உளமாம் வகைநம்மை உய்யவந்(து) ஆண்டுசென்(று) உம்பர்உய்யக்

களமாம் விடம்அமிர்(து) ஆக்கிய தில்லைத்தொல் லோன்கயிலை
வளமாம் பொதும்பரின் வஞ்சித்து நின்றோர்வஞ் சிம்மருங்குல்

இளமான் விழித்ததென் றோஇன்றெம் அண்ணல் இரங்கியதே
uḷamām vakainammai uyyavan(tu) āṇṭuceṉ(ṟu) umparuyyak

kaḷamām viṭamamir(tu) ākkiya tillaittol lōṉkayilai
vaḷamām potumpariṉ vañcittu niṉṟōrvañ cimmaruṅkul

iḷamāṉ viḻittateṉ ṟōiṉṟem aṇṇal iraṅkiyatē

Unser Herr kam, nahm uns an und schenkte uns das Heil; damit die Himmlischen lebten, machte er das Gift in seiner Kehle zum Nektar. Soll unser edler Freund nun klagen, bloß weil im reichen Hain seines Kailasa eine rankenschlanke Hirschkuh stand und ihn mit ihrem Blick betörte?

Der Freund spricht zunächst tadelnd. Die Hirschkuh bezeichnet die Geliebte. Der Hinweis auf den Gifttrinker Nilakantha stellt ihrer scheinbar kleinen Macht die Größe des göttlichen Schutzes gegenüber.

Vers 23 – Du hast sie nicht gesehen

சேணிற் பொலிசெம்பொன் மாளிகைத் தில்லைச்சிற்றம் பலத்து

மாணிக்கக் கூத்தன் வடவான் கயிலை மயிலைமன்னும்
பூணிற் பொலிகொங்கை யாவியை ஒவியப் பொற்கொழுந்தைக்

காணிற் கழறலை கண்டிலை மென்தோள் கரும்பினையே
cēṇiṟ policempoṉ māḷikait tillaicciṟṟam palattu

māṇikkak kūttaṉ vaṭavāṉ kayilai mayilaimaṉṉum
pūṇiṟ polikoṅkai yāviyai oviyap poṟkoḻuntaik

kāṇiṟ kaḻaṟalai kaṇṭilai meṉtōḷ karumpiṉaiyē

Hättest du sie gesehen, würdest du mich nicht tadeln: diesen Pfau am nördlichen Kailasa des juwelengleichen Tänzers im kleinen Tanzsaal von Tillai mit seinen hoch glänzenden Goldpalästen! Sie trägt Schmuck auf den Brüsten, ist mein Leben, ein gemalter goldener Spross, ein Zuckerrohr mit weichen Schultern. Du hast sie nicht gesehen!

Der Liebende antwortet auf das Urteil des Freundes mit dem Vorrang der Erfahrung. Für ihn erschließt erst die Begegnung, weshalb alle bisherigen Maßstäbe versagen.

Vers 24 – Warum leidet dein Herz?

விலங்கலைக் கால்கொண்டு மேன்மேல் இடவிண்ணும் மண்ணும் முந்நீர்க்

கலங்கலைச் சென்றஅன் றுகலங் காய்கமழ் கொன்றைதுன்றும்
அலங்கலைச் சூழ்ந்தசிற்றம்பலத் தான்அருள் இல்லவர்போல்

தலங்கலைச் சென்றிதென் னோவள்ளல் உள்ளம் துயர்கின்றதே
vilaṅkalaik kālkoṇṭu mēṉmēl iṭaviṇṇum maṇṇum munnīrk

kalaṅkalaic ceṉṟaaṉ ṟukalaṅ kāykamaḻ koṉṟaituṉṟum
alaṅkalaic cūḻntaciṟṟampalat tāṉaruḷ illavarpōl

talaṅkalaic ceṉṟiteṉ ṉōvaḷḷal uḷḷam tuyarkiṉṟatē

Du würdest nicht wanken, selbst wenn der Wind die Berge immer höher schleuderte und Himmel, Erde und die drei Wasser in Aufruhr gerieten. Freigebiger, warum gerätst du nun ins Schwanken und leidest im Herzen wie jene, denen die Gnade des Herrn der kleinen Halle fehlt, der Girlanden voll duftender Konrai-Blüten trägt?

Der Freund spricht den Liebenden an. Dessen frühere Standhaftigkeit wird dem jetzigen Liebesleid gegenübergestellt; der Vergleich gilt dem Menschen, nicht einer Erschütterung Shivas. Die Fügung des kosmischen Sturmvergleichs ist sinngemäß wiedergegeben.

Vers 25 – Selbst der Standhafte wankt

தலைப்படு சால்பினுக் கும்தள ரேன்சித்தம் பித்தனென்று

மலைத்தறி வார்இல்லை யாரையும் தேற்றுவன் எத்துணையும்
கலைச்சிறு திங்கள் மிலைத்தசிற் றம்பல வன்கயிலை

மலைச்சிறு மான்விழி யால்அழி வுற்று மயங்கினனே
talaippaṭu cālpiṉuk kumtaḷa rēṉcittam pittaṉeṉṟu

malaittaṟi vārillai yāraiyum tēṟṟuvaṉ ettuṇaiyum
kalaicciṟu tiṅkaḷ milaittaciṟ ṟampala vaṉkayilai

malaicciṟu māṉviḻi yālaḻi vuṟṟu mayaṅkiṉaṉē

Vor hohen Anforderungen verlor ich nie den Mut; niemand konnte mich als verwirrten oder wahnsinnigen Geist bezeichnen. Anderen vermochte ich jederzeit Klarheit zu geben. Nun aber bin ich am Blick einer kleinen Hirschkuh vom Kailasa des Tänzers, der die schmale Mondsichel trägt, zerbrochen und völlig verwirrt.

Der Mann benennt den Abstand zwischen früherer Selbstsicherheit und gegenwärtiger Hilflosigkeit. Liebe entzieht sich seiner gewohnten Fähigkeit, sich und andere zu beherrschen.

Vers 26 – Die Last des Geschicks

நல்வினை யும்நயம் தந்தின்று வந்து நடுங்குமின்மேல்

கொல்வினை வல்லன கோங்கரும் பாம்என்று பாங்கன் சொல்ல
வல்வினை மேருவில் வைத்தவன் தில்லை தொழாரின் வெள்கித்

தொல்வினை யால்துய ரும்என(து) ஆருயிர் துப்புறவே
nalviṉai yumnayam tantiṉṟu vantu naṭuṅkumiṉmēl

kolviṉai vallaṉa kōṅkarum pāmeṉṟu pāṅkaṉ colla
valviṉai mēruvil vaittavaṉ tillai toḻāriṉ veḷkit

tolviṉai yāltuya rumeṉa(tu) āruyir tuppuṟavē

„Gute Taten haben dir heute diese Freude geschenkt: Auf dem zitternden Blitz stehen Kongu-Knospen, die zu töten vermögen!“ So spricht mein Freund. Beschämt wie jene, die Tillai des Herrn mit dem Meru-Bogen nicht verehren, leidet mein kostbares Leben an früherem Karma. Das ist nun mein Los.

Blitz und Knospen bezeichnen Taille und Brüste. Der Freund und der Liebende bewerten dieselbe Fügung unterschiedlich. Die zugespitzte Rede von Karma macht diese Spannung hörbar.

Vers 27 – Erinnere dich an dein Wesen

ஆலத்தி னால்அமிர்(து) ஆக்கிய கோன்தில்லை அம்பலம்போல்

கோலத்தி னாள்பொருட் டாக அமிர்தம் குணங்கெடினும்
காலத்தி னால்மழை மாறினும் மாறாக் கவிகைநின்பொற்

சீலத்தை நீயும் நினையா(து) ஒழிவதென் தீவினையே
ālatti ṉālamir(tu) ākkiya kōṉtillai ampalampōl

kōlatti ṉāḷporuṭ ṭāka amirtam kuṇaṅkeṭiṉum
kālatti ṉālmaḻai māṟiṉum māṟāk kavikainiṉpoṟ

cīlattai nīyum niṉaiyā(tu) oḻivateṉ tīviṉaiyē

Selbst wenn Nektar seine Güte verlöre und der Regen zur rechten Jahreszeit ausbliebe, wankte deine Freigebigkeit unter dem Schirm deiner Herrschaft nicht. Dass du nun um einer Frau willen dein kostbares Wesen vergisst, ist mein Unglück! Ihre Schönheit gleicht dem Tanzsaal in Tillai des Königs, der tödliches Gift in Nektar verwandelte.

Die Treue des Freundes spricht durch seine Klage. Er erinnert den Mann an dessen beständige Großzügigkeit. Das persönliche Liebesleid bedroht in seinen Augen auch dessen Verantwortung für andere.

Vers 28 – Wo lebt sie?

நின்னுடை நீர்மையும் நீயும்இவ் வாறு நினைத்தெருட்டும்

என்னுடை நீர்மையி(து) என்னென்ப தேதில்லை யேர்கொள்முக்கண்
மன்னுடை மால்வரை யோமல ரோவிகம் போசிலம்பா

என்னிடம் யாதியல் நின்னையின் னேசெய்த ஈர்ங்கொடிக்கே
niṉṉuṭai nīrmaiyum nīyumiv vāṟu niṉaitteruṭṭum

eṉṉuṭai nīrmaiyi(tu) eṉṉeṉpa tētillai yērkoḷmukkaṇ
maṉṉuṭai mālvarai yōmala rōvikam pōcilampā

eṉṉiṭam yātiyal niṉṉaiyiṉ ṉēceyta īrṅkoṭikkē

So steht es um dich und deine Standhaftigkeit – und so wenig vermag ich, dich mit meinen Worten zu beruhigen! Was soll ich sagen? Du Herr der Berge, wo lebt die zarte Ranke, die dich so verändert hat? Auf dem großen Berg des schönen Dreiäugigen von Tillai, in einer Blüte oder im Himmel? Und welcher Art ist sie?

Der Freund geht vom Tadeln zum Fragen über. Erst indem er den Ort und die Eigenart der Geliebten kennenlernen möchte, wird er zum wirklichen Helfer.

Vers 29 – Unsere eigene Gottheit

விழியால் பிணையாம் விளங்கிய லான்மயி லாம்மிழற்று

மொழியால் கிளியாம் முதுவா னவர்தம் முடித்தொகைகள்
கழியாக் கழல்தில்லைக் கூத்தன் கயிலைமுத் தம்மலைத்தேன்

கொழியாத் திகழும் பொழிற்(கு)எழி லாம்எங் குலதெய்வமே
viḻiyāl piṇaiyām viḷaṅkiya lāṉmayi lāmmiḻaṟṟu

moḻiyāl kiḷiyām mutuvā ṉavartam muṭittokaikaḷ
kaḻiyāk kaḻaltillaik kūttaṉ kayilaimut tammalaittēṉ

koḻiyāt tikaḻum poḻiṟ(ku)eḻi lāmeṅ kulateyvamē

Ihr Blick ist der einer Hirschkuh, ihre leuchtende Anmut die eines Pfaus, ihre zarte Rede die eines Papageis. Sie ist der Schmuck jenes Hains am Kailasa, wo Perlen und Berghonig in Fülle liegen, und unsere eigene Gottheit. Dort herrscht der Tänzer von Tillai, dessen Füße die Kronen der uralten Himmlischen niemals verlassen.

Der Mann beschreibt die Geliebte durch Tiere, Landschaft und sakrale Nähe. „Unsere Gottheit“ ist hier eine Liebesanrede. Die Verehrung Shivas bleibt zugleich ausdrücklich gegenwärtig.

Vers 30 – Ich will sie aufsuchen

குயிலைச் சிலம்படிக் கொம்பினைத் தில்லையெங் கூத்தப்பிரான்

கயிலைச் சிலம்பில்பைம் பூம்புனம் காக்கும் கருங்கண்செவ்வாய்
மயிலைச் சிலம்புகண்(டு) யான்போய் வருவன்வண் பூங்கொடிகள்

பயிலச் சிலம்பெதிர் கூய்ப்பண்ணை நண்ணும் பனிக்கறையே
kuyilaic cilampaṭik kompiṉait tillaiyeṅ kūttappirāṉ

kayilaic cilampilpaim pūmpuṉam kākkum karuṅkaṇcevvāy
mayilaic cilampukaṇ(ṭu) yāṉpōy varuvaṉvaṇ pūṅkoṭikaḷ

payilac cilampetir kūyppaṇṇai naṇṇum paṉikkaṟaiyē

Ich werde hingehen und wiederkommen, nachdem ich sie gesehen habe: den Kuckuck, die Ranke mit klingenden Fußreifen, den schwarzäugigen, rotlippigen Pfau, der das grüne blühende Feld am Kailasa unseres Tänzers von Tillai bewacht. Dort rufen sich die Vögel bei den blütenreichen Ranken zu, und am Feld liegt ein kühler Fels.

Der Freund verspricht konkrete Hilfe. Vogelstimmen und Felder geben der Begegnung einen erkennbaren Ort. Die letzte Landschaftsfügung ist gedrängt und sinngemäß zusammengeführt.

Vers 31 – Auf dem Weg zu ihr

கொடுங்கால் குலவரை ஏழ்ஏழ் பொழில்எழில் குன்றும்அன்றும்

நடுங்கா தவனை நடுங்க நுடங்கு நடுவுடைய
விடங்கால் அயிற்கண்ணி மேவுங்கொ லாம்தில்லை ஈசன் வெற்பில்

தடங்கார் தருபெரு வான்பொழில் நீழலம் தண்புனத்தே
koṭuṅkāl kulavarai ēḻēḻ poḻileḻil kuṉṟumaṉṟum

naṭuṅkā tavaṉai naṭuṅka nuṭaṅku naṭuvuṭaiya
viṭaṅkāl ayiṟkaṇṇi mēvuṅko lāmtillai īcaṉ veṟpil

taṭaṅkār taruperu vāṉpoḻil nīḻalam taṇpuṉattē

Er zitterte nicht einmal, wenn ein wilder Sturm die sieben großen Berge und die sieben Länder ihrer Schönheit beraubte. Nun hat ihn die schwankende Taille dieser Frau mit giftverströmenden Speeraugen zum Zittern gebracht. Wohnt sie wohl im kühlen, beschatteten Feld unter den großen regenreichen Hainen am Berg des Herrn von Tillai?

Unterwegs staunt der Freund über die Macht der Geliebten. Die kosmische Tapferkeit des Mannes und sein Zittern vor der Liebe werden bewusst übersteigert gegenübergestellt.

Vers 32 – Die Beschreibung wird Wirklichkeit

வடிக்கண் இவைவஞ்சி அஞ்சும் இடைஇது வாய்பவளம்

துடிக்கின்ற வாவெற்பன் சொற்பரி சேயான் தொடர்ந்துவிடா
அடிச்சந்த மாமலர் அண்ணல்விண் ணோர்வணங்(கு) அம்பலம்போல்

படிச்சந் தமும்இது வேஇவ ளேஅப் பணிமொழியே
vaṭikkaṇ ivaivañci añcum iṭaiitu vāypavaḷam

tuṭikkiṉṟa vāveṟpaṉ coṟpari cēyāṉ toṭarntuviṭā
aṭiccanta māmalar aṇṇalviṇ ṇōrvaṇaṅ(ku) ampalampōl

paṭiccan tamumitu vēiva ḷēap paṇimoḻiyē

Dies sind die scharfen Augen; dies ist die Taille, vor der selbst eine Ranke sich scheut; der Mund ist lebendige Koralle! Es ist genau, wie der Bergherr sagte. Ihre Gestalt gleicht dem Tanzsaal, den die Himmlischen verehren und dessen blütengleiche Füße ich niemals loslasse. Ja, sie ist jene sanft Sprechende!

Der Freund sieht nun selbst. Seine Beschreibungen greifen die Worte des Liebenden auf und bestätigen sie. Die bisher gehörte Schönheit wird unmittelbare Erfahrung.

Vers 33 – Nun bewundert er den Freund

குவளைக்களத்(து)அம் பலவன் குரைகழல் போற்கமலத்

தவளைப் பயங்கர மாகநின்(று) ஆண்ட அவயவத்தின்
இவளைக்கண்(டு) இங்குநின்(று) அங்குவந்(து) அத்துனை யும்பகர்ந்த

கவளக் களிற்றண்ண லேதிண்ணி யான்இக் கடலிடத்தே
kuvaḷaikkaḷat(tu)am palavaṉ kuraikaḻal pōṟkamalat

tavaḷaip payaṅkara mākaniṉ(ṟu) āṇṭa avayavattiṉ
ivaḷaikkaṇ(ṭu) iṅkuniṉ(ṟu) aṅkuvan(tu) attuṉai yumpakarnta

kavaḷak kaḷiṟṟaṇṇa lētiṇṇi yāṉik kaṭaliṭattē

Ihre Glieder lassen selbst die Lotosbewohnerin erschrecken, wie die klingenden Füße des dunkelkehligen Tänzers Ehrfurcht wecken. Wer sie sah, von hier fortging, zu mir kam und noch all dies erzählen konnte: Dieser elefantengleiche Herr ist wahrhaft standhaft in der meerumgebenen Welt!

Der Tadel schlägt in Bewunderung um. Der Bezug auf die Lotosbewohnerin, Lakshmi, steigert die Schönheit der Frau. Die erste Vergleichsfügung ist nicht ganz eindeutig und bleibt vorsichtig übertragen.

Vers 34 – Eine verhüllte Botschaft

பணந்தாழ் அரவரைச் சிற்றம் பலவர்பைம் பொற்கயிலைப்

புணர்ந்தாங்(கு) அகன்ற பொருகரி யுன்னிப் புனத்தயலே
மணந்தாழ் பொழிற்கண் வடிக்கண் பரப்பி மடப்பிடிவாய்

நிணந்தாழ் சுடரிலை வேல்கண் டேன்ஒன்று நின்றதுவே
paṇantāḻ aravaraic ciṟṟam palavarpaim poṟkayilaip

puṇarntāṅ(ku) akaṉṟa porukari yuṉṉip puṉattayalē
maṇantāḻ poḻiṟkaṇ vaṭikkaṇ parappi maṭappiṭivāy

niṇantāḻ cuṭarilai vēlkaṇ ṭēṉoṉṟu niṉṟatuvē

Am grüngoldenen Kailasa des Herrn mit der Schlange um die Hüften, neben dem Feld im duftenden Hain, sah ich eine sanfte Elefantenkuh. Sie dachte an den kämpfenden Elefanten, der sich mit ihr vereint hatte und fortgegangen war, und ließ ihren scharfen Blick schweifen. Da stand ein glänzender blattförmiger Speer, an dem Fleisch hing.

Der Freund berichtet durch ein Tiergleichnis vom Zustand der Geliebten. Das abschließende Speerbild ist stark verdichtet und bleibt unsicher; wahrscheinlich führt es zu den verwundenden Augen zurück. Die Situationsangabe nennt ausdrücklich die Elefantenkuh als Verhüllung.

Vers 35 – Ein Körper voller Wunder

கயலுள வேகம லத்தவர் மீது கனிபவளத்(து)

அயலுள வேமுத்தம் ஒத்த நிரைஅரன் அம்பலத்தின்
இயலுள வேபிணைச் செப்புவெற் பாநின(து) ஈர்ங்கொடிமேல்

புயலுள வேமலர் சூழ்ந்திருள் தூங்கிப் புரள்வனவே
kayaluḷa vēkama lattavar mītu kaṉipavaḷat(tu)

ayaluḷa vēmuttam otta niraiaraṉ ampalattiṉ
iyaluḷa vēpiṇaic ceppuveṟ pāniṉa(tu) īrṅkoṭimēl

puyaluḷa vēmalar cūḻntiruḷ tūṅkip puraḷvaṉavē

Auf einem Lotos liegen Fische; neben reifer Koralle steht eine Reihe kühler Perlen. Zwei gewölbte Schalen besitzen die Schönheit von Haras Tanzsaal. Du Herr des Berges, auf deiner zarten Ranke liegt auch eine Wolke: Von Blumen umgeben rollt und ruht dort dichte Dunkelheit.

Fische, Koralle, Perlen, Schalen und Wolke bezeichnen Augen, Lippen, Zähne, Brüste und Haar. Der Freund beschreibt die Geliebte nun in derselben staunenden Bildsprache wie der Liebende.

Vers 36 – Das ist mein Leben

எயிற்குலம் முன்(று)இரும் தீஎய்த எய்தவன் தில்லையத்துக்

குயிற்குலம் கொண்டுதொண் டைக்கனி வாய்க்குளிர் முத்தம்நிரைத்(து)
அயிற்குல வேல்கம லத்திற் கிடத்தி அனம்நடக்கும்

மயிற்குலம் கண்டதுண் டேல்அது என்னுடை மன்னுயிரே
eyiṟkulam muṉ(ṟu)irum tīeyta eytavaṉ tillaiyattuk

kuyiṟkulam koṇṭutoṇ ṭaikkaṉi vāykkuḷir muttamnirait(tu)
ayiṟkula vēlkama lattiṟ kiṭatti aṉamnaṭakkum

mayiṟkulam kaṇṭatuṇ ṭēlatu eṉṉuṭai maṉṉuyirē

Wenn du in Tillai dessen, der die drei Festungen mit einem Pfeil ins große Feuer stürzte, einen Pfau gesehen hast, der mit der Stimme des Kuckucks spricht und wie ein Schwan geht; mit Reihen kühler Perlen im fruchtroten Mund und scharfen Speeren im Lotosgesicht: Dann ist es mein beständiges Leben, das du gesehen hast.

Der Mann erkennt die Geliebte in den Bildern des Freundes wieder. Die Nachricht eröffnet den Weg zur erneuten Begegnung. Das „Leben“ ist eine Anrede größter Verbundenheit.

Vers 37 – Wird er wiederkommen?

ஆவியன் னாய்கவ லேல்அக லேம்என்(று) அளித்தொளித்த

ஆவியன் னார்மிக் கவாயின ராய்க்கெழு மற்(கு)அழிவுற்(று)
ஆவியன் னார்மன்னி ஆடிடம் சேர்வர்கொல் அம்பலத்தெம்

ஆவியன் னான்பயி லுங்கயி லாயத்(து) அருவரையே
āviyaṉ ṉāykava lēlaka lēmeṉ(ṟu) aḷittoḷitta

āviyaṉ ṉārmik kavāyiṉa rāykkeḻu maṟ(ku)aḻivuṟ(ṟu)
āviyaṉ ṉārmaṉṉi āṭiṭam cērvarkol ampalattem

āviyaṉ ṉāṉpayi luṅkayi lāyat(tu) aruvaraiyē

„Du bist mir wie das Leben; sorge dich nicht, ich werde dich nicht verlassen“, sagte er gütig und verschwand. Sind seine Worte nun mächtiger als seine Nähe? Während ich vor Sehnsucht vergehe: Wird der, der mir das Leben ist, zu unserem Spielplatz am schwer zugänglichen Kailasa zurückkehren, wo unser Lebensherr, der Tänzer, wohnt?

Nun wird die Sehnsucht der Frau hörbar. Der Gegensatz von Versprechen und Abwesenheit trägt den Vers. Eine mittlere Wendung ist sprachlich unsicher; der Ruf nach Wiederkehr ist eindeutig.

Vers 38 – Der ganze Hain gleicht ihr

காம்பிணை யால்களி மாமயி லால்கதிர் மாமணியால்

வாம்பிணை யால்வல்லி ஒல்குத லான்மன்னும் அம்பலவன்
பாம்பிணை யாக்குழை கொண்டோன் கயிலைப் பயில்புனமும்

தேம்பிணை வார்குழ லாளெனத் தோன்றும்என் சிந்தனைக்கே
kāmpiṇai yālkaḷi māmayi lālkatir māmaṇiyāl

vāmpiṇai yālvalli olkuta lāṉmaṉṉum ampalavaṉ
pāmpiṇai yākkuḻai koṇṭōṉ kayilaip payilpuṉamum

tēmpiṇai vārkuḻa lāḷeṉat tōṉṟumeṉ cintaṉaikkē

Ein Paar Bambusstämme, ein freudiger großer Pfau, ein strahlendes Juwel, eine springende Hirschkuh, das Wiegen einer Ranke: So zeigt sich mir das Feld am Kailasa des beständigen Tänzers, der Schlangen als Ohrringe trägt. In meinen Gedanken erscheint die ganze Landschaft wie die Frau mit ihrem honigduftenden Haar.

Der Liebende sieht die vertrauten Schönheitsbilder nun überall. Landschaft und Erinnerung durchdringen einander. Der Hain wird nicht bloß Hintergrund, sondern Träger der Beziehung.

Vers 39 – Mein Leben steht vor mir

நேயத்த தாய்நென்னல் என்னைப் புணர்ந்துநெஞ் சம்நெகப்போய்

ஆயத்த தாய் அமிழ் தாய்அணங் காய்அரன் அம்பலம்போல்
தேயத்த தாய்என்றன் சிந்தைய தாய்த்தெரி யிற்பெரிது

மாயத்த தாகி இதோவந்து நின்ற(து)என் மன்னுயிரே
nēyatta tāyneṉṉal eṉṉaip puṇarntuneñ camnekappōy

āyatta tāy amiḻ tāyaṇaṅ kāyaraṉ ampalampōl
tēyatta tāyeṉṟaṉ cintaiya tāytteri yiṟperitu

māyatta tāki itōvantu niṉṟa(tu)eṉ maṉṉuyirē

Gestern vereinte sie sich liebevoll mit mir, ging fort und ließ mein Herz schmelzen. Sie war bei ihren Gefährtinnen, war Nektar, war ein göttliches Wesen, war ein Ort wie Haras Tanzsaal und wohnte in meinem Denken. In unergründlichem Zauber steht nun mein eigenes Leben wieder hier vor mir!

Die ersehnte Frau erscheint erneut. Der Vers sammelt ihre verschiedenen Gegenwartsweisen: leiblich, erinnert und innerlich erfahren. Das Wiedersehen hebt die Trennung für einen Augenblick auf.

Vers 40 – Welche Askese führt zu ihr?

தாதிவர் போதுகொய் யார்தைய லார்அங்கை கூப்பநின்று

சோதி வரிப்பந்(து) அடியார் கனைப்புனல் ஆடல்செய்யார்
போதிவர் கற்பக நாடுபுல் வென்னத்தம் பொன்அடிப்பாய்

யாதிவர் மாதவம் அம்பலத் தான்மலை எய்துதற்கே
tātivar pōtukoy yārtaiya lāraṅkai kūppaniṉṟu

cōti varippan(tu) aṭiyār kaṉaippuṉal āṭalceyyār
pōtivar kaṟpaka nāṭupul veṉṉattam poṉaṭippāy

yātivar mātavam ampalat tāṉmalai eytutaṟkē

Sie pflückt keine pollenreichen Blumen, faltet nur ihre Hände; sie spielt nicht mit dem glänzenden Streifenball und badet nicht im tiefen Wasser. Selbst das Land der Wunschbäume scheint gering neben ihren goldenen Füßen. Welche große Askese müsste man vollbringen, um diese Frau auf dem Berg des Tänzers zu erreichen?

Der Mann trifft sie allein und in stiller Haltung. Ihre Abkehr vom gewohnten Spiel verrät die Sehnsucht. Die Frage nach Tapas führt die Liebe erneut in die Sprache geistiger Kostbarkeit.

Vers 41 – Öffne deinen Mund

காவிநின்(று) ஏர்தரு கண்டர்வண் தில்லைக்கண் ணார்கமலத்

தேவிஎன் றேஐயம் சென்ற(து)அன் றேஅறி யச்சிறிது
மாவியன் றன்னமென் னோக்கிநின் வாய்திற வாவிடின்என்

ஆவியன் றேஅமிழ் தேஅணங் கேஇன்(று) அழிகின்றதே
kāviniṉ(ṟu) ērtaru kaṇṭarvaṇ tillaikkaṇ ṇārkamalat

tēvieṉ ṟēaiyam ceṉṟa(tu)aṉ ṟēaṟi yacciṟitu
māviyaṉ ṟaṉṉameṉ ṉōkkiniṉ vāytiṟa vāviṭiṉeṉ

āviyaṉ ṟēamiḻ tēaṇaṅ kēiṉ(ṟu) aḻikiṉṟatē

Mein Zweifel, ob du die Lotosgöttin im herrlichen Tillai des dunkelkehligen Herrn bist, ist geschwunden. Du mit dem weichen Hirschblick, mein Nektar, mein göttliches Wesen: Wenn du deinen Mund nicht öffnest und mich wenigstens ein wenig verstehen lässt, ist es mein eigenes Leben, das heute zugrunde geht.

Der Mann bittet um ein erstes Wort. Die Schönheit hat ihn angezogen; nun braucht er ein Zeichen gegenseitigen Verstehens. Die Antwortlosigkeit erscheint ihm schmerzlicher als Ungewissheit über ihre Herkunft.

Vers 42 – Zuflucht bei der Ranke

அகலிடம் தாவிய வானோன் அறிந்திறைஞ்(சு) அம்பலத்தின்

இகலிடம் தாவிடை ஈசன் தொழாரின்இன் னற்கிடமாய்
உகலிடம் தான்சென்(று) எனதுயிர் நையா வகையதுங்கப்

புகலிடம் தாபொழில் வாய்எழில் வாய்தரு பூங்கொடியே
akaliṭam tāviya vāṉōṉ aṟintiṟaiñ(cu) ampalattiṉ

ikaliṭam tāviṭai īcaṉ toḻāriṉiṉ ṉaṟkiṭamāy
ukaliṭam tāṉceṉ(ṟu) eṉatuyir naiyā vakaiyatuṅkap

pukaliṭam tāpoḻil vāyeḻil vāytaru pūṅkoṭiyē

Du blühende Ranke am Hain, die du dich so schön entfaltest, gib mir einen Ort zum Verbergen! Lass mich in dir Zuflucht finden, damit mein Leben nicht in Leid vergeht wie das Leben jener, die den stierreitenden Herrn des Tanzsaals nicht verehren, vor dem selbst der Welten durchmessende Himmelsgott sich beugt.

Die Frau sucht aus Scheu Schutz bei einer Ranke. Das Verbergen ihrer Gestalt ist eine eigene Antwort auf die Nähe des Mannes. Vishnus Weltschritt erscheint als ehrende Anspielung im Shiva-Lob.

Vers 43 – Verbirg auch deine übrige Schönheit

தாழச்செய் தார்முடி தன்னடிக் கீழ்வைத் தவரைவிண்ணோர்

சூழச்செய் தான்அம் பலங்கை தொழாரின்உள் ளந்துளங்கப்
போழச்செய் யாமல்வை வேற்கண் புதைத்துப்பொன் னேஎன்னைநீ

வாழச்செய் தாய்கற்று முற்றும் புதைநின்னை வாணுதலே
tāḻaccey tārmuṭi taṉṉaṭik kīḻvait tavaraiviṇṇōr

cūḻaccey tāṉam palaṅkai toḻāriṉuḷ ḷantuḷaṅkap
pōḻaccey yāmalvai vēṟkaṇ putaittuppoṉ ṉēeṉṉainī

vāḻaccey tāykaṟṟu muṟṟum putainiṉṉai vāṇutalē

Du Goldene, du hast deine scharfen Speeraugen verborgen und mich dadurch am Leben gelassen, statt mein Herz zu durchbohren und erzittern zu machen wie das Herz derer, die seinen Tanzsaal nicht verehren. Er erhöht die, die ihre gekrönten Häupter zu seinen Füßen legen, sodass Himmlische sie umringen. Du mit leuchtender Stirn: Lerne nun auch, deine ganze übrige Gestalt zu verbergen!

Die Augen allein zu bedecken genügt dem Liebenden nicht: Ihre ganze Erscheinung überwältigt ihn. Scherz und ernstes Verlangen begegnen sich. Der überlieferte Situationshinweis nennt ausdrücklich die ganze Gestalt als seine „Todesmacht“.

Vers 44 – Die Scheu schmilzt

குருநாண் மலர்ப்பொழில் சூழ்தில்லைக் கூத்தனை ஏத்தலர்போல்

வருநாள் பிறவற்க வாழியரோ மற்றென் கண்மணிபோன்(று)
ஒருநாள் பிரியா(து) உயிரின் பழகி யுடன்வளர்ந்த

அருநாண் அளிய அழல்சேர் மெழுகொத்(து) அழிகின்றதே
kurunāṇ malarppoḻil cūḻtillaik kūttaṉai ēttalarpōl

varunāḷ piṟavaṟka vāḻiyarō maṟṟeṉ kaṇmaṇipōṉ(ṟu)
orunāḷ piriyā(tu) uyiriṉ paḻaki yuṭaṉvaḷarnta

arunāṇ aḷiya aḻalcēr meḻukot(tu) aḻikiṉṟatē

Möge mir keine weitere Geburt zuteilwerden wie denen, die den Tänzer von Tillai mit seinen frisch blühenden Hainen nicht preisen! Meine kostbare Scheu war wie mein Augapfel: Nicht einen Tag wich sie von mir, sie lebte mit meinem Leben und wuchs mit mir auf. Nun schmilzt sie, ach, wie Wachs am Feuer.

Die Frau erlebt das Nachlassen einer ihr vertrauten Zurückhaltung. Die Klage zeigt, wie tief die Begegnung ihr Selbstverständnis berührt. Die Liebesdichtung würdigt diesen inneren Übergang als ernstes Geschehen.

Vers 45 – Die Bienen vertreiben

கோலத் தனிக்கொம்பர் உம்பர்புக்(கு) அஃதே குறைப்பவர்தம்

சீலத் தன்கொங்கை தேற்றகி லேம்சிவன் தில்லையன்னாள்
நூலொத்த நேரிடை நொய்ம்மையெண் ணாதுநுண் தேன்நசையால்

சாலத் தகாதுகண் டீர்வண்டு காள்கொண்டை சார்வதுவே
kōlat taṉikkompar umparpuk(ku) aḵtē kuṟaippavartam

cīlat taṉkoṅkai tēṟṟaki lēmcivaṉ tillaiyaṉṉāḷ
nūlotta nēriṭai noymmaiyeṇ ṇātunuṇ tēṉnacaiyāl

cālat takātukaṇ ṭīrvaṇṭu kāḷkoṇṭai cārvatuvē

Ihr Bienen, es ziemt sich nicht, aus Gier nach feinem Honig ihr Haar aufzusuchen und dabei ihre fadenschmale Taille nicht zu bedenken! Schon die Brüste der Frau, die Shivas Tillai gleicht, können wir nicht zur Vernunft bringen: Sie sind wie Menschen, die auf einen schönen einzelnen Ast steigen und dann eben diesen Ast abschneiden.

Der Mann vertreibt die Bienen und kann sich so der Geliebten nähern. Das Astbild beschreibt die schwere Last der Brüste auf der schmalen Taille. Sein scheinbarer Tadel ist zugleich liebevolle Annäherung.

Vers 46 – Unvergesslich

நீங்கரும் பொற்கழல் சிற்றம் பலவர் நெடுவிசும்பும்

வாங்கிருந் தெண்கடல் வையமும் எய்தினும் யான்மறவேன்
தீங்ரும் பும்அமிழ் துஞ்செழுந் தேனும் பொதிந்துசெப்பும்

கோங்கரும் பும்தொலைத்(து) என்னையும் ஆட்கொண்ட கொங்கைகளே
nīṅkarum poṟkaḻal ciṟṟam palavar neṭuvicumpum

vāṅkirun teṇkaṭal vaiyamum eytiṉum yāṉmaṟavēṉ
tīṅrum pumamiḻ tuñceḻun tēṉum potintuceppum

kōṅkarum pumtolait(tu) eṉṉaiyum āṭkoṇṭa koṅkaikaḷē

Auch wenn ich den weiten Himmel, das große klare Meer und die ganze Erde gewänne: Ich werde diese Brüste nicht vergessen! Sie bergen die Süße von Zuckerrohr, Nektar und reichem Honig, übertreffen gewölbte Schalen und Kongu-Knospen und haben mich ganz in Besitz genommen. So wenig lassen sich die goldenen Füße des Herrn im kleinen Tanzsaal verlassen.

Der Liebende bekennt die Unentbehrlichkeit der Geliebten. Die sinnliche Aufzählung bleibt ausdrücklich erhalten. Die Nähe zu Shivas Füßen bildet den Vergleich für eine Bindung, die weltlicher Gewinn nicht ersetzt.

Vers 47 – Kehre zu deinen Gefährtinnen zurück

சூளா மணியும்பர்க்(கு) ஆயவன் சூழ்பொழில் தில்லையன்னாய்க்(கு)

ஆளா ஒழிந்ததென் ஆருயிர் ஆரமிழ் தேஅணங்கே
தோளா மணியே பிணையே பலசொல்லி என்னைதுன்னும்

நாளார் மலர்பொழில் வாய்எழில் ஆயம் நணுகுகவே
cūḷā maṇiyumpark(ku) āyavaṉ cūḻpoḻil tillaiyaṉṉāyk(ku)

āḷā oḻintateṉ āruyir āramiḻ tēaṇaṅkē
tōḷā maṇiyē piṇaiyē palacolli eṉṉaituṉṉum

nāḷār malarpoḻil vāyeḻil āyam naṇukukavē

Mein kostbares Leben ist dein Diener geworden, du, die du dem hainumgebenen Tillai dessen gleichst, der den Himmlischen Kronjuwel ist. Du seltener Nektar, du Göttliche, ungebohrtes Juwel, Hirschkuh! Wozu noch viele Worte? Geh nun zu deinem schönen Kreis von Gefährtinnen im Hain mit seinen frisch geöffneten Blüten.

Nach der erneuten Nähe führt der Mann die Geliebte zurück in ihre Gemeinschaft. Die Anreden sind zärtlich und kostbar. Der Alltag verlangt eine Trennung, die den inneren Zusammenhang nicht aufhebt.

Vers 48 – Ein Ort, der fern und nah wird

பொய்யுடை யார்க்(கு)அரன் போல்அக லும்மகன் றாற்புணரின்

மெய்யுடை யார்க்கவன் அம்பலம் போல மிகநணுகும்
மையுடை வாட்கண் மணியுடைப் பூண்முலை வாணுதல்வான்

பையுரை வாளர வத்(து) அல்குல் காக்கும்பைம் பூம்புனமே
poyyuṭai yārk(ku)araṉ pōlaka lummakaṉ ṟāṟpuṇariṉ

meyyuṭai yārkkavaṉ ampalam pōla mikanaṇukum
maiyuṭai vāṭkaṇ maṇiyuṭaip pūṇmulai vāṇutalvāṉ

paiyurai vāḷara vat(tu) alkul kākkumpaim pūmpuṉamē

Wenn ich fortgehe, rückt das grüne blühende Feld, das sie bewacht, fern wie Hara für die Unwahrhaftigen. Kehre ich zurück, kommt es mir nahe wie sein Tanzsaal den Wahrhaftigen. Dort steht die Frau mit geschminkten scharfen Augen, juwelengeschmückten Brüsten, leuchtender Stirn und Hüften wie die breite Haube einer glänzenden Schlange.

Entfernung ist hier eine Erfahrung des Herzens. Das Feld verändert seinen Wert mit der Nähe zur Geliebten. Der Vergleich mit Wahrheit und Unwahrheit öffnet zugleich eine geistige Dimension des Naheseins.

Kapitel 3 – Wiederbegegnung am selben Ort

Vers 49 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Poetische Situationsregel

பொழிலிடைச் சேறல் இடந்தலை சொன்ன
வழியடு கூட்டி வருந்திசி னோரே.
poḻiliṭaic cēṟal iṭantalai coṉṉa
vaḻiyaṭu kūṭṭi varuntici ṉōrē.

Das Aufsuchen des Hains und die Wiederbegegnung am selben Ort werden auf dem genannten Weg zusammengeführt: So haben es die von Sehnsucht Bewegten geordnet.

Dieser zusätzliche Lehrvers erläutert die Situationsfolge. Die letzte Bezeichnung der Ordnenden kann auch auf kundige Ausleger verweisen.

Vers 49 – Wieder in den Hain

என்னறி வால்வந்த(து) அன்றிது முன்னும்இன் னும் முயன்றால்

மன்னெறி தந்த(து) இருந்தன்று தெய்வம் வருந்தல் நெஞ்சே
மின்எறி செஞ்சடைக் கூத்தப் பிரான்வியன் தில்லைமுந்நீர்

பொன்னெறி வார்துறை வாய்ச்சென்று மின்தோய் பொழிலிடத்தே
eṉṉaṟi vālvanta(tu) aṉṟitu muṉṉumiṉ ṉum muyaṉṟāl

maṉṉeṟi tanta(tu) iruntaṉṟu teyvam varuntal neñcē
miṉeṟi ceñcaṭaik kūttap pirāṉviyaṉ tillaimunnīr

poṉṉeṟi vārtuṟai vāycceṉṟu miṉtōy poḻiliṭattē

Dies kam nicht durch meinen Verstand zustande. Schon früher schenkte uns die Gottheit den verlässlichen Weg; wenn wir uns wieder bemühen, wird sie ihn nicht verweigern. Sorge dich nicht, mein Herz! Geh zum blitzhellen Hain bei der weiten, Gold anspülenden Wasserfurt von Tillai, wo der Herr mit blitzender roter Haarflechte tanzt.

Der Mann sucht den früheren Begegnungsort erneut auf. Eigenes Bemühen und Vertrauen auf die Fügung stehen zusammen. Das kurze dritte Kapitel macht aus Erinnerung eine neue Bewegung.

Kapitel 4 – Die Freundin ins Vertrauen ziehen

Verse 50–59 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

மதியுடன் படுத்தல் வரும்ஈ ரைந்தும்

குருஅறி வித்த திருவருள் அதனைச்

சிவத்துடன் கலந்து தெரிசனம் புரிதல்.
matiyuṭaṉ paṭuttal varumī raintum

kuruaṟi vitta tiruvaruḷ ataṉaic

civattuṭaṉ kalantu tericaṉam purital.

Die zweimal fünf Situationen des Gewinnens gemeinsamen Verständnisses bedeuten: die vom Guru offenbarte heilige Gnade in Verbindung mit Shiva schauen.

Die religiöse Kapiteleinleitung deutet das Verstehen der Freundin als Wirken von Guru und Gnade. Sie gehört zur überlieferten Auslegungsschicht, nicht zu den 400 Hauptversen.

Vers 50 – Die Freundin um Hilfe bitten

எளிதன்(று) இனிக்கனி வாய்வல்லி புல்லல் எழில்மதிக்கீற்(று)

ஒளிசென்ற செஞ்சடைக் கூத்தப் பிரானைஉன் னாரின்என்கண்
தெளிசென்ற வேற்கண் வருவித்த செல்லல்எல் லாம்தெளிவித்து

அளிசென்ற பூங்குழல் தோழிக்கு வாழி அறிவிப்பனே
eḷitaṉ(ṟu) iṉikkaṉi vāyvalli pullal eḻilmatikkīṟ(ṟu)

oḷiceṉṟa ceñcaṭaik kūttap pirāṉaiuṉ ṉāriṉeṉkaṇ
teḷiceṉṟa vēṟkaṇ varuvitta cellalel lāmteḷivittu

aḷiceṉṟa pūṅkuḻal tōḻikku vāḻi aṟivippaṉē

Von nun an wird es nicht leicht sein, die Ranke mit dem fruchtgleichen Mund zu umarmen. Wie ein Mensch, der des Tänzers mit rotem Haar und strahlender Mondsichel nicht gedenkt, leide ich durch ihre klaren Speeraugen. All dieses Leid werde ich deutlich aussprechen und ihrer Freundin mit dem bienenumflogenen Blumenhaar anvertrauen. Möge es gelingen!

Der Mann erkennt die Grenze unmittelbarer Annäherung. Er wendet sich an die Freundin und vertraut ihr seine Not an. Das vierte Kapitel entfaltet diese behutsame Suche nach Vermittlung.

Vers 51 – Die Vertraute ansprechen

குவளைக் கருங்கண் கொடியேர் இடையிக் கொடிக்கடைக்கண்

உவளைத் தனதுயிர் என்றது தன்னோ(டு) உவமையில்லா
தவளைத்தன் பால்வைத்த சிற்றம் பலத்தான் அருளிலர்போல்

துவளத் தலைவந்த இன்னலின் னேயினிச் சொல்லுவனே
kuvaḷaik karuṅkaṇ koṭiyēr iṭaiyik koṭikkaṭaikkaṇ

uvaḷait taṉatuyir eṉṟatu taṉṉō(ṭu) uvamaiyillā
tavaḷaittaṉ pālvaitta ciṟṟam palattāṉ aruḷilarpōl

tuvaḷat talaivanta iṉṉaliṉ ṉēyiṉic colluvaṉē

Sie sagte, diese mit schwarzblauen Lotosaugen und rankenschlanker Taille sei ihr eigenes Leben. Nun werde ich ihr das Leid erzählen, das mich schon vor meinen Augen welken lässt – wie jene welken, denen die Gnade des Herrn im kleinen Tanzsaal fehlt, der die unvergleichliche Frau als seine Hälfte bei sich trägt.

Der Mann erinnert sich an die enge Freundschaft beider Frauen aus Vers 18. Gerade diese Verbundenheit macht die Freundin zur geeigneten Ansprechpartnerin. Seine Absicht wird hier noch innerlich beschlossen.

Vers 52 – Die Frage nach dem Elefanten

இருங்களி யாய்இன்(று) யான்சிறு மாப்பஇன் பம்பணிவோர்

மருங்(கு)அளி யாஅனல் ஆடவல் லோன்தில்லை யான்மலையீங்(கு)
ஒருங்(கு)அளி யார்ப்ப உமிழ்மும் மதத்(து)இரு கோட்(டு)ஒருநீள்

கருக்களி யார்மத யானையுண் டோவரக் கண்டதுவே
iruṅkaḷi yāyiṉ(ṟu) yāṉciṟu māppaiṉ pampaṇivōr

maruṅ(ku)aḷi yāaṉal āṭaval lōṉtillai yāṉmalaiyīṅ(ku)
oruṅ(ku)aḷi yārppa umiḻmum matat(tu)iru kōṭ(ṭu)orunīḷ

karukkaḷi yārmata yāṉaiyuṇ ṭōvarak kaṇṭatuvē

Heute bin ich voller großer Erregung. Ihr Frauen am Berg des Herrn von Tillai, der die frische Schlange an der Hüfte trägt und im Feuer zu tanzen vermag: Habt ihr einen großen dunklen, mächtigen Elefanten kommen sehen, mit zwei langen Stoßzähnen und dreifach strömendem Musth, um den sich summende Bienen drängen?

Der Mann benutzt eine Jagdfrage, um ein Gespräch zu beginnen. Die eröffnende Wendung ist nicht sicher zu gliedern und vorläufig wiedergegeben. Der Elefant bietet einen gesellschaftlich unverfänglichen Vorwand für seine eigentliche Suche.

Vers 53 – Die Frage nach dem Hirsch

கருங்கண் ணனையறி யாமைநின் றோன்தில்லைக் கார்ப்பொழில்வாய்

வருங்கள் நனையவண் டாடும் வளரிள வல்லியன்னீர்
இருங்கண் அனைய கணைபொரு புண்புண ரிப்புனத்தின்

மருங்கண் அனையதுண் டோவந்த(து) ஈங்கொரு வான்கலையே
karuṅkaṇ ṇaṉaiyaṟi yāmainiṉ ṟōṉtillaik kārppoḻilvāy

varuṅkaḷ naṉaiyavaṇ ṭāṭum vaḷariḷa valliyaṉṉīr
iruṅkaṇ aṉaiya kaṇaiporu puṇpuṇa rippuṉattiṉ

maruṅkaṇ aṉaiyatuṇ ṭōvanta(tu) īṅkoru vāṉkalaiyē

Ihr jungen Ranken im dunklen Hain von Tillai dessen, den weder Vishnu noch Brahma erkannte! Bienen baden im frischen Honig eurer Blumen. Ist ein großer Hirsch hierhergekommen, an der Seite verwundet von einem Pfeil, der euren dunklen Augen gleicht? Kam er am Rand dieses Feldes vorbei?

Ein neuer Vorwand setzt die Annäherung fort. Der verwundete Hirsch spiegelt unauffällig die Lage des Fragenden. Die Augen als Pfeile verbinden Jagd und Liebesleid.

Vers 54 – Welcher Weg führt in euren Ort?

சிலம்பணி கொண்டசேர் சீறடி பங்கன்தன் சீரடியார்

குலம்பணி கொள்ள எனைக்கொடுத் தோன்கொண்டு தான்அணியும்
கலம்பணி கொண்டிடம் அம்பலம் கொண்டவன் கார்க்கயிலைச்

சிலம்பணி கொண்டநும் சீறூர்க்(கு) உரைமின்கள் செல்நெறியே
cilampaṇi koṇṭacēr cīṟaṭi paṅkaṉtaṉ cīraṭiyār

kulampaṇi koḷḷa eṉaikkoṭut tōṉkoṇṭu tāṉaṇiyum
kalampaṇi koṇṭiṭam ampalam koṇṭavaṉ kārkkayilaic

cilampaṇi koṇṭanum cīṟūrk(ku) uraimiṉkaḷ celneṟiyē

Nennt mir den Weg zu eurem kleinen Ort an den Berghängen des wolkenreichen Kailasa! Dort wohnt der Herr, der die Frau mit kleinen, fußreifgeschmückten Füßen als seine Hälfte trägt, der mich seiner edlen Dienerschar zum Dienst gab, Schlangen als Schmuck annahm und den Tanzsaal zu seiner Stätte machte.

Die Jagdfrage wechselt zur Wegfrage. Der Mann möchte das Gespräch offenhalten, ohne seine Liebe schon unverhüllt auszusprechen. Die ausführliche Shiva-Anrufung verankert auch diese Alltagsszene im religiösen Raum.

Vers 55 – Darf ich euren Wohnort erfahren?

ஒருங்(கு)அட மூவெயில் ஒற்றைக் கணைகொள்சிற் றம்பலவன்

கருங்கடம் மூன்றுகு நால்வாய்க் கரியுரித் தோன்கயிலை
இரும்கடம் மூடும் பொழில்எழில் கொம்பர்அன் னீர்களின்னே

வருங்கள்தம் ஊர்பகர்ந் தால்பழி யோஇங்கு வாழ்பவர்க்கு
oruṅ(ku)aṭa mūveyil oṟṟaik kaṇaikoḷciṟ ṟampalavaṉ

karuṅkaṭam mūṉṟuku nālvāyk kariyurit tōṉkayilai
irumkaṭam mūṭum poḻileḻil komparaṉ ṉīrkaḷiṉṉē

varuṅkaḷtam ūrpakarn tālpaḻi yōiṅku vāḻpavarkku

Ihr gleicht schönen Zweigen in den dunklen Hainen des Kailasa dessen, der die drei Festungen mit einem einzigen Pfeil niederwarf und dem Elefanten mit herabhängendem Rüssel, dessen dunkler Brunstsaft aus drei Stellen strömte, die Haut abzog. Wäre es denn ein Makel für die hier Wohnenden, einem Ankommenden jetzt den Namen ihres Ortes zu nennen?

Der Mann sucht eine höfliche Begründung für eine Antwort. Nālvāy bezeichnet den hängenden Mund beziehungsweise Rüssel des Elefanten; es bedeutet hier nicht „vier Mäuler“. Der Wörterbucheintrag belegt gerade diesen Vers als Beispiel.

Vers 56 – Dann nennt wenigstens eure Namen

தாரென்ன வோங்கும் சடைமுடி மேல்தனித் திங்கள்வைத்த

காரென்ன ஆரும் கறைமிடற்(று) அம்பல வன்கயிலை
ஊரென்ன என்னவும் வாய்திற வீர்ஒழி வீர்பழியேல்

பேரென்ன வோஉரை யீர்விரை யீர்ங்குழற் பேதையரே
tāreṉṉa vōṅkum caṭaimuṭi mēltaṉit tiṅkaḷvaitta

kāreṉṉa ārum kaṟaimiṭaṟ(ṟu) ampala vaṉkayilai
ūreṉṉa eṉṉavum vāytiṟa vīroḻi vīrpaḻiyēl

pēreṉṉa vōurai yīrvirai yīrṅkuḻaṟ pētaiyarē

Ihr Frauen mit duftendem, frischem Haar am Kailasa des Tänzers, dessen Kehle dunkel wie eine Wolke ist und der auf seiner hohen Haarflechte die einzelne Mondsichel trägt! Auf meine Frage nach eurem Ort öffnet ihr den Mund nicht. Wenn darin Schande läge, lasst sie fort – doch sagt wenigstens, wie ihr heißt!

Die Bitte wird kleiner, die Dringlichkeit größer. Der Liebende respektiert scheinbar die mögliche Scheu und sucht zugleich weiter nach einem persönlichen Zugang.

Vers 57 – Ein Gelübde des Schweigens?

இரதம் உடைய நடம்ஆட்(டு) உடையவர் எம்முடையர்

வரதம் உடைய அணிதில்லை அன்னவர் இப்புனத்தார்
விரதம் உடையர் விருந்தொடு பேச்சின்மை மீட்டதன்றேல்

சரத முடையர் மணிவாய் திறக்கில் சலக்கென்பவே
iratam uṭaiya naṭamāṭ(ṭu) uṭaiyavar emmuṭaiyar

varatam uṭaiya aṇitillai aṉṉavar ippuṉattār
viratam uṭaiyar viruntoṭu pēcciṉmai mīṭṭataṉṟēl

carata muṭaiyar maṇivāy tiṟakkil calakkeṉpavē

Die Frauen auf diesem Feld gleichen dem schönen Tillai unseres gnadenspendenden Herrn, dem der freudvolle Tanz gehört. Haben sie ein Gelübde abgelegt, mit Gästen nicht zu sprechen? Oder meinen sie gewiss, beim Öffnen ihres juwelengleichen Mundes würden die Perlen klirrend herausfallen?

Der Mann scherzt über das Schweigen. Calakkeṉal bezeichnet das Klirren fallender Perlen; damit spielt er auf ihre perlenartigen Zähne an. Die Anbindung von caratam, „Gewissheit“, bleibt weniger eindeutig als das lautmalende Schlusswort.

Vers 58 – Das Blättergewand als Botschaft

வின்னிற வாணுதல் வேல்நிறக் கண்மெல் லியலைமல்லல்

தன்னிறம் ஒன்றில் இருத்திநின் றோன்தன(து) அம்பலம்போல்
மின்னிற நுண்ணிடைப் பேரெழில் வெண்ணகைப் பைந்தொடியீர்

பொன்னிற அல்குலுக்(கு) ஆமோ மணிநிறப் பூந்தழையே
viṉṉiṟa vāṇutal vēlniṟak kaṇmel liyalaimallal

taṉṉiṟam oṉṟil iruttiniṉ ṟōṉtaṉa(tu) ampalampōl
miṉṉiṟa nuṇṇiṭaip pēreḻil veṇṇakaip paintoṭiyīr

poṉṉiṟa alkuluk(ku) āmō maṇiniṟap pūntaḻaiyē

Ihr mit grünen Armreifen, großer Schönheit, weißen Zähnen und blitzschmaler Taille, schön wie der Tanzsaal dessen, der die zarte Frau mit himmelsheller Stirn und speerfarbenen Augen in einer Hälfte seines eigenen Leibes trägt: Würde dieses blütenreiche, juwelenfarbene Blättergewand zu ihren goldenen Hüften passen?

Der Mann zeigt seine Absicht durch eine Gabe. Er spricht scheinbar über ein Gewand und meint seine Zuneigung. Die Freundin soll die unausgesprochene Botschaft erkennen.

Vers 59 – Wo ist eure zarte Taille?

கலைக்கீழ் அகல்அல்குல் பாரம(து) ஆரம்கண் ஆர்ந்(து)இலங்கு

முலைக்கீழ்ச் சிறிதின்றி நிற்றல்முற் றா(து)அன்(று) இலங்கையர்கோன்
மலைக்கீழ் விழச்செற்ற சிற்றம் பலவர்வண் பூங்கயிலைச்

சிலைக்கீழ்க் கணையன்ன கண்ணீர் எதுநுங்கள் சிற்றிடையே
kalaikkīḻ akalalkul pārama(tu) āramkaṇ ārn(tu)ilaṅku

mulaikkīḻc ciṟitiṉṟi niṟṟalmuṟ ṟā(tu)aṉ(ṟu) ilaṅkaiyarkōṉ
malaikkīḻ viḻacceṟṟa ciṟṟam palavarvaṇ pūṅkayilaic

cilaikkīḻk kaṇaiyaṉṉa kaṇṇīr etunuṅkaḷ ciṟṟiṭaiyē

Unter dem Gewand liegt die Fülle der breiten Hüften, darüber leuchten die geschmückten Brüste. Ohne etwas dazwischen könnte doch nichts bestehen! Ihr mit Augen wie Pfeile unter einem Bogen am schönen blühenden Kailasa des Tänzers, der einst den König von Lanka unter dem Berg niederdrückte: Wo nur ist eure kleine Taille?

Die Frage führt die höfliche Rede an die Grenze des offen geäußerten Begehrens. Die kaum sichtbare Taille ist ein festes Schönheitsbild. Ravana unter dem Kailasa bildet die mythologische Nebenlinie.

Kapitel 5 – Die Freundin erkennt sein Kommen

Verse 60–61 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Poetische Situationsregel

ஐய நாடல் ஆங்கவை இரண்டும்
மையறு தோழி அவன்வர வுணர்தல்.
aiya nāṭal āṅkavai iraṇṭum
maiyaṟu tōḻi avaṉvara vuṇartal.

Die beiden Situationen des Zweifelns und Prüfens bezeichnen, wie die untadelige Freundin sein Kommen erkennt.

Der Begleitvers zählt die zwei Hauptverse dieses Kapitels und benennt ihre gemeinsame Aufgabe.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

இருவரும் உள்வழி அவன்வர வுணர்தல்

துறையோர் இரண்டும் சிவம்உயிர் விரவியது

அருளே உணர்ந்திடல் ஆகும் என்ப.
iruvarum uḷvaḻi avaṉvara vuṇartal

tuṟaiyōr iraṇṭum civamuyir viraviyatu

aruḷē uṇarntiṭal ākum eṉpa.

Die beiden Situationen, in denen sie sein Kommen erkennt, während beide anwesend sind, bedeuten, so sagt man: Die Gnade erkennt, dass Shiva und die Seele miteinander verbunden sind.

Die Freundin wird in dieser Deutung zur Gnade. Die beteiligten Größen sind civaṉ beziehungsweise civam, uyir und aruḷ: Shiva, Seele und Gnade.

Vers 60 – Die Freundin schöpft Verdacht

பல்இல னாகப் பகலைவென் றோன்தில்லை பாடலர்போல்

எல்இலன் நாகத்தோ(டு) ஏனம் வினாஇவன் யாவன்கொலாம்
வில்இலன் நாகத் தழைகையில் வேட்டைகொண் டாட்டம்மெய்ஓர்

சொல்இலன் ஆகற்ற வாகட வான்இச் சுனைப் புனமே
palila ṉākap pakalaiveṉ ṟōṉtillai pāṭalarpōl

elilaṉ nākattō(ṭu) ēṉam viṉāivaṉ yāvaṉkolām
vililaṉ nākat taḻaikaiyil vēṭṭaikoṇ ṭāṭṭammeyōr

colilaṉ ākaṟṟa vākaṭa vāṉic cuṉaip puṉamē

Wer ist dieser Mann? Er fragt nach Elefant und Eber und wirkt bekümmert wie jene, die Tillai dessen nicht besingen, der dem Sonnengott die Zähne ausschlug. Doch er hat keinen Bogen, hält Blätter in der Hand und sagt kein Wort, das zu wirklicher Jagd passt. Immer wieder kommt und geht er an diesem Teich und Feld.

Die Freundin erkennt den Widerspruch zwischen Jagdvorwand und Verhalten. Ihr wacher Blick setzt das fünfte Kapitel in Gang. Die Bildfolge der ersten beiden Zeilen ist gedrängt; der Verdacht bildet den klaren Zusammenhang.

Vers 61 – Was hinter seinen Fragen steht

ஆழமன் னோஉடைத்(து) இவ்வையர் வார்த்தை அனங்கன்நைந்து

வீழமுன் நோக்கிய அம்பலத் தான்வெற்பின் இப்புனத்தே
வேழமுன் னாய்க்கலை யாய்ப்பிற வாய்ப்பின்னும் மென்தழையாய்

மாழைமெல் நோக்கி யிடையாய்க் கழிந்தது வந்துவந்தே
āḻamaṉ ṉōuṭait(tu) ivvaiyar vārttai aṉaṅkaṉnaintu

vīḻamuṉ nōkkiya ampalat tāṉveṟpiṉ ippuṉattē
vēḻamuṉ ṉāykkalai yāyppiṟa vāyppiṉṉum meṉtaḻaiyāy

māḻaimel nōkki yiṭaiyāyk kaḻintatu vantuvantē

Wie tief sind doch die Worte dieses Herrn! Auf diesem Feld am Berg dessen, der in der Tanzhalle wohnt und einst den Liebesgott mit seinem Blick niederstreckte, kam er wieder und wieder: zuerst mit Elefant und Hirsch und anderem im Munde, dann mit zartem Laub. Schließlich ging es um den schmelzend sanften Blick und die schmale Mitte!

Die Freundin durchschaut die vorgeschobenen Jagdfragen. Ihre Erinnerung ordnet die Begegnungen zu einer Geschichte wachsender Offenheit; die Tiere sind hier Gesprächsvorwände des Liebenden.

Kapitel 6 – Die vorausgegangene Vereinigung erkennen

Vers 62 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Poetische Situationsregel

வாட்டம் வினாதீல் முன்னுற வுணர்தல்
கூட்டி உணரும் குறிப்புரை யாகும்.
vāṭṭam viṉātīl muṉṉuṟa vuṇartal
kūṭṭi uṇarum kuṟippurai yākum.

Die Frage nach dem Ermatten heißt Erkennen der vorausgegangenen Vereinigung: eine andeutende Rede, die das Zusammenkommen erschließt.

Dieser Lehrvers erklärt, weshalb die Freundin nach der Müdigkeit der Geliebten fragt.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

முன்னுற உணர்தல் எனஇ·து ஒன்றும்
சிவம்உயிர் கூடல் அருள்வினா வியது.
muṉṉuṟa uṇartal eṉai·tu oṉṟum
civamuyir kūṭal aruḷviṉā viyatu.

Das eine Erkennen der vorausgegangenen Verbindung bedeutet: Die Gnade fragt nach der Vereinigung von Shiva und Seele.

Die Quelle enthält im Wort eṉaitu eine störende Punktmarke. Der Zusammenhang der einzigen Situation des Kapitels bleibt erkennbar.

Vers 62 – Warum bist du so müde?

நிருத்தம் பயின்றவன் சிற்றம் பலத்துநெற் றித்தனிக்கண்

ஒருத்தன் பயிலும் கயிலை மலையின் உயர்குடுமித்
திருத்தம் பயிலும் கனைகுடைந்(து) ஆடிச் சிலம்பெதிர்கூய்

வருத்தம் பயின்றுகொல் லோவல்லி மெல்லியல் வாடியதே
niruttam payiṉṟavaṉ ciṟṟam palattuneṟ ṟittaṉikkaṇ

oruttaṉ payilum kayilai malaiyiṉ uyarkuṭumit
tiruttam payilum kaṉaikuṭain(tu) āṭic cilampetirkūy

varuttam payiṉṟukol lōvalli melliyal vāṭiyatē

Du zarte, rankengleiche Frau! Bist du deshalb so erschöpft, weil du auf den hohen Gipfeln des Kailasa, wo der Eine mit dem Stirnauge weilt, im heiligen Wasser des tiefen Teichs gebadet und den Berghängen zum Echo zugerufen hast? Dort wohnt er, der in der kleinen Halle den Tanz vollführt.

Die Freundin fragt nach der veränderten Erscheinung der Geliebten. Hinter der scheinbar harmlosen Frage nach Baden und Spielen steht die Vermutung einer vorausgegangenen Liebesbegegnung.

Kapitel 7 – Die Absicht aus der Bitte erkennen

Verse 63–66 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Poetische Situationsregel

குறையற்று நிற்றல் அவன்குறிப்பு அறிதல்

அவள் குறிப்(பு) அறிதலோ(டு) அவர்நினை(வ) எண்ணல்
கூறிய நான்கும் குறையுற உணர்வெனத்

தேறிய பொருளிற் தெளிந்திசி னோரே.
kuṟaiyaṟṟu niṟṟal avaṉkuṟippu aṟital

avaḷ kuṟip(pu) aṟitalō(ṭu) avarniṉai(va) eṇṇal
kūṟiya nāṉkum kuṟaiyuṟa uṇarveṉat

tēṟiya poruḷiṟ teḷintici ṉōrē.

Mit einer Bitte dastehen, seine Absicht erkennen, ihre Absicht erkennen und beider Gedanken erwägen: Diese vier genannten Situationen haben die im Sinn Bewanderten als Erkennen durch die Bitte bestimmt.

Der Lehrvers fasst die vier Hauptverse 63–66 zusammen. kuṟai bezeichnet hier das Anliegen oder die Bitte.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

குறையுற உணர்தல் துறைஒரு நான்கும்

உயிர்சிவத்(து) இடைசென்(று) ஒருப்படுந் தன்மை

பணியாற் கண்டு பரிவால் வினாயது.
kuṟaiyuṟa uṇartal tuṟaioru nāṉkum

uyircivat(tu) iṭaiceṉ(ṟu) oruppaṭun taṉmai

paṇiyāṟ kaṇṭu parivāl viṉāyatu.

Die vier Situationen des Erkennens durch die Bitte bedeuten: An seinem Dienen wird erkannt, wie das Leben sich Shiva nähert und einsinnig wird; aus Zuwendung wird danach gefragt.

Die Auslegung liest das Verhalten des Liebenden als Anzeichen geistiger Reifung. „Einsinnig“ bezeichnet hier Ausrichtung, nicht eine pauschale Aufhebung aller Unterschiede.

Vers 63 – Darf ich euch dienen?

மடுக்கோ கடலின் விடுதிமில் அன்றி மறிதிரைமீன்

படுக்கோ பணிலம் பலகுளிக் கோபரன் தில்லைமுன்றில்
கொடுக்கோ வளைமற்று நும்ஐயர்க்(கு) ஆயகுற் றேவல் செய்கோ

தொடுக்கோ பணியீர் அணியீர் மலர்நும் கரிகுழற்கே
maṭukkō kaṭaliṉ viṭutimil aṉṟi maṟitiraimīṉ

paṭukkō paṇilam palakuḷik kōparaṉ tillaimuṉṟil
koṭukkō vaḷaimaṟṟu numaiyark(ku) āyakuṟ ṟēval ceykō

toṭukkō paṇiyīr aṇiyīr malarnum karikuḻaṟkē

Soll ich das Boot ins Meer hinausschieben? Soll ich Fische fangen in den zurückrollenden Wellen? Soll ich nach vielen Muscheln tauchen oder euch Armreifen daraus geben? Soll ich euren Angehörigen die kleinen Dienste tun, die ihnen zukommen? Sagt es mir! Soll ich Blumen zusammenbinden, die ihr im dunklen Haar tragt, hier vor dem Tillai des Höchsten?

Der Liebende bietet der Freundin Dienste an, um Zugang zur Geliebten zu gewinnen. Die Tätigkeiten gehören zur Küstenlandschaft; „euren Angehörigen“ gibt das mehrdeutige aiyar vorsichtig wieder.

Vers 64 – Das Gesicht verrät ihn

அளியமன் னும்மொன்று உடைத்(து) அண்ணல் எண்ணரன் தில்லையன்னாள்

கிளிமைமன்னுங்கடியச் செல்ல நிற்பின் கிளர்அளகத்(து)
அளியமர்ந்(து) ஏறின் வறிதே யிருப்பின் பளிங்கடுத்த

ஒளியமர்ந் தாங்கொன்று போன்றுறொன்று தோன்றும் ஒளிமுகத்தே
aḷiyamaṉ ṉummoṉṟu uṭait(tu) aṇṇal eṇṇaraṉ tillaiyaṉṉāḷ

kiḷimaimaṉṉuṅkaṭiyac cella niṟpiṉ kiḷaraḷakat(tu)
aḷiyamarn(tu) ēṟiṉ vaṟitē yiruppiṉ paḷiṅkaṭutta

oḷiyamarn tāṅkoṉṟu pōṉṟuṟoṉṟu tōṉṟum oḷimukattē

Etwas Mitleiderregendes liegt darin: Wenn sie, die dem Tillai unseres Herrn gleicht, hingeht, um die Papageien zu verscheuchen, wenn eine Biene in ihr üppiges Haar steigt oder wenn sie einfach still sitzt – auf seinem strahlenden Gesicht erscheint jeweils das Entsprechende, als spiegelte sich Licht in einem Kristall.

Die Freundin erkennt seine Zuneigung daran, dass er auf jede Bewegung der Frau reagiert. Die Zuordnung der verkürzten Satzteile ist nicht völlig eindeutig; das Kristallbild macht die gegenseitige Spiegelung deutlich.

Vers 65 – Noch ehe sein Name fällt

பிழைகொண்(டு) ஒருவிக் கெடா(து)அன்பு செய்யின் பிறவியென்னும்

முழைகொண்(டு) ஒருவன்செல் லாமைநின்(று) அம்பலத்(து) ஆடுமுன்னோன்
உழைகொண்(டு) ஒருங்(கு)இரு நோக்கம் பயின்றஎம் ஒண்ணுதல்மாந்

தழைகொண்(டு) ஒருவன்என் னாமுன்னம் உள்ளம் தழைத்திடுமே
piḻaikoṇ(ṭu) oruvik keṭā(tu)aṉpu ceyyiṉ piṟaviyeṉṉum

muḻaikoṇ(ṭu) oruvaṉcel lāmainiṉ(ṟu) ampalat(tu) āṭumuṉṉōṉ
uḻaikoṇ(ṭu) oruṅ(ku)iru nōkkam payiṉṟaem oṇṇutalmān

taḻaikoṇ(ṭu) oruvaṉeṉ ṉāmuṉṉam uḷḷam taḻaittiṭumē

Der Uralte tanzt in der Halle, damit niemand in die Höhle namens Geburt eingehen muss, sofern er beständig liebt und sich durch Verfehlung nicht von ihm abwendet. Unsere hellstirnige, rehgleiche Frau hat sich zwei miteinander verbundene Blicke zu eigen gemacht. Noch ehe man sagen kann: „Ein Mann mit Laub …“, blüht ihr Herz schon auf.

Nun beobachtet die Freundin die Geliebte. Die „zwei Blicke“ können Zurückhaltung und Zuneigung verbinden; ihre genaue poetische Bestimmung bleibt offen. Das innere Aufblühen bestätigt die Erwiderung der Liebe.

Vers 66 – Beide hüten etwas anderes

மெய்யே இவற்(கு)இல்லை வேட்டையின் மேல்மனம் மீட்(டு) இவளும்

பொய்யே புனத்தினை காப்பது இறைபுலி யூர்அனையாள்
மையேர் குவளைக்கண் வண்டினம் வாழும்செந் தாமரைவாய்

எய்யேம் எனினும் குடைந்தின்பத் தேனுண்(டு) எழில்தருமே
meyyē ivaṟ(ku)illai vēṭṭaiyiṉ mēlmaṉam mīṭ(ṭu) ivaḷum

poyyē puṉattiṉai kāppatu iṟaipuli yūraṉaiyāḷ
maiyēr kuvaḷaikkaṇ vaṇṭiṉam vāḻumcen tāmaraivāy

eyyēm eṉiṉum kuṭaintiṉpat tēṉuṇ(ṭu) eḻiltarumē

Wahrhaftig: Sein Sinn steht nicht auf Jagd! Und auch sie hütet das Hirsefeld nur zum Schein. Sie gleicht dem Puliyur des Herrn: in ihren dunklen Wasserlilienaugen wohnen Bienenschwärme, ihr Mund ist ein roter Lotus. Auch wenn wir behaupten, nichts zu verstehen, wird diese Liebe in den Honig der Freude tauchen und Schönheit hervorbringen.

Die Freundin erkennt die beiderseitige Zuneigung. Die Verschränkung von Gesicht, Blumen und Bienen ist dichterisch verdichtet; der letzte Satz lässt auch die Lesart zu, dass gerade die Liebenden den Honig genießen.

Kapitel 8 – Scheu prüfen

Verse 67–71 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

நாண நாட்டத் துறையோர் ஐந்து

மருள சிவத்தை அதிசயத்(து) உயிரின்

பக்குவந் தன்னைப் பலவும் வியந்தது.
nāṇa nāṭṭat tuṟaiyōr aintu

maruḷa civattai aticayat(tu) uyiriṉ

pakkuvan taṉṉaip palavum viyantatu.

Die fünf Situationen des Prüfens der Scheu lassen vielfaches Staunen entstehen: über das Erstaunen vor Shiva und über die Reife der Seele.

Die Wortverbindung mit maruḷ ist unsicher. Der Sinnzusammenhang verbindet die Prüfung mit Verwunderung und innerer Reifung.

Vers 67 – Bete doch zum jungen Mond!

மைவார் கருங்கண்ணி செங்கரம் கூப்பு மறந்துமற்றப்

பொய்வா னவரிற் புகாதுதன் பொற்கழற் கேயடியேன்
உய்வான் புகவொளிர் தில்லைநின் றோன்சடை மேல(து)ஒத்துச்

செவ்வான் அடைந்த பசுங்கதிர் வெள்ளைச் சிறுபிறைக்கே
maivār karuṅkaṇṇi ceṅkaram kūppu maṟantumaṟṟap

poyvā ṉavariṟ pukātutaṉ poṟkaḻaṟ kēyaṭiyēṉ
uyvāṉ pukavoḷir tillainiṉ ṟōṉcaṭai mēla(tu)ottuc

cevvāṉ aṭainta pacuṅkatir veḷḷaic ciṟupiṟaikkē

Du mit den dunklen, geschminkten Augen, lege deine roten Hände zusammen vor der kleinen weißen Mondsichel mit ihren frischen Strahlen, die an den roten Abendhimmel getreten ist! Sie gleicht der Sichel im Haar dessen, der strahlend in Tillai steht: Damit ich Rettung finde, lässt er mich allein zu seinen goldenen Füßen eingehen, ohne mich auch nur versehentlich den trügerischen anderen Göttern zuzuwenden.

Die Freundin fordert die Geliebte zum Mondgruß auf und prüft dabei ihre Scheu. Die ausschließliche Bindung an Shiva entspricht der shaivaitischen Stimme des Gedichts; sie ist keine allgemeine Aussage über alle Religionen.

Vers 68 – Du musst eine andere sein

அக்கின்ற வாமணி சேர்கண்டன் அம்பல வன்மலயத்து

இக்குன்ற வாணர் கொழுந்திச் செழுந்தண் புனமுடையாள்
அக்குன்ற ஆ(று)அமர்ந்(து) ஆடச்சென் றாள்அங்கம் அவ்அவையே

ஒக்கின்ற ஆரணங் கேஇணங் காகும் உனக்கவளே
akkiṉṟa vāmaṇi cērkaṇṭaṉ ampala vaṉmalayattu

ikkuṉṟa vāṇar koḻuntic ceḻuntaṇ puṉamuṭaiyāḷ
akkuṉṟa ā(ṟu)amarn(tu) āṭacceṉ ṟāḷaṅkam avavaiyē

okkiṉṟa āraṇaṅ kēiṇaṅ kākum uṉakkavaḷē

Die junge Tochter der Bewohner dieses Berges, die Herrin des üppigen, kühlen Feldes, ging zum Baden in den Bergfluss. Dies ist der Berg dessen, der in der Halle wohnt und am Hals die Schmuckstücke aus Knochen trägt. Ihre Glieder gleichen den deinen. Du seltenes göttliches Wesen: Sie könnte deine Gefährtin sein!

Die Freundin tut so, als erkenne sie die verwandelte Geliebte nicht mehr. aṇaṅku bezeichnet hier eine übermenschlich anmutende Frau oder weibliche Gottheit. Die Beschreibung des Halsschmucks ist im überlieferten Wortlaut schwer aufzulösen.

Vers 69 – Ein wunderbarer Badeteich

செந்நிற மேனிவெண் ணீறணி வோன்தில்லை அம்பலம்போல்

அந்நிற மேனிநின் கொங்கையில் அங்கழி குங்குமமும்
மைந்நிற வார்குழல் மாலையும் தாதும் வளாய்மதஞ்சேர்

இந்நிற மும்பெறின் யானும் குடைவன் இருஞ்சுனையே
cenniṟa mēṉiveṇ ṇīṟaṇi vōṉtillai ampalampōl

anniṟa mēṉiniṉ koṅkaiyil aṅkaḻi kuṅkumamum
mainniṟa vārkuḻal mālaiyum tātum vaḷāymatañcēr

inniṟa mumpeṟiṉ yāṉum kuṭaivaṉ iruñcuṉaiyē

Du, deren Leib der Halle in Tillai gleicht, wo der Rothäutige die weiße Asche trägt! Wenn der große Teich auch mir dieses Aussehen schenken kann – das verflossene Kumkum an deiner Brust, die gelockerte Girlande in deinem langen dunklen Haar, Blütenstaub und den Duft des Salböls –, dann werde auch ich darin baden!

Die Freundin lacht über die Erklärung, allein ein Bad habe diese Veränderungen bewirkt. Die Spuren verweisen auf eine Liebesbegegnung; der Vers belässt die Entdeckung in spielerischer Andeutung.

Vers 70 – Kann ein Teich das alles tun?

பருங்கண் கவர்கொலை வேழப் படையோன் படப்படர்தீத்

தருங்கண் ணுதல்தில்லை அம்பலத் தோன்தட மால்வரைவாய்க்
கருங்கண் சிவப்பக் கனிவாய் விளர்ப்பகண் ணார்அளிபின்

வருங்கண் மலைமலர் சூட்டவற் றோமற்றவ் வான்கனையே
paruṅkaṇ kavarkolai vēḻap paṭaiyōṉ paṭappaṭartīt

taruṅkaṇ ṇutaltillai ampalat tōṉtaṭa mālvaraivāyk
karuṅkaṇ civappak kaṉivāy viḷarppakaṇ ṇāraḷipiṉ

varuṅkaṇ malaimalar cūṭṭavaṟ ṟōmaṟṟav vāṉkaṉaiyē

Am großen Berg dessen, der in Tillais Halle wohnt, ließ sein Stirnauge ein Feuer auflodern, das den Besitzer des tötenden Elefantenheeres niederstreckte. Kann jener tiefe Teich deine dunklen Augen röten, deinen fruchtgleichen Mund erblassen lassen, dich mit Blicken reich beschenken, dir nachgehen und dir Bergblumen ins Haar stecken?

Die Freundin benennt indirekt die Handlungen des Liebenden. Das göttliche Feuer bildet den Hintergrund einer sehr menschlichen Entlarvung. Die genaue mythologische Zuordnung des „Elefantenheeres“ ist hier unsicher.

Vers 71 – Ein Leben in zwei Körpern

காகத்(து) இருகண் ணிற்(கு) ஒன்றே மணிகலந் தாங்(கு)இருவர்

ஆகத்து ளோர்உயிர் கண்டனம் யாமின்றி யாவையுமாம்
ஏகத்தொருவன் இரும்பொழில் அம்பல வன்மலையில்

தோகைக்கும் தோன்றற்கும் ஒன்றாய் வரும்இன்பத் துன்பங்களே
kākat(tu) irukaṇ ṇiṟ(ku) oṉṟē maṇikalan tāṅ(ku)iruvar

ākattu ḷōruyir kaṇṭaṉam yāmiṉṟi yāvaiyumām
ēkattoruvaṉ irumpoḻil ampala vaṉmalaiyil

tōkaikkum tōṉṟaṟkum oṉṟāy varumiṉpat tuṉpaṅkaḷē

Wie eine einzige Augenperle die beiden Augen der Krähe verbindet, so haben wir in zwei Körpern ein einziges Leben erkannt. Am Berg des Einen, der alles ist und ohne den nichts besteht, des Herrn der von mächtigen Hainen umgebenen Halle, kommen Freude und Leid über das pfauengleiche Mädchen und den jungen Mann gemeinsam.

Das Bild beruht auf der alten Vorstellung einer beweglichen gemeinsamen Pupille der Krähe, nicht auf heutiger Tierkunde. Die Freundin versteht nun das gemeinsame Empfinden der Liebenden und wird zur Vermittlerin.

Kapitel 9 – Erschrecken prüfen

Vers 72 des Tirukkovaiyar.

Vers 72 – Die Nachricht vom Tiger

ஆவா இருவர் அறியா அடிதில்லை அம்பலத்து

மூவா யிரவர் வணங்கநின் றோனையுன் னாரின் முன்னித்
தீவாய் உழுவை கிழித்த(து)அந் தோசிறி தேபிழைப்பித்(து)

ஆவா மணிவேல் பணிகொண்ட வாறின்றோர் ஆண்டகையே
āvā iruvar aṟiyā aṭitillai ampalattu

mūvā yiravar vaṇaṅkaniṉ ṟōṉaiyuṉ ṉāriṉ muṉṉit
tīvāy uḻuvai kiḻitta(tu)an tōciṟi tēpiḻaippit(tu)

āvā maṇivēl paṇikoṇṭa vāṟiṉṟōr āṇṭakaiyē

Ach! Heute hat ein feuermäuliger Tiger einen jungen Helden angefallen und zerfleischt, als wäre dieser einer, der nicht an den Herrn denkt! Seine Füße fanden die beiden Suchenden nicht; vor ihm stehen die Dreitausend in Tillais Halle verehrend. O weh! Nur um ein Weniges rettete der Held sein Leben – so musste er seinen glänzenden Speer einsetzen!

Die Freundin erschreckt die Geliebte mit einer Nachricht über den Mann und prüft so ihre Liebe. Dass er beinahe getötet worden sei, gehört zur dramatischen Erzählung der Freundin; es ist kein Bericht über ein tatsächlich geschehenes Unglück.

Kapitel 10 – Madal: die öffentliche Liebesklage

Verse 73–81 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

மடல்துறை ஒன்பதும் சிவத்தினுட் மோக
முற்ற உயிரருள் பற்றி உரைத்தது.
maṭaltuṟai oṉpatum civattiṉuṭ mōka
muṟṟa uyiraruḷ paṟṟi uraittatu.

Die neun Situationen des Palmstängelpferds bedeuten: Die von Sehnsucht nach Shiva ganz erfüllte Seele hält sich an die Gnade und spricht.

Die historische Liebesklage erhält eine ausdrücklich religiöse Zweitlesart. Das macht das maṭal nicht zu einer empfohlenen spirituellen Übung.

Vers 73 – Ohne dein Erbarmen vergehe ich

பொருளா எனைப்புகுந்(து) ஆண்டு புரந்தரன் மாலயன்பால்

இருளாய் இருக்கும் ஒளிநின்ற சிற்றம் பலமெனலாம்
சுருளார் கருங்குழல் வெண்ணகைச் செவ்வாய்த் துடியிடையீர்

அருளா(து) ஒழியின் ஒழியா(து) அழியும்என் ஆருயிரே
poruḷā eṉaippukun(tu) āṇṭu purantaraṉ mālayaṉpāl

iruḷāy irukkum oḷiniṉṟa ciṟṟam palameṉalām
curuḷār karuṅkuḻal veṇṇakaic cevvāyt tuṭiyiṭaiyīr

aruḷā(tu) oḻiyiṉ oḻiyā(tu) aḻiyumeṉ āruyirē

Du mit dicht gelocktem schwarzem Haar, weißen Zähnen, rotem Mund und trommelschlanker Mitte, die du der kleinen Tanzhalle vergleichbar bist! Dort steht das Licht, das mich als etwas Wertvolles annahm und zu eigen machte, während es für Indra, Vishnu und Brahma dunkel bleibt. Wenn du mir kein Erbarmen schenkst, wird mein kostbares Leben unaufhaltsam vergehen.

Der Liebende bittet die Freundin um Hilfe. Seine existenzielle Klage nimmt das religiöse Wort aruḷ, Gnade oder Erbarmen, in die menschliche Beziehung hinein.

Vers 74 – Das Palmstängelpferd der Liebenden

காய்சின வேலன்ன மின்னியல் கண்ணின் வலைகலந்து

வீசின போதுள்ள மீனிழந் தார்வியன் தென்புலியூர்
ஈசன சாந்தும் எருக்கும் அணிந்தோர் கிழிபிடித்துப்

பாய்ச்சின மாவென ஏறுவர் சீறூர்ப் பனைமடலே
kāyciṉa vēlaṉṉa miṉṉiyal kaṇṇiṉ valaikalantu

vīciṉa pōtuḷḷa mīṉiḻan tārviyaṉ teṉpuliyūr
īcaṉa cāntum erukkum aṇintōr kiḻipiṭittup

pāycciṉa māveṉa ēṟuvar cīṟūrp paṉaimaṭalē

Wer den Fisch seines Herzens verloren hat, als die blitzenden Augen ihr Netz auswarfen – Augen wie zornige Speere –, legt Asche und Erukkam-Blüten an wie der Herr des weiten südlichen Puliyur. Ein Bild festhaltend, besteigt er im kleinen Dorf einen Palmstängel, als wäre er ein wild dahinspringendes Pferd.

Dies führt den Brauch des maṭal ein: Eine öffentliche Liebesklage macht die Zurückweisung sichtbar. Die beschädigte Zeichenfolge der Grundvorlage wurde anhand der Vergleichsfassung zu kiḻi, „Tuch, Bildträger“, berichtigt; Vers 76 erläutert das Bild der Geliebten.

Vers 75 – Zu diesem Entschluss gebracht

விண்ணை மடங்க விரிநீர் பரந்துவெற் புக்கரப்ப

மண்ணை மடங்க வரும்ஒரு காலத்து மன்னிநிற்கும்
அண்ணல் மடங்கல் அதள்அம் பலவன் அருளிலர்போல்

பெண்ணை மடன்மிசை யான்வரப் பண்ணிற்றோர் பெண்கொடியே
viṇṇai maṭaṅka virinīr parantuveṟ pukkarappa

maṇṇai maṭaṅka varumoru kālattu maṉṉiniṟkum
aṇṇal maṭaṅkal ataḷam palavaṉ aruḷilarpōl

peṇṇai maṭaṉmicai yāṉvarap paṇṇiṟṟōr peṇkoṭiyē

Wenn die weiten Wasser den Himmel einhüllen, Berge verbergen und die Erde ganz verschlingen, bleibt der Herr bestehen, der in der Halle wohnt und das Löwenfell trägt. Wie einen Menschen ohne seine Gnade hat mich eine rankenschlanke Frau dahin gebracht, auf einem Palmstängelpferd daherzukommen!

Der Liebende erklärt seine Bereitschaft zum öffentlichen maṭal. Das Weltuntergangsbild steigert den Gegensatz zwischen dem bleibenden Gott und der gegenwärtigen Verzweiflung des Sprechers.

Vers 76 – Mit unserem Bild durch eure Straßen

கழிகின்ற என்னையும் நின்றநின் கார்மயில் தன்னையும் யான்

கிழியன்ற நாடி எழுதிக்கைக் கொண்டென் பிறவிகெட்டின்(று)
அழிகின்ற(து) ஆக்கிய தாள்அம் பலவன் கயிலையந்தேன்

பொழிகின்ற சாரல்நும் சீறூர்த் தெருவிடைப் போதுவனே
kaḻikiṉṟa eṉṉaiyum niṉṟaniṉ kārmayil taṉṉaiyum yāṉ

kiḻiyaṉṟa nāṭi eḻutikkaik koṇṭeṉ piṟavikeṭṭiṉ(ṟu)
aḻikiṉṟa(tu) ākkiya tāḷam palavaṉ kayilaiyantēṉ

poḻikiṉṟa cāralnum cīṟūrt teruviṭaip pōtuvaṉē

Mich, der ich vergehe, und deinen dort stehenden regenzeitlichen Pfau werde ich auf einem Tuch darstellen und dieses Bild in der Hand halten. Dann gehe ich durch die Straßen eures kleinen Dorfes am honigströmenden Hang des Kailasa: Dort wohnt der Herr der Halle, dessen Füße meine Geburt vernichtet und ihrem Fortgang ein Ende gesetzt haben.

Der „Pfau“ meint die Geliebte. Das mitgeführte Bild gehört zur angekündigten öffentlichen Liebesklage. Die religiöse Erlösungssprache begleitet den Liebenden, ohne seine verzweifelte Rede bereits aufzulösen.

Vers 77 – Und was wird aus den Vögeln?

நடனாம் வணங்கும்தொல் லோன்எல்லை நான்முகன் மாலறியாக்

கடனாம் உருவத்(து) அரன்தில்லை மல்லற் கண் ணார்ந்த பெண்ணை
உடனாம் பெடைய(டு)ஆண் சேவலும் முட்டையும் கட்டழித்து

மடனாம் புனைதரின் யார்கண்ண தோமன்ன இன்னருளே
naṭaṉām vaṇaṅkumtol lōṉellai nāṉmukaṉ mālaṟiyāk

kaṭaṉām uruvat(tu) araṉtillai mallaṟ kaṇ ṇārnta peṇṇai
uṭaṉām peṭaiya(ṭu)āṇ cēvalum muṭṭaiyum kaṭṭaḻittu

maṭaṉām puṉaitariṉ yārkaṇṇa tōmaṉṉa iṉṉaruḷē

Im reichen Tillai Haras, dessen Gestalt Brahma und Vishnu nicht bis an ihr Ende erkennen konnten und den wir als uralten Tänzer verehren, steht eine stattliche Palme. Wenn wir ihren Bau zerstören, in dem Vogelweibchen, Männchen und Eier zusammen sind, und daraus ein Palmstängelpferd herstellen: Wem gilt dann noch dein freundliches Erbarmen, mein Herr?

Die Freundin hält dem Mann die Folgen seines Vorhabens vor. Mitgefühl für die nistenden Vögel soll seine Verzweiflung unterbrechen. Die genaue Vogelart nennt der Vers nicht.

Vers 78 – Kannst du ihren Gang malen?

அடிச்சந்தம் மால்கண் டிலாதன காட்டிவந்(து) ஆண்டுகொண்டென்

முடிச்சந்த மாமலர் ஆக்குமுன் னோன்புலி யூர்புரையும்
கடிச்சந்த யாழ்கற்ற மென்மொழிக் கன்னி அனநடைக்குப்

படிச்சந்தம் ஆக்கும் படம்உள வோநும் பரிசகத்தே
aṭiccantam mālkaṇ ṭilātaṉa kāṭṭivan(tu) āṇṭukoṇṭeṉ

muṭiccanta māmalar ākkumuṉ ṉōṉpuli yūrpuraiyum
kaṭiccanta yāḻkaṟṟa meṉmoḻik kaṉṉi aṉanaṭaikkup

paṭiccantam ākkum paṭamuḷa vōnum paricakattē

Der Uralte zeigte mir seine Füße, die Vishnu nicht gesehen hatte, nahm mich in seinen Dienst und machte sie zu frischen Blüten auf meinem Haupt. Die junge Frau gleicht seinem Puliyur; ihre sanfte Rede hat die Melodie der duftenden Yazh gelernt, und ihr Gang gleicht dem eines Schwans. Gibt es in eurer Kunst ein Bild, das diesen Gang wiedergeben kann?

Die Freundin bezweifelt, dass der Liebende die Frau auf dem angekündigten Bild angemessen darstellen könne. Stimme und Bewegung entziehen sich einem starren Abbild; darin liegt die spielerische Kraft ihres Einwands.

Vers 79 – Was du alles zeichnen müsstest

யாழும் எழுதி எழில்முத்(து) எழுதி இருளின்மென்பூச்

சூழும் எழுதியர் தொண்டையும் தீட்டியென் தொல்பிறவி
ஏழும் எழுதா வகைசிதைத் தோன்புலி யூரிளமாம்

போழும் எழுதிற்றொர் கொம்பருண் டேற்கொண்டு போதுகவே
yāḻum eḻuti eḻilmut(tu) eḻuti iruḷiṉmeṉpūc

cūḻum eḻutiyar toṇṭaiyum tīṭṭiyeṉ tolpiṟavi
ēḻum eḻutā vakaicitait tōṉpuli yūriḷamām

pōḻum eḻutiṟṟor komparuṇ ṭēṟkoṇṭu pōtukavē

Zeichne eine Yazh, zeichne schöne Perlen, zeichne die sanften Blüten, die das Dunkel umgeben, und male die rote Tondai-Frucht! Zeichne auch die junge Mangospalte von Puliyur, dessen Herr meine alten sieben Geburten vernichtete, sodass sie nicht mehr verzeichnet werden. Wenn es einen Zweig gibt, auf dem all dies gemalt werden kann, dann bringe ihn nur her!

Die Freundin zählt Bildvergleiche für Stimme, Zähne, Haar, Mund und Augen der Geliebten auf. Beim Mangobild und der Wendung vom „Zweig“ bleiben Einzelheiten der Körperzuordnung unsicher; die Unzulänglichkeit des Porträts ist klar.

Vers 80 – Lass mich erst mit ihr sprechen

ஊர்வாய் ஒழிவாய் உயர்பெண்ணைத் திண்மடல் நின்குறிப்புச்

சீர்வாய் சிலம்ப திருத்த இருந்திலம் ஈசாதில்லைக்
கார்வாய் குழலிக்குன்ஆதர(வு) ஒதிக்கற் பித்துக்கண்டால்

ஆர்வாய் தரின்அறி வார்பின்னைச் செய்க அறிந்தனவே
ūrvāy oḻivāy uyarpeṇṇait tiṇmaṭal niṉkuṟippuc

cīrvāy cilampa tirutta iruntilam īcātillaik
kārvāy kuḻalikkuṉātara(vu) otikkaṟ pittukkaṇṭāl

ārvāy tariṉaṟi vārpiṉṉaic ceyka aṟintaṉavē

Ob du den festen Palmstängel der hohen Palme besteigst oder darauf verzichtest – wir sind nicht hier, um deinen Entschluss zu berichtigen, ruhmreicher Herr der Berge. Ich will zuerst der Frau mit wolkendunklem Haar, die Tillais Herrn gleicht, deine Zuneigung vortragen und mit ihr darüber sprechen. Wenn sie eine deutliche Antwort gibt, werden wir es wissen. Danach tue, was du für richtig erkennst.

Die Freundin billigt die öffentliche Selbsterniedrigung nicht, sondern schafft Zeit für Vermittlung. Der Schluss überlässt dem Mann scheinbar die Entscheidung und führt ihn dadurch aus dem unmittelbaren Affekt heraus.

Vers 81 – Sie wird mich nicht allein lassen

பைந்நாண் அரவன் படுகடல் வாய்ப்படு நஞ்சமுதாம்

மைந்நாண் மணிகண்டன் மன்னும் புலியூர் மணந்தபொன்இம்
மொய்ந்நாண் முதுதிரை வாயான் அழுந்தினும் என்னின்முன்னும்

இந்நாள் இதுமது வார்குழ லாட்(கு)என்கண் இன்னருளே
painnāṇ aravaṉ paṭukaṭal vāyppaṭu nañcamutām

mainnāṇ maṇikaṇṭaṉ maṉṉum puliyūr maṇantapoṉim
moynnāṇ mututirai vāyāṉ aḻuntiṉum eṉṉiṉmuṉṉum

innāḷ itumatu vārkuḻa lāṭ(ku)eṉkaṇ iṉṉaruḷē

Der Herr trägt die Schlange mit ausgebreitetem Nacken als Schnur; sein edelsteingleicher Hals lässt die schwarze Farbe beschämt zurück, seit das Gift des aufgewühlten Meeres ihm zur Speise wurde. Die Goldene gleicht seinem bleibenden Puliyur. Selbst wenn ich in den gewaltigen alten Wogen der Scham versänke, käme sie mir zuvor: So groß ist heute die liebevolle Zuwendung der Frau mit honigduftendem Haar zu mir.

Die Freundin versichert dem Liebenden ihre Nähe zur Geliebten. Die stark verkürzte Wendung über das Zuvorkommen ist unsicher; gemeint ist wohl, dass die Geliebte ihre Freundin nicht in der schwierigen Vermittlung allein lassen werde.

Kapitel 11 – Für den Liebenden um Hilfe werben

Verse 82–89 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

குறைநயப் புத்துறை அவை இரு நான்கும்

சிவந்தோ(டு) உயிரைச் சேர்க்க வேண்டி

உயிர்ப்பரிவு எடுத்தெடுத்(து) உரைத்(து)அறி உறுத்தல்.
kuṟainayap puttuṟai avai iru nāṉkum

civantō(ṭu) uyiraic cērkka vēṇṭi

uyirpparivu eṭutteṭut(tu) urait(tu)aṟi uṟuttal.

Die zweimal vier Situationen des Vorbringens der Bitte bedeuten: Um Seele und Shiva zu verbinden, wird die liebevolle Sehnsucht der Seele wiederholt ausgesprochen und zur Erkenntnis gebracht.

Die Vermittlung wird als sprachlich mitgeteilte Gnade verstanden.

Vers 82 – Er kommt und sagt doch nichts

தாதேய் மலர்க்குஞ்சி அஞ்சிறை வண்டுதன் தேன்பருகித்

தேதே எனும்தில்லை யோன்சேய் எனச்சின் வேல்ஒருவர்
மாதே புனத்திடை வாளா மருவர்வந்(து) யாதும்சொல்லார்

யாதே செயத்தக் கதுமது வார்குழல் ஏந்தியே
tātēy malarkkuñci añciṟai vaṇṭutaṉ tēṉparukit

tētē eṉumtillai yōṉcēy eṉacciṉ vēloruvar
mātē puṉattiṭai vāḷā maruvarvan(tu) yātumcollār

yātē ceyattak katumatu vārkuḻal ēntiyē

Du mit honigduftendem Haar! Ein Mann kommt immer wieder auf dieses Feld und bleibt wortlos stehen. Sein zorniger Speer erinnert an den Sohn des Herrn von Tillai; in seinem blüten- und pollenreichen Haar trinken schön geflügelte Bienen Honig und summen „tē, tē“. Liebe Freundin, was wäre da zu tun?

Die Freundin wirbt zunächst durch eine scheinbar offene Frage für den Liebenden. Der Vergleich mit Shivas Sohn Murugan preist seine jugendliche Erscheinung und seinen Speer.

Vers 83 – Ein Spross im Feuer

வரிசேர் தடங்கண்ணி மம்மர்கைம் மிக்கென்ன மாயங்கோலோ

எரிசேர் தளிரென்ன மேனியென் ஈர்ந்தழை யன்புலியூர்ப்
புரிசேர் சடையோன் புதல்வன்கொல் பூங்கணை வேள்கொலென்னத்

தெரியேம் உரையன் பிரியான் ஒருவன்இத் தேம்புனமே
varicēr taṭaṅkaṇṇi mammarkaim mikkeṉṉa māyaṅkōlō

ericēr taḷireṉṉa mēṉiyeṉ īrntaḻai yaṉpuliyūrp
puricēr caṭaiyōṉ putalvaṉkol pūṅkaṇai vēḷkoleṉṉat

teriyēm uraiyaṉ piriyāṉ oruvaṉit tēmpuṉamē

Du mit den großen, gezeichneten Augen! Welcher Zauber ist das? Sein Kummer wächst über alles Maß, und sein Leib gleicht einem jungen Spross, der ins Feuer geriet. Er trägt frisches Laub, spricht nicht und verlässt dieses honigreiche Feld nicht. Ist er der Sohn des Herrn mit gewundenen Flechten in Puliyur oder der Gott mit den Blumenpfeilen? Wir wissen es nicht.

Die Vermittlerin hebt die Verletzlichkeit des Mannes hervor. Murugan und Kama sind Vergleichsgestalten; das Bild des versengten Sprosses macht seine Liebesnot anschaulich.

Vers 84 – Als der Krebs seine Gefährtin fütterte

நீகண் டணையெனின் வாழலை நேரிழை அம்பலத்தான்

சேய்கண் டனை யன்சென் றாங்கோர் அலவன்தன் சீர்ப்பெடையின்
வாய்கண் டனையதோர் நாவற் கனிநனி நல்கக்கண்டு

பேய்கண்(டு) அனையதொன் றாகிநின் றான்அப் பெருந்தகையே
nīkaṇ ṭaṇaiyeṉiṉ vāḻalai nēriḻai ampalattāṉ

cēykaṇ ṭaṉai yaṉceṉ ṟāṅkōr alavaṉtaṉ cīrppeṭaiyiṉ
vāykaṇ ṭaṉaiyatōr nāvaṟ kaṉinaṉi nalkakkaṇṭu

pēykaṇ(ṭu) aṉaiyatoṉ ṟākiniṉ ṟāṉap peruntakaiyē

Du mit dem schönen Schmuck! Hättest du es gesehen, könntest du kaum weiterleben. Dieser vortreffliche Mann, der dem Sohn des Herrn der Tanzhalle gleicht, ging dorthin. Er sah einen Krebs seiner schönen Gefährtin eine Jambu-Frucht reichen, passend für ihren Mund. Da stand er wie einer, der einen Geist gesehen hat.

Die Zärtlichkeit des Tierpaares macht dem Liebenden seine eigene Einsamkeit schmerzlich bewusst. Die Freundin verbindet eindringliche Mahnung mit einer sanften, konkreten Szene.

Vers 85 – Eine ausweichende Antwort

சங்கம் தருமுத்தி யாம்பெற வான்வழி தான்கெழுமிப்

பொங்கும் புனற்கங்கை தாங்கிப் பொலிகழிப் பாறுலவு
துங்க மலிதலை யேந்தலின் ஏந்திழை தொல்லைப்பன்மா

வங்கம் மலிகலி நீர்தில்லை வானவன் நேர்வருமே
caṅkam tarumutti yāmpeṟa vāṉvaḻi tāṉkeḻumip

poṅkum puṉaṟkaṅkai tāṅkip polikaḻip pāṟulavu
tuṅka malitalai yēntaliṉ ēntiḻai tollaippaṉmā

vaṅkam malikali nīrtillai vāṉavaṉ nērvarumē

Du Geschmückte! Er gleicht wohl dem himmlischen Herrn von Tillai, dessen bewegtes Wasser seit alters viele große Schiffe trägt: Er gibt uns die von Muscheln geborenen Perlen, kommt auf dem Weg des Himmels zum schäumenden Wasser, trägt Ganga und hält ein hohes, reiches Haupt empor, über dem in der glänzenden Weite Aasvögel kreisen.

Die Geliebte antwortet, als verstehe sie die Anspielung auf ihre Liebe nicht. Der Vers arbeitet mit einem schwierigen Doppelbild von Meer, Schiff und Shiva; besonders die Zuordnung von „Haupt“ und Aasvögeln bleibt in dieser Übersetzung unsicher.

Vers 86 – Gib auch das andere zu erkennen

புரங்கடந் தான்அடி காண்பான் புவிவிண்டு புக்கறியா(து)

இரங்கி(டு)எந் தாய்என்(று) இரப்பத்தன் ஈரடிக்(கு) என்இரண்டு
கரங்கள்தந் தான் ஒன்று காட்டமற்(று) ஆங்கதும் காட்டிடென்று

வரங்கிடந் தான்தில்லை அம்பல முன்றில் அம் மாயவனே
puraṅkaṭan tāṉaṭi kāṇpāṉ puviviṇṭu pukkaṟiyā(tu)

iraṅki(ṭu)en tāyeṉ(ṟu) irappattaṉ īraṭik(ku) eṉiraṇṭu
karaṅkaḷtan tāṉ oṉṟu kāṭṭamaṟ(ṟu) āṅkatum kāṭṭiṭeṉṟu

varaṅkiṭan tāṉtillai ampala muṉṟil am māyavaṉē

Um die Füße des Zerstörers der Städte zu sehen, drang der Wunderbare durch die gespaltene Erde und erkannte sie dennoch nicht. Bekümmert bat er: „Mein Vater!“ Vor der Halle in Tillai lag er dann und erbat eine Gunst: „Du hast mir zwei Hände für deine beiden Füße gegeben. Nachdem du den einen gezeigt hast, zeige nun auch den anderen!“

Die Freundin erzählt von Vishnus Suche nach Shiva, um das Herz der Geliebten zu bewegen. Die wechselnden Sprecher und die Zuordnung der beiden Füße sind im knappen Tamil nicht völlig eindeutig; der bittende Grundton ist deutlich.

Vers 87 – Vergiss die Worte der Unverständigen

உள்ளப் படுவன வுள்ளி உரைத்தக் கவர்க்குரைத்து

மெள்ளப் படிறு துணிதுணி யேல்இது வேண்டுவல்யான்
கள்ளப் படிறர்க்(கு) அருளா அரன்தில்லை காணலர்போல்

கொள்ளப் படாது மறப்ப(து) அறிவிலென் கூற்றுக்களே
uḷḷap paṭuvaṉa vuḷḷi uraittak kavarkkuraittu

meḷḷap paṭiṟu tuṇituṇi yēlitu vēṇṭuvalyāṉ
kaḷḷap paṭiṟark(ku) aruḷā araṉtillai kāṇalarpōl

koḷḷap paṭātu maṟappa(tu) aṟivileṉ kūṟṟukkaḷē

Bedenke, was zu bedenken ist, und sage es denen, denen man es sagen darf. Doch wage nicht, dich allmählich auf eine Täuschung einzulassen – darum bitte ich. Meine Worte, die Worte einer Unverständigen, mögen unbeachtet bleiben und vergessen werden, wie jene unbeachtet bleiben, die Tillais Hara nicht sehen dürfen, weil er arglistigen Täuschern seine Gnade nicht schenkt.

Die enttäuschte Freundin spricht scheinbar selbstabwertend. Hinter dem Rückzug ihrer Bitte steht ein ernster Vorwurf: Die Geliebte soll die erkannte Zuneigung nicht einfach verleugnen.

Vers 88 – Willst du ihn dazu treiben?

மேவிஅம் தோல் உடுக் கும்தில்லை யான்பொடி மெய்யிற்கையில்

ஓவியம் தோன்றும் கிழிநின் எழில்என்(று) உரையுளதால்
தூவியம் தோகையன் னாய்என்ன பாவம்சொல் ஆடல்செய்யான்

பாவிஅந் தோபனை மாமடல் ஏறக்கொல் பாவித்ததே
mēviam tōl uṭuk kumtillai yāṉpoṭi meyyiṟkaiyil

ōviyam tōṉṟum kiḻiniṉ eḻileṉ(ṟu) uraiyuḷatāl
tūviyam tōkaiyaṉ ṉāyeṉṉa pāvamcol āṭalceyyāṉ

pāvian tōpaṉai māmaṭal ēṟakkol pāvittatē

Du, einem Pfau mit schönen Federn gleich! Man sagt, sein Leib trage schon die Asche des Herrn von Tillai, der gern das Tierfell anlegt, und in seiner Hand sei ein Tuch mit einem Bild deiner Schönheit. Welches Unrecht ist das? Der Arme übt dieses Tun nicht zum Spiel: Hat er wirklich beschlossen, das große Palmstängelpferd zu besteigen?

Die Vermittlerin spricht nun eindringlich von den öffentlichen Folgen seiner Verzweiflung. Das Gedicht bildet eine historische Liebeskonvention ab; es formuliert keine Empfehlung, Zuneigung durch öffentlichen Druck zu erzwingen.

Vers 89 – Mein Herz, sage du es ihm

பொன்னார் சடையோன் புலியூர் புகழார் எனப்புரிநோய்

என்னால் அறிவில்லை யானொன்று உரைக்கிலன் வந்தயலார்
சொன்னார் எனும்இத் துரிகதுன் னாமைத் துணைமனனே

என்ஆழ் துயர்வல்லை யேற்சொல்லு நீர்மை இனியவர்க்கே
poṉṉār caṭaiyōṉ puliyūr pukaḻār eṉappurinōy

eṉṉāl aṟivillai yāṉoṉṟu uraikkilaṉ vantayalār
coṉṉār eṉumit turikatuṉ ṉāmait tuṇaimaṉaṉē

eṉāḻ tuyarvallai yēṟcollu nīrmai iṉiyavarkkē

Mein begleitendes Herz! Ich kann den quälenden Schmerz nicht benennen, der mich erfasst wie jene, die Puliyur des golden Gelockten nicht preisen. Ich werde selbst nichts sagen. Ohne dass daraus ein Gerücht wird – „Fremde kamen und erzählten es!“ –, teile du ihm, wenn du kannst, die Tiefe meines Leidens und meine innere Haltung mit.

Die Geliebte willigt innerlich in die Verbindung ein, wahrt aber ihre Zurückhaltung. Das angesprochene Herz überbrückt die Spannung zwischen tiefem Empfinden und der Furcht vor öffentlichem Gerede.

Kapitel 12 – Zurückweisung und Vermittlung

Verse 90–115 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

சேட்படை இருபத் தாறு துறையும்

கிடையா இன்பம் கிடைத்தலால் உயிரை
அருமை காட்டி அறியாள் போலப்
பலபல அருமை பற்றி உரைத்த

அருளே சிவத்தோ(டு) ஆக்க அருளல்.
cēṭpaṭai irupat tāṟu tuṟaiyum

kiṭaiyā iṉpam kiṭaittalāl uyirai
arumai kāṭṭi aṟiyāḷ pōlap
palapala arumai paṟṟi uraitta

aruḷē civattō(ṭu) ākka aruḷal.

Die sechsundzwanzig Situationen des Zurückweisens bedeuten: Weil die unerreichbar scheinende Freude erreicht werden soll, zeigt die Gnade die Kostbarkeit der Seele. Als wüsste sie nichts, spricht sie von vielerlei Schwierigkeiten und gewährt so die Verbindung mit Shiva.

Das scheinbare Hindernis wird in dieser Auslegung Teil des Reifungsweges. Diese Deutung ist nicht ohne Weiteres auf menschliche Zurückweisung zu übertragen.

Vers 90 – Was eure Augen gelernt haben

தேமென் கிளவிதன் பங்கத்(து) இறையுறை தில்லையன்னீர்

பூமென் தழையும்அம் போதும்கொள் ளீர்தமி யேன்புலம்ப
ஆமென்(று) அருங்கோடும் பாடுகள் செய்துநும் கண்மலராம்

காமன் கணைகொண்(டு) அலைகொள்ள வோமுற்றக் கற்றதுவே
tēmeṉ kiḷavitaṉ paṅkat(tu) iṟaiyuṟai tillaiyaṉṉīr

pūmeṉ taḻaiyumam pōtumkoḷ ḷīrtami yēṉpulampa
āmeṉ(ṟu) aruṅkōṭum pāṭukaḷ ceytunum kaṇmalarām

kāmaṉ kaṇaikoṇ(ṭu) alaikoḷḷa vōmuṟṟak kaṟṟatuvē

Ihr, die ihr Tillai gleicht, wo der Herr mit der honigsüß sprechenden Frau als seiner Hälfte wohnt! Ihr nehmt weder die blütenzarten Blätter noch die schönen Blumen an. Habt ihr gründlich nur dies gelernt: mich Einsamen durch grausame Wendungen zum Klagen zu bringen und mich dann mit den Blumen eurer Augen, den Pfeilen des Liebesgottes, zu bedrängen?

Der Liebende bringt ein Laubgeschenk und beklagt seine Zurückweisung. Die schützende Verzögerung der Freundin erscheint ihm als Grausamkeit; ihre Gründe entfalten die folgenden Verse.

Vers 91 – Dieses Sandellaub fällt auf

ஆரத் தழையராப் பூண்(டு)அம் பலத்(து)அன லாடிஅன்பர்க்(கு)

ஆரத் தழையன்(பு) அருளிநின் றோன்சென்ற மாமலயத்(து)
ஆரத் தழையண்ணல் தந்தால் இவைஅவள் அல்குல்கண்டால்

ஆரத் தழைகொடு வந்தார் எனவரும் ஐயுறவே
ārat taḻaiyarāp pūṇ(ṭu)am palat(tu)aṉa lāṭiaṉpark(ku)

ārat taḻaiyaṉ(pu) aruḷiniṉ ṟōṉceṉṟa māmalayat(tu)
ārat taḻaiyaṇṇal tantāl ivaiavaḷ alkulkaṇṭāl

ārat taḻaikoṭu vantār eṉavarum aiyuṟavē

Unser Herr trägt die Schlange als Halsgeschmeide, tanzt im Feuer der Halle und schenkt seinen Liebenden Liebe, die in Fülle wächst. Wenn du, Herr, Sandellaub von dem großen Malaya-Berg bringst, den er betreten hat, werden alle argwöhnen, sobald sie es an ihrer Hüfte sehen: „Wer hat dieses Sandellaub gebracht?“

Die Freundin weist das auffällige Geschenk zurück. Ein Laubgewand kann die geheime Begegnung verraten. Die wiederholten Lautfolgen um āram und taḻai verbinden Sandel, Schmuck und wachsende Liebe.

Vers 92 – Blätter aus einem fremden Land

முன்தகர்த்(து) எல்லா இமையோரை யும்பின்னைத் தக்கன்முத்தீச்

சென்(று)அகத்(து) இல்லா வகைசினத்த தோன்திருந்(து) அம்பலவன்
குன்றகத்(து) இல்லாத் தழைஅண் ணல்தந்தால் கொடிச்சியருக்(கு)

இன்(று)அகத்(து) இல்லாப் பழிவந்து மூடும்என்(று) எள்குதுமே
muṉtakart(tu) ellā imaiyōrai yumpiṉṉait takkaṉmuttīc

ceṉ(ṟu)akat(tu) illā vakaiciṉatta tōṉtirun(tu) ampalavaṉ
kuṉṟakat(tu) illāt taḻaiaṇ ṇaltantāl koṭicciyaruk(ku)

iṉ(ṟu)akat(tu) illāp paḻivantu mūṭumeṉ(ṟu) eḷkutumē

Der Herr der würdigen Halle vernichtete zuerst die Himmlischen und zürnte dann so sehr, dass in Dakshas Opferstätte kein dreifaches Feuer mehr blieb. Wenn du uns Laub bringst, das es an seinem Berg nicht gibt, fürchten wir: Über die Töchter der Bergbewohner wird heute ein Tadel hereinbrechen, der in ihrem Haus bisher unbekannt war.

Die Herkunft des Geschenks könnte den heimlichen Besuch verraten. Die mythische Opferzerstörung ist der Hintergrund des Shiva-Lobs; der soziale Anlass ist die Sorge um den Ruf der Frauen.

Vers 93 – Erst muss ich ihre Antwort kennen

யாழார் மொழிமங்கை பங்கத்(து) இறைவன் எறிதிரைநீர்

ஏழாய் எழுமொழி லாய்இருந் தோன்நின்ற தில்லையன்ன
சூழார் குழல்எழில் தொண்டைச்செவ் வாய்நவ்வி சொல்லறிந்தால்

தாழா(து) எதிர்வந்து கோடும் சிலம்ப தரும்தழையே
yāḻār moḻimaṅkai paṅkat(tu) iṟaivaṉ eṟitirainīr

ēḻāy eḻumoḻi lāyirun tōṉniṉṟa tillaiyaṉṉa
cūḻār kuḻaleḻil toṇṭaiccev vāynavvi collaṟintāl

tāḻā(tu) etirvantu kōṭum cilampa tarumtaḻaiyē

Der Herr hat die Frau mit yazhgleicher Stimme zur Hälfte; er ist die sieben wogenwerfenden Meere und die sieben aufsteigenden Wolken. Unsere rehgleiche Frau mit schönem Haar und rotem Tondai-Mund gleicht seinem Tillai. Wenn wir ihre Antwort kennen, werden wir dir unverzüglich entgegenkommen und das Laub annehmen, das du bringst, Herr der Berge.

Die Freundin bindet die Annahme des Geschenks an die Haltung der Geliebten. Trotz höflicher Umwege steht deren Einverständnis im Mittelpunkt.

Vers 94 – Es gibt noch eine Schwierigkeit

எழில்வாய் இளவஞ்சி யும்விரும் பும்மற்று இறைகுறையுண்டு

அழல்வாய் அவிரொளி அம்பலத்து ஆடும்அம் சோதி அம்தீம்
குழல்வாய் மொழிமங்கை பங்கன்குற் றாலத்துக் கோலப்பிண்டிப்

பொழில்வாய் தடவரை வாயல்ல(து) இல்லைஇப் பூந்தழையே
eḻilvāy iḷavañci yumvirum pummaṟṟu iṟaikuṟaiyuṇṭu

aḻalvāy aviroḷi ampalattu āṭumam cōti amtīm
kuḻalvāy moḻimaṅkai paṅkaṉkuṟ ṟālattuk kōlappiṇṭip

poḻilvāy taṭavarai vāyalla(tu) illaiip pūntaḻaiyē

Auch die schöne junge Rankengleiche möchte dieses Laub. Doch eine kleine Schwierigkeit bleibt: Solches blühende Laub wächst allein am breiten Berghang bei den schönen Ashoka-Hainen von Kutralam. Dort wohnt das strahlende Licht, das in der Halle mitten im Flammenmund tanzt und die Frau mit flötensüßer Stimme zur Hälfte hat.

Die Freundin erfindet einen weiteren Einwand, um die Annäherung zu verzögern. Die genaue botanische Bestimmung von piṇṭi wird traditionell als Ashoka verstanden; entscheidend ist die angeblich ungewöhnliche Herkunft des Laubs.

Vers 95 – Sie schämt sich schon der Girlande

உறுங்கள்நி வந்த கணையுர வோன்பொடி யாய் ஒடுங்கத்

தெறுங்கண்நி வந்தசிற்றம்பல வன்மலைச் சிற்றிலின்வாய்
நறுங்கண்ணி சூட்டினும் நாணும்என் வாணுதல் நாகத்தொண்பூங்

குறுங்கண்ணி வேயந்திள மந்திகள் நாணும்இக் குன்றிடத்தே
uṟuṅkaḷni vanta kaṇaiyura vōṉpoṭi yāy oṭuṅkat

teṟuṅkaṇni vantaciṟṟampala vaṉmalaic ciṟṟiliṉvāy
naṟuṅkaṇṇi cūṭṭiṉum nāṇumeṉ vāṇutal nākattoṇpūṅ

kuṟuṅkaṇṇi vēyantiḷa mantikaḷ nāṇumik kuṉṟiṭattē

Am Berg des Herrn der kleinen Halle, dessen aufgerichteter Feuerblick den mächtigen Bogenschützen mit seinem honigreichen Pfeil zu Asche zusammenfallen ließ, schämt sich meine hellstirnige Freundin schon, wenn man ihr am Eingang der kleinen Hütte einen duftenden Kranz aufsetzt. Hier an diesem Berg schämen sich sogar junge Äffinnen, wenn sie kleine Kränze aus leuchtenden Naga-Blüten tragen!

Der Liebesgott Kama erscheint als der verbrannte Bogenschütze. Die Übertreibung von den scheuen Äffinnen steigert das Lob der Zurückhaltung der Geliebten und erklärt die abwehrende Vermittlung.

Vers 96 – Passen diese Blumen zusammen?

நறமனை வேங்கையின் பூப்பயில் பாறையை நாகநண்ணி

மறமனை வேங்கை எனநனி அஞ்சும்அஞ் சார்சிலம்பா
குறமனை வேங்கைச் சுணங்கொடு அணங்கலர் கூட்டுபவோ

நிறமனை வேங்கை அதள்அம் பலவன் நெடுவ ரையே
naṟamaṉai vēṅkaiyiṉ pūppayil pāṟaiyai nākanaṇṇi

maṟamaṉai vēṅkai eṉanaṉi añcumañ cārcilampā
kuṟamaṉai vēṅkaic cuṇaṅkoṭu aṇaṅkalar kūṭṭupavō

niṟamaṉai vēṅkai ataḷam palavaṉ neṭuva raiyē

Du Herr des wolkenreichen Berges! Ein Elefant nähert sich dem Felsen, den duftende Vengai-Blüten bedecken, und erschrickt gewaltig, als sei er ein kampflustiger Tiger. Am hohen Berg des Herrn der Halle, der das tigerfarbene Fell trägt: Würde man die Vengai-Blüten am Haus der Bergfrau mit solch andersartigen, göttlichen Blüten zusammenbinden?

Die Freundin erklärt das Geschenk für unpassend zur Lebenswelt ihrer Gemeinschaft. Das Tamil nutzt vēṅkai sowohl für einen Baum als auch für den Tiger; die letzte Blumenbezeichnung ist nicht sicher zu bestimmen.

Vers 97 – Heute ist sie nicht ansprechbar

சுற்றில கண்டன்னம் மென்னடை கண்மலர் நோக்கருளப்

பெற்றில மென்பிணை பேச்சுப் பெறாகிள்ளை பிள்ளையின்றொன்(று)
உற்றிபள் உற்ற(து) அறிந்திலள் ஆகத்(து) ஒளிமிளுரும்

புற்றில வாளர வன்புலி யூரன்ன பூங்கொடியே
cuṟṟila kaṇṭaṉṉam meṉṉaṭai kaṇmalar nōkkaruḷap

peṟṟila meṉpiṇai pēccup peṟākiḷḷai piḷḷaiyiṉṟoṉ(ṟu)
uṟṟipaḷ uṟṟa(tu) aṟintilaḷ ākat(tu) oḷimiḷurum

puṟṟila vāḷara vaṉpuli yūraṉṉa pūṅkoṭiyē

Die Schwäne haben heute ihren weichen Gang nicht gesehen, die sanften Rehe keinen gnädigen Blick aus ihren Blumenaugen erhalten; das junge Papageienkind bekam kein Wort zu hören. Dieser blühenden Ranke ist heute etwas widerfahren, und sie weiß selbst nicht, was es ist. Sie gleicht Puliyur des Herrn, an dessen Leib glänzende Schlangen wohnen, die keiner Erdhöhle bedürfen.

Die Freundin schildert die Geliebte als innerlich versunken und für einen Besuch nicht bereit. Ihre Abwendung von den vertrauten Tieren deutet zugleich das Ausmaß ihrer Liebesbewegung an.

Vers 98 – Sie wird streng bewacht

முனிதரும் அன்னையும் என்ஐயர் சாலவும் மூர்க்கர்இன்னே

தனிதரும் இந்நிலத் தன்(று)ஐய குன்றமும் தாழ்சடைமேல்
பனிதரு திங்கள் அணிஅம் பலவர் பகைசெகுக்கும்

குனிதரு திண்சிலைக் கோடுசென் றான்சுடர்க் கொற்றவனே
muṉitarum aṉṉaiyum eṉaiyar cālavum mūrkkariṉṉē

taṉitarum innilat taṉ(ṟu)aiya kuṉṟamum tāḻcaṭaimēl
paṉitaru tiṅkaḷ aṇiam palavar pakaicekukkum

kuṉitaru tiṇcilaik kōṭuceṉ ṟāṉcuṭark koṟṟavaṉē

Die Mutter würde zürnen, und ihre Brüder sind sehr ungestüm. Herr, dies ist jetzt kein Ort, an dem sie dir allein begegnen könnte! Auch der Berg gehört jenem siegreichen Strahlenden, der seinen Weg über den Gipfel des festen, gebogenen Bogens nahm, mit dem die Herren der Halle ihre Feinde vernichten; im herabhängenden Haar tragen sie den kühlen Mond.

Die Freundin verweist auf die Bewachung durch die Familie. Die zweite Vershälfte verbindet Berg, Sonne und Shivas Bogen in einer schwer aufzulösenden Anspielung; die Übersetzung bleibt hier bewusst nahe an den Bildwörtern.

Vers 99 – Dann sage es ihr selbst

அந்தியின் வாயெழில் அம்பலத்(து) எம்பரன் அம்பொன்வெற்பின்

பந்தியின் வாய்ப்பல வின்சுளை பைந்தே னொடும்கடுவன்
மந்தியின் வாய்க்கொடுத்(து) ஓம்பும் சிலம்ப மனம்கனிய

முந்தியின் வாய்மொழி நீயே மொழிசென்றம் மொய்குழற்கே
antiyiṉ vāyeḻil ampalat(tu) emparaṉ ampoṉveṟpiṉ

pantiyiṉ vāyppala viṉcuḷai paintē ṉoṭumkaṭuvaṉ
mantiyiṉ vāykkoṭut(tu) ōmpum cilampa maṉamkaṉiya

muntiyiṉ vāymoḻi nīyē moḻiceṉṟam moykuḻaṟkē

Du Herr des Berghangs, wo der Affe seiner Gefährtin weiche Jackfruchtstücke mit frischem Honig in den Mund reicht und sie umsorgt! Dort, am goldenen Berg unseres Höchsten, der in der schönen Halle zur Abendstunde tanzt, gehe du selbst zu der Frau mit dichtem Haar. Sprich zuerst mit freundlichen Worten zu ihr, damit ihr Herz reif und weich wird.

Die Freundin gibt die Vermittlung scheinbar auf und schickt den Liebenden selbst. Das fütternde Affenpaar bietet ihm zugleich ein Bild zärtlicher, fürsorglicher Annäherung.

Vers 100 – Wir leben in verschiedenen Welten

தெங்கம் பழம்கமு கின்குலை சாடிக் கதலிசெற்றுக்

கொங்கம் பழனத்(து) ஒளிர்குளிர் நாட்டினை நீயுமைகூர்
பங்கம் பலவன் பரங்குன்றில் குன்றன்ன மாபதைப்பச்

சிங்கம் திரிதரு சீறூர்ச் சிறுமிஎம் தேமொழியே
teṅkam paḻamkamu kiṉkulai cāṭik kataliceṟṟuk

koṅkam paḻaṉat(tu) oḷirkuḷir nāṭṭiṉai nīyumaikūr
paṅkam palavaṉ paraṅkuṉṟil kuṉṟaṉṉa māpataippac

ciṅkam tiritaru cīṟūrc ciṟumiem tēmoḻiyē

Du gehörst zum leuchtenden, kühlen Land, wo Kokosfrüchte die Trauben der Arekapalmen treffen, Bananenstauden niederdrücken und in den Feldern Duft verbreiten. Unsere süß sprechende Kleine stammt aus einem winzigen Dorf am Berg des Herrn der Halle, dessen Hälfte Uma ist: Dort ziehen Löwen umher, sodass berggroße Elefanten erbeben.

Die Freundin macht die unterschiedlichen Lebenswelten und sozialen Zugehörigkeiten geltend. Der überlieferte Situationsvermerk formuliert sogar ein Gefälle zwischen „hohem“ und „niedrigem“ Stand; dies wird als historische Sozialordnung kenntlich, nicht als Werturteil übernommen.

Vers 101 – Unsere Brüder schießen anders

சிலையன்று வாணுதல் பங்கன்சிற் றம்பல வன்கயிலை

மலையன்று மாமுகத்(து) எம்ஐயர் எய்கணை மண்குளிக்கும்
கலையன்று வெங்கணை யோடு கடுகிட்ட தென்னிற்கெட்டேன்

கொலையென்று திண்ணிய வா(று)ஐயர் கையிற் கொடுஞ்சிலையே
cilaiyaṉṟu vāṇutal paṅkaṉciṟ ṟampala vaṉkayilai

malaiyaṉṟu māmukat(tu) emaiyar eykaṇai maṇkuḷikkum
kalaiyaṉṟu veṅkaṇai yōṭu kaṭukiṭṭa teṉṉiṟkeṭṭēṉ

kolaiyeṉṟu tiṇṇiya vā(ṟu)aiyar kaiyiṟ koṭuñcilaiyē

Nicht bloß ein Bogen ist es! Am Kailasa des Herrn der kleinen Halle, dessen Hälfte die Frau mit leuchtender Stirn ist, bleiben die Pfeile unserer Brüder nicht an einem berggleichen Elefantenkopf stehen: Sie durchbohren auch den Hirsch und tauchen in die Erde. Wenn ich nun frage, weshalb du eilig mit deinem scharfen Pfeil gekommen bist, bin ich verloren! Der grausame Bogen in ihren Händen ist zum Töten entschlossen.

Die Freundin neckt den vermeintlichen Jäger mit dem Können ihrer Brüder. Die Satzglieder mit aṉṟu sind mehrdeutig; die Übersetzung versteht sie als Steigerung der Durchschlagskraft und kennzeichnet damit eine mögliche Lesart.

Vers 102 – Ein großer Herr gerät außer sich

மைத்தழை யாநின்ற மாமிடற்(று) அம்பல வன்கழற்கே

மெய்த்தழை யாநின்ற அன்பினர் போல விதிர்விதிர்த்துக்
கைத்தழை யேந்திக் கடமா வினாய்க் கையில் வில்லின்றியே

பித்தழை யாநிற்ப ரால்என்ன பாவம் பெரியவரே
maittaḻai yāniṉṟa māmiṭaṟ(ṟu) ampala vaṉkaḻaṟkē

meyttaḻai yāniṉṟa aṉpiṉar pōla vitirvitirttuk
kaittaḻai yēntik kaṭamā viṉāyk kaiyil villiṉṟiyē

pittaḻai yāniṟpa rāleṉṉa pāvam periyavarē

Was für ein Jammer bei einem so großen Herrn! Wie die Liebenden, deren wahrhaftige Liebe zu den Füßen des Hallenherrn wächst, dessen großer Hals von Schwärze erfüllt ist, zittert er immerfort. Er trägt Laub in der Hand, fragt nach dem wilden Waldtier und hat doch keinen Bogen bei sich: Er steht da und wird ganz von seinem Wahn überwachsen.

Die Freundin zeigt Mitleid, ohne das Geschenk schon anzunehmen. Das Zittern erinnert an ekstatische Hingabe und zugleich an die Aufregung eines verliebten Menschen.

Vers 103 – Solche Blüten wachsen hier nicht

அக்கும் அரவும் அணிமணிக் கூத்தன்சிற் றம்பலமே

ஓக்கும் இவள(து) ஒளிர்உரு அஞ்சி மஞ் சார்சிலம்பா
கொக்கும் சுனையும் குளிர்தளி ரும்கொழும் போதுகளும்

இக்குன்றில் என்றும் மலர்ந்தறி யாத இயல்பினவே
akkum aravum aṇimaṇik kūttaṉciṟ ṟampalamē

ōkkum ivaḷa(tu) oḷiruru añci mañ cārcilampā
kokkum cuṉaiyum kuḷirtaḷi rumkoḻum pōtukaḷum

ikkuṉṟil eṉṟum malarntaṟi yāta iyalpiṉavē

Herr des wolkenreichen Gebirges! Aus Scheu vor ihrer leuchtenden Gestalt, die der kleinen Halle des edelsteingleichen Tänzers mit Knochen- und Schlangenschmuck entspricht, haben Mangos, Teiche, kühle junge Triebe und volle Blumen an diesem Berg die Eigenart angenommen, niemals mehr zu blühen.

Die Freundin gibt eine scherzhafte Überhöhung ihrer Gefährtin: Die Natur selbst scheue den Vergleich mit ihr. Der Situationsvermerk nennt Mangosprosse und blaue Wasserlilien als die angebotenen, angeblich nicht vorhandenen Gaben.

Vers 104 – Sie sei noch ein Kind

உருகு தலைச்சென்ற உள்ளத்தும் அம்பலத் தும்ஒளியே

பெருகு தலைச்சென்று நின்றோன் பெருந்துறைப் பிள்ளைகள்ளார்
முருகு தலைச்சென்ற கூழை முடியா முலைபொடியா

ஒருகு தலைச்சின் மழலைக் கென் னோஐய ஓதுவதே
uruku talaicceṉṟa uḷḷattum ampalat tumoḷiyē

peruku talaicceṉṟu niṉṟōṉ peruntuṟaip piḷḷaikaḷḷār
muruku talaicceṉṟa kūḻai muṭiyā mulaipoṭiyā

oruku talaicciṉ maḻalaik keṉ ṉōaiya ōtuvatē

Herr, was willst du einem Kind mit wenigen lallenden Worten sagen? Sie gehört zu Perunturai dessen, der im schmelzenden Herzen und in der Halle als wachsendes Licht aufstrahlt. Ihr kurzes Haar, in dem honigreiche Blüten duften, lässt sich noch nicht binden; ihre Brust hat noch nicht zu knospen begonnen.

Die Freundin führt mangelnde Reife als weiteren Abwehrgrund an. Der Vers verwendet eine historische Alters- und Schönheitskonvention; ob die Aussage eine tatsächliche Altersangabe oder ein vorgeschobener Einwand ist, legt der Text nicht fest.

Vers 105 – Vor mir lässt sich das nicht verbergen

பண்(டு)ஆல் இயலும் இலைவளர் பாலகன் பார்கிழித்துத்

தொண்டால் இயலும் சுடர்க்கழ லோன்தொல்லைத் தில்லையின்வாய்
வண்டால் இயலும் வளர்புந் துறைவ மறைக்கின்என்னைக்

கண்டால் இயலும் கடனில்லை கொல்லோ கருதியதே
paṇ(ṭu)āl iyalum ilaivaḷar pālakaṉ pārkiḻittut

toṇṭāl iyalum cuṭarkkaḻa lōṉtollait tillaiyiṉvāy
vaṇṭāl iyalum vaḷarpun tuṟaiva maṟaikkiṉeṉṉaik

kaṇṭāl iyalum kaṭaṉillai kollō karutiyatē

Herr der blühenden, bienenumflogenen Küste! Im alten Tillai wohnt der mit leuchtenden Füßen, die der einst auf einem Banyanblatt liegende Knabe suchte, indem er mit seinem Rüssel die Erde spaltete. Wenn du deine Absicht vor mir verbirgst, musst du dann nicht doch, sobald du mich siehst, mit mir darüber sprechen?

Die Freundin macht mit einem Lächeln deutlich, dass ohne ihre Vermittlung wenig gelingt. Der Knabe auf dem Blatt und der erdgrabende Eber sind Erscheinungen Vishnus in der mythischen Vorgeschichte des Shiva-Lobs.

Vers 106 – Ihr Lächeln gibt mir Hoffnung

மத்தகம் சேர்தனி நோக்கினன் வாக்கிறந்(து) ஊறமுதே

ஒத்தகம் சேர்ந்தென்னை உய்யநின் றோன்தில்லை ஒத்திலங்கு
முத்தகம் சேர்மென் னகைப் பெருந் தோளி முகமதியின்

வித்தகம் சேர்மெல்லென் நோக்கமன்றோஎன் விழுத்துணையே
mattakam cērtaṉi nōkkiṉaṉ vākkiṟan(tu) ūṟamutē

ottakam cērnteṉṉai uyyaniṉ ṟōṉtillai ottilaṅku
muttakam cērmeṉ ṉakaip perun tōḷi mukamatiyiṉ

vittakam cērmelleṉ nōkkamaṉṟōeṉ viḻuttuṇaiyē

Er trägt das einzige Auge auf der Stirn, ist wie unaussprechlich quellender Nektar und wohnt in meinem Inneren, um mich zu retten. Die breitschultrige Freundin gleicht seinem Tillai, ihr sanftes Lächeln einer Reihe glänzender Perlen. Ist nicht der zarte, verständige Blick aus ihrem Mondgesicht meine verlässliche Hilfe?

Der Liebende bemerkt das Lächeln der Freundin und gewinnt Zuversicht. Das Wort „Hilfe“ betrifft hier konkret die Vermittlung zwischen den Liebenden.

Vers 107 – Welche von den vielen meinst du?

விண்இறந் தார்நிலம் விண்டலர் என்றுமிக் கார்இருவர்

கண்இறந் தார்தில்லை அம்பலத் தார்கழுக் குன்றினின்று
தண்நறுந் தா(து)இவர் சந்தனச் சோலைப்பந் தாடுகின்றார்

எண்இறந் தார்அவர் யார்கண்ண தோமன்ன நின்னருளே
viṇiṟan tārnilam viṇṭalar eṉṟumik kāriruvar

kaṇiṟan tārtillai ampalat tārkaḻuk kuṉṟiṉiṉṟu
taṇnaṟun tā(tu)ivar cantaṉac cōlaippan tāṭukiṉṟār

eṇiṟan tāravar yārkaṇṇa tōmaṉṉa niṉṉaruḷē

Die beiden gingen über den Himmel hinaus und spalteten die Erde, fanden ihn aber nicht: Der Herr der Halle in Tillai blieb ihrem Blick entzogen. In den Sandelhainen seines Kazhukkunram spielen heute unzählige Frauen Ball, umgeben von kühlem, duftendem Blütenstaub. Herr, welcher von ihnen gilt denn deine Zuneigung?

Die Freundin stellt sich unwissend und verlangt eine Beschreibung der Geliebten. Die Suche der beiden Götter bildet den Auftakt zu einer spielerischen Frage nach Erkennbarkeit.

Vers 108 – Ihr Gesicht wie der volle Mond

குவவின கொங்கை குரும்பை குழல்கொன்றை கொவ்வைசெவ்வாய்

கவவின வாள்நகை வெண்முத்தம் கண்மலர் செங்கழுநீர்
தவவினை தீர்ப்பவன் தாழ்பொழில் சிற்றம்பலம் அனையாட்(கு)

உவவின நாள்மதி போன்றொளிர் கின்ற(து) ஒளிமுகமே
kuvaviṉa koṅkai kurumpai kuḻalkoṉṟai kovvaicevvāy

kavaviṉa vāḷnakai veṇmuttam kaṇmalar ceṅkaḻunīr
tavaviṉai tīrppavaṉ tāḻpoḻil ciṟṟampalam aṉaiyāṭ(ku)

uvaviṉa nāḷmati pōṉṟoḷir kiṉṟa(tu) oḷimukamē

Ihre gewölbten Brüste sind junge Palmfrüchte, ihr Haar ist Konrai, ihr roter Mund eine Kovai-Frucht; ihre eng gereihten, glänzenden Zähne sind weiße Perlen, ihre Augenblumen rote Wasserlilien. Sie gleicht der kleinen Halle in den tiefen Hainen dessen, der schwere Tatenfolgen beendet. Ihr leuchtendes Gesicht strahlt wie der Mond am Vollmondtag.

Der Liebende antwortet mit einer Reihe klassischer Naturvergleiche. Konrai bezeichnet den goldblühenden Röhrenkassienbaum; die Bildzuordnung zum Haar kann dessen Blütenschmuck einschließen.

Vers 109 – Dunkel, weiß und weit

ஈசற்(கு) யான்வைத்த அன்பின் அகன்றவன் வாங்கியஎன்

பாசத்தின் காரென்(று) அவன்தில்லை யின்ஒளி போன்றவன்தோள்
பூ(க)அத் திருநீ(று) எனவெளுத்(து) அங்கவன் பூங்கழல்யாம்

பே(சு)அத் திருவார்த்தை யிற்பெரு நீளம் பெருங்கண்களே
īcaṟ(ku) yāṉvaitta aṉpiṉ akaṉṟavaṉ vāṅkiyaeṉ

pācattiṉ kāreṉ(ṟu) avaṉtillai yiṉoḷi pōṉṟavaṉtōḷ
pū(ka)at tirunī(ṟu) eṉaveḷut(tu) aṅkavaṉ pūṅkaḻalyām

pē(cu)at tiruvārttai yiṟperu nīḷam peruṅkaṇkaḷē

Ihre großen Augen sind weit wie die Liebe, die ich dem Herrn schenkte, und dunkel wie die Bindung, die er von mir nahm. Sie leuchten wie sein Tillai und sind weiß wie die heilige Asche auf seinen blumengeschmückten Schultern. Ihre Länge ist groß wie die heiligen Worte, mit denen wir seine blütengleichen Füße preisen.

Augenform und Augenfarben werden durch Erfahrungen der Shiva-Hingabe beschrieben. Die Dunkelheit gehört dem gelösten pāśa, der Bindung, die Helligkeit der Asche und die Weite der Liebe.

Vers 110 – Nun nehme ich das Laub

தோலாக் கரிவென்ற தற்கும் துவள்விற்கும் இல்லின்தொன்மைக்(கு)

ஏலாப் பரி(சு)உள வேயன்றி ஏலேம் இருஞ்சிலம்ப
மாலார்க்(கு) அரிய மலர்க்கழல் அம்பல வன்மலையில்

கோலாப் பிரசம் அன் னாட்(கு)ஐய நீதந்த கொய் தழையே
tōlāk kariveṉṟa taṟkum tuvaḷviṟkum illiṉtoṉmaik(ku)

ēlāp pari(cu)uḷa vēyaṉṟi ēlēm iruñcilampa
mālārk(ku) ariya malarkkaḻal ampala vaṉmalaiyil

kōlāp piracam aṉ ṉāṭ(ku)aiya nītanta koy taḻaiyē

Herr des großen Gebirges! Es gibt Gründe, weshalb dies zu ihr nicht passen sollte: ihre unbesiegte Schönheit, die den Elefanten übertrifft, ihre zarte Schwäche und die alte Würde ihres Hauses. Nur deswegen nahmen wir es bisher nicht an. Nun nehmen wir das gepflückte Laub, das du jener bringst, die süß wie reiner Honig ist, am Berg des Hallenherrn, dessen Blütenfüße selbst Vishnu schwer erreichbar sind.

Die Freundin nimmt das Geschenk schließlich entgegen. Die erste Zeile mit dem Elefantenvergleich bleibt grammatisch unsicher; der überlieferte Situationsvermerk bestätigt jedoch die Annahme aus Mitgefühl mit dem wartenden Mann.

Vers 111 – Mir fällt kein weiterer Einwand ein

கழைகாண் டலும்சுளி யுங்களி யானையன் னான்கரத்தில்

தழைகாண் டலும்பொய் தழைப்பமுன் காண்பன்இன்(று) அம்பலத்தான்
உழைகாண் டலும்நினைப் பாகும்மெல் நோக்கிமன் நோக்கங்கண்டால்

இழைகாண் பணைமுலை யாய்அறி யேன்சொல்லும் ஈடவற்கே
kaḻaikāṇ ṭalumcuḷi yuṅkaḷi yāṉaiyaṉ ṉāṉkarattil

taḻaikāṇ ṭalumpoy taḻaippamuṉ kāṇpaṉiṉ(ṟu) ampalattāṉ
uḻaikāṇ ṭalumniṉaip pākummel nōkkimaṉ nōkkaṅkaṇṭāl

iḻaikāṇ paṇaimulai yāyaṟi yēṉcollum īṭavaṟkē

Du mit Schmuck an der vollen Brust! Schon beim Anblick des Bambus zürnt er wie ein berauschter Elefant. Sehe ich das Laub in seiner Hand, merke ich, wie meine früheren Ausreden aufblühen; erblickt er die Gazelle des Hallenherrn, denkt er an deinen sanften Blick. Wenn ich seinen Blick sehe, weiß ich kein Wort mehr, mit dem ich ihm antworten könnte.

Die Freundin erklärt der Geliebten, weshalb sie nicht länger zurückweisen kann. Die Folge von Bambus, Elefant und Gazelle ist stark verkürzt; sicher ist die Bewegung von erfundenen Einwänden zu mitfühlendem Verständnis.

Vers 112 – Soll sein Laub verwelken?

தவளத்த நீறணி யும்தடந் தோள்அண்ணல் தன்னொருபால்

அவள்அத்த னாம்மக னாம்தில்லை யான்அன்(று) உரித்ததன்ன
கவளத்த யானை கடிந்தார் கரத்தகண் ணார்தழையும்

துவளத் தகுவன வோசுரும் பார்குழல் தூமொழியே
tavaḷatta nīṟaṇi yumtaṭan tōḷaṇṇal taṉṉorupāl

avaḷatta ṉāmmaka ṉāmtillai yāṉaṉ(ṟu) urittataṉṉa
kavaḷatta yāṉai kaṭintār karattakaṇ ṇārtaḻaiyum

tuvaḷat takuvaṉa vōcurum pārkuḻal tūmoḻiyē

Du mit bienenumklungenem Haar und reinen Worten! Der breitschultrige Herr trägt die weiße Asche; die Frau bildet seine eine Hälfte, und er ist Vater und Sohn. Der Mann hat einen futtergierigen Elefanten abgewehrt, gleich dem, dessen Haut der Herr von Tillai einst abzog. Soll nun auch das schön anzusehende Laub in seiner Hand verwelken?

Die Freundin erinnert an den Schutz, den der Liebende gewährt hat, und bittet um Annahme seiner Gabe. Die Wendung „Vater und Sohn“ gehört zur verdichteten Gottesrede; ihre Beziehung zum vorausgehenden Halbfrauenbild bleibt offen.

Vers 113 – Zwischen Tadel und öffentlicher Klage

ஏறும் பழிதழை யேன்பின்மற்(று) ஏலா விடின்மடன்மா

ஏறும் அவன்இட பங்கொடி ஏற்றிவந்(து) அம்பலத்துள்
ஏறும் அரன்மன்னும் ஈங்கோய் மலைநம் இரும்புனம்காய்ந்(து)

ஏறும் மலைதொலைத் தாற்(கு)என்னை யாம்செய்வ(து) ஏந்திழையே
ēṟum paḻitaḻai yēṉpiṉmaṟ(ṟu) ēlā viṭiṉmaṭaṉmā

ēṟum avaṉiṭa paṅkoṭi ēṟṟivan(tu) ampalattuḷ
ēṟum araṉmaṉṉum īṅkōy malainam irumpuṉamkāyn(tu)

ēṟum malaitolait tāṟ(ku)eṉṉai yāmceyva(tu) ēntiḻaiyē

Du Geschmückte! Nehme ich das Laub an, erhebt sich Tadel; nehme ich es nicht an, besteigt er das Palmstängelpferd. Was sollen wir für den tun, der den zornigen Berg von einem Elefanten aus unserem großen Feld vertrieb? Dies geschah am Ingoy-Berg, wo Hara wohnt, der sein Stierbanner erhob und in die Tanzhalle eintrat.

Die Freundin legt das Dilemma offen. Der „Berg“ bezeichnet bildhaft den großen Elefanten. Ihre Rede verbindet Dankbarkeit, Furcht vor Gerede und Sorge um den Liebenden.

Vers 114 – Nimm dieses seltene Geschenk

தெவ்வரை மெய்யெரி காய்சிலை ஆண்டென்னை ஆண்டுகொண்ட

செவ்வரை மேனியன் சிற்றம் பலவன் செழுங்கயிலை
அவ்வரை மேலன்றி யில்லைகண் டாய்உள்ள வா(று)அருளான்

இவ்வரை மேற்சிலம் பன்எளி தில்தந்த ஈர்ந்தழையே
tevvarai meyyeri kāycilai āṇṭeṉṉai āṇṭukoṇṭa

cevvarai mēṉiyaṉ ciṟṟam palavaṉ ceḻuṅkayilai
avvarai mēlaṉṟi yillaikaṇ ṭāyuḷḷa vā(ṟu)aruḷāṉ

ivvarai mēṟcilam paṉeḷi tiltanta īrntaḻaiyē

Sieh: Dieses frische Laub, das der Herr unseres Berges so mühelos brachte, gibt es allein auf jenem Berg, dem reichen Kailasa! Dort wohnt der Herr der kleinen Halle, rot wie ein Berg, der den Bogen gegen die feindlichen Städte richtete, sie wahrhaftig verbrannte und mich zu eigen nahm. Unser Bergmann erzählt nicht einmal, wie es wirklich dazu kam.

Die Freundin preist die Seltenheit des Geschenks, damit die Geliebte es annimmt. Das Lob widerspricht spielerisch früheren Einwänden: Ihre Vermittlung passt sich dem erreichten Vertrauen an.

Vers 115 – Was sie mit deinem Laub tat

பாசத் தளையறுத்(து) ஆண்டுகொண் டோன்தில்லை அம்பலம் சூழ்

தேசத் தனசெம்மல் நீதந் தனசென்(று) யான்கொடுத்தேன்
பேசிற் பெருகும் சுருங்கு மருங்குழல் பெயர்ந்தரைத்துப்

பூசிற் றிலள்அன்றிச் செய்யா தனஇல்லை பூந்தழையே
pācat taḷaiyaṟut(tu) āṇṭukoṇ ṭōṉtillai ampalam cūḻ

tēcat taṉacemmal nītan taṉaceṉ(ṟu) yāṉkoṭuttēṉ
pēciṟ perukum curuṅku maruṅkuḻal peyarntaraittup

pūciṟ ṟilaḷaṉṟic ceyyā taṉaillai pūntaḻaiyē

Edler Freund, ich ging hin und gab ihr das Laub, das du mir anvertrautest, frisch wie das Land rings um Tillais Halle dessen, der die Fessel meiner Bindung durchschnitt und mich in seinen Dienst nahm. Erzähle ich davon, wächst meine Rede immer weiter: Die schmalhüftige Frau tat alles mit diesem blühenden Laub – nur zermahlen und sich damit einreiben, das tat sie nicht!

Die Freundin berichtet von der freudigen Aufnahme des Geschenks. Die humorvolle Übertreibung macht die Zuneigung sichtbar, ohne jede einzelne Geste auszumalen.

Kapitel 13 – Treffen am Tag

Verse 116–147 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

பகற்குறித் துறைமுப் பதினோ(டு) இரண்டு

இயற்கைபோல் சிவத்தோ(டு) இயலுறுக் கூட்டிப்

பிரித்த அருளின் பெரும்பகற் குறியே.
pakaṟkuṟit tuṟaimup patiṉō(ṭu) iraṇṭu

iyaṟkaipōl civattō(ṭu) iyaluṟuk kūṭṭip

piritta aruḷiṉ perumpakaṟ kuṟiyē.

Die zweiunddreißig Situationen des Treffens am Tag bezeichnen das große Tageszeichen der Gnade: Sie führt die Seele wie von selbst zur Verbindung mit Shiva und trennt sie wieder.

Die Begleitauslegung versteht Nähe und Entfernung als unterschiedliche Erfahrungen auf einem geistigen Weg.

Vers 116 – Der verborgene Hain

வானுழை வாள்அம்ப லத்தரன் குன்றென்று வட்கிவெய்யோன்

தானுழை யாஇரு ளாய்ப்புற நாப்பண்வண் தாரகை போல்
தேனுழை நாக மலர்ந்து திகழ்பளிங் கான்மதியோன்

கானுழை வாழ்வுபெற் றாங்கெழில் காட்டுமொர் கார்ப்பொழிலே
vāṉuḻai vāḷampa lattaraṉ kuṉṟeṉṟu vaṭkiveyyōṉ

tāṉuḻai yāiru ḷāyppuṟa nāppaṇvaṇ tārakai pōl
tēṉuḻai nāka malarntu tikaḻpaḷiṅ kāṉmatiyōṉ

kāṉuḻai vāḻvupeṟ ṟāṅkeḻil kāṭṭumor kārppoḻilē

Es gibt einen dunklen Hain: Die Sonne wagt sich nicht hinein, als scheue sie Haras Berg mit seiner himmelhohen, leuchtenden Halle. In der Finsternis blühen honigreiche Naga-Blüten wie freundliche Sterne. Ein glänzender Kristall zeigt dort seine Schönheit, als habe der Mond im Wald einen eigenen Wohnort gewonnen.

Die Freundin beschreibt den geschützten Ort für ein Treffen am Tag. Sonne, Sterne, Mond und Kristall verwandeln den Hain in einen eigenen kleinen Kosmos.

Vers 117 – Komm, wir gehen spielen

புயல்வளர் ஊசல்முன் ஆடிப்பொன் னேபின்னைப் போய்ப்பொலியும்

அயல்வளர் குன்றில்நின் றேற்றும் அருவி திருவுருவில்
கயல்வளர் வாட்கண்ணி போதரு காதரம் தீர்த்தருளும்

தயல்வளர் மேனியன் அம்பலத் தான்வரைத் தண்புனத்தே
puyalvaḷar ūcalmuṉ āṭippoṉ ṉēpiṉṉaip pōyppoliyum

ayalvaḷar kuṉṟilniṉ ṟēṟṟum aruvi tiruvuruvil
kayalvaḷar vāṭkaṇṇi pōtaru kātaram tīrttaruḷum

tayalvaḷar mēṉiyaṉ ampalat tāṉvarait taṇpuṉattē

Meine Goldene, du mit fischgleichen, leuchtenden Augen! Zuerst spielen wir auf der Schaukel, die bis zu den wachsenden Wolken reicht; danach gehen wir zu dem benachbarten, strahlenden Berg und lassen den Wasserfall über deinen schönen Leib strömen. Komm zu dem kühlen Feld am Berg des Hallenherrn, dessen Gestalt die Frau einschließt und dessen Gnade die Not der Liebe löst.

Die Freundin führt die Geliebte zum vereinbarten Ort. Schaukeln und Baden bilden den vertrauten äußeren Anlass des Weges.

Vers 118 – Die Begleiterinnen gehen fort

தினைவளங் காத்துச் சிலம்பெதிர் கூஉய்ச்சிற்றில் முற்றிழைத்துச்

கனைவளம் பாய்ந்து துணைமலர் கொய்து தொழுதெழுவர்
வினைவளம் நீறெழ நீறணி அம்பல வன்தன்வெற்பில்

புனைவளர் கொம்பர்அன் னாய்அன்ன காண்டும் புனமயிலே
tiṉaivaḷaṅ kāttuc cilampetir kūuycciṟṟil muṟṟiḻaittuc

kaṉaivaḷam pāyntu tuṇaimalar koytu toḻuteḻuvar
viṉaivaḷam nīṟeḻa nīṟaṇi ampala vaṉtaṉveṟpil

puṉaivaḷar komparaṉ ṉāyaṉṉa kāṇṭum puṉamayilē

Du wie eine geschmückte, wachsende Ranke, du Pfau des Feldes! Wir haben die reiche Hirse bewacht, den Berghängen zum Echo zugerufen, kleine Hütten und Höfe gebaut, sind in den tiefen Teich gesprungen und haben passende Blumen gepflückt. Am Berg des mit Asche geschmückten Hallenherrn, der die angesammelten Taten der sich erhebenden Verehrenden zu Asche werden lässt, wollen wir nun die Schwäne betrachten.

Nach dem Situationsvermerk entfernt sich hier die Schar der Gefährtinnen. Die Aufzählung gemeinsamer Spiele schafft einen unauffälligen Übergang zum Alleinsein der Geliebten.

Vers 119 – Ich hole Blumen für dein Haar

நரல்வேய் இனநின தோட்(டு)உடைந்(து) உக்கநன் முத்தம்சிந்திப்

பரல்வேய் அறையுறைக் கும்பஞ் சடிப்பரன் தில்லையன்னாய்
வரல்வேய் தருவன்இங் கேநில்உங் கேசென்றுன் வார்குழற்(கு)ஈர்ங்

குரல்வேய் அளிமுரல் கொங்கார் தடமலர் கொண்டுவந்தே
naralvēy iṉaniṉa tōṭ(ṭu)uṭain(tu) ukkanaṉ muttamcintip

paralvēy aṟaiyuṟaik kumpañ caṭipparaṉ tillaiyaṉṉāy
varalvēy taruvaṉiṅ kēniluṅ kēceṉṟuṉ vārkuḻaṟ(ku)īrṅ

kuralvēy aḷimural koṅkār taṭamalar koṇṭuvantē

Du mit baumwollweichen Füßen, die du dem Tillai des Höchsten gleichst! Die rauschenden Bambusstämme, von deinen Schultern besiegt, springen auf und streuen gute Perlen über den mit Kieseln besetzten Fels. Bleibe genau hier; ich gehe dorthin, pflücke große, duftvolle Blüten, in denen Bienen mit feuchtem Summen tönen, und bringe sie für dein langes Haar zurück.

Die Freundin entfernt sich unter dem Vorwand des Blumenpflückens. Bambusperlen gehören zur überlieferten Naturvorstellung des Gedichts; die „besiegten“ Stämme sind ein Schönheitsvergleich mit den Armen der Frau.

Vers 120 – Warum bist du hierhergekommen?

படமா கணப்பள்ளி இக்குவ டாக்கியப் பங்கயக்கண்

நெடுமால் எனஎன்னை நீநினைந் தோநெஞ்சத் தாமரையே
இடமா இருக்கலுற் றோதில்லை நின்றவன் ஈர்ங்கயிலை

வடமார் முலைமட வாய்வந்து வைஇற்றுஇவ் வார்பொழிற்கே
paṭamā kaṇappaḷḷi ikkuva ṭākkiyap paṅkayakkaṇ

neṭumāl eṉaeṉṉai nīniṉain tōneñcat tāmaraiyē
iṭamā irukkaluṟ ṟōtillai niṉṟavaṉ īrṅkayilai

vaṭamār mulaimaṭa vāyvantu vaiiṟṟuiv vārpoḻiṟkē

Du zarte Frau mit perlenbeschwerter Brust! Hieltest du mich für den lotusäugigen Vishnu, der diesen Berg zu seinem Lager der großen, gehäubten Schlange gemacht hat? Oder möchtest du im Lotus meines Herzens wohnen? Warum bist du in diesen weiten Hain am kühlen Kailasa dessen gekommen, der in Tillai steht?

Der Liebende findet die Geliebte allein und begrüßt sie freudig. Der genaue Bezug des Schlangenlagers auf den Berg ist unsicher; klar ist das Angebot, ihr im eigenen Herzen Wohnung zu geben.

Vers 121 – Die Scheu der Geliebten

தொத்தீன் மலர்ப்பொழில் தில்லைத்தொல் லோன்அருள் என்னமுன்னி

முத்தீன் குவளைமென் காந்தளின் மூடித்தன் ஏர்அளப்பான்
ஒத்(து)ஈர்ங் கொடியின் ஒதுங்குகின் றாள்மருங் குல்நெருங்கப்

பித்தீர் பணைமுலை காள்என்னுக்கு இன்னும் பெருக்கின்றதே
tottīṉ malarppoḻil tillaittol lōṉaruḷ eṉṉamuṉṉi

muttīṉ kuvaḷaimeṉ kāntaḷiṉ mūṭittaṉ ēraḷappāṉ
ot(tu)īrṅ koṭiyiṉ otuṅkukiṉ ṟāḷmaruṅ kulneruṅkap

pittīr paṇaimulai kāḷeṉṉukku iṉṉum perukkiṉṟatē

Sie dachte zuerst: „Ist das die Gnade des Uralten von Tillai mit seinen büschelweise blühenden Hainen?“ Dann bedeckte sie die perlenbesetzten Wasserlilien mit weichen Kantal-Blüten und zog sich wie eine zarte Ranke zurück, als wollte sie ihre eigene Schönheit bemessen. Ihr großen Brüste, warum nehmt ihr noch zu und bedrängt ihre schmale Mitte so sehr?

Die Frau verbirgt ihr Gesicht mit den Händen; Wasserlilien, Perlen und Kantal bezeichnen Augen, Tränen und Finger. Die letzte Anrede ist die poetische Rede des Liebenden angesichts ihrer Scheu, kein eigenständiger Lehrsatz.

Vers 122 – Ordne deinen Schmuck

அளிநீ(டு) அளகத்தின் அட்டிய தாதும் அணியணியும்

ஒளிநீள் கரிகுழல் சூழ்ந்தஒண் மாலையும் தண்நறவுண்
களிநீ யெனச்செய் தவன்கடல் தில்லையன் னாய்கலங்கல்

தெளிநீ அனையபொன் னேபண்ணு கோலம் திருநுதலே
aḷinī(ṭu) aḷakattiṉ aṭṭiya tātum aṇiyaṇiyum

oḷinīḷ karikuḻal cūḻntaoṇ mālaiyum taṇnaṟavuṇ
kaḷinī yeṉaccey tavaṉkaṭal tillaiyaṉ ṉāykalaṅkal

teḷinī aṉaiyapoṉ ṉēpaṇṇu kōlam tirunutalē

Du, dem Tillai mit seiner anbrandenden See vergleichbar! Verwirre dich nicht; werde klar, meine Goldene. Im langen Haar haben die Bienen den Blütenstaub zerstreut, die Schmuckstücke liegen durcheinander, und die Girlande in den glänzenden dunklen Locken ist verwirrt. „Du bist vom kühlen Honig berauscht“, könnte man sagen. Bringe den Schmuck deiner schönen Stirn wieder in Ordnung!

Die zurückkehrende Freundin bemerkt die Spuren des Treffens und hilft, sie zu verbergen. Die Einzelheiten der ersten Satzhälfte sind syntaktisch gedrängt; das Wiederherstellen der äußeren Ordnung ist eindeutig.

Vers 123 – Blume und Biene

செழுநீர் மதிக்கண்ணிச் சிற்றம் பலவன் திருக்கழலே

கெழுநீர் மையில்சென்று கிண்கிணி வாய்க் கொள்ளும் கள்ளகத்த
கழுநீர் மலரிவள் யானதன் கண்மரு விப்பிரியாக்

கொழுநீர் நறப்பரு கும்பெரு நீர்மை அளிகுவமே
ceḻunīr matikkaṇṇic ciṟṟam palavaṉ tirukkaḻalē

keḻunīr maiyilceṉṟu kiṇkiṇi vāyk koḷḷum kaḷḷakatta
kaḻunīr malarivaḷ yāṉataṉ kaṇmaru vippiriyāk

koḻunīr naṟapparu kumperu nīrmai aḷikuvamē

Sie ist die Wasserlilie, die sich in liebender Verbundenheit den heiligen Füßen des Herrn der kleinen Halle zuwendet, der reiches Wasser und Mond als Haarschmuck trägt. In ihrem Inneren birgt sie den Honig, den der klingende Mund aufnimmt. Ich bin die große Biene: Untrennbar will ich in ihr wohnen und den reichen, süßen Nektar trinken.

Der Liebende freut sich innerlich über die Vereinigung. Die schwer aufzulösende Wendung mit kiṇkiṇi kann auf klingenden Schmuck oder Summen weisen; Blume und Biene tragen die zentrale Metapher.

Vers 124 – Zurück zu deinen Gefährtinnen

கொழுந்தா ரகைமுகை கொண்டலம் பாசடை விண்மடுவில்

எழுந்தார் மதிக்கம லம்எழில் தந்தென இப்பிறப்பில்
அழுந்தா வகையெனை ஆண்டவன் சிற்றம் பலம்அனையாய்

செழுந்தா(து) அவிழ்பொழில் ஆயத்துச் சேர்க் திருத்தகவே
koḻuntā rakaimukai koṇṭalam pācaṭai viṇmaṭuvil

eḻuntār matikkama lameḻil tanteṉa ippiṟappil
aḻuntā vakaiyeṉai āṇṭavaṉ ciṟṟam palamaṉaiyāy

ceḻuntā(tu) aviḻpoḻil āyattuc cērk tiruttakavē

Du gleichst der kleinen Halle dessen, der mich zu eigen nahm, damit ich in diesem Geborenwerden nicht versinke. Gehe nun in schöner Würde zu deiner Schar im Hain, wo reicher Blütenstaub sich öffnet: als hätte der Mondlotus im Himmelsteich, zwischen frischen Sternenknospen und grünen Wolkenblättern, seine Schönheit entfaltet.

Die Geliebte wird zu ihren Freundinnen zurückgeschickt. Das Himmelsbild setzt ihr helles Gesicht zwischen die umgebende Schar, ohne die heimliche Begegnung auszusprechen.

Vers 125 – Diese Blumen habe ich gebracht

பொன்அனை யான்தில்லைப் பொங்கர வம்புன் சடைமிடைந்த

மின்னனை யான்அருள் மேலவர் போன்மெல் விரல் வருந்த
மென்னனை யாய்மறி யேபறி யேல்வெறி யார்மலர்கள்

இன்னன யான்கொணர்ந் தேன்மணந் தாழ்குழற்(கு) ஏய்வனவே
poṉaṉai yāṉtillaip poṅkara vampuṉ caṭaimiṭainta

miṉṉaṉai yāṉaruḷ mēlavar pōṉmel viral varunta
meṉṉaṉai yāymaṟi yēpaṟi yēlveṟi yārmalarkaḷ

iṉṉaṉa yāṉkoṇarn tēṉmaṇan tāḻkuḻaṟ(ku) ēyvaṉavē

Meine Zarte, pflücke nicht weiter, bis deine weichen Finger schmerzen! Werde darin nicht wie jene, die die Gnade des goldgleichen Herrn von Tillai übergehen, dessen rötliches Haar von zischenden Schlangen und Blitzen durchflochten scheint. Solche duftvollen Blumen habe ich schon gebracht, wie sie zu deinen duftenden, herabhängenden Locken passen.

Die Freundin nimmt den Faden ihres Vorwands wieder auf: Sie sei Blumen holen gegangen. Die religiöse Vergleichsformel der ersten Hälfte ist verkürzt und in ihrem Bezug auf das schmerzhafte Pflücken nicht sicher aufzulösen.

Vers 126 – Gehe langsam zur Spielgemeinschaft

அறுகால் நிறைமலர் ஐம்பால் நிறையணிந் தேன் அணியார்

துறுகான் மலர்த்தொத்துத் தோகைதொல் லாயம்மெல் லப்புகுக
சிறுகால் மருங்குல் வருந்தா வகைமிக என்சிரத்தின்

உறுகால் பிறர்க்(கு)அரி யோன்புலி யூரன்ன ஒண்ணுதலே
aṟukāl niṟaimalar aimpāl niṟaiyaṇin tēṉ aṇiyār

tuṟukāṉ malarttottut tōkaitol lāyammel lappukuka
ciṟukāl maruṅkul varuntā vakaimika eṉcirattiṉ

uṟukāl piṟark(ku)ari yōṉpuli yūraṉṉa oṇṇutalē

Ich habe dein fünffach geordnetes Haar mit Blüten gefüllt, in denen sechsfüßige Bienen sitzen. Du Pfau, umgeben von dichtem Waldblütenschmuck, gehe langsam zu deiner vertrauten Schar, damit die kleine, schmale Mitte nicht leidet! Hellstirnige, du gleichst Puliyur dessen, dessen feste Füße auf meinem Haupt ruhen und für andere schwer erreichbar sind.

Die Freundin begleitet die Geliebte zurück zu den gemeinsamen Spielen. Die sechs Füße benennen die Bienen anschaulich; das geordnete Haar signalisiert die wiederhergestellte äußere Fassung.

Vers 127 – Bleib noch bis zum Tanz am Abend

தழங்கும் அருவிஎம் சீறூர் பெரும இதுமதுவும்

கிழங்கும் அருந்தி இருந்(து) எம்மோ(டு) இன்று கிளர்ந்துகுன்றர்
முழங்கும் குரவை இரவிற்கண்(டு) ஏகுக முத்தன்முத்தி

வழங்கும் பிரான்எரி யாடிதென் தில்லை மணிநகர்க்கே
taḻaṅkum aruviem cīṟūr peruma itumatuvum

kiḻaṅkum arunti irun(tu) emmō(ṭu) iṉṟu kiḷarntukuṉṟar
muḻaṅkum kuravai iraviṟkaṇ(ṭu) ēkuka muttaṉmutti

vaḻaṅkum pirāṉeri yāṭiteṉ tillai maṇinakarkkē

Herr, dies ist unser kleines Dorf mit den rauschenden Wasserfällen. Bleibe heute bei uns, genieße diesen Honig und diese Wurzeln und sieh am Abend den mächtig erklingenden Kuravai-Tanz der Bergbewohner. Danach kannst du in die edelsteingleiche Stadt des südlichen Tillai gehen, zum reinen Herrn, der Befreiung schenkt und im Feuer tanzt.

Nachdem die Frau zu ihren Gefährtinnen gegangen ist, spricht die Freundin allein mit dem Liebenden. Die Einladung verbindet Gastfreundschaft mit einer Gelegenheit, die Beziehung weiterzuführen.

Vers 128 – Ihre Reife verlangt eine Entscheidung

தள்ளி மணிசிந்தம் உந்தித் தறுகண் கரிமருப்புத்

தெள்ளி நறவம் திசைதிசை பாயும் மலைச்சிலம்பா
வெள்ளி மலையன்ன மால்விடை யோன்புலி யூர்விளங்கும்

வள்ளி மருங்குல் வருத்துவ போன்ற வனமுலையே
taḷḷi maṇicintam untit taṟukaṇ karimarupput

teḷḷi naṟavam ticaiticai pāyum malaiccilampā
veḷḷi malaiyaṉṉa mālviṭai yōṉpuli yūrviḷaṅkum

vaḷḷi maruṅkul varuttuva pōṉṟa vaṉamulaiyē

Herr des Berges, an dem die Wasser Edelsteine vor sich herschieben, mutige Elefantenstoßzähne freispülen und klaren Honig in alle Richtungen ergießen! Die schönen Brüste der Frau, die wie eine Ranke im Puliyur dessen erstrahlt, dessen großer Stier dem Silberberg gleicht, scheinen ihre schmale Mitte zu bedrängen.

Die Freundin deutet die körperliche Reife der Geliebten als Anlass, die heimliche Beziehung in eine Ehe zu überführen. Diese Begründung gehört zur historischen Liebespoetik und wird nicht als heutige Regel übernommen.

Vers 129 – Ist sie nur eine Tochter der Berge?

மாடஞ்செய் பொன்னக ரும்நிக ரில்லைஇம் மாதர்க்கென்னப்

பீடஞ்செய் தாமரை யோன்பெற்ற பிள்ளையை உள்ளவரைக்
கீடஞ்செய் தென்பிறப் புக்கெடத் தில்லைநின் றோன்கயிலைக்

கூடஞ்செய் சாரல் கொடிச்சியென் றோநின்று கூறுவதே
māṭañcey poṉṉaka rumnika rillaiim mātarkkeṉṉap

pīṭañcey tāmarai yōṉpeṟṟa piḷḷaiyai uḷḷavaraik
kīṭañcey teṉpiṟap pukkeṭat tillainiṉ ṟōṉkayilaik

kūṭañcey cāral koṭicciyeṉ ṟōniṉṟu kūṟuvatē

„Selbst die goldene Stadt mit hohen Palästen ist dieser Frau nicht ebenbürtig!“ So sprach der auf dem Lotus thronende Schöpfer, als er dieses Kind hervorbrachte. Der in Tillai Stehende hat die vermeintlich Mächtigen zu Würmern gemacht und mein Geborenwerden beendet. Soll ich nun von ihr nur sagen: „Sie ist eine Bergbewohnerin am Gipfelhang seines Kailasa“?

Der Liebende antwortet mit überschwänglichem Lob statt mit einem klaren Heiratsentschluss. Die Wendung über die zu Würmern Gemachten ist unsicher; sie bildet den Kontrast zu ihrem als unvergleichlich gepriesenen Wert.

Vers 130 – Ihre Eltern sind Waldleute

வேய்தந்த வெண்முத்தம் சிந்துபைங் கார்வரை மீன்பரப்பிச்

சேய்தந்த வானக மானும் சிலம்பதன் சேவடிக்கே
ஆய்தந்த அன்புதந் தாட்கொண்ட அம்பல வன்மலையில்

தாய்தந்தை கானவர் ஏனல்எங் காவல்இத் தாழ்வரையே
vēytanta veṇmuttam cintupaiṅ kārvarai mīṉparappic

cēytanta vāṉaka māṉum cilampataṉ cēvaṭikkē
āytanta aṉputan tāṭkoṇṭa ampala vaṉmalaiyil

tāytantai kāṉavar ēṉaleṅ kāvalit tāḻvaraiyē

Herr der Berge! Der dunkle grüne Hang, auf dem Bambus weiße Perlen ausstreut, gleicht einem hohen Himmel voller Sterne. An diesem Berg des Hallenherrn, der mir geprüfte Liebe zu seinen roten Füßen schenkte und mich annahm, sind ihre Mutter und ihr Vater Waldleute. Unsere Aufgabe ist das Hüten des Hirsefeldes hier an diesem unteren Hang.

Die Freundin stellt dem überhöhten Lob die tatsächlichen Lebensverhältnisse gegenüber. Für eine Heirat muss der Mann die konkrete Familie und Gemeinschaft der Geliebten ernst nehmen.

Vers 131 – Das Warten macht beide traurig

மன்னும் திருவருந் தும்வரை யாவிடின் நீர்வரைவென்(று)

உன்னும் அதற்குத் தளர்ந்தொளி வாடுதிர் உம்பரெலாம்
பன்னும் புகழ்ப்பர மன்பரஞ் சோதிசிற் றம்பலத்தான்

பொன்னங் கழல்வழுத் தார்புலன் என்னப் புலம்புவனே
maṉṉum tiruvarun tumvarai yāviṭiṉ nīrvaraiveṉ(ṟu)

uṉṉum ataṟkut taḷarntoḷi vāṭutir umparelām
paṉṉum pukaḻppara maṉparañ cōticiṟ ṟampalattāṉ

poṉṉaṅ kaḻalvaḻut tārpulaṉ eṉṉap pulampuvaṉē

Wenn du sie nicht heiratest, wird diese bleibende Schönheit leiden. Doch schon der Gedanke „Nun sollst du sie heiraten“ lässt auch dich ermatten und deinen Glanz verlieren! So werde ich klagen, wie die Sinne jener unfruchtbar bleiben, die die goldenen Füße des Höchsten nicht preisen – des höchsten Lichts in der kleinen Halle, dessen Ruhm alle Himmlischen singen.

Die Freundin benennt die Erschöpfung beider Liebenden und drängt auf Klarheit. pulam verbindet hier Sinnesvermögen, Verlorenheit und Klage; die deutsche Formulierung kann dieses Wortspiel nur annähernd wiedergeben.

Vers 132 – Die Sorge der Mutter

பனித்துண்டம் சூடும் படர்சடை அம்பல வன்உலகம்

தனித்துண் டவன்தொழும் தாளோன் கயிலைப் பயில்சிலம்பா
கனித்தொண்டை வாய்ச்சி கதிர்முலைப் பாரிப்புக் கண்டழிவுற்(று)

இனிக்கண் டிலம்பற்றுச் சிற்றிடைக்(கு) என்றஞ்சும் எம்அனையே
paṉittuṇṭam cūṭum paṭarcaṭai ampala vaṉulakam

taṉittuṇ ṭavaṉtoḻum tāḷōṉ kayilaip payilcilampā
kaṉittoṇṭai vāycci katirmulaip pārippuk kaṇṭaḻivuṟ(ṟu)

iṉikkaṇ ṭilampaṟṟuc ciṟṟiṭaik(ku) eṉṟañcum emaṉaiyē

Herr des Kailasa, dessen Füße selbst der verehrt, der die Welt allein verschlang! Dort wohnt der Hallenherr mit ausgebreiteten Flechten und dem kühlen Mondstück im Haar. Unsere Mutter sieht die Fülle der glänzenden Brust ihrer Tochter mit dem fruchtroten Tondai-Mund und gerät in Sorge: „Für diese kleine Mitte sehe ich nun keinen Halt mehr!“

Die Sorge um die Reifung der Tochter wird als weiterer Grund für eine verbindliche Verbindung vorgetragen. Die poetische Übertreibung über die schmale Taille ist zugleich ein indirektes Sprechen über veränderte Lebensumstände.

Vers 133 – Die Mutter schränkt sie ein

ஈவிளை யாட நறவிளை(வு) ஓர்ந்தெமர் மால்பியற்றும்

வேய்விளை யாடும்வெற் பாவுற்று நோக்கிஎம் மெல்லியலைப்
போய்விளை யாடல்என் றாள்அன்னை அம்பலத் தான்புரத்தில்

தீவிளை யாட நின் றேவிளை யாடி திருமலைக்கே
īviḷai yāṭa naṟaviḷai(vu) ōrntemar mālpiyaṟṟum

vēyviḷai yāṭumveṟ pāvuṟṟu nōkkiem melliyalaip
pōyviḷai yāṭaleṉ ṟāḷaṉṉai ampalat tāṉpurattil

tīviḷai yāṭa niṉ ṟēviḷai yāṭi tirumalaikkē

Herr des Berges, wo der Bambus sich bewegt! Unsere Leute erkennen am Spiel der Bienen, dass der Honig reif ist, und fertigen hohe Leitern an. Die Mutter hat unsere Sanfte aufmerksam angesehen und gesagt: „Geh nicht mehr spielen!“ Das gilt für den heiligen Berg dessen, der in der Halle spielt und sein Spiel darin zeigte, dass Feuer in den Städten spielte.

Die Freundin meldet eine neue Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Die Honigernte und die strenger werdende Aufsicht markieren, dass die Zeit der unbeschwerten Treffen endet.

Vers 134 – Bald wird die Familie sie einschließen

சுற்றும் சடைக்கற்றைச் சிற்றம் பலவன் தொழாதுதொல்சீர்

கற்றும் அறியல ரின்சிலம் பாஇடை நைவதுகண்(டு)
எற்றும் திரையின் அமிர்தை இனித்தமர் இற்செறிப்பார்

மற்றும் சிலபல சீறூர் பகர்பெரு வார்த்தைகளே
cuṟṟum caṭaikkaṟṟaic ciṟṟam palavaṉ toḻātutolcīr

kaṟṟum aṟiyala riṉcilam pāiṭai naivatukaṇ(ṭu)
eṟṟum tiraiyiṉ amirtai iṉittamar iṟceṟippār

maṟṟum cilapala cīṟūr pakarperu vārttaikaḷē

Herr der Berge! Wie jene, die trotz des Studiums alten Wissens nichts erkennen, weil sie den Herrn der kleinen Halle mit den gewundenen Flechten nicht verehren, handeln ihre Angehörigen. Sie sehen, wie ihre Mitte hinschwindet, und werden sie, diesen Nektar aus den schlagenden Meereswellen, nun im Haus zurückhalten. Dazu kommen noch all die großen und kleinen Reden, die das kleine Dorf verbreitet.

Die Freundin nennt familiäre Aufsicht und Dorfgerede als konkrete Hindernisse. Das scharfe religiöse Gleichnis gibt ihrer Dringlichkeit Ausdruck.

Vers 135 – Die Familie würde zustimmen

வழியும் அதுஅன்னை என்னின் மகிழ்வும்வந்(து) எந்தையும்நின்

மொழியின் வழிநிற்கும் சுற்றம்முன்னேவயம் அம்பலத்துக்
குழிஉம்பர் ஏத்தும்எம் கூத்தன்குற் றாலமுற் றும்அறியக்

கெழி உம்ம வேபணைத் தோள்பல என்னோ கிளக்கின்றதே
vaḻiyum atuaṉṉai eṉṉiṉ makiḻvumvan(tu) entaiyumniṉ

moḻiyiṉ vaḻiniṟkum cuṟṟammuṉṉēvayam ampalattuk
kuḻiumpar ēttumem kūttaṉkuṟ ṟālamuṟ ṟumaṟiyak

keḻi umma vēpaṇait tōḷpala eṉṉō kiḷakkiṉṟatē

Dies ist der rechte Weg: Die Mutter würde sich noch mehr freuen als ich, und der Vater würde kommen und deinen Worten folgen; die Verwandten stehen schon auf unserer Seite. Nimm die Frau mit den bambusgleichen Armen zur Gefährtin, sodass ganz Kutralam davon weiß, wo die versammelten Himmlischen unseren Tänzer der Halle preisen. Warum noch viele Worte machen?

Die Freundin stellt eine anerkannte Verbindung als erreichbar dar. Der Vers nimmt dem Mann die Ausrede, die Familie werde grundsätzlich widersprechen.

Vers 136 – Die geschärften Stierhörner

படையார் கருங்கண்ணி வண்ணப் பயோதரப் பாரமும் நுண்

இடையார் மெலிவுகண்(டு) அண்டர்கள் ஈர்முல்லை வேலிஎம்முர்
விடையார் மருப்புத் திருத்திவிட் டார்வியன் தென்புலியூர்

உடையார் கடவி வருவது போலும் உருவினதே
paṭaiyār karuṅkaṇṇi vaṇṇap payōtarap pāramum nuṇ

iṭaiyār melivukaṇ(ṭu) aṇṭarkaḷ īrmullai vēliemmur
viṭaiyār marupput tiruttiviṭ ṭārviyaṉ teṉpuliyūr

uṭaiyār kaṭavi varuvatu pōlum uruviṉatē

Die Hirten unseres Dorfes, dessen Hecken aus frischem Mullai bestehen, sahen die Last ihrer schönen Brust und das Ermatten ihrer feinen Mitte. Nun haben sie die Hörner des Stiers zugeschärft und ihn freigelassen. Seine Gestalt gleicht dem Stier, den der Herr des weiten südlichen Puliyur selbst daherlenkt.

Der Situationsvermerk bezieht dies auf den Entschluss ihrer Angehörigen. Angespielt wird auf eine mit der Brautwerbung verbundene Stierprobe in der Hirtenwelt; die Einzelheiten des Brauchs erläutert der Vers nicht.

Vers 137 – Andere werben bereits um sie

உருப்பனை அன்னகைக் குன்றொன்(று) உரித்(து)உர ஊர்எரித்த

நெருப்பனை அம்பலத்(து) ஆதியை உம்பர்சென்(று) ஏத்திநிற்கும்
திருப்பனை யூர்அனை யாளைப்பொன் னாளைப் புனைதல் செப்பிப்

பொருப்பனை முன்னின்(று) என் னோவினை யேன்யான் புகல்வதுவே
uruppaṉai aṉṉakaik kuṉṟoṉ(ṟu) urit(tu)ura ūreritta

neruppaṉai ampalat(tu) ātiyai umparceṉ(ṟu) ēttiniṟkum
tiruppaṉai yūraṉai yāḷaippoṉ ṉāḷaip puṉaital ceppip

poruppaṉai muṉṉiṉ(ṟu) eṉ ṉōviṉai yēṉyāṉ pukalvatuvē

Was soll ich, die von Tatenfolgen Bedrängte, dir noch sagen, während ich vor dir wie vor einem Berg stehe? Andere sprechen davon, die Goldene als Braut zu schmücken. Sie gleicht Tiruppanaiyur, wo die Himmlischen den Uralten der Halle preisen, den Feurigen, der die feindlichen Städte verbrannte und einen berggleichen Elefanten mit palmengroßem Rüssel häutete.

Die Freundin berichtet von konkurrierenden Heiratsabsichten. Die großen Shiva-Bilder rahmen die ernste Aufforderung, sich jetzt zu entscheiden.

Vers 138 – Der blühende Baum kündigt die Ernte an

மாதிடம் கொண்(டு)அம் பலத்துநின் றோன்வட வான்கயிலைப்

போதிடம் கொண்டபொன் வேங்கை தினைப்புனம் கொய்கஎன்று
தாதிடம் கொண்டுபொன் வீசித்தன் கள்வாய் சொரியநின்று

சோதிடம் கொண்(டு)இதுஎம் மைக்கெடு வித்தது தூமொழியே
mātiṭam koṇ(ṭu)am palattuniṉ ṟōṉvaṭa vāṉkayilaip

pōtiṭam koṇṭapoṉ vēṅkai tiṉaippuṉam koykaeṉṟu
tātiṭam koṇṭupoṉ vīcittaṉ kaḷvāy coriyaniṉṟu

cōtiṭam koṇ(ṭu)ituem maikkeṭu vittatu tūmoḻiyē

Du mit reinen Worten! Am nördlichen Himmelskailasa dessen, der die Frau zur Hälfte nahm und in der Halle steht, ist der goldene Vengai aufgeblüht. Er streut seinen goldenen Blütenstaub aus und lässt Honig aus seinen offenen Blüten strömen, als rufe er: „Erntet das Hirsefeld!“ Als hätte er die Zukunft gelesen, hat er uns damit ins Unglück gebracht.

Die Freundin erklärt der Geliebten, dass die Ernte ihre gemeinsame Feldwache beenden wird. Der Baum wird zum unwillkommenen Wahrsager: Sein Blühen kündigt das Ende des Treffpunkts an.

Vers 139 – Komme nicht mehr bei Tage

வடிவார் வயல்தில்லை யோன்மல யத்துநின் றும்வருதேன்

கடிவார் களிவண்டு நின்றலர் தூற்றப் பெருங்கணியார்
நொடிவார் நமக்கினி நோதக யான்உமக்(கு) என்னுரைக்கேன்

தடிவார் தினைஎமர் காவேம் பெருமஇத் தண்புனமே
vaṭivār vayaltillai yōṉmala yattuniṉ ṟumvarutēṉ

kaṭivār kaḷivaṇṭu niṉṟalar tūṟṟap peruṅkaṇiyār
noṭivār namakkiṉi nōtaka yāṉumak(ku) eṉṉuraikkēṉ

taṭivār tiṉaiemar kāvēm perumait taṇpuṉamē

Die honigtrunkenen Bienen kommen vom Malaya des Herrn von Tillai mit seinen wohlgeordneten Feldern und lärmen zwischen den Blüten; die großen Deuter werden daraus nun Worte machen, die uns schmerzen. Was soll ich dir noch sagen? Unsere Leute schneiden die Hirse. Wir bewachen das große, kühle Feld nicht mehr.

Die Freundin untersagt weitere Tagestreffen am bisherigen Ort. In der Rede verbinden sich Bienengesumme, Blüten und aufkommendes Gerede; die genaue Benennung der „Deuter“ bleibt unsicher.

Vers 140 – Wir säten Hirse und ernteten Leid

நினைவித்துத் தன்னைஎன் நெஞ்சத்து இருந்(து)அம் பலத்துநின்று

புனைவித்த ஈசன் பொதியின் மலைப்பொருப் பன்விருப்பில்
தினைவித்திக் காத்துச் சிறந்துநின் றேமுக்குச் சென்றுசென்று

வினைவித்திக் காத்து விளைவுண்ட தாகி விளைந்ததுவே
niṉaivittut taṉṉaieṉ neñcattu irun(tu)am palattuniṉṟu

puṉaivitta īcaṉ potiyiṉ malaipporup paṉviruppil
tiṉaivittik kāttuc ciṟantuniṉ ṟēmukkuc ceṉṟuceṉṟu

viṉaivittik kāttu viḷaivuṇṭa tāki viḷaintatuvē

Er ließ mich an sich denken, wohnte in meinem Herzen, stand in der Halle und ließ mich ihn schmücken: der Herr des Potiyil-Berges. Aus Liebe zu dessen Bergmann säten und hüteten wir die Hirse und standen dort in Freude. Nun ist sie gereift, als hätten wir immer wieder das Saatkorn unserer Taten ausgesät, gepflegt und schließlich seine Frucht gegessen.

Die Freundin klagt über die abgeschlossene Ernte. Das landwirtschaftliche Geschehen wird zum Bild von vinai, Handlung und ihren Folgen; die eigene Hoffnung scheint nun schmerzliche Frucht zu tragen.

Vers 141 – Hätten wir die Knospen entfernt!

கனைகடற் செய்தநஞ் சுண்டுகண் டார்க்(கு)அம் பலத்(துஐ அமிழ்தாய்

வினைகெடச் செய்தவன் விண்தோய் கயிலை மயிலனையாய்
நனைகெடச் செய்தனம் ஆயின் நமைக்கெடச் செய்திடுவான்

தினைகெடச் செய்திடு மாறும்உண் டோஇத் திருக்கணியே
kaṉaikaṭaṟ ceytanañ cuṇṭukaṇ ṭārk(ku)am palat(tuai amiḻtāy

viṉaikeṭac ceytavaṉ viṇtōy kayilai mayilaṉaiyāy
naṉaikeṭac ceytaṉam āyiṉ namaikkeṭac ceytiṭuvāṉ

tiṉaikeṭac ceytiṭu māṟumuṇ ṭōit tirukkaṇiyē

Du Pfauengleiche am himmelhohen Kailasa! Er trank das vom tosenden Meer hervorgebrachte Gift und wurde in der Halle für die Schauenden zum Nektar, der ihre Tatenfolgen vernichtet. Hätten wir die Knospen dieses vermeintlich heiligen Wahrsagers beseitigt, hätte er dann noch die Möglichkeit gehabt, uns durch das Ende der Hirse zugrunde zu richten?

Die Freundin klagt scherzhaft den blühenden Vengai-Baum an. Sein Blühen zeigt die Erntezeit an; „Wahrsager“ personifiziert dieses Naturzeichen.

Vers 142 – Die Hirse wird nicht stehen bleiben

வழுவா இயல்எம் மலையர் விதைப்பமற்(று) யாம் வளர்த்த

கொழுவார் தினையின் குழாங்கள்எல் லாம்எம் குழாம்வணங்கும்
செழுவார் கழல்தில்லைச் சிற்றம் பலவரைச் சென்றுநின்று

தொழுவார் வினைநிற்கி லேநிற்ப தாவ(து)இத் தொல்புனத்தே
vaḻuvā iyalem malaiyar vitaippamaṟ(ṟu) yām vaḷartta

koḻuvār tiṉaiyiṉ kuḻāṅkaḷel lāmem kuḻāmvaṇaṅkum
ceḻuvār kaḻaltillaic ciṟṟam palavaraic ceṉṟuniṉṟu

toḻuvār viṉainiṟki lēniṟpa tāva(tu)it tolpuṉattē

Unsere Bergleute haben nach alter, unfehlbarer Weise gesät, und wir haben die kräftigen Hirsebestände großgezogen. Doch kann auf diesem alten Feld etwas stehen bleiben, wenn nicht einmal die Tatenfolgen jener bestehen bleiben, die hingehen und die reichen Füße des Herrn der kleinen Halle in Tillai verehren – jene Füße, vor denen sich unsere ganze Gemeinschaft verneigt?

Die Freundin beklagt das unvermeidliche Ende der Feldwache. Das Vergehen des Karmas wird hier zum überraschenden Vergleich für die bald abgeernteten Pflanzen.

Vers 143 – Das Feld ist abgeerntet

பொருப்பர்க்(கு) யாம் ஒன்று மாட்டோம் புகலப் புகல்எமக்காம்

விருப்பர்க்(கு) யாவர்க்கும் மேலவர்க்கு மேல்வரும் ஊர்எரித்த
நெருப்பர்க்கு நீ(டு)அம் பலவருக்(கு) அன்பர் குலநிலத்துக்

கருப்பற்று விட்டெனக் கொய்தற்ற தின்றிக் கடிப்பினமே
poruppark(ku) yām oṉṟu māṭṭōm pukalap pukalemakkām

viruppark(ku) yāvarkkum mēlavarkku mēlvarum ūreritta
nerupparkku nī(ṭu)am palavaruk(ku) aṉpar kulanilattuk

karuppaṟṟu viṭṭeṉak koytaṟṟa tiṉṟik kaṭippiṉamē

Für den Herrn der Berge können wir hier nichts mehr tun. Der Feurige verbrannte die feindlichen Städte; er ist allen überlegen, liebt uns und gewährt Zuflucht, wenn wir uns ihm zuwenden. Wie in den Familien seiner Liebenden, der Anhänger des Herrn der weiten Halle, die Wurzel weiteren Geborenwerdens abgeschnitten wird, so ist heute dieses duftende Feld vollständig abgeerntet.

Die Freundin erklärt, dass es keine weiteren Treffen unter dem Vorwand der Feldwache geben kann. Die Lösung der Geburtenbindung dient erneut als Vergleich für eine unwiderrufliche äußere Veränderung.

Vers 144 – Ein Wort an den jungen Papagei

பரிவுசெய்(து) ஆண்(டு)அம் பலத்துப் பயில்வோன் பரங்குன்றின்வாய்

அருவிசெய் தாழ்புனத்(து) ஐவனம் கொய்யவும் இவ்வனத்தே
பிரிவுசெய் தால்அரி தேகொள்க போயடும் என்றும்பெற்றி

இருவிசெய் தாளின் இருந்(து)இன்று காட்டும் இளங்கிளியே
parivucey(tu) āṇ(ṭu)am palattup payilvōṉ paraṅkuṉṟiṉvāy

aruvicey tāḻpuṉat(tu) aivaṉam koyyavum ivvaṉattē
pirivucey tālari tēkoḷka pōyaṭum eṉṟumpeṟṟi

iruvicey tāḷiṉ irun(tu)iṉṟu kāṭṭum iḷaṅkiḷiyē

Junger Papagei! Am Parankunram dessen, der mich voll Erbarmen annahm und in der Halle wohnt, haben sie den Bergreis des tief gelegenen, vom Wasserfall gespeisten Feldes geerntet. Doch eine Trennung in diesem Wald wäre schwer zu ertragen – begreife das! Du sitzt heute auf den verbliebenen Stoppeln und zeigst es uns: Man vertreibt dich sonst immer mit „Geh fort!“, und dennoch bleibst du hier.

Die Freundin spricht zum Vogel, während der Liebende mithören soll. Der genaue Verlauf der indirekten Rede ist unsicher; die Botschaft lautet, die Frau jetzt nicht ohne Aussicht auf Verbindung zurückzulassen.

Vers 145 – Sagt ihm, was wir nicht sagen konnten

கணியார் கருத்தின்று முற்றிற்று யாம்சென்றும் கார்ப்புனமே

மணியார் பொழில்காள் மறத்திற்கண் டீர்மன்னும் அம்பலத்தோன்
அணியார் கயிலை மயில்காள் அயில்வேல் ஒருவர்வந்தால்

துணியா தனதுணிந் தார்என்னும் நீர்மைகள் சொல்லுமினே
kaṇiyār karuttiṉṟu muṟṟiṟṟu yāmceṉṟum kārppuṉamē

maṇiyār poḻilkāḷ maṟattiṟkaṇ ṭīrmaṉṉum ampalattōṉ
aṇiyār kayilai mayilkāḷ ayilvēl oruvarvantāl

tuṇiyā taṉatuṇin tāreṉṉum nīrmaikaḷ collumiṉē

Der Spruch der Wahrsager ist heute erfüllt; auch wir gehen nun fort vom dunklen Feld. Ihr edelsteingleichen Haine, vergesst uns nicht! Ihr Pfauen am geschmückten Kailasa des bleibenden Hallenherrn: Wenn ein Mann mit scharfem Speer kommt, sagt ihm: „Sie mussten sich zu dem entschließen, wozu sie sich nicht entschließen wollten.“

Die Freundin nimmt Abschied vom Treffpunkt und macht die Natur zu ihrer Botin. Das Fortgehen erfolgt unter äußerem Zwang, nicht aus schwindender Zuneigung.

Vers 146 – Der Hain ohne sie

பொதுவினில் தீர்த்(து)என்னை யாண்டோன் புலியூர் அரன்பொருப்பே

இதுவெனில் என்னின்(று) இருக்கின்ற வா(று)எம் இரும்பொழிலே
எதநுமக்(கு)எய்திய(து) என்உற் றனிர்அறை ஈண்டருவி

மதுவினில் கைப்புவைத் தாலொத்த வாமற்(று)இவ் வான்புனமே
potuviṉil tīrt(tu)eṉṉai yāṇṭōṉ puliyūr araṉporuppē

ituveṉil eṉṉiṉ(ṟu) irukkiṉṟa vā(ṟu)em irumpoḻilē
etanumak(ku)eytiya(tu) eṉuṟ ṟaṉiraṟai īṇṭaruvi

matuviṉil kaippuvait tālotta vāmaṟ(ṟu)iv vāṉpuṉamē

Dies ist doch Haras Berg von Puliyur, dessen Herr mich aus dem Gewöhnlichen löste und in der gemeinsamen Halle annahm! Unser großer Hain, weshalb stehst du heute so da? Was ist dir widerfahren, was ist aus euch Felsen und Wasserfällen geworden? Dieses weite Feld ist nun, als hätte jemand Bitterkeit in den Honig gemischt.

Der Liebende findet den Ort verlassen. Die Landschaft bleibt äußerlich bestehen, hat für ihn aber durch die Abwesenheit der Geliebten ihren Geschmack verändert.

Vers 147 – Wie ein Kind, das den Mond verlangt

ஆனந்த மாக்கடல் ஆடுசிற் றம்பலம் அன்னபொன்னின்

தேனுந்து மாமலைச் சீறூர் இதுசெய்ய லாவதில்லை
வானுந்து மாமதி வேண்டி அழும்மழப் போலுமன்னோ

நானுந் தளர்ந்தனன் நீயும் தளர்ந்தனை நன்னெஞ்சமே
āṉanta mākkaṭal āṭuciṟ ṟampalam aṉṉapoṉṉiṉ

tēṉuntu māmalaic cīṟūr ituceyya lāvatillai
vāṉuntu māmati vēṇṭi aḻummaḻap pōlumaṉṉō

nāṉun taḷarntaṉaṉ nīyum taḷarntaṉai naṉṉeñcamē

Dies ist ihr kleines Dorf am großen, honigströmenden Berg, das Dorf der Goldenen, die der kleinen Halle des im Meer der Seligkeit Tanzenden gleicht. Doch wir können nichts tun. Gutes Herz, ich bin ermattet, und auch du bist ermattet – wie ein kleines Kind, das weint, weil es den großen Mond hoch am Himmel haben möchte.

Der Mann blickt auf den nun schwer zugänglichen Wohnort der Geliebten. Das Bild vom Kind und dem Mond benennt seine Hilflosigkeit ohne große Worte.

Kapitel 14 – Treffen bei Nacht

Verse 148–180 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

இரவுக் குறித்துறை முப்பத்திமூன்றும்

அருளே சிவத்தோ(டு) ஆக்கியல் அருமை
தெரியவற் புறுத்திச் சிவனது கருணையின்

இச்சை பலவும் எடுத்தெடுத்(து) அருளல்.
iravuk kuṟittuṟai muppattimūṉṟum

aruḷē civattō(ṭu) ākkiyal arumai
teriyavaṟ puṟuttic civaṉatu karuṇaiyiṉ

iccai palavum eṭutteṭut(tu) aruḷal.

Die dreiunddreißig Situationen des Treffens bei Nacht bedeuten: Die Gnade macht eindringlich die Schwierigkeit der Vereinigung mit Shiva erkennbar und entfaltet wiederholt die mannigfachen Regungen seines Erbarmens.

Der dunkle Weg wird zum Bild einer schwer erreichbaren Begegnung. Die genaue Beziehung zwischen iccai, Wunsch, und göttlichem Erbarmen bleibt offen.

Vers 148 – Ich möchte nachts euer Gast sein

மருந்துநம் அல்லற் பிறவிப் பிணிக்(குஅம் பலத்(து)அமிர்தாய்

இருந்தனர் குன்றின்நின்(று) ஏங்கும் அருவிசென்(று) ஏர்திகழப்
பொருந்தின மேகம் புதைத்திருள் தூங்கும் புனை இறும்பின்

விருந்தின் யான்உங்கள் சீறூர் அதனுக்கு வெள்வளையே
maruntunam allaṟ piṟavip piṇik(kuam palat(tu)amirtāy

iruntaṉar kuṉṟiṉniṉ(ṟu) ēṅkum aruviceṉ(ṟu) ērtikaḻap
poruntiṉa mēkam putaittiruḷ tūṅkum puṉai iṟumpiṉ

viruntiṉ yāṉuṅkaḷ cīṟūr ataṉukku veḷvaḷaiyē

Du mit den weißen Armreifen! Für das leidvolle Geburtskranksein ist er unser Heilmittel; als Nektar wohnt er in der Halle. Von seinem Berg fällt der klagende Wasserfall herab, Wolken sammeln sich darüber und verhüllen den schönen Wald in tiefer Dunkelheit. In dieser Nacht möchte ich Gast in eurem kleinen Dorf sein.

Der Liebende bittet um einen nächtlichen Treffpunkt. „Heilmittel“ und „Geburtskrankheit“ sind religiöse Bilder für Erlösung, keine medizinischen Aussagen.

Vers 149 – Ein Weg wie eine Leiter zum Himmel

விசும்பினுக்(கு) ஏணி நெறியன்ன சின்னெறி மேல்மழைதூங்(கு)

அசும்பினில் துன்னி அளைநுழைந் தால் ஒக்கும் ஐயமெய்யே
இசும் பினில் சிந்தைக்கும் ஏறற்(கு) அரி(து)எழில் அம்பலத்துப்

பசும்பனிக் கோடு மிலைந்தான் மலயத்(து)எம் வாழ்பதியே
vicumpiṉuk(ku) ēṇi neṟiyaṉṉa ciṉṉeṟi mēlmaḻaitūṅ(ku)

acumpiṉil tuṉṉi aḷainuḻain tāl okkum aiyameyyē
icum piṉil cintaikkum ēṟaṟ(ku) ari(tu)eḻil ampalattup

pacumpaṉik kōṭu milaintāṉ malayat(tu)em vāḻpatiyē

Herr, wahrhaftig: Der schmale Pfad gleicht einer Leiter zum Himmel. Über ihm hängen Regenwolken; wer sich durch den feuchten Schlamm zwängt und in die Felsspalte tritt, muss sich hindurchdrängen. Selbst in Gedanken ist unser Wohnort schwer zu ersteigen, oben am Malaya dessen, der in der schönen Halle die frische, kühle Mondsichel trägt.

Die Freundin warnt vor dem beschwerlichen Weg. Die schwer lesbare Wendung in der dritten Zeile wird vorsichtig als Steigerung der Unzugänglichkeit aufgefasst.

Vers 150 – Wie einer, der unerreichbaren Honig begehrt

மாற்றேன் எனவந்த காலனை ஓலம் இடஅடர்த்த

கோலதேன் குளிர்தில்லைக் கூத்தன் கொடுங்குன்றின் நீள்குடுமி
மேல்தேன் விரும்பும் முடவனைப் போல மெலியும் நெஞ்சே

ஆற்றேன் அரிய அரிவைக்கு நீவைத்த அன்பினுக்கே
māṟṟēṉ eṉavanta kālaṉai ōlam iṭaaṭartta

kōlatēṉ kuḷirtillaik kūttaṉ koṭuṅkuṉṟiṉ nīḷkuṭumi
mēltēṉ virumpum muṭavaṉaip pōla meliyum neñcē

āṟṟēṉ ariya arivaikku nīvaitta aṉpiṉukkē

Mein schwindendes Herz! Der kühle Tänzer von Tillai bezwang den Tod, der gesagt hatte: „Ich werde ihn fortnehmen“, sodass dieser laut aufschrie. Du aber gleichst einem Menschen, der nicht gehen kann und dennoch den Honig hoch auf dem langen Gipfel seines steilen Berges begehrt. Die Liebe, die du auf diese schwer erreichbare Frau gerichtet hast, vermag ich nicht zu tragen.

Der Liebende spricht zu seinem Herzen. Der körperliche Vergleich gehört zur alten Bildsprache des Textes und beschreibt hier die Unerreichbarkeit seines Wunsches.

Vers 151 – Was soll ich ihr sagen?

கூளி நிரைக்கநின்(று) அம்பலத்(து) ஆடி குறைகழற்கீழ்த்

தூளி நிறைத்த சுடர்முடி யோஇவள் தோள்நசையால்
ஆளி நிரைத்தடல் ஆனைகள் தேரும் இரவில்வந்து

மீளி யுரைத்தி வினையேன் உரைப்பதென் மெல்லியற்கே
kūḷi niraikkaniṉ(ṟu) ampalat(tu) āṭi kuṟaikaḻaṟkīḻt

tūḷi niṟaitta cuṭarmuṭi yōivaḷ tōḷnacaiyāl
āḷi niraittaṭal āṉaikaḷ tērum iravilvantu

mīḷi yuraitti viṉaiyēṉ uraippateṉ melliyaṟkē

Du mit glänzender Krone, die sich mit Staub unter den klingenden Füßen dessen füllte, der in der Halle tanzt, während die Geister sich versammeln! Aus Sehnsucht nach ihren Armen willst du nachts kommen, wenn die Yalis in Scharen nach kampfkräftigen Elefanten suchen. Mutiger, sage mir: Was soll ich, von Tatenfolgen bedrängt, der Sanften darüber sagen?

Die Freundin öffnet sich dem Wunsch, stellt aber die Gefahren ausdrücklich vor Augen. Yali ist das mythische Raubtier der südindischen Bildwelt.

Vers 152 – Welche Haine gibt es dort?

வரையன்(று) ஒருகால் இருகால் வளைய நிமிர்ந்துவட்கார்

நிரையன்(று) அழல்எழ எய்துநின் றோன்தில்லை அன்னநின்னூர்
விரையென்ன மென்னிழல் என்ன வெறியறு தாதிவர்போ(து)

உரையென்ன வோசிலம் பாநலம் பாவி ஒளிர்வனவே
varaiyaṉ(ṟu) orukāl irukāl vaḷaiya nimirntuvaṭkār

niraiyaṉ(ṟu) aḻaleḻa eytuniṉ ṟōṉtillai aṉṉaniṉṉūr
viraiyeṉṉa meṉṉiḻal eṉṉa veṟiyaṟu tātivarpō(tu)

uraiyeṉṉa vōcilam pānalam pāvi oḷirvaṉavē

Herr der Berge! Dein Ort gleicht Tillai dessen, der einst den Berg an seinen beiden Enden zum Bogen krümmte und einen Pfeil sandte, sodass die Heerscharen der Unbeugsamen in Flammen aufgingen. Welche Düfte gibt es dort, welche weichen Schatten, welche von duftendem Blütenstaub erfüllten Blumen? Erzähle von dem, was dort in Fülle schön erstrahlt.

Die Freundin lenkt das Gespräch auf die Landschaft, um einen geeigneten Ort zu finden. Die Frage bereitet eine Vereinbarung vor, ohne sie offen auszusprechen.

Vers 153 – Wo spielt ihr am Abend?

செம்மலர் ஆயிரம் தூய்க்கரு மால்திருக் கண்அணியும்

மொய்ம்மலர் ஈர்ங்கழல் அம்பலத் தோன்மன்னு தென்மலயத்(து)
எம்மலர் சூடிநின்(று) எச்சாந்(து) அணிந்(து)என்ன நன்னிழல்வாய்

அம்மலர் வாட்கண்நல் லாய்எல்லி வாய்நுமர் ஆடுவதே
cemmalar āyiram tūykkaru māltiruk kaṇaṇiyum

moymmalar īrṅkaḻal ampalat tōṉmaṉṉu teṉmalayat(tu)
emmalar cūṭiniṉ(ṟu) eccān(tu) aṇin(tu)eṉṉa naṉṉiḻalvāy

ammalar vāṭkaṇnal lāyelli vāynumar āṭuvatē

Du Gute mit schwerthellen Blumenaugen! Der dunkle Vishnu streute tausend rote Blumen aus und legte sein heiliges Auge zu den duftenden, blumengleichen Füßen des Hallenherrn. An dessen bleibendem südlichem Malaya: Welche Blumen tragt ihr, welche Salbe legt ihr an, und unter welchem schönen Schatten spielt ihr am Abend?

Der Liebende versteht die Andeutung und fragt nun nach dem Platz der Frauen. Vishnus Augenopfer gehört zum Shiva-Lob und bezeichnet die Hingabe, mit der er eine fehlende Opferblume ersetzte.

Vers 154 – Unter den Vengai-Bäumen

பனைவளர் கைம்மாப் படாத்(து)அம் பலத்தரன் பாதம்விண்ணோர்

புனைவளர் சாரல் பொதியின் மலைப்பொலி சந்தணிந்து
கனைவளர் காவிகள் சூடிப்பைந் தோகை துயில்பயிலும்

சினைவளர் வேங்கைகள் யாங்கள்நின்(று) ஆடும் செழும்பொழிலே
paṉaivaḷar kaimmāp paṭāt(tu)am palattaraṉ pātamviṇṇōr

puṉaivaḷar cāral potiyiṉ malaippoli cantaṇintu
kaṉaivaḷar kāvikaḷ cūṭippain tōkai tuyilpayilum

ciṉaivaḷar vēṅkaikaḷ yāṅkaḷniṉ(ṟu) āṭum ceḻumpoḻilē

Wir legen den glänzenden Sandel vom Potiyil-Berg an, dessen Hänge die Himmlischen schmücken, wenn sie die Füße Haras der Halle verehren, der das Fell des palmarmigen Elefanten trägt. Wir schmücken uns mit dunklen Wasserlilien aus dem tiefen Teich. Unser reicher Spielhain liegt bei den großästigen Vengai-Bäumen, auf denen die grünen Pfauen schlafen.

Die Freundin nennt den nächtlichen Treffpunkt. Der palmgleiche „Arm“ ist der Rüssel des Elefanten; das Tierfell gehört zu Shivas ikonografischen Merkmalen.

Vers 155 – Wie soll er Schlaf finden?

மலவன் குரம்பையை மாற்றிஅம் மால்முதல் வானர்க்(கு) அப்பால்

செலஅன்பர்க்(கு) ஒக்கும் சிவன்தில்லைக் கானலிற் சீர்ப்பெடையோ(டு)
அலவன் பயில்வது கண்(டு)அஞர் கூர்ந்(து)அயில் வேல்உரவோன்

செலஅந்தி வாய்க்கண் டனன்என்ன(து) ஆங்கொல்மன் சேர்துயிலே
malavaṉ kurampaiyai māṟṟiam mālmutal vāṉark(ku) appāl

celaaṉpark(ku) okkum civaṉtillaik kāṉaliṟ cīrppeṭaiyō(ṭu)
alavaṉ payilvatu kaṇ(ṭu)añar kūrn(tu)ayil vēluravōṉ

celaanti vāykkaṇ ṭaṉaṉeṉṉa(tu) āṅkolmaṉ cērtuyilē

Shiva nimmt den mit Unreinheit behafteten Körperbau hinweg und ermöglicht seinen Liebenden, über Vishnu und die anderen Himmlischen hinauszugehen. Am Küstenhain seines Tillai sah der kräftige Speerträger einen Krebs mit seiner schönen Gefährtin. Sein Leid nahm zu. Ich sah ihn in der Abendstunde fortgehen – was mag jetzt aus dem Schlaf werden, der ihn doch erreichen sollte?

Die Freundin bewegt die Geliebte, dem Nachttreffen zuzustimmen. Wieder macht ein friedliches Tierpaar die Einsamkeit des Mannes sichtbar.

Vers 156 – Er kommt durch die Löwennacht

மோட்டங் கதிர்முலைப் பங்குடைத் தில்லைமுன் னோன்கழற்கே

கோட்டந் தரும்நம் குருமுடி வெற்பன் மழைகுழுமி
நாட்டம் புதைத்தன்ன நள்ளிருள் நாகம் நடுங்கச் சிங்கம்

வேட்டம் திரிசரி வாய்வரு வான்சொல்லு மெல்லியலே
mōṭṭaṅ katirmulaip paṅkuṭait tillaimuṉ ṉōṉkaḻaṟkē

kōṭṭan tarumnam kurumuṭi veṟpaṉ maḻaikuḻumi
nāṭṭam putaittaṉṉa naḷḷiruḷ nākam naṭuṅkac ciṅkam

vēṭṭam tiricari vāyvaru vāṉcollu melliyalē

Sanfte, sage etwas! Der Herr unseres hellen Gipfels beugt sein geschmücktes Haupt nur vor den Füßen des Uralten von Tillai, dessen Hälfte die Frau mit voller, glänzender Brust ist. Er wird durch die tiefe Nacht kommen, wenn sich Regenwolken sammeln und den Blick verhüllen, während Löwen auf den Berghängen jagend umherziehen und Elefanten erzittern.

Die Freundin teilt den Entschluss des Liebenden mit. Der dunkle Weg ist zugleich ein konkretes Risiko und ein Bild seiner Entschlossenheit.

Vers 157 – Dürfen wir ihn auf diesen Weg schicken?

செழுங்கார் முழவதிர் சிற்றம் பலத்துப் பெருந்திருமால்

கொழுங்கான் மலரிடக் கூத்தயர் வோன்கழல் ஏத்தலர்போல்
முழங்கார் அரிமுரண் வாரண வேட்டைசெய் மொய்இருள்வாய்

வழங்கா அதரின் வழங்கென்று மோஇன்(று)எம் வள்ளலையே
ceḻuṅkār muḻavatir ciṟṟam palattup peruntirumāl

koḻuṅkāṉ malariṭak kūttayar vōṉkaḻal ēttalarpōl
muḻaṅkār arimuraṇ vāraṇa vēṭṭaicey moyiruḷvāy

vaḻaṅkā atariṉ vaḻaṅkeṉṟu mōiṉ(ṟu)em vaḷḷalaiyē

In der kleinen Halle dröhnt der reiche Wolkendonner wie eine Trommel; der große Vishnu legt volle Waldblumen nieder, und der Herr tanzt. Sollen wir unseren Freigebigen heute auffordern, durch die dichte Nacht zu gehen, auf einem unbegangenen Weg, wo laut brüllende Löwen feindliche Elefanten jagen – wie Menschen, die seine Füße nicht verehren?

Die Geliebte widerspricht aus Sorge um den Mann. Ihre Ablehnung betrifft den gefährlichen Weg und steht nicht für fehlende Liebe.

Vers 158 – Dem Retter kann ich nicht absagen

ஓங்கும் ஒருவிடம் உண்(டு)அம் பலத்(து)உம்பர் உய்யஅன்று

தாங்கும் ஒருவன் தடவரை வாய்த்தழங் கும்அருவி
வீங்கும் கனைபுனல் வீழ்ந்(து)அன்(று) அழங்கப் பிடித்தெடுத்து

வாங்கும் அவர்க்(கு)அறி யேன்சிறி யேன்சொல்லும் வாசகமே
ōṅkum oruviṭam uṇ(ṭu)am palat(tu)umpar uyyaaṉṟu

tāṅkum oruvaṉ taṭavarai vāyttaḻaṅ kumaruvi
vīṅkum kaṉaipuṉal vīḻn(tu)aṉ(ṟu) aḻaṅkap piṭitteṭuttu

vāṅkum avark(ku)aṟi yēṉciṟi yēṉcollum vācakamē

Der Eine nahm das mächtige Gift auf sich, damit die Himmlischen leben konnten, und blieb in der Halle. Am Fuß seines breiten Berges rauschte der Wasserfall und füllte den tiefen Teich. Als ich damals hineinfiel, unterzugehen drohte und schrie, griff jener nach mir und zog mich heraus. Ich Kleine kenne kein Wort, mit dem ich ihm nun antworten könnte.

Die Geliebte erinnert sich an die Rettung aus dem Wasser und nimmt den Wunsch an. Das Gedicht verbindet Dankbarkeit und Liebe; daraus ergibt sich keine allgemeine Verpflichtung, eine Beziehung aus Dank einzugehen.

Vers 159 – Sie hat deiner Bitte zugestimmt

ஏனற் பசுங்கதிர் என்றூழ்க் கழிய எழிலியுன்னிக்

கானக் குறவர்கள் கம்பலை செய்யும்வம் பார்சிலம்பா
யான்இற்றை யாமத்து நின்னருள் மேல்நிற்க லுற்றுச் சென்றேன்

தேனக்க கொன்றையன் தில்லை யுறார்செல்லும் செல்லல்களே
ēṉaṟ pacuṅkatir eṉṟūḻk kaḻiya eḻiliyuṉṉik

kāṉak kuṟavarkaḷ kampalai ceyyumvam pārcilampā
yāṉiṟṟai yāmattu niṉṉaruḷ mēlniṟka luṟṟuc ceṉṟēṉ

tēṉakka koṉṟaiyaṉ tillai yuṟārcellum cellalkaḷē

Herr des duftreichen Berghangs! Die Waldleute lärmen, wenn die grünen Hirseähren unter der Sonne leiden und sie nach einer Regenwolke Ausschau halten. Um deine Bitte für diese Nacht durchzusetzen, ging ich zu ihr. Dabei durchschritt ich die Leiden jener, die das Tillai des Herrn mit honigtropfendem Konrai nicht erreichen.

Die Freundin meldet nach dem überlieferten Situationsvermerk das Einverständnis der Geliebten. Die eigentliche Rede betont, welche Mühe sie die Vermittlung gekostet hat.

Vers 160 – Die Pfauen verraten seine Ankunft

முன்னும் ஒருவர் இரும்பொழில் மூன்றற்கு முற்றும்இற்றால்

பின்னும் ஒருவர்சிற் றம்பலத் தார்தரும் பேரருள்போல்
துன்னுமோர் இன்பம்என் தோகைதம் தோகைக்குச் சொல்லுவபோல்

மன்னும் அரவத்த வாய்த்துயில் பேரும் மயிலினமே
muṉṉum oruvar irumpoḻil mūṉṟaṟku muṟṟumiṟṟāl

piṉṉum oruvarciṟ ṟampalat tārtarum pēraruḷpōl
tuṉṉumōr iṉpameṉ tōkaitam tōkaikkuc colluvapōl

maṉṉum aravatta vāyttuyil pērum mayiliṉamē

Er war zuvor der Eine, der alle drei mächtigen Festungen vollständig beendete, und ist auch danach der Eine in der kleinen Halle. Wie seine große Gnade bringt dieses Kommen eine nahe Freude. Meine Pfauengleiche, als wollten sie ihren eigenen Gefährtinnen davon erzählen, erwachen die Pfauen und erfüllen den Ort mit bleibendem Rufen.

Die Freundin erkennt am Erwachen und Rufen der Pfauen, dass der Liebende naht. Die Natur übernimmt erneut eine vermittelnde Stimme.

Vers 161 – Schläft die Mutter schon?

கூடார் அரண்எரி கூடக் கொடுஞ்சிலை கொண்டஅண்டன்

சேடார் மதின்மல்லல் தில்லைஅன் னாய்சிறு கண்பெருவெண்
கோடார் கரிகுரு மாமணி ஊசலைக் கோப்பழித்துத்

தோடார் மதுமலர் நாகத்தை நூக்குநம் சூழ்பொழிற்கே
kūṭār araṇeri kūṭak koṭuñcilai koṇṭaaṇṭaṉ

cēṭār matiṉmallal tillaiaṉ ṉāyciṟu kaṇperuveṇ
kōṭār karikuru māmaṇi ūcalaik kōppaḻittut

tōṭār matumalar nākattai nūkkunam cūḻpoḻiṟkē

Du gleichst dem reichen Tillai mit hohen Mauern, dessen Herr den grausamen Bogen ergriff, damit die Festungen seiner Feinde im Feuer zusammenfanden! In unserem umgebenden Hain hat ein kleinäugiger Elefant mit großen weißen Stoßzähnen die Aufhängung der prächtigen Edelsteinschaukel zerbrochen und den Naga-Baum mit seinen honigreichen Blütenbüscheln umgestoßen.

Die Freundin erzählt hörbar von der Schaukel, um an einer möglichen Reaktion festzustellen, ob die Mutter schläft. Erst der überlieferte Situationsvermerk erschließt diese Funktion der anscheinend bloßen Landschaftsschilderung.

Vers 162 – Öffne deine Augen

விண்ணுக்கு மேல்வியன் பாதலக் கீழ்விரி நீர்உடுத்த

மண்ணுக்கு நாப்பண் நயந்துதென் தில்லைநின் றோன் மிடற்றின்
வண்ணக் குவளை மலர்க்கின் றனசிவ வாண்மிளிர்நின்

கண்ணோர்க்கு மேற்கண்டு காண்வண்டு வாழும் கருங்குழலே
viṇṇukku mēlviyaṉ pātalak kīḻviri nīruṭutta

maṇṇukku nāppaṇ nayantuteṉ tillainiṉ ṟōṉ miṭaṟṟiṉ
vaṇṇak kuvaḷai malarkkiṉ ṟaṉaciva vāṇmiḷirniṉ

kaṇṇōrkku mēṟkaṇṭu kāṇvaṇṭu vāḻum karuṅkuḻalē

Du mit dunklem Haar, in dem Bienen wohnen! Über den Himmel hinaus, unter der weiten Unterwelt und mitten in der von Wasser umkleideten Erde steht er – aus Liebe im südlichen Tillai. Die Wasserlilien in der Farbe seines Halses öffnen sich. Öffne auch du deine schwerthell aufleuchtenden Augen und sieh die Blumen an, die ihnen gleichen!

Nachdem sie den Schlaf der Mutter erkannt hat, weckt die Freundin die Geliebte. Die nächtlich blühenden Wasserlilien geben das Zeichen zum Aufbruch.

Vers 163 – Bleibe bei den Wasserlilien

நந்தீ வரமென்னும் நாரணன் நாண்மலர்க் கண்ணிற்(கு) எஃகம்

தந்தீ வரன்புலி யூரன்ன யாய்தடங் கண்கடந்த
இந்தீ வரமிவை காணின் இருள்சேர் குழற்கெழில்சேர்

சந்தீ வரமுறி யும்வெறி வீயும் தருகுவனே
nantī varameṉṉum nāraṇaṉ nāṇmalark kaṇṇiṟ(ku) eḵkam

tantī varaṉpuli yūraṉṉa yāytaṭaṅ kaṇkaṭanta
intī varamivai kāṇiṉ iruḷcēr kuḻaṟkeḻilcēr

cantī varamuṟi yumveṟi vīyum tarukuvaṉē

Du gleichst Puliyur des Herrn, der Narayana für sein frischblumengleiches Auge die Waffe gab, als dieser um den guten Segen bat. Sieh diese dunklen Wasserlilien, die selbst deine großen Augen übertreffen! Ich werde schöne, duftende Sandeltriebe und Blüten bringen, die zu deinen dunklen Locken passen.

Die Freundin lässt die Frau am Treffpunkt zurück. Die Zeichenstörung der Grundvorlage wurde zu eḵkam, „Eisen, Waffe“, berichtigt. Gemeint ist in der Überlieferung Vishnus Diskus.

Vers 164 – Du bist mitten in der Nacht gekommen

காமரை வென்றகண் ணோன்தில்லைப் பல்கதி ரோன்அடைத்த

தாமரை இல்லின் இதழ்க்கத வம்திறந் தோதமியே
பாமரை மேகலை பற்றிச் சிலம்பொதுக் கிப்பையவே

நாமரை யாமத்(து)என் னோவந்து வைகி நயந்ததுவே
kāmarai veṉṟakaṇ ṇōṉtillaip palkati rōṉaṭaitta

tāmarai illiṉ itaḻkkata vamtiṟan tōtamiyē
pāmarai mēkalai paṟṟic cilampotuk kippaiyavē

nāmarai yāmat(tu)eṉ ṉōvantu vaiki nayantatuvē

Du bist allein gekommen, leise, den klingenden Gürtel festhaltend und die Fußspangen zum Schweigen gebracht! Hast du die Blütenblättertür des Lotushauses geöffnet, die die vielstrahlige Sonne in Tillai des Herrn mit dem Kama besiegenden Auge verschlossen hatte? Was ließ dich in der furchterregenden Mitternacht hier verweilen und mich lieben?

Der erleichterte Liebende begrüßt die Ankommende wie eine Göttin, die ihren Lotus verlassen hat. Gürtel und Fußspangen mussten beim heimlichen Gang stillgehalten werden.

Vers 165 – So zart ist ihre Mitte

அகலின் புகைவிம்மி ஆய்மலர் வேய்ந்(து)அஞ் சனம்எழுதத்

தகிலும் தனிவடம் பூட்டத் தகாள்சங் கரன்புலியூர்
இகலும் அவரில் தளரும்இத் தேம்பல்இடைஞெமியப்

புகலும் மிகஇங்ங னேயிறு மாக்கும் புணர்முலையே
akaliṉ pukaivimmi āymalar vēyn(tu)añ caṉameḻutat

takilum taṉivaṭam pūṭṭat takāḷcaṅ karaṉpuliyūr
ikalum avaril taḷarumit tēmpaliṭaiñemiyap

pukalum mikaiṅṅa ṉēyiṟu mākkum puṇarmulaiyē

Sie kann sich mit dichtem Adlerholzrauch beduften, mit ausgewählten Blumen schmücken und Augenschwärze auftragen; doch selbst eine einzige Halskette zu tragen, wäre zu viel für sie. Ihre Mitte schwindet wie jene, die Shankaras Puliyur bekämpfen. Ihr vereinten Brüste: Ist es nicht übermäßig, euch so stolz zu erheben und diese schwache Mitte noch mehr zu bedrängen?

Der Liebende lobt die Zartheit der Frau durch eine übertreibende Anrede an ihre Gestalt. Die Kampfformel über die Gegner Puliyurs ist Teil der poetischen Steigerung.

Vers 166 – Ich bin der Mond ihrer Blüte

அழுந்தேன் நரகத்து யானென்(று) இருப்பவந்(து) ஆண்டுகொண்ட

செழுந்தேன் திகழ்பொழில் தில்லைப் புறவில் செறுவகத்த
கொழுந்தேன் மலர்வாய்க் குமுதம் இவள்யான் குருஉச்சுடர்கொண்(டு)

எழுந்(து)ஆங் கதுமலர்த் தும்உயர் வானத்(து) இளமதியே
aḻuntēṉ narakattu yāṉeṉ(ṟu) iruppavan(tu) āṇṭukoṇṭa

ceḻuntēṉ tikaḻpoḻil tillaip puṟavil ceṟuvakatta
koḻuntēṉ malarvāyk kumutam ivaḷyāṉ kuruuccuṭarkoṇ(ṭu)

eḻun(tu)āṅ katumalart tumuyar vāṉat(tu) iḷamatiyē

Als ich dachte: „Ich bin im Höllenbereich versunken“, kam er und nahm mich an. In den honigreichen Hainen bei Tillai ist sie die Kumuda-Blüte im bewässerten Feld, deren Mund jungen Honig birgt. Ich bin der junge Mond am hohen Himmel, der mit seinem hellen Licht aufgeht und sie dort zum Erblühen bringt.

Der Liebende beschreibt die Freude über ihr Gesicht. Kumuda ist eine nachts aufblühende Wasserlilie; die wechselseitige Beziehung von Mond und Blume gestaltet die Begegnung.

Vers 167 – Kehre mit der Freundin zur Ruhe zurück

கரும்புறு நீலம் கொய்யல் தமிநின்று துயில்பயின்மோ

அரும்பெறல் தோழிய(டு) ஆயத்து நாப்பண் அமரர்ஒன்னார்
இரும்புறு மாமதிப் பொன்இஞ்சி வெள்ளிப் புரிசையன்றோர்

துரும்புறச் செற்றகொற் றத்(து)எம் பிரான்தில்லைச் சூழ்பொழிற்கே
karumpuṟu nīlam koyyal taminiṉṟu tuyilpayiṉmō

arumpeṟal tōḻiya(ṭu) āyattu nāppaṇ amararoṉṉār
irumpuṟu māmatip poṉiñci veḷḷip puricaiyaṉṟōr

turumpuṟac ceṟṟakoṟ ṟat(tu)em pirāṉtillaic cūḻpoḻiṟkē

Pflücke keine dunklen Wasserlilien mehr! Schlafe mit deiner kostbaren Freundin mitten in der vertrauten Schar, in den Hainen rings um Tillai. Unser siegreicher Herr zerschlug einst die gewaltigen Festungen der Götterfeinde – die eiserne Mauer, den goldenen Schutzwall und die silberne Umwehrung –, als wären sie ein einziger Strohhalm.

Der Liebende bereitet den Abschied vor und bittet die Frau, mit ihrer Freundin zum Schlafplatz zurückzukehren. Die drei Metallfestungen gehören zum Tripura-Mythos.

Vers 168 – Der Steinpfad wäre noch leichter

நற்பகல் சோமன் எரிதரு நாட்டத்தன் தில்லையன்ன

விற்பகைத்(து) ஓங்கும் புருவத்(து) இவளின் மெய்யேஎளிதே
வெற்பகச் சோலையின் வேய்வளர் தீச்சென்று விண்ணினின்ற

கற்பகச் சோலை கதுவுங்கல் நாடஇக் கல்லதரே
naṟpakal cōmaṉ eritaru nāṭṭattaṉ tillaiyaṉṉa

viṟpakait(tu) ōṅkum puruvat(tu) ivaḷiṉ meyyēeḷitē
veṟpakac cōlaiyiṉ vēyvaḷar tīcceṉṟu viṇṇiṉiṉṟa

kaṟpakac cōlai katuvuṅkal nāṭaik kallatarē

Die steinigen Pfade in deinem Bergland sind wahrhaftig leichter zugänglich als diese Frau mit den hochgeschwungenen, dem Bogen trotzenden Brauen, die Tillai des Herrn mit Sonne, Mond und Feuer als Augen gleicht. Dort wächst aus dem Bambus im Berghain Feuer hervor und erfasst noch die Karpaka-Haine oben im Himmel.

Die Freundin untersagt weitere ungesicherte Nachtbesuche. Das Bild vom hochschlagenden Bambusfeuer steigert den gefährlichen Weg, während die erschwerte Erreichbarkeit der Frau auf die nötige Heirat verweist.

Vers 169 – Nur diese Hoffnung erhält mein Leben

பைவாய் அரவுஅரை அம்பலத்(து) எம்பரன் பைங்கயிலைச்

செவ்வாய்க் கருங்கண் பெரும்பணைத் தோள்சிற் றிடைக்கொடியை
மொய்வார் கமலத்து முற்றிழை இன்றென்முன் னைத்தவத்தால்

இவ்வா(று) இருக்கும்என் றேநிற்ப(து) என்றும்என் இன்னுயிரே
paivāy aravuarai ampalat(tu) emparaṉ paiṅkayilaic

cevvāyk karuṅkaṇ perumpaṇait tōḷciṟ ṟiṭaikkoṭiyai
moyvār kamalattu muṟṟiḻai iṉṟeṉmuṉ ṉaittavattāl

ivvā(ṟu) irukkumeṉ ṟēniṟpa(tu) eṉṟumeṉ iṉṉuyirē

Am grünen Kailasa unseres Höchsten, der die Schlange mit ausgebreitetem Nacken um die Hüften trägt, steht sie: die Ranke mit rotem Mund, dunklen Augen, großen bambusgleichen Armen und kleiner Mitte. Wie die reich Geschmückte im dichten Lotus wird sie heute kraft meiner früheren Askese so bei mir sein – allein mit diesem Gedanken hält mein kostbares Leben immer weiter stand.

Der Mann erklärt, weshalb er auf weitere Begegnungen hofft. Die „reich Geschmückte im Lotus“ deutet auf die Glücksgöttin; die syntaktische Verbindung mit dem gegenwärtigen Treffen bleibt unsicher.

Vers 170 – Nach deinem Fortgehen weint sie

பைவாய் அரவும் மறியும் மழுவும் பயின்மலர்க்கை

மொய்வார் சடைமுடி முன்னவன் தில்லையின் முன்னினக்கால்
செவ்வாய் கருவுயிர்ச் சேர்த்திச் சிறியாள் பெருமலர்க்கண்

மைவார் குவளை விடும்மன்ன நீண்முத்த மாலைகளே
paivāy aravum maṟiyum maḻuvum payiṉmalarkkai

moyvār caṭaimuṭi muṉṉavaṉ tillaiyiṉ muṉṉiṉakkāl
cevvāy karuvuyirc cērttic ciṟiyāḷ perumalarkkaṇ

maivār kuvaḷai viṭummaṉṉa nīṇmutta mālaikaḷē

Der Uralte hält in seiner blumengleichen Hand Schlange, Reh und Axt; sein Haupt ist von dichtem Flechtenhaar umgeben. Wenn du fortgegangen bist, stößt die Kleine, die seinem Tillai gleicht, schwere Seufzer aus ihrem roten Mund. Ihre großen Blumenaugen lassen dann, wie dunkle Wasserlilien, lange Perlengirlanden herabfallen.

Die Freundin schildert die Tränen nach dem Abschied und drängt damit auf eine beständige Verbindung. Perlengirlanden und Wasserlilien machen die Trauer sichtbar.

Vers 171 – Der Mond nimmt uns die schützende Dunkelheit

நாகம் தொழஎழில் அம்பலம் நண்ணி நடம்வில்வோன்

நாகம் இதுமதி யேமதி யேநவில் வேற்கைஎங்கள்
நாகம் வரஎதிர் நாங்கொள்ளும் நள்ளிருள் வாய்நறவார்

நாகம் மலிபொழில் வாயெழில் வாய்த்தநின் நாயகமே
nākam toḻaeḻil ampalam naṇṇi naṭamvilvōṉ

nākam itumati yēmati yēnavil vēṟkaieṅkaḷ
nākam varaetir nāṅkoḷḷum naḷḷiruḷ vāynaṟavār

nākam malipoḻil vāyeḻil vāyttaniṉ nāyakamē

Mond, erkenne doch: Dies ist das Reich dessen, der unter der Verehrung der Himmelswelt in die schöne Halle tritt und tanzt! Wenn unser elefantengleicher Speerträger kommt, empfangen wir ihn in tiefer Nacht am honigreichen Naga-Hain. Gerade dort lässt du nun deine strahlende Herrschaft hervortreten!

Die Freundin beklagt das Mondlicht, das den heimlichen Besuch sichtbar macht. nākam wiederholt sich mit unterschiedlichen Bedeutungen; die Zuordnungen zu Himmel, Elefant und Baum sind kontextuelle Lesarten, keine eindeutig getrennten Wörter der Vorlage.

Vers 172 – Die Schwäne schliefen nicht

மின்அங்(கு) அலரும் சடைமுடி யோன்வியன் தில்லையன்னாய்

என்அங்(கு) அலமரல் எய்திய தோஎழில் முத்தம்தொத்திப்
பொன்அங்(கு) அலர்புன்னைச் சேக்கையின் வாய்ப்புலம் புற்றுமுற்றும்

அன்னம் புலரும் அளவும் துயிலா(து) அழுங்கினவே
miṉaṅ(ku) alarum caṭaimuṭi yōṉviyaṉ tillaiyaṉṉāy

eṉaṅ(ku) alamaral eytiya tōeḻil muttamtottip
poṉaṅ(ku) alarpuṉṉaic cēkkaiyiṉ vāyppulam puṟṟumuṟṟum

aṉṉam pularum aḷavum tuyilā(tu) aḻuṅkiṉavē

Du gleichst dem weiten Tillai dessen, dessen Flechtenkrone von Blitzen durchleuchtet ist! Warum gerieten sie dort so in Unruhe? Auf ihrem Lager im Punnai-Baum, der schöne Perlenbüschel und goldene Blüten trägt, klagten die Schwäne die ganze Nacht. Bis zum Morgen schliefen sie nicht und blieben bekümmert.

Die Freundin berichtet in Hörweite des Liebenden von einem missverstandenen nächtlichen Zeichen. Das Vogelrufen ließ die Frau offenbar an seine Ankunft denken; diese Situation erläutert der traditionelle Vermerk.

Vers 173 – Meer, hast du aus deinem Verlust nichts gelernt?

சோத்துன் அடியம் என் றோரைக் குழுமித்தொல் வானவர்சூழ்ந்(து)

ஏத்தும் படிநிற்ப வன்தில்லை யன்னாள் இவள்துவள
ஆர்த்துண் அமிழ்தும் திருவும் மதியும் இழந்தவம்நீ

பேர்த்தும் இரைப்பொழி யாய்பழி நோக்காய் பெருங்கடலே
cōttuṉ aṭiyam eṉ ṟōraik kuḻumittol vāṉavarcūḻn(tu)

ēttum paṭiniṟpa vaṉtillai yaṉṉāḷ ivaḷtuvaḷa
ārttuṇ amiḻtum tiruvum matiyum iḻantavamnī

pērttum iraippoḻi yāypaḻi nōkkāy peruṅkaṭalē

Großes Meer! Er lässt jene, die sagen „Heil! Wir sind deine Diener“, so stehen, dass die alten Himmlischen sich um sie versammeln und sie preisen. Diese Frau gleicht seinem Tillai. Du hast schon Nektar, die Glücksgöttin und den Mond verloren, als man dich lärmend auskostete. Warum rauschst du noch immer weiter und lässt sie darüber erschöpfen? Achtest du nicht auf deinen schlechten Ruf?

Die Freundin richtet ihre Klage an das Meer, damit der Liebende ihr nächtliches Leid erkennt. Die Verluste des Meeres beziehen sich auf das kosmische Quirlen des Milchozeans.

Vers 174 – Warum fragt niemand nach meinem Leid?

மாதுற்ற மேனி வரையுற்ற வில்லிதில் லைநகர்சூழ்

போதுற்ற பூம்பொழில் காள்கழி காள்எழிற் புள்ளினங்காள்
ஏதுற்(று) அழிதிஎன் னீர்மன்னும் ஈர்ந்துறை வர்க்(கு) இவளோ

தீதுற்ற(து) என்னுக்(கு)என் னீர்இது வோநன்மை செப்புமினே
mātuṟṟa mēṉi varaiyuṟṟa villitil lainakarcūḻ

pōtuṟṟa pūmpoḻil kāḷkaḻi kāḷeḻiṟ puḷḷiṉaṅkāḷ
ētuṟ(ṟu) aḻitieṉ ṉīrmaṉṉum īrntuṟai vark(ku) ivaḷō

tītuṟṟa(tu) eṉṉuk(ku)eṉ ṉīritu vōnaṉmai ceppumiṉē

Ihr blühenden Haine, ihr Lagunen, ihr schönen Vogelscharen rings um Tillai des Herrn, dessen Leib die Frau enthält und dessen Bogen der Berg ist! Ihr fragt nicht: „Woran leidest du, warum vergehst du?“ Ihr sagt auch dem Herrn der bleibenden, kühlen Küste nicht: „Dieser Frau ist ein Leid widerfahren.“ Ist das Güte? Sagt es mir!

Die Geliebte spricht in gesteigerter Sehnsucht zur ganzen Landschaft. Ihre Klage entsteht aus dem Gefühl, dass weder Menschen noch Natur ihre Not weitertragen.

Vers 175 – Selbst der Hund würde bellen

இன்னற வார்பொழில் தில்லை நகரிறை சீர்விழவில்

பன்னிற மாலைத் தொகைபக லாம்பல் விளக்கிருளின்
துன்னற வுய்க்கும்இல் லோரும் துயிலில் துறைவர்மிக்க

கொன்னிற வேலொடு வந்திடின் ஞாளி குரை தருமே
iṉṉaṟa vārpoḻil tillai nakariṟai cīrviḻavil

paṉṉiṟa mālait tokaipaka lāmpal viḷakkiruḷiṉ
tuṉṉaṟa vuykkumil lōrum tuyilil tuṟaivarmikka

koṉṉiṟa vēloṭu vantiṭiṉ ñāḷi kurai tarumē

Beim prächtigen Fest des Herrn von Tillai, dessen Haine süßen Honig bergen, machen vielfarbige Girlanden den Tag reich, und viele Lampen vertreiben das dichte Dunkel der Nacht. Selbst wenn die Menschen im Haus schliefen: Käme mein Küstenherr mit seinem mächtigen, tödlichen Speer, würde der Hund bellen.

Die Geliebte sieht alle Möglichkeiten eines unbemerkten Treffens versperrt. Festlicht, wache Hausbewohner und Hund ergeben eine konkrete Folge äußerer Hindernisse.

Vers 176 – Komme nicht durch diesen Hain

தாருறு கொன்றையன் தில்லைச் சடைமுடி யோன்கயிலை

நீருறு கான்யா(று) அளவில் நீந்திவந் தால்நினது
போருறு வேல்வயப் பொங்குரும் அஞ்சுகம் அஞ்சிவரும்

சூருறு சோலையின் வாய்வரற் பாற்றன்று தூங்கிருளே
tāruṟu koṉṟaiyaṉ tillaic caṭaimuṭi yōṉkayilai

nīruṟu kāṉyā(ṟu) aḷavil nīntivan tālniṉatu
pōruṟu vēlvayap poṅkurum añcukam añcivarum

cūruṟu cōlaiyiṉ vāyvaraṟ pāṟṟaṉṟu tūṅkiruḷē

Selbst wenn du den grenzenlos angeschwollenen Waldfluss am Kailasa des Herrn von Tillai mit Konrai-Girlande und Flechtenkrone durchschwimmst: Wir fürchten den gewaltigen Donner, der selbst vor deinem kämpferischen Speer nicht zurückweicht. Durch den von unheimlichen Mächten bewohnten Hain darfst du in dieser schweren Dunkelheit nicht kommen.

Die Frau blickt sorgenvoll auf seinen Weg. Die Beziehung zwischen Speer und Donner ist grammatisch unsicher; die Übersetzung betont die Gefahr, vor der persönliche Tapferkeit keinen verlässlichen Schutz bietet.

Vers 177 – Mond, sage mir wenigstens ein Wort

விண்டலை யாவர்க்கும் வேந்தர்வண் தில்லைமெல் லங்கழிசூழ்

கண்டலை யேகரி யாக்கன்னிப் புன்னைக் கலந்தகள்வர்
கண்டிலை யேவரக் கங்குல்எல் லாம்மங்குல் வாய்விளக்கும்

மண்டல மேபணி யாய்தமி யேற்கொரு வாசகமே
viṇṭalai yāvarkkum vēntarvaṇ tillaimel laṅkaḻicūḻ

kaṇṭalai yēkari yākkaṉṉip puṉṉaik kalantakaḷvar
kaṇṭilai yēvarak kaṅkulel lāmmaṅkul vāyviḷakkum

maṇṭala mēpaṇi yāytami yēṟkoru vācakamē

Du Mondscheibe, die du die ganze Nacht den Mund der Wolken erhellst! Hast du ihn nicht kommen sehen, den heimlichen Liebenden, der unter dem unberührten Punnai mit mir vereint war und die Pandanuspflanzen der sanften Lagune zu Zeugen machte? Dies ist das freigebige Tillai des Königs über alle Himmelsbewohner. Sage mir Einsamen doch ein einziges Wort!

Die Geliebte bittet den Mond um Nachricht. Die Pflanzen als Zeugen erinnern an ein persönliches Versprechen, dessen Erfüllung sie vermisst.

Vers 178 – Wenn man dich für Murugan hält

பற்றொன்றி லார்பற்றும் தில்லைப் பரன்பரம் குன்றில்நின்ற

புற்றொன்று அரவன் புதல்வ னெனநீ புகுந்துநின்றால்
மற்றொன்று மாமலர் இட்டுன்னை வாழ்த்திவந் தித்திலன்றி

மற்றொன்று சிந்திப்ப ரேல்வல்ல ளோமங்கை வாழ்வகையே
paṟṟoṉṟi lārpaṟṟum tillaip paraṉparam kuṉṟilniṉṟa

puṟṟoṉṟu aravaṉ putalva ṉeṉanī pukuntuniṉṟāl
maṟṟoṉṟu māmalar iṭṭuṉṉai vāḻttivan tittilaṉṟi

maṟṟoṉṟu cintippa rēlvalla ḷōmaṅkai vāḻvakaiyē

Wenn du eintrittst wie der Sohn dessen, der die Schlange aus dem Erdhügel trägt, am hohen Berg des Höchsten von Tillai, an dem selbst die Haltlosen Halt finden, werden sie zunächst nur große Blumen niederlegen, dich preisen und verehren. Doch wenn sie noch etwas anderes zu denken beginnen: Wird die junge Frau dann ihr Leben bewahren können?

Die Freundin warnt vor der Entdeckung der heimlichen Beziehung. Der schöne Speerträger kann zunächst wie Murugan erscheinen; sobald die Familie seine menschliche Absicht erkennt, verändert sich die Lage.

Vers 179 – Auch du wirfst dich ruhelos umher

பூங்கணை வேளைப் பொடியாய் விழவிழித் தோன்புலியூர்

ஓங்கணை மேவிப் புரண்டு விழுந்தெழுந்(து) ஓலமிட்டுத்
தீங்கணைந் தோர்அல்லும் தேறாய் கலங்கிச் செறிகடலே

ஆங்கணைந் தார்நின்னை யும்உள ரோசென்(று) அகன்றவரே
pūṅkaṇai vēḷaip poṭiyāy viḻaviḻit tōṉpuliyūr

ōṅkaṇai mēvip puraṇṭu viḻunteḻun(tu) ōlamiṭṭut
tīṅkaṇain tōrallum tēṟāy kalaṅkic ceṟikaṭalē

āṅkaṇain tārniṉṉai yumuḷa rōceṉ(ṟu) akaṉṟavarē

Dichtes Meer bei Puliyur dessen, der den Blumenpfeilgott durch seinen Blick zu Staub fallen ließ! Du wirfst dich auf dein hohes Lager, rollst dich umher, fällst, erhebst dich und schreist. Wie jemand, den Leid getroffen hat, findest du selbst nachts keine Klarheit. Gibt es auch bei dir jemanden, der sich mit dir vereinte und dann fortging?

Die Frau erkennt ihre eigene schlaflose Unruhe in den Wellen. Der Vergleich macht die äußere Bewegung des Meeres zur Sprache ihres inneren Zustands.

Vers 180 – Aus den Andeutungen wird offenes Gerede

அலர்ஆ யிரம்தந்து வந்தித்து மால்ஆ யிரங்கரத்தால்

அலரார் கழல்வழி பாடுசெய் தாற்(கு)அள வில்ஒளிகள்
அலரா யிருக்கும் படைகொடுத் தோன்தில்லை யான்அருள்போன்(று)

அலராய் விளைகின்ற(து) அம்பல்கைம் மிக்(கு)ஐய மெய்யருளே
alarā yiramtantu vantittu mālā yiraṅkarattāl

alarār kaḻalvaḻi pāṭucey tāṟ(ku)aḷa viloḷikaḷ
alarā yirukkum paṭaikoṭut tōṉtillai yāṉaruḷpōṉ(ṟu)

alarāy viḷaikiṉṟa(tu) ampalkaim mik(ku)aiya meyyaruḷē

Vishnu brachte tausend Blumen und verehrte die blumenreichen Füße mit tausend Händen. Ihm schenkte der Herr von Tillai eine Waffe, aus der unermessliche Lichtstrahlen hervorblühen. Herr, wie dessen Gnade sich entfaltet, so wächst jetzt aus den zunehmenden Andeutungen ein offenes Gerücht: Erweise uns wahrhaftiges Erbarmen!

Die Freundin meldet, dass die Liebe öffentlich bekannt wird. Das Wort alar verbindet Blühen und Gerücht; die Bitte zielt im Zusammenhang auf die verantwortliche Anerkennung der Beziehung.

Kapitel 15 – Vorübergehende Trennung

Verse 181–193 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

ஒருவழித் தணத்தல் ஒருபதின் மூன்றும்
சிவனது கருணை அருள்தெரி வித்தது.
oruvaḻit taṇattal orupatiṉ mūṉṟum
civaṉatu karuṇai aruḷteri vittatu.

Die dreizehn Situationen des vorübergehenden Sichentfernens bedeuten: Die Gnade offenbart Shivas Erbarmen.

Der kurze Begleitvers gibt nur diese Deutungsrichtung vor; er erklärt nicht jeden einzelnen Vers allegorisch.

Vers 181 – Ein kurzer Abstand kann das Gerede beruhigen

புகழும் பழியும் பெருக்கில் பெருகும் பெருகிநின்று

நிகழும் நிகழா நிகழ்த்தின்அல் லால்இது நீநினைப்பின்
அகழும் மதிலும் அணிதில்லை யோன்அடிப் போதுசென்னித்

திகழும் அவர்செல்லல் போலில்லை யாம்பழி சின்மொழிக்கே
pukaḻum paḻiyum perukkil perukum perukiniṉṟu

nikaḻum nikaḻā nikaḻttiṉal lālitu nīniṉaippiṉ
akaḻum matilum aṇitillai yōṉaṭip pōtuceṉṉit

tikaḻum avarcellal pōlillai yāmpaḻi ciṉmoḻikkē

Lob und Tadel wachsen, wenn man sie nährt; wenn sie gewachsen sind, dauern sie an. Ohne dass man sie weiter hervorbringt, geschehen sie nicht. Bedenkst du dies, wird der Tadel gegen die Frau mit den wenigen Worten verschwinden, wie das Leid jener verschwindet, auf deren Haupt die Blütenfüße des Herrn von Tillai mit seinen Gräben und Mauern erstrahlen.

Die Freundin empfiehlt dem Mann vorübergehende Zurückhaltung. Der Situationsvermerk erklärt: Ändert sich sein Weg, kann sich auch das Gerücht über die Beziehung verlieren.

Vers 182 – Meer, hat er seine Rückkehr angekündigt?

ஆரம் பரந்து திரைபொரு நீர்முகில் மீன்பரப்பிச்

சீரம் பரத்தின் திகழ்ந்தொளி தோன்றும் துறைவர்சென்றார்
போரும் பரிசு புகன்றன ரோபுலி யூர்ப்புனிதன்

சீரம்பல் சுற்றி எற்றிச் சிறந்தார்க்கும் செறிகடலே
āram parantu tiraiporu nīrmukil mīṉparappic

cīram parattiṉ tikaḻntoḷi tōṉṟum tuṟaivarceṉṟār
pōrum paricu pukaṉṟaṉa rōpuli yūrppuṉitaṉ

cīrampal cuṟṟi eṟṟic ciṟantārkkum ceṟikaṭalē

Dichtes Meer, das du um das ruhmreiche Tillai des Reinen anbrandest und gewaltig ertönst! Auf dir breiten sich Perlen aus, die Wogen schlagen gegen die Wasserwolken, und die Fische liegen verteilt wie Sterne am glänzenden Himmel. Unser Küstenherr ist fortgegangen. Hat er dir gesagt, auf welche Weise er wiederkommen wird?

Die Frau wendet sich während der vereinbarten kurzen Trennung an das Meer. Meer und Sternenhimmel gehen im ersten Bild ineinander über; die Frage nach der Rückkehr bleibt unbeantwortet.

Vers 183 – Warum schweigst du über ihn?

பாணிகர் வண்டினம் பாடப்பைம் பொன்தரு வெண்கிழிதம்

சேணிகர் காவின் வழங்கும்புன் னைத்துறைச் சேர்ப்பர்திங்கள்
வாணிகர் வெள்வளை கொண்டகன் றார்திறம் வாய்திறவாய்

பூணிகர் வாளர வன்புலி யூர்சுற்றும் போர்க்கடலே
pāṇikar vaṇṭiṉam pāṭappaim poṉtaru veṇkiḻitam

cēṇikar kāviṉ vaḻaṅkumpuṉ ṉaittuṟaic cērppartiṅkaḷ
vāṇikar veḷvaḷai koṇṭakaṉ ṟārtiṟam vāytiṟavāy

pūṇikar vāḷara vaṉpuli yūrcuṟṟum pōrkkaṭalē

Kämpfendes Meer rings um Puliyur dessen, der leuchtende Schlangen wie Schmuck trägt! Die Bienen singen wie Musiker, während die Punnai-Bäume in den himmelhohen Hainen goldene Gaben aus weißen Blütengefäßen austeilen. Der Herr dieser Küste nahm meine mondhellen, weißen Armreifen mit und ging fort. Warum öffnest du deinen Mund nicht, um von ihm zu sprechen?

Die Frau wirft dem rauschenden Meer sein Schweigen vor. Die verlorenen Armreifen sind ein poetisches Zeichen des Abmagerns in der Trennung.

Vers 184 – Wird er für immer fernbleiben?

பகன்தர மரைக்கண் கெடக்கடந் தோன்புலி யூர்ப்பழனத்(து)

அகன்தா மரையென்ன மேவண்டு நீல மணியணிந்து
முகன்தாழ் குழைச்செம்பொன் முத்தணி புன்னகையின் னும்உரையாது

அகன்றார் அகன்றே ஒழிவர்கொல் லோநம் அகன்துறையே
pakaṉtara maraikkaṇ keṭakkaṭan tōṉpuli yūrppaḻaṉat(tu)

akaṉtā maraiyeṉṉa mēvaṇṭu nīla maṇiyaṇintu
mukaṉtāḻ kuḻaiccempoṉ muttaṇi puṉṉakaiyiṉ ṉumuraiyātu

akaṉṟār akaṉṟē oḻivarkol lōnam akaṉtuṟaiyē

Ihr Schwäne im Feld von Puliyur dessen, der Bhagas Augen niederschlug! Wie eine weit geöffnete Lotusblüte erschien er mit blauen Edelsteinen, goldenen, bis zum Gesicht herabhängenden Ohrringen und einem Lächeln wie Perlenschmuck. Ohne noch ein Wort zu sagen, ging er fort von unserer weiten Küste. Wird er nun für immer fortbleiben?

Die Frau fragt die Schwäne nach dem Geliebten. Die Beschreibung seines Schmucks ist in der überlieferten Wortverbindung unsicher; klar sind seine glänzende Erscheinung und das schmerzliche Schweigen beim Abschied.

Vers 185 – Lösche seine Wagenspur nicht aus

உள்ளும் உருகி உரோமம் சிலிர்ப்ப உடையவன் ஆட்

கொள்ளும் அவரிலோர் கூட்டம்தந் தான்குனி கும்புலியூர்
விள்ளும் பரிசுசென் றார்வியன் தேர்வழி தூரல்கண்டாய்

புள்ளும் திரையும் பொரச்சங்கம் ஆர்க்கும் பொருகடலே
uḷḷum uruki urōmam cilirppa uṭaiyavaṉ āṭ

koḷḷum avarilōr kūṭṭamtan tāṉkuṉi kumpuliyūr
viḷḷum paricuceṉ ṟārviyaṉ tērvaḻi tūralkaṇṭāy

puḷḷum tiraiyum poraccaṅkam ārkkum porukaṭalē

Anbrandendes Meer, in dem Vögel und Wellen gegeneinander stoßen und Muscheln ertönen! Er schenkte mir Gemeinschaft mit denen, die der Herr annimmt, wenn sie an ihn denken, innerlich schmelzen und ihre Körperhaare sich aufrichten. Bei seinem Puliyur, wo er sich im Tanz beugt, ist mein Liebender fortgefahren. Sieh zu, dass du die Spur seines großen Wagens nicht zuschüttest!

Die Frau möchte eine sichtbare Verbindung zum Fortgegangenen bewahren. Die Wagenspur ist zugleich Weg seiner erhofften Rückkehr.

Vers 186 – Das Orakel im Sand

ஆழி திருத்தும் புலியூர் உடையான் அருளின் அளித்(து)

ஆழி திருத்தும் மணற்குன்றின் நீத்தகன் றார்வருகென்(று)
ஆழி திருத்திச் சுழிக்கணக்(கு) ஓதிநை யாமல்ஐய

வாழி திருத்தித் தரக்கிற்றி யோஉள்ளம் வள்ளலையே
āḻi tiruttum puliyūr uṭaiyāṉ aruḷiṉ aḷit(tu)

āḻi tiruttum maṇaṟkuṉṟiṉ nīttakaṉ ṟārvarukeṉ(ṟu)
āḻi tiruttic cuḻikkaṇak(ku) ōtinai yāmalaiya

vāḻi tiruttit tarakkiṟṟi yōuḷḷam vaḷḷalaiyē

Der Herr von Puliyur gewährte mir seine Gnade und ordnete den Kreis. Auf dem Sandhügel am Meer hat der Liebende mich verlassen. „Er möge kommen!“ Mit diesem Wunsch ziehe ich Kreise, zähle ihre Windungen und gräme mich. Mein Herz, kannst du den Freigebigen wieder richtig hierherbringen und mir Leben geben?

Die Frau übt kūṭal aus, eine Form des Liebesorakels mit gezeichneten Kreisen. āḻi bezeichnet Kreis, Meer oder Diskus; die erste Zeile bleibt in dieser Mehrdeutigkeit nicht sicher übersetzbar.

Vers 187 – Untergehende Sonne, wie soll ich leben?

கார்த்தரங் கம்திரை தோணி சுறாக்கடல் மீன்எறிவோர்

போர்த்த(ரு)அங் கம்துறைமானும் துறைவர்தம் போக்குமிக்க
தீர்த்தர்அங் கன்தில்லைப் பல்பூம் பொழிற்செப்பும் வஞ்சினமும்

ஆர்த்தர் அங் கம்செய்யு மால்உய்யு மா(று)என்கொல் ஆழ்சுடரே
kārttaraṅ kamtirai tōṇi cuṟākkaṭal mīṉeṟivōr

pōrtta(ru)aṅ kamtuṟaimāṉum tuṟaivartam pōkkumikka
tīrttaraṅ kaṉtillaip palpūm poḻiṟceppum vañciṉamum

ārttar aṅ kamceyyu māluyyu mā(ṟu)eṉkol āḻcuṭarē

Sinkendes Licht! Dunkle Wogen sind die Boote, Haifische und Meeresfische werden gefangen, und die Fischer bedecken ihre Glieder: So zeigt sich die Küste. Der Küstenherr ist fortgegangen; auch die Eide, die er in den blumenreichen Hainen Tillais des heiligen Tänzers sprach, bedrängen mich und machen mich laut aufschreien. Auf welche Weise kann ich weiterleben?

Die Frau beklagt den Sonnenuntergang und erinnert sich an die Versprechen des Mannes. Die dichte Reihe der Küstenbilder in der ersten Hälfte ist textlich schwierig; die Gegenüberstellung von Tagesende und unerfülltem Versprechen bleibt klar.

Vers 188 – Die Schwäne suchen ihre Schlafplätze

பகலோன் கரந்தனன் காப்பவர் சேயர்பற் றவர்க்குப்

புகலோன் புகுநர்க்குப் போக்கரி யோன்எவ ரும்புகலத்
தகலோன் பயில்தில்லைப் பைம்பொழிற் சேக்கைகள் நோக்கினவால்

அகலோங்(கு) இருங்கழி வாய்க்கொழு மீனுண்ட அன்னங்களே
pakalōṉ karantaṉaṉ kāppavar cēyarpaṟ ṟavarkkup

pukalōṉ pukunarkkup pōkkari yōṉeva rumpukalat
takalōṉ payiltillaip paimpoḻiṟ cēkkaikaḷ nōkkiṉavāl

akalōṅ(ku) iruṅkaḻi vāykkoḻu mīṉuṇṭa aṉṉaṅkaḷē

Die Sonne ist verschwunden, und die mich schützen könnten, sind fern. Er ist Zuflucht für jene, die an ihm festhalten; wer bei ihm eingegangen ist, kehrt schwerlich wieder fort, und niemand kann ihn angemessen aussprechen. In den grünen Hainen seines Tillai suchen nun die Schwäne ihre Schlafplätze auf, nachdem sie in den weiten, tiefen Lagunen fette Fische gefressen haben.

Die nahende Nacht verstärkt die Sorge der Frau. Das religiöse Zufluchtsbild steht neben ihrer gegenwärtigen Erfahrung, ohne menschlichen Schutz zu sein.

Vers 189 – Die Vögel merken nichts

பொன்னும் மணியும் பவளமும் போன்று பொலிந்திலங்கி

மின்னும் சடையோன் புலியூர் விரவா தவரினுள்நோய்
இன்னும் அறிகில வால்என்னை பாவம் இருங்கழிவாய்

மன்னும் பகலே மகிழ்ந்திரை தேரும்வண் டானங்களே
poṉṉum maṇiyum pavaḷamum pōṉṟu polintilaṅki

miṉṉum caṭaiyōṉ puliyūr viravā tavariṉuḷnōy
iṉṉum aṟikila vāleṉṉai pāvam iruṅkaḻivāy

maṉṉum pakalē makiḻntirai tērumvaṇ ṭāṉaṅkaḷē

Sein Flechtenhaar glänzt wie Gold, Edelstein und Koralle und leuchtet wie der Blitz. Wie jene, die sich seinem Puliyur nicht nähern, erkennen auch diese Vögel meinen inneren Schmerz noch immer nicht. Welch ein Jammer! Den ganzen langen Tag suchen die Enten in der großen Lagune fröhlich ihre Nahrung.

Die Frau empfindet die unbekümmerte Nahrungssuche der Vögel als schmerzlichen Gegensatz zu ihrer eigenen Lage. vaṇṭāṉam bezeichnet einen Wasservogel; die Übersetzung „Enten“ bleibt eine vorsichtige Annäherung.

Vers 190 – Die Lotusblüten falten ihre Hände

கருங்கழி காதல்பைங் கானவில் தில்லைஎம் கண்டர்விண்டார்

ஒருங்கழி காதர மூவெயில் செற்றஒற் றைச்சிலைசூழ்ந்(து)
அருங்கழி காதம் அகலும்என் றூழ்என்(று) அலந்துகண்ணீர்

வருங்கழி காதல் வனசங்கள் கூப்பும் மலர்க்கைகளே
karuṅkaḻi kātalpaiṅ kāṉavil tillaiem kaṇṭarviṇṭār

oruṅkaḻi kātara mūveyil ceṟṟaoṟ ṟaiccilaicūḻn(tu)
aruṅkaḻi kātam akalumeṉ ṟūḻeṉ(ṟu) alantukaṇṇīr

varuṅkaḻi kātal vaṉacaṅkaḷ kūppum malarkkaikaḷē

In der dunklen Lagune und dem grünen Küstenhain von Tillai steht unser Herr mit dem gezeichneten Hals. Sein einziger Bogen vernichtete gemeinsam die drei Festungen seiner Feinde. Nun entfernt sich die heiße Sonne auf einem kaum zu ermessenden Weg. Darüber grämen sich die liebenden Lotusblüten, Tränen treten hervor, und sie falten ihre Blumenhände zusammen.

Die sich am Abend schließenden Lotusblüten erscheinen wie Liebende, die den scheidenden Geliebten um Rückkehr bitten. Mehrere Verbindungen mit kaḻi und kātam sind unsicher; der Sonnenuntergang erklärt das tragende Bild.

Vers 191 – Der Schwan schläft bei seinem Gefährten

மூவல் தழீஇய அருள்முத லோன்தில்லைச் செல்வன்முந்தீர்

நாவல் தழீஇயஇந் நானிலம் துஞ்சும் நயந்த இன்பச்
சேவல் தழீஇச்சென்று தான்துஞ்சும் யான்துயி லாச்செயிர்எம்

காவல் தழீஇயவர்க்(கு) ஓதா(து) அளிய களியன்னமே
mūval taḻīiya aruḷmuta lōṉtillaic celvaṉmuntīr

nāval taḻīiyain nāṉilam tuñcum nayanta iṉpac
cēval taḻīicceṉṟu tāṉtuñcum yāṉtuyi lācceyirem

kāval taḻīiyavark(ku) ōtā(tu) aḷiya kaḷiyaṉṉamē

Der Ursprung der Gnade umfasst die Drei, der Reiche von Tillai. Diese viergestaltige, vom Meer umgebene Jambu-Welt schläft. Auch der glückliche Schwan sucht die erwünschte Freude, schmiegt sich an seinen Gefährten und schläft ein. Mir Schlafloser aber hilft er nicht: Er erzählt dem, der einst meinen Schutzplatz aufsuchte und mich umarmte, nichts von meinem Leid.

Die Frau erlebt das schlafende Vogelpaar als Gegenbild ihrer Einsamkeit. Die „Drei“ der ersten Zeile können die göttliche Dreiheit meinen; der genaue Bezug ist nicht ausdrücklich erläutert.

Vers 192 – Höre wenigstens, wie es ihr geht

நில்லா வளைநெஞ்சம் நெக்குரு கும்நெடுங் கண்துயிலது

கல்லா கதிர்முத்தம் காற்றும் எனக்கட் டுரைக்கதில்லைத்
தொல்லோன் அருள்களில் லாரிற்சென் றார்சென்ற செல்லல்கண்டாய்

எல்லார் மதியே இதுநின்னை யான்இன்(று) இரக்கின்றதே
nillā vaḷaineñcam nekkuru kumneṭuṅ kaṇtuyilatu

kallā katirmuttam kāṟṟum eṉakkaṭ ṭuraikkatillait
tollōṉ aruḷkaḷil lāriṟceṉ ṟārceṉṟa cellalkaṇṭāy

ellār matiyē ituniṉṉai yāṉiṉ(ṟu) irakkiṉṟatē

Du lichtvoller Mond! Ihre Armreifen bleiben nicht am Arm, ihr Herz zerbricht und schmilzt, ihre langen Augen kennen keinen Schlaf und vergießen glänzende Perlen. Sage es ihm! Sieh, wie der Fortgegangene sie leiden lässt, als gehörte er zu denen ohne die Gnade des Uralten von Tillai. Darum bitte ich dich heute.

Die Freundin hat die Rückkehr des Mannes bemerkt und spricht scheinbar zum Mond, sodass er mithören kann. Die indirekte Rede macht ihm das Ausmaß der Trennungsschmerzen bewusst.

Vers 193 – So sehr hat sie gelitten

வளரும் கறியறி யாமந்தி தின்றுமம் மர்க்(கு)இடமாய்த்

தளரும் தடவரைத் தண்சிலம் பாதன(து) அங்கம்எங்கும்
விளரும் விழும்எழும் விம்மும் மெலியும்வெண் மாமதிநின்(று)

ஒளிரும் சடைமுடி யோன்புலி யூர்அன்ன ஒண்ணுதலே
vaḷarum kaṟiyaṟi yāmanti tiṉṟumam mark(ku)iṭamāyt

taḷarum taṭavarait taṇcilam pātaṉa(tu) aṅkameṅkum
viḷarum viḻumeḻum vimmum meliyumveṇ māmatiniṉ(ṟu)

oḷirum caṭaimuṭi yōṉpuli yūraṉṉa oṇṇutalē

Herr des kühlen, breiten Berghangs! Dort frisst die Äffin unwissend die wachsenden Pfefferfrüchte, gerät dadurch in Verwirrung und wird schwach. Ebenso erblasst die Hellstirnige, die Puliyur des Herrn gleicht, auf dessen Flechtenkrone der große weiße Mond steht: Ihr ganzer Leib wird blass; sie fällt, erhebt sich, schluchzt und schwindet dahin.

Die Freundin berichtet dem zurückgekehrten Liebenden vom Zustand der Frau. Die Äffin mit den scharfen Früchten liefert einen anschaulichen, historisch überlieferten Naturvergleich.

Kapitel 16 – Gemeinsames Fortgehen

Verse 194–249 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

உடன்போக்(கு) ஐம்பதோ(டு) ஆறு துறையும்

அருள்உயிர்க்(கு) அருமை அறிய உணர்த்தலும்
ஆனந் தத்திடை அழுத்திற் திரோதை

பரைவழி யாக பண்புணர்த் தியது.
uṭaṉpōk(ku) aimpatō(ṭu) āṟu tuṟaiyum

aruḷuyirk(ku) arumai aṟiya uṇarttalum
āṉan tattiṭai aḻuttiṟ tirōtai

paraivaḻi yāka paṇpuṇart tiyatu.

Die sechsundfünfzig Situationen des gemeinsamen Fortgehens bedeuten: Die Gnade lässt die Seele die Kostbarkeit erkennen und senkt sie in Seligkeit ein. Durch den Weg von Tirotai und Parai werden deren Eigenschaften verständlich.

Tirotai bezeichnet hier die verhüllende, Parai die höchste offenbarende Kraft. Die genaue Abfolge ist in der knappen Formulierung unsicher; beide gehören zum shaivaitischen Deutungsrahmen.

Vers 194 – Ihre Angehörigen werden Ansprüche stellen

ஓராகம் இரண்டெழி லாய்ஒளிர் வோன்தில்லை ஒண்ணுதல்அங்

கராகம் பயின்(று) அமிழ் தம்பொதிந்(து) ஈர்ஞ்சுணங்(கு) ஆடகத்தின்
பராகம் சிதர்ந்த பயோதரம் இப்பரி சேபணத்த

இராகங்கண் டால்வள்ள லேஇல்லை யேஎமர் எண்ணுவதே
ōrākam iraṇṭeḻi lāyoḷir vōṉtillai oṇṇutalaṅ

karākam payiṉ(ṟu) amiḻ tampotin(tu) īrñcuṇaṅ(ku) āṭakattiṉ
parākam citarnta payōtaram ippari cēpaṇatta

irākaṅkaṇ ṭālvaḷḷa lēillai yēemar eṇṇuvatē

Die Hellstirnige gleicht Tillai dessen, der in einem einzigen Leib als zweifache Schönheit erstrahlt. Ihre Brust trägt duftende Salbe, birgt Nektar und ist mit zarten Flecken wie verstreutem Goldstaub bedeckt. Wenn schon dies so ist: Freigebiger, gibt es überhaupt eine Grenze dessen, was unsere Leute verlangen werden, sobald sie die Schönheit ihrer schlangenhaubengleichen Hüften sehen?

Die Freundin macht die drohenden Forderungen bei einer Brautwerbung geltend. Die körperlichen Bilder gehören zur historischen Preis- und Schönheitsrhetorik; eine Bewertung des Menschen als käufliches Gut wird damit nicht übernommen.

Vers 195 – Entscheide dich heute

மணிஅக்(கு) அணியும் அரன்நஞ்சம் அஞ்சி மறுகிவிண்ணோர்

பணியக் கருணை தரும்பரன் தில்லையன் னாள்திறத்துத்
துணியக் கருதுவ(து) இன்றே துணிதுறை வாநிறைபொன்

அணியக் கருதுநின் றார்பலர் மேன்மேல் அயலவரே
maṇiak(ku) aṇiyum araṉnañcam añci maṟukiviṇṇōr

paṇiyak karuṇai tarumparaṉ tillaiyaṉ ṉāḷtiṟattut
tuṇiyak karutuva(tu) iṉṟē tuṇituṟai vāniṟaipoṉ

aṇiyak karutuniṉ ṟārpalar mēṉmēl ayalavarē

Küstenherr, entscheide dich noch heute für das, wozu du dich ihr gegenüber entschließen willst! Sie gleicht dem Tillai des Höchsten, der Knochen als kostbaren Schmuck trägt und Erbarmen schenkt, als die Himmlischen vor dem Gift erschraken und sich verneigten. Immer mehr fremde Bewerber stehen bereit, sie mit einer Fülle von Gold zu schmücken.

Die Freundin berichtet von anderen Heiratsbewerbern und drängt zur Entscheidung. Der Situationsvermerk kennzeichnet dies als gestaltete, möglicherweise vorgeschobene Rede der Vermittlerin.

Vers 196 – Schon erklingen Hochzeitstrommeln

பாப்பணி யோன்தில்லைப் பல்பூ மருவுசில் ஓதியைநற்

காப்பணிந் தார்பொன் அணிவார் இனிக்கமழ் பூந்துறைவ
கோப்பணிவான் தோய்கொடி முன்றில் நின்றிவை ஏர்குழுமி

மாப்பணி லங்கள் முழுங்கத் தழங்கும் மணமுரசே
pāppaṇi yōṉtillaip palpū maruvucil ōtiyainaṟ

kāppaṇin tārpoṉ aṇivār iṉikkamaḻ pūntuṟaiva
kōppaṇivāṉ tōykoṭi muṉṟil niṉṟivai ērkuḻumi

māppaṇi laṅkaḷ muḻuṅkat taḻaṅkum maṇamuracē

Du Herr der duftenden, blütenreichen Küste! Die Frau mit dem blumengeschmückten Haar, die Tillai des Schlangengeschmückten gleicht, haben sie bereits mit dem schützenden Band versehen; als Nächstes wollen sie Goldschmuck anlegen. Vor dem festlich geschmückten Hof mit himmelhohen Fahnen sammeln sich die Menschen: Große Muschelhörner und Hochzeitstrommeln ertönen laut.

Die Freundin schildert die unmittelbar bevorstehende Verbindung mit einem anderen. Das Schutzband gehört zur angekündigten Hochzeitsvorbereitung; die Darstellung soll den Geliebten zum Handeln bewegen.

Vers 197 – Kein Preis wäre hoch genug

எலும்பால் அணியிறை அம்பலத் தோன்எல்லை செல்குறுவோர்

நலம்பா வியமுற்றும் நல்கினும் கல்வரை நாடர்அம்ம
சிலம்பா வடிக்கண்ணி சிற்றிடைக் கேவிலை செப்பல்ஒட்டார்

கலம்பா வியமுலை யின்விலை என்நீ கருதுவதே
elumpāl aṇiyiṟai ampalat tōṉellai celkuṟuvōr

nalampā viyamuṟṟum nalkiṉum kalvarai nāṭaramma
cilampā vaṭikkaṇṇi ciṟṟiṭaik kēvilai ceppaloṭṭār

kalampā viyamulai yiṉvilai eṉnī karutuvatē

Herr des Felsengebirges! Selbst wenn man ihnen alles Glück schenkte, das jene erreichen, die bis zum Bereich des knochengeschmückten Hallenherrn gelangen, würden sie nicht erlauben, auch nur für die schmale Mitte der Frau mit den Fußspangen einen Preis zu nennen. Was denkst du dann über den Preis ihrer mit Schmuck bedeckten Brust?

Die Freundin erklärt die Forderungen für unerfüllbar. Der „Preis“ ist die historische Sprache der Brautwerbung und dient hier dazu, die Aussichtslosigkeit des üblichen Verfahrens zu behaupten.

Vers 198 – Mein Herz verlangt den Mond

விசும்புற்ற திங்கட்(கு) அழும்மழப் போன்(று)இனி விம்மிவிம்மி

அசும்புற்ற கண்ணோ(டு) அலறாய் கிடந்(து)அரன் தில்லையன்னாள்
குயம்புற் றர(வு)இடை கூர்எயிற்(று) ஊறல் குழல்மொழியின்

நயம்பற்றி நின்று நடுங்கித் தளர்கின்ற நன்னெஞ்சமே
vicumpuṟṟa tiṅkaṭ(ku) aḻummaḻap pōṉ(ṟu)iṉi vimmivimmi

acumpuṟṟa kaṇṇō(ṭu) alaṟāy kiṭan(tu)araṉ tillaiyaṉṉāḷ
kuyampuṟ ṟara(vu)iṭai kūreyiṟ(ṟu) ūṟal kuḻalmoḻiyiṉ

nayampaṟṟi niṉṟu naṭuṅkit taḷarkiṉṟa naṉṉeñcamē

Gutes Herz, du hältst fest an der Frau, die Haras Tillai gleicht: an ihrer gewölbten Brust, den schlangengleichen Hüften, dem Nektar zwischen den scharfen Zähnen und den flötengleichen Worten. Du zitterst und ermattest. Nun liege da, schluchze immerfort und schreie mit tränenfeuchten Augen wie ein Kind, das den Mond im Himmel verlangt!

Der Liebende verzweifelt an den geschilderten Hindernissen. Die Wiederkehr des Mondvergleichs verbindet diese Stelle mit Vers 147.

Vers 199 – Sie verabschiedet sich bereits

மைதயங் கும்திரை வாரியை நோக்கி மடல்அவிழ்பூங்

கைதை அங் கானலை நோக்கிக்கண் ணீர்கொண்(டு)எங் கண்டர்தில்லைப்
பொய்தயங் கும்நுண் மருங்குல்நல் லாரையெல் லாம்புல்லினாள்

பைதயங் கும்அர வம்புரை யும்அல்குல் பைந்தொடியே
maitayaṅ kumtirai vāriyai nōkki maṭalaviḻpūṅ

kaitai aṅ kāṉalai nōkkikkaṇ ṇīrkoṇ(ṭu)eṅ kaṇṭartillaip
poytayaṅ kumnuṇ maruṅkulnal lāraiyel lāmpulliṉāḷ

paitayaṅ kumara vampurai yumalkul paintoṭiyē

Die Frau mit frischen Armreifen und Hüften wie die ausgebreitete Haube einer Schlange blickte auf das Meer mit den dunkel schimmernden Wellen und auf den schönen Pandanushain mit seinen sich öffnenden Blüten. Mit Tränen in den Augen umarmte sie alle guten Frauen mit den fast unwirklich feinen Mitten im Tillai unseres Herrn mit dem gezeichneten Hals.

Die Freundin beschreibt die Abschiedsgesten der Geliebten. Nach dem Situationsvermerk soll der Mann daraus erkennen, dass ein gemeinsames Fortgehen möglich ist.

Vers 200 – Ihre Gaben verraten den Abschied

மாவைவந் தாண்டமென் னோக்கிதன் பங்கர்வண் தில்லைமல்லற்

கோவைவந் தாண்டசெவ் வாய்க்கருங் கண்ணி குறிப்பறி யேன்
பூவைதந் தாள்பொன்னம் பந்துதந் தாள்என்னைப் புல்லிக்கொண்டு

பாவைதந் தாள்பைங் கிளியளித் தாள்இன்றென் பைந்தொடியே
māvaivan tāṇṭameṉ ṉōkkitaṉ paṅkarvaṇ tillaimallaṟ

kōvaivan tāṇṭacev vāykkaruṅ kaṇṇi kuṟippaṟi yēṉ
pūvaitan tāḷpoṉṉam pantutan tāḷeṉṉaip pullikkoṇṭu

pāvaitan tāḷpaiṅ kiḷiyaḷit tāḷiṉṟeṉ paintoṭiyē

Ich weiß nicht, was die dunkeläugige Frau mit dem roten Kovai-Fruchtmund, die dem reichen Tillai gleicht, beabsichtigt. Dort wohnt der Herr, dessen Hälfte mit ihrem sanften Blick selbst das Reh übertrifft. Heute gab mir meine Freundin mit den grünen Armreifen Blumen und ihren goldenen Ball. Sie umarmte mich, schenkte mir ihre Puppe und überließ mir ihren grünen Papagei.

Die Freundin berichtet die Zeichen des Abschieds und stellt sich dabei unwissend. Das Verschenken der vertrauten Spiel- und Lebensbegleiter macht die Bereitschaft zum gemeinsamen Fortgehen sichtbar.

Vers 201 – Der Weg ist weit und heiß

மெல்லியல் கொங்கை பெரியமின் நேரிடை மெல்லடிபூக்

கல்லியல் வெம்மைக் கடங்கடும் தீக்கற்று வானம்எல்லாம்
சொல்லிய சீர்ச்சுடர் திங்கள் அங் கண்ணித்தொல் லோன்புலியூர்

அல்லியங் கோதைநல் லாய்எல்லை சேய்த்துஎம் அகல்நகரே
melliyal koṅkai periyamiṉ nēriṭai mellaṭipūk

kalliyal vemmaik kaṭaṅkaṭum tīkkaṟṟu vāṉamellām
colliya cīrccuṭar tiṅkaḷ aṅ kaṇṇittol lōṉpuliyūr

alliyaṅ kōtainal lāyellai cēyttuem akalnakarē

Du Gute mit der Blütengirlande von Puliyur des Uralten, der den überall im Himmel gepriesenen, strahlenden Mond trägt! Sie ist zart, ihre Brust voll, ihre Mitte einem Blitz gleich und ihre weichen Füße Blumen. Der Steinweg durch die Wildnis hat die sengende Hitze eines grausamen Feuers gelernt. Unsere weite Stadt aber liegt sehr fern.

Der Liebende bedenkt die Beschwerlichkeit des gemeinsamen Fortgehens. Er stellt die Zartheit der Frau und die Härte des Weges nebeneinander.

Vers 202 – Mit dir wird die Wildnis zum Garten

பிணையும் கலையும்வன் பேய்த்தே ரினைப்பெரு நீர்நசையால்

அணையும் முரம்பு நிரம்பிய அத்தமும் ஐயமெய்யே
இணையும் அளவும் இல் லாஇறை யோன்உறை தில்லைத்தண்பூம்

பணையும் தடமும்அன் றேநின்னோ(டு) ஏகின்எம் பைந்தொடிக்கே
piṇaiyum kalaiyumvaṉ pēyttē riṉaipperu nīrnacaiyāl

aṇaiyum murampu nirampiya attamum aiyameyyē
iṇaiyum aḷavum il lāiṟai yōṉuṟai tillaittaṇpūm

paṇaiyum taṭamumaṉ ṟēniṉṉō(ṭu) ēkiṉem paintoṭikkē

Herr, wahrhaftig: Selbst die mit rauen Steinen erfüllte Wildnis, in der Hirsch und Hirschkuh einer trügerischen Luftspiegelung nachgehen, weil sie reiches Wasser begehren, wird unserer Armreifenträgerin zu den kühlen Blumenfeldern und Teichen Tillais des unvergleichlichen, unermesslichen Herrn – wenn sie mit dir geht.

Die Freundin antwortet, dass die Gegenwart des Geliebten die Erfahrung des Weges verändert. Die Luftspiegelung bleibt ein konkretes Bild für die Trockenheit der Landschaft.

Vers 203 – Ihr seid Teich und Fisch

இங்(கு)அயல் என்நீ பணிக்கின்ற(து) ஏந்தல் இணைப்பதில்லாக்

கங்கைஅம் செஞ்சடைக் கண்ணுதல் அண்ணல் கடிகொள்தில்லைப்
பங்கயப் பாசடைப் பாய்தடம் நீஅப் படர்தடத்துச்

செங்கயல் அன்றே கருங்கயல் கண்ணித் திருநுதலே
iṅ(ku)ayal eṉnī paṇikkiṉṟa(tu) ēntal iṇaippatillāk

kaṅkaiam ceñcaṭaik kaṇṇutal aṇṇal kaṭikoḷtillaip
paṅkayap pācaṭaip pāytaṭam nīap paṭartaṭattuc

ceṅkayal aṉṟē karuṅkayal kaṇṇit tirunutalē

Edler, warum sprichst du hier von Trennung? Im duftenden Tillai des Herrn mit dem Stirnauge, dessen rote Flechten die unvergleichliche Ganga tragen, bist du der weite Teich, den grüne Lotusblätter bedecken. Ist die Hellstirnige mit den dunklen Fischaugen nicht der rote Fisch, der in diesem ausgedehnten Teich lebt?

Die Freundin erklärt die Zusammengehörigkeit durch ein Lebensbild: Der Fisch braucht sein Wasser. Es handelt sich um die Rede einer beteiligten Figur, nicht um die Behauptung, Menschen könnten grundsätzlich nicht selbstständig leben.

Vers 204 – Treue wiegt schwerer als Scheu

தாயிற் சிறந்தன்று நாண்தைய லாருக்(கு)அந் நாண்தகைசால்

வேயிற் சிறந்தமென் தோளி திண் கற்பின் விழுமிதன்(று)ஈங்
கோயில் சிறந்துசிற் றம்பலத்(து) ஆடும்எம் கூத்தப்பிரான்

வாயில் சிறந்த மதியில் சிறந்த மதிநுதலே
tāyiṟ ciṟantaṉṟu nāṇtaiya lāruk(ku)an nāṇtakaicāl

vēyiṟ ciṟantameṉ tōḷi tiṇ kaṟpiṉ viḻumitaṉ(ṟu)īṅ
kōyil ciṟantuciṟ ṟampalat(tu) āṭumem kūttappirāṉ

vāyil ciṟanta matiyil ciṟanta matinutalē

Für Frauen ist Schamgefühl kostbarer als selbst die Mutter; doch dieses Schamgefühl ist nicht kostbarer als die feste Treue der Frau mit den sanften, den Bambus übertreffenden Armen. Mondstirnige, deren Einsicht an Einsicht hervorragt! Am Tor unseres Tänzerherrn, der in der kleinen Halle tanzt und die heilige Stätte auszeichnet, gilt diese Rangordnung.

Die Freundin begründet das Fortgehen trotz gesellschaftlicher Scheu. kaṟpu bezeichnet hier die standhafte Bindung an den gewählten Geliebten; die historische Tugendordnung wird als solche wiedergegeben.

Vers 205 – Auch durch weitere Geburten hindurch

குறப்பாவை நின்குழல் வேங்கையம் போதொடு கோங்கம்விராய்

நறப்பா டலம்புனை வார்நினை வார்தம் பிரான்புலியூர்
மறப்பான் அடுப்பதோர் தீவினை வந்திடின் சென்றுசென்று

பிறப்பான் அடுப்பினும் பின்னும்துன் னத்தகும் பெற்றியரே
kuṟappāvai niṉkuḻal vēṅkaiyam pōtoṭu kōṅkamvirāy

naṟappā ṭalampuṉai vārniṉai vārtam pirāṉpuliyūr
maṟappāṉ aṭuppatōr tīviṉai vantiṭiṉ ceṉṟuceṉṟu

piṟappāṉ aṭuppiṉum piṉṉumtuṉ ṉattakum peṟṟiyarē

Tochter der Berge! Er wird dein Haar mit Vengai- und Kongam-Blüten schmücken, mit duftenden Blütenketten vermischt. So ist seine Gesinnung: Selbst wenn eine schlimme Tat ihn dazu brächte, Puliyur unseres Herrn zu vergessen, und er immer wieder geboren werden müsste, wäre er auch dann noch einer, der sich erneut mit dir verbinden würde.

Die Freundin teilt der Geliebten mit, dass der Mann zum gemeinsamen Weg entschlossen ist. Die Treue über weitere Geburten hinweg bildet die stärkste Zusicherung ihrer Rede.

Vers 206 – Will er wirklich dorthin gehen?

நிழல்தலை தீநெறி நீரில்லை கானகம் ஓரிகத்தும்

அழல்தலை வெம்பரற் றென்பர்என் னோதில்லை அம்பலத்தான்
கழல்தலை வைத்துக்கைப் போதுகள் கூப்பக்கல் லாதவர்போல்

குழல்தலைச் சொல்லிசெல் லக்குறிப் பாகும் நம்கொற்றவர்க்கே
niḻaltalai tīneṟi nīrillai kāṉakam ōrikattum

aḻaltalai vemparaṟ ṟeṉpareṉ ṉōtillai ampalattāṉ
kaḻaltalai vaittukkaip pōtukaḷ kūppakkal lātavarpōl

kuḻaltalaic collicel lakkuṟip pākum namkoṟṟavarkkē

Man sagt, dort gebe es keinen Schatten, der Weg sei Feuer, Wasser fehle, Schakale schrien und die Steine glühten wie Flammen. Was bedeutet das? Hat unser Siegreicher wirklich vor, mich mit meiner flötengleichen Stimme auf diesen Weg zu führen – wie jene, die nicht gelernt haben, die Füße des Hallenherrn von Tillai auf ihr Haupt zu setzen und ihre Blumenhände zu falten?

Die Geliebte fürchtet den bevorstehenden Weg. Der Vergleich mit Gottferne drückt die Größe ihres Schreckens aus.

Vers 207 – Ihr seid Leib und Leben

காயமும் ஆவியும் நீங்கள் சிற்றம்பல வன்கயிலைச்

சீயமும் மாவும் வெரீஇவரல் என்பல் செறிதிரைநீர்த்
தேயமும் யாவும் பெறினும் கொடார்நமர் இன்னசெப்பில்

தோயமும் நாடும்இல் லாச்சுரம் போக்குத் துணிவித்தவே
kāyamum āviyum nīṅkaḷ ciṟṟampala vaṉkayilaic

cīyamum māvum verīivaral eṉpal ceṟitirainīrt
tēyamum yāvum peṟiṉum koṭārnamar iṉṉaceppil

tōyamum nāṭumil lāccuram pōkkut tuṇivittavē

Ihr beide seid Leib und Leben. Ich würde sagen: „Komme nicht, denn Löwen und große Tiere am Kailasa des Herrn der kleinen Halle könnten dich erschrecken.“ Aber unsere Leute würden dich nicht hergeben, selbst wenn sie alle Länder der dicht wogenden Erde bekämen. Eben diese Lage hat euch zu einem Weg durch die wasserlose, unbewohnte Wildnis entschließen lassen.

Die Freundin erklärt, weshalb das Paar trotz der Gefahren fortgehen will. Die Entscheidung erscheint als Antwort auf familiäre Hindernisse und bleibt mit Sorge verbunden.

Vers 208 – Leb wohl, meine alte Scheu

மற்பாய் விடையோன் மகிழ்புலி யூர்என் னொடும்வளர்ந்த

பொற்பார் திருநாண் பொருப்பர் விருப்புப் புகுந்துநுந்தக்
கற்பார் கடுங்கால் கலக்கிப் பறித்தெறி யக்கழிக

இற்பாற் பிறவற்க ஏழையர் வாழி எழுமையுமே
maṟpāy viṭaiyōṉ makiḻpuli yūreṉ ṉoṭumvaḷarnta

poṟpār tirunāṇ poruppar viruppup pukuntununtak
kaṟpār kaṭuṅkāl kalakkip paṟitteṟi yakkaḻika

iṟpāṟ piṟavaṟka ēḻaiyar vāḻi eḻumaiyumē

Du goldglänzende, ehrwürdige Scheu, die du mit mir aufgewachsen bist wie Puliyur, an dem der Herr des kämpfenden Stiers Freude hat! Das Verlangen nach dem Bergmann drang ein und drängte dich fort. Ein grausamer Sturm der festen Treue riss dich heraus und warf dich weg. Leb wohl! Mögen zarte Frauen in sieben Geburten nicht mehr in deiner Gewalt geboren werden.

Die Frau verabschiedet sich personifizierend von ihrer bisherigen Zurückhaltung. Das Gedicht beschreibt einen inneren Konflikt zwischen anerzogener Scheu und gewählter Bindung.

Vers 209 – Für sie wird der Felsweg weich

கம்பம் சிவந்த சலந்தரன் ஆகம் கறுத்ததில்லை

நம்பன் சிவநகர் நற்றளிர் கற்சுரம் ஆகும்நம்பா
அம்பஞ்சி ஆவம் புகமிக நீண்(டு)அரி சிந்துகண்ணாள்

செம்பஞ்சி யின்மிதிக் கிற்பதைக் கும்மலர்ச் சீறடிக்கே
kampam civanta calantaraṉ ākam kaṟuttatillai

nampaṉ civanakar naṟṟaḷir kaṟcuram ākumnampā
ampañci āvam pukamika nīṇ(ṭu)ari cintukaṇṇāḷ

cempañci yiṉmitik kiṟpataik kummalarc cīṟaṭikkē

Vertrauter! Der Herr von Tillai zürnte dem stolzen Jalandhara und vernichtete dessen Leib. Wie die guten jungen Triebe seiner Shiva-Stadt wird die steinige Wildnis für die Blumenfüße dieser Frau sein, deren lange, rot gezeichnete Augen Pfeile beschämt in den Köcher zurücktreiben. So zart sind ihre kleinen Füße, dass selbst rote Baumwolle sie beim Auftreten schmerzen ließe.

Die Freundin versichert dem Mann die Entschlossenheit der Geliebten. Die Übertreibung vom weichen Weg bringt Vertrauen zum Ausdruck, beseitigt aber nicht die zuvor benannten tatsächlichen Schwierigkeiten.

Vers 210 – Unser Zeichen in der Dunkelheit

முன்னோன் மணிகண்டம் ஒத்தவன் அம்பலம் தம்முடிதாழ்த்(து)

உன்னா தவர்வினை போல்பரந்(து) ஓங்கும் எனதுயிரே
அன்னாள் அரும்பெறல் ஆவியன் னாய்அருள் ஆசையினால்

பொன்னார் மணிமகிழ்ப் பூவிழ யாம்விழை பொங்கிருளே
muṉṉōṉ maṇikaṇṭam ottavaṉ ampalam tammuṭitāḻt(tu)

uṉṉā tavarviṉai pōlparan(tu) ōṅkum eṉatuyirē
aṉṉāḷ arumpeṟal āviyaṉ ṉāyaruḷ ācaiyiṉāl

poṉṉār maṇimakiḻp pūviḻa yāmviḻai poṅkiruḷē

Die Dunkelheit gleicht dem edelsteinfarbenen Hals des Uralten; sie wächst und breitet sich aus wie die Tatenfolgen jener, die ihre Häupter nicht vor seiner Halle neigen und nicht an ihn denken. Mein Leben, du bist dieser Frau so kostbar wie ihr eigener Atem. Aus Verlangen nach deiner Zuwendung werden wir in jener tiefen Nacht das Fallen der goldenen, kostbaren Magizh-Blüten als Zeichen erwarten.

Die Freundin verabredet Ort und Zeichen des gemeinsamen Aufbruchs. Die knappe Formulierung über die fallenden Blüten lässt die genaue Ausführung des Signals offen.

Vers 211 – Wie werden ihre Füße das ertragen?

பனிச்சந் திரனொடு பாய்புனல் சூடும் பரன்புலியூர்

அனிச்சம் திகழும் அம் சீறடி ஆவ அழல்பழுத்த
கனிச்செந் திரளன்ன கற்கடம் போந்து கடக்குமென்றால்

இனிச் சந்த மேகலை யாட்(கு)என்கொ லாம்புகுந்(து) எய்துவதே
paṉiccan tiraṉoṭu pāypuṉal cūṭum paraṉpuliyūr

aṉiccam tikaḻum am cīṟaṭi āva aḻalpaḻutta
kaṉiccen tiraḷaṉṉa kaṟkaṭam pōntu kaṭakkumeṉṟāl

iṉic canta mēkalai yāṭ(ku)eṉko lāmpukun(tu) eytuvatē

In Puliyur des Höchsten, der den kühlen Mond und das strömende Wasser trägt, gleichen ihre schönen kleinen Füße der zarten Anicham-Blüte. Ach, wenn sie die steinige Wildnis durchschreiten sollen, deren Felsen wie im Feuer gereifte rote Fruchtmassen sind: Was wird dann der Frau mit dem fein klingenden Gürtel widerfahren?

Der Liebende sorgt sich um die körperliche Belastung seiner Gefährtin. Das glühende Fruchtbild macht die Hitze der Steine beinahe fühlbar.

Vers 212 – Die alte Stadt schläft

வைவந்த வேலவர் சூழ்வரத் தேர்வரும் வள்ளல்உள்ளம்

தெய்வம் தரும்இருள் தூங்கும் முழுதும் செழுமிடற்றின்
மைவந்த கோன்தில்லை வாழ்த்தார் மனத்தின் வழுத்துநர் போல்

மொய்வந்த வாவி தெளியும் துயிலும்இம் முதெயிலே
vaivanta vēlavar cūḻvarat tērvarum vaḷḷaluḷḷam

teyvam tarumiruḷ tūṅkum muḻutum ceḻumiṭaṟṟiṉ
maivanta kōṉtillai vāḻttār maṉattiṉ vaḻuttunar pōl

moyvanta vāvi teḷiyum tuyilumim muteyilē

Der Freigebige kommt im Wagen, umgeben von Kriegern mit scharfen Speeren. Sein Herz schenkt Mut; göttliche Fügung gibt uns die ganz schlafende Dunkelheit. Diese alte befestigte Stadt liegt still wie der Sinn jener, die Tillai des schwarzgezeichneten Königs nicht preisen. Das bedrängte Leben aber wird klar wie bei seinen Verehrenden.

Die Freundin führt die Geliebte zum wartenden Mann. Die genaue Zuordnung von „Herz“, „göttlicher Fügung“ und „Dunkelheit“ ist im ersten Verspaar unsicher; das schützende Schweigen der Stadt ermöglicht den Aufbruch.

Vers 213 – Ich vertraue sie deiner Fürsorge an

பறந்திருந்(து) உம்பர் பதைப்பப் படரும் புரங்கரப்பச்

சிறந்(து)எரி யாடிதென் தில்லையன் னாள்திறத் துச்சிலம்பா
அறம்திருந்(து) உன்னரு ளும்பிறி தாயின் அருமறையின்

திறம்திரிந் தார்கலி யும்முற்றும் வற்றும்இச் சேணிலத்தே
paṟantirun(tu) umpar pataippap paṭarum puraṅkarappac

ciṟan(tu)eri yāṭiteṉ tillaiyaṉ ṉāḷtiṟat tuccilampā
aṟamtirun(tu) uṉṉaru ḷumpiṟi tāyiṉ arumaṟaiyiṉ

tiṟamtirin tārkali yummuṟṟum vaṟṟumic cēṇilattē

Herr der Berge! Er tanzte im herrlichen Feuer, sodass die weithin ausgebreiteten Festungen verschwanden und die Himmlischen erbebten. Sie gleicht seinem südlichen Tillai. Wenn selbst deine Gnade, die fest in der rechten Ordnung stehen sollte, sich ihr gegenüber wandelt, würden auf dieser weiten Erde noch die Leiden jener versiegen, die den Weg der kostbaren Veden verlassen haben.

Die Freundin übergibt die Geliebte dem Schutz des Mannes und mahnt eindringlich zur Treue. Die Schlusssteigerung ist dunkel; sie scheint einen Bruch seines Versprechens als besonders schweres Unrecht zu kennzeichnen.

Vers 214 – Geht in Würde zusammen

ஈண்டொல்லை ஆயமும் ஒளவையும் நீங்கஇவ் ஒர்கவ்வைதீர்த்(து)

ஆண்டொல்லை கண்டிடக் கூடுக நும்மைஎம் மைப்பிடித்தின்(று)
ஆண்டெல்லை தீர்இன்பம் தந்தவன் சிற்றம் பலம்நிலவு

சேண்தில்லை மாநகர் வாய்ச்சென்று சேர்க திருத்தகவே
īṇṭollai āyamum oḷavaiyum nīṅkaiv orkavvaitīrt(tu)

āṇṭollai kaṇṭiṭak kūṭuka nummaiem maippiṭittiṉ(ṟu)
āṇṭellai tīriṉpam tantavaṉ ciṟṟam palamnilavu

cēṇtillai mānakar vāycceṉṟu cērka tiruttakavē

Lasst hier eure vertraute Schar und die Mutter zurück und macht diesem Gerede ein Ende. Mögen wir euch dort bald wiedersehen! Geht und gelangt in rechter Würde zur großen Stadt Tillai, wo die kleine Halle erstrahlt, zu dem, der uns ergriff, heute in seinen Dienst nahm und grenzenlose Freude schenkte.

Die Freundin entlässt das Paar mit einem Segenswunsch und kehrt selbst zurück. Der Abschied verbindet die menschliche Reise mit der Hoffnung auf Shivas Zuflucht.

Vers 215 – Gehe langsam

பேணத் திருத்திய சீறடி மெல்லச்செல் பேரரவம்

பூணத் திருத்திய பொங்கொளி யோன்புலி யூர்புரையும்
மாணத் திருத்திய வான்பதி சேரும் இருமருங்கும்

காணத் திருத்திய போலும் முன் னாமன்னு கானங்களே
pēṇat tiruttiya cīṟaṭi mellaccel pēraravam

pūṇat tiruttiya poṅkoḷi yōṉpuli yūrpuraiyum
māṇat tiruttiya vāṉpati cērum irumaruṅkum

kāṇat tiruttiya pōlum muṉ ṉāmaṉṉu kāṉaṅkaḷē

Setze die sorgfältig gepflegten kleinen Füße langsam auf! Wir werden die erhabene, wohlgeordnete Stadt erreichen, die Puliyur des überströmend Leuchtenden gleicht, der die große Schlange zu seinem Schmuck machte. Die bleibenden Wälder zu beiden Seiten sehen aus, als wären sie schon zuvor eigens angelegt worden, damit wir sie betrachten können.

Der Mann hilft der Frau, die Wildnis als begehbaren und sogar schönen Raum zu erfahren. Seine Aufmerksamkeit gilt ihrem Tempo.

Vers 216 – Ich fürchte nur deine Angehörigen

கொடித்தேர் மறவர் சூழாம்வெங் கரிநிரை கூடின்என்கை

வடித்தேர் இலங்கெஃகின் வாய்க்குத வாமன்னும் அம்பலத்தோன்
அடித்தேர் அலரென்ன அஞ்சுவன் நின்ஐயர் என்னின்மன்னும்

கடித்தேர் குழன்மங்கை கண்டி(டு)இவ் விண்தோய் கனவரையே
koṭittēr maṟavar cūḻāmveṅ karinirai kūṭiṉeṉkai

vaṭittēr ilaṅkeḵkiṉ vāykkuta vāmaṉṉum ampalattōṉ
aṭittēr alareṉṉa añcuvaṉ niṉaiyar eṉṉiṉmaṉṉum

kaṭittēr kuḻaṉmaṅkai kaṇṭi(ṭu)iv viṇtōy kaṉavaraiyē

Wenn Krieger mit Bannerwagen uns umringen oder zornige Elefantenherden zusammentreffen, werden sie meinem geschärften, glänzenden Eisen zur Beute. Doch wenn ich denke, es könnten deine Brüder sein, fürchte ich mich wie jene, die die Füße des bleibenden Hallenherrn nicht suchen. Du mit dichtem, duftendem Haar, sieh diesen mächtigen Berg, der den Himmel berührt!

Der Liebende versichert seinen Schutz, möchte aber keinen Kampf gegen ihre Familie. Die Zeichenstörung der Grundvorlage wurde anhand der Vergleichsfassung zu ilaṅkeḵkiṉ berichtigt: gemeint ist die glänzende Eisenwaffe.

Vers 217 – Heute noch sehen wir die Tanzhalle

முன்னோன் அருள்முன்னும் உன்னா வினையின் முகர்துன்னும்

இன்னாக் கடறி(து)இப் போழ்தே கடந்தின்று காண்டும்சென்று
பொன்னார் அணிமணி மாளிகைத் தென்புலி யூர்ப்புகழ்வார்

தென்னா எனஉடை யான்நட மாடுசிற் றம்பலமே
muṉṉōṉ aruḷmuṉṉum uṉṉā viṉaiyiṉ mukartuṉṉum

iṉṉāk kaṭaṟi(tu)ip pōḻtē kaṭantiṉṟu kāṇṭumceṉṟu
poṉṉār aṇimaṇi māḷikait teṉpuli yūrppukaḻvār

teṉṉā eṉauṭai yāṉnaṭa māṭuciṟ ṟampalamē

Dieser böse Steinweg ist überhäuft mit schroffen Felsen, wie die Tatenfolgen jener, die sich nicht zuerst die Gnade des Uralten vergegenwärtigen. Doch gerade jetzt werden wir ihn überschreiten. Heute noch sehen wir die kleine Halle, in der unser Herr tanzt, im südlichen Puliyur mit goldenen, edelsteingeschmückten Palästen – unser König für jene, die ihn preisen.

Der Mann richtet die erschöpfte Gefährtin auf das nahe Ziel aus. Die Stadt und die Tanzhalle geben der Reise eine konkrete Hoffnung.

Vers 218 – Bleibt heute hier

விடலைஉற் றாரில்லை வெம்முனை வேடர் தமியைமென்பூ

மடலையுற் றார்குழல் வாடினள் மன்றுசிற் றம்பலவர்க்கு
அடலையுற் றாரின் எறிப்(பு)ஒழிந் தாங்(கு)அருக் கன்கருக்கிக்

கடலையுற் றான்கடப் பாரில்லை இன்றிக் கடுஞ்சுரமே
viṭalaiuṟ ṟārillai vemmuṉai vēṭar tamiyaimeṉpū

maṭalaiyuṟ ṟārkuḻal vāṭiṉaḷ maṉṟuciṟ ṟampalavarkku
aṭalaiyuṟ ṟāriṉ eṟip(pu)oḻin tāṅ(ku)aruk kaṉkarukkik

kaṭalaiyuṟ ṟāṉkaṭap pārillai iṉṟik kaṭuñcuramē

Junger Held, ihr habt keine Begleiter; hier sind Jäger an gefährlichen Kampfplätzen, und du bist allein. Die Frau mit blütenweichen, gelösten Locken ist ermattet. Die Sonne hat ihren Glanz verloren wie jene, die sich gegen den Herrn der kleinen Halle erhoben, ist dunkel geworden und ins Meer eingegangen. Heute durchquert niemand mehr diese grausame Wildnis.

Begegnende Menschen raten dem Paar, mit der Frau für die Nacht zu bleiben. Ihre Sorge unterbricht den beschwerlichen Weg durch ein Angebot menschlichen Schutzes.

Vers 219 – Ein Schauspiel gegenseitiger Fürsorge

அன்பணைத்(து) அம்சொல்லி பின்செல்லும் ஆடவன் நீடவன்தன்

பின்பணைத் தோளி வரும்இப் பெருஞ்சுரம் செல்வதன்று
பொன்பணைத் தன்ன இறையுறை தில்லைப் பொலிமலர்மேல்

நன்பணைத் தண்ணற(வு) உண்அளி போன்றொளிர் நாடகமே
aṉpaṇait(tu) amcolli piṉcellum āṭavaṉ nīṭavaṉtaṉ

piṉpaṇait tōḷi varumip peruñcuram celvataṉṟu
poṉpaṇait taṉṉa iṟaiyuṟai tillaip polimalarmēl

naṉpaṇait taṇṇaṟa(vu) uṇaḷi pōṉṟoḷir nāṭakamē

Der Mann geht hinter ihr und spricht liebevolle, schöne Worte; wenn er vorausgeht, folgt ihm die Frau mit den bambusgleichen Armen. Dies ist kein bloßes Durchqueren der großen Wildnis! Es ist ein leuchtendes Schauspiel, wie eine Biene, die kühlen, guten Honig auf einer schönen Blüte in Tillai trinkt, wo der goldgleich gewachsene Herr wohnt.

Die Begegnenden freuen sich über die Zuwendung des Paares. Der Wechsel der Gehpositionen zeigt Aufmerksamkeit füreinander.

Vers 220 – Nun möchte ich deine Stimme hören

கண்கள்தம் மாற்பயன் கொண்டனம் கண்டினிக் காரிகைநின்

பண்கட மென்மொழி ஆரப் பருக வருகஇன்னே
விண்கள்தம் நாயகன் தில்லையின் மெல்லியல் பங்கன்எங்கோன்

தண்கடம் பைத்தடம் போற்கடுங் கானகம் தண்ணெனவே
kaṇkaḷtam māṟpayaṉ koṇṭaṉam kaṇṭiṉik kārikainiṉ

paṇkaṭa meṉmoḻi ārap paruka varukaiṉṉē
viṇkaḷtam nāyakaṉ tillaiyiṉ melliyal paṅkaṉeṅkōṉ

taṇkaṭam paittaṭam pōṟkaṭuṅ kāṉakam taṇṇeṉavē

Schöne, durch das Sehen haben unsere Augen ihren Ertrag schon gewonnen. Komm jetzt, damit ich deine sanften Worte, süßer als Musik, ganz in mich aufnehmen kann! Wie der kühle Kadamba-Teich unseres Königs von Tillai, des Herrn der Himmlischen, dessen Hälfte die Sanfte ist, soll auch diese grausame Wildnis kühl und angenehm werden.

Der Liebende lädt zu einem erleichternden Gespräch ein. Das gemeinsame Spiel mit Worten verwandelt die Erfahrung des schweren Weges.

Vers 221 – Die Stadt ist nicht mehr fern

மின்தங்(கு) இடையடு நீவியன் தில்லைச்சிற் றம்பலவர்

குன்றம் கடந்துசென் றால்நின்று தோன்றும் குரூஉக்கமலம்
துன்(று)அம் கிடங்கும் துறைதுறை வள்ளைவெள் ளைநகையார்

சென்(று)அங்(கு) அடைதட மும்புடை சூழ்தரு சேண்நகரே
miṉtaṅ(ku) iṭaiyaṭu nīviyaṉ tillaicciṟ ṟampalavar

kuṉṟam kaṭantuceṉ ṟālniṉṟu tōṉṟum kurūukkamalam
tuṉ(ṟu)am kiṭaṅkum tuṟaituṟai vaḷḷaiveḷ ḷainakaiyār

ceṉ(ṟu)aṅ(ku) aṭaitaṭa mumpuṭai cūḻtaru cēṇnakarē

Wenn du mit der Frau von blitzschmaler Mitte den Berg des Herrn der kleinen Halle im weiten Tillai überschreitest, wird die hohe Stadt vor euch sichtbar. Ringsum liegen schöne Gräben voller leuchtender Lotusblüten und breite Teiche; an ihren Zugängen gehen die Frauen mit weißem Lächeln ein und aus und singen ihre Vallai-Lieder.

Menschen am Weg beschreiben dem Paar das nahe Ziel. Die Stadt erscheint als bewohnter, wasserreicher Gegenraum zur trockenen Wildnis.

Vers 222 – Dort liegt unsere Stadt

மின்போல் கொடிநெடு வானக் கடலுள் திரைவிரிப்பப்

பொன்போல் புரிசை வடவரை காட்டப் பொலிபுலியூர்
மன்போற் பிறையணி மாளிகை சூலத்த வாய்மடவாய்

நின்போல் நடைஅன்னம் துன்னிமுன் தோன்றும்நல் நீள்நகரே
miṉpōl koṭineṭu vāṉak kaṭaluḷ tiraivirippap

poṉpōl puricai vaṭavarai kāṭṭap polipuliyūr
maṉpōṟ piṟaiyaṇi māḷikai cūlatta vāymaṭavāy

niṉpōl naṭaiaṉṉam tuṉṉimuṉ tōṉṟumnal nīḷnakarē

Sanfte, dort erscheint vor uns die gute, weit ausgedehnte Stadt! Ihre blitzgleichen Fahnen breiten sich wie Wellen im hohen Himmelsmeer aus; ihre goldenen Mauern gleichen dem nördlichen Weltberg. Die Paläste tragen Mondsichel und Dreizack wie der König des glänzenden Puliyur, und Schwäne, deren Gang dem deinen gleicht, sammeln sich dort.

Der Liebende zeigt der Frau seine Stadt. Die Architektur wird durch Meer, Weltberg und Shiva-Schmuck zu einer festlichen Willkommenslandschaft.

Vers 223 – Gärten, Teiche und heilige Rezitation

செய்குன்(று) உவைஇவை சீர்மலர் வாவி விசும்பியங்கி

நைகின்ற திங்கள்எய்ப்(பு) ஆறும் பொழில்அவை ஞாங்கர்எங்கும்
பொய்குன்ற வேதியர் ஓதிடம் உந்திடம் இந்திடமும்

எய்குன்ற வார்சிலை அம்பல வற்(கு)இடம் ஏந்திழையே
ceykuṉ(ṟu) uvaiivai cīrmalar vāvi vicumpiyaṅki

naikiṉṟa tiṅkaḷeyp(pu) āṟum poḻilavai ñāṅkareṅkum
poykuṉṟa vētiyar ōtiṭam untiṭam intiṭamum

eykuṉṟa vārcilai ampala vaṟ(ku)iṭam ēntiḻaiyē

Geschmückte, dort sind künstlich angelegte Hügel, hier die schönen Blumenteiche. Jene Haine bieten dem Mond, der auf seiner Bahn am Himmel ermüdet, Erholung. Ringsum sind Orte, an denen die von Unwahrheit freien Vedenkenner rezitieren, speisen und geben. Dies ist die Stätte des Hallenherrn, der den langen, glänzenden Bergbogen spannte und den Pfeil sandte.

Der Mann erläutert die Einrichtungen seiner Stadt. Die letzte Verbindung mit ney ist mehrdeutig; sicher sind der Bogen, der Berg und Shivas Wohnort.

Vers 224 – Wo ist unser kleines Mädchen?

மயிலெனப் பேர்ந்(து)இள வல்லியின் ஒல்கிமென் மான்விழித்துக்

குயிலெனப் பேசும்எங் குட்டன்எங் குற்றதென் னெஞ்சகத்தே
பயிலெனப் பேர்ந்தறி யாதவன் தில்லைப்பல் பூங்குழலாய்

அயிலெனப் பேருங்கண் ணாய்என் கொலாம்இன்(று) அயர்கின்றதே
mayileṉap pērn(tu)iḷa valliyiṉ olkimeṉ māṉviḻittuk

kuyileṉap pēcumeṅ kuṭṭaṉeṅ kuṟṟateṉ ṉeñcakattē
payileṉap pērntaṟi yātavaṉ tillaippal pūṅkuḻalāy

ayileṉap pēruṅkaṇ ṇāyeṉ kolāmiṉ(ṟu) ayarkiṉṟatē

Du mit blumenreichem Haar, du mit großen, speergleichen Augen aus Tillai dessen, der mein Herz bewohnt und es nie verlässt! Wo ist unser Kleines, das wie ein Pfau geht, sich wie eine junge Ranke wiegt, wie ein sanftes Reh blickt und wie ein Kuckuck spricht? Was ist es, das dich heute so ermattet sein lässt?

Die Amme sucht die Tochter und befragt deren Freundin. Mit dieser Szene wechselt die Perspektive vom reisenden Paar zu den Zurückgebliebenen.

Vers 225 – Sie hat seinen Blumenkranz angenommen

ஆளரிக் கும்அரி தாய்த்தில்லை யாவருக் கும்எளிதாம்

தாளர்இக் குன்றில்தன் பாவைக்கு மேவித் தழல்திகழ்வேல்
கோளரிக் கும்நிகர் அன்னார் ஒருவர் குரூஉமலர்த்தார்

வாளரிக் கண்ணிகொண் டாள்வண்டல் ஆயத்(து)எம் வாணுதலே
āḷarik kumari tāyttillai yāvaruk kumeḷitām

tāḷarik kuṉṟiltaṉ pāvaikku mēvit taḻaltikaḻvēl
kōḷarik kumnikar aṉṉār oruvar kurūumalarttār

vāḷarik kaṇṇikoṇ ṭāḷvaṇṭal āyat(tu)em vāṇutalē

Die Füße dessen, der selbst dem Menschenlöwen schwer erreichbar ist, sind in Tillai für alle leicht zugänglich. Auf seinem Berg kam einer, einem löwengleichen Helden mit flammendem Speer gleich, und wandte sich der Puppe unserer hellstirnigen Freundin zu. In der Schar beim Sandspiel nahm sie seinen Kranz aus leuchtenden Blumen an.

Die Freundin offenbart der Amme die bestehende Bindung und verteidigt deren Rechtmäßigkeit. Die Rolle der Puppe im ersten Teil ist nicht ganz eindeutig; die Annahme des Kranzes bezeichnet jedenfalls die persönliche Wahl.

Vers 226 – Sie hat ihre Wahl schon getroffen

வடுத்தான் வகிர்மலர் கண்ணிக்குத் தக்கின்று தக்கன்முத்தீக்

கெடுத்தான் கெடலில்தொல் லோன்தில்லைப் பன்மலர் கேழ்கிளர
மடுத்தான் குடைந்தன் றழுங்க அழுங்கித் தழீஇமகிழ்வுற்(று)

எடுத்தாற்(கு) இனியன வேயினி யாவன எம்மனைக்கே
vaṭuttāṉ vakirmalar kaṇṇikkut takkiṉṟu takkaṉmuttīk

keṭuttāṉ keṭaliltol lōṉtillaip paṉmalar kēḻkiḷara
maṭuttāṉ kuṭaintaṉ ṟaḻuṅka aḻuṅkit taḻīimakiḻvuṟ(ṟu)

eṭuttāṟ(ku) iṉiyaṉa vēyiṉi yāvaṉa emmaṉaikkē

Dies entspricht der Frau mit den Blumenaugen, die gespaltenen Mangostücken gleichen. Im blumenreichen Tillai des unvergänglichen Uralten, der Dakshas dreifaches Opferfeuer zerstörte, tauchte sie einst in den tiefen Teich und ging schreiend unter. Er litt mit ihr, umfasste sie, zog sie heraus und freute sich. Was könnte unserem Haus jetzt noch lieber sein als das, was diesem Retter lieb ist?

Die Erzählung von ihrer Rettung erklärt die feste Zuneigung. Der Situationsvermerk unterscheidet mehrere betreuende Frauen; ihre genaue Rollenbezeichnung ist in der Überlieferung nicht überall eindeutig.

Vers 227 – Ihr Abschiedslächeln verstehe ich erst jetzt

முறுவல்அக் கால்தந்து வந்தென் முலைமுழு வித்தழுவிச்

சிறுவலக் காரங்கள் செய்தஎல் லாம்முழு தும்திதையத்
தெறுவலக் காலனைச் செற்றவன் சிற்றம் பலஞ்சிந்தியார்

உறுவலக் கானகம் தான்படர் வானாம் ஒளியிழையே
muṟuvalak kāltantu vanteṉ mulaimuḻu vittaḻuvic

ciṟuvalak kāraṅkaḷ ceytael lāmmuḻu tumtitaiyat
teṟuvalak kālaṉaic ceṟṟavaṉ ciṟṟam palañcintiyār

uṟuvalak kāṉakam tāṉpaṭar vāṉām oḷiyiḻaiyē

Sie schenkte mir ein Lächeln, kam herbei und umarmte mich so fest, dass meine Brust ganz von ihr bedeckt war. Sie machte all die kleinen liebevollen Gesten in Fülle. Die glänzend Geschmückte tat es also, um dann jene schreckliche Wildnis zu betreten, in die Menschen geraten, die nicht an die kleine Halle dessen denken, der den grausamen Tod bezwang!

Die betreuende Muttergestalt deutet rückblickend das Verhalten der Tochter als Abschied. Zärtliche Erinnerung und Sorge um den Weg stehen unmittelbar nebeneinander.

Vers 228 – Wie können diese Füße dort gehen?

தாமே தமக்(கு)ஒப்பு மற்றில் லவர்தில்லைத் தண்அனிச்சப்

பூமேல் மிதிக்கின் பதைத்தடி பொங்கும்நங் காய் எரியும்
தீமேல் அயில்போல் செறிபரல் கானிற் சிலம்படியாய்

ஆமே நடக்க அருவினை யேன்பெற்ற அம்மனைக்கே
tāmē tamak(ku)oppu maṟṟil lavartillait taṇaṉiccap

pūmēl mitikkiṉ pataittaṭi poṅkumnaṅ kāy eriyum
tīmēl ayilpōl ceṟiparal kāṉiṟ cilampaṭiyāy

āmē naṭakka aruviṉai yēṉpeṟṟa ammaṉaikkē

Er hat nur sich selbst zum Vergleich, keinen anderen. In seinem Tillai würden die kleinen Füße unserer Tochter schon erzittern und anschwellen, wenn sie auf eine kühle Anicham-Blüte träten. Liebe, wie sollen die Füße des von mir, der Unglücklichen, aufgezogenen Mädchens nun durch die Wildnis gehen, deren dichte Steine wie Speerspitzen auf loderndem Feuer sind?

Die Amme denkt an die empfindlichen Füße der Fortgegangenen. Das Motiv wiederholt die Sorge des Liebenden, nun aus der Perspektive mütterlicher Fürsorge.

Vers 229 – Sie konnte früher kaum allein sein

தழுவின கையிறை சோரின் தமியம்என் றேதளர்வுற்(று)

அழுவினை செய்யும்நை யாஅம்சொல் பேதை அறிவுவிண்ணோர்
குழுவினை உய்யநஞ் சுண்(டு)அம் பலத்துக் குனிக்கும்பிரான்

செழுவின தாள்பணி யார்பிணி யாலுற்றுத் தேய்வித்ததே
taḻuviṉa kaiyiṟai cōriṉ tamiyameṉ ṟētaḷarvuṟ(ṟu)

aḻuviṉai ceyyumnai yāamcol pētai aṟivuviṇṇōr
kuḻuviṉai uyyanañ cuṇ(ṭu)am palattuk kuṉikkumpirāṉ

ceḻuviṉa tāḷpaṇi yārpiṇi yāluṟṟut tēyvittatē

Wenn die Hände, die sie umarmten, nur ein wenig nachließen, wurde die sanft sprechende Kleine schon schwach und weinte: „Ich bin allein!“ Nun ist ihre Einsicht von einer Krankheit überwältigt und aufgezehrt, wie sie jene trifft, die die reichen Füße unseres Herrn nicht verehren, der das Gift trank, damit die Schar der Himmlischen lebt, und in der Halle tanzt.

Die Amme berichtet der leiblichen Mutter vom Fortgehen. „Krankheit“ bezeichnet in ihrer sorgenvollen Rede die überwältigende Liebesnot, keine gesicherte Diagnose.

Vers 230 – Sie ließ sogar ihre Freundin zurück

யாழியல் மென்மொழி வன்மனப் பேதையர் ஏதிலம்பின்

தோழியை நீத்(து)என்னை முன்னே துறந்துதுன் னார்கண்முன்னே
வாழிஇம் மூதூர் மறுகச்சென் றாள்அன்று மால்வணங்க

ஆழிதந் தான்அம் பலம்பணி யாரின் அருஞ்சுரமே
yāḻiyal meṉmoḻi vaṉmaṉap pētaiyar ētilampiṉ

tōḻiyai nīt(tu)eṉṉai muṉṉē tuṟantutuṉ ṉārkaṇmuṉṉē
vāḻiim mūtūr maṟukacceṉ ṟāḷaṉṟu mālvaṇaṅka

āḻitan tāṉam palampaṇi yāriṉ aruñcuramē

Sie hat eine sanfte Stimme wie eine Yazh-Harfe und doch ein hartes Herz! Hinter einem Fremden ging sie her, ließ die Freundin zurück und verließ zuvor schon mich. Vor den Augen der wenig Wohlgesinnten stürzte sie diese alte Stadt in Unruhe – möge sie dennoch leben! Nun ging sie in die schwere Wildnis, wie jene, die die Halle dessen nicht verehren, der Vishnu auf dessen Anbetung hin den Diskus gab.

Die Mutter spricht aus Schmerz und Misstrauen. Ihr „Fremder“ ist dieselbe Person, die die Tochter als Geliebten gewählt hat; der Vers macht diesen Perspektivunterschied hörbar.

Vers 231 – Der Papagei zerreißt mir das Herz

கொன்னுனை வேல்அம் பலவன் தொழாரின்குன் றம்கொடியோள்

என்னணம் சென்றனள் என்னணம் சேரும் எனஅயரா
என்னனை போயினள் யாண்டையள் என்னைப் பருந்தடும்என்(று)

என்னனை போக்கன்றிக் கிள்ளைஎன் உள்ளத்தை ஈர்க்கின்றதே
koṉṉuṉai vēlam palavaṉ toḻāriṉkuṉ ṟamkoṭiyōḷ

eṉṉaṇam ceṉṟaṉaḷ eṉṉaṇam cērum eṉaayarā
eṉṉaṉai pōyiṉaḷ yāṇṭaiyaḷ eṉṉaip paruntaṭumeṉ(ṟu)

eṉṉaṉai pōkkaṉṟik kiḷḷaieṉ uḷḷattai īrkkiṉṟatē

Wie ging sie, die Ranke, über den grausamen Berg, der jenen gleicht, die den speertragenden Hallenherrn nicht verehren? Wie wird sie ankommen? Während ich darüber verzweifle, ruft der Papagei: „Meine Mutter ist fort! Wo ist sie? Der Habicht wird mich schlagen!“ Nicht nur ihr Fortgehen – auch dieser Papagei zerreißt mir das Herz.

Die Mutter hört in den erlernten Worten des zurückgelassenen Vogels den Abschied erneut. „Speertragend“ folgt dem Wortlaut; seine genaue Beziehung zum Hallenherrn ist hier nicht erläutert.

Vers 232 – Sonne, verschone ihr Gesicht

பெற்றே னொடுங்கிள்ளை வாட முதுக்குறை பெற்றிமிக்கு

நற்றேள் மொழியழல் கான்நடந் தாள்முகம் நானணுகப்
பெற்றேன் பிறவி பெறாமற்செய் தோன்தில்லைத் தேன்பிறங்கு

மற்றேன் மலரின் மலர்த்(து)இரந் தேன்சுடர் வானவனே
peṟṟē ṉoṭuṅkiḷḷai vāṭa mutukkuṟai peṟṟimikku

naṟṟēḷ moḻiyaḻal kāṉnaṭan tāḷmukam nāṉaṇukap
peṟṟēṉ piṟavi peṟāmaṟcey tōṉtillait tēṉpiṟaṅku

maṟṟēṉ malariṉ malart(tu)iran tēṉcuṭar vāṉavaṉē

Du strahlender Himmelsgott! Mich, die sie aufzog, und ihren kleinen Papagei ließ sie betrübt zurück. Mit mehr Entschlossenheit, als ich ihr zugetraut hätte, ging die süß Sprechende in den brennenden Wald. Ich bitte dich: Lass ihr Gesicht sich öffnen wie eine honigreiche Blüte in Tillai dessen, der mich aufnahm, damit ich nicht wieder geboren werde, und lass mich ihr wieder nahe sein!

Die Mutter bittet die Sonne, den Weg der Tochter milder zu machen. Die genaue Konstruktion des Wunsches nach erneuter Nähe ist unsicher; der überlieferte Situationsvermerk bestätigt die Bitte um Kühlung der heißen Wildnis.

Vers 233 – Wird sie seinen Alltag bewältigen?

வைம்மலர் வாட்படை யூரற்குச் செய்யும்குற் றேவல்மற்றென்

மைம்மலர் வாட்கண்ணி வல்லள்கொல் லாம்தில்லை யான்மலைவாய்
மொய்ம்மலர்க் காந்தளைப் பாந்தளென்(று) எண்ணித்துண் ணென்றொளித்துக்

கைம்மல ரால்கண் புதைத்துப் பதைக்கும்எம் கார்மயிலே
vaimmalar vāṭpaṭai yūraṟkuc ceyyumkuṟ ṟēvalmaṟṟeṉ

maimmalar vāṭkaṇṇi vallaḷkol lāmtillai yāṉmalaivāy
moymmalark kāntaḷaip pāntaḷeṉ(ṟu) eṇṇittuṇ ṇeṉṟoḷittuk

kaimmala rālkaṇ putaittup pataikkumem kārmayilē

Kann meine Tochter mit den dunklen Blumenaugen die kleinen Dienste für den Herrn mit der scharfen, glänzenden Waffe verrichten? Unser regenzeitlicher Pfau erschrickt schon am Berg des Herrn von Tillai, wenn sie die dichten Kantal-Blüten für eine Schlange hält: Sie versteckt sich plötzlich, bedeckt ihre Augen mit Blumenhänden und zittert.

Die Mutter zweifelt an der Lebenserfahrung der Tochter. Ihre Erinnerung betont kindliche Scheu; daraus lässt sich keine verlässliche historische Altersangabe ableiten.

Vers 234 – Ich werde sie überall suchen

வேயின தோளி மெலியல்விண் ணோர்தக்கன் வேள்வியின்வாய்ப்

பாயின சீர்த்தியன் அம்பலத் தானைப் பழித்துமும்மைத்
தீயின(து) ஆற்றல் சிரம்கண்இழிந்து திசைதிசைதாம்

போயின எல்லையெல் லாம்புக்கு நாடுவன் பொன்னினையே
vēyiṉa tōḷi meliyalviṇ ṇōrtakkaṉ vēḷviyiṉvāyp

pāyiṉa cīrttiyaṉ ampalat tāṉaip paḻittumummait
tīyiṉa(tu) āṟṟal ciramkaṇiḻintu ticaiticaitām

pōyiṉa ellaiyel lāmpukku nāṭuvaṉ poṉṉiṉaiyē

Die Frau mit den bambusgleichen Armen ist zart. Ich werde die Goldene suchen und in alle Gegenden gehen: so weit, wie jene Himmlischen bei Dakshas Opfer in alle Richtungen flohen, nachdem sie den Herrn der Halle geschmäht und durch die Kraft des dreifachen Feuers Köpfe und Augen verloren hatten.

Die betreuende Muttergestalt beschließt die Suche. Die mythologische Katastrophe steigert die Vorstellung einer grenzenlosen, keine Richtung auslassenden Bewegung.

Vers 235 – Ein Versprechen an die Krähe

பணங்கள்அஞ் சாலும் பருஅர(வு) ஆர்த்தவன் தில்லையன்ன

மணங்கொள்அஞ் சாயலும் மன்னனும் இன்னஏ வரக்கரைந்தால்
உணங்கல்அஞ் சா(து)உண்ண லாம்ஒள் நிணப்பலி ஒக்குவல்மாக்

குணங்கள்அஞ் சாற்பொலி யும்நல சேட்டைக் குலக்கொடியே
paṇaṅkaḷañ cālum paruara(vu) ārttavaṉ tillaiyaṉṉa

maṇaṅkoḷañ cāyalum maṉṉaṉum iṉṉaē varakkaraintāl
uṇaṅkalañ cā(tu)uṇṇa lāmoḷ niṇappali okkuvalmāk

kuṇaṅkaḷañ cāṟpoli yumnala cēṭṭaik kulakkoṭiyē

Du Bannerwesen aus dem Geschlecht der Jeshta, in dem sich die großen Eigenschaften zeigen! Wenn du rufst, damit die duftende, anmutige Frau, die Tillai des mit der großen fünfköpfigen Schlange Gegürteten gleicht, und ihr Herr gerade jetzt zurückkommen, werde ich dir eine gute Fleischgabe bereiten. Du sollst ohne Furcht vor dem Trockenplatz essen können.

Die Mutter deutet den Vogelruf als mögliches Heimkehrzeichen und verspricht eine Gabe. Die genaue Anrede an den Jeshta zugeordneten Vogel ist unsicher; der Vers beschreibt einen historischen Vorzeichenbrauch.

Vers 236 – Gibt es Aussicht auf ihre Rückkehr?

முன்னும் கடுவிடம் உண்டதென் தில்லைமுன் னோன்அருளால்

இன்னும் கடியிக் கடிமனைக் கேமற்(று) யாம்அயர
மன்னும் கடிமலர்க் கூந்தலைத் தான்பெறு மாறும்உண்டேல்

உன்னுங்கள் தீதின்றி ஓதுங்கள் நான்மறை உத்தமரே
muṉṉum kaṭuviṭam uṇṭateṉ tillaimuṉ ṉōṉaruḷāl

iṉṉum kaṭiyik kaṭimaṉaik kēmaṟ(ṟu) yāmayara
maṉṉum kaṭimalark kūntalait tāṉpeṟu māṟumuṇṭēl

uṉṉuṅkaḷ tītiṉṟi ōtuṅkaḷ nāṉmaṟai uttamarē

Ihr Vorzüglichen der vier Veden, bedenkt es und sprecht ohne Unheil! Durch die Gnade des Uralten des südlichen Tillai, der einst das grausame Gift trank: Gibt es noch einen Weg, die Frau mit dem duftenden Blütenhaar wieder in dieses wohlgeschützte Haus zu bekommen, damit wir hier die feierliche Verbindung begehen können, um die wir uns nun sorgen?

Die suchende Mutter befragt kundige Deuter. Die doppelte Bedeutung von kaṭi als Schutz und Hochzeitsfeier prägt ihre Hoffnung auf eine geordnete Rückkehr.

Vers 237 – Ich erkenne ihre Fußspuren

தெள்வன் புனற்சென்னி யோன்அம் பலம்சிந்தி யார்இனஞ்சேர்

முள்வன் பரல்முரம் பத்தின்முன் செய்வினை யேன்எடுத்த
ஒள்வன் படைக்கண்ணி சீறடி இங்கிவை உங்குவை அக்

கள்வன் பகட்டுர வோன்அடி யென்று கருதுவனே
teḷvaṉ puṉaṟceṉṉi yōṉam palamcinti yāriṉañcēr

muḷvaṉ paralmuram pattiṉmuṉ ceyviṉai yēṉeṭutta
oḷvaṉ paṭaikkaṇṇi cīṟaṭi iṅkivai uṅkuvai ak

kaḷvaṉ pakaṭṭura vōṉaṭi yeṉṟu karutuvaṉē

Hier, auf den steinigen, dornigen Höhen, wo sich Furcht sammelt wie bei jenen, die nicht an die Halle dessen mit dem klaren Wasser auf dem Haupt denken, liegen diese kleinen Spuren der Frau mit den hellen Waffenaugen, die ich Unglückliche großzog. Und dort jene anderen: Ich denke, das sind die Füße des heimlichen Mannes mit der Kraft eines Elefanten.

Die Amme findet die Spuren des Paares. Das Wiedererkennen schafft Gewissheit über den Weg und verstärkt zugleich ihre Sorge.

Vers 238 – Ihre Blumenfüße auf den heißen Steinen

பாலொத்த நீற்றம் பலவன் கழல்பணி யார்பிணிவாய்க்

கோலத் தவிசின் மிதிக்கின் பதைத்தடி கொப்புள்கொள்ளும்
வேலொத்த வெம்பரல் கானத்தின் நின்றோர் விடலைபின்போம்

காலொத் தனவினை யேன்பெற்ற மாணிழை கால்மலரே
pālotta nīṟṟam palavaṉ kaḻalpaṇi yārpiṇivāyk

kōlat taviciṉ mitikkiṉ pataittaṭi koppuḷkoḷḷum
vēlotta vemparal kāṉattiṉ niṉṟōr viṭalaipiṉpōm

kālot taṉaviṉai yēṉpeṟṟa māṇiḻai kālmalarē

Die Füße meiner edel geschmückten Tochter bekämen schon Blasen und zitterten, wenn sie auf einem schönen, weichen Polster aufträte. Sind diese Blumenfüße nun wirklich Füße geworden, die einem jungen Mann durch die Wildnis folgen, deren heiße, dichte Steine Speeren gleichen – durch ein Leid wie das jener, die den Hallenherrn mit der milchweißen Asche nicht verehren?

Der Blick auf die Fußspuren löst schmerzliche Vorstellungen aus. Die übersteigerte Zartheit der Tochter gehört zur mütterlichen Klage.

Vers 239 – Hast du meine Tochter gesehen?

பேதைப் பருவம் பின்சென் றதுமுன்றில் எனைப்பிரிந்தால்

ஊதைக்(கு) அலமரும் வல்லியப் பாள்முத்தன் தில்லையன்னாள்
ஏதிற் கரத்தய லானொ(டு)இன்(று) ஏகினள் கண்டனையே

போதிற் பொலியும் தொழிற்புலிப் பல்குரல் பொற்றொடியே
pētaip paruvam piṉceṉ ṟatumuṉṟil eṉaippirintāl

ūtaik(ku) alamarum valliyap pāḷmuttaṉ tillaiyaṉṉāḷ
ētiṟ karattaya lāṉo(ṭu)iṉ(ṟu) ēkiṉaḷ kaṇṭaṉaiyē

pōtiṟ poliyum toḻiṟpulip palkural poṟṟoṭiyē

Du mit goldenen Armreifen und einer Kette aus Tigerzähnen, die zwischen Blüten glänzt! Ihre Kindheit ist noch kaum zurückgetreten. Wenn sie mich schon im Hof allein lassen musste, wurde sie wie eine Ranke im Wind. Sie gleicht dem Tillai des Reinen. Heute ging sie mit einem fremden Mann fort, der eine Waffe trägt. Hast du sie gesehen?

Die Amme befragt eine Blumen pflückende Jägerin. „Kindheit“ gibt die erinnernde, sorgende Sicht der Amme wieder; das Gedicht selbst nennt kein Lebensalter.

Vers 240 – Ein Vorwurf an die Waldtaube

புயலன்(று) அலர்சடை ஏற்றவன் தில்லைப் பொருப்பரசி

பயலன் தலைப்பணி யாதவர் போல்மிகு பாவம்செய்தேற்(கு)
அயலன் தமியன்அம் சொல்துணை வெஞ்சுரம் மாதர்சென்றால்

இயலன்(று) எனக்கிற் றிலைமற்று வாழி எழிற்புறவே
puyalaṉ(ṟu) alarcaṭai ēṟṟavaṉ tillaip porupparaci

payalaṉ talaippaṇi yātavar pōlmiku pāvamceytēṟ(ku)
ayalaṉ tamiyaṉam coltuṇai veñcuram mātarceṉṟāl

iyalaṉ(ṟu) eṉakkiṟ ṟilaimaṟṟu vāḻi eḻiṟpuṟavē

Schöne Waldtaube, lebe wohl! Ich habe wohl schweres Unrecht getan, wie jene, die ihr Haupt nicht zu den Füßen dessen neigen, der die Regenflut in seinen ausgebreiteten Flechten aufnahm, des Herrn von Tillai. Als meine Tochter mit einem einzelnen Fremden als Begleiter in die grausame Wildnis ging, konntest du nicht einmal sagen: „Das ist nicht recht“!

Die Suchende richtet ihre Hilflosigkeit gegen den Vogel. Die Anklage gehört zum Schmerz der Zurückgebliebenen und ist keine objektive Beurteilung des Paares.

Vers 241 – Auch der Kurava-Baum schweigt

பாயும் விடையோன் புலியூர் அனையஎன் பாவைமுன்னே

காயும் கடத்திடை யாடிக் கடப்பவும் கண்டுநின்று
வாயும் திறவாய் குழைஎழில் வீசவண்(டு) ஓலுறுத்த

நீயும்நின் பாவையும் நின்று நிலாவிடும் நீள்குரவே
pāyum viṭaiyōṉ puliyūr aṉaiyaeṉ pāvaimuṉṉē

kāyum kaṭattiṭai yāṭik kaṭappavum kaṇṭuniṉṟu
vāyum tiṟavāy kuḻaieḻil vīcavaṇ(ṭu) ōluṟutta

nīyumniṉ pāvaiyum niṉṟu nilāviṭum nīḷkuravē

Hoher Kurava-Baum! Vor dir ging meine Puppe, die Puliyur des springenden Stierreiters gleicht, durch die sengende Wildnis. Du sahst sie dahinschreiten und öffnetest doch deinen Mund nicht. Nun breitest du deinen schönen jungen Schmuck aus, während die Bienen laut tönen, und stehst mit deiner eigenen Puppe da, als lächeltest du im Mondlicht!

Die Amme klagt den blühenden Baum an. Seine als kleine Puppen beschriebenen Blüten erinnern sie an die Tochter und machen sein Schweigen besonders schmerzlich.

Vers 242 – Eine Frage an die Asketen

கத்திய பொக்கணத்(து) என்(பு)அணி கட்டங்கம் சூழ்சடைவெண்

பொத்திய கோலத்தி னீர்புலி யூர்அம் பலவர்க்குற்ற
பத்தியர் போலப் பணைத்திறு மாந்த பயோதரத்தோர்

பித்திதன் பின்வர முன்வரு மோஓர் பெருந்தகையே
kattiya pokkaṇat(tu) eṉ(pu)aṇi kaṭṭaṅkam cūḻcaṭaiveṇ

pottiya kōlatti ṉīrpuli yūram palavarkkuṟṟa
pattiyar pōlap paṇaittiṟu mānta payōtarattōr

pittitaṉ piṉvara muṉvaru mōōr peruntakaiyē

Ihr mit Bettelsack, Knochenschmuck und Khatvanga-Stab, mit umwundenem Flechtenhaar und weiß bedeckter Gestalt! Wie die ergebenen Anhänger des Hallenherrn von Puliyur zieht ihr dahin. Kam ein vortrefflicher Mann vor euch her, während hinter ihm eine verliebte Frau folgte, deren volle Brust sich stolz erhebt?

Die Suchende befragt wandernde Asketen. Die Attribute deuten auf eine strenge shaivaitische Asketentradition; eine genauere Schulzuordnung wird durch den Vers allein nicht gesichert.

Vers 243 – Habt ihr das Paar gesehen?

வெதிரேய் கரத்துமென் தோல்ஏய் சுவல்வெள்ளை நூலிற்கொண்மூ

அதிரேய் மறையின்இவ் வாறுசெல் வீர்தில்லை அம்பலத்துக்
கதிரேய் சடையோன் கரமான் எனஒரு மான்மயில்போல்

எதிரே வருமே சுரமே வெறுப்பவொர் ஏந்தலோடே
vetirēy karattumeṉ tōlēy cuvalveḷḷai nūliṟkoṇmū

atirēy maṟaiyiṉiv vāṟucel vīrtillai ampalattuk
katirēy caṭaiyōṉ karamāṉ eṉaoru māṉmayilpōl

etirē varumē curamē veṟuppavor ēntalōṭē

Ihr, die ihr diesen Weg geht, Bambus in der Hand, weiches Fell über der Schulter und die weiße heilige Schnur tragend, während eure Veden wie Wolkendonner erklingen! Kam euch eine Gazelle entgegen, gleich dem Reh in der Hand des Herrn mit strahlenden Flechten in Tillais Halle, pfauengleich von einem Edlen begleitet, sodass selbst die Wildnis ihre Härte verlor?

Die Amme fragt Vedenkenner nach der Tochter. Die Tiervergleiche benennen deren Blick und Gang; die Wildnis wird durch die Anwesenheit des Paares poetisch verwandelt.

Vers 244 – Ein anderes Paar antwortet

மீண்டார் எனஉவந்தேன்கண்டு நும்மைஇம் மேதகவே

பூண்டார் இருவர்முன் போயின ரேபுலி யூர்எனைநின்(று)
ஆண்டான் அருவரை ஆளியன் னானைக்கண்டேன்அயலே

தூண்டா விளக்கனை யாய்என்னை யோஅன்னை சொல்லியதே
mīṇṭār eṉauvantēṉkaṇṭu nummaiim mētakavē

pūṇṭār iruvarmuṉ pōyiṉa rēpuli yūreṉainiṉ(ṟu)
āṇṭāṉ aruvarai āḷiyaṉ ṉāṉaikkaṇṭēṉayalē

tūṇṭā viḷakkaṉai yāyeṉṉai yōaṉṉai colliyatē

„Als ich euch sah, freute ich mich: Sie sind zurückgekehrt! Sind vor euch zwei vorübergegangen, die dieselbe würdige Erscheinung haben?“ – „Am schwer zugänglichen Berg dessen, der in Puliyur stand und mich annahm, sah ich einen Mann wie einen Löwen. Du, die du neben mir einer Lampe gleichst, die keines Schürens bedarf: Was hat diese Mutter von der anderen gesagt?“

Die Suchende verwechselt kurz ein entgegenkommendes Paar mit den Vermissten. Der Mann bestätigt nur den männlichen Reisenden und wendet sich für die Frau an seine Begleiterin; dies inszeniert höfliche Zurückhaltung des Blicks. Zwei beschädigte Stellen der Grundvorlage sind anhand der Vergleichsfassung berichtigt; insbesondere steht dort eindeutig der Vergleich mit einem männlichen Löwen.

Vers 245 – Hier stand sie ohne Furcht

பூங்கயி லாயப் பொருப்பன் திருப்புலி யூரதென்னத்

தீங்கை இலாச்சிறி யாள்நின்ற(து) இவ்விடம் சென்றெதிர்ந்த
வேங்கையின் வாயின் வியன்னகம் மடுத்துக் கிடந்தலற

ஆங்(கு)அயி லாற்பணி கொண்டது திண்திறல் ஆண்தகையே
pūṅkayi lāyap poruppaṉ tiruppuli yūrateṉṉat

tīṅkai ilācciṟi yāḷniṉṟa(tu) ivviṭam ceṉṟetirnta
vēṅkaiyiṉ vāyiṉ viyaṉṉakam maṭuttuk kiṭantalaṟa

āṅ(ku)ayi lāṟpaṇi koṇṭatu tiṇtiṟal āṇtakaiyē

Hier stand die Kleine ganz ohne Furcht, als befände sie sich im heiligen Puliyur des Herrn vom blütenreichen Kailasa. Ein Tiger war ihnen entgegengekommen und lag dann schreiend da, die gewaltigen Krallen gegen sein Maul gepresst: Der starkkräftige Held hatte ihn dort mit seinem Speer bezwungen.

Begegnende berichten der suchenden Amme von einem gefährlichen Zwischenfall und dem Schutz durch den Mann. Die Stellung von Maul und Krallen bleibt bildlich schwer aufzulösen.

Vers 246 – Wir meinten, Shiva selbst zu sehen

மின்தொத்(து) இடுகழல் நூபுரம் வெள்ளைசெம் பட்டுமின்ன

ஒன்(று)ஒத் திடவுடை யாள(டு)ஒன் றாம்புலி யூரன்என்றே
நன்(று)ஒத் தெழிலைத் தொழவுற் றனம்என்ன தோர்நன்மைதான்

குன்றத் திடைக்கண் டனம்அன்னை நீசொன்ன கொள்கையரே
miṉtot(tu) iṭukaḻal nūpuram veḷḷaicem paṭṭumiṉṉa

oṉ(ṟu)ot tiṭavuṭai yāḷa(ṭu)oṉ ṟāmpuli yūraṉeṉṟē
naṉ(ṟu)ot teḻilait toḻavuṟ ṟaṉameṉṉa tōrnaṉmaitāṉ

kuṉṟat tiṭaikkaṇ ṭaṉamaṉṉai nīcoṉṉa koḷkaiyarē

Mutter, wir sahen am Berg genau das Paar, von dem du sprichst! Blitzende Heldenfußspange und zarte Fußglocke, Weiß und Rot leuchteten zusammen. „Es ist der Herr von Puliyur, eins geworden mit der Frau, deren Gewand seinem entspricht“, dachten wir und wollten diese vollkommen zusammenstimmende Schönheit verehren. Welch ein wunderbares Bild!

Das Paar erscheint den Begegnenden wie Ardhanarishvara, Shiva in Einheit mit seiner weiblichen Hälfte. Der Vers lässt die menschlichen Personen bestehen und erschließt ihre Harmonie durch den göttlichen Vergleich.

Vers 247 – Kehre nun beruhigt zurück

மீள்வது செல்வதன்(று) அன்னைஇவ் வெங்கடத்(து) அக்கடமாக்

கீள்வது செய்த கிழவோ னொடுங்கிளர் கெண்டையன்ன
நீள்வது செய்தகண் ணாள்இந் நெடுஞ்சுரம் நீந்தியெம்மை

ஆள்வது செய்தவன் தில்லையின் எல்லை அணுகுவரே
mīḷvatu celvataṉ(ṟu) aṉṉaiiv veṅkaṭat(tu) akkaṭamāk

kīḷvatu ceyta kiḻavō ṉoṭuṅkiḷar keṇṭaiyaṉṉa
nīḷvatu ceytakaṇ ṇāḷin neṭuñcuram nīntiyemmai

āḷvatu ceytavaṉ tillaiyiṉ ellai aṇukuvarē

Mutter, umkehren solltest du, nicht weitergehen! Die Frau mit den langgezogenen, glänzenden Kendai-Fischaugen hat zusammen mit dem Mann, der in dieser grausamen Wildnis das mächtige Wildtier zerriss, den weiten Weg schon überschritten. Sie werden jetzt die Grenze Tillais dessen erreichen, der uns in seinen Dienst genommen hat.

Die Suchende erfährt, dass das Paar die gefährliche Strecke hinter sich hat. Ihr wird geraten, sich nicht länger selbst in die Wildnis zu begeben.

Vers 248 – Sandel und Perlen bleiben nicht an ihrem Ursprung

கரும்பிவர் சந்தும் தொடுகடல் முத்தும்வெண் சங்கும்எங்கும்

விரும்பினர் பாற்சென்று மெய்க்(கு)அணி யாம்வியன் கங்கையென்னும்
பெரும்புனல் சூடும் பிரான்சிவன் சிற்றம் பலம்அனைய

கரும்பன மென்மொழி யாரும்அந் நீர்மையர் காணுநர்க்கே
karumpivar cantum toṭukaṭal muttumveṇ caṅkumeṅkum

virumpiṉar pāṟceṉṟu meyk(ku)aṇi yāmviyaṉ kaṅkaiyeṉṉum
perumpuṉal cūṭum pirāṉcivaṉ ciṟṟam palamaṉaiya

karumpaṉa meṉmoḻi yāruman nīrmaiyar kāṇunarkkē

Sandel, an dem Bienen schwärmen, Perlen aus dem tiefen Meer und weiße Muscheln gelangen überall zu denen, die sie lieben, und werden Schmuck am Körper. Ebenso ist es mit den sanft Sprechenden, süß wie Zuckerrohr, die der kleinen Halle Shivas gleichen, unseres Herrn, der die große Wasserflut namens Ganga trägt: So zeigt es sich den Einsichtigen.

Die Begegnenden trösten die Amme mit einem bekannten Vergleich: Kostbares entfaltet seinen Wert auch fern vom Entstehungsort. Diese Rede setzt die damalige Vorstellung vom Verlassen des Elternhauses bei einer Verbindung voraus.

Vers 249 – Sie haben die fruchtbaren Felder erreicht

ஆண்(டு)இல் எடுத்தவ ராம்இவர் தாம்அவர் அல்குவர்போய்த்

தீண்டில் எடுத்தவர் தீவினை தீர்ப்பவன் தில்லையின்வாய்த்
தூண்டில் எடுத்தவ ரால்தொங்கொ(டு) எற்றப் பழம்விழுந்து

பாண்டில் எடுத்தபல் தாமரை கீழும் பழனங்களே
āṇ(ṭu)il eṭuttava rāmivar tāmavar alkuvarpōyt

tīṇṭil eṭuttavar tīviṉai tīrppavaṉ tillaiyiṉvāyt
tūṇṭil eṭuttava rāltoṅko(ṭu) eṟṟap paḻamviḻuntu

pāṇṭil eṭuttapal tāmarai kīḻum paḻaṉaṅkaḷē

Dort werden sie verweilen; diese Menschen nehmen sie auf und sorgen für sie. Sie sind weitergezogen zu den Feldern Tillais dessen, der die schlimmen Taten jener löst, die sich ihm nähern. Dort springt ein am Angelhaken gefangener Varal-Fisch gegen einen Zweig; eine Frucht fällt herab und zerreißt die vielen Lotusblüten, die das Wasser hervorgebracht hat.

Die betrübte Mutter erhält Nachricht vom sicheren, wasserreichen Ziel. Die erste Zeile ist stark verkürzt und unsicher; der Situationsvermerk bestätigt die Ankunft in den fruchtbaren Feldern.

Kapitel 17 – Drängen auf Heirat

Verse 250–265 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

வரைவு முடுக்கம் ஒருபதி னாறும்

சிவனது கருணை தெரிய உரைத்தல்

இன்பம் பெறஅருள் எடுத்தியம் பியது.
varaivu muṭukkam orupati ṉāṟum

civaṉatu karuṇai teriya uraittal

iṉpam peṟaaruḷ eṭuttiyam piyatu.

Die sechzehn Situationen des Drängens auf Heirat sprechen deutlich von Shivas Erbarmen: Die Gnade legt es dar, damit Freude erlangt wird.

Die verbindliche Vereinigung wird als Bild für die Beständigkeit geistiger Erfüllung gelesen.

Vers 250 – Welche Form soll deine Güte annehmen?

எழுங்குலை வாழையின் இன்கனி தின்(று)இள மந்திஅந்தண்

செழுங்குலை வாழை நிழலில் துயில்சிலம் பாமுனைமேல்
உழுங்கொலை வேல்திருச் சிற்றம் பலவரை உன்னலர்போல்

அழுங்குலை வேலன்ன கண்ணிக்(கு)என் னோநின் னருள் வகையே
eḻuṅkulai vāḻaiyiṉ iṉkaṉi tiṉ(ṟu)iḷa mantiantaṇ

ceḻuṅkulai vāḻai niḻalil tuyilcilam pāmuṉaimēl
uḻuṅkolai vēltiruc ciṟṟam palavarai uṉṉalarpōl

aḻuṅkulai vēlaṉṉa kaṇṇik(ku)eṉ ṉōniṉ ṉaruḷ vakaiyē

Herr des Berghangs, wo junge Äffinnen die süßen Früchte hoher Bananentrauben essen und dann im Schatten der kühlen, reichen Bananenstauden schlafen! Die Frau mit den speergleichen Augen leidet wie jene, die nicht an den Herrn der kleinen Halle denken, dessen tödlicher Speer das Schlachtfeld durchpflügt. Welche Form nimmt deine Zuwendung zu ihr denn an?

Die Freundin fordert, die Liebe durch Heirat verbindlich zu machen. Das Kapitel nimmt damit eine weitere typische Situation der Liebespoetik auf; die Kapitel sind nicht in jeder Einzelheit als lückenlose Romanhandlung zu lesen.

Vers 251 – Gehört sie überhaupt in eine Hütte?

பரம்பயன் தன்னடி யேனுக்குப் பார்விசும் பூடுருவி

வரம்பயன் மாலறி யாத்தில்லை வானவன் வானகஞ்சேர்
அரம்பையர் தம்மிட மோஅன்றி வேழத்தின் என்புநட்ட

குரம்பையர் தம்மிட மோஇடம் தோன்றும்இக் குன்றிடத்தே
parampayaṉ taṉṉaṭi yēṉukkup pārvicum pūṭuruvi

varampayaṉ mālaṟi yāttillai vāṉavaṉ vāṉakañcēr
arampaiyar tammiṭa mōaṉṟi vēḻattiṉ eṉpunaṭṭa

kurampaiyar tammiṭa mōiṭam tōṉṟumik kuṉṟiṭattē

Der Himmlische von Tillai schenkte mir Dienendem den höchsten Ertrag; Brahma und Vishnu durchdrangen Himmel und Erde, ohne seine Grenze zu erkennen. Ist dieser Ort am Berg die Wohnstätte himmlischer Rambhas? Oder ist es wirklich ein Platz von Menschen, deren Hütten aus eingepflanzten Elefantenknochen bestehen?

Der Mann weicht durch eine überhöhte Beschreibung der Geliebten und ihres Ortes aus. Rambha steht hier für die Schönheit himmlischer Frauen; die genaue Bedeutung der Knochenhütten bleibt unklar.

Vers 252 – Dies sind unsere wirklichen Verhältnisse

சிறார்கவண் வாய்த்த மணியிற் சிதை பெருந் தேனிழும்என்(று)

இறால்கழி வுற்(று)எம் சிறுகுடில் உந்தும் இடமி(து)எந்தை
உறாவரை யுற்றார் குறவர்பெற் றாளும் கொடிச்சி உம்பர்

பெறாஅருள் அம்பல வன்மலைக் காத்தும் பெரும்புனமே
ciṟārkavaṇ vāytta maṇiyiṟ citai perun tēṉiḻumeṉ(ṟu)

iṟālkaḻi vuṟ(ṟu)em ciṟukuṭil untum iṭami(tu)entai
uṟāvarai yuṟṟār kuṟavarpeṟ ṟāḷum koṭicci umpar

peṟāaruḷ ampala vaṉmalaik kāttum perumpuṉamē

Wenn Kinder mit ihren Schleudern Steine schießen, brechen die großen Honigwaben auf; der Honig strömt herab und drängt gegen unsere kleinen Hütten. Dies ist unser Ort. Unser Vater zieht als Bergjäger über die Höhen, und die Mutter ist eine Bergfrau. Am Berg des Hallenherrn, dessen Gnade die Himmlischen nicht erlangen, bewachen wir das große Feld.

Die Freundin antwortet sachlich auf die himmlische Überhöhung. Die Herkunft der Familie soll einer konkreten Heiratsentscheidung nicht länger durch schmeichelnde Bilder entzogen werden.

Vers 253 – Dein Kommen bringt uns Angst

கடந்தொறும் வாரண வல்சியின் நாடிப்பல் சீயம்கங்குல்

இடம்தொறும் பார்க்கும் இயவொரு நீஎழில் வேலின்வந்தால்
படந்தொறும் தீஅர வன்னம் பலம்பணி யாரின்எம்மைத்

தொடர்ந்தொறும் துன்(பு)என் பதேஅன்ப நின்னருள் தோன்றுவதே
kaṭantoṟum vāraṇa valciyiṉ nāṭippal cīyamkaṅkul

iṭamtoṟum pārkkum iyavoru nīeḻil vēliṉvantāl
paṭantoṟum tīara vaṉṉam palampaṇi yāriṉemmait

toṭarntoṟum tuṉ(pu)eṉ patēaṉpa niṉṉaruḷ tōṉṟuvatē

Geliebter, viele Löwen suchen nachts auf allen Wegen der Wildnis nach Elefantenfleisch und lauern an jedem Ort. Wenn du dort allein mit deinem schönen Speer kommst, erscheint deine Zuwendung nur als neues Leid, das uns immer weiter verfolgt – wie jene verfolgt werden, die die Halle des Herrn mit der feuerglühenden Schlange nicht verehren.

Die Freundin erklärt, dass der gefährliche Nachtbesuch die Sorge der Frauen vermehrt. Sie verlangt eine Form der Liebe, die Sicherheit ermöglicht.

Vers 254 – Bei Tag droht uns öffentlicher Tadel

களிறுற்ற செல்லல் களைவயின் பெண்மரங் கைஞ்ஞெமிர்த்துப்

பிளிறுற்ற வானப் பெருவரை நாட பெடைநடையோ(டு)
ஒளிறுற்ற மேனியின் சிற்றம் பலம்நெஞ் சுறாதவர்போல்

வெளிறுற்ற வான்பழி யாம்பகல் நீசெய்யும் மெய்யருளே
kaḷiṟuṟṟa cellal kaḷaivayiṉ peṇmaraṅ kaiññemirttup

piḷiṟuṟṟa vāṉap peruvarai nāṭa peṭainaṭaiyō(ṭu)
oḷiṟuṟṟa mēṉiyiṉ ciṟṟam palamneñ cuṟātavarpōl

veḷiṟuṟṟa vāṉpaḻi yāmpakal nīceyyum meyyaruḷē

Herr des großen, himmelhohen Berges! Um dem leidenden Elefanten zu helfen, ringt seine Gefährtin die Rüsselhand und trompetet laut. Deine wahrhaftige Zuwendung bei Tage führt uns zu weithin sichtbarem, großem Tadel – wie bei jenen, deren Herz die kleine Halle des leuchtenden Herrn nicht aufnimmt, dessen eine Seite den Gang der weiblichen Gestalt trägt.

Die Freundin weist auch Tagestreffen zurück. Das hilfsbereite Elefantenpaar setzt einen Maßstab fürsorglichen Handelns, dem eine gefährdende Begegnung nicht genügt.

Vers 255 – Ich bitte dich mit gefalteten Händen

கழிகண் தலைமலை வோன்புலி யூர்கரு தாதவர்போல்

குழிகண் களிறு வெரீஇஅரி யாளி குழீஇவழங்காக்
கழிகட் டிரவின்வரல்கழல் கைதொழு தேயிரந்தேன்

பொழிகட் புயலின் மயிலில் துவளும் இவள்பொருட்டே
kaḻikaṇ talaimalai vōṉpuli yūrkaru tātavarpōl

kuḻikaṇ kaḷiṟu verīiari yāḷi kuḻīivaḻaṅkāk
kaḻikaṭ ṭiraviṉvaralkaḻal kaitoḻu tēyirantēṉ

poḻikaṭ puyaliṉ mayilil tuvaḷum ivaḷporuṭṭē

Ich verehre deine Füße mit zusammengelegten Händen und bitte: Komme nicht in der tiefen, späten Nacht, wenn höhlenäugige Elefanten vor Löwen und Yalis erschrecken und kein Weg begehbar ist. Tue es um dieser Frau willen, die wie ein Pfau im herabströmenden Regen bebt – wie jene, die nicht an Puliyur des Herrn mit dem Schädelkranz denken.

Die Freundin bittet nun ausdrücklich und persönlich. Ihre Fürsorge gilt beiden Liebenden.

Vers 256 – Die Mutter weiß vom nächtlichen Wagen

விண்ணும் செலவறி யாவெறி யார்கழல் வீழ்சடைத்தீ

வண்ணன் சிவன்தில்லை மல்லெழில் கானல் அரையிரவில்
அண்ணல் மணிநெடுந் தேர்வந்த துண்டாம் எனச்சிறிது

கண்ணும் சிவந்தன்னை என்னையும் நோக்கினள் கார்மயிலே
viṇṇum celavaṟi yāveṟi yārkaḻal vīḻcaṭaittī

vaṇṇaṉ civaṉtillai malleḻil kāṉal araiyiravil
aṇṇal maṇineṭun tērvanta tuṇṭām eṉacciṟitu

kaṇṇum civantaṉṉai eṉṉaiyum nōkkiṉaḷ kārmayilē

Mein regenzeitlicher Pfau! Die Mutter sah mich mit leicht geröteten Augen an und sagte: „In den schönen Küstenhain von Shivas Tillai soll um Mitternacht der lange, klingende Wagen eines Herrn gekommen sein.“ Dort wohnt der Feuerfarbene mit herabfallenden Flechten und duftenden Füßen, deren Weg selbst die Himmelswelt nicht zu erkennen weiß.

Die Freundin spricht zur Geliebten in Hörweite des Mannes. Er soll erfahren, dass die heimlichen Besuche bemerkt worden sind.

Vers 257 – Sie sah, wie er seine Gefährtin fütterte

வான்தோய் பொழில்எழில் மாங்கனி மந்தியின் வாய்க்கடுவன்

தேன்தோய்த்(து) அருத்தி மகிழ்வகண் டாள்திரு நீள்முடிமேல்
மீன்தோய் புனற்பெண்ணை வைத்துடை யானையும் மேனியைத்தான்

வான்தோய் மதில்தில்லை மாநகர் போலும் வரிவளையே
vāṉtōy poḻileḻil māṅkaṉi mantiyiṉ vāykkaṭuvaṉ

tēṉtōyt(tu) arutti makiḻvakaṇ ṭāḷtiru nīḷmuṭimēl
mīṉtōy puṉaṟpeṇṇai vaittuṭai yāṉaiyum mēṉiyaittāṉ

vāṉtōy matiltillai mānakar pōlum varivaḷaiyē

Die Frau mit den gestreiften Armreifen, die der himmelhoch ummauerten großen Stadt Tillai gleicht, sah im Hain einen Affen seiner Gefährtin eine schöne Mangofrucht reichen: Er tauchte sie in Honig, ließ sie essen und freute sich. Dort wohnt der Herr, der die fischreiche Wasserfrau auf seiner hohen Krone und die andere Frau als Teil seines Leibes trägt.

Die Freundin verwendet das fürsorgliche Tierpaar als indirekte Aufforderung zur Heirat. Ganga im Haar und die weibliche Körperhälfte verbinden Fürsorge mit Shivas Bildgestalt.

Vers 258 – Jeder Trommelschlag hält sie wach

நறைக்கண் மலிகொன்றை யோன்நின்று நாடக மாடுதில்லைச்

சிறைக்கண் மலிபுனல் சீர்நகர் காக்கும்செவ் வேல்கிளைஞர்
பறைக்கண் படும்படும் தோறும் படாமுலைப் பைந்தொடியாள்

கறைக்கண் மலிகதிர் வேற்கண் படாது கலங்கினவே
naṟaikkaṇ malikoṉṟai yōṉniṉṟu nāṭaka māṭutillaic

ciṟaikkaṇ malipuṉal cīrnakar kākkumcev vēlkiḷaiñar
paṟaikkaṇ paṭumpaṭum tōṟum paṭāmulaip paintoṭiyāḷ

kaṟaikkaṇ malikatir vēṟkaṇ paṭātu kalaṅkiṉavē

In Tillai tanzt der Herr mit den honigvollen Konrai-Blüten sein Schauspiel; in den Wassergräben der herrlichen Stadt steht reiches Wasser. Jedes Mal, wenn die jungen Wächter mit roten Speeren auf die Trommel schlagen, finden die Augen der Frau mit den frischen Armreifen und noch unbedeckter Brust keinen Schlaf: Wie gezeichnete, strahlende Speere bleiben sie unruhig offen.

Die Stadtwache steigert die nächtliche Sorge um den heimlich kommenden Mann. Die körperliche Bezeichnung folgt einer historischen Darstellungskonvention und trägt keine Alterszahl.

Vers 259 – Gibt es bei euch kein anderes Mittel?

கரலா யினர்நினை யாத்தில்லை அம்பலத் தான்கழற்(கு)அன்

பிலரா யினர்வினை போலிருள் தூங்கி முழங்கிமின்னிப்
புலரா இரவும் பொழியா மழையும்புண் ணில்நுழைவேல்

மலரா வரும்மருந் தும்இல்லை யோநும் வரையிடத்தே
karalā yiṉarniṉai yāttillai ampalat tāṉkaḻaṟ(ku)aṉ

pilarā yiṉarviṉai pōliruḷ tūṅki muḻaṅkimiṉṉip
pularā iravum poḻiyā maḻaiyumpuṇ ṇilnuḻaivēl

malarā varummarun tumillai yōnum varaiyiṭattē

Die Finsternis liegt schwer wie die Tatenfolgen jener, deren Herzen hart sind, die nicht an den Hallenherrn von Tillai denken und seine Füße nicht lieben. Es donnert und blitzt; die Nacht wird nicht hell, und der Regen hört nicht auf. Gibt es in deinem Bergland keine andere heilende Gabe, die kommen könnte, ohne wie ein Speer in eine offene Wunde zu dringen?

Die Freundin bittet, Nachtbesuche zu unterlassen. Das Bild vom Heilmittel, das selbst verletzt, richtet sich auf die widersprüchliche Wirkung des gegenwärtigen Liebeswerbens.

Vers 260 – Auch bei Tage wird es nicht gut

இறவரை உம்பர்க் கடவுட் பராய்நின்(று) எழிலியுன்னிக்

குறவரை ஆர்க்கும் குளிர்வரை நாட கொழும்பவள
நிறவரை மேனியன் சிற்றம் பலம்நெஞ்(சு) உறாதவர்போல்

உறவரை மேகலை யாட்(கு)அலராம்பகல் உள்ளருளே
iṟavarai umpark kaṭavuṭ parāyniṉ(ṟu) eḻiliyuṉṉik

kuṟavarai ārkkum kuḷirvarai nāṭa koḻumpavaḷa
niṟavarai mēṉiyaṉ ciṟṟam palamneñ(cu) uṟātavarpōl

uṟavarai mēkalai yāṭ(ku)alarāmpakal uḷḷaruḷē

Herr des kühlen Gebirges! Die Bergleute verehren die Himmelsgottheit über den Höhen, halten nach Wolken Ausschau und rufen laut. Deine Zuwendung bei Tage bringt der Frau mit dem anliegenden Gürtel Gerede ein, wie jene es erfahren, deren Herz sich nicht der kleinen Halle des Herrn mit dem leuchtenden korallenbergfarbenen Leib zuwendet.

Die Freundin schließt auch den Tag als sichere Ausweichmöglichkeit aus. Die Abfolge der Einwände führt zur Forderung nach einer öffentlich anerkannten Beziehung.

Vers 261 – Weder Tag noch Nacht helfen weiter

கழியா வருபெரு நீர்சென்னி வைத்தென்னைத் தன்தொழும்பில்

கழியா அருள்வைத்த சிற்றம் பலவன் கரந்தருமான்
விழியா வரும்புரி மென்குழ லாள்திறத்(து) ஐயமெய்யே

பழியாம் பகல்வரில் நீயிர(வு) ஏதும் பயனில்லையே
kaḻiyā varuperu nīrceṉṉi vaitteṉṉait taṉtoḻumpil

kaḻiyā aruḷvaitta ciṟṟam palavaṉ karantarumāṉ
viḻiyā varumpuri meṉkuḻa lāḷtiṟat(tu) aiyameyyē

paḻiyām pakalvaril nīyira(vu) ētum payaṉillaiyē

Der Herr der kleinen Halle trägt die niemals versiegende große Wasserflut auf seinem Haupt und schenkte mir die Gnade, niemals aus seinem Dienst zu weichen. Herr, wahrhaftig: Für die Frau mit sanft gewundenem Haar und dem Blick des Rehs in seiner Hand gilt dies – kommst du am Tag, entsteht Tadel; dein Kommen bei Nacht bringt ebenfalls keinen guten Ausgang.

Die Freundin fasst ihre Einwände zusammen. Ihr Ziel ist die verbindliche, öffentlich tragfähige Form der Beziehung.

Vers 262 – Die Vengai-Blüte ist schon da

மையார் கதலி வனத்து வருக்கைப் பழம்விழுதேன்

எய்யா(து) அயின்றன மந்திகள் சோரும் இருஞ்சிலம்பா
மெய்யா அரியதென் அம்பலத் தான்மதி யூர்கொள் வெற்பின்

மொய்யார் வளரிள வேங்கைபொன் மாலையின் முன்னினவே
maiyār katali vaṉattu varukkaip paḻamviḻutēṉ

eyyā(tu) ayiṉṟaṉa mantikaḷ cōrum iruñcilampā
meyyā ariyateṉ ampalat tāṉmati yūrkoḷ veṟpiṉ

moyyār vaḷariḷa vēṅkaipoṉ mālaiyiṉ muṉṉiṉavē

Herr des großen Berghangs! In den dunklen Bananenhainen trinken die Äffinnen unbedacht den Honig, der aus den fallenden Jackfrüchten strömt, und sinken berauscht nieder. Am mondberührten Berg unseres Hallenherrn, der wahrhaftig schwer zu erkennen ist, haben sich die dicht wachsenden jungen Vengai-Bäume schon goldene Girlanden angelegt.

Die Freundin benennt die fortgeschrittene Jahreszeit und erinnert damit an die ausstehende Heirat. Der Situationsvermerk verweist ausdrücklich auf eine bereits besprochene Verpflichtung.

Vers 263 – Was sollen unsere Worte noch bewirken?

தேமாம் பொழில்தில்லைச் சிற்றம் பலத்துவிண் ணோர்வணங்க

நாமா தரிக்க நடம்பயில் வோனைநண் ணாதவரின்
வாமாண் கலைசெல்ல நின்றார் கிடந்தநம் அல்லல்கண்டால்

தாமா அறிகில ராயின்என்னாம் சொல்லும் தன்மைகளே
tēmām poḻiltillaic ciṟṟam palattuviṇ ṇōrvaṇaṅka

nāmā tarikka naṭampayil vōṉainaṇ ṇātavariṉ
vāmāṇ kalaicella niṉṟār kiṭantanam allalkaṇṭāl

tāmā aṟikila rāyiṉeṉṉām collum taṉmaikaḷē

In der kleinen Halle von Tillai mit seinen süßen Mangohainen tanzt er, sodass die Himmlischen ihn verehren und wir ihn lieben. Wir liegen in Leid, während unser schöner Schmuck entgleitet, wie Menschen, die sich ihm nicht nähern. Wenn der Mann dies sieht und dennoch nicht selbst erkennt, was es bedeutet: Was könnten unsere Worte noch ausrichten?

Die Freundin bringt die Frau dazu, ihre eigene Not auszusprechen. Entgleitender Schmuck bezeichnet die körperliche Abnahme während des Wartens.

Vers 264 – Der Weg wäre nicht zu schwer

வல்சியின் எண்கு வளர்புற்(று) அகழமல் கும்இருள்வாய்ச்

செல்(வு)அரி தன்றுமன் சிற்றம் பலவரைச் சேரலர்போல்
கொல்கரி சீயங் குறுகா வகைபிடி தானிடைச்செல்

கல்லதர் என்வந்த வாறென் பவர்ப்பெறின் கார்மயிலே
valciyiṉ eṇku vaḷarpuṟ(ṟu) akaḻamal kumiruḷvāyc

cel(vu)ari taṉṟumaṉ ciṟṟam palavaraic cēralarpōl
kolkari cīyaṅ kuṟukā vakaipiṭi tāṉiṭaiccel

kallatar eṉvanta vāṟeṉ pavarppeṟiṉ kārmayilē

Mein regenzeitlicher Pfau! Selbst in tiefer Nacht, wenn Bären auf Nahrungssuche die hohen Termitenhügel aufgraben, wäre der Weg nicht zu schwer – wenn wir einen hätten, der fragte: „Wie bist du nur hierhergekommen?“ Wie ein Elefant seine Gefährtin mitten durch den Steinweg führt, damit tötende Elefanten und Löwen nicht nahekommen, so könnte er uns schützen, fern vom Los jener, die den Hallenherrn nicht erreichen.

Die Freundin spricht in Hörweite des Mannes. Die verschachtelte Elefantenszene ist unsicher; ihr Kern ist der Wunsch nach einem Begleiter, der die Frau verantwortlich schützt.

Vers 265 – Warum muss ihre Schönheit schwinden?

வாரிக் களிற்றின் மருப்புகு முத்தம் வரைமகளிர்

வேரிக்(கு) அளிக்கும் விழுமலை நாட விரிதிரையிண்
நாரிக்(கு) அளிக்கமர் நன்மாச் சடைமுடி நம்பர்தில்லை

ஏரிக் களிக்கரு மஞ்ஞைஇந் நீர்மைஎன் எய்துவதே
vārik kaḷiṟṟiṉ maruppuku muttam varaimakaḷir

vērik(ku) aḷikkum viḻumalai nāṭa viritiraiyiṇ
nārik(ku) aḷikkamar naṉmāc caṭaimuṭi nampartillai

ērik kaḷikkaru maññaiin nīrmaieṉ eytuvatē

Herr des herrlichen Berges! Die Bergfrauen sammeln die Perlen, die aus den Stoßzähnen gefangener Elefanten fallen, und geben sie für duftenden Trank hin. Unser Vertrauter mit der großen Flechtenkrone nimmt die Frau der weit wogenden Flut liebevoll auf. Warum muss die dunkle Pfauengleiche, die sich an der Schönheit seines Tillai freut, in einen solchen Zustand geraten?

Die Freundin beklagt die Schwächung der Geliebten und drängt auf Heirat. Elefantenperlen gehören zur alten Natur- und Schatzvorstellung; sie werden hier nicht als zoologische Tatsache behauptet.

Kapitel 18 – Trennung zur Beschaffung der Heiratsmittel

Verse 266–298 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

வரைபொருட் பிரிதல் துறைமுப் பத்து

மூன்றுங் கருணை தோன்ற அருளே
உணர்த்தலும் உணர்தலும் திரோதையும் பரையும்
தெரிசன மாகித் திவ்விய இன்பம்

கூடும் குறியும் குலவி யுணர்தல்.
varaiporuṭ pirital tuṟaimup pattu

mūṉṟuṅ karuṇai tōṉṟa aruḷē
uṇarttalum uṇartalum tirōtaiyum paraiyum
tericaṉa mākit tivviya iṉpam

kūṭum kuṟiyum kulavi yuṇartal.

Die dreiunddreißig Situationen der Trennung um der Heiratsmittel willen bedeuten: Die Gnade macht das Erbarmen sichtbar, lässt erkennen und erkennt. Verhüllende und höchste Kraft werden geschaut; auch das Zeichen, an dem göttliche Freude sich verbindet, wird freudig erkannt.

Diese Deutung nennt wiederum Tirotai und Parai. Der Wechsel zwischen Erkennen und Erkennenlassen ist Teil ihrer verdichteten Sprache.

Vers 266 – Ihr Wert lässt sich nicht bezahlen

குறைவிற்கும் கல்விக்கும் செல்விற்கும் நின்குலத் திற்கும் வந்தோர்

நிறைவிற்கும் மேதகு நீதிக்கும் ஏற்பின்அல் லால்நினையின்
இறைவிற் குலாவரை யேந்திவண் தில்லையன் ஏழ்பொழிலும்

உறைவிற் குலாநுத லாள்விலை யோமெய்ம்மை யோதுநர்க்கே
kuṟaiviṟkum kalvikkum celviṟkum niṉkulat tiṟkum vantōr

niṟaiviṟkum mētaku nītikkum ēṟpiṉal lālniṉaiyiṉ
iṟaiviṟ kulāvarai yēntivaṇ tillaiyaṉ ēḻpoḻilum

uṟaiviṟ kulānuta lāḷvilai yōmeymmai yōtunarkkē

Wenn sie nicht zu deinem Werben, deiner Bildung, deinem Reichtum, deiner Herkunft, der Fülle deiner Gäste und deiner hervorragenden Rechtschaffenheit passte, gäbe es keine Verbindung. Denn selbst alle sieben Weltbereiche dessen, der den gebogenen Berg als Bogen erhob, des Herrn des reichen Tillai: Wären sie, wahrhaftig betrachtet, ein Preis für die Frau mit der bogenförmigen Stirn?

Die Freundin unterscheidet persönliche Eignung von materieller Entgeltung. Das Lob der Unbezahlbarkeit steht innerhalb einer historischen Brautwerbungsordnung.

Vers 267 – Bring die verlangten Gaben und heirate sie

வடுத்தன நீள்வகிர்க் கண்ணிவெண் நித்தில வாள்நகைக்குத்

தொடுத்தன நீவிடுத் தெய்தத் துணியென்னைத் தன்தொழும்பிற்
படுத்தநன் நீள்கழல் ஈசர்சிற் றம்பலம் தாம்பணியார்க்(கு)

அடுத்தன தாம்வரின் பொல்லா(து) இரவின்நின் ஆரருளே
vaṭuttaṉa nīḷvakirk kaṇṇiveṇ nittila vāḷnakaikkut

toṭuttaṉa nīviṭut teytat tuṇiyeṉṉait taṉtoḻumpiṟ
paṭuttanaṉ nīḷkaḻal īcarciṟ ṟampalam tāmpaṇiyārk(ku)

aṭuttaṉa tāmvariṉ pollā(tu) iraviṉniṉ āraruḷē

Entschließe dich, die vereinbarten Gaben zu beschaffen und die Frau mit den lang gespaltenen Mangostücken gleichen Augen und dem scharfen, weißperligen Lächeln zu gewinnen. Der Herr mit den guten langen Füßen hat mich in seinen Dienst gestellt. Wenn bei deinem Nachtbesuch einträfe, was jene trifft, die seine kleine Halle nicht verehren, würde deine kostbare Zuwendung zum Unheil.

Die Freundin rät zur Beschaffung der Heiratsmittel und zum Ende der gefährlichen heimlichen Besuche. Sie verbindet den wirtschaftlichen Schritt mit Verantwortung für die Frau.

Vers 268 – Erkläre ihr meine Reise

குன்றங் கிடையும் கடந்துமர் கூறும் நிதிகொணர்ந்து

மின்தங் கிடைநும் மையும் வந்து மேவுவன் அம்பலம்சேர்
மன்தங்(கு) இடைமரு(து) ஏகம்பம் வாஞ்சியம் அன்னபொன்னச்

சென்(று)அங்(கு) இடைகொண்டு வாடா வகைசெப்பு தேமொழியே
kuṉṟaṅ kiṭaiyum kaṭantumar kūṟum nitikoṇarntu

miṉtaṅ kiṭainum maiyum vantu mēvuvaṉ ampalamcēr
maṉtaṅ(ku) iṭaimaru(tu) ēkampam vāñciyam aṉṉapoṉṉac

ceṉ(ṟu)aṅ(ku) iṭaikoṇṭu vāṭā vakaiceppu tēmoḻiyē

Süß Sprechende, ich werde Berge und die dazwischenliegenden Wege überschreiten, den von ihrer Familie genannten Reichtum bringen und mich dann mit euch und der Frau von blitzschmaler Mitte vereinigen. Gehe zu der Goldenen, die Idaimarutu, Ekambam und Vanchiyam gleicht, den Stätten des Königs der Halle, und sage es so, dass sie in der Zwischenzeit nicht hinschwindet.

Der Mann bittet die Freundin, seine vorübergehende Reise zu erklären. Die genannten Heiligtümer bilden eine dreifache Würdigung der Geliebten.

Vers 269 – Sage es ihr selbst

கேழ்ஏ வரையும்இல் லோன்புலி யூர்பயில் கிள்ளையன்ன

யாழேர் மொழியாள் இரவரி னும்பகற் சேறியென்று
வாழேன் எனஇருக் கும்வரிக் கண்ணியை நீவருட்டித்

தாழேன் எனஇடைக் கண்சொல்லி ஏகு தனிவள்ளலே
kēḻē varaiyumil lōṉpuli yūrpayil kiḷḷaiyaṉṉa

yāḻēr moḻiyāḷ iravari ṉumpakaṟ cēṟiyeṉṟu
vāḻēṉ eṉairuk kumvarik kaṇṇiyai nīvaruṭṭit

tāḻēṉ eṉaiṭaik kaṇcolli ēku taṉivaḷḷalē

Unvergleichlicher Freigebiger! Sie ist wie der Papagei in Puliyur dessen, der weder Vergleich noch Grenze hat, und spricht sanft wie eine Yazh. Selbst wenn du nachts kommst, bleibt sie bei den Worten: „Am Tag wirst du wieder gehen; ich werde nicht leben!“ Besänftige die Frau mit den gezeichneten Augen selbst, sage ihr: „Ich bleibe nicht lange aus“, und gehe dann.

Die Freundin will die Verantwortung für die Nachricht nicht allein übernehmen. Der Mann soll sein Versprechen unmittelbar gegenüber der Geliebten aussprechen.

Vers 270 – Er findet keine Worte zum Abschied

வருட்டின் திகைக்கும் வசிக்கின் துளங்கும் மனமகிழ்ந்து

தெருட்டின் தெளியலள் செப்பும் வகையில்லை சீரருக்கன்
குருட்டின் புகச்செற்ற கோன்புலி யூர்குரு கார்மனம் போன்(று)

இருட்டிற் புரிகுழ லாட்(கு)எங்ங னேசொல்லி ஏகுவனே
varuṭṭiṉ tikaikkum vacikkiṉ tuḷaṅkum maṉamakiḻntu

teruṭṭiṉ teḷiyalaḷ ceppum vakaiyillai cīrarukkaṉ
kuruṭṭiṉ pukacceṟṟa kōṉpuli yūrkuru kārmaṉam pōṉ(ṟu)

iruṭṭiṟ purikuḻa lāṭ(ku)eṅṅa ṉēcolli ēkuvaṉē

Wenn ich sie zu besänftigen suche, gerät sie außer sich; wenn ich eindringlich rede, zittert sie. Auch wenn ich es ihr freundlich erkläre, findet sie keine Klarheit. Ich finde keinen Weg, es ihr zu sagen. Wie soll ich der Frau mit den dunklen, gewundenen Locken meinen Abschied erklären, dunkel wie die Herzen jener, die sich Puliyur des Königs nicht nähern, der den strahlenden Sonnengott erblinden ließ?

Nach dem Situationsvermerk geht der Mann schließlich ohne Mitteilung fort. Die Selbstrechtfertigung seiner Rede lässt die Schwierigkeit erkennen, hebt die Folgen für die Frau aber nicht auf.

Vers 271 – Er ist gegangen, um die Mittel zu beschaffen

நல்லாய் நமக்குற்ற(து) என்னென்(று) உரைக்கேன் நமர்தொடுத்த

எல்லா நிதியும் உடன்விடுப் பான்இமை யோர் இறைஞ்சும்
மல்லார் கழல்அழல் வண்ணர்வண் தில்லை தொழார்கள் அல்லால்

சொல்லா அழற்கடம் இன்றுசென் றார் சிறந்தவரே
nallāy namakkuṟṟa(tu) eṉṉeṉ(ṟu) uraikkēṉ namartoṭutta

ellā nitiyum uṭaṉviṭup pāṉimai yōr iṟaiñcum
mallār kaḻalaḻal vaṇṇarvaṇ tillai toḻārkaḷ allāl

collā aḻaṟkaṭam iṉṟuceṉ ṟār ciṟantavarē

Meine Gute, wie soll ich sagen, was uns widerfahren ist? Der Vortreffliche ging heute in die brennende Wildnis, von der sonst nur jene sprechen müssten, die das reiche Tillai des Feuerfarbenen nicht verehren, dessen mächtige Füße die Himmlischen anbeten. Er will den ganzen Reichtum aufbringen, den unsere Angehörigen verlangt haben.

Die Freundin überbringt die Nachricht des bereits erfolgten Aufbruchs. Der wirtschaftliche Zweck der Reise ist damit ausdrücklich genannt.

Vers 272 – Wie sollen wir damit leben?

அருந்தும் விடம்அணி யாம்மணிகண்டன்மற்(று) அண்டர்க்கெல்லாம்

மருந்தும் அமிர்தமும் ஆகும்முன் னோன்தில்லை வாழ்த்தும்வள்ளல்
திருந்தும் கடன்நெறி செல்லும்இவ் வாறு சிதைக்குமென்றால்

வருந்தும் மடநெஞ்ச மேயென்ன யாம்இனி வாழ்வகையே
aruntum viṭamaṇi yāmmaṇikaṇṭaṉmaṟ(ṟu) aṇṭarkkellām

maruntum amirtamum ākummuṉ ṉōṉtillai vāḻttumvaḷḷal
tiruntum kaṭaṉneṟi cellumiv vāṟu citaikkumeṉṟāl

varuntum maṭaneñca mēyeṉṉa yāmiṉi vāḻvakaiyē

Er preist Tillai des Uralten: Das getrunkene Gift wurde zum Edelstein seines edelsteinfarbenen Halses; für alle Himmlischen wurde er Heilmittel und Nektar. Wenn nun der Freigebige auf diesem Weg, der doch der rechten Pflicht dienen soll, uns so zerbrechen lässt – leidendes, argloses Herz, wie sollen wir von jetzt an leben?

Die Frau erlebt den Widerspruch zwischen dem guten Zweck der Reise und dem Schmerz ihres unangekündigten Beginns. Ihr Herz wird zum Gesprächspartner der Klage.

Vers 273 – Was tut mein Herz hinter seinem Wagen?

ஏர்ப்பின்னை தோள்முன் மணந்தவன் ஏத்த எழில்திகழும்

சீர்ப்பொன்னை வென்ற செறிகழ லோன்தில்லைச் சூழ்பொழில்வாய்க்
கார்ப்புன்னை பொன்னவிழ் முத்த மணலிற் கலந்தகன்றார்

தேர்ப் பின்னைச் சென்றஎன் நெஞ்(சு)என் கொலாம்இன்று செய்கின்றதே
ērppiṉṉai tōḷmuṉ maṇantavaṉ ētta eḻiltikaḻum

cīrppoṉṉai veṉṟa ceṟikaḻa lōṉtillaic cūḻpoḻilvāyk
kārppuṉṉai poṉṉaviḻ mutta maṇaliṟ kalantakaṉṟār

tērp piṉṉaic ceṉṟaeṉ neñ(cu)eṉ kolāmiṉṟu ceykiṉṟatē

Derjenige, der einst die Arme der schönen Pinnai umarmte, preist den Herrn, dessen fest umschlossene Füße glänzendes Gold übertreffen. In den Hainen rings um sein Tillai streuen dunkle Punnai-Bäume Gold und Perlen auf den Sand. Dort vereinte er sich mit mir und ging fort. Mein Herz folgte seinem Wagen – was mag es heute dort tun?

Die Frau stellt sich vor, ihr Herz begleite den Reisenden. Pinnai ist die tamilische Geliebte Krishnas. In der Textquelle ist die letzte metrische Zeile durch einen zusätzlichen Umbruch geteilt; sie wird hier wieder zusammengeführt.

Vers 274 – Er wird dich nicht wirklich verlassen

கானமர் குன்றர் செவியுற வாங்கு கணைதுணையா

மானமர் நோக்கியர் நோக்கென மான்நல் தொடைமடக்கும்
வானவர் வெற்பர்வண் தில்லையின் மன்னை வணங்கலர் போல்

தேனமர் சொல்லிசெல் லார்செல்லல் செல்லல் திருநுதலே
kāṉamar kuṉṟar ceviyuṟa vāṅku kaṇaituṇaiyā

māṉamar nōkkiyar nōkkeṉa māṉnal toṭaimaṭakkum
vāṉavar veṟparvaṇ tillaiyiṉ maṉṉai vaṇaṅkalar pōl

tēṉamar collicel lārcellal cellal tirunutalē

Hellstirnige mit honigsüßen Worten, gräme dich nicht! Der Bergmann spannt den Pfeil bis ans Ohr und nimmt ihn zum Gefährten. Doch wenn er im Blick eines Rehs den Blick seiner rehgleichen Geliebten erkennt, senkt er den guten Bogen. Er wird dich nicht fortlassen und dir nicht das Leid zufügen, das jene trifft, die den König des reichen Tillai nicht verehren.

Die Freundin tröstet mit einem Bild seiner Empfindsamkeit. Der Verzicht auf den Schuss zeigt die Rückwirkung seiner Liebe auf sein Verhalten gegenüber einem Tier.

Vers 275 – Denke auch an das Gerede

மதுமலர்ச் சோலையும் வாய்மையும் அன்பும் மருவி வெங்கான்

கதுமெனப் போக்கும் நிதியின் அருக்குமுன் னிக்கலுழ்ந்தால்
நொதுமலர் நோக்கமொர் மூன்றுடை யோன்தில்லை நோக்கலர்போல்

இதுமலர்ப் பாவைக்(கு)என் னோவந்த வாறென்பர் ஏந்திழையே
matumalarc cōlaiyum vāymaiyum aṉpum maruvi veṅkāṉ

katumeṉap pōkkum nitiyiṉ arukkumuṉ ṉikkaluḻntāl
notumalar nōkkamor mūṉṟuṭai yōṉtillai nōkkalarpōl

itumalarp pāvaik(ku)eṉ ṉōvanta vāṟeṉpar ēntiḻaiyē

Geschmückte, wenn du immer nur an die honigreichen Blütenhaine, an seine Wahrhaftigkeit und Liebe denkst und dann über die Härte des Reichtums weinst, der ihn so plötzlich in den grausamen Wald trieb, werden fremde Beobachter fragen: „Was ist dieser Blumenpuppe widerfahren?“ So ergeht es jenen, die sich nicht dem Tillai des Herrn mit den drei Blicken zuwenden.

Die Freundin versucht, die Frau zur Fassung zu bringen. Ihr Trost enthält auch sozialen Druck; die Übersetzung lässt diese Spannung stehen.

Vers 276 – So ist also seine Fürsorge!

வந்(து)ஆய் பவரைஇல்லாமயில் முட்டை இளையமந்தி

பந்தா(டு) இரும்பொழில் பல்வரை நாடன்பண் போஇனிதே
கொந்தார் நறுங்கொன்றைக் கூத்தன்தென் தில்லை தொழார்குழுப்போல்

சிந்தா குலமுற்றப் பற்றின்றி நையும் திருவினர்க்கே
van(tu)āy pavaraiillāmayil muṭṭai iḷaiyamanti

pantā(ṭu) irumpoḻil palvarai nāṭaṉpaṇ pōiṉitē
kontār naṟuṅkoṉṟaik kūttaṉteṉ tillai toḻārkuḻuppōl

cintā kulamuṟṟap paṟṟiṉṟi naiyum tiruviṉarkkē

An den vielen Bergen seiner großen Haine spielen junge Äffinnen Ball mit den Pfaueneiern, weil niemand kommt, um nach ihnen zu sehen. So gut ist also die Gesinnung dieses Bergmannes! Sie ist gerade recht für eine Frau, die ohne Halt in Grübeleien versinkt und dahinschwindet, wie die Gemeinschaft jener, die das südliche Tillai des Tänzers mit duftenden Konrai-Büscheln nicht verehren.

Die Geliebte reagiert bitter auf den Trost der Freundin. Die unbeaufsichtigten Eier veranschaulichen das Gefühl, schutzlos zurückgelassen worden zu sein.

Vers 277 – Wenn sein Wort falsch wäre

மொய்யென் பதேஇழை கொண்டவன் என்னைத்தன் மொய்கழற்(கு)ஆட்

செய்என் பதேசெய் தவன்தில்லைச் சூழ்கடற் சேர்ப்பர்சொல்லும்
பொய்என்ப தேகருத்தாயின் புரிகுழற் பொற்றொடியாய்

மெய்என்ப(து) ஏதுமற்(று) இல்லைகொலாம்இவ் வியவிடத்தே
moyyeṉ patēiḻai koṇṭavaṉ eṉṉaittaṉ moykaḻaṟ(ku)āṭ

ceyeṉ patēcey tavaṉtillaic cūḻkaṭaṟ cērpparcollum
poyeṉpa tēkaruttāyiṉ purikuḻaṟ poṟṟoṭiyāy

meyeṉpa(tu) ētumaṟ(ṟu) illaikolāmiv viyaviṭattē

Du mit gewundenen Locken und goldenen Armreifen! Er trägt den dichten Schmuck und hat mich einzig dazu gebracht, seinen festen Füßen zu dienen. Wenn du meinst, die Worte des Küstenherrn von Tillai seien falsch: Gibt es dann in dieser weiten Welt überhaupt noch etwas, das man „wahr“ nennen könnte?

Die Freundin beruft sich auf die Verlässlichkeit des Mannes. Die genaue Art des in der ersten Zeile genannten göttlichen Schmucks bleibt in der Vorlage unklar.

Vers 278 – Warum findet mein Herz keine Ruhe?

மன்செய்த முன்னாள் மொழிவழி யேஅன்ன வாய்மைகண்டும்

என்செய்த நெஞ்சும் நிறையும்நில் லாஎன(து) இன்னுயிரும்
பொன்செய்த மேனியன் தில்லை யுறாரின் பொறைஅரிதாம்

முன்செய்த தீங்குகொல் காலத்து நீர்மைகொல் மொய்குழலே
maṉceyta muṉṉāḷ moḻivaḻi yēaṉṉa vāymaikaṇṭum

eṉceyta neñcum niṟaiyumnil lāeṉa(tu) iṉṉuyirum
poṉceyta mēṉiyaṉ tillai yuṟāriṉ poṟaiaritām

muṉceyta tīṅkukol kālattu nīrmaikol moykuḻalē

Du mit dichtem Haar! Ich kenne doch die Wahrhaftigkeit seiner früher gesprochenen Worte. Trotzdem bleiben mein Herz und meine Fassung nicht fest, und meinem kostbaren Leben ist das Ertragen so schwer wie jenen, die das Tillai des Herrn mit dem goldenen Leib nicht erreichen. Liegt es an früher begangenem Unrecht oder an der Beschaffenheit dieser Zeit?

Die Frau unterscheidet verstandenes Vertrauen von tatsächlich empfundener Ruhe. Ihre Fragen nach früheren Taten und der Zeit bleiben offen.

Vers 279 – Das ist noch nicht die angekündigte Regenzeit

கருந்தினை ஓம்பக் கடவுள் பராவி நமர்கலிப்பச்

சொரிந்தன கொண்மூச் சுரந்ததன் பேரரு ளால்தொழும்பிற்
பரிந்தெனை யாண்டசிற் றம்பலத் தான்பரங் குன்றில்துன்றி

விரிந்தன காந்தள் வெருவரல் காரென வெள்வளையே
karuntiṉai ōmpak kaṭavuḷ parāvi namarkalippac

corintaṉa koṇmūc curantataṉ pēraru ḷāltoḻumpiṟ
parinteṉai yāṇṭaciṟ ṟampalat tāṉparaṅ kuṉṟiltuṉṟi

virintaṉa kāntaḷ veruvaral kāreṉa veḷvaḷaiyē

Du mit den weißen Armreifen, fürchte dich nicht und sage nicht: „Die Regenzeit ist da!“ Unsere Leute verehrten die Gottheit, damit sie die dunkle Hirse schütze, und jubelten; deshalb ergossen sich die Wolken. Am Parankunram des Herrn der kleinen Halle, der mich aus großer, überströmender Gnade liebend in seinen Dienst nahm, haben sich die dichten Kantal-Blüten geöffnet.

Die Freundin deutet die Regenzeichen um, damit die Frau die versprochene Rückkehr nicht schon als versäumt ansieht. Der Situationsvermerk bezeichnet diese Rede ausdrücklich als Verbergen der Jahreszeit.

Vers 280 – Vielleicht kommt Nachricht von ihm

வென்றவர் முப்புரம் சிற்றம் பலத்திற்நின் றாடும்வெள்ளிக்

குன்றவர் குன்றா அருள்தரக் கூடினர் நம்மகன்று
சென்றவர் தூதுகொல் லோஇருந் தேமையும் செல்லல்செப்பா

நின்றவர் தூதுகொல் லோவந்து தோன்றும் நிரைவளையே
veṉṟavar muppuram ciṟṟam palattiṟniṉ ṟāṭumveḷḷik

kuṉṟavar kuṉṟā aruḷtarak kūṭiṉar nammakaṉṟu
ceṉṟavar tūtukol lōirun tēmaiyum cellalceppā

niṉṟavar tūtukol lōvantu tōṉṟum niraivaḷaiyē

Du mit den eng gereihten Armreifen! Dort erscheint ein Bote. Ist es eine Botschaft dessen, der mit uns vereint war und dann fortging, als der Herr vom Silberberg, der die drei Festungen besiegte und in der kleinen Halle tanzt, seine unverminderte Gnade schenkte? Oder kommt sie von einem, der unser fortdauerndes Leiden aussprechen will?

Die Freundin sieht einen Ankommenden und hofft auf Nachricht. Die Alternative in der zweiten Frage ist grammatisch unsicher; der Vers lässt die Erwartung zunächst unaufgelöst.

Vers 281 – Nur die Boten kommen und gehen

வருவன செல்வன தூதுகள் ஏதில வான்புலியூர்

ஒருவனது அன்பரின் இன்பக் கலவிகள் உள்ளுருகத்
தருவன செய்தன(து) ஆவிகொண்(டு) ஏகிஎன் நெஞ்சில்தம்மை

இருவின காதலர் ஏதுசெய் வான்இன்(று) இருக்கின்றதே
varuvaṉa celvaṉa tūtukaḷ ētila vāṉpuliyūr

oruvaṉatu aṉpariṉ iṉpak kalavikaḷ uḷḷurukat
taruvaṉa ceytaṉa(tu) āvikoṇ(ṭu) ēkieṉ neñciltammai

iruviṉa kātalar ētucey vāṉiṉ(ṟu) irukkiṉṟatē

Die Boten kommen und gehen wie Fremde. Der Geliebte schenkte mir Vereinigungen, die das Innere schmelzen ließen, wie die Freude der Liebenden des Einen im hohen Puliyur. Dann nahm er meinen Atem mit sich und ließ sich selbst in meinem Herzen zurück. Was soll mein Verbleiben hier heute noch bewirken?

Die Nachricht ersetzt der Frau die Gegenwart des Mannes nicht. Das getauschte Herzleben verdichtet die Erfahrung, körperlich anwesend und innerlich fortgetragen zu sein.

Vers 282 – Ist sie in Murugans Gewalt geraten?

வேயின மென்தோள் மெலிந்தோளி வாடி விழிபிறிதாய்ப்

பாயின மேகலை பண்டையள் அல்லள் பவளச்செவ்வி
ஆயின ஈசன் அமரர்க்(கு) அமரன்சிற் றம்பலத்தான்

சேயின(து) ஆட்சியில் பட்டன ளாம்இத் திருந்திழையே
vēyiṉa meṉtōḷ melintōḷi vāṭi viḻipiṟitāyp

pāyiṉa mēkalai paṇṭaiyaḷ allaḷ pavaḷaccevvi
āyiṉa īcaṉ amarark(ku) amaraṉciṟ ṟampalattāṉ

cēyiṉa(tu) āṭciyil paṭṭaṉa ḷāmit tiruntiḻaiyē

Ihre sanften bambusgleichen Arme sind schmal geworden, ihr Glanz ist verblasst, ihr Blick hat sich verändert und der breite Gürtel sitzt lose. Sie ist nicht mehr die Frühere. Diese wohlgeschmückte Frau muss unter die Herrschaft des Sohnes des korallenroten Herrn geraten sein, des Gottes der Götter, der in der kleinen Halle wohnt.

Die Amme deutet die Liebesnot als Einfluss Murugans. Der Artikel gibt diese Erklärung als Ansicht der Figur wieder; die Lesenden kennen bereits die menschliche Vorgeschichte.

Vers 283 – Lasst die Frauen die Ursache bestimmen

கணங்குற்ற கொங்கைகள் சூதுற் றிலசொல் தெளிவுற்றில

குணங்குற்றம் கொள்ளும் பருவமு றாள்குறு காஅசுரர்
நிணங்குற்ற வேல்சிவன் சிற்றம் பலநெஞ் சுறாதவர்போல்

அணங்குற்ற நோய்அறி வுற்றுரை யாடுமின் அன்னையரே
kaṇaṅkuṟṟa koṅkaikaḷ cūtuṟ ṟilacol teḷivuṟṟila

kuṇaṅkuṟṟam koḷḷum paruvamu ṟāḷkuṟu kāacurar
niṇaṅkuṟṟa vēlcivaṉ ciṟṟam palaneñ cuṟātavarpōl

aṇaṅkuṟṟa nōyaṟi vuṟṟurai yāṭumiṉ aṉṉaiyarē

Ihre vollen Brüste haben noch nicht die Form der Würfel erreicht, ihre Worte sind noch nicht klar; sie ist noch nicht im Alter, Vorzug und Fehler sicher zu beurteilen. Mütter, erkennt die Krankheit, die wie ein göttlicher Anfall über sie kam, und sprecht darüber – wie über das Los jener, die die kleine Halle Shivas nicht im Herzen tragen, dessen Speer vom Fleisch der heranstürmenden Dämonen bedeckt war.

Die betreuenden Frauen suchen eine rituelle Diagnose. Die unklare Entwicklungssprache gehört zur damaligen Darstellung weiblicher Jugend; der Vergleich „Würfel“ und die Zuordnung des Speers bleiben im Wortlaut schwierig.

Vers 284 – Die Untersuchung wird alles enthüllen

மாட்டியன் றேஎம் வயின்பெரு நாணினி மாக்குடிமா

சூட்டியன் றேநிற்ப(து) ஓடிய வா(று)இவள் உள்ளமெல்லாம்
காட்டியன் றேநின்ற தில்லைச்தொல் லோனைக்கல் லாதவர்போல்

வாட்டியன்(று) ஏர்குழ லார்மொழி யாதன வாய்திறந்தே
māṭṭiyaṉ ṟēem vayiṉperu nāṇiṉi mākkuṭimā

cūṭṭiyaṉ ṟēniṟpa(tu) ōṭiya vā(ṟu)ivaḷ uḷḷamellām
kāṭṭiyaṉ ṟēniṉṟa tillaictol lōṉaikkal lātavarpōl

vāṭṭiyaṉ(ṟu) ērkuḻa lārmoḻi yātaṉa vāytiṟantē

Unsere große Scheu ist dahin! Nun wird gewiss ein Makel auf unser großes Haus gelegt. Alles, was durch ihr Herz lief, wird offengelegt. Wie jene, die den Uralten von Tillai nicht kennen, werden die Frauen mit schönem Haar sie quälen und den Mund zu Worten öffnen, die sie sonst nicht aussprechen würden.

Die Freundin fürchtet, die bevorstehende rituelle Untersuchung werde das Geheimnis öffentlich machen. Der Situationsvermerk bestätigt ihre Angst vor einer Entdeckung durch göttliche Befragung.

Vers 285 – Die Deuterin sieht Murugans Zeichen

குயிலிதன் றேயென்ன லாம்சொல்லி கூறன்சிற் றம்பலத்தான்

இயலிதன் றேயென்ன லாகா இறைவிறற் சேய்கடவும்
மயிலிதன் றேகொடி வாரணம் காண்கவன் சூர்தடிந்த

அயிலிதன் றேயிதன் றேநெல்லில் தோன்றும் அவன்வடிவே
kuyilitaṉ ṟēyeṉṉa lāmcolli kūṟaṉciṟ ṟampalattāṉ

iyalitaṉ ṟēyeṉṉa lākā iṟaiviṟaṟ cēykaṭavum
mayilitaṉ ṟēkoṭi vāraṇam kāṇkavaṉ cūrtaṭinta

ayilitaṉ ṟēyitaṉ ṟēnellil tōṉṟum avaṉvaṭivē

Dies ist der Pfau, den der siegreiche Sohn des Herrn der kleinen Halle reitet – jenes Herrn, dessen Hälfte so spricht, dass man sagen könnte: „Dies ist der Kuckuck!“ Seine Art ist nicht leicht zu bestimmen. Seht hier den Hahn seines Banners! Hier ist der Speer, mit dem er Sura zerschlug. Dies, genau dies ist seine Gestalt, die im Reis erscheint.

Die Deuterin liest im ausgelegten Reis die Zeichen Murugans. Ihre Auslegung erklärt die bevorstehende Beschwörung, ohne die tatsächliche Liebesursache des Leidens zu erfassen.

Vers 286 – Der Velan soll den Besessenheitstanz vollführen

வேலன் புகுந்து வெறியா டுகவெண் மறியறுக்க

காலன் புகுந்(து)அவி யக்கழல் வைத்தெழில் தில்லைநின்ற
மேலன் புகுந்தென்கண் நின்றான் இருந்தவெண் காடனைய

பாலன் புகுந்திப் பரிசினின் நிற்பித்த பண்பினுக்கே
vēlaṉ pukuntu veṟiyā ṭukaveṇ maṟiyaṟukka

kālaṉ pukun(tu)avi yakkaḻal vaitteḻil tillainiṉṟa
mēlaṉ pukunteṉkaṇ niṉṟāṉ iruntaveṇ kāṭaṉaiya

pālaṉ pukuntip pariciṉiṉ niṟpitta paṇpiṉukkē

Der Velan soll eintreten und den ekstatischen Tanz vollführen; ein weißes Zicklein soll geschlachtet werden. Der Höchste setzte seinen Fuß auf den ankommenden Tod, sodass dieser verging, und steht im schönen Tillai; er ging in mich ein und blieb vor meinen Augen. Wegen des jungen Herrn, der seinem Venkadu gleicht, ist sie in diesen Zustand versetzt worden.

Die Muttergestalt ruft den Murugan-Priester zum veṟiyāṭal. Das angekündigte Tieropfer wird als Bestandteil der historischen Szene beschrieben. Die Zuordnung des „jungen Herrn“ in der letzten Hälfte bleibt unsicher.

Vers 287 – Was wird aus ihm, wenn die Blässe bleibt?

அயர்ந்தும் வெறிமறி ஆவி செகுத்தும் விளர்ப்(பு)அயலார்

பெயர்ந்தும் ஒழியா விடின்என்னை பேசுவ பேர்ந்திருவர்
உயர்ந்தும் பணிந்தும் உணரான(து) அம்பலம் உன்னலரின்

துயர்ந்தும் பிறிதின் ஒழியினென் ஆதும் துறைவனுக்கே
ayarntum veṟimaṟi āvi cekuttum viḷarp(pu)ayalār

peyarntum oḻiyā viṭiṉeṉṉai pēcuva pērntiruvar
uyarntum paṇintum uṇarāṉa(tu) ampalam uṉṉalariṉ

tuyarntum piṟitiṉ oḻiyiṉeṉ ātum tuṟaivaṉukkē

Wenn sie den ekstatischen Tanz vollführen, das Leben des Zickleins abschneiden und meine Blässe dennoch nicht weicht, was werden die Fremden dann sagen? Und wenn mein Leid durch etwas anderes vergeht – wie das Leid jener, die die Halle dessen nicht bedenken, den die beiden weder oben noch unten erkannten –, was bedeutet das dann für meinen Küstenherrn?

Die Geliebte fürchtet sowohl das Scheitern als auch eine falsche Deutung des Rituals. Der zweite Fragesatz lässt einzelne Satzteile unausgesprochen; er kreist um die Stellung des Geliebten, dessen Abwesenheit die eigentliche Ursache ist.

Vers 288 – Ich muss das Geheimnis aussprechen

சென்றார் திருத்திய செல்லல்நின் றார்கள் சிதைப்பரென்றால்

நன்றா அழகிதன் றேஇறை தில்லை தொழாரின்நைந்தும்
ஒன்றாம் இவட்கும் மொழிதல்இல் லேன்மொழி யாதும்உய்யேன்

குன்றார் துறைவர்க்(கு) உறுவேன் உரைப்பன் இக் கூர்மறையே
ceṉṟār tiruttiya cellalniṉ ṟārkaḷ citaippareṉṟāl

naṉṟā aḻakitaṉ ṟēiṟai tillai toḻāriṉnaintum
oṉṟām ivaṭkum moḻitalil lēṉmoḻi yātumuyyēṉ

kuṉṟār tuṟaivark(ku) uṟuvēṉ uraippaṉ ik kūrmaṟaiyē

Wenn die hier Gebliebenen das Leiden zerstören könnten, das der Fortgegangene hervorgebracht hat, wie gut wäre das! Doch selbst wenn sie dahinschwindet wie jene, die den Herrn von Tillai nicht verehren, habe ich der mit mir so eng Verbundenen bisher nichts gesagt. Schweigend aber kann ich nicht weiterleben. Dem Herrn des Berges gegenüber verantwortlich, werde ich dieses schmerzliche Geheimnis aussprechen.

Die Freundin erwägt, die Liebesbindung offenzulegen und damit die Beschwörung zu verhindern. Der genaue Adressatenwechsel bleibt unsicher; die Entscheidung zugunsten wahrhaftiger Rede ist deutlich.

Vers 289 – Ich werde sagen, was geschehen ist

யாயும் தெறுக அயலவர் ஏசுக ஊர்நகுக

நீயும் முனிக நிகழ்ந்தது கூறுவல் என்னுடைய
வாயும் மனமும் பிரியா இறைதில்லை வாழ்த்துநர்போல்

தூயன் நினக்குக் கடுஞ்சூள் தருவன் சுடர்க்குழையே
yāyum teṟuka ayalavar ēcuka ūrnakuka

nīyum muṉika nikaḻntatu kūṟuval eṉṉuṭaiya
vāyum maṉamum piriyā iṟaitillai vāḻttunarpōl

tūyaṉ niṉakkuk kaṭuñcūḷ taruvaṉ cuṭarkkuḻaiyē

Mag die Mutter zürnen, mögen Fremde schmähen, mag die Stadt lachen, und magst auch du mir böse sein: Ich werde sagen, was geschehen ist. Du mit den leuchtenden Ohrringen, Mund und Herz werden bei mir nicht auseinandergehen. Wie jene, die das Tillai des Herrn preisen, bleibe ich rein; ich gebe dir einen feierlichen Eid.

Die Frau erklärt ihrer verängstigten Freundin ihre Bereitschaft zur Wahrheit. Die Szene macht persönliche Aufrichtigkeit wichtiger als das Verbergen vor fremdem Urteil.

Vers 290 – Er hat uns das Leben zurückgegeben

வண்டலுற் றேம்எங்கண் வந்தொரு தோன்றல் வரிவளையீர்

உண்டலுற் றேமென்று நின்றதோர் போழ்(து)உடை யான்புலியூர்க்
கொண்டலுற்(று) ஏறும் கடல்வர எம்உயிர் கொண்டுதந்து

கண்டலுற்(று) ஏர்நின்ற சேரிச்சென் றான்ஓர் கழலவனே
vaṇṭaluṟ ṟēmeṅkaṇ vantoru tōṉṟal varivaḷaiyīr

uṇṭaluṟ ṟēmeṉṟu niṉṟatōr pōḻ(tu)uṭai yāṉpuliyūrk
koṇṭaluṟ(ṟu) ēṟum kaṭalvara emuyir koṇṭutantu

kaṇṭaluṟ(ṟu) ērniṉṟa cēricceṉ ṟāṉōr kaḻalavaṉē

Wir spielten im Sand, als ein junger Herr zu uns kam und sagte: „Ihr mit den gestreiften Armreifen, wir möchten etwas essen.“ Da stieg am Puliyur unseres Herrn das wolkenreiche Meer heran. Der Mann mit der Heldenfußspange nahm unser entweichendes Leben auf und gab es zurück; danach ging er in die Siedlung bei den schönen Pandanuspflanzen.

Die Frau berichtet von einer Rettung aus der Meeresflut und begründet damit ihre Bindung. Die erste Äußerung des Mannes ist im Wortlaut ungewöhnlich; „wir möchten essen“ folgt der unmittelbaren Lesart von uṇṭal.

Vers 291 – Nun lässt sich nichts mehr verbergen

குடிக்கலர் கூறினும் கூறா வியன்தில்லைக் கூத்தன்தாள்

முடிக்(கு)அல ராக்கும்மொய் பூந்துறை வற்கு முரிபுருவ
வடிக்கலர் வேற்கண்ணி வந்தன சென்றுநம் யாய்அறியும்

படிக்கல ராம்இவை என்நாம் மறைக்கும் பரிசுகளே
kuṭikkalar kūṟiṉum kūṟā viyaṉtillaik kūttaṉtāḷ

muṭik(ku)ala rākkummoy pūntuṟai vaṟku muripuruva
vaṭikkalar vēṟkaṇṇi vantaṉa ceṉṟunam yāyaṟiyum

paṭikkala rāmivai eṉnām maṟaikkum paricukaḷē

Selbst wenn die Gemeinschaft davon redet, wird es kein gewöhnlicher Tadel gegen den Herrn der blumenreichen Küste sein, der die Füße des Tänzers im weiten Tillai als Blumen auf seinem Haupt trägt. Du mit gebogenen Brauen und scharfen Blumenaugen: Was dir widerfahren ist, wird durch das Gerede unsere Mutter erreichen. Wie könnten wir dies noch verbergen?

Die Freundin führt die Offenlegung der rechtmäßigen persönlichen Bindung weiter. Das Wortspiel zwischen alar als Blume und als Gerücht ist im Deutschen nur teilweise erhaltbar.

Vers 292 – Die Ursache ist doch bekannt

விதியுடை யார்உண்க வேரி விலக்கலம் அம்பலத்துப்

பதியுடை யான்பரங் குன்றினில் பாய்புனல் யாம் ஒழுகக்
கதியுடை யான்கதிர்த் தோள்நிற்க வேறு கருதுநின்னின்

மதியுண்டை யார்தெய்வ மேயில்லை கொல்இனி வையகத்தே
vitiyuṭai yāruṇka vēri vilakkalam ampalattup

patiyuṭai yāṉparaṅ kuṉṟiṉil pāypuṉal yām oḻukak
katiyuṭai yāṉkatirt tōḷniṟka vēṟu karutuniṉṉiṉ

matiyuṇṭai yārteyva mēyillai koliṉi vaiyakattē

Die dazu Bestimmten mögen den berauschenden Trank genießen; wir wollen es nicht hindern. Doch als wir am Parankunram des Hallenherrn im strömenden Wasser fortgerissen wurden, waren die leuchtenden Arme unseres Retters da. Wenn du trotzdem etwas anderes für die Ursache hältst: Gibt es auf dieser Welt überhaupt eine Gottheit mit so wenig Einsicht wie du?

Die Freundin weist die rituelle Fehldeutung scharf zurück und erinnert an die menschliche Liebesgeschichte. Ihre Anrede gehört zur dramatischen Auseinandersetzung; sie ist keine pauschale Verwerfung Murugans oder seiner Verehrung.

Vers 293 – Er schützte uns vor dem Elefanten

மனக்களி யாய்இன் றியான்மகிழ் தூங்கத்தன் வார்கழல்கள்

எனக்களி யாநிற்கும் அம்பலத் தோன்இருந் தண்கயிலைச்
சினக்களி யானை கடிந்தார் ஒருவர்செவ் வாய்ப்பசிய

புனக்கிளி யாங்கடி யும்வரைச் சாரற் பொருப்பிடத்தே
maṉakkaḷi yāyiṉ ṟiyāṉmakiḻ tūṅkattaṉ vārkaḻalkaḷ

eṉakkaḷi yāniṟkum ampalat tōṉirun taṇkayilaic
ciṉakkaḷi yāṉai kaṭintār oruvarcev vāyppaciya

puṉakkiḷi yāṅkaṭi yumvaraic cāraṟ poruppiṭattē

Der Herr der Halle gibt mir seine langen Füße, sodass Freude in meinem Herzen wächst und ich in Wonne versinke. An seinem großen, kühlen Kailasa kam ein Mann und wehrte einen zornigen Elefanten ab, dort am Berghang, wo wir die grüne Papageienschar mit roten Schnäbeln aus dem Feld vertrieben.

Die Freundin erklärt der Amme die Bindung mit einer weiteren überlieferten Rettungssituation. Wasserrettung und Elefantenabwehr sind unterschiedliche Motive der poetischen Situationsordnung.

Vers 294 – Sie hat ihre feste Gesinnung bewahrt

இளையாள் இவளைஎன் சொல்லிப் பரவுதும் ஈர்எயிறு

முளையா அளவின் முதுக்குறைந் தாள்முடி சாய்த்திமையோர்
வளையா வழுத்தா வருதிருச் சிற்றம் பலத்துமன்னன்

திளையா வரும்அரு விக்கயி லைப்பயில் செல்வியையே
iḷaiyāḷ ivaḷaieṉ collip paravutum īreyiṟu

muḷaiyā aḷaviṉ mutukkuṟain tāḷmuṭi cāyttimaiyōr
vaḷaiyā vaḻuttā varutiruc ciṟṟam palattumaṉṉaṉ

tiḷaiyā varumaru vikkayi laippayil celviyaiyē

Wie könnten wir diese Junge genügend preisen? Noch ehe ihre beiden Zahnreihen hervorgetreten waren, hatte sie schon eine reife Gesinnung. Sie gleicht der Glücklichen, die am wasserfallreichen Kailasa weilt, den der König der heiligen kleinen Halle freudig besucht; die Himmlischen neigen ihre Häupter, umringen ihn und preisen ihn.

Die Amme bezeugt gegenüber der Mutter die Beständigkeit der Tochter. Das frühe Zahnbild ist eine rückblickende Überhöhung ihrer Reife, keine Datierung einer Liebesbeziehung.

Vers 295 – Sein großer Wagen kommt

கள்ளினம் ஆர்த்துண்ணும் வண்கொன்றை யோன்தில்லைக் கார்க்கடல்வாய்ப்

புள்ளினம் ஆர்ப்பப் பொருதிரை யார்ப்பப் புலவர்கள்தம்
வள்ளினம் ஆர்ப்ப மதுகரம் ஆர்ப்ப வலம்புரியின்

வெள்ளினம் ஆர்ப்ப வரும்பெரும் தேரின்று மெல்லியலே
kaḷḷiṉam ārttuṇṇum vaṇkoṉṟai yōṉtillaik kārkkaṭalvāyp

puḷḷiṉam ārppap porutirai yārppap pulavarkaḷtam
vaḷḷiṉam ārppa matukaram ārppa valampuriyiṉ

veḷḷiṉam ārppa varumperum tēriṉṟu melliyalē

Sanfte, heute kommt der große Wagen! Am dunklen Meer von Tillai des Herrn mit den reichen Konrai-Blüten, deren Honig die Bienenschwärme laut trinken, rufen die Vogelscharen, die anbrandenden Wellen rauschen, die Saiten der Sänger erklingen, die Bienen summen, und die weißen, rechtsgewundenen Muschelhörner schallen.

Die Freundin kündigt die Rückkehr an. Das wiederholte ārppa lässt die ganze Landschaft zur gemeinsamen Klangkulisse werden.

Vers 296 – Bereitet das Hochzeitsfest vor

பூரண பொற்குடம் வைக்க மணிமுத்தம் பொன்பொதிந்த

தோரணம் நீடுக தூரியம் ஆர்க்கதொன் மால்அயற்கும்
காரணன் ஏரணி கண்ணுத லோன்கடல் திலலையன்ன

வாரண வும்முலை மன்றலென்(று) ஏங்கும் மணமுரசே
pūraṇa poṟkuṭam vaikka maṇimuttam poṉpotinta

tōraṇam nīṭuka tūriyam ārkkatoṉ mālayaṟkum
kāraṇaṉ ēraṇi kaṇṇuta lōṉkaṭal tilalaiyaṉṉa

vāraṇa vummulai maṉṟaleṉ(ṟu) ēṅkum maṇamuracē

Stellt die vollen goldenen Krüge auf! Spannt lange Festgirlanden, besetzt mit Edelsteinen, Perlen und Gold! Lasst die Instrumente ertönen! Die Hochzeitstrommel verkündet die Vermählung der Frau mit der elefantengleichen vollen Brust, die dem meerumgebenen Tillai des schönen Stirnäugigen gleicht, dem Ursprung selbst des alten Vishnu und Brahma.

Die Hochzeit wird öffentlich angekündigt. Krüge, Girlanden und Instrumente stehen für festliche Fülle und die nun anerkannte Verbindung.

Vers 297 – Gilt diese Trommel wirklich ihm?

அடற்களி யாவர்க்கும் அன்பர்க்(கு) அளிப்பவன் துன்பஇன்பம்

படக்களி யாவண் டறைபொழில் தில்லைப் பரமன்வெற்பில்
கடக்களி யானை கடிந்தவர்க் கோஅன்றி நின்றவர்க்கோ

விடக்களி யாம்நம் விழுநகர் ஆர்க்கும் வியன்முரசே
aṭaṟkaḷi yāvarkkum aṉpark(ku) aḷippavaṉ tuṉpaiṉpam

paṭakkaḷi yāvaṇ ṭaṟaipoḻil tillaip paramaṉveṟpil
kaṭakkaḷi yāṉai kaṭintavark kōaṉṟi niṉṟavarkkō

viṭakkaḷi yāmnam viḻunakar ārkkum viyaṉmuracē

Am Berg des Höchsten von Tillai, dessen Haine von freudigen Bienen erfüllt sind, schenkt er allen Liebenden Gnade und verwandelt Leid in Freude. Die große Trommel tönt durch unsere herrliche Stadt: Gilt ihre freigebige Festfreude dem, der den wilden Elefanten abwehrte, oder einem anderen, der hier steht?

Die Frau wagt der guten Nachricht noch nicht zu trauen. Ihre Frage zeigt, wie lange Angst und Hoffnung nebeneinander bestehen können.

Vers 298 – Er hat den ganzen Reichtum gebracht

என்கடைக் கண்ணினும் யான்பிற ஏத்தா வகையிரங்கித்

தன்கடைக் கண்வைத்த தண்தில்லைச் சங்கரன் தாழ்கயிலைக்
கொன்கடைக் கண்தரும் யானை கடிந்தார் கொணர்ந்திறுத்தார்

முன்கடைக் கண்ணிது காண்வந்து தோன்றும் முழுநிதியே
eṉkaṭaik kaṇṇiṉum yāṉpiṟa ēttā vakaiyiraṅkit

taṉkaṭaik kaṇvaitta taṇtillaic caṅkaraṉ tāḻkayilaik
koṉkaṭaik kaṇtarum yāṉai kaṭintār koṇarntiṟuttār

muṉkaṭaik kaṇṇitu kāṇvantu tōṉṟum muḻunitiyē

Shankara des kühlen Tillai war mir so gnädig, dass ich nicht einmal mit dem Augenwinkel andere Götter preise; er wandte mir seinen eigenen Seitenblick zu. Der Mann, der am tiefen Kailasa den Elefanten mit dem tödlichen Blick abwehrte, hat alles gebracht und niedergelegt. Sieh, vor dem Tor erscheint der ganze verlangte Reichtum!

Die Freundin beseitigt den Zweifel: Der richtige Bewerber ist zurück und hat die vereinbarten Mittel beschafft. Die religiöse Ausschließlichkeit gehört zur shaivaitischen Stimme des Verses.

Zweiter Werkteil: Kaṟpiyal – eheliches Leben

Die Kapitel 19–25 entfalten die Liebe in Ehe, Trennung und erneuter Verständigung.

Kapitel 19 – Hochzeit und eheliches Glück

Verse 299–307 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

மணஞ்சிறப் புரைத்தல் வரும் ஓர் ஒன்பதும்

உயிர்சிவ மணம்பெற்(று) உண்மைஇன் பாகிய

பரைகடந் தின்பப் பண்பாய் நிற்றல்.
maṇañciṟap puraittal varum ōr oṉpatum

uyirciva maṇampeṟ(ṟu) uṇmaiiṉ pākiya

paraikaṭan tiṉpap paṇpāy niṟṟal.

Die neun Situationen des Lobes der Hochzeit bedeuten: Die Seele empfängt die Vermählung mit Shiva, überschreitet die höchste Kraft, die wahre Freude ist, und bleibt im Wesen der Seligkeit.

Der Vers spricht von einer über gewöhnliche Zustände hinausgehenden Freude. Das Verhältnis von Parai und deren Überschreiten verlangt eine traditionsbezogene Kommentierung und wird hier nicht mit einem anderen Lehrsystem gleichgesetzt.

Vers 299 – Nun endet die Angst

பிரசம் திகழும் வரைபுரை யானையின் பீடழித்தார்

முரசம் திகழும் முருகியம் நீங்கும் எவர்க்குமுன்னாம்
அர(சு)அம் பலத்துநின்(று) ஆடும் பிரானருள் பெற்றவரின்

புரைசந்த மேகலை யாய்துயர் தீரப் புகுந்துநின்றே
piracam tikaḻum varaipurai yāṉaiyiṉ pīṭaḻittār

muracam tikaḻum murukiyam nīṅkum evarkkumuṉṉām
ara(cu)am palattuniṉ(ṟu) āṭum pirāṉaruḷ peṟṟavariṉ

puraicanta mēkalai yāytuyar tīrap pukuntuniṉṟē

Du mit dem schön klingenden Gürtel! Die Trommel des Mannes, der die Kraft des honigbergähnlichen Elefanten brach, ertönt; der Klang des Murugan-Rituals verstummt. Er ist eingetreten, damit dein Leid endet, wie bei jenen, die die Gnade des Herrn empfangen, des allen vorangehenden Königs, der in der Halle steht und tanzt.

Mit dem Beginn des Eheabschnitts weicht die frühere Beschwörung dem Hochzeitsfest. Die menschliche Ursache des Leidens wird durch die anerkannte Verbindung beantwortet.

Vers 300 – Das Laub bis zur Hochzeit bewahrt

இருந்துதி என்வயின் கொண்டவன் யான்எப் பொழுதும்உன்னும்

மருந்து திசைமுகன் மாற்கரி யோன்தில்லை வாழ்த்தினர்போல்
இருந்து திவண்டன வால்எரி முன்வலம் செய்(து)இடப்பால்

அருந்துதி காணும் அளவும் சிலம்பன் அருந்தழையே
iruntuti eṉvayiṉ koṇṭavaṉ yāṉep poḻutumuṉṉum

maruntu ticaimukaṉ māṟkari yōṉtillai vāḻttiṉarpōl
iruntu tivaṇṭaṉa vāleri muṉvalam cey(tu)iṭappāl

aruntuti kāṇum aḷavum cilampaṉ aruntaḻaiyē

Er ließ sich in meinem Inneren nieder, der mich annahm, das Heilmittel, an das ich immer denke, schwer erreichbar für den Viergesichtigen und Vishnu. Wie jene, die sein Tillai preisen, blieben die seltenen Blätter des Bergmanns hier bestehen und frisch – bis ihr vor dem Feuer die Umrundung vollzogt und links den Stern Arundhati schauen konntet.

Die Freundin freut sich über die Hochzeit und erinnert an das frühe Laubgeschenk. Feuerumrundung und der Blick auf Arundhati gehören zur hier vorausgesetzten Hochzeitsritualik; die poetische Frische des Laubs ist eine Überhöhung.

Vers 301 – Wie Leben und Leib verbunden

சீரியல் ஆவியும் யாக்கையும் என்ன சிறந்தமையால்

காரியல் வாட்கண்ணி எண்ணக லார்கம லங்கலந்த
வேரியம் சந்தும் வியல்தந் தெனக்கற்பின் நிற்பர்அன்னே

காரியல் கண்டவர்வண் தில்லை வணங்கும்எம் காவலரே
cīriyal āviyum yākkaiyum eṉṉa ciṟantamaiyāl

kāriyal vāṭkaṇṇi eṇṇaka lārkama laṅkalanta
vēriyam cantum viyaltan teṉakkaṟpiṉ niṟparaṉṉē

kāriyal kaṇṭavarvaṇ tillai vaṇaṅkumem kāvalarē

Mutter, unser Beschützer verehrt das reiche Tillai dessen mit dem dunklen Hals. Die dunkeläugige Frau ist mit ihm so vollkommen verbunden wie Leben und Leib; deshalb weicht sein Gedanke nicht von ihr. Er schenkt ihr Lotusduft, Sandelsalbe und besondere Gaben und bleibt fest in der Treue.

Die Freundin berichtet der zu Besuch gekommenen Amme vom ehelichen Zusammenleben. Die Treue erscheint hier als gelebte Zuwendung des Mannes.

Vers 302 – Ein Haus, das dem deinen gleicht

தொண்டினம் மேவும் கடர்க்கழ லோன்தில்லைத் தொல்நகரில்

கண்டின மேவும்இல் நீஅவள் நின்கொழு நன்செழுமெல்
தண்டின மேவுதிண் தோளவன் யானவள் தற்பணிவோள்

வண்டின மேவும் குழலாள் அயல்மன்னும் இவ்அயலே
toṇṭiṉam mēvum kaṭarkkaḻa lōṉtillait tolnakaril

kaṇṭiṉa mēvumil nīavaḷ niṉkoḻu naṉceḻumel
taṇṭiṉa mēvutiṇ tōḷavaṉ yāṉavaḷ taṟpaṇivōḷ

vaṇṭiṉa mēvum kuḻalāḷ ayalmaṉṉum ivayalē

In der alten Stadt Tillai dessen, dessen meerweite Füße die Dienenden aufsuchen, habe ich ein Haus wie dieses gesehen: Du bist dort sie, und dein Gatte ist der Mann mit den festen, frischen Bambusarmen. Ich bin dort ihre dienende Gefährtin mit dem Haar, in dem Bienen wohnen. Und ringsum liegt dasselbe vertraute Feld.

Die Amme berichtet der Hausherrin vom neuen Zuhause der Tochter. Sie macht das Fremde durch Entsprechungen zur vertrauten Familie verständlich.

Vers 303 – So behutsam liebt er sie

பொட்டணி யான்நுதல் போயிறும் பொய்போல் இடையெனப்பூண்

இட்டணி யான்தவி சின்மலர் அன்றி மிதிப்பக் கொடான்
மட்டணி வார்குழல் வையான் மலர்வண் டுறுதல் அஞ்சிக்

கட்டணி வார்சடை யோன்தில்லை போலிதன் காதலனே
poṭṭaṇi yāṉnutal pōyiṟum poypōl iṭaiyeṉappūṇ

iṭṭaṇi yāṉtavi ciṉmalar aṉṟi mitippak koṭāṉ
maṭṭaṇi vārkuḻal vaiyāṉ malarvaṇ ṭuṟutal añcik

kaṭṭaṇi vārcaṭai yōṉtillai pōlitaṉ kātalaṉē

Er legt ihr keinen Stirnschmuck an, aus Sorge, ihre Stirn könnte darunter leiden. Er legt ihr keinen schweren Schmuck an, weil ihre Taille kaum mehr als ein zarter Hauch ist. Er lässt sie nur auf Blüten ihres weichen Sitzes treten und schmückt ihre honigduftenden Locken nicht mit Blumen, aus Furcht, Bienen könnten daran geraten. So liebt er sie, die Tillai des Herrn mit den gebundenen Flechten gleicht.

Die Fürsorge des Ehemanns wird bewusst übersteigert. Die poetischen Schutzgesten spiegeln das frühere Motiv ihrer empfindlichen Füße und schmalen Mitte.

Vers 304 – Er bleibt nie lange fern

தெய்வம் பணிகழ லோன்தில்லைச் சிற்றம் பலம்அனையாள்

தெய்வம் பணிந்தறி யாள்என்று நின்று திறைவழங்காத்
தெய்வம் பணியச்சென் றாலும்மன் வந்தன்றிச் சேர்ந்தறியான்

பெளவம் பணிமணி யன்னார் பரி(சு)இன்ன பான்மைகளே
teyvam paṇikaḻa lōṉtillaic ciṟṟam palamaṉaiyāḷ

teyvam paṇintaṟi yāḷeṉṟu niṉṟu tiṟaivaḻaṅkāt
teyvam paṇiyacceṉ ṟālummaṉ vantaṉṟic cērntaṟiyāṉ

peḷavam paṇimaṇi yaṉṉār pari(cu)iṉṉa pāṉmaikaḷē

Sie gleicht der kleinen Halle von Tillai, der Stätte dessen, vor dessen Füßen sich die Götter verneigen. „Sie kennt keine andere Gottheit, vor der sie sich beugt“, sagt er. Selbst wenn er auszieht, um widersetzliche Herrscher, die keinen Tribut geben, zur Unterwerfung zu bringen, bleibt er nicht lange fern, sondern kehrt zu ihr zurück. So ist die Art dieser beiden, kostbar wie die kühlen Perlen des Meeres.

Die Darstellung verbindet die historische Vorstellung ausschließlicher Gattentreue mit der Rücksicht des Mannes. Die Wiederholung von teyvam kann Gottheit und machtvolle Herrschaft bezeichnen; diese Bedeutungsverschiebung prägt die Übersetzung.

Vers 305 – Noch am Abend kehrt er zurück

சிற்பம் திகழ்தரு திண்மதில் தில்லைச் சிற்றம்பலத்துப்

பொற்பந்தி யன்ன சடையவன் பூவணம் அன்னபொன்னின்
கற்பந்தி வாய்வட மீனும் கடக்கும் படிகடந்தும்

இற்பந்தி வாயன்றி வைகல் செல்லாதவன் ஈர்ங்களிறே
ciṟpam tikaḻtaru tiṇmatil tillaic ciṟṟampalattup

poṟpanti yaṉṉa caṭaiyavaṉ pūvaṇam aṉṉapoṉṉiṉ
kaṟpanti vāyvaṭa mīṉum kaṭakkum paṭikaṭantum

iṟpanti vāyaṉṟi vaikal cellātavaṉ īrṅkaḷiṟē

Die Treue der Goldenen, die Puvanam des Herrn gleicht, dessen Flechten wie eine goldene Kugelreihe in der kleinen Halle von Tillai mit seinen kunstvollen festen Mauern leuchten, übertrifft selbst den nördlichen Stern am Abend. Auch wenn sein mächtiger Elefant weite Länder durchschritten hat, bleibt er nicht über den Abend hinaus aus und verweilt keinen weiteren Tag.

Der nördliche Stern ist hier der als Treuevorbild verstandene Arundhati-Stern. Der Vers preist die rasche Heimkehr als wunderbare Frucht ihrer Beständigkeit, nicht als überprüfbares Naturgesetz.

Vers 306 – Beider Liebe bleibt gegenwärtig

மன்னவன் தெம்முனை மேற்செல்லு மாயினும் மாலரியே(று)

அன்னவன் தேர்புறத்(து) அல்கல்செல் லாது வரகுணனாம்
தென்னவன் ஏத்துசிற்றம் பலம் தான்மற்றைத் தேவர்க்கெல்லாம்

முன்னவன் மூவல்அன் னாளும்மற்(று) ஓர் தெய்வம் முன்னலளே
maṉṉavaṉ temmuṉai mēṟcellu māyiṉum mālariyē(ṟu)

aṉṉavaṉ tērpuṟat(tu) alkalcel lātu varakuṇaṉām
teṉṉavaṉ ēttuciṟṟam palam tāṉmaṟṟait tēvarkkellām

muṉṉavaṉ mūvalaṉ ṉāḷummaṟ(ṟu) ōr teyvam muṉṉalaḷē

Auch wenn der König gegen die Front seiner Feinde auszieht, lässt der löwengleiche Held seinen Wagen nicht draußen übernachten. Und sie, die der kleinen Halle gleicht, die der südliche König namens Varaguna preist – der Halle des allen anderen Göttern vorangehenden Herrn –, richtet ihren Sinn auf keine andere Gottheit.

Der Vers nennt Varaguna ausdrücklich. Diese Nennung ist für historische Datierungsfragen bedeutsam, bestimmt für sich allein aber nicht eindeutig, welcher gleichnamige Pandya-König gemeint ist.

Vers 307 – Ein Leben in zwei Gestalten

ஆனந்த வெள்ளத்(து) அழுந்தும்ஓர் ஆருயிர் ஈருருக் கொண்(டு)

ஆனந்த வெள்ளத் திடைத்திளைத் தால்ஒக்கும் அம்பலஞ்சேர்
ஆனந்த வெள்ளத்(து) அறைகழ லோன்அருள் பெற்றவரின்

ஆனந்த வெள்ளம்வற் றாதுமுற்றா(து)இவ் வணிநலமே
āṉanta veḷḷat(tu) aḻuntumōr āruyir īruruk koṇ(ṭu)

āṉanta veḷḷat tiṭaittiḷait tālokkum ampalañcēr
āṉanta veḷḷat(tu) aṟaikaḻa lōṉaruḷ peṟṟavariṉ

āṉanta veḷḷamvaṟ ṟātumuṟṟā(tu)iv vaṇinalamē

Es ist, als hätte ein einziges kostbares Leben, versunken in einer Flut der Seligkeit, zwei Gestalten angenommen und spielte in dieser Flut. Wie bei jenen, die die Gnade des Herrn mit den klingenden Füßen in der Halle, der Flut der Seligkeit, empfangen, trocknet der Strom ihrer Freude nicht aus und findet diese geschmückte Schönheit kein Ende.

Die Freundin preist das gemeinsame Glück. Der Vers selbst stellt menschliche Vereinigung und die Seligkeit göttlicher Gnade in einen ausdrücklich ausgesprochenen Vergleich.

Kapitel 20 – Trennung zum Lernen

Verse 308–311 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

கல்வியில் பிரிவொரு நான்கும் காதல்

புல்லும் ஆனந்த இன்பப் பூரணம்

சொல்லும் பயனின் திறம்பா ராட்டல்.
kalviyil pirivoru nāṉkum kātal

pullum āṉanta iṉpap pūraṇam

collum payaṉiṉ tiṟampā rāṭṭal.

Die vier Situationen der Trennung zum Lernen preisen den Ertrag der Worte: die in Liebe erfahrene, vollständige Fülle freudiger Seligkeit auszusprechen.

Lernen wird in dieser Deutung zur Entfaltung und Mitteilung einer bereits erfahrenen Freude.

Vers 308 – Bildung erweitert das Leben

சீரள வில்லாத் திகழ்தரு கல்விச்செம் பொன்வரையின்

ஆரள வில்லா அளவுசென் றார்அம் பலத்துள்நின்ற
ஓரள வில்லா ஓருவன் இருங்கழல் உன்னினர்போல்

ஏரள வில்லா அளவினர் ஆகுவர் ஏந்திழையே
cīraḷa villāt tikaḻtaru kalviccem poṉvaraiyiṉ

āraḷa villā aḷavuceṉ ṟāram palattuḷniṉṟa
ōraḷa villā ōruvaṉ iruṅkaḻal uṉṉiṉarpōl

ēraḷa villā aḷaviṉar ākuvar ēntiḻaiyē

Geschmückte, die leuchtende Bildung hat unermesslichen Ruhm; sie ist wie ein goldener Berg, dessen Höhe kaum erreicht wird. Wer zu ihrer grenzenlosen Weite aufbricht, wird eine Schönheit ohne Maß gewinnen, wie jene, die die mächtigen Füße des unvergleichlichen, unermesslichen Einen bedenken, der in der Halle steht.

Die neue Situation betrifft eine Trennung zum Lernen. Die Freundin erklärt zunächst den Wert der Bildung, bevor die persönlichen Folgen zur Sprache kommen.

Vers 309 – Er möchte lernen und verstehen

வீதலுற் றார்தலை மாலையன் தில்லைமிக் கோன்கழற்கே

காதலுற் றார்நன்மை கல்விசெல் வீதரும் என்பதுகொண்டு
ஓதலுற் றார்உற் றுணர்தலுற் றார்செல்லல் மல்லழற்கான்

போதலுற் றார்நின் புணர்முலை யுற்ற புரவலரே
vītaluṟ ṟārtalai mālaiyaṉ tillaimik kōṉkaḻaṟkē

kātaluṟ ṟārnaṉmai kalvicel vītarum eṉpatukoṇṭu
ōtaluṟ ṟāruṟ ṟuṇartaluṟ ṟārcellal mallaḻaṟkāṉ

pōtaluṟ ṟārniṉ puṇarmulai yuṟṟa puravalarē

Dein Beschützer, der mit deiner Brust vereint war, will lernen und das Gelernte gründlich verstehen. Er meint, Bildung werde das Gute geben, das jene erfahren, die die Füße des erhabenen Herrn von Tillai lieben, der die Schädel der Verstorbenen als Girlande trägt. Deshalb hat er sich zum Aufbruch durch den weiten, brennenden Wald entschlossen.

Die Freundin teilt den konkreten Reisegrund mit. Lernen umfasst hier nicht nur das Aufnehmen von Worten, sondern deren Verstehen.

Vers 310 – Die Nachricht trifft wie eine Speerspitze

கற்பா மதில் தில்லைச் சிற்றம் பலமது காதல்செய்த

விற்பா விலங்கல்எங் கோனை விரும்பலர் போலஅன்பர்
சொற்பா விரும்பினர் என்னமெல் லோதி செவிப்புறத்துக்

கொற்பா இலங்கிலை வேல்குளித் தாங்குக் குறுகியதே
kaṟpā matil tillaic ciṟṟam palamatu kātalceyta

viṟpā vilaṅkaleṅ kōṉai virumpalar pōlaaṉpar
coṟpā virumpiṉar eṉṉamel lōti cevippuṟattuk

koṟpā ilaṅkilai vēlkuḷit tāṅkuk kuṟukiyatē

Als die Freundin sagte: „Der Geliebte wünscht sich den Weg der Worte und des Lernens“, zog sich die Sanfte zusammen, als wäre die glänzende, blattförmige Spitze eines Speers in ihr Ohr eingedrungen. Sie litt wie jene, die unseren König nicht lieben, der den Berg zum Bogen machte und die kleine Halle im steinummauerten Tillai liebt.

Die Nachricht vom Studium ist für die Frau zunächst die Nachricht einer Trennung. Der Vers hält Bildungswert und Trennungsschmerz nebeneinander.

Vers 311 – Er sprach doch von Untrennbarkeit

பிரியா மையும்உயிர் ஒன்றா வதும்பிரி யிற்பெரிதும்

தரியா மையும்ஒருங் கேநின்று சாற்றினர் தையல்மெய்யிற்
பிரியாமை செய்து நின்றோன் தில்லைப் பேரியல் ஊரர்அன்ன

புரியா மையும்இது வேயினி என்னாம் புகல்வதுவே
piriyā maiyumuyir oṉṟā vatumpiri yiṟperitum

tariyā maiyumoruṅ kēniṉṟu cāṟṟiṉar taiyalmeyyiṟ
piriyāmai ceytu niṉṟōṉ tillaip pēriyal ūraraṉṉa

puriyā maiyumitu vēyiṉi eṉṉām pukalvatuvē

Er sagte alles zusammen: dass wir uns niemals trennen, dass unser Leben eins sei und dass er eine Trennung überhaupt nicht ertragen könne. Der Herr bleibt mit der Frau ungetrennt in einem Leib; sein Tillai ist der großen Heimat unseres Mannes gleich. Wenn dies nun dessen Verständnis sein soll – was können wir künftig noch sagen?

Die Frau erinnert an frühere Zusicherungen. Ihre Klage richtet sich gegen den Abstand zwischen einem Liebesversprechen und den Anforderungen des weiteren Lebens.

Kapitel 21 – Trennung zum Schutzdienst

Verse 312–313 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

காவற் பிரிவுத் துறையோர் இரண்டும்
இன்பத் திறத்தை எங்கும் காண்டல்.
kāvaṟ pirivut tuṟaiyōr iraṇṭum
iṉpat tiṟattai eṅkum kāṇṭal.

Die beiden Situationen der Trennung zum Schutzdienst bedeuten: das Wesen der Freude überall sehen.

Die Auslegung weitet den Blick über die persönliche Begegnung hinaus.

Vers 312 – Er zieht zum Schutz der Welt aus

மூப்பான் இளையவன் முன்னவன் பின்னவன் முப்புரங்கள்

வீப்பான் வியன்தில்லை யான்அரு ளால்விரி நீர்உலகம்
காப்பான் பிரியக் கருதுகின் றார்நமர் கார்கயற்கண்

பூப்பால் நலம்ஒளி ரும்புரி தாழ்குழல் பூங்கொடியே
mūppāṉ iḷaiyavaṉ muṉṉavaṉ piṉṉavaṉ muppuraṅkaḷ

vīppāṉ viyaṉtillai yāṉaru ḷālviri nīrulakam
kāppāṉ piriyak karutukiṉ ṟārnamar kārkayaṟkaṇ

pūppāl nalamoḷi rumpuri tāḻkuḻal pūṅkoṭiyē

Blühende Ranke mit sanft herabfallenden Locken, deren dunkle Fischaugen in schöner Blüte leuchten! Unser Mann denkt daran, fortzugehen, um die von weiten Wassern umgebene Welt zu schützen – durch die Gnade dessen aus dem weiten Tillai, der alt und jung, vorher und nachher ist und die drei Festungen vernichtet.

Die Freundin kündigt eine Trennung aus Schutzpflicht an. Die Gegensätze „alt und jung“ und „vorher und nachher“ kennzeichnen Shivas Überschreiten gewöhnlicher Zeitordnungen.

Vers 313 – Muss mich der Retter jetzt verlassen?

சிறுகண் பெருங்கைத்திண் கோட்டுக் குழைசெவிச் செம்முகமாத்

தெறுகட் டழியமுன் னுய்யச்செய் தோர்கருப் புச்சிலையோன்
உறுகண் தழலுடை யோன்உறை அம்பலம் உன்னலரின்

துறுகள் புரிகுழ லாய்இது வோஇன்று சூழ்கின்றதே
ciṟukaṇ peruṅkaittiṇ kōṭṭuk kuḻaicevic cemmukamāt

teṟukaṭ ṭaḻiyamuṉ ṉuyyaccey tōrkarup puccilaiyōṉ
uṟukaṇ taḻaluṭai yōṉuṟai ampalam uṉṉalariṉ

tuṟukaḷ purikuḻa lāyitu vōiṉṟu cūḻkiṉṟatē

Du mit dicht gewundenen Locken! Er rettete mich einst vor dem zornigen Tier mit kleinen Augen, großem Rüssel, festen Stoßzähnen, fächernden Ohren und rotem Gesicht. Soll mich nun heute dieses Leid umgeben, wie jene leiden, die die Halle dessen nicht bedenken, dessen Feuerblick den Zuckerrohrbogenschützen in schwere Not brachte?

Die Frau erinnert sich an den früheren Schutz und empfindet den jetzigen Abschied als Widerspruch dazu. Der Zuckerrohrbogenschütze ist Kama.

Kapitel 22 – Trennung zur Friedensstiftung

Verse 314–315 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

பகைதணி வித்தல் துறையோர் இரண்டும்
எங்கும் இன்பக் கனமென் றியறல்.
pakaitaṇi vittal tuṟaiyōr iraṇṭum
eṅkum iṉpak kaṉameṉ ṟiyaṟal.

Die beiden Situationen des Beendens der Feindschaft bedeuten: Überall in der Fülle der Freude wirken.

Die politische Friedensaufgabe wird auf eine umfassende Haltung der Seligkeit bezogen.

Vers 314 – Er will den Streit zweier Könige beenden

மிகைதணித் தற்(கு)அரி தாம்இரு வேந்தர்வெம் போர்மிடைந்த

பகைதணித் தற்குப் படர்தலுற் றார்நமர் பல்பிறவித்
தொகைதணித் தற்(கு)என்னை ஆண்டுகொண் டோன்தில்லைச் சூழ்பொழில்வாய்

முகைதணித் தற்(கு)அரி தாம்புரி தாழ்தரு மொய்குழலே
mikaitaṇit taṟ(ku)ari tāmiru vēntarvem pōrmiṭainta

pakaitaṇit taṟkup paṭartaluṟ ṟārnamar palpiṟavit
tokaitaṇit taṟ(ku)eṉṉai āṇṭukoṇ ṭōṉtillaic cūḻpoḻilvāy

mukaitaṇit taṟ(ku)ari tāmpuri tāḻtaru moykuḻalē

Du mit dichtem, herabfallendem Haar, aus dem die Blütenknospen kaum zu lösen sind! Unser Mann will aufbrechen, um die Feindschaft zweier Könige zu besänftigen, deren Übermaß und grausamer Kampf schwer zu stillen sind. So geschieht es in den Hainen Tillais dessen, der mich annahm, um die Menge meiner vielen Geburten zu vermindern.

Die Trennung dient hier ausdrücklich der Friedensstiftung zwischen Herrschern. Das Wort „stillen“ verbindet den politischen Auftrag mit der Befreiung aus der Folge der Geburten.

Vers 315 – Lass dich nicht ganz auflösen

நெருப்புறு வெண்ணெயும் நீருறும் உப்பு மெனஇங்ஙனே

பொருப்புறு தோகை புலம்புறல் பொய்யன்பர் போக்குமிக்க
விருப்புறு வோரைவிண் ணோரின் மிகுத்துநண் ணார்கழியத்

திருப்புறு சூலத்தி னோன்தில்லை போலும் திருநுதலே
neruppuṟu veṇṇeyum nīruṟum uppu meṉaiṅṅaṉē

poruppuṟu tōkai pulampuṟal poyyaṉpar pōkkumikka
viruppuṟu vōraiviṇ ṇōriṉ mikuttunaṇ ṇārkaḻiyat

tiruppuṟu cūlatti ṉōṉtillai pōlum tirunutalē

Pfauengleiche vom Berg, klage nicht so, als wärst du Butter im Feuer oder Salz im Wasser! Die Nachricht vom Fortgehen des Geliebten ist nicht wahr. Hellstirnige, du gleichst Tillai dessen mit dem heiligen Dreizack, der die ihn innig Liebenden über die Himmlischen erhebt und die Fernbleibenden vergehen lässt.

Die Freundin versucht die Frau durch eine beschwichtigende Verneinung zu beruhigen. Der Situationsvermerk bestätigt diesen tröstenden Widerspruch; er ist nicht als sachliche Auflösung der vorangehenden Ankündigung zu lesen.

Kapitel 23 – Trennung im Dienst des Königs

Verse 316–331 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

உற்றுழிப் பிரிவார் எட்டும் ஆனந்தம்
பெற்றவா ராமை முற்றும் உரைத்தல்.
uṟṟuḻip pirivār eṭṭum āṉantam
peṟṟavā rāmai muṟṟum uraittal.

Die Situationen der Trennung zum Dienst bedeuten, vollständig davon zu sprechen, dass die empfangene Seligkeit nicht schwindet.

Die Zählwendung pirivār eṭṭum ist in dieser Quelle undeutlich; das Kapitel enthält sechzehn Hauptverse. Die Übersetzung ergänzt deshalb keine vermeintlich sichere ausgeschriebene Zahl.

Vers 316 – Er ist an die Front des Königs gegangen

போது குலாய புனைமுடி வேந்தர்தம் போர்முனைமேல்

மாது குலாயமென் னோர்க்கிசென் றார்நமர் வண்புலியூர்க்
காதுகுலாய குழைஎழி லோனைக் கருதலர்போல்

ஏதுகொ லாவிளை கின்ற(து)இன்(று) ஒன்னார் இடுமதிலே
pōtu kulāya puṉaimuṭi vēntartam pōrmuṉaimēl

mātu kulāyameṉ ṉōrkkiceṉ ṟārnamar vaṇpuliyūrk
kātukulāya kuḻaieḻi lōṉaik karutalarpōl

ētuko lāviḷai kiṉṟa(tu)iṉ(ṟu) oṉṉār iṭumatilē

Frau mit sanftem Blick, unser Mann ist zu den Schlachtlinien der Könige mit blumengeschmückten Kronen gegangen. Was wird heute wohl aus den dicht umschlossenen Festungen ihrer Feinde werden – wie aus jenen, die den schönen Herrn von Puliyur nicht bedenken, dessen Ohrringe seine Ohren reich erfüllen?

Die Freundin meldet einen Aufbruch im Dienst des Königs. Die Frage verbindet Sorge um den Mann mit der Erwartung seines kriegerischen Erfolgs.

Vers 317 – Sieht er dieselben Wolken?

பொன்னி வளைத்த புனல்சூழ் நிலவிப் பொலிபுலியூர்

வன்னி வளைத்த வளர்சடை யோனை வணங்கலர்போல்
துன்னி வளைத்தநம் தோன்றற்குப் பாசறை தோன்றுங் கொலோ

மின்னி வளைத்து விரிநீர் கவரும் வியன்முகிலே
poṉṉi vaḷaitta puṉalcūḻ nilavip polipuliyūr

vaṉṉi vaḷaitta vaḷarcaṭai yōṉai vaṇaṅkalarpōl
tuṉṉi vaḷaittanam tōṉṟaṟkup pācaṟai tōṉṟuṅ kolō

miṉṉi vaḷaittu virinīr kavarum viyaṉmukilē

Große Wolke, du krümmst dich blitzend und nimmst die weiten Wasser auf! Puliyur glänzt in den Fluten, die die Ponni umschließt; dort trägt der Herr Vanni in seinen wachsenden Flechten. Werden die Wolken, die uns hier bedrängen wie jene, die ihn nicht verehren, auch unserem Helden in seinem Feldlager erscheinen?

Die Frau hofft auf einen gemeinsamen Wahrnehmungsraum über die Entfernung hinweg. Ponni ist der poetische Name der Kaveri; Vanni bezeichnet einen heiligen Baum.

Vers 318 – Er denkt nachts an sie

கோலித் திகழ்கிற(கு) ஒன்றின் ஒடுக்கிப் பெடைக் குருகு

பாலித் திரும்பனி பார்ப்பொடு சேவல் பயில்இரவின்
மாலித் தனையறி யாமறை யோன்உறை அம்பலமே

போலித் திருநுத லாட்(கு)என்ன தாங்கொல்என் போதரவே
kōlit tikaḻkiṟa(ku) oṉṟiṉ oṭukkip peṭaik kuruku

pālit tirumpaṉi pārppoṭu cēval payiliraviṉ
mālit taṉaiyaṟi yāmaṟai yōṉuṟai ampalamē

pōlit tirunuta lāṭ(ku)eṉṉa tāṅkoleṉ pōtaravē

Der Kranich faltet einen glänzenden Flügel, schützt damit seine Gefährtin und ruht in der großen Kälte mit den Jungen zusammen. In dieser Nacht: Wie wird es der Hellstirnigen ergehen, die der Halle dessen gleicht, den weder Vishnu noch der Vedenkenner erkannte? Was wird mein Ausbleiben für sie bedeuten?

Nun spricht der abwesende Mann. Die Geborgenheit der Vogelfamilie führt seine Gedanken zur allein zurückgelassenen Frau.

Vers 319 – Die Wolken suchen die Einsamen

கருப்பினம் மேவும் பொழில்தில்லை மன்னன்கண் ணார்அருளால்

விருப்பினம் மேவச்சென் றார்க்கும்சென்(று) அல்குங்கொல் வீழ்பனிவாய்
நெருப்பினம் மேய்நடு மால்எழில் தோன்றச்சென் றாங்குநின்ற

பொருப்பினம் ஏறித் தமியரைப் பார்க்கும் புயலினமே
karuppiṉam mēvum poḻiltillai maṉṉaṉkaṇ ṇāraruḷāl

viruppiṉam mēvacceṉ ṟārkkumceṉ(ṟu) alkuṅkol vīḻpaṉivāy
neruppiṉam mēynaṭu māleḻil tōṉṟacceṉ ṟāṅkuniṉṟa

poruppiṉam ēṟit tamiyaraip pārkkum puyaliṉamē

Wolken ziehen zu den hohen Bergen, deren Erscheinung einem tanzenden dunklen Vishnu gleicht, und steigen hinauf, um nach Einsamen zu sehen; im fallenden kalten Tau ist ihre Nähe wie Feuer. Werden sie auch dorthin gehen und bei dem bleiben, der fortging, damit unser Verlangen durch die reiche Gnade des Königs von Tillai mit seinen bienenerfüllten Hainen Erfüllung findet?

Die Frau fürchtet die kalte Jahreszeit und fragt nach dem Erleben des Mannes. Das Bild eines Vishnu gleichen tanzenden Berges ist im überlieferten Wortlaut unsicher.

Vers 320 – Warum brachte meine Mutter mich zur Welt?

கற்றின வீழ்பனி தூங்கத் துவண்டு துயர்கஎன்று

பெற்றவ ளேஎனைப் பெற்றாள் பெடைசிற கான்ஒடுக்கிப்
புற்றில வாளர வன்தில்லைப் புள்ளும்தம் பிள்ளைதழீஇ

மற்றினம் சூழ்ந்து துயிலப் பெறும்இம் மயங்கிருளே
kaṟṟiṉa vīḻpaṉi tūṅkat tuvaṇṭu tuyarkaeṉṟu

peṟṟava ḷēeṉaip peṟṟāḷ peṭaiciṟa kāṉoṭukkip
puṟṟila vāḷara vaṉtillaip puḷḷumtam piḷḷaitaḻīi

maṟṟiṉam cūḻntu tuyilap peṟumim mayaṅkiruḷē

Hat meine Mutter mich nur geboren, damit ich in schwer fallendem kaltem Tau ermattet liege und leide? In Tillai des Herrn mit den leuchtenden Schlangen, die keiner Erdhöhle bedürfen, decken die Vögel ihre Gefährtinnen mit den Flügeln, umarmen die Jungen und schlafen von ihrer Schar umgeben – gerade in dieser verwirrend dunklen Nacht.

Die Frau klagt aus großer Einsamkeit. Der Vorwurf an die Mutter ist eine Stimme momentanen Schmerzes, keine abschließende Bewertung ihres Lebens.

Vers 321 – Die schwere Kälte der späten Tauzeit

புரமன்(று) அயரப் பொருப்புவில் ஏந்திப் புத் தேளிர்நாப்பண்

சிரம்அன்(று) அயனைச்செற் றோன்தில்லைச் சிற்றம்பலம்அனையாள்
பரம்அன்(று) இரும்பனி பாரித்த வாபரந்(து) எங்கும்வையம்

சரமின்றி வான்தரு மேலாக்கும் மிக்க தமியருக்கே
puramaṉ(ṟu) ayarap poruppuvil ēntip put tēḷirnāppaṇ

ciramaṉ(ṟu) ayaṉaicceṟ ṟōṉtillaic ciṟṟampalamaṉaiyāḷ
paramaṉ(ṟu) irumpaṉi pāritta vāparan(tu) eṅkumvaiyam

caramiṉṟi vāṉtaru mēlākkum mikka tamiyarukkē

Er erhob den Bergbogen, sodass die Festungen verzagten, und schlug Brahma vor den versammelten Himmlischen den Kopf ab. Sie gleicht seiner kleinen Halle in Tillai. Ist diese Last der gewaltigen Kälte nicht zu schwer für sie? Wenn der Himmel überall Tau über die Welt ausbreitet, ohne ihr Lebenskraft zu lassen, wird es für die ganz Einsamen unerträglich.

Der abwesende Mann denkt an ihre Lage in der späten kalten Jahreszeit. Die Verbindungen um param und caram sind unsicher; die Übersetzung folgt dem Zusammenhang von Kälte und Belastung.

Vers 322 – Der Kuckuck macht das Warten schwer

வாழும் படியன்றும் கண்டிலம் வாழிஇம் மாம்பொழில்தேன்

சூழும் முகச்சுற்றும் பற்றின வால்தொண்டை யங்கனிவாய்
யாழின் மொழிமங்கை பங்கன்சிற் றம்பலம் ஆதரியாக்

கூழின் மலிமனம் போன்(று)இருளா நின்ற கோகிலமே
vāḻum paṭiyaṉṟum kaṇṭilam vāḻiim māmpoḻiltēṉ

cūḻum mukaccuṟṟum paṟṟiṉa vāltoṇṭai yaṅkaṉivāy
yāḻiṉ moḻimaṅkai paṅkaṉciṟ ṟampalam ātariyāk

kūḻiṉ malimaṉam pōṉ(ṟu)iruḷā niṉṟa kōkilamē

Wie wir weiterleben sollen, haben wir nicht erkannt. Lebe wohl, du Kuckuck im großen Mangohain! Die Bienen umschwärmen die Blütenspitzen. Du stehst schwarz da wie der von bloßem Unterhalt erfüllte Sinn jener, die die kleine Halle nicht lieben, deren Herr die Frau mit fruchtrotem Tondai-Mund und yazhgleicher Stimme zur Hälfte hat.

Der Kuckucksruf der frühen warmen Jahreszeit verstärkt die Trennungsnot. Die genaue Verbindung von Bienen und Blütenspitzen ist in der ersten Hälfte gedrängt.

Vers 323 – Die Wolken kündigen auch seine Rückkehr an

பூண்பதென் றேகொண்ட பரம்பன் புலியூர் அரன் மிடற்றின்

மாண்பதென் றேஎன வானின் மலரும் மணந்தவர்தேர்
காண்பதன் றேயின்று நாளையிங் கேவரக் கார்மலர்த்தேன்

பாண்பதன் தேர்குழ லாய்எழில் வாய்த்த பனிமுகிலே
pūṇpateṉ ṟēkoṇṭa parampaṉ puliyūr araṉ miṭaṟṟiṉ

māṇpateṉ ṟēeṉa vāṉiṉ malarum maṇantavartēr
kāṇpataṉ ṟēyiṉṟu nāḷaiyiṅ kēvarak kārmalarttēṉ

pāṇpataṉ tērkuḻa lāyeḻil vāytta paṉimukilē

Du mit Locken, in denen Bienen den Honig dunkler Blüten erkunden! Die schönen kühlen Wolken öffnen sich am Himmel, als wollten sie sagen: „Wir tragen den Glanz des Halses Haras von Puliyur als Schmuck.“ Ist dies nicht gerade die Zeit, in der wir den Wagen des mit dir Verbundenen sehen werden? Heute oder morgen wird er hier eintreffen.

Die Freundin deutet die Jahreszeitenzeichen hoffnungsvoll. Die Rückkehr wird angekündigt, nicht bereits berichtet.

Vers 324 – Vielleicht sind es nur die Trommeln der Halle

தெளிதரல் காரெனச் சீர்அனம் சிற்றம் பலத்தடியேன்

களிதரக் கார்மிடற் றோன்நட மாடக்கண் ணார்முழவம்
துளிதரல் காரென ஆர்த்தன ஆர்ப்பத்தொக்(கு) உன்குழல்போன்(று)

அளிதரக் காந்தளும் பாந்தளைப் பாரித்(து) அலர்ந்தனவே
teḷitaral kāreṉac cīraṉam ciṟṟam palattaṭiyēṉ

kaḷitarak kārmiṭaṟ ṟōṉnaṭa māṭakkaṇ ṇārmuḻavam
tuḷitaral kāreṉa ārttaṉa ārppattok(ku) uṉkuḻalpōṉ(ṟu)

aḷitarak kāntaḷum pāntaḷaip pārit(tu) alarntaṉavē

Schwanengleiche, halte es nicht für den Beginn der Regenzeit! Damit ich Dienender mich freue, tanzt der Dunkelhälsige in der kleinen Halle. Die weithin sichtbaren Trommeln dröhnten nur wie Regenwolken. Auf diesen Klang hin öffneten sich die Kantal-Blüten wie ausgebreitete Schlangenhauben, dicht und voll Anmut wie dein Haar.

Die Freundin erklärt die Zeichen des Regens als Widerhall von Shivas Tanz. Der Situationsvermerk kennzeichnet diese Rede als beschwichtigendes Abstreiten der Jahreszeit.

Vers 325 – Sind auch die Blumen nur Täuschung?

தேன்திக்(கு) இலங்கு கழல்அழல் வண்ணன்சிற் றம்பலத்(து)எங்

கோன்திக்(கு) இலங்குதிண் தோள் கொண்டல் கண்டன் குழைஎழில்நாண்
போன்(று)இக் கடிமலர்க் காந்தளும் போந்தவன் கையனல் போல்

தோன்றிக் கடிமல ரும்பொய்ம்மை யோமெய்யில் தோன்றுவதே
tēṉtik(ku) ilaṅku kaḻalaḻal vaṇṇaṉciṟ ṟampalat(tu)eṅ

kōṉtik(ku) ilaṅkutiṇ tōḷ koṇṭal kaṇṭaṉ kuḻaieḻilnāṇ
pōṉ(ṟu)ik kaṭimalark kāntaḷum pōntavaṉ kaiyaṉal pōl

tōṉṟik kaṭimala rumpoymmai yōmeyyil tōṉṟuvatē

Unser Feuerfarbener mit den klingenden, honigduftenden Füßen steht in der kleinen Halle; seine festen Arme leuchten in alle Richtungen, sein Hals ist wolkendunkel, seine Ohrringe schön. Hier blühen die duftenden Kantal wie seine Schmuckbänder, und andere duftende Blumen erscheinen wie das Feuer in seiner Hand. Soll denn auch das falsch sein, was sich so deutlich wirklich zeigt?

Die Frau widerspricht der beschwichtigenden Deutung. Sie vertraut den sichtbaren Blumen mehr als dem Versuch, die Zeitzeichen wegzuerklären.

Vers 326 – Sein Wagen wird heute erscheinen

திருமால் அறியாச் செறிகழல் தில்லைச் சிற்றம்பலத்(து)எம்

கருமால் விடையடை யோன்கண்டம் போற்கொண்டல் எண்டிசையும்
வருமால் உடன்மன் பொருந்தல் திருந்த மணந்தவர்தேர்

பொருமால் அயிற்கண்நல் லாய்இன்று தோன்றும்நம் பொன்னாகர்க்கே
tirumāl aṟiyāc ceṟikaḻal tillaic ciṟṟampalat(tu)em

karumāl viṭaiyaṭai yōṉkaṇṭam pōṟkoṇṭal eṇṭicaiyum
varumāl uṭaṉmaṉ poruntal tirunta maṇantavartēr

porumāl ayiṟkaṇnal lāyiṉṟu tōṉṟumnam poṉṉākarkkē

Gute mit den kämpfenden Speeraugen! In allen acht Richtungen ziehen Wolken herauf, wie der Hals dessen, der in Tillais kleiner Halle das Zeichen des großen dunklen Stiers trägt und dessen feste Füße Vishnu nicht erkannte. Verzweifle nicht darüber: Der Wagen deines in rechter Weise angetrauten Mannes wird heute bei unserer goldenen Stadt erscheinen.

Die Freundin verbindet die unverkennbaren Regenzeichen nun ausdrücklich mit der Heimkehr. Ihre Worte stärken die Erwartung eines nahen Wiedersehens.

Vers 327 – Nach dem Feldzug denkt er an ihr Gesicht

புயலோங்(கு) அலர்சடை ஏற்றவன் சிற்றம் பலம்புகழும்

மயலோங்கு இருங்களி யானை வரகுணண் வெற்பின்வைத்த
கயலோங்(கு) இருஞ்சிலை கொண்டுமன் கோபமும் காட்டிவரும்

செயலோங்(கு) எயில்எரி செய்தபின் இன்றோர் திருமுகமே
puyalōṅ(ku) alarcaṭai ēṟṟavaṉ ciṟṟam palampukaḻum

mayalōṅku iruṅkaḷi yāṉai varakuṇaṇ veṟpiṉvaitta
kayalōṅ(ku) iruñcilai koṇṭumaṉ kōpamum kāṭṭivarum

ceyalōṅ(ku) eyileri ceytapiṉ iṉṟōr tirumukamē

Varaguna mit seinen mächtigen, wild erregten Elefanten preist die kleine Halle dessen, der die Regenflut in seine blühenden Flechten aufnahm. Mit dem großen Bogen unter dem hochstehenden Fischzeichen auf dem Berg, in königlichem Zorn und wirksamer Kraft, wurden die Festungen verbrannt. Nun steht heute ein einziges schönes Gesicht vor mir.

Nach dem Abschluss des Feldzugs denkt der Mann an seine Frau. Fischzeichen und Bogen gehören zur verdichteten Herrschafts- und Kampfmetaphorik; die genaue Zuordnung aller Attribute bleibt unsicher.

Vers 328 – Lenke den Wagen rasch nach Hause

சிறப்பின் திகழ்சிவன் சிற்றம் பலஞ்சென்று சேர்ந்தவர்தம்

பிறப்பின் துனைந்து பெருகுக தேர்பிறங் கும்ஒளியார்
நிறப்பொன் புரிசை மறுகினில் துன்னி மடநடைப்புள்

இறப்பின் துயின்றுமுற் றத்(து)இரை தேரும் எழில் நகர்க்கே
ciṟappiṉ tikaḻcivaṉ ciṟṟam palañceṉṟu cērntavartam

piṟappiṉ tuṉaintu perukuka tērpiṟaṅ kumoḷiyār
niṟappoṉ puricai maṟukiṉil tuṉṉi maṭanaṭaippuḷ

iṟappiṉ tuyiṉṟumuṟ ṟat(tu)irai tērum eḻil nakarkkē

Treibe den Wagen rasch voran, so rasch wie die Geburten jener enden, die Shivas herrliche kleine Halle erreicht haben! Fahre zur schönen Stadt mit den hellen, goldfarbenen Mauern und engen Straßen, wo die sanft schreitenden Vögel unter den Dachvorsprüngen schlafen und im Hof nach Nahrung suchen.

Der Heimkehrende drängt den Wagenlenker. Der Vergleich mit dem Ende weiterer Geburten ist eine kontextuelle Deutung der knappen Wendung piṟappiṉ tuṉaintu.

Vers 329 – Wolke, komme nicht vor mir an

அருந்(து)ஏர் அழிந்தனம் ஆலம்என்(று) ஓல மிடும்இமையோர்

மருந்(து)ஏர் அணிஅம் பலத்தோன் மலர்த்தாள் வணங்கலர்போல்
திருந்(து)ஏர் அழிந்து பழங்கண் தரும்செல்வி சீர்நகர்(கு)என்

வரும்தேர் இதன்முன் வழங்கேல் முழங்கேல் வளமுகிலே
arun(tu)ēr aḻintaṉam ālameṉ(ṟu) ōla miṭumimaiyōr

marun(tu)ēr aṇiam palattōṉ malarttāḷ vaṇaṅkalarpōl
tirun(tu)ēr aḻintu paḻaṅkaṇ tarumcelvi cīrnakar(ku)eṉ

varumtēr itaṉmuṉ vaḻaṅkēl muḻaṅkēl vaḷamukilē

Reiche Wolke, ziehe nicht vor meinem kommenden Wagen her und donnere nicht! Fahre nicht voraus in die herrliche Stadt der Frau, deren Schönheit zerstört ist und die lange leidet – wie jene, die die Blütenfüße des Herrn der schönen Halle nicht verehren, des Heilmittels für die Himmlischen, die schrien: „Das Gift! Wir sind verloren!“

Der Mann möchte vor der bedrängenden Regenwolke bei seiner Frau ankommen. Sein Wunsch zeigt, dass er ihre Angst vor der Jahreszeit verstanden hat.

Vers 330 – Er naht mit Wagen und Siegeszeichen

பணிவார் குழைஎழி லோன்தில்லைச் சிற்றம் பலம்அனைய

மணிவார் குழல்மட மாதே பொலிகநம் மன்னர்முன்னாப்
பணிவார் திறையும் பகைத்தவர் சின்னமுரம் கொண்டுவண்தேர்

அணிவார் முரிசினொ(டு) ஆலிக்கும் மாவோ(டு) அணுகினரே
paṇivār kuḻaieḻi lōṉtillaic ciṟṟam palamaṉaiya

maṇivār kuḻalmaṭa mātē polikanam maṉṉarmuṉṉāp
paṇivār tiṟaiyum pakaittavar ciṉṉamuram koṇṭuvaṇtēr

aṇivār muriciṉo(ṭu) ālikkum māvō(ṭu) aṇukiṉarē

Sanfte Frau mit edelsteingleich leuchtendem Haar, die du der kleinen Halle von Tillai des Herrn mit den herabhängenden schönen Ohrringen gleichst: Freue dich! Unser König kommt mit dem Tribut der sich Verneigenden, mit erbeuteten Zeichen der Gegner und bewährter Kraft. Seine geschmückten Wagen, laut tönenden Trommeln und wiehernden Pferde sind schon nahe.

Die Freundin meldet die tatsächliche Rückkehr. Der politische Erfolg erscheint im Festzug; für die Frau bedeutet er das Ende des Wartens.

Vers 331 – Auch im Feldlager warst du bei mir

கருங்குவ ளைக்கடி மாமலர் முத்தங் கலந்திலங்க

நெருங்கு வளைக்கிள்ளை நீங்கற் றிலள்நின்று நான்முகனோ(டு)
ஒருங்கு வளைக்கரத் தான் உண ராதவன் தில்லையப்பாய்

மருங்கு வளைத்துமன் பாசறை நீடிய வைகலுமே
karuṅkuva ḷaikkaṭi māmalar muttaṅ kalantilaṅka

neruṅku vaḷaikkiḷḷai nīṅkaṟ ṟilaḷniṉṟu nāṉmukaṉō(ṭu)
oruṅku vaḷaikkarat tāṉ uṇa rātavaṉ tillaiyappāy

maruṅku vaḷaittumaṉ pācaṟai nīṭiya vaikalumē

Während all der langen Tage, an denen ich im rings umschlossenen königlichen Feldlager blieb, verließ sie mich nicht: die papageiensanfte Frau mit eng sitzenden Armreifen, dunklen Wasserlilienaugen und darin glänzenden Perlen. Sie gleicht Tillai dessen, den weder der Viergesichtige noch der mit der Muschelhand gemeinsam erkennen konnte.

Wieder zu Hause, erklärt der Mann der Freundin, dass das Bild seiner weinenden Frau ihn ständig begleitet hat. Die Behauptung betrifft seine Erinnerung, nicht ihre körperliche Anwesenheit.

Kapitel 24 – Trennung zum Gelderwerb

Verse 332–351 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

பொருட்பிரிவு இருபதும் அருட்பிரி வுயிரே

ஆனந்த மாகி அதுவே தானாய்த்

தானே அதுவாய்ப் பேசிய கருணை.
poruṭpirivu irupatum aruṭpiri vuyirē

āṉanta māki atuvē tāṉāyt

tāṉē atuvāyp pēciya karuṇai.

Die zwanzig Situationen der Trennung zum Gelderwerb bedeuten das Erbarmen, von dem gesprochen wird: Die von der Gnade getrennte Seele wird zur Seligkeit; dieses wird sie selbst, und sie selbst wird dieses.

Die Identitätssprache dieser Auslegung ist stark. Sie wird als Wortlaut der Begleitschicht bewahrt und nicht ohne Begründung mit Advaita Vedanta gleichgesetzt.

Vers 332 – Ihre Augen füllen sich schon

முனிவரும் மன்னரும் முன்னுவ பொன்னான் முடியுமெனப்

பனிவருங் கண்பர மன்திருச் சிற்றம் பலமனையாய்
துனிவரு நீர்மையி(து) என்னென்று தூநீர் தெளித்தளிப்ப

நனிவரு நாளிது வோஎன்று வந்திக்கும் நன்னுதலே
muṉivarum maṉṉarum muṉṉuva poṉṉāṉ muṭiyumeṉap

paṉivaruṅ kaṇpara maṉtiruc ciṟṟam palamaṉaiyāy
tuṉivaru nīrmaiyi(tu) eṉṉeṉṟu tūnīr teḷittaḷippa

naṉivaru nāḷitu vōeṉṟu vantikkum naṉṉutalē

„Was Weise und Könige sich vornehmen, lässt sich durch Gold vollenden“, sagte ich. Da füllten sich ihre Augen mit Tränen. Du, die du der heiligen kleinen Halle des Höchsten gleichst: Als ich klares Wasser sprengte, sie tröstete und fragte, weshalb diese Verzweiflung komme, verneigte sich die Hellstirnige und sagte: „Ist heute nun jener schwer herannahende Tag?“

Der Mann berichtet der Freundin von der Reaktion auf einen neuen Aufbruch zum Gelderwerb. Die Frau erkennt im allgemeinen Lob des Goldes bereits die bevorstehende Trennung.

Vers 333 – Er sucht dauerhaften Wohlstand

வறியார் இருமை அறியார் எனமன்னும் மாநிதிக்கு

நெறியார் அருஞ்சுரம் செல்லலுற் றார்நமர் நீண்டிருவர்
அறியா அளவுநின் றோன்தில்லைச் சிற்றம்பலம் அனைய

செறிவார் கருங்குழல் வெண்ணகைக் செவ்வாய்த் திருநுதலே
vaṟiyār irumai aṟiyār eṉamaṉṉum mānitikku

neṟiyār aruñcuram cellaluṟ ṟārnamar nīṇṭiruvar
aṟiyā aḷavuniṉ ṟōṉtillaic ciṟṟampalam aṉaiya

ceṟivār karuṅkuḻal veṇṇakaik cevvāyt tirunutalē

Hellstirnige mit dichtem schwarzem Haar, weißen Zähnen und rotem Mund, die du der kleinen Halle dessen gleichst, dessen unermessliche Höhe die beiden nicht erkannten! Unser Mann sagt: „Die Armen können die beiden Lebensbereiche nicht erfüllen.“ Deshalb will er den schweren Weg durch die Wildnis gehen, um beständigen, großen Reichtum zu gewinnen.

Die Freundin nennt das Motiv der Reise. „Die beiden Lebensbereiche“ kann Diesseits und Jenseits beziehungsweise weltliche und religiöse Verpflichtungen bezeichnen; der Vers erläutert dies nicht ausdrücklich.

Vers 334 – Ein Schwert für eine zarte Blume

சிறுவாள் உகிருற்(று) உறாமுன்னம் சின்னப் படுங்குவளைக்(கு)

எறிவாள் கழித்தனள் தோழி எழுதிற் கரப்பதற்கே
அறிவாள் ஒழுகுவ(து) அஞ்சனம் அம்பல வர்ப்பணியார்

குறியாழ் நெறிசெல்வர் அன்பரென்(று) அம்ம கொடியவளே
ciṟuvāḷ ukiruṟ(ṟu) uṟāmuṉṉam ciṉṉap paṭuṅkuvaḷaik(ku)

eṟivāḷ kaḻittaṉaḷ tōḻi eḻutiṟ karappataṟkē
aṟivāḷ oḻukuva(tu) añcaṉam ampala varppaṇiyār

kuṟiyāḻ neṟicelvar aṉpareṉ(ṟu) amma koṭiyavaḷē

Noch ehe ein kleiner scharfer Fingernagel sie berührt, zerfällt die Wasserlilie – und meine Freundin hat ein schneidendes Schwert gegen sie gezogen! Sie weiß nur, die Augenschwärze zu ziehen, um die Spuren zu verbergen. Grausame! Sie sagt, der Geliebte werde den tiefen, gefährlichen Weg gehen, wie jene, die den Hallenherrn nicht verehren.

Die Geliebte empfindet die Nachricht als unverhältnismäßig harten Schlag. Wasserlilie, Fingernagel und Schwert beschreiben ihre Verletzlichkeit; die Wendung zur Augenschwärze bleibt textlich unsicher.

Vers 335 – Gold und Perlen sind schon hier

வானக் கடிமதில் தில்லைஎம் கூத்தனை ஏத்தலர்போல்

கானக் கடஞ்செல்வர் காதலர் என்னக் கதிர்முலைகள்
மானக் கனகம் தரும்மலர்க் கண்கள்முத் தம்வளர்க்கும்

தேனக்க தார்மன்னன் என்னோ இனிச் சென்று தேர்பொருளே
vāṉak kaṭimatil tillaiem kūttaṉai ēttalarpōl

kāṉak kaṭañcelvar kātalar eṉṉak katirmulaikaḷ
māṉak kaṉakam tarummalark kaṇkaḷmut tamvaḷarkkum

tēṉakka tārmaṉṉaṉ eṉṉō iṉic ceṉṟu tērporuḷē

König mit der honigtropfenden Girlande! Sobald man sagt, der Geliebte werde durch die Waldwildnis gehen wie jene, die unseren Tänzer im himmelhoch geschützten Tillai nicht preisen, bringt ihre leuchtende Brust blasses Gold hervor, und ihre Blumenaugen züchten Perlen. Welchen Reichtum willst du nun noch anderswo suchen?

Die Freundin verwandelt Blässe und Tränen in Gold und Perlen. Der wirtschaftliche Zweck der Reise wird dadurch mit ihren menschlichen Kosten konfrontiert.

Vers 336 – Sind seine Worte vergessen?

கருள்தரு செஞ்சடை வெண்சுடர் அம்பல வன்மலயத்(து)

இருள்தரு பூம்பொழில் இன்னுயிர் போலக் கலந்திசைத்த
அருள்தரும் இன்சொற்கள் அத்தனை யும்மறந்து அத்தம்சென்றோ

பொருள்தரக் கிற்கின் றதுவினை யேற்குப் புரவலரே
karuḷtaru ceñcaṭai veṇcuṭar ampala vaṉmalayat(tu)

iruḷtaru pūmpoḻil iṉṉuyir pōlak kalanticaitta
aruḷtarum iṉcoṟkaḷ attaṉai yummaṟantu attamceṉṟō

poruḷtarak kiṟkiṉ ṟatuviṉai yēṟkup puravalarē

Am Berg des Hallenherrn, des weißen Lichts mit gnadenreichen roten Flechten, waren wir im schattigen Blütenhain wie ein einziges kostbares Leben vereint. Hat mein Beschützer all die süßen, gütigen Worte, die er damals sprach, vergessen und ist in die Wildnis gegangen, um mir, der von Tatenfolgen Geplagten, Reichtum zu bringen?

Die Frau fragt, ob der Gelderwerb die frühere Nähe ersetzen könne. Ihre Frage lässt den Widerspruch zwischen materieller Versorgung und gegenwärtiger Zuwendung offen.

Vers 337 – Was sollen wir gegen seinen Entschluss sagen?

மூவர்நின்(று) ஏத்த முதலவன் ஆடமுப் பத்துமுல்லைத்

தேவர்சென்(று) ஏத்தும் சிவன்தில்லை அம்பலம் சீர்வழுத்தாப்
பாவர்சென்(று) அல்கும் நரகம் அனைய புனையழற்கான்

போவர்நம் காதலர் என்நாம் உரைப்பது பூங்கொடியே
mūvarniṉ(ṟu) ētta mutalavaṉ āṭamup pattumullait

tēvarceṉ(ṟu) ēttum civaṉtillai ampalam cīrvaḻuttāp
pāvarceṉ(ṟu) alkum narakam aṉaiya puṉaiyaḻaṟkāṉ

pōvarnam kātalar eṉnām uraippatu pūṅkoṭiyē

Blühende Ranke, unser Geliebter will in den flammenden Wald gehen, der dem Höllenbereich gleicht, in dem die Schuldigen verweilen, die Shivas Halle in Tillai nicht preisen. Dort tanzt der Erste, während die Drei ihn verehren und die dreiunddreißig Götter herzutreten und ihn loben. Was sollen wir ihm darauf sagen?

Die Freundin erwägt den feststehenden Entschluss und findet wenig Handlungsspielraum. Die göttliche Zahl folgt der traditionellen Lesart der verdichteten Wortfolge.

Vers 338 – Heute ist er aufgebrochen

தென்மாத் திசைவசை தீர்தரத் தில்லைச்சிற் றம்பலத்துள்

என்மாத் தலைக்கழல் வைத்தெரி யாடும் இறைதிகழும்
பொன்மாப் புரிசைப் பொழில்திருப் பூவணம் அன்னபொன்னே

வன்மாக் களிற்றொடு சென்றனர் இன்றுநம் மன்னவரே
teṉmāt ticaivacai tīrtarat tillaicciṟ ṟampalattuḷ

eṉmāt talaikkaḻal vaitteri yāṭum iṟaitikaḻum
poṉmāp puricaip poḻiltirup pūvaṇam aṉṉapoṉṉē

vaṉmāk kaḷiṟṟoṭu ceṉṟaṉar iṉṟunam maṉṉavarē

Goldene, du gleichst dem heiligen Puvanam mit seinen Hainen und goldenen Mauern! Dort leuchtet der Herr, der in der kleinen Halle von Tillai seinen Fuß auf mein Haupt setzte und im Feuer tanzt, um jeden Tadel von der großen südlichen Himmelsrichtung zu nehmen. Heute ist unser König mit seinem starken, mächtigen Elefanten aufgebrochen.

Die Freundin teilt den vollzogenen Aufbruch mit. Der Situationsvermerk erklärt, der Mann habe die direkte Mitteilung vermieden, damit die Frau nicht vor seinen Augen zusammenbreche.

Vers 339 – Warum kehrt der Sonnenwagen nicht zurück?

ஆழியன்(று) ஈர்அடி யும்இலன் பாகன்முக் கண்தில்லையோன்

ஊழியன் றாதன நான்கும்ஐம் பூதமும் ஆறொடுங்கும்
ஏழியன் றாழ்கட லும்எண் திசையும் திரிந்திளைத்து

வாழியன் றோஅருக் கன்பெருந் தேர்வந்து வைகுவதே
āḻiyaṉ(ṟu) īraṭi yumilaṉ pākaṉmuk kaṇtillaiyōṉ

ūḻiyaṉ ṟātaṉa nāṉkumaim pūtamum āṟoṭuṅkum
ēḻiyaṉ ṟāḻkaṭa lumeṇ ticaiyum tirintiḷaittu

vāḻiyaṉ ṟōaruk kaṉperun tērvantu vaikuvatē

Der Wagen hat nur ein Rad, und sein Lenker besitzt keine zwei Füße. Der dreiäugige Herr von Tillai umfasst die Weltzeit, die vier Unvergänglichen, die fünf Elemente, die sechs darin aufgehenden Bereiche, die sieben tiefen Meere und die acht Richtungen. Nachdem der Sonnenwagen all dies durchzogen hat und ermüdet ist: Kommt er nicht gerade deshalb so spät wieder? Möge er doch kommen!

Die Freundin beklagt die lange Nacht. Der Vers gestaltet eine Zahlenfolge; die Bezüge der Vier und Sechs sind ohne eingehendere Kommentarprüfung unsicher und werden hier nicht als feststehendes kosmologisches System ausgegeben.

Vers 340 – Wir haben einander falsch eingeschätzt

பிரியார் எனஇகழ்ந் தேன்முன்னம் யான்பின்னை எற்பிரியின்

தரியாள் எனஇகழ்ந் தார்மன்னர் தாந்தக்கன் வேள்விமிக்க
எரியார் எழில்அழிக் கும்எழில் அம்பலத் தோன்எவர்க்கும்

அரியான் அருளிலர் போலன்ன என்னை அழிவித்தவே
piriyār eṉaikaḻn tēṉmuṉṉam yāṉpiṉṉai eṟpiriyiṉ

tariyāḷ eṉaikaḻn tārmaṉṉar tāntakkaṉ vēḷvimikka
eriyār eḻilaḻik kumeḻil ampalat tōṉevarkkum

ariyāṉ aruḷilar pōlaṉṉa eṉṉai aḻivittavē

Früher nahm ich es leicht und dachte: „Er wird nicht fortgehen.“ Dann nahm er es leicht und dachte: „Wenn ich es ihr sage, erträgt sie die Trennung nicht.“ Der Herr der schönen Halle zerstörte den flammenden Glanz von Dakshas Opfer und ist für alle schwer erreichbar. Diese beiden Gedanken haben mich zugrunde gerichtet, als hätte ich seine Gnade nicht, Mutter!

Die Frau erkennt einen wechselseitigen Irrtum. Das unangekündigte Fortgehen ist aus vermeintlicher Schonung entstanden und hat den Schmerz vergrößert.

Vers 341 – Überall sehe ich ihre Gestalt

சேணும் திகழ்மதில் சிற்றம் பலவன்தெண் ணீர்க் கடல்நஞ்(சு)

ஊணும் திருத்தும் ஒருவன் திருத்தும் உலகின்னல்லாம்
காணும் திசைதொறும் கார்க்கய லும்செங் கனியடுபைம்

பூணும் புணர்முலை யுங்கொண்டு தோன்றுமொர் பூங்கொடியே
cēṇum tikaḻmatil ciṟṟam palavaṉteṇ ṇīrk kaṭalnañ(cu)

ūṇum tiruttum oruvaṉ tiruttum ulakiṉṉallām
kāṇum ticaitoṟum kārkkaya lumceṅ kaṉiyaṭupaim

pūṇum puṇarmulai yuṅkoṇṭu tōṉṟumor pūṅkoṭiyē

Der Herr der kleinen Halle mit himmelhohen Mauern machte das Gift des klaren Meeres zu seiner Speise; er ordnet diese ganze Welt. In jeder Richtung, in die ich blicke, erscheint eine blühende Ranke mit dunklen Fischaugen, rotem Fruchtmund, frischem Schmuck und voller Brust.

Der reisende Mann sieht die Geliebte in allem wieder. Die Allgegenwart ihres Bildes steht neben Shivas weltumfassender Gegenwart, ohne beide schlicht gleichzusetzen.

Vers 342 – Wohin eilst du, mein Herz?

பொன்னணி ஈட்டிய ஒட்டரும் நெஞ்சம்இப் பொங்குவெங்கா

னின்னணி நிற்கும்இ(து) என்னென்ப தேஇமை யோர்இறைஞ்சும்
மன்னணி தில்லை வளநகர் அன்னஅன் னந் நடையாள்

மின்னணி நுண்ணிடைக் கோபொருட் கோநீ விரைகின்றதே
poṉṉaṇi īṭṭiya oṭṭarum neñcamip poṅkuveṅkā

ṉiṉṉaṇi niṟkumi(tu) eṉṉeṉpa tēimai yōriṟaiñcum
maṉṉaṇi tillai vaḷanakar aṉṉaaṉ ṉan naṭaiyāḷ

miṉṉaṇi nuṇṇiṭaik kōporuṭ kōnī viraikiṉṟatē

Unbezwingliches Herz, das du Goldschmuck sammeln wolltest! Was bedeutet es, dass du in dieser auflodernden, heißen Wildnis nun so stehst? Eilst du zum Reichtum oder zur blitzfeinen Mitte der Frau mit dem Schwanengang, die der reichen Stadt Tillai gleicht, dem Schmuck des Königs, vor dem die Himmlischen sich verneigen?

Der Mann erkennt den Konflikt zwischen Gelderwerb und Sehnsucht. Seine Frage bringt eine Richtungsentscheidung näher.

Vers 343 – Du hast mir die Trennung leichtgemacht

நாய்வயின் உள்ள குணமும்இல் லேனைநற் றொண்டுகொண்ட

தீவயின் மேனியன் சிற்றம் பலமன்ன சின்மொழியைப்
பேய்வயி னும்அரி தாகும் பிரி(வு)எளி தாக்குவித்துச்

சேய்வயின் போந்தநெஞ் செஅஞ்சத் தக்க(து)உன் சிக்கெனவே
nāyvayiṉ uḷḷa kuṇamumil lēṉainaṟ ṟoṇṭukoṇṭa

tīvayiṉ mēṉiyaṉ ciṟṟam palamaṉṉa ciṉmoḻiyaip
pēyvayi ṉumari tākum piri(vu)eḷi tākkuvittuc

cēyvayiṉ pōntaneñ ceañcat takka(tu)uṉ cikkeṉavē

Ich habe nicht einmal die gute Eigenschaft eines Hundes, und doch nahm der Feuerfarbene mich in seinen guten Dienst. Von der sparsam Sprechenden, die seiner kleinen Halle gleicht, wäre selbst ein Geist nur schwer zu trennen gewesen. Du aber machtest mir die Trennung leicht und kamst mit mir so weit fort, mein Herz. Wahrhaftig, deine Festigkeit ist zum Fürchten!

Der Mann wirft seinem Herzen den früheren Entschluss vor. Die beschädigte Klammer im Schluss wurde anhand der Vergleichsfassung berichtigt. Das letzte Wort ist nicht eindeutig: „Festigkeit“ gibt hier vorläufig die erschreckende Entschlossenheit des Herzens wieder.

Vers 344 – Wir ließen Gold zurück, um Gold zu suchen

தீமே வியநிருத் தன்திருச் சிற்றம் பலம்அனைய

பூமே வியபொன்னை விட்டுப்பொன் தேடியிப் பொங்குவெங்கான்
நாமே நடக்க ஒழிந்தனம் யாம்நெஞ்சம் வஞ்சியன்ன

வாமே கலையைவிட் டோபொருள் தேர்ந்தெம்மை வாழ்விப்பதே
tīmē viyanirut taṉtiruc ciṟṟam palamaṉaiya

pūmē viyapoṉṉai viṭṭuppoṉ tēṭiyip poṅkuveṅkāṉ
nāmē naṭakka oḻintaṉam yāmneñcam vañciyaṉṉa

vāmē kalaiyaiviṭ ṭōporuḷ tērntemmai vāḻvippatē

Herz, wir haben die auf Blüten wohnende Goldene verlassen, die der heiligen kleinen Halle des im Feuer tanzenden Herrn gleicht, und sind ausgezogen, um Gold zu suchen. Nun mussten wir selbst diese brennende Wildnis durchschreiten. Soll der Reichtum uns wirklich Leben schenken, wenn wir die rankengleiche Frau mit dem schönen Gürtel zurücklassen?

Der Mann kehrt nach dem Situationsvermerk um. Das Wortspiel zwischen Gold als Reichtum und der „Goldenen“ macht den Sinneswandel deutlich.

Vers 345 – Ihre Finger haben den Boden ausgehöhlt

தெண்ணீர் அணிசிவன் சிற்றம் பலம்சிந்தி யாதவரின்

பண்ணீர் மொழியிவ ளைப்பையுள் எய்தப் பனித்தடங்கண்
உண்ணீர் உகஒளி வாடிய நீடுசென் றார்சென்றநாள்

எண்ணீர் மையின்நிலனுங் குழி யும்விரல் இட்டறவே
teṇṇīr aṇicivaṉ ciṟṟam palamcinti yātavariṉ

paṇṇīr moḻiyiva ḷaippaiyuḷ eytap paṉittaṭaṅkaṇ
uṇṇīr ukaoḷi vāṭiya nīṭuceṉ ṟārceṉṟanāḷ

eṇṇīr maiyiṉnilaṉuṅ kuḻi yumviral iṭṭaṟavē

Wie jene, die die kleine Halle Shivas mit dem klaren Wasser nicht bedenken, ist die musikalisch Sprechende in Not geraten. Aus ihren großen, kühlen Augen fließt Wasser, ihr Glanz ist verblasst. Sie zählt die Tage seit seinem langen Fortgehen so beharrlich, dass selbst der Boden unter den immer wieder aufgesetzten Fingern eine Vertiefung bekommt.

Die Freundin beobachtet das Warten und leidet mit. Die Vertiefung im Boden macht die Wiederholung des Zählens sichtbar.

Vers 346 – Der heimkehrende Stier erinnert ihn an sie

சுற்றம் பலம்இன்மை காட்டித்தன் தொல்கழல் தந்ததொல்லோன்

சிற்றம் பலமனை யாள்பர மன்றுதிண் கோட்டின்வண்ணப்
புற்றங்(கு) உதர்த்துநல் நாகொடும் பொன்னார் மணிபுலம்பக்

கொற்றம் மருவுகொல் ஏறுசெல்லா நின்ற கூர்ஞ்செக்கரே
cuṟṟam palamiṉmai kāṭṭittaṉ tolkaḻal tantatollōṉ

ciṟṟam palamaṉai yāḷpara maṉṟutiṇ kōṭṭiṉvaṇṇap
puṟṟaṅ(ku) utarttunal nākoṭum poṉṉār maṇipulampak

koṟṟam maruvukol ēṟucellā niṉṟa kūrñcekkarē

Der Uralte zeigte mir, dass Verwandtschaft keinen bleibenden Halt bietet, und schenkte mir seine alten Füße. Die Frau, die seiner kleinen Halle gleicht, kann diese Last nicht tragen! In der scharfroten Abendstunde schüttelt ein siegesstarker Stier mit festen Hörnern den bunten Erdhügel auf, geht dann mit seiner guten Kuh heim, während die goldenen Glocken klagen.

Der Heimkehrende denkt beim Anblick des Tierpaares an seine Frau. Der genaue Zusammenhang von Erdhügel und Hörnern ist unsicher; die gemeinsame Heimkehr verstärkt seinen Wunsch, sie bald zu erreichen.

Vers 347 – Wie wird es ihr in dieser Jahreszeit gehen?

கண்ணுழை யாதுவிண் மேகம் கலந்து கணமயில்தொக்(கு)

எண்ணுழை யாத்தழை கோலிநின்(று) ஆலும் இனமலர்வாய்
மண்ணுழை யாவும் அறிதில்லை மன்னன(து) இன்னருள்போல்

பண்ணுழை யாமொழி யாள்என்ன ளாங்கொல்மன் பாவியற்கே
kaṇṇuḻai yātuviṇ mēkam kalantu kaṇamayiltok(ku)

eṇṇuḻai yāttaḻai kōliniṉ(ṟu) ālum iṉamalarvāy
maṇṇuḻai yāvum aṟitillai maṉṉaṉa(tu) iṉṉaruḷpōl

paṇṇuḻai yāmoḻi yāḷeṉṉa ḷāṅkolmaṉ pāviyaṟkē

Die Wolken am Himmel verdichten sich, sodass das Auge nicht mehr hindurchdringt. Pfauenschwärme sammeln sich, breiten unzählige Federn aus und tanzen vor den geöffneten Blumen. Wie wird es der Frau mit der von Musik erfüllten Stimme um meinetwillen ergehen, des Schuldigen – sie ist wie die süße Gnade des Königs von Tillai, der alles auf Erden kennt?

Der Mann erkennt an den Jahreszeitenzeichen die Belastung der Zurückgebliebenen. Die Blumen- und Erdwortverbindung der dritten Zeile bleibt mehrdeutig.

Vers 348 – Wolke, ziehe nicht vor mir her

அற்படு காட்டில்நின்(று) ஆடிசிற் ற்ம்பலத் தான்மிடற்றின்

முற்படு நீள்முகில் என்னின்முன் னேல்முது வோர்குழுமி
விற்படு வாணுத லாள்செல்லல் தீர்ப்பான் விரைமலர்தூய்

நெற்படு வான்பலி செய்(து)அய ராநிற்கும் நீள்நகர்க்கே
aṟpaṭu kāṭṭilniṉ(ṟu) āṭiciṟ ṟmpalat tāṉmiṭaṟṟiṉ

muṟpaṭu nīḷmukil eṉṉiṉmuṉ ṉēlmutu vōrkuḻumi
viṟpaṭu vāṇuta lāḷcellal tīrppāṉ viraimalartūy

neṟpaṭu vāṉpali cey(tu)aya rāniṟkum nīḷnakarkkē

Lange Wolke, deren dunkle Farbe an den Hals des Herrn der kleinen Halle heranreicht, der im dicht finsteren Wald tanzt! Eile mir nicht voraus in die große Stadt. Dort versammeln sich die Alten, streuen duftende Blumen und bereiten reiche Reisgaben, um das Leid der Frau mit der bogenhellen Stirn zu beenden.

Der Mann will die Frau vor der nächsten Regenankündigung erreichen. Die Älteren bemühen sich inzwischen durch Gebete und Gaben um ihr Wohlergehen.

Vers 349 – Sein Wagen ist vor der Wolke da

பாவியை வெல்லும் பரிசில்லை யேமுகில் பாவையஞ்சீர்

ஆவியை வெல்லக் கறுக்கின்ற போழ்தத்தின் அம்பலத்துக்
காவியை வெல்லும் மிடற்றோன் அருளிற் கதுமெனப் போய்

மேவிய மாநிதி யோ(டு)அன்பர் தேர்வந்து மேவினதே
pāviyai vellum paricillai yēmukil pāvaiyañcīr

āviyai vellak kaṟukkiṉṟa pōḻtattiṉ ampalattuk
kāviyai vellum miṭaṟṟōṉ aruḷiṟ katumeṉap pōy

mēviya māniti yō(ṭu)aṉpar tērvantu mēviṉatē

Gibt es denn keinen Weg, die Grausame zu überwinden? Gerade als die Wolke sich verdunkelte, um das schöne Leben unserer Puppe zu bezwingen, kam rasch der Wagen des Geliebten an, beladen mit dem ersehnten großen Reichtum – durch die Gnade dessen in der Halle, dessen Hals die dunkle Wasserlilie übertrifft.

Die Freundin meldet die Heimkehr im entscheidenden Augenblick. Die fortlaufende Werkzählung 349 berichtigt hier die abweichende Nummer 350 der verwendeten E-Text-Quelle.

Vers 350 – Die Heimkehr kommt noch rechtzeitig

யாழின் மொழிமங்கை பங்கன்சிற் றம்பலத் தான்அமைத்த

ஊழின் வலியதொன்(று) என்னை ஒளிமே கலையுகளும்
வீழும் வரிவளை மெல்லியல் ஆவிசெல் லாதமுன்ன

சூழும் தொகுநிதி யோ(டு)அன்பர் தேர்வந்து தோன்றியதே
yāḻiṉ moḻimaṅkai paṅkaṉciṟ ṟampalat tāṉamaitta

ūḻiṉ valiyatoṉ(ṟu) eṉṉai oḷimē kalaiyukaḷum
vīḻum varivaḷai melliyal āvicel lātamuṉṉa

cūḻum tokuniti yō(ṭu)aṉpar tērvantu tōṉṟiyatē

Was wäre stärker als die Fügung, die der Herr der kleinen Halle gesetzt hat, dessen Hälfte die Frau mit yazhgleicher Stimme ist? Noch bevor das Leben der Sanften entwich, deren leuchtender Gürtel locker geworden ist und deren gestreifte Armreifen herabfallen, erschien der Wagen des Geliebten mit der angesammelten Fülle des Reichtums.

Die jungen Begleiter empfangen den Heimkehrenden und deuten den Zeitpunkt als glückliche Fügung. Der Vers trägt in der Textquelle irrtümlich die Nummer 351.

Vers 351 – Alle Mühen schwinden beim Wiedersehen

மயில் மன்னு சாயல்இம் மானைப் பிரிந்து பொருள்வளர்ப்பான்

வெயில் மன்னு வெஞ்சுரம் சென்றதெல்லாம் விடை யோன்புலியூர்க்
குயில் மன்னு சொல்லிமென் கொங்கைஎன் அங்கத் திடைகுளிப்பத்

துயில் மன்னு பூவணை மேலணை யாமுன் துவள் உற்றதே
mayil maṉṉu cāyalim māṉaip pirintu poruḷvaḷarppāṉ

veyil maṉṉu veñcuram ceṉṟatellām viṭai yōṉpuliyūrk
kuyil maṉṉu collimeṉ koṅkaieṉ aṅkat tiṭaikuḷippat

tuyil maṉṉu pūvaṇai mēlaṇai yāmuṉ tuvaḷ uṟṟatē

Um Reichtum zu mehren, trennte ich mich von dieser rehgleichen Frau mit Pfauenanmut und ging durch die sonnenheiße, grausame Wildnis. Doch all diese Mühen schwanden schon, ehe wir uns auf dem schlafbereiten Blumenlager vereinigten, während die sanfte Brust der kuckucksgleich Sprechenden aus Puliyur des Stierherrn an meinem Leib Ruhe fand.

Der heimgekehrte Mann spricht von der Freude des Wiedersehens. Die Textquelle zählt diesen Vers als 352; ab dem folgenden Vers stimmen Quellen- und Werkzählung wieder überein.

Kapitel 25 – Trennung wegen anderer Frauen, Streit und Versöhnung

Verse 352–400 des Tirukkovaiyar.

Überlieferter Kapitelvers – Deutung auf die große Seligkeit

பரத்தையிற் பிரிதல் எண்ணா(று) ஒன்றும்

உரைத்த சிவானந்தம் உற்றது வாம்பின்
எப்பதம் எவ்வுயிர் எவ்வுல(கு) யாவும்
அப்படி யேகண்(டு) அறிவு பூரணம்
ஆகி நின்(று) அளவில் அனுபவம் பெற்று

நின்ற தன்மை நிலைமை உரைத்தது.
parattaiyiṟ pirital eṇṇā(ṟu) oṉṟum

uraitta civāṉantam uṟṟatu vāmpiṉ
eppatam evvuyir evvula(ku) yāvum
appaṭi yēkaṇ(ṭu) aṟivu pūraṇam
āki niṉ(ṟu) aḷavil aṉupavam peṟṟu

niṉṟa taṉmai nilaimai uraittatu.

Die achtmal sechs und eine Situation der Trennung wegen anderer Frauen beschreiben den Zustand nach dem Erlangen der genannten Shiva-Seligkeit: Jede Stätte, jedes Leben, jede Welt, alles wird in eben dieser Weise geschaut. Erkenntnis wird vollständig, grenzenlose Erfahrung wird erlangt, und in diesem Zustand bleibt man bestehen.

Die neunundvierzig Szenen werden hier als umfassende Erkenntnisperspektive gedeutet. Diese geistige Zweitlesart macht die menschlichen Konflikte und die Verantwortung der Figuren nicht bedeutungslos.

Vers 352 – Andere Frauen umringen ihn

உடுத்தணி வாளர வன்தில்லை யூரன் வரஓருங்கே

எடுத்தணி கையே றினவளை ஆர்ப்ப இளமயிலேர்
கடுத்தணி காமர் கரும்புரு வச்சிலை கண்மலர் அம்பு

அடுத்தணி வாள்இளை யோர்சுற்றும் பற்றினர் மாதிரமே
uṭuttaṇi vāḷara vaṉtillai yūraṉ varaōruṅkē

eṭuttaṇi kaiyē ṟiṉavaḷai ārppa iḷamayilēr
kaṭuttaṇi kāmar karumpuru vaccilai kaṇmalar ampu

aṭuttaṇi vāḷiḷai yōrcuṟṟum paṟṟiṉar mātiramē

Als der Mann aus Tillai dessen kam, der die leuchtende Schlange als Gewand und Schmuck trägt, hoben die Frauen zugleich ihre geschmückten Hände, sodass die Armreifen klangen. Junge Pfauengleiche, deren Brauen dunkle Bögen Kamas und deren Blumenaugen Pfeile sind, umgaben ihn von allen Seiten und nahmen ihn gefangen.

Beobachtende eröffnen das Kapitel über die Trennung wegen anderer Frauen. Die Kriegsbilder bezeichnen erotische Anziehung und führen in einen neuen Beziehungskonflikt.

Vers 353 – Wie groß ist ihre Geduld!

கரும்புறு கொன்றையன் தொல்புலி யூர்சுருங் கும்மருங்குல்

பெரும்பொறை யாட்டியை யென்இன்று பேசுவ பேரொலிநீர்க்
கரும்புறை யுரன் கலந்தகன் றானென்று கண்மணியும்

அரும்பொறை யாகும்என் ஆலியும் தேய்வுற்(று) அழிகின்றதே
karumpuṟu koṉṟaiyaṉ tolpuli yūrcuruṅ kummaruṅkul

perumpoṟai yāṭṭiyai yeṉiṉṟu pēcuva pērolinīrk
karumpuṟai yuraṉ kalantakaṉ ṟāṉeṉṟu kaṇmaṇiyum

arumpoṟai yākumeṉ āliyum tēyvuṟ(ṟu) aḻikiṉṟatē

Was soll ich heute über die schmalhüftige Frau mit der großen Geduld im alten Puliyur des Herrn mit bienenumspieltem Konrai sagen? Schon der Gedanke, dass der Mann aus dem zuckerrohrreichen, lautwassernden Ort sich mit ihr vereinte und dann fortging, macht mir selbst die Augenperlen zur kaum tragbaren Last. Mein eigenes Leben schwindet und vergeht.

Die Freundin bewundert die Geduld der verlassenen Frau und gesteht ihre eigene Erschütterung. Das Lob gehört zur sozialen Stimme des Gedichts und verpflichtet niemanden, Untreue widerspruchslos zu ertragen.

Vers 354 – Wer sind all diese leidenden Frauen?

அப்புற்ற சென்னியன் தில்லை உறாரின் அவர்உறுநோய்

ஒப்புற்று எழில்நலம் ஊரன் கவரஉள் ளும்புறம்பும்
வெப்புற்று வெய்துயிர்ப் புற்றத்தம் மெல்லணை யேதுணையாச்

செப்புற்ற கொங்கையர் யாவர்கொல் ஆருயிர் தேய்பவரே
appuṟṟa ceṉṉiyaṉ tillai uṟāriṉ avaruṟunōy

oppuṟṟu eḻilnalam ūraṉ kavarauḷ ḷumpuṟampum
veppuṟṟu veytuyirp puṟṟattam mellaṇai yētuṇaiyāc

ceppuṟṟa koṅkaiyar yāvarkol āruyir tēypavarē

Wer mögen die Frauen mit den becherförmigen Brüsten sein, deren kostbares Leben dahinschwindet? Der Mann hat ihre Schönheit genommen; innen und außen brennen sie, stoßen heiße Seufzer aus und haben nur noch ihr weiches Bett als Gefährten. Sie leiden wie jene, die Tillai dessen mit der Wasserflut auf dem Haupt nicht erreichen.

Die Frau spricht scheinbar allgemein über Verlassene und beschreibt damit ihre eigene Lage. Diese indirekte Form wahrt Abstand zu ihrem persönlichen Schmerz.

Vers 355 – Sogar den Traum habe ich verloren

தேவா சுரர்இறைஞ் சும்கழ லோன்தில்லை சேரலர்போல்

ஆவாகனவும் இழந்தேன் நனவென்(று) அமளியின்மேல்
பூவார் அகலம்வந்(து) ஊரன் தரப்புலம் பாய்நலம்பாய்

பாவாய் தழுவிற் றிலேன் விழித் தேன்அரும் பாவியனே
tēvā curariṟaiñ cumkaḻa lōṉtillai cēralarpōl

āvākaṉavum iḻantēṉ naṉaveṉ(ṟu) amaḷiyiṉmēl
pūvār akalamvan(tu) ūraṉ tarappulam pāynalampāy

pāvāy taḻuviṟ ṟilēṉ viḻit tēṉarum pāviyaṉē

Ach, wie jene, die Tillai dessen nicht erreichen, dessen Füße Götter und Asuras verehren, habe ich sogar den Traum verloren! Auf meinem Lager kam der Mann und bot mir seine blumengeschmückte Brust. Ich hielt es für Wirklichkeit, blieb noch im Unmut und umarmte ihn nicht, schöne Freundin. Dann erwachte ich – ich Unselige!

Die Frau träumt vom Wiedersehen, hält aber auch im Traum an ihrer Kränkung fest. Beim Erwachen bedauert sie die versäumte Umarmung.

Vers 356 – Ein Vorwurf an die Lampe

செய்ம்முக நீல மலர்தில்லைச் சிற்றம் பலத்தரற்குக்

கைம்முகங் கூம்பக் கழல்பணி யாரிற் கலந்தவர்க்குப்
பொய்ம்முகங் காட்டிக் கரத்தல் பொருத்தம்அன்(று) என்றில்லையே

நெய்ம்முக மாந்தி இருள்முகங் கீழும் நெடுஞ்சுடரே
ceymmuka nīla malartillaic ciṟṟam palattaraṟkuk

kaimmukaṅ kūmpak kaḻalpaṇi yāriṟ kalantavarkkup
poymmukaṅ kāṭṭik karattal poruttamaṉ(ṟu) eṉṟillaiyē

neymmuka mānti iruḷmukaṅ kīḻum neṭuñcuṭarē

Hohe Flamme, du trinkst das Öl und zerreißt das Gesicht der Dunkelheit! Hättest du nicht sagen können, dass es sich nicht gehört, den mit einem Verbundenen ein falsches Gesicht zu zeigen und sich dann zu verbergen – wie jene, die ihre Hände nicht falten und die Füße Haras der kleinen Halle in Tillai mit seinen blauen Feldblumen nicht verehren?

Nach dem enttäuschenden Traum richtet die Frau ihre Klage an das Licht. Die Lampe wird zur Zeugin eines scheinbaren Wiedersehens, das sich als Täuschung erwies.

Vers 357 – Dann mögen die anderen ihn behalten

பூங்குவ ளைப்பொலி மாலையும் ஊரன்பொற் றோளிணையும்

ஆங்கு வளைத்துவைத் தாரேனும் கொள்கநள் ளார் அரணம்
தீங்கு வளைத்தவில் லோன்தில்லைச் சிற்றம் பலத்தயல்வாய்

ஓங்கு வளைக்கரத் தார்க்கடுத் தோம்மன் உறாவரையே
pūṅkuva ḷaippoli mālaiyum ūraṉpoṟ ṟōḷiṇaiyum

āṅku vaḷaittuvait tārēṉum koḷkanaḷ ḷār araṇam
tīṅku vaḷaittavil lōṉtillaic ciṟṟam palattayalvāy

ōṅku vaḷaikkarat tārkkaṭut tōmmaṉ uṟāvaraiyē

Mögen jene, die ihn dort festhalten, seine glänzende Wasserliliengirlande und beide goldenen Arme behalten! Wir sind doch nur die anderen, die bei der kleinen Halle in Tillai mit erhobenen, armreifengeschmückten Händen stehen, bei dem Herrn, der den Bogen krümmte, damit die Festungen seiner Feinde Unheil traf. An uns muss er sich nicht mehr annähern.

Die Frau verweigert dem Mann zunächst den Zugang. Die Schlusssätze sind stark verkürzt; sicher ist ihre bittere Abgrenzung gegenüber den anderen Frauen.

Vers 358 – Berühre mich jetzt nicht

தவஞ்செய் திலாதவெந் தீவினை யேம்புன்மைத் தன்மைக்(கு)எள்ளா(து)

எவம்செய்து நின்(று)இனி இன்(று)உனை நோவ(து)என் அத்தன்முத்தன்
சிவன்செய்த சீரரு ளார்தில்லை யூரநின் சேயிழையார்

நவம்செய்த புல்லங்கள் மாட்டேம் தொடல்விடு நற்கலையே
tavañcey tilātaven tīviṉai yēmpuṉmait taṉmaik(ku)eḷḷā(tu)

evamceytu niṉ(ṟu)iṉi iṉ(ṟu)uṉai nōva(tu)eṉ attaṉmuttaṉ
civaṉceyta cīraru ḷārtillai yūraniṉ cēyiḻaiyār

navamceyta pullaṅkaḷ māṭṭēm toṭalviṭu naṟkalaiyē

Wir Unglücklichen haben keine verdienstvolle Askese vollbracht. Ohne unsere geringe Lage zu verachten – was hätten wir noch zu tun, und warum sollten wir heute dir Vorwürfe machen? Mann aus Tillai, reich an der erhabenen Gnade Shivas, unseres reinen Vaters! Die frischen Umarmungsspuren deiner geschmückten Frauen vertragen wir nicht. Berühre mich nicht; lass mein schönes Gewand los.

Die Ehefrau formuliert eine deutliche Grenze. Ihr scheinbar demütiger Beginn ist Teil der gekränkten Rede, nicht eine Aufhebung ihres ausdrücklichen Neins.

Vers 359 – Eine Botin in rotem Schmuck

தணியுறப் பொங்கும்இக் கொங்கைகள் தாங்கித் தளர்மருங்குல்

பிணியுறப் பேதைசென்(று) இன்றெய்து மால்அர வும்பிறையும்
அணியுறக் கொண்டவன் தில்லைத்தொல் லாயநல் லார்கண்முன்னே

பணியுறத் தோன்றும் நுடங்கிடை யார்கள் பயின்மனைக்கே
taṇiyuṟap poṅkumik koṅkaikaḷ tāṅkit taḷarmaruṅkul

piṇiyuṟap pētaiceṉ(ṟu) iṉṟeytu mālara vumpiṟaiyum
aṇiyuṟak koṇṭavaṉ tillaittol lāyanal lārkaṇmuṉṉē

paṇiyuṟat tōṉṟum nuṭaṅkiṭai yārkaḷ payiṉmaṉaikkē

Die junge Botin mit der vom Tragen der vollen Brust ermattenden Mitte geht heute dorthin, bis an das Haus, in dem Frauen mit wiegender Hüfte wohnen. Vor den Augen der alten, angesehenen Frauen von Tillai dessen, der Schlange und Mondsichel als Schmuck trägt, wird sie dort mit einer Verneigung erscheinen.

Die Angehörigen kommentieren die Entsendung einer rot geschmückten Botin. cevv-aṇi bezeichnet in dieser Liebespoetik ein Zeichen für die nach der Menstruation wieder mögliche eheliche Zusammenkunft; die Konvention wird in den folgenden Versen ausdrücklich sichtbar.

Vers 360 – Von einer anderen hängt seine Rückkehr ab

இரவணை யும்மதி யேர்நுத லார்நுதிக் கோலஞ் செய்து

குரவணை யுங்குழல் இங்(கு)இவ ளால்இக் குறியறிவித்(து)
அரவணை யும்சடை யோன்தில்லை யூரனை ஆங்கொருத்தி

தரஅணை யும்பரி சாயின வாறுநம் தன்மைகளே
iravaṇai yummati yērnuta lārnutik kōlañ ceytu

kuravaṇai yuṅkuḻal iṅ(ku)iva ḷālik kuṟiyaṟivit(tu)
aravaṇai yumcaṭai yōṉtillai yūraṉai āṅkorutti

taraaṇai yumpari cāyiṉa vāṟunam taṉmaikaḷē

Wir schmücken die Stirn dieser Botin wie die mondgleiche Stirn jener Frauen, zu denen er nachts geht; ihr Haar trägt Kurava-Blüten. Durch sie lassen wir dieses Zeichen mitteilen. Dann muss dort eine andere den Mann aus Tillai dessen mit der Schlange in den Flechten freigeben, damit er wieder zu uns kommt. So weit ist es mit unserer Stellung gekommen!

Die Ehefrau empfindet die notwendige Botschaft als Demütigung. Sie beklagt, dass die andere Frau faktisch über den Zugang zu ihrem eigenen Mann mitbestimmt.

Vers 361 – Die rote Botschaft ist angekommen

சிவந்தபொன் மேனி மணிதிருச் சிற்றம் பலமுடையான்

சிவந்தஅம் தாளணி ஊரற்(கு) உலகிய லாறுரைப்பான்
சிவந்தபைம் போதும் அம் செம்மலர்ப் பட்டும்கட் டார்முலைமேல்

சிவந்தஅச் சாந்தமும் தோன்றின வந்து திருமனைக்கே
civantapoṉ mēṉi maṇitiruc ciṟṟam palamuṭaiyāṉ

civantaam tāḷaṇi ūraṟ(ku) ulakiya lāṟuraippāṉ
civantapaim pōtum am cemmalarp paṭṭumkaṭ ṭārmulaimēl

civantaac cāntamum tōṉṟiṉa vantu tirumaṉaikkē

Um dem Mann, der die schönen roten Füße des Herrn mit dem rotgoldenen Leib in der kostbaren kleinen Halle als Schmuck verehrt, die Ordnung des häuslichen Lebens mitzuteilen, erschienen im festlichen Haus rote frische Blüten, ein rotes blumengeschmücktes Seidengewand und rote Sandelsalbe auf der fest umschlossenen Brust.

Die Türleute erkennen an der Botin das rote Zeichen. Nach der hier vorausgesetzten Konvention kündigt es die Rückkehr zur ehelichen Gemeinschaft nach der Menstruation an.

Vers 362 – Er kehrt seiner Pflicht entsprechend heim

குராப்பயில் கூழை இவளின்மிக்(கு) அம்பலத் தான்குழையாம்

அராப்பயில் நுண்ணிடை யார்அடங் கார்எவ ரேயினிப்பண்(டு)
இராப்பகல் நின்றுணங்(கு) ஈர்ங்கடை யித்துணைப் போழ்திற்சென்று

கராப்பயில் பூம்புன லூரன் புகும்இக் கடிமனைக்கே
kurāppayil kūḻai ivaḷiṉmik(ku) ampalat tāṉkuḻaiyām

arāppayil nuṇṇiṭai yāraṭaṅ kāreva rēyiṉippaṇ(ṭu)
irāppakal niṉṟuṇaṅ(ku) īrṅkaṭai yittuṇaip pōḻtiṟceṉṟu

karāppayil pūmpuṉa lūraṉ pukumik kaṭimaṉaikkē

Welche andere Frau mit schlangenfeiner Mitte, gleich der Schlange am Ohr des Hallenherrn, könnte neben dieser Frau mit Kurava-Blüten im Haar noch Anspruch erheben? Einst stand man Tag und Nacht vergeblich am kühlen Tor. Nun betritt der Herr der blütenreichen Gewässer mit den Krokodilen in einem einzigen Augenblick dieses geschützte Haus.

Die Türleute kommentieren seine Rückkehr. Die erste Frage und der Rückblick auf das Warten am Tor sind nur knapp angedeutet; der Situationsvermerk nennt ausdrücklich die Anerkennung seiner häuslichen Pflicht.

Vers 363 – Ihr Gesicht öffnet sich wieder

வந்தான் வயலணி ஊரன் எனச்சின வாள்மலர்க்கண்

செந்தா மரைச்செவ்வி சென்றசிற்றம்பல வன்அருளான்
முந்தா யினவியன்நோக்கெதிர் நோக்க முகமடுவின்

பைந்தாள் குவளைகள் பூத்திருள் சூழ்ந்து பயின்றனவே
vantāṉ vayalaṇi ūraṉ eṉacciṉa vāḷmalarkkaṇ

centā maraiccevvi ceṉṟaciṟṟampala vaṉaruḷāṉ
muntā yiṉaviyaṉnōkketir nōkka mukamaṭuviṉ

paintāḷ kuvaḷaikaḷ pūttiruḷ cūḻntu payiṉṟaṉavē

„Der Herr des feldgeschmückten Ortes ist gekommen!“ Da wurden ihre schwertgleichen Blumenaugen zunächst im Zorn so rot wie ein Lotus. Als er aber ihrem Blick begegnete, öffneten sich durch die Gnade des Herrn der kleinen Halle im Teich ihres Gesichts wieder die grünstieligen Wasserlilien; ihr dunkler Glanz breitete sich ruhig aus.

Beobachtende beschreiben den Wechsel von Zorn zu Zuwendung. Die Farben der Augen tragen die emotionale Bewegung.

Vers 364 – Der Abend empfängt ihn

வில்லிகைப் போதின் விரும்பா அரும்பா வியர்கள் அன்பில்

செல்லிகைப் போதின் எரியுடை யோன்தில்லை அம்பலம்சூழ்
மல்லிகைப் போதின்வெண் சங்கம்வண்(டு) ஊதவிண் தோய்பிறையோ(டு)

எல்லிகைப் போதியல் வேல்வயல் ஊரற்(கு) எதிர் கொண்டதே
villikaip pōtiṉ virumpā arumpā viyarkaḷ aṉpil

cellikaip pōtiṉ eriyuṭai yōṉtillai ampalamcūḻ
mallikaip pōtiṉveṇ caṅkamvaṇ(ṭu) ūtaviṇ tōypiṟaiyō(ṭu)

ellikaip pōtiyal vēlvayal ūraṟ(ku) etir koṇṭatē

Wie die Herzen der seltenen Schuldigen, die den Bogenherrn nicht lieben, ist die Stunde dunkel; doch um die Halle von Tillai dessen mit dem Feuer in der Hand blasen Bienen die weißen Muscheln der Jasminblüten. Mit der himmelsteigenden Mondsichel empfängt der Abend den speertragenden Herrn der Felder.

Die Hausgenossen verweisen auf die versöhnliche Abendstimmung. Die erste Wortverbindung des Verses ist schwierig; sicher sind Jasmin, Bienensummen, Mond und der Empfang des Mannes.

Vers 365 – Die Wellen des Streits legen sich

புலவித் திரைபொரச் சீறடிப் பூங்கலம் சென்னி உய்ப்பக்

கலவிக்கடலுள் கலிங்கஞ் சென்(று) எய்திக் கதிர்கொள்முத்தம்
நிலவி நிறைமது ஆர்ந்(து)அம் பலத்துநின்றோன் அருள்போன்(று)

உலவிய லாத்தனம் சென்றெய்தல் ஆயின ஊரனுக்கே
pulavit tiraiporac cīṟaṭip pūṅkalam ceṉṉi uyppak

kalavikkaṭaluḷ kaliṅkañ ceṉ(ṟu) eytik katirkoḷmuttam
nilavi niṟaimatu ārn(tu)am palattuniṉṟōṉ aruḷpōṉ(ṟu)

ulaviya lāttaṉam ceṉṟeytal āyiṉa ūraṉukkē

Die Wellen des Liebesstreits schlugen an; er setzte das Blumenschiff ihrer kleinen Füße auf sein Haupt. Im Meer der Vereinigung gelangte das Kalinga-Schiff ans Ziel; glänzende Perlen leuchteten, voller Honig wurde genossen. So gelangte der Mann zu einem Reichtum, der sich nicht erschöpfen lässt, wie die Gnade dessen, der in der Halle steht.

Die Versöhnung wird als Seefahrt gestaltet. kaliṅkam kann Gewand und Schiff bezeichnen; der Vers verbindet maritime Bilder mit der körperlichen Liebesbegegnung, ohne sich auf eine einzige Bildauflösung reduzieren zu lassen.

Vers 366 – Die Freude weckt neue Eifersucht

செவ்வாய் துடிப்பக்கருங்கண் பிறழச்சிற் றம்பலத்(து)எம்

மொய்வார் சடையோன் அருளின் முயங்கி மயங்குகின்றாள்
வெவ்வாய் உயிர்ப்பொடு விம்மிக் கலுழ்ந்து புலந்துநைந்தாள்

இவ்வா(று) அருள்பிறர்க்(கு) ஆகு மென நினைந்து இன்னகையே
cevvāy tuṭippakkaruṅkaṇ piṟaḻacciṟ ṟampalat(tu)em

moyvār caṭaiyōṉ aruḷiṉ muyaṅki mayaṅkukiṉṟāḷ
vevvāy uyirppoṭu vimmik kaluḻntu pulantunaintāḷ

ivvā(ṟu) aruḷpiṟark(ku) āku meṉa niṉaintu iṉṉakaiyē

Ihr roter Mund bebt, ihre dunklen Augen bewegen sich, und wie von der Gnade unseres Herrn mit den dichten Flechten in der kleinen Halle umfangen, schmiegt sie sich an ihn und verliert sich. Dann seufzt sie heiß, schluchzt, weint, streitet und leidet, weil sie denkt: „Diese Zuwendung könnte ebenso anderen gelten.“ So ist die sanft Lächelnde.

Die wiedergewonnene Nähe hat die Verletzung noch nicht ganz geheilt. Freude und Misstrauen erscheinen unmittelbar nebeneinander.

Vers 367 – Warum steigt sie vom Bett?

மலரைப் பொறாஅடி மானும் தமியன்மன் னன்ஒருவன்

பலரைப் பொறா(து)என்(று) இழிந்துநின் றாள்பள்ளி காமன்எய்த
அலரைப் பொறா(து)அன்(று) அழல்விழித் தோன்அம்பலம் வணங்காக்

கலரைப் பொறாச்சிறி யாள்என்னை கொல்லோ கருதியதே
malaraip poṟāaṭi māṉum tamiyaṉmaṉ ṉaṉoruvaṉ

palaraip poṟā(tu)eṉ(ṟu) iḻintuniṉ ṟāḷpaḷḷi kāmaṉeyta
alaraip poṟā(tu)aṉ(ṟu) aḻalviḻit tōṉampalam vaṇaṅkāk

kalaraip poṟācciṟi yāḷeṉṉai kollō karutiyatē

Ihre Füße ertragen nicht einmal eine Blume; sie ist rehgleich, und der Herr ist allein. Dennoch steigt die Kleine vom Bett und sagt: „Es erträgt viele.“ Sie erträgt keine Unaufrichtigen, die die Halle dessen nicht verehren, der einst Kamas Blumen nicht ertrug und sein Feuerauge öffnete. Was mag sie damit gemeint haben?

Die Beobachtenden verstehen ihre Anspielung auf frühere andere Frauen. Im Wortlaut wechseln „nicht ertragen“ und „viele tragen“; die genaue Negation in der zweiten Zeile ist uneinheitlich zu lesen.

Vers 368 – Die Hausgenossen loben seine Rückkehr

வில்லைப் பொலிநுதல் வேற்பொலி கண்ணி மெலிவறிந்து

வல்லைப் பொலிவொடு வந்தமை யான்நின்று வான்வழுத்தும்
தில்லைப் பொலிசிவன் சிற்றம்பலம்சிந்தை செய்பவரின்

மல்லைப் பொலிவய லூரன்மெய்யேதக்க வாய்மையனே
villaip polinutal vēṟpoli kaṇṇi melivaṟintu

vallaip polivoṭu vantamai yāṉniṉṟu vāṉvaḻuttum
tillaip policivaṉ ciṟṟampalamcintai ceypavariṉ

mallaip polivaya lūraṉmeyyētakka vāymaiyaṉē

Er erkannte das Ermatten der Frau mit der bogenhellen Stirn und den speerglänzenden Augen und kam rasch zurück, bevor ihr Glanz verging. Wie jene, die unablässig Shivas leuchtende kleine Halle in Tillai bedenken, vor der die Himmelswelt steht und lobt, erweist sich der Herr der reichen, schönen Felder als treu.

Die Hausgenossen loben seine rechtzeitige Rückkehr auf das rote Zeichen. Dieses Lob ist an die konkrete Szene gebunden und löscht die zuvor gezeigte Verletzung nicht aus.

Vers 369 – Frisches Wasser für das gemeinsame Bad

சூன்முதிர் துள்ளு நடைப்பெடைக்(கு) இல்துணைச் சேவல் செய்வான்

தேன்முதிர் வேழத்தின் மென்பூக்குதர் செம்ம லூரன் திண்தோள்
மான்முதிர் நோக்கின்நல் லார்மகிழத் தில்லை யான் அருளே

போன்முதிர் பொய்கையில் பாய்ந்தது வாய்ந்த புதுப்புனலே
cūṉmutir tuḷḷu naṭaippeṭaik(ku) iltuṇaic cēval ceyvāṉ

tēṉmutir vēḻattiṉ meṉpūkkutar cemma lūraṉ tiṇtōḷ
māṉmutir nōkkiṉnal lārmakiḻat tillai yāṉ aruḷē

pōṉmutir poykaiyil pāyntatu vāynta putuppuṉalē

Für seine schwer tragende, hüpfend gehende Gefährtin zupft das Vogelmännchen die weichen Blüten des honigreichen Schilfs. So ist der Ort unseres edlen Herrn. Damit die guten Frauen mit rehgleichen Blicken sich an seinen festen Armen freuen, ist frisches Wasser in den vollen Teich geströmt – wie die Gnade des Herrn von Tillai.

Der Vers kündigt ein gemeinsames Bad an. Das fürsorgliche Vogelpaar begleitet erneut eine Einladung zur Nähe; die genaue Pflanzenbezeichnung vēḻam ist hier als Schilf wiedergegeben.

Vers 370 – Sein Wagen steht schon da

சேயே எனமன்னு தீம்புன லூரன்திண் தோள்இணைகள்

தோயீர் புணர்தவம் தொன்மைசெய் தீர்சுடர் கின்றகோலம்
தீயே எனமன்னு சிற்றம்பலவர்தில்லைந்நகர் வாய்

வீயே எனஅடி யீர்நெடுந் தேர்வந்து மேவினதே
cēyē eṉamaṉṉu tīmpuṉa lūraṉtiṇ tōḷiṇaikaḷ

tōyīr puṇartavam toṉmaicey tīrcuṭar kiṉṟakōlam
tīyē eṉamaṉṉu ciṟṟampalavartillainnakar vāy

vīyē eṉaaṭi yīrneṭun tērvantu mēviṉatē

Ihr, die ihr einst Askese geübt habt, um die beiden festen Arme des Herrn der süßen Gewässer zu umfassen, der wie der jugendliche Gott besteht! Eure kleinen Füße gleichen Blüten. In der Stadt Tillai des Herrn der kleinen Halle, dessen strahlende Gestalt Feuer ist, ist sein langer Wagen nun angekommen.

Die Frauen des Kurtisanenviertels freuen sich über sein Kommen. Das Lob ihrer früheren Askese ist Teil ihrer begeisterten Rede und kein Urteil über einen höheren geistigen Rang.

Vers 371 – Haltet unseren Geliebten fest

அரமங் கையரென வந்து விழாப்புகும் அவ்வவர்வான்

அரமங் கையரென வந்தணு கும்அவள் அன்(று)உகிரால்
சிரம்அங்(கு) அயனைச் செற்றோன் தில்லைச் சிற்றம் பலம்வழுத்தாப்

புரமங் கையரின்நை யாதுஐய காத்துநம் பொற்பரையே
aramaṅ kaiyareṉa vantu viḻāppukum avvavarvāṉ

aramaṅ kaiyareṉa vantaṇu kumavaḷ aṉ(ṟu)ukirāl
ciramaṅ(ku) ayaṉaic ceṟṟōṉ tillaic ciṟṟam palamvaḻuttāp

puramaṅ kaiyariṉnai yātuaiya kāttunam poṟparaiyē

Bei diesem Fest kommen manche wie himmlische Frauen, und auch sie wird sich wie eine Himmelsfrau nähern. Herr, lass uns unseren Goldenen festhalten, damit wir nicht leiden wie die Frauen der Festungen, die die kleine Halle dessen in Tillai nicht preisen, der einst Brahmas Kopf mit dem Fingernagel abschlug.

Die Frauen beim Wasserfest rechnen mit dem Eintreffen einer Rivalin. Die Anrede und die Verteilung der Rede sind unsicher; deutlich sind Eifersucht und der Wunsch, den Mann für sich zu behalten.

Vers 372 – Auch ich kann mich von ihm trennen

கனலூர் கணைதுணை யூர்கெடச் செற்றசிற் றம்பலத்தெம்

அனலூர் சடையோன் அருள்பெற் றவரின் அமரப்புல்லும்
மினலூர் நகையவர் தம்பால் அருள்விலக் காவிடின்யான்

புனலூ ரனைப் பிரி யும்புன லூர்கணப் பூங்கொடியே
kaṉalūr kaṇaituṇai yūrkeṭac ceṟṟaciṟ ṟampalattem

aṉalūr caṭaiyōṉ aruḷpeṟ ṟavariṉ amarappullum
miṉalūr nakaiyavar tampāl aruḷvilak kāviṭiṉyāṉ

puṉalū raṉaip piri yumpuṉa lūrkaṇap pūṅkoṭiyē

Blühende Ranke aus dem wasserreichen Ort! Die Frauen mit blitzendem Lächeln umarmen ihn freudig wie jene, die die Gnade unseres Herrn mit feurigen Flechten in der kleinen Halle empfangen, dessen glühender Pfeil die feindlichen Städte zerstörte. Wenn er seine Zuwendung zu ihnen nicht aufgibt, werde ich mich von diesem Mann der Wasserstadt trennen.

Hier spricht nach dem Situationsvermerk eine führende Kurtisane. Auch sie beansprucht Verlässlichkeit und kündigt andernfalls den eigenen Rückzug an.

Vers 373 – Worauf gründet ihr euren Stolz?

இறுமாப்(பு) ஒழியும்அன் றேதங்கை தோன்றின்என் எங்கையங்கைச்

சிறுமான் தரித்தசிற் றம்பலத் தான்தில்லை யூரன்திண்தோள்
பெறு மாத் தொடும்தன்ன பேரணுக் குப்பெற்ற பெற்றியனோ(டு)

இறுமாப்(பு) ஒழிய இறுமாப்(பு) ஒழிந்த இணைமுலையே
iṟumāp(pu) oḻiyumaṉ ṟētaṅkai tōṉṟiṉeṉ eṅkaiyaṅkaic

ciṟumāṉ tarittaciṟ ṟampalat tāṉtillai yūraṉtiṇtōḷ
peṟu māt toṭumtaṉṉa pēraṇuk kuppeṟṟa peṟṟiyaṉō(ṭu)

iṟumāp(pu) oḻiya iṟumāp(pu) oḻinta iṇaimulaiyē

Würde euer Stolz nicht vergehen, sobald meine jüngere Schwester erscheint? Mein Herr aus Tillai hält das kleine Reh in seiner schönen Hand. Bei dem Mann, der dessen feste Arme gewonnen zu haben scheint und sich eines so großen Vorzugs rühmt, haben unsere beiden Brüste ihren einstigen Stolz bereits aufgegeben – und damit auch unseren Stolz.

Die Ehefrau spricht spöttisch zur anderen Frau. Die Wortfolge in der dritten Zeile ist unsicher; der Vers kontrastiert selbstbewusste Rivalität mit der körperlichen und seelischen Erfahrung der Ehefrau.

Vers 374 – Sie schützt sogar seinen Ruf

வேயாது செப்பின் அடைத்துத் தமிவைகும் வீயன்அன்ன

தீயாடி சிற்றம் பலமனை யாள்தில்லை யூரனுக்கின்(று)
ஏயாப் பழியென நாணியென் கண்ணிங்ங னேமறைத்தாள்

யாயாம் இயல்பிவள் கற்புநற் பால இயல்புகளே
vēyātu ceppiṉ aṭaittut tamivaikum vīyaṉaṉṉa

tīyāṭi ciṟṟam palamaṉai yāḷtillai yūraṉukkiṉ(ṟu)
ēyāp paḻiyeṉa nāṇiyeṉ kaṇṇiṅṅa ṉēmaṟaittāḷ

yāyām iyalpivaḷ kaṟpunaṟ pāla iyalpukaḷē

Sie gleicht einer Blume, die ungepflückt allein in einem Kästchen verwahrt wird, und der kleinen Halle des Feuertänzers. Aus Scham, dass dem Mann von Tillai heute ein unpassender Tadel erwachsen könnte, verbarg sie es selbst vor meinen Augen. Sie ist uns wie eine Mutter. So wohlgeordnet sind ihre Treue und ihre guten Eigenschaften.

Die Freundin würdigt die Zurückhaltung der Ehefrau. Diese historische Wertung ist die Rede einer Figur; die vorangehenden Verse lassen ihren Schmerz und ihren Widerspruch dennoch sichtbar bleiben.

Vers 375 – Sängerin und Barde kommen zur falschen Zeit

விறலியும் பாணனும் வேந்தற்குத் தில்லை இறைஅமைத்த

திறலியல் யாழ்கொண்டு வந்துநின் றார்சென் றிராத்திசைபோம்
பறலியல் வாவல் பகலுறை மாமரம் போலும்மன்னோ

அறலியல் கூழைநல் லாய் தமியோமை யறிந்திலரே
viṟaliyum pāṇaṉum vēntaṟkut tillai iṟaiamaitta

tiṟaliyal yāḻkoṇṭu vantuniṉ ṟārceṉ ṟirātticaipōm
paṟaliyal vāval pakaluṟai māmaram pōlummaṉṉō

aṟaliyal kūḻainal lāy tamiyōmai yaṟintilarē

Gute mit sanddunklem Haar! Eine Sängerin und ein Barde stehen hier mit der kraftvollen Yazh, die der Herr von Tillai für den König bestimmt hat. Sie kennen unser Alleinsein nicht. Wir gleichen dem großen Baum, in dem die fliegenden Fledermäuse tagsüber ruhen, ehe sie nachts in alle Richtungen fortziehen.

Die Freundin meldet die Ankunft von Musizierenden, die vom Fortgehen des Mannes offenbar nichts wissen. Der Baumvergleich ist bitter: Das Haus wird zum zeitweiligen Ruheplatz eines sonst Abwesenden.

Vers 376 – Sein Verhalten ist nicht angemessen

திக்கின் இலங்குதண் தோள்இறை தில்லைச்சிற் றம்பலத்துக்

கொக்கின் இறக(து) அணிந்துநின் றாடிதென் கூடலன்ன
அக்கின் நகையிவள் நைய அயல்வயின் நல்குதலால்

தக்கின் றிருந்ததிலன் நின்றசெவ்வேல் எம் தனிவள்ளலே
tikkiṉ ilaṅkutaṇ tōḷiṟai tillaicciṟ ṟampalattuk

kokkiṉ iṟaka(tu) aṇintuniṉ ṟāṭiteṉ kūṭalaṉṉa
akkiṉ nakaiyivaḷ naiya ayalvayiṉ nalkutalāl

takkiṉ ṟiruntatilaṉ niṉṟacevvēl em taṉivaḷḷalē

Unser einzelner Freigebiger mit dem roten Speer hat sich nicht angemessen verhalten. Während diese Frau mit dem knochenweiß leuchtenden Lächeln leidet, wendet er sich anderen zu. Sie gleicht dem südlichen Kudal des Herrn, dessen kühle Arme in alle Richtungen strahlen und der mit einer Kranichfeder geschmückt in der kleinen Halle von Tillai tanzt.

Die Freundin kritisiert den Mann ausdrücklich. Das Shiva-Lob wird hier nicht zur Entschuldigung seiner Untreue eingesetzt.

Vers 377 – Er überschreitet die Grenze

அன்புடை நெஞ்சத்து இவள்பே துற அம் பலத்தடியார்

என்பிடை வந்(து)அமிழ்(து) ஊறநின்(று) ஆடி இருஞ்சுழியல்
தன்பெடை நையத் தகவழிந்(து) அன்னம் சலஞ்சலத்தின்

வன்பெடை மேல்துயி லும்வய லூரன் வரம்பிலனே
aṉpuṭai neñcattu ivaḷpē tuṟa am palattaṭiyār

eṉpiṭai van(tu)amiḻ(tu) ūṟaniṉ(ṟu) āṭi iruñcuḻiyal
taṉpeṭai naiyat takavaḻin(tu) aṉṉam calañcalattiṉ

vaṉpeṭai mēltuyi lumvaya lūraṉ varampilaṉē

Der Herr tanzt so in der Halle, dass seinen Dienenden Nektar bis in die Knochen strömt. In seinem großen Chuzhiyal lässt ein Schwan seine eigene Gefährtin leiden, vergisst seine Rücksicht und schläft bei der kräftigen Gefährtin eines anderen Wasservogels. So ist der Herr jenes Feldortes: Er lässt diese Frau mit dem liebenden Herzen verstört zurück und kennt keine Grenze.

Die Hausgenossen verwenden das untreue Tierpaar als Kritik am Mann. Die Quelle überliefert zusätzlich einen abweichenden Situationsvermerk; beide ordnen den Vers der Trennung wegen anderer Frauen zu.

Vers 378 – In meinem Herzen geht er nicht fort

அஞ்சார் புரஞ்செற்ற சிற்றம் பலவர்அந் தண்கயிலை

மஞ்சார் புனத்தன்று மாந்தழை யேந்திவந் தார்அவரென்
நெஞ்சார் விலக்கினும் நீங்கார் நனவு கனவும்உண்டேல்

பஞ்சார் அமளிப் பிரிதலுண் டோஎம் பயோதரமே
añcār purañceṟṟa ciṟṟam palavaran taṇkayilai

mañcār puṉattaṉṟu māntaḻai yēntivan tāravareṉ
neñcār vilakkiṉum nīṅkār naṉavu kaṉavumuṇṭēl

pañcār amaḷip piritaluṇ ṭōem payōtaramē

Am wolkenreichen Feld des kühlen Kailasa der Herren der kleinen Halle, die die furchtlosen Festungen zerstörten, kam er damals mit schönem Laub in der Hand. Auch wenn ich ihn aus meinem Herzen weisen wollte, ginge er nicht. Ob Wachen oder Traum: Gibt es auf dem baumwollweichen Lager für unsere Brust überhaupt eine Trennung von ihm?

Die Ehefrau antwortet den Kritikern und hält an ihrer eigenen Erfahrung der Bindung fest. Ihre Stimme unterscheidet sich bewusst von der berechtigten Empörung ihrer Begleiterinnen.

Vers 379 – Wie Wasser in eine Vertiefung

தெள்ளம் புனற்கங்கை தங்கும் சடையன்சிற் றம்பலத்தான்

கள்ளம் புகுநெஞ்சர் காணா இறையுறை காழியன்னாள்
உள்ளம் புகும்ஒரு காற்பிரி யாதுள்ளி உள்ளுதொறும்

பள்ளம் புகும்புனல் போன்(று)அகத் தேவரும் பான்மையளே
teḷḷam puṉaṟkaṅkai taṅkum caṭaiyaṉciṟ ṟampalattāṉ

kaḷḷam pukuneñcar kāṇā iṟaiyuṟai kāḻiyaṉṉāḷ
uḷḷam pukumoru kāṟpiri yātuḷḷi uḷḷutoṟum

paḷḷam pukumpuṉal pōṉ(ṟu)akat tēvarum pāṉmaiyaḷē

Die klare, schöne Ganga ruht in den Flechten des Herrn der kleinen Halle; Herzen, in die Täuschung eingezogen ist, sehen ihn nicht. Sie gleicht seinem Wohnort Kazhi. Einmal in mein Herz eingegangen, verlässt sie es nicht: Sooft ich an sie denke, strömt sie in mein Inneres wie Wasser in eine Vertiefung.

Der Mann, der bei einer anderen Frau war, erkennt seine bleibende Bindung an die Ehefrau. Das schlichte Wasserbild trägt die innere Bewegung.

Vers 380 – Ohne unseren Sohn finde ich keinen Zugang

தேன்வண்(டு) உறைதரு கொன்றையன் சிற்றம்பலம் வழுத்தும்

வான்வள் துறைதரு வாய்மையன் மன்னு குதலை யின்வா
யான்வள் துறைதரு மால்அமு தன்னவன் வந்தணையான்

நான்வண்(டு) உறைதரு கொங்கைஎவ் வாறுகொல் நண்ணுவதே
tēṉvaṇ(ṭu) uṟaitaru koṉṟaiyaṉ ciṟṟampalam vaḻuttum

vāṉvaḷ tuṟaitaru vāymaiyaṉ maṉṉu kutalai yiṉvā
yāṉvaḷ tuṟaitaru mālamu taṉṉavaṉ vantaṇaiyāṉ

nāṉvaṇ(ṭu) uṟaitaru koṅkaiev vāṟukol naṇṇuvatē

Der wahrhaftige, großherzige Kleine wird die kleine Halle dessen preisen, in dessen Konrai-Blüten Honigbienen wohnen. Mit seinem bleibend süßen Kinderlallen ist er mir wie großer Nektar. Doch er kommt nicht, um sich an mich zu schmiegen. Wie soll ich dann zu der duftenden, von Bienen umspielten Brust seiner Mutter gelangen?

Der Mann steht am verschlossenen Zugang und denkt an den Sohn als Vermittler. Mehrere Wörter der zweiten Zeile sind in der Quelle schwierig; die Deutung folgt dem ausdrücklich auf den Sohn bezogenen Situationsvermerk.

Vers 381 – Warum bleibt ihr bei diesem Gelübde?

கயல்வந்த கண்ணியர் கண்ணிணை யால்மிகு காதரத்தால்

மயல்வந்த வாட்டம் அகற்றா விரதம்என் மாமதியின்
அயல்வந்த ஆடர(வு) ஆடவைத் தோன்அம் பலம்நிலவு

புயல்வந்த மாமதில் தில்லைநன் னாட்டுப் பொலிபவரே
kayalvanta kaṇṇiyar kaṇṇiṇai yālmiku kātarattāl

mayalvanta vāṭṭam akaṟṟā viratameṉ māmatiyiṉ
ayalvanta āṭara(vu) āṭavait tōṉam palamnilavu

puyalvanta māmatil tillainaṉ ṉāṭṭup polipavarē

Ihr, die ihr im guten Land Tillai erstrahlt, mit seinen wolkenhohen Mauern und der leuchtenden Halle dessen, der die tanzende Schlange neben dem großen Mond tanzen ließ! Was ist das für ein Gelübde, die Erschöpfung nicht zu lindern, die aus großer Sehnsucht entstand, als die fischäugigen Frauen mich mit ihren beiden Augen verwirrten?

Der am Tor zurückgewiesene Mann bittet die Freundin um Vermittlung. Seine Rede schildert ihn als von Blicken überwältigt; sie bleibt seine eigene Sicht des Konflikts.

Vers 382 – Früher kamst du anders

கூற்றா யினசின ஆளியெண் ணீர்கண்கள் கோள்இழித்தால்

போல்தான் செறியிருள் பொக்கம்எண் ணீர்கன்(று) அகன்றபுனிற்(று)
ஈற்றா வெனநீர் வருவது பண்(டு)இன்(று)எம் ஈசர்தில்லைத்

தேற்றார் கொடிநெடுவீதியில் போதிர்அத் தேர்மிசையே
kūṟṟā yiṉaciṉa āḷiyeṇ ṇīrkaṇkaḷ kōḷiḻittāl

pōltāṉ ceṟiyiruḷ pokkameṇ ṇīrkaṉ(ṟu) akaṉṟapuṉiṟ(ṟu)
īṟṟā veṉanīr varuvatu paṇ(ṭu)iṉ(ṟu)em īcartillait

tēṟṟār koṭineṭuvītiyil pōtirat tērmicaiyē

Du achtetest weder auf tödliche, zornige Löwen noch auf den strömenden Regen, als wäre der Himmel aus seinem Gefüge gefallen. Du achtetest nicht auf die dichte Dunkelheit und kamst wie eine frisch gekalbte Kuh, die zu ihrem getrennten Jungen eilt. Das war früher. Heute fährst du auf dem Wagen durch die langen, fahnenreichen Straßen von Tillais Herrn.

Die Freundin erinnert an seine frühere Hingabe und stellt ihr sein gegenwärtiges Verhalten gegenüber. Das Tierbild betont den damaligen unmittelbaren Drang zur Geliebten.

Vers 383 – Er steht schweigend vor der Tür

வியந்தலை நீர்வையம் மெய்யே இறைஞ்சவிண் தோய்குடைக்கீழ்

வயந்தலை கூர்ந்தொன்றும் வாய்திற வார்வந்த வாளரக்கன்
புயந்தலை தீரப் புலியூர் அரன்இருக் கும்பொருப்பிற்

கயந்தலை யானை கடிந்த விருந்தினர் கார்மயிலே
viyantalai nīrvaiyam meyyē iṟaiñcaviṇ tōykuṭaikkīḻ

vayantalai kūrntoṉṟum vāytiṟa vārvanta vāḷarakkaṉ
puyantalai tīrap puliyūr araṉiruk kumporuppiṟ

kayantalai yāṉai kaṭinta viruntiṉar kārmayilē

Mein regenzeitlicher Pfau! Der Gast, der am Berg Haras von Puliyur den Elefanten mit dem großen Kopf abwehrte – dort, wo der ankommende Dämon seine Arme und Köpfe unterwarf –, steht hier unter dem himmelhohen Schirm. Die weite Wasserwelt verneigt sich vor seiner siegreichen Macht, doch er öffnet nicht einmal den Mund.

Die Freundin bittet die Frau um Einlass für den wartenden Mann. Der Dämonenbezug erinnert an Ravanas Versuch, den Kailasa zu heben; die grammatische Verbindung ist stark verkürzt.

Vers 384 – Zorn und Erleichterung in ihren Augen

தேவியங் கண்திகழ் மேனியன் சிற்றம் பலத்தெழுதும்

ஓவியம் கண்டன்ன ஒண்ணுத லாள்தனக்(கு) ஒகையுய்ப்பான்
மேவியம் கண்டனை யோவந் தனன்என வெய்துயிர்த்துக்

காவியம் கண்கழு நீர்ச்செவ்வி வெளவுதல் கற்றனவே
tēviyaṅ kaṇtikaḻ mēṉiyaṉ ciṟṟam palatteḻutum

ōviyam kaṇṭaṉṉa oṇṇuta lāḷtaṉak(ku) okaiyuyppāṉ
mēviyam kaṇṭaṉai yōvan taṉaṉeṉa veytuyirttuk

kāviyam kaṇkaḻu nīrccevvi veḷavutal kaṟṟaṉavē

„Ist er wirklich gekommen, um der Hellstirnigen Freude zu geben, die einem gemalten Bild in der kleinen Halle des Herrn mit der göttlich leuchtenden Gestalt gleicht?“ So seufzte sie heiß. Ihre Wasserlilienaugen lernten dabei, die rote Schönheit der Wasserlilie anzunehmen.

Die Hausgenossen sehen Freude auch hinter dem zornigen Blick. Die wiederholten Blumenbezeichnungen unterscheiden nicht überall eindeutig Lotus und Wasserlilie; entscheidend ist die Rötung der Augen.

Vers 385 – Er sieht uns erst wieder seit der Geburt

உடைமணி கட்டிச் சிறுதேர் உருட்டி உலாத்தரும்இந்

நடைமணி யைத்தந்த பின்னர்முன் நான்முகன் மால்அறியா
விடைமணி கண்டர்வண் தில்லைமென் தோகையன் னார்கண்முன்நம்

கடைமணி வாள்நகை யாய்இன்று கண்டனர் காதலரே
uṭaimaṇi kaṭṭic ciṟutēr uruṭṭi ulāttarumin

naṭaimaṇi yaittanta piṉṉarmuṉ nāṉmukaṉ mālaṟiyā
viṭaimaṇi kaṇṭarvaṇ tillaimeṉ tōkaiyaṉ ṉārkaṇmuṉnam

kaṭaimaṇi vāḷnakai yāyiṉṟu kaṇṭaṉar kātalarē

Du mit dem scharfen, perlenhellen Lächeln! Nachdem er uns dieses gehende Juwel schenkte, das mit am Gewand befestigten Glöckchen seinen kleinen Wagen rollt und umherzieht, hat unser Geliebter uns heute erst wieder gesehen – vor den Augen der pfauengleichen Frauen im reichen Tillai des edelsteinhälsigen Stierherrn, den Brahma und Vishnu früher nicht erkannten.

Die Ehefrau verweist auf den gemeinsamen Sohn und die ausgebliebene Zuwendung. Die genaue zeitliche Gewichtung von „heute erst“ ist unsicher; die Klage über Vernachlässigung ist deutlich.

Vers 386 – Verkaufe deine Lügen nicht hier

மைகொண்ட கண்டர் வயல்கொண்ட தில்லைமல்(கு) ஊரர்நின்வாய்

மெய்கொண்ட அன்பினர் என்பதென் விள்ளா அருள்பெரியர்
வைகொண்ட ஊசிகொல் சேரியில் விற்றெம்இல் வண்ணவண்ணப்

பொய்கொண்டு நிற்கலுற் றோபுலை ஆத்தின்னி போந்ததுவே
maikoṇṭa kaṇṭar vayalkoṇṭa tillaimal(ku) ūrarniṉvāy

meykoṇṭa aṉpiṉar eṉpateṉ viḷḷā aruḷperiyar
vaikoṇṭa ūcikol cēriyil viṟṟemil vaṇṇavaṇṇap

poykoṇṭu niṟkaluṟ ṟōpulai āttiṉṉi pōntatuvē

Wie kannst du behaupten, der Mann aus dem reichen, feldumgebenen Tillai des Dunkelhälsigen sei von wahrer Liebe erfüllt? Ja, groß ist seine unversiegliche Gnade! Bist du gekommen, eine scharfe Nadel im Viertel der Schmiede zu verkaufen und bei uns mit lauter bunten Lügen zu stehen – du als unrein Beschimpfter, du Rindfleischesser?

Die Frau weist den vermittelnden Barden zornig ab. Der Schluss enthält eine historische Ausgrenzung über Reinheit, Kaste und Nahrung; die Übersetzung macht den beleidigenden Charakter kenntlich und übernimmt ihn nicht als Urteil.

Vers 387 – Der Barde bittet um Schonung

கொல்லாண் டிலங்கு மழுப்படை யோன்குளிர் தில்லையன்னாய்

வில்லாண் டிலங்கு புருவம் நெரியச்செல் வாய்துடிப்பக்
கல்லாண்(டு) எடேல்கருங் கண்சிவப் பாற்று கறுப்பதன்று

பல்லாண்(டு) அடியேன் அடிவலம் கொள்வன் பணிமொழியே
kollāṇ ṭilaṅku maḻuppaṭai yōṉkuḷir tillaiyaṉṉāy

villāṇ ṭilaṅku puruvam neriyaccel vāytuṭippak
kallāṇ(ṭu) eṭēlkaruṅ kaṇcivap pāṟṟu kaṟuppataṉṟu

pallāṇ(ṭu) aṭiyēṉ aṭivalam koḷvaṉ paṇimoḻiyē

Du gleichst dem kühlen Tillai dessen, dessen geschärfte Axtwaffe tödlich glänzt. Lass die bogenhellen Brauen nicht zusammenrücken, den roten Mund nicht beben; wirf keinen Stein! Beruhige die Rötung deiner dunklen Augen, sei nicht zornig. Sanft Sprechende, ich Dienender werde deine Füße mit Segenswünschen für viele Jahre umkreisen.

Der Barde zieht sich unter beschwichtigenden Worten zurück. Die Bitte, keinen Stein zu werfen, folgt der unmittelbaren Lesart von kal; ihre genaue idiomatische Bedeutung ist nicht sicher.

Vers 388 – Die Nachricht von Gästen mildert den Zorn

மத்தக் கரியுரி யோன்தில்லை யூரன் வரவெனலும்

தத்தைக் கிளவி முகத்தா மரைத்தழல் வேல்மிளிர்ந்து
முத்தம் பயக்கும் கழுநீர் விருந்தொடென் னாதமுன்னம்

இந்தக் கருங்குவ ளைச் செவ்வி யோடிக் கெழுமினவே
mattak kariyuri yōṉtillai yūraṉ varaveṉalum

tattaik kiḷavi mukattā maraittaḻal vēlmiḷirntu
muttam payakkum kaḻunīr viruntoṭeṉ ṉātamuṉṉam

intak karuṅkuva ḷaic cevvi yōṭik keḻumiṉavē

Als es hieß: „Der Mann aus Tillai dessen, der die Haut des berauschten Elefanten trägt, kommt“, glänzten im Lotusgesicht der papageiensanft Sprechenden zunächst feurige Speere; ihre Wasserlilienaugen brachten Perlen hervor. Noch ehe der Satz „Er kommt mit Gästen“ ganz ausgesprochen war, nahm der Blick wieder die dunkle Schönheit der Wasserlilie an.

Die Hausgenossen beobachten die Änderung ihres Gesichtsausdrucks. Die Pflicht zur Gastfreundschaft beeinflusst die Begegnung, ohne den vorausgehenden Konflikt ungeschehen zu machen.

Vers 389 – Empfange ihn und seine Begleitung

கவலங்கொள் பேய்த்தொகை பாய்தரக் காட்டிடை ஆட்டுவந்த

தவலங்கிலாச்சிவன் தில்லையன் னாய்தழு விம்முழுவிச்
கவலங் கிருந்தநம் தோன்றல் துணையெனத் தோன்றுதலால்

அவலங் களைந்து பணிசெயற் பாலை அரசனுக்கே
kavalaṅkoḷ pēyttokai pāytarak kāṭṭiṭai āṭṭuvanta

tavalaṅkilāccivaṉ tillaiyaṉ ṉāytaḻu vimmuḻuvic
kavalaṅ kiruntanam tōṉṟal tuṇaiyeṉat tōṉṟutalāl

avalaṅ kaḷaintu paṇiceyaṟ pālai aracaṉukkē

Du gleichst Tillai des unverminderten Shiva, der sich am Tanz im Wald erfreut, während hungrige Geisterscharen umherspringen. Unser Herr, mit dem wir einst eng umschlungen verweilten, ist mit Begleitung erschienen. Lege die unmittelbare Bekümmernis ab und nimm die Bewirtung des Königs auf dich.

Die Freundin beruft sich auf die Aufgabe der Gastgeberin. Die Wendung zur früheren Umarmung erinnert zugleich an die fortbestehende persönliche Bindung.

Vers 390 – Lass meine Hände los

சேல்தான் திகழ்வயல் சிற்றம் பலவர்தில் லைநகர்வாய்

வேல்தான் திகழ்கண் இளையார் வெகுள்வர்மெய்ப் பாலன்செய்த
பால்தான் திகழும் பரிசினம் மேவும் படி(று)உவவேம்

கால்தான் தொடல்தொட ரேல்விடு தீண்டல் எம் கைத்தலமே
cēltāṉ tikaḻvayal ciṟṟam palavartil lainakarvāy

vēltāṉ tikaḻkaṇ iḷaiyār vekuḷvarmeyp pālaṉceyta
pāltāṉ tikaḻum pariciṉam mēvum paṭi(ṟu)uvavēm

kāltāṉ toṭaltoṭa rēlviṭu tīṇṭal em kaittalamē

Die jungen Frauen mit speerhellen Augen in der Stadt Tillai des Herrn der kleinen Halle, deren Felder von Fischen glänzen, würden zürnen! Wir sind nun von der Art, deren Leib die Milch für das wirkliche Kind zeigt. Wir freuen uns nicht an der Täuschung, mit der du zu uns kommst. Berühre nicht weiter meine Füße; lass ab, fasse meine Hände nicht an.

Die Ehefrau benennt ihre Mutterschaft und weist die Annäherung ab. Ihre ausdrücklichen Grenzen bleiben auch im Kontext späterer Versöhnung ernst zu nehmen.

Vers 391 – Nach dem Wasservergnügen kommst du zu mir

செந்தார் நறுங்கொன்றைச் சிற்றம் பலவர்தில் லைநகரோர்

பந்தார் விரலியைப் பாய்புன லாட்டிமன் பாவி எற்கு
வந்தார் பரிசும் அன் றாய்நிற்கும் ஆறென் வளமனையில்

கொந்தார் தடந்தோள் விடங்கால் அயிற்படைக் கொற்றவரே
centār naṟuṅkoṉṟaic ciṟṟam palavartil lainakarōr

pantār viraliyaip pāypuṉa lāṭṭimaṉ pāvi eṟku
vantār paricum aṉ ṟāyniṟkum āṟeṉ vaḷamaṉaiyil

kontār taṭantōḷ viṭaṅkāl ayiṟpaṭaik koṟṟavarē

Siegreicher mit der scharfen Waffe und den weiten, blütenbekränzten Armen! Nachdem du eine Frau mit ballspielenden Fingern im schnell fließenden Wasser baden ließest, in Tillai des Herrn der kleinen Halle mit der duftenden Konrai-Girlande, kommst du zu mir Unglücklicher. Ist dies die Art deines Kommens? Warum stehst du so in meinem reichen Haus?

Die Frau macht den Anlass ihrer Kränkung konkret. Das vorherige Wasservergnügen mit einer anderen lässt seine gegenwärtige Zuwendung unglaubwürdig erscheinen.

Vers 392 – Diese große Gnade genügt uns

மின்துன் னியசெஞ் சடைவெண் மதியன் விதியுடையோர்

சென்றுன் னிய கழற் சிற்றம் பலவன்தென்னம் பொதியில்
நன்றும் சிறியவர் இல்எம(து) இல்லம்நல் லூரமன்னோ

இன்றுன் திருவருள் இத்துணை சாலுமன் எங்களுக்கே
miṉtuṉ ṉiyaceñ caṭaiveṇ matiyaṉ vitiyuṭaiyōr

ceṉṟuṉ ṉiya kaḻaṟ ciṟṟam palavaṉteṉṉam potiyil
naṉṟum ciṟiyavar ilema(tu) illamnal lūramaṉṉō

iṉṟuṉ tiruvaruḷ ittuṇai cālumaṉ eṅkaḷukkē

Guter Herr des Ortes, unser Haus ist sehr klein, und wir sind geringe Leute am schönen südlichen Potiyil des Herrn der kleinen Halle, dessen rote Flechten Blitze tragen und den weißen Mond bergen, dessen klingende Füße die Glücklichen aufsuchen und bedenken. Heute genügt uns dieses Maß deiner heiligen Gnade wahrhaftig!

Die Frau spricht ironisch und hält die Annäherung zunächst auf Abstand. Der Situationsvermerk nennt zugleich ihren Wunsch nach Vereinigung; äußere Abwehr und inneres Verlangen stehen in Spannung.

Vers 393 – Passt dieses Verhalten zu deinem Ansehen?

செழுமிய மாளிகைச் சிற்றம் பலவர்சென்(று) அன்பர்சிந்தைக்

கழுமிய கூத்தர் கடிபொழில் ஏழினும் வாழியரோ
விழுமிய நாட்டு விழுமிய நல்லூர் விழுக்குடியீர்

வழுமிய அல்லகொல் லோஇன்ன வாறு விரும்புவதே
ceḻumiya māḷikaic ciṟṟam palavarceṉ(ṟu) aṉparcintaik

kaḻumiya kūttar kaṭipoḻil ēḻiṉum vāḻiyarō
viḻumiya nāṭṭu viḻumiya nallūr viḻukkuṭiyīr

vaḻumiya allakol lōiṉṉa vāṟu virumpuvatē

Ihr aus einer vorzüglichen Familie, einem vortrefflichen guten Ort und einem hervorragenden Land – möget ihr in allen sieben duftenden Weltbereichen leben! Der Herr der kleinen Halle mit den reichen Palästen, der Tänzer, geht in die Herzen seiner Liebenden ein. Ist es nicht ein Fehltritt, wenn jemand von solchem Ansehen ein Verhalten wie dieses begehrt?

Die Ehefrau steigert das gesellschaftliche Lob, um die Unangemessenheit seines Handelns hervorzuheben. Ihre höfliche Form trägt einen scharfen Vorwurf.

Vers 394 – Ist die frühere Süße eine Täuschung geworden?

திருந்தேன் உயநின்ற சிற்றம் பலவர்தென் னம்பொதியில்

இருந்தேன் உயவந்(து) இணைமலர்க் கண்ணின்இன் நோக்கருளிப்
பெருந்தேன் எனநெஞ் சுகப்பிடித்(து) ஆண்டநம் பெண்ணமிழ்தம்

வருந்தேல் அதுவன்(று) இதுவோ வருவதோர் வஞ்சனையே
tiruntēṉ uyaniṉṟa ciṟṟam palavarteṉ ṉampotiyil

iruntēṉ uyavan(tu) iṇaimalark kaṇṇiṉiṉ nōkkaruḷip
peruntēṉ eṉaneñ cukappiṭit(tu) āṇṭanam peṇṇamiḻtam

varuntēl atuvaṉ(ṟu) ituvō varuvatōr vañcaṉaiyē

Unser weiblicher Nektar kam damals zu mir, damit ich auflebe, als ich am schönen südlichen Potiyil des Herrn der kleinen Halle weilte, der selbst die Ungeordneten rettet. Sie schenkte mir den Blick ihrer beiden Blumenaugen, hob mein Herz wie mit reichem Honig empor und nahm es gefangen. „Leide nicht“, sagte sie. War das nicht so? Ist dies nun eine neue Täuschung?

Der Mann leidet unter dem fortdauernden Streit und erinnert an die frühere Zuwendung. Die Rede gibt seinen Schmerz wieder, ohne die Gründe ihrer Kränkung aufzuheben.

Vers 395 – Sie erinnert sich an seinen gefährlichen Weg

இயல்மன்னும் அன்புதந் தார்க்(கு)என் நிலைஇமை யோர்இறைஞ்சும்

செயல்மன்னும் சீர்க்கழல் சிற்றம் பலவர்தென் னம்பொதியில்
புயல்மன்னு குன்றில் பொருவேல் துணையாப்பொம் மென்இருள்வாய்

அயல்மன்னும் யானை துரந்(து)அரி தேரும் அதரகத்தே
iyalmaṉṉum aṉputan tārk(ku)eṉ nilaiimai yōriṟaiñcum

ceyalmaṉṉum cīrkkaḻal ciṟṟam palavarteṉ ṉampotiyil
puyalmaṉṉu kuṉṟil poruvēl tuṇaiyāppom meṉiruḷvāy

ayalmaṉṉum yāṉai turan(tu)ari tērum atarakattē

Wie könnte ich dem weiter zürnen, der mir beständige Liebe schenkte? Am wolkenreichen Berg des schönen südlichen Potiyil, der Stätte des Herrn der kleinen Halle mit den wirksamen, von den Himmlischen verehrten Füßen, kam er allein mit dem kämpfenden Speer als Gefährten durch die dröhnende Dunkelheit: auf einem Pfad, an dem Löwen die nahen Elefanten jagen.

Die Frau lässt ihre anhaltende Härte los, indem sie sich an seinen früheren Einsatz erinnert. Die Versöhnung wächst aus ihrer eigenen Erinnerung.

Vers 396 – Der Sohn wird zum Vermittler

கதிர்த்த நகைமன்னும் சிற்றவ்வை மார்களைக் கண்பிழைப்பித்(து)

எதிர்த்(து)எங்கு நின்(று)எப் பரிசளித் தான்இமை யோர்இறைஞ்சும்
மதுத்தங் கியகொன்றை வார்சடை ஈசர்வண் தில்லைநல்லார்

பொதுத்தம்ப லங்கொணர்ந் தோபுதல்வர் எம்மைப் பூசிப்பதே
katirtta nakaimaṉṉum ciṟṟavvai mārkaḷaik kaṇpiḻaippit(tu)

etirt(tu)eṅku niṉ(ṟu)ep paricaḷit tāṉimai yōriṟaiñcum
matuttaṅ kiyakoṉṟai vārcaṭai īcarvaṇ tillainallār

potuttampa laṅkoṇarn tōputalvar emmaip pūcippatē

Unser Sohn – wie hat er nur die glänzend lächelnden „kleinen Mütter“ ausgetrickst, ist ihnen entgangen und hat ihn hierhergebracht? Im reichen Tillai des Herrn mit honiggefülltem Konrai in den langen Flechten, vor dem die Himmlischen sich verneigen, bringen Kinder wohl die öffentliche Versammlung ins eigene Haus, um uns zu ehren!

Die Frau spricht über die Vermittlung des gemeinsamen Kindes und lockert damit den Streit. „Kleine Mütter“ bezeichnet hier die anderen Frauen des Mannes; die Wendung von der öffentlichen Halle ist ironisch und bleibt im Einzelnen mehrdeutig.

Vers 397 – Selbst seine Demut weckt noch Schmerz

சிலைமலி வாணுதல் எங்கைய(து) ஆகம் எனச் செழும்பூண்

மலைமலி மார்பின் உதைப்பத்தந் தான்தலை மன்னர்தில்லை
உலைமலி வேற்படை ஊரனின் கள்வர்இல் என்ன உன்னிக்

கலைமலி காரிகை கண்முத்த மாலை கலுழ்ந்தனவே
cilaimali vāṇutal eṅkaiya(tu) ākam eṉac ceḻumpūṇ

malaimali mārpiṉ utaippattan tāṉtalai maṉṉartillai
ulaimali vēṟpaṭai ūraṉiṉ kaḷvaril eṉṉa uṉṉik

kalaimali kārikai kaṇmutta mālai kaluḻntaṉavē

„Diese berggleiche, reich geschmückte Brust ist doch der Leib meiner jüngeren Schwester!“ So dachte die Frau mit der bogenhellen Stirn und trat dagegen. Da bot der Mann, der Speerträger aus Tillai unseres Herrn, ihr sein Haupt. „Was könnte täuschender sein als du?“, dachte die reich gegürtete Schöne, und ihre Augen ergossen Perlengirlanden.

Die Frau vermutet die andere noch in seiner Umarmung und bleibt trotz seiner demütigen Geste verletzt. Die „jüngere Schwester“ ist die ironische Anrede für die Rivalin.

Vers 398 – Nichts gleicht jener kleinen Ruhe

ஆறூர் சடைமுடி அம்பலத்(து) அண்டர்அண்டம்பெறினும்

மாறூர் மழலிடை யாய்கண் டிலம்வண் கதிர்வெதுப்பு
நீறூர் கொடிநெறி சென்றிச் செறிமென் முலைநெருங்கச்

சீறூர் மரையத ளில்தங்கு கங்குற் சிறுதுயிலே
āṟūr caṭaimuṭi ampalat(tu) aṇṭaraṇṭampeṟiṉum

māṟūr maḻaliṭai yāykaṇ ṭilamvaṇ katirvetuppu
nīṟūr koṭineṟi ceṉṟic ceṟimeṉ mulaineruṅkac

cīṟūr maraiyata ḷiltaṅku kaṅkuṟ ciṟutuyilē

Du mit der schmalen Mitte! Selbst wenn wir die Welt der Himmlischen in der Halle dessen mit der Flussflut in der Flechtenkrone erhielten, hätten wir nichts Gleiches gefunden: Damals gingen wir über den grausamen, von der heißen Sonne zu Asche gebrannten Weg und ruhten nachts im kleinen Dorf auf einer Hirschhaut. Deine vollen, sanften Brüste lagen nah – und jener kurze Schlaf war unvergleichlich.

Der Mann erinnert an die gemeinsam durchstandene Reise. Die einfache Ruhe zu zweit zählt mehr als eine überhöhte himmlische Gabe und hilft, den Streit zu lösen.

Vers 399 – Ich begegnete der anderen Frau

ஐயுர வாய்நம் அகன்கடைக் கண்டுவண் தேர் உருட்டும்

மையுறு வாட்கண் மழவைத் தழுவமற்(று) உன்மகனே
மெய்யுற வாம்இதுன் இல்லே வருகென வெள்கிச்சென்றாள்

கையுறு மான்மறி யோன்புலி யூரன்ன காரிகையே
aiyura vāynam akaṉkaṭaik kaṇṭuvaṇ tēr uruṭṭum

maiyuṟu vāṭkaṇ maḻavait taḻuvamaṟ(ṟu) uṉmakaṉē
meyyuṟa vāmituṉ illē varukeṉa veḷkicceṉṟāḷ

kaiyuṟu māṉmaṟi yōṉpuli yūraṉṉa kārikaiyē

Herr, vor unserem weiten Tor sah eine Schöne, die Puliyur dessen mit dem jungen Reh in der Hand gleicht, unseren kleinen, dunkeläugigen Sohn seinen guten Wagen rollen und umarmte ihn. Da sagte ich: „Es ist ja auch dein Sohn; dieses Haus gehört wirklich ebenso dir. Komm herein!“ Sie schämte sich und ging fort.

Die Ehefrau erzählt dem Mann von der Begegnung mit der Rivalin. Ihre scheinbar großzügige Einladung macht die schwierige Verwandtschafts- und Zugehörigkeitslage mit feiner Ironie sichtbar.

Vers 400 – Der Ertrag liegt im Wohl der anderen

காரணி கற்பகம் கற்றவர் நற்றுணை பாணர்ஒக்கல்

சீரணி சிந்தா மணியணி தில்லைச் சிவனடிக்குத்
தாரணி கொன்றையன் தக்கோர்தம் சங்க நிதிவிதிசேர்

ஊருணி உற்றவர்க்(கு) ஊரன்மற்(று) யாவர்க்கும் ஊதியமே
kāraṇi kaṟpakam kaṟṟavar naṟṟuṇai pāṇarokkal

cīraṇi cintā maṇiyaṇi tillaic civaṉaṭikkut
tāraṇi koṉṟaiyaṉ takkōrtam caṅka nitiviticēr

ūruṇi uṟṟavark(ku) ūraṉmaṟ(ṟu) yāvarkkum ūtiyamē

Er ist der regenspendende Wunschbaum, der gute Gefährte der Gebildeten, der ruhmreiche Chintamani für die Familien der Sänger. Er trägt Konrai-Girlanden zu den Füßen Shivas im geschmückten Tillai, ist der Shankha-Schatz der Würdigen und der öffentliche Dorfteich für jene, die nach ihrer Fügung zu ihm gelangen. Dieser Herr des Ortes ist für alle anderen ein Gewinn.

Der Schluss preist die Freigebigkeit des Mannes in Bildern von Baum, Wunschjuwel, Schatz und gemeinschaftlichem Wasser. Das Werk endet mit einer Öffnung über das Paar hinaus: Gelungenes Leben zeigt sich auch daran, dass andere daran Anteil gewinnen.


Lehren und spirituelle Bedeutung des Tirukkovaiyar

Ardhanarishvara: Shiva und Parvati in einer Gestalt, begleitet von Nandi und einem Löwen. Indische Gouache, um 1800, unbekannter Künstler; British Museum, gemeinfrei. Die Darstellung veranschaulicht ein wiederkehrendes Gottesbild des Tirukkovaiyar.

Anpu und Arul: Liebe und Gnade

Die Sprache des Tirukkovaiyar verbindet aṉpu, Liebe, mit aruḷ, Gnade oder gütiger Zuwendung. Immer wieder preisen die Sprecher Shiva als den, der sie angenommen hat. Das Angenommensein ist dabei keine bloße Belohnung menschlicher Tüchtigkeit: Gerade die Erinnerung an eigene Schwäche kann zum Ausgangspunkt dankbarer Bhakti werden. In Vers 343 stellt der Sprecher seine Unzulänglichkeit der Güte des Gottes gegenüber, der ihn dennoch in seinen Dienst genommen hat.

Diese Beziehung darf nicht jedes menschliche Verhalten automatisch rechtfertigen. Die Figuren des Tirukkovaiyar können täuschen, verletzen oder ausweichen. Die Freundin fordert Verantwortung; die Frau widerspricht; die Mutter sorgt sich. Auf der Ebene einer heutigen geistlichen Lektüre kann daraus eine Frage erwachsen: Wird meine Hingabe auch in Verlässlichkeit, Wahrhaftigkeit und Aufmerksamkeit für andere sichtbar?

Nähe, Trennung und geistige Reifung

Das Tirukkovaiyar kennt nicht nur die Freude der Vereinigung. Lange Wege, verzögerte Rückkehr und verfehlte Begegnungen bestimmen viele seiner Verse. Ein fernes Geräusch kann wie die Ankunft des Geliebten wirken; Regen und Abend können die Sehnsucht vertiefen. Die Natur liefert dabei keine austauschbare Kulisse: Sie ist Teil der Sprache, in der Gefühle mitgeteilt werden.

Die überlieferten Kapitelverse lesen solche Erfahrungen als Weg zwischen Seele, Shiva und Gnade. Besonders deutlich wird dies in den Vorreden zu den Kapiteln 4–7 und 16–19. In diesem Deutungsrahmen kann Nähe als Geschenk und Entfernung als Erfahrung begrenzter Erkenntnis erscheinen. Das ist eine religiöse Auslegung des Gedichts; eine konkrete menschliche Zurückweisung darf daraus nicht zu einem verborgenen Einverständnis umgedeutet werden.

Shiva, Shakti und die Würde der Beziehung

Shiva begegnet im Tirukkovaiyar als Tänzer, als Träger der Mondsichel und der Ganga, als Vernichter der drei Städte und als Gott, dessen eine Hälfte Uma ist. Das Bild des Ardhanarishvara verknüpft göttliche Einheit mit einer bleibenden Beziehung. Die dichterischen Vergleiche gewinnen daraus ihre Kraft: Nähe wird nicht nur als Besitz des anderen, sondern als Verbundenheit erfahrbar. Diese Lesart lädt zur Betrachtung ein; die einzelnen Szenen behalten dabei ihre eigene Bedeutung.

Auch die Körperbilder sind wesentlich. Augen, Haar, Brüste, Schultern, Hautfarbe und Schmuck machen Freude, Verlangen und Leid sichtbar. Die Übersetzung des Tirukkovaiyar bewahrt diese Sinnlichkeit. Wo historische Ehevorstellungen oder Beziehungen zu anderen Frauen zur Sprache kommen, zeigen sich zugleich die gesellschaftlichen Konventionen der Dichtung. Gerade die klagenden und widersprechenden Stimmen verdienen es, gehört zu werden.

Tirukkovaiyar und Unmai Neri Vilakkam

Unmai Neri Vilakkam bietet einen anregenden Bezugspunkt für das Studium von Erkenntnis und Befreiung im Umfeld des Shaiva Siddhanta. Bei einer gemeinsamen Lektüre lassen sich Begriffe wie Gnade, Bindung und Befreiung mit den Bildern des Tirukkovaiyar ins Gespräch bringen. Dabei sollte jede Schrift in ihrer eigenen Sprachform gelesen werden: Eine knappe Lehrdarstellung und eine Folge von Liebesszenen entfalten ihre Einsichten auf unterschiedliche Weise.

Weitere Nachbarschaften eröffnen Tiruvasagam, Tiruvempavai, Tevaram und Tirumantiram. Zum Studium shivaitischer Ritual- und Yogatraditionen können Kamika Agama und Mrigendra Agama hinzutreten. Ein vergleichender Blick auf Vijnana Bhairava Tantra oder Shiva Sutras führt in weitere shivaitische Überlieferungen. Solche Verbindungen dienen dem Vergleich; sie setzen keine Abhängigkeit des Tirukkovaiyar von diesen einzelnen Schriften voraus.

Tirukkovaiyar im Alltag: fünf Anregungen

Ein Vers, ein Bild und einige Minuten Stille können den Anfang einer vertieften Lektüre bilden.

Die folgenden Anregungen verbinden das Lesen mit Yoga und Meditation. Sie sind heutige Praxisimpulse auf der Grundlage einzelner Motive des Tirukkovaiyar.

1. Ein Bild in die Stille mitnehmen

Lies Vers 1 langsam. Die Blumen fügen sich zu einer lebendigen Girlande. Schließe anschließend für einige Atemzüge die Augen und verweile bei einem Bild, das dich berührt. Du musst es nicht sofort erklären. Aufmerksames Schauen kann der erste Schritt zu tieferem Verstehen sein.

2. Vor dem Antworten zuhören

Die Freundin fragt in Vers 250, welche Gestalt die Zuwendung des Liebenden annehmen soll. Nimm diese Frage in eine alltägliche Begegnung mit: Was braucht der andere wirklich? Höre zunächst zu und wähle dann eine konkrete, verlässliche Handlung. So verbindet sich Hingabe mit Verantwortung.

3. Güte erinnern

In Vers 343 steht der eigenen Unzulänglichkeit die Erfahrung gegenüber, von Shiva angenommen zu sein. Erinnere dich an eine empfangene Hilfe oder einen Menschen, der dir Vertrauen geschenkt hat. Lass daraus ein einfaches Gebet der Dankbarkeit entstehen. Wer sich der Güte erinnert, kann auch den eigenen Grenzen mit mehr Geduld begegnen.

4. Gemeinsam durchstandene Wege würdigen

Vers 398 erinnert an eine schlichte nächtliche Rast nach einem mühsamen Weg. Denke an einen Menschen, mit dem du eine schwierige Zeit geteilt hast. Vielleicht möchtest du ihm sagen, was dir seine Gegenwart bedeutet hat. Das Kostbare einer Beziehung zeigt sich oft in unscheinbaren Augenblicken.

5. Etwas Gutes weitergeben

Der Dorfteich in Vers 400 ist ein Bild für einen Reichtum, der anderen dient. Frage dich, was du heute teilen kannst: Zeit, Wissen, praktische Hilfe oder freundliche Aufmerksamkeit. Eine kleine Tat kann die Lektüre mit Karma Yoga verbinden und aus innerer Bewegung gelebte Zuwendung werden lassen.

Schluss: Liebe, die hören lernt

Das Tirukkovaiyar führt durch eine weite Landschaft des Herzens. Freude und Sehnsucht, Missverständnisse und Versöhnung stehen darin nebeneinander. Überall begegnet die Erinnerung an Shiva, dessen Tanz in Chidambaram die wechselnden Stimmen zusammenhält. Wer aufmerksam liest, kann lernen, Schönheit wahrzunehmen, Verletzlichkeit zu achten und auf empfangene Gnade zu antworten.

Am Ende steht das Bild eines Menschen, dessen Freigebigkeit vielen zugutekommt. Nimm diesen Gedanken mit: Liebe darf im Inneren wachsen und im Handeln sichtbar werden. Ein ehrliches Wort, geduldiges Zuhören oder eine helfende Hand können zu deiner eigenen Antwort auf die Dichtung werden. So begleitet das Tirukkovaiyar den Weg von der Sehnsucht zur gelebten Bhakti.

Siehe auch

Tamilische Dichtung und Lehrtexte

Personen, Orte und Begriffe

Agama, Tantra und vergleichende Lektüre

Tirukkovaiyar: Rezitationen und ergänzende Videos

Tamilische Rezitation: Verse 1–25

Madurai Pon. Mu. Muthukkumaran Oduvar singt den Beginn des Tirukkovaiyar. Veröffentlicht von Shaivam.org als „திருக்கோவையார் அருளிசை – 01“. Die Versangabe und der Name des Vortragenden sind in der Beschreibung des Anbieters ausgewiesen.

Tirukkovaiyar-Rezitation, Teil 1, direkt bei Vimeo

Tamilische Rezitation: Verse 176–200

Derselbe Vortragende rezitiert den Übergang von den nächtlichen Begegnungen zum vorübergehenden Abschied und zum gemeinsamen Fortgehen. Veröffentlicht von Shaivam.org als „திருக்கோவையார் அருளிசை – 08“.

Tirukkovaiyar-Rezitation, Teil 8, direkt bei Vimeo

Yoga Vidya: Om Namah Shivaya

Das Video „Om Namah Shivaya – Erläuterungen, Aussprache und Bedeutung“ des Kanals „Meditation und Rezitation – Yoga Vidya“ ergänzt das Thema Shiva-Mantra. Es ist eine Einführung zum Mantra Om Namah Shivaya, keine Rezitation des Tirukkovaiyar.

Video direkt bei YouTube

Seminare, Yoga und Meditation

Wer die Lektüre durch eigene Praxis vertiefen möchte, findet bei Yoga Vidya Einführungen in Yoga und Meditation. Die folgenden Seminarfeeds enthalten thematisch passende Angebote zu Hingabe, Meditation und Philosophie; sie sind nicht als besondere Tirukkovaiyar-Kurse ausgewiesen.

Bhakti Yoga und Hingabe

31.10.2026 - 31.10.2026 Mantra-Konzert mit Gruppe Mudita

Konzert mit der Gruppe Mudita
Gruppe Mudita
31.10.2026 - 31.10.2026 Mantra-Konzert

18:45-19:45 Uhr
Shankari Susanne Hill

Alle Seminare zu Bhakti Yoga

Meditation

01.11.2026 - 08.11.2026 Meditationskursleiter Ausbildung Teil 1

Erfahre in dieser Ausbildung die Tiefen der Meditation. Meditation ist neben Yoga die wichtigste Übung aller spirituellen Wege. Wer täglich Yoga und M…
Jagadishvari Dörrer
01.11.2026 - 13.11.2026 Meditationskursleiter-Ausbildung Kompakt Teil 1+2

Erfahre in dieser Ausbildung die Tiefen der Meditation. Meditation ist neben Yoga die wichtigste Übung aller spirituellen Wege. Wer täglich Yoga und M…
Jagadishvari Dörrer

Alle Seminare zu Meditation

Jnana Yoga und Philosophie

15.11.2026 - 20.11.2026 Aus der Tiefe des Herzens antworten

In diesem Praxisseminar beschreiten wir den Weg fundamentalen Gewahrseins durch intuitive Antworten aus dem Herzen. Antworten, die sich aus unserem wah…
Michael Büchel, Roswitha Breitkopf
29.11.2026 - 06.12.2026 Spirituelle Sterbebegleiter Ausbildung

Immer mehr Menschen wollen sich aktiv und offen mit Sterben und Tod beschäftigen und dabei zu einem neuen spirituellen Verständnis von Vergänglichkei…
Sukhavati Kusch

Alle Seminare zu Jnana Yoga und Philosophie

Indische Schriften

26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta

Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…
Vedamurti Dr Olaf Schönert

Kundalini Yoga

06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung

Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…
Arjuna Wingen
13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…
Manuel Hirning

Chakras

20.11.2026 - 22.11.2026 Heilreise durch die Chakren

Tauche ein in eine transformative Reise durch die sieben Hauptchakren und erfahre, wie du deine Energiezentren aktivieren, ausbalancieren und für dein …
Nese Niekrens, Gajendra Sebastian Niekrens
26.12.2026 - 01.01.2027 Kundalini Yoga Intensiv Praxis - Live Online

Intensives Praktizieren der im Mittelstufen-Seminar gelernten Übungen für noch tiefere Erfahrung und Erweiterung des Bewusstseins ohne viel Theorie. L…
Sukadev Bretz, Shaktipriya Vogt, Radharani Birkner

Energiearbeit

04.11.2026 - 04.11.2026 Einführung in die Chakratherapie - Online Workshop

Uhrzeit: 18 - 21 Uhr
Ein Chakra ist ein feinstoffliches Kraftzentrum des Körpers, welches wichtige Körperfunktionen steuert und bestimmten Organen zug…
Beate Menkarski
06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung

Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…
Arjuna Wingen

Quellen, Literatur und Bildnachweise

Quellen der Ausgabe

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 Tamil Virtual Academy: Lehrabschnitt „திருக்கோவையார்“, zur Stellung im achten Tirumurai, zur Gattung, zu den Begleittexten und zu unterschiedlichen geistlichen Deutungen. Tamilisch; abgerufen am 26. September 2026.
  2. ↑ Sophia Nasti: Reading Theology Across Genres: Māṇikkavācakar’s Tiruvācakam and Tirukkōvaiyār in Conversation. Dissertation, Harvard University, Department of South Asian Studies, April 2022. Volltext als PDF. Für Datierung und Forschungszugang wurde insbesondere die Zusammenfassung herangezogen; abgerufen am 26. September 2026.
  3. ↑ Manikkavacakar zugeschrieben: Tirukkōvaiyār / Tirucciṟṟampalakkōvaiyār, Project Madurai, E-Text Nr. 54. Texteingabe, Korrektur und Webfassung: K. Kalyanasundaram, Lausanne; Erstveröffentlichung 9. März 2000; Quellenkopf © Project Madurai 1999–2000. Tamilischer Haupttext und überlieferte Begleitverse bilden die Grundlage dieser Ausgabe. Die Internetfassung benennt keine hinreichend eindeutige Druckvorlage für eine vollständige textkritische Kollation. Abgerufen am 26. September 2026.
  4. ↑ Sangampedia: திருக்கோவையார், wortgetrennte tamilische Lesefassung. Zum punktuellen Vergleich, besonders bei den Versen 8, 24, 45, 74, 163, 180, 216, 244 und 343; nicht als vollständige Kollation aller Überlieferungszeugen verwendet. Abgerufen am 26. September 2026.
  5. ↑ திருக்கோவையார் பேராசிரியர் உரையும் பழைய உரையும், bei Shaivam.org: Tamilischer Text mit Pērāciriyar-Kommentar und älterem Kommentar. Punktuell wurden zugängliche Auszüge zur Sprecherzuordnung und zu einzelnen Bildern verglichen; der umfangreiche Kommentar wurde nicht vollständig neu ediert. Abgerufen am 26. September 2026.

Nachgewiesene Korrekturen der Online-Vorlage

Die Reihenfolge der 400 Hauptverse wurde beibehalten. Offensichtliche Zählfehler sind korrigiert: Die hier als 30–35 gezählten Verse tragen in der Grundvorlage die Ziffern 34, 35, 36, 37, 38 und 37; die hiesigen Verse 349–351 sind dort mit 350–352 bezeichnet. Vers 273 besitzt in der HTML-Vorlage einen zusätzlichen Zeilenumbruch; seine vier metrischen Zeilen werden hier vollständig zusammengeführt.

Die folgenden Zeichenkorrekturen stützen sich auf die wortgetrennte Vergleichsfassung; sonstige Unterschiede der Worttrennung wurden nicht pauschal eingeebnet.[1]

Vers Grundvorlage Hier verwendete Lesart und Grund
8 அழுதிவள் அமுதிவள் – amutu, Nektar.
45 அ·தே அஃதே – Wiederherstellung des tamilischen Zeichens ஃ.
74 கிழ்¢பிடித்துப் கிழிபிடித்துப் – kiḻi, Tuch beziehungsweise Bildträger.
163 எ·கம் எஃகம் – eḵkam, Eisen oder Waffe.
216 இலங்கெ·தின் இலங்கெஃகின் – die glänzende Eisenwaffe.
244 உவந் §ன்; ஆளியன் னாளுக்கண்டேன் உவந்தேன்; ஆளியன் னானைக்கண்டேன் – „ich freute mich“; „ich sah den einem Löwen gleichenden Mann“.
343 (துஐஉன் (து)உன் – Wiederherstellung der beschädigten Wort- und Klammerfolge; die Schlussbedeutung bleibt in der Erläuterung vorsichtig gefasst.

Die störende Punktmarke in der geistlichen Einleitung zu Kapitel 6 bleibt als ungesicherte Stelle erhalten und wird dort erläutert. Eine vereinzelte Schrägstrichmarke in der Ganesha-Anrufung wurde als bloße typographische Trennung durch ein Leerzeichen ersetzt. Diese Eingriffe ergeben noch keine umfassende Rekonstruktion eines ursprünglichen Wortlauts.

Ergänzende Hilfsmittel für einzelne Stellen

  • University of Madras, Tamil Lexicon, Stichwort நால்வாய் (nālvāy), zugänglich über Agarathi. Der Wörterbucheintrag zitiert das Tirukkovaiyar, Vers 55: Das Wort bezeichnet hier den Elefanten nach seinem herabhängenden Rüssel, nicht ein Tier mit vier Mündern.
  • University of Madras, Tamil Lexicon, Stichwort சலக்கெனல் (calakkeṉal), zugänglich über Wisdomlib. Herangezogen zum klirrenden Lautbild in Vers 57; die genaue Satzverbindung bleibt in der Übersetzung vorsichtig gefasst.
  • Tamil Virtual Academy: Lehrabschnitt zum செவ்வணி விடுத்தல், dem Senden eines roten Schmuckzeichens im ehelichen Zusammenhang; herangezogen für die Verse 359–361. Es handelt sich um die Erläuterung einer historischen poetischen Konvention.
  • Tamil Virtual Academy: digitalisierte Text- und Kommentarseite zu Vers 368, Seite 565 der dort bereitgestellten Ausgabe; punktueller Vergleich der Situation und des Wortlauts.

Bilder und Rechte

Hinweise zu den Medien

Die beiden kunsthistorischen Bilddateien wurden im Yoga-Vidya-Wiki aufgerufen und mit den Herkunftsnachweisen abgeglichen. Titel, Anbieter und Beschreibungen der eingebundenen Videos sowie die ursprünglichen drei RSS-Adressen wurden am 26. September 2026 überprüft. Die ergänzten Seminarfeeds und das Meditationsbild stammen aus bereits geprüften Artikeln des Projekts. Verfügbarkeit und Seminarangebote können sich danach ändern. Die direkte Verlinkung ermöglicht den Aufruf auch dann, wenn ein eingebetteter Videoplayer oder Feed im jeweiligen Browser nicht angezeigt wird.

  1. ↑ Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens Sangampedia wurde kein Text angegeben.