Kularnava Tantra

Aus Yogawiki

Kularnava Tantra (Sanskrit कुलार्णवतन्त्र, IAST Kulārṇavatantra), auch Kularnavatantra oder Kularnava, ist eine bedeutende Sanskritschrift des Kaula-Tantra. Der Titel bedeutet „Tantra vom Ozean des Kula“. In einem Gespräch zwischen Shiva und Parvati behandelt das Werk die menschliche Existenz, Befreiung, Erkenntnis, Guru, Diksha, Mantra, Yoga und die rituelle Praxis des Kula-Weges. Der überlieferte Text umfasst 17 Kapitel, die Ullasa genannt werden.[1]

Shiva ist im Kularnava Tantra der göttliche Lehrer. Zu Beginn erklärt er Parvati die höchste Wirklichkeit und den Weg zur Befreiung.

Das Kularnava Tantra verbindet eine Würdigung der verkörperten menschlichen Existenz mit der Aufforderung, ihre Vergänglichkeit ernst zu nehmen. Der Körper wird als wertvolles Mittel der Sadhana bezeichnet. Schriftstudium, Ritual und religiöse Zugehörigkeit sollen zu wirklicher Einsicht führen. Als entscheidendes Ziel erscheint Moksha, die Befreiung von Unwissenheit und Bindung.

Zugleich ist das Werk eine konkrete Ritualschrift. Es enthält genaue Anweisungen zu Verehrung, heiligen Lauten, Einweihung und besonderen Kaula-Praktiken. Seine allgemein verständlichen Aussagen über Erkenntnis und Lehrerwahl stehen neben Abschnitten mit ausgeprägter tantrischer Fachsprache. Für das Studium ist es deshalb hilfreich, den Zusammenhang einer Aussage ebenso zu beachten wie ihren Wortlaut.

Name und Schreibweisen

Als Artikeltitel wird die gut lesbare und in Ausgaben verbreitete Schreibweise Kularnava Tantra verwendet. Kularnavatantra entspricht der Zusammenschreibung des Sanskritkompositums. Die präzise wissenschaftliche Umschrift lautet Kulārṇavatantra; ohne das Gattungswort heißt das Werk Kulārṇava.

Kula bedeutet unter anderem Familie, Gruppe oder Geschlecht. Im tantrischen Gebrauch kann es die initiatorische Gemeinschaft und die zusammengehörige Entfaltung göttlicher Kräfte bezeichnen. Arṇava bedeutet Meer oder Ozean. Die beiden Wörter verbinden sich durch Sandhi zu Kulārṇava. Das „Ozean“-Bild verweist auf den umfassenden Charakter der Lehre.

Eine besonders wichtige textinterne Deutung steht in Vers 17.27: Shakti wird als Kula und Shiva als Akula bezeichnet. Der Begriff erhält damit eine metaphysische Bedeutung, die über eine menschliche Familie hinausgeht. Zum Kaula-Weg gehört nach dieser Stelle das bewusste Erfassen ihrer Beziehung.

Entstehung und Überlieferung

Datierung und Verfasserschaft

Eine genaue Entstehungszeit ist nicht gesichert. Douglas Renfrew Brooks nennt als üblichen ungefähren Datierungsrahmen die Zeit zwischen 1000 und 1400 n. Chr. Das ist ein weiter historischer Rahmen, keine auf ein bestimmtes Jahr festgelegte Datierung. Der Text bewahrt überlieferte Materialien und stellt sie zu einer eigenen Darstellung des Kula-Weges zusammen.[2]

Ein menschlicher Verfasser ist nicht sicher bekannt. Die religiöse Rahmenerzählung führt die Lehre auf Shiva zurück. Zu Beginn sitzt er auf dem Kailasa, und Parvati fragt nach einem Ausweg aus dem leidvollen Kreislauf der Existenzen. Die göttliche Zuschreibung gehört zur Offenbarungsform der Schrift und ist von der historischen Verfasserfrage zu unterscheiden.

Siebzehn Ullasas und die Frage des Umfangs

Die überlieferte Ausgabe hat 17 Ullasas. Das Wort kann Entfaltung, Aufleuchten oder Freude bedeuten; im Zusammenhang des Ozean-Titels werden die Kapitel auch als Wellen bezeichnet. Für die Gesamtzahl der Verse ist „rund 2.000“ die verlässlichere Kurzangabe als eine editionsunabhängig behauptete exakte Zahl. Häufig wird die Zahl 2.058 genannt; die Einbeziehung zusätzlicher Verse im zehnten Kapitel ist dabei zu beachten.[1]

Die Kolophone beziehen den vorliegenden Text auf einen sehr viel größeren Überlieferungszusammenhang und nennen dabei eine Gesamtgröße von 125.000 Versen. Arthur Avalon weist in seiner Einleitung darauf hin, dass ihm in den geprüften Handschriften nur die 17 überlieferten Kapitel begegneten. Die größere Zahl ist daher als Angabe der Überlieferung zu kennzeichnen und nicht als Umfang eines heute vollständig verfügbaren Textes.

Sanskritausgabe und moderne Lesefassungen

Die hier verwendete Sanskritausgabe wurde von Taranatha Vidyaratna herausgegeben und mit einer Einleitung von Arthur Avalon, dem Pseudonym von John Woodroffe, versehen. Sie druckt auch Varianten aus Handschriften ab. Ein Zitat sollte deshalb stets mit Kapitel, Vers und möglichst der verwendeten Ausgabe verbunden werden.

Davon zu unterscheiden sind moderne englische Lesefassungen. Die unter dem Namen M. P. Pandit veröffentlichten Readings werden in der Verlagsbeschreibung als freie Übertragung in elf Kapiteln bezeichnet, die technische Einzelheiten auslässt. Diese elf Kapitel sind keine alternative vollständige Sanskritgliederung des Kularnava Tantra.[3]

Inhalt der siebzehn Kapitel

Die folgende Übersicht fasst Schwerpunkte zusammen. Ihre deutschen Bezeichnungen sind redaktionelle Orientierungshilfen und keine wörtliche Übersetzung einheitlich überlieferter Kapiteltitel.[1]

Ullasa Schwerpunkte
1 Menschliche Existenz, Vergänglichkeit, Wert des Körpers, Erkenntnis und Befreiung; Grenzen bloßer Gelehrsamkeit.
2 Würdigung des Kula-Dharma, Eignung für den Weg, Verhältnis von Genuss und Yoga; Kritik an missverstandener Praxis.
3 Urdhvamnaya, Überlieferung durch den Guru und der Paraprasada-Mantra im Zusammenhang mit Hamsa.
4 Umfangreiche Mantra- und Nyasa-Zuordnungen, besonders Mahashodha-Nyasa.
5 Kaula-Ritualsubstanzen, ihre Verwendung und ihre inneren beziehungsweise yogischen Deutungen.
6 Vorbereitung der Verehrung, Reinigung, Kalas, Mantras und Yantra.
7 Verehrung von Vatuka, Shakti und weiteren Gottheiten; Opfergaben und Regelung ritueller Handlungen.
8 Ritualkreis, verschiedene Ullasa-Zustände, Verhaltensregeln und Stufen der Erfahrung.
9 Yoga, Erkenntnis, nichtduale Sicht und Merkmale des Kula-Yogis.
10 Besondere Verehrungszeiten und an bestimmte Anlässe gebundene Rituale.
11 Regeln des Kulachara, Verpflichtungen und Verhalten innerhalb der Tradition.
12 Guru-Verehrung, Paduka und die Beziehung des Schülers zum Lehrer.
13 Eigenschaften geeigneter und ungeeigneter Schüler und Lehrer; Kennzeichen des verwirklichten Guru.
14 Prüfung von Guru und Schüler, Einweihung und Formen der Unterweisung.
15 Purashcharana, Japa, Pranayama sowie Vorbereitung und Anwendung von Mantras.
16 Rituale mit besonderen, auf erwünschte Ergebnisse gerichteten Zielen.
17 Traditionelle Sinnableitungen zahlreicher Fachbegriffe, darunter Guru, Diksha und Mantra.

Ausgewählte Verse mit Übersetzung und Worterklärung

Die Auswahl folgt der Zählung der Sanskritausgabe von Taranatha Vidyaratna. Sie umfasst 24 Verse aus den Ullasas 1, 2, 13 und 17. Die Sanskritlesungen wurden am Scan geprüft; Fußnotenzeichen der Druckausgabe sind weggelassen, Wortabstände und ältere Schreibungen mit verdoppelten Konsonanten nach r behutsam vereinheitlicht. In Vers 1.25 wird die im Variantenapparat auf S. 3 belegte Lesung sudīptabhavane („in einem lodernden Haus“) verwendet; sie ist nicht die Hauptlesung dieser Druckzeile. Die auffällige Form bhaveta in 2.119 wird entsprechend dem Druck beibehalten.

Die deutschen Übersetzungen und Erläuterungen sind eigene Formulierungen. Eckige Klammern kennzeichnen ergänzte Satzteile. Die Worterklärungen lösen Sanskritkomposita nach ihren Bestandteilen auf. Die ursprüngliche Verszählung bleibt erhalten; die Lücken zwischen den ausgewählten Versen werden nicht umnummeriert.

Aus Ullasa 1: Wirklichkeit, Körper und Erkenntnis

Vers 1.7 – Shiva als nichtduale Wirklichkeit
अस्ति देवि परब्रह्मस्वरूपी निष्कलः शिवः ।
सर्वज्ञः सर्वकर्ता च सर्वेशो निर्मलोऽद्वयः ॥ 1.7 ॥
asti devi parabrahmasvarūpī niṣkalaḥ śivaḥ |
sarvajñaḥ sarvakartā ca sarveśo nirmalo'dvayaḥ || 1.7 ||

Übersetzung: Es gibt, o Göttin, Shiva, dessen Wesen das höchste Brahman ist: ungeteilt, allwissend, alles bewirkend, Herr über alles, makellos und ohne Zweites.

Wort-für-Wort-Übersetzung: asti – es gibt, ist; devi – o Göttin; para-brahma-svarūpī – von der Wesensnatur des höchsten Brahman; niṣkalaḥ – ohne Teile, ungeteilt; śivaḥ – Shiva; sarvajñaḥ – allwissend; sarva-kartā – alles bewirkend; ca – und; sarveśaḥ – Herr von allem; nirmalaḥ – makellos; advayaḥ – ohne Zweites, nichtdual.

Erläuterung: Die Antwort auf die Frage nach der Befreiung beginnt mit einer Aussage über die höchste Wirklichkeit. Shiva wird mit Parabrahman verbunden. „Ungeteilt“ und „ohne Zweites“ kennzeichnen eine Wirklichkeit, die nicht aus voneinander unabhängigen Teilen besteht. Der Vers bildet einen Ausgangspunkt für die folgende Erklärung von Bindung und Erkenntnis.

Vers 1.18 – Der Körper als wertvolle Voraussetzung
विना देहेन कस्यापि पुरुषार्थो न विद्यते ।
तस्माद्देहधनं प्राप्य पुण्यकर्माणि साधयेत् ॥ 1.18 ॥
vinā dehena kasyāpi puruṣārtho na vidyate |
tasmāddehadhanaṃ prāpya puṇyakarmāṇi sādhayet || 1.18 ||

Übersetzung: Ohne Körper gibt es für niemanden die Verwirklichung eines menschlichen Lebenszieles. Deshalb soll man, nachdem man den Reichtum des Körpers erlangt hat, verdienstvolle Handlungen vollbringen.

Wort-für-Wort-Übersetzung: vinā dehena – ohne Körper; kasyāpi – für irgendjemanden; puruṣārthaḥ – menschliches Lebensziel, menschliches Streben; na vidyate – ist nicht vorhanden; tasmāt – deshalb; deha-dhanam – den Körper als Reichtum; prāpya – erlangt habend; puṇya-karmāṇi – verdienstvolle Handlungen; sādhayet – möge vollbringen, soll verwirklichen.

Erläuterung: Der Ausdruck dehadhana würdigt den Körper als Kostbarkeit. Er ermöglicht Handeln, Lernen und Sadhana. Inmitten der Vergänglichkeitsbetrachtung erhält die leibliche Existenz damit einen positiven Sinn. Die vier Purusharthas bilden einen möglichen weiteren Hintergrund des Wortes purushartha.

Vers 1.19 – Sorge für dich als Träger der Praxis
रक्षेत् सर्वात्मनात्मानमात्मा सर्वस्य भाजनम् ।
रक्षणे यत्नमातिष्ठेद्यावत्तत्त्वं न पश्यति ॥ 1.19 ॥
rakṣet sarvātmanātmānamātmā sarvasya bhājanam |
rakṣaṇe yatnamātiṣṭhedyāvattattvaṃ na paśyati || 1.19 ||

Übersetzung: Man soll sich mit ganzer Kraft schützen; das eigene Selbst ist das Gefäß für alles. Um seine Bewahrung soll man sich bemühen, solange man die Wirklichkeit noch nicht schaut.

Wort-für-Wort-Übersetzung: rakṣet – soll schützen; sarvātmanā – mit ganzer Kraft, in jeder Hinsicht; ātmānam – sich selbst; ātmā – das Selbst, die eigene Person; sarvasya – von allem, für alles; bhājanam – Gefäß, Träger; rakṣaṇe – bei der Bewahrung; yatnam ātiṣṭhet – soll sich um Anstrengung bemühen; yāvat – solange; tattvam – die Wirklichkeit, das wahre Wesen; na paśyati – nicht schaut, nicht erkennt.

Erläuterung: Atman bezeichnet im Zusammenhang mit den vorhergehenden Körperversen die eigene Person als Träger der Praxis. Eine ausschließlich metaphysische Übersetzung würde diesen Zusammenhang verdecken. Der Vers führt die Wertschätzung des verkörperten Lebens fort; die Begrenzung „solange“ ist kein Aufruf, den Körper nach einer Erkenntnis zu schädigen.

Vers 1.23 – Die eigene Mitwirkung ist notwendig
आत्मैव यदि नात्मानमहितेभ्यो निवारयेत् ।
कोऽन्यो हितकरस्तस्मादात्मानं तारयिष्यति ॥ 1.23 ॥
ātmaiva yadi nātmānamahitebhyo nivārayet |
ko'nyo hitakarastasmādātmānaṃ tārayiṣyati || 1.23 ||

Übersetzung: Wenn man selbst sich nicht von Schädlichem zurückhält, welcher andere Wohltäter wird dann das eigene Selbst hinüberführen?

Wort-für-Wort-Übersetzung: ātmā eva – man selbst allein, gerade man selbst; yadi – wenn; na – nicht; ātmānam – sich selbst; ahitebhyaḥ – von schädlichen Dingen; nivārayet – zurückhalten sollte; kaḥ anyaḥ – welcher andere; hitakaraḥ – Wohltäter, jemand, der Gutes tut; tasmāt – dann, deshalb; ātmānam – das eigene Selbst; tārayiṣyati – wird hinüberführen, retten.

Erläuterung: Die Guru-Lehre des Werkes steht neben einer deutlichen Betonung eigener Mitwirkung. Anleitung kann die persönliche Entscheidung zur Übung unterstützen. Der Vers mahnt dazu, die Verantwortung für die eigene Ausrichtung nicht vollständig an andere abzugeben.

Vers 1.25 – Nicht erst im brennenden Haus beginnen
सन्दीप्ते भवने को वा कूपं खनति दुर्मतिः ।
यावत्तिष्ठति देहोऽयं तावत्तत्त्वं समभ्यसेत् ॥ 1.25 ॥
sandīpte bhavane ko vā kūpaṃ khanati durmatiḥ |
yāvattiṣṭhati deho'yaṃ tāvattattvaṃ samabhyaset || 1.25 ||

Übersetzung: Welcher Unverständige gräbt erst einen Brunnen, wenn das Haus in Flammen steht? Solange dieser Körper besteht, soll man sich der Wirklichkeit durch beständige Übung zuwenden.

Wort-für-Wort-Übersetzung: sandīpte bhavane – wenn das Haus entzündet ist, in Flammen steht; kaḥ vā – wer denn; kūpam – einen Brunnen; khanati – gräbt; durmatiḥ – ein Unverständiger; yāvat – solange; tiṣṭhati – besteht; dehaḥ ayam – dieser Körper; tāvat – so lange; tattvam – die Wirklichkeit; samabhyaset – soll gründlich und wiederholt üben, sich damit befassen.

Erläuterung: Das Brunnenbild veranschaulicht die Dringlichkeit von Abhyasa. Wer immer auf ideale Bedingungen wartet, kann die gegenwärtige Möglichkeit übersehen. Die Empfehlung ist, Erkenntnis und Übung bereits jetzt einen Platz im Leben zu geben.

Sammlung und ein achtsamer Umgang mit dem Körper als heutige Ergänzung zum Schriftstudium. Der erste Ullasa würdigt den Körper als Mittel der spirituellen Praxis.

Vers 1.98 – Lesen braucht Einsicht
प्रज्ञाहीनस्य पठनमन्धस्यादर्शदर्शनम् ।
प्रज्ञावतः शास्त्रं तत्त्वज्ञानस्य कारणम् ॥ 1.98 ॥
prajñāhīnasya paṭhanamandhasyādarśadarśanam |
prajñāvataḥ śāstraṃ tattvajñānasya kāraṇam || 1.98 ||

Übersetzung: Das Lesen eines Menschen ohne Einsicht gleicht dem Blick eines Blinden in einen Spiegel. Für einen Menschen mit Einsicht ist die Schrift eine Ursache der Erkenntnis der Wirklichkeit.

Wort-für-Wort-Übersetzung: prajñā-hīnasya – eines Menschen ohne Einsicht; paṭhanam – Lesen, Rezitieren; andhasya – eines Blinden; ādarśa-darśanam – der Blick in einen Spiegel; prajñāvataḥ – eines Menschen mit Einsicht; śāstram – die Schrift, das Lehrwerk; tattva-jñānasya – der Erkenntnis der Wirklichkeit; kāraṇam – Ursache, Mittel.

Erläuterung: Das traditionelle Bild stellt mechanisches Lesen und verstehendes Svadhyaya gegenüber. Der zweite Halbvers bejaht den Wert der Schrift ausdrücklich. Entscheidend ist eine Lektüre, die Fragen zulässt, Zusammenhänge prüft und das Gelesene auf seine Bedeutung hin betrachtet.

Vers 1.102 – Die Essenz aus vielen Schriften gewinnen
वेदशास्त्राण्यनेकानि स्वल्पमायुर्विघ्नकोटयः ।
तस्मात्सारं विजानीयात् क्षीरं हंस इवाम्भसः ॥ 1.102 ॥
vedaśāstrāṇyanekāni svalpamāyurvighnakoṭayaḥ |
tasmātsāraṃ vijānīyāt kṣīraṃ haṃsa ivāmbhasaḥ || 1.102 ||

Übersetzung: Die Veden und Lehrschriften sind zahlreich, die Lebenszeit ist kurz und die Hindernisse sind zahllos. Deshalb soll man die Essenz erkennen, wie der Hamsa die Milch aus dem Wasser [scheidet].

Wort-für-Wort-Übersetzung: veda-śāstrāṇi – Veden und Lehrschriften; anekāni – viele; svalpam āyuḥ – die Lebenszeit ist kurz; vighna-koṭayaḥ – Millionen von Hindernissen; tasmāt – deshalb; sāram – die Essenz; vijānīyāt – soll erkennen, unterscheiden; kṣīram – Milch; haṃsaḥ – Hamsa, der mythische Schwan; iva – wie; ambhasaḥ – aus dem Wasser.

Erläuterung: Der Hamsa gilt in indischer Bildsprache als Symbol der Unterscheidung. Das Bild ist keine zoologische Beschreibung. Für das Schriftstudium legt es eine Konzentration auf das Wesentliche nahe: Was hilft, Avidya zu durchschauen und die eigene Praxis zu vertiefen?

Vers 1.103 – Vom Studieren zur verwirklichten Bedeutung
अभ्यस्य सर्वशास्त्राणि तत्त्वं ज्ञात्वा हि बुद्धिमान् ।
पलालमिव धान्यार्थी सर्वशास्त्रं परित्यजेत् ॥ 1.103 ॥
abhyasya sarvaśāstrāṇi tattvaṃ jñātvā hi buddhimān |
palālamiva dhānyārthī sarvaśāstraṃ parityajet || 1.103 ||

Übersetzung: Nachdem der Verständige alle Schriften studiert und die Wirklichkeit erkannt hat, soll er sämtliche Schriften zurücklassen, wie jemand, der das Korn sucht, das Stroh zurücklässt.

Wort-für-Wort-Übersetzung: abhyasya – studiert, eingeübt habend; sarva-śāstrāṇi – alle Schriften; tattvam – die Wirklichkeit; jñātvā – erkannt habend; hi – denn, gewiss; buddhimān – der Verständige; palālam iva – wie Stroh; dhānya-arthī – jemand, der Getreide sucht; sarva-śāstram – sämtliche Schriftlehre; parityajet – soll zurücklassen.

Erläuterung: Die Reihenfolge ist wesentlich: Studium, Erkenntnis, dann das Zurücklassen des bloßen Mittels. Der Vers rechtfertigt kein vorschnelles Abweisen von Wissen. Er erinnert daran, dass eine Lehrschrift auf eine Einsicht verweist, die über das Festhalten an Formulierungen hinausgeht.

Vers 1.104 – Das Mittel nach Erreichen des Zieles
यथामृतेन तृप्तस्य नाहारेण प्रयोजनम् ।
तत्त्वज्ञस्य तथा देवि न शास्त्रेण प्रयोजनम् ॥ 1.104 ॥
yathāmṛtena tṛptasya nāhāreṇa prayojanam |
tattvajñasya tathā devi na śāstreṇa prayojanam || 1.104 ||

Übersetzung: Wie für einen durch Nektar Gesättigten Nahrung keinen Zweck mehr erfüllt, so erfüllt für den Kenner der Wirklichkeit, o Göttin, die Schrift keinen Zweck mehr.

Wort-für-Wort-Übersetzung: yathā – wie; amṛtena – durch Nektar, durch das Unsterbliche; tṛptasya – eines Gesättigten; na – nicht; āhāreṇa – durch Nahrung, mit Nahrung; prayojanam – Zweck, Bedarf; tattva-jñasya – eines Kenners der Wirklichkeit; tathā – so; devi – o Göttin; śāstreṇa – durch die Schrift.

Erläuterung: Das Bild führt den vorhergehenden Gedanken fort: Ein Hilfsmittel erhält seinen Sinn vom Ziel. Gemeint ist der Standpunkt verwirklichter Erkenntnis. Die Nektarmetapher ist keine Aussage darüber, dass ein Mensch nach spiritueller Einsicht ohne Nahrung leben könne.

Vers 1.105 – Erkenntnis als befreiender Faktor
न वेदाध्ययनान्मुक्तिर्न शास्त्रपठनादपि ।
ज्ञानादेव हि मुक्तिः स्यान्नान्यथा वीरवन्दिते ॥ 1.105 ॥
na vedādhyayanānmuktirna śāstrapaṭhanādapi |
jñānādeva hi muktiḥ syānnānyathā vīravandite || 1.105 ||

Übersetzung: Befreiung entsteht nicht durch das Studium des Veda und auch nicht durch das Lesen von Lehrschriften. Allein durch Erkenntnis kann Befreiung entstehen, nicht anders, o von den Viras Verehrte.

Wort-für-Wort-Übersetzung: na – nicht; veda-adhyayanāt – durch das Studium des Veda; muktiḥ – Befreiung; śāstra-paṭhanāt api – auch durch das Lesen von Lehrschriften; jñānāt eva – allein durch Erkenntnis; hi – denn, gewiss; muktiḥ syāt – Befreiung könne entstehen; na anyathā – nicht anders; vīra-vandite – o von den Viras Verehrte.

Erläuterung: Jnana bezeichnet hier die entscheidende Einsicht und nicht nur angesammelte Information. Die vorangegangene Anerkennung der Schrift als Erkenntnismittel in 1.98 bleibt bestehen. Vira ist im tantrischen Zusammenhang eine Bezeichnung für einen entsprechend qualifizierten Praktizierenden.

Vers 1.106 – Äußere Zugehörigkeit genügt nicht
नाश्रमाः कारणं मुक्तेर्दर्शनानि न कारणम् ।
तथैव सर्वशास्त्राणि ज्ञानमेव हि कारणम् ॥ 1.106 ॥
nāśramāḥ kāraṇaṃ mukterdarśanāni na kāraṇam |
tathaiva sarvaśāstrāṇi jñānameva hi kāraṇam || 1.106 ||

Übersetzung: Die Lebensstände sind nicht die Ursache der Befreiung, und die philosophischen Systeme sind nicht ihre Ursache. Ebenso wenig sind es sämtliche Lehrschriften: Erkenntnis allein ist die Ursache.

Wort-für-Wort-Übersetzung: na āśramāḥ – nicht die Lebensstände; kāraṇam – Ursache; mukteḥ – der Befreiung; darśanāni – philosophische Sichtweisen, Systeme; na kāraṇam – nicht die Ursache; tathā eva – ebenso; sarva-śāstrāṇi – alle Lehrschriften; jñānam eva – allein Erkenntnis; hi – gewiss.

Erläuterung: Ashrama meint hier besonders einen religiösen Lebensstand. Ein Status, eine Schule oder ein Titel stellt für sich genommen noch keine Moksha dar. Der Vers lenkt die Aufmerksamkeit auf die Einsicht, der diese Formen dienen sollen.

Video: Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev

Ergänzende heutige Yogapraxis; das Video ist kein Kommentar zu den vorstehenden Versen und keine vollständige Kaula-Ritualanleitung.

Aus Ullasa 2: Praxis und Missverständnisse

Vers 2.117 – Bloßes Trinken ist keine Siddhi
मद्यपानेन मनुजो यदि सिद्धिं लभेत वै ।
मद्यपानरताः सर्वे सिद्धिं गच्छन्तु पामराः ॥ 2.117 ॥
madyapānena manujo yadi siddhiṃ labheta vai |
madyapānaratāḥ sarve siddhiṃ gacchantu pāmarāḥ || 2.117 ||

Übersetzung: Wenn ein Mensch durch das Trinken von Alkohol wahrlich Vollendung erlangen könnte, dann müssten alle gewöhnlichen Leute, die dem Trinken ergeben sind, Vollendung erreichen.

Wort-für-Wort-Übersetzung: madya-pānena – durch das Trinken von Alkohol; manujaḥ – ein Mensch; yadi – wenn; siddhim – Vollendung, spirituelle Erlangung; labheta – erlangen könnte; vai – wahrlich; madya-pāna-ratāḥ – dem Alkoholtrinken ergeben; sarve – alle; siddhim gacchantu – mögen Vollendung erreichen; pāmarāḥ – gewöhnliche, ungebildete Leute.

Erläuterung: Der Vers argumentiert durch eine zugespitzte Folgerung. Er bestreitet, dass der bloße Konsum einer Substanz spirituelle Vollendung bewirke. Diese Aussage steht in einem Werk, das zugleich rituelle Verwendungen solcher Substanzen beschreibt. Beide Seiten gehören zur Textaussage.

Vers 2.118 – Fleischverzehr bewirkt keine Heiligkeit
मांसभक्षणमात्रेण यदि पुण्या गतिर्भवेत् ।
लोके मांसाशिनः सर्वे पुण्यभाजो भवन्ति हि ॥ 2.118 ॥
māṃsabhakṣaṇamātreṇa yadi puṇyā gatirbhavet |
loke māṃsāśinaḥ sarve puṇyabhājo bhavanti hi || 2.118 ||

Übersetzung: Wenn allein durch Fleischverzehr ein heilvolles Geschick entstünde, dann hätten ja alle Fleischesser in der Welt Anteil an Verdienst.

Wort-für-Wort-Übersetzung: māṃsa-bhakṣaṇa-mātreṇa – allein durch Fleischverzehr; yadi – wenn; puṇyā gatiḥ – ein heilvolles Geschick, ein verdienstvoller Zustand; bhavet – entstünde; loke – in der Welt; māṃsāśinaḥ – Fleischesser; sarve – alle; puṇya-bhājaḥ – Anteil an Verdienst habend; bhavanti – sind, werden; hi – ja, gewiss.

Erläuterung: Das Schlüsselwort matra, „allein“, führt die Argumentation fort. Eine äußerliche Handlung besitzt nicht schon deshalb spirituellen Wert, weil sie einem im Ritual erwähnten Vorgang ähnelt. Der Vers ist im Zusammenhang der Kaula-Ritualkritik zu lesen.

Vers 2.119 – Auch Sexualität allein ist keine Befreiung
शक्तिसम्भोगमात्रेण यदि मोक्षो भवेत् वै ।
सर्वेऽपि जन्तवो लोके मुक्ताः स्युः स्त्रीनिषेवणात् ॥ 2.119 ॥
śaktisambhogamātreṇa yadi mokṣo bhavet vai |
sarve'pi jantavo loke muktāḥ syuḥ strīniṣevaṇāt || 2.119 ||

Übersetzung: Wenn allein durch den geschlechtlichen Umgang mit einer Shakti tatsächlich Befreiung entstünde, dann müssten alle Lebewesen in der Welt durch geschlechtlichen Umgang mit einem weiblichen Wesen befreit sein.

Wort-für-Wort-Übersetzung: śakti-sambhoga-mātreṇa – allein durch den geschlechtlichen Umgang mit einer Shakti; yadi – wenn; mokṣaḥ – Befreiung; bhaveta vai – tatsächlich entstehen sollte; sarve api – alle ohne Ausnahme; jantavaḥ – Lebewesen; loke – in der Welt; muktāḥ syuḥ – müssten befreit sein; strī-niṣevaṇāt – durch geschlechtlichen Umgang mit einem weiblichen Wesen.

Erläuterung: Shakti bezeichnet in dieser Ritualsprache auch eine weibliche Partnerin. Die rhetorische Zuspitzung grenzt Maithuna als tantrisches Ritual von der Behauptung ab, Sexualität an sich sei bereits Befreiung. Eine vollständige Darstellung des Werkes muss diesen körperlich-rituellen Zusammenhang ebenso berücksichtigen wie seine inneren Deutungen.

Vers 2.120 – Die Kritik richtet sich gegen fehlende Praxisordnung
कुलमार्गो महादेवि न मया निन्दितः क्वचित् ।
आचाररहिता येऽत्र निन्दितास्ते न चेतरे ॥ 2.120 ॥
kulamārgo mahādevi na mayā ninditaḥ kvacit |
ācārarahitā ye'tra ninditāste na cetare || 2.120 ||

Übersetzung: Den Kula-Weg, o große Göttin, habe ich niemals getadelt. Getadelt sind hier diejenigen, denen die rechte Praxisordnung fehlt, nicht die anderen.

Wort-für-Wort-Übersetzung: kula-mārgaḥ – der Kula-Weg; mahādevi – o große Göttin; na mayā – nicht von mir; ninditaḥ – getadelt; kvacit – jemals, irgendwo; ācāra-rahitāḥ – ohne rechte Praxisordnung; ye atra – diejenigen, die hier; ninditāḥ te – diese sind getadelt; na ca itare – und nicht die anderen.

Erläuterung: Achara umfasst Lebensführung und rituell vorgeschriebenes Verhalten. Der Text erklärt hier, wie seine Kritik und sein Lob des Kaula-Weges zusammengehören. Die Kritik an bloßem Genuss bedeutet keine Verwerfung aller Kaula-Rituale.

Vers 2.121 – Gelehrte Praxis und abweichendes Verhalten
अन्यथा कौलिके धर्मे आचारः कथितो मया ।
विचरन्त्यन्यथा देवि मूढाः पण्डितमानिनः ॥ 2.121 ॥
anyathā kaulike dharme ācāraḥ kathito mayā |
vicarantyanyathā devi mūḍhāḥ paṇḍitamāninaḥ || 2.121 ||

Übersetzung: Anders habe ich die Praxisordnung im Kaula-Dharma gelehrt; anders aber handeln die Toren, die sich für Gelehrte halten, o Göttin.

Wort-für-Wort-Übersetzung: anyathā – anders; kaulike dharme – im Kaula-Dharma; ācāraḥ – Praxisordnung, Verhalten; kathitaḥ mayā – von mir gelehrt; vicaranti anyathā – sie handeln anders; devi – o Göttin; mūḍhāḥ – die Toren, Verblendeten; paṇḍita-māninaḥ – die sich für Gelehrte halten.

Erläuterung: Der Vers tadelt das Abweichen von der gelehrten Praxisordnung bei Menschen, die sich selbst für gelehrt halten. Im Zusammenhang mit 2.120 unterscheidet er den beanspruchten Kula-Weg von einem Verhalten, das dessen Vorschriften verletzt. Die Übersetzung folgt dem Druckwortlaut vicaranty anyathā („sie handeln anders“).

Video: Drei-Chakra-Energie-Meditation mit Sukadev

Ergänzende heutige Yogapraxis; das Video ist kein Kommentar zu den vorstehenden Versen und keine vollständige Kaula-Ritualanleitung.

Aus Ullasa 13: Den Guru unterscheiden

Vers 13.104 – Lampen und Sonne als Bild für den Guru
गुरवो बहवः सन्ति दीपवच्च गृहे गृहे ।
दुर्लभोऽयं गुरुर्देवि सूर्यवत् सर्वदीपकः ॥ 13.104 ॥
guravo bahavaḥ santi dīpavacca gṛhe gṛhe |
durlabho'yaṃ gururdevi sūryavat sarvadīpakaḥ || 13.104 ||

Übersetzung: Es gibt viele Gurus, wie Lampen in jedem Haus. Selten aber ist jener Guru, o Göttin, der wie die Sonne alles erhellt.

Wort-für-Wort-Übersetzung: guravaḥ – Gurus, Lehrer; bahavaḥ santi – es gibt viele; dīpavat – wie eine Lampe; ca – und; gṛhe gṛhe – in jedem Haus; durlabhaḥ ayam guruḥ – selten ist dieser Guru; devi – o Göttin; sūryavat – wie die Sonne; sarva-dīpakaḥ – alles erhellend.

Erläuterung: Das Bild unterscheidet begrenzte Unterweisung von umfassender Erkenntnisvermittlung. Es behauptet nicht, dass jede begrenzte Hilfe wertlos sei. Der Maßstab des höchsten Guru wird vielmehr an seiner erhellenden Wirkung ausgerichtet.

Vers 13.105 – Schriftgelehrsamkeit und Erkenntnis der Wirklichkeit
गुरवो बहवः सन्ति वेदशास्त्रादिपारगाः ।
दुर्लभोऽयं गुरुर्देवि परतत्त्वार्थपारगः ॥ 13.105 ॥
guravo bahavaḥ santi vedaśāstrādipāragāḥ |
durlabho'yaṃ gururdevi paratattvārthapāragaḥ || 13.105 ||

Übersetzung: Es gibt viele Gurus, die Veden und Lehrschriften gründlich beherrschen. Selten aber ist jener Guru, o Göttin, der zum Sinn der höchsten Wirklichkeit durchgedrungen ist.

Wort-für-Wort-Übersetzung: guravaḥ bahavaḥ santi – es gibt viele Gurus; veda-śāstra-ādi-pāragāḥ – in Veden, Lehrschriften und Ähnlichem vollständig bewandert; durlabhaḥ ayam guruḥ – selten ist dieser Guru; devi – o Göttin; para-tattva-artha-pāragaḥ – zum Sinn der höchsten Wirklichkeit durchgedrungen.

Erläuterung: Paraga bedeutet wörtlich etwa „zum anderen Ufer gelangt“. Das gleiche Bild wird für Gelehrsamkeit und Verwirklichung verwendet, aber jeweils auf einen anderen Gegenstand bezogen. Der Text verlangt mehr als ein großes Repertoire an Zitaten.

Vers 13.108 – Ein Guru soll Leiden vermindern
गुरवो बहवः सन्ति शिष्यवित्तापहारकाः ।
दुर्लभोऽयं गुरुर्देवि शिष्यदुःखापहारकः ॥ 13.108 ॥
guravo bahavaḥ santi śiṣyavittāpahārakāḥ |
durlabho'yaṃ gururdevi śiṣyaduḥkhāpahārakaḥ || 13.108 ||

Übersetzung: Es gibt viele Gurus, die den Schülern ihr Vermögen nehmen. Selten aber ist jener Guru, o Göttin, der den Schülern ihr Leiden nimmt.

Wort-für-Wort-Übersetzung: guravaḥ bahavaḥ santi – es gibt viele Gurus; śiṣya-vitta-apahārakāḥ – solche, die das Vermögen der Schüler wegnehmen; durlabhaḥ ayam guruḥ – selten ist dieser Guru; devi – o Göttin; śiṣya-duḥkha-apahārakaḥ – einer, der das Leiden der Schüler wegnimmt.

Erläuterung: Das Wortspiel mit apaharaka, „Wegnehmer“, formuliert eine scharfe Kritik an ausbeuterischer Lehrerschaft. Es ist eine wichtige Ergänzung zu den weitreichenden Aussagen über Guru Bhakti in anderen Abschnitten. Der Vers lenkt den Blick auf das Wohl des Lernenden.

Vers 13.110 – Der Lehrer und die Erfahrung tiefer Freude
गुरोर्यस्यैव सम्पर्कात् परानन्दोऽभिजायते ।
गुरुं तमेव वृणुयान्नापरं मतिमान्नरः ॥ 13.110 ॥
guroryasyaiva samparkāt parānando'bhijāyate |
guruṃ tameva vṛṇuyānnāparaṃ matimānnaraḥ || 13.110 ||

Übersetzung: Den Guru, durch dessen Begegnung höchste Freude entsteht, soll ein verständiger Mensch wählen, keinen anderen.

Wort-für-Wort-Übersetzung: guroḥ yasya eva – gerade jenes Gurus, dessen; samparkāt – durch Begegnung, Verbindung; parānandaḥ – höchste Freude; abhijāyate – entsteht; gurum tam eva – eben diesen Guru; vṛṇuyāt – soll wählen; na aparam – keinen anderen; matimān naraḥ – ein verständiger Mensch.

Erläuterung: Parananda bezeichnet im Zielhorizont des Werkes eine tiefe spirituelle Freude. Der Vers wird sinnvoll zusammen mit den Aussagen über Erkenntnis, Eignung und das Vermindern von Leiden gelesen. Ein vorübergehendes Hochgefühl allein ersetzt diese weiteren Kriterien nicht.

Vers 13.116 – Unterweisung als Licht
दीपदर्शनमात्रेण प्रणश्यति तमो यथा ।
सद्गुरोर्दर्शनाद्देवि तथाज्ञानं विनश्यति ॥ 13.116 ॥
dīpadarśanamātreṇa praṇaśyati tamo yathā |
sadgurordarśanāddevi tathājñānaṃ vinaśyati || 13.116 ||

Übersetzung: Wie beim Erscheinen einer Lampe die Dunkelheit verschwindet, so vergeht, o Göttin, durch die Begegnung mit dem wahren Guru die Unwissenheit.

Wort-für-Wort-Übersetzung: dīpa-darśana-mātreṇa – allein durch das Erscheinen beziehungsweise Sehen einer Lampe; praṇaśyati – verschwindet; tamaḥ – Dunkelheit; yathā – wie; sat-guroḥ darśanāt – durch die Begegnung mit dem wahren Guru; devi – o Göttin; tathā – so; ajñānam – Unwissenheit; vinaśyati – vergeht.

Erläuterung: Das Lichtbild bringt die befreiende Funktion des Sadguru zum Ausdruck. Darshan kann Sehen und Begegnung umfassen. Der Vers formuliert den religiösen Anspruch der Tradition; er ist keine allgemeine Garantie, dass eine einzige Begegnung bei jedem Menschen vollständige Erkenntnis hervorbringt.

Aus Ullasa 17: Kula, Diksha und Mantra

Vers 17.27 – Kula und Akula
अकुलं शिव इत्युक्तं कुलं शक्तिः प्रकीर्तिता ।
कुलाकुलानुसन्धानान्निपुणाः कौलिकाः प्रिये ॥ 17.27 ॥
akulaṃ śiva ityuktaṃ kulaṃ śaktiḥ prakīrtitā |
kulākulānusandhānānnipuṇāḥ kaulikāḥ priye || 17.27 ||

Übersetzung: Akula wird Shiva genannt, Kula wird als Shakti bezeichnet. Durch die betrachtende Verbindung von Kula und Akula sind die Kaulikas kundig, o Geliebte.

Wort-für-Wort-Übersetzung: akulam – Akula, das jenseits von Kula Stehende; śivaḥ iti uktam – wird Shiva genannt; kulam – Kula; śaktiḥ prakīrtitā – als Shakti bezeichnet; kula-akula-anusandhānāt – durch die betrachtende Verbindung von Kula und Akula; nipuṇāḥ – kundig, geschickt; kaulikāḥ – Kaulikas, Angehörige des Kaula-Weges; priye – o Geliebte.

Erläuterung: Der Vers liefert eine textinterne Erklärung für den Titelbegriff Kula. Shiva und Shakti werden als Akula und Kula unterschieden und zugleich aufeinander bezogen. Anusandhana umfasst das bewusste Nachgehen, Verbinden und meditative Vergegenwärtigen dieses Zusammenhangs.

Vers 17.51 – Die Bedeutung der Einweihung
दिव्यभावप्रदानाच्च क्षालनात् कल्मषस्य च ।
दीक्षेति कथिता सद्भिर्भवबन्धविमोचनात् ॥ 17.51 ॥
divyabhāvapradānācca kṣālanāt kalmaṣasya ca |
dīkṣeti kathitā sadbhirbhavabandhavimocanāt || 17.51 ||

Übersetzung: Weil sie göttliches Sein verleiht, Befleckung abwäscht und aus der Bindung an das Werden befreit, wird sie von den Guten Diksha genannt.

Wort-für-Wort-Übersetzung: divya-bhāva-pradānāt – durch das Verleihen göttlichen Seins beziehungsweise einer göttlichen Verfassung; ca – und; kṣālanāt – durch das Abwaschen; kalmaṣasya – der Befleckung; dīkṣā iti – Diksha, Einweihung, mit diesem Namen; kathitā – bezeichnet; sadbhiḥ – von den Guten, Weisen; bhava-bandha-vimocanāt – durch das Befreien aus der Bindung an das Werden.

Erläuterung: Die Erklärung entfaltet die religiöse Bedeutung der Diksha. Sie gehört zu den traditionellen Sinnableitungen des letzten Kapitels. Solche Deutungen sind von einer historisch-sprachwissenschaftlichen Etymologie zu unterscheiden.

Vers 17.54 – Mantra als Besinnung und Schutz
मननात्तत्त्वरूपस्य देवस्यामिततेजसः ।
त्रायते सर्वभयतस्तस्मान्मन्त्र इतीरितः ॥ 17.54 ॥
mananāttattvarūpasya devasyāmitatejasaḥ |
trāyate sarvabhayatastasmānmantra itīritaḥ || 17.54 ||

Übersetzung: Durch die Besinnung auf den Gott, dessen Wesen die Wirklichkeit und dessen Strahlkraft unermesslich ist, schützt [er] vor aller Furcht. Deshalb wird er Mantra genannt.

Wort-für-Wort-Übersetzung: mananāt – durch Besinnung, Betrachtung; tattva-rūpasya – dessen Gestalt die Wirklichkeit ist; devasya – des Gottes, der Gottheit; amita-tejasaḥ – von unermesslicher Strahlkraft; trāyate – schützt, rettet; sarva-bhayataḥ – vor aller Furcht; tasmāt – deshalb; mantraḥ iti – Mantra; īritaḥ – genannt.

Erläuterung: Die traditionelle Wortdeutung verbindet Manana mit Schützen und Retten. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die innere Hinwendung beim Japa. Das Schutzmotiv ist ein religiöser Wirksamkeitsanspruch des Textes, keine Zusage, dass Mantrawiederholung jedes äußere Risiko ausschließt.

Nadis und Chakras als ergänzende Darstellung des yogischen Körpermodells. Das Kularnava Tantra verbindet in seinen Praxisabschnitten Mantra, Körper und innere Sammlung.

Video: Aktiviere deine Chakren und meditiere mit Sukadev

Ergänzende heutige Yogapraxis; das Video ist kein Kommentar zu den vorstehenden Versen und keine vollständige Kaula-Ritualanleitung.

Zentrale Lehren des Kularnava Tantra

Der menschliche Körper als Grundlage des Weges

Der erste Ullasa verbindet zwei Gedanken: Das Leben vergeht, und gerade deshalb ist es kostbar. Der Körper ermöglicht Dharma, Handeln und Einsicht. Seine Bezeichnung als Reichtum in 1.18 macht deutlich, dass der spirituelle Weg nicht mit Geringschätzung der leiblichen Existenz beginnen muss.

Die Sorge für den Körper erhält ihren Sinn innerhalb des Befreiungsweges. Körperpflege ist ein Mittel, das Lernen, Meditation und hilfreiches Handeln ermöglicht. Das Brunnenbild in 1.25 fordert zugleich dazu auf, mit der Praxis nicht unbegrenzt zu warten. Der Mensch soll die vorhandenen Möglichkeiten nutzen.

Jnana und das Studium der Schriften

Das Kularnava Tantra spricht dem Svadhyaya einen wichtigen Platz zu. In 1.98 ist die Schrift ausdrücklich ein Mittel zur Erkenntnis. Die folgenden Verse begrenzen jedoch die Erwartung, bloßes Lesen oder eine religiöse Zugehörigkeit bewirke bereits Befreiung. Schriftstudium soll in Jnana münden.

Die Bilder von Milch und Wasser, Korn und Stroh sowie Nahrung und Sättigung veranschaulichen diese Beziehung. Eine Lehre ist fruchtbar, wenn ihr Sinn erfasst wird. Der Aspirant soll ihre Essenz gewinnen, sie prüfen und sich durch die Einsicht verändern lassen.

Die Aussagen über das Zurücklassen der Schriften gelten daher im Zusammenhang mit erreichter Erkenntnis. Sie erlauben keine einfache Gleichung „weniger Wissen bedeutet mehr Spiritualität“. Der erste Ullasa verlangt gerade die Fähigkeit, zwischen oberflächlicher Kenntnis und durchdringendem Verstehen zu unterscheiden.

Kula, Akula und die Beziehung von Shiva und Shakti

Die große Göttin als thematische Darstellung der Shakti. Vers 17.27 des Kularnava Tantra verbindet Kula mit Shakti und Akula mit Shiva.

In 17.27 steht Kula für Shakti, Akula für Shiva. Beide Bezeichnungen gehören zu einer Betrachtung, die die Entfaltung göttlicher Kräfte mit ihrem höchsten Grund verbindet. Das Werk eröffnet bereits in 1.7 mit einer Beschreibung Shivas als ungeteilt und nichtdual.

Das Wort Kaula bezeichnet den zum Kula gehörenden Weg oder Praktizierenden. Seine Bedeutung erschöpft sich weder in sozialer Familienzugehörigkeit noch in einem einzelnen Ritual. Der Text verbindet Unterweisung, religiöse Lebensführung, Erkenntnis und konkrete Übung zu einem zusammenhängenden Anspruch.

Guru und Schüler

Die Kapitel 12 bis 14 widmen der Lehrer-Schüler-Beziehung großen Raum. Sie behandeln Verehrung, Eigenschaften, Auswahl und Prüfung. Der Guru soll Erkenntnis vermitteln und den Weg zur Befreiung eröffnen. Guru Bhakti erhält deshalb eine hohe religiöse Bedeutung.

Die deutliche Kritik des dreizehnten Kapitels gehört ebenso zum Bild. Ein Lehrer kann Schriftwissen besitzen, ohne zur höchsten Wirklichkeit durchgedrungen zu sein. Noch schärfer ist der Gegensatz zwischen dem Wegnehmen von Vermögen und dem Wegnehmen von Leiden in 13.108. Die Schrift fordert somit eine Unterscheidung zwischen äußerem Auftreten und tatsächlicher Befähigung.

Für eine heutige Lektüre lassen sich Verehrung und sorgfältige Prüfung zusammen denken. Maßgeblich sind fachliche und menschliche Eignung, die Qualität der Unterweisung und ihre Wirkung auf den Lernenden. Diese heutige Auslegung sollte nicht verdecken, dass andere Stellen des historischen Werkes sehr weitreichende Unterordnung verlangen. Der Artikel stellt beide Aspekte dar, ohne sie für identisch zu erklären.

Diksha, Mantra und die verkörperte Praxis

Der Matrika-Kreis veranschaulicht die Bedeutung der Sanskritlaute in tantrischen Traditionen. Das Kularnava Tantra behandelt Mantras, Lautzuordnungen und ihre rituelle Anwendung.

Diksha ist im Text eine Einweihung mit religiöser Bedeutung. Sie bindet den Schüler in eine überlieferte Praxis ein. Die Erklärung in 17.51 stellt Reinigung, göttliche Verfassung und Befreiung in den Vordergrund. Die entsprechenden Kapitel entfalten zugleich konkrete Anforderungen an Lehrer und Schüler.

Der Mantra wird in 17.54 durch Besinnung und Schutz erläutert. Beim Japa soll die Aufmerksamkeit auf die Gottheit und die Bedeutung der Praxis gerichtet sein. Der fünfzehnte Ullasa behandelt darüber hinaus Purashcharana, eine geregelte Vorbereitung und Vertiefung der Mantrapraxis, sowie Pranayama und weitere Voraussetzungen.

Nyasa bezeichnet das rituelle Zuordnen oder Platzieren von Mantras und göttlichen Kräften am Körper. Dadurch werden Laut, Vorstellung und leiblicher Vollzug verbunden. Die komplexen Nyasa-Folgen des Werkes sind spezifische Ritualformen; eine allgemeine Chakra-Meditation ist eine thematische Ergänzung, aber keine vollständige Wiedergabe dieser Folgen.

Panchamakara: äußere und innere Bedeutungen

Zum historischen Inhalt gehören die oft als „fünf M“ bezeichneten Panchamakara: Madya (alkoholisches Getränk), Mamsa (Fleisch), Matsya (Fisch), Mudra (in dieser Aufzählung eine rituelle Getreide- oder Speisegabe) und Maithuna (sexuelle Vereinigung). Das Wort Mudra hat je nach Zusammenhang weitere Bedeutungen, insbesondere die einer rituellen Geste.

Das Werk beschreibt solche Elemente innerhalb geregelter Kaula-Rituale. Zugleich lehnt es in 2.117–2.121 die Auffassung ab, dass bloßes Trinken, Essen oder sexueller Umgang bereits Vollendung bewirke. Das fünfte Kapitel bietet daneben ausdrücklich innere und yogische Deutungen, etwa das Zusammenführen des Geistes mit dem höchsten Selbst und die Vereinigung von Parashakti und Atman.[1]

Eine sachgerechte Darstellung berücksichtigt beide Ebenen. Es wäre verkürzend, sämtliche materiellen Ritualangaben nachträglich zu bloßen Symbolen zu erklären. Ebenso verkürzend wäre es, das ganze Kularnava Tantra auf diese Ritualelemente zu reduzieren. Für eine heutige vegetarische und alkoholfreie Yogapraxis lassen sich etwa seine Anregungen zu Erkenntnis, Mantra und verantwortlicher Lehrerwahl aufgreifen. Eine solche Auswahl ist als heutige Übertragung zu kennzeichnen.

Verhältnis zu anderen Yoga- und Tantra-Schriften

Shiva Sutra und Spandakarika

Mit Shiva Sutra und Spandakarika lässt sich das Kularnava Tantra hinsichtlich Bewusstsein, Bindung und Befreiung vergleichen. Seine Form ist jedoch viel ausführlicher und stärker ritualbezogen. Die nichtduale Aussage von 1.7 ist ein sinnvoller Ansatzpunkt für den Vergleich; daraus folgt keine vollständige Gleichheit der Lehrsysteme.

Pratyabhijnahridaya und Paratrimsika

Das Pratyabhijnahridaya bietet eine knappe Einführung in die Wiedererkennungslehre. Die Paratrimsika und ihre Auslegung vertiefen unter anderem Lautkraft und Kula. Das Kularnava Tantra ergänzt solche Texte durch eine breit angelegte Darstellung von Lebensführung, Lehrerwahl, Einweihung und Ritual. Für einen Vergleich sollten jeweils konkrete Begriffe und Stellen herangezogen werden.

Yogini Hridaya und Nitya Shodashikarnava

Yogini Hridaya und Nitya Shodashikarnava konzentrieren sich auf die Shri Vidya und die Verehrung Tripurasundaris. Gemeinsam sind unter anderem die Bedeutung von Mantra, Shakti, Guru und Puja. Das Kularnava Tantra ist jedoch weder ein weiterer Abschnitt dieser beiden Werke noch einfach eine Anleitung zum gleichen Nitya-System. Seine eigene Gliederung und seine Kaula-Lehre bleiben zu beachten.

Upanishaden und Vedanta

Die Rede von Parabrahman, Jnana und Moksha macht eine vergleichende Lektüre mit den Upanishaden und dem Vedanta fruchtbar. Besonders die Verse 1.98 und 1.102–1.106 lassen sich auf die Beziehung von Schriftwissen und unmittelbarer Einsicht hin untersuchen. Zugleich bleibt das Kularnava Tantra durch seine Einweihungs- und Rituallehre ein eigenständiges tantrisches Werk.

Bedeutung für die heutige Praxis

Herzmeditation als heutige ergänzende Praxis. Sammlung und Hingabe können das Studium des Kularnava Tantra begleiten.

Das Kularnava Tantra kann heutige Leser dazu anregen, die eigene Praxis auf ihren Sinn hin zu prüfen: Führt das Studium zu größerer Klarheit? Unterstützt die Übung einen bewussteren Umgang mit sich und anderen? Dient eine Lehrerbeziehung der Entwicklung von Einsicht und Eigenverantwortung?

Seine Bilder helfen, solche Fragen konkret zu machen. Der Körper als Reichtum erinnert an die vorhandene Möglichkeit zur Übung. Der Hamsa steht für Unterscheidung. Die Lampe macht verständlich, wie eine hilfreiche Unterweisung etwas sichtbar werden lässt, das zuvor im Dunkeln lag.

Video: Anahata-Chakra-Meditation mit Sukadev

Ergänzende heutige Herzmeditation zur Sammlung und inneren Hinwendung.

Fünf Empfehlungen für einen spirituellen Aspiranten

Die folgenden Anregungen übertragen ausgewählte Themen der Schrift in eine heutige Praxis. Sie sind eigene Erläuterungen und keine zusätzlichen Verse des Kularnava Tantra.

1. Nutze die gegenwärtige Möglichkeit.
Gib Meditation oder Schriftstudium einen festen Platz im Tagesablauf. Das Bild vom Brunnen im brennenden Haus erinnert daran, nicht erst unter äußerem Druck mit einer inneren Ausrichtung zu beginnen.

2. Behandle den Körper als wertvolles Mittel.
Verbinde Sadhana mit einem aufmerksamen Umgang mit dem eigenen Körper. Vers 1.18 würdigt ihn als Grundlage hilfreichen Handelns. Die Übung soll ihn in diesem Sinn unterstützen.

3. Lies langsam und suche die Essenz.
Nimm einen Vers, lese seine Worterklärung und formuliere den Sinn in eigenen Worten. Prüfe anschließend, ob du die Aussage aus dem Zusammenhang gelöst hast. So wird Svadhyaya zu einer Übung in Viveka.

4. Prüfe Unterweisung an ihrer Wirkung.
Die Guru-Verse fragen nach Erkenntnis und dem Vermindern von Leiden. Achte bei einer Lehrerbeziehung auf Klarheit, Aufrichtigkeit und einen verantwortlichen Umgang mit dem Schüler. Bewahre die Bereitschaft zu lernen und die Fähigkeit, Fragen zu stellen.

5. Verbinde Mantra, Aufmerksamkeit und Handeln.
Wiederhole ein vertrautes Mantra bewusst. Lass danach einen Moment der Stille zu und nimm eine konkrete hilfreiche Handlung in den Alltag mit. So können Japa, Einsicht und Seva einander ergänzen.

Vollständiger Sanskrittext des Kularnava Tantra auf Devanagari

Die beiden folgenden Lesefassungen enthalten den Sanskrittext aller 17 Ullasas einschließlich Kapitelanfängen, Sprecherangaben und Schlussformeln. Ausgangspunkt ist die elektronische Sanskrittranskription des AgamaH_shaivaH-Projekts.[4] Für Berichtigungen und ausgewählte Lesarten wurde der Druck von Taranatha Vidyaratna mit der Einleitung Arthur Avalons herangezogen. Diese Wiedergabe ist keine diplomatische Abschrift eines einzelnen Textzeugen und keine kritische Edition: Sie verbindet die korrigierte Transkription mit ausdrücklich ausgewiesenen Druck- und Handschriftenlesungen. Die Angaben zu Handschriften beziehen sich auf den Variantenapparat des Drucks, nicht auf eigene Handschriftenautopsie. Die 24 kommentierten Verse stehen im Volltext in derselben Lesung. Die IAST-Fassung wurde aus dieser Devanagari-Fassung neu erzeugt. Nicht abschließend geklärte Wörter und Satzverbindungen sind bei den deutschen Versen und im Abschnitt zur Textprüfung bezeichnet. Eine durchgehende philologische Kollation aller Verse steht weiterhin aus.

Verszählung: Jede der beiden Lesefassungen enthält 2.058 nummerierte Verse. Die Nummern sind als Kapitel.Vers angegeben und entsprechen der fortlaufenden deutschen Übersetzung. Die Zusatzverse 10.123–144 sind enthalten. Kapitel 15 ist fortlaufend 1–115 gezählt; ab 15.85 liegt die Versnummer des Drucks wegen einer dort übersprungenen Nummer um eins höher. Die Schlussformeln sind unnummerierte Zusätze und werden nicht als weitere Verse mitgezählt. Unterschiedliche Kapitelbezeichnungen in diesen überlieferten Schlussformeln bleiben erhalten.

1. Ullasa

अथ प्रथमोल्लासः

Vers 1.1

कैलासशिखरासीनं देवदेवं जगद्गुरुम् ।
पप्रच्छेशं परानन्दं पार्वती परमेश्वरम् ॥ 1.1 ॥

Vers 1.2

श्रीदेव्युवाच
भगवन् देवदेवेश पञ्चक्रतुविधायक ।
सर्वज्ञ भक्तिसुलभ शरणागतवत्सल ॥ 1.2 ॥

Vers 1.3

कुलेश परमेशान करुणामृतवारिधे ।
असारे घोरसंसारे सर्वदुःखमलीमसाः ॥ 1.3 ॥

Vers 1.4

नानाविधशरीरस्था अनन्ता जीवराशयः ।
जायन्ते च म्रियन्ते च तेषां मोक्षो न विद्यते ॥ 1.4 ॥

Vers 1.5

सदा दुःखातुरा देव न सुखी विद्यते क्वचित् ।
केनोपायेन देवेश मुच्यते वद मे प्रभो ॥ 1.5 ॥

Vers 1.6

श्रीईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण संसाराद् मुच्यते नरः ॥ 1.6 ॥

Vers 1.7

अस्ति देवि परब्रह्मस्वरूपी निष्कलः शिवः ।
सर्वज्ञः सर्वकर्ता च सर्वेशो निर्मलोऽद्वयः ॥ 1.7 ॥

Vers 1.8

स्वयं ज्योतिरनाद्यन्तो निर्विकारः परात् परः ।
निर्गुणः सच्चिदानन्दस्तदंशा जीवसञ्ज्ञकाः ॥ 1.8 ॥

Vers 1.9

अनाद्यविद्योपहिता यथाग्नौ विस्फुलिङ्गकाः ।
गर्भाद्युपाधिसम्भिन्नाः कर्मभिः करणादिभिः ॥ 1.9 ॥

Vers 1.10

सर्वदुःखप्रदैः स्वीयपुण्यपापैर्नियन्त्रिताः ।
तत्तज्जातियुतं देहम् आयुर्भोगञ्च कर्मजम् ॥ 1.10 ॥

Vers 1.11

प्रतिजन्म प्रपद्यन्ते मानुषा मूढचेतसः ।
सूक्ष्मलिङ्गशरीरन्तदामोक्षादक्षयं प्रिये ॥ 1.11 ॥

Vers 1.12

स्थावराः क्रिमयश्चाब्जाः पक्षिणः पशवो नराः।
धार्मिकास्त्रिदशास्तद्वन्मोक्षिणश्च यथाक्रमम् ॥ 1.12 ॥

Vers 1.13

चतुर्विधशरीराणि धृत्वा धृत्वा सहस्रशः ।
सुकृतान्मानवो भूत्वा ज्ञानी चेन्मोक्षमाप्नुयात् ॥ 1.13 ॥

Vers 1.14

चतुरशीतिलक्षेषु शरीरेषु शरीरिणाम् ।
न मानुष्यं विनान्यत्र तत्त्वज्ञानं तु लभ्यते ॥ 1.14 ॥

Vers 1.15

अत्र जन्मसहस्रेषु सहस्रैरपि पार्वति ।
कदाचिल्लभते जन्तुर्मानुष्यं पुण्यसञ्चयात् ॥ 1.15 ॥

Vers 1.16

सोपानभूतं मोक्षस्य मानुष्यं प्राप्य दुर्लभम् ।
यस्तारयति नात्मानं तस्मात् पापतरोऽत्र कः ॥ 1.16 ॥

Vers 1.17

ततश्चाप्युत्तमं जन्म लब्ध्वा चेन्द्रियसौष्ठवम् ।
न वेत्त्यात्महितं यस्तु स भवेत् आत्मघातकः ॥ 1.17 ॥

Vers 1.18

विना देहेन कस्यापि पुरुषार्थो न विद्यते ।
तस्माद्देहधनं प्राप्य पुण्यकर्माणि साधयेत् ॥ 1.18 ॥

Vers 1.19

रक्षेत् सर्वात्मनात्मानमात्मा सर्वस्य भाजनम् ।
रक्षणे यत्नमातिष्ठेद्यावत्तत्त्वं न पश्यति ॥ 1.19 ॥

Vers 1.20

पुनर्ग्रामाः पुनः क्षेत्रं पुनर्वित्तं पुनर्गृहम् ।
पुनः शुभाशुभं कर्म न शरीरं पुनः पुनः ॥ 1.20 ॥

Vers 1.21

शरीररक्षणायासः क्रियते सर्वदा जनैः ।
नहीच्छन्ति तनुत्यागमपि कुष्ठादिरोगतः ॥ 1.21 ॥

Vers 1.22

तद्गोपितं स्याद् यत्नेन धर्मो ज्ञानार्थमेव च ।
ज्ञानञ्च ध्यानयोगार्थं सोऽचिरात् परिमुच्यते ॥ 1.22 ॥

Vers 1.23

आत्मैव यदि नात्मानमहितेभ्यो निवारयेत् ।
कोऽन्यो हितकरस्तस्मादात्मानं तारयिष्यति ॥ 1.23 ॥

Vers 1.24

इहैव नरकव्याधेश्चिकित्सां न करोति यः ।
गत्वा निरौषधं स्थानं व्याधिस्थः किं करिष्यति ॥ 1.24 ॥

Vers 1.25

सन्दीप्ते भवने को वा कूपं खनति दुर्मतिः ।
यावत्तिष्ठति देहोऽयं तावत्तत्त्वं समभ्यसेत् ॥ 1.25 ॥

Vers 1.26

व्याघ्रीवास्ते जरा चायुर्याति भिन्नघटाम्बुवत् ।
निघ्नन्ति रिपुवद्रोगास्तस्माच्छ्रेयः समाचरेत् ॥ 1.26 ॥

Vers 1.27

यावन्नाश्रयते दुःखं यावन्नायान्ति चापदः ।
यावन्नेन्द्रियवैकल्यं तावच्छ्रेयः समाचरेत् ॥ 1.27 ॥

Vers 1.28

कालो न ज्ञायते नानाकार्यैः संसारसम्भवैः ।
सुखदुःखरतो जन्तुर्न वेत्ति हितमात्मनः ॥ 1.28 ॥

Vers 1.29

जडानार्तान्मृतानापद्गतान् दृष्ट्वाऽतिदुःखितान् ।
लोको मोहसुरां पीत्वा न बिभेति कदाचन ॥ 1.29 ॥

Vers 1.30

सम्पदः स्वप्नसङ्काशा यौवनं कुसुमोपमम् ।
तडिच्चञ्चलमायुश्च कस्य स्याज्जगतो धृतिः ॥ 1.30 ॥

Vers 1.31

शतं जीवितमत्यल्पं निद्रा स्यादर्धहारिणी ।
बाल्यरोगजरादुःखैरर्धं तदपि निष्फलम् ॥ 1.31 ॥

Vers 1.32

प्रारब्धव्ये निरुद्योगो जागर्तव्ये सुषुप्तकः ।
विश्वस्तव्यो भयस्थाने घातकैः किं न हन्यते ॥ 1.32 ॥

Vers 1.33

तोयफेनसमे देहे जीवे शकुनिवत् स्थिते ।
अनित्येऽप्रियसंसारे कथं तिष्ठन्ति निर्भयाः ॥ 1.33 ॥

Vers 1.34

अहिते हितबुद्धिः स्यादध्रुवे ध्रुवचिन्तकः ।
अनर्थं चार्थविज्ञानी स्वमृत्युं यो न वेत्ति च ॥ 1.34 ॥

Vers 1.35

पश्यन्नपि न पश्येत् स शृण्वन्नपि न बुध्यति ।
पठन्नपि न जानाति तव मायाविमोहितः ॥ 1.35 ॥

Vers 1.36

सन्निमज्जज्जगदिदं गम्भीरे कालसागरे ।
मृत्युरोगजराग्राहे न किञ्चिदपि बुध्यति ॥ 1.36 ॥

Vers 1.37

प्रतिक्षणमयं कायो जीर्यमाणो न लक्ष्यते ।
आमकुम्भ इवाम्भःस्थो विशीर्णो नैव भाव्यते ॥ 1.37 ॥

Vers 1.38

युज्यते वेष्टनं वायोराकाशस्य च खण्डनम् ।
ग्रथनञ्च तरङ्गाणामास्था नायुषि युज्यते ॥ 1.38 ॥

Vers 1.39

पृथिवी दह्यते येन मेरुश्चापि विशीर्यते ।
शुष्यते सागरजलं शरीरे देवि का कथा ॥ 1.39 ॥

Vers 1.40

अपत्यं मे कलत्रं मे धनं मे बान्धवश्च मे ।
लपन्तमिति मर्त्यं हि हन्ति कालवृको बलात् ॥ 1.40 ॥

Vers 1.41

इदं कृतमिदं कार्यमिदमन्यत् कृताकृतम् ।
एवमीहासमायुक्तं मृत्युरत्ति जनं प्रिये ॥ 1.41 ॥

Vers 1.42

श्वःकार्यमद्य कर्तव्यं पूर्वाह्णे चापराह्निकम् ।
न हि प्रतीक्षते मृत्युः कृतं वाऽस्य न वा कृतम् ॥ 1.42 ॥

Vers 1.43

जरादर्शितपन्थानं प्रचण्डव्याधिसैनिकम् ।
मृत्युशत्रुमभिज्ञोऽसि आयान्तं किं न पश्यसि ॥ 1.43 ॥

Vers 1.44

आशा सूचीविनिर्भिन्नं सिक्तं विषयसर्पिषा ।
रागद्वेषानले पक्वं मृत्युरश्नाति मानवम् ॥ 1.44 ॥

Vers 1.45

बालांश्च यौवनस्थांश्च वृद्धान् गर्भगतानपि ।
सर्वान्त्संविशते मृत्युरेवम्भूतमिदं जगत् ॥ 1.45 ॥

Vers 1.46

ब्रह्माविष्णुमहेशादिदेवता भूतजातयः ।
नाशमेवानुधावन्ति तस्माच्छ्रेयः समाचरेत् ॥ 1.46 ॥

Vers 1.47

स्वस्ववर्णाश्रमाचारलङ्घनाद् दुष्प्रतिग्रहात् ।
परस्त्रीधनलोभाच्च नॄणामायुःक्षयो भवेत् ॥ 1.47 ॥

Vers 1.48

वेदशास्त्राद्यनभ्यासात्तथैव गुर्वनर्चनात् ।
नॄणामायुःक्षयो भूयादिन्द्रियाणामनिग्रहात् ॥ 1.48 ॥

Vers 1.49

व्याधिराधिर्विषं शस्त्रं ना सर्पः पशवो मृगाः ।
मरणं येन निर्दिष्टं तेन गच्छन्ति जन्तवः ॥ 1.49 ॥

Vers 1.50

जीवस्तृणजलौकेव देहाद्देहान्तरं व्रजेत् ।
सम्प्राप्य परमंशेन देहं त्यजति पूर्वजम् ॥ 1.50 ॥

Vers 1.51

बाल्ययौवनवृद्धत्वं यथा देहान्तरादिकम् ।
तथा देहान्तरप्राप्तिर्गृहाद्गृहमिवागतः ॥ 1.51 ॥

Vers 1.52

जनाः कृत्वेह कर्माणि सुखदुःखानि भुञ्जते ।
परत्राज्ञानिनो देवि यान्त्यायान्ति पुनः पुनः ॥ 1.52 ॥

Vers 1.53

इह यत् क्रियते कर्म तत् परत्रोपभुज्यते ।
सिक्तमूलस्य वृक्षस्य फलं शाखासु दृश्यते ॥ 1.53 ॥

Vers 1.54

दारिद्र्यदुःखरोगाश्च बन्धनव्यसनानि च ।
आत्मापराधवृक्षस्य फलान्येतानि देहिनाम् ॥ 1.54 ॥

Vers 1.55

निःसङ्ग एव मोक्षः स्याद्दोषाः सर्वे च सङ्गजाः ।
तस्मात् सङ्गं परित्यज्य तत्त्वनिष्ठः सुखी भवेत् ।
सङ्गाच्च चलते ज्ञानी चावश्यं किमुताल्पवित् ॥ 1.55 ॥

Vers 1.56

सङ्गः सर्वात्मना त्याज्यः स चेत्त्यक्तुं न शक्यते ।
सद्भः सह स कर्तव्यः सतां सङ्गो हि भेषजम् ॥ 1.56 ॥

Vers 1.57

सत्सङ्गश्च विवेकश्च निर्मलं नयनद्वयम् ।
यस्य नास्ति नरः सोऽन्धः कथं न स्यादमार्गगः ॥ 1.57 ॥

Vers 1.58

यावतः कुरुते जन्तुः सम्बन्धान्मनसः प्रियान् ।
तावन्तोऽस्य विशन्त्येते हृदये शोकशङ्कवः ॥ 1.58 ॥

Vers 1.59

स्वदेहमपि जीवोऽयं त्यक्त्वा याति कुलेश्वरि ।
स्त्रीमातृपितृपुत्रादिसम्बन्धः केन हेतुना ॥ 1.59 ॥

Vers 1.60

दुःखमूलो हि संसारः स यस्यास्ति स दुःखितः।
तस्य त्यागः कृतो येन स सुखी नापरः प्रिये ॥ 1.60 ॥

Vers 1.61

प्रभवं सर्वदुःखानामाश्रयं सकलापदाम् ।
आलयं सर्वपापानां संसारं वर्जयेत् प्रिये ॥ 1.61 ॥

Vers 1.62

अबन्धबन्धनं घोरं मिश्रीकृतमहाविषम् ।
अशस्त्रखण्डनं देवि संसारासक्तचेतसाम् ॥ 1.62 ॥

Vers 1.63

आदिमध्यावसानेषु सर्वं दुःखमिदं यतः ।
तस्मात् सन्त्यज्य संसारं तत्त्वनिष्ठः सुखी भवेत् ॥ 1.63 ॥

Vers 1.64

लौहदारुमयैः पाशैर्दृढबन्धोऽपि मुच्यते ।
स्त्रीधनादिषु संसक्तो मुच्यते न कदाचन ॥ 1.64 ॥

Vers 1.65

कुटुम्बचिन्तायुक्तस्य श्रुतशीलादयो गुणाः ।
अपक्वकुम्भजलवत् नश्यन्त्यङ्गेन केवलम् ॥ 1.65 ॥

Vers 1.66

वञ्चिताशेषचित्तैस्तैनीत्यं लोको विनाशितः ।
हा हन्त विषयाहारैर्देहस्थेन्द्रियतस्करैः ॥ 1.66 ॥

Vers 1.67

मांसलुब्धो यथा मत्स्यो लौहशङ्कुं न पश्यति ।
सुखलुब्धस्तथा देही यमबाधां न पश्यति ॥ 1.67 ॥

Vers 1.68

हिताहितं ना जानन्तो नित्यमुन्मार्गगामिनः ।
कुक्षिपूरणनिष्ठा ये तेऽबुधा नारकाः प्रिये ॥ 1.68 ॥

Vers 1.69

निद्रादिमैथुनाहाराः सर्वेषां प्राणिनां समाः ।
ज्ञानवान् मानवः प्रोक्तो ज्ञानहीनः पशुः प्रिये ॥ 1.69 ॥

Vers 1.70

प्रभाते मलमूत्राभ्यां क्षुत्तृड्भ्यां मध्यगे रवौ ।
रात्रौ मदननिद्राभ्यां बाध्यन्ते मानवाः प्रिये ॥ 1.70 ॥

Vers 1.71

स्वदेहधर्मदारादिनिरताः सर्वजन्तवः ।
जायन्ते च म्रियन्ते च हा हन्ताज्ञानमोहिताः ॥ 1.71 ॥

Vers 1.72

स्वस्ववर्णाश्रमाचारनिरताः सर्वमानवाः ।
न जानन्ति परं तत्त्वं मूढा नश्यन्ति पार्वति ॥ 1.72 ॥

Vers 1.73

क्रियायासपराः केचित् क्रतुचर्यादि संयुताः ।
अज्ञानसंयुतात्मानः सञ्चरन्ति प्रतारकाः ॥ 1.73 ॥

Vers 1.74

नाममात्रेण सन्तुष्टाः कर्मकाण्डरता नराः ।
मन्त्रोच्चारणहोमाद्यैर्भ्रामिताः क्रतुविस्तरैः ॥ 1.74 ॥

Vers 1.75

एकभक्तोपवासाद्यैनीयमैः कायशोषणैः ।
मूढाः परोक्षमिच्छन्ति तव मायाविमोहिताः ॥ 1.75 ॥

Vers 1.76

देहदण्डनमात्रेण का मुक्तिरविवेकिनाम् ।
वल्मीकताडनाद्देवि मृतः किन्नु महोरगः ॥ 1.76 ॥

Vers 1.77

धनाहारार्जने युक्ता दाम्भिका वेषधारिणः ।
भ्रमन्ति ज्ञानिवल्लोके भ्रामयन्ति जनानपि ॥ 1.77 ॥

Vers 1.78

सांसारिकसुखासक्तं ब्रह्मज्ञोऽस्मीति वादिनम् ।
कर्मब्रह्मोभयभ्रष्टं तं त्यजेदन्त्यजं यथा ॥ 1.78 ॥

Vers 1.79

गृहारण्यसमा लोके गतव्रीडा दिगम्बराः ।
चरन्ति गर्दभाद्याश्च योगिनस्ते भवन्ति किम् ॥ 1.79 ॥

Vers 1.80

मृद्भस्मम्रक्षणाद् देवि मुक्ताः स्युर्यदि मानवाः ।
मृद्भस्मवासिनो ग्राम्याः किं ते मुक्ता भवन्ति हि ॥ 1.80 ॥

Vers 1.81

तृणपर्णोदकाहाराः सततं वनवासिनः ।
हरिणादिमृगा देवि योगिनस्ते भवन्ति किम् ॥ 1.81 ॥

Vers 1.82

आजन्ममरणान्तञ्च गङ्गादितटिनीस्थिताः ।
मण्डूकमत्स्यप्रमुखा व्रतिनस्ते भवन्ति किम् ॥ 1.82 ॥

Vers 1.83

वदन्ति हृदयानन्दं पठन्ति शुकसारिकाः ।
जनानां पुरतो देवि विबुधाः किं भवन्ति हि ॥ 1.83 ॥

Vers 1.84

पारावताः शिलाहाराः परमेश्वरि चातकाः ।
न पिबन्ति महीतोयं योगिनस्ते भवन्ति किम् ॥ 1.84 ॥

Vers 1.85

शीतवातातपसहा भक्ष्याभक्ष्यसमाः प्रिये ।
तिष्ठन्ति शूकराद्याश्च योगिनस्ते भवन्ति किम् ॥ 1.85 ॥

Vers 1.86

तस्मादित्यादिकं कर्म लोकवञ्चनकारकम् ।
मोक्षस्य कारणं साक्षात्तत्त्वज्ञानं कुलेश्वरि ॥ 1.86 ॥

Vers 1.87

षड्दर्शनमहाकूपे पतिताः पशवः प्रिये ।
परमार्थं न जानन्ति पशुपाशानियन्त्रिताः ॥ 1.87 ॥

Vers 1.88

वेदशास्त्रार्णवे घोरे ताड्यमाना इतस्ततः ।
कालोमीग्राहग्रस्ताश्च तिष्ठन्ति हि कुताकीकाः ॥ 1.88 ॥

Vers 1.89

वेदागमपुराणज्ञः परमार्थं न वेत्ति यः ।
विडम्बकस्य तस्यापि तत् सर्वं काकभाषितम् ॥ 1.89 ॥

Vers 1.90

इदं ज्ञानमिदं ज्ञेयमिति चिन्तासमाकुलाः ।
पठन्त्यहर्निशं देवि परतत्त्वपराङ्मुखाः ॥ 1.90 ॥

Vers 1.91

वाक्यच्छन्दोनिबन्धेन काव्यालङ्कारशोभिना ।
चिन्तया दुःखिता मूढास्तिष्ठन्ति व्याकुलेन्द्रियाः ॥ 1.91 ॥

Vers 1.92

अन्यथा परमं तत्त्वं जनाः क्लिश्यन्ति चान्यथा ।
अन्यथा शास्त्रसद्भावो व्याख्यां कुर्वन्ति चान्यथा ॥ 1.92 ॥

Vers 1.93

कथयन्त्युन्मनीभावं स्वयं नानुभवन्ति हि ।
अहङ्कारहताः केचिदुपदेशविवर्जिताः ॥ 1.93 ॥

Vers 1.94

पठन्ति वेदशास्त्राणि विवदन्ति परस्परम् ।
न जानन्ति परं तत्त्वं दर्वी पाकरसं यथा ॥ 1.94 ॥

Vers 1.95

शिरो वहति पुष्पाणि गन्धं जानाति नासिका ।
पठन्ति वेदशास्त्राणि दुर्लभो भाववेदकः ॥ 1.95 ॥

Vers 1.96

तत्त्वमात्मस्थमज्ञात्त्वा मूढः शास्त्रेषु मुह्यति ।
गोपः कक्षगतं छागं कूपे पश्यति दुर्मतिः ॥ 1.96 ॥

Vers 1.97

संसार मोहनाशाय शाब्दबोधो न हि क्षमः ।
न निवर्तेत तिमिरं कदाचिद्दीपवार्तया ॥ 1.97 ॥

Vers 1.98

प्रज्ञाहीनस्य पठनमन्धस्यादर्शदर्शनम् ।
प्रज्ञावतः शास्त्रं तत्त्वज्ञानस्य कारणम् ॥ 1.98 ॥

Vers 1.99

अग्रतः पृष्ठतः केचित् पार्श्वयोरपि केचन ।
तत्त्वमीदृक् तादृगिति विवदन्ति परस्परम् ।
सद्विद्यादानशूराद्यैर्गुणैर्विख्यातमानवाः ॥ 1.99 ॥

Vers 1.100

प्रत्यक्षग्रहणं नास्ति वार्तया ग्रहणं कुतः ।
एवं ये शास्त्रसम्मूढास्ते दूरस्था न संशयः ॥ 1.100 ॥

Vers 1.101

इदं ज्ञानमिदं ज्ञेयं सर्वतः श्रोतुमिच्छति ।
देवि वर्षसहस्रायुः शास्त्रान्तं नैव गच्छति ॥ 1.101 ॥

Vers 1.102

वेदशास्त्राण्यनेकानि स्वल्पमायुर्विघ्नकोटयः ।
तस्मात्सारं विजानीयात् क्षीरं हंस इवाम्भसः ॥ 1.102 ॥

Vers 1.103

अभ्यस्य सर्वशास्त्राणि तत्त्वं ज्ञात्वा हि बुद्धिमान् ।
पलालमिव धान्यार्थी सर्वशास्त्रं परित्यजेत् ॥ 1.103 ॥

Vers 1.104

यथामृतेन तृप्तस्य नाहारेण प्रयोजनम् ।
तत्त्वज्ञस्य तथा देवि न शास्त्रेण प्रयोजनम् ॥ 1.104 ॥

Vers 1.105

न वेदाध्ययनान्मुक्तिर्न शास्त्रपठनादपि ।
ज्ञानादेव हि मुक्तिः स्यान्नान्यथा वीरवन्दिते ॥ 1.105 ॥

Vers 1.106

नाश्रमाः कारणं मुक्तेर्दर्शनानि न कारणम् ।
तथैव सर्वशास्त्राणि ज्ञानमेव हि कारणम् ॥ 1.106 ॥

Vers 1.107

मुक्तिदा गुरुवागेका विद्याः सर्वा विडम्बकाः ।
काष्ठभारश्रमादस्मादेकं सञ्जीवनं परम् ॥ 1.107 ॥

Vers 1.108

अद्वैतन्तु शिवेनोक्तं क्रियायासविवर्जितम् ।
गुरुवक्त्रेण लभ्येत नान्यथागमकोटिभिः ॥ 1.108 ॥

Vers 1.109

आगमोत्थं विवेकोत्थं द्विधा ज्ञानं प्रचक्षते ।
शब्दब्रह्मागममयं परं ब्रह्म विवेकजम् ॥ 1.109 ॥

Vers 1.110

अद्वैतं केचिदिच्छन्ति द्वैतमिच्छन्ति चापरे ।
मम तत्त्वं च जानन्ति द्वैताद्वैतविवर्जितम् ॥ 1.110 ॥

Vers 1.111

द्वे पदे बन्धमोक्षाय ममेति निर्ममेति च ।
ममेति बाध्यते जन्तुर्न ममेति विमुच्यते ॥ 1.111 ॥

Vers 1.112

तत् कर्म यन्न बन्धाय विद्या सा या विमुक्तये ।
आयासायापरं कर्म विद्यान्या शिल्पनैपुणम् ॥ 1.112 ॥

Vers 1.113

यावत् कामादि दीप्येत यावत् संसारवासना ।
यावदिन्द्रियचापल्यं तावत्तत्त्वकथा कुतः ॥ 1.113 ॥

Vers 1.114

यावत् प्रयत्नवेगोऽस्ति यावत् सङ्कल्पकल्पना ।
यावन्न मनसः स्थैर्यं तावत्तत्त्वकथा कुतः ॥ 1.114 ॥

Vers 1.115

यावद्देहाभिमानश्च ममता यावदस्ति हि ।
यावन्न गुरुकारुण्यं तावत्तत्त्वकथा कुतः ॥ 1.115 ॥

Vers 1.116

तावत्तपो व्रतं तीथर्ं जपहोमार्चनादिकम् ।
वेदशास्त्रागमकथा यावत्तत्त्वं न विन्दते ॥ 1.116 ॥

Vers 1.117

तस्मात् सर्वप्रयत्नेन सर्वावस्थासु सर्वदा ।
तत्त्वनिष्ठो भवेद्देवि यदीच्छेन्मोक्षमात्मनः ॥ 1.117 ॥

Vers 1.118

धर्मज्ञानसुपुष्पस्य स्वर्गलोक फलस्य च ।
तापत्रयात्तीसन्तप्तश्छायां मोक्षतरोः श्रयेत् ॥ 1.118 ॥

Vers 1.119

बहुनात्र किम्मुक्तेन रहस्यं शृणु पार्वति ।
कुलधर्ममृते मुक्तर्नास्ति सत्यं न संशयः ॥ 1.119 ॥

Vers 1.120

तस्माद्वदामि तत्त्वन्ते विज्ञाय श्रीगुरोर्मुखात् ।
सुखेन मुच्यते देवि घोरसंसारबन्धनात् ॥ 1.120 ॥

Vers 1.121

इति ते कथिता काचिज्जीवजातिस्थितिः प्रिये ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 1.121 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे जीवस्थितिकथनं नाम प्रथमोल्लासः ॥ १ ॥

2. Ullasa

अथ द्वितीयोल्लासः

Vers 2.1

श्रीदेव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि सर्वजीवदयानिधे ।
कुलधर्मस्त्वया देव सूचितो न प्रकाशितः ॥ 2.1 ॥

Vers 2.2

तस्य धर्मस्य माहात्म्यं सर्वधर्मोत्तमस्य च ।
ऊर्ध्वाम्नायस्य माहात्म्यं तन्मतं वद मे प्रभो ।
वद मे परमेशान यदि तेऽस्ति कृपा मयि ॥ 2.2 ॥

Vers 2.3

श्री ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण योगिनीनां प्रियो भवेत् ॥ 2.3 ॥

Vers 2.4

ब्रह्माविष्णुगुहादीनां न मया कथितं पुरा ।
कथयामि तव स्नेहात् शृणुष्वैकाग्रमानसा ॥ 2.4 ॥

Vers 2.5

पारम्पर्यक्रमायातं पञ्चवक्त्रेषु संस्थितम् ।
अकथ्यं परमार्थेन तथापि कथयामि ते ॥ 2.5 ॥

Vers 2.6

त्वयापि गोपितव्यं हि न देयं यस्य कस्यचित् ।
देयं भक्ताय शिष्याय अन्यथा पतनं भवेत् ॥ 2.6 ॥

Vers 2.7

सर्वेभ्यश्चोत्तमा वेदा वेदेभ्यो वैष्णवं परम् ।
वैष्णवादुत्तमं शैवं शैवाद्दक्षिणमुत्तमम् ॥ 2.7 ॥

Vers 2.8

दक्षिणादुत्तमं वामं वामात् सिद्धान्तमुत्तमम् ।
सिद्धान्तादुत्तमं कौलं कौलात् परतरं न हि ॥ 2.8 ॥

Vers 2.9

गुह्याद् गुह्यतरं देवि सारात् सारं परात् परम् ।
साक्षात् शिवप्रदं देवि कर्णाकर्णिगतं कुलम् ॥ 2.9 ॥

Vers 2.10

मथित्वा ज्ञानदण्डेन वेदागममहार्णवम् ।
सारज्ञेन मया देवि कुलधर्मः समुद्धृतः ॥ 2.10 ॥

Vers 2.11

एकतः सकला धर्मा यज्ञतीर्थव्रतादयः ।
एकतः कुलधर्मश्च तत्र कौलोऽधिकः प्रिये ॥ 2.11 ॥

Vers 2.12

प्रविशन्ति यथा नद्यः समुद्रम् ऋजुवक्रगाः ।
तथैव समयाः सर्वे प्रविष्टाः कुलमेव हि ॥ 2.12 ॥

Vers 2.13

यथा हस्तिपदे लीनं सर्वप्राणीपदं भवेत् ।
दर्शनानि च सर्वाणि कुल एव तथा प्रिये ॥ 2.13 ॥

Vers 2.14

यदा जाम्बूनदानाञ्च सदृशं लौहमस्ति चेत् ।
तदा च कुलधर्मेण समयोऽन्यः समो भवेत् ॥ 2.14 ॥

Vers 2.15

यथामरतरङ्गिण्या न समाः सकलापगाः ।
तथैव समयाः सर्वे कुलधर्मेण नो समाः ॥ 2.15 ॥

Vers 2.16

मेरुसर्षपयोर्यद्वत् सूर्यखद्योतयोर्यथा ।
तथान्यसमयस्यापि कुलस्य महदन्तरम् ॥ 2.16 ॥

Vers 2.17

अस्ति चेत्त्वत्समा नारी मत्समः पुरुषोऽस्ति चेत् ।
कुलेन समधर्मस्तु तथापि न कदाचन ॥ 2.17 ॥

Vers 2.18

कुलधर्मं हि नो वेत्ति योऽन्यधर्मेण दुर्मतिः ।
बद्धः संसारपाशेन सोऽन्त्यजानां प्रियो भवेत् ॥ 2.18 ॥

Vers 2.19

यो वा कुलाधिकं धर्ममज्ञानाद्वदति प्रिये ।
ब्रह्महत्याधिकं पापं स प्राप्नोति न संशयः ॥ 2.19 ॥

Vers 2.20

कुलधर्मप्रवहणं समारुह्य नरोत्तमः ।
स्वर्गादिद्वीपान्तविभवं मोक्षरत्नं समश्नुते ॥ 2.20 ॥

Vers 2.21

दर्शनेषु च सर्वेषु चिराभ्यासेन मानवाः ।
मोक्षं लभन्ते कौले तु सद्य एव न संशयः ॥ 2.21 ॥

Vers 2.22

बहुनात्र किमुक्तेन शृणु मत्प्राणवल्लभे ।
न कौलसमधर्मोऽस्ति त्वां शपे कुलनायिके ॥ 2.22 ॥

Vers 2.23

योगी चेन्नैव भोगी स्याद्भोगी चेन्नैव योगवित् ।
भोगयोगात्मकं कौलं तस्मात् सर्वाधिकं प्रिये ॥ 2.23 ॥

Vers 2.24

भोगो योगायते साक्षात् पातकं सुकृतायते ।
मोक्षायते च संसारः कुलधर्मे कुलेश्वरि ॥ 2.24 ॥

Vers 2.25

ब्रह्मेन्द्राच्युतरुद्रादिदेवतामुनिपुङ्गवाः ।
कुलधर्मपरा देवि मानुषेषु च का कथा ॥ 2.25 ॥

Vers 2.26

विहाय सर्वधर्मांश्च नानागुरुमतानि च ।
कुलमेव विजानीयाद्यदीच्छेत् सिद्धिमात्मनः ॥ 2.26 ॥

Vers 2.27

पूर्वजन्मकृताभ्यासात् कुलज्ञानं प्रकाशते ।
स्वप्नोत्थित प्रत्ययवदुपदेशादिकं विना ॥ 2.27 ॥

Vers 2.28

जन्मान्तरसहस्रेषु या बुद्धिर्विहिता नृणाम् ।
तामेव लभते जन्तुरुपदेशो निरर्थकः ॥ 2.28 ॥

Vers 2.29

शैववैष्णवदौर्गार्कगाणपत्येन्दुसम्भवैः ।
मन्त्रैर्विशुद्धचित्तस्य कुलज्ञानं प्रकाशते ॥ 2.29 ॥

Vers 2.30

सर्वधर्माश्च देवेशि पुनरावर्तकाः स्मृताः ।
कुलधर्मस्थिता ये च ते सर्वेऽप्यनिवर्तकाः ॥ 2.30 ॥

Vers 2.31

पुराकृततपोदानयज्ञतीर्थजपव्रतैः ।
क्षीणांहसां नृणां देवि कुलज्ञानं प्रकाशते ॥ 2.31 ॥

Vers 2.32

त्वमहं देवि कल्याणि यस्य तुष्टावुभावपि ।
देवतागुरुभक्त्या च कुलज्ञानं प्रकाशते ॥ 2.32 ॥

Vers 2.33

शुद्धचित्तस्य शान्तस्य कर्मिणो गुरुसेविनः ।
अतिभक्तस्य गुह्यस्य कुलज्ञानं प्रकाशते ॥ 2.33 ॥

Vers 2.34

श्रीगुरौ कुलशास्त्रेषु कौलिकेषु कुलाश्रये ।
यस्य भक्तिर्दृढा तस्य कुलज्ञानं प्रकाशते ॥ 2.34 ॥

Vers 2.35

श्रद्धा विनयहर्षाद्यैः सदाचारदृढव्रतैः ।
गुर्वाज्ञापालकैर्धर्मैः कुलज्ञानमवाप्यते ॥ 2.35 ॥

Vers 2.36

अनर्हे कुलविज्ञानं न तिष्ठति कदाचन ।
तस्मात् परीक्ष्य वक्तव्यं कुलज्ञानं मयोदितम् ॥ 2.36 ॥

Vers 2.37

न ब्रूयात् कुलधर्मं तमयोग्ये कुलशासनम् ।
आज्ञाभङ्गञ्च यः कुर्याद्देवताशापमाप्नुयात् ॥ 2.37 ॥

Vers 2.38

अनाराध्य समयाचारं कुलज्ञानं वदेद्यदि ।
स गुरुश्चापि शिष्यश्च योगिनीनां भवेत् पशुः ॥ 2.38 ॥

Vers 2.39

बोधयित्वा गुरुः शिष्यं कुलज्ञानं प्रकाशयेत् ।
लभेते तावुभौ साक्षाद्योगिनीवीरमेलनम् ॥ 2.39 ॥

Vers 2.40

अनायासेन संसारसागरं यस्तितीर्षति ।
कुलधर्ममिमं ज्ञात्वा मुच्यते नात्र संशयः ॥ 2.40 ॥

Vers 2.41

कुलधर्ममहामार्गगन्ता मुक्तिपुरीं व्रजेत् ।
अचिरान्नात्र सन्देहस्तस्मात् कौलं समाश्रयेत् ॥ 2.41 ॥

Vers 2.42

कुलशास्त्रमनादृत्य पशुशास्त्राणि योऽभ्यसेत् ।
स्वगृहे पायसं त्यक्त्वा भिक्षामटति पार्वति ॥ 2.42 ॥

Vers 2.43

विहाय कुलधर्मं यः परधर्मपरो भवेत् ।
करस्थं रत्नमुत्सृज्य दूरस्थं काचमीहते ॥ 2.43 ॥

Vers 2.44

सन्त्यज्य कुलमन्त्राणि पशुमन्त्राणि यो जपेत् ।
स धान्यराशिमुत्सृज्य पांसुराशिं जिघृक्षति ॥ 2.44 ॥

Vers 2.45

कुलान्वयं समुत्सृज्य योऽन्यमन्वयमीक्षते ।
तडागादिव तृष्णार्तो मृगतृष्णां प्रधावति ॥ 2.45 ॥

Vers 2.46

यथेन्द्राजालजा मायाः क्षणमेव सुखावहाः ।
श्रीकौलादन्यसमयास्तादृशाः कुलनायिके ॥ 2.46 ॥

Vers 2.47

कुलधर्ममजानन् यः संसारान्मोक्षमिच्छति ।
पारावारमपारं स पाणिभ्यां तर्तुमिच्छति ॥ 2.47 ॥

Vers 2.48

यो वान्यदर्शनेभ्यश्च भुक्तिं मुक्तिञ्च काङ्क्षति ।
स्वप्नलब्धधनेनैव धनवान् स भवेत्तदा ॥ 2.48 ॥

Vers 2.49

शुक्तौ रजतविभ्रान्तिर्यथा जायेत पार्वति ।
तथान्यसमयेभ्यश्च भुक्तिर्मुक्तिः प्रकाशते ॥ 2.49 ॥

Vers 2.50

सर्वकर्मविहीनोऽपि वर्णाश्रमविवर्जितः ।
कुलनिष्ठः कुलेशानि भुक्तिमुक्त्योः स भाजनम् ॥ 2.50 ॥

Vers 2.51

कुलज्ञानविहीनोऽपि कुलभक्त्याश्रयो भवेत् ।
सोऽपि सद्गतिमाप्नोति किमुतास्य परायणः ॥ 2.51 ॥

Vers 2.52

कुलधर्मो हतो हन्ति रक्षितो रक्षति प्रिये ।
पूजितः पूजयत्याशु तस्मात्तं न परित्यजेत् ॥ 2.52 ॥

Vers 2.53

निन्दन्तु बान्धवाः सर्वे त्यजन्तु स्त्रीसुतादयः ।
जना हसन्तु मां दृष्ट्वा राजानो दण्डयन्तु वा ॥ 2.53 ॥

Vers 2.54

सेवे सेवे पुनःसेवे त्वामेव परदेवते ।
त्वद्धर्मं नैव मुञ्चामि मनोवाक्कायकर्मभिः ॥ 2.54 ॥

Vers 2.55

एवमापद्गतस्यापि यस्य भक्तिः सुनिश्चला ।
स तु सम्पूज्यते देवैरमुत्र स शिवो भवेत् ॥ 2.55 ॥

Vers 2.56

रोगदारिद्र्यदुःखाद्यैः पीडितोऽप्यनिशं शिवे ।
यस्त्वामुपास्ते भक्त्या स नरः सद्गतिमाप्नुयात् ॥ 2.56 ॥

Vers 2.57

जनाः स्तुवन्तु निन्दन्तु लक्ष्मीर्गच्छतु तिष्ठतु ।
मृतिरद्य युगान्ते वा कुलं नैव परित्यजेत् ॥ 2.57 ॥

Vers 2.58

नापि लोभान्न च क्रोधान्न द्वेषान्न च मत्सरात् ।
न कामान्न भयाद्वापि कुलधर्मं परित्यजेत् ॥ 2.58 ॥

Vers 2.59

यो जन्तुर्नार्चयेत्त्वान्तु कुलधर्मसमाश्रितः ।
क्लिश्यते जातमात्रेण भूतारिणात्मशत्रुणा ॥ 2.59 ॥

Vers 2.60

पुलाका इव धान्येषु पतङ्गा इव जन्तुषु ।
बुद्बुदा इव तोयेषु ये कौलविमुखा हि ते ॥ 2.60 ॥

Vers 2.61

तरवोऽपि हि जीवन्ति जीवन्ति मृगपक्षिणः ।
स जीवति मनो यस्य कुलधर्मे व्यवस्थितम् ॥ 2.61 ॥

Vers 2.62

कुलधर्मविहीनस्य दिनान्यायान्ति यान्ति च ।
स लोहकारभस्रेवश्वसन्नपि न जीवति ॥ 2.62 ॥

Vers 2.63

गच्छतस्तिष्ठतो वापि जाग्रतः स्वपतोऽपि वा ।
कुलेश्वरि कुलाज्ञस्य तत् पशोरिव जीवितम् ॥ 2.63 ॥

Vers 2.64

विद्वानपि च मूर्खोऽसौ धार्मिको वाप्यधार्मिकः ।
व्रतस्थोऽप्यव्रतस्थो वा यः कौलविमुखो जनः ॥ 2.64 ॥

Vers 2.65

जातास्त एव जगति जन्तवः साधु जीविनः ।
कुलधर्मपरा देवि शेषाश्च द्वारगर्दभाः ॥ 2.65 ॥

Vers 2.66

स पुमानुच्यते सद्भिः कुलधर्मपरायणः ।
अपरस्तु परं सत्यमस्थिकूटत्वचावृतः ॥ 2.66 ॥

Vers 2.67

चतुर्वेदी कुलाज्ञानी श्वपचादधमः प्रिये ।
श्वपचोऽपि कुलज्ञानी ब्राह्मणादतिरिच्यते ॥ 2.67 ॥

Vers 2.68

गुरुकारुण्ययुक्तस्तु दीक्षानिर्धूतपातकः ।
कुलपूजारतो देवि सोऽयं कौलो न चेतरः ॥ 2.68 ॥

Vers 2.69

यः कौलिकः कुलज्ञानं न पश्यति न विन्दति ।
न पूजयति धिक् तस्य तत् काकस्येव जीवितम् ॥ 2.69 ॥

Vers 2.70

ते धन्याः पुण्यकर्माणस्ते सन्तस्ते च योगिनः ।
येषां भाग्यवशाद्देवि कुलज्ञानं प्रकाशते ॥ 2.70 ॥

Vers 2.71

ते वन्द्यास्ते महात्मानः कृतार्थास्ते नरोत्तमाः ।
येषामुत्पद्यते चित्ते कुलज्ञानं मयोदितम् ॥ 2.71 ॥

Vers 2.72

सर्वप्रकाशगमनं सर्वतीर्थावगाहनम् ।
यत् सर्वयज्ञाचरणं कुलधर्मप्रवेशनम् ॥ 2.72 ॥

Vers 2.73

प्रविशन्ति कुलं धर्मं ये वै सुकृतिनो नराः ।
ते पुनर्जननीगर्भं न विशन्ति कदाचन ॥ 2.73 ॥

Vers 2.74

प्रसङ्गेनापि यः कश्चित् कुलं कुलमितीरयेत् ।
कुलं तत् पावनं देवि भवति त्वदनुग्रहात् ।
कुलज्ञस्य कुलेशानि नान्यधर्मैः प्रयोजनम् ॥ 2.74 ॥

Vers 2.75

कुलेशि कुलनिष्ठानां कौलिकानां महात्मनाम् ।
ददामि परमं ज्ञानं चान्तकाले न संशयः ॥ 2.75 ॥

Vers 2.76

चिरायासाल्पफलदं काङ्क्षते समयं जनाः ।
सुखेन सर्वफलदं कुलं कोऽपि त्यजत्यहो ॥ 2.76 ॥

Vers 2.77

कुलज्ञो हि च सर्वज्ञो वेदशास्त्रोज्झितोऽपि वा ।
वेदशास्त्रागमज्ञोऽपि कुलाज्ञस्त्वज्ञ एव हि ॥ 2.77 ॥

Vers 2.78

जानन्ति कुलमाहात्म्यं त्वद्भक्ता एव नापरे ।
चकोरा एव जानन्ति नान्ये चन्द्रगतां रुचिम् ॥ 2.78 ॥

Vers 2.79

कुलज्ञा एव तुष्यन्ति श्रुत्वा कुलकथां प्रिये ।
स्वल्पा नद्यो विवर्धन्ते ज्योत्स्नया किं समुद्रवत् ॥ 2.79 ॥

Vers 2.80

नान्यधर्ममवेक्षन्ते कौलिकाः सारवेदिनः ।
भृङ्गाः पुष्पान्तरं लुब्धा मन्दारामोदसेविनः ॥ 2.80 ॥

Vers 2.81

मानयन्ते हि सारज्ञाः कुलधर्मं न चेतरे ।
शिवः शिरसि धत्तेऽब्जं सैंहिकेयो गिलत्यहो ॥ 2.81 ॥

Vers 2.82

अभिज्ञा एव जानन्ति नाभिज्ञाः कुलदर्शनम् ।
जलमिश्रपयःपानं बकः किं वेत्ति हंसवत् ॥ 2.82 ॥

Vers 2.83

शिवशक्तिमयो लोको लोके कौलं प्रतिष्ठितम् ।
तस्मात् सर्वाधिकं कौलं सर्वसाधारणं कथम् ॥ 2.83 ॥

Vers 2.84

षड्दर्शनानि मेऽङ्गानि पादो कुक्षिः करौ शिरः ।
तेषु भेदन्तु यः कुर्यान्ममाङ्गं च्छेदयेत्तु सः ॥ 2.84 ॥

Vers 2.85

एतान्येव कुलस्यापि षडङ्गानि भवन्ति हि ।
तस्माद्वेदात्मकं शास्त्रं विद्धि कौलात्मकं प्रिये ॥ 2.85 ॥

Vers 2.86

दर्शनेष्वखिलेष्वेव फलदं चैकदैवतम् ।
भुक्तिमुक्तिप्रदं नृणां कुलेऽस्मिन् दैवतं प्रिये ॥ 2.86 ॥

Vers 2.87

लोकधर्मविरुद्धञ्च सिद्धयोगीश्वरि प्रिये ।
कुलं प्रमाणतां याति प्रत्यक्षफलदं यतः ॥ 2.87 ॥

Vers 2.88

प्रत्यक्षञ्च प्रमाणाय सर्वेषां प्राणिनां प्रिये ।
उपलब्धिबलात्तस्य हताः सर्वे कुतार्किकाः ॥ 2.88 ॥

Vers 2.89

परोक्षं को नु जानीते कस्य किं वा भविष्यति ।
यद्वा प्रत्यक्षफलदं तदेवोत्तमदर्शनम् ॥ 2.89 ॥

Vers 2.90

कुलधर्ममिमं ज्ञात्वा मुच्यन्ते सर्वमानवाः ।
इति मत्वा महेशानि मया कौलं विगर्हितम् ॥ 2.90 ॥

Vers 2.91

त्वत्कारुण्यविहीनानां कुलज्ञानविरोधिनाम् ।
पशुनामनभिज्ञानां कुलधर्मो विगर्हितः ॥ 2.91 ॥

Vers 2.92

यस्य जन्मान्तरे पापकर्मबन्धोऽधिको भवेत् ।
न तस्य गुरुकारुण्यं कुलज्ञानञ्च जायते ॥ 2.92 ॥

Vers 2.93

यथान्धा नैव पश्यन्ति सूर्यं सर्वप्रकाशकम् ।
तथा कुलं न जानन्ति तव मायाविमोहिताः ॥ 2.93 ॥

Vers 2.94

शैववैष्णवसौरादि दर्शनान्यपि भक्तितः ।
भजन्ते मानवा नित्यं वृथायासफलानि च ॥ 2.94 ॥

Vers 2.95

वेदशास्त्रागमैः प्रोक्तं भोगमोक्षैकसाधनम् ।
मूढा निन्दन्ति हा हन्त मत्प्रियं तव दर्शनम् ॥ 2.95 ॥

Vers 2.96

भ्रामिता हि मया देवि पशवः शास्त्रकोटिषु ।
कुलधर्म न जानन्ति वृथा ज्ञानाभिमानिनः ॥ 2.96 ॥

Vers 2.97

पशुशास्त्राणि सर्वाणि मयैव कथितानि हि ।
मूर्त्यन्तरन्तु गत्वैव मोहनाय दुरात्मनाम् ॥ 2.97 ॥

Vers 2.98

महापापवशान्नृणां तेषु वाञ्छाभिजायते ।
तेषाञ्च सद्गतिर्नास्ति कल्पकोटिशतैरपि ॥ 2.98 ॥

Vers 2.99

प्रेर्यमाणोऽपि पापात्मा कुले नैव प्रवर्तते ।
वार्यमाणोऽपि पुण्यात्मा कुलमेवाभिलम्वते ॥ 2.99 ॥

Vers 2.100

कुलधर्मेण देवत्वं देवाः सम्प्रतिपेदिरे ।
मुनियोगीश्वराद्याश्च सुसिद्धिं परमां गताः ॥ 2.100 ॥

Vers 2.101

पशुव्रतादिनिरताः सुलभा दाम्भिका भुवि ।
ये कौलमेव सेवन्ते ते महान्तोऽति दुर्लभाः ॥ 2.101 ॥

Vers 2.102

मानवा बहवः सन्ति मिथ्यातत्त्वार्थवेदिनः ।
दुर्लभोऽयं महेशानि कुलतत्त्वविशारदः ॥ 2.102 ॥

Vers 2.103

यथा रोगातुराः केचिन्मानवाः कुलनायिके ।
दिव्यौषधं न सेवन्ते महाव्याधिविनाशनम् ॥ 2.103 ॥

Vers 2.104

तद्व्याधिवर्धनापथ्यं कुर्वन्ति हि कुभेषजम् ।
तथैव जन्ममरणकृतं सांसारिकीं क्रियाम् ॥ 2.104 ॥

Vers 2.105

समाचरन्ति सततं त्वत्कारुण्यविवर्जिताः ।
न भजन्ते कुलं धर्मं भवबन्धविमोचनम् ॥ 2.105 ॥

Vers 2.106

यथा चारण्यजातांस्तु मरीचादीन् वणिग्जनान् ।
मोहतो मानवाः प्रीत्या याचन्ते कुलनायिके ॥ 2.106 ॥

Vers 2.107

अनर्घ्याणि च रत्नानि न याचन्ते हि केचन ।
तथैव पशुशास्त्राणि कर्मपाशफलानि च ॥ 2.107 ॥

Vers 2.108

इति पृच्छन्ति मूर्खास्ते तव मायाविमोहिताः ।
कुलधर्मं न पृच्छन्ति भुक्तिमुक्तिफलप्रदम् ॥ 2.108 ॥

Vers 2.109

कस्तूरीं कर्दमधिया कर्पूरं लवणेच्छया ।
शार्करं शर्कराभ्रान्त्या मणिं काचमनीषया ॥ 2.109 ॥

Vers 2.110

यथादृष्टं न मन्यन्ते करस्थमपि पामराः ।
तथा कौलं न जानन्ति त्वत्प्रसादविवर्जिताः ॥ 2.110 ॥

Vers 2.111

अहो मोहस्य माहात्म्यं त्वन्मायाजनितस्य च ।
किमज्ञानपि देवेशि मोहयेदमरानपि ॥ 2.111 ॥

Vers 2.112

पेयं मद्यं पलं खाद्यं समालोक्य प्रियामुखम् ।
इत्येवाचरणं जाप्यं परिप्राप्यं परमपदम् ॥ 2.112 ॥

Vers 2.113

गुरुकारुण्यसंलभ्यमीदृशं कुलदर्शनम् ।
त्वद्भक्ता एव जानन्ति नेतरे भुक्तिमुक्तिदम् ॥ 2.113 ॥

Vers 2.114

गुरूपदेशरहिता महान्त इति केचन ।
मोहयन्ति जनान् सर्वान् स्वयं पूर्वविमोहिताः ॥ 2.114 ॥

Vers 2.115

दुराचारपराः केचिद्वाचयन्ति च पामराः ।
कथम्भूतो भवेत् स्वामी सेवकाः स्युस्तथाविधाः ॥ 2.115 ॥

Vers 2.116

बहवः कौलिकं धर्मं मिथ्याज्ञानविडम्बकाः ।
स्वबुद्ध्या कल्पयन्तीत्थं पारम्पर्यविवर्जिताः ॥ 2.116 ॥

Vers 2.117

मद्यपानेन मनुजो यदि सिद्धिं लभेत वै ।
मद्यपानरताः सर्वे सिद्धिं गच्छन्तु पामराः ॥ 2.117 ॥

Vers 2.118

मांसभक्षणमात्रेण यदि पुण्या गतिर्भवेत् ।
लोके मांसाशिनः सर्वे पुण्यभाजो भवन्ति हि ॥ 2.118 ॥

Vers 2.119

शक्तिसम्भोगमात्रेण यदि मोक्षो भवेत् वै ।
सर्वेऽपि जन्तवो लोके मुक्ताः स्युः स्त्रीनिषेवणात् ॥ 2.119 ॥

Vers 2.120

कुलमार्गो महादेवि न मया निन्दितः क्वचित् ।
आचाररहिता येऽत्र निन्दितास्ते न चेतरे ॥ 2.120 ॥

Vers 2.121

अन्यथा कौलिके धर्मे आचारः कथितो मया ।
विचरन्त्यन्यथा देवि मूढाः पण्डितमानिनः ॥ 2.121 ॥

Vers 2.122

कृपाणधारागमनात् व्याघ्रकण्ठावलम्बनात् ।
भुजङ्गधारणान्नूनमशक्यं कुलवर्तनम् ॥ 2.122 ॥

Vers 2.123

वृथा पानन्तु देवेशि सुरापानं तदुच्यते ।
तन्महापातकं ज्ञेयं वेदादिषु निरूपितम् ॥ 2.123 ॥

Vers 2.124

अनाघ्रेयमनालोक्यमस्पृश्यञ्चाप्यपेयकम् ।
मद्यं मांसं पशूनान्तु कौलिकानां महाफलम् ॥ 2.124 ॥

Vers 2.125

अमेध्यानि द्विजातीनां मद्यान्येकादशैव तु ।
द्वादशन्तु महामद्यं सर्वेषामुत्तमोत्तमम् ॥ 2.125 ॥

Vers 2.126

सुरा वै मलमन्नानां पाप्मा तु मलमुच्यते ।
तस्माद्ब्राह्मणराजन्यौ वैश्यश्च न सुरां पिबेत् ॥ 2.126 ॥

Vers 2.127

सुरादर्शनमात्रेण कुर्यात् सूर्यावलोकनम् ।
तत्समाघ्राणमात्रेण प्राणायामत्रयं चरेत् ॥ 2.127 ॥

Vers 2.128

आजानुभ्यां भवेन्मग्नो जले चोपवसेदहः ।
ऊर्द्ध्वं नाभेस्त्रिरात्रन्तु मद्यस्य स्पर्शने विधिः ॥ 2.128 ॥

Vers 2.129

सुरापाने कामकृते ज्वलन्तीं तां विनिक्षिपेत् ।
मुखे तया विनिर्दग्धे ततः शुद्धिमवाप्नुयात् ॥ 2.129 ॥

Vers 2.130

मद्यस्पर्शादिदोषस्य प्रायश्चित्तविधिः स्मृतः ।
अविधानेन यो हन्यादात्मार्थं प्राणिनः प्रिये ॥ 2.130 ॥

Vers 2.131

निवसेन्नरके घोरे दिनानि पशुरोमभिः ।
स मृतोऽपि दुराचारस्तिर्यग्योनिषु जायते ॥ 2.131 ॥

Vers 2.132

अनुमन्ता विशसिता निहन्ता क्रयविक्रयी ।
संस्कर्ता चोपहर्ता च खादिताऽष्टौ च घातकाः ॥ 2.132 ॥

Vers 2.133

धनैर्विक्रयिको हन्ति खादिता चोपभोगतः ।
घातको वध बन्धाभ्याम् इत्येष त्रिविधो वधः ॥ 2.133 ॥

Vers 2.134

मांससन्दर्शनं कृत्वा सुरादर्शनवच्चरेत् ।
तस्मादविधिना मांसं मद्यं न सेवते क्वचित् ॥ 2.134 ॥

Vers 2.135

विधिना सेव्यते देवि तरसा त्वं प्रसीदसि ।
नाशयत्यपरिज्ञानात् सत्यमेव वरानने ॥ 2.135 ॥

Vers 2.136

तृणं वाप्यविधानेन छेदयेन्न कदाचन ।
विधिना गां द्विजं वापि हत्वा पापैर्न लिप्यते ॥ 2.136 ॥

Vers 2.137

बहुनात्र किमुक्तेन सारमेकं शृणु प्रिये ।
जीवन्मुक्तिसुखोपायं कुलशास्त्रेषु गोपितम् ॥ 2.137 ॥

Vers 2.138

यन्मुमुक्षोः फलं देवि कनकस्येव सौरभम् ।
कुलज्ञेऽप्यूर्ध्वविख्याते ज्ञानं तत्तदनुत्तमम् ॥ 2.138 ॥

Vers 2.139

कुलशास्त्राणि सर्वाणि मयैवोक्तानि पार्वति ।
प्रमाणानि न सन्देहो न हन्तव्यानि हेतुभिः ॥ 2.139 ॥

Vers 2.140

देवताभ्यः पितृभ्यश्च मधु वाता ऋतायते ।
स्वादिष्ठया मदिष्ठया क्षीरं सर्पिर्मधूदकम् ॥ 2.140 ॥

Vers 2.141

हिरण्यपावाः खादिश्च अबध्नन् पुरुषं पशुम् ।
दीक्षामुपेयादित्याद्याः प्रमाणं श्रुतयः प्रिये ॥ 2.141 ॥

Vers 2.142

इत्येतत् कथितं किञ्चित् कुलमाहात्म्यमम्बिके ।
समासेन कुलशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 2.142 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
कुलमाहात्म्यकथनं नाम द्वितीयोल्लासः ॥ २ ॥

3. Ullasa

अथ तृतीयोल्लासः

Vers 3.1

श्रीदेव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि सर्वधर्मोत्तमोत्तमम् ।
ऊर्ध्वाम्नायञ्च तन्मन्त्रं माहात्म्यं वद मे प्रभो ॥ 3.1 ॥

Vers 3.2

श्रीईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण देवता सुप्रसीदति ॥ 3.2 ॥

Vers 3.3

न कदाचिन्मया प्रोक्तमितः पूर्वं कुलेश्वरि ।
कथयामि तव स्नेहादूर्ध्वाम्नायं शृणु प्रिये ॥ 3.3 ॥

Vers 3.4

वेदशास्त्रपुराणानि प्रकाश्यानि कुलेश्वरि ।
शैवशाक्तागमाः सर्वे रहस्याः परिकीर्तिताः ॥ 3.4 ॥

Vers 3.5

रहस्यातिरहस्यानि कुलशास्त्राणि पार्वति ।
रहस्यातिरहस्यानां रहस्यमिदमम्बिके ॥ 3.5 ॥

Vers 3.6

ऊर्ध्वाम्नायस्य तत्त्वं हि पूर्णब्रह्मात्मकं परम् ।
सुगोपितं मया यत्नादिदानीन्तु प्रकाश्यते ॥ 3.6 ॥

Vers 3.7

मम पञ्चमुखेभ्यश्च पञ्चाम्नायाः समुद्गताः ।
पूर्वश्च पश्चिमश्चैव दक्षिणश्चोत्तरस्तथा ।
ऊर्ध्वाम्नायश्च पञ्चैते मोक्षमार्गाः प्रकीर्तिताः ॥ 3.7 ॥

Vers 3.8

आम्नाया बहवः सन्ति नोर्ध्वाम्नायेन ते समाः ।
सत्यमेतद्वरारोहे नात्र कार्या विचारणा ॥ 3.8 ॥

Vers 3.9

आम्नाया बहवो गुप्ताश्चतुराम्नायभेदजाः ।
अस्मिंस्तन्त्रे समाख्याताः पूर्वं ते कुलनायिके ॥ 3.9 ॥

Vers 3.10

चतुराम्नाय वेत्तारो बहवः सन्ति कामिनि ।
ऊर्ध्वाम्नायस्य तत्त्वज्ञा विरला वीरवन्दिते ॥ 3.10 ॥

Vers 3.11

यावन्तः पांसवो भूमेस्तावन्तः समुदीरिताः ।
एकैकाम्नायजा मन्त्रा भुक्तिमुक्तिफलप्रदाः ॥ 3.11 ॥

Vers 3.12

उपमन्त्राश्च तावन्तः सारदाः समुदीरिताः ।
मयैव कथितास्ते तु लोकानुग्रहकाङ्क्षया ॥ 3.12 ॥

Vers 3.13

सर्वेषामपि मन्त्राणां देवतास्तत्फलप्रदाः ।
आवयोरंशसम्भूताः समुद्दिष्टाः शुचिस्मिते ॥ 3.13 ॥

Vers 3.14

सर्वमन्त्रानहं वेद्मि नान्यो जानाति कश्चन ।
मत्प्रसादेन यः कश्चिद्वेत्ति मानवकोटिषु ॥ 3.14 ॥

Vers 3.15

एकाम्नायञ्च यो वेत्ति स मुक्तो नात्र संशयः ।
किं पुनश्चतुराम्नायवेत्ता साक्षाच्छिवो भवेत् ॥ 3.15 ॥

Vers 3.16

चतुराम्नायविज्ञानादूर्ध्वाम्नायः परः प्रिये ।
तस्मात्तदेव जानीयाद् यदीच्छेत् सिद्धिमात्मनः ॥ 3.16 ॥

Vers 3.17

ऊर्ध्वत्वात् सर्वधर्माणामूर्ध्वाम्नायः प्रशस्यते ।
ऊर्ध्वं नयत्यधःस्थञ्च ऊर्ध्वाम्नाय इतीरितः ॥ 3.17 ॥

Vers 3.18

ऊर्ध्वतत्त्वात् कुलेशानि ध्वस्तसंसारसागरात् ।
ऊर्ध्वलोकैकसेव्यत्वादूर्ध्वाम्नाय इति स्मृतः ॥ 3.18 ॥

Vers 3.19

तस्माद्देवेशि जानीहि साक्षान्मोक्षैकसाधनम् ।
सर्वाम्नायाधिकफलमूर्ध्वाम्नायं परात् परम् ॥ 3.19 ॥

Vers 3.20

सर्वलोकेषु सर्वेभ्यो ह्यहं पूज्यो यथा प्रिये ।
आम्नायेषु च सर्वेषु ऊर्ध्वाम्नायस्तथा शिवे ॥ 3.20 ॥

Vers 3.21

देवतानां यथा विष्णुर्ज्योतिषां भास्करो यथा ।
तीर्थानान्तु यथा काशी स्वर्नदी सरितां यथा ॥ 3.21 ॥

Vers 3.22

पर्वतानां यथा मेरुस्तरूणां चन्दनं यथा ।
अश्वमेधः क्रतूनाञ्च पाषाणानां यथा मणिः ॥ 3.22 ॥

Vers 3.23

यथा रसानां माधुर्यं धातूनां काञ्चनं यथा ।
चतुष्पदां यथा धेनुर्यथा हंसस्तु पक्षिणाम् ॥ 3.23 ॥

Vers 3.24

आश्रमाणां यथा भिक्षुर्वर्णानां ब्राह्मणो यथा ।
मनुष्याणां यथा राजाऽवयवानां यथा शिरः ॥ 3.24 ॥

Vers 3.25

आमोदानाञ्च कस्तूरी यथा काञ्चीपुरी पुराम् ।
तथैव सर्वधर्माणामूर्ध्वाम्नायोऽधिकः प्रिये ॥ 3.25 ॥

Vers 3.26

नानाजन्मार्जितापारपुण्यकर्मफलोदयात् ।
ऊर्ध्वाम्नायं विजानीयान्नान्यथा वीरवन्दिते ॥ 3.26 ॥

Vers 3.27

धन्यो मनुष्यलक्षेषु जानाति कुलदर्शनम् ।
तेषां लक्षेषु यः कश्चिदूर्ध्वाम्नायं प्रवेत्ति च ॥ 3.27 ॥

Vers 3.28

न वेदैर्नागमैः शास्त्रैर्न पुराणैः सुविस्तरैः ।
न यज्ञैर्न तपोभिर्वा न तीर्थव्रतकोटिभिः ॥ 3.28 ॥

Vers 3.29

नान्यैरुपायैर्देवेशि मन्त्रौषधिपुरःसरैः ।
आम्नायो ज्ञायते चोर्ध्वः श्रीमद्गुरुमुखं विना ॥ 3.29 ॥

Vers 3.30

तमेवान्वेषयेत्तत्र सर्वज्ञं करुणानिधिम् ।
सर्वलक्षणसम्पन्नम् ऊर्ध्वाम्नायार्थकोविदम् ।
तस्माद्देवेशि जानीयादूर्ध्वाम्नायं कुलेश्वरि ॥ 3.30 ॥

Vers 3.31

आम्नायं यो नरो देवि विजानाति च तत्त्वतः ।
लभते काङ्क्षितां सिद्धिं सत्यं सत्यं वरानने ॥ 3.31 ॥

Vers 3.32

ऊर्ध्वाम्नायं विजानाति यः सम्यक् श्रीगुरोर्मुखात् ।
शास्त्रमार्गेण स नरो जीवन्मुक्तो न संशयः ॥ 3.32 ॥

Vers 3.33

आम्नायमीदृशं देवि विजानाति च तत्त्वतः ।
स वन्द्यः सद्गुरुः सोऽर्च्यः स दैवज्ञः स मान्त्रिकः ।
स सेव्यः स च संस्तुत्यः स द्रष्टव्यः स सात्त्विकः ॥ 3.33 ॥

Vers 3.34

स व्रती स तपस्वी च सोऽनुष्ठाता स पूजकः ।
स वेदागमशास्त्रादिसर्वविद्याविशारदः ॥ 3.34 ॥

Vers 3.35

स आचार्यः स मतिमान् स यतिः स च कौलिकः ।
स यज्वा स च पूतात्मा स जापी स च साधकः ॥ 3.35 ॥

Vers 3.36

स योगी स कृतार्थस्तु स वीरः स च उत्तमः ।
स पुण्यात्मा स सर्वज्ञः स मुक्तः स शिवः प्रिये ॥ 3.36 ॥

Vers 3.37

तत्कुलं पावनं देवि धन्या तज्जननी स्मृता ।
तत्पिता च कृतार्थः स्यान्मुक्तास्तत्पितरः प्रिये ।
पुण्यास्तद्वंशजाः सर्वे पूतास्तन्मित्रबान्धवाः ॥ 3.37 ॥

Vers 3.38

बहुनेह किमुक्तेन चोर्ध्वाम्नायपरस्य च ।
स्मरणं कीर्तनं वापि दर्शनं वन्दनं तथा ।
सम्भाषणञ्च कुरुते राजसूयाधिकं फलम् ॥ 3.38 ॥

Vers 3.39

स यत्र वसते देवि तत्र श्रीर्विजयो भवेत् ।
अनामयं सुभिक्षञ्च सुवृष्टिर्निरुपद्रवम् ॥ 3.39 ॥

Vers 3.40

तस्माद् गुरुप्रसादेन ऊर्ध्वाम्नायं नरोत्तमः ।
यो वेत्ति तत्त्वतो देवि स मे प्रियतमो भवेत् ॥ 3.40 ॥

Vers 3.41

पूर्वाम्नायः सृष्टिरूपः स्थितिरूपश्च दक्षिणः ।
संहारः पश्चिमो देवि उत्तरोऽनुग्रहो भवेत् ॥ 3.41 ॥

Vers 3.42

मन्त्रयोगं विदुः पूर्वं भक्तियोगञ्च दक्षिणम् ।
पश्चिमं कर्मयोगञ्च ज्ञानयोगं तथोत्तरम् ॥ 3.42 ॥

Vers 3.43

पूर्वाम्नायस्य सङ्केताश्चतुर्विंशतिरीरिताः ।
दक्षिणाम्नायसङ्केताः पञ्चविंशतिरीरिताः ॥ 3.43 ॥

Vers 3.44

पश्चिमाम्नायसङ्केताः द्वात्रिंशत् समुदाहृताः ।
विदुः षट्त्रिंशदाम्नाये सङ्केताः श्रीमदुत्तरे ॥ 3.44 ॥

Vers 3.45

ऊर्ध्वाम्नायस्य चैतानि न सन्ति कुलनायिके ।
साक्षाच्छिवस्वरूपत्वान्न किञ्चित् कर्म विद्यते ॥ 3.45 ॥

Vers 3.46

ऊर्ध्वाम्नायस्य माहात्म्यमहं वेद्मि न चापरः ।
मत्स्नेहात्त्वञ्च जानासि सत्यमेतद्वरानने ॥ 3.46 ॥

Vers 3.47

ऊर्ध्वाम्नायस्य माहात्म्यमिति ते कथितं मया ।
समासेन कुलेशानि मन्त्रमाहात्म्यमुच्यते ॥ 3.47 ॥

Vers 3.48

इतः पूर्वं मया नोक्तं यस्य कस्यापि पार्वति ।
तद्वदामि तव स्नेहाच्छृणु मत्प्राणवल्लभे ॥ 3.48 ॥

Vers 3.49

श्रीप्रासादपरामन्त्रमूर्ध्वाम्नायमधिष्ठितम् ।
आवयोः परमाकारं यो वेत्ति स स्वयं शिवः ॥ 3.49 ॥

Vers 3.50

शिवादिक्रिमिपर्यन्तं प्राणिनां प्राणवर्त्मना ।
निश्वासोच्छ्वासरूपेण मन्त्रोऽयं वर्तते प्रिये ॥ 3.50 ॥

Vers 3.51

अनिलेन विना मेघो यथाकाशे न वेष्टते ।
पराप्रासादमन्त्रेण विना लोकस्तथा प्रिये ॥ 3.51 ॥

Vers 3.52

पराप्रासादमन्त्रेण स्यूतमेतच्चराचरम् ।
अभिन्नं तत्त्वतो देवि तालवृन्ते यथानिलः ॥ 3.52 ॥

Vers 3.53

बीजेऽङ्कुरस्तिले तैलमग्नावुष्णं रवौ प्रभा ।
चन्द्रे ज्योत्स्नाऽनलः काष्ठे पुष्पे गन्धो जले द्रवः ॥ 3.53 ॥

Vers 3.54

शब्दे चार्थः शिवे शक्तिः क्षीरे सर्पिः फले रुचिः ।
शर्करायाञ्च माधुर्यं घनसारे च शीतलम् ॥ 3.54 ॥

Vers 3.55

निग्रहानुग्रहो मन्त्रे प्रतिमायाञ्च देवता ।
दर्पणे प्रतिबिम्बञ्च समीरे चलनं यथा ।
पराप्रासादमन्त्रेऽपि प्रपञ्चोऽयं तथा स्थितः ॥ 3.55 ॥

Vers 3.56

वटबीजे यथा वृक्षः सूक्ष्मरूपेण तिष्ठति ।
पराप्रासादमन्त्रेऽस्मिन् ब्रह्माण्डोऽपि तथा स्थितः ॥ 3.56 ॥

Vers 3.57

सुपक्वेषु पदार्थेषु सुरसेषु कुलेश्वरि ।
लवणेन विना स्वादु यथा भोक्तुर्न जायते ॥ 3.57 ॥

Vers 3.58

पराप्रासादमन्त्रेण ये वा मन्त्रा न सङ्गताः ।
ते फलं न प्रयच्छन्ति मन्त्रशक्तिविवर्जिताः ॥ 3.58 ॥

Vers 3.59

श्रीप्रासादपरामन्त्रो गोपनीयः प्रयत्नतः ॥ 3.59 ॥

Vers 3.60

विचार्याहं पुराणार्थान् दर्शनाम्नायभेदजान् ।
समग्रान् वेद्म्यहं मन्त्रान् शास्त्राणि विविधानि च ॥ 3.60 ॥

Vers 3.61

सहस्राक्षादयो देवाः शास्त्रेषु विविधेषु च ।
भ्रमन्ति तेषु मूढास्ते तव मायाविमोहिताः ॥ 3.61 ॥

Vers 3.62

जायन्ते च म्रियन्ते च संसारक्लेशभागिनः ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रं न गायन्तः कुलेश्वरि ।
न लभन्ते हि मोक्षं ते तव मायाविमोहिताः ॥ 3.62 ॥

Vers 3.63

मद्रूपे श्रीगुरौ यस्य दृढा भक्तिः प्रजायते ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रं स ज्ञात्वा परिमुच्यते ॥ 3.63 ॥

Vers 3.64

पूर्वजन्मसहस्रेषु शैवादिसमयोद्यतान् ।
चतुराम्नायजान् मन्त्रान् गुर्वाज्ञां यो भजिष्यति ॥ 3.64 ॥

Vers 3.65

स पापकञ्चुकान्मुक्तः शुद्धात्मा गुरुवत्सलः ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रं विजानाति न चान्यथा ॥ 3.65 ॥

Vers 3.66

सब्रह्माविष्णुरुद्राश्च शक्रादिसुरपुङ्गवाः ।
वसुरुद्रार्कदिक्पाला मनुचन्द्रादयः प्रिये ॥ 3.66 ॥

Vers 3.67

मार्कण्डेयादिमुनयो वसिष्ठादिमुनीश्वराः ।
सनकाद्याश्च योगीशा जीवन्मुक्ताः शुकादयः ॥ 3.67 ॥

Vers 3.68

यक्षकिन्नरगन्धर्वाः सिद्धविद्याधरादयः ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रप्रभवञ्चामितं फलम् ।
प्राप्य मन्त्रमिमं पुण्यं जपन्त्यद्यापि पार्वति ॥ 3.68 ॥

Vers 3.69

सामर्थ्यं पूज्यता विद्या तेजः सौख्यमरोगिता ।
राज्यं स्वर्गञ्च मोक्षञ्च पराप्रासादजापिनः ॥ 3.69 ॥

Vers 3.70

ब्रह्मेन्द्ररुद्रविष्णूनामपि दूरायते पदम् ।
सर्वकर्मविहीनोऽपि पराप्रासादमन्त्रवित् ।
सुखेन यां गतिं याति न तां सर्वेऽपि धार्मिकाः ॥ 3.70 ॥

Vers 3.71

तस्य चिन्तामणिः कामधेनुः कल्पतरुर्गृहे ।
कुबेरः किङ्करः साक्षात् पराप्रासादजापिनः ॥ 3.71 ॥

Vers 3.72

यथा दिव्यमणि स्पर्शाल्लौहो भवति काञ्चनम् ।
पराप्रासादजापाच्च पशुः पशुपतिर्भवेत् ॥ 3.72 ॥

Vers 3.73

श्रीप्रासादपरामन्त्रं यो विजानाति तत्त्वतः ।
स मां त्वाञ्च विजानाति चावयोरप्यतिप्रियः ॥ 3.73 ॥

Vers 3.74

पराप्रासादमन्त्रज्ञः श्वपचोऽपि हि पार्वति ।
देवतास्थापने शक्तः प्रतिमादौ न संशयः ॥ 3.74 ॥

Vers 3.75

मन्त्रमात्रन्तु यो वेत्ति पराप्रासादसञ्ज्ञकम् ।
श्वपचोऽपि हि मुच्येत किं पुनस्तद्विधानवित् ॥ 3.75 ॥

Vers 3.76

पराप्रासादमन्त्रज्ञो यत् करोति यदिच्छति ।
यद्ब्रूते तन्महेशानि तपो ध्यानं जपो भवेत् ॥ 3.76 ॥

Vers 3.77

दीक्षापूर्वं महेशानि पारम्पर्यसमन्वितम् ।
पराप्रासादमन्त्रं यो वेत्ति सोऽहं न संशयः ॥ 3.77 ॥

Vers 3.78

चराचरसमेतानि भुवनानि चतुर्दश ।
पराप्रासादमन्त्रज्ञदेहे तिष्ठन्ति नित्यशः ॥ 3.78 ॥

Vers 3.79

पराप्रासादमन्त्रज्ञो यत्र तिष्ठति भामिनि ।
दिव्यक्षेत्रं समुद्दिष्टं समन्ताद्दशयोजनम् ॥ 3.79 ॥

Vers 3.80

पराप्रासादमन्त्रार्थतत्त्वज्ञं कुलनायिके ।
सुरासुराश्च वन्दन्ते किं पुनर्मानवादयः ॥ 3.80 ॥

Vers 3.81

पराप्रासादमन्त्रज्ञो यत्र तिष्ठति पार्वति ।
सिद्धक्षेत्रं मदीयं वा मुनिदेवगणैः सह ॥ 3.81 ॥

Vers 3.82

शैव वैष्णवदौर्गार्कगाणपत्येन्दुसम्भवान् ।
सर्वमन्त्रान् स जानाति पराप्रासादमन्त्रवित् ॥ 3.82 ॥

Vers 3.83

श्रीप्रासादपरामन्त्रो जिह्वाग्रे यस्य वर्तते ।
तस्य दर्शनमात्रेण श्वपचोऽपि विमुच्यते ॥ 3.83 ॥

Vers 3.84

ब्राह्मणो वाऽन्त्यजो वापि शुचिर्वाप्यशुचिः प्रिये ।
पराप्रासादजापी यः स मुक्तो नात्र संशयः ॥ 3.84 ॥

Vers 3.85

गच्छतस्तिष्ठतो वापि जाग्रतः स्वपतोऽपि वा ।
पराप्रासादमन्त्रोऽयं देवेशि न च निष्फलः ॥ 3.85 ॥

Vers 3.86

चिरेणैकैकफलदा मन्त्राः सन्ति सहस्रशः ।
कुलेशि मन्त्रराजोऽयं शीघ्रं सर्वफलप्रदः ॥ 3.86 ॥

Vers 3.87

पराप्रासादमन्त्रोऽयं सर्वमन्त्रोत्तमोत्तमः ।
ज्ञानतोऽज्ञानतो वापि भजतां कामदो मनुः ॥ 3.87 ॥

Vers 3.88

शचीन्द्रौ रोहिणीचन्द्रौ स्वाहाग्नी च प्रभारवी ।
लक्ष्मीनारायणौ वाणीधातारौ रात्रिवासरौ ॥ 3.88 ॥

Vers 3.89

अग्नीषोमौ बिन्दुनादौ देवि प्रकृतिपूरुषौ ।
आधाराधेयनामानौ भोगमोक्षौ कुलेश्वरि ॥ 3.89 ॥

Vers 3.90

प्राणापानौ च वागर्थौ प्रिये विधिनिषेधकौ ।
सुखदुःखादि यद् द्वन्द्वं दृश्यते श्रूयते मया ।
सर्वलोकेषु तत् सर्वमावामेव न संशयः ॥ 3.90 ॥

Vers 3.91

पुंस्त्रीरूपाणि सर्वाणि चावयोरंशकानि हि ।
पराप्रासादमन्त्रोऽयं तस्मात् सर्वात्मको भवेत् ॥ 3.91 ॥

Vers 3.92

अरूपं भावनागम्यं परं ब्रह्म कुलेश्वरि ।
निष्कलं निर्मलं नित्यं निर्गुणं व्योमसन्निभम् ॥ 3.92 ॥

Vers 3.93

अनन्तमव्ययं तत्त्वं मनोवाचामगोचरम् ।
पराप्रासादमन्त्रार्थसन्धानात् सम्प्रकाशते ॥ 3.93 ॥

Vers 3.94

तस्मान्मन्त्रमिदं देवि पराप्रासादसञ्ज्ञकम् ।
परतत्त्वस्वरूपत्वात् सच्चिदानन्दलक्षणात् ॥ 3.94 ॥

Vers 3.95

शिवशक्तिमयत्वाच्च भुक्तिमुक्तिप्रदानतः ।
सकर्मापि च निष्कर्म सगुणञ्चापि निर्गुणम् ॥ 3.95 ॥

Vers 3.96

श्रीप्रासादपरामन्त्रं सर्वमन्त्रशिरोमणि ।
जपन् भुक्तिञ्च मुक्तिञ्च लभते नात्र संशयः ॥ 3.96 ॥

Vers 3.97

बहुनात्र किमुक्तेन सर्वसारं शृणु प्रिये ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रसमं मन्त्रं न विद्यते ॥ 3.97 ॥

Vers 3.98

इदमेव परं ज्ञानमिदमेव परं तपः ।
इदमेव परं ध्यानमिदमेव परार्चनम् ॥ 3.98 ॥

Vers 3.99

इदमेव परा दीक्षा इदमेव परो जपः ।
इदमेव परं तत्त्वमिदमेव परं व्रतम् ॥ 3.99 ॥

Vers 3.100

इदमेव परो यज्ञ इदमेव परात् परम् ।
इदमेव परं श्रेय इदमेव परं फलम् ॥ 3.100 ॥

Vers 3.101

इदमेव परं ब्रह्म इदमेव परा गतिः ।
इदमेव परं गुह्यं सत्यं सत्यं न संशयः ।
इति मत्वा मनुवरं तन्निष्ठः स्यात् सदा प्रिये ॥ 3.101 ॥

Vers 3.102

आगमोक्तेन विधिना क्रमपूजापुरःसरम् ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रं शतमष्टोत्तरं जपेत् ।
मुच्यते ब्रह्महत्यादिमहापापैश्च पञ्चभिः ॥ 3.102 ॥

Vers 3.103

द्विशतं यो जपेद्देवि श्रीप्रासादपरामनुम् ।
चतुरशीतिलक्षांशधारणाचरितैरपि ॥ 3.103 ॥

Vers 3.104

स्वयोनिजाङ्गचरितैरसङ्ख्यजननार्जितैः ।
वार्धके यौवने बाल्ये जाग्रत्स्वप्नसुषुप्तिषु ॥ 3.104 ॥

Vers 3.105

कर्मणा मनसा वाचा ज्ञानाज्ञानकृतैरपि ।
महापातकसङ्घैश्च ह्युपपातककोटिभिः ।
मुच्यते नात्र सन्देहः सत्यमेतद्वरानने ॥ 3.105 ॥

Vers 3.106

त्रिशतं यो जपेद्देवि श्रीप्रासादपरामनुम् ।
सर्वक्रतुषु यत् पुण्यं सर्वदानेषु यत् फलम् ॥ 3.106 ॥

Vers 3.107

सर्वव्रतेषु यत् पुण्यं सर्वतीर्थेषु यत् फलम् ।
तत् फलं लभते देवि नात्र कार्या विचारणा ॥ 3.107 ॥

Vers 3.108

चतुःशतं जपेद् यस्तु श्रीप्रासादपरामनुम् ।
सदा तस्य गृहद्वारे ह्यणिमाद्यष्टसिद्धयः ।
सेवन्ते नात्र सन्देहः सर्वसिद्धिसमन्विताः ॥ 3.108 ॥

Vers 3.109

यद् यन्मनोऽभिलषितं तत्तत् प्राप्नोत्यसंशयः ।
धर्मार्थकाममोक्षाश्च साक्षात्तस्य करे स्थिताः ॥ 3.109 ॥

Vers 3.110

सालोक्यप्रमुखां देवि लभेन्मुक्तिं चतुर्विधाम् ।
सत्यमेतन्न सन्देहः साधकः कुलनायिके ॥ 3.110 ॥

Vers 3.111

जपेत् पञ्चशतं यस्तु श्रीप्रासादपरामनुम् ।
तत्फलं नैव शक्नोमि कथितुं कुलनायिके ॥ 3.111 ॥

Vers 3.112

तस्मात् सर्वप्रयत्नेन सर्वावस्थासु सर्वदा ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रं जपेद् भुक्तिविमुक्तये ॥ 3.112 ॥

Vers 3.113

नास्ति गुर्वधिकं तत्त्वं न शिवाधिकदैवतम् ।
न हि वेदाधिका विद्या न कौलसमदर्शनम् ॥ 3.113 ॥

Vers 3.114

न कुलादधिकं ज्ञानं न ज्ञानादधिकं सुखम् ।
नाष्टाङ्गादधिका पूजा न हि मोक्षाधिकं फलम् ।
इदं सत्यमिदं सत्यं सत्यं सत्यं न संशयः ॥ 3.114 ॥

Vers 3.115

श्रीप्रासादपरामन्त्रमाहात्म्यमिह वर्णितुम् ।
न शक्नोमि वरारोहे कल्पकोटिशतैरपि ॥ 3.115 ॥

Vers 3.116

गिरौ सर्षपमात्रन्तु सागरे वालुका यथा ।
तथा च मन्त्रमाहात्म्यं किञ्चित्ते कथितं मया ॥ 3.116 ॥

Vers 3.117

ऊर्ध्वाम्नायस्य माहात्म्यं श्रीप्रासादपरामनोः ।
इति ते कथितं देवि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 3.117 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
श्रीप्रासादपरामन्त्रकथनं नाम तृतीयोल्लासः ॥ ३ ॥

4. Ullasa

अथ चतुर्थोल्लासः

Vers 4.1

श्रीदेव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि श्रीप्रासादपरामनुम् ।
मन्त्रराजं वदेशान न्यासध्यानादिभिः सह ॥ 4.1 ॥

Vers 4.2

श्रीईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण शिवाकारः प्रजायते ॥ 4.2 ॥

Vers 4.3

इतः पूर्वं मया नोक्तो मन्त्रोऽयं यस्य कस्यचित् ।
तव स्नेहाद्वदाम्यद्य शृणु मत्प्राणवल्लभे ॥ 4.3 ॥

Vers 4.4

अनन्तचन्द्रभुवनमिन्दुबिन्दुयुगान्वितः ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रो भुक्तिमुक्तिफलप्रदः ॥ 4.4 ॥

Vers 4.5

पराप्रासादमन्त्रस्तु सादिरुक्तः कुलेश्वरि ।
प्रकाशानन्दरूपत्वात् प्रत्यक्षफलदानतः ॥ 4.5 ॥

Vers 4.6

प्रसन्नचित्तवश्यत्वात् प्रसिद्धार्थनिरूपणात् ।
प्राक्तनाघप्रशमनात् प्रपन्नार्तिविनाशनात् ।
प्रसादकरणाच्छीघ्रं प्रासादमनुरीरितः ॥ 4.6 ॥

Vers 4.7

परतत्त्वस्वरूपत्वात् परमात्मप्रकाशनात् ।
परमानन्दजननात् परधर्मनिदर्शनात् ॥ 4.7 ॥

Vers 4.8

परोक्षफलदानाच्च परमैश्वर्यकारणात् ।
परत्वात् सर्वमन्त्राणां परामन्त्र इतीरितः ॥ 4.8 ॥

Vers 4.9

कुलमन्त्रमिदं देवि न्यासं शृणु वदामि ते ।
आदौ प्रातः समुत्थाय गुरुदेवानुचिन्तनम् ॥ 4.9 ॥

Vers 4.10

कन्दमूले मनः कृत्वा कुर्याद्विण्मूत्रमोचनम् ।
शौचास्यशोधनं स्नानं सन्ध्यातर्पणमाचरेत् ॥ 4.10 ॥

Vers 4.11

एकान्ते द्वारयजनं विघ्नत्रयनिवारणम् ।
पूजास्थानप्रवेशश्च तथासनोपवेशनम् ॥ 4.11 ॥

Vers 4.12

देवीपूजागृहध्यानं शिवादिगुरुवन्दनम् ।
आसनं गणपक्षेत्रपालवन्दनमीश्वरि ॥ 4.12 ॥

Vers 4.13

पादुकास्मरणञ्चैव दिननाथार्चनं प्रिये ।
कराङ्गशोधनं प्राणायामः स्वब्रह्मरन्ध्रके ॥ 4.13 ॥

Vers 4.14

दिग्बन्धनञ्चाङ्गयुग्मं विधियुक्ताञ्च मातृकाम् ।
दशप्रकारभूताख्यां लिपिं कमठसञ्ज्ञकाम् ॥ 4.14 ॥

Vers 4.15

ऋषिरस्य परः शम्भुश्छन्दश्चाव्यक्तपूर्विका ।
गायत्री देवता चात्र सर्वमन्त्रेश्वरी परा ॥ 4.15 ॥

Vers 4.16

दीर्घत्रययुतं मूलं बीजं शक्तिश्च कीलकम् ।
षड्दीर्घयुक्तमूलबीजेन षडङ्गानि च पार्वति ॥ 4.16 ॥

Vers 4.17

ईशतत्पुरुषाघोरसद्योजातात्मनस्तथा ।
पञ्चाङ्गुलिषु विन्यस्य मूर्तिं वक्त्रेषु विन्यसेत् ॥ 4.17 ॥

Vers 4.18

पञ्चसु ब्रह्मणि तथैवाङ्गविन्यासमाचरेत् ।
आधारशक्तिमारभ्य पीठमन्त्रान्तमम्बिके ॥ 4.18 ॥

Vers 4.19

अल्पषोढां कुलेशानि कुर्यात् पूर्वोक्तवर्त्मना ।
महाषोढाह्वयं न्यासं ततः कुर्यात् समाहितः ।
वक्ष्यमाणेन विधिना देवताभावसिद्धये ॥ 4.19 ॥

Vers 4.20

यस्य कस्यापि नैवोक्तं तव स्नेहाद्वदाम्यहम् ।
प्रपञ्चो भुवनं मूर्तिर्मन्त्रदेवतमातरः ।
महाषोढाह्वयो न्यासः सर्वन्यासोत्तमोत्तमः ॥ 4.20 ॥

Vers 4.21

तत्रादौ परमेशानि प्रपञ्चन्यास उच्यते ।
प्रपञ्चद्वीपजलधिगिरिपत्तनपीठकाः ॥ 4.21 ॥

Vers 4.22

क्षेत्रं वनाश्रमगुहानदीचत्वरकोद्भिदः ।
स्वेदाण्डजजरायुजा इत्युक्तास्ते हि षोडश ॥ 4.22 ॥

Vers 4.23

श्रीर्माया कमला विष्णुवल्लभा पद्मधारिणी ।
समुद्रतनया लोकमाता कमलवासिनी ॥ 4.23 ॥

Vers 4.24

इन्दिरा मा रमा पद्मा तथा नारायणप्रिया ।
सिद्धलक्ष्मी राजलक्ष्मीर्महालक्ष्मीरितीरिताः ।
शक्तयस्तु प्रपञ्चानां स्वराणामधिदेवताः ॥ 4.24 ॥

Vers 4.25

लवस्त्रुटिः कला काष्ठा निमेषः श्वास एव हि ।
घटिका च मुहूर्तश्च प्रहरो दिवसस्तथा ॥ 4.25 ॥

Vers 4.26

सन्ध्या रात्रिस्तिथिश्चैव वारो नक्षत्रमेव च ।
योगश्च करणं पक्षौ मासो राशिरृतुस्तथा ॥ 4.26 ॥

Vers 4.27

अयनं वत्सरयुगप्रलयाः पञ्चविंशतिः ।
एतेषां स्थाननियमो हृदयान्तः समीरितः ॥ 4.27 ॥

Vers 4.28

आर्योमा चण्डिका दुर्गा शिवाऽपर्णाऽम्बिका सती ।
ईश्वरी शाम्भवीशानी पार्वती सर्वमङ्गला ॥ 4.28 ॥

Vers 4.29

दाक्षायणी हैमवती महामाया महेश्वरी ।
मृडानी चैव रुद्राणी सर्वाणी परमेश्वरी ॥ 4.29 ॥

Vers 4.30

काली कात्यायनी गौरी भवानीति समीरिता ।
शक्तयः स्युर्लवादीनां स्पर्शानामधिदेवताः ।
एतासां स्थाननियमो हृदयान्तः समीरितः ॥ 4.30 ॥

Vers 4.31

पञ्चभूतानि तन्मात्रं ज्ञानकर्मेन्द्रियाणि च ।
गुणान्तःकरणावस्था ध्यायेद्दोषान् दशानिलान् ॥ 4.31 ॥

Vers 4.32

ब्राह्मी वागीश्वरी वाणी सावित्री च सरस्वती ।
गायत्री वाक्प्रदा पश्चात् शारदा भारती प्रिये ।
विद्यात्मिका पञ्चभूतव्यापकानामधीश्वराः ॥ 4.32 ॥

Vers 4.33

वाग्भवं भुवनेशीञ्च लक्ष्मीबीजं त्रितारकम् ।
त्रितारमूलविद्यान्ते मातृकाक्षरतः परम् ॥ 4.33 ॥

Vers 4.34

वदेत् प्रपञ्चरूपायै श्रियै नम इति क्रमात् ।
प्रपञ्चादिभिरायोज्य वर्णान् शक्तीर्नियोजयेत् ।
मातृकान्याससम्प्रोक्तस्थानेष्वेवं न्यसेत् प्रिये ॥ 4.34 ॥

Vers 4.35

त्रितारमूलसकलप्रपञ्चादि स्वरूपतः ।
आयै पराम्बादेव्यैनम उक्त्वा व्यापकं न्यसेत् ॥ 4.35 ॥

Vers 4.36

प्रपञ्चन्यास एव स्याद् भुवनन्यास उच्यते ।
त्रितारमूलमन्त्रान्ते अं आं इं अतलं वदेत् ॥ 4.36 ॥

Vers 4.37

लोकञ्च निलयञ्चैव शतकोटिपदं ततः ।
गुह्याद्या योगिनी मूलङेयुतन्तु वदेत् प्रिये ॥ 4.37 ॥

Vers 4.38

वदेदाधारशक्त्यम्बादेव्यै च पादयोर्न्यसेत् ।
ईं उं ऊं वितलं गुह्यतरं चानन्तसञ्ज्ञकम् ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य गुल्फयोर्देवि विन्यसेत् ॥ 4.38 ॥

Vers 4.39

ऋं ॠं ऌं सुतलञ्चातिगुह्यं चाचिन्त्यसञ्ज्ञकम् ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य जङ्घयोर्विन्यसेत् प्रिये ॥ 4.39 ॥

Vers 4.40

ॡं एं ऐं महातलञ्च महागुह्यं पदं ततः ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य देवि जान्वोः प्रविन्यसेत् ॥ 4.40 ॥

Vers 4.41

ॐ औं तलातलं देवि परं गुह्याभिधानकम् ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य ऊर्वोर्देवेशि विन्यसेत् ॥ 4.41 ॥

Vers 4.42

अं अः रसातलञ्चैव रहस्यं ज्ञानसञ्ज्ञकम् ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य गुह्यदेशे प्रविन्यसेत् ॥ 4.42 ॥

Vers 4.43

कवर्गेणापि पातालं लोकेति निलयेति च ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य मूलाधारे तु विन्यसेत् ॥ 4.43 ॥

Vers 4.44

चवर्गं भूतलञ्चेति रहस्यं डाकिनीमपि ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य स्वाधिष्ठाने न्यसेत् प्रिये ॥ 4.44 ॥

Vers 4.45

टवर्गेण भुवो लोकं रहस्यं राकिणीमपि ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य नाभौ च विन्यसेत् प्रिये ॥ 4.45 ॥

Vers 4.46

तवर्गं स्वश्च परमरहस्यं लाकिनीमपि ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य हृदये विन्यसेत् प्रिये ॥ 4.46 ॥

Vers 4.47

पवर्गञ्च महर्लोकं रहस्यं काकिनीमपि ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य तालुमूले न्यसेत् प्रिये ॥ 4.47 ॥

Vers 4.48

यवर्गञ्च जनो गुप्ततरञ्च शाकिनीमपि ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य आज्ञायाञ्च न्यसेत् प्रिये ॥ 4.48 ॥

Vers 4.49

शवर्गञ्च तपश्चातिगुह्यञ्च हाकिनीमपि ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य ललाटे विन्यसेत् प्रिये ॥ 4.49 ॥

Vers 4.50

लं क्षं सत्यं महागुह्यं यक्षिणीमपि च प्रिये ।
शेषञ्च पूर्ववत् प्रोच्य ब्रह्मरन्ध्रे च विन्यसेत् ॥ 4.50 ॥

Vers 4.51

त्रितारमूलमन्त्रान्ते चतुर्दशभुवं वदेत् ।
नाधिपायै श्रीपरायै देव्यै च व्यापकं न्यसेत् ॥ 4.51 ॥

Vers 4.52

कृत्वैवं भुवनन्यासं मूर्तिन्यासमथाचरेत् ।
केशवनारायणमाधवगोविन्दविष्णवः ॥ 4.52 ॥

Vers 4.53

मधुसूदनसञ्ज्ञश्च स्यात्त्रिविक्रमवामनौ ।
श्रीधरश्च हृषीकेशः पद्मनाभो दामोदरः ।
वासुदेवः सङ्कर्षणः प्रद्युम्नश्चानिरुद्धकः ॥ 4.53 ॥

Vers 4.54

अक्षोलेकेन्द्राणी चेशानी चोग्रोर्ध्वनयना तथा ।
ऋद्धिश्च रूपिणी लूका लूनदोषैकनायिका ॥ 4.54 ॥

Vers 4.55

ऐङ्कारिणी चौघवती सर्वकामाञ्जनप्रभा ।
अस्थिमालाधरा चेति सम्प्रोक्ताः स्वरदेवताः ॥ 4.55 ॥

Vers 4.56

भवः शर्वोऽथ रुद्रश्च पशुपतिश्चोग्र एव च ।
महादेवस्तथा भीम ईशस्तत्पुरुषाह्वयः ॥
अघोरसद्योजातौ च वामदेव इतीरिताः ॥ 4.56 ॥

Vers 4.57

करभद्रा खगचला गरिमादिफलप्रदा ।
घण्टाधरोग्रनयना चन्द्रधर्त्री ततः परम् ।
छन्दोमयी जगत्स्थाना ज्वलत्तारा ततः परम् ॥ 4.57 ॥

Vers 4.58

ज्ञानदा च टङ्कधरा धृतिर्द्वादश ईरिताः ।
कभादीनां ठडान्तानां वर्णानां देवतास्त्विमाः ॥ 4.58 ॥

Vers 4.59

ब्रह्मा प्रजापतिर्वेधाः परमेष्ठी पितामहः ।
विधाता च विरिञ्चिश्च स्रष्टा च चतुराननः ॥
हिरण्यगर्भ इत्युक्ताः क्रमाद् ब्रह्मादयो दश ॥ 4.59 ॥

Vers 4.60

यक्षिणी रञ्जिनी लक्ष्मीवज्रिणी शशिधारिणी ।
षडाधारलया सर्वनायिका हसितानना ।
ललिता च क्षमा चेति प्रोक्ता याद्यर्णदेवताः ॥ 4.60 ॥

Vers 4.61

त्रितारमूलमन्त्रान्ते स्वरान् विष्णून् सशक्तिकान् ।
चतुर्थ्या नमसा युक्तान् मस्तके चानने न्यसेत् ॥ 4.61 ॥

Vers 4.62

सस्कन्धपार्श्वकट्यूरु जानुजङ्घापदेषु च ।
दक्षादिवामपर्यन्तं विन्यसेत् परमेश्वरि ॥ 4.62 ॥

Vers 4.63

कभाद्यर्णयुतान् मन्त्री भवादीन् शक्तिसंयुतान् ।
पादपार्श्वबाहुकण्ठपञ्चवक्त्रेषु विन्यसेत् ।
दशाधारेषु ब्रह्मादीन् यादि शक्तियुतान्न्यसेत् ॥ 4.63 ॥

Vers 4.64

त्रितारमूलमन्त्रान्ते श्रीत्रिमूर्त्यम्बिकां वदेत् ।
आयै पराम्बादेव्यै च नमसा व्यापकं न्यसेत् ।
मूर्तिन्यासं विधायेत्थं मन्त्रन्यासं समाचरेत् ॥ 4.64 ॥

Vers 4.65

त्रितारमूलम् अं आं इं एकलक्षञ्च कोटि च ।
भेदश्च प्रणवाद्येकाक्षरात्माखिलमन्त्रतः ॥ 4.65 ॥

Vers 4.66

ततोऽधिदेवतायै स्यात् सकलञ्च फलप्रदाम् ।
आयै तथैककूटेश्वर्यम्बादेव्यै नमो वदेत् ॥ 4.66 ॥

Vers 4.67

ईं उं ऊं आदि हंसादि द्विकूटं पूर्ववत् परम् ।
ऋं ॠं ऌं आदि वह्न्यादि त्रिकूटं पूर्ववत् परम् ॥ 4.67 ॥

Vers 4.68

ॡं एं ऐं चतुर्लक्षं चन्द्रादि पूर्ववत् परम् ।
ओं औं अं अः पञ्चलक्षं सूर्यादि पूर्ववत् परम् ॥ 4.68 ॥

Vers 4.69

कं खं गं चैव षड्लक्षं स्कन्दादि पूर्ववत् परम् ।
घं ङं चं सप्तलक्षं गणेशादि पूर्ववत् परम् ॥ 4.69 ॥

Vers 4.70

छं जं झं अष्टलक्षं वटुकादि पूर्ववत् परम् ।
ञं टं ठं नवलक्षञ्च ब्रह्मादि पूर्ववत् परम् ॥ 4.70 ॥

Vers 4.71

डं ढं णं दशलक्षञ्च विष्ण्वादि पूर्ववत् परम् ।
तं थं दं एकादशलक्षं रुद्रादि पूर्ववत् परम् ॥ 4.71 ॥

Vers 4.72

धं नं पं द्वादशलक्षं वाण्यादि पूर्ववत् परम् ।
फं बं भं त्रयोदशलक्षं लक्ष्म्यादि पूर्ववत् परम् ॥ 4.72 ॥

Vers 4.73

मं यं रं चतुर्दशलक्षं गौर्यादि पूर्ववत् परम् ।
लं वं शं पञ्चदशलक्षं दुर्गादि पूर्ववत् परम् ।
षं सं हं लं क्षं षोडशलक्षं त्रिपुरादि च षोडशा ॥ 4.73 ॥

Vers 4.74

अक्षरात्मा खिलमन्त्राधिदेवतायै सकलं ततः ।
तथा फलप्रदायै च षोडश कूटेश्वरी पुनः ॥ 4.74 ॥

Vers 4.75

अम्बादेव्यै नमः प्रोक्तो मन्त्रन्यासो महेश्वरि ।
आधारलिङ्गयोर्नाभिहृत्कण्ठे नेत्रयोरपि ॥ 4.75 ॥

Vers 4.76

निबोधिकायामर्धेन्दौ बिन्दौ चैव कलापदे ।
उन्मन्यां विष्णुवक्त्रे च नादे नादान्त एव च ।
ध्रुवमण्डलदेशे च विन्यसेत् कुलनायिके ॥ 4.76 ॥

Vers 4.77

त्रितारमूलमन्त्रान्ते सर्वमन्त्रात्मिकापदम् ।
आयै पराम्बादेव्यै च हृदये व्यापकं न्यसेत् ॥ 4.77 ॥

Vers 4.78

मन्त्रन्यासं विधायेत्थं दैवतन्यासमाचरेत् ।
त्रितारमूलमन्त्रान्ते अं आं सहस्रकोटि च ॥ 4.78 ॥

Vers 4.79

योगिनीकुलशब्दान्ते सेवितायै पदं वदेत् ।
निवृत्त्यम्बापदं देव्यै नम इत्युच्चरेत् प्रिये ॥ 4.79 ॥

Vers 4.80

इं ईं योगिनीप्रतिष्ठां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
उं ऊं तपस्वि विद्याञ्च शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.80 ॥

Vers 4.81

ऋं ॠं शान्तं तथा शान्तिं शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
ऌं ॡं मुनिं शान्त्यतीतां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.81 ॥

Vers 4.82

एं ऐं देवञ्च हृल्लेखां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
ॐ औं राक्षसशब्दान्ते गगनां पूर्ववत् परम् ।
अं अः विद्याधरं रक्तां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.82 ॥

Vers 4.83

कं खं सिद्धिमहोच्छुष्मां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
गं घं साध्यकरालाञ्च शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.83 ॥

Vers 4.84

ङं चं साप्सरसं जयां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
छं जं गन्धर्वविजयां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.84 ॥

Vers 4.85

झं ञं गुह्यकशब्दान्ते अजितां शेषं पूर्ववत् परम् ।
टं ठं यक्षापराजितां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.85 ॥

Vers 4.86

डं ढं किन्नरवामाञ्च शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
णं तं पन्नगज्येष्ठाञ्च शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.86 ॥

Vers 4.87

थं दं च पितृरौद्राम्बां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
धं नं गणेशमायाञ्च शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.87 ॥

Vers 4.88

पं फं भैरवशब्दान्ते कुण्डलीं पूर्ववत् परम् ।
बं भं वटुक कालीञ्च शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.88 ॥

Vers 4.89

मं यं क्षेत्रेशशब्दान्ते कालरात्रिञ्च पूर्ववत् ।
रं लं प्रमथभगवतीं शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.89 ॥

Vers 4.90

वं शं ब्रह्मसर्वेश्वरीं शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
षं सं विष्णुञ्च सर्वज्ञां शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.90 ॥

Vers 4.91

हं लं रुद्रसर्वकर्त्रीं शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
क्षं चराचरशक्तिञ्च शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ॥ 4.91 ॥

Vers 4.92

अङ्गुष्ठगुल्फजङ्घासु जानूरुकटिपार्श्वके ।
स्तनकक्ष करस्कन्धकर्णमूर्धस्वपि क्रमात् ॥ 4.92 ॥

Vers 4.93

दक्षभागादिवामान्तं विन्यसेत् कुलनायिके ।
त्रितारमूलमन्त्रान्ते सर्वदेवात्मिकां पदम् ॥ 4.93 ॥

Vers 4.94

आयै पराम्बादेव्यै च हृदये व्यापकं न्यसेत् ।
देवन्यासं विधायेत्थं मातृकान्यासमाचरेत् ॥ 4.94 ॥

Vers 4.95

त्रितारमूलमन्त्रान्ते कवर्गानन्तकोटिभू ।
चरीकुलसेवितायै आं क्षां हि मङ्गलापदम् ॥ 4.95 ॥

Vers 4.96

अम्बादेव्यै नमो ब्रूयादां क्षां ब्रह्माण्यतः परम् ।
अम्बादेव्यै ततोऽनन्तकोटिभूतं कुलं वदेत् ॥ 4.96 ॥

Vers 4.97

सहितायै ततो मङ्गलनाथाय अं क्षं वदेत् ।
अं क्षम् असिताङ्गभैरवनाथाय नम उच्चरेत् ॥ 4.97 ॥

Vers 4.98

चवर्गं खेचरीम् ईं लां चर्चिकाञ्च महेश्वरीम् ।
वेतालम् इं लं चर्चिकं रुरुं शेषञ्च पूर्ववत् ॥ 4.98 ॥

Vers 4.99

टवर्गं पातालचरीम् ऊं हां योगेश्वरीं वदेत् ।
कौमारीञ्च पिशाचञ्च उं हं योगेशचण्डकौ ॥ 4.99 ॥

Vers 4.100

तवर्गं दिक्चरीं ॠं सां हरसिद्धाञ्च वैष्णवीम् ।
अपस्मारम् ऋं सं हरसिद्धक्रोधादिपूर्ववत् ॥ 4.100 ॥

Vers 4.101

पवर्गं सहचरीं ॡं षां भट्टि वाराह्यतः परम् ।
ब्रह्मराक्षसकं ऌं षं भट्टोन्मत्तादि पूर्ववत् ॥ 4.101 ॥

Vers 4.102

यवर्गं स्याद्गिरिचरीं ऐं शां किलकिलेति च ।
इन्द्राणीं चेटकम् एं शं किलिः कापालिकस्तथा ॥ 4.102 ॥

Vers 4.103

शवर्गं स्यात् वनचरीम् औं वां कालादिरात्रि च ।
चामुण्डां प्रेतं ॐ वं च कालरात्रिश्च भीषणः ॥ 4.103 ॥

Vers 4.104

लं क्षं जलचरीम् अः लां वदेत् पश्चाच्च भीषणाम् ।
महालक्ष्मीं शाकिनीश्च अं लं पश्चाच्च भीषणम् ॥ 4.104 ॥

Vers 4.105

संहारभैरवञ्चैव शेषं पूर्ववदुच्चरेत् ।
मूलाधारलिङ्गनाभिष्वनाहतविशुद्धयोः ॥ 4.105 ॥

Vers 4.106

आज्ञाभाल तलब्रह्मरन्ध्रेष्वेवं प्रविन्यसेत् ।
त्रितारमूलमन्त्रान्ते मातृभैरवशब्दतः ॥ 4.106 ॥

Vers 4.107

अधिपायै पराम्बा देव्यै नमो व्यापकं न्यसेत् ।
मातृन्यासं महेशानि कुर्यादेवं समाहितः ॥ 4.107 ॥

Vers 4.108

एवं न्यस्ततनुर्देवि ध्यायेद्देवमनन्यधीः ।
अमृतार्णवमध्योद्यन्मणिद्वीपे सुशोभिते ॥ 4.108 ॥

Vers 4.109

कल्पवृक्षवनान्तःस्थमणि माणिक्यमण्डपे ।
नवरत्नमयश्रीमत्सिंहासनगतेऽम्बुजे ॥ 4.109 ॥

Vers 4.110

त्रिकोणान्तःसमासीनं चन्द्रसूर्यायुतप्रभम् ।
अर्धाम्बिकासमायुक्तं प्रविभक्तविभूषणम् ॥ 4.110 ॥

Vers 4.111

कोटिकन्दर्पलावण्यं सदा षोडशवार्षिकम् ।
मन्दस्मितमुखाम्भोजं त्रिनेत्रं चन्द्रशेखरम् ॥ 4.111 ॥

Vers 4.112

दिव्याम्बरस्रगालेपं दिव्याभरणभूषितम् ।
पानपात्रञ्च चिन्मुद्रां त्रिशूलं पुस्तकं करैः ॥ 4.112 ॥

Vers 4.113

विद्यासंसिद्धिं बिभ्राणं सदानन्दमुखेक्षणम् ।
महाषोढोदिताशेषदेवतागणसेवितम् ॥ 4.113 ॥

Vers 4.114

एवं चित्ताम्बुजे ध्यायेदर्धनारीश्वरं शिवम् ।
पुंरूपं वा स्मरेद्देवि स्त्रीरूपं वा विचिन्तयेत् ॥ 4.114 ॥

Vers 4.115

अथवा निष्कलं ध्यायेत् सच्चिदानन्दलक्षणम् ।
सर्वतेजोमयं देवि सचराचरविग्रहम् ॥ 4.115 ॥

Vers 4.116

ततः सन्दर्शयेन्मुद्रादशकं परमेश्वरि ।
योनि लिङ्गञ्च सुरभि हेतिमुद्राचतुष्टयम् ॥ 4.116 ॥

Vers 4.117

वनमालां महामुद्रां नभोमुद्रामिति क्रमात् ।
यथाशक्ति मन्त्रमूलं जपेत् श्रीपादुकामपि ।
मूर्ध्नि सञ्चिन्तयेद्देवि श्रीगुरुं शिवरूपिणम् ॥ 4.117 ॥

Vers 4.118

सहस्रदलपङ्कजे सकलशीतरश्मिप्रभम्
वराभयकराम्बुजं विमलगन्धपुष्पाम्बरम् ।
प्रसन्नवदनेक्षणं सकलदेवतारूपिणम्
स्मरेत् शिरसि हंसगं तदभिधानपूर्वं गुरुम् ॥ 4.118 ॥

Vers 4.119

एवं न्यासे कृते देवि साक्षात् परशिवो भवेत् ।
मन्त्री नैवात्र सन्देहो निग्रहानुग्रहक्षमः ॥ 4.119 ॥

Vers 4.120

महाषोढाह्वयं न्यासं यः करोति दिने दिने ।
देवाः सर्वे नमस्यन्ति तं नमामि न संशयः ॥ 4.120 ॥

Vers 4.121

महाषोढाह्वयं न्यासं करोति यत्र पार्वति ।
दिव्यक्षेत्रं समुद्दिष्टं समन्ताद्दशयोजनम् ॥ 4.121 ॥

Vers 4.122

कृत्वा न्यासमिमं देवि यत्र गच्छति मानवः ।
तत्र स्याद्विजयो लाभः सम्मानः पौरुषं प्रिये ॥ 4.122 ॥

Vers 4.123

महाषोढाकृतन्यासस्तेन यो वन्द्यते शिवे ।
षण्मासान्मृत्युमाप्नोति यदि त्राता शिवः स्वयम् ॥ 4.123 ॥

Vers 4.124

वज्रपञ्जरनामानमेतं न्यासं करोति यः ।
दिव्यन्तरीक्षभूशैलजलारण्यनिवासिनः ॥ 4.124 ॥

Vers 4.125

प्रचण्डभूतवेतालदेवरक्षोग्रहादयः ।
भयग्रस्तेन मनसा नेक्षन्ते तं कुलेश्वरि ॥ 4.125 ॥

Vers 4.126

महाषोढाकृतन्यासं ब्रह्माविष्णुशिवादयः ।
देवाः सर्वे नमस्यन्ति ऋषयोऽपि मुनीश्वराः ॥ 4.126 ॥

Vers 4.127

बहुनोक्तेन किं देवि न्यासमेतं मम प्रियम् ।
नापुत्राय वदेद्देवि नाशिष्याय प्रकाशयेत् ॥ 4.127 ॥

Vers 4.128

आज्ञासिद्धिमवाप्नोति तस्मान्न्यासं समाचरेत् ।
अस्मात् परतरा रक्षा देवताभावसिद्धिदा ।
लोके नास्ति न सन्देहः सत्यं सत्यं वरानने ॥ 4.128 ॥

Vers 4.129

ऊर्ध्वाम्नायप्रवेशश्च पराप्रासादचिन्तनम् ।
महाषोढापरिज्ञानं नाल्पस्य तपसः फलम् ॥ 4.129 ॥

Vers 4.130

इति ते कथितं देवि मन्त्रोद्धारादिकं प्रिये ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 4.130 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
माहाषोढाकथनं नाम चतुर्थोल्लासः ॥ ४ ॥

5. Ullasa

अथ पञ्चमोल्लासः

Vers 5.1

श्रीदेव्युवाच
कुलेशाधारपात्राणां पिशितानाञ्च लक्षणम् ।
कुलद्रव्यस्य निर्माणं भेदं माहात्म्यमेव च ॥ 5.1 ॥

Vers 5.2

अविधानेन यत् पापं सविधानेन यत् फलम् ।
तत् सर्वं श्रोतुमिच्छामि वद मे करुणानिधे ॥ 5.2 ॥

Vers 5.3

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण त्रिदशैः समतां व्रजेत् ॥ 5.3 ॥

Vers 5.4

आधारेण विना भ्रंशो न च तृप्यन्ति मातरः ।
तस्माद्विधिवदाधारं कल्पयेत् कुलनायिके ॥ 5.4 ॥

Vers 5.5

आधारं त्रिपदं प्राहुः षट्पदं वा चतुष्पदम् ।
अथवा वर्तुलाकारं कुर्याद्देवि मनोहरम् ॥ 5.5 ॥

Vers 5.6

स्वर्णरौप्यशिलाकूर्मकपालालाबुमृण्मयम् ।
नारिकेलशङ्खताम्रमुक्ताशुक्तिसमुद्भवम् ॥ 5.6 ॥

Vers 5.7

पुण्यवृक्ष समुद्भूतं पात्रं कुर्याद्विचक्षणः ।
अतिसूक्ष्ममतिस्थूलं छिन्नं भिन्नञ्च वर्जयेत् ॥ 5.7 ॥

Vers 5.8

सुवर्णरौप्यताम्राणि सर्वसिद्धकराणि च ।
शान्तिके च शिलापात्रं स्तम्भने चैव मृण्मयम् ॥ 5.8 ॥

Vers 5.9

नारिकेलञ्च वश्ये स्यादभिचारे च कूर्मजम् ।
शङ्गं ज्ञानप्रदं शुक्तिर्देवीप्रीतिप्रदायिनी ॥ 5.9 ॥

Vers 5.10

कपालालाबुपात्राणि योगसिद्धिकराणि च ।
पुण्यवृक्षज पात्राणि सर्वपापहराणि च ।
उक्तेष्वेतेषु देवेशि पात्रमेकं प्रकल्पयेत् ॥ 5.10 ॥

Vers 5.11

कुलद्रव्यं प्रवक्ष्यामि शृणु देवि समाहिता ।
अम्भसां द्वादशप्रस्थं प्रस्थार्धं तक्रमेव च ॥ 5.11 ॥

Vers 5.12

तण्डुलानां चतुःप्रस्थं द्विप्रस्थञ्च तथान्धसाम् ।
मुष्टिमात्राङ्कुरैः सार्धम् एकस्मिन् योजयेद् घटे ॥ 5.12 ॥

Vers 5.13

शीतादिरहिते स्थाने स्थापयेद्दिवसद्वयम् ।
तस्मादग्निं समारोप्य जम्बालसदृशं पचेत् ॥ 5.13 ॥

Vers 5.14

अवरोप्य पुनः शीतामवस्थां प्रापयेत्ततः ।
पादोनप्रस्थकैः पिष्ट्वा हस्ताभ्यां मेलयेत् सुधीः ॥ 5.14 ॥

Vers 5.15

प्रस्थार्धान् तण्डुलान् वाप्यपरेद्युस्तत् समुद्धरेत् ।
सम्यक् सम्मद्ये तक्रेण पाकमालोड्य मेलयेत् ।
एषा पैष्टीति विख्याता पूजिता देवदानवैः ॥ 5.15 ॥

Vers 5.16

गौडी च श्वेतबर्बुरजम्बुत्वक्सधिताम्भसाम् ।
दशप्रस्थं कुलेशानि धातकीकुसुमं शुभम् ॥ 5.16 ॥

Vers 5.17

नारिकेलप्रसूनं वा चैकप्रस्थं विनिक्षिपेत् ।
हरीतकी चाक्षफलं वसुनिष्कप्रमाणतः ॥ 5.17 ॥

Vers 5.18

वह्निं त्रिकटुकञ्चापि निष्कमार्धं क्षिपेत् पृथक् ।
अशीतिगुडसम्मिश्रमेकस्मिन् योजयेद् घटे ॥ 5.18 ॥

Vers 5.19

करेण भ्रामयेत् सम्यगनुलोमविलोमतः ।
अष्टोत्तरशतावृत्त्या त्रिसन्ध्यं प्रतिवासरम् ॥ 5.19 ॥

Vers 5.20

द्वादशाहेन पाकः स्यात् पालयेत्तत्त्रयोदशे ।
एषा गौडीति कथिता शिवसायुज्यहेतुकी ॥ 5.20 ॥

Vers 5.21

द्विगुणं मकरन्दस्य वारि संयोजयेद् घटे ।
द्वादशाहेन पाकः स्याच्छेषमन्यत् पुरोक्तवत् ।
एषा माध्वी समुद्दिष्टा देवताप्रीतिकारिणी ॥ 5.21 ॥

Vers 5.22

एका शुण्ठी द्विवह्निश्च मरीचत्रितयं तथा ।
धातकी च चतुष्कं स्यात् पञ्च पुष्पाणि षण्मधु ॥ 5.22 ॥

Vers 5.23

अशीतिगुडसम्मिश्रं शेषमन्यत् पुरोक्तवत् ।
इदं मनोहरं द्रव्यं योगिनीपानमुत्तमम् ॥ 5.23 ॥

Vers 5.24

सार्धेन्दुपलकं दघ्नो माहिषं प्रस्थमात्रकम् ।
मोचापक्वशतञ्चापि योगोऽयं मदिरा शुभा ॥ 5.24 ॥

Vers 5.25

तं मेलयित्वा संयोज्य सान्द्गे वंशपुटे पचेत् ।
चत्वारिंशद्दिनान्यष्टौ पङ्के पङ्कजसम्भवे ॥ 5.25 ॥

Vers 5.26

निधायोद्धृत्य किरणैः सौरैः सम्यग् विशोषयेत् ।
यदा च कठिनीभावस्तदा सङ्गृह्य मानवः ॥ 5.26 ॥

Vers 5.27

गुञ्जाफलप्रमाणन्तु जलैः सम्मिलितं शुभम् ।
आत्मेच्छं पूरयेत् पात्रं परमानन्ददं परम् ॥ 5.27 ॥

Vers 5.28

एतादप्युत्तमं द्रव्यं सर्वदेवप्रियं प्रिये ।
एतानि मदहेतूनि मद्यान्यन्यानि कारयेत् ॥ 5.28 ॥

Vers 5.29

पानसं द्राक्षमाधूकं खार्जूरं तालमैक्षवम् ।
मधूत्थं शीधु माध्वीकं मैरेयं नारिकेलजम् ॥ 5.29 ॥

Vers 5.30

मद्यान्येकादशैतानि भुक्तिमुक्तिकराणि च ।
द्वादशन्तु सुरा मद्यं सर्वेषामुत्तमं प्रिये ॥ 5.30 ॥

Vers 5.31

पैष्टी गौडी च माध्वी च विज्ञेया त्रिविधा सुरा ।
सर्वसिद्धिकरी पैष्टी गौडी भोगप्रदायिनी ॥ 5.31 ॥

Vers 5.32

माध्वी मुक्तिकरी ज्ञेया सुरा स्याद्देवताप्रिया ।
विद्याप्रदैक्षवी ज्ञेया द्राक्षी राज्यप्रदा भवेत् ॥ 5.32 ॥

Vers 5.33

तालजा स्तम्भने शस्ता खार्जूरी रिपुनाशिना ।
नारिकेलभवा श्रीदा पानसी च शुभप्रदा ॥ 5.33 ॥

Vers 5.34

मधूकजा ज्ञानकरी माध्वीकी रोगनाशिनी ।
मैरेयाख्या कुलेशानि सर्वदा पापहारिणी ॥ 5.34 ॥

Vers 5.35

क्षीरवृक्षसमुद्भूतं मद्यं वल्कलसम्भवम् ।
मधुपुष्पसमुद्भूतम् आसवं तण्डुलोद्रवम् ॥ 5.35 ॥

Vers 5.36

यस्यानन्दो निर्विकार आमोदश्च मनोहरः ।
मद्यं तदुत्तमं देवि देवानां प्रीतिदायकम् ॥ 5.36 ॥

Vers 5.37

आत्मेच्छं पूरयेत् पात्रं परमानन्दवर्धनम् ।
एतदामोदकं द्रव्यं सर्वदेवप्रियं प्रिये ॥ 5.37 ॥

Vers 5.38

सुरादर्शनमात्रेण सर्वपापैः प्रमुच्यते ।
तद्गन्धाघ्राणमात्रेण शतक्रतुफलं लभेत् ॥ 5.38 ॥

Vers 5.39

मद्यस्पर्शनमात्रेण तीर्थकोटिफलं लभेत् ।
देवि तत्पानतः साक्षाल्लभेन्मुक्तिं चतुर्विधाम् ॥ 5.39 ॥

Vers 5.40

इच्छाशक्तिः सुरामोदे ज्ञानशक्तिश्च तद्रसे ।
तत्स्वादे च क्रियाशक्तिस्तदुल्लासे परा स्थिता ॥ 5.40 ॥

Vers 5.41

मदिरा ब्रह्मगाः प्रोक्ताः चित्तशोधनसाधनाः ।
तासामेकां समाहृत्य पूजाकर्म समाचरेत् ॥ 5.41 ॥

Vers 5.42

मत्स्य मांसादिविजयां चाष्टगन्धैः सुमिश्रिताम् ।
सम्मर्द्य वटिकां कृत्वा सङ्गृह्याथ विचक्षणः ।
मद्याभावे तु वटिकां जले संयुज्य तर्पयेत् ॥ 5.42 ॥

Vers 5.43

गुडमिश्रेण तक्रेण तर्पयेत् मधुभाजिना ।
सौवीरेणाथवा कुर्यादेतत् कर्म न लोपयेत् ।
प्रमादाद् यदि लुप्येत देवताशापमाप्नुयात् ॥ 5.43 ॥

Vers 5.44

मांसन्तु त्रिविधं प्रोक्तं खभूजलचरं प्रिये ।
यथासम्भवमप्येकं तर्पणार्थं प्रकल्पयेत् ।
मांसदर्शनमात्रेण सुरादर्शनवत् फलम् ॥ 5.44 ॥

Vers 5.45

पितृदैवतयज्ञेषु वैधहिंसा विधीयते ।
आत्मार्थं प्राणिनां हिंसा कदाचिन्नोदिता प्रिये ॥ 5.45 ॥

Vers 5.46

अनिमित्तं तृणं वापि छेदयेन्न कदाचन ।
देवतार्थं द्विजार्थ वा हत्वा पापैर्न लिप्यते ॥ 5.46 ॥

Vers 5.47

मामनादृत्य यत् पुण्यं पापं स्यात् प्रतिभाषतः ।
मन्निमित्तं चरेत् पापं पुण्यं भवति शाम्भवि ॥ 5.47 ॥

Vers 5.48

यैरेव पतनं द्रव्यैः सिद्धिस्तैरेव चोदिता ।
श्रीकौलदर्शने चापि भैरवेण महात्मना ॥ 5.48 ॥

Vers 5.49

मत्कर्म कुर्वतां पुंसां कर्मलोपो भवेन्नहि (यदि) ।
तत्कर्म ते प्रकुर्वन्ति सप्तकोटिमुनीश्वराः ॥ 5.49 ॥

Vers 5.50

हन्यान्मन्त्रेण चानेन त्वभिमन्त्र्य पशुं प्रिये ।
गन्धपुष्पाक्षतैः पूज्य चान्यथा नरकं व्रजेत् ॥ 5.50 ॥

Vers 5.51

शिवोत्कृत्तमिदं पिण्डमतस्त्वं शिवतां गतः ।
तद् बुध्यस्व पशो त्वं हि माशिवस्त्वं शिवोऽसि हि ॥ 5.51 ॥

Vers 5.52

ब्रह्मा स्यात् पलले विष्णुर्गन्धे रुद्रश्च तद्रसे ।
परमात्मा तदानन्दे तस्मात् सेव्यमिदं प्रिये ॥ 5.52 ॥

Vers 5.53

मांसाभावे तु लशुनं सार्द्रकं नागरन्तु वा ।
आदाय पूजयेद्देवि चान्यथा निष्फलं भवेत् ॥ 5.53 ॥

Vers 5.54

मत्स्यमांसविहीनेन मद्येनापि न तर्पयेत् ।
न कुर्यान्मत्स्यमांसाभ्यां विना द्रव्येण पूजनम् ॥ 5.54 ॥

Vers 5.55

पिशितं तिलमात्रन्तु तिलार्धमपि बिन्दुना ।
सकृत्तर्पणमात्रेण कोटियज्ञफलं लभेत् ॥ 5.55 ॥

Vers 5.56

कुलपूजासमं नास्ति पुण्यमन्यज्जगत्त्रये ।
तस्माद् यः पूजयेद्भक्त्या भुक्तिमुक्त्योः स भाजनम् ॥ 5.56 ॥

Vers 5.57

अनधीतोऽप्यशास्त्रज्ञो गुरुभक्तो दृढव्रतः ।
कुलपूजारतो यस्तु स मे प्रियतमो भवेत् ॥ 5.57 ॥

Vers 5.58

चतुर्णामपि वर्णानामाश्रमाणामपीश्वरि ।
पुंस्त्रीनपुंसकानान्तु पूजितेष्टफलप्रदा ॥ 5.58 ॥

Vers 5.59

इहामुत्र फलं दद्याः पूजिता सुवधूरिव ।
अपूजिता त्वं देवेशि दुःखदा कुवधूरिव ॥ 5.59 ॥

Vers 5.60

कुलपूजां विना यस्तु करोत्येवं सुदुर्मतिः ।
स याति नरकं घोरमेकविंशतिभिः कुलैः ॥ 5.60 ॥

Vers 5.61

तस्मात् सर्वप्रयत्नेन कुलपूजारतो भवेत् ।
लभते सर्वसिद्धींश्च नात्र कार्या विचारणा ॥ 5.61 ॥

Vers 5.62

आराधनासमर्थश्चेद्दद्यादर्चनसाधनम् ।
यो दातुं नैव शक्नोति कुर्यादर्चनदर्शनम् ॥ 5.62 ॥

Vers 5.63

सम्यक् शतक्रतून् कृत्वा यत् फलं समवाप्नुयात् ।
तत् फलं समवाप्नोति सकृत् कृत्वा क्रमार्चनम् ॥ 5.63 ॥

Vers 5.64

महाषोडशदानानि कृत्वा यच्च फलं लभेत् ।
तत् फलं समवाप्नोति कृत्वा श्रीचक्रदर्शनम् ॥ 5.64 ॥

Vers 5.65

सार्धत्रिकोटितीर्थेषु स्नात्वा यत् फलमाप्नुयात् ।
तत् फलं लभते देवि सकृत् कृत्वा क्रमार्चनम् ॥ 5.65 ॥

Vers 5.66

बहुनोक्तेन किं देवि यथाभक्त्या ददाति यः ।
कुलाचार्याय पूजार्थं कुलद्रव्यं स धर्मवित् ॥ 5.66 ॥

Vers 5.67

शैवे वा वैष्णवे शाक्ते सौरे सुगतदर्शने ।
बौद्धे पाशुपते साङ्ख्ये व्रते कुलमुखे तथा ॥ 5.67 ॥

Vers 5.68

सदक्षवामसिद्धान्ते वैदिकादिषु पार्वति ।
विनाऽलिपिशिताभ्यान्तु पूजनं निष्फलं भवेत् ॥ 5.68 ॥

Vers 5.69

कुलद्रव्यैवीना कुर्याज्जपयज्ञ तपोव्रतम् ।
निष्फलं तद्भवेद्देवि भस्मनीव यथा हुतम् ॥ 5.69 ॥

Vers 5.70

यथैवान्तश्चरा राज्ञः प्रियाः स्युर्न बहिश्चराः ।
तथान्तर्यागनिष्ठा ये ते प्रिया देवि नापरे ॥ 5.70 ॥

Vers 5.71

समर्पयन्ति ये भक्त्या आवाभ्यां पिशितासवम् ।
उत्पादयन्ति चानन्दं मत्प्रियाः कौलिकाश्च ते ॥ 5.71 ॥

Vers 5.72

आवयोः परमाकारं सच्चिदानन्दलक्षणम् ।
कुलद्रव्योपभोगेन परिस्फुरति नान्यथा ॥ 5.72 ॥

Vers 5.73

अन्तःस्थानुभवोल्लासो मनोवाचामगोचरः ।
कुलद्रव्योपभोगेन जायते नान्यथा प्रिये ॥ 5.73 ॥

Vers 5.74

सेविते च कुलद्रव्ये कुलतत्त्वार्थदर्शनः ।
जायते भैरवावेशः सर्वत्र समदर्शनः ॥ 5.74 ॥

Vers 5.75

तमःपरिवृतं वेश्म यथा दीपेन दृश्यते ।
तथा मायावृतो ह्यात्मा द्रव्यपानेन दृश्यते ॥ 5.75 ॥

Vers 5.76

मन्त्रपूतं कुलद्रव्यं गुरुदेवार्पितं प्रिये ।
ये पिबन्ति जनास्तेषां स्तन्यपानं न विद्यते ॥ 5.76 ॥

Vers 5.77

मद्यन्तु भैरवो देवो मद्यं शक्तिः समीरिता ।
अहो भोक्ता च मद्यस्य मोहयेदमरानपि ॥ 5.77 ॥

Vers 5.78

तन्मैरेयं नरः पीत्वा यो न विकुरुते प्रिये ।
मद्ध्यानैकपरो भूत्वा स मुक्तः स च कौलिकः ॥ 5.78 ॥

Vers 5.79

सुरा शक्तिः शिवो मांसं तद्भोक्ता भैरवः स्वयम् ।
तयोरैक्यसमुत्पन्न आनन्दो मोक्ष उच्यते ॥ 5.79 ॥

Vers 5.80

आनन्दं ब्रह्मणो रूपं तच्च देहे व्यवस्थितम् ।
तस्याभिव्यञ्जकं मद्यं योगिभिस्तेन पीयते ॥ 5.80 ॥

Vers 5.81

कुण्डी कम्बुकपालानि मधुपूर्णानि बिभ्रतः ।
किं न पश्यति लोकोऽयं ब्रह्मविष्णुमहेश्वरान् ॥ 5.81 ॥

Vers 5.82

निःशङ्को निर्भयो वीरो निर्लज्जो निष्कुतूहलः ।
निर्णीतवेदशास्त्रार्थो वरदां वारुणीं पिबेत् ॥ 5.82 ॥

Vers 5.83

मन्त्रसंस्कारसंशुद्धामृतपानेन पार्वति ।
जायते देवताभावो भवबन्धविमोचकः ॥ 5.83 ॥

Vers 5.84

ब्राह्मणस्य सदा पेयं क्षत्रियस्य रणागमे ।
गोलम्भने तु वैश्यस्य शूद्रस्यान्त्येष्टिकर्मणि ॥ 5.84 ॥

Vers 5.85

देवान् पितृन् समभ्यर्च्य देवि शास्त्रोक्तवर्त्मना ।
गुरुं स्मरन् पिबन्मद्यं खादन् मांसम्न दोषभाक् ॥ 5.85 ॥

Vers 5.86

तृप्त्यर्थं पितृदेवानां ब्रह्मध्यानस्थिराय च ।
सेवेत मधुमांसानि तृष्णया चेत् स पातकी ॥ 5.86 ॥

Vers 5.87

मन्त्रार्थं स्फुरणार्थाय मनसः स्थैर्यहेतवे ।
भवपाशनिवृत्त्यर्थं मधुपानं समाचरेत् ॥ 5.87 ॥

Vers 5.88

सेवेत स्वसुखार्थं यो मद्यादीनि स पातकी ।
प्राशयेद्देवताप्रीत्यै स्वाभिलाषविवर्जितः ॥ 5.88 ॥

Vers 5.89

मत्स्यमांससुरादीनां मादकानां निषेवणम् ।
यागकालं बिनान्यत्र दूषणं कथितं प्रिये ॥ 5.89 ॥

Vers 5.90

यथा क्रतुषु विप्राणां सोमपानं विधीयते ।
मद्यपानं तथा कार्यं समये भोगमोक्षदम् ॥ 5.90 ॥

Vers 5.91

श्रीगुरोः कुलशास्त्रेभ्यः सम्यग्विज्ञाय वासनाम् ।
पञ्चमुद्रा निषेवेत चान्यथा पतितो भवेद् ॥ 5.91 ॥

Vers 5.92

आवृत्तिं गुरुपङ्क्तिश्च वटुकादीन्न पूज्य यः ।
वीरोऽप्यत्र वृथापानी देवताशापमाप्नुयात् ॥ 5.92 ॥

Vers 5.93

अयष्ट्वा भैरवं देवमकृत्वा मन्त्रतर्पणम् ।
पशुपानविधौ पीत्वा वीरोऽपि नरकं व्रजेत् ॥ 5.93 ॥

Vers 5.94

अज्ञात्वा कौलिकाचारमयष्ट्वा गुरुपादुकाम् ।
योऽस्मिन् शास्त्रे प्रवर्तेत तं त्वं पीडयसि ध्रुवम् ॥ 5.94 ॥

Vers 5.95

कौलज्ञाने ह्यसिद्धो यस्तद्द्रव्यं भोक्तुमिच्छति ।
स महापातकी ज्ञेयः सर्वधर्मबहिष्कृतः ॥ 5.95 ॥

Vers 5.96

समयाचारहीनस्य स्वैरवृत्तेर्दुरात्मनः ।
न सिद्धयः कुलभ्रंशस्तत्संसर्गं न कारयेत् ॥ 5.96 ॥

Vers 5.97

यः शास्त्रविधिमुत्सृज्य वर्तते कामकारतः ।
स सिद्धिमिह नाप्नोति परत्र न परां गतिम् ॥ 5.97 ॥

Vers 5.98

स्वेच्छया रममाणो यो दीक्षासंस्कारवर्जितः ।
न तस्य सद्गतिः क्वापि तपस्तीर्थव्रतादिभिः ॥ 5.98 ॥

Vers 5.99

असंस्कृतं पिबेद्द्रव्यं बलात्कारेण मैथुनम् ।
स्वप्रियेण हतं मांसं रौरवं नरकं व्रजेत् ॥ 5.99 ॥

Vers 5.100

कौलाः पशुव्रतस्याश्चेत् पक्षद्वयविडम्बकाः ।
केशसङ्ख्या स्मृता यावत्तावत्तिष्ठन्ति रौरवे ॥ 5.100 ॥

Vers 5.101

कुलद्रव्याणि सेवेत योऽन्यदर्शनमाश्रितः ।
तदङ्गरोमसङ्ख्यातं भूतयोनिषु जायते ॥ 5.101 ॥

Vers 5.102

मदप्रच्छादितात्मा च न किञ्चिदपि वेत्ति च ।
न ध्यानं न तपो नार्चा न धर्मो न च सत्क्रिया ॥ 5.102 ॥

Vers 5.103

न दैवं न गुरुर्नात्मविचारो न स कौलिकः ।
केवलं विषयासक्तः पतत्येव न संशयः ॥ 5.103 ॥

Vers 5.104

मद्यासक्तो न पूजार्थी मांसाशी स्त्रीनिषेवकः ।
कौलोपदेशहीनो यः सोऽक्षयं नरकं व्रजेत् ॥ 5.104 ॥

Vers 5.105

असंस्कारी तु यो नौ स्यात् पञ्च मुद्रा निषेवते ।
कुलेशि ब्रह्यनिष्ठोऽपि निन्द्यतामधिगच्छति ॥ 5.105 ॥

Vers 5.106

लिङ्गत्रयविशेषज्ञः षडाधारविभेदकः ।
पीठस्थानानि चागत्य महापद्मवनं व्रजेत् ॥ 5.106 ॥

Vers 5.107

आमूलाधारमाब्रह्मरन्ध्रं गत्वा पुनः पुनः ।
चिच्चन्द्रकुण्डलीशक्तिसामरस्य सुखोदयः ॥ 5.107 ॥

Vers 5.108

व्योमपङ्कजनिस्यन्दसुधापानरतो नरः ।
सुधापानमिदं प्रोक्तमितरे मद्यपायिनः ॥ 5.108 ॥

Vers 5.109

पुण्यापुण्यपशुं हत्वा ज्ञानखड्गेन योगवित् ।
परे लयं नयेच्चितं पलाशी स निगद्यते ॥ 5.109 ॥

Vers 5.110

मनसा चेन्द्रियगणं संयम्यात्मनि योजयेत् ।
मत्त्स्याशी स भवेद्देवि शेषाः स्युः प्राणिहिंसकाः ॥ 5.110 ॥

Vers 5.111

अप्रबुद्धा पशोः शक्तिः प्रबुद्धा कौलिकस्य च ।
शक्तिं तां सेवयेत् यस्तु स भवेत् शक्तिसेवकः ॥ 5.111 ॥

Vers 5.112

पराशक्त्यात्ममिथुनसंयोगानन्दनिर्भरः ।
य आस्ते मैथुनं तत् स्यादपरे स्त्रीनिषेवकाः ॥ 5.112 ॥

Vers 5.113

इत्यादि पञ्चमुद्राणां वासनां कुलनायिके ।
ज्ञात्वा गुरुमुखाद्देवि यः सेवेत स मुच्यते ॥ 5.113 ॥

Vers 5.114

इति ते कथितं देवि कुलद्रव्यादिलक्षणम् ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 5.114 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
कुलमाहात्म्यकथनं नाम पञ्चमोल्लासः ॥ ५ ॥

6. Ullasa

अथ षष्ठोल्लासः

Vers 6.1

श्रीदेव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि पूजकस्य च लक्षणम् ।
कुलद्रव्यादिसंस्कारमर्चनं वद मे प्रभो ॥ 6.1 ॥

Vers 6.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण स्तूयते देवदानवैः ॥ 6.2 ॥

Vers 6.3

निरस्तपातका यत्र मानवाः पुण्यकर्मिणः ।
कुलज्ञानसुसम्पन्ना भजन्ते ये दृढव्रताः ॥ 6.3 ॥

Vers 6.4

पूर्णाभिषेकसहितो वेदशास्त्रार्थतत्त्ववित्।
देवतागुरुभक्तस्तु नियतात्मार्चयेत् प्रिये ॥ 6.4 ॥

Vers 6.5

कुलागमरहस्यज्ञो देवताराधनोत्सुकः ।
गुरूपदेशसंयुक्तः पूजयेत् कुलनायिके ॥ 6.5 ॥

Vers 6.6

शुद्धात्मा चातिसंहृष्टः क्रोधलौल्यविवर्जितः ।
पशुव्रतादिविमुखः सुमुखस्तु यजेत् प्रिये ॥ 6.6 ॥

Vers 6.7

यदा पुंसः कृतार्थस्य कालेन बहुना प्रिये ।
मत्प्रसादेन भूयाच्च दृढभक्तिसमागमः ॥ 6.7 ॥

Vers 6.8

तदर्थं तर्पणं कुर्याद् द्रव्यैः श्रीभैरवोदितेः ।
गुरूपदेशविधिना चान्यथा पतनं भवेत् ॥ 6.8 ॥

Vers 6.9

मन्त्रयोगेन देवेशि कुर्यात् श्रीचक्रपूजनम् ।
तदहन्तु त्वया सार्धं गृह्णामि स्वयमादरात् ॥ 6.9 ॥

Vers 6.10

भैरवोऽहमिति ज्ञानात् सर्वज्ञादिगुणान्वितः ।
इति सञ्चिन्त्य योगीन्द्रः कुलपूजारतो भवेत् ॥ 6.10 ॥

Vers 6.11

इत्यादिलक्षणोपेतः कौलिको नियतव्रतः ।
यस्त्वां समर्चयेद्देवि भुक्तिमुक्त्योः स भाजनम् ॥ 6.11 ॥

Vers 6.12

एकान्ते विजनेऽरण्ये देशे बाधाविवर्जिते ।
सुखासने समासीनः प्राङ्मुखो वाप्युदङ्मुखः ॥ 6.12 ॥

Vers 6.13

अमृताब्धौ मणिद्वीपे कल्पवृक्षतरोस्तले ।
रत्नप्राकारसन्दीप्तं स्मरेन्माणिक्यमण्डपम् ॥ 6.13 ॥

Vers 6.14

पुष्पमालावितानाढ्यं प्रच्छन्नपटसंवृतम् ।
कर्पूरदीपभास्वन्तं धूपामोदसुगन्धिकम् ॥ 6.14 ॥

Vers 6.15

तन्मण्डपस्थमात्मानं ध्यात्वाऽनाकुलचेतसा ।
श्रीगुरोराज्ञया देवि कुलपूजां समाचरेत् ॥ 6.15 ॥

Vers 6.16

आत्मस्थानमनुद्रव्यदेवशुद्धिस्तु पञ्चमी ।
यावन्न कुरुते मन्त्री तावद्देवार्चनं कुतः ॥ 6.16 ॥

Vers 6.17

सुस्नानभूतसंशुद्धिप्राणायामादिभिः प्रिये ।
षडङ्गाद्यखिलन्यासेरात्मशुद्धिः समीरिता ॥ 6.17 ॥

Vers 6.18

सम्मार्जनानुलेपाद्यैर्दर्पणोदरवत्कृतम् ।
वितानधूपदीपादिपुष्पमालोपशोभितम् ।
पञ्चवर्णरजश्चित्रं स्थानशुद्धिरितीरिता ॥ 6.18 ॥

Vers 6.19

ग्रथित्वा मातृकावर्णैर्मूलमन्त्राक्षराणि च ।
क्रमोत्क्रमाद् द्विरावृत्त्या मन्त्रशुद्धिरितीरिता ॥ 6.19 ॥

Vers 6.20

पूजाद्रव्याणि सम्प्रोक्ष्य मूलास्त्राद्भिवीधानवित् ।
दर्शयेद्धेनुमुद्राञ्च द्रव्यशुद्धिरितारिता ॥ 6.20 ॥

Vers 6.21

पीठे देवं प्रतिष्ठाप्य सकलीकृत्य मन्त्रवित् ।
मूलमन्त्रेण दीप्तात्मा न्यासद्रव्योदकेन च ।
त्रिवारं प्रोक्षयेद्विद्वान् देवशुद्धिरितीरिता ॥ 6.21 ॥

Vers 6.22

पञ्चशुद्धिं विधायेत्थं पश्चाद् यजनमाचरेत् ।
सा पूजा सफला प्रोक्ता चान्यथा निष्फला भवेत् ॥ 6.22 ॥

Vers 6.23

मण्डलेन विना पूजा निष्फला कथिता प्रिये ।
तस्मान्मण्डलमालिख्य विधिवत्तत्र पूजयेत् ॥ 6.23 ॥

Vers 6.24

अखण्डमण्डलाकारं विश्वं व्याप्य व्यवस्थितम् ।
त्रैलोक्यं मण्डितं येन मण्डलं तत् सदा शिवम् ॥ 6.24 ॥

Vers 6.25

उड्डीयानां चतुरस्रं कामरूपञ्च वर्तुलम् ।
जालन्धरञ्च चन्द्रार्धं त्र्यस्रः पूर्णगिरिर्भवेत् ॥ 6.25 ॥

Vers 6.26

अभ्यर्च्य मण्डलं पश्चादाधारान् स्थापयेत् क्रमात् ।
समान्यश्रीगुरुभोगबलिपात्राणि पञ्चधा ॥ 6.26 ॥

Vers 6.27

द्विपात्रं वा त्रिपात्रं वा एकपात्रं न कारयेत् ।
स्वदक्षिणादिवामान्तं स्थाप्याभ्यर्च्यासवेन तु ॥ 6.27 ॥

Vers 6.28

सम्पूर्य मूलमन्त्रेण कुलेश्वरि विनिधानवित् ।
तत्र माषप्रमाणन्तु मत्स्यं मांसं विनिक्षेपेत् ॥ 6.28 ॥

Vers 6.29

नष्टैः पर्युषितोच्छिष्टैर्दुर्गन्धैर्गन्धवर्जितैः ।
हेतुभिः परपात्रस्थैस्तर्पितं निष्फलं भवेत् ॥ 6.29 ॥

Vers 6.30

न पूरयेत्तु पात्राणि अप्रियैस्तैः कुलेश्वरि ।
स्वादिष्ठैश्च मदिरौष्ठैश्च द्रव्यैरमृतसन्निभैः ।
मनोहरैर्महेशानि तर्पणं सफलं भवेत् ॥ 6.30 ॥

Vers 6.31

असंस्कृता सुरा पापकलहव्याधिदुःखदा ।
आयुःश्रीकीर्तिसौभाग्यधनधान्यविनाशिनी ॥ 6.31 ॥

Vers 6.32

तस्मात् संस्कृत्य विधिवत् कुलद्रव्यं ततोऽर्चयेत् ।
अन्यथा नरकं याति दाता भोक्ता न संशयः ॥ 6.32 ॥

Vers 6.33

विना द्रव्यादिवासेन न जपेन्न स्मरेत् प्रिये ।
ये स्मरन्ति नरा मूढास्तेषां दुःखं पदे पदे ॥ 6.33 ॥

Vers 6.34

नासवेन विना मन्त्रो न मन्त्रेण विनासवः ।
परस्परविरोधित्वात् कथं पूजा विधीयते ॥ 6.34 ॥

Vers 6.35

तत्संशयनिवृत्तिञ्च ज्ञात्वा गुरुमुखात् प्रिये ।
वीक्षणं प्रोक्षणं ध्यानं मन्त्रमुद्राविशोधनम् ।
द्रव्यं तर्पणयोग्यं स्याद्देवताप्रीतिकारकम् ॥ 6.35 ॥

Vers 6.36

अग्निसूर्येन्दुब्रह्मेन्द्रविष्णुरुद्रसदाशिवैः ।
चतुर्विंशतिमन्त्रैः स्यान्मद्यञ्चैव परामृतम् ॥ 6.36 ॥

Vers 6.37

अमृता मानदा पूषा तुष्टिः पुष्टी रतिर्धृतिः ।
शशिनी चन्द्रिका कान्तिर्ज्योत्स्ना श्रीः प्रीतिरङ्गदा ॥ 6.37 ॥

Vers 6.38

पूर्णा पूर्णामृता चेति कथिताः कुलनायिके ।
सौम्याः कामप्रदायिन्यः षोडश स्वरजाः कलाः ॥ 6.38 ॥

Vers 6.39

तपनी तापिनी धूम्रा मरीचिर्ज्वालिनी रुचिः ।
सुषुम्ना भोगदा विश्वा रोधिनी धारिणी क्षमा ।
कभाद्या वसुदाः सौराष्ठडान्ता द्वादशेरिताः ॥ 6.39 ॥

Vers 6.40

धूम्राचीरुष्मा ज्वलिनी ज्वालिनी विस्फुलिङ्गिनी ।
सुश्रीः सुरूपा कपिला हव्यकव्यवहे अपि ।
आग्नेया यादिवर्णाद्या दश धर्मप्रदाः कलाः ॥ 6.40 ॥

Vers 6.41

सृष्टिर्मेधा स्मृतिरृद्धिः कान्तिर्लक्ष्मीर्द्युतिः स्थिरा ।
स्थितिः सिद्धिरिति प्रोक्ताः कचवर्गकला दश ।
अकारप्रभवा ब्रह्मजाताः स्युः सृष्टये कलाः ॥ 6.41 ॥

Vers 6.42

जरा च पालिनी शान्तिरीश्वरी रतिकामिके ।
वरदाह्लादिनीप्रीतिदीर्घाः स्युष्टतवर्गजाः ।
उकारप्रभवा विष्णुजाताः स्युः स्थितये कलाः ॥ 6.42 ॥

Vers 6.43

तीक्ष्ण रौद्री भया निद्रा तन्द्रा क्षुत् क्रोधिनी क्रिया ।
उत्कारी मृत्युरित्युक्ता पयवर्गकला दश ।
मकारप्रभवा रुद्रजाताः संहृतये कलाः ॥ 6.43 ॥

Vers 6.44

षवर्गगाश्चतस्रः स्युः पीता श्वेतारुणासिताः ।
कलाश्चेश्वरसञ्जातास्तिरोधानाय बिन्दुजाः ॥ 6.44 ॥

Vers 6.45

निवृत्तिश्च प्रतिष्ठा च विद्या शान्तिस्तथैव च ।
इन्धिका दीपिका चापि रेचिका मोचिका परा ॥ 6.45 ॥

Vers 6.46

सूक्ष्मा सूक्ष्मामृता ज्ञानाऽमृता चाप्यायिनी तथा ।
व्यापिनी व्योमरूपा च षोडश स्वरजाः कलाः ।
सदाशिवभवा नादादनुग्रहकलाः क्रमात् ॥ 6.46 ॥

Vers 6.47

प्रथमं प्रकृतेर्हंसःप्रतद्विष्णुरनन्तरम् ।
त्र्यम्बकन्तु तृतीयं स्याच्चतुर्थस्तत्पदादिकः ॥ 6.47 ॥

Vers 6.48

विष्णुर्योनिं कल्पयतु पञ्चमः कल्पनामनुः ।
चतुर्नवतिमन्त्रात्मदेवताभावसिद्धिदाः ॥ 6.48 ॥

Vers 6.49

मन्त्रजापश्च सम्प्रोक्त आत्मस्तवश्च पञ्चभिः ।
अत्र ये (ते) पञ्च सम्प्रोक्ता मन्त्रास्ते कुलनायिके ॥ 6.49 ॥

Vers 6.50

अखण्डैकरसानन्दाकरे परसुधात्मनि ।
स्वच्छन्दस्फुरणामत्र निधेह्यकुलरूपिणि ॥ 6.50 ॥

Vers 6.51

अकुलस्थामृताकारे सिद्धिज्ञानकरे परे ।
अमृतत्वं विधेह्यस्मिन् वस्तुनि क्लिन्नरूपिणि ॥ 6.51 ॥

Vers 6.52

तद्रूपेणैकरस्यञ्च कृत्वार्घ्यं तत्स्वरूपिणि ।
भूत्वा परामृताकारं मयि चित्स्फुरणं कुरु ॥ 6.52 ॥

Vers 6.53

वाग्भवं पार्श्वगं भूमिः पुष्टिरिन्दुसमन्विता ।
स्थितिश्च पावकानुग्रहार्थेन्दुसमलङ्कृता ॥ 6.53 ॥

Vers 6.54

स्थिरेन्धिकेन्दुसंयुक्ता श्वेता बिन्दुयुगान्विता ।
तथामृते पदं ब्रूयात्तत्पश्चादमृतोद्भवे ॥ 6.54 ॥

Vers 6.55

तथामृतेश्वरीत्युक्त्वा पश्चादमृतवर्षिणि ।
अमृतं स्रावयद् द्वन्द्वं द्विठान्तो द्रव्यशुद्धिकृत् ।
अमृतेशीमनुः प्रोक्तः पञ्चत्रिंशद्भिरक्षरैः ॥ 6.55 ॥

Vers 6.56

वाग्भवं वदयुग्मञ्च वाग्वादिनीति वाग्भवम् ।
कामराजं ततः क्लिन्ने क्लेदिनि क्लेदयेति च ॥ 6.56 ॥

Vers 6.57

महामोक्षं कुरुयुग्मं कामराजमतः परम् ।
तार्तीयं मोक्षशब्दान्ते कुरुयुग्मं वदेत्ततः ॥ 6.57 ॥

Vers 6.58

स्यात् प्रासादपरा चान्तेसप्तत्रिंशद्भिरक्षरैः ।
दीपनीमनुरित्युक्तः सर्वसिद्धिकरः प्रिये ॥ 6.58 ॥

Vers 6.59

एताः कला मातृकाञ्चाप्यख(ण्डेन्द्वा)ण्डैकादिकान् मनून् ।
अमृतेशीं दीपनीञ्च मूलामन्त्रमपि क्रमात् ॥ 6.59 ॥

Vers 6.60

एकद्वित्रिचतुःपञ्च द्विचतुर्वारमम्बिके ।
संस्मृत्याभ्यर्च्य पात्रन्तु पूजयेद्धेनुमुद्रया ॥ 6.60 ॥

Vers 6.61

ब्रह्माण्डखण्डसम्भूतमशेषरससम्भृतम् ।
आपूरितं महापात्रं पीयूषरसमावह ॥ 6.61 ॥

Vers 6.62

शुद्धद्रव्येण तेनापि गन्धपुष्पाक्षतैरपि ।
न्यासोक्तसर्वमन्त्रैश्चाप्यात्मानं पूजयेत् प्रिये ॥ 6.62 ॥

Vers 6.63

मूर्ध्नि श्रीगुरुपङ्क्तीश्च मूलाधारे च पादुकाम् ।
दिव्यौघे चादिनाथश्च तच्छक्तिश्च सदाशिवः ॥ 6.63 ॥

Vers 6.64

तत्पत्नी चेश्वरस्तस्य भार्या रुद्रश्च तद्वधूः ।
विष्णुश्च तत्प्रिया ब्रह्मा तत्कान्ता द्वादशेरिताः ॥ 6.64 ॥

Vers 6.65

सिद्धौघे सनकश्चैव सनन्दश्च सनातनः ।
सनत्कुमारश्च सनत्सुजातश्च ऋभुक्षजः ॥ 6.65 ॥

Vers 6.66

दत्तात्रेयो रैवतको वामदेवस्ततः परम् ।
ततो व्यासः शुकश्चैव एकादश समीरिताः ॥ 6.66 ॥

Vers 6.67

मानवौघे नृसिंहश्च महेशो भास्करस्तथा ।
महेन्द्रो माधवो विष्णुः षडेते च प्रकीर्तिताः ॥ 6.67 ॥

Vers 6.68

नमोऽन्ते योजयेद्देवि दिव्यौघे परमं शिवम् ।
महाशिवञ्च सिद्धौघे मानवौघे सदाशिवम् ॥ 6.68 ॥

Vers 6.69

ततः पीठं समभ्यर्च्य देवीमावाहयेत् प्रिये ।
महापद्मवनान्तःस्थे कारणानन्दविग्रहे ।
सर्वभूतहिते मातरेह्येहि परमेश्वरि ॥ 6.69 ॥

Vers 6.70

देवेशि भक्तिसुलभे सर्वावरणसंयुते ।
यावत्त्वां पूजयामीह तावत्त्वं सुस्थिरा भव ॥ 6.70 ॥

Vers 6.71

मन्त्रेणानेन चावाह्य यजेद्देवीमनन्यधीः ।
ध्यात्वा मुद्रां प्रदर्श्यार्चेत् गन्धपुष्पाक्षतादिभिः ॥ 6.71 ॥

Vers 6.72

चिन्मयस्याप्रमेयस्य निर्गुणस्याशरीरिणः ।
साधकानां हितार्थाय ब्रह्मणो रूपकल्पना ॥ 6.72 ॥

Vers 6.73

लिङ्गस्थण्डिलवह्न्यम्ब्वर्ककुड्यपटेषु च ।
मण्डले फलके मूर्ध्नि हृदि वा दश कीर्तिताः ॥ 6.73 ॥

Vers 6.74

एषु स्थानेषु देवेशि यजन्ति परमां शिवाम् ।
अरूपां रूपिणीं कृत्वा कर्मकाण्डरता नराः ॥ 6.74 ॥

Vers 6.75

गवां सर्वाङ्गजं क्षीरं स्रवेत् स्तनमुखाद् यथा ।
तथा सर्वगतो देवः प्रतिमादिषु राजते ॥ 6.75 ॥

Vers 6.76

आभिरूप्याच्च बिम्बस्य पूजायाश्च विशेषतः ।
साधकस्य च विश्वासात् सन्निधौ देवता भवेत् ॥ 6.76 ॥

Vers 6.77

गवां सर्पिः शरीरस्थं न करोत्यङ्गपोषणम् ।
स्वकर्मरचितं दत्तं पुनस्तामेव पोषयेत् ॥ 6.77 ॥

Vers 6.78

एवं सर्वशरीरस्था सर्पिर्वत् परमेश्वरी ।
विना चोपासनां देवि न ददाति फलं नृणाम् ॥ 6.78 ॥

Vers 6.79

सकलीकृत्य तत्प्राणान् समुद्दीप्येन्द्रियाणि च ।
प्रतिष्ठाप्यार्चयेद्देवि चान्यथा निष्फलं भवेत् ॥ 6.79 ॥

Vers 6.80

मन्त्रहीनं क्रियाहीनं विधिहीनञ्च यद् भवेत् ।
क्षमया साधयेत् सर्वं हीनमङ्गं पदं तथा ॥ 6.80 ॥

Vers 6.81

नियमादतिरेकेण यद् यत् कर्म करोति यः ।
न किञ्चिदप्यस्य फलं सिध्यति क्रमदोषतः ॥ 6.81 ॥

Vers 6.82

न्यूनातिरिक्तकर्माणि न फलन्ति कदाचन ।
यथाविधि कृतानीह सत्कर्माणि फलन्ति हि ॥ 6.82 ॥

Vers 6.83

तद्विधानकृतं कर्म जपहोमार्चनादिषु ।
देवताप्रीतिदं भूयाद् भुक्तिमुक्तिफलप्रदम् ॥ 6.83 ॥

Vers 6.84

देवस्य मन्त्ररूपस्य मन्त्रव्याप्तिमजानताम् ।
कृतार्चनादिकां सर्वं व्यर्थं भवति शाम्भवि ॥ 6.84 ॥

Vers 6.85

यन्त्रं मन्त्रमयं प्रोक्तं देवता मन्त्ररूपिणी ।
यन्त्रे सा पूजिता देवि सहसैव प्रसीदति ॥ 6.85 ॥

Vers 6.86

कामक्रोधादिदोषोत्थसर्वदुःखनियन्त्रणात् ।
यन्त्रमित्याहुरेतस्मिन् देवः प्रीणाति पूजितः ॥ 6.86 ॥

Vers 6.87

शरीरमिव जीवस्य दीपस्य स्नेहवत् प्रिये ।
सर्वेषामपि देवानां तथा यन्त्रं प्रतिष्ठितम् ॥ 6.87 ॥

Vers 6.88

तस्माद् यन्त्रं लिखित्वा वा ध्यात्वा सावृतिकं शिवम् ।
ज्ञात्वा गुरुमुखात् सर्वं पूजयेद्विधिना प्रिये ॥ 6.88 ॥

Vers 6.89

एकपीठे पृथक्पूजां विना यन्त्रं करोति यः ।
अङ्गाङ्गित्वं परित्यज्य देवताशापमाप्नुयात् ॥ 6.89 ॥

Vers 6.90

एकपीठे कुलेशानि स्वे स्वे यन्त्रे पृथक्पृथक् ।
यजेदावरणोपेता देवतास्तद्विधानतः ॥ 6.90 ॥

Vers 6.91

आवाह्य देवतामेकां पूजयेदन्यदेवताम् ।
उभाभ्यां लभते पापं मन्त्री चञ्चलमानसः ॥ 6.91 ॥

Vers 6.92

इत्यादिलक्षणं ज्ञात्वा गुरुतः शास्त्रतः प्रिये ।
विधिनाभ्यर्चयेत् सम्यग्देवता सुप्रसीदति ॥ 6.92 ॥

Vers 6.93

षोडशैरुपचारैस्तु साङ्गं सावरणं शिवम् ।
पूजयेन्मूलमन्त्रेण गन्धपुष्पाक्षतादिभिः ॥ 6.93 ॥

Vers 6.94

महाषोढोदिताशेषपरिवारांश्च शाम्भवि ।
प्रणवादिनमोऽन्तेन तत्तन्नाम्ना समर्चयेत् ॥ 6.94 ॥

Vers 6.95

आगमोक्तेन मार्गेण तर्पयेदलिबिन्दुभिः ।
अङ्गुष्ठानामिकाभ्याञ्च नखे निःसृतमूर्ध्वतः ।
स्वपात्रस्पन्दनिस्यन्दं विधिवत् कुलनायिके ॥ 6.95 ॥

Vers 6.96

सकृत्तर्पणमुत्सृज्य जप्त्वा मूलञ्च पादुकाम् ।
अन्तःशक्तिं समुत्थाप्य तर्पयेद्देहदेवताः ॥ 6.96 ॥

Vers 6.97

अङ्गुष्ठो भैरवो देवो अनामा चण्डिका प्रिये ।
अनामाङ्गुष्ठयोगेन तर्पयेत् कुलसन्ततिम् ॥ 6.97 ॥

Vers 6.98

अङ्गुष्ठानामिकाभ्याञ्च वश्यकर्मणि तर्पयेत् ।
तर्जन्यङ्गुष्ठयोगेन तर्पयेदभिचारके ।
कनिष्ठाङ्गुष्ठयोगेन स्तम्भने तर्पयेत् प्रिये ॥ 6.98 ॥

Vers 6.99

एवं सन्तर्प्य देवेशि कुलद्रव्यैर्यथाविधि ।
देवतापुरतो देवि गुरुपङ्क्तीश्च पूजयेत् ।
पङ्क्तित्रयक्रमेणाथ ज्ञात्वा सम्यगनन्यधीः ॥ 6.99 ॥

Vers 6.100

कराभ्यां चिन्मुद्रां समधुनृकपालञ्च दधतीं
द्रुतस्वर्णप्रख्यामरुणकुसुमालेपवसनाम् ।
कृपापूर्णापाङ्गीमरुणनयनामम्बरजटा-
मुपेतां सिद्धौघैर्यजतु गुरुपङ्क्तिं क्रमगतिम् ॥ 6.100 ॥

Vers 6.101

एवं सम्पूज्य धूपञ्च दीपं नैवेद्यमेव च ।
आसवं पिशितोपेतं भक्ष्याणि विविधानि च ।
कदल्यादिफलान्येव ताम्बूलञ्च समर्पयेत् ॥ 6.101 ॥

Vers 6.102

इति ते कथितं देवि कुलाचारस्य लक्षणम् ।
द्गव्यसंस्कारशुद्ध्यादि किमन्यत् श्रोतुमिच्छसि ॥ 6.102 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
द्रव्यसंस्कारविधानकथनं नाम षष्ठोल्लासः ॥ ६ ॥

7. Ullasa

अथ सप्तमोल्लासः

Vers 7.1

श्रीदेव्युवाच
कुलेश बटुकादीनां बलिञ्च शक्तिलक्षणम् ।
तदद्रव्यस्यैव स्वीकारं वद मे करुणानिधे ॥ 7.1 ॥

Vers 7.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण तत्त्वज्ञानं प्रकाशते ॥ 7.2 ॥

Vers 7.3

यावन्नो वटुके दद्यात्तावन्नैव कुलेश्वरि ।
तृप्यन्ति देवताः सर्वाः स्मरणाद् यजनादपि ॥ 7.3 ॥

Vers 7.4

वटुकादीन् यजेत्तस्माद् गन्धपुष्पासवामिषैः ।
तत्तन्मन्त्रविधानेन देवता प्रीतिमाप्नुयात् ॥ 7.4 ॥

Vers 7.5

यत्किञ्चिद्धव्यसङ्घातं पूजार्थं भोगहेतुना ।
आनीतं दीयते भक्त्या क्षेत्रपेभ्यः कुलेश्वरि ॥ 7.5 ॥

Vers 7.6

वटुकमन्त्रान् वक्ष्यामि शृणुष्व कुलनायिके ।
यैः समचीतमात्रेण सर्वे नश्यन्त्युपद्रवाः ॥ 7.6 ॥

Vers 7.7

तारत्रयं ततो देवीपुत्रेति बटुकेति वा ।
नाथेति कपिलजटाभारभास्वरपिङ्गल ॥ 7.7 ॥

Vers 7.8

त्रिनेत्रेति पदं पश्चाज्ज्वालामुखपदं ततः ।
इमां पूजां बलिं गृह्णद्वयं पावकवल्लभा ।
उक्तो वटुकमन्त्रोऽयं चतुश्चत्वारिंशदक्षरैः ॥ 7.8 ॥

Vers 7.9

बलिदानेन सन्तुष्टो बटुकः सर्वसिद्धिदः ।
शान्तिं करोतु मे नित्यं भूतवेतालसेवितः ॥ 7.9 ॥

Vers 7.10

तारत्रयं ततः सर्वयोगिनीभ्यः पदं वदेत् ।
तत्पश्चात् सवर्भूतेभ्यः सर्वभूताधिवत्ती च ॥ 7.10 ॥

Vers 7.11

पदं ताभ्यो डाकिनीभ्यः शाकिनीभ्यः पदं वदेत् ।
त्रैलोक्येति पदं चैव वासिनीभ्य इमां वदेत् ॥ 7.11 ॥

Vers 7.12

पूजां बलिं गृह्णयुग्मं स्वाहान्तो योगिनीमनुः ।
कथितोऽयं महेशानि मन्त्रः पञ्चादशाक्षरः ॥ 7.12 ॥

Vers 7.13

या काचिद् योगिनी रौद्रा सौम्या घोरतरा परा ।
खेचरी भूचरी व्योमचरी प्रीतास्तु मे सदा ॥ 7.13 ॥

Vers 7.14

तारत्रयं वदेत् सर्वभूतेभ्यः सर्व एव हि ।
पश्चाद् भूतपतिभ्यो हृद्युक्तः सप्तदशाक्षरः ॥ 7.14 ॥

Vers 7.15

भूता ये विविधाकारा दिव्या भौमान्तरिक्षगाः ।
पातालसंस्था मे केविच्छिवयोगेन भाविताः ॥ 7.15 ॥

Vers 7.16

ध्रुवाद्याः सत्यसन्धाश्च इन्द्राद्याः स्वर्व्यवस्थिताः।
तृप्यन्तु प्रीतमनसः प्रतिगृह्णन्त्विमं बलिम् ॥ 7.16 ॥

Vers 7.17

तारत्रयं वदेद्देहियुग्मं देवीपदं वदेत् ।
पुत्राय बटुकनाथाय पश्चादुच्छिष्टहारिणे ।
सर्वविघ्नान् पदं पश्चात् नाशयद्वितयं तथा ॥ 7.17 ॥

Vers 7.18

गृह्णयुग्मं रुरुपदं क्षेत्रपालपदं ततः ।
सर्वोपचारसहितामिमां पूजां बलिं वदेत् ।
गृह्ण गृह्ण द्विठान्तोऽयं क्षेत्रपालमनुः प्रिये ॥ 7.18 ॥

Vers 7.19

चतुःषष्ट्यक्षरैः प्रोक्तः सर्वसिद्धिप्रदायकः ।
योऽस्मिन् क्षेत्रे निवासी च क्षेत्रपालस्य किङ्करः ।
प्रीतोऽयं बलिदानेन सर्वरक्षां करोतु मे ॥ 7.19 ॥

Vers 7.20

तारत्रयं वदेत्तारं श्रीप्रासादपरामनुः ।
ह्रां ह्रीं ह्रूञ्च युगञ्चादौ भैरवाधिष्ठिताय च ॥ 7.20 ॥

Vers 7.21

अक्षोभ्यानन्दतः पश्चाद्धृदयाभीष्टदः परम् ।
सिद्धार्थपदमाभाष्य पश्चादवतरद्वयम् ॥ 7.21 ॥

Vers 7.22

क्षेत्रपालपदं पश्चात् महाशान्त पदं ततः ।
मातृपुत्रपदं पश्चात् कुलपुत्रपदं तथा ॥ 7.22 ॥

Vers 7.23

सिद्धिपुत्रपदं चास्मिन् स्थानाधिपपदं ततः ।
ग्रामाधिपतयेऽस्मिन् स्याद्देशाधिपतये ततः ॥ 7.23 ॥

Vers 7.24

वदेद् बटुकनाथेति देवीपुत्रपदं ततः ।
मेघनादपदं पश्चात् प्रचण्डोग्रपदं वदेत् ॥ 7.24 ॥

Vers 7.25

कपालीति पदं पश्चाद्भीषणेति पदं वदेत् ।
स्यात् सर्वविघ्नाधिपतये इमां पूजां बलिं वदेत् ॥ 7.25 ॥

Vers 7.26

गृह्ण गृह्ण कुरुद्वन्द्वं मम दूरययुग्मकम् ।
ज्वलयुक्प्रज्वलयुगं सर्वविघ्नानीतीरयेत् ॥ 7.26 ॥

Vers 7.27

नाशयद्वितयं क्षां क्षं पश्चाद् बुद्धिमितीरयेत् ।
क्षेत्रपालाय वौषट् ह्रूं षष्ट्युत्तरशताक्षरः ॥ 7.27 ॥

Vers 7.28

तारत्रयं वदेत् पश्चादमुक क्षेत्रपाल च ।
राजराजेश्वर इमां पूजां बलिमतः परम् ।
गृह्णयुग्मं द्विठान्तोऽयमष्टाविंशाक्षरो मनुः ॥ 7.28 ॥

Vers 7.29

अनेन बलिदानेन वटुवंशसमन्वितः ।
राजराजेश्वरो देवो मे प्रसीदतु सर्वदा ॥ 7.29 ॥

Vers 7.30

पश्चिमे वटुकं देवमुत्तरे योगिनीबलिम् ।
पूर्वे भूतबलिं दद्यात् क्षेत्रपालञ्च दक्षिणे ।
राजराजेश्वरं मध्ये पूजयेत् कुलनायिके ॥ 7.30 ॥

Vers 7.31

अङ्गुष्ठानामिकाभ्याञ्च बटुकस्य बलिः स्मृतः ।
तर्जनीमध्यमानामिकाङ्गुष्ठैर्योगिनीबलिः ॥ 7.31 ॥

Vers 7.32

अङ्गुलीभिश्च सर्वाभिरुक्तो भूतबलिः प्रिये ।
अङ्गुष्ठतर्जनीभ्याञ्च क्षेत्रपालबलिर्भवेत् ।
अङ्गुष्ठमध्यमाभ्याञ्च राजराजेश्वरस्य च ॥ 7.32 ॥

Vers 7.33

बटुकादीन् समर्च्यैवं कुलदीपान् प्रदर्शयेत् ।
ईषद्रक्तसुपिष्टेन चतुरङ्गुलिमानतः ॥ 7.33 ॥

Vers 7.34

दीपान् डमरुकाकारान् त्रिकोणानतिशोभनान् ।
कर्षाज्यग्राहिणः कुर्यान्नव सप्ताथ पञ्च वा ॥ 7.34 ॥

Vers 7.35

अन्तस्तेजो बहिस्तेज एकीकृत्यामितप्रभान् ।
त्रिधा देव्युपरि भ्राम्य कुलदीपान् निवेदयेत् ॥ 7.35 ॥

Vers 7.36

समस्तचक्रचक्रेशि देवेशि सकलात्मिके ।
आरात्रीकमिदं देवि गृहाण मम सिद्धये ।
कुलदीपान् प्रदर्श्याथ शक्तिपूजां समाचरेत् ॥ 7.36 ॥

Vers 7.37

स्वशक्तिं वीरशक्तिं वा दीक्षितां गुरुमार्गतः ।
पाययित्वा चरेत् पानमिति शास्त्रस्य निश्चयः ॥ 7.37 ॥

Vers 7.38

अदीक्षितां स्त्रियं कुर्यात् सद्यः संस्कारमम्बिके ।
मन्त्रदीक्षाविधानेन् शुद्धा भवति नान्यथा ॥ 7.38 ॥

Vers 7.39

तस्मात् सुलक्षणां शक्तिं गन्धपुष्पाक्षतादिभिः ।
अभ्यर्च्य देवताबुद्ध्या भोगपात्रं निवेदयेत् ॥ 7.39 ॥

Vers 7.40

तदन्ते कन्यकाश्चापि प्रमदाश्च मनोहराः ।
सम्पूज्य देवताबुद्ध्या दद्यात् पात्रं पृथक् पृथक् ॥ 7.40 ॥

Vers 7.41

अनिवेद्य तु यः शक्त्यै कुलद्रव्यं निषेवते ।
पूजितं निष्फलं तस्य देवता न प्रसीदति ॥ 7.41 ॥

Vers 7.42

चण्डाली चर्मकारी च मातङ्गी पुक्कसी तथा ।
श्वपची खट्टकी चैव कैवर्ती विश्वयोषितः ॥ 7.42 ॥

Vers 7.43

कुलाष्टकमिदं प्रोक्तमकुलाष्टकमुच्यते ।
कन्दुकी शौण्डिकी चैव शस्त्रजीवी च रञ्जकी ॥ 7.43 ॥

Vers 7.44

गायकी रजकी शिल्पी कौलिकी च तथाष्टमी ।
तन्त्रमन्त्रसमायुक्ता समयाचारपालिका ॥ 7.44 ॥

Vers 7.45

कुमारी च व्रतस्था च योगमुद्राधरापि वा ।
पूजाकाले स्वतः प्राप्ता सा ज्ञेया सहजा बुधैः ॥ 7.45 ॥

Vers 7.46

उक्तजात्यङ्गनाभावे चातुर्वर्ण्याङ्गनां यजेत् ।
सुरूपा तरुणी शान्ता कुलाचारयुता शुचिः ॥ 7.46 ॥

Vers 7.47

शङ्काहीना भक्तियुक्ता गूढा शास्त्रोपजीविनी ।
अलोलुपा सुशीला च स्मितास्या प्रियवादिनी ॥ 7.47 ॥

Vers 7.48

गुरुदैवतसम्भक्ता सुचिता कौलिकप्रिया ।
विमत्सरा विशेषज्ञा देवताराधनोत्सुका ।
मनोहरा सदाचारा शक्तिरेषा सुलक्षणा ॥ 7.48 ॥

Vers 7.49

दुष्टोग्रा कर्कशा क्रूरा दुःखिता कुलदूषणी ।
दुराचारा पराधीना भीता लुब्धातुराऽलसा ॥ 7.49 ॥

Vers 7.50

निद्रासक्तातिदुर्मेधा हीनाङ्गी व्याधिपीडिता ।
दुर्गन्धा कुत्सिता मूढा वृद्धोन्मत्ता रहस्यभित् ॥ 7.50 ॥

Vers 7.51

कुतर्का कुत्सितालापा निर्लज्जा कलहप्रिया ।
विरूपोन्मार्गगा स्तब्धा पङ्ग्वन्धविकृतानना ।
ईदृशीं मन्त्रयुक्ताञ्च शक्तिं यागे विवर्जयेत् ॥ 7.51 ॥

Vers 7.52

ततोऽर्चनादिकं सर्वं मन्त्रोदकपुरःसरम् ।
इतः पूर्वादिमनुना मन्त्री देव्यै समर्पयेत् ॥ 7.52 ॥

Vers 7.53

तारत्रयमितः पूर्वं प्राणबुद्धी ततः परम् ।
देहधर्माधिकारतो जाग्रत्स्वप्नसुषुप्तिषु ॥ 7.53 ॥

Vers 7.54

मनसा चेतसा वाचा कर्मणा तत्परं वदेत् ।
हस्ताभ्याञ्च ततः पद्भयामुदरेण ततः परम् ॥ 7.54 ॥

Vers 7.55

शिश्ना च यत् स्मृतं पश्चाद् यदुक्तं यत् कृतं वदेत् ।
तत् सर्वं गुरवे चान्ते मत्समर्पितमस्त्विति ।
स्वाहान्तो मनुरित्युक्तस्त्रिसप्तत्यक्षरः प्रिये ॥ 7.55 ॥

Vers 7.56

ज्ञानतोऽज्ञानतो वापि यन्मया क्रियते शिवे ।
तव कृत्यमिदं सर्वमिति ज्ञात्वा क्षमस्व मे ॥ 7.56 ॥

Vers 7.57

एवं सम्प्रार्थ्य देवेशि स्तुत्वा नत्वा च भक्तितः ।
प्रधानदेवतामूर्तौ परिवारान् समर्चयेत् ।
एवं सावरणां देवीं चिन्तयेत् स्वहृदम्बुजे ॥ 7.57 ॥

Vers 7.58

शेषिकाये समर्प्यात्ममूलमन्त्रेण शोधयेत् ।
स्याद्वाग्भवं हृदुच्छिष्टचाण्डालि तदनन्तरम् ॥ 7.58 ॥

Vers 7.59

वदेन्मातङ्गि सर्वन्ते वश्यङ्कुरुयुगन्ततः ।
एकविंशतिवर्णैश्च शेषिकामनुरीरितः ॥ 7.59 ॥

Vers 7.60

मन्त्रेणानेन निर्माल्यं शेषिकायै समर्पयेत् ।
देवीमुच्छिष्टमातङ्गीं ध्यायेत् त्रैलोक्यमोहिनीम् ॥ 7.60 ॥

Vers 7.61

वीणावाद्यविनोदगीतनिरतां नीलांशुकोल्लासिनीं
बिम्बोष्ठीं नवयावकार्द्रचरणामाकीर्णकेशालकाम् ।
मृद्वङ्गीं सिन्तशङ्खकुण्डलधरां माणिक्यभूषोज्ज्वलां
मातङ्गीं प्रणतोऽस्मि सुस्मितमुखीं देवीं शुकश्यामलाम् ॥ 7.61 ॥

Vers 7.62

ततः श्रीगुरुरूपाय साक्षात् परशिवाय च ।
कराभ्यां पात्रमुद्धृत्य सद्वितीयं समर्पयेत् ॥ 7.62 ॥

Vers 7.63

स्वसम्प्रदायसंयुक्तैर्वीरैश्च सह पूजयेत् ।
अन्योन्यवन्दनं कृत्वा पिबेत्तत्तदनुज्ञया ॥ 7.63 ॥

Vers 7.64

सव्येनोद्धृत्य पात्रन्तु मुद्रां कृत्वाऽपसव्यतः ।
यथाविधि द्वितीयेन गृह्णीयान्मन्त्रमुच्चरन् ॥ 7.64 ॥

Vers 7.65

पिशितं माषमात्रन्तु द्रव्यं चुल्लुकसम्मितम् ।
आत्मदेहत्रयं तत्त्वं त्रयेणाथ विशोधयेत् ॥ 7.65 ॥

Vers 7.66

तरुणोल्लाससहितः प्रसन्नवदनेक्षणः ।
गुरुः शिष्यान् समाहूय दद्यात्तत्त्वत्रयं प्रिये ॥ 7.66 ॥

Vers 7.67

शिष्योपायनमादाय शुद्धात्मा कुसुमादिकम् ।
यथाशक्ति निवेद्याथ वित्तशाठ्यविवर्जितः ॥ 7.67 ॥

Vers 7.68

प्रणम्य बहिरष्टाङ्गं प्रविश्यान्तः शनैः प्रिये ।
समर्प्योपायनं भक्त्या शिवाय गुरुरूपिणे ॥ 7.68 ॥

Vers 7.69

ग्रथिताङ्गुष्ठकौ कृत्वा करौ सक्ताग्रतर्जनी ।
जानुभ्यामवनिं गत्वा पञ्चाङ्गं प्रणमेद् गुरुम् ॥ 7.69 ॥

Vers 7.70

वामाऽङ्गुष्ठानामिकाभ्यां दक्षहस्तप्रसारितम् ।
स्पृष्ट्वा विशुद्धहृदय ईषदानतमस्तकः ॥ 7.70 ॥

Vers 7.71

वामाङ्गुष्ठानामिकाभ्यां शिष्याय श्रीगुरुः प्रिये ।
प्रकृत्याद्यैः पृथिव्यन्तैश्चतुर्विंशतिभिः प्रिये ॥ 7.71 ॥

Vers 7.72

स्वरैरशुद्धतत्त्वैश्च वाग्भवेन कुलेश्वरि ।
संयुक्तेनात्मतत्त्वेन स्थूलदेहं विशोधयेत् ॥ 7.72 ॥

Vers 7.73

मायादिपुरुषान्तैश्च शुद्धाशुद्धैश्च सप्तभिः ।
तत्त्वैः स्पर्शाह्वयैर्वर्णैः कामराजेन मन्त्रवित् ।
युक्तेन विद्यातत्त्वेन सूक्ष्मदेहं विशोधयेत् ॥ 7.73 ॥

Vers 7.74

शुद्धैः शिवादिविद्यान्तैः पञ्चतत्त्वैश्च व्यापकैः ।
परया शिवतत्त्वेन परं देहं विशोधयेत् ॥ 7.74 ॥

Vers 7.75

षट्त्रिंशत्तत्त्वसहितमालिन्या बालया प्रिये ।
सर्वतत्त्वाश्रयं बीजं सर्वतत्त्वैवीशोधयेत् ॥ 7.75 ॥

Vers 7.76

शोधयेति पदं दद्यात् सद्वितीयमलिं गुरुः ।
चुल्लुकं गुरुणा दत्तं शोधयामीति चोच्चरन् ।
भक्त्या चावनतः शिष्यो निःशब्दं त्रिः पिबेदलिम् ॥ 7.76 ॥

Vers 7.77

पाणिभ्यां संस्पृशेद्देहं सर्वतत्त्वं समुच्चरन् ।
शिरःप्रभृतिपादान्तं शुद्धं देहं विचिन्तयेत् ॥ 7.77 ॥

Vers 7.78

स्थूलान्तमात्मतत्त्वं स्यात् सूक्ष्मं विद्यान्तगोचरम् ।
परान्तं शिवतत्त्वं स्यादिति तत्त्वत्रयं जगत् ॥ 7.78 ॥

Vers 7.79

एवं तत्त्वत्रयज्ञानं गुरोर्ज्ञात्वा य आचरेत् ।
स जीवन्नेव मुक्तः स्यादिति शङ्करभाषितम् ॥ 7.79 ॥

Vers 7.80

ततः स्वीकृत्य च गुरुः शिष्येभ्यः शेषदो भवेत् ।
आदाय गुरुणा दत्तं सद्वितीयासवं पिबेत् ॥ 7.80 ॥

Vers 7.81

श्रीगुरुज्येष्ठपूज्यानां पुरतः कुलनायिके ।
नोपविश्य पिबेन्मद्यम् इति शास्त्रस्य निर्णयः ॥ 7.81 ॥

Vers 7.82

प्राणभेदफलोल्लासप्रणामस्थितिलक्षणम् ।
अविज्ञायाचरेद् यस्तु स भवेदापदाम्पदम् ॥ 7.82 ॥

Vers 7.83

निर्मन्त्रं न पिबेन्मद्यं प्रायश्चित्तं विधीयते ।
तस्मान्मन्त्रविधानेन कर्तव्यं कुलनायिके ॥ 7.83 ॥

Vers 7.84

इदं पवित्रममृतं पिबामि भवभेषजम् ।
पशुपाशसमुच्छेदकारणं भैरवोदितम् ॥ 7.84 ॥

Vers 7.85

चित्ते स्वातन्त्र्यसारत्वात्तदानन्दमयात्मनः ।
तन्मयत्वाच्च भावानां भावाश्चान्तर्हिता रसे ॥ 7.85 ॥

Vers 7.86

सुषुम्नान्तं विकाशाय सुरसस्तेन पीयते ।
तस्मादिमां सुरां देवीं पूर्णोऽहं त्वां पिबाम्यहम् ॥ 7.86 ॥

Vers 7.87

मन्त्रेणानेन देवेशि मूलमन्त्रेण मन्त्रवित् ।
अनाकुलमनाः कुर्यादलिपानं शनैः शनैः ॥ 7.87 ॥

Vers 7.88

स्वात्ममूलत्रिकोणस्थे कोटिसूर्यसमप्रभे ।
कुण्डल्याकृतिचिद्रूपे हुनेद् द्रव्यं समन्त्रकम् ॥ 7.88 ॥

Vers 7.89

महन्तापात्रभरितमिदन्तापरमामृतम् ।
पराहन्तामये वह्नौ होमस्वीकारलक्षणम् ॥ 7.89 ॥

Vers 7.90

गुरुदैवतमन्त्राणामैक्यं सञ्चिन्तयेद्धिया ।
यावदुल्लासपर्यन्तमुपदेशे पिबेन्मधु ॥ 7.90 ॥

Vers 7.91

चुल्लनं सिद्धिदं प्रोक्तं दीपो ज्ञानप्रदायकः ।
पानात् परपदप्राप्तिः कौले त्रयमितीरितम् ॥ 7.91 ॥

Vers 7.92

भोजनान्ते बिषं मद्यं मद्यान्ते भोजनं विषम् ।
अमृतं तद्विजानीयाद् यदन्नं सुरया सह ॥ 7.92 ॥

Vers 7.93

चर्वणेन युतं पानममृतं कथितं प्रिये ।
चर्वणेन बिना पानं केवलं विषवर्धनम् ॥ 7.93 ॥

Vers 7.94

पानञ्च त्रिविधं प्रोक्तं दिव्यवीरपशुक्रमात् ।
दिव्यं देव्यग्रतः पानं वीरं मुद्रासने कृतम् ॥ 7.94 ॥

Vers 7.95

स्वेच्छया पशुवत्पीतं पशुपानमितीरितम् ॥ 7.95 ॥

Vers 7.96

भुक्तिमुक्तिप्रदं दिव्यं वीरं भुक्तिप्रदं भवेत् ।
पशुपानं नरकदं प्रोक्तं पानफलं प्रिये ॥ 7.96 ॥

Vers 7.97

दृष्टिमानसवाक्काये यावन्नो भवति भ्रमः ।
तावत् पानं प्रकुर्वीत पशुपानमतः परम् ॥ 7.97 ॥

Vers 7.98

यावन्नेन्द्रियवैकल्यं यावन्नो मुखवैकृतम् ।
तावदेव पिबेन्मद्यमन्यथा पतनं भवेत् ॥ 7.98 ॥

Vers 7.99

पूर्णाभिषेकयुक्तानां पानं देवि निगद्यते ।
कराभ्यां पात्रमुद्धृत्य स्मरेन्मूलञ्च पादुकाम् ।
आगलान्तं पिबेद्द्रव्यं स मुक्तो नात्र संशयः ॥ 7.99 ॥

Vers 7.100

पीत्वा पीत्वा पुनः पीत्वा यावत् पतति भूतले ।
उत्थाय च पुनः पीत्वा पुनर्जन्म न विद्यते ॥ 7.100 ॥

Vers 7.101

आनन्दात्तृप्यते देवी मूर्छया भैरवः स्वयम् ।
वमनात् सर्वदेवाश्च तस्मात्रिविधमाचरेत् ॥ 7.101 ॥

Vers 7.102

दिव्यपानरतानां वै यत् सुखं कुलयोगिनाम् ।
तत् सुखं सार्वभौमस्य नृपस्यापि न विद्यते ॥ 7.102 ॥

Vers 7.103

यत् सुखं कुलनिष्ठानां कुलद्रव्यनिषेवनात् ।
तत् सौख्यमेव मोक्षः स्यात् सत्यमेव वरानने ॥ 7.103 ॥

Vers 7.104

इति ते कथितं किञ्चित् वटुशक्त्यादिपूजनम् ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 7.104 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
बटुकशक्त्यादिपूजनं नाम सप्तमोल्लासः ॥ ७ ॥

8. Ullasa

अथाष्टमोल्लासः

Vers 8.1

श्रीदेव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि करुणामृतवारिधे ।
उल्लासभेदं देवेश द्रव्यपात्रादिसङ्गमम् ॥ 8.1 ॥

Vers 8.2

रत्युद्वासनकालञ्च श्रीचक्रस्थितिमेव च ।
चेष्टां कौलिकशक्तीनां वद मे परमेश्वर ॥ 8.2 ॥

Vers 8.3

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण जायते दिव्यभावना ॥ 8.3 ॥

Vers 8.4

आरम्भस्तरुणश्चैव यौवनं प्रौढमेव च ।
तदन्तश्चोन्मनाश्चैव ततोल्लासश्च सप्तमः ॥ 8.4 ॥

Vers 8.5

तत्त्वत्रयं स्यादारम्भः कथितः कुलनायिके ।
कथितस्तरुणोल्लासस्तरुणं सुखमम्बिके ॥ 8.5 ॥

Vers 8.6

यौवनं मनसः सम्यगुल्लासः सुस्थितिः प्रिये ।
स्खलनं दृङ्मनोवाचां प्रौढमित्यभिधीयते ॥ 8.6 ॥

Vers 8.7

समुल्लासपरे चक्रे य इच्छेत् पात्रमेलनम् ।
अर्वाक् प्रौढसमुल्लासं नैव कुर्यात् कदाचन ।
यथाधिकारं तत्रापि कर्तव्यं पात्रमेलनम् ॥ 8.7 ॥

Vers 8.8

अदीक्षितैरनाचारैरतन्त्रज्ञदैवतैः ।
दूषकैः समयभ्रष्टैर्न कुर्याद् द्रव्यसङ्गतिम् ॥ 8.8 ॥

Vers 8.9

अभिज्ञं मन्यमानैश्च प्रपञ्चव्रतधारिभिः ।
पशुभिः क्षुद्रकर्मस्थैर्न कुर्याद् द्रव्यसङ्गतिम् ॥ 8.9 ॥

Vers 8.10

स्त्रीद्विष्टैर्गुरुभिः शप्तैर्भक्तिहीनैर्दुरात्मभिः ।
कुलोपदेशहीनैश्च न कुर्याद् द्रव्यसङ्गतिम् ॥ 8.10 ॥

Vers 8.11

पदवाक्यप्रमाणज्ञाः श्रुतिस्मृत्यर्थवेदिनः ।
कुलधर्मानभिज्ञाश्चेत्तत्सङ्गं परिवर्जयेत् ॥ 8.11 ॥

Vers 8.12

सत्कुले च प्रसूता वा वृद्धाश्चाचारवत्तीनः ।
त्वत्पूजाविमुखाः स्युश्चेत्तत्संसर्गं परित्यजेत् ॥ 8.12 ॥

Vers 8.13

स्त्रीपुत्रमित्रबन्धूनां स्निग्धानामपि पार्वति ।
कुलाचारानभिज्ञानां सङ्गतिं वर्जयेत्प्रिये ॥ 8.13 ॥

Vers 8.14

अदृष्टपौरुषाणाञ्च देशान्तरनिवासिनाम् ।
विना सङ्केतयोगेन न कुर्याद् द्रव्यसङ्गतिम् ॥ 8.14 ॥

Vers 8.15

एकपात्रं न कुर्वीत यदि साक्षात् कुलेश्वरः ।
मन्त्राः पराङ्मुखा यान्ति विघ्नश्चैव पदे पदे ॥ 8.15 ॥

Vers 8.16

स्वपात्रस्थितहेतुञ्च न दद्याद्भैरवाय च ।
यदि दद्यात्कुलेशानि देवताशापमाप्नुयात् ॥ 8.16 ॥

Vers 8.17

आसनं भोजनं पात्रमम्बरं शयनादिकम् ।
अनभिज्ञैरनर्हैश्च सङ्गमं नैव कारयेत् ॥ 8.17 ॥

Vers 8.18

स्रोतोभेदेन वा कुर्यात्कौलिकः पात्रमेलनम् ।
पूर्वदक्षिणयोरैक्यमुदक्पश्चिमयोस्तथा ॥ 8.18 ॥

Vers 8.19

तस्मिन् क्रमार्चनपरैर्वीरैः स्वसदृशैरपि ।
कामिनीभिश्च तत्कुर्यात् स्रोतसाञ्च चतुष्टये ॥ 8.19 ॥

Vers 8.20

योगिभिर्योगिनीभिश्च प्रदत्तं पूर्णपात्रकम् ।
स्वमातृपादुकामूलमन्त्रजप्तं पिबेत्प्रिये ॥ 8.20 ॥

Vers 8.21

क्वचित् यदृच्छया प्राप्तमलिपात्रन्तु भक्तितः ।
आदाय पूर्ववज्जप्त्वा पिबेद्देवि गुरुं स्मरन् ॥ 8.21 ॥

Vers 8.22

गुरुशक्तिसुतानाञ्च गुरुज्येष्ठकनिष्ठयोः ।
स्वज्येष्ठस्यापि चोच्छिष्टं खादेन्नान्यस्य पार्वति ॥ 8.22 ॥

Vers 8.23

शक्त्युच्छिष्टं पिबेद् द्रव्यं वीरोच्छिष्टञ्च चर्वणम् ।
आत्मोच्छिष्टं न दातव्यं परकीयं न भक्षयेत् ॥ 8.23 ॥

Vers 8.24

उच्छिष्टं भक्षयेत् स्त्रीणां ताभ्यो नोच्छिष्टमर्पयेत् ।
चक्रमध्येऽपि देवेशि अन्यथा पतनं भवेत् ॥ 8.24 ॥

Vers 8.25

कनिष्ठानां स्वशिष्याणां दद्यादुच्छिष्टमम्बिके ।
दद्यात् स्नेहेन योऽन्येभ्यः स भवेदापदाम्पदम् ॥ 8.25 ॥

Vers 8.26

आसवोच्छिष्टपात्रन्तु यो वा गृह्णति मोहतः ।
स्नेहाल्लोभात् भयाद्वापि देवताशापमाप्नुयात् ॥ 8.26 ॥

Vers 8.27

प्रौढोल्लासे कुलेशानि कुर्याद्बलिविसर्जनम् ।
पूजागृहाद्बहिः कुर्यात्त्रिकोणे तु गृहान्तरे ॥ 8.27 ॥

Vers 8.28

गन्धपुष्पाक्षतैः पूज्य ध्यायेदुच्छिष्टभैरवम् ।
गदात्रिशूलडमरुपात्रहस्तं त्रिलोचनम् ।
कृष्णाभं भैरवं ध्यायेत् सर्वविघ्ननिवारणम् ॥ 8.28 ॥

Vers 8.29

तारत्रयं समुच्चार्यं पश्चादुच्छिष्टभैरवम् ।
एहियुग्मं बलिं गृह्णयुग्मं फट् च द्विठान्तकः ॥ 8.29 ॥

Vers 8.30

बल्युद्वासनमन्त्रोऽयं द्वाविंशतिभिरक्षरैः ।
शान्तिस्तवं पठेत्पश्चात्तर्पयेदलिबिन्दुभिः ॥ 8.30 ॥

Vers 8.31

यजन्ति देव्यो हरपादपङ्कजम्
प्रसन्नधामामृतमोक्षदायकम् ।
अनन्तसिद्धान्तमयप्रबोधकं
नमामि चाष्टाष्टकयोगिनीगणम् ॥ 8.31 ॥

Vers 8.32

योगिनीचक्रमध्यस्थं मातृमण्डलवेष्टितम् ।
नमामि शिरसा नाथं भैरवं भैरवीप्रियम् ॥ 8.32 ॥

Vers 8.33

अनादिघोरसंसारध्वान्तैकध्वंसकारिणे ।
नमः श्रीनाथवैद्याय कुलौषधिविधायिने ॥ 8.33 ॥

Vers 8.34

आपदो दुरितं रोगाः समयाचारलङ्घनात् ।
ये ते सर्वे व्यपोहन्तु दिव्यचक्रस्य मेलनात् ॥ 8.34 ॥

Vers 8.35

आयुरारोग्यमैश्वर्यं कीर्तिर्लाभः सुखं जयः ।
कान्तिर्मनोहरा चास्तु पान्तु सर्वाश्च देवताः ॥ 8.35 ॥

Vers 8.36

सम्पूजकानां प्रतिपालकानां
यतीन्द्रयोगीन्द्रतपोधनानाम् ।
देशस्य राष्ट्रस्य कुलस्य राज्ञः
करोतु शान्ति भगवान् कुलेशः ॥ 8.36 ॥

Vers 8.37

नन्दन्तु साधककुलाद्वयदर्शका ये
सिंहासनाद्युषितशाक्तमहान्वया ये ।
नन्दन्तु सर्वकुलकौलरताः परे ये
चान्ये विशेषपदभेदकशाम्भवा ये ॥ 8.37 ॥

Vers 8.38

नन्दन्तु सिद्धगुरवस्तदनुक्रमज्ञा
ज्येष्ठान्वया समयिनो वटुकाः कुमार्यः ।
ये योगिनीप्रवरवीरकुले प्रसूता
नन्दन्तु भूमिपतिगोद्विजसाधुलोकाः ॥ 8.38 ॥

Vers 8.39

नन्दन्तु नीतिनिपुणा निरवद्यनिष्टा
निर्मत्सरा निरुपमा निरुपद्रवाश्च ।
नित्यं निरञ्जनरता गुरवो निरीहाः
शान्ताश्च शान्तमनसो हृतशोकशङ्काः ॥ 8.39 ॥

Vers 8.40

नन्दन्तु योगनिरताः कुलयोगयुक्ता
ह्याचार्यसामयिकसाधकपुत्रकाश्च ।
गावो द्विजा युवतयो यतयः कुमार्यो
धर्मे चरन्तु निरता गुरुभक्तलोकाः ॥ 8.40 ॥

Vers 8.41

नन्दन्तु साधककुला ह्यलमात्मनिष्ठाः
शापाः पतन्तु समयद्विषि योगिनीनाम् ।
सा शाम्भवी स्फुरतु कापिं समाप्यवस्था
यस्यां गुरोश्चरणपङ्कजमेव सत्यम् ॥ 8.41 ॥

Vers 8.42

याश्चक्रक्रमभूमिकावसतयो नाडीषु याः संस्थिता याः
कायोद्गतरोमकूपनिलया याः संस्थिता धातुषु ।
उच्छ्वासोमीमरुत्तरङ्गनिलया निश्वासवासाश्च या-
स्ता देव्यो रिपुपक्षभक्षणरता नन्दन्तु कौलार्चिताः ॥ 8.42 ॥

Vers 8.43

या देव्यः कुलसम्भवाः क्षितिगता या देवतास्तोयगा
या नित्यं प्रथितप्रभाः शिखिगता या मातरिश्वालयाः ।
या व्योमाहितमण्डलामृतमया याः सर्वगाः सर्वदा-
स्ताः सर्वाः कुलमार्गपालनपराः शान्ति प्रयच्छन्तु मे ॥ 8.43 ॥

Vers 8.44

ऊर्ध्वे ब्रह्माण्डतो वा दिवि गगनतले भूतले वा तले वा
पाताले वानले वा सलिलपवनयोर्यत्र कुत्र स्थिता वा ।
क्षेत्रे पीठोपपीठादिषु च कृतपदा धूपदीपादिकेन
प्रीता देव्यः सदा नः शुभबलिविधिना पान्तु वीरेन्द्रवन्द्याः ॥ 8.44 ॥

Vers 8.45

ब्रह्मा श्रीः शेषदुर्गागुहवटुकगणा भैरवाः क्षेत्रपाद्या
वेतालादित्यरुद्रग्रहवसुमनुसिद्धाप्सरोगुह्यकाद्याः ।
भूता गन्धर्वविद्याधरऋषिपितृयक्षासुराः किन्नराद्या
योगीशाश्चारणाः किम्पुरुषमुनिवराश्चक्रगाः पान्तु सर्वे ॥ 8.45 ॥

Vers 8.46

देहस्थाखिलदेवता गजमुखाः क्षेत्राधिपा भैरवा
योगिन्यो वटुकाश्च यक्षपितरो भूताः पिशाचा ग्रहाः ।
अन्ये भूचरखेचरा दिशिचरा वेतालकाश्चेटका-
स्तृप्यन्तां कुलपुत्रकस्य पिबतः पानं सदीपञ्चरुम् ॥ 8.46 ॥

Vers 8.47

सत्यञ्चेद् गुरुवाक्यमेव पितरो देवाश्च चेद् योगिनी
प्रीता चेत् परदेवता यदि भवेद्वेदाः प्रमाणं हि चेत् ।
शाक्तेयं यदि दर्शनं भवति चेदाज्ञाप्यमोघापि चेत्
सत्यञ्चापि च कौलधर्मपरमं स्यान्मे जयः सर्वदा ॥ 8.47 ॥

Vers 8.48

नन्दन्तु साधकाः सर्वे नश्यन्तु कुलदूषकाः ।
अन्तःस्था शाम्भवी मेऽस्तु प्रसन्नोऽस्तु गुरुः सदा ॥ 8.48 ॥

Vers 8.49

यद्येषा भैरवी देवी यदि भैरवशासनम् ।
यद्येष कुलधर्मः स्यात्तदा नश्यन्तु दूषकाः ॥ 8.49 ॥

Vers 8.50

यासामाज्ञाप्रभावेण स्थापितं भुवनत्रयम् ।
नमस्ताभ्यः समस्ताभ्यो योगिनीभ्यो निरन्तरम् ॥ 8.50 ॥

Vers 8.51

पिबन्तु मातरः सर्वाः पिबन्तु कुलसत्तमाः ।
पिबन्तु भैरवाः सर्वे मम देहे व्यवस्थिताः ॥ 8.51 ॥

Vers 8.52

तृप्यन्तु मातरः सर्वाः समुद्राः सगणाधिपाः ।
योगिन्यः क्षेत्रपालाश्च मम देहे व्यवस्थिताः ॥ 8.52 ॥

Vers 8.53

शिवाद्यवनिपर्यन्तं ब्रह्मादिस्तम्बसंयुतम् ।
कालाग्न्यादिशिवान्तञ्च जगद् यज्ञेन तृप्यतु ॥ 8.53 ॥

Vers 8.54

द्वारस्था मणिमण्डपस्य परितः श्रीनन्दने कानने
शून्यागारविहारकन्दरमठे व्योम्नि श्मशाने स्थिताः ।
कूपस्थानगताश्चतुष्पथगताः सन्देशसंस्थाश्च ये
पङ्कार्थावहकेतुमानकुसुमात् गृह्णन्तु ते पान्तु च ॥ 8.54 ॥

Vers 8.55

पठित्वाभ्यर्चनापात्रं समुद्धृत्य गुरुः प्रिये ।
ततो दद्यात् स्वशिष्याय प्रसादं कुलनायिके ॥ 8.55 ॥

Vers 8.56

स्वाभीष्टचेष्टाचरणं प्रौढान्तः परिकीर्तितः ।
प्रौढान्तोल्लासिताद्देवि मुदिते योगिमण्डले ।
योगिनीमण्डले चैव क्रमादानन्दमुच्यते ॥ 8.56 ॥

Vers 8.57

तदारूढेषु वीरेषु कार्याकार्यं न विद्यते ।
इच्छैव शास्त्रसम्पत्तिरित्याज्ञा परमेश्वरि ॥ 8.57 ॥

Vers 8.58

तत्र यद् यत् कृतं कर्म शुभं वा यदि वाऽशुभम् ।
तत्सर्वं देवताप्रीत्यै जायते सुरसुन्दरि ॥ 8.58 ॥

Vers 8.59

जल्पो जपफलं तन्द्रा समाधिरभिजायते ।
विक्रिया पूजनं देवि उदितं भैरवीबलिः ॥ 8.59 ॥

Vers 8.60

मुक्तिः स्याच्छक्तिसंयोगः स्तोत्रं तत्कालभाषितम् ।
न्यासोऽवयवसंस्पर्शो भोजनं हवनक्रिया ॥ 8.60 ॥

Vers 8.61

वीक्षणं ध्यानमीशानि शयनं वन्दनं भवेत् ।
तदुल्लासे कृता नाना या चेष्टा सा च सत्क्रिया ।
कार्याकार्यविचारन्तु यः करोति स पातकी ॥ 8.61 ॥

Vers 8.62

एतच्चक्रगता वीरा विज्ञेयाः परयोगिनः ।
येनाप्नुवन्ति मनुजाः साक्षाद्भैरवरूपताम् ॥ 8.62 ॥

Vers 8.63

सम्मोदः परमानन्दः पतनं ज्ञानवर्धनम् ।
वेणुवीणादिवाद्यञ्च कवितारचनादिकम् ॥ 8.63 ॥

Vers 8.64

रोदनं भाषणं पातः समुत्थानं विजृम्भनम् ।
गमनं विक्रिया देवि योग इत्यभिधीयते ॥ 8.64 ॥

Vers 8.65

चक्रेऽस्मिन् योगिनो वीरा योगिन्यो मदमन्थराः ।
समाचरन्ति देवेशि यथोल्लासं मनोगतम् ॥ 8.65 ॥

Vers 8.66

शनैः पृच्छन्ति पार्श्वस्थान् विस्मृत्यात्मविवक्षितम् ।
निधाय वदने पात्रं निर्विण्णा निवसन्ति च ॥ 8.66 ॥

Vers 8.67

मत्ता स्वपुरुषं मत्वा कान्तान्यमवलम्बते ।
तथैव पुरुषश्चापि प्रौढान्तोल्लाससंयुतः ॥ 8.67 ॥

Vers 8.68

पुरुषः पुरुषं मोहादालिङ्गत्यनाङ्गनाम् ।
पृच्छति स्वपतिं मुग्धा कस्त्वं काहम् इमे च के ॥ 8.68 ॥

Vers 8.69

किं कार्यं वयमायातः किमर्थमिह संस्थिताः ।
उद्यानं किमिदं हन्त गृहं किं प्राङ्गणं किमु ॥ 8.69 ॥

Vers 8.70

मुखे आपूर्य मदिरां पाययन्ति स्त्रियः प्रियान् ।
उपदंशं मुखे क्षिप्त्वा निक्षिपन्ति प्रियानने ॥ 8.70 ॥

Vers 8.71

गृह्णन्त्यन्योन्यपात्राणि व्यञ्जनानि च शाम्भवि ।
धृत्वा शिरसि नृत्यन्ति मद्यभाण्डानि योगिनः ॥ 8.71 ॥

Vers 8.72

अज्ञानकरतालान्तमस्पष्टाक्षरगीतकम् ।
प्रस्खलत्पदविन्यासं नृत्यन्ति कुलशक्तयः ॥ 8.72 ॥

Vers 8.73

योगिनो मदमत्ताश्च पतन्ति प्रमदोरसि ।
मदाकुलाश्च योगिन्यः पतन्ति पुरुषोपरि ॥ 8.73 ॥

Vers 8.74

मनोरथसुखं पूर्णं कुर्वन्ति च परस्परम् ।
इत्यादिविविधां चेष्टां कुर्वन्ति कुलनायिके ॥ 8.74 ॥

Vers 8.75

विकृतिं मनसो हित्वा यदोल्लासः प्रवर्तते ।
तदा तु देवताभावं भजन्ते योगिपुङ्गवाः ॥ 8.75 ॥

Vers 8.76

कौलिकान् भैरवावेशान् यो वा निन्दति मूढधीः ।
तं नाशयन्त्यसन्देहं योगिन्यः कुलनायिके ॥ 8.76 ॥

Vers 8.77

न निन्देन्न हसेत् क्वापि चक्रे मधुमदालसान् ।
एतच्चक्रगतां वार्तां बहिर्नैव प्रकाशयेत् ॥ 8.77 ॥

Vers 8.78

तेभ्यो द्रोहं न कुर्वीत नाहितञ्च समाचरेत् ।
भक्त्या सत्कारयेदेतान् गोपयेच्च प्रयत्नतः ॥ 8.78 ॥

Vers 8.79

चक्रे मदाकुलान् दृष्ट्वा चिन्तयेद्देवताधिया ।
मोदते वन्दते भक्त्या स गच्छेत् योगिनीपदम् ॥ 8.79 ॥

Vers 8.80

पश्यतेदेवम्विधं चक्रं यो भक्त्या कौलिकः प्रिये ।
व्रततीर्थतपोदानयज्ञकोटिफलं लभेत् ॥ 8.80 ॥

Vers 8.81

उन्मनाः पतनोत्थाने मूर्छना च मुहुर्मुहुः ।
उन्मनाख्यतदुल्लासे चक्रे वीरसमर्चिते ॥ 8.81 ॥

Vers 8.82

चिरं संविदधाते तौ यौ हि कर्मपराक्षरौ ।
परं ब्रह्मानुसन्धानाकाङ्क्षिणौ कुलनायिके ॥ 8.82 ॥

Vers 8.83

देहेन्द्रियाणामवशः समवस्था निगद्यते ।
समवस्थामिधे तस्मिन् ततोल्लासे समं भवेत् ॥ 8.83 ॥

Vers 8.84

परामन्त्रस्वरूपोऽसौ जायते मूर्छना परा ।
मूर्छनासन्निकर्षो हि मूलमुक्तेः परं विदुः ॥ 8.84 ॥

Vers 8.85

अन्तर्लक्ष्यो बहिर्दृष्टिर्निमेषोन्मेषवर्जितः ।
एषा तु शाम्भवी मुद्रा सर्वतन्त्रेषु गोपिता ॥ 8.85 ॥

Vers 8.86

सर्वोत्तीर्णा सदाऽहन्ता सामरस्यसमाकृतिः ।
अनयोल्लासिनो वीराः शिवा एव न संशयः ॥ 8.86 ॥

Vers 8.87

नराः किमपि जानन्ति स्वात्मध्यानपरायणाः ।
तदा यत्परमं सौख्यमिति वक्तुं न शक्यते ॥ 8.87 ॥

Vers 8.88

स्वयमेवानुभूयन्ते शर्कराः क्षीरपानवत् ।
ईदृशं तादृशं सौख्यमिति वक्तुं न शक्यते ।
दृश्यते पुलकाद्येर्यत् तद्ब्रह्मध्यानमुच्यते ॥ 8.88 ॥

Vers 8.89

यत्सुखं विद्यते ध्याने देवावेशकरं परम् ।
कथितुं नैव शक्नोमि प्रबुद्धस्तत्समाहितः ॥ 8.89 ॥

Vers 8.90

ब्रह्मध्यानपरानन्दपराः सुकृतिनो नराः ।
क्षणेऽप्यन्तर्हिते तस्मिन् शोचयन्ति हतप्रभाः ॥ 8.90 ॥

Vers 8.91

सप्तमोल्लासयुक्तानां त्वद्भक्तानां महाफलम् ।
अष्टौ त्रिकालज्ञानोत्थाः प्रत्ययाश्च कुलेश्वरि ।
अष्टावस्थाश्च कम्पाद्या जायन्ते नात्र संशयः ॥ 8.91 ॥

Vers 8.92

बहुनात्र किमुक्तेन अणिमाद्यष्टसिद्धयः ।
प्रतीहारि पदं प्राप्ताः सेवन्ते मन्दिरं चिरम् ॥ 8.92 ॥

Vers 8.93

ये गुणाः परमेशस्य पञ्चवक्त्रतनोः शुभाः ।
ते गुणाः कुलतत्त्वज्ञे तत्त्वज्ञानसमाहृताः ॥ 8.93 ॥

Vers 8.94

आरम्भस्तरुणश्चैव यौवनं प्रौढमेव च ।
तदन्तो जाग्रदित्युक्तश्चोन्मनाः स्वप्न उच्यते ॥ 8.94 ॥

Vers 8.95

समवस्था सुषुप्तिः स्यादवस्थात्रयसंयुता ।
सप्तोल्लासञ्च यो वेत्ति स मुक्तः स च कौलिकः ॥ 8.95 ॥

Vers 8.96

प्रवृत्ते भैरवीचक्रे सर्वे वर्णा द्विजातयः ।
निवृत्ते भैरवीचक्रे सर्वे वर्णाः पृथक् पृथक् ॥ 8.96 ॥

Vers 8.97

स्त्री वाथ पुरुषः षण्डश्चण्डालो वा द्विजोत्तमः ।
चक्रेऽस्मिन्नैव भेदोऽस्ति सर्वे शिवसमाः स्मृताः ॥ 8.97 ॥

Vers 8.98

नागरि निर्झ्रराद्यम्बु गङ्गां प्राप्य यथैकताम् ।
याति श्रीचक्रमध्येऽपि चैकत्वं सर्वमानवाः ॥ 8.98 ॥

Vers 8.99

क्षीरेण सहितं तोयं क्षीरमेव यथा भवेत् ।
तथा श्रीचक्रमध्ये तु जातिभेदो न विद्यते ॥ 8.99 ॥

Vers 8.100

स्वर्गादिपुण्यलोकेषु देवादन्यद् यथा नहि ।
तथैव चक्रमध्येऽपि देवताः सर्वमानवाः ॥ 8.100 ॥

Vers 8.101

जातिभेदो न चक्रेऽस्मिन् सर्वे शिवसमाः स्मृताः ।
वेदेऽपि स्थितमेवं हि सर्वे हि ब्रह्म चाब्रवीत् ॥ 8.101 ॥

Vers 8.102

बहुनात्र किमुक्तेन चक्रमध्ये कुलेश्वरि ।
मद्रूपा पुरुषाः सर्वे त्वद्रूपाः प्रमदाः प्रिये ॥ 8.102 ॥

Vers 8.103

चक्रमध्ये तु मूढात्मा जातिभेदं करोति यः ।
तं भक्षयन्ति योगिन्यस्त्वां शपे कुलनायिके ॥ 8.103 ॥

Vers 8.104

स्त्रीणामन्यतमं स्थानं पुंसामन्यतमं पृथक् ।
अथवा मिथुनं कृत्वा क्रमात्समुपवेशयेत् ॥ 8.104 ॥

Vers 8.105

पङ्क्त्याकारेण वा सम्यक् चक्राकारेण वा प्रिये ।
शिवशक्तिधिया सर्वे चक्रमध्ये समर्चयेत् ॥ 8.105 ॥

Vers 8.106

अविभक्तौ यथा आवां लक्ष्मीनारायणौ यथा ।
यथा वाणीविधातारौ तथा वीरः सशक्तिकः ॥ 8.106 ॥

Vers 8.107

मधुकुम्भसहस्रैस्तु मांसभारशतैरपि ।
न तुष्यामि वरारोहे भगलिङ्गामृतं विना ॥ 8.107 ॥

Vers 8.108

न चक्राङ्कं न पद्माङ्कं न व्रजाङ्कमिदं जगत् ।
लिङ्गाङ्कञ्च भगाङ्कञ्च तस्माच्छक्तिशिवात्मकम् ॥ 8.108 ॥

Vers 8.109

शिवशक्तिसमायोगो यस्मिन् काले प्रजायते ।
सा सन्ध्या कुलनिष्ठानां समाधिः स विधीयते ॥ 8.109 ॥

Vers 8.110

कामुको न स्त्रियं गच्छेद् यदीच्छन्तीमदीक्षिताम् ।
सद्यः संस्कारसंशुद्धां विहितत्वात् स्त्रियं व्रजेत् ॥ 8.110 ॥

Vers 8.111

इति तत्त्वत्रयोल्लासपानभेदादि चोदितम् ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 8.111 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये
सर्वागमोत्तमोत्तमे सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
तत्त्वत्रितयपानादिभेदकथनं नाम अष्टमोल्लासः ॥ ८ ॥

9. Ullasa

अथ नवमोल्लासः

Vers 9.1

श्री देव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि योगं योगीशलक्षणम् ।
कुलभक्त्यार्चनफलं वद मे करुणानिधे ॥ 9.1 ॥

Vers 9.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण योगः साक्षात् प्रकाशते ॥ 9.2 ॥

Vers 9.3

ध्यानन्तु द्विविधं प्रोक्तं स्थूलसूक्ष्मप्रभेदतः ।
साकारं स्थूलमित्याहुर्निराकारन्तु सूक्ष्मकम् ॥ 9.3 ॥

Vers 9.4

स्थिरार्थमनसः केचित् स्थूलध्यानं प्रचक्षते ।
स्थूलेऽपि निश्चलं चेतो भवेत् सूक्ष्मेऽपि निश्चलम् ॥ 9.4 ॥

Vers 9.5

करपादोदरास्यादिरहितं परमेश्वरम् ।
सर्वतेजोमयं ध्यायेत् सच्चिदानन्दनिष्कलम् ॥ 9.5 ॥

Vers 9.6

नोदेति नास्तमभ्येति न वृद्धिं याति न क्षयम् ।
स्वयं विभात्यथान्यानि भासयन् साधनं विना ॥ 9.6 ॥

Vers 9.7

अनन्तं गतभारूपं सत्तामात्रमगोचरम् ।
मनसा मात्रसम्वेद्यं तज्ज्ञानं ब्रह्मसञ्ज्ञितम् ॥ 9.7 ॥

Vers 9.8

प्रणष्टवायुसञ्चारः पाषाण इव निश्चलः ।
परजीवैकधामज्ञो योगी योगविदुच्यते ॥ 9.8 ॥

Vers 9.9

यदत्र नात्र निर्भासः स्तिमितोदधिवत् स्थितम् ।
स्वरूपशून्यं तद्ध्यानं समाधिरभिधीयते ॥ 9.9 ॥

Vers 9.10

न किञ्चिच्चिन्तनादेव स्वयं तत्त्वं प्रकाशते ।
स्वयं प्रकाशिते तत्त्वे तत्क्षणात्तन्मयो भवेत् ॥ 9.10 ॥

Vers 9.11

स्वप्नजाग्रदवस्थायां सुप्तवत् योऽवतिष्ठते ।
निश्वासोच्छ्वासहीनश्च निश्चितं मुक्त एव सः ॥ 9.11 ॥

Vers 9.12

निष्पन्दकरणग्रामः स्वात्मलीनमनोऽनिलः ।
य आस्ते मृतवत्साक्षात् जीवन्मुक्तः स उच्यते ॥ 9.12 ॥

Vers 9.13

न शृणोति न चाघ्राति न स्पृशति न पश्यति ।
न जानाति सुखं दुःखं न सङ्कल्पयते मनः ॥ 9.13 ॥

Vers 9.14

न चापि किञ्चिज्जानाति न च बुध्यति काष्ठवत् ।
एवं शिवे विलीनात्मा समाधिस्थ इहोच्यते ॥ 9.14 ॥

Vers 9.15

यथा जले जलं क्षिप्तं क्षीरे क्षीरं घृते घृतम् ।
अविशेषो भवेत्तद्वज्जीवात्मपरमात्मनोः ॥ 9.15 ॥

Vers 9.16

यथा ध्यानस्य सामर्थ्यात् कीटोऽपि भ्रमरायते ।
तथा समाधिसामर्थ्याद् ब्रह्मभूतो भवेन्नरः ॥ 9.16 ॥

Vers 9.17

क्षीरोद्धृतं घृतं यद्वत्तत्र क्षिप्तं न पूर्ववत् ।
पृथक्कृतो गुणेभ्यः स्यादात्मा तद्वदिहोच्यते ॥ 9.17 ॥

Vers 9.18

यथा गाढान्धकारस्थो न किञ्चिदिह पश्यति ।
अलक्ष्यञ्च तथा योगी प्रपञ्चं नैव पश्यति ॥ 9.18 ॥

Vers 9.19

यथा निमीलने काले प्रपञ्चं नैव पश्यति ।
तथैवोन्मीलनेऽपि स्यादेतद्ध्यानस्य लक्षणम् ॥ 9.19 ॥

Vers 9.20

जनः स्वदेहकण्डूतिं विजानाति यथा तथा ।
परं ब्रह्मस्वरूपी च वेत्ति विश्वविचेष्टितम् ॥ 9.20 ॥

Vers 9.21

विदिते परमे तत्त्वे वर्णातीते ह्यविक्रिये ।
किङ्करत्वं हि गच्छन्ति मन्त्रा मन्त्राधिपैः सह ॥ 9.21 ॥

Vers 9.22

आत्मैकभावनिष्ठस्य या या चेष्टा तदर्चनम् ।
यो यो जल्पः स सन्मन्त्रस्तद्ध्यानं यन्निरीक्षणम् ॥ 9.22 ॥

Vers 9.23

देहाभिमाने गलिते विज्ञाते परमात्मनि ।
यत्र यत्र मनो याति तत्र तत्र समाधयः ॥ 9.23 ॥

Vers 9.24

भिद्यते हृदयग्रन्थिश्छिद्यन्ते सर्वसंशयाः ।
क्षीयन्ते चास्य कर्माणि तस्मिन् दृष्टे परात्मनि ॥ 9.24 ॥

Vers 9.25

योगीन्द्रेण यदा प्राप्तं निर्मलं परमं पदम् ।
देवासुरपदं यत्तत्प्राप्तञ्चापि न गृह्यते ॥ 9.25 ॥

Vers 9.26

यः पश्येत् सर्वगं शान्तमानन्दात्मकमव्ययम् ।
तस्य किञ्चिदनालभ्यं ज्ञातव्यं नावशिष्यते ॥ 9.26 ॥

Vers 9.27

सम्प्राप्ते ज्ञानविज्ञाने ज्ञेये च हृदि संस्थिते ।
लब्धे शान्तिपदे देवि न योगो नैव धारणा ॥ 9.27 ॥

Vers 9.28

परे ब्रह्मणि विज्ञाते समस्तैर्नियमैरलम् ।
तालवृन्तेन किं कार्यं लब्धे मलयमारुते ॥ 9.28 ॥

Vers 9.29

आसिकाबन्धनं नास्ति नासिकाबन्धनं न हि ।
न यमो नियमो नास्ति स्वयमोमिति पश्यताम् ॥ 9.29 ॥

Vers 9.30

न पद्मासनतो योगो न नासाग्रनिरीक्षणम् ।
एक्यं जीवात्मनोराहुर्योगं योगविशारदाः ॥ 9.30 ॥

Vers 9.31

ध्यायतां क्षणमात्रं हि श्रद्धया परमन्त्विह ।
यद्भवेत् सुमहत् पुण्यं तस्यान्तो नैव गण्यते ॥ 9.31 ॥

Vers 9.32

क्षणं ब्रह्माहमस्मीति यः कुर्यादात्मचिन्तनम् ।
स सर्वं पातकं हन्यात्तमः सूर्योदयो यथा ॥ 9.32 ॥

Vers 9.33

व्रतक्रतुतपस्तीर्थदानदेवार्चनादिषु ।
यत् फलं कोटिगुणितं तदवाप्नोति तत्त्ववित् ॥ 9.33 ॥

Vers 9.34

उत्तमा सहजावस्था मध्यमा ध्यानधारणा ।
जपस्तुतिः स्यादधमा होमपूजाऽधमाधमा ॥ 9.34 ॥

Vers 9.35

उत्तमा तत्त्वचिन्ता स्याज्जपचिन्ता तु मध्यमा ।
शास्त्रचिन्ताऽधमा ज्ञेया लोकचिन्ताऽधमाधमा ॥ 9.35 ॥

Vers 9.36

पूजाकोटिसमं स्तोत्रं स्तोत्रकोटिसमो जपः ।
जपकोटिसमं ध्यानं ध्यानकोटिसमो लयः ॥ 9.36 ॥

Vers 9.37

न हि ध्यानात् परो मन्त्रो न देवस्त्वात्मनः परः ।
नानुसन्धात् परा पूजा न हि तृप्तेः परं फलम् ॥ 9.37 ॥

Vers 9.38

अक्रियैव परा पूजा मौनमेव परो जपः ।
अचिन्तेव परं ध्यानमनिच्छैव परं फलम् ॥ 9.38 ॥

Vers 9.39

मन्त्रोदकैवीना सन्ध्यां पूजाहोमैवीना तपः ।
उपचारैर्विना पूजां योगी नित्यं समाचरेत् ॥ 9.39 ॥

Vers 9.40

निःसङ्गश्च विसङ्गश्च निस्तीर्णोपाधिवासनः ।
निजस्वरूपनिर्मग्नः स योगी परतत्त्ववित् ॥ 9.40 ॥

Vers 9.41

देहो देवालयो देवि जीवो देवः सदाशिवः ।
त्यजेदज्ञाननिर्माल्यं सोऽहम्भावेन पूजयेत् ॥ 9.41 ॥

Vers 9.42

जीवः शिवः शिवो जीवः स जीवः केवलः शिवः ।
पाशबद्धः स्मृतो जीवः पाशमुक्तः सदाशिवः ॥ 9.42 ॥

Vers 9.43

तुषेण बद्धो व्रीहिः स्यात्तुषाभावे हि तण्डुलः ।
कर्मबद्धः स्मृतो जीवः कर्ममुक्तः सदाशिवः ॥ 9.43 ॥

Vers 9.44

अग्नी तिष्ठति विप्राणां हृदि देवो मनीषिणाम् ।
प्रतिमास्वप्रबुद्धानां सर्वत्र विदितात्मनाम् ॥ 9.44 ॥

Vers 9.45

यो निन्दास्तुतिशीतोष्णसुखदुःखारिबन्धुषु ।
सम आस्ते स योगीन्द्रो हर्षाहर्षविवर्जितः ॥ 9.45 ॥

Vers 9.46

निस्पृहो नित्यसन्तुष्टः समदर्शी जितेन्द्रियः ।
आस्ते देहे प्रवासीव योगी परमतत्त्ववित् ॥ 9.46 ॥

Vers 9.47

निःसङ्कल्पो निर्विकल्पो निलीप्तोपाधिवासनः ।
निजस्वरूपनिर्मग्नः स योगी परतत्त्ववित् ॥ 9.47 ॥

Vers 9.48

यथा पङ्ग्वन्धबधिरक्लीबोन्मत्तजडादयः ।
निवसन्ति कुलेशानि तथा योगी च तत्त्ववित् ॥ 9.48 ॥

Vers 9.49

पञ्चमुद्रासमुत्पन्नपरमानन्दनिर्भरः ।
य आस्ते स तु योगीन्द्रः पश्यत्यात्मानमात्मनि ॥ 9.49 ॥

Vers 9.50

अलिमांसाङ्गनासङ्गे यत् सुखं जायते प्रिये ।
तदेव मोक्षो विदुषामबुधानान्तु पातकम् ॥ 9.50 ॥

Vers 9.51

सदा मांसासवोल्लासी सदा चरणचिन्तकः ।
सदासंशयहीनो यः कुलयोगी स उच्यते ॥ 9.51 ॥

Vers 9.52

पिबन्मद्यं पलं खादन् स्वेच्छाचारपरायणः ।
अहं तदनयोरैक्यं भावयन्निवसेत् सुखी ॥ 9.52 ॥

Vers 9.53

आमिषासवसौरभ्यहीनं यस्य मुखं भवेत् ।
प्रायश्चित्ती स वर्ज्यश्च पशुरेव न संशयः ॥ 9.53 ॥

Vers 9.54

यावदासवगन्धः स्यात् पशुः पशुपतिः स्वयम् ।
विनालिमांसगन्धेन साक्षात् पशुपतिः पशुः ॥ 9.54 ॥

Vers 9.55

लोके निकृष्टमुत्कृष्टं लोकोत्कृष्टं निकृष्टकम् ।
कुलमार्गं समुद्दिष्टं भैरवेण महात्मना ॥ 9.55 ॥

Vers 9.56

अनाचारः सदाचारस्त्वकार्य कार्यमुत्तमम् ।
असत्यमपि सत्यं स्यात् कौलिकानां कुलेश्वरि ॥ 9.56 ॥

Vers 9.57

अपेयमपि पेयं स्यादभक्ष्यं भक्ष्यमेव च ।
अगम्यमपि गम्यं स्यात् कौलिकानां कुलेश्वरि ॥ 9.57 ॥

Vers 9.58

न विधिर्न निषेधः स्यान्न पुण्यं न च पातकम् ।
न स्वर्गो नैव नरकं कौलिकानां कुलेश्वरि ॥ 9.58 ॥

Vers 9.59

अनभिज्ञा अभिज्ञन्ति दरिद्रा धनयन्ति च ।
विनष्टा अपि वर्धन्ते कौलिकाः कुलनायिके ॥ 9.59 ॥

Vers 9.60

रिपवश्चापि मित्रन्ति साक्षाद्दासन्ति भूमिपाः ।
बान्धवन्ति जनाः सर्वे कौलिकानां कुलेश्वरि ॥ 9.60 ॥

Vers 9.61

विमुखाः सुमुखाः सर्वे गर्विताः प्रणमन्ति च ।
बाधकाः साधकायन्ते कौलिकानां कुलेश्वरि ॥ 9.61 ॥

Vers 9.62

निर्गुणाः सगुणायन्ते अकुलं सुकुलायते ।
अधर्माश्चापि धर्मन्ति कौलिकानां कुलेश्वरि ॥ 9.62 ॥

Vers 9.63

मृत्युर्वैद्यायते देवि साक्षात् स्वर्गायते गृहम् ।
पुण्यायन्तेऽङ्गनासङ्गाः कौलिकानां कुलेश्वरि ॥ 9.63 ॥

Vers 9.64

बहुनात्र किमुक्तेन कुलयोगीश्वराः प्रिये ।
सदा सङ्कल्पसिद्धाः स्युर्नात्र कार्या विचारणा ॥ 9.64 ॥

Vers 9.65

येन केनापि वेशेन येन केनाप्यलक्षितः ।
यत्र कुत्राश्रमे तिष्ठेत् कुलयोगी कुलेश्वरि ॥ 9.65 ॥

Vers 9.66

योगिनो विविधैर्वेशैर्नराणां हितकारिणः ।
भ्रमन्ति पृथिवीमेतामविज्ञातस्वरूपिणः ॥ 9.66 ॥

Vers 9.67

सकृन्नैवात्मविज्ञानं क्षपयन्ति कुलेश्वरि ।
उन्मत्तमूकजडवन्निवसेल्लोकमध्यतः ॥ 9.67 ॥

Vers 9.68

अलक्ष्यो हि यथा लोके व्योम्नि चन्द्रार्कयोगतः ।
नक्षत्राणां ग्रहाणाञ्च तथा वृत्तन्तु योगिनाम् ॥ 9.68 ॥

Vers 9.69

आकाशे पक्षिणां देवि जलेऽपि जलचारिणाम् ।
यथा गतिर्न दृश्येत तथा वृत्तं हि योगिनाम् ॥ 9.69 ॥

Vers 9.70

असन्त इव भाषन्ते चरन्त्यज्ञा इव प्रिये ।
पामरा इव दृश्यन्ते कुलयोग विशारदाः ॥ 9.70 ॥

Vers 9.71

जना यथावमन्यन्ते गच्छेयुर्नैव सङ्गतिम् ।
न किञ्चिदपि भाषन्ते तथा योगी प्रवर्तते ॥ 9.71 ॥

Vers 9.72

मुक्तोऽपि बालवत् क्रीडेत् कुलेशो जडवच्चरेत् ।
वदेदुन्मत्तवद्विद्वान् कुलयोगी महेश्वरि ॥ 9.72 ॥

Vers 9.73

यथा हसति लोकोऽयं जुगुप्सति च कुत्सति ।
विलोक्य दूरतो याति तथा योगी प्रवर्तते ॥ 9.73 ॥

Vers 9.74

क्वचिच्छिष्टः क्वचिद्भ्रष्टः क्वचिद् भूतपिशाचवत् ।
नानावेशधरो योगी विचरेज्जगतीतले ॥ 9.74 ॥

Vers 9.75

योगी लोकोपकाराय भोगान् भुङ्क्ते न काङ्ङ्क्षया ।
अनुगृह्णन् जनान् सर्वान् क्रीडेच्च पृथिवीतले ॥ 9.75 ॥

Vers 9.76

सर्वशोषी यथा सूर्यः सर्वभोगी यथाऽनलः ।
योगी भुक्त्वाखिलान् भोगान् तथा पापैर्न लिप्यते ॥ 9.76 ॥

Vers 9.77

सर्वस्पर्शी यथा वायुर्यथाकाशश्च सर्वगः ।
सर्वे यथा नदीस्नातास्तथा योगी सदा शुचिः ॥ 9.77 ॥

Vers 9.78

यथा ग्रामगतं तोयं नदीयुक्तं भवेच्छुचि ।
तथा म्लेच्छगृहान्नादि योगिहस्तार्पितं शुचि ॥ 9.78 ॥

Vers 9.79

यथाऽऽचरन्ति देवेशि कुलज्ञानविशारदाः ।
तदेव विदुषां मान्यमात्मनो हितकाङ्क्षिणाम् ॥ 9.79 ॥

Vers 9.80

यस्मिंश्चरन्ति योगीशाः स मार्गः परमो मतः ।
यस्यामुदेति सूर्यो हि पूर्वाशा सा निगद्यते ॥ 9.80 ॥

Vers 9.81

यत्र यत्र गजो याति तत्र मार्गो यथा भवेत् ।
कुलयोगी वरेद् यत्र स स मार्गः कुलेश्वरि ॥ 9.81 ॥

Vers 9.82

नदीं वक्रामृजुं कर्तुं निरोद्धुं तत्प्रवाहकम् ।
स्वेच्छाविहारिणं शान्तं को वा वारयितुं क्षमः ॥ 9.82 ॥

Vers 9.83

यद्वन्मन्त्रबलोपेतः क्रीडनीयैर्न दृश्यते ।
तद्वन्न दृश्यते ज्ञानी क्रीडन्निन्द्रियपन्नगैः ॥ 9.83 ॥

Vers 9.84

निवृत्तदुःखसन्तुष्टा निर्द्वन्द्वा गतमत्सराः ।
कुलज्ञानरताः शान्तास्त्वद्भक्तास्ते च कौलिकाः ॥ 9.84 ॥

Vers 9.85

अमदक्रोधदम्भाशाहङ्काराः सत्यवादिनः ।
कौलिकेन्द्रा ह्यचपला ये नेन्द्रियवशानुगाः ॥ 9.85 ॥

Vers 9.86

कीर्त्यमाने कुले येषां रोमाञ्चो गद्गदस्वरः ।
आनन्दाश्रु पतेद्देवि कथिताः कौलिकोत्तमाः ॥ 9.86 ॥

Vers 9.87

सर्वधर्माधिको लोके कुलधर्मः शिवोदितः ।
इति ते निश्चितधियः प्रोक्तास्ते कौलिकोत्तमाः ॥ 9.87 ॥

Vers 9.88

यो भवेत् कुलतत्त्वज्ञः कुलशास्त्रविशारदः ।
कुलार्चनरतः स स्यात् कौलिको नापरः प्रिये ॥ 9.88 ॥

Vers 9.89

कुलभक्तान् कुलज्ञानान् कुलाचारकुलव्रतान् ।
प्रीतो भवति यो दृष्ट्वा कौलिकः स च मे प्रियः ॥ 9.89 ॥

Vers 9.90

तत्त्वत्रयश्रीचरणमूलमन्त्रार्थतत्त्ववित् ।
देवतागुरुभक्ताश्च कौलिकः स्याच्च दीक्षया ॥ 9.90 ॥

Vers 9.91

दुर्लभं सर्वलोकेषु कुलाचार्यस्य दर्शनम् ।
सुपाकेनैव पुण्यानां लभ्यते नान्यथा प्रिये ॥ 9.91 ॥

Vers 9.92

संस्मृतः कीर्तितो दृष्टो वन्दिनो भाषितोऽपि वा ।
पुनाति कुलधर्मिष्ठश्चाण्डालोऽपि यदृच्छया ॥ 9.92 ॥

Vers 9.93

सर्वज्ञो वापि मूर्खो वाप्युत्तमो वाऽधमोऽपि वा ।
यत्र देवि कुलज्ञानी तत्राहञ्च त्वया सह ॥ 9.93 ॥

Vers 9.94

नाहं वसामि कैलासे न मेरौ न च मन्दिरे ।
कुलज्ञा यत्र तिष्ठन्ति तत्र तिष्ठामि भामिनि ॥ 9.94 ॥

Vers 9.95

सुदूरमपि गन्तव्यं यत्र माहेश्वरो जनः ।
द्रष्टव्यञ्च प्रयत्नेन तत्र सन्निहितो ह्यहम् ॥ 9.95 ॥

Vers 9.96

अतिदूरस्थितो वापि द्रष्टव्यः कुलदेशिकः ।
समीपे वर्तमानोऽपि न द्रष्टव्यः पशुः प्रिये ॥ 9.96 ॥

Vers 9.97

कुलज्ञानी वसेद् यत्र स देशः पुण्यभाक् ततः ।
दर्शनादर्चनात्तस्य त्रिसप्तकुलमुद्धरेत् ॥ 9.97 ॥

Vers 9.98

कुलज्ञानिनमालोक्य स्वसन्तानगृहे स्थितम् ।
शंसन्ति पितरस्तस्य यास्यामः परमां गतिम् ॥ 9.98 ॥

Vers 9.99

समाश्वसन्ति पितरः सुवृष्टिमिव कर्षकाः ।
योऽस्मत्कुलेषु पुत्रो वा पौत्रो वा कौलिको भवेत् ॥ 9.99 ॥

Vers 9.100

स धन्यः खलु लोकेऽस्मिन् पुरुषः क्षीणकल्मषः ।
यत्समीपं समायान्ति कुलाचार्या मुदा प्रिये ॥ 9.100 ॥

Vers 9.101

कौलिकेन्द्रे समायाते कौलिकावसथं प्रति ।
समायान्ति मुदा देवि योगिन्यो योगिभिः सह ॥ 9.101 ॥

Vers 9.102

प्रविश्य कुलयोगीन्द्रं भणन्ते पितृदेवताः ।
तस्मात् सम्पूजयेद्भक्त्या कुलज्ञानपरायणान् ॥ 9.102 ॥

Vers 9.103

अभ्यर्चयित्वा त्वां देवि त्वद्भक्तान्नार्चयन्ति ये ।
पापिष्ठास्त्वत्प्रसादस्य भाजनं न भवन्ति ते ॥ 9.103 ॥

Vers 9.104

नैवेद्यं पुरतो न्यस्तं दर्शनात् स्वीकृतं त्वया ।
रसान् भक्तस्य जिह्वाग्रादश्नामि कमलेक्षणे ॥ 9.104 ॥

Vers 9.105

त्वद्भक्तपूजनाद्देवि पूजितोऽहं न संशयः ।
तस्मान्मम प्रियाकाङ्क्षी त्वद्भक्तानेव पूजयेत् ॥ 9.105 ॥

Vers 9.106

यत् कृतं कुलनिष्ठानां तद्देवानां कृतं भवेत् ।
सुराः कुलप्रियाः सर्वे तस्मात् कौलिकमर्चयेत् ॥ 9.106 ॥

Vers 9.107

न तुष्याम्यहमन्यत्र तथा भक्त्या सुपूजितः ।
कौलिकेन्द्रेऽचीते सम्यक् यथा तुष्यामि पार्वति ॥ 9.107 ॥

Vers 9.108

यत् फलं कौलिकेन्द्राणां पूजया लभते प्रिये ।
तत् फलं नाप्नुयात्तीर्थतपोदानमखव्रतैः ॥ 9.108 ॥

Vers 9.109

दत्तमिष्टं हुतं तप्तं पूजितं जप्तमम्बिके ।
कौलिकस्य भवेद्वयर्थं कुलज्ञं योऽवमानयेत् ॥ 9.109 ॥

Vers 9.110

श्मशानं तद् गृहं देवि स पापी श्वपचाधमः ।
यः प्रविश्य कुलं धर्म कुलाचारं न वेत्ति चेत् ॥ 9.110 ॥

Vers 9.111

कुलनिष्ठान् परित्यज्य यच्चान्यस्मै प्रदीयते ।
तद्दानं निष्फलं देवि दाता च नरकं व्रजेत् ॥ 9.111 ॥

Vers 9.112

भिन्नभाण्डे जलं यद्वत् शिलायामुप्तबीजवत् ।
भस्मनीव हुतं हव्यं तद्वद्दानमकौलिके ॥ 9.112 ॥

Vers 9.113

यथाशक्त्या तु यत् किञ्चिद् यो दद्यात् कुलयोगिने ।
विशेषतिथिषु प्रीत्या तत्फलं नैव वर्ण्यते ॥ 9.113 ॥

Vers 9.114

यो देवि स्वयमाहूय कुलज्ञानान् शुभे दिने ।
अभ्यर्च्य देवताबुद्ध्या गन्धपुष्पाक्षतादिभिः ॥ 9.114 ॥

Vers 9.115

मादिभिः पञ्चमुद्राभिः सद्भक्त्या परितोषयेत् ।
तेषु तुष्टेष्वहं तुष्टस्तुष्टाः स्युः सर्वदेवताः ॥ 9.115 ॥

Vers 9.116

भगिनीं वा सुतां भार्यां यो दद्यात् कुलयोगिने ।
मधुमत्ताय देवेशि तस्य पुण्यं न गण्यते ॥ 9.116 ॥

Vers 9.117

अनिखातविनिक्षिप्तमप्रयत्नेन वद्धीतम् ।
परलोकस्य पाथेयं वीरचक्रेऽर्पितं मधु ॥ 9.117 ॥

Vers 9.118

पापाचारसमायुक्तं सर्वलोकबहिष्कृतम् ।
जायते हि कुलद्रव्यं कुलयोगीश्वरार्पितम् ॥ 9.118 ॥

Vers 9.119

यस्मिन् देशे वसेत् वीरः कुलपूजारतः प्रिये ।
सोऽपि देशो भवेत् पूतः किं पुनस्तत्पुरस्थिताः ॥ 9.119 ॥

Vers 9.120

कौलिकेन्द्रे सकृद्भुक्ते पुण्यं कोटिगुणं भवेत् ।
किं पुनर्बहुभिर्भुक्तैस्तत् पुण्यं नैव गण्यते ॥ 9.120 ॥

Vers 9.121

तस्मात् सर्वप्रयत्नेन सर्वावस्थासु सर्वदा ।
कुलधर्मरतो भूयात् कुलज्ञानिनमर्चयेत् ॥ 9.121 ॥

Vers 9.122

ज्ञानिनोऽज्ञानिनो वापि यावत् देहस्य धारणा ।
तावद्वर्णाश्रमाचारः कर्तव्यः कर्ममुक्तये ॥ 9.122 ॥

Vers 9.123

कर्मणोन्मूलितेऽज्ञाने ज्ञानेन शिवतां व्रजेत् ।
शिवे तेनैव मुक्तिः स्यादतः कर्म समाचरेत् ॥ 9.123 ॥

Vers 9.124

कुर्यादनिन्द्यकर्माणि नित्यकर्माणि वा चरेत् ।
कर्ममुक्तः सुखाकाङ्क्षी कर्मनिष्ठः सुखं व्रजेत् ॥ 9.124 ॥

Vers 9.125

सर्वकर्माणि सन्त्यक्तुं न शक्यं देहधारिणा ।
त्यजेत् कर्मफलं यो वा स त्यागीत्यभिधीयते ॥ 9.125 ॥

Vers 9.126

स्वकार्येषु प्रवर्तन्ते करणानीति चिन्तयेत् ।
अहम्भावमपास्यैव यः कुर्यात् स न लिप्यते ॥ 9.126 ॥

Vers 9.127

क्रियमाणानि कर्माणि ज्ञानप्राप्तेरनन्तरम् ।
न च स्पृशन्ति तत्त्वज्ञं जलं पद्मदलं यथा ॥ 9.127 ॥

Vers 9.128

तन्निष्ठस्य च कर्माणि पुण्यापुण्यानि सङ्क्षयम् ।
प्रयान्ति नैव लिप्यन्ते क्रियमाणानि वा पुनः ॥ 9.128 ॥

Vers 9.129

उत्पन्नसहजानन्दतत्त्वज्ञानरतः प्रिये ।
सन्त्यक्तसर्वसङ्कल्पः स विद्वान् कर्म सन्त्यजेत् ॥ 9.129 ॥

Vers 9.130

वृथैव यैः परित्यक्तं कर्मकाण्डमपण्डितैः ।
पाषण्डाः पण्डितम्मन्यास्ते यान्ति नरकं प्रिये ॥ 9.130 ॥

Vers 9.131

फलं प्राप्य यथा वृक्षः पुष्पं त्यजति निस्पृहः ।
तत्त्वं प्राप्य तथा योगी त्यजेत् कर्मपरिग्रहम् ॥ 9.131 ॥

Vers 9.132

अश्वमेधायुतेनापि ब्रह्महत्यायुतेन च ।
पुण्यपापैर्न लिप्यन्ते येषां ब्रह्म हृदि स्थितम् ॥ 9.132 ॥

Vers 9.133

पृथिव्यां यानि कर्माणि जिह्वोपस्थनिमित्ततः ।
जिह्वोपस्थपरित्यागी कर्मणा किं करिष्यति ॥ 9.133 ॥

Vers 9.134

इति ते कथितं किञ्चित् योगं योगीशलक्षणम् ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 9.134 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
योगसंस्थापनकथनं नाम नवमोल्लासः ॥ ९ ॥

10. Ullasa

अथ दशमोल्लासः

Vers 10.1

श्री देव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि विशेषदिवसार्चनम् ।
तत्सपर्याफलं देव वद मे परमेश्वर ॥ 10.1 ॥

Vers 10.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण सर्वपापैः प्रमुच्यते ॥ 10.2 ॥

Vers 10.3

उत्तमा नित्यपूजा स्यात् मध्यमं पर्वपूजनम् ।
मासपूजाऽधमा देवि मासादूर्ध्व पशुर्भवेत् ॥ 10.3 ॥

Vers 10.4

विहितैर्मादिभिर्द्रव्यैर्मासादूर्ध्वं समर्चनम् ।
पशोर्भूयः प्रवेशेच्छा यदि स्याद्दीक्षयेत् पुनः ॥ 10.4 ॥

Vers 10.5

मद्यं मांसञ्च मत्स्यश्च मुद्रा मैथुनमेव च ।
मकारपञ्चकं देवि देवताप्रीतिकारकम् ॥ 10.5 ॥

Vers 10.6

मादिपञ्चकमीशानि देवताप्रीतये सुधीः ।
यथाविधि निषेवेत तृष्णया चेत् स पातकी ॥ 10.6 ॥

Vers 10.7

कृष्णाष्टमीचतुर्दश्यावमावास्याथ पूर्णिमा ।
सङ्क्रान्तिः पञ्च पर्वाणि तेषु पुण्यदिनेषु च ॥ 10.7 ॥

Vers 10.8

गुरुजन्मदिने प्राप्ते तद्गुरोस्तद्गुरोरपि ।
मानवौघादिपुंसाञ्च स्वजन्मदिवसे तथा ॥ 10.8 ॥

Vers 10.9

सम्पत्तौ च यजेल्लाभे तपोदीक्षाव्रतोत्सवे ।
पीठोपगमने वीरपीठे स्वजनदर्शने ॥ 10.9 ॥

Vers 10.10

देशिकागमने पुण्यतीर्थदैवतदर्शने ।
एवमादिषु देवेशि विशेषदिवसेषु च ॥ 10.10 ॥

Vers 10.11

यथाधनं यथाश्रद्धं यथाद्रव्यं यथोचितम् ।
यथाकालं यथादेशं तथा पूजां समाचरेत् ॥ 10.11 ॥

Vers 10.12

आचार्येण विधानेन कारयेच्चक्रपूजनम् ।
स्वयं वा पूजयेद्देवि बिन्दुपूजापुरःसरम् ॥ 10.12 ॥

Vers 10.13

स ते लोकमवाप्नोति पुनरावृत्तिवर्जितम् ।
अकुर्वन् कौलिको मोहाद्देवताशापमाप्नुयात् ॥ 10.13 ॥

Vers 10.14

मासे वापि त्रिमासे वा षण्मासे वत्सरेऽपि वा ।
श्रीगुरुं पूजयेद्भक्त्याऽप्राप्ते तत्स्त्रीसुतादिकान् ॥ 10.14 ॥

Vers 10.15

तदभावे कुलज्ञञ्च तच्छिष्यं वान्ययोगिनम् ।
सन्तोषयेत् कुलद्रव्यैः कुलपूजापुरःसरम् ॥ 10.15 ॥

Vers 10.16

रोगेष्वापत्सु दोषेषु दुःसङ्गे दुर्निमित्तके ।
पूजयेद् योगिनीवृन्दं देवि तद्दोषशान्तये ॥ 10.16 ॥

Vers 10.17

यत्रैकाम्नायतत्त्वज्ञः कुलाचार्यः कुलेश्वरि ।
कौलिकास्त्रिचतुःपञ्च शक्तयश्च तथा प्रिये ॥ 10.17 ॥

Vers 10.18

पृथग्वा पूजयेद्देवि मिथुनाकारतोऽपि वा ।
गन्धपुष्पाक्षताद्यैस्तु देवेशि समलङ्कृताः ।
भक्ष्यभोज्यादिपिशितैः पदार्थैः षड्रसान्वितैः ॥ 10.18 ॥

Vers 10.19

प्रौढोल्लासेन सहिता यदि ता निवसन्ति च ।
तच्छ्रीचक्रमिति प्रोक्तं वृन्दञ्चापि तदुच्यते ॥ 10.19 ॥

Vers 10.20

कुर्यान्नवकुमारीणां पूजामाश्विनमासके ।
प्रातर्निमन्त्रयेद्भक्त्या साधकः शुद्धमानसः ॥ 10.20 ॥

Vers 10.21

मनोहरामेकवर्षी बालाञ्च शुभलक्षणाम् ।
मन्त्री स्नात्वाथ शुद्धात्मा कुर्याद्देवि क्रमार्चनम् ॥ 10.21 ॥

Vers 10.22

अभ्यङ्गस्नानशुद्धान्तां पूजासदनमानयेत् ।
देवतासन्निधौ बालामुपवेश्य समर्चयेत् ॥ 10.22 ॥

Vers 10.23

गन्धपुष्पादिभिर्धूपैर्दीपैश्च कुलदीपकैः ।
भोग्यभोज्यान्नपानाद्यैः क्षीराज्यमधुमांसकैः ।
कदलीनारिकेलादिफलैस्तां परितोषयेत् ॥ 10.23 ॥

Vers 10.24

सशक्तिकः स्वयं देवि प्रौढान्तोल्लाससंयुतः ।
यथाशक्ति जपेदेकोत्तरवृद्ध्याऽथवा मनुम् ॥ 10.24 ॥

Vers 10.25

बालामलङ्कृतां पश्यन् चिन्तयेत् स्वेष्टदेवताम् ।
ततस्तां देवताबुद्ध्या नमस्कृत्य विसर्जयेत् ॥ 10.25 ॥

Vers 10.26

द्वितीयायां द्विवर्षान्तामेकवर्षाञ्च पूजयेत् ।
एवं तिथौ कुमारीञ्च यजेत् पूर्वदिनार्चिताम् ॥ 10.26 ॥

Vers 10.27

नवम्यामेकवर्षादि-नववर्षान्तकन्यकाः ।
बाला शुद्धा च ललिता मालिनी च वसुन्धरा ।
सरस्वती रमा गौरी दुर्गा च नव कीर्तिताः ॥ 10.27 ॥

Vers 10.28

त्रिताराद्यैर्नमोऽन्तैश्च देवतापदपश्चिमैः ।
नामभिश्च चतुर्थ्यन्तैः पूजयेत्ताः पृथक् पृथक् ॥ 10.28 ॥

Vers 10.29

बटुकं पञ्चवर्षञ्च नववर्षं गणेश्वरम् ।
गन्धपुष्पाम्बराकल्पैर्यथाविभवविस्तरैः ॥ 10.29 ॥

Vers 10.30

अभ्यर्च्य देवताबुद्ध्या पदार्थैः परितोषयेत् ।
स्वकार्यफलसिद्ध्यर्थं वित्तशाठ्यविवर्जितः ॥ 10.30 ॥

Vers 10.31

नवरात्रं जपेदेकोत्तरवृद्ध्या क्रमेण च ।
नवरात्रकृतां पूजां देवि देव्यै समर्पयेत् ॥ 10.31 ॥

Vers 10.32

ताम्बूलं दक्षिणां दत्त्वा कुमारीस्ता विसर्जयेत् ।
एवं नवकुमारीणामर्चनं प्रातवत्सरम् ॥ 10.32 ॥

Vers 10.33

यः करोति स पुण्यात्मा देवताप्रीतिमाप्नुयात् ।
मनोऽभिलाषं सम्प्राप्य निवसेत्तव सन्निधौ ॥ 10.33 ॥

Vers 10.34

अथवा यौवनारूढाः प्रमदा नव पार्वति ।
मनोज्ञाः पूजयेद्भक्त्या नवरात्रिषु मन्त्रवित् ॥ 10.34 ॥

Vers 10.35

हृल्लेखां गगनां रक्तां महोच्छुष्मां करालिकाम् ।
इच्छां ज्ञानां क्रियां दुर्गां बटुकञ्च गणेश्वरम् ।
पूर्ववत् पूर्वमद्याद्यैः पदार्थैः परितोषयेत् ॥ 10.35 ॥

Vers 10.36

प्रौढान्तोल्लाससंयुक्ताः सन्तुष्टा यदि ताः प्रिये ।
साधकस्तुष्टिमासाद्य निवसेत्तव सन्निधौ ॥ 10.36 ॥

Vers 10.37

एवं यः पूजयेद्देवि प्रतिवर्षं यतव्रतः ।
षण्मासे वा त्रिमासे वा मासे मासेऽथवा प्रिये ॥ 10.37 ॥

Vers 10.38

तिस्रो वा पञ्च वा सप्त पूजयेद्देवताधिया ।
सर्वैश्वर्यसमृद्धात्मा स भवेदावयोः प्रियः ॥ 10.38 ॥

Vers 10.39

भृगुवारे कुलेशानि कान्तामारूढयौवनाम् ।
सर्वलक्षणसम्पन्नामनुकूलां मनोरमाम् ॥ 10.39 ॥

Vers 10.40

कुलाकुलाष्टकां देवि निमन्त्र्याहूय पुष्पिणीम् ।
अभ्यङ्गस्नानशुद्धाङ्गीमासने चोपवेशयेत् ॥ 10.40 ॥

Vers 10.41

गन्धपुष्पाम्बराकल्पैरलङ्कृत्य विधानवित् ।
आत्मानं गन्धपुष्पाद्यैरलङ्कुर्यात् कुलेश्वरि ॥ 10.41 ॥

Vers 10.42

आवाह्य देवतां तस्यां यजेन्न्यासक्रमेण च ।
कृत्वा क्रमार्चनं धूपदीपाञ्च कुलदीपकान् ॥ 10.42 ॥

Vers 10.43

प्रदर्श्य देवताबुद्ध्या पदार्थैः षड्रसान्वितैः ।
मांसादिभक्ष्यभोज्याद्यैस्तोषयेद्देवि भक्तितः ॥ 10.43 ॥

Vers 10.44

प्रौढान्तोल्लाससहितां तां प्रपश्यन् जपेन्मनुम् ।
यौवनोल्लाससहितः स्वयं तद्ध्यानतत्परः ॥ 10.44 ॥

Vers 10.45

निर्विकारेण चित्तेन ह्यष्टोत्तरसहस्रकम् ।
जपादिकं समर्प्याथ तया सह निशां नयेत् ॥ 10.45 ॥

Vers 10.46

त्रिपञ्चसप्तनवसु भृगुवारेषु यः प्रिये ।
पूजयेद्विधिनाऽनेन तस्य पुण्यं न गण्यते ॥ 10.46 ॥

Vers 10.47

चतुः पीठार्चनफलं स प्राप्नोति कुलेश्वरि ।
यद् यत् स्वमनसोऽभीष्टं तत्तदाप्नोत्यसंशयम् ॥ 10.47 ॥

Vers 10.48

नवम्यां वार्चयेदेवं विधानेन विधानवित् ।
स्तोत्रैः सम्पूजयेत् सर्वैर्महदैश्वर्यमाप्नुयात् ॥ 10.48 ॥

Vers 10.49

कुर्यात् कर्कटके वापि मकरे मिथुनार्चनम् ।
तुलायां सिंहमेषे वा सर्वसङ्क्रान्तिषु प्रिये ॥ 10.49 ॥

Vers 10.50

गौरीशिवौ रमाविष्णू वाणीसरसिजासनौ ।
शचीन्द्रौ रोहिणीचन्द्रौ स्वाहाग्नी च प्रभारवी ॥ 10.50 ॥

Vers 10.51

भद्रकालीवीरभद्रौ भैरवीभैरवावपि ।
मिथुनानि नवाभ्यर्च्य पूर्वोक्तेनैव वर्त्मना ॥ 10.51 ॥

Vers 10.52

त्रितारादिनमोऽन्तेन तत्तन्नाम्ना विधानवित् ।
गन्धपुष्पादिभिः पूज्य मद्याद्यैः परितोषयेत् ॥ 10.52 ॥

Vers 10.53

प्रौढान्तोल्लासयुक्तानि कुर्वीत मिथुनानि च ।
एवं कृते न सन्देहस्तुष्टा मिथुनदेवताः ।
अनुगृह्णन्ति तं देवि प्रयच्छन्ति मनोरथम् ॥ 10.53 ॥

Vers 10.54

प्रतिवर्षन्तु यः कुर्यात् सभक्त्या मिथुनार्चनम् ।
तव लोके स निवसेत् सर्वैश्वर्यसमन्वितः ॥ 10.54 ॥

Vers 10.55

अथ वैशाखमासस्य शुक्लप्रतिपदीश्वरि ।
ब्राह्मे मुहूर्ते उत्थाय स्नानं सन्ध्यामुपास्य च ॥ 10.55 ॥

Vers 10.56

मनोज्ञे रहसि स्थाने पूर्वाशाभिमुखस्थितः ।
आत्मानं गन्धपुष्पाद्यैरलङ्कृत्य विधानवित् ॥ 10.56 ॥

Vers 10.57

कृत्वा पुरोदितन्यासान् देवताभावमास्थितः ।
किञ्चिदभ्युदिते सूर्ये मण्डले स्वेष्टदेवताम् ॥ 10.57 ॥

Vers 10.58

ध्यात्वा सावरणां सम्यक् पूजयेद्विधिना प्रिये ।
षोडशैरुपचारैस्तु चक्रपूजापुरःसरम् ॥ 10.58 ॥

Vers 10.59

कुलदीपान् प्रदर्श्याथ शिवाय गुरुरूपिणे ।
मत्स्यमांसादि विधिवद्भक्ष्य भोज्यसमन्वितम् ॥ 10.59 ॥

Vers 10.60

अर्घ्यं निवेद्य तच्छेषं स्वयं भक्त्या पिबेत् प्रिये ।
यौवनोल्लाससहितो निर्विकारेण चेतसा ॥ 10.60 ॥

Vers 10.61

ध्यायंस्तन्मण्डलं देवीमष्टोत्तरसहस्रकम् ।
जप्त्वा समर्प्य तत्पूजां देवताञ्च समुद्धरेत् ॥ 10.61 ॥

Vers 10.62

एवं शुक्लप्रतिपदं समारभ्य दिने दिने ।
कुर्याज्जपार्चनं कृष्णचतुर्दश्यन्तमम्बिके ॥ 10.62 ॥

Vers 10.63

अमावस्यादिने देवि पूजयेच्छक्तिकौलिकान् ।
त्रिपञ्चसप्त नव वा वित्तलोभविवर्जितः ॥ 10.63 ॥

Vers 10.64

एवं यो मासमात्रन्तु कुर्यात् सूर्योदयार्चनम् ।
देवता तस्य सन्तुष्टा ददाति फलमीप्सितम् ॥ 10.64 ॥

Vers 10.65

माध्याह्ने चार्चयेद्देवं सायाह्ने चार्चयेत् प्रिये ।
स तु तत्फलमाप्नोति योगिनीनां प्रियो भवेत् ॥ 10.65 ॥

Vers 10.66

त्रिसन्धां योऽर्चयेदेवं मासमात्रं विधानवित् ।
काङ्क्षितां लभते सिद्धिं देववद् विचरेद् भुवि ॥ 10.66 ॥

Vers 10.67

माघशुक्लप्रतिपदि दिवाहारविवर्जितः ।
स्नात्वा शुक्लाम्बरधरः सायं सन्ध्यामुपास्य च ॥ 10.67 ॥

Vers 10.68

सूर्यार्चनोक्तमार्गेण सर्वद्रव्यसमन्वितः ।
यौवनोल्लाससहितश्चन्द्रस्थां देवतां स्मरन् ॥ 10.68 ॥

Vers 10.69

चन्द्रास्तमयपर्यन्तं जपेन्मन्त्रनन्यधीः ।
एवं प्रतिदिनं शुक्लचतुर्दश्यन्तमर्चयेत् ॥ 10.69 ॥

Vers 10.70

पौर्णमास्यां यथाशक्त्या पूजयेच्छक्तिकौलिकान् ।
एवं यः कुरुते भक्त्या शुक्लपक्षार्चनं प्रिये ॥ 10.70 ॥

Vers 10.71

सर्व पापविशुद्धात्मा सर्वैश्वर्यसमन्वितः ।
सर्वलोकैकसम्पूज्यः शिववन्निवसेद् भुवि ॥ 10.71 ॥

Vers 10.72

शुक्लपक्षेऽर्चनं यद्वत्तद्वत् पक्षे सितेतरे ।
यः करोति विधानेन सर्वान् कामान् समश्नुते ॥ 10.72 ॥

Vers 10.73

इह भुक्त्वाऽखिलान् भोगान् देववत् प्रियदर्शनः ।
योगिनीवीरमेलनं लभते नात्र संशयः ॥ 10.73 ॥

Vers 10.74

अथ कात्तीकमासस्य शुक्लप्रतिपदीश्वरि ।
स्नात्वाचम्य विशुद्धात्मा न्यासान् कृत्वा पुरोदितान् ॥ 10.74 ॥

Vers 10.75

प्रसुप्ते जीवलोके तु मुदितात्मा महानिशि ।
पूर्वार्चनोक्त विधिना सर्वद्रव्यसमन्वितः ॥ 10.75 ॥

Vers 10.76

आज्येनानामिकास्थूलवत्तीं प्रज्वाल्य पार्वति ।
पञ्चवर्णरजश्चित्रवसुपत्रसरोरुहे ॥ 10.76 ॥

Vers 10.77

मधुपूर्णे च कलसे कांस्यपात्रे मनोहरे ।
दीपं संस्थाप्य पुरत उत्तराभिमुखस्थितः ॥ 10.77 ॥

Vers 10.78

दीपे सावरणां देवीं ध्यात्वा विधिवदर्चयेत् ।
यौवनोल्लाससहितो दीपस्थां देवतां स्मरन् ॥ 10.78 ॥

Vers 10.79

अष्टोत्तरसहस्रन्तु जपेन्मन्त्रमनन्यधीः ।
एवं समर्चयेत् कृष्णचतुर्दश्यन्तमम्बिके ॥ 10.79 ॥

Vers 10.80

अमावास्यादिने भक्त्या पूजयेच्छक्तिकौलिकान् ।
एवं कृते कुलेशानि देवता प्रीतिमाप्नुयात् ॥ 10.80 ॥

Vers 10.81

सर्वकामसमृद्धात्मा सर्वैश्वर्यसमन्वितः ।
सर्वलोकैकसम्मान्यः सञ्चरेत् स यथासुखम् ॥ 10.81 ॥

Vers 10.82

अष्टाष्टकार्चनं कुर्यात् शक्तश्चेदेकवासरे ।
अथवाष्टाष्टदिवसेष्वथ द्व्यष्टदिनेषु च ।
द्वात्रिंशद्दिवसेष्वेवं चतुःषष्टिदिनेषु च ॥ 10.82 ॥

Vers 10.83

गुरुणा कारयेद्देवि क्रमज्ञेनापरेण वा ।
क्रमज्ञश्चेत् स्वयं कुर्याद्वित्तशाठ्यविवर्जितः ॥ 10.83 ॥

Vers 10.84

मूलाष्टकन्तु ब्रह्माद्याश्चासिताङ्गादिभैरवाः ।
मङ्गलाद्यैश्च मिथुनैरष्टभिः शब्दिताः प्रिये ॥ 10.84 ॥

Vers 10.85

मूलाष्टकोद्भवानीति प्रसिद्धानि कुलागमे ।
अक्षोभ्यादिचतुःषष्टिमिथुनानि समर्चयेत् ॥ 10.85 ॥

Vers 10.86

पूर्वोक्तेन विधानेन यथाविभवविस्तरम् ।
क्रमलोपं न कुर्वीत स्वेष्टकार्यार्थसिद्धये ॥ 10.86 ॥

Vers 10.87

गन्धपुष्पाक्षताद्यैश्च मत्स्यमांसासवादिभिः ।
भक्ष्यभोज्यादिभिर्नानापदार्थैः षड्रसान्वितैः ।
सम्यक् सन्तोषयेद्देवि मिथुनान्यतिभक्तितः ॥ 10.87 ॥

Vers 10.88

प्रौढान्तोल्लासपर्यन्तं कुर्यात् श्रीचक्रमम्बिके ।
एवं यः कुरुते देवि सकृदष्टाष्टकार्चनम् ॥ 10.88 ॥

Vers 10.89

ब्रह्मविष्णुमहेशादिदेवताभिः स पूज्यते ।
किं पुनर्मानवाद्यैश्च साक्षात् शिव इवापरः ॥ 10.89 ॥

Vers 10.90

यदर्चनाच्चतुःषष्टियोगिनीगणसंस्तुतः ।
पुनरावृत्तिरहितो निवसेत्तव सन्निधौ ॥ 10.90 ॥

Vers 10.91

समस्तदेवताप्रीतिकारणं परमेश्वरि ।
अस्मात् परतरा पूजा नास्ति सत्यं न संशयः ॥ 10.91 ॥

Vers 10.92

पश्यदेवंविधं चक्रं यो भक्त्याष्टाष्टकं प्रिये ।
यज्ञदानतपस्तीर्थव्रतकोटिफलं लभेत् ॥ 10.92 ॥

Vers 10.93

राजा यः कारयेद्देवि भक्त्याष्टाष्टकपूजनम् ।
चतुःसागरपर्यन्तां महीं शास्ति न संशयः ॥ 10.93 ॥

Vers 10.94

श्रीकण्ठादीनि पञ्चाशन्मिथुनानि समर्चयेत् ।
पूर्वोक्तेन विधानेन कुलेश्वरि विधानवित् ॥ 10.94 ॥

Vers 10.95

स्वकार्यफलसिद्ध्यर्थं वित्तशाठ्यविवर्जितः ।
प्रौढान्तोल्लासयुक्तानि मिथुनानि समर्चयेत् ॥ 10.95 ॥

Vers 10.96

सन्तुष्टानि प्रयच्छन्ति साधकायेप्सितं फलम् ।
अव्याहताज्ञः सर्वत्र पूज्यते देववत् प्रिये ।
तव लोके वसेद्देवि ब्रह्मादिसुरसंस्तुतः ॥ 10.96 ॥

Vers 10.97

केशवादि गणेशादि कामादि मिथुनानि च ।
श्रीकण्ठादि समभ्यर्च्य तत्फलं लभते ध्रुवम् ॥ 10.97 ॥

Vers 10.98

अनुग्रहन्तु यः कुर्यात् डाकिन्यादिसमर्चने ।
मासे मासेऽथवा वर्षे स्वजन्मदिवसे प्रिये ॥ 10.98 ॥

Vers 10.99

पूर्वोक्तेन विधानेन यथाविभवविस्तरम् ।
प्रौढान्तोल्लासपर्यन्तं तोषयेत्तद्विधानवित् ॥ 10.99 ॥

Vers 10.100

कुर्वन्त्यनुग्रहं देवि सन्तुष्टाः सर्वदेवताः ।
सर्वोपद्रव रहितः सर्वैश्वर्यसमन्वितः ॥ 10.100 ॥

Vers 10.101

लोकेऽस्मिन् संस्तुतः सर्वैः स जीवेच्छरदां शतम् ।
देहान्ते समवाप्नोति तव लोकं न संशयः ॥ 10.101 ॥

Vers 10.102

दूतीयागन्तु यः कुर्यात् पूर्वोक्तविधिना प्रिये ।
निर्विकल्पेन चित्तेन नवशक्तिसमन्वितः ॥ 10.102 ॥

Vers 10.103

वर्षे वर्षे चतुःषष्टिपीठार्चनफलं लभेत् ।
आज्ञासिद्धिर्भवेत्तस्य देवताप्रीतिमाप्नुयात् ॥ 10.103 ॥

Vers 10.104

त्रिकपूजान्तु यः कुर्यादिच्छाज्ञानक्रियात्मिकाम् ।
आगमोक्तेत विधिना पूर्ववेत्तद्विधानवित् ॥ 10.104 ॥

Vers 10.105

पदार्थैस्तोषयेत् सम्यक् यथाविभवविस्तरम् ।
सन्तुष्टा देवतास्तिस्रः सर्वकर्मफलप्रदाः ।
देवेशि साधकाभीष्टं प्रयच्छन्ति न संशयः ॥ 10.105 ॥

Vers 10.106

इत्यादिदेवतापूजां विशेषदिवसेषु यः ।
करोति शस्त्रविधिना स भवेदावयोः प्रियः ॥ 10.106 ॥

Vers 10.107

श्रीचक्रं कौलिको मोहाद्विशेषदिवसेषु यः ।
न करोति समर्थः सन् स भवेद् योगिनीपशुः ॥ 10.107 ॥

Vers 10.108

कुलपूजां विना चक्रे नाधिकारः कथञ्चन ।
कुलपूजां सुनियतं यः करोति स कौलिकः ॥ 10.108 ॥

Vers 10.109

विना मन्त्रेण पूजा चेद्देवता न प्रसीदति ।
कुलपूजां सुनियतं यः करोति हि कौलिकः ।
कुलेशि सर्वदाप्नोति योगिनीवीरमेलनम् ॥ 10.109 ॥

Vers 10.110

नीचोऽपि वा सकृद्भक्त्या कारयेद् यः कुलार्चनम् ।
स सद्गतिमवाप्नोति किमुतान्ये द्विजातयः ॥ 10.110 ॥

Vers 10.111

तस्मात् सर्वप्रयत्नेन सर्वावस्थासु सर्वदा ।
कुलपूजारतो भूयादभीष्टफलसिद्धये ॥ 10.111 ॥

Vers 10.112

कुलपूजाधिको यज्ञः कुलपूजाधिकं व्रतम् ।
कुलपूजाधिकं तीर्थं कुलपूजाधिकं तपः ॥ 10.112 ॥

Vers 10.113

कुलपूजाधिकं दानं कुलपूजाधिका क्रिया ।
कुलपूजाधिकं ज्ञानं कुलपूजाधिकं सुखम् ॥ 10.113 ॥

Vers 10.114

कुलपूजाधिको धर्मः कुलपूजाधिकं फलम् ।
कुलपूजाधिकं ध्यानं कुलपूजाधिकं महः ॥ 10.114 ॥

Vers 10.115

कुलपूजाधिको योगः कुलपूजाधिका गतिः ।
कुलपूजाधिकं भाग्यं कुलपूजाधिकाऽर्चना ॥ 10.115 ॥

Vers 10.116

नास्ति नास्ति पुनर्नास्ति त्वां शपे कुलनायिके ।
बहुनात्र किमुक्तेन रहस्यं शृणु पार्वति ॥ 10.116 ॥

Vers 10.117

वेदशास्त्रोक्तमार्गेण कुलपूजां करोति यः ।
तत्समीपे स्थितं मां त्वां विद्धि नान्यत्र भामिनी ।
इदं सत्यमिदं सत्यं सत्यं सत्यं न संशयः ॥ 10.117 ॥

Vers 10.118

खभूमिदिग्जलगिरिवनसर्वचराः प्रिये ।
सहस्रकोटियोगिन्यस्तावन्तो भैरवा अपि ।
नियुक्ता हि मया देवि कुलसंरक्षणाय च ॥ 10.118 ॥

Vers 10.119

दिवसे दिवसे सर्वे पार्वति मुदिताननाः ।
साधकानेव वीक्षन्ते स्वस्वपूजनलिप्सया ॥ 10.119 ॥

Vers 10.120

अपूजितास्तु विघ्नन्ति पालयन्ति सुपूजिताः ।
गुरुभक्तान् सदाचारान् गुह्यधर्मान् सदाशिवान् ॥ 10.120 ॥

Vers 10.121

भक्तिहीनान् दुराचारान् नाशयन्ति प्रकाशकान् ।
श्रीचक्रे संस्मरेत्तस्माद् योगिनीभैरवान् प्रिये ॥ 10.121 ॥

Vers 10.122

न स्मरेद् यदि मूढात्मा योगिनीनां भवेत् पशुः ।
तस्मात् श्रीचक्रमध्ये तु संस्मरेत् सर्वदेवताः ॥ 10.122 ॥

Vers 10.123

अनुगृह्णन्ति देवेशि साधकान् नात्र संशयः ।
अनुग्रहन्तु वक्ष्यामि शृणु देवि यथाक्रमम् ॥ 10.123 ॥

Vers 10.124

आत्मनोऽनुग्रहार्थं वा परार्थं श्रेष्ठमुत्तमम् ।
शुचिद्रव्यसमायुक्तं चक्रपूजासमन्वितम् ॥ 10.124 ॥

Vers 10.125

सर्वेषां दक्षिणां दत्त्वा होमपात्रं पृथक पृथक् ।
प्रपूजयेच्च वर्णस्थाः सर्वाभरणभूषिताः ॥ 10.125 ॥

Vers 10.126

हर्षानन्दस्वयंयुक्ताः प्रसन्नाश्च पृथक् पृथक् ।
पायसाज्यौदनैर्युक्तैर्नैवेद्यैर्भक्तिसंयुतैः ॥ 10.126 ॥

Vers 10.127

गन्धपुष्पादिभिः सम्यगर्चयित्वा गणेश्वरम् ।
हसख फ्रें हेसौं(ह्सौम्) डां डीं डमलवरयूं ततः ॥ 10.127 ॥

Vers 10.128

श्रीपादुकां हेसौ(ह्सौ)मिति च हसखफ्रें पुटन्ततः ।
सङ्कल्प्य मनसोऽभीष्टं मधुरत्रितयः प्रिये ॥ 10.128 ॥

Vers 10.129

गन्धपुष्पादिभिः सम्यगर्चयित्वा पृथक् पृथक् ।
पूजयित्वेप्सितान् कामान् प्रार्थयेत् कमलानने ॥ 10.129 ॥

Vers 10.130

ईप्सितानि च सर्वाणि साधको लभते वरम् ।
आत्मनश्च परस्यापि रक्षार्थं पूजयेत् प्रिये ॥ 10.130 ॥

Vers 10.131

रोगाणां नाशनार्थञ्च यथात्र पुत्रसिद्धये ।
वश्यार्थं मङ्गलार्थञ्च धर्मकर्मार्थसिद्धये ॥ 10.131 ॥

Vers 10.132

सप्ताहं पूजयेद्देवि चतुर्दशदिनानि च ।
एकविंशदिनान्यत्र लभते चेप्सितं फलम् ॥ 10.132 ॥

Vers 10.133

दक्षिणाञ्च पृथग् दद्याद्वस्त्रभूषाङ्गुरीयकम् ।
कुलाष्टकसमायुक्तं चतुःषष्टिसमन्वितम् ॥ 10.133 ॥

Vers 10.134

अर्चितञ्च प्रयत्नेन सिद्धिर्भवत्यनेकशः ।
वित्तशाठ्यं न कुर्वीत यदीच्छेत् सिद्धिमात्मनः ॥ 10.134 ॥

Vers 10.135

एवं षट्कं समाख्यातमनुग्रहं वरानने ।
अर्चितव्यं प्रयत्नेन साधकैः स्वेष्टसिद्धये ॥ 10.135 ॥

Vers 10.136

ध्यात्वैव पूजयेदेता डाकिन्याद्या वरानने ।
सम्पूज्य सप्तमीं देवीं पूजयेत् सर्वसिद्धये ॥ 10.136 ॥

Vers 10.137

शक्तिदेहसमुत्पन्नं शक्तिनिर्माल्यभोजने ।
स्ववर्गेण समायुक्ता दत्तनिर्माल्यमित्यपि ।
प्रतिगृह्णयुगं स्वाहा इति निर्माल्यसर्जनम् ॥ 10.137 ॥

Vers 10.138

डाकिनी सर्पवदना वितजा ज्वलनप्रभा ।
कमण्डलुं कर्तृकाञ्च धारयन्ती वरप्रदा ॥ 10.138 ॥

Vers 10.139

उलूकवदना देवी राकिणी नीलसन्निभा ।
खड्गखेटकसंयुक्ता सर्वालङ्कारभूषिता ॥ 10.139 ॥

Vers 10.140

लाकिनी श्रीकपालाढ्या पाशाङ्कुशधरा सती ।
पाटलीपुष्पसङ्काशा सर्वाभरणभूषिता ॥ 10.140 ॥

Vers 10.141

काकिनी हयवक्त्रा च माणिक्यसदृशप्रभा ।
त्रिमुखी मुण्डसंयुक्ता सिद्धिदा सर्वशोभना ॥ 10.141 ॥

Vers 10.142

शाकिनी त्वञ्जनप्रख्या मार्जारास्या सुशोभना ।
कुलिशञ्च तथा दण्डं धारयन्ती शुचिस्मिता ॥ 10.142 ॥

Vers 10.143

हाकिनी ऋक्षवदना नीलनीरदसन्निभा ।
कपालशूलहस्ता च खेटकैरुपशोभिता ।
एकद्वित्रिचतुःपञ्चषण्मुखी सरभाभया ॥ 10.143 ॥

Vers 10.144

इति ते कथितं किञ्चिद्विशेषदिवसार्चनम् ।
समासेन कुलेशानि किम्भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 10.144 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
विशेषदिवसार्चनं नाम दशमोल्लासः ॥ १० ॥

11. Ullasa

अथैकादशोल्लासः

Vers 11.1

श्री देव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि सर्वलोकैकपूजित ।
कुलाचारक्रमं देव वद मे करुणानिधे ॥ 11.1 ॥

Vers 11.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण पशुपाशैः प्रमुच्यते ॥ 11.2 ॥

Vers 11.3

यदि चेद्दीक्षितो ज्येष्ठः कुलपूजादिवर्जितः ।
तत्कनिष्ठः क्रमज्ञश्चेत् कुलपूजां समाचरेत् ॥ 11.3 ॥

Vers 11.4

तत्समीपं ततो गत्वा नमस्कृत्य गुरुं यथा ।
तस्मै निवेद्य तत्सर्वं शेष भुञ्जीत पार्वती ॥ 11.4 ॥

Vers 11.5

पूजामध्ये गुरौ ज्येष्ठे पूज्ये वापि समागते ।
नत्वा ब्रूयात् स्थितं शिष्टमाचरेत्तदनुज्ञया ॥ 11.5 ॥

Vers 11.6

ज्येष्ठस्य च कनिष्ठस्य शिष्यावेकत्र संस्थितौ ।
तत्र पूर्ववदाचारः कथितः कुलनायिके ॥ 11.6 ॥

Vers 11.7

अज्ञातकौलिके प्राप्ते पौर्वापर्यन्तु चिन्तयेत् ।
स्मृत्वा स्वस्य गुरुं देवि स्वस्य मार्गेण तर्पयेत् ॥ 11.7 ॥

Vers 11.8

नित्यार्चनं दिने कुर्याद्रात्रौ नैमित्तिकार्चनम् ।
उभयोः काम्यकर्माणि चेति शास्त्रस्य निर्णयः ॥ 11.8 ॥

Vers 11.9

अस्नात्वाऽनासनस्थो वा भुक्त्वा वा प्रलपन्नपि ।
गन्धपुष्पाक्षता कल्पवस्त्राद्यैरनलङ्कृतः ।
अविन्यस्तशरीरो वा कुलपूजां न चाचरेत् ॥ 11.9 ॥

Vers 11.10

विना मन्त्रेण या पूजा विना मांसेन तर्पणम् ।
विना शक्त्या तु यत्पानं निष्फलं कथितं प्रिये ॥ 11.10 ॥

Vers 11.11

श्रीचक्रमेको वा कुर्यादेकपात्रन्तु नार्चयेत् ।
नार्चयेदेकहस्तेन न पिबेदेकपाणिना ॥ 11.11 ॥

Vers 11.12

मत्स्यमांसासवैर्देवि नार्चयेत् पशुसन्निधौ ।
प्रणम्य प्रविशेच्चक्रं विनिर्गच्छेत्प्रणम्य च ॥ 11.12 ॥

Vers 11.13

श्रीचक्रे नासने तिष्ठेन्न च वीरासने प्रिये ।
श्रीचक्रदर्शने देवि नेत्रयोः पापनाशनम् ।
तन्नास्ति चेद् व्रणद्वन्द्वं कौलिकस्याक्षियुग्मकम् ॥ 11.13 ॥

Vers 11.14

अनाचारान् सदाचारान् चक्रस्थान् शक्तिकौलिकान् ।
शिवगौरीधिया देवि भावयेन्नावमानयेत् ॥ 11.14 ॥

Vers 11.15

कुलाचार्यगृहं गत्वा भक्त्या पापविशुद्धये ।
याचेदमृतञ्चान्नञ्च तदभावे जलं पिबेत् ॥ 11.15 ॥

Vers 11.16

कुलाचार्येण तच्छक्त्या दत्तं पात्रञ्च भक्तितः ।
नमस्कृत्य तु गृह्णीयादन्यथा नरकं व्रजेत् ॥ 11.16 ॥

Vers 11.17

अस्नात्वा वाप्यभक्त्या वा लोभाद्वापि कुलेश्वरि ।
यः सेवेत कुलद्रव्यं दारिद्र्यं समवाप्नुयात् ॥ 11.17 ॥

Vers 11.18

उष्णीषी कञ्चुकी नग्नो मुक्तकेशो गणावृतः ।
व्यग्रो रुष्टो विवादी च न सेवेत कुलामृतम् ॥ 11.18 ॥

Vers 11.19

योगामृतेन निष्ठीवान्मद्यभाण्डपरिभ्रमात् ।
ऊर्ध्व नालेन पानाच्च देवताशापमाप्नुयात् ॥ 11.19 ॥

Vers 11.20

एकासने निविष्टस्तु भुञ्जानस्त्वेकभाजने ।
एकपात्रे पिबेद्द्रव्यं ते यान्ति नरकं प्रिये ॥ 11.20 ॥

Vers 11.21

यः सेवेत कुलद्रव्यमेकग्रामे स्थिते गुरौ ।
तत्कुलज्ञे च तत्पुत्रे स्वजेष्ठे कुलदेशिके ।
विनानुज्ञां महेशानि सोऽक्षयं नरकं व्रजेत् ॥ 11.21 ॥

Vers 11.22

उच्छिष्टो न स्पृशेच्चक्रे कुलद्रव्याणि पार्वति ।
बहिःप्रक्षाल्य च करौ कुलद्रव्याणि दापयेत् ॥ 11.22 ॥

Vers 11.23

मद्यभाण्डं समुधृत्च न पात्रं पूरयेत् प्रिये ।
भोगपात्रं सुराकुण्डे निक्षिपेन्न कदाचन ॥ 11.23 ॥

Vers 11.24

चक्रमध्ये शुचिधिया करप्रक्षालनादिकम् ।
यः करोति हि मूढात्मा स भवेदापदाम्पदम् ॥ 11.24 ॥

Vers 11.25

निष्ठीवनं मलं मूत्रमधोवायुविसर्जनम् ।
श्रीचक्रमध्ये यः कुर्यात् स भवेद् योगिनीपशुः ॥ 11.25 ॥

Vers 11.26

चक्रमध्ये घटे भग्ने पात्रे च पतिते भुवि ।
दीपनाशे च शान्त्यर्थं श्रीचक्रं कारयेत् प्रिये ॥ 11.26 ॥

Vers 11.27

मत्ता जपन्ति ध्यायन्ति स्तुवन्ति प्रणमन्ति च ।
बोधयन्ति च पृच्छन्ति नन्दन्ति ज्ञानिनः प्रिये ॥ 11.27 ॥

Vers 11.28

मत्ता भ्रमन्ति गर्जन्ति हसन्ति विवदन्ति च ।
रुदन्ति स्त्रियमिच्छन्ति निन्दन्त्यज्ञानिनः प्रिये ॥ 11.28 ॥

Vers 11.29

परिहासं प्रलापञ्च वितण्डां बहुभाषितम् ।
औदासीन्यं भयं क्रोधं चक्रमध्ये विवर्जयेत् ॥ 11.29 ॥

Vers 11.30

पात्रहस्तो महादेवि न भ्रमेच्चक्रमध्यतः ।
पूर्णपात्रं करे कृत्वा न तिष्ठेत्तु चिरं प्रिये ॥ 11.30 ॥

Vers 11.31

नालपेत् पात्रहस्तः सन् न भिन्द्यात् पात्रमम्बिके ।
पादाभ्यां न स्पृशेत् पात्रं न बिन्दुं पातयेदधः ॥ 11.31 ॥

Vers 11.32

नैकहस्तेन दातव्यं न मुद्रावर्जितं प्रिये ।
पात्रं न चालयेत स्थानान्न कुर्यात् पात्रसङ्करम् ॥ 11.32 ॥

Vers 11.33

सशब्दं न पिबेन्मद्यं तथैव न च पूरयेत् ।
नान्योन्यं ताडयेत्पात्रं तथा न पातयेदधः ॥ 11.33 ॥

Vers 11.34

साधारं नोद्धरेत् पात्रमनाधारे न निक्षिपेत् ।
रिक्तपात्रं न कुर्वीत न पात्रं भ्रामयेत् प्रिये ॥ 11.34 ॥

Vers 11.35

न पात्रं लङ्घयेद्धीमान् पात्रं नोत्पातयेत् प्रिये ।
प्रक्षाल्य गोपयेत् पात्रमित्याज्ञा परमेश्वरि ॥ 11.35 ॥

Vers 11.36

यदा सन्दीपितोल्लासः कौलिकः पशुमीक्षते ।
पठेद्वा पशुशास्त्राणि सङ्गच्छेद्वा पशुस्त्रियम् ॥ 11.36 ॥

Vers 11.37

कुर्यात् पशुप्रसङ्गं वा पशुकार्याणि वा चरेत् ।
धर्मार्थायुर्यशःपुण्यमर्थसौख्यादि नश्यति ॥ 11.37 ॥

Vers 11.38

श्रीचक्रस्थं कुलद्रव्यं यः पशुभ्यः प्रयच्छति ।
स्नेहाल्लोभाद्भयाद्वापि स भवेद् योगिनीपशुः ॥ 11.38 ॥

Vers 11.39

रिपुणापि न कर्तव्यो वाग्वादश्चक्रमध्यतः ।
पितृमातृसमं पश्येत्तेनोक्तं परुषं सहेत् ॥ 11.39 ॥

Vers 11.40

यथास्त्रीपुत्रमित्रादि दृष्ट्वा चेतः प्रहृष्यति ।
तथा चेत् कौलिकान् दृष्ट्वा स भवेद् योगिनीप्रियः ॥ 11.40 ॥

Vers 11.41

ब्रह्मादिस्तम्बपर्यन्तं यस्य मे गुरुसन्ततिः ।
यस्य मे सर्वशिष्यस्य को न पूज्यो महीतले ।
द्दति निश्चितबुद्धिर्यः स भवेदावयोः प्रियः ॥ 11.41 ॥

Vers 11.42

अहं गुरुरहं ज्येष्ठस्त्वहं वेद्मीति गर्वितः ।
अहमेव गतिर्येषां कौलिका न भवन्ति ते ॥ 11.42 ॥

Vers 11.43

श्रीगुरुं कुलशास्त्राणि पूजास्थानानि यानि च ।
भक्त्या श्रीपूर्वकं देवि प्रणम्य परिकीर्तयेत् ॥ 11.43 ॥

Vers 11.44

गुरुं नाम्ना न भावेत जपकालादृते प्रिये ।
श्रीनाथ देव स्वामीति विवादे साधने वदेत् ॥ 11.44 ॥

Vers 11.45

श्रीगुरोः पादुकां मुद्रां मूलमन्त्रं स्वपादुकाम् ।
शिष्यादन्यस्य देवेशि न वदेद् यस्य कस्यचित् ॥ 11.45 ॥

Vers 11.46

पारम्पर्यागमाम्नायं मन्त्राचारादिकं प्रिये ।
सर्व गुरुमुखाल्लब्धं सफलं स्यान्न चान्यथा ॥ 11.46 ॥

Vers 11.47

श्रीशास्त्राश्रयमूलञ्च पुस्तकं न वदेत् प्रिये ।
नित्यं समर्चयेद्भक्त्या पशुहस्ते न निक्षिपेत् ॥ 11.47 ॥

Vers 11.48

स्वदारवन्निषेवेत कुलशास्त्राणि पार्वति ।
पशुशास्त्राणि सर्वाणि वर्जयेत् परदारवत् ॥ 11.48 ॥

Vers 11.49

स्वचर्मस्थं यथा क्षीरमपेयं स्याद् द्विजोत्तमैः ।
तथा पशुमुखाद्धर्मो न श्रोतव्यो हि कौलिकैः ॥ 11.49 ॥

Vers 11.50

यः शृणोति कुलाचारं यथाशास्त्रञ्च यो वदेत् ।
तावुभौ गच्छतः साक्षाद् योगिनीवीरमेलनम् ॥ 11.50 ॥

Vers 11.51

अश्रद्धधाना ये चात्र कुलधर्मे कुलेश्वरि ।
नरकान्नो निवर्तन्ते यावदाहूत सम्प्लवम् ॥ 11.51 ॥

Vers 11.52

ऊढा धृता तथा क्रीता मूल्येन च समाहृता ।
सकृत् कामरता वापि पञ्चधा गुरुयोषितः ।
अलङ्घ्याः पूजनीयाः स्युर्गुरुवद्गुरुयोषितः ॥ 11.52 ॥

Vers 11.53

गुरुशक्तिं वीरभार्यां कुमारीं व्रतधारिणीम् ।
व्यङ्गाङ्गी विकृताङ्गीञ्च कुब्जामपि न कामयेत् ॥ 11.53 ॥

Vers 11.54

सुताञ्च भगिनीं पौत्रीं स्नुषां वापि प्रियामपि ।
न कामयेद् गुरोरग्रे कुर्यान्नान्योन्यसङ्ग्रहम् ॥ 11.54 ॥

Vers 11.55

कृष्णांशुकां कृष्णवर्णां कुमारीञ्च कृशोदरीम् ।
मनोहरां यौवनस्थामर्चयेद्देवताधिया ॥ 11.55 ॥

Vers 11.56

एकदापि न सेवेत बलेन कुलयोगिनीम् ।
चक्रमध्ये स्वयं क्षुब्धां कामयेत् कुलसुन्दरि ॥ 11.56 ॥

Vers 11.57

आममांसं सुराकुम्भं मत्तेभं सिद्धिलिङ्गिनम् ।
सहकारमशोकञ्च क्रीडालोलाः कुमारिकाः ॥ 11.57 ॥

Vers 11.58

एक्रवृक्षं श्मशानञ्च समूहं योषतामपि ।
नारीञ्च रक्तवसनां दृष्ट्वा वन्देत भक्तितः ॥ 11.58 ॥

Vers 11.59

गुरुशक्तिसुतज्येष्ठकनिष्ठान् कुलदेशिकान् ।
कुलदर्शनशास्त्राणि कुलद्रव्याणि कौलिकान् ॥ 11.59 ॥

Vers 11.60

प्रेरकान् सूचकांश्चापि वाचकान् दर्शकांस्तथा ।
शिक्षकान् बोधकान् योगी योगिनीसिद्धिरूपकान् ॥ 11.60 ॥

Vers 11.61

कन्यां कुमारिकां नग्नामुन्मत्तां वापि योषितम् ।
न निन्देन्न जुगुप्सेत न हसेन्नावमानयेत् ॥ 11.61 ॥

Vers 11.62

नाप्रियं नानृतं ब्रूयात् कस्यापि कुलयोगिनः ।
कुरूपा चेति कृष्णेति न वदेत् कुलयोषितम् ॥ 11.62 ॥

Vers 11.63

परीक्षयेन्न भक्तानां वीराणाञ्च कृताकृतम् ।
न पश्येद्वनितां नग्नामुन्मत्तां प्रकटस्तनीम् ॥ 11.63 ॥

Vers 11.64

दिवसे न रमेन्नारीं तद्योनिं नैव वीक्षयेत् ।
या काचिदङ्गना लोके सा मातृ कुलसम्भवा ॥ 11.64 ॥

Vers 11.65

कुप्यन्ति कुलयोगिन्यो वनितानां व्यतिक्रमात् ।
स्त्रियं शतापराधाञ्चेत् पुष्पेणापि न ताडयेत् ।
दोषान्न गणयेत् स्त्रीणां गुणानेव प्रकाशयेत् ॥ 11.65 ॥

Vers 11.66

तिष्ठन्ति कुलयोगिन्यः कुलवृक्षेषु सर्वदा ।
तत्पत्रेषु न भोक्तव्यमर्चयेत्तु विशेषतः ॥ 11.66 ॥

Vers 11.67

न स्वपेत् कुलवृक्षाधो न चोपद्रवमाचरेत् ।
दृष्ट्वा भक्त्या नमस्कुर्याच्छेदयेन्न कदाचन ॥ 11.67 ॥

Vers 11.68

श्लेष्मातकं करञ्जाख्यं निम्बाश्वत्थकदम्बकाः ।
बिल्ववटोडुम्बराश्च तिन्तिडी नवमी स्मृता ॥ 11.68 ॥

Vers 11.69

प्रायश्चित्तं भृगोः पातं सन्न्यासं व्रतधारणम् ।
तीर्थयात्राभिगमनं कौलः पञ्च विवर्जयेत् ॥ 11.69 ॥

Vers 11.70

वीरहत्या वृथापानं वीरपत्नीनिषेवणम् ।
वीरद्रव्यापहरणम् तत्संयोगश्च पञ्चमः ।
महापातकमित्युक्तं कौलिकानां कुलान्वये ॥ 11.70 ॥

Vers 11.71

शैवे तत्त्वपरिज्ञानं गारुडे विषभक्षणम् ।
ज्योतिषे ग्रहणं सारं कौलेऽनुग्रहनिग्रहौ ॥ 11.71 ॥

Vers 11.72

देवतागुरुशास्त्राणां सिद्धाचारविडम्बकाः ।
विद्याचौरो गुरुद्रोही ब्रह्मराक्षसतां व्रजेत् ॥ 11.72 ॥

Vers 11.73

गुरुवाक्यं हतं कृत्वा वीरान् निर्भर्त्स्य च प्रिये ।
गुरुं हुङ्कृत्य तुङ्कृत्य वीरं निजीत्य वादतः ।
विकल्प्य कुलशास्त्राणि भवन्ति ब्रह्मराक्षसाः ॥ 11.73 ॥

Vers 11.74

एकाक्षरप्रदातारं यो गुरुञ्चावमानयेत् ।
श्वानं योनिशतं गत्वा चण्डालत्वमवाप्नुयात् ॥ 11.74 ॥

Vers 11.75

मातरं पितरं भार्यां भ्रातरं बान्धवं सुतम् ।
कुलनिन्दाकरं देवि हन्यादेवाविचारयन् ॥ 11.75 ॥

Vers 11.76

गुर्वर्थं देवतार्थं वा कौलिकार्थं कुलेश्वरि ।
कुलागमार्थमथवा कुलधर्मार्थमेव वा ॥ 11.76 ॥

Vers 11.77

देवि निन्दाकरं हत्वा बाधितः स्वयमेव वा ।
यस्त्यजेद्दुस्त्यजप्राणान् स परे लीयते शिवे ॥ 11.77 ॥

Vers 11.78

एकस्मिन्निधनं यत्र प्रापिते दुष्टचारिणि ।
बहूनां भवति क्षेमं पुण्यं तस्य वधे भवेत् ॥ 11.78 ॥

Vers 11.79

श्रीचक्रकृतवृत्तान्तं शुभं वा यदि वाऽशुभम् ।
कदाचिन्नैव वक्तव्यमित्याज्ञा परमेश्वरि ॥ 11.79 ॥

Vers 11.80

कुलधर्मप्रसङ्गञ्च पशूनां पुरतः प्रिये ।
कदाचिन्नैव कुर्वीत शूद्राग्रे देवपाठवत् ॥ 11.80 ॥

Vers 11.81

पीठक्षेत्रागमाम्नायं तद्विद्याचारकौलिकान् ।
कुलद्रव्यादिकं देवि न वदेत् पशुसन्निधौ ॥ 11.81 ॥

Vers 11.82

यथा रक्षति चौरेभ्यो धनधान्यादिकं प्रिये ।
कुलधर्मं तथा देवि पशुभ्यः परिरक्षयेत् ॥ 11.82 ॥

Vers 11.83

अन्तः कौलो बहिः शैवो जनमध्ये तु वैष्णवः ।
कौलं सुगोपयेद्देवि नारिकेलफलाम्बुवत् ॥ 11.83 ॥

Vers 11.84

कुलधर्मादिकं सर्वं सर्वावस्थासु सर्वदा ।
गोपयेच्च प्रयत्नेन जननीजारगर्भवत् ॥ 11.84 ॥

Vers 11.85

वेदशास्त्रपुराणानि स्पष्टानि गणिका इव ।
इयन्तु शाम्भवी विद्या गुप्ता कुलवधूरिव ॥ 11.85 ॥

Vers 11.86

सुगुप्तकौलिकाचारमनुगृह्णन्ति देवताः ।
वाञ्छासिद्धिं प्रयच्छन्ति नाशयन्ति प्रकाशकान् ॥ 11.86 ॥

Vers 11.87

कुलेशि कुलशास्त्रज्ञाः कुलपूजापरायणाः ।
ये त्वां रहसि सेवन्ते ते तिष्ठन्ति तवान्तिके ॥ 11.87 ॥

Vers 11.88

गुरुं प्रकाशयेद्धीमान् मन्त्रं यत्नेन गोपयेत् ।
अप्रकाशप्रकाशाभ्यां नश्यतः सम्पदायुषी ॥ 11.88 ॥

Vers 11.89

सर्वाचारपरिभ्रष्टः कुलाचारं समाश्रयेत् ।
कुलाचारपरिभ्रष्टो रौरवं नरकं व्रजेत् ॥ 11.89 ॥

Vers 11.90

शास्त्रेषु निष्कृतिर्दृष्टा महापातकिनामपि ।
कुलभ्रष्टस्य देवेशि न दृष्टा निष्कृतिः क्वचित् ॥ 11.90 ॥

Vers 11.91

कुलधर्म समाश्रित्य आचारं यो न पालयेत् ।
यथेच्छचारिणस्तस्य महापातकिनः प्रिये ॥ 11.91 ॥

Vers 11.92

आपदो दुरितं रोगा दारिद्र्यं कलहो भयम् ।
योगिनीनां प्रकोपश्च स्खलितानि पदे पदे ॥ 11.92 ॥

Vers 11.93

भ्रंशमानः प्रनष्टश्च तेजोहीनोऽतिदुर्मतिः ।
निन्दितः सर्वविद्विष्टो विह्वलः सङ्गवर्जितः ।
देशाद्देशान्तरं याति कार्यहानिश्च सर्वदा ॥ 11.93 ॥

Vers 11.94

तत्रापि कुलमार्गस्थाः शाकिन्यः कुलपालिकाः ।
भक्षयन्ति पुरा तासां वरो दत्तो मयेव तु ॥ 11.94 ॥

Vers 11.95

तस्मादाचारवान् देवि योगिनीनां प्रियो भवेत् ।
नाशयन्ति चतुर्वेदाननाचाराः कुलेश्वरि ॥ 11.95 ॥

Vers 11.96

पादुकामात्रसारज्ञः सदाचारेषु यन्त्रितः ।
सदाचारेण देवत्वं योगिनीवीरमेलनम् ।
सम्प्राप्नुवन्ति तिर्यक्त्वं कौलिकास्तद्विपर्ययात् ॥ 11.96 ॥

Vers 11.97

आज्ञासिद्धमिदं कौलमनाचाराद्विनश्यति ।
आचारपालनात् सत्यमाज्ञासिद्धिर्भविष्यति ॥ 11.97 ॥

Vers 11.98

नाभिषेको न मन्त्रो वा न शास्त्रपठनादिकम् ।
कारणं कुलधर्मस्य सदाचारः कुलेश्वरि ॥ 11.98 ॥

Vers 11.99

परा श्रीपादुकातत्त्वत्रयाचारादिवासनाः ।
यो वेत्ति समयी स स्यात् कौलिकश्चापि शाम्भवि ॥ 11.99 ॥

Vers 11.100

तावन्न कौलिको देवि यावन्न समयीकृतः ।
देहपाते विमोक्षः स्यात् समयाचारपालनात् ॥ 11.100 ॥

Vers 11.101

संस्कारेण विहीनत्वाद् गुरुवाक्यस्य लङ्घनात् ।
आचारवर्जनाद्देवि कौलिकः पतितो भवेत् ॥ 11.101 ॥

Vers 11.102

नित्यं नैमित्तिकं द्रव्यं मन्त्रयन्त्रादिलोपनम् ।
अनर्हपशुदुःसङ्गमन्त्रसाङ्कर्यसम्भवम् ॥ 11.102 ॥

Vers 11.103

गुप्तप्रकटसम्भूतं ज्ञानाज्ञानकृतं प्रिये ।
एवमादिषु दोषेषु पापस्य गुरुलाघवम् ॥ 11.103 ॥

Vers 11.104

देशं कालं वयो वित्तं सम्यग् ज्ञात्वा यथाविधि ।
प्रायश्चित्तं गुरुर्दद्यात् सर्वपापविशुद्धये ॥ 11.104 ॥

Vers 11.105

शिष्योऽपि गुरुणाऽऽज्ञप्तं प्रायश्चित्तं समाचरेत् ।
अथवा सर्वपापानां गुरुनामजपः स्मृतः ॥ 11.105 ॥

Vers 11.106

जाम्बूनदस्य कलुषं परिशुद्धं यथाग्निना ।
अनाचारस्य मालिन्यं प्रायञ्चित्ताग्निना दहेत् ॥ 11.106 ॥

Vers 11.107

बहुनात्र किमुक्तेन रहस्यं शृणु पार्वती ।
वर्णाश्रमाणां सर्वेषामाचारः सद्गतिप्रदः ॥ 11.107 ॥

Vers 11.108

गुरुस्त्रिवारमाचारं कथयेच्च कुलेश्वरि ।
न गृह्णाति हि शिष्यश्चेत्तदा पापं गुरोर्न हि ॥ 11.108 ॥

Vers 11.109

मन्त्रिदोषश्च राजानं जायादोषः पतिं यथा ।
तथा प्राप्नोत्यसन्देहं शिष्यपापं गुरुं प्रिये ॥ 11.109 ॥

Vers 11.110

इति ते कथितं किञ्चित् समासेन कुलेश्वरि ।
कुलाचारविधिं देवि किम्भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 11.110 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
कुलाचारकथनं नाम एकादशोल्लासः ॥ ११ ॥

12. Ullasa

अथ द्वादशोल्लासः

Vers 12.1

श्री देव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि पादुका भक्तिलक्षणम् ।
आचारमपि देवेश वद मे करुणानिधे ॥ 12.1 ॥

Vers 12.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण भक्तिराशु प्रजापते ॥ 12.2 ॥

Vers 12.3

वाग्भवा मूलवलये सूत्राद्याः कवलीकृताः ।
एवं कुलार्णवे ज्ञानं पादुकायां प्रतिष्ठितम् ॥ 12.3 ॥

Vers 12.4

कोटिकोटिमहादानात् कोटिकोटिमहाव्रतात् ।
कोटिकोटिमहायज्ञात् परा श्रीपादुकास्मृतिः ॥ 12.4 ॥

Vers 12.5

कोटिकोटिमन्त्रजापात् कोटितीर्थावगाहनात् ।
कोटिदेवार्चनाद्देवि परा श्रीपादुकास्मृतिः ॥ 12.5 ॥

Vers 12.6

महारोगे महोत्पाते महादोषे महाभये ।
महापदि महापापे स्मृता रक्षति पादुका ॥ 12.6 ॥

Vers 12.7

दुराचारे दुरालापे दुःसङ्गे दुष्प्रतिग्रहे ।
दुराचारे च दुर्बुद्धौ स्मृता रक्षति पादुका ॥ 12.7 ॥

Vers 12.8

तेनाधीतं स्मृतं ज्ञातम् इष्टं दत्तञ्च पूजितम् ।
जिह्वाग्रे वर्तते यस्य सदा श्रीपादुकास्मृतिः ॥ 12.8 ॥

Vers 12.9

सकृत् श्रीपादुकां देवि यो वा जपति भक्तितः ।
स सर्वपापरहितः प्राप्नोति परमां गतिम् ॥ 12.9 ॥

Vers 12.10

शुचिर्वाप्यशुचिर्वापि भक्त्या स्मरति पादुकाम् ।
अनायासेन धर्मार्थकाममोक्षान् लभते सः ॥ 12.10 ॥

Vers 12.11

श्रीनाथचरणाम्भोजं यस्यां दिशि विराजते ।
तस्यां दिशि नमस्कुर्यात् भक्त्या प्रतिदिनं प्रिये ॥ 12.11 ॥

Vers 12.12

न पादुकापरो मन्त्रो न देवः श्रीगुरोः परः ।
न हि शाक्तात् परा दीक्षा न पुण्यं कुलपूजनात् ॥ 12.12 ॥

Vers 12.13

ध्यानमूलं गुरोर्मूर्तिः पूजामूलं गुरोः पदम् ।
मन्त्रमूलं गुरोर्वाक्यं मोक्षमूलं गुरोः कृपा ॥ 12.13 ॥

Vers 12.14

गुरुमूलाः क्रियाः सर्वा लोकेऽस्मिन् कुलनायिके ।
तस्मात् सेव्यो गुरुनीत्यं सिद्ध्यर्थं भक्तिसंयुतैः ॥ 12.14 ॥

Vers 12.15

तावदात्तीर्भयं शोको लोभमोहभ्रमादयः ।
यावन्नायाति शरणं श्रीगुरुं भक्तवत्सलम् ॥ 12.15 ॥

Vers 12.16

तावद् भ्रमन्ति संसारे सर्वदुःखमलीमसाः ।
न भवेत् सद्गुरौ भक्तिर्यावद्देवेशि देहिनाम् ॥ 12.16 ॥

Vers 12.17

सर्वसिद्धिफलोपेतो मन्त्रः शुध्यति शोभनः ।
गुरुप्रसादमूलोऽयं परतत्त्वमहाक्रमः ॥ 12.17 ॥

Vers 12.18

यथा ददाति सन्तुष्टः प्रसन्नो वरदो मनुम् ।
तथा भक्त्या धनैः प्राणैर्गुरुं यत्नेन तोषयेत् ॥ 12.18 ॥

Vers 12.19

यदा दद्यात् स्वशिष्याय स्वात्मानं देशिकोत्तमः ।
तदा मुक्तो भवेच्छिष्यस्ततो नास्ति पुनर्भवः ॥ 12.19 ॥

Vers 12.20

तावदाराधयेच्छिष्यः प्रसन्नोऽसौ यदा भवेत् ।
गुरौ प्रसन्ने शिष्यस्य सद्यः पापक्षयो भवेत् ॥ 12.20 ॥

Vers 12.21

मनसापि न काङ्क्षन्ते यान् कामाननुजीविनः ।
सम्पादयन्ति तान् सर्वान् स्वामिनो भक्तवत्सलाः ॥ 12.21 ॥

Vers 12.22

ब्रह्मविष्णुमहेशादिदेवतामुनियोगिनः ।
कुर्वन्त्यनुग्रहं तुष्टा गुरौ तुष्टे न संशयः ॥ 12.22 ॥

Vers 12.23

भक्त्या तुष्टेन गुरुणा यः प्रदिष्टः कृपालुना ।
कर्ममुक्तो भवेच्छिष्योः भुक्तिमुक्त्योः स भाजनम् ॥ 12.23 ॥

Vers 12.24

शिष्येणापि तथा कार्यं तथा सन्तोषितो गुरुः ।
प्रियं कुर्याच्च देवेशि मनोवाक्कायकर्मभिः ॥ 12.24 ॥

Vers 12.25

यदि तुष्टेन गुरुणात्मशिष्यो यत्र कुत्रचित् ।
मुक्तोऽसीति समादिष्टः सोऽपि मुक्तिं व्रजेत् प्रिये ॥ 12.25 ॥

Vers 12.26

अथवा निष्प्रपञ्चेन धाम्ना केनचिदीश्वरः ।
करोति गुरुरूपेण पशुपाशविमोचनम् ॥ 12.26 ॥

Vers 12.27

न मे प्रियश्चतुर्वेदी मद्भक्तः श्वपचोऽपि वा ।
तस्मै देयं ततो ग्राह्यं स तु पूज्यो ह्यहं तथा ॥ 12.27 ॥

Vers 12.28

विप्रः षड्गुणयुक्तश्चेदभक्तो न प्रशस्यते ।
म्लेच्छोऽपि गुणहीनोऽपि भक्तिमान् शिष्य उच्यते ॥ 12.28 ॥

Vers 12.29

गुरुभक्तिविहीनस्य तपो विद्या कुलं व्रतम् ।
सर्वं नश्यति तत्रैव भूषणं लोकरञ्जनम् ॥ 12.29 ॥

Vers 12.30

गुरुभक्त्यग्निना सम्यग्दग्धदुर्मतिकल्मषः ।
श्वपचोऽपि परैः पूज्यो विद्वानपि न नास्तिकः ॥ 12.30 ॥

Vers 12.31

धर्मार्थकामैः किन्तस्य मोक्ष एव करे स्थितः ।
सर्वार्थैः श्रीगुरौ देवि यस्य भक्तिः सदा स्थिरा ॥ 12.31 ॥

Vers 12.32

स शिवो गुरुरूपेण भुक्तिमुक्तिप्रदो मम ।
इति भक्त्या स्मरेद् यस्तु तस्य सिद्विरदूरतः ॥ 12.32 ॥

Vers 12.33

यस्य देवे परा भक्तिर्यथा देवे तथा गुरौ ।
तस्य ते कथिता ह्यर्थाः प्रकाशन्ते कुलेश्वरि ॥ 12.33 ॥

Vers 12.34

नारायणे महादेवे मातापित्रोश्च राजनि ।
भक्तिर्यथा महादेवि तथा कार्या निजे गुरौ ॥ 12.34 ॥

Vers 12.35

लक्ष्मीनारायणौ वाणीधातारौ गिरिजाशिवौ ।
श्रीगुरुं गुरुपत्नीञ्च पितराविति चिन्तयेत् ॥ 12.35 ॥

Vers 12.36

गुरुभक्त्या यथा देवि प्राप्यन्ते सर्वसिद्धयः ।
यज्ञः दानतपस्तीर्थव्रताद्यैर्न तथा प्रिये ॥ 12.36 ॥

Vers 12.37

श्रीगुरौ निश्चला भक्तिर्वर्धते हि यथा यथा ।
तथा तथास्य विज्ञानं वर्धते कुलनायिके ॥ 12.37 ॥

Vers 12.38

कि तीर्थाद्यैर्महायासैः किं व्रतैः कायशोषणैः ।
निर्व्याजसेवा देवेशि भक्तिरेषा हि सद्गुरोः ॥ 12.38 ॥

Vers 12.39

कायाक्लेशेन महता तपसा वापि यत् फलम् ।
तत् फलं लभते देवि सुखेन गुरुसेवया ॥ 12.39 ॥

Vers 12.40

भोगमोक्षाथीनां ब्रह्मविष्ण्वीशपदकाङ्क्षिणाम् ।
भक्तिरेव गुरौ देवि नान्यः पन्था इति श्रुतिः ॥ 12.40 ॥

Vers 12.41

अशुभानि च कर्माणि महापातकजानि च ।
भक्तिः क्षणेन दहति तूलराशिमिवानलः ॥ 12.41 ॥

Vers 12.42

विश्वासाय नमस्तस्मै सर्वसिद्धिप्रदायिने ।
येन मृद्दारुद्दषदः फलन्त्यविफलं फलम् ॥ 12.42 ॥

Vers 12.43

न योगो न तपो नार्चाक्रमः कोऽपि प्रलीयते ।
अमाये कुलमार्गेऽस्मिन् भक्तिरेव विशिष्यते ॥ 12.43 ॥

Vers 12.44

साक्षाद् गुरुमये देवि सर्वस्मिन् भुवनान्तरे ।
किन्नु भक्तिमतां क्षेत्रे मन्त्रः केषां न सिध्यति ॥ 12.44 ॥

Vers 12.45

गुरौ मनुष्यबुद्धिञ्च मन्त्रे चाक्षरबुद्धिकम् ।
प्रतिमासु शिलाबुद्धि कुर्वाणो नरकं व्रजेत् ॥ 12.45 ॥

Vers 12.46

गुरुं न मर्त्यं बुध्येत यदि बुध्येत तस्य हि ।
न कदाचिद्भवेत् सिद्धिर्मन्त्रैर्वा देवतार्चनैः ॥ 12.46 ॥

Vers 12.47

श्रीगुरुं प्राकृतैः सार्धं ये स्मरन्ति वदन्ति च ।
तेषां हि सुकृतं सर्वं पातकं भवति प्रिये ॥ 12.47 ॥

Vers 12.48

जन्महेतू हि पितरौ पूजनीयौ प्रयत्नतः ।
गुरुवीशेषतः पूज्यो धर्माधर्मप्रदर्शकः ॥ 12.48 ॥

Vers 12.49

गुरुः पिता गुरुर्माता गुरुर्देवो महेश्वरः ।
शिवे रुष्टे गुरुस्त्राता गुरौ रुष्टे न कश्चन ॥ 12.49 ॥

Vers 12.50

गुरोहीतं हि कर्तव्यं मनोवाक्कायकर्मभिः ।
अहिताचरणाद्देवि विष्ठायां जायते क्रिमिः ॥ 12.50 ॥

Vers 12.51

शरीरवित्तप्राणैश्च श्रीगुरुं वञ्चयन्ति ये ।
क्रिमिकीटपतङ्गत्वं प्रात्नुवन्ति न संशयः ॥ 12.51 ॥

Vers 12.52

मन्त्र त्यागाद्भवेन्मृत्युर्गुरुत्यागाद्दरिद्रता ।
गुरुमन्त्रपरित्यागाद्रौरवं नरकं व्रजेत् ॥ 12.52 ॥

Vers 12.53

गुर्वर्थं धारयेद्देहं तदर्थं धनमर्जयेत् ।
निजप्राणान् परित्यज्य गुरुकार्यं समाचरेत् ॥ 12.53 ॥

Vers 12.54

गुरूक्तं परुषं वाक्यमाशिषं परिचिन्तयेत् ।
तेन सन्ताडितो वापि प्रसादमिति संस्मरेत् ॥ 12.54 ॥

Vers 12.55

भोग्य भोज्यानि वस्तूनि गुरुवे च समर्पयेत् ।
तच्छेषमिति सञ्चिन्त्य चानुभूयात् कुलेश्वरि ॥ 12.55 ॥

Vers 12.56

गुर्वग्रे न तपः कुर्यान्नोपवासव्रतादिकम् ।
तीर्थयात्रां न कुर्याच्च न स्नायादात्मशुद्धये ॥ 12.56 ॥

Vers 12.57

न वियोगं गुरोः कुर्यात् युष्मदो नैव भाषयेत् ।
ऋणदानं तथाऽऽदानं वस्तूनां क्रयविक्रयम् ।
न कुर्याद् गुरुभिः सार्धं शिष्यो भूत्वा कथञ्चन ॥ 12.57 ॥

Vers 12.58

न कुर्यान्नास्तिकैर्वादं सम्भाषणमपीश्वरि ।
विलोक्य दूरतो गच्छेन्नासीत सह तैः क्वचित् ॥ 12.58 ॥

Vers 12.59

गुरौ सन्निहिते यस्तु पूजयेदन्यमम्बिके ।
स याति नरकं घोरं सा पूजा निष्फला भवेत् ॥ 12.59 ॥

Vers 12.60

शिरसा न वहेद्भारं गुरुपादाब्जधारिणा ।
तदाज्ञया तु कर्तव्यमाज्ञारूपो गुरुः स्मृतः ॥ 12.60 ॥

Vers 12.61

मन्त्रागमाद्यमन्यत्र श्रुतं यस्मै निवेदयेत् ।
गुर्वाज्ञया तु गृह्णीयात्तन्निषिद्धं विवर्जयेत् ॥ 12.61 ॥

Vers 12.62

स्वशास्त्रोक्तं रहस्यार्थं न वदेद् यस्य कस्यचित् ।
यदि ब्रूयात् स समयाच्च्युत एव न संशयः ॥ 12.62 ॥

Vers 12.63

अद्वैतं भावयेन्नित्यं न द्वैतं गुरुणा सह ।
आत्मवत् सर्वभूतेभ्यो हितं कुर्यात् कुलेश्वरि ॥ 12.63 ॥

Vers 12.64

आत्मार्थमानसद्भावैः शुश्रूषा स्याच्चतुर्विधा ।
शुश्रूषया धिया देवि शिष्यः सन्तोषयेद् गुरुम् ॥ 12.64 ॥

Vers 12.65

पदे पदेऽश्वमेधस्य फलं प्राप्नोत्यसंशयः ।
शुश्रूषणपरो यस्तु गुरुदेवमहात्मनाम् ॥ 12.65 ॥

Vers 12.66

केवलं गुरुशुश्रूषा त्वत्कृपाकारिणी प्रिये ।
सद्भक्तिसहिता चेत् सा सर्वकामफलप्रदा ॥ 12.66 ॥

Vers 12.67

क्षीयन्ते सर्वपापानि वर्धन्ते पुण्यराशयः ।
सिध्यन्ति सर्वकार्याणि गुरुशुश्रूषया प्रिये ॥ 12.67 ॥

Vers 12.68

यद् यदात्महितं वस्तु तत्तद्धितमुपाचरेत् ।
गुरुदेवार्चको यस्तु तस्य पुण्यं न गण्यते ॥ 12.68 ॥

Vers 12.69

भक्त्या वित्तानुसारेण गुरुमुद्दिश्य यत् कृतम् ।
अल्पे महति वा तुल्यं पुण्यमाढ्यदरिद्रयोः ॥ 12.69 ॥

Vers 12.70

सर्वस्वमपि यो दद्याद् गुरौ भक्तिविवर्जितः ।
शिष्यो न फलमाप्नोति भक्तिरेव हि कारणम् ॥ 12.70 ॥

Vers 12.71

यस्मिन् द्रव्ये गुरोरस्ति स्पृहा नानुभवेत्तु तत् ।
अवश्यं यदि वाञ्छा स्यादनुभूयात्तदाज्ञया ॥ 12.71 ॥

Vers 12.72

यस्तिलार्धं तदर्धं वा गुरुस्वमुपजीवति ।
लोभान्मोहात् स पच्येत नरके च त्रिसप्तके ॥ 12.72 ॥

Vers 12.73

अत्यल्पं हि गुरोर्द्रव्यमदत्तं स्वीकरोति यः ।
स तिर्यग् योनिमापन्नः क्रव्यादैर्भक्ष्यते प्रिये ॥ 12.73 ॥

Vers 12.74

गुरुद्रव्याभिलाषी च गुरुस्त्रीगमनोत्सुकः ।
पतितस्य क्षुल्लकस्य प्रायश्चित्तं न विद्यते ॥ 12.74 ॥

Vers 12.75

आज्ञाभङ्गोऽर्थहरणं गुरोरप्रियवर्तनम् ।
गुरुद्रोहमिदं प्राहुर्यः करोति स पातकी ॥ 12.75 ॥

Vers 12.76

स्वद्रव्यविनियोगञ्च नानिवेद्य गुरौ चरेत् ।
अनिवेद्य तु यः कुर्यात् स भवेद् ब्रह्मघातकः ॥ 12.76 ॥

Vers 12.77

गुरोः स्थानं सम्प्रदायं तद्धर्मं यो विनाशयेत् ।
गुरुभिः स बहिष्कार्यो दण्ड्यो वध्यः स घातकैः ॥ 12.77 ॥

Vers 12.78

गुरुकोपाद्विनाशः स्याद् गुरुद्रोहात्तु पातकम् ।
विमृत्युर्गुरुनिन्दायां गुर्वनिष्टान्महापदः ॥ 12.78 ॥

Vers 12.79

जीवेदग्निप्रविष्टो वा नरः पीतविषोऽपि वा ।
मृत्युहस्तगतो वापि नापराधकरो गुरोः ॥ 12.79 ॥

Vers 12.80

यत्र श्रीगुरुनिन्दा स्यात् पिधाय श्रवणेऽम्बिके ।
सद्यस्तस्माद्विनिष्क्रामेत् पुनर्न श्रवणं यथा ।
गुरोर्नाम स्मरेत् पश्चात् श्रवणे सा प्रतिक्रिया ॥ 12.80 ॥

Vers 12.81

गुरुमित्रसुहृद्दासीदासाद्यान् नावमानयेत् ।
न निन्देदस्य समयान् वेदशास्त्रागमादिकान् ॥ 12.81 ॥

Vers 12.82

गुरोः श्रीपादुकाभूषा गुरुनामस्मृतिर्जपः ।
गुर्वाज्ञाकरणं कृत्यं शुश्रूषा भजनं गुरोः ॥ 12.82 ॥

Vers 12.83

विविक्षुर्देशिकावासं शान्तचित्तोऽतिभक्तिमान् ।
वाहनं पादुकां छत्रं चामरं व्यजनादिकम् ।
ताम्बूलं कज्जलं वेशमुत्सृज्य प्रविशेच्छनैः ॥ 12.83 ॥

Vers 12.84

पादुकामासनं वस्त्रं वाहनं छत्रचामरे ।
दृष्ट्वा गुरोर्नमस्कुर्यान्नात्मभोगाय कामयेत् ॥ 12.84 ॥

Vers 12.85

पादप्रक्षालनं स्नानमभ्यङ्गं दन्तधावनम् ।
मूत्रं निष्ठीवनं क्षौरं शयनं स्त्रीनिषेवनम् ॥ 12.85 ॥

Vers 12.86

वीरासनं सुदुर्वाक्यं शासनं हास्यरोदनम् ।
केशमोचनमुष्णीषं कञ्चुकं नग्नतां तथा ॥ 12.86 ॥

Vers 12.87

पादप्रसारणं वादं कलहं दूषणं प्रिये ।
अङ्गभङ्गाङ्गवाद्यादिकरास्फालनधूननम् ॥ 12.87 ॥

Vers 12.88

द्यूतकौतुकमल्लादियुद्धनृत्यादि चाम्बिके ।
गुरुयोगिमहासिद्धिपीठक्षेत्राश्रमेषु च ।
ना चरेदाचरेन्मोहाद्देवताशापमाप्नुयात् ॥ 12.88 ॥

Vers 12.89

उपचारेण सन्तिष्ठेद् गुर्वग्रे नेच्छया विशेत् ।
मुखावलोकी सेवेत तदुक्तञ्च समाचरेत् ॥ 12.89 ॥

Vers 12.90

गुरूक्तानुक्त कार्येषु नोपेक्षां कारयेत् प्रिये ।
शिरसा यद्गुरुर्ब्रूयात्तत् कार्यमविशङ्कया ॥ 12.90 ॥

Vers 12.91

निग्रहेऽनुग्रहे वापि गुरुः सर्वस्य कारणम् ।
निर्गतं यद्गुरोर्वक्त्रात् सर्वं शास्त्रं तदुच्यते ॥ 12.91 ॥

Vers 12.92

गुरुकार्ये स्वयं शक्तो नापरं प्रेषयेत् प्रिये ।
बहुभृत्यपरैर्भृत्यैः सहितोऽप्यतिभक्तिमान् ॥ 12.92 ॥

Vers 12.93

गच्छंस्तिष्ठन् स्वपन् जाग्रज्जपन् जुह्वात् प्रपूजयेत् ।
गुर्वाज्ञामेव कुर्वीत तदगतेनान्तरात्मना ॥ 12.93 ॥

Vers 12.94

अभिमानो न कर्तव्यो जातिविद्याधनादिभिः ।
सर्वदा सेवयेत् नित्यं शिष्यः भ्रीगुरुसन्निधौ ॥ 12.94 ॥

Vers 12.95

कामक्रोधपरित्यागी विनीतः स्तुतिभक्तिमान् ।
देवि भूम्यासने तिष्ठेद् गुरुकार्यं समाचरेत् ॥ 12.95 ॥

Vers 12.96

स्वकार्यमन्यकार्यं वा शिष्यः स्वगुरुचित्तवित् ।
गुरुपार्श्वगतो नम्रः प्रसन्नवदनो भवेत् ॥ 12.96 ॥

Vers 12.97

सामान्यतो निषिद्धञ्च तद्गुरोर्यदि सन्निधौ ।
आचरेत्तस्य सर्वस्य दोषः कोटिगुणो भवेत् ॥ 12.97 ॥

Vers 12.98

अनादृत्य गुरोर्वाक्यं शृणुयाद् यः पराङ्मुखः ।
अहितं वा हितं वापि रौरवं नरकं व्रजेत् ॥ 12.98 ॥

Vers 12.99

गोब्राह्मणवधं कृत्वा यत् पापं समवाप्नुयात् ।
तत् पापं समवाप्नोति गुर्वग्रेऽनृतभाषणात् ॥ 12.99 ॥

Vers 12.100

स्थानान्तरगताचार्ये व्यसने विषमे स्थिते ।
श्रीगुरुं न त्यजेत् क्वापि तदादिष्टो व्रजेत् प्रिये ॥ 12.100 ॥

Vers 12.101

अधः स्थिते गुरावूर्ध्वे न तिष्ठेत कदाचन ।
न गच्छेदग्रतस्तस्य न तिष्ठेदुत्थिते गुरौ ॥ 12.101 ॥

Vers 12.102

शक्तिच्छायां सुरच्छायां गुरुच्छायां न लङ्घयेत् ।
न तेषु कुर्यात् स्वच्छायां न स्वपेद् गुरुसन्निधौ ॥ 12.102 ॥

Vers 12.103

भाषणं पाठनं गानं भोजनं शयनादिकम् ।
अनादिष्टो न कुर्वीत न चावन्दनपूर्वकम् ॥ 12.103 ॥

Vers 12.104

ब्रह्महत्याशतं कुर्यात् गुर्वाज्ञापरिपालनात् ।
विना गुर्वाज्ञया शिष्यौ विश्वसेन्नान्यशासनात् ॥ 12.104 ॥

Vers 12.105

सर्वं गुर्वाज्ञया कुर्यान्न निन्देत्तत्स्त्रियं प्रिये ।
भक्त्या प्रणम्य चोत्तिष्ठेत् कृताञ्जलिपुटः प्रिये ॥ 12.105 ॥

Vers 12.106

पश्चात्पदेन निर्गच्छेन्नमस्कृत्य गुरोर्गृहात् ।
एकासने नोपविशेद् गुरुणा तत्समैः सह ॥ 12.106 ॥

Vers 12.107

न विशेदासने देवि देवतागुरुसन्निधौ ।
गुरोः सिंहासनं देयं ज्येष्ठानामुत्तमासनम् ।
देश्यासनं कनिष्ठानामितरेषां समासनम् ॥ 12.107 ॥

Vers 12.108

जाति विद्याधनाढ्यो वा दूरे दृष्ट्वा गुरुं मुदा ।
दण्डप्रणामं कृत्वैकं त्रिः प्रदक्षिणमाचरेत् ॥ 12.108 ॥

Vers 12.109

ततस्त्रिः षड् द्वादश वा ज्येष्ठादिष्वेकमेव वा ।
गुरुप्रगुरुयोगेन वन्देत प्रगुरु प्रिये ॥ 12.109 ॥

Vers 12.110

ततो नमेद् गुरुं वापि गुर्वाज्ञां न विचारयेत् ।
प्रगुरोः सन्निधौ शिष्यः स्वगुरुं मनसा नमेत् ॥ 12.110 ॥

Vers 12.111

गुरुबुद्ध्या नमेत् सर्व दैवतं तृण्मेव वा ।
न नमेद्देवबुद्ध्या तु प्रतिमां लौहमृण्मयीम् ॥ 12.111 ॥

Vers 12.112

गुरोः प्रणामत्रितयं ज्येष्ठानामेक एव च ।
पूज्यानामञ्जलिस्तद्वदन्येषां वाक्यवन्दनम् ॥ 12.112 ॥

Vers 12.113

देवान् गुरून् कुलाचार्यान् ज्ञानवृद्धान् तपोधनान् ।
विद्याधिकान् स्वधर्मस्थान् प्रणमेत् कुलनायिके ॥ 12.113 ॥

Vers 12.114

स्त्रीद्विष्टं गुरुभिः शप्तं पाषण्डं पण्डितं शठम् ।
विकर्माणं कृतघ्नञ्चानाश्रमिणञ्च नो नमेत् ॥ 12.114 ॥

Vers 12.115

अनिवेद्य गुरोर्भुङ्क्ते यस्त्वेकग्रामसंस्थितः ।
अमेध्यं तद्भवेदन्नं शूकरो जायते मृतः ॥ 12.115 ॥

Vers 12.116

एकग्रामस्थितः शिष्यस्त्रिसन्ध्यं प्रणमेद् गुरुम् ।
क्रोशामात्रस्थितः शिष्यो गुरुं प्रतिदिनं नमेत् ॥ 12.116 ॥

Vers 12.117

अर्धयोजनगः शिष्यः प्रणमेत् पञ्चपर्वसु ।
एकयोजनमारम्य योजनद्वादशावधि ॥ 12.117 ॥

Vers 12.118

तत्सङ्ख्यादिवसैर्मासैः श्रीगुरुं प्रणमेत् प्रिये ।
दूरदेशस्थितः शिष्यो भक्त्या तत्सन्निधिं गतः ॥ 12.118 ॥

Vers 12.119

तत्र योजनसङ्ख्योक्तमासेन प्रणमेद् गुरुम् ।
अतिदूरगतः शिष्यो यदिच्छा स्यात्तदा व्रजेत् ॥ 12.119 ॥

Vers 12.120

रिक्तहस्तश्च नोपेयाद्राजानं देवतां गुरुम् ।
फलपुष्पाम्बरादीनि यथाशक्त्या समर्पयेत् ॥ 12.120 ॥

Vers 12.121

एवं यो न चरेद्देवि ब्रह्मराक्षसतां व्रजेत् ।
गुरुशक्तिश्च तत्पुत्रो ज्येष्ठभ्राता गुरुः स्मृतः ॥ 12.121 ॥

Vers 12.122

आत्मविच्च कनीयांसं पुत्रवत् परिपालयेत् ।
कुलाचार्यस्य देवेशि गुरुज्येष्ठकनिष्ठयोः ।
गुरुकल्पस्य कुर्वीत प्रणामं स्वरगुरोर्यथा ॥ 12.122 ॥

Vers 12.123

यागज्येष्ठः क्रमज्येष्ठः कुलज्येष्ठस्तृतीयकः ।
गुरुज्येष्ठसुतो देवि इति ज्येष्ठचतुष्टयम् ॥ 12.123 ॥

Vers 12.124

यागज्येष्ठाभिवादेन क्रमिकाष्टाङ्गयोगतः ।
गुरुश्च कुलवृक्षश्च वन्दनीयौ विधानतः ॥ 12.124 ॥

Vers 12.125

पितृमात्रादिसर्वेषु पूज्यकोटिषु बन्धुषु ।
अभ्युत्थानप्रणामाद्यैरव्यक्तो दोषभाग्बहिः ॥ 12.125 ॥

Vers 12.126

यदा त्वाचार्यरूपेण चात्मानं सम्प्रकाशयेत् ।
अभ्युत्थानप्रणामाद्यैर्दोषभाक् स भवेत्तदा ॥ 12.126 ॥

Vers 12.127

पतिर्भूत्वा पशुभ्यश्च प्रणामं यः करिष्यति ।
स महापशुरित्युक्तो देवताशापमाप्नुयात् ॥ 12.127 ॥

Vers 12.128

यो गुरुस्थानकं प्राप्तः पादुकापरिसङ्ख्यया ।
गुरुवत् स तु मन्तव्यो ज्येष्ठैर्वन्द्यो न च प्रिये ॥ 12.128 ॥

Vers 12.129

इति ते कथितं किञ्चित् पादुकाभक्तिलक्षणम् ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 12.129 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
पादुकाकथनं नाम द्वादशोल्लासः ॥ १२ ॥

13. Ullasa

अथ त्रयोदशोल्लासः

Vers 13.1

श्री देव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि करुणामृतवारिधे ।
वक्तुमर्हसि देवेश लक्षणं गुरुशिष्ययोः ॥ 13.1 ॥

Vers 13.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण गुरुभावः प्रजायते ॥ 13.2 ॥

Vers 13.3

दुष्टवंशोद्भवं दुष्टं गुणहीनं विरूपिणम् ।
परशिष्यञ्च पाषण्डं षण्डं पण्डितमानिनम् ॥ 13.3 ॥

Vers 13.4

हीनाधिकविकाराङ्गं विकलावयवान्वितम् ।
पङ्गुमन्धञ्च बधिरं मलिनं व्याधिपीडितम् ॥ 13.4 ॥

Vers 13.5

उत्सृष्टं दुर्मुखञ्चापि स्वेच्छावेशधरं प्रिये ।
दुर्विकाराङ्गचेष्टादिगतिभाषणवीक्षणम् ॥ 13.5 ॥

Vers 13.6

निद्रातन्द्राजडालस्यद्यूतादिव्यसनान्वितम् ।
कपाटकुड्यस्तम्भादौ तिरोहिततनुं सदा ।
अन्तर्भक्तिकरं क्षुद्रं बाह्यभक्तिविवर्जितम् ॥ 13.6 ॥

Vers 13.7

व्यलीकवादिनं स्तब्धं प्रोषितं प्रेषकं शठम् ।
धनस्त्रीशुद्धिरहितं निषेधविधिवर्जितम् ॥ 13.7 ॥

Vers 13.8

रहस्यभेदकं वापि देवि कार्यविनाशकम् ।
मार्जारबकवृत्तिञ्च रन्ध्रान्वेषणतत्परम् ॥ 13.8 ॥

Vers 13.9

मायाविनं कृतघ्नञ्च प्रच्छन्नान्तरदायकम् ।
विश्वासघातकं स्वामिद्रोहिणं पापकारिणम् ॥ 13.9 ॥

Vers 13.10

अविश्वासकरं संशयात्मकं सिद्ध्यकाङ्क्षिणम् ।
आततायिनमादित्सु कोपितं कूटसाक्षिणम् ॥ 13.10 ॥

Vers 13.11

सर्वप्रतारकं देवि सर्वोत्कृष्टाभिमानिनम् ।
असत्यं निष्ठुरासक्तं ग्राम्यादिबहुभाषिणम् ॥ 13.11 ॥

Vers 13.12

दुवीचारकुतर्कादिकारकं कलहप्रियम् ।
वृथाक्षेपकरं मूर्खं चपलं वाग्विडम्बकम् ॥ 13.12 ॥

Vers 13.13

परोक्षे दूषणकरं प्रत्यक्षे प्रियवादिनम् ।
वाग्ब्रह्मवादिनं विद्या चौरमात्मप्रशंसकम् ॥ 13.13 ॥

Vers 13.14

गुणासहिष्णुमहितमार्तक्रोधनमम्बिके ।
वाचालं दुर्जनसखं सर्वलोकविगहीतम् ॥ 13.14 ॥

Vers 13.15

पिशुनं परसन्ताप्यं सम्विदप्रणयं प्रिये ।
स्वक्लेशवादिनं स्वामिद्रोहिणं स्वात्मवञ्चकम् ॥ 13.15 ॥

Vers 13.16

जिह्वोपस्थपरं देवि तस्करं पशुचेष्टितम् ।
अकारणद्वेषहासक्लेशक्रोधादिकारिणम् ॥ 13.16 ॥

Vers 13.17

अतिहासमकर्माणं मर्मान्तपरिहासकम् ।
कामुकञ्चातिनिर्लज्जं मिथ्यादुश्चेष्टसूचकम् ॥ 13.17 ॥

Vers 13.18

असूयामदमात्सर्यदम्भाहङ्कारसंयुतम् ।
ईर्ष्यापारुष्यपैशुन्यकार्पण्यक्रोधमानसम् ॥ 13.18 ॥

Vers 13.19

अधीरं दुःखिनं भीरुमशक्तस्तवमातुरम् ।
अप्रबुद्धमतिं मन्दं मूढं चिन्ताकुलं विटम् ॥ 13.19 ॥

Vers 13.20

तृष्णालोभयुतं दीनमतुष्टं सर्वयाचकम् ।
बह्वाशिनं कपटिनं भ्रामकं कुटिलं प्रिये ॥ 13.20 ॥

Vers 13.21

भक्तिश्रद्धादयाशान्तिधर्माचारविवर्जितम् ।
मातापितृगुरुप्राज्ञसद्वचोहास्यकारकम् ॥ 13.21 ॥

Vers 13.22

कुलद्रव्यादिबीभत्सं गुरुसेवाभिमानिनम् ।
स्त्रीद्विष्टं समयभ्रष्टं गुरुशप्तं कुलेश्वरि ।
इत्यादिदुर्गुणोपेतं गुरुः शिष्यं विवर्जयेत् ॥ 13.22 ॥

Vers 13.23

सच्छिष्यन्तु कुलेशानि शुभलक्षणसंयुतम् ।
समाधि साधनोपेतं गुणशीलसमन्वितम् ॥ 13.23 ॥

Vers 13.24

स्वच्छदेहाम्बरं प्राज्ञं धार्मिकं शुद्धमानसम् ।
दृढव्रतं सदाचारं श्रद्धाभक्तिसमन्वितम् ॥ 13.24 ॥

Vers 13.25

दक्षमल्पाशिनं गूढचित्तं निर्व्याजसेवकम् ।
विमृश्यकारिणं वीरं मनोदारिद्र्यवर्जितम् ॥ 13.25 ॥

Vers 13.26

सर्वकार्यातिकुशलं स्वच्छं सर्वोपकारिणम् ।
कृतज्ञं पापभीतञ्च साधुसज्जनसम्मतम् ॥ 13.26 ॥

Vers 13.27

आस्तिकं दानशीलञ्च सर्वभूतहिते रतम् ।
विश्वासविनयोपेतं धनदेहाद्यवञ्चकम् ॥ 13.27 ॥

Vers 13.28

असाध्यसाधकं शूरमुत्साहबलसंयुतम् ।
अनुकूलं क्रियायुक्तमप्रमत्तं विचक्षणम् ॥ 13.28 ॥

Vers 13.29

हितसत्यमितस्मेरभाषणं मुक्तदूषणम् ।
सकृदुक्तगृहातार्थं चतुरं बुद्धिविस्तरम् ॥ 13.29 ॥

Vers 13.30

स्वस्तुतौ परनिन्दायां विमुखं सुमुखं प्रिये ।
जितेन्द्रियं सुसन्तुष्टं धीमन्तं ब्रह्मचारिणम् ॥ 13.30 ॥

Vers 13.31

त्यक्ताधिव्याधिचापल्यदुःखभ्रान्तिमसंशयम् ।
गुरुध्यानस्तुतिकथादेवार्चावन्दनोत्सुकम् ॥ 13.31 ॥

Vers 13.32

गुरुदैवतसम्भक्तं कामिनीपूजकं परम् ।
नित्यं गुरुसमीपस्थं गुरुसन्तोषकारकम् ॥ 13.32 ॥

Vers 13.33

मनोवाक्तनुभिर्नित्यं परिचर्या समुद्यतम् ।
गुर्वाज्ञापालकं देवि गुरुकीर्तिप्रकाशकम् ॥ 13.33 ॥

Vers 13.34

गुरुवाक्यप्रमाणज्ञं गुरुशुश्रूषणे रतम् ।
चित्तानुवत्तीनं प्रेष्यकारिणं कुलनायिके ॥ 13.34 ॥

Vers 13.35

जातिमानधने गर्ववर्जितं गुरुसन्निधौ ।
निरपेक्षं गुरुद्रव्ये तत्प्रसादाभिकाङ्क्षिणम् ॥ 13.35 ॥

Vers 13.36

कुलधर्मकथायोगियोगिनीकौलिकप्रियम् ।
कुलार्चनादिनिरतं कुलद्रव्याजुगुप्सकम् ॥ 13.36 ॥

Vers 13.37

जपध्यानादिनिरतं मोक्षमार्गाभिकाङ्क्षिणम् ।
कुलशास्त्रप्रियं देवि पशुशास्त्रपराङ्मुखम् ।
इत्यादिलक्षणोपेतं गुरुः शिष्यं परिग्रहेत् ॥ 13.37 ॥

Vers 13.38

श्रीगुरुः परमेशानि शुद्धवेशो मनोहरः ।
सर्वलक्षणसम्पन्नः सर्वावयवशोभितः ॥ 13.38 ॥

Vers 13.39

सर्वागमार्थतत्त्वज्ञः सर्वमन्त विधानवित् ।
लोकसम्मोहनकरो देववत् प्रियदर्शनः ॥ 13.39 ॥

Vers 13.40

सुमुखः सुलभः स्वच्छो भ्रमसंशयनाशकः ।
इङ्गिताकारवित् प्राज्ञ ऊहापोहविदुज्ज्वलः ॥ 13.40 ॥

Vers 13.41

अन्तर्लक्ष्यो बहिर्दृष्टिः सर्वज्ञो देशकालवित् ।
आज्ञासिद्धिस्त्रिकालज्ञो निग्रहानुग्रहक्षमः ॥ 13.41 ॥

Vers 13.42

वेधको बोधकः शान्तः सर्वजीवदयापरः ।
स्वाधीनेन्द्रियसञ्चारषड्वर्गविजयक्षमाः ॥ 13.42 ॥

Vers 13.43

अग्रगण्योऽतिगम्भीरः पात्रापात्रविशेषवित् ।
शिवविष्णुसमः साधुर्मन्ददर्शनदूषकः ॥ 13.43 ॥

Vers 13.44

निर्मलो नित्यसन्तुष्टः स्वतन्त्रो मन्त्रशक्तिमान् ।
सद्भक्तवत्सलो धीरः कृपालुः स्मितपूर्णवाक् ॥ 13.44 ॥

Vers 13.45

भक्तप्रियः सदोदारो गम्भीरः शिष्टसाधकः ।
स्वेष्टदेवगुरुज्येष्ठ वनितापूजनोत्सुकः ॥ 13.45 ॥

Vers 13.46

नित्ये नैमित्तिके काम्ये रतः कर्मण्यनिन्दिते ।
रागद्वेषभयक्लेशदम्भाहङ्कारवर्जितः ॥ 13.46 ॥

Vers 13.47

स्वविद्यानुष्ठानरतो धर्मादीनामुपार्जकः ।
यदृच्छालाभसन्तुष्टो गुणदोषविभेदकः ॥ 13.47 ॥

Vers 13.48

स्त्रीधनादिष्वनासक्तो दुःसङ्गव्यसनादिषु ।
सर्वाहम्भावसंयुक्तो निर्द्वन्द्वो नियतव्रतः ॥ 13.48 ॥

Vers 13.49

अलोलुपो ह्यसङ्कल्पपक्षपाती विचक्षणः ।
वित्तविद्यादिभिर्मन्त्रयन्त्रतन्त्राद्यविक्रयी ॥ 13.49 ॥

Vers 13.50

निःसङ्गो निर्विकल्पश्च निर्णीतार्थोऽतिधार्मिकः ।
तुल्यनिन्दास्तुतिर्मौनो निरपेक्षो निरामयः ।
इत्यादिलक्षणोपेतः श्रीगुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.50 ॥

Vers 13.51

यः शिवः सर्वगः सूक्ष्मश्चोन्मना निष्कलोऽव्ययः ।
व्योमाकारो ह्यजोऽनन्तः स कथं पूज्यते प्रिये ॥ 13.51 ॥

Vers 13.52

अत एव शिवः साक्षाद्गुरुरूपं समाश्रितः ।
भक्त्या सम्पूजितो देवि भुक्तिं मुक्तिं प्रयच्छति ॥ 13.52 ॥

Vers 13.53

शिवोऽहं नाकृतिर्देवि नरदृग्गोचरो नहि ।
तस्मात् श्रीगुरुरूपेण शिष्यान् रक्षति धार्मिकान् ॥ 13.53 ॥

Vers 13.54

मनुष्यचर्मणा बद्धः साक्षात् परशिवः स्वयम् ।
सच्छिष्यानुग्रहार्थाय गूढं पर्यटति क्षितौ ॥ 13.54 ॥

Vers 13.55

सद्भक्तरक्षणायैव निराकारोऽपि साकृतिः ।
शिवः कृपानिधिर्लोके संसारीव हि चेष्टते ॥ 13.55 ॥

Vers 13.56

ललाटलोचनं चान्दीं कलामपि च दोर्दयम् ।
अन्तर्धाय च वर्तेयं गुरुरूपो महीतले ॥ 13.56 ॥

Vers 13.57

अत्रिनेत्रः शिवः साक्षादचतुर्बाहुरच्युतः ।
अचतुर्वदनो ब्रह्मा श्रीगुरुः कथितं प्रिये ॥ 13.57 ॥

Vers 13.58

नरवद्दृश्यते लोके श्रीगुरुः पापकर्मणा ।
शिववद् दृश्यते लोके भवानि पुण्यकर्मणा ॥ 13.58 ॥

Vers 13.59

श्रीगुरुं परमं तत्त्वं तिष्ठन्तं चक्षुरग्रतः ।
मन्दभाग्या न पश्यन्ति ह्यन्धाः सूर्यमिवोदितम् ॥ 13.59 ॥

Vers 13.60

गुरुः सदाशिवः साक्षात् सत्यमेव न संशयः ।
शिव एव गुरुर्नो चेद्भुक्ति मुक्ति ददाति कः ॥ 13.60 ॥

Vers 13.61

सदाशिवस्य देवस्य श्रीगुरोरपि पार्वती ।
उभयोरन्तरं नास्ति यः करोति स पातकी ॥ 13.61 ॥

Vers 13.62

देशिकाकृतिमास्थाय पशोः पाशानशेषतः ।
छित्त्वा परं पदं देवि नयत्येनमतो गुरुः ॥ 13.62 ॥

Vers 13.63

सर्वानुग्रहकर्तृत्वादीश्वरः करुणानधिः ।
आचार्यरूपमास्थाय दीक्षया मोक्षयेत् पशून् ॥ 13.63 ॥

Vers 13.64

यथा घटश्च कलसः कुम्भश्चैकार्थवाचकः ।
तथा देवश्च मन्त्रश्च गुरुश्चैकार्थ उच्यते ॥ 13.64 ॥

Vers 13.65

यथा देवस्तथा मन्त्रो यथा मन्त्रस्तथा गुरुः ।
देवमन्त्रगुरूणाञ्च पूजया सदृशं फलम् ॥ 13.65 ॥

Vers 13.66

शिवरूपं समास्थाय पूजां गृह्णामि पार्वती ।
गुरुरूपं समादाय भवपाशान्निकृन्तये ॥ 13.66 ॥

Vers 13.67

सिद्धान्तशारवेत्ताहं बीजोऽहमिति बोधकृत् ।
अविच्छिन्नः सदा हृष्टहृदयो गुरुरुच्यते ॥ 13.67 ॥

Vers 13.68

यो विलङ्घ्याश्रमान् वर्णानात्मन्येव स्थितः सदा ।
ज्योतिर्वर्णाश्रमी योगी स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.68 ॥

Vers 13.69

षडध्वानं षडाधारं षोडशाधारनिर्णयम् ।
यो जानाति विधानेन स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.69 ॥

Vers 13.70

दृश्यं विना स्थिरा दृष्टिर्मनश्चालम्बनं विना ।
विनायासं स्थिरो वायुर्यस्य स्यात् स गुरुः प्रिये ॥ 13.70 ॥

Vers 13.71

यत्तु संवित्तिजननं परानन्दसमुद्भवम् ।
तत्तत्त्वं विदितं येन स गुरुः कुलनायिके ॥ 13.71 ॥

Vers 13.72

भूतभव्यौ तन्त्रमन्त्रौ वेत्ति यः शाक्तशाम्भवम् ।
वेधञ्च षड्विधं देवि स हि वेधकरो गुरुः ॥ 13.72 ॥

Vers 13.73

पदमन्त्रकलायन्त्रसतत्त्वतभुवनाश्रयम् ।
शोधयेद् यः षडध्वानं स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.73 ॥

Vers 13.74

वेधं पदं विरोधञ्च ग्रहणं मोक्षणं तथा ।
यो वा सम्यग्विजानाति स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.74 ॥

Vers 13.75

जाग्रत् स्वप्नः सुषुप्तिश्च तुरीयं तदतीतकम् ।
यो वेत्ति पञ्चकं देवि स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.75 ॥

Vers 13.76

पिण्डं पदं तथा रूपं रूपातीतं चतुष्टयम् ।
यो वा सम्यग्विजानाति स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.76 ॥

Vers 13.77

यो वा पराञ्च पश्यन्तीं मध्यमां वैखरीमपि ।
चतुष्टयं विजानाति स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.77 ॥

Vers 13.78

आत्मविद्याशिवसर्वमिति तत्त्वचतुष्टयम् ।
यो वेत्ति परमेशानि स गुरुर्नापरः प्रिये ॥ 13.78 ॥

Vers 13.79

पाशच्छेदं वेधदीक्षां पशुग्रहणमेव च ।
त्रिविधं यो विजानाति स गुरुः परमो मतः ॥ 13.79 ॥

Vers 13.80

पदं पाशं पशुनाञ्च रहस्यार्थं विधानतः ।
यो जानाति वरारोहे स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.80 ॥

Vers 13.81

चक्रसङ्केतकं मन्त्रं पूजासङ्केतकं तथा ।
त्रितयं यो विजानाति स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.81 ॥

Vers 13.82

वाणेतरस्वयम्भ्वाख्यलिङ्गत्रितयसंस्थितिम् ।
तत्त्वतो यो विजानाति स गुरुः कथितः प्रिये ॥ 13.82 ॥

Vers 13.83

आणवं कार्मणञ्चैव मायीयञ्च मलत्रयम् ।
यो विशोधयितुं शक्तः स गुरुः परमो मतः ॥ 13.83 ॥

Vers 13.84

आरक्तशुक्लमिश्रा(कृष्णा)ख्यचरणत्रयवासनाम् ।
यो जानाति महादेवि स गुरुः परमो मतः ॥ 13.84 ॥

Vers 13.85

महामुद्रां नभोमुद्राम् उङ्डीयानं जलन्धरम् ।
मूलबन्धञ्च यो वेत्ति स गुरुः परमो मतः ॥ 13.85 ॥

Vers 13.86

शिवादिक्षितिपर्यन्तं षट्त्रिंशत्तत्त्वनिर्णयम् ।
यो विजानाति तत्त्वेन स गुरुः परमो मतः ॥ 13.86 ॥

Vers 13.87

अन्तर्यागं बहिर्यागं कलाज्ञानस्थितिं प्रिये ।
चारुयन्त्रविधानञ्च यो वेत्ति स गुरुः प्रिये ॥ 13.87 ॥

Vers 13.88

पिण्डब्रह्माण्डयोरैक्यं स्थितिं यो वेत्ति तत्त्वतः ।
शिरास्थिरोमसङ्ख्यादि स गुरुर्नापरः प्रिये ॥ 13.88 ॥

Vers 13.89

पद्मादिचतुरशीतिनानासनविचक्षणः ।
यमाद्यष्टाङ्गयोगज्ञः स गुरुः परमो मतः ॥ 13.89 ॥

Vers 13.90

घृणा सङ्का भयं लज्जा जुगुप्सा चेति पञ्चमी ।
कुलं शीलं तथा जातिरष्टौ पाशाः प्रकीर्तिताः ॥ 13.90 ॥

Vers 13.91

पाशबद्धः पाशुर्ज्ञेयः पाशमुक्तो महेश्वरः ।
तस्मात् पाशहरो यस्तु स गुरुः परमो मतः ॥ 13.91 ॥

Vers 13.92

बन्धनं योनिमुद्राया मन्त्रचैतन्यदर्शनम् ।
यन्त्रमन्त्रस्वरूपञ्च यो वेत्ति स गुरुः प्रिये ॥ 13.92 ॥

Vers 13.93

विनिक्षिप्तां गतायातां सङ्क्लिष्टां संविनीतकाम् ।
चतुर्विधां मनोऽवस्थां यो वेत्ति स गुरुः प्रिये ॥ 13.93 ॥

Vers 13.94

मूलादिब्रह्मरन्ध्रान्तसप्ताम्भोजदलेषु यः ।
जीवाचारफलं वेत्ति स गुरुर्नापरः प्रिये ॥ 13.94 ॥

Vers 13.95

शिवादिगुरुपर्यन्तं पारम्पर्यक्रमेण यः ।
अवाप्ततत्त्वसम्भारः स गुरुर्नापरः प्रिये ॥ 13.95 ॥

Vers 13.96

येन वा दर्शिते तत्त्वे तत्क्षणात्तन्मयो भवेत् ।
मन्यते मुक्तमात्मानं स गुरुर्नापरः प्रिये ॥ 13.96 ॥

Vers 13.97

ये दत्त्वा सहजानन्दं दरन्तीन्द्रियजं सुखम् ।
सेव्यास्ते गुरवः शिष्यैरन्ये त्याज्याः प्रतारकाः ॥ 13.97 ॥

Vers 13.98

संसारभयभीतस्य शिष्यस्य गुरुरादरात् ।
व्रतोपवासनियमैर्नियन्ता स गुरुर्मतः ॥ 13.98 ॥

Vers 13.99

यः प्रसन्नः क्षणार्धेन मोक्षलक्ष्मीं प्रयच्छति ।
दुर्लभं तं विजानीयाद् गुरुं संसारतारकम् ॥ 13.99 ॥

Vers 13.100

यः क्षणेनात्मसामर्थ्यं स्वशिष्याय ददाति हि ।
क्रियायासादिरहितं स गुरुर्देवदुर्लभः ॥ 13.100 ॥

Vers 13.101

य सद्यः प्रत्ययकरं सुलभञ्चात्मसौख्यदम् ।
ज्ञानोपदेशं कुरुते स गुरुर्देवदुर्लभः ॥ 13.101 ॥

Vers 13.102

द्वीपाद् द्वीपान्तरं देवि सञ्चरेद्यथा तथा ।
यो दद्यात् स गुरुर्ज्ञानमभ्यासादिविवर्जितम् ॥ 13.102 ॥

Vers 13.103

क्षुधितस्य यथा तृप्तिराहारादाशु जायते ।
तथोपदेशमात्रेण ज्ञानदो दुर्लभो गुरुः ॥ 13.103 ॥

Vers 13.104

गुरवो बहवः सन्ति दीपवच्च गृहे गृहे ।
दुर्लभोऽयं गुरुर्देवि सूर्यवत् सर्वदीपकः ॥ 13.104 ॥

Vers 13.105

गुरवो बहवः सन्ति वेदशास्त्रादिपारगाः ।
दुर्लभोऽयं गुरुर्देवि परतत्त्वार्थपारगः ॥ 13.105 ॥

Vers 13.106

गुरवो बहवः सन्ति आत्मनोऽन्यप्रदा भुवि ।
दुर्लभोऽयं गुरुर्देवि लोकेष्वात्मप्रकाशकः ॥ 13.106 ॥

Vers 13.107

गुरवो बहवः सन्ति कुमन्त्रौषधिवेदिनः ।
निगमागमशास्त्रोक्तमन्त्रज्ञो दुर्लभो भुवि ॥ 13.107 ॥

Vers 13.108

गुरवो बहवः सन्ति शिष्यवित्तापहारकाः ।
दुर्लभोऽयं गुरुर्देवि शिष्यदुःखापहारकः ॥ 13.108 ॥

Vers 13.109

वर्णाश्रमकुलाचारनिरता बहवो भुवि ।
सर्वसङ्कल्पहीनो यः स गुरुर्देवि दुर्लभः ॥ 13.109 ॥

Vers 13.110

गुरोर्यस्यैव सम्पर्कात् परानन्दोऽभिजायते ।
गुरुं तमेव वृणुयान्नापरं मतिमान्नरः ॥ 13.110 ॥

Vers 13.111

यस्यानुभवपर्यन्तं बुद्धिस्तत्र प्रवर्तते ।
यस्यालोकनमात्रेण मुच्यते नात्र संशयः ॥ 13.111 ॥

Vers 13.112

शङ्कया भक्षितं सर्वं त्रैलोक्यं सचराचरम् ।
सा शङ्का भक्षिता येन स गुरुर्देविदुर्लभः ॥ 13.112 ॥

Vers 13.113

यथा वह्निसमीपस्थं नवनीतं विलीयते ।
तथा पापं विलीयते सदाचार्य समीपतः ॥ 13.113 ॥

Vers 13.114

यथा दीप्तानलः काष्ठं शुष्कमार्द्रञ्च निर्दहेत् ।
तथा गुरुकटाक्षस्तु शिष्यपापं दहेत् क्षणात् ॥ 13.114 ॥

Vers 13.115

यथा महानिलोद्धूतं तूलं दशदिशो व्रजेत् ।
तथैव गुरुकारुण्यात् पापराशिः पलायते ॥ 13.115 ॥

Vers 13.116

दीपदर्शनमात्रेण प्रणश्यति तमो यथा ।
सद्गुरोर्दर्शनाद्देवि तथाज्ञानं विनश्यति ॥ 13.116 ॥

Vers 13.117

सर्वलक्षणसम्पन्नो वेदशास्त्रविधानवित् ।
सर्वोपायविधानज्ञस्तत्त्वज्ञानी गुरुः स हि ॥ 13.117 ॥

Vers 13.118

पूजाहोमाश्रमाचारतपस्तीर्थव्रतादिकम् ।
मन्त्रागमादिविज्ञानं तत्त्वहीनस्य निष्फलम् ॥ 13.118 ॥

Vers 13.119

स्वयं वेद्ये परे तत्त्वे स्वात्मानं वेत्ति निश्चलः ।
आत्मनोऽनुग्रहो नास्ति परस्यानुग्रहः कथम् ॥ 13.119 ॥

Vers 13.120

ब्रह्माकारं मनोरूपं प्रप्यक्षं स्वतनुस्थितम् ।
यो न जानाति चान्यस्य कथं मोक्षं ददात्यसौ ॥ 13.120 ॥

Vers 13.121

सर्वलक्षणहीनोऽपि तत्त्वज्ञानी गुरुः स्मृतः ।
तस्मात्तत्त्वविदेवेह मुक्तो मोचक एव च ॥ 13.121 ॥

Vers 13.122

यस्तत्त्वविन्महेशानि स पशुं बोधयत्यपि ।
तत्त्वहीनात् कुतोऽध्यात्मतत्त्वज्ञानपरिग्रहः ॥ 13.122 ॥

Vers 13.123

तत्त्वज्ञैरुपदिष्टा ये तत्त्वाज्ञस्ते न संशयः ।
पशुभिश्चोपदिष्टा ये देवि ते पशवः स्मृताः ॥ 13.123 ॥

Vers 13.124

विद्धस्तु वेधयेद्देवि नाविद्धो वेधको भवेत् ।
मुक्तस्तु मोचयेद् बद्धं न मुक्तो मोचकः कथम् ॥ 13.124 ॥

Vers 13.125

अभिज्ञश्चोद्धरेन्मूर्ख न मूर्खो मूर्खमुद्धरेत् ।
शिलां सन्तारयेन्नौर्हि किं शिला तारयेच्छिलाम् ॥ 13.125 ॥

Vers 13.126

तत्त्वहीनं गुरुं लब्ध्वा केवलं भव तत्परः ।
इहामुत्र फलं किञ्चित् स नरो नाप्नुयात् प्रिये ॥ 13.126 ॥

Vers 13.127

शैवे गुरुत्रयं प्रोक्तं वैष्णवे गुरुपञ्चकम् ।
वेदशास्त्रेषु शतशो गुरुरेकः कुलान्वये ॥ 13.127 ॥

Vers 13.128

प्रेरकः सूचकश्चैव वाचको दर्शकस्तथा ।
शिक्षको बोधकश्चैव षडेते गुरवः स्मृताः ॥ 13.128 ॥

Vers 13.129

पञ्चैते कार्यभूताः स्युः कारणं बोधको भवेत् ।
पूर्णाभिषेककर्ता यो गुरुस्तस्यैव पादुका ।
पूजनीया महेशानि बहुत्वेऽपि न संशयः ॥ 13.129 ॥

Vers 13.130

श्रीगुरुं लक्षणोपेतं संशयच्छेदकारकम् ।
लब्ध्वा ज्ञानप्रदं देवि न गुर्वन्तरमाश्रयेत् ॥ 13.130 ॥

Vers 13.131

अनभिज्ञं गुरुं प्राप्य सदा संशयकारकम् ।
गुर्वन्तरन्तु गत्वा स नैतद्दोषेण लिप्यते ॥ 13.131 ॥

Vers 13.132

मधुलुब्धो यथा भृङ्गः पुष्पात् पुष्पान्तरं व्रजेत् ।
ज्ञानलुब्धस्तथा शिष्यः गुरोगुर्वन्तरं व्रजेत् ॥ 13.132 ॥

Vers 13.133

इति ते कथितं किञ्चिल्लक्षणं गुरुशिष्ययोः ।
समासेन कुलेशानि किम्भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 13.133 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
गुरुशिष्यलक्षणं नाम त्रयोदशोल्लासः ॥ १३ ॥

14. Ullasa

अथ चतुर्दशोल्लासः

Vers 14.1

श्री देव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि परीक्षां गुरुशिष्ययोः ।
उपदेशक्रमं दीक्षाभेदांश्च वद मे प्रभो ॥ 14.1 ॥

Vers 14.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण चित्तशुद्धिः प्रजायते ॥ 14.2 ॥

Vers 14.3

विना दीक्षां न मोक्षः स्यात्तदुक्तं शिवशासने ।
सा च न स्याद्विनाचार्यमित्याचार्यपरम्परा ॥ 14.3 ॥

Vers 14.4

तस्मात् सिद्धान्तं सम्प्राप्य सम्प्रदायादिहेतुभिः ।
अन्तरेणोपदेष्टारं मन्त्राः स्युर्निष्फला यतः ॥ 14.4 ॥

Vers 14.5

देवास्तमेव शंसन्ति पारम्पर्यप्रवर्तकम् ।
गुरुं मन्त्रागमाभिज्ञं समयाचारपालकम् ॥ 14.5 ॥

Vers 14.6

गुरुः शिष्याधिकारार्थं विरक्तोऽपि शिवाज्ञया ।
किञ्चित्कालं विधायेत्थं स्वशिष्याय समर्पयेत् ॥ 14.6 ॥

Vers 14.7

तस्यार्पिताधिकारस्य योगः साक्षात् परे शिवे ।
देहान्ते शाश्वती मुक्तिरिति शङ्करभाषितम् ॥ 14.7 ॥

Vers 14.8

तस्मात् सर्वप्रयत्नेन साक्षात्परशिवोदितम् ।
सम्प्रदायमविच्छिन्नं सदा कुर्यात् गुरुः प्रिये ॥ 14.8 ॥

Vers 14.9

शक्तिसिद्धिसुसिद्ध्यर्थं परीक्ष्य विधिवद् गुरुः ।
पश्चादुपदिशेन्मन्त्रमन्यथा निष्फलं भवेत् ॥ 14.9 ॥

Vers 14.10

अन्यायेन तु यो दद्याद् गृह्णात्यन्यायतश्च यः ।
ददता गृह्णता देवि कुलशापो भविष्यति ॥ 14.10 ॥

Vers 14.11

गुरुशिष्यावुभौ मोहादपरीक्ष्य परस्परम् ।
उपदेशं ददद् गृह्णन् प्राप्नुयातां पिशाचताम् ॥ 14.11 ॥

Vers 14.12

अशास्त्रीयोपदेशञ्च यो गृह्णाति ददाति हि ।
भुञ्जाते तावुभौ घोरान्नरकानेकविंशतिम् ॥ 14.12 ॥

Vers 14.13

असंस्कृतोपदेशञ्च यः करोति स पातकी ।
विनश्यति च तन्मन्त्रं सैकते शालिबीजवत् ॥ 14.13 ॥

Vers 14.14

अनर्हे मन्त्रविज्ञानं न तिष्ठति कदाचन ।
तस्मात् परीक्ष्य कर्तव्यमन्यथा निष्फलं भवेत् ॥ 14.14 ॥

Vers 14.15

कृत्वा समयदीक्षाञ्च दत्त्वा समयपादुकाम् ।
सन्निधायात्मनः शिष्यं वदेन्मन्त्रं न चान्यथा ॥ 14.15 ॥

Vers 14.16

सच्छिष्यायातिभक्ताय यज्ज्ञानमुपदिश्यते ।
तज्ज्ञानं तत्तुशास्त्रार्थं तद्विदध्यादखण्डितम् ॥ 14.16 ॥

Vers 14.17

असच्छिष्येष्वभक्तेषु यज्ज्ञानमुपदिश्यते ।
तत् प्रयात्यपवित्रत्वं गोक्षीरं श्वघृतादिव ॥ 14.17 ॥

Vers 14.18

धनेच्छाभयलोभाद्यैरयोग्यं यदि दीक्षयेत् ।
देवताशापमाप्नोति कृतञ्च निष्फलं भवेत् ॥ 14.18 ॥

Vers 14.19

ज्ञानेन क्रियया वापि गुरु शिष्यं परीक्षयेत् ।
संवत्सरं तदर्धं वा तदर्धं वा प्रयत्नतः ॥ 14.19 ॥

Vers 14.20

उत्तमांश्चाधमे कुर्यान्नीचानुत्तमकर्मणि ।
प्राणद्रव्यप्रणामाद्यैरादेशैश्च स्वयं समैः ॥ 14.20 ॥

Vers 14.21

तत्कर्मसूचकैर्वाक्यैर्मायाभिः क्रूरचेष्टितैः ।
पक्षपातैरुदासीनैरनेकैश्च मुहुर्मुहुः ॥ 14.21 ॥

Vers 14.22

आकृष्टस्ताडितो वापि यो विषादं न याति च ।
गुरुः कृपां करोतीति मुदा सञ्चिन्तयेत् सदा ॥ 14.22 ॥

Vers 14.23

श्रीगुरोः स्मरणे चापि कीर्तनं दर्शनेऽपि च ।
वन्दने परिचर्यायामाह्वाने प्रेषणे प्रिये ॥ 14.23 ॥

Vers 14.24

आनन्दकम्परोमाञ्चस्वरनेत्रादिविक्रियाः ।
येषां स्युस्तेऽत्र योग्याश्च दीक्षासंस्कारकर्मणि ॥ 14.24 ॥

Vers 14.25

शिष्योऽपि लक्षणैरेतैः कुर्याद् गुरुपरीक्षणम् ।
आनन्दाद्यैर्जपस्तोत्रध्यानहोमार्चनादिषु ॥ 14.25 ॥

Vers 14.26

ज्ञानोपदेशसामर्थ्यं मन्त्रसिद्धिमपीश्वरि ।
वेधकत्वं परिज्ञाय शिष्यो भूयान्न चान्यथा ॥ 14.26 ॥

Vers 14.27

आदिमध्यावसानेषु योग्याः शक्तिनिपातिताः ।
अधमा मध्यमाः श्रेष्ठाः शिष्या देवि प्रकीर्तिताः ॥ 14.27 ॥

Vers 14.28

आदौ भक्तिर्भवेद्देवि दीक्षार्थं समुदन्ति ये ।
पुनर्विपुलहृष्टास्ते आदियोग्या इतीरिताः ॥ 14.28 ॥

Vers 14.29

दीक्षासमयसम्प्राप्ता ज्ञानविज्ञानवर्जिताः ।
भक्त्या प्रध्वस्तपर्याया मध्ययोग्याश्च ते स्मृताः ॥ 14.29 ॥

Vers 14.30

आदौ भक्तिविहीना ये मध्यभक्तास्तु ये नराः ।
अन्तप्रवृद्धभक्ताश्च अन्तयोग्या भवन्ति ते ।
उत्तमज्ञानसञ्ज्ञाश्चेत्युपदेशस्त्रिधा प्रिये ॥ 14.30 ॥

Vers 14.31

यथा पिपीलिका मन्दमन्दं वृक्षाग्रगं फलम् ।
चिरेणाप्नोति कर्मोपदेशश्चापि तथा स्मृतः ॥ 14.31 ॥

Vers 14.32

यथा कपिश्च शाखायां शाखामुल्लङ्घ्य यत्नतः ।
फलं प्राप्नोति धर्मस्य चोपदेशस्तथा प्रिये ॥ 14.32 ॥

Vers 14.33

यथा वियद्गमः शीघ्रं फल एव निषीदति ।
तथा ज्ञानोपदेशश्च कथितः कुलनायिके ॥ 14.33 ॥

Vers 14.34

स्पर्शाख्या देवि दृक्सञ्ज्ञा मानसाख्या महेश्वरि ।
क्रियायासादिरहिता देवा दीक्षा त्रिधा स्मृता ॥ 14.34 ॥

Vers 14.35

यथा पक्षी स्वपक्षाभ्यां शिशून् संवर्धयेच्छनैः ।
स्पर्शदीक्षोपदेशच्च तादृशः कथितः प्रिये ॥ 14.35 ॥

Vers 14.36

स्वापत्यानि यथा मत्स्यो वीक्षणेनैव पोषयेत् ।
दृग्भ्यां दीक्षोपदेशश्च तादृशः परमेश्वरि ॥ 14.36 ॥

Vers 14.37

यथा कूर्मः स्वतनयान् ध्यानमात्रेण पोषयेत् ।
वेधदीक्षोपदेशश्च मानसः स्यात् तथाविधः ॥ 14.37 ॥

Vers 14.38

शक्तिपातानुसारेण शिष्योऽनुग्रहमर्हति ।
यत्र शक्तिर्न पतति तत्र सिद्धिर्न जायते ॥ 14.38 ॥

Vers 14.39

क्रियावर्णकलास्पर्शवाग्दृङ्मानससञ्ज्ञया ।
दीक्षा मोक्षप्रदा देवि सप्तधा परिकीर्तिता ॥ 14.39 ॥

Vers 14.40

समयाख्या विशेषा च साधिका पुत्रिकाह्वया ।
वेधका पूर्णसञ्ज्ञा चाचार्या निर्वाणसञ्ज्ञिका ॥ 14.40 ॥

Vers 14.41

क्रियादीक्षाष्टधा प्रोक्ता कुण्डमण्डपपूर्विका ।
कलसादिसमायुक्ता कर्तव्या गुरुणा बहिः ।
देवेशि देहशुद्ध्यर्थं पूर्वोक्तविधिनाचरेत् ॥ 14.41 ॥

Vers 14.42

वर्णदीक्षा त्रिधा प्रोक्ता द्विचत्वारिंशदक्षरैः ।
पञ्चाशद्वर्णैर्वा देवि द्विषष्टिलिपिभिस्तु ता ॥ 14.42 ॥

Vers 14.43

वर्णान् शिष्यतनौ न्यस्य प्रतिलोमेन संहरेत् ।
परमात्मनि संयोज्य तच्चैतन्यं गुरुः प्रिये ॥ 14.43 ॥

Vers 14.44

तस्मादुत्पाद्य तान् वर्णान् न्यसेच्छिष्यतनौ पुनः ।
सृष्टिक्रमेण विधिना चैतन्यञ्च प्रयोजयेत् ॥ 14.44 ॥

Vers 14.45

जायते देवताभावः परानन्दमयः शिशोः ।
एषा वर्णमयी प्रोक्ता दीक्षा पाशहरा प्रिये ॥ 14.45 ॥

Vers 14.46

कलादीक्षा त्रिधा ज्ञेया कर्तव्या विधिवत् प्रिये ।
निवृत्तिर्जानुपर्यन्तं तलादारभ्य संस्थिता ॥ 14.46 ॥

Vers 14.47

जानुनोर्नाभिपर्यन्तं प्रतिष्ठा तिष्ठति प्रिये ।
नाभेः कण्ठावधि व्याप्ता विद्या शान्तिस्ततः परम् ॥ 14.47 ॥

Vers 14.48

कण्ठाल्ललाटपर्यन्तं व्याप्ता तस्माच्छिरोऽवधि ।
शान्त्यतीता कला चैषा कलाव्याप्तिरितीरिता ॥ 14.48 ॥

Vers 14.49

संहारक्रमयोगेन स्थानात् स्थानान्तरं प्रिये ।
संयोज्य विधिवत् सम्यग्विधिवेत्ता शिरोऽवधि ॥ 14.49 ॥

Vers 14.50

इयं प्रोक्ता कुलेशानि दिव्यभावप्रदायिनी ।
अष्टत्रिंशत्कलाभिर्वा पञ्चाशद्भिरथापि वा ॥ 14.50 ॥

Vers 14.51

तत्त्वन्यासक्रमेणैव सृष्टिसंहारमार्गतः ।
ज्ञात्वा गुरुमुखाद्देविं शिष्ये संयोज्य वेधयेत् ॥ 14.51 ॥

Vers 14.52

जायते देवताभावो योगिनीवीरमेलनम् ।
कलादीक्षा समुद्दिष्टा पशुपाशापहारिणी ॥ 14.52 ॥

Vers 14.53

द्दस्ते शिवं गुरुं ध्यात्वा जपेन्मूलाङ्गमालिनीम् ।
गुरुः स्पृशेच्छिष्यतनुं स्पर्शदीक्षा भवेदियम् ॥ 14.53 ॥

Vers 14.54

चित्तं तत्त्वे समाधाय परतत्त्वोपबृंहितान् ।
उच्चरेत् संहतान्मन्त्रान् वाग्दीक्षेति निगद्यते ॥ 14.54 ॥

Vers 14.55

निमील्य नयने ध्यात्वा परतत्त्वप्रसन्नधीः ।
सम्यक् पश्येद्गुरुः शिष्यं दृग्दीक्षा च भवेत् प्रिये ॥ 14.55 ॥

Vers 14.56

गुरोरालोकमात्रेण भाषणात् स्पर्शनादपि ।
सद्यः सञ्जायते ज्ञानं सा दीक्षा शाम्भवी मता ॥ 14.56 ॥

Vers 14.57

मनोदीक्षा द्विधा प्रोक्ता तीव्रा तीव्रतरापि च ।
अध्वानं षड्विधं ज्ञात्वा शिष्यदेहे स्मरन् प्रिये ॥ 14.57 ॥

Vers 14.58

कल्पयेद्भुवनं तत्त्वं कलां वर्णं पदं मनुम् ।
आजानुनाभिहृत्कण्ठतालुमूर्धान्तमम्बिके ॥ 14.58 ॥

Vers 14.59

गुरूपदिष्टमार्गेण वेधं कुर्याद्विचक्षणः ।
पाशयुक्तः क्षणाच्छिष्यश्छिन्नपाशस्तदा भवेत् ।
एषा मुक्तिप्रदा प्रोक्ता तीव्रदीक्षा कुलेश्वरि ॥ 14.59 ॥

Vers 14.60

देवि तीव्रतरा चापि गुरुणा स्मृतमात्रतः ।
सम्यक् संवेधिनः शिष्यश्छिन्नपापस्तदा भवेत् ॥ 14.60 ॥

Vers 14.61

वाह्यव्यापारनिर्मुक्तो भूमौ पतति तत्क्षणात् ।
सञ्जातदिव्यभावोऽसौ सर्वं जानाति शाम्भवि ॥ 14.61 ॥

Vers 14.62

यदस्ति वेधकाले तत् स्वयमेवानुभूयते ।
प्रबुद्धः सन् न शक्नोति तत् सुखं वक्तुमीश्वरि ॥ 14.62 ॥

Vers 14.63

वेधविद्धः शिवः साक्षान्न पुनर्जन्मभाग् भवेत् ।
एषा तीव्रतरा दीक्षा भवबन्धविमोचनी ।
शिवभावप्रदा साक्षात् त्वां शपे कुलनायिके ॥ 14.63 ॥

Vers 14.64

आनन्दश्चैव कम्पश्चेद्भवो घूर्णा कुलेश्वरि ।
निद्रा मूर्छा च वेधस्य षडवस्थाः प्रकीर्तिताः ॥ 14.64 ॥

Vers 14.65

दृश्यन्ते षड्गुणा ह्येते वेधकाले कुलेश्वरि ।
वेधितो यत्र कुत्रापि तिष्ठेन्मुक्ता न संशयः ॥ 14.65 ॥

Vers 14.66

वेधदीक्षाकरो लोके श्रीगुरुर्दुर्लभः प्रिये ।
शिष्योऽपि दुर्लभस्ताद्दृक् पुण्ययोगेन लभ्यते ।
न दद्याद् यस्य कस्यापि इत्याज्ञा परमेश्वरि ॥ 14.66 ॥

Vers 14.67

कुलद्रव्यैः समभ्यर्च्य कुलचक्रं विधानतः ।
शिष्याय दर्शयेद्देवि दीक्षैषा कौलिकी स्मृता ॥ 14.67 ॥

Vers 14.68

कुलद्रव्यं मुखे पूर्व पञ्चगव्यामृतान्वितम् ।
अभिषिञ्चेद् गुरुः शिष्यं गण्डूषाख्या समीरिता ॥ 14.68 ॥

Vers 14.69

सजीवमीनयुक्तेन सुरया पूरितेन च ।
पञ्चामृतैः सुसम्पूर्णशङ्खेन कलसेन वा ।
अभिषेकं ततः कुर्याद्बाह्ये तत् कथितं प्रिये ॥ 14.69 ॥

Vers 14.70

मीनस्तु लम्बिका देवि वक्त्रं कलस उच्यते ।
पञ्चगवयामृतापूर्णं शिष्यं तेनाभिषेचयेत् ॥ 14.70 ॥

Vers 14.71

अयं सिद्धाभिषेकः स्यादाचार्यस्यापि पार्वति ।
त्रिकालं दन्तकाष्ठञ्च पुष्पाञ्जलिरपि प्रिये ॥ 14.71 ॥

Vers 14.72

शङ्खे वेदकलान्यासस्तज्ज्ञानञ्चाष्टधा भवेत् ।
समयो दन्तकाष्ठेन साधकः कुसुमाञ्जलिः ॥ 14.72 ॥

Vers 14.73

पुत्रं शङ्खाभिषेकेण बोधको वेधसञ्ज्ञया ।
पूर्णाभिषेकेणाचार्यः पञ्चावस्थाः प्रकीर्तिताः ॥ 14.73 ॥

Vers 14.74

कुलाचारैकनिरता गुरुभक्ता दृढव्रताः ।
पूर्णाभिषेकपूता ये ते मुक्ताश्चेह जन्मनि ॥ 14.74 ॥

Vers 14.75

पूर्णाभिषेकपूता ये मृताश्च कुलनायिके ।
पुनर्लब्ध्वोत्तमं जन्म गुरुणा शिवरूपिणा ॥ 14.75 ॥

Vers 14.76

शुद्धाः पूर्णाभिषेकेण शिवसायुज्यदायिना ।
तेन मुक्तिं व्रजेयुस्ते शाम्भवी वाचमव्रवीत् ॥ 14.76 ॥

Vers 14.77

पूर्णा(दीक्षा)भिषेकहीनो यः कौलिको मिरयते यदि ।
पिशाचत्वमवाप्नोति यावदाहूतसम्प्लवम् ॥ 14.77 ॥

Vers 14.78

दीक्षा च द्विविधा प्रोक्ता बाह्याभ्यन्तरभेदतः ।
क्रियादीक्षा भवेद्बाह्या वेधाख्याभ्यन्तरी मता ॥ 14.78 ॥

Vers 14.79

अन्तः शुद्धिर्बहिः शुद्धिर्द्विविधा परिकीर्तिता ।
अन्तरा च क्रियाशुद्धिर्बहिः शुद्धिश्च दीक्षया ॥ 14.79 ॥

Vers 14.80

दीक्षया मोक्षदीपेन चण्डालोऽपि विमुच्यते ।
आभ्यां विना कुलेशानि कौलिको नैव मुच्यते ॥ 14.80 ॥

Vers 14.81

शरीरस्य न संस्कारो जायते न च कर्मणः ।
आत्मनः कारयेद्दीक्षामनादिकुलकुण्डलीम् ॥ 14.81 ॥

Vers 14.82

दीक्षा ह्येताः कर्मसाम्ये भिन्नार्थप्रतिपादिकाः ।
अभिसन्धानतो देवि देशिकोत्तमशिष्ययोः ॥ 14.82 ॥

Vers 14.83

मन्त्रौषधेर्यथा हन्याद्विषशक्तिं कुलेश्वरि ।
पशुपाशं तथा छिन्द्याद्दीक्षया मन्त्रवित् क्षणात् ॥ 14.83 ॥

Vers 14.84

अस्मात् प्रवितताद्वन्धात् परसंस्थानबोधकात् ।
दीक्षैव मोक्षयेत् पूर्वं दिव्यं धाम नयत्यपि ॥ 14.84 ॥

Vers 14.85

उपपातकलक्षाणि महापातककोटिशः ।
क्षणाद्दहति देवेशि दीक्षा हि विधिना कृता ॥ 14.85 ॥

Vers 14.86

यया चोन्मीलितात्मानो भवन्ति पशवः शिवाः ।
सा दीक्षा ह्युदिता देवि पशुपाशविमोचिका ॥ 14.86 ॥

Vers 14.87

यया दीक्षितमात्रेण जायन्ते प्रत्ययाः प्रिये ।
सा दीक्षा मोक्षदा ज्ञेया शेषास्तु जनसेविकाः ॥ 14.87 ॥

Vers 14.88

उपासनाशतेनापि यां विना नैव सिध्यति ।
तां दीक्षामाश्रयेद् यत्नात् श्रीगुरोर्मन्त्रसिद्धये ॥ 14.88 ॥

Vers 14.89

रसेन्द्रेण यथा विद्धमयः सुवर्णतां व्रजेत् ।
दीक्षाविद्धस्तथा ह्यात्मा शिवत्वं लभते प्रिये ॥ 14.89 ॥

Vers 14.90

दीक्षाग्निदग्धकर्मासौ मायाविच्छिन्नबन्धनः ।
गतः परां ज्ञानकाष्ठां निर्बीजस्तु शिवो भवेत् ॥ 14.90 ॥

Vers 14.91

गतं शूद्रस्य शूद्रत्वं विप्रस्यापि च विप्रता ।
दीक्षासंस्कारसम्पन्ने जातिभेदो न विद्यते ॥ 14.91 ॥

Vers 14.92

शिवलिङ्गे शिला बुद्धिं कुर्वन् यत् पापमश्नुते ।
दीक्षितश्चापि पूर्वत्वस्मृत्या तत् पापमाप्नुयात् ॥ 14.92 ॥

Vers 14.93

दार्वश्मलौहमृद्रत्नजातिलिङ्गप्रतिष्ठितम् ।
यथोच्यते तथा शुद्धाः सर्ववर्णास्तु दीक्षिताः ॥ 14.93 ॥

Vers 14.94

येन पूजितमात्रेण चाब्रह्मभुवनान्तिकम् ।
पूजितं तेन सर्वं स्याद्दीक्षितेन न संशयः ॥ 14.94 ॥

Vers 14.95

दीक्षितस्य न कार्यं स्यात्तपोभिर्नियमव्रतैः ।
न तीर्थक्षेत्रगमनैर्न च शरीरयन्त्रणैः ॥ 14.95 ॥

Vers 14.96

अदीक्षिता ये कुर्वन्ति जपपूजादिकाः क्रियाः ।
न फलन्ति प्रिये तेषां शिलायामुप्तबीजवत् ॥ 14.96 ॥

Vers 14.97

देवि दीक्षाविहीनस्य न सिद्धिर्न च सद्गतिः ।
तस्मात् सर्वप्रयत्नेन गुरुणा दीक्षितो भवेत् ॥ 14.97 ॥

Vers 14.98

द्विजो यो दीक्षितः पश्चादन्त्यजः पूर्वदीक्षितः ।
द्विजः कनिष्ठः स ज्येष्ठ इति शास्त्रार्थनिर्णयः ॥ 14.98 ॥

Vers 14.99

गुरुशक्तिसुतानाञ्च यो वा स्यात् पूर्वदीक्षितः ।
गुरुवत्तेन ते पूज्या नावमान्याः कथञ्चन ॥ 14.99 ॥

Vers 14.100

शिष्यो दीक्षितमात्रश्चेद् यदि स्वर्गं गतो गुरुः ।
एकसन्तानकेनैव पूर्णसंस्कारमाचरेत् ॥ 14.100 ॥

Vers 14.101

दर्शनेषु च सर्वेषु गुरुणा ज्ञानशालिना ।
दीक्षितो यस्तु विधिना स युक्तो नापरः प्रिये ॥ 14.101 ॥

Vers 14.102

अधिवासनपूर्वन्तु चक्रपूजापुरःसरम् ।
दीक्षया शोधयेच्छिष्यमन्यथा निष्फलं भवेत् ॥ 14.102 ॥

Vers 14.103

शूद्रसङ्करजातीनामादिशुद्धिवीधीयते ।
पादोदकप्रदानाद्यैः कुर्यात् पापविमोचनम् ॥ 14.103 ॥

Vers 14.104

एकाब्देन द्विजो योग्यः क्षत्रियो वत्सरद्वयात् ।
वैश्यो योग्यस्त्रिभिर्वर्षैश्चतुभिः शूद्र एव च ॥ 14.104 ॥

Vers 14.105

विधवायाः सुतादेशात् कन्यायाः पितुराज्ञया ।
नाधिकारः स्वतो नार्या भार्याया भर्तुराज्ञया ॥ 14.105 ॥

Vers 14.106

स्याद्वेदाध्ययने शूद्रो नाधिकारी यथा प्रिये ।
तथैवादीक्षितश्चापि नाधिकारी कुलेश्वरि ॥ 14.106 ॥

Vers 14.107

श्रीगुरुं गुरुपत्नीञ्च तत्पुत्रं शक्ति कौलिकान् ।
दीक्षितस्तोषयेद्देवि यथाविभवविस्तरम् ॥ 14.107 ॥

Vers 14.108

इति ते कथितं किञ्चित् परीक्षा गुरुशिष्ययोः ।
दीक्षाभेदादिकं देवि किम्भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 14.108 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
गुरुशिष्यपरीक्षाकथनं नाम चतुर्दशोल्लासः ॥ १४ ॥

15. Ullasa

अथ पञ्चदशोल्लासः

Vers 15.1

श्री देव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि पुरश्चरणलक्षणम् ।
स्थानाहारादिभेदञ्च वद मे परमेश्वर ॥ 15.1 ॥

Vers 15.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण मन्त्रतत्त्वं प्रकाशते ॥ 15.2 ॥

Vers 15.3

जपयज्ञात् परो यज्ञो नापरोऽस्तीह कश्चन ।
तस्माज्जपेन धर्मार्थकाममोक्षांश्च साधयेत् ॥ 15.3 ॥

Vers 15.4

सर्वपादान् परित्यज्य मन्त्रपादं समभ्यसेत् ।
अप्रमादाद् भवेत् सिद्धिः प्रमादादशुभं फलम् ॥ 15.4 ॥

Vers 15.5

भोगापवर्गसङ्कल्पकल्पव्रतशुभो जपः ।
जपध्यानमयं योगं तस्माद्देवि समाचरेत् ॥ 15.5 ॥

Vers 15.6

आब्रह्मबीजदोषाश्च नियमातिक्रमोद्भवाः ।
ज्ञानाज्ञानकृताः सर्वं प्रणश्यन्ति जपात् प्रिये ॥ 15.6 ॥

Vers 15.7

संसारे दुःखभूयिष्ठे यदीच्छेत् सिद्धिमात्मनः ।
पञ्चाङ्गोपासनेनैव मन्त्रजापी व्रजेत् सुखम् ॥ 15.7 ॥

Vers 15.8

पूजा त्रैकालिकी नित्यं जपस्तर्पणमेव च ।
होमो ब्राह्मणभुक्तिश्च पुरश्चरणमुच्यते ॥ 15.8 ॥

Vers 15.9

यद् यदङ्गं विहीयेत तत्सङ्ख्याद्विगुणो जपः ।
कुर्याद् द्वित्रिचतुःपञ्च-सङ्ख्यां वा साधकः प्रिये ॥ 15.9 ॥

Vers 15.10

कुर्वीत चाङ्गसिद्ध्यर्थं तदशक्तौ स भक्तितः ।
तच्चेदङ्गं विहीयेत मन्त्री नेष्टमवाप्नुयात् ॥ 15.10 ॥

Vers 15.11

अन्नैश्चतुर्विधैर्देवि पदार्थैः षड्रसान्वितैः ।
सुभोजितेषु विप्रेषु सर्वं हि सफलं भवेत् ॥ 15.11 ॥

Vers 15.12

सम्यक्सिद्धैकमन्त्रस्य पञ्चाङ्गोपासनेन च ।
सर्वमन्त्राश्च सिध्यन्ति त्वत्प्रसादात् कुलेश्वरि ॥ 15.12 ॥

Vers 15.13

उपदेशस्य सामर्थ्यात् श्रीगुरोश्च प्रसादतः ।
मन्त्रप्रभावाद्भक्त्या च मन्त्रसिद्धिः प्रजायते ॥ 15.13 ॥

Vers 15.14

सिद्धमन्त्राद् गुरोर्लब्धो मन्त्रो यः सिद्धिभाग्भवेत् ।
पूर्वजन्मकृताभ्यासान्मन्त्रो वा शीघ्रसिद्धिदः ॥ 15.14 ॥

Vers 15.15

दीक्षापूर्वं कुलेशानि पारम्पर्यक्रमागतम् ।
न्यायलब्धश्च यो मन्त्रः स च सिद्धो न संशयः ॥ 15.15 ॥

Vers 15.16

सहस्रं प्रजपेन्मन्त्रं मातृकाक्षरसम्पुटम् ।
अनुलोमविलोमेन मन्त्रसिद्धिः प्रजायते ॥ 15.16 ॥

Vers 15.17

त्रिषष्ट्यक्षरसंयुक्तमातृकाक्षरसम्पुटम् ।
क्रमोत्क्रमात्सहस्रन्तु तस्य सिद्धो भवेन्मनुः ॥ 15.17 ॥

Vers 15.18

मातृकाजपमात्रेण मन्त्राणां कोटिकोटयः ।
जषिताः स्युर्न सन्देहो यतः सर्वं तदुद्भवम् ॥ 15.18 ॥

Vers 15.19

अनेककोटिमन्त्राणि चित्ताकुलकराणि च ।
मन्त्रं गुरुकृपाप्राप्तमेकं स्यात् सर्वसिद्धिदम् ॥ 15.19 ॥

Vers 15.20

यदृच्छया श्रुतं मन्त्रं दृष्टेनापि छलेन च ।
पत्रे स्थितं वा चाध्याप्य तज्जपः स्यादनर्थकृत् ॥ 15.20 ॥

Vers 15.21

पुस्तके लिखितान्मन्त्रान् विलोक्य प्रजपन्ति ये ।
ब्रह्महत्यासमं तेषां पातकं व्याधिदुःखदम् ॥ 15.21 ॥

Vers 15.22

पुण्यक्षेत्रं नदीतीरं गुहा पर्वतमस्तकम् ।
तीर्थप्रदेशाः सिन्धूनां सङ्गमः पावनं वनम् ॥ 15.22 ॥

Vers 15.23

उद्यानानि विविक्तानि विल्वमूलं तटं गिरेः ।
देवतायतनं कूलं समुद्रस्य निजं गृहम् ॥ 15.23 ॥

Vers 15.24

साधनेषु प्रशस्तानि स्थानान्येतानि मन्त्रिणाम् ।
अथवा निवसेत्तत्र यत्र चित्तं प्रसीदति ॥ 15.24 ॥

Vers 15.25

सूर्यस्याग्नेर्गुरोरिन्दोर्दीपस्य च जलस्य च ।
गोविप्रकुलवृक्षाणां सन्निधौ शस्यते जपः ॥ 15.25 ॥

Vers 15.26

गृहे शतगुणं विद्याद् गोष्ठे लक्षगुणं भवेत् ।
कोटिर्देवालये पुण्यमनन्तं शिवसन्निधौ ॥ 15.26 ॥

Vers 15.27

म्लेच्छदुष्टमृगव्यालशङ्कातङ्कविवर्जितः ।
एकान्तपावने निन्दारहिते भक्तिसंयुते ॥ 15.27 ॥

Vers 15.28

स्वदेशे धार्मिके देशे सुभिक्षे निरुपद्रवे ।
राजभक्तजनस्थाने निवसेत्तापसाश्रये ॥ 15.28 ॥

Vers 15.29

राजानः सचिवा राज्ञां पुरुषाः प्रभवो जनाः ।
चरन्ति येन मार्गेण न वसेत्तत्र मन्त्रवित् ॥ 15.29 ॥

Vers 15.30

जीर्णदेवालयोद्यानगृहवृक्षतलेषु च ।
नदीतडागकूपेषु भूच्छिद्रादिषु नो वसेत् ॥ 15.30 ॥

Vers 15.31

दीपनाथमयष्ट्वा यो जपपूजादिकं चरेत् ।
तत्फलं गृह्यते तेन तस्यायासः फलं भवेत् ॥ 15.31 ॥

Vers 15.32

वंशाश्मधरणीदारुतृणपल्लवनिर्मितम् ।
वर्जयेदासनं धीमान् दारिद्र्यव्याधिदुःखदम् ॥ 15.32 ॥

Vers 15.33

तूलकम्बलवस्त्राणां सिंहव्याघ्रमृगाजिनम् ।
कल्पयेदासनं धीमान् सौभाग्यज्ञानवृद्धिदम् ॥ 15.33 ॥

Vers 15.34

पद्मस्वस्तिकवीरादिष्वासनेषूपविश्य च ।
जपार्चनादिकं कुर्यादन्यथा निष्फलं भवेत् ॥ 15.34 ॥

Vers 15.35

द्वादशावर्तयन् बुद्ध्या प्रणवन्तु त्रिमात्रकम् ।
मुञ्चेत् पिङ्गलया वायुमन्तःस्थं रेचको भवेत् ॥ 15.35 ॥

Vers 15.36

षोडशावर्तयन् तारं पूरयेद् बाह्यमारुतम् ।
शनकैरिडया बद्ध्वा पूरकं परिकीर्तितम् ॥ 15.36 ॥

Vers 15.37

द्वादशावर्तयन् तारं वायुं मध्ये च कुम्भयेत् ।
शोषयेद्वायुबीजेन देहशोषणमीरितम् ॥ 15.37 ॥

Vers 15.38

पुनश्च पूर्ववद्वायुं विरेच्यापूर्य कुम्भयेत् ।
दहेत् दहनबीजेन देहदाहनमीरितम् ॥ 15.38 ॥

Vers 15.39

पुनश्च पूर्ववद्वायुं विरेच्यापूर्य कुम्भयेत् ।
शिवकुण्डलिनीयोगस्यन्दनामृतधारया ।
आपादमस्तकं देवि प्लावयेत् प्लावनं भवेत् ॥ 15.39 ॥

Vers 15.40

जपध्यानं विनाऽगर्भः सगर्भस्तद्विपर्ययात् ।
अगर्भाद् गर्भसंयुक्तः प्राणायामः शताधिकः ॥ 15.40 ॥

Vers 15.41

तपांसि तीर्थयात्राद्या मखदानव्रतादयः ।
प्राणायामस्य तस्यैते कलां नार्हन्ति षोडशीम् ॥ 15.41 ॥

Vers 15.42

मानसं वाचिकं पापं कायिकं वापि यत् कृतम् ।
तत् सर्वं निर्दहेच्छीघ्रं प्राणायामत्रयं शिवे ॥ 15.42 ॥

Vers 15.43

दह्यते ध्मार्यमानानां धातूनाञ्च यथा मलम् ।
तथेन्द्रियाणां दह्यन्ते दोषाः प्राणस्य संयमात् ॥ 15.43 ॥

Vers 15.44

प्राणायामैर्विशुद्धात्मा यद् यत् कर्म करोति हि ।
तत्तत् फलत्यसन्देहस्त्वप्रयत्नेन वा कृतम् ॥ 15.44 ॥

Vers 15.45

आगमोक्तेन मार्गेणाभ्यासं नित्यं करोति यः ।
देवताभावमाप्नोति मन्त्रसिद्धिः प्रजायते ॥ 15.45 ॥

Vers 15.46

यो न्यासकवचच्छन्दो मन्त्रं जपति तं प्रिये ।
विघ्ना दृष्ट्वा पलायन्ते सिंहं दृष्टवा यथा गजाः ॥ 15.46 ॥

Vers 15.47

अकृत्वा न्यासजालं यो मूढात्मा प्रजपेन्मनुम् ।
वाध्यते सर्वविघ्नैश्च व्याघ्रैर्मृगशिशुर्यथा ॥ 15.47 ॥

Vers 15.48

अक्षमाला द्विधा प्रोक्ता कल्पिताऽकल्पितेति च ।
कल्पिता मणिभिः कॢप्ता मातृका स्यादकल्पिता ॥ 15.48 ॥

Vers 15.49

आदिक्षान्ताक्षवर्णत्वादक्षमालेति कीर्तिता ।
अनुलोमविलोमाभ्यां गणयेन्मन्त्रवित्तमः ॥ 15.49 ॥

Vers 15.50

एकैकमङ्गुलीभिः स्याद्रेखाभिर्दशधा फलम् ।
मणिभिः शतसाहस्रं माणिक्याऽनन्तमुच्यते ॥ 15.50 ॥

Vers 15.51

त्रिंशद्भिः स्याद्धनं पुष्टिः सप्तविंशतिभिर्भवेत् ।
पञ्चविंशतिभिर्मोक्षं पञ्चदश्याभिचारके ।
पञ्चाशद्भिः कुलेशानि सर्वसिद्धिरुदीरिता ॥ 15.51 ॥

Vers 15.52

अङ्गुष्ठेन च मोक्षः स्यात्तर्जनी शत्रुनाशिनी ।
मध्यमां धनदां विद्यात् शान्तिकर्मण्यनामिका ।
कनिष्ठा स्तम्भन्याकर्षण्यङ्गुली सुप्रकीर्तिता ॥ 15.52 ॥

Vers 15.53

एतज्जपिष्यामीत्यादौ सङ्कल्प्य मन्त्रवित्तमः ।
स्थिरासनो जपित्वाऽथ देव्यै सोदकमर्पयेत् ॥ 15.53 ॥

Vers 15.54

उच्चैर्जपोऽधमः प्रोक्त उपांशुर्मध्यमः स्मृतः ।
उत्तमो मानसो देवि त्रिविधः कथितो जपः ॥ 15.54 ॥

Vers 15.55

अतिह्रस्वो व्याधिहेतुरतिदीर्घस्तपःक्षयः ।
अक्षराक्षरसंयुक्तो यो मन्त्रः स न सिध्यति ॥ 15.55 ॥

Vers 15.56

मनसा यः स्मरेत् स्तोत्रं वचसा वा मनुं जपेत् ।
उभयं निष्फलं देवि भिन्नभाण्डोदकं यथा ॥ 15.56 ॥

Vers 15.57

जातसूतकमादौ स्यात्तदन्ते मृतसूतकम् ।
सूतकद्वयसंयुक्तो यो मन्त्रः स न सिध्यति ॥ 15.57 ॥

Vers 15.58

आद्यन्तरहितं कृत्वा मन्त्रमावर्तयेद्धिया ।
सूतकद्वयनिर्मुक्तो यो मन्त्रः सर्वसिद्धिदः ॥ 15.58 ॥

Vers 15.59

मन्त्रार्थं मन्त्रचैतन्यं योनिमुद्रां न वेत्ति यः ।
शतकोटिजपेनापि तस्य सिद्धिर्न जायते ॥ 15.59 ॥

Vers 15.60

सुप्तबीजाश्च ये मन्त्रा न दास्यन्ति फलं प्रिये ।
मन्त्रा चैतन्यसहिताः सर्वसिद्धिकराः स्मृताः ॥ 15.60 ॥

Vers 15.61

चैतन्यरहिता मन्त्राः प्रोक्ता वर्णास्तु केवलम् ।
फलं नैव प्रयच्छन्ति लक्षकोटिजपादपि ॥ 15.61 ॥

Vers 15.62

मन्त्रोच्चारे कृते यादृक् स्वरूपं प्रथमं भवेत् ।
शतैः सहस्रैर्लक्षैर्वा कोटिजापेन् तत् फलम् ॥ 15.62 ॥

Vers 15.63

हृत्कण्ठग्रन्थिभेदश्च सर्वावयववर्धनम् ।
आनन्दाश्रु च पुलको देहावेशः कुलेश्वरि ।
गद्गदोक्तिश्च सहसा जायते नात्र संशयः ॥ 15.63 ॥

Vers 15.64

सकृदुच्चरितेऽप्येवं मन्त्रे चैतन्यसंयुते ।
दृश्यन्ते प्रत्यया यत्र पारम्पर्य तदुच्यते ॥ 15.64 ॥

Vers 15.65

रुद्धः कूटाक्षरो मुग्धो बद्धः क्रुद्धश्च भेदितः ।
बालः कुमारो युवकः प्रौढो वृद्धश्च गर्वितः ॥ 15.65 ॥

Vers 15.66

स्तम्भितो मूर्च्छितो मत्तः कीलितः खण्डितः शठः ।
मन्दः पराङ्मुखश्छिन्नो बधिरोऽन्धस्त्वचेतनः ॥ 15.66 ॥

Vers 15.67

किङ्करः क्षुधितः स्तब्धः स्थानभ्रष्टञ्च पीडितः ।
निःस्नेहो विकलो ध्वस्तो निर्जीवः खण्डितारिकः ॥ 15.67 ॥

Vers 15.68

सुप्तस्तिरस्कृतो नीचो मलिनश्च दुरासदः ।
निःसत्त्वो निर्जितो दग्धश्चपलश्च भयङ्करः ॥ 15.68 ॥

Vers 15.69

निस्त्रिंशो निन्दितः क्रूरः फलहीनो निकृन्तनः ।
निर्वीर्यो भ्रमितो शप्त रुग्णः कष्टोऽङ्गहीनकः ।
जडो रिपुरुदासीनो लज्जितो मोहितोऽलसः ॥ 15.69 ॥

Vers 15.70

षष्ट्येतान् मन्त्रदोषांश्च योऽज्ञात्वा प्रजपेन्मनुम् ।
सिद्धिर्न जायते तस्य लक्षकोटिजपादपि ॥ 15.70 ॥

Vers 15.71

कथ्यन्ते दश संस्कारा मन्त्रदोषहराः प्रिये ।
जननं जीवनं पश्चात्ताडनं बोधनं ततः ॥ 15.71 ॥

Vers 15.72

अभिषेकोऽथ विमलीकरणाप्यायने तथा ।
तर्पणं दीपनं गुप्तिः संस्काराः कुलनायिके ॥ 15.72 ॥

Vers 15.73

शाणोल्लोढानि शस्त्राणि यथा स्युर्निशितानि वै ।
मन्त्राश्च स्फूत्तीमायान्ति संस्कारैर्दशभिस्तथा ॥ 15.73 ॥

Vers 15.74

भक्ष्यं हविष्यं शाकादि विहितानि फलान्यपि ।
मूलं शक्तु यवानाञ्च शस्तान्येतानि मन्त्रिणाम् ॥ 15.74 ॥

Vers 15.75

यस्यान्नपानपुष्टाङ्गः कुरुते धर्मसञ्चयम् ।
अन्नदातुः फलं चार्धं कर्तुश्चार्धं न संशयः ॥ 15.75 ॥

Vers 15.76

तस्मात् सर्वप्रयत्नेन परान्नं वर्जयेत् सुधीः ।
पुरश्चरणकाले च काम्यकर्मस्वपीश्वरि ॥ 15.76 ॥

Vers 15.77

जिह्वा दग्धा परान्नेन करौ दग्धौ प्रतिग्रहात् ।
मनो दग्धं परस्त्रीभिः कार्यसिद्धिः कथं भवेत् ॥ 15.77 ॥

Vers 15.78

इन्द्राग्निरुद्रग्रहदृग्वेदार्कदिक्षडष्टसु ।
षोडशमनुबाणाब्धितिथित्रयोदशस्वपि ॥ 15.78 ॥

Vers 15.79

लिखेत् षोडशकोष्ठेषु मातृकार्णान् विचक्षणः ।
स्वनामाद्यक्षराद् यावन्मन्त्राद्यक्षरदर्शनम् ॥ 15.79 ॥

Vers 15.80

सिद्धादीन् कल्पयेन्मन्त्री कुर्यात् साध्यादिभिः पुनः ।
चतुश्चतुर्विभागेन सिद्धादीन् गणयेत् पुनः ॥ 15.80 ॥

Vers 15.81

सिद्धसिद्धो जपात् सिद्धो द्विगुणात् सिद्धसाध्यकः ।
सिद्धसुसिद्धोऽर्धजपात् सिद्धारिर्हन्ति बान्धवान् ॥ 15.81 ॥

Vers 15.82

साध्यसिद्धोऽतिसङ्क्लेशात् साध्यसाध्यो निरर्थकः ।
साध्यसुसिद्धो भजनात् साध्यारिर्हन्ति गोत्रजान् ॥ 15.82 ॥

Vers 15.83

सुसिद्धसिद्धोऽर्धजपात्तत्साध्यस्तु यथोक्ततः ।
तत्सुसिद्धो ग्रहादेव सुसिद्धारिः स्वगोत्रहा ॥ 15.83 ॥

Vers 15.84

अरिसिद्धः सुतं हन्यादरिसाध्यस्तु योषितम् ।
तत्सुसिद्धः कुलं हन्ति स्वात्मानं हन्ति तद्रिपुः ॥ 15.84 ॥

Vers 15.85

सिद्धार्णा बान्धवाः प्रोक्ताः साध्यास्ते सेवकाः स्मृताः ।
सुसिद्धाः पोषका ज्ञेयाः शत्रवो घातकाः स्मृताः ॥ 15.85 ॥

Vers 15.86

बान्धवा नववाणेकाः स्युर्द्विषड्दश सेवकाः ।
वह्निरुद्रमुनयस्तु पोषका द्वादशाष्टकचतुरस्तु घातकाः ॥ 15.86 ॥

Vers 15.87

प्रापलाभो पटु प्राह्यं रुद्रस्याद्रिरुरुः करम् ।
लोक लोप पटु प्रायः खलो यो भेषु भेदिताः ।
वर्णाः क्रमात् स्वरान्तौ तु रेवत्यंशगतौ तदा ॥ 15.87 ॥

Vers 15.88

जन्म सम्पद् विपत् क्षेम प्रत्यरिः साधको वधः ।
मित्रं परममित्रञ्च जन्मादीनि पुनः पुनः ॥ 15.88 ॥

Vers 15.89

वालं गौरं खुरं शोणं शमीशोभेति राशिषु ।
क्रमेण भेदिता वर्णाः कन्यायां शादयः स्मृता ॥ 15.89 ॥

Vers 15.90

लग्नो धनं भ्रातृबन्धुपुत्रशत्रुकलत्रकाः ।
मरणं धर्मकर्माय व्यया द्वादश राशयः ॥ 15.90 ॥

Vers 15.91

स्वराशेर्मन्त्रराश्यन्तं गणनीयं विचक्षणैः ।
अज्ञाते राशिनक्षत्रे नामाद्यक्षरराशितः ॥ 15.91 ॥

Vers 15.92

नामाद्यक्षरमारभ्य यावन्मन्त्रादिमाक्षरम् ।
त्रिधा कृत्वा स्वरैर्भिन्द्यात्तदन्यद्विपरीतकम् ॥ 15.92 ॥

Vers 15.93

कृत्वाधिकमृणं ज्ञेयम् ऋणी चेन्मन्त्र उत्तमः ।
स्वयमृणी चेत्तन्मन्त्रं त्यजेत्पूर्वमृणी यतः ॥ 15.93 ॥

Vers 15.94

वाय्वग्निभूजलाकाशाः पञ्चाशल्लिपयः क्रमात् ।
पञ्च ह्रस्वाः पञ्च दीर्घा बिन्द्वन्ताः सन्धिसम्भवाः ।
कादयः पञ्चशः षक्षसहान्ताश्च प्रकीर्तिताः ॥ 15.94 ॥

Vers 15.95

महीसलिलयोमीत्रमनिलानलयोरपि ।
शात्रवं वैपरीत्येन मैत्रं सर्वत्र चापरम् ॥ 15.95 ॥

Vers 15.96

परस्परविरुद्धानां वर्णानां यत्र सङ्गतिः ।
वर्जयेत्तादृशं मन्त्रं नाशकृत्तत् कुलेश्वरि ॥ 15.96 ॥

Vers 15.97

एकाक्षरे तथा कूटे त्रैपुरे मन्त्रनायिके ।
स्त्रीदत्ते स्वप्नलब्धे च सिद्धादीन्नैव शोधयेत् ॥ 15.97 ॥

Vers 15.98

मन्त्रसिद्धोपदिष्टेषु चतुराम्नायजेषु च ।
मालामन्त्रेषु देवेशि सिद्धादीन्नैव शोधयेत् ॥ 15.98 ॥

Vers 15.99

नृसिंहार्कवराहाणां प्रासादप्रणवस्य च ।
सपिण्डाक्षरमन्त्राणां सिद्धादीन्नैव शोधयेत् ॥ 15.99 ॥

Vers 15.100

मनोऽन्यत्र शिवोऽन्यत्र शक्तिरन्यत्र मारुतः ।
न सिध्यति वरारोहे लक्षकोटिजपादपि ॥ 15.100 ॥

Vers 15.101

वादार्थं पठ्यते विद्या परार्थं क्रियते जपः ।
ख्यात्यर्थं दीयते दानं कथं सिद्धिर्वरानने ॥ 15.101 ॥

Vers 15.102

धनार्थं गम्यते तीर्थं दम्भार्थं क्रियते तपः ।
कार्यार्थे देवतापूजा कथं सिद्धिर्नु जायते ॥ 15.102 ॥

Vers 15.103

अमेध्येन तु देहेन न्यासं देवार्चनं जपम् ।
होमं कुर्वन्ति चेन्मूढास्तत् सर्वं निष्फलं भवेत् ॥ 15.103 ॥

Vers 15.104

विण्मूत्रत्यागशेषादियुक्तः कर्म करोति यः ।
जपार्चनादिकं सर्वमपवित्रं भवेत् प्रिये ॥ 15.104 ॥

Vers 15.105

मलिनाम्बरकेशादिमुखदौर्गन्धसंयुतः ।
यो जपेत्तं दहत्याशु देवता सुजुगुप्सिता ॥ 15.105 ॥

Vers 15.106

आलस्यं जृम्भणं निद्रां क्षुतं निष्ठीवनं भयम् ।
नीचाङ्गस्पर्शनं कोपं जपकाले विवर्जयेत् ॥ 15.106 ॥

Vers 15.107

अत्याहारः प्रलापश्च प्रजल्पो नियमाग्रहः ।
अन्यासङ्गश्च लौल्यञ्च षड्भिर्मन्त्रो न सिध्यति ॥ 15.107 ॥

Vers 15.108

उष्णीशी कञ्चुकी नग्नो मुक्तकेशो गणावृतः ।
अपवित्रोत्तरीयश्चाशुचिर्गच्छंश्च नो जपेत् ॥ 15.108 ॥

Vers 15.109

जाड्यं दुःखं तृणच्छेदं विवादं वा मनोरथम् ।
बहिस्तु देहवायुञ्च जपकाले विवर्जयेत् ॥ 15.109 ॥

Vers 15.110

शान्तः शुचिर्मिताहारो भूशायी भक्तिमान् वशी ।
निर्द्वन्द्वः स्थिरधीर्मौनी संयतात्मा जपेत् प्रिये ॥ 15.110 ॥

Vers 15.111

विश्वासास्तिक्यकरुणाश्रद्धानियमनिश्चयैः ।
सन्तोषौत्सुक्यधर्मादिगुणैर्युक्तो जपेन्नरः ॥ 15.111 ॥

Vers 15.112

सुगन्धिपुष्पाभरणवस्त्रादिभिरलङ्कृतः ।
तस्य हस्तगता सिद्धिर्नान्यस्य जपकोटितः ॥ 15.112 ॥

Vers 15.113

तन्निष्ठस्तद्गतप्राणस्तच्चित्तस्तत्परायणः ।
तत्पदार्थानुसन्धानं कुर्वन् मन्त्रं जपेत् प्रिये ॥ 15.113 ॥

Vers 15.114

जपात् श्रान्तः पुनर्ध्यायेद्ध्यानात् श्रान्तः पुनर्जपेत् ।
जपध्यानादियुक्तस्य क्षिप्रं मन्त्रः प्रसिध्यति ॥ 15.114 ॥

Vers 15.115

इति ते कथितं किञ्चित् पुरश्चरणलक्षणम् ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 15.115 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
पुरश्चरणादिकथनं नाम पञ्चदशोल्लासः ॥ १५ ॥

16. Ullasa

अथ षोडशोल्लासः

Vers 16.1

श्रीदेव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि करुणामृतवारिधे ।
काम्यकर्मविधानञ्च वद मे परमेश्वर ॥ 16.1 ॥

Vers 16.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणामात्रेण प्रयोगनिपुणो भवेत् ॥ 16.2 ॥

Vers 16.3

मन्त्री विशुद्धहृदयः पूर्वोक्तनियमान्वितः ।
श्रीप्रासादपरामन्त्रं तत्त्वलक्षं जपेत् प्रिये ॥ 16.3 ॥

Vers 16.4

दशांशं जुहुयाद्देवि संस्कृते हव्यवाहने ।
दशांशं तर्पयेद्दुग्धैः सलिलैः शालितण्डुलैः ॥ 16.4 ॥

Vers 16.5

गन्धपुष्पाक्षताकल्पधनवस्त्रादिभिः प्रिये ।
भक्ष्याथोन्यान्नपानाद्यैर्हव्यद्रव्यैर्मनोहरैः ॥ 16.5 ॥

Vers 16.6

तोषयेद् योगिनीचक्रं यथाविभवविस्तरम् ।
एवं न्यासजपध्यानसहोमार्चनतर्पणः ॥ 16.6 ॥

Vers 16.7

मन्त्री सिद्धिमनुर्देवि साक्षात् परशिवो भवेत् ।
ततः स्वमनसोऽभीष्टान् प्रयोगान् कुलनायिके ॥ 16.7 ॥

Vers 16.8

मन्त्रेणानेन मतिमान् साधयेद् भुक्तिमुक्तये ।
सिद्धमन्त्रस्य सिध्यन्ति षट् कर्माणि न संशयः ।
नैव सिध्यन्त्यसिद्धस्य देवताशापमाप्नुयात् ॥ 16.8 ॥

Vers 16.9

काम्यप्रयोगकर्तॄणां परलोको न विद्यते ।
प्रयोगसिद्धिरेवैषां फलमन्यन्न तु प्रिये ॥ 16.9 ॥

Vers 16.10

एकस्यापि विधानस्य न कुत्रापि फलद्वयम् ।
देवेशि दृश्यते तस्मान्निष्कामो देवतां यजेत् ॥ 16.10 ॥

Vers 16.11

होमतर्पणमन्त्राद्यैर्न्यासध्यानविशेषकैः ।
आत्मनश्च परस्यापि षट् कर्माणि समाचरेत् ॥ 16.11 ॥

Vers 16.12

प्रयोगान्ते चक्रपूजां विधिनैव समाचरेत् ।
लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं न्यासध्यानसमन्वितः ॥ 16.12 ॥

Vers 16.13

प्रयोगदोषशान्त्यर्थमात्मरक्षार्थमेव च ।
न चेत् फलं न चाप्नोति देवताशापमाप्नुयात् ॥ 16.13 ॥

Vers 16.14

तिथिवारञ्च नक्षत्रं योगमासर्तु पक्षकम् ।
दीपेशं कुलचक्राणि ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.14 ॥

Vers 16.15

ऋषिष्छन्दोदेवताङ्गन्यासध्यानार्चनादिकम् ।
बीजं शक्तिं कीलकञ्च ज्ञात्वा मन्त्राणि साधयेत् ॥ 16.15 ॥

Vers 16.16

पुत्रबान्धवदाराश्च राशिवर्णानुकूलता ।
भूतमैत्रीं तथोद्यन्तं ज्ञात्वा मन्त्राणि साधयेत् ॥ 16.16 ॥

Vers 16.17

मन्त्रविद्याऽभेदरूपं निद्राञ्च बोधरूपकम् ।
स्त्रीपुन्नपुंसकादींश्च ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.17 ॥

Vers 16.18

स्वरवर्णपदद्वित्वं विदुश्चैतन्यसूतकम् ।
हृस्वदीर्घप्लुतादींश्च ज्ञात्वा मन्त्राणि साधयेत् ॥ 16.18 ॥

Vers 16.19

पञ्चशुद्ध्यासनप्राणायामन्यासाक्षमालिकाः ।
दोषसंस्कारमुद्रादीन् ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.19 ॥

Vers 16.20

तथैवासनदिग्बन्धनाडीबन्धादिसङ्गतिम् ।
देवताकालमुद्रादि ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.20 ॥

Vers 16.21

साध्यसाधककर्माणि लेखनीद्रव्यपञ्चकम् ।
स्थानं यन्त्रं प्रमाणञ्च ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.21 ॥

Vers 16.22

उत्पत्तिवासनावर्णमूर्तिसंस्कारसंस्थितम् ।
कुण्डद्रव्यप्रमाणादीन् ज्ञात्वा होमं समाचरेत् ॥ 16.22 ॥

Vers 16.23

अग्निप्रभां धूम्रवर्णध्वनिगन्धशिखाकृतीः ।
शुभचेष्टादिकं ज्ञात्वा कल्पयेत्तु शुभाशुभम् ॥ 16.23 ॥

Vers 16.24

मन्त्रतत्त्वानुसन्धानदेहावेशादिलक्षणम् ।
मन्त्रोच्चारणभेदञ्च ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.24 ॥

Vers 16.25

मण्डलं कलसद्रव्यशुद्धि गन्धाष्टकादिकम् ।
दीक्षानामप्रदानादि ज्ञात्वा दीक्षां समाचरेत् ॥ 16.25 ॥

Vers 16.26

नित्यं नैमित्तिकं काम्यं नियमं नाम वासनाम् ।
पूजाधारणयन्त्रादि ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.26 ॥

Vers 16.27

पूजागृहप्रवेशादिकुलपूजकलक्षणम् ।
कुलद्रव्यादिशुद्धिञ्च ज्ञात्वा पूजां समाचरेत् ॥ 16.27 ॥

Vers 16.28

अन्तर्यागं बहिर्यागं घटार्घ्यस्थापनादिकम् ।
पञ्चपुष्पाञ्जलिं देवि ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.28 ॥

Vers 16.29

पात्राधारालिपिशितं कलामुद्राध्वमेलनम् ।
बटुकादिबलिं देवि ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.29 ॥

Vers 16.30

कुलाकुलाख्यसहजशक्तिभेदञ्च लक्षणम् ।
शुभलक्षणसंयुक्तं स्त्रीसंस्कारार्चनादिकम् ।
देवि सम्भोगकालञ्च ज्ञात्वा शक्तिं परिग्रहेत् ॥ 16.30 ॥

Vers 16.31

पानभेदं फलोल्लासप्रमाणं स्थितिलक्षणम् ।
तत्त्वत्रयस्य स्वीकारं ज्ञात्वा कुलसुधां पिबेत् ॥ 16.31 ॥

Vers 16.32

चक्रप्रवेशं प्रणति स्थिति निर्गमनं प्रिये ।
योगिनीभोगचेष्टादि ज्ञात्वा भवति कौलिकः ॥ 16.32 ॥

Vers 16.33

रत्युल्लासनकालञ्च कुलदीपनिवेदनम् ।
शान्तस्तवादिपठनं ज्ञात्वा स्यात् कुलदेशिकाः ॥ 16.33 ॥

Vers 16.34

मिथुनानुग्रहाष्टाष्टपुष्पिणीकन्यकार्चनाम् ।
विशेषतिथिपूजाञ्च ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.34 ॥

Vers 16.35

आम्नायभेदं सङ्केतं पुष्पसङ्कोचमेव च ।
गुरुत्रयं सम्प्रदाय ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.35 ॥

Vers 16.36

श्रौतविद्याकुलाचारं मनुभेदञ्च पादुकाम् ।
चरणत्रितयं देवि ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.36 ॥

Vers 16.37

स्वाधिकस्य समन्यूनकौलिकाराधनक्रमम् ।
सिद्धमुद्राधरार्चादि ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.37 ॥

Vers 16.38

गुर्वग्निप्रेतसंस्कारमन्त्येष्टिं दिग्बलिक्रमम् ।
मोक्षदीपविधानादि ज्ञात्वा कर्माणि साधयेत् ॥ 16.38 ॥

Vers 16.39

इत्याद्याः कथिताः किञ्चिद्विशेषाः कुलनायिके ।
सर्वेषामेव मन्त्राणां विधिः साधारणक्रमः ॥ 16.39 ॥

Vers 16.40

मन्त्राः पुरुषदेवाः स्युर्विद्याः स्त्रीदेवताः प्रिये ।
मन्त्राः पुंसो हुम्फडन्ताः प्राणे चरति दक्षिणे ।
प्रबुध्यन्तेऽग्निजायान्ता विद्याः स्त्रीदेवताः प्रिये ॥ 16.40 ॥

Vers 16.41

वामे प्राणे प्रबुध्यन्ते नमोऽन्ताः स्युर्नपुंसकाः ।
नाडीद्वयगते प्राणे सर्वे बोधं प्रयान्ति च ॥ 16.41 ॥

Vers 16.42

शान्तिके मनवः सौम्या भूयिष्ठेन्द्वमृताक्षराः ।
स्वाहान्ताः स्युर्वियत्प्रायाश्चाग्नेयाः क्रूरकर्मसु ॥ 16.42 ॥

Vers 16.43

फट् च पुष्टौ वषट् वश्ये हुम्फट् चैव तु मारणे ।
स्तम्भने च नमः प्रोक्तं स्वाहा शान्तिकपौष्टिके ॥ 16.43 ॥

Vers 16.44

होमतर्पणयोः स्वाहा न्यासपूजनयोर्नमः ।
मन्त्रान्ते योजयेन्मन्त्री जपकाले यथास्थितम् ॥ 16.44 ॥

Vers 16.45

शान्तिके राजतं ताम्रं भूर्जपत्रन्तु वश्यके ।
सर्वकार्येषु सौवर्णे क्रूरे स्यात् प्रेतकर्पटम् ॥ 16.45 ॥

Vers 16.46

त्रिगन्धं शान्तिके प्रोक्तं पञ्चगन्धञ्च वश्यके ।
सर्वकार्यंष्वष्टगन्धं क्रूरे चाष्टविषाणि च ॥ 16.46 ॥

Vers 16.47

शान्तके लेखनी दूर्वा वश्यादौ शिखिपुच्छिका ।
हेम्ना तु सर्वकार्याणि क्रूरे स्यात् काकपुच्छिका ॥ 16.47 ॥

Vers 16.48

स्वगृहे शान्तिकर्मं स्याद्वश्याद्यं चण्डिकालये ।
सर्वकार्यं देवगृहे श्मशाने क्रूरकर्म च ॥ 16.48 ॥

Vers 16.49

लक्षणान्येवमादीनि ज्ञात्वा गुरुमुखात् प्रिये ।
सर्वकर्माणि कुर्वीत मन्त्री तत्तत्फलाप्तये ॥ 16.49 ॥

Vers 16.50

मूले प्रासादबीजञ्च तरुणादित्यसन्निभम् ।
उत्तमाङ्गे पराबीजं चन्द्रायुतसमप्रभम् ॥ 16.50 ॥

Vers 16.51

परस्परजनस्पर्शजनितानन्दनिर्भरः ।
मूलादिब्रह्मरन्ध्रान्तम् अनवच्छिन्नरूपिभिः ॥ 16.51 ॥

Vers 16.52

परामृतरसासेकैः सिक्तमापादमस्तकम् ।
आत्मानं भावयेन्नित्यं स भवेदजरामरः ॥ 16.52 ॥

Vers 16.53

एवं ध्यात्वा कुलेशानि सर्वकर्माणि साधयेत् ।
सिध्यन्ति तरसा देवि नात्र कार्या विचारणा ॥ 16.53 ॥

Vers 16.54

ध्यानभेदं प्रवक्ष्यामि सर्वसिद्धिकरं प्रिये ।
ईप्सितं लभते येन पूजाहोमादिकं विना ॥ 16.54 ॥

Vers 16.55

स्थाने मनोहरे देवि साधकः स्थिरमानसः ।
स्थितो मृद्वासने ध्यायेद् गुरुवन्दनपूर्वकम् ॥ 16.55 ॥

Vers 16.56

मस्तकस्थितसम्पूर्णचन्द्रमण्डलमध्यगम् ।
श्रीप्रासादपराबीजं षोडशस्वरसंयुतम् ॥ 16.56 ॥

Vers 16.57

शुद्धस्फटिककर्पूरकुन्देन्दुधवलं प्रिये ।
सच्चन्द्रबिम्बसञ्जातसुधाप्लावितविग्रहम् ॥ 16.57 ॥

Vers 16.58

आत्मानं भावयेन्नित्यं निश्चलेनान्तरात्मना ।
सर्वारिष्टं विलीयेत शुभश्रीपुष्टिकारकम् ॥ 16.58 ॥

Vers 16.59

श्रीप्रासादपरामन्त्रमष्टोत्तरसहस्रकम् ।
तरुणोल्लाससहितो मण्डलं पूजयेत् प्रिये ॥ 16.59 ॥

Vers 16.60

अपमृत्युमहारोगजरामरणजं भयम् ।
ग्रहापस्मारवेतालभूतोन्मादादिजं भयम् ॥ 16.60 ॥

Vers 16.61

जित्वाधिव्याधिरहितः पुत्रपौत्रसमन्वितः ।
जीवेद्वर्षशतं साग्रं पूजितः सर्वमानवः ॥ 16.61 ॥

Vers 16.62

अश्रुतं बुध्यते शास्त्रं कविता निर्मला भवेत् ।
चिन्मयो जायते साक्षान्नात्र कार्या विचारणा ॥ 16.62 ॥

Vers 16.63

ज्वरोन्मादादिरोगेषु जपेच्छिरसि चिन्तयन् ।
शूलवातव्रणग्रन्थिमूत्रकृच्छ्रादिसम्भवे ।
तत्तत्स्थानेषु देवेशि पूर्ववच्चिन्तयन् जपेत् ॥ 16.63 ॥

Vers 16.64

महारोगेषु जातेषु सर्वाङ्गेषु विचिन्तयेत् ।
तत्क्षणाच्छान्तिमायान्ति रोगाः सर्वे न संशयः ॥ 16.64 ॥

Vers 16.65

दशेन्द्रियेषु यो ध्यायेल्लभेदिन्द्रियसौष्ठवम् ।
यत्र बीजं स्मरेत्तत्र तत्फलं भवति ध्रुवम् ॥ 16.65 ॥

Vers 16.66

सदा यश्चिन्तयेन्मूध्नी स भवेदजरामरः ।
सर्वरोगप्रहरणं विद्यारोग्यप्रदं प्रिये ॥ 16.66 ॥

Vers 16.67

अस्मात् परतरध्यानं नास्ति सत्यं न संशयः ।
सात्त्विकध्यानजं देवि फलमेतदुदीरितम् ॥ 16.67 ॥

Vers 16.68

शान्तिकर्माणि सर्वाणि विधिनानेन कारयेत् ।
विधिनानेन देवेशि सौभाग्यमतुलं भवेत् ॥ 16.68 ॥

Vers 16.69

द्वादशाधारपद्मेषु द्वादशस्वरसंयुतम् ।
बीजं सञ्चिन्तयेद् यस्तु स भवेदजरामरः ॥ 16.69 ॥

Vers 16.70

षडाधारेषु षड्दीर्घयुक्तं बीजं विचिन्तयेत् ।
षडाधारस्थदेवीभिः पूज्यते कुलनायिके ॥ 16.70 ॥

Vers 16.71

हृत्पद्मकणीकामध्ये सूर्यमण्डलसंस्थितम् ।
पराप्रासादबीजन्तु तरुणारुणसन्निभम् ॥ 16.71 ॥

Vers 16.72

जवाबन्धूकसिन्दूरपद्मरागप्रभोज्ज्वलम् ।
पञ्चविशतिभिः स्पर्शाक्षरैः संवीतमम्बिके ॥ 16.72 ॥

Vers 16.73

तत्प्रभापटलच्छायाव्यक्तीकृतजगत्त्रयम् ।
आत्मानञ्च स्मरेद्देवि निश्चलेनान्तरात्मना ॥ 16.73 ॥

Vers 16.74

पराप्रासादबीजन्तु तरुणोल्लाससंयुतः ।
अष्टोत्तरसहस्रन्तु मण्डलं प्रजपेत् सुधीः ॥ 16.74 ॥

Vers 16.75

देवदानवगन्धर्वसिद्धकिन्नरगुह्यकान् ।
विद्याधरान्मुनीन् यक्षान् नागानप्सरसः स्त्रियः ॥ 16.75 ॥

Vers 16.76

सिंहव्याघ्रोरगेन्द्रादीनन्यान् दुष्टमृगानपि ।
वश्यान् करोत्यसन्देहं किं पुनर्मानवादिकान् ॥ 16.76 ॥

Vers 16.77

महदैश्वर्यमाप्नोति स्वर्गभोगादिकं प्रिये ।
यस्य मूध्नी स्मरन् जप्यात् स वश्यो जायते हठात् ॥ 16.77 ॥

Vers 16.78

राजसध्यानजं देवि फलमेतदुदीरितम् ।
वश्यकर्माणि सर्वाणि विधिनानेन कारयेत् ॥ 16.78 ॥

Vers 16.79

सर्ववश्यकरं देवि सर्वैश्वर्यफलप्रदम् ।
अस्मात् परतरं ध्यानं नास्ति सत्यं न संशयः ॥ 16.79 ॥

Vers 16.80

लिखेत्त्रिकोणं षट्कोणम् अष्टारञ्च महीपुरम् ।
मूलमन्त्रं लिखेन्मध्ये साध्यनामसमन्वितम् ॥ 16.80 ॥

Vers 16.81

षट्कोणेषु षडङ्गानि विलिखेत् परमेश्वरि ।
केशरेषु स्वरानष्टौ वर्गान् पत्रेषु पार्वति ॥ 16.81 ॥

Vers 16.82

भूगृहस्य चतुष्कोणे विलिखेन्मूलमम्बिके ।
पञ्चवर्णरजोभिश्च शुभं दृष्टिमनोहरम् ॥ 16.82 ॥

Vers 16.83

एवं यन्त्रं समालिख्य विधिवन्मन्त्रवित्तमः ।
एकत्रिषड्वसुचतुःकलसान् स्थापयेत् प्रिये ॥ 16.83 ॥

Vers 16.84

मध्यादिचतुरस्रान्तं द्वात्रिंशत् कलसान् प्रिये ।
अथवाष्टादशेशानि सप्त वा दश वा प्रिये ॥ 16.84 ॥

Vers 16.85

चतुरो वाप्यथैकं वा कुर्यात् साधकसत्तमः ।
अस्थिरक्तशिरातन्तुमृण्मांसं रुधिरं जलम् ॥ 16.85 ॥

Vers 16.86

चर्मवस्त्रशिलाकूर्मनारिकेलफलं शिरः ।
मन्त्रप्राणसमायुक्तां यजेत् कलसदेवताम् ॥ 16.86 ॥

Vers 16.87

सावित्रीनापराङ्गानि मातरोज् भैरवान्विताः ।
विदिक्षु गुरुविघ्नेशदुर्गाक्षेत्रपतीन् प्रिये ॥ 16.87 ॥

Vers 16.88

कलसेषु समभ्यर्च्य विधिवन्मन्त्रवित्तमः ।
अभिषिञ्चेत् प्रियं शिष्यं सर्वपापप्रशान्तये ॥ 16.88 ॥

Vers 16.89

आयुः श्रीकान्तिसौभाग्यविद्यारोग्यादिकं भवेत् ।
राजाभिषिक्तो लभते चतुःसागरगां महीम् ॥ 16.89 ॥

Vers 16.90

अकिञ्चनोऽभिषिक्तश्च महदैश्वर्यमाप्नुयात् ।
वन्ध्याभिषिक्ता लभते पुत्रं सर्वगुणान्वितम् ॥ 16.90 ॥

Vers 16.91

भूतापमृत्युरोगाद्या विनश्यन्ति न संशयः ।
त्रिलौहे वापि भूर्जे वा लिखित्वा यन्त्रमुत्तमम् ॥ 16.91 ॥

Vers 16.92

विधृतं बाहुना देवि सर्वरक्षाकरं भवेत् ।
आयुरारोग्यमैश्वर्यं विद्यालाभं यशो जयम् ॥ 16.92 ॥

Vers 16.93

यद् यत् स्वमनसोऽभीष्टं तत्तदाप्नोत्यसंशयः ।
खड्गवश्यं वयःस्तम्भं यक्षिण्यञ्जनपादुकाम् ॥ 16.93 ॥

Vers 16.94

अणिमाद्यष्टसिद्ध्यादि महारसरसायनम् ।
सञ्जीवयोगगुटिकाप्रमुखाखिलसिद्धयः ॥ 16.94 ॥

Vers 16.95

पराप्रासादमन्त्रज्ञैर्दृश्यन्ते नात्र संशयः ।
षट् कर्माणि प्रयुञ्जीत नान्यथा भवति प्रिये ॥ 16.95 ॥

Vers 16.96

पीतद्रव्यैर्हरिद्राद्यैः समित्पत्रफलादिभिः ।
जुहुयात् पूर्ववन्मन्त्री देवताध्यानतत्परः ॥ 16.96 ॥

Vers 16.97

वाक्श्रोत्रगतिदृक्सेनानदीग्रहरिपून् प्रिये ।
नानादुष्टमृगान् देवि स्तम्भयेन्नात्र संशयः ॥ 16.97 ॥

Vers 16.98

ग्रहवेगादिदुष्टानां विनाशनकरं प्रिये ।
अस्मात् परतरं ध्यानं नास्ति सत्यं न संशयः ॥ 16.98 ॥

Vers 16.99

तामसध्यानजं देवि फलमेतदुदीरितम् ।
दुष्टमारणकर्माणि विधिनानेन साधयेत् ॥ 16.99 ॥

Vers 16.100

इत्यादि ध्यानभेदेन ज्ञात्वा गुरुमुखात् प्रिये ।
षट् कर्माणि प्रयुञ्जीत नान्यथा वीरवन्दिते ॥ 16.100 ॥

Vers 16.101

खदिरश्वेतमन्दारसितभानुसमिद्वरैः ।
पलाशोदुम्बराश्वत्थप्लक्षापामार्गसत्वचैः ॥ 16.101 ॥

Vers 16.102

नन्द्यावर्तसिताम्भोजहयारिकुसुमादिभिः ।
सितैरन्यैः शुभैर्द्र्रव्यैः समित्पत्रफलान्तरः ॥ 16.102 ॥

Vers 16.103

भक्ष्यैश्च पायसैर्दूर्वासहितैस्तिलतण्डुलैः ।
मधुरत्रयसंयुक्तैर्मन्त्रवित् कुलनायिके ॥ 16.103 ॥

Vers 16.104

एकेन वाथ सर्वैर्वा तत्कार्यगुरुलाघवम् ।
ज्ञात्वा देवि सहस्रन्तु जुहुयादथ पञ्च वा ॥ 16.104 ॥

Vers 16.105

अयुतं नियुतं वापि प्रयुतं वा कुलेश्वरि ।
तत्तत्कर्मोदिते कुण्डे संस्कृते हव्यवाहने ॥ 16.105 ॥

Vers 16.106

आवाह्य देवतामस्मिन् ध्यात्वा सावरणां प्रिये ।
विधिवज्जुहुयाद्देवि तद्गतेनान्तरात्मना ॥ 16.106 ॥

Vers 16.107

सर्वरोगव्रणोन्मादापस्मारोत्पातयक्ष्मजम् ।
सर्वदुःखप्रशमनं तत्क्षणान्नात्र संशयः ॥ 16.107 ॥

Vers 16.108

अनेन सर्वशान्तिञ्च ज्ञानं विद्यां लभेत् प्रिये ।
कदम्बाशोकवकुलपुन्नागाम्रमधूकजैः ॥ 16.108 ॥

Vers 16.109

चम्पकद्वयपालाशपाटलश्रीकपित्थकैः ।
मालतीमल्लिकाजातिबन्धूकारुणपङ्कजैः ॥ 16.109 ॥

Vers 16.110

कल्हारारुणमन्दारयूथिकुन्दजवादिभिः ।
सनारिकेलकदलीद्राक्षेक्षुपृथुकैरपि ॥ 16.110 ॥

Vers 16.111

चन्दनागुरुकर्पूररोचनाकुङ्कुमादिभिः ।
रक्तैरन्यैः शुभद्रव्यैः समिधृतफलोद्भवैः ॥ 16.111 ॥

Vers 16.112

पूर्ववज्जुहुयाद्देवि विधिवन्मन्त्रवित्तमः ।
महीपतींश्च पुरुषान् कान्ता यौवनगर्विताः ॥ 16.112 ॥

Vers 16.113

सिंहान् मत्तान् तथा व्याघ्रान् मृगान् दुष्टान् गजानपि ।
सिद्धदेवाप्सरोयक्षगन्धर्ववनितास्तथा ।
देवानपि कुलेशानि वशयेन्नात्र संशयः ॥ 16.113 ॥

Vers 16.114

वाजीलवणहोमेन स्त्रियमाकर्षयेद् ध्रुवम् ।
विधिनानेन देवेशि सौभाग्यमुत्तमं लभेत् ॥ 16.114 ॥

Vers 16.115

बहुनात्र किमुक्तेन त्रिषु लोकेषु मन्त्रिणाम् ।
अनेन मन्त्रराजेन नासाध्यं विद्यते क्वचित् ॥ 16.115 ॥

Vers 16.116

ऊर्ध्वाम्नायैकनिष्णातः पराप्रासादमन्त्रवित् ।
कुलार्णवार्थतत्त्वज्ञो जीवन्मुक्तः कुलेश्वरि ॥ 16.116 ॥

Vers 16.117

सुतीर्थे वाप्यतीर्थे वा जलमध्येऽपि वा वसन् ।
पराप्रासादमन्त्रज्ञो मुक्त एव न संशयः ॥ 16.117 ॥

Vers 16.118

दिक्पीठक्षेत्रमुद्रादिवृक्षवल्लीमठादिकाः ।
ज्ञेया भैरवदेव्यश्च ऊर्ध्वाम्नायस्य पार्वति ॥ 16.118 ॥

Vers 16.119

निम्बकारस्करोन्मत्तकण्टकीविप्रदन्तिभिः ।
अस्थिकण्टकवृक्षाद्यैर्द्रव्यैरशुभसाधनैः ॥ 16.119 ॥

Vers 16.120

वटुकैः कृष्णवर्णैश्च समित्पत्रफलान्तरैः ।
गृहधूमचिताङ्गारत्रिकट्वम्लचिताञ्जनैः ॥ 16.120 ॥

Vers 16.121

उन्मत्तरससंसिक्तै पिष्ट्वा सम्यक् प्रसेचितैः ।
साध्यपादरजोभिश्च चिताभस्मसमन्वितैः ॥ 16.121 ॥

Vers 16.122

साध्यप्रतिकृतिं कुर्यादेकनक्षत्रवृक्षजाम् ।
सम्यक्प्रतिष्ठितप्राणां कुण्डस्योपरि लम्बयेत् ॥ 16.122 ॥

Vers 16.123

खनेत्तत्प्रतिमां मन्त्री कुण्डस्याधो यथाविधि ।
मलीमसेन मनसा चोग्रदृष्टिरमर्षणः ॥ 16.123 ॥

Vers 16.124

चितानले विषतरु सप्तकाष्ठसमेधिते ।
तद्द्रव्यैर्जुहुयाद्देवि विधिवन्मन्त्रवित्तमः ॥ 16.124 ॥

Vers 16.125

कुर्याद्विद्वेषणोच्चाटमारणानि न संशयः ।
शान्तिके सात्त्विकं देवि श्वेतवर्णं विचिन्तयेत् ॥ 16.125 ॥

Vers 16.126

वश्ये तु राजसं देवि रक्तवर्णं विचिन्तयेत् ।
तामसं क्रूरकार्येषु कृष्णवर्णं विचिन्तयेत् ॥ 16.126 ॥

Vers 16.127

आत्मरक्षां पुरा कृत्वा पश्चात् कर्माणि साधयेत् ।
योऽन्यथा कुरुते मोहात् स भवेद्देवतापशुः ॥ 16.127 ॥

Vers 16.128

तस्माद्देवि महाषोढान्यासं पूजां बलिं सुधीः ।
कृत्वा कर्माणि कुर्वीत नान्यथा वीरवन्दिते ॥ 16.128 ॥

Vers 16.129

मूलाधारसरोजान्तर्वह्निमध्यगतं प्रिये ।
पराप्रासादबीजं तत् कल्पान्ताग्निसमप्रभम् ॥ 16.129 ॥

Vers 16.130

प्रतिलोमसु संवीतं दशभिर्व्यापकाक्षरैः ।
स्वयं कालानलसमः सर्वभूतभयङ्करः ॥ 16.130 ॥

Vers 16.131

दक्षिणाशामुखो भूत्वात्युग्रदृष्टिमलीमसः ।
यौवनोल्लाससहितः पराप्रासादसञ्ज्ञकम् ॥ 16.131 ॥

Vers 16.132

मन्त्रं मण्डलकं जप्यादष्टोत्तरसहस्रकम् ।
अनिष्टकारिणः सत्त्वान् कलहायासकारिणः ॥ 16.132 ॥

Vers 16.133

वृथा द्वेषकरान् क्रूरान् सपर्याविघ्नकारिणः ।
भूतोपग्रहवेतालान् पिशाचान् यक्षराक्षसान् ॥ 16.133 ॥

Vers 16.134

इत्यादिदुष्टजन्तूंश्च सदा क्लेशकरान् परान् ।
तद्वह्निमध्यपतितान्निर्दग्धांश्च चिन्तयेत् ।
क्षणेन नाशमायान्ति शलभा इव पावके ॥ 16.134 ॥

Vers 16.135

यस्यमूध्नी स्मरेद्बीजं स मृत्युमधिगच्छति ।
ध्यानेनानेन देवेशि कालादीनपि नाशयेत् ॥ 16.135 ॥

Vers 16.136

इति ते कथितः किञ्चित् काम्यकर्मविधिः प्रिये ।
समासेन कुलेशानि किं भूयः श्रोतुमिच्छसि ॥ 16.136 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये सर्वागमोत्तमोत्तमे
सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे
काम्यकर्मकथनं नाम षोडशोल्लासः ॥ १६ ॥

17. Ullasa

अथ सप्तदशोल्लासः

Vers 17.1

श्री देव्युवाच
कुलेश श्रोतुमिच्छामि गुरुनामादिवासनाम् ।
तत्त्वं कुलपदार्थानां वद मे परमेश्वर ॥ 17.1 ॥

Vers 17.2

ईश्वर उवाच
शृणु देवि प्रवक्ष्यामि यन्मां त्वं परिपृच्छसि ।
तस्य श्रवणमात्रेण कुलज्ञानं प्रकाशते ॥ 17.2 ॥

Vers 17.3

नमस्ते नाथ भगवन् शिवाय गुरुरूपिणे ।
विद्यावतारसंसिद्ध्यै स्वीकृतानेकविग्रह ॥ 17.3 ॥

Vers 17.4

नारायणस्वरूपाय परमात्मस्वरूपिणे ।
सर्वाज्ञानतमोभेदभानवे चैतन्याय च ॥ 17.4 ॥

Vers 17.5

सर्वज्ञाय दयाकॢप्तविग्रहाय शिवात्मने ।
परत्रेह च भक्तानां भव्यानां भावदायिने ॥ 17.5 ॥

Vers 17.6

पुरस्तात् पार्श्वयोः पृष्ठे नमः कुर्यामुपर्यधः ।
सदा सच्चित्तरूपेण विधेहि तव दासताम् ॥ 17.6 ॥

Vers 17.7

गुशब्दस्त्वन्धकारः स्यात् रुशब्दस्तन्निरोधकः ।
अन्धकारनिरोधत्वात् गुरुरित्यभिधीयते ॥ 17.7 ॥

Vers 17.8

गकारः सिद्धिदः प्रोक्तो रेफः पापस्य दाहकः ।
उकारो विष्णुरित्युक्तस्त्रितयात्मा गुरुः परः ॥ 17.8 ॥

Vers 17.9

गकारो ज्ञानसम्पत्ती रेफस्तत्र प्रकाशकः ।
उकारः शिवतादात्म्यं गुरुरित्यभिधीयते ॥ 17.9 ॥

Vers 17.10

गुह्यागमात्मतत्त्वान्धनद्धानां बोधनादपि ।
रुद्रादिदेवरूपत्वाद् गुरुरित्यभिधीयते ॥ 17.10 ॥

Vers 17.11

स्वयमाचरते शिष्यानाचारे स्थापयत्यपि ।
आचिनोतीह शास्त्रार्थानाचार्यस्तेन कथ्यते ॥ 17.11 ॥

Vers 17.12

चराचरसमासन्नमध्यापयति यः स्वयम् ।
यमादियोगसिद्धत्वादाचार्य इति कथ्यते ॥ 17.12 ॥

Vers 17.13

आत्मभावप्रदानात्तु रागद्वेषादिवर्जनात् ।
ध्यानैकनिष्ठचित्तत्वादाराध्य इति कथ्यते ॥ 17.13 ॥

Vers 17.14

देवतारूपधारित्वाच्छिष्यानुग्रहकारणात् ।
करुणामयमूर्तित्वाद्देशिकः कथितः प्रिये ॥ 17.14 ॥

Vers 17.15

स्वान्तःशान्तिसमुन्मीलत्परतत्त्वार्थचिन्तनात् ।
मिथ्याज्ञानविहीनत्वात् स्वामीति कथितः प्रिये ॥ 17.15 ॥

Vers 17.16

मनोदोषादिदूरत्वाद्धेतुवादादिवर्जनात् ।
श्वादिप्राणिषु सादृश्याद् रम्यत्वाच्च महेश्वरः ॥ 17.16 ॥

Vers 17.17

श्रीमोक्षज्ञानदातृत्वान्नादब्रह्मात्मबोधनात् ।
स्थगिताज्ञानचिह्नत्वात् श्रीनाथः कथितः प्रिये ॥ 17.17 ॥

Vers 17.18

देशकालाविरोधेन वर्तमानात् कुलागमे ।
वशीकृतजगज्जीवाद्देव इत्यभिधीयते ॥ 17.18 ॥

Vers 17.19

भवपाशप्रशमनात् टङ्कारेन्दुकशेखरात् ।
रक्षणात् कमनीयत्वात् भट्टारक इतीरितः ॥ 17.19 ॥

Vers 17.20

प्रगुप्तागमवेदान्तरहस्यार्थविभावनात् ।
भुक्तिमुक्तिप्रदानाच्च प्रभुरित्यभिधीयते ॥ 17.20 ॥

Vers 17.21

योनिमुद्रानुसन्धानात् प्रस्फुरन्मन्त्रवैभवात् ।
गीर्वाणगणपूज्यत्वाद् योगीति कथितः प्रिये ॥ 17.21 ॥

Vers 17.22

सङ्गदुःखपरित्यागात् यत्र कुत्राश्रमाश्रयात् ।
मिथ आत्मनिबन्धत्वात् संयमीत्यभिधीयते ॥ 17.22 ॥

Vers 17.23

तत्त्वस्वरूपमननात् परिवादादिवर्जितात् ।
स्वीकारात् शुभकार्याणां तपस्वीत्यभिधीयते ॥ 17.23 ॥

Vers 17.24

अक्षरत्वाद्वरेण्यत्वाद्धूतसंसारबन्धनात् ।
तत्त्वमस्यर्थसिद्धत्वात् अवधूतोऽभिधीयते ॥ 17.24 ॥

Vers 17.25

वीतरागमदक्लेशकोपमात्सर्यमोहतः ।
रजस्तमोविदूरत्वाद्वीर इत्यभिधीयते ॥ 17.25 ॥

Vers 17.26

कुलं गोत्रं समाख्यातं तच्च शक्तिशिवोद्भवम् ।
येन मोक्ष इति ज्ञानं कौलिकः सोऽभिधीयते ॥ 17.26 ॥

Vers 17.27

अकुलं शिव इत्युक्तं कुलं शक्तिः प्रकीर्तिता ।
कुलाकुलानुसन्धानान्निपुणाः कौलिकाः प्रिये ॥ 17.27 ॥

Vers 17.28

सारसङ्ग्रहणाच्चैव धर्ममार्गप्रवर्तनात् ।
करणग्रामनियमात् साधकः सोऽभिधीयते ॥ 17.28 ॥

Vers 17.29

भजनात् परया भक्त्या मनोवाक्कायकर्मभिः ।
तरत्यखिलदुःखानि तस्माद्भक्त इतीरितः ॥ 17.29 ॥

Vers 17.30

शरीरमर्थं प्राणांश्च सद्गुरुभ्यो निवेद्य यः ।
गुरुभ्यः शिक्षते योगं शिष्य इत्यभिधीयते ॥ 17.30 ॥

Vers 17.31

योनिमुद्रानुसन्धानात् गिरिजापादसेवनात् ।
निर्लीनोपाधिविभवाद् योगिनीत्यभिधीयते ॥ 17.31 ॥

Vers 17.32

शतकोटिमहादिव्ययोगिनीप्रीतिकारणात् ।
तीव्रमुक्तिप्रदानाच्च शक्तिरित्यभिधीयते ॥ 17.32 ॥

Vers 17.33

पालनाद्दुरितच्छेदात् कामितार्थस्य वर्धनात् ।
पादुकेति समाख्याता मम तत्त्वं तव प्रिये ॥ 17.33 ॥

Vers 17.34

जन्मान्तरसहस्रेषु कृतपापप्रणाशनात् ।
परदेवप्रकाशाच्च जप इत्यभिधीयते ॥ 17.34 ॥

Vers 17.35

स्तोकस्तोकेन मनसः परमप्रीतिकारणात् ।
स्तोतृसन्तारणाद्देवि स्तोत्रमित्यभिधीयते ॥ 17.35 ॥

Vers 17.36

यावदिन्द्रियसन्तापं मनसा सन्नियम्य च ।
स्वान्तेनाभीष्टदेवस्य चिन्तनं ध्यानमुच्यते ॥ 17.36 ॥

Vers 17.37

चरितार्थविकाशाच्च रक्षणादपि पार्वति ।
नरनारीस्वरूपाच्च चरणं कथितं प्रिये ॥ 17.37 ॥

Vers 17.38

वेदिताऽखिलशास्त्रार्थसद्धर्मार्थनिरूपणात् ।
दर्शनानां प्रमाणत्वाद्वेद इत्यभिधीयते ॥ 17.38 ॥

Vers 17.39

पुण्यपापादिकथनाद्राक्षसादिनिवारणात् ।
नवभक्त्यादिजननात् पुराण इति कथ्यते ॥ 17.39 ॥

Vers 17.40

शासनादनिशं देवि वर्णाश्रमनिवासिनाम् ।
तारणात् सर्वपापेभ्यः शास्त्रमित्यभिधीयते ॥ 17.40 ॥

Vers 17.41

स्मरणोत्सुकनिष्ठानां धर्माधर्मनिरूपणात् ।
तिमिरोत्पाटनाद्देवि स्मृतिरित्यभिधीयते ॥ 17.41 ॥

Vers 17.42

इष्टधर्मादिकथनात्तिमिराज्ञानभञ्जनात् ।
हरणात् सर्वदुःखानाम् इतिहास इति स्मृतः ॥ 17.42 ॥

Vers 17.43

आचारकथनाद्दिव्यगतिप्राप्तिनिदानतः ।
महात्मतत्त्वकथनादागमः कथितः प्रिये ॥ 17.43 ॥

Vers 17.44

शाकिनीगणपूज्यत्वात्तारणाद्भववारिधे ।
परादिशक्तिसान्निध्याच्छाक्त इत्यभिधीयते ॥ 17.44 ॥

Vers 17.45

कौमारादिनिरोधत्वात् लयजन्मादिभञ्जनात् ।
अशेषकुलसम्बन्धात् कौल इत्यभिधीयते ॥ 17.45 ॥

Vers 17.46

पाशच्छेदकराद्देवि रञ्जनात् परतेजसः ।
यतिभिश्चिन्त्यमानत्वात् पारम्पर्यमितीरितम् ॥ 17.46 ॥

Vers 17.47

संसारसारभूतत्वात् प्रकाशानन्ददानतः ।
यशः सौभाग्यकरणात् सम्प्रदाय इतीरितः ॥ 17.47 ॥

Vers 17.48

आदित्वात् सर्वमार्गाणां मनोल्लासप्रवर्धनात् ।
यज्ञादिधर्महेतुत्वादाम्नाय इति कीर्तितः ॥ 17.48 ॥

Vers 17.49

श्रुतानेकमहामन्त्रयन्त्रतन्त्रादिदैवतात् ।
श्रुतौ यदनविच्छिन्नाच्छ्रौत इत्यभिधीयते ॥ 17.49 ॥

Vers 17.50

आम्नायतत्त्वरूपत्वाच्चातुर्यार्थनिरूपणात् ।
रागद्वेषादिशमनादाचार इति कीर्त्यते ॥ 17.50 ॥

Vers 17.51

दिव्यभावप्रदानाच्च क्षालनात् कल्मषस्य च ।
दीक्षेति कथिता सद्भिर्भवबन्धविमोचनात् ॥ 17.51 ॥

Vers 17.52

अहम्भावहराद्भीतिमथनात् सेचनादपि ।
कम्पानन्दादिजननादभिषेक इति स्मृतः ॥ 17.52 ॥

Vers 17.53

उल्बणत्वात् परत्वाच्च देवताप्रीतिदानतः ।
शक्तिपातनिमित्तादप्युपदेश इति स्मृतः ॥ 17.53 ॥

Vers 17.54

मननात्तत्त्वरूपस्य देवस्यामिततेजसः ।
त्रायते सर्वभयतस्तस्मान्मन्त्र इतीरितः ॥ 17.54 ॥

Vers 17.55

देहमास्थाय भक्तानां वरदानाच्च पार्वति ।
तापत्रयादिशमनाद्देवता परिकीर्तिता ॥ 17.55 ॥

Vers 17.56

न्यायोपार्जितवित्तानामङ्गेषु विनिवेशनात् ।
सर्वरक्षाकराद्देवि न्यास इत्यभिधीयते ॥ 17.56 ॥

Vers 17.57

मुदं कुर्वन्ति देवानां मनांसि द्रावयन्ति च ।
तस्मान्मुद्रा इति ख्याता दर्शितव्याः कुलेश्वरि ॥ 17.57 ॥

Vers 17.58

अनन्तफलदानाच्च क्षपिताशेषकल्मषात् ।
मातृकात्मतया लाभकरणादक्षमालिका ॥ 17.58 ॥

Vers 17.59

मङ्गलत्वाच्च डाकिन्या योगिनीगणसंश्रयात् ।
ललितत्वाच्च देवेशि मण्डलं परिकीर्तितम् ॥ 17.59 ॥

Vers 17.60

कमलासनरूपत्वाल्लघुतत्त्वादिनाशनात् ।
शमितापारपापाच्च कलशः परिकीर्तितः ॥ 17.60 ॥

Vers 17.61

यमभूतादिसर्वेभ्यो भयेभ्योऽपि कुलेश्वरि ।
त्रायते सततञ्चैव तस्माद् यन्त्रमितीरितम् ॥ 17.61 ॥

Vers 17.62

आत्मसिद्धिप्रदानाच्च सर्वरोगनिवारणात् ।
नवसिद्धिप्रदानाच्च आसनं कथितं प्रिये ॥ 17.62 ॥

Vers 17.63

मायाजालादिशमनान्मोक्षमार्गनिरूपणात् ।
अष्टदुःखादिविरहान् मद्यमित्यभिधीयते ॥ 17.63 ॥

Vers 17.64

महादानार्थरूपत्वाद् यागभूम्येककारणात् ।
मद्भावजननाद्देवि मद्यमित्यभिधीयते ॥ 17.64 ॥

Vers 17.65

सुमनसः सेवितत्वाद् राज्यदत्वात् सदा प्रिये ।
सुराकारप्रदानत्वात् सुरेति परिकीर्तिता ॥ 17.65 ॥

Vers 17.66

अमृतांशुस्वरूपत्वान्मृत्युभीतिनिवारणात् ।
तत्त्वप्रकाशहेतुत्वादमृतं कथितं प्रिये ॥ 17.66 ॥

Vers 17.67

पानाङ्गविश्वरूपत्वात्त्रिचतुष्ककलाश्रयात् ।
पतितत्राणनाद्देवि पात्रमित्यभिधीयते ॥ 17.67 ॥

Vers 17.68

आशुशुक्षणिरूपत्वाद्धातृदेवप्रियादपि ।
रक्षणादपि चाधेयस्याधारं तु विदुर्बुधाः ॥ 17.68 ॥

Vers 17.69

माङ्गल्यजननाद्देवि संविवदानन्ददानतः ।
सर्वदेवप्रियत्वाच्च माम्स इत्यभिधीयते ॥ 17.69 ॥

Vers 17.70

पूर्वजन्मानुशमनाज्जन्ममृत्युनिवारणात् ।
सम्पूर्णफलदानाच्च पूजेति कथिता प्रिये ॥ 17.70 ॥

Vers 17.71

अभीष्टफलदानाच्च चतुर्वर्गफलाश्रयात् ।
नन्दनात् सर्वदेवानामर्चनं समुदाहृतम् ॥ 17.71 ॥

Vers 17.72

तत्त्वात्मकस्य देवस्य परिवारवृतस्य च ।
नवानन्दप्रजननात्तर्पणं समुदाहृतम् ॥ 17.72 ॥

Vers 17.73

गम्भीरापारदौर्भाग्यक्लेशनाशनकारणात् ।
धर्मज्ञानप्रदानाच्च गन्ध इत्यभिधीयते ॥ 17.73 ॥

Vers 17.74

आघ्राणनप्रजननान् मोक्षमार्गप्रदर्शनात् ।
दग्धदुःखादिदमनादामोद इति कथ्यते ॥ 17.74 ॥

Vers 17.75

अन्नदानात् कुलेशानि क्षपिताशेषकल्मषात् ।
तादात्म्यकरणाद्देवि अक्षताः परिकीर्तिताः ॥ 17.75 ॥

Vers 17.76

पुण्यसंवर्धनाच्चापि पापौघपरिहारतः ।
पुष्कलार्थप्रदानाच्च पुष्पमित्यभिधीयते ॥ 17.76 ॥

Vers 17.77

धूताशेषमहादोषपूतिगन्धप्रभावतः ।
परमानन्दजननाद्धूप इत्यभिधीयते ॥ 17.77 ॥

Vers 17.78

दीर्घाज्ञानमहाध्वान्ताहङ्कारपरिवर्जनात् ।
परतत्त्वप्रकाशाच्च दीप इत्यभिधीयते ॥ 17.78 ॥

Vers 17.79

मोहध्वान्तप्रशमनात् क्षयार्तिविनिवारणात् ।
दिव्यरूपप्रदानाच्च परतत्त्वप्रकाशनात् ।
ख्यातो मोक्षो दीप इति मोक्षमार्गैकसाधनः ॥ 17.79 ॥

Vers 17.80

चतुर्विधं कुलेशानि द्रव्यञ्च षड्रसान्वितम् ।
निवेदनाद्भवेत्तृप्तिर्नैवेद्यं समुदाहृतम् ॥ 17.80 ॥

Vers 17.81

बहुप्रकारविचरद् भूतौघप्रीतिकारणात् ।
लिप्तपापप्रशमनाद् बलिरित्यभिधीयते ॥ 17.81 ॥

Vers 17.82

तत्त्वत्रयविशुद्धिः स्यात्त्वत्सेवामात्रतः प्रिये ।
तत्त्वप्रकाशहेतुत्वात्तत्त्वत्रयमितीरितम् ॥ 17.82 ॥

Vers 17.83

चतुर्वर्गफलावापात् लुण्ठिताज्ञानबन्धनात् ।
कल्याणधर्ममूलत्वाच्चलुकं कथितं प्रिये ॥ 17.83 ॥

Vers 17.84

प्रकाशानन्दजननात् सामरस्यप्रदानतः ।
दर्शनात् परतत्त्वस्य प्रसाद इति कथ्यते ॥ 17.84 ॥

Vers 17.85

पाशसञ्छेदनाद्देवि नरकस्य निवारणात् ।
पाबनात् परमेशानि पानमित्यभिधीयते ॥ 17.85 ॥

Vers 17.86

कर्मणा मनसा वाचा सर्वावस्थासु सर्वदा ।
समीपसेवा विधिवत् उपास्तिरिति कथ्यते ॥ 17.86 ॥

Vers 17.87

पञ्चाङ्गोपासनेनेष्टदेवता प्रीतिदानतः ।
पुरश्चरति भक्तस्य तत् पुरश्चरणं प्रिये ॥ 17.87 ॥

Vers 17.88

आवाहनादिकर्माणि षोडश द्वादशावधि ।
विधिनाचरणं प्रोक्तम् उपहारमिति स्मृतम् ॥ 17.88 ॥

Vers 17.89

सम्पूज्य सावृतिं देवं षोडशैरुपचारकैः ।
स्वस्थानप्रेषणं प्रोक्तमुद्वासनमिति प्रिये ॥ 17.89 ॥

Vers 17.90

देवं पूजार्थमाह्वानमावाहनमिति स्मृतम् ।
आसने सन्निवेशः स्यात् स्थापनं कुलनायिके ॥ 17.90 ॥

Vers 17.91

अन्योन्यसम्मुखाकारः सन्निधापनमीरितम् ।
यत्र कुत्राप्यचलनं सन्निरोधनमीरितम् ॥ 17.91 ॥

Vers 17.92

देवताङ्गे षडङ्गानां न्यासः स्यात् सकलीकृतिः ।
आच्छादनं समुद्दिष्टमवगुण्ठनमीरितम् ॥ 17.92 ॥

Vers 17.93

दर्शनं धेनुमुद्राया अमृतीकरणं प्रिये ।
क्षमस्वेत्यञ्जलिर्देवि परमीकरणं प्रिये ।
स्वागतं कुशलप्रश्नं निगदेद्देवताग्रतः ॥ 17.93 ॥

Vers 17.94

पाद्यं श्यामाकदूर्वाब्जविष्णुक्रान्ताभिरुच्यते ।
जातालवङ्गकक्कोलैरुक्तमाचमनीयकम् ॥ 17.94 ॥

Vers 17.95

अखिलाघप्रशमनार्धनपुत्रविवर्धनात् ।
अनर्घफलदानाच्च अर्घ्यमित्यभिधीयते ॥ 17.95 ॥

Vers 17.96

सिद्धार्थमक्षतञ्चैव कुशाग्रं तिलमेव च ।
यवं गन्धः फलं पुष्पमष्टाङ्गार्घ्यं प्रकीर्तितम् ॥ 17.96 ॥

Vers 17.97

मध्वाज्यदधिभिः प्रोक्तो मधुपर्कः कुलेश्वरि ।
देहप्रक्षालनं स्नानं सुगन्धिसलिलैः सह ॥ 17.97 ॥

Vers 17.98

चन्द्राचन्दनकस्तूरीकालागुरुभिरुच्यते ।
अष्टाङ्गप्रणिपातन्तु कथितं वन्दनं प्रिये ॥ 17.98 ॥

Vers 17.99

एतच्चराचरं सर्वं क्षेत्रमित्यभिधीयते ।
तत् क्षेत्रं पालितं येन क्षेत्रपालः स उच्यते ॥ 17.99 ॥

Vers 17.100

इति ते कथिता किञ्चिद् गुरुनामादिवासना ।
समासेन महेशानि यो जानाति स पूजकः ॥ 17.100 ॥

Vers 17.101

रहस्यातिरहस्यानां रहस्योऽयं महेश्वरि ।
ऊर्ध्वाम्नायः समाख्यातः समासेन न विस्तरात् ॥ 17.101 ॥

Vers 17.102

कुलार्णवमिदं शास्त्रं योगिनीनां हृदि स्थितम् ।
प्रकाशितं मया चाद्य गोपनीयं प्रयत्नतः ॥ 17.102 ॥

Vers 17.103

पुस्तकञ्च महेशानि पशुगेहे न निक्षिपेत् ।
न दद्यात् पशुहस्ते च न पठेत् पशुसन्निधौ ।
न पठेदासवोल्लासं ग्रन्थं भूमौ न निक्षिपेत् ॥ 17.103 ॥

Vers 17.104

नित्यं सम्पूजयेद्भक्त्या जानीयाद् गुरुवक्त्रतः ।
नापुत्राय प्रवक्तव्यं नाशिष्याय कदाचन ॥ 17.104 ॥

Vers 17.105

स्नेहाल्लोभाद्भयादुक्त्वा सोऽचिरान्नश्यति ध्रुवम् ।
देवि यद्विद्यते प्राज्ञे तत्तत् किञ्चिन्मयोदितम् ॥ 17.105 ॥

Vers 17.106

साधकानां हितार्थाय भुक्तिमुक्तिफलेषिणाम् ।
यश्चोर्ध्वाम्नायमाहात्म्यं पठेत् श्रीचक्रसन्निधौ ॥ 17.106 ॥

Vers 17.107

भक्त्या परमया देवि यः शृणोति स कौलिकः ।
व्रतं स्नानं तपस्तीर्थं यज्ञदेवार्चनादिषु ॥ 17.107 ॥

Vers 17.108

तत् फलं कोटिगुणितं लभते नात्र संशयः ।
त्वत्सन्निधौ सन्निवसेन्नात्र कार्या विचारणा ॥ 17.108 ॥

॥ इति श्रीकुलार्णवे निर्वाणमोक्षद्वारे महारहस्ये
सर्वागमोत्तमोत्तमे सपादलक्षग्रन्थे पञ्चमखण्डे
ऊर्ध्वाम्नायतन्त्रे सप्तदश उल्लासः ॥ १७ ॥
॥ समाप्तोऽयं ग्रन्थः ॥

Vollständiger Sanskrittext des Kularnava Tantra in IAST

Diese vollständige IAST-Lesefassung entspricht der vorstehenden Devanagari-Arbeitslesefassung einschließlich ihrer unsicheren Lesungen. Die Hinweise zur Textgrundlage und Verszählung gelten für beide Fassungen.

1. Ullasa

atha prathamollāsaḥ

Vers 1.1

kailāsaśikharāsīnaṃ devadevaṃ jagadgurum |
papraccheśaṃ parānandaṃ pārvatī parameśvaram || 1.1 ||

Vers 1.2

śrīdevyuvāca
bhagavan devadeveśa pañcakratuvidhāyaka |
sarvajña bhaktisulabha śaraṇāgatavatsala || 1.2 ||

Vers 1.3

kuleśa parameśāna karuṇāmṛtavāridhe |
asāre ghorasaṃsāre sarvaduḥkhamalīmasāḥ || 1.3 ||

Vers 1.4

nānāvidhaśarīrasthā anantā jīvarāśayaḥ |
jāyante ca mriyante ca teṣāṃ mokṣo na vidyate || 1.4 ||

Vers 1.5

sadā duḥkhāturā deva na sukhī vidyate kvacit |
kenopāyena deveśa mucyate vada me prabho || 1.5 ||

Vers 1.6

śrīīśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa saṃsārād mucyate naraḥ || 1.6 ||

Vers 1.7

asti devi parabrahmasvarūpī niṣkalaḥ śivaḥ |
sarvajñaḥ sarvakartā ca sarveśo nirmalo'dvayaḥ || 1.7 ||

Vers 1.8

svayaṃ jyotiranādyanto nirvikāraḥ parāt paraḥ |
nirguṇaḥ saccidānandastadaṃśā jīvasañjñakāḥ || 1.8 ||

Vers 1.9

anādyavidyopahitā yathāgnau visphuliṅgakāḥ |
garbhādyupādhisambhinnāḥ karmabhiḥ karaṇādibhiḥ || 1.9 ||

Vers 1.10

sarvaduḥkhapradaiḥ svīyapuṇyapāpairniyantritāḥ |
tattajjātiyutaṃ deham āyurbhogañca karmajam || 1.10 ||

Vers 1.11

pratijanma prapadyante mānuṣā mūḍhacetasaḥ |
sūkṣmaliṅgaśarīrantadāmokṣādakṣayaṃ priye || 1.11 ||

Vers 1.12

sthāvarāḥ krimayaścābjāḥ pakṣiṇaḥ paśavo narāḥ|
dhārmikāstridaśāstadvanmokṣiṇaśca yathākramam || 1.12 ||

Vers 1.13

caturvidhaśarīrāṇi dhṛtvā dhṛtvā sahasraśaḥ |
sukṛtānmānavo bhūtvā jñānī cenmokṣamāpnuyāt || 1.13 ||

Vers 1.14

caturaśītilakṣeṣu śarīreṣu śarīriṇām |
na mānuṣyaṃ vinānyatra tattvajñānaṃ tu labhyate || 1.14 ||

Vers 1.15

atra janmasahasreṣu sahasrairapi pārvati |
kadācillabhate janturmānuṣyaṃ puṇyasañcayāt || 1.15 ||

Vers 1.16

sopānabhūtaṃ mokṣasya mānuṣyaṃ prāpya durlabham |
yastārayati nātmānaṃ tasmāt pāpataro'tra kaḥ || 1.16 ||

Vers 1.17

tataścāpyuttamaṃ janma labdhvā cendriyasauṣṭhavam |
na vettyātmahitaṃ yastu sa bhavet ātmaghātakaḥ || 1.17 ||

Vers 1.18

vinā dehena kasyāpi puruṣārtho na vidyate |
tasmāddehadhanaṃ prāpya puṇyakarmāṇi sādhayet || 1.18 ||

Vers 1.19

rakṣet sarvātmanātmānamātmā sarvasya bhājanam |
rakṣaṇe yatnamātiṣṭhedyāvattattvaṃ na paśyati || 1.19 ||

Vers 1.20

punargrāmāḥ punaḥ kṣetraṃ punarvittaṃ punargṛham |
punaḥ śubhāśubhaṃ karma na śarīraṃ punaḥ punaḥ || 1.20 ||

Vers 1.21

śarīrarakṣaṇāyāsaḥ kriyate sarvadā janaiḥ |
nahīcchanti tanutyāgamapi kuṣṭhādirogataḥ || 1.21 ||

Vers 1.22

tadgopitaṃ syād yatnena dharmo jñānārthameva ca |
jñānañca dhyānayogārthaṃ so'cirāt parimucyate || 1.22 ||

Vers 1.23

ātmaiva yadi nātmānamahitebhyo nivārayet |
ko'nyo hitakarastasmādātmānaṃ tārayiṣyati || 1.23 ||

Vers 1.24

ihaiva narakavyādheścikitsāṃ na karoti yaḥ |
gatvā nirauṣadhaṃ sthānaṃ vyādhisthaḥ kiṃ kariṣyati || 1.24 ||

Vers 1.25

sandīpte bhavane ko vā kūpaṃ khanati durmatiḥ |
yāvattiṣṭhati deho'yaṃ tāvattattvaṃ samabhyaset || 1.25 ||

Vers 1.26

vyāghrīvāste jarā cāyuryāti bhinnaghaṭāmbuvat |
nighnanti ripuvadrogāstasmācchreyaḥ samācaret || 1.26 ||

Vers 1.27

yāvannāśrayate duḥkhaṃ yāvannāyānti cāpadaḥ |
yāvannendriyavaikalyaṃ tāvacchreyaḥ samācaret || 1.27 ||

Vers 1.28

kālo na jñāyate nānākāryaiḥ saṃsārasambhavaiḥ |
sukhaduḥkharato janturna vetti hitamātmanaḥ || 1.28 ||

Vers 1.29

jaḍānārtānmṛtānāpadgatān dṛṣṭvā'tiduḥkhitān |
loko mohasurāṃ pītvā na bibheti kadācana || 1.29 ||

Vers 1.30

sampadaḥ svapnasaṅkāśā yauvanaṃ kusumopamam |
taḍiccañcalamāyuśca kasya syājjagato dhṛtiḥ || 1.30 ||

Vers 1.31

śataṃ jīvitamatyalpaṃ nidrā syādardhahāriṇī |
bālyarogajarāduḥkhairardhaṃ tadapi niṣphalam || 1.31 ||

Vers 1.32

prārabdhavye nirudyogo jāgartavye suṣuptakaḥ |
viśvastavyo bhayasthāne ghātakaiḥ kiṃ na hanyate || 1.32 ||

Vers 1.33

toyaphenasame dehe jīve śakunivat sthite |
anitye'priyasaṃsāre kathaṃ tiṣṭhanti nirbhayāḥ || 1.33 ||

Vers 1.34

ahite hitabuddhiḥ syādadhruve dhruvacintakaḥ |
anarthaṃ cārthavijñānī svamṛtyuṃ yo na vetti ca || 1.34 ||

Vers 1.35

paśyannapi na paśyet sa śṛṇvannapi na budhyati |
paṭhannapi na jānāti tava māyāvimohitaḥ || 1.35 ||

Vers 1.36

sannimajjajjagadidaṃ gambhīre kālasāgare |
mṛtyurogajarāgrāhe na kiñcidapi budhyati || 1.36 ||

Vers 1.37

pratikṣaṇamayaṃ kāyo jīryamāṇo na lakṣyate |
āmakumbha ivāmbhaḥstho viśīrṇo naiva bhāvyate || 1.37 ||

Vers 1.38

yujyate veṣṭanaṃ vāyorākāśasya ca khaṇḍanam |
grathanañca taraṅgāṇāmāsthā nāyuṣi yujyate || 1.38 ||

Vers 1.39

pṛthivī dahyate yena meruścāpi viśīryate |
śuṣyate sāgarajalaṃ śarīre devi kā kathā || 1.39 ||

Vers 1.40

apatyaṃ me kalatraṃ me dhanaṃ me bāndhavaśca me |
lapantamiti martyaṃ hi hanti kālavṛko balāt || 1.40 ||

Vers 1.41

idaṃ kṛtamidaṃ kāryamidamanyat kṛtākṛtam |
evamīhāsamāyuktaṃ mṛtyuratti janaṃ priye || 1.41 ||

Vers 1.42

śvaḥkāryamadya kartavyaṃ pūrvāhṇe cāparāhnikam |
na hi pratīkṣate mṛtyuḥ kṛtaṃ vā'sya na vā kṛtam || 1.42 ||

Vers 1.43

jarādarśitapanthānaṃ pracaṇḍavyādhisainikam |
mṛtyuśatrumabhijño'si āyāntaṃ kiṃ na paśyasi || 1.43 ||

Vers 1.44

āśā sūcīvinirbhinnaṃ siktaṃ viṣayasarpiṣā |
rāgadveṣānale pakvaṃ mṛtyuraśnāti mānavam || 1.44 ||

Vers 1.45

bālāṃśca yauvanasthāṃśca vṛddhān garbhagatānapi |
sarvāntsaṃviśate mṛtyurevambhūtamidaṃ jagat || 1.45 ||

Vers 1.46

brahmāviṣṇumaheśādidevatā bhūtajātayaḥ |
nāśamevānudhāvanti tasmācchreyaḥ samācaret || 1.46 ||

Vers 1.47

svasvavarṇāśramācāralaṅghanād duṣpratigrahāt |
parastrīdhanalobhācca nṝṇāmāyuḥkṣayo bhavet || 1.47 ||

Vers 1.48

vedaśāstrādyanabhyāsāttathaiva gurvanarcanāt |
nṝṇāmāyuḥkṣayo bhūyādindriyāṇāmanigrahāt || 1.48 ||

Vers 1.49

vyādhirādhirviṣaṃ śastraṃ nā sarpaḥ paśavo mṛgāḥ |
maraṇaṃ yena nirdiṣṭaṃ tena gacchanti jantavaḥ || 1.49 ||

Vers 1.50

jīvastṛṇajalaukeva dehāddehāntaraṃ vrajet |
samprāpya paramaṃśena dehaṃ tyajati pūrvajam || 1.50 ||

Vers 1.51

bālyayauvanavṛddhatvaṃ yathā dehāntarādikam |
tathā dehāntaraprāptirgṛhādgṛhamivāgataḥ || 1.51 ||

Vers 1.52

janāḥ kṛtveha karmāṇi sukhaduḥkhāni bhuñjate |
paratrājñānino devi yāntyāyānti punaḥ punaḥ || 1.52 ||

Vers 1.53

iha yat kriyate karma tat paratropabhujyate |
siktamūlasya vṛkṣasya phalaṃ śākhāsu dṛśyate || 1.53 ||

Vers 1.54

dāridryaduḥkharogāśca bandhanavyasanāni ca |
ātmāparādhavṛkṣasya phalānyetāni dehinām || 1.54 ||

Vers 1.55

niḥsaṅga eva mokṣaḥ syāddoṣāḥ sarve ca saṅgajāḥ |
tasmāt saṅgaṃ parityajya tattvaniṣṭhaḥ sukhī bhavet |
saṅgācca calate jñānī cāvaśyaṃ kimutālpavit || 1.55 ||

Vers 1.56

saṅgaḥ sarvātmanā tyājyaḥ sa cettyaktuṃ na śakyate |
sadbhaḥ saha sa kartavyaḥ satāṃ saṅgo hi bheṣajam || 1.56 ||

Vers 1.57

satsaṅgaśca vivekaśca nirmalaṃ nayanadvayam |
yasya nāsti naraḥ so'ndhaḥ kathaṃ na syādamārgagaḥ || 1.57 ||

Vers 1.58

yāvataḥ kurute jantuḥ sambandhānmanasaḥ priyān |
tāvanto'sya viśantyete hṛdaye śokaśaṅkavaḥ || 1.58 ||

Vers 1.59

svadehamapi jīvo'yaṃ tyaktvā yāti kuleśvari |
strīmātṛpitṛputrādisambandhaḥ kena hetunā || 1.59 ||

Vers 1.60

duḥkhamūlo hi saṃsāraḥ sa yasyāsti sa duḥkhitaḥ|
tasya tyāgaḥ kṛto yena sa sukhī nāparaḥ priye || 1.60 ||

Vers 1.61

prabhavaṃ sarvaduḥkhānāmāśrayaṃ sakalāpadām |
ālayaṃ sarvapāpānāṃ saṃsāraṃ varjayet priye || 1.61 ||

Vers 1.62

abandhabandhanaṃ ghoraṃ miśrīkṛtamahāviṣam |
aśastrakhaṇḍanaṃ devi saṃsārāsaktacetasām || 1.62 ||

Vers 1.63

ādimadhyāvasāneṣu sarvaṃ duḥkhamidaṃ yataḥ |
tasmāt santyajya saṃsāraṃ tattvaniṣṭhaḥ sukhī bhavet || 1.63 ||

Vers 1.64

lauhadārumayaiḥ pāśairdṛḍhabandho'pi mucyate |
strīdhanādiṣu saṃsakto mucyate na kadācana || 1.64 ||

Vers 1.65

kuṭumbacintāyuktasya śrutaśīlādayo guṇāḥ |
apakvakumbhajalavat naśyantyaṅgena kevalam || 1.65 ||

Vers 1.66

vañcitāśeṣacittaistainītyaṃ loko vināśitaḥ |
hā hanta viṣayāhārairdehasthendriyataskaraiḥ || 1.66 ||

Vers 1.67

māṃsalubdho yathā matsyo lauhaśaṅkuṃ na paśyati |
sukhalubdhastathā dehī yamabādhāṃ na paśyati || 1.67 ||

Vers 1.68

hitāhitaṃ nā jānanto nityamunmārgagāminaḥ |
kukṣipūraṇaniṣṭhā ye te'budhā nārakāḥ priye || 1.68 ||

Vers 1.69

nidrādimaithunāhārāḥ sarveṣāṃ prāṇināṃ samāḥ |
jñānavān mānavaḥ prokto jñānahīnaḥ paśuḥ priye || 1.69 ||

Vers 1.70

prabhāte malamūtrābhyāṃ kṣuttṛḍbhyāṃ madhyage ravau |
rātrau madananidrābhyāṃ bādhyante mānavāḥ priye || 1.70 ||

Vers 1.71

svadehadharmadārādiniratāḥ sarvajantavaḥ |
jāyante ca mriyante ca hā hantājñānamohitāḥ || 1.71 ||

Vers 1.72

svasvavarṇāśramācāraniratāḥ sarvamānavāḥ |
na jānanti paraṃ tattvaṃ mūḍhā naśyanti pārvati || 1.72 ||

Vers 1.73

kriyāyāsaparāḥ kecit kratucaryādi saṃyutāḥ |
ajñānasaṃyutātmānaḥ sañcaranti pratārakāḥ || 1.73 ||

Vers 1.74

nāmamātreṇa santuṣṭāḥ karmakāṇḍaratā narāḥ |
mantroccāraṇahomādyairbhrāmitāḥ kratuvistaraiḥ || 1.74 ||

Vers 1.75

ekabhaktopavāsādyainīyamaiḥ kāyaśoṣaṇaiḥ |
mūḍhāḥ parokṣamicchanti tava māyāvimohitāḥ || 1.75 ||

Vers 1.76

dehadaṇḍanamātreṇa kā muktiravivekinām |
valmīkatāḍanāddevi mṛtaḥ kinnu mahoragaḥ || 1.76 ||

Vers 1.77

dhanāhārārjane yuktā dāmbhikā veṣadhāriṇaḥ |
bhramanti jñānivalloke bhrāmayanti janānapi || 1.77 ||

Vers 1.78

sāṃsārikasukhāsaktaṃ brahmajño'smīti vādinam |
karmabrahmobhayabhraṣṭaṃ taṃ tyajedantyajaṃ yathā || 1.78 ||

Vers 1.79

gṛhāraṇyasamā loke gatavrīḍā digambarāḥ |
caranti gardabhādyāśca yoginaste bhavanti kim || 1.79 ||

Vers 1.80

mṛdbhasmamrakṣaṇād devi muktāḥ syuryadi mānavāḥ |
mṛdbhasmavāsino grāmyāḥ kiṃ te muktā bhavanti hi || 1.80 ||

Vers 1.81

tṛṇaparṇodakāhārāḥ satataṃ vanavāsinaḥ |
hariṇādimṛgā devi yoginaste bhavanti kim || 1.81 ||

Vers 1.82

ājanmamaraṇāntañca gaṅgāditaṭinīsthitāḥ |
maṇḍūkamatsyapramukhā vratinaste bhavanti kim || 1.82 ||

Vers 1.83

vadanti hṛdayānandaṃ paṭhanti śukasārikāḥ |
janānāṃ purato devi vibudhāḥ kiṃ bhavanti hi || 1.83 ||

Vers 1.84

pārāvatāḥ śilāhārāḥ parameśvari cātakāḥ |
na pibanti mahītoyaṃ yoginaste bhavanti kim || 1.84 ||

Vers 1.85

śītavātātapasahā bhakṣyābhakṣyasamāḥ priye |
tiṣṭhanti śūkarādyāśca yoginaste bhavanti kim || 1.85 ||

Vers 1.86

tasmādityādikaṃ karma lokavañcanakārakam |
mokṣasya kāraṇaṃ sākṣāttattvajñānaṃ kuleśvari || 1.86 ||

Vers 1.87

ṣaḍdarśanamahākūpe patitāḥ paśavaḥ priye |
paramārthaṃ na jānanti paśupāśāniyantritāḥ || 1.87 ||

Vers 1.88

vedaśāstrārṇave ghore tāḍyamānā itastataḥ |
kālomīgrāhagrastāśca tiṣṭhanti hi kutākīkāḥ || 1.88 ||

Vers 1.89

vedāgamapurāṇajñaḥ paramārthaṃ na vetti yaḥ |
viḍambakasya tasyāpi tat sarvaṃ kākabhāṣitam || 1.89 ||

Vers 1.90

idaṃ jñānamidaṃ jñeyamiti cintāsamākulāḥ |
paṭhantyaharniśaṃ devi paratattvaparāṅmukhāḥ || 1.90 ||

Vers 1.91

vākyacchandonibandhena kāvyālaṅkāraśobhinā |
cintayā duḥkhitā mūḍhāstiṣṭhanti vyākulendriyāḥ || 1.91 ||

Vers 1.92

anyathā paramaṃ tattvaṃ janāḥ kliśyanti cānyathā |
anyathā śāstrasadbhāvo vyākhyāṃ kurvanti cānyathā || 1.92 ||

Vers 1.93

kathayantyunmanībhāvaṃ svayaṃ nānubhavanti hi |
ahaṅkārahatāḥ kecidupadeśavivarjitāḥ || 1.93 ||

Vers 1.94

paṭhanti vedaśāstrāṇi vivadanti parasparam |
na jānanti paraṃ tattvaṃ darvī pākarasaṃ yathā || 1.94 ||

Vers 1.95

śiro vahati puṣpāṇi gandhaṃ jānāti nāsikā |
paṭhanti vedaśāstrāṇi durlabho bhāvavedakaḥ || 1.95 ||

Vers 1.96

tattvamātmasthamajñāttvā mūḍhaḥ śāstreṣu muhyati |
gopaḥ kakṣagataṃ chāgaṃ kūpe paśyati durmatiḥ || 1.96 ||

Vers 1.97

saṃsāra mohanāśāya śābdabodho na hi kṣamaḥ |
na nivarteta timiraṃ kadāciddīpavārtayā || 1.97 ||

Vers 1.98

prajñāhīnasya paṭhanamandhasyādarśadarśanam |
prajñāvataḥ śāstraṃ tattvajñānasya kāraṇam || 1.98 ||

Vers 1.99

agrataḥ pṛṣṭhataḥ kecit pārśvayorapi kecana |
tattvamīdṛk tādṛgiti vivadanti parasparam |
sadvidyādānaśūrādyairguṇairvikhyātamānavāḥ || 1.99 ||

Vers 1.100

pratyakṣagrahaṇaṃ nāsti vārtayā grahaṇaṃ kutaḥ |
evaṃ ye śāstrasammūḍhāste dūrasthā na saṃśayaḥ || 1.100 ||

Vers 1.101

idaṃ jñānamidaṃ jñeyaṃ sarvataḥ śrotumicchati |
devi varṣasahasrāyuḥ śāstrāntaṃ naiva gacchati || 1.101 ||

Vers 1.102

vedaśāstrāṇyanekāni svalpamāyurvighnakoṭayaḥ |
tasmātsāraṃ vijānīyāt kṣīraṃ haṃsa ivāmbhasaḥ || 1.102 ||

Vers 1.103

abhyasya sarvaśāstrāṇi tattvaṃ jñātvā hi buddhimān |
palālamiva dhānyārthī sarvaśāstraṃ parityajet || 1.103 ||

Vers 1.104

yathāmṛtena tṛptasya nāhāreṇa prayojanam |
tattvajñasya tathā devi na śāstreṇa prayojanam || 1.104 ||

Vers 1.105

na vedādhyayanānmuktirna śāstrapaṭhanādapi |
jñānādeva hi muktiḥ syānnānyathā vīravandite || 1.105 ||

Vers 1.106

nāśramāḥ kāraṇaṃ mukterdarśanāni na kāraṇam |
tathaiva sarvaśāstrāṇi jñānameva hi kāraṇam || 1.106 ||

Vers 1.107

muktidā guruvāgekā vidyāḥ sarvā viḍambakāḥ |
kāṣṭhabhāraśramādasmādekaṃ sañjīvanaṃ param || 1.107 ||

Vers 1.108

advaitantu śivenoktaṃ kriyāyāsavivarjitam |
guruvaktreṇa labhyeta nānyathāgamakoṭibhiḥ || 1.108 ||

Vers 1.109

āgamotthaṃ vivekotthaṃ dvidhā jñānaṃ pracakṣate |
śabdabrahmāgamamayaṃ paraṃ brahma vivekajam || 1.109 ||

Vers 1.110

advaitaṃ kecidicchanti dvaitamicchanti cāpare |
mama tattvaṃ ca jānanti dvaitādvaitavivarjitam || 1.110 ||

Vers 1.111

dve pade bandhamokṣāya mameti nirmameti ca |
mameti bādhyate janturna mameti vimucyate || 1.111 ||

Vers 1.112

tat karma yanna bandhāya vidyā sā yā vimuktaye |
āyāsāyāparaṃ karma vidyānyā śilpanaipuṇam || 1.112 ||

Vers 1.113

yāvat kāmādi dīpyeta yāvat saṃsāravāsanā |
yāvadindriyacāpalyaṃ tāvattattvakathā kutaḥ || 1.113 ||

Vers 1.114

yāvat prayatnavego'sti yāvat saṅkalpakalpanā |
yāvanna manasaḥ sthairyaṃ tāvattattvakathā kutaḥ || 1.114 ||

Vers 1.115

yāvaddehābhimānaśca mamatā yāvadasti hi |
yāvanna gurukāruṇyaṃ tāvattattvakathā kutaḥ || 1.115 ||

Vers 1.116

tāvattapo vrataṃ tītharṃ japahomārcanādikam |
vedaśāstrāgamakathā yāvattattvaṃ na vindate || 1.116 ||

Vers 1.117

tasmāt sarvaprayatnena sarvāvasthāsu sarvadā |
tattvaniṣṭho bhaveddevi yadīcchenmokṣamātmanaḥ || 1.117 ||

Vers 1.118

dharmajñānasupuṣpasya svargaloka phalasya ca |
tāpatrayāttīsantaptaśchāyāṃ mokṣataroḥ śrayet || 1.118 ||

Vers 1.119

bahunātra kimmuktena rahasyaṃ śṛṇu pārvati |
kuladharmamṛte muktarnāsti satyaṃ na saṃśayaḥ || 1.119 ||

Vers 1.120

tasmādvadāmi tattvante vijñāya śrīgurormukhāt |
sukhena mucyate devi ghorasaṃsārabandhanāt || 1.120 ||

Vers 1.121

iti te kathitā kācijjīvajātisthitiḥ priye |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 1.121 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre jīvasthitikathanaṃ nāma prathamollāsaḥ || 1 ||

2. Ullasa

atha dvitīyollāsaḥ

Vers 2.1

śrīdevyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi sarvajīvadayānidhe |
kuladharmastvayā deva sūcito na prakāśitaḥ || 2.1 ||

Vers 2.2

tasya dharmasya māhātmyaṃ sarvadharmottamasya ca |
ūrdhvāmnāyasya māhātmyaṃ tanmataṃ vada me prabho |
vada me parameśāna yadi te'sti kṛpā mayi || 2.2 ||

Vers 2.3

śrī īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa yoginīnāṃ priyo bhavet || 2.3 ||

Vers 2.4

brahmāviṣṇuguhādīnāṃ na mayā kathitaṃ purā |
kathayāmi tava snehāt śṛṇuṣvaikāgramānasā || 2.4 ||

Vers 2.5

pāramparyakramāyātaṃ pañcavaktreṣu saṃsthitam |
akathyaṃ paramārthena tathāpi kathayāmi te || 2.5 ||

Vers 2.6

tvayāpi gopitavyaṃ hi na deyaṃ yasya kasyacit |
deyaṃ bhaktāya śiṣyāya anyathā patanaṃ bhavet || 2.6 ||

Vers 2.7

sarvebhyaścottamā vedā vedebhyo vaiṣṇavaṃ param |
vaiṣṇavāduttamaṃ śaivaṃ śaivāddakṣiṇamuttamam || 2.7 ||

Vers 2.8

dakṣiṇāduttamaṃ vāmaṃ vāmāt siddhāntamuttamam |
siddhāntāduttamaṃ kaulaṃ kaulāt parataraṃ na hi || 2.8 ||

Vers 2.9

guhyād guhyataraṃ devi sārāt sāraṃ parāt param |
sākṣāt śivapradaṃ devi karṇākarṇigataṃ kulam || 2.9 ||

Vers 2.10

mathitvā jñānadaṇḍena vedāgamamahārṇavam |
sārajñena mayā devi kuladharmaḥ samuddhṛtaḥ || 2.10 ||

Vers 2.11

ekataḥ sakalā dharmā yajñatīrthavratādayaḥ |
ekataḥ kuladharmaśca tatra kaulo'dhikaḥ priye || 2.11 ||

Vers 2.12

praviśanti yathā nadyaḥ samudram ṛjuvakragāḥ |
tathaiva samayāḥ sarve praviṣṭāḥ kulameva hi || 2.12 ||

Vers 2.13

yathā hastipade līnaṃ sarvaprāṇīpadaṃ bhavet |
darśanāni ca sarvāṇi kula eva tathā priye || 2.13 ||

Vers 2.14

yadā jāmbūnadānāñca sadṛśaṃ lauhamasti cet |
tadā ca kuladharmeṇa samayo'nyaḥ samo bhavet || 2.14 ||

Vers 2.15

yathāmarataraṅgiṇyā na samāḥ sakalāpagāḥ |
tathaiva samayāḥ sarve kuladharmeṇa no samāḥ || 2.15 ||

Vers 2.16

merusarṣapayoryadvat sūryakhadyotayoryathā |
tathānyasamayasyāpi kulasya mahadantaram || 2.16 ||

Vers 2.17

asti cettvatsamā nārī matsamaḥ puruṣo'sti cet |
kulena samadharmastu tathāpi na kadācana || 2.17 ||

Vers 2.18

kuladharmaṃ hi no vetti yo'nyadharmeṇa durmatiḥ |
baddhaḥ saṃsārapāśena so'ntyajānāṃ priyo bhavet || 2.18 ||

Vers 2.19

yo vā kulādhikaṃ dharmamajñānādvadati priye |
brahmahatyādhikaṃ pāpaṃ sa prāpnoti na saṃśayaḥ || 2.19 ||

Vers 2.20

kuladharmapravahaṇaṃ samāruhya narottamaḥ |
svargādidvīpāntavibhavaṃ mokṣaratnaṃ samaśnute || 2.20 ||

Vers 2.21

darśaneṣu ca sarveṣu cirābhyāsena mānavāḥ |
mokṣaṃ labhante kaule tu sadya eva na saṃśayaḥ || 2.21 ||

Vers 2.22

bahunātra kimuktena śṛṇu matprāṇavallabhe |
na kaulasamadharmo'sti tvāṃ śape kulanāyike || 2.22 ||

Vers 2.23

yogī cennaiva bhogī syādbhogī cennaiva yogavit |
bhogayogātmakaṃ kaulaṃ tasmāt sarvādhikaṃ priye || 2.23 ||

Vers 2.24

bhogo yogāyate sākṣāt pātakaṃ sukṛtāyate |
mokṣāyate ca saṃsāraḥ kuladharme kuleśvari || 2.24 ||

Vers 2.25

brahmendrācyutarudrādidevatāmunipuṅgavāḥ |
kuladharmaparā devi mānuṣeṣu ca kā kathā || 2.25 ||

Vers 2.26

vihāya sarvadharmāṃśca nānāgurumatāni ca |
kulameva vijānīyādyadīcchet siddhimātmanaḥ || 2.26 ||

Vers 2.27

pūrvajanmakṛtābhyāsāt kulajñānaṃ prakāśate |
svapnotthita pratyayavadupadeśādikaṃ vinā || 2.27 ||

Vers 2.28

janmāntarasahasreṣu yā buddhirvihitā nṛṇām |
tāmeva labhate janturupadeśo nirarthakaḥ || 2.28 ||

Vers 2.29

śaivavaiṣṇavadaurgārkagāṇapatyendusambhavaiḥ |
mantrairviśuddhacittasya kulajñānaṃ prakāśate || 2.29 ||

Vers 2.30

sarvadharmāśca deveśi punarāvartakāḥ smṛtāḥ |
kuladharmasthitā ye ca te sarve'pyanivartakāḥ || 2.30 ||

Vers 2.31

purākṛtatapodānayajñatīrthajapavrataiḥ |
kṣīṇāṃhasāṃ nṛṇāṃ devi kulajñānaṃ prakāśate || 2.31 ||

Vers 2.32

tvamahaṃ devi kalyāṇi yasya tuṣṭāvubhāvapi |
devatāgurubhaktyā ca kulajñānaṃ prakāśate || 2.32 ||

Vers 2.33

śuddhacittasya śāntasya karmiṇo gurusevinaḥ |
atibhaktasya guhyasya kulajñānaṃ prakāśate || 2.33 ||

Vers 2.34

śrīgurau kulaśāstreṣu kaulikeṣu kulāśraye |
yasya bhaktirdṛḍhā tasya kulajñānaṃ prakāśate || 2.34 ||

Vers 2.35

śraddhā vinayaharṣādyaiḥ sadācāradṛḍhavrataiḥ |
gurvājñāpālakairdharmaiḥ kulajñānamavāpyate || 2.35 ||

Vers 2.36

anarhe kulavijñānaṃ na tiṣṭhati kadācana |
tasmāt parīkṣya vaktavyaṃ kulajñānaṃ mayoditam || 2.36 ||

Vers 2.37

na brūyāt kuladharmaṃ tamayogye kulaśāsanam |
ājñābhaṅgañca yaḥ kuryāddevatāśāpamāpnuyāt || 2.37 ||

Vers 2.38

anārādhya samayācāraṃ kulajñānaṃ vadedyadi |
sa guruścāpi śiṣyaśca yoginīnāṃ bhavet paśuḥ || 2.38 ||

Vers 2.39

bodhayitvā guruḥ śiṣyaṃ kulajñānaṃ prakāśayet |
labhete tāvubhau sākṣādyoginīvīramelanam || 2.39 ||

Vers 2.40

anāyāsena saṃsārasāgaraṃ yastitīrṣati |
kuladharmamimaṃ jñātvā mucyate nātra saṃśayaḥ || 2.40 ||

Vers 2.41

kuladharmamahāmārgagantā muktipurīṃ vrajet |
acirānnātra sandehastasmāt kaulaṃ samāśrayet || 2.41 ||

Vers 2.42

kulaśāstramanādṛtya paśuśāstrāṇi yo'bhyaset |
svagṛhe pāyasaṃ tyaktvā bhikṣāmaṭati pārvati || 2.42 ||

Vers 2.43

vihāya kuladharmaṃ yaḥ paradharmaparo bhavet |
karasthaṃ ratnamutsṛjya dūrasthaṃ kācamīhate || 2.43 ||

Vers 2.44

santyajya kulamantrāṇi paśumantrāṇi yo japet |
sa dhānyarāśimutsṛjya pāṃsurāśiṃ jighṛkṣati || 2.44 ||

Vers 2.45

kulānvayaṃ samutsṛjya yo'nyamanvayamīkṣate |
taḍāgādiva tṛṣṇārto mṛgatṛṣṇāṃ pradhāvati || 2.45 ||

Vers 2.46

yathendrājālajā māyāḥ kṣaṇameva sukhāvahāḥ |
śrīkaulādanyasamayāstādṛśāḥ kulanāyike || 2.46 ||

Vers 2.47

kuladharmamajānan yaḥ saṃsārānmokṣamicchati |
pārāvāramapāraṃ sa pāṇibhyāṃ tartumicchati || 2.47 ||

Vers 2.48

yo vānyadarśanebhyaśca bhuktiṃ muktiñca kāṅkṣati |
svapnalabdhadhanenaiva dhanavān sa bhavettadā || 2.48 ||

Vers 2.49

śuktau rajatavibhrāntiryathā jāyeta pārvati |
tathānyasamayebhyaśca bhuktirmuktiḥ prakāśate || 2.49 ||

Vers 2.50

sarvakarmavihīno'pi varṇāśramavivarjitaḥ |
kulaniṣṭhaḥ kuleśāni bhuktimuktyoḥ sa bhājanam || 2.50 ||

Vers 2.51

kulajñānavihīno'pi kulabhaktyāśrayo bhavet |
so'pi sadgatimāpnoti kimutāsya parāyaṇaḥ || 2.51 ||

Vers 2.52

kuladharmo hato hanti rakṣito rakṣati priye |
pūjitaḥ pūjayatyāśu tasmāttaṃ na parityajet || 2.52 ||

Vers 2.53

nindantu bāndhavāḥ sarve tyajantu strīsutādayaḥ |
janā hasantu māṃ dṛṣṭvā rājāno daṇḍayantu vā || 2.53 ||

Vers 2.54

seve seve punaḥseve tvāmeva paradevate |
tvaddharmaṃ naiva muñcāmi manovākkāyakarmabhiḥ || 2.54 ||

Vers 2.55

evamāpadgatasyāpi yasya bhaktiḥ suniścalā |
sa tu sampūjyate devairamutra sa śivo bhavet || 2.55 ||

Vers 2.56

rogadāridryaduḥkhādyaiḥ pīḍito'pyaniśaṃ śive |
yastvāmupāste bhaktyā sa naraḥ sadgatimāpnuyāt || 2.56 ||

Vers 2.57

janāḥ stuvantu nindantu lakṣmīrgacchatu tiṣṭhatu |
mṛtiradya yugānte vā kulaṃ naiva parityajet || 2.57 ||

Vers 2.58

nāpi lobhānna ca krodhānna dveṣānna ca matsarāt |
na kāmānna bhayādvāpi kuladharmaṃ parityajet || 2.58 ||

Vers 2.59

yo janturnārcayettvāntu kuladharmasamāśritaḥ |
kliśyate jātamātreṇa bhūtāriṇātmaśatruṇā || 2.59 ||

Vers 2.60

pulākā iva dhānyeṣu pataṅgā iva jantuṣu |
budbudā iva toyeṣu ye kaulavimukhā hi te || 2.60 ||

Vers 2.61

taravo'pi hi jīvanti jīvanti mṛgapakṣiṇaḥ |
sa jīvati mano yasya kuladharme vyavasthitam || 2.61 ||

Vers 2.62

kuladharmavihīnasya dinānyāyānti yānti ca |
sa lohakārabhasrevaśvasannapi na jīvati || 2.62 ||

Vers 2.63

gacchatastiṣṭhato vāpi jāgrataḥ svapato'pi vā |
kuleśvari kulājñasya tat paśoriva jīvitam || 2.63 ||

Vers 2.64

vidvānapi ca mūrkho'sau dhārmiko vāpyadhārmikaḥ |
vratastho'pyavratastho vā yaḥ kaulavimukho janaḥ || 2.64 ||

Vers 2.65

jātāsta eva jagati jantavaḥ sādhu jīvinaḥ |
kuladharmaparā devi śeṣāśca dvāragardabhāḥ || 2.65 ||

Vers 2.66

sa pumānucyate sadbhiḥ kuladharmaparāyaṇaḥ |
aparastu paraṃ satyamasthikūṭatvacāvṛtaḥ || 2.66 ||

Vers 2.67

caturvedī kulājñānī śvapacādadhamaḥ priye |
śvapaco'pi kulajñānī brāhmaṇādatiricyate || 2.67 ||

Vers 2.68

gurukāruṇyayuktastu dīkṣānirdhūtapātakaḥ |
kulapūjārato devi so'yaṃ kaulo na cetaraḥ || 2.68 ||

Vers 2.69

yaḥ kaulikaḥ kulajñānaṃ na paśyati na vindati |
na pūjayati dhik tasya tat kākasyeva jīvitam || 2.69 ||

Vers 2.70

te dhanyāḥ puṇyakarmāṇaste santaste ca yoginaḥ |
yeṣāṃ bhāgyavaśāddevi kulajñānaṃ prakāśate || 2.70 ||

Vers 2.71

te vandyāste mahātmānaḥ kṛtārthāste narottamāḥ |
yeṣāmutpadyate citte kulajñānaṃ mayoditam || 2.71 ||

Vers 2.72

sarvaprakāśagamanaṃ sarvatīrthāvagāhanam |
yat sarvayajñācaraṇaṃ kuladharmapraveśanam || 2.72 ||

Vers 2.73

praviśanti kulaṃ dharmaṃ ye vai sukṛtino narāḥ |
te punarjananīgarbhaṃ na viśanti kadācana || 2.73 ||

Vers 2.74

prasaṅgenāpi yaḥ kaścit kulaṃ kulamitīrayet |
kulaṃ tat pāvanaṃ devi bhavati tvadanugrahāt |
kulajñasya kuleśāni nānyadharmaiḥ prayojanam || 2.74 ||

Vers 2.75

kuleśi kulaniṣṭhānāṃ kaulikānāṃ mahātmanām |
dadāmi paramaṃ jñānaṃ cāntakāle na saṃśayaḥ || 2.75 ||

Vers 2.76

cirāyāsālpaphaladaṃ kāṅkṣate samayaṃ janāḥ |
sukhena sarvaphaladaṃ kulaṃ ko'pi tyajatyaho || 2.76 ||

Vers 2.77

kulajño hi ca sarvajño vedaśāstrojjhito'pi vā |
vedaśāstrāgamajño'pi kulājñastvajña eva hi || 2.77 ||

Vers 2.78

jānanti kulamāhātmyaṃ tvadbhaktā eva nāpare |
cakorā eva jānanti nānye candragatāṃ rucim || 2.78 ||

Vers 2.79

kulajñā eva tuṣyanti śrutvā kulakathāṃ priye |
svalpā nadyo vivardhante jyotsnayā kiṃ samudravat || 2.79 ||

Vers 2.80

nānyadharmamavekṣante kaulikāḥ sāravedinaḥ |
bhṛṅgāḥ puṣpāntaraṃ lubdhā mandārāmodasevinaḥ || 2.80 ||

Vers 2.81

mānayante hi sārajñāḥ kuladharmaṃ na cetare |
śivaḥ śirasi dhatte'bjaṃ saiṃhikeyo gilatyaho || 2.81 ||

Vers 2.82

abhijñā eva jānanti nābhijñāḥ kuladarśanam |
jalamiśrapayaḥpānaṃ bakaḥ kiṃ vetti haṃsavat || 2.82 ||

Vers 2.83

śivaśaktimayo loko loke kaulaṃ pratiṣṭhitam |
tasmāt sarvādhikaṃ kaulaṃ sarvasādhāraṇaṃ katham || 2.83 ||

Vers 2.84

ṣaḍdarśanāni me'ṅgāni pādo kukṣiḥ karau śiraḥ |
teṣu bhedantu yaḥ kuryānmamāṅgaṃ cchedayettu saḥ || 2.84 ||

Vers 2.85

etānyeva kulasyāpi ṣaḍaṅgāni bhavanti hi |
tasmādvedātmakaṃ śāstraṃ viddhi kaulātmakaṃ priye || 2.85 ||

Vers 2.86

darśaneṣvakhileṣveva phaladaṃ caikadaivatam |
bhuktimuktipradaṃ nṛṇāṃ kule'smin daivataṃ priye || 2.86 ||

Vers 2.87

lokadharmaviruddhañca siddhayogīśvari priye |
kulaṃ pramāṇatāṃ yāti pratyakṣaphaladaṃ yataḥ || 2.87 ||

Vers 2.88

pratyakṣañca pramāṇāya sarveṣāṃ prāṇināṃ priye |
upalabdhibalāttasya hatāḥ sarve kutārkikāḥ || 2.88 ||

Vers 2.89

parokṣaṃ ko nu jānīte kasya kiṃ vā bhaviṣyati |
yadvā pratyakṣaphaladaṃ tadevottamadarśanam || 2.89 ||

Vers 2.90

kuladharmamimaṃ jñātvā mucyante sarvamānavāḥ |
iti matvā maheśāni mayā kaulaṃ vigarhitam || 2.90 ||

Vers 2.91

tvatkāruṇyavihīnānāṃ kulajñānavirodhinām |
paśunāmanabhijñānāṃ kuladharmo vigarhitaḥ || 2.91 ||

Vers 2.92

yasya janmāntare pāpakarmabandho'dhiko bhavet |
na tasya gurukāruṇyaṃ kulajñānañca jāyate || 2.92 ||

Vers 2.93

yathāndhā naiva paśyanti sūryaṃ sarvaprakāśakam |
tathā kulaṃ na jānanti tava māyāvimohitāḥ || 2.93 ||

Vers 2.94

śaivavaiṣṇavasaurādi darśanānyapi bhaktitaḥ |
bhajante mānavā nityaṃ vṛthāyāsaphalāni ca || 2.94 ||

Vers 2.95

vedaśāstrāgamaiḥ proktaṃ bhogamokṣaikasādhanam |
mūḍhā nindanti hā hanta matpriyaṃ tava darśanam || 2.95 ||

Vers 2.96

bhrāmitā hi mayā devi paśavaḥ śāstrakoṭiṣu |
kuladharma na jānanti vṛthā jñānābhimāninaḥ || 2.96 ||

Vers 2.97

paśuśāstrāṇi sarvāṇi mayaiva kathitāni hi |
mūrtyantarantu gatvaiva mohanāya durātmanām || 2.97 ||

Vers 2.98

mahāpāpavaśānnṛṇāṃ teṣu vāñchābhijāyate |
teṣāñca sadgatirnāsti kalpakoṭiśatairapi || 2.98 ||

Vers 2.99

preryamāṇo'pi pāpātmā kule naiva pravartate |
vāryamāṇo'pi puṇyātmā kulamevābhilamvate || 2.99 ||

Vers 2.100

kuladharmeṇa devatvaṃ devāḥ sampratipedire |
muniyogīśvarādyāśca susiddhiṃ paramāṃ gatāḥ || 2.100 ||

Vers 2.101

paśuvratādiniratāḥ sulabhā dāmbhikā bhuvi |
ye kaulameva sevante te mahānto'ti durlabhāḥ || 2.101 ||

Vers 2.102

mānavā bahavaḥ santi mithyātattvārthavedinaḥ |
durlabho'yaṃ maheśāni kulatattvaviśāradaḥ || 2.102 ||

Vers 2.103

yathā rogāturāḥ kecinmānavāḥ kulanāyike |
divyauṣadhaṃ na sevante mahāvyādhivināśanam || 2.103 ||

Vers 2.104

tadvyādhivardhanāpathyaṃ kurvanti hi kubheṣajam |
tathaiva janmamaraṇakṛtaṃ sāṃsārikīṃ kriyām || 2.104 ||

Vers 2.105

samācaranti satataṃ tvatkāruṇyavivarjitāḥ |
na bhajante kulaṃ dharmaṃ bhavabandhavimocanam || 2.105 ||

Vers 2.106

yathā cāraṇyajātāṃstu marīcādīn vaṇigjanān |
mohato mānavāḥ prītyā yācante kulanāyike || 2.106 ||

Vers 2.107

anarghyāṇi ca ratnāni na yācante hi kecana |
tathaiva paśuśāstrāṇi karmapāśaphalāni ca || 2.107 ||

Vers 2.108

iti pṛcchanti mūrkhāste tava māyāvimohitāḥ |
kuladharmaṃ na pṛcchanti bhuktimuktiphalapradam || 2.108 ||

Vers 2.109

kastūrīṃ kardamadhiyā karpūraṃ lavaṇecchayā |
śārkaraṃ śarkarābhrāntyā maṇiṃ kācamanīṣayā || 2.109 ||

Vers 2.110

yathādṛṣṭaṃ na manyante karasthamapi pāmarāḥ |
tathā kaulaṃ na jānanti tvatprasādavivarjitāḥ || 2.110 ||

Vers 2.111

aho mohasya māhātmyaṃ tvanmāyājanitasya ca |
kimajñānapi deveśi mohayedamarānapi || 2.111 ||

Vers 2.112

peyaṃ madyaṃ palaṃ khādyaṃ samālokya priyāmukham |
ityevācaraṇaṃ jāpyaṃ pariprāpyaṃ paramapadam || 2.112 ||

Vers 2.113

gurukāruṇyasaṃlabhyamīdṛśaṃ kuladarśanam |
tvadbhaktā eva jānanti netare bhuktimuktidam || 2.113 ||

Vers 2.114

gurūpadeśarahitā mahānta iti kecana |
mohayanti janān sarvān svayaṃ pūrvavimohitāḥ || 2.114 ||

Vers 2.115

durācāraparāḥ kecidvācayanti ca pāmarāḥ |
kathambhūto bhavet svāmī sevakāḥ syustathāvidhāḥ || 2.115 ||

Vers 2.116

bahavaḥ kaulikaṃ dharmaṃ mithyājñānaviḍambakāḥ |
svabuddhyā kalpayantītthaṃ pāramparyavivarjitāḥ || 2.116 ||

Vers 2.117

madyapānena manujo yadi siddhiṃ labheta vai |
madyapānaratāḥ sarve siddhiṃ gacchantu pāmarāḥ || 2.117 ||

Vers 2.118

māṃsabhakṣaṇamātreṇa yadi puṇyā gatirbhavet |
loke māṃsāśinaḥ sarve puṇyabhājo bhavanti hi || 2.118 ||

Vers 2.119

śaktisambhogamātreṇa yadi mokṣo bhavet vai |
sarve'pi jantavo loke muktāḥ syuḥ strīniṣevaṇāt || 2.119 ||

Vers 2.120

kulamārgo mahādevi na mayā ninditaḥ kvacit |
ācārarahitā ye'tra ninditāste na cetare || 2.120 ||

Vers 2.121

anyathā kaulike dharme ācāraḥ kathito mayā |
vicarantyanyathā devi mūḍhāḥ paṇḍitamāninaḥ || 2.121 ||

Vers 2.122

kṛpāṇadhārāgamanāt vyāghrakaṇṭhāvalambanāt |
bhujaṅgadhāraṇānnūnamaśakyaṃ kulavartanam || 2.122 ||

Vers 2.123

vṛthā pānantu deveśi surāpānaṃ taducyate |
tanmahāpātakaṃ jñeyaṃ vedādiṣu nirūpitam || 2.123 ||

Vers 2.124

anāghreyamanālokyamaspṛśyañcāpyapeyakam |
madyaṃ māṃsaṃ paśūnāntu kaulikānāṃ mahāphalam || 2.124 ||

Vers 2.125

amedhyāni dvijātīnāṃ madyānyekādaśaiva tu |
dvādaśantu mahāmadyaṃ sarveṣāmuttamottamam || 2.125 ||

Vers 2.126

surā vai malamannānāṃ pāpmā tu malamucyate |
tasmādbrāhmaṇarājanyau vaiśyaśca na surāṃ pibet || 2.126 ||

Vers 2.127

surādarśanamātreṇa kuryāt sūryāvalokanam |
tatsamāghrāṇamātreṇa prāṇāyāmatrayaṃ caret || 2.127 ||

Vers 2.128

ājānubhyāṃ bhavenmagno jale copavasedahaḥ |
ūrddhvaṃ nābhestrirātrantu madyasya sparśane vidhiḥ || 2.128 ||

Vers 2.129

surāpāne kāmakṛte jvalantīṃ tāṃ vinikṣipet |
mukhe tayā vinirdagdhe tataḥ śuddhimavāpnuyāt || 2.129 ||

Vers 2.130

madyasparśādidoṣasya prāyaścittavidhiḥ smṛtaḥ |
avidhānena yo hanyādātmārthaṃ prāṇinaḥ priye || 2.130 ||

Vers 2.131

nivasennarake ghore dināni paśuromabhiḥ |
sa mṛto'pi durācārastiryagyoniṣu jāyate || 2.131 ||

Vers 2.132

anumantā viśasitā nihantā krayavikrayī |
saṃskartā copahartā ca khāditā'ṣṭau ca ghātakāḥ || 2.132 ||

Vers 2.133

dhanairvikrayiko hanti khāditā copabhogataḥ |
ghātako vadha bandhābhyām ityeṣa trividho vadhaḥ || 2.133 ||

Vers 2.134

māṃsasandarśanaṃ kṛtvā surādarśanavaccaret |
tasmādavidhinā māṃsaṃ madyaṃ na sevate kvacit || 2.134 ||

Vers 2.135

vidhinā sevyate devi tarasā tvaṃ prasīdasi |
nāśayatyaparijñānāt satyameva varānane || 2.135 ||

Vers 2.136

tṛṇaṃ vāpyavidhānena chedayenna kadācana |
vidhinā gāṃ dvijaṃ vāpi hatvā pāpairna lipyate || 2.136 ||

Vers 2.137

bahunātra kimuktena sāramekaṃ śṛṇu priye |
jīvanmuktisukhopāyaṃ kulaśāstreṣu gopitam || 2.137 ||

Vers 2.138

yanmumukṣoḥ phalaṃ devi kanakasyeva saurabham |
kulajñe'pyūrdhvavikhyāte jñānaṃ tattadanuttamam || 2.138 ||

Vers 2.139

kulaśāstrāṇi sarvāṇi mayaivoktāni pārvati |
pramāṇāni na sandeho na hantavyāni hetubhiḥ || 2.139 ||

Vers 2.140

devatābhyaḥ pitṛbhyaśca madhu vātā ṛtāyate |
svādiṣṭhayā madiṣṭhayā kṣīraṃ sarpirmadhūdakam || 2.140 ||

Vers 2.141

hiraṇyapāvāḥ khādiśca abadhnan puruṣaṃ paśum |
dīkṣāmupeyādityādyāḥ pramāṇaṃ śrutayaḥ priye || 2.141 ||

Vers 2.142

ityetat kathitaṃ kiñcit kulamāhātmyamambike |
samāsena kulaśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 2.142 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
kulamāhātmyakathanaṃ nāma dvitīyollāsaḥ || 2 ||

3. Ullasa

atha tṛtīyollāsaḥ

Vers 3.1

śrīdevyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi sarvadharmottamottamam |
ūrdhvāmnāyañca tanmantraṃ māhātmyaṃ vada me prabho || 3.1 ||

Vers 3.2

śrīīśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa devatā suprasīdati || 3.2 ||

Vers 3.3

na kadācinmayā proktamitaḥ pūrvaṃ kuleśvari |
kathayāmi tava snehādūrdhvāmnāyaṃ śṛṇu priye || 3.3 ||

Vers 3.4

vedaśāstrapurāṇāni prakāśyāni kuleśvari |
śaivaśāktāgamāḥ sarve rahasyāḥ parikīrtitāḥ || 3.4 ||

Vers 3.5

rahasyātirahasyāni kulaśāstrāṇi pārvati |
rahasyātirahasyānāṃ rahasyamidamambike || 3.5 ||

Vers 3.6

ūrdhvāmnāyasya tattvaṃ hi pūrṇabrahmātmakaṃ param |
sugopitaṃ mayā yatnādidānīntu prakāśyate || 3.6 ||

Vers 3.7

mama pañcamukhebhyaśca pañcāmnāyāḥ samudgatāḥ |
pūrvaśca paścimaścaiva dakṣiṇaścottarastathā |
ūrdhvāmnāyaśca pañcaite mokṣamārgāḥ prakīrtitāḥ || 3.7 ||

Vers 3.8

āmnāyā bahavaḥ santi nordhvāmnāyena te samāḥ |
satyametadvarārohe nātra kāryā vicāraṇā || 3.8 ||

Vers 3.9

āmnāyā bahavo guptāścaturāmnāyabhedajāḥ |
asmiṃstantre samākhyātāḥ pūrvaṃ te kulanāyike || 3.9 ||

Vers 3.10

caturāmnāya vettāro bahavaḥ santi kāmini |
ūrdhvāmnāyasya tattvajñā viralā vīravandite || 3.10 ||

Vers 3.11

yāvantaḥ pāṃsavo bhūmestāvantaḥ samudīritāḥ |
ekaikāmnāyajā mantrā bhuktimuktiphalapradāḥ || 3.11 ||

Vers 3.12

upamantrāśca tāvantaḥ sāradāḥ samudīritāḥ |
mayaiva kathitāste tu lokānugrahakāṅkṣayā || 3.12 ||

Vers 3.13

sarveṣāmapi mantrāṇāṃ devatāstatphalapradāḥ |
āvayoraṃśasambhūtāḥ samuddiṣṭāḥ śucismite || 3.13 ||

Vers 3.14

sarvamantrānahaṃ vedmi nānyo jānāti kaścana |
matprasādena yaḥ kaścidvetti mānavakoṭiṣu || 3.14 ||

Vers 3.15

ekāmnāyañca yo vetti sa mukto nātra saṃśayaḥ |
kiṃ punaścaturāmnāyavettā sākṣācchivo bhavet || 3.15 ||

Vers 3.16

caturāmnāyavijñānādūrdhvāmnāyaḥ paraḥ priye |
tasmāttadeva jānīyād yadīcchet siddhimātmanaḥ || 3.16 ||

Vers 3.17

ūrdhvatvāt sarvadharmāṇāmūrdhvāmnāyaḥ praśasyate |
ūrdhvaṃ nayatyadhaḥsthañca ūrdhvāmnāya itīritaḥ || 3.17 ||

Vers 3.18

ūrdhvatattvāt kuleśāni dhvastasaṃsārasāgarāt |
ūrdhvalokaikasevyatvādūrdhvāmnāya iti smṛtaḥ || 3.18 ||

Vers 3.19

tasmāddeveśi jānīhi sākṣānmokṣaikasādhanam |
sarvāmnāyādhikaphalamūrdhvāmnāyaṃ parāt param || 3.19 ||

Vers 3.20

sarvalokeṣu sarvebhyo hyahaṃ pūjyo yathā priye |
āmnāyeṣu ca sarveṣu ūrdhvāmnāyastathā śive || 3.20 ||

Vers 3.21

devatānāṃ yathā viṣṇurjyotiṣāṃ bhāskaro yathā |
tīrthānāntu yathā kāśī svarnadī saritāṃ yathā || 3.21 ||

Vers 3.22

parvatānāṃ yathā merustarūṇāṃ candanaṃ yathā |
aśvamedhaḥ kratūnāñca pāṣāṇānāṃ yathā maṇiḥ || 3.22 ||

Vers 3.23

yathā rasānāṃ mādhuryaṃ dhātūnāṃ kāñcanaṃ yathā |
catuṣpadāṃ yathā dhenuryathā haṃsastu pakṣiṇām || 3.23 ||

Vers 3.24

āśramāṇāṃ yathā bhikṣurvarṇānāṃ brāhmaṇo yathā |
manuṣyāṇāṃ yathā rājā'vayavānāṃ yathā śiraḥ || 3.24 ||

Vers 3.25

āmodānāñca kastūrī yathā kāñcīpurī purām |
tathaiva sarvadharmāṇāmūrdhvāmnāyo'dhikaḥ priye || 3.25 ||

Vers 3.26

nānājanmārjitāpārapuṇyakarmaphalodayāt |
ūrdhvāmnāyaṃ vijānīyānnānyathā vīravandite || 3.26 ||

Vers 3.27

dhanyo manuṣyalakṣeṣu jānāti kuladarśanam |
teṣāṃ lakṣeṣu yaḥ kaścidūrdhvāmnāyaṃ pravetti ca || 3.27 ||

Vers 3.28

na vedairnāgamaiḥ śāstrairna purāṇaiḥ suvistaraiḥ |
na yajñairna tapobhirvā na tīrthavratakoṭibhiḥ || 3.28 ||

Vers 3.29

nānyairupāyairdeveśi mantrauṣadhipuraḥsaraiḥ |
āmnāyo jñāyate cordhvaḥ śrīmadgurumukhaṃ vinā || 3.29 ||

Vers 3.30

tamevānveṣayettatra sarvajñaṃ karuṇānidhim |
sarvalakṣaṇasampannam ūrdhvāmnāyārthakovidam |
tasmāddeveśi jānīyādūrdhvāmnāyaṃ kuleśvari || 3.30 ||

Vers 3.31

āmnāyaṃ yo naro devi vijānāti ca tattvataḥ |
labhate kāṅkṣitāṃ siddhiṃ satyaṃ satyaṃ varānane || 3.31 ||

Vers 3.32

ūrdhvāmnāyaṃ vijānāti yaḥ samyak śrīgurormukhāt |
śāstramārgeṇa sa naro jīvanmukto na saṃśayaḥ || 3.32 ||

Vers 3.33

āmnāyamīdṛśaṃ devi vijānāti ca tattvataḥ |
sa vandyaḥ sadguruḥ so'rcyaḥ sa daivajñaḥ sa māntrikaḥ |
sa sevyaḥ sa ca saṃstutyaḥ sa draṣṭavyaḥ sa sāttvikaḥ || 3.33 ||

Vers 3.34

sa vratī sa tapasvī ca so'nuṣṭhātā sa pūjakaḥ |
sa vedāgamaśāstrādisarvavidyāviśāradaḥ || 3.34 ||

Vers 3.35

sa ācāryaḥ sa matimān sa yatiḥ sa ca kaulikaḥ |
sa yajvā sa ca pūtātmā sa jāpī sa ca sādhakaḥ || 3.35 ||

Vers 3.36

sa yogī sa kṛtārthastu sa vīraḥ sa ca uttamaḥ |
sa puṇyātmā sa sarvajñaḥ sa muktaḥ sa śivaḥ priye || 3.36 ||

Vers 3.37

tatkulaṃ pāvanaṃ devi dhanyā tajjananī smṛtā |
tatpitā ca kṛtārthaḥ syānmuktāstatpitaraḥ priye |
puṇyāstadvaṃśajāḥ sarve pūtāstanmitrabāndhavāḥ || 3.37 ||

Vers 3.38

bahuneha kimuktena cordhvāmnāyaparasya ca |
smaraṇaṃ kīrtanaṃ vāpi darśanaṃ vandanaṃ tathā |
sambhāṣaṇañca kurute rājasūyādhikaṃ phalam || 3.38 ||

Vers 3.39

sa yatra vasate devi tatra śrīrvijayo bhavet |
anāmayaṃ subhikṣañca suvṛṣṭirnirupadravam || 3.39 ||

Vers 3.40

tasmād guruprasādena ūrdhvāmnāyaṃ narottamaḥ |
yo vetti tattvato devi sa me priyatamo bhavet || 3.40 ||

Vers 3.41

pūrvāmnāyaḥ sṛṣṭirūpaḥ sthitirūpaśca dakṣiṇaḥ |
saṃhāraḥ paścimo devi uttaro'nugraho bhavet || 3.41 ||

Vers 3.42

mantrayogaṃ viduḥ pūrvaṃ bhaktiyogañca dakṣiṇam |
paścimaṃ karmayogañca jñānayogaṃ tathottaram || 3.42 ||

Vers 3.43

pūrvāmnāyasya saṅketāścaturviṃśatirīritāḥ |
dakṣiṇāmnāyasaṅketāḥ pañcaviṃśatirīritāḥ || 3.43 ||

Vers 3.44

paścimāmnāyasaṅketāḥ dvātriṃśat samudāhṛtāḥ |
viduḥ ṣaṭtriṃśadāmnāye saṅketāḥ śrīmaduttare || 3.44 ||

Vers 3.45

ūrdhvāmnāyasya caitāni na santi kulanāyike |
sākṣācchivasvarūpatvānna kiñcit karma vidyate || 3.45 ||

Vers 3.46

ūrdhvāmnāyasya māhātmyamahaṃ vedmi na cāparaḥ |
matsnehāttvañca jānāsi satyametadvarānane || 3.46 ||

Vers 3.47

ūrdhvāmnāyasya māhātmyamiti te kathitaṃ mayā |
samāsena kuleśāni mantramāhātmyamucyate || 3.47 ||

Vers 3.48

itaḥ pūrvaṃ mayā noktaṃ yasya kasyāpi pārvati |
tadvadāmi tava snehācchṛṇu matprāṇavallabhe || 3.48 ||

Vers 3.49

śrīprāsādaparāmantramūrdhvāmnāyamadhiṣṭhitam |
āvayoḥ paramākāraṃ yo vetti sa svayaṃ śivaḥ || 3.49 ||

Vers 3.50

śivādikrimiparyantaṃ prāṇināṃ prāṇavartmanā |
niśvāsocchvāsarūpeṇa mantro'yaṃ vartate priye || 3.50 ||

Vers 3.51

anilena vinā megho yathākāśe na veṣṭate |
parāprāsādamantreṇa vinā lokastathā priye || 3.51 ||

Vers 3.52

parāprāsādamantreṇa syūtametaccarācaram |
abhinnaṃ tattvato devi tālavṛnte yathānilaḥ || 3.52 ||

Vers 3.53

bīje'ṅkurastile tailamagnāvuṣṇaṃ ravau prabhā |
candre jyotsnā'nalaḥ kāṣṭhe puṣpe gandho jale dravaḥ || 3.53 ||

Vers 3.54

śabde cārthaḥ śive śaktiḥ kṣīre sarpiḥ phale ruciḥ |
śarkarāyāñca mādhuryaṃ ghanasāre ca śītalam || 3.54 ||

Vers 3.55

nigrahānugraho mantre pratimāyāñca devatā |
darpaṇe pratibimbañca samīre calanaṃ yathā |
parāprāsādamantre'pi prapañco'yaṃ tathā sthitaḥ || 3.55 ||

Vers 3.56

vaṭabīje yathā vṛkṣaḥ sūkṣmarūpeṇa tiṣṭhati |
parāprāsādamantre'smin brahmāṇḍo'pi tathā sthitaḥ || 3.56 ||

Vers 3.57

supakveṣu padārtheṣu suraseṣu kuleśvari |
lavaṇena vinā svādu yathā bhokturna jāyate || 3.57 ||

Vers 3.58

parāprāsādamantreṇa ye vā mantrā na saṅgatāḥ |
te phalaṃ na prayacchanti mantraśaktivivarjitāḥ || 3.58 ||

Vers 3.59

śrīprāsādaparāmantro gopanīyaḥ prayatnataḥ || 3.59 ||

Vers 3.60

vicāryāhaṃ purāṇārthān darśanāmnāyabhedajān |
samagrān vedmyahaṃ mantrān śāstrāṇi vividhāni ca || 3.60 ||

Vers 3.61

sahasrākṣādayo devāḥ śāstreṣu vividheṣu ca |
bhramanti teṣu mūḍhāste tava māyāvimohitāḥ || 3.61 ||

Vers 3.62

jāyante ca mriyante ca saṃsārakleśabhāginaḥ |
śrīprāsādaparāmantraṃ na gāyantaḥ kuleśvari |
na labhante hi mokṣaṃ te tava māyāvimohitāḥ || 3.62 ||

Vers 3.63

madrūpe śrīgurau yasya dṛḍhā bhaktiḥ prajāyate |
śrīprāsādaparāmantraṃ sa jñātvā parimucyate || 3.63 ||

Vers 3.64

pūrvajanmasahasreṣu śaivādisamayodyatān |
caturāmnāyajān mantrān gurvājñāṃ yo bhajiṣyati || 3.64 ||

Vers 3.65

sa pāpakañcukānmuktaḥ śuddhātmā guruvatsalaḥ |
śrīprāsādaparāmantraṃ vijānāti na cānyathā || 3.65 ||

Vers 3.66

sabrahmāviṣṇurudrāśca śakrādisurapuṅgavāḥ |
vasurudrārkadikpālā manucandrādayaḥ priye || 3.66 ||

Vers 3.67

mārkaṇḍeyādimunayo vasiṣṭhādimunīśvarāḥ |
sanakādyāśca yogīśā jīvanmuktāḥ śukādayaḥ || 3.67 ||

Vers 3.68

yakṣakinnaragandharvāḥ siddhavidyādharādayaḥ |
śrīprāsādaparāmantraprabhavañcāmitaṃ phalam |
prāpya mantramimaṃ puṇyaṃ japantyadyāpi pārvati || 3.68 ||

Vers 3.69

sāmarthyaṃ pūjyatā vidyā tejaḥ saukhyamarogitā |
rājyaṃ svargañca mokṣañca parāprāsādajāpinaḥ || 3.69 ||

Vers 3.70

brahmendrarudraviṣṇūnāmapi dūrāyate padam |
sarvakarmavihīno'pi parāprāsādamantravit |
sukhena yāṃ gatiṃ yāti na tāṃ sarve'pi dhārmikāḥ || 3.70 ||

Vers 3.71

tasya cintāmaṇiḥ kāmadhenuḥ kalpatarurgṛhe |
kuberaḥ kiṅkaraḥ sākṣāt parāprāsādajāpinaḥ || 3.71 ||

Vers 3.72

yathā divyamaṇi sparśāllauho bhavati kāñcanam |
parāprāsādajāpācca paśuḥ paśupatirbhavet || 3.72 ||

Vers 3.73

śrīprāsādaparāmantraṃ yo vijānāti tattvataḥ |
sa māṃ tvāñca vijānāti cāvayorapyatipriyaḥ || 3.73 ||

Vers 3.74

parāprāsādamantrajñaḥ śvapaco'pi hi pārvati |
devatāsthāpane śaktaḥ pratimādau na saṃśayaḥ || 3.74 ||

Vers 3.75

mantramātrantu yo vetti parāprāsādasañjñakam |
śvapaco'pi hi mucyeta kiṃ punastadvidhānavit || 3.75 ||

Vers 3.76

parāprāsādamantrajño yat karoti yadicchati |
yadbrūte tanmaheśāni tapo dhyānaṃ japo bhavet || 3.76 ||

Vers 3.77

dīkṣāpūrvaṃ maheśāni pāramparyasamanvitam |
parāprāsādamantraṃ yo vetti so'haṃ na saṃśayaḥ || 3.77 ||

Vers 3.78

carācarasametāni bhuvanāni caturdaśa |
parāprāsādamantrajñadehe tiṣṭhanti nityaśaḥ || 3.78 ||

Vers 3.79

parāprāsādamantrajño yatra tiṣṭhati bhāmini |
divyakṣetraṃ samuddiṣṭaṃ samantāddaśayojanam || 3.79 ||

Vers 3.80

parāprāsādamantrārthatattvajñaṃ kulanāyike |
surāsurāśca vandante kiṃ punarmānavādayaḥ || 3.80 ||

Vers 3.81

parāprāsādamantrajño yatra tiṣṭhati pārvati |
siddhakṣetraṃ madīyaṃ vā munidevagaṇaiḥ saha || 3.81 ||

Vers 3.82

śaiva vaiṣṇavadaurgārkagāṇapatyendusambhavān |
sarvamantrān sa jānāti parāprāsādamantravit || 3.82 ||

Vers 3.83

śrīprāsādaparāmantro jihvāgre yasya vartate |
tasya darśanamātreṇa śvapaco'pi vimucyate || 3.83 ||

Vers 3.84

brāhmaṇo vā'ntyajo vāpi śucirvāpyaśuciḥ priye |
parāprāsādajāpī yaḥ sa mukto nātra saṃśayaḥ || 3.84 ||

Vers 3.85

gacchatastiṣṭhato vāpi jāgrataḥ svapato'pi vā |
parāprāsādamantro'yaṃ deveśi na ca niṣphalaḥ || 3.85 ||

Vers 3.86

cireṇaikaikaphaladā mantrāḥ santi sahasraśaḥ |
kuleśi mantrarājo'yaṃ śīghraṃ sarvaphalapradaḥ || 3.86 ||

Vers 3.87

parāprāsādamantro'yaṃ sarvamantrottamottamaḥ |
jñānato'jñānato vāpi bhajatāṃ kāmado manuḥ || 3.87 ||

Vers 3.88

śacīndrau rohiṇīcandrau svāhāgnī ca prabhāravī |
lakṣmīnārāyaṇau vāṇīdhātārau rātrivāsarau || 3.88 ||

Vers 3.89

agnīṣomau bindunādau devi prakṛtipūruṣau |
ādhārādheyanāmānau bhogamokṣau kuleśvari || 3.89 ||

Vers 3.90

prāṇāpānau ca vāgarthau priye vidhiniṣedhakau |
sukhaduḥkhādi yad dvandvaṃ dṛśyate śrūyate mayā |
sarvalokeṣu tat sarvamāvāmeva na saṃśayaḥ || 3.90 ||

Vers 3.91

puṃstrīrūpāṇi sarvāṇi cāvayoraṃśakāni hi |
parāprāsādamantro'yaṃ tasmāt sarvātmako bhavet || 3.91 ||

Vers 3.92

arūpaṃ bhāvanāgamyaṃ paraṃ brahma kuleśvari |
niṣkalaṃ nirmalaṃ nityaṃ nirguṇaṃ vyomasannibham || 3.92 ||

Vers 3.93

anantamavyayaṃ tattvaṃ manovācāmagocaram |
parāprāsādamantrārthasandhānāt samprakāśate || 3.93 ||

Vers 3.94

tasmānmantramidaṃ devi parāprāsādasañjñakam |
paratattvasvarūpatvāt saccidānandalakṣaṇāt || 3.94 ||

Vers 3.95

śivaśaktimayatvācca bhuktimuktipradānataḥ |
sakarmāpi ca niṣkarma saguṇañcāpi nirguṇam || 3.95 ||

Vers 3.96

śrīprāsādaparāmantraṃ sarvamantraśiromaṇi |
japan bhuktiñca muktiñca labhate nātra saṃśayaḥ || 3.96 ||

Vers 3.97

bahunātra kimuktena sarvasāraṃ śṛṇu priye |
śrīprāsādaparāmantrasamaṃ mantraṃ na vidyate || 3.97 ||

Vers 3.98

idameva paraṃ jñānamidameva paraṃ tapaḥ |
idameva paraṃ dhyānamidameva parārcanam || 3.98 ||

Vers 3.99

idameva parā dīkṣā idameva paro japaḥ |
idameva paraṃ tattvamidameva paraṃ vratam || 3.99 ||

Vers 3.100

idameva paro yajña idameva parāt param |
idameva paraṃ śreya idameva paraṃ phalam || 3.100 ||

Vers 3.101

idameva paraṃ brahma idameva parā gatiḥ |
idameva paraṃ guhyaṃ satyaṃ satyaṃ na saṃśayaḥ |
iti matvā manuvaraṃ tanniṣṭhaḥ syāt sadā priye || 3.101 ||

Vers 3.102

āgamoktena vidhinā kramapūjāpuraḥsaram |
śrīprāsādaparāmantraṃ śatamaṣṭottaraṃ japet |
mucyate brahmahatyādimahāpāpaiśca pañcabhiḥ || 3.102 ||

Vers 3.103

dviśataṃ yo japeddevi śrīprāsādaparāmanum |
caturaśītilakṣāṃśadhāraṇācaritairapi || 3.103 ||

Vers 3.104

svayonijāṅgacaritairasaṅkhyajananārjitaiḥ |
vārdhake yauvane bālye jāgratsvapnasuṣuptiṣu || 3.104 ||

Vers 3.105

karmaṇā manasā vācā jñānājñānakṛtairapi |
mahāpātakasaṅghaiśca hyupapātakakoṭibhiḥ |
mucyate nātra sandehaḥ satyametadvarānane || 3.105 ||

Vers 3.106

triśataṃ yo japeddevi śrīprāsādaparāmanum |
sarvakratuṣu yat puṇyaṃ sarvadāneṣu yat phalam || 3.106 ||

Vers 3.107

sarvavrateṣu yat puṇyaṃ sarvatīrtheṣu yat phalam |
tat phalaṃ labhate devi nātra kāryā vicāraṇā || 3.107 ||

Vers 3.108

catuḥśataṃ japed yastu śrīprāsādaparāmanum |
sadā tasya gṛhadvāre hyaṇimādyaṣṭasiddhayaḥ |
sevante nātra sandehaḥ sarvasiddhisamanvitāḥ || 3.108 ||

Vers 3.109

yad yanmano'bhilaṣitaṃ tattat prāpnotyasaṃśayaḥ |
dharmārthakāmamokṣāśca sākṣāttasya kare sthitāḥ || 3.109 ||

Vers 3.110

sālokyapramukhāṃ devi labhenmuktiṃ caturvidhām |
satyametanna sandehaḥ sādhakaḥ kulanāyike || 3.110 ||

Vers 3.111

japet pañcaśataṃ yastu śrīprāsādaparāmanum |
tatphalaṃ naiva śaknomi kathituṃ kulanāyike || 3.111 ||

Vers 3.112

tasmāt sarvaprayatnena sarvāvasthāsu sarvadā |
śrīprāsādaparāmantraṃ japed bhuktivimuktaye || 3.112 ||

Vers 3.113

nāsti gurvadhikaṃ tattvaṃ na śivādhikadaivatam |
na hi vedādhikā vidyā na kaulasamadarśanam || 3.113 ||

Vers 3.114

na kulādadhikaṃ jñānaṃ na jñānādadhikaṃ sukham |
nāṣṭāṅgādadhikā pūjā na hi mokṣādhikaṃ phalam |
idaṃ satyamidaṃ satyaṃ satyaṃ satyaṃ na saṃśayaḥ || 3.114 ||

Vers 3.115

śrīprāsādaparāmantramāhātmyamiha varṇitum |
na śaknomi varārohe kalpakoṭiśatairapi || 3.115 ||

Vers 3.116

girau sarṣapamātrantu sāgare vālukā yathā |
tathā ca mantramāhātmyaṃ kiñcitte kathitaṃ mayā || 3.116 ||

Vers 3.117

ūrdhvāmnāyasya māhātmyaṃ śrīprāsādaparāmanoḥ |
iti te kathitaṃ devi kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 3.117 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
śrīprāsādaparāmantrakathanaṃ nāma tṛtīyollāsaḥ || 3 ||

4. Ullasa

atha caturthollāsaḥ

Vers 4.1

śrīdevyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi śrīprāsādaparāmanum |
mantrarājaṃ vadeśāna nyāsadhyānādibhiḥ saha || 4.1 ||

Vers 4.2

śrīīśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa śivākāraḥ prajāyate || 4.2 ||

Vers 4.3

itaḥ pūrvaṃ mayā nokto mantro'yaṃ yasya kasyacit |
tava snehādvadāmyadya śṛṇu matprāṇavallabhe || 4.3 ||

Vers 4.4

anantacandrabhuvanamindubinduyugānvitaḥ |
śrīprāsādaparāmantro bhuktimuktiphalapradaḥ || 4.4 ||

Vers 4.5

parāprāsādamantrastu sādiruktaḥ kuleśvari |
prakāśānandarūpatvāt pratyakṣaphaladānataḥ || 4.5 ||

Vers 4.6

prasannacittavaśyatvāt prasiddhārthanirūpaṇāt |
prāktanāghapraśamanāt prapannārtivināśanāt |
prasādakaraṇācchīghraṃ prāsādamanurīritaḥ || 4.6 ||

Vers 4.7

paratattvasvarūpatvāt paramātmaprakāśanāt |
paramānandajananāt paradharmanidarśanāt || 4.7 ||

Vers 4.8

parokṣaphaladānācca paramaiśvaryakāraṇāt |
paratvāt sarvamantrāṇāṃ parāmantra itīritaḥ || 4.8 ||

Vers 4.9

kulamantramidaṃ devi nyāsaṃ śṛṇu vadāmi te |
ādau prātaḥ samutthāya gurudevānucintanam || 4.9 ||

Vers 4.10

kandamūle manaḥ kṛtvā kuryādviṇmūtramocanam |
śaucāsyaśodhanaṃ snānaṃ sandhyātarpaṇamācaret || 4.10 ||

Vers 4.11

ekānte dvārayajanaṃ vighnatrayanivāraṇam |
pūjāsthānapraveśaśca tathāsanopaveśanam || 4.11 ||

Vers 4.12

devīpūjāgṛhadhyānaṃ śivādiguruvandanam |
āsanaṃ gaṇapakṣetrapālavandanamīśvari || 4.12 ||

Vers 4.13

pādukāsmaraṇañcaiva dinanāthārcanaṃ priye |
karāṅgaśodhanaṃ prāṇāyāmaḥ svabrahmarandhrake || 4.13 ||

Vers 4.14

digbandhanañcāṅgayugmaṃ vidhiyuktāñca mātṛkām |
daśaprakārabhūtākhyāṃ lipiṃ kamaṭhasañjñakām || 4.14 ||

Vers 4.15

ṛṣirasya paraḥ śambhuśchandaścāvyaktapūrvikā |
gāyatrī devatā cātra sarvamantreśvarī parā || 4.15 ||

Vers 4.16

dīrghatrayayutaṃ mūlaṃ bījaṃ śaktiśca kīlakam |
ṣaḍdīrghayuktamūlabījena ṣaḍaṅgāni ca pārvati || 4.16 ||

Vers 4.17

īśatatpuruṣāghorasadyojātātmanastathā |
pañcāṅguliṣu vinyasya mūrtiṃ vaktreṣu vinyaset || 4.17 ||

Vers 4.18

pañcasu brahmaṇi tathaivāṅgavinyāsamācaret |
ādhāraśaktimārabhya pīṭhamantrāntamambike || 4.18 ||

Vers 4.19

alpaṣoḍhāṃ kuleśāni kuryāt pūrvoktavartmanā |
mahāṣoḍhāhvayaṃ nyāsaṃ tataḥ kuryāt samāhitaḥ |
vakṣyamāṇena vidhinā devatābhāvasiddhaye || 4.19 ||

Vers 4.20

yasya kasyāpi naivoktaṃ tava snehādvadāmyaham |
prapañco bhuvanaṃ mūrtirmantradevatamātaraḥ |
mahāṣoḍhāhvayo nyāsaḥ sarvanyāsottamottamaḥ || 4.20 ||

Vers 4.21

tatrādau parameśāni prapañcanyāsa ucyate |
prapañcadvīpajaladhigiripattanapīṭhakāḥ || 4.21 ||

Vers 4.22

kṣetraṃ vanāśramaguhānadīcatvarakodbhidaḥ |
svedāṇḍajajarāyujā ityuktāste hi ṣoḍaśa || 4.22 ||

Vers 4.23

śrīrmāyā kamalā viṣṇuvallabhā padmadhāriṇī |
samudratanayā lokamātā kamalavāsinī || 4.23 ||

Vers 4.24

indirā mā ramā padmā tathā nārāyaṇapriyā |
siddhalakṣmī rājalakṣmīrmahālakṣmīritīritāḥ |
śaktayastu prapañcānāṃ svarāṇāmadhidevatāḥ || 4.24 ||

Vers 4.25

lavastruṭiḥ kalā kāṣṭhā nimeṣaḥ śvāsa eva hi |
ghaṭikā ca muhūrtaśca praharo divasastathā || 4.25 ||

Vers 4.26

sandhyā rātristithiścaiva vāro nakṣatrameva ca |
yogaśca karaṇaṃ pakṣau māso rāśirṛtustathā || 4.26 ||

Vers 4.27

ayanaṃ vatsarayugapralayāḥ pañcaviṃśatiḥ |
eteṣāṃ sthānaniyamo hṛdayāntaḥ samīritaḥ || 4.27 ||

Vers 4.28

āryomā caṇḍikā durgā śivā'parṇā'mbikā satī |
īśvarī śāmbhavīśānī pārvatī sarvamaṅgalā || 4.28 ||

Vers 4.29

dākṣāyaṇī haimavatī mahāmāyā maheśvarī |
mṛḍānī caiva rudrāṇī sarvāṇī parameśvarī || 4.29 ||

Vers 4.30

kālī kātyāyanī gaurī bhavānīti samīritā |
śaktayaḥ syurlavādīnāṃ sparśānāmadhidevatāḥ |
etāsāṃ sthānaniyamo hṛdayāntaḥ samīritaḥ || 4.30 ||

Vers 4.31

pañcabhūtāni tanmātraṃ jñānakarmendriyāṇi ca |
guṇāntaḥkaraṇāvasthā dhyāyeddoṣān daśānilān || 4.31 ||

Vers 4.32

brāhmī vāgīśvarī vāṇī sāvitrī ca sarasvatī |
gāyatrī vākpradā paścāt śāradā bhāratī priye |
vidyātmikā pañcabhūtavyāpakānāmadhīśvarāḥ || 4.32 ||

Vers 4.33

vāgbhavaṃ bhuvaneśīñca lakṣmībījaṃ tritārakam |
tritāramūlavidyānte mātṛkākṣarataḥ param || 4.33 ||

Vers 4.34

vadet prapañcarūpāyai śriyai nama iti kramāt |
prapañcādibhirāyojya varṇān śaktīrniyojayet |
mātṛkānyāsasamproktasthāneṣvevaṃ nyaset priye || 4.34 ||

Vers 4.35

tritāramūlasakalaprapañcādi svarūpataḥ |
āyai parāmbādevyainama uktvā vyāpakaṃ nyaset || 4.35 ||

Vers 4.36

prapañcanyāsa eva syād bhuvananyāsa ucyate |
tritāramūlamantrānte aṃ āṃ iṃ atalaṃ vadet || 4.36 ||

Vers 4.37

lokañca nilayañcaiva śatakoṭipadaṃ tataḥ |
guhyādyā yoginī mūlaṅeyutantu vadet priye || 4.37 ||

Vers 4.38

vadedādhāraśaktyambādevyai ca pādayornyaset |
īṃ uṃ ūṃ vitalaṃ guhyataraṃ cānantasañjñakam |
śeṣañca pūrvavat procya gulphayordevi vinyaset || 4.38 ||

Vers 4.39

ṛṃ ṝṃ ḷṃ sutalañcātiguhyaṃ cācintyasañjñakam |
śeṣañca pūrvavat procya jaṅghayorvinyaset priye || 4.39 ||

Vers 4.40

ḹṃ eṃ aiṃ mahātalañca mahāguhyaṃ padaṃ tataḥ |
śeṣañca pūrvavat procya devi jānvoḥ pravinyaset || 4.40 ||

Vers 4.41

oṃ auṃ talātalaṃ devi paraṃ guhyābhidhānakam |
śeṣañca pūrvavat procya ūrvordeveśi vinyaset || 4.41 ||

Vers 4.42

aṃ aḥ rasātalañcaiva rahasyaṃ jñānasañjñakam |
śeṣañca pūrvavat procya guhyadeśe pravinyaset || 4.42 ||

Vers 4.43

kavargeṇāpi pātālaṃ loketi nilayeti ca |
śeṣañca pūrvavat procya mūlādhāre tu vinyaset || 4.43 ||

Vers 4.44

cavargaṃ bhūtalañceti rahasyaṃ ḍākinīmapi |
śeṣañca pūrvavat procya svādhiṣṭhāne nyaset priye || 4.44 ||

Vers 4.45

ṭavargeṇa bhuvo lokaṃ rahasyaṃ rākiṇīmapi |
śeṣañca pūrvavat procya nābhau ca vinyaset priye || 4.45 ||

Vers 4.46

tavargaṃ svaśca paramarahasyaṃ lākinīmapi |
śeṣañca pūrvavat procya hṛdaye vinyaset priye || 4.46 ||

Vers 4.47

pavargañca maharlokaṃ rahasyaṃ kākinīmapi |
śeṣañca pūrvavat procya tālumūle nyaset priye || 4.47 ||

Vers 4.48

yavargañca jano guptatarañca śākinīmapi |
śeṣañca pūrvavat procya ājñāyāñca nyaset priye || 4.48 ||

Vers 4.49

śavargañca tapaścātiguhyañca hākinīmapi |
śeṣañca pūrvavat procya lalāṭe vinyaset priye || 4.49 ||

Vers 4.50

laṃ kṣaṃ satyaṃ mahāguhyaṃ yakṣiṇīmapi ca priye |
śeṣañca pūrvavat procya brahmarandhre ca vinyaset || 4.50 ||

Vers 4.51

tritāramūlamantrānte caturdaśabhuvaṃ vadet |
nādhipāyai śrīparāyai devyai ca vyāpakaṃ nyaset || 4.51 ||

Vers 4.52

kṛtvaivaṃ bhuvananyāsaṃ mūrtinyāsamathācaret |
keśavanārāyaṇamādhavagovindaviṣṇavaḥ || 4.52 ||

Vers 4.53

madhusūdanasañjñaśca syāttrivikramavāmanau |
śrīdharaśca hṛṣīkeśaḥ padmanābho dāmodaraḥ |
vāsudevaḥ saṅkarṣaṇaḥ pradyumnaścāniruddhakaḥ || 4.53 ||

Vers 4.54

akṣolekendrāṇī ceśānī cogrordhvanayanā tathā |
ṛddhiśca rūpiṇī lūkā lūnadoṣaikanāyikā || 4.54 ||

Vers 4.55

aiṅkāriṇī caughavatī sarvakāmāñjanaprabhā |
asthimālādharā ceti samproktāḥ svaradevatāḥ || 4.55 ||

Vers 4.56

bhavaḥ śarvo'tha rudraśca paśupatiścogra eva ca |
mahādevastathā bhīma īśastatpuruṣāhvayaḥ ||
aghorasadyojātau ca vāmadeva itīritāḥ || 4.56 ||

Vers 4.57

karabhadrā khagacalā garimādiphalapradā |
ghaṇṭādharogranayanā candradhartrī tataḥ param |
chandomayī jagatsthānā jvalattārā tataḥ param || 4.57 ||

Vers 4.58

jñānadā ca ṭaṅkadharā dhṛtirdvādaśa īritāḥ |
kabhādīnāṃ ṭhaḍāntānāṃ varṇānāṃ devatāstvimāḥ || 4.58 ||

Vers 4.59

brahmā prajāpatirvedhāḥ parameṣṭhī pitāmahaḥ |
vidhātā ca viriñciśca sraṣṭā ca caturānanaḥ ||
hiraṇyagarbha ityuktāḥ kramād brahmādayo daśa || 4.59 ||

Vers 4.60

yakṣiṇī rañjinī lakṣmīvajriṇī śaśidhāriṇī |
ṣaḍādhāralayā sarvanāyikā hasitānanā |
lalitā ca kṣamā ceti proktā yādyarṇadevatāḥ || 4.60 ||

Vers 4.61

tritāramūlamantrānte svarān viṣṇūn saśaktikān |
caturthyā namasā yuktān mastake cānane nyaset || 4.61 ||

Vers 4.62

saskandhapārśvakaṭyūru jānujaṅghāpadeṣu ca |
dakṣādivāmaparyantaṃ vinyaset parameśvari || 4.62 ||

Vers 4.63

kabhādyarṇayutān mantrī bhavādīn śaktisaṃyutān |
pādapārśvabāhukaṇṭhapañcavaktreṣu vinyaset |
daśādhāreṣu brahmādīn yādi śaktiyutānnyaset || 4.63 ||

Vers 4.64

tritāramūlamantrānte śrītrimūrtyambikāṃ vadet |
āyai parāmbādevyai ca namasā vyāpakaṃ nyaset |
mūrtinyāsaṃ vidhāyetthaṃ mantranyāsaṃ samācaret || 4.64 ||

Vers 4.65

tritāramūlam aṃ āṃ iṃ ekalakṣañca koṭi ca |
bhedaśca praṇavādyekākṣarātmākhilamantrataḥ || 4.65 ||

Vers 4.66

tato'dhidevatāyai syāt sakalañca phalapradām |
āyai tathaikakūṭeśvaryambādevyai namo vadet || 4.66 ||

Vers 4.67

īṃ uṃ ūṃ ādi haṃsādi dvikūṭaṃ pūrvavat param |
ṛṃ ṝṃ ḷṃ ādi vahnyādi trikūṭaṃ pūrvavat param || 4.67 ||

Vers 4.68

ḹṃ eṃ aiṃ caturlakṣaṃ candrādi pūrvavat param |
oṃ auṃ aṃ aḥ pañcalakṣaṃ sūryādi pūrvavat param || 4.68 ||

Vers 4.69

kaṃ khaṃ gaṃ caiva ṣaḍlakṣaṃ skandādi pūrvavat param |
ghaṃ ṅaṃ caṃ saptalakṣaṃ gaṇeśādi pūrvavat param || 4.69 ||

Vers 4.70

chaṃ jaṃ jhaṃ aṣṭalakṣaṃ vaṭukādi pūrvavat param |
ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ navalakṣañca brahmādi pūrvavat param || 4.70 ||

Vers 4.71

ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ daśalakṣañca viṣṇvādi pūrvavat param |
taṃ thaṃ daṃ ekādaśalakṣaṃ rudrādi pūrvavat param || 4.71 ||

Vers 4.72

dhaṃ naṃ paṃ dvādaśalakṣaṃ vāṇyādi pūrvavat param |
phaṃ baṃ bhaṃ trayodaśalakṣaṃ lakṣmyādi pūrvavat param || 4.72 ||

Vers 4.73

maṃ yaṃ raṃ caturdaśalakṣaṃ gauryādi pūrvavat param |
laṃ vaṃ śaṃ pañcadaśalakṣaṃ durgādi pūrvavat param |
ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ ṣoḍaśalakṣaṃ tripurādi ca ṣoḍaśā || 4.73 ||

Vers 4.74

akṣarātmā khilamantrādhidevatāyai sakalaṃ tataḥ |
tathā phalapradāyai ca ṣoḍaśa kūṭeśvarī punaḥ || 4.74 ||

Vers 4.75

ambādevyai namaḥ prokto mantranyāso maheśvari |
ādhāraliṅgayornābhihṛtkaṇṭhe netrayorapi || 4.75 ||

Vers 4.76

nibodhikāyāmardhendau bindau caiva kalāpade |
unmanyāṃ viṣṇuvaktre ca nāde nādānta eva ca |
dhruvamaṇḍaladeśe ca vinyaset kulanāyike || 4.76 ||

Vers 4.77

tritāramūlamantrānte sarvamantrātmikāpadam |
āyai parāmbādevyai ca hṛdaye vyāpakaṃ nyaset || 4.77 ||

Vers 4.78

mantranyāsaṃ vidhāyetthaṃ daivatanyāsamācaret |
tritāramūlamantrānte aṃ āṃ sahasrakoṭi ca || 4.78 ||

Vers 4.79

yoginīkulaśabdānte sevitāyai padaṃ vadet |
nivṛttyambāpadaṃ devyai nama ityuccaret priye || 4.79 ||

Vers 4.80

iṃ īṃ yoginīpratiṣṭhāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
uṃ ūṃ tapasvi vidyāñca śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.80 ||

Vers 4.81

ṛṃ ṝṃ śāntaṃ tathā śāntiṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
ḷṃ ḹṃ muniṃ śāntyatītāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.81 ||

Vers 4.82

eṃ aiṃ devañca hṛllekhāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
oṃ auṃ rākṣasaśabdānte gaganāṃ pūrvavat param |
aṃ aḥ vidyādharaṃ raktāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.82 ||

Vers 4.83

kaṃ khaṃ siddhimahocchuṣmāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
gaṃ ghaṃ sādhyakarālāñca śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.83 ||

Vers 4.84

ṅaṃ caṃ sāpsarasaṃ jayāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
chaṃ jaṃ gandharvavijayāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.84 ||

Vers 4.85

jhaṃ ñaṃ guhyakaśabdānte ajitāṃ śeṣaṃ pūrvavat param |
ṭaṃ ṭhaṃ yakṣāparājitāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.85 ||

Vers 4.86

ḍaṃ ḍhaṃ kinnaravāmāñca śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
ṇaṃ taṃ pannagajyeṣṭhāñca śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.86 ||

Vers 4.87

thaṃ daṃ ca pitṛraudrāmbāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
dhaṃ naṃ gaṇeśamāyāñca śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.87 ||

Vers 4.88

paṃ phaṃ bhairavaśabdānte kuṇḍalīṃ pūrvavat param |
baṃ bhaṃ vaṭuka kālīñca śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.88 ||

Vers 4.89

maṃ yaṃ kṣetreśaśabdānte kālarātriñca pūrvavat |
raṃ laṃ pramathabhagavatīṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.89 ||

Vers 4.90

vaṃ śaṃ brahmasarveśvarīṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
ṣaṃ saṃ viṣṇuñca sarvajñāṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.90 ||

Vers 4.91

haṃ laṃ rudrasarvakartrīṃ śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
kṣaṃ carācaraśaktiñca śeṣaṃ pūrvavaduccaret || 4.91 ||

Vers 4.92

aṅguṣṭhagulphajaṅghāsu jānūrukaṭipārśvake |
stanakakṣa karaskandhakarṇamūrdhasvapi kramāt || 4.92 ||

Vers 4.93

dakṣabhāgādivāmāntaṃ vinyaset kulanāyike |
tritāramūlamantrānte sarvadevātmikāṃ padam || 4.93 ||

Vers 4.94

āyai parāmbādevyai ca hṛdaye vyāpakaṃ nyaset |
devanyāsaṃ vidhāyetthaṃ mātṛkānyāsamācaret || 4.94 ||

Vers 4.95

tritāramūlamantrānte kavargānantakoṭibhū |
carīkulasevitāyai āṃ kṣāṃ hi maṅgalāpadam || 4.95 ||

Vers 4.96

ambādevyai namo brūyādāṃ kṣāṃ brahmāṇyataḥ param |
ambādevyai tato'nantakoṭibhūtaṃ kulaṃ vadet || 4.96 ||

Vers 4.97

sahitāyai tato maṅgalanāthāya aṃ kṣaṃ vadet |
aṃ kṣam asitāṅgabhairavanāthāya nama uccaret || 4.97 ||

Vers 4.98

cavargaṃ khecarīm īṃ lāṃ carcikāñca maheśvarīm |
vetālam iṃ laṃ carcikaṃ ruruṃ śeṣañca pūrvavat || 4.98 ||

Vers 4.99

ṭavargaṃ pātālacarīm ūṃ hāṃ yogeśvarīṃ vadet |
kaumārīñca piśācañca uṃ haṃ yogeśacaṇḍakau || 4.99 ||

Vers 4.100

tavargaṃ dikcarīṃ ṝṃ sāṃ harasiddhāñca vaiṣṇavīm |
apasmāram ṛṃ saṃ harasiddhakrodhādipūrvavat || 4.100 ||

Vers 4.101

pavargaṃ sahacarīṃ ḹṃ ṣāṃ bhaṭṭi vārāhyataḥ param |
brahmarākṣasakaṃ ḷṃ ṣaṃ bhaṭṭonmattādi pūrvavat || 4.101 ||

Vers 4.102

yavargaṃ syādgiricarīṃ aiṃ śāṃ kilakileti ca |
indrāṇīṃ ceṭakam eṃ śaṃ kiliḥ kāpālikastathā || 4.102 ||

Vers 4.103

śavargaṃ syāt vanacarīm auṃ vāṃ kālādirātri ca |
cāmuṇḍāṃ pretaṃ oṃ vaṃ ca kālarātriśca bhīṣaṇaḥ || 4.103 ||

Vers 4.104

laṃ kṣaṃ jalacarīm aḥ lāṃ vadet paścācca bhīṣaṇām |
mahālakṣmīṃ śākinīśca aṃ laṃ paścācca bhīṣaṇam || 4.104 ||

Vers 4.105

saṃhārabhairavañcaiva śeṣaṃ pūrvavaduccaret |
mūlādhāraliṅganābhiṣvanāhataviśuddhayoḥ || 4.105 ||

Vers 4.106

ājñābhāla talabrahmarandhreṣvevaṃ pravinyaset |
tritāramūlamantrānte mātṛbhairavaśabdataḥ || 4.106 ||

Vers 4.107

adhipāyai parāmbā devyai namo vyāpakaṃ nyaset |
mātṛnyāsaṃ maheśāni kuryādevaṃ samāhitaḥ || 4.107 ||

Vers 4.108

evaṃ nyastatanurdevi dhyāyeddevamananyadhīḥ |
amṛtārṇavamadhyodyanmaṇidvīpe suśobhite || 4.108 ||

Vers 4.109

kalpavṛkṣavanāntaḥsthamaṇi māṇikyamaṇḍape |
navaratnamayaśrīmatsiṃhāsanagate'mbuje || 4.109 ||

Vers 4.110

trikoṇāntaḥsamāsīnaṃ candrasūryāyutaprabham |
ardhāmbikāsamāyuktaṃ pravibhaktavibhūṣaṇam || 4.110 ||

Vers 4.111

koṭikandarpalāvaṇyaṃ sadā ṣoḍaśavārṣikam |
mandasmitamukhāmbhojaṃ trinetraṃ candraśekharam || 4.111 ||

Vers 4.112

divyāmbarasragālepaṃ divyābharaṇabhūṣitam |
pānapātrañca cinmudrāṃ triśūlaṃ pustakaṃ karaiḥ || 4.112 ||

Vers 4.113

vidyāsaṃsiddhiṃ bibhrāṇaṃ sadānandamukhekṣaṇam |
mahāṣoḍhoditāśeṣadevatāgaṇasevitam || 4.113 ||

Vers 4.114

evaṃ cittāmbuje dhyāyedardhanārīśvaraṃ śivam |
puṃrūpaṃ vā smareddevi strīrūpaṃ vā vicintayet || 4.114 ||

Vers 4.115

athavā niṣkalaṃ dhyāyet saccidānandalakṣaṇam |
sarvatejomayaṃ devi sacarācaravigraham || 4.115 ||

Vers 4.116

tataḥ sandarśayenmudrādaśakaṃ parameśvari |
yoni liṅgañca surabhi hetimudrācatuṣṭayam || 4.116 ||

Vers 4.117

vanamālāṃ mahāmudrāṃ nabhomudrāmiti kramāt |
yathāśakti mantramūlaṃ japet śrīpādukāmapi |
mūrdhni sañcintayeddevi śrīguruṃ śivarūpiṇam || 4.117 ||

Vers 4.118

sahasradalapaṅkaje sakalaśītaraśmiprabham
varābhayakarāmbujaṃ vimalagandhapuṣpāmbaram |
prasannavadanekṣaṇaṃ sakaladevatārūpiṇam
smaret śirasi haṃsagaṃ tadabhidhānapūrvaṃ gurum || 4.118 ||

Vers 4.119

evaṃ nyāse kṛte devi sākṣāt paraśivo bhavet |
mantrī naivātra sandeho nigrahānugrahakṣamaḥ || 4.119 ||

Vers 4.120

mahāṣoḍhāhvayaṃ nyāsaṃ yaḥ karoti dine dine |
devāḥ sarve namasyanti taṃ namāmi na saṃśayaḥ || 4.120 ||

Vers 4.121

mahāṣoḍhāhvayaṃ nyāsaṃ karoti yatra pārvati |
divyakṣetraṃ samuddiṣṭaṃ samantāddaśayojanam || 4.121 ||

Vers 4.122

kṛtvā nyāsamimaṃ devi yatra gacchati mānavaḥ |
tatra syādvijayo lābhaḥ sammānaḥ pauruṣaṃ priye || 4.122 ||

Vers 4.123

mahāṣoḍhākṛtanyāsastena yo vandyate śive |
ṣaṇmāsānmṛtyumāpnoti yadi trātā śivaḥ svayam || 4.123 ||

Vers 4.124

vajrapañjaranāmānametaṃ nyāsaṃ karoti yaḥ |
divyantarīkṣabhūśailajalāraṇyanivāsinaḥ || 4.124 ||

Vers 4.125

pracaṇḍabhūtavetāladevarakṣograhādayaḥ |
bhayagrastena manasā nekṣante taṃ kuleśvari || 4.125 ||

Vers 4.126

mahāṣoḍhākṛtanyāsaṃ brahmāviṣṇuśivādayaḥ |
devāḥ sarve namasyanti ṛṣayo'pi munīśvarāḥ || 4.126 ||

Vers 4.127

bahunoktena kiṃ devi nyāsametaṃ mama priyam |
nāputrāya vadeddevi nāśiṣyāya prakāśayet || 4.127 ||

Vers 4.128

ājñāsiddhimavāpnoti tasmānnyāsaṃ samācaret |
asmāt paratarā rakṣā devatābhāvasiddhidā |
loke nāsti na sandehaḥ satyaṃ satyaṃ varānane || 4.128 ||

Vers 4.129

ūrdhvāmnāyapraveśaśca parāprāsādacintanam |
mahāṣoḍhāparijñānaṃ nālpasya tapasaḥ phalam || 4.129 ||

Vers 4.130

iti te kathitaṃ devi mantroddhārādikaṃ priye |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 4.130 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
māhāṣoḍhākathanaṃ nāma caturthollāsaḥ || 4 ||

5. Ullasa

atha pañcamollāsaḥ

Vers 5.1

śrīdevyuvāca
kuleśādhārapātrāṇāṃ piśitānāñca lakṣaṇam |
kuladravyasya nirmāṇaṃ bhedaṃ māhātmyameva ca || 5.1 ||

Vers 5.2

avidhānena yat pāpaṃ savidhānena yat phalam |
tat sarvaṃ śrotumicchāmi vada me karuṇānidhe || 5.2 ||

Vers 5.3

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa tridaśaiḥ samatāṃ vrajet || 5.3 ||

Vers 5.4

ādhāreṇa vinā bhraṃśo na ca tṛpyanti mātaraḥ |
tasmādvidhivadādhāraṃ kalpayet kulanāyike || 5.4 ||

Vers 5.5

ādhāraṃ tripadaṃ prāhuḥ ṣaṭpadaṃ vā catuṣpadam |
athavā vartulākāraṃ kuryāddevi manoharam || 5.5 ||

Vers 5.6

svarṇaraupyaśilākūrmakapālālābumṛṇmayam |
nārikelaśaṅkhatāmramuktāśuktisamudbhavam || 5.6 ||

Vers 5.7

puṇyavṛkṣa samudbhūtaṃ pātraṃ kuryādvicakṣaṇaḥ |
atisūkṣmamatisthūlaṃ chinnaṃ bhinnañca varjayet || 5.7 ||

Vers 5.8

suvarṇaraupyatāmrāṇi sarvasiddhakarāṇi ca |
śāntike ca śilāpātraṃ stambhane caiva mṛṇmayam || 5.8 ||

Vers 5.9

nārikelañca vaśye syādabhicāre ca kūrmajam |
śaṅgaṃ jñānapradaṃ śuktirdevīprītipradāyinī || 5.9 ||

Vers 5.10

kapālālābupātrāṇi yogasiddhikarāṇi ca |
puṇyavṛkṣaja pātrāṇi sarvapāpaharāṇi ca |
ukteṣveteṣu deveśi pātramekaṃ prakalpayet || 5.10 ||

Vers 5.11

kuladravyaṃ pravakṣyāmi śṛṇu devi samāhitā |
ambhasāṃ dvādaśaprasthaṃ prasthārdhaṃ takrameva ca || 5.11 ||

Vers 5.12

taṇḍulānāṃ catuḥprasthaṃ dviprasthañca tathāndhasām |
muṣṭimātrāṅkuraiḥ sārdham ekasmin yojayed ghaṭe || 5.12 ||

Vers 5.13

śītādirahite sthāne sthāpayeddivasadvayam |
tasmādagniṃ samāropya jambālasadṛśaṃ pacet || 5.13 ||

Vers 5.14

avaropya punaḥ śītāmavasthāṃ prāpayettataḥ |
pādonaprasthakaiḥ piṣṭvā hastābhyāṃ melayet sudhīḥ || 5.14 ||

Vers 5.15

prasthārdhān taṇḍulān vāpyaparedyustat samuddharet |
samyak sammadye takreṇa pākamāloḍya melayet |
eṣā paiṣṭīti vikhyātā pūjitā devadānavaiḥ || 5.15 ||

Vers 5.16

gauḍī ca śvetabarburajambutvaksadhitāmbhasām |
daśaprasthaṃ kuleśāni dhātakīkusumaṃ śubham || 5.16 ||

Vers 5.17

nārikelaprasūnaṃ vā caikaprasthaṃ vinikṣipet |
harītakī cākṣaphalaṃ vasuniṣkapramāṇataḥ || 5.17 ||

Vers 5.18

vahniṃ trikaṭukañcāpi niṣkamārdhaṃ kṣipet pṛthak |
aśītiguḍasammiśramekasmin yojayed ghaṭe || 5.18 ||

Vers 5.19

kareṇa bhrāmayet samyaganulomavilomataḥ |
aṣṭottaraśatāvṛttyā trisandhyaṃ prativāsaram || 5.19 ||

Vers 5.20

dvādaśāhena pākaḥ syāt pālayettattrayodaśe |
eṣā gauḍīti kathitā śivasāyujyahetukī || 5.20 ||

Vers 5.21

dviguṇaṃ makarandasya vāri saṃyojayed ghaṭe |
dvādaśāhena pākaḥ syāccheṣamanyat puroktavat |
eṣā mādhvī samuddiṣṭā devatāprītikāriṇī || 5.21 ||

Vers 5.22

ekā śuṇṭhī dvivahniśca marīcatritayaṃ tathā |
dhātakī ca catuṣkaṃ syāt pañca puṣpāṇi ṣaṇmadhu || 5.22 ||

Vers 5.23

aśītiguḍasammiśraṃ śeṣamanyat puroktavat |
idaṃ manoharaṃ dravyaṃ yoginīpānamuttamam || 5.23 ||

Vers 5.24

sārdhendupalakaṃ daghno māhiṣaṃ prasthamātrakam |
mocāpakvaśatañcāpi yogo'yaṃ madirā śubhā || 5.24 ||

Vers 5.25

taṃ melayitvā saṃyojya sāndge vaṃśapuṭe pacet |
catvāriṃśaddinānyaṣṭau paṅke paṅkajasambhave || 5.25 ||

Vers 5.26

nidhāyoddhṛtya kiraṇaiḥ sauraiḥ samyag viśoṣayet |
yadā ca kaṭhinībhāvastadā saṅgṛhya mānavaḥ || 5.26 ||

Vers 5.27

guñjāphalapramāṇantu jalaiḥ sammilitaṃ śubham |
ātmecchaṃ pūrayet pātraṃ paramānandadaṃ param || 5.27 ||

Vers 5.28

etādapyuttamaṃ dravyaṃ sarvadevapriyaṃ priye |
etāni madahetūni madyānyanyāni kārayet || 5.28 ||

Vers 5.29

pānasaṃ drākṣamādhūkaṃ khārjūraṃ tālamaikṣavam |
madhūtthaṃ śīdhu mādhvīkaṃ maireyaṃ nārikelajam || 5.29 ||

Vers 5.30

madyānyekādaśaitāni bhuktimuktikarāṇi ca |
dvādaśantu surā madyaṃ sarveṣāmuttamaṃ priye || 5.30 ||

Vers 5.31

paiṣṭī gauḍī ca mādhvī ca vijñeyā trividhā surā |
sarvasiddhikarī paiṣṭī gauḍī bhogapradāyinī || 5.31 ||

Vers 5.32

mādhvī muktikarī jñeyā surā syāddevatāpriyā |
vidyāpradaikṣavī jñeyā drākṣī rājyapradā bhavet || 5.32 ||

Vers 5.33

tālajā stambhane śastā khārjūrī ripunāśinā |
nārikelabhavā śrīdā pānasī ca śubhapradā || 5.33 ||

Vers 5.34

madhūkajā jñānakarī mādhvīkī roganāśinī |
maireyākhyā kuleśāni sarvadā pāpahāriṇī || 5.34 ||

Vers 5.35

kṣīravṛkṣasamudbhūtaṃ madyaṃ valkalasambhavam |
madhupuṣpasamudbhūtam āsavaṃ taṇḍulodravam || 5.35 ||

Vers 5.36

yasyānando nirvikāra āmodaśca manoharaḥ |
madyaṃ taduttamaṃ devi devānāṃ prītidāyakam || 5.36 ||

Vers 5.37

ātmecchaṃ pūrayet pātraṃ paramānandavardhanam |
etadāmodakaṃ dravyaṃ sarvadevapriyaṃ priye || 5.37 ||

Vers 5.38

surādarśanamātreṇa sarvapāpaiḥ pramucyate |
tadgandhāghrāṇamātreṇa śatakratuphalaṃ labhet || 5.38 ||

Vers 5.39

madyasparśanamātreṇa tīrthakoṭiphalaṃ labhet |
devi tatpānataḥ sākṣāllabhenmuktiṃ caturvidhām || 5.39 ||

Vers 5.40

icchāśaktiḥ surāmode jñānaśaktiśca tadrase |
tatsvāde ca kriyāśaktistadullāse parā sthitā || 5.40 ||

Vers 5.41

madirā brahmagāḥ proktāḥ cittaśodhanasādhanāḥ |
tāsāmekāṃ samāhṛtya pūjākarma samācaret || 5.41 ||

Vers 5.42

matsya māṃsādivijayāṃ cāṣṭagandhaiḥ sumiśritām |
sammardya vaṭikāṃ kṛtvā saṅgṛhyātha vicakṣaṇaḥ |
madyābhāve tu vaṭikāṃ jale saṃyujya tarpayet || 5.42 ||

Vers 5.43

guḍamiśreṇa takreṇa tarpayet madhubhājinā |
sauvīreṇāthavā kuryādetat karma na lopayet |
pramādād yadi lupyeta devatāśāpamāpnuyāt || 5.43 ||

Vers 5.44

māṃsantu trividhaṃ proktaṃ khabhūjalacaraṃ priye |
yathāsambhavamapyekaṃ tarpaṇārthaṃ prakalpayet |
māṃsadarśanamātreṇa surādarśanavat phalam || 5.44 ||

Vers 5.45

pitṛdaivatayajñeṣu vaidhahiṃsā vidhīyate |
ātmārthaṃ prāṇināṃ hiṃsā kadācinnoditā priye || 5.45 ||

Vers 5.46

animittaṃ tṛṇaṃ vāpi chedayenna kadācana |
devatārthaṃ dvijārtha vā hatvā pāpairna lipyate || 5.46 ||

Vers 5.47

māmanādṛtya yat puṇyaṃ pāpaṃ syāt pratibhāṣataḥ |
mannimittaṃ caret pāpaṃ puṇyaṃ bhavati śāmbhavi || 5.47 ||

Vers 5.48

yaireva patanaṃ dravyaiḥ siddhistaireva coditā |
śrīkauladarśane cāpi bhairaveṇa mahātmanā || 5.48 ||

Vers 5.49

matkarma kurvatāṃ puṃsāṃ karmalopo bhavennahi (yadi) |
tatkarma te prakurvanti saptakoṭimunīśvarāḥ || 5.49 ||

Vers 5.50

hanyānmantreṇa cānena tvabhimantrya paśuṃ priye |
gandhapuṣpākṣataiḥ pūjya cānyathā narakaṃ vrajet || 5.50 ||

Vers 5.51

śivotkṛttamidaṃ piṇḍamatastvaṃ śivatāṃ gataḥ |
tad budhyasva paśo tvaṃ hi māśivastvaṃ śivo'si hi || 5.51 ||

Vers 5.52

brahmā syāt palale viṣṇurgandhe rudraśca tadrase |
paramātmā tadānande tasmāt sevyamidaṃ priye || 5.52 ||

Vers 5.53

māṃsābhāve tu laśunaṃ sārdrakaṃ nāgarantu vā |
ādāya pūjayeddevi cānyathā niṣphalaṃ bhavet || 5.53 ||

Vers 5.54

matsyamāṃsavihīnena madyenāpi na tarpayet |
na kuryānmatsyamāṃsābhyāṃ vinā dravyeṇa pūjanam || 5.54 ||

Vers 5.55

piśitaṃ tilamātrantu tilārdhamapi bindunā |
sakṛttarpaṇamātreṇa koṭiyajñaphalaṃ labhet || 5.55 ||

Vers 5.56

kulapūjāsamaṃ nāsti puṇyamanyajjagattraye |
tasmād yaḥ pūjayedbhaktyā bhuktimuktyoḥ sa bhājanam || 5.56 ||

Vers 5.57

anadhīto'pyaśāstrajño gurubhakto dṛḍhavrataḥ |
kulapūjārato yastu sa me priyatamo bhavet || 5.57 ||

Vers 5.58

caturṇāmapi varṇānāmāśramāṇāmapīśvari |
puṃstrīnapuṃsakānāntu pūjiteṣṭaphalapradā || 5.58 ||

Vers 5.59

ihāmutra phalaṃ dadyāḥ pūjitā suvadhūriva |
apūjitā tvaṃ deveśi duḥkhadā kuvadhūriva || 5.59 ||

Vers 5.60

kulapūjāṃ vinā yastu karotyevaṃ sudurmatiḥ |
sa yāti narakaṃ ghoramekaviṃśatibhiḥ kulaiḥ || 5.60 ||

Vers 5.61

tasmāt sarvaprayatnena kulapūjārato bhavet |
labhate sarvasiddhīṃśca nātra kāryā vicāraṇā || 5.61 ||

Vers 5.62

ārādhanāsamarthaśceddadyādarcanasādhanam |
yo dātuṃ naiva śaknoti kuryādarcanadarśanam || 5.62 ||

Vers 5.63

samyak śatakratūn kṛtvā yat phalaṃ samavāpnuyāt |
tat phalaṃ samavāpnoti sakṛt kṛtvā kramārcanam || 5.63 ||

Vers 5.64

mahāṣoḍaśadānāni kṛtvā yacca phalaṃ labhet |
tat phalaṃ samavāpnoti kṛtvā śrīcakradarśanam || 5.64 ||

Vers 5.65

sārdhatrikoṭitīrtheṣu snātvā yat phalamāpnuyāt |
tat phalaṃ labhate devi sakṛt kṛtvā kramārcanam || 5.65 ||

Vers 5.66

bahunoktena kiṃ devi yathābhaktyā dadāti yaḥ |
kulācāryāya pūjārthaṃ kuladravyaṃ sa dharmavit || 5.66 ||

Vers 5.67

śaive vā vaiṣṇave śākte saure sugatadarśane |
bauddhe pāśupate sāṅkhye vrate kulamukhe tathā || 5.67 ||

Vers 5.68

sadakṣavāmasiddhānte vaidikādiṣu pārvati |
vinā'lipiśitābhyāntu pūjanaṃ niṣphalaṃ bhavet || 5.68 ||

Vers 5.69

kuladravyaivīnā kuryājjapayajña tapovratam |
niṣphalaṃ tadbhaveddevi bhasmanīva yathā hutam || 5.69 ||

Vers 5.70

yathaivāntaścarā rājñaḥ priyāḥ syurna bahiścarāḥ |
tathāntaryāganiṣṭhā ye te priyā devi nāpare || 5.70 ||

Vers 5.71

samarpayanti ye bhaktyā āvābhyāṃ piśitāsavam |
utpādayanti cānandaṃ matpriyāḥ kaulikāśca te || 5.71 ||

Vers 5.72

āvayoḥ paramākāraṃ saccidānandalakṣaṇam |
kuladravyopabhogena parisphurati nānyathā || 5.72 ||

Vers 5.73

antaḥsthānubhavollāso manovācāmagocaraḥ |
kuladravyopabhogena jāyate nānyathā priye || 5.73 ||

Vers 5.74

sevite ca kuladravye kulatattvārthadarśanaḥ |
jāyate bhairavāveśaḥ sarvatra samadarśanaḥ || 5.74 ||

Vers 5.75

tamaḥparivṛtaṃ veśma yathā dīpena dṛśyate |
tathā māyāvṛto hyātmā dravyapānena dṛśyate || 5.75 ||

Vers 5.76

mantrapūtaṃ kuladravyaṃ gurudevārpitaṃ priye |
ye pibanti janāsteṣāṃ stanyapānaṃ na vidyate || 5.76 ||

Vers 5.77

madyantu bhairavo devo madyaṃ śaktiḥ samīritā |
aho bhoktā ca madyasya mohayedamarānapi || 5.77 ||

Vers 5.78

tanmaireyaṃ naraḥ pītvā yo na vikurute priye |
maddhyānaikaparo bhūtvā sa muktaḥ sa ca kaulikaḥ || 5.78 ||

Vers 5.79

surā śaktiḥ śivo māṃsaṃ tadbhoktā bhairavaḥ svayam |
tayoraikyasamutpanna ānando mokṣa ucyate || 5.79 ||

Vers 5.80

ānandaṃ brahmaṇo rūpaṃ tacca dehe vyavasthitam |
tasyābhivyañjakaṃ madyaṃ yogibhistena pīyate || 5.80 ||

Vers 5.81

kuṇḍī kambukapālāni madhupūrṇāni bibhrataḥ |
kiṃ na paśyati loko'yaṃ brahmaviṣṇumaheśvarān || 5.81 ||

Vers 5.82

niḥśaṅko nirbhayo vīro nirlajjo niṣkutūhalaḥ |
nirṇītavedaśāstrārtho varadāṃ vāruṇīṃ pibet || 5.82 ||

Vers 5.83

mantrasaṃskārasaṃśuddhāmṛtapānena pārvati |
jāyate devatābhāvo bhavabandhavimocakaḥ || 5.83 ||

Vers 5.84

brāhmaṇasya sadā peyaṃ kṣatriyasya raṇāgame |
golambhane tu vaiśyasya śūdrasyāntyeṣṭikarmaṇi || 5.84 ||

Vers 5.85

devān pitṛn samabhyarcya devi śāstroktavartmanā |
guruṃ smaran pibanmadyaṃ khādan māṃsamna doṣabhāk || 5.85 ||

Vers 5.86

tṛptyarthaṃ pitṛdevānāṃ brahmadhyānasthirāya ca |
seveta madhumāṃsāni tṛṣṇayā cet sa pātakī || 5.86 ||

Vers 5.87

mantrārthaṃ sphuraṇārthāya manasaḥ sthairyahetave |
bhavapāśanivṛttyarthaṃ madhupānaṃ samācaret || 5.87 ||

Vers 5.88

seveta svasukhārthaṃ yo madyādīni sa pātakī |
prāśayeddevatāprītyai svābhilāṣavivarjitaḥ || 5.88 ||

Vers 5.89

matsyamāṃsasurādīnāṃ mādakānāṃ niṣevaṇam |
yāgakālaṃ binānyatra dūṣaṇaṃ kathitaṃ priye || 5.89 ||

Vers 5.90

yathā kratuṣu viprāṇāṃ somapānaṃ vidhīyate |
madyapānaṃ tathā kāryaṃ samaye bhogamokṣadam || 5.90 ||

Vers 5.91

śrīguroḥ kulaśāstrebhyaḥ samyagvijñāya vāsanām |
pañcamudrā niṣeveta cānyathā patito bhaved || 5.91 ||

Vers 5.92

āvṛttiṃ gurupaṅktiśca vaṭukādīnna pūjya yaḥ |
vīro'pyatra vṛthāpānī devatāśāpamāpnuyāt || 5.92 ||

Vers 5.93

ayaṣṭvā bhairavaṃ devamakṛtvā mantratarpaṇam |
paśupānavidhau pītvā vīro'pi narakaṃ vrajet || 5.93 ||

Vers 5.94

ajñātvā kaulikācāramayaṣṭvā gurupādukām |
yo'smin śāstre pravarteta taṃ tvaṃ pīḍayasi dhruvam || 5.94 ||

Vers 5.95

kaulajñāne hyasiddho yastaddravyaṃ bhoktumicchati |
sa mahāpātakī jñeyaḥ sarvadharmabahiṣkṛtaḥ || 5.95 ||

Vers 5.96

samayācārahīnasya svairavṛtterdurātmanaḥ |
na siddhayaḥ kulabhraṃśastatsaṃsargaṃ na kārayet || 5.96 ||

Vers 5.97

yaḥ śāstravidhimutsṛjya vartate kāmakārataḥ |
sa siddhimiha nāpnoti paratra na parāṃ gatim || 5.97 ||

Vers 5.98

svecchayā ramamāṇo yo dīkṣāsaṃskāravarjitaḥ |
na tasya sadgatiḥ kvāpi tapastīrthavratādibhiḥ || 5.98 ||

Vers 5.99

asaṃskṛtaṃ pibeddravyaṃ balātkāreṇa maithunam |
svapriyeṇa hataṃ māṃsaṃ rauravaṃ narakaṃ vrajet || 5.99 ||

Vers 5.100

kaulāḥ paśuvratasyāścet pakṣadvayaviḍambakāḥ |
keśasaṅkhyā smṛtā yāvattāvattiṣṭhanti raurave || 5.100 ||

Vers 5.101

kuladravyāṇi seveta yo'nyadarśanamāśritaḥ |
tadaṅgaromasaṅkhyātaṃ bhūtayoniṣu jāyate || 5.101 ||

Vers 5.102

madapracchāditātmā ca na kiñcidapi vetti ca |
na dhyānaṃ na tapo nārcā na dharmo na ca satkriyā || 5.102 ||

Vers 5.103

na daivaṃ na gururnātmavicāro na sa kaulikaḥ |
kevalaṃ viṣayāsaktaḥ patatyeva na saṃśayaḥ || 5.103 ||

Vers 5.104

madyāsakto na pūjārthī māṃsāśī strīniṣevakaḥ |
kaulopadeśahīno yaḥ so'kṣayaṃ narakaṃ vrajet || 5.104 ||

Vers 5.105

asaṃskārī tu yo nau syāt pañca mudrā niṣevate |
kuleśi brahyaniṣṭho'pi nindyatāmadhigacchati || 5.105 ||

Vers 5.106

liṅgatrayaviśeṣajñaḥ ṣaḍādhāravibhedakaḥ |
pīṭhasthānāni cāgatya mahāpadmavanaṃ vrajet || 5.106 ||

Vers 5.107

āmūlādhāramābrahmarandhraṃ gatvā punaḥ punaḥ |
ciccandrakuṇḍalīśaktisāmarasya sukhodayaḥ || 5.107 ||

Vers 5.108

vyomapaṅkajanisyandasudhāpānarato naraḥ |
sudhāpānamidaṃ proktamitare madyapāyinaḥ || 5.108 ||

Vers 5.109

puṇyāpuṇyapaśuṃ hatvā jñānakhaḍgena yogavit |
pare layaṃ nayeccitaṃ palāśī sa nigadyate || 5.109 ||

Vers 5.110

manasā cendriyagaṇaṃ saṃyamyātmani yojayet |
mattsyāśī sa bhaveddevi śeṣāḥ syuḥ prāṇihiṃsakāḥ || 5.110 ||

Vers 5.111

aprabuddhā paśoḥ śaktiḥ prabuddhā kaulikasya ca |
śaktiṃ tāṃ sevayet yastu sa bhavet śaktisevakaḥ || 5.111 ||

Vers 5.112

parāśaktyātmamithunasaṃyogānandanirbharaḥ |
ya āste maithunaṃ tat syādapare strīniṣevakāḥ || 5.112 ||

Vers 5.113

ityādi pañcamudrāṇāṃ vāsanāṃ kulanāyike |
jñātvā gurumukhāddevi yaḥ seveta sa mucyate || 5.113 ||

Vers 5.114

iti te kathitaṃ devi kuladravyādilakṣaṇam |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 5.114 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
kulamāhātmyakathanaṃ nāma pañcamollāsaḥ || 5 ||

6. Ullasa

atha ṣaṣṭhollāsaḥ

Vers 6.1

śrīdevyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi pūjakasya ca lakṣaṇam |
kuladravyādisaṃskāramarcanaṃ vada me prabho || 6.1 ||

Vers 6.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa stūyate devadānavaiḥ || 6.2 ||

Vers 6.3

nirastapātakā yatra mānavāḥ puṇyakarmiṇaḥ |
kulajñānasusampannā bhajante ye dṛḍhavratāḥ || 6.3 ||

Vers 6.4

pūrṇābhiṣekasahito vedaśāstrārthatattvavit|
devatāgurubhaktastu niyatātmārcayet priye || 6.4 ||

Vers 6.5

kulāgamarahasyajño devatārādhanotsukaḥ |
gurūpadeśasaṃyuktaḥ pūjayet kulanāyike || 6.5 ||

Vers 6.6

śuddhātmā cātisaṃhṛṣṭaḥ krodhalaulyavivarjitaḥ |
paśuvratādivimukhaḥ sumukhastu yajet priye || 6.6 ||

Vers 6.7

yadā puṃsaḥ kṛtārthasya kālena bahunā priye |
matprasādena bhūyācca dṛḍhabhaktisamāgamaḥ || 6.7 ||

Vers 6.8

tadarthaṃ tarpaṇaṃ kuryād dravyaiḥ śrībhairavoditeḥ |
gurūpadeśavidhinā cānyathā patanaṃ bhavet || 6.8 ||

Vers 6.9

mantrayogena deveśi kuryāt śrīcakrapūjanam |
tadahantu tvayā sārdhaṃ gṛhṇāmi svayamādarāt || 6.9 ||

Vers 6.10

bhairavo'hamiti jñānāt sarvajñādiguṇānvitaḥ |
iti sañcintya yogīndraḥ kulapūjārato bhavet || 6.10 ||

Vers 6.11

ityādilakṣaṇopetaḥ kauliko niyatavrataḥ |
yastvāṃ samarcayeddevi bhuktimuktyoḥ sa bhājanam || 6.11 ||

Vers 6.12

ekānte vijane'raṇye deśe bādhāvivarjite |
sukhāsane samāsīnaḥ prāṅmukho vāpyudaṅmukhaḥ || 6.12 ||

Vers 6.13

amṛtābdhau maṇidvīpe kalpavṛkṣatarostale |
ratnaprākārasandīptaṃ smarenmāṇikyamaṇḍapam || 6.13 ||

Vers 6.14

puṣpamālāvitānāḍhyaṃ pracchannapaṭasaṃvṛtam |
karpūradīpabhāsvantaṃ dhūpāmodasugandhikam || 6.14 ||

Vers 6.15

tanmaṇḍapasthamātmānaṃ dhyātvā'nākulacetasā |
śrīgurorājñayā devi kulapūjāṃ samācaret || 6.15 ||

Vers 6.16

ātmasthānamanudravyadevaśuddhistu pañcamī |
yāvanna kurute mantrī tāvaddevārcanaṃ kutaḥ || 6.16 ||

Vers 6.17

susnānabhūtasaṃśuddhiprāṇāyāmādibhiḥ priye |
ṣaḍaṅgādyakhilanyāserātmaśuddhiḥ samīritā || 6.17 ||

Vers 6.18

sammārjanānulepādyairdarpaṇodaravatkṛtam |
vitānadhūpadīpādipuṣpamālopaśobhitam |
pañcavarṇarajaścitraṃ sthānaśuddhiritīritā || 6.18 ||

Vers 6.19

grathitvā mātṛkāvarṇairmūlamantrākṣarāṇi ca |
kramotkramād dvirāvṛttyā mantraśuddhiritīritā || 6.19 ||

Vers 6.20

pūjādravyāṇi samprokṣya mūlāstrādbhivīdhānavit |
darśayeddhenumudrāñca dravyaśuddhiritāritā || 6.20 ||

Vers 6.21

pīṭhe devaṃ pratiṣṭhāpya sakalīkṛtya mantravit |
mūlamantreṇa dīptātmā nyāsadravyodakena ca |
trivāraṃ prokṣayedvidvān devaśuddhiritīritā || 6.21 ||

Vers 6.22

pañcaśuddhiṃ vidhāyetthaṃ paścād yajanamācaret |
sā pūjā saphalā proktā cānyathā niṣphalā bhavet || 6.22 ||

Vers 6.23

maṇḍalena vinā pūjā niṣphalā kathitā priye |
tasmānmaṇḍalamālikhya vidhivattatra pūjayet || 6.23 ||

Vers 6.24

akhaṇḍamaṇḍalākāraṃ viśvaṃ vyāpya vyavasthitam |
trailokyaṃ maṇḍitaṃ yena maṇḍalaṃ tat sadā śivam || 6.24 ||

Vers 6.25

uḍḍīyānāṃ caturasraṃ kāmarūpañca vartulam |
jālandharañca candrārdhaṃ tryasraḥ pūrṇagirirbhavet || 6.25 ||

Vers 6.26

abhyarcya maṇḍalaṃ paścādādhārān sthāpayet kramāt |
samānyaśrīgurubhogabalipātrāṇi pañcadhā || 6.26 ||

Vers 6.27

dvipātraṃ vā tripātraṃ vā ekapātraṃ na kārayet |
svadakṣiṇādivāmāntaṃ sthāpyābhyarcyāsavena tu || 6.27 ||

Vers 6.28

sampūrya mūlamantreṇa kuleśvari vinidhānavit |
tatra māṣapramāṇantu matsyaṃ māṃsaṃ vinikṣepet || 6.28 ||

Vers 6.29

naṣṭaiḥ paryuṣitocchiṣṭairdurgandhairgandhavarjitaiḥ |
hetubhiḥ parapātrasthaistarpitaṃ niṣphalaṃ bhavet || 6.29 ||

Vers 6.30

na pūrayettu pātrāṇi apriyaistaiḥ kuleśvari |
svādiṣṭhaiśca madirauṣṭhaiśca dravyairamṛtasannibhaiḥ |
manoharairmaheśāni tarpaṇaṃ saphalaṃ bhavet || 6.30 ||

Vers 6.31

asaṃskṛtā surā pāpakalahavyādhiduḥkhadā |
āyuḥśrīkīrtisaubhāgyadhanadhānyavināśinī || 6.31 ||

Vers 6.32

tasmāt saṃskṛtya vidhivat kuladravyaṃ tato'rcayet |
anyathā narakaṃ yāti dātā bhoktā na saṃśayaḥ || 6.32 ||

Vers 6.33

vinā dravyādivāsena na japenna smaret priye |
ye smaranti narā mūḍhāsteṣāṃ duḥkhaṃ pade pade || 6.33 ||

Vers 6.34

nāsavena vinā mantro na mantreṇa vināsavaḥ |
parasparavirodhitvāt kathaṃ pūjā vidhīyate || 6.34 ||

Vers 6.35

tatsaṃśayanivṛttiñca jñātvā gurumukhāt priye |
vīkṣaṇaṃ prokṣaṇaṃ dhyānaṃ mantramudrāviśodhanam |
dravyaṃ tarpaṇayogyaṃ syāddevatāprītikārakam || 6.35 ||

Vers 6.36

agnisūryendubrahmendraviṣṇurudrasadāśivaiḥ |
caturviṃśatimantraiḥ syānmadyañcaiva parāmṛtam || 6.36 ||

Vers 6.37

amṛtā mānadā pūṣā tuṣṭiḥ puṣṭī ratirdhṛtiḥ |
śaśinī candrikā kāntirjyotsnā śrīḥ prītiraṅgadā || 6.37 ||

Vers 6.38

pūrṇā pūrṇāmṛtā ceti kathitāḥ kulanāyike |
saumyāḥ kāmapradāyinyaḥ ṣoḍaśa svarajāḥ kalāḥ || 6.38 ||

Vers 6.39

tapanī tāpinī dhūmrā marīcirjvālinī ruciḥ |
suṣumnā bhogadā viśvā rodhinī dhāriṇī kṣamā |
kabhādyā vasudāḥ saurāṣṭhaḍāntā dvādaśeritāḥ || 6.39 ||

Vers 6.40

dhūmrācīruṣmā jvalinī jvālinī visphuliṅginī |
suśrīḥ surūpā kapilā havyakavyavahe api |
āgneyā yādivarṇādyā daśa dharmapradāḥ kalāḥ || 6.40 ||

Vers 6.41

sṛṣṭirmedhā smṛtirṛddhiḥ kāntirlakṣmīrdyutiḥ sthirā |
sthitiḥ siddhiriti proktāḥ kacavargakalā daśa |
akāraprabhavā brahmajātāḥ syuḥ sṛṣṭaye kalāḥ || 6.41 ||

Vers 6.42

jarā ca pālinī śāntirīśvarī ratikāmike |
varadāhlādinīprītidīrghāḥ syuṣṭatavargajāḥ |
ukāraprabhavā viṣṇujātāḥ syuḥ sthitaye kalāḥ || 6.42 ||

Vers 6.43

tīkṣṇa raudrī bhayā nidrā tandrā kṣut krodhinī kriyā |
utkārī mṛtyurityuktā payavargakalā daśa |
makāraprabhavā rudrajātāḥ saṃhṛtaye kalāḥ || 6.43 ||

Vers 6.44

ṣavargagāścatasraḥ syuḥ pītā śvetāruṇāsitāḥ |
kalāśceśvarasañjātāstirodhānāya bindujāḥ || 6.44 ||

Vers 6.45

nivṛttiśca pratiṣṭhā ca vidyā śāntistathaiva ca |
indhikā dīpikā cāpi recikā mocikā parā || 6.45 ||

Vers 6.46

sūkṣmā sūkṣmāmṛtā jñānā'mṛtā cāpyāyinī tathā |
vyāpinī vyomarūpā ca ṣoḍaśa svarajāḥ kalāḥ |
sadāśivabhavā nādādanugrahakalāḥ kramāt || 6.46 ||

Vers 6.47

prathamaṃ prakṛterhaṃsaḥpratadviṣṇuranantaram |
tryambakantu tṛtīyaṃ syāccaturthastatpadādikaḥ || 6.47 ||

Vers 6.48

viṣṇuryoniṃ kalpayatu pañcamaḥ kalpanāmanuḥ |
caturnavatimantrātmadevatābhāvasiddhidāḥ || 6.48 ||

Vers 6.49

mantrajāpaśca samprokta ātmastavaśca pañcabhiḥ |
atra ye (te) pañca samproktā mantrāste kulanāyike || 6.49 ||

Vers 6.50

akhaṇḍaikarasānandākare parasudhātmani |
svacchandasphuraṇāmatra nidhehyakularūpiṇi || 6.50 ||

Vers 6.51

akulasthāmṛtākāre siddhijñānakare pare |
amṛtatvaṃ vidhehyasmin vastuni klinnarūpiṇi || 6.51 ||

Vers 6.52

tadrūpeṇaikarasyañca kṛtvārghyaṃ tatsvarūpiṇi |
bhūtvā parāmṛtākāraṃ mayi citsphuraṇaṃ kuru || 6.52 ||

Vers 6.53

vāgbhavaṃ pārśvagaṃ bhūmiḥ puṣṭirindusamanvitā |
sthitiśca pāvakānugrahārthendusamalaṅkṛtā || 6.53 ||

Vers 6.54

sthirendhikendusaṃyuktā śvetā binduyugānvitā |
tathāmṛte padaṃ brūyāttatpaścādamṛtodbhave || 6.54 ||

Vers 6.55

tathāmṛteśvarītyuktvā paścādamṛtavarṣiṇi |
amṛtaṃ srāvayad dvandvaṃ dviṭhānto dravyaśuddhikṛt |
amṛteśīmanuḥ proktaḥ pañcatriṃśadbhirakṣaraiḥ || 6.55 ||

Vers 6.56

vāgbhavaṃ vadayugmañca vāgvādinīti vāgbhavam |
kāmarājaṃ tataḥ klinne kledini kledayeti ca || 6.56 ||

Vers 6.57

mahāmokṣaṃ kuruyugmaṃ kāmarājamataḥ param |
tārtīyaṃ mokṣaśabdānte kuruyugmaṃ vadettataḥ || 6.57 ||

Vers 6.58

syāt prāsādaparā cāntesaptatriṃśadbhirakṣaraiḥ |
dīpanīmanurityuktaḥ sarvasiddhikaraḥ priye || 6.58 ||

Vers 6.59

etāḥ kalā mātṛkāñcāpyakha(ṇḍendvā)ṇḍaikādikān manūn |
amṛteśīṃ dīpanīñca mūlāmantramapi kramāt || 6.59 ||

Vers 6.60

ekadvitricatuḥpañca dvicaturvāramambike |
saṃsmṛtyābhyarcya pātrantu pūjayeddhenumudrayā || 6.60 ||

Vers 6.61

brahmāṇḍakhaṇḍasambhūtamaśeṣarasasambhṛtam |
āpūritaṃ mahāpātraṃ pīyūṣarasamāvaha || 6.61 ||

Vers 6.62

śuddhadravyeṇa tenāpi gandhapuṣpākṣatairapi |
nyāsoktasarvamantraiścāpyātmānaṃ pūjayet priye || 6.62 ||

Vers 6.63

mūrdhni śrīgurupaṅktīśca mūlādhāre ca pādukām |
divyaughe cādināthaśca tacchaktiśca sadāśivaḥ || 6.63 ||

Vers 6.64

tatpatnī ceśvarastasya bhāryā rudraśca tadvadhūḥ |
viṣṇuśca tatpriyā brahmā tatkāntā dvādaśeritāḥ || 6.64 ||

Vers 6.65

siddhaughe sanakaścaiva sanandaśca sanātanaḥ |
sanatkumāraśca sanatsujātaśca ṛbhukṣajaḥ || 6.65 ||

Vers 6.66

dattātreyo raivatako vāmadevastataḥ param |
tato vyāsaḥ śukaścaiva ekādaśa samīritāḥ || 6.66 ||

Vers 6.67

mānavaughe nṛsiṃhaśca maheśo bhāskarastathā |
mahendro mādhavo viṣṇuḥ ṣaḍete ca prakīrtitāḥ || 6.67 ||

Vers 6.68

namo'nte yojayeddevi divyaughe paramaṃ śivam |
mahāśivañca siddhaughe mānavaughe sadāśivam || 6.68 ||

Vers 6.69

tataḥ pīṭhaṃ samabhyarcya devīmāvāhayet priye |
mahāpadmavanāntaḥsthe kāraṇānandavigrahe |
sarvabhūtahite mātarehyehi parameśvari || 6.69 ||

Vers 6.70

deveśi bhaktisulabhe sarvāvaraṇasaṃyute |
yāvattvāṃ pūjayāmīha tāvattvaṃ susthirā bhava || 6.70 ||

Vers 6.71

mantreṇānena cāvāhya yajeddevīmananyadhīḥ |
dhyātvā mudrāṃ pradarśyārcet gandhapuṣpākṣatādibhiḥ || 6.71 ||

Vers 6.72

cinmayasyāprameyasya nirguṇasyāśarīriṇaḥ |
sādhakānāṃ hitārthāya brahmaṇo rūpakalpanā || 6.72 ||

Vers 6.73

liṅgasthaṇḍilavahnyambvarkakuḍyapaṭeṣu ca |
maṇḍale phalake mūrdhni hṛdi vā daśa kīrtitāḥ || 6.73 ||

Vers 6.74

eṣu sthāneṣu deveśi yajanti paramāṃ śivām |
arūpāṃ rūpiṇīṃ kṛtvā karmakāṇḍaratā narāḥ || 6.74 ||

Vers 6.75

gavāṃ sarvāṅgajaṃ kṣīraṃ sravet stanamukhād yathā |
tathā sarvagato devaḥ pratimādiṣu rājate || 6.75 ||

Vers 6.76

ābhirūpyācca bimbasya pūjāyāśca viśeṣataḥ |
sādhakasya ca viśvāsāt sannidhau devatā bhavet || 6.76 ||

Vers 6.77

gavāṃ sarpiḥ śarīrasthaṃ na karotyaṅgapoṣaṇam |
svakarmaracitaṃ dattaṃ punastāmeva poṣayet || 6.77 ||

Vers 6.78

evaṃ sarvaśarīrasthā sarpirvat parameśvarī |
vinā copāsanāṃ devi na dadāti phalaṃ nṛṇām || 6.78 ||

Vers 6.79

sakalīkṛtya tatprāṇān samuddīpyendriyāṇi ca |
pratiṣṭhāpyārcayeddevi cānyathā niṣphalaṃ bhavet || 6.79 ||

Vers 6.80

mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ vidhihīnañca yad bhavet |
kṣamayā sādhayet sarvaṃ hīnamaṅgaṃ padaṃ tathā || 6.80 ||

Vers 6.81

niyamādatirekeṇa yad yat karma karoti yaḥ |
na kiñcidapyasya phalaṃ sidhyati kramadoṣataḥ || 6.81 ||

Vers 6.82

nyūnātiriktakarmāṇi na phalanti kadācana |
yathāvidhi kṛtānīha satkarmāṇi phalanti hi || 6.82 ||

Vers 6.83

tadvidhānakṛtaṃ karma japahomārcanādiṣu |
devatāprītidaṃ bhūyād bhuktimuktiphalapradam || 6.83 ||

Vers 6.84

devasya mantrarūpasya mantravyāptimajānatām |
kṛtārcanādikāṃ sarvaṃ vyarthaṃ bhavati śāmbhavi || 6.84 ||

Vers 6.85

yantraṃ mantramayaṃ proktaṃ devatā mantrarūpiṇī |
yantre sā pūjitā devi sahasaiva prasīdati || 6.85 ||

Vers 6.86

kāmakrodhādidoṣotthasarvaduḥkhaniyantraṇāt |
yantramityāhuretasmin devaḥ prīṇāti pūjitaḥ || 6.86 ||

Vers 6.87

śarīramiva jīvasya dīpasya snehavat priye |
sarveṣāmapi devānāṃ tathā yantraṃ pratiṣṭhitam || 6.87 ||

Vers 6.88

tasmād yantraṃ likhitvā vā dhyātvā sāvṛtikaṃ śivam |
jñātvā gurumukhāt sarvaṃ pūjayedvidhinā priye || 6.88 ||

Vers 6.89

ekapīṭhe pṛthakpūjāṃ vinā yantraṃ karoti yaḥ |
aṅgāṅgitvaṃ parityajya devatāśāpamāpnuyāt || 6.89 ||

Vers 6.90

ekapīṭhe kuleśāni sve sve yantre pṛthakpṛthak |
yajedāvaraṇopetā devatāstadvidhānataḥ || 6.90 ||

Vers 6.91

āvāhya devatāmekāṃ pūjayedanyadevatām |
ubhābhyāṃ labhate pāpaṃ mantrī cañcalamānasaḥ || 6.91 ||

Vers 6.92

ityādilakṣaṇaṃ jñātvā gurutaḥ śāstrataḥ priye |
vidhinābhyarcayet samyagdevatā suprasīdati || 6.92 ||

Vers 6.93

ṣoḍaśairupacāraistu sāṅgaṃ sāvaraṇaṃ śivam |
pūjayenmūlamantreṇa gandhapuṣpākṣatādibhiḥ || 6.93 ||

Vers 6.94

mahāṣoḍhoditāśeṣaparivārāṃśca śāmbhavi |
praṇavādinamo'ntena tattannāmnā samarcayet || 6.94 ||

Vers 6.95

āgamoktena mārgeṇa tarpayedalibindubhiḥ |
aṅguṣṭhānāmikābhyāñca nakhe niḥsṛtamūrdhvataḥ |
svapātraspandanisyandaṃ vidhivat kulanāyike || 6.95 ||

Vers 6.96

sakṛttarpaṇamutsṛjya japtvā mūlañca pādukām |
antaḥśaktiṃ samutthāpya tarpayeddehadevatāḥ || 6.96 ||

Vers 6.97

aṅguṣṭho bhairavo devo anāmā caṇḍikā priye |
anāmāṅguṣṭhayogena tarpayet kulasantatim || 6.97 ||

Vers 6.98

aṅguṣṭhānāmikābhyāñca vaśyakarmaṇi tarpayet |
tarjanyaṅguṣṭhayogena tarpayedabhicārake |
kaniṣṭhāṅguṣṭhayogena stambhane tarpayet priye || 6.98 ||

Vers 6.99

evaṃ santarpya deveśi kuladravyairyathāvidhi |
devatāpurato devi gurupaṅktīśca pūjayet |
paṅktitrayakrameṇātha jñātvā samyagananyadhīḥ || 6.99 ||

Vers 6.100

karābhyāṃ cinmudrāṃ samadhunṛkapālañca dadhatīṃ
drutasvarṇaprakhyāmaruṇakusumālepavasanām |
kṛpāpūrṇāpāṅgīmaruṇanayanāmambarajaṭā-
mupetāṃ siddhaughairyajatu gurupaṅktiṃ kramagatim || 6.100 ||

Vers 6.101

evaṃ sampūjya dhūpañca dīpaṃ naivedyameva ca |
āsavaṃ piśitopetaṃ bhakṣyāṇi vividhāni ca |
kadalyādiphalānyeva tāmbūlañca samarpayet || 6.101 ||

Vers 6.102

iti te kathitaṃ devi kulācārasya lakṣaṇam |
dgavyasaṃskāraśuddhyādi kimanyat śrotumicchasi || 6.102 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
dravyasaṃskāravidhānakathanaṃ nāma ṣaṣṭhollāsaḥ || 6 ||

7. Ullasa

atha saptamollāsaḥ

Vers 7.1

śrīdevyuvāca
kuleśa baṭukādīnāṃ baliñca śaktilakṣaṇam |
tadadravyasyaiva svīkāraṃ vada me karuṇānidhe || 7.1 ||

Vers 7.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa tattvajñānaṃ prakāśate || 7.2 ||

Vers 7.3

yāvanno vaṭuke dadyāttāvannaiva kuleśvari |
tṛpyanti devatāḥ sarvāḥ smaraṇād yajanādapi || 7.3 ||

Vers 7.4

vaṭukādīn yajettasmād gandhapuṣpāsavāmiṣaiḥ |
tattanmantravidhānena devatā prītimāpnuyāt || 7.4 ||

Vers 7.5

yatkiñciddhavyasaṅghātaṃ pūjārthaṃ bhogahetunā |
ānītaṃ dīyate bhaktyā kṣetrapebhyaḥ kuleśvari || 7.5 ||

Vers 7.6

vaṭukamantrān vakṣyāmi śṛṇuṣva kulanāyike |
yaiḥ samacītamātreṇa sarve naśyantyupadravāḥ || 7.6 ||

Vers 7.7

tāratrayaṃ tato devīputreti baṭuketi vā |
nātheti kapilajaṭābhārabhāsvarapiṅgala || 7.7 ||

Vers 7.8

trinetreti padaṃ paścājjvālāmukhapadaṃ tataḥ |
imāṃ pūjāṃ baliṃ gṛhṇadvayaṃ pāvakavallabhā |
ukto vaṭukamantro'yaṃ catuścatvāriṃśadakṣaraiḥ || 7.8 ||

Vers 7.9

balidānena santuṣṭo baṭukaḥ sarvasiddhidaḥ |
śāntiṃ karotu me nityaṃ bhūtavetālasevitaḥ || 7.9 ||

Vers 7.10

tāratrayaṃ tataḥ sarvayoginībhyaḥ padaṃ vadet |
tatpaścāt savarbhūtebhyaḥ sarvabhūtādhivattī ca || 7.10 ||

Vers 7.11

padaṃ tābhyo ḍākinībhyaḥ śākinībhyaḥ padaṃ vadet |
trailokyeti padaṃ caiva vāsinībhya imāṃ vadet || 7.11 ||

Vers 7.12

pūjāṃ baliṃ gṛhṇayugmaṃ svāhānto yoginīmanuḥ |
kathito'yaṃ maheśāni mantraḥ pañcādaśākṣaraḥ || 7.12 ||

Vers 7.13

yā kācid yoginī raudrā saumyā ghoratarā parā |
khecarī bhūcarī vyomacarī prītāstu me sadā || 7.13 ||

Vers 7.14

tāratrayaṃ vadet sarvabhūtebhyaḥ sarva eva hi |
paścād bhūtapatibhyo hṛdyuktaḥ saptadaśākṣaraḥ || 7.14 ||

Vers 7.15

bhūtā ye vividhākārā divyā bhaumāntarikṣagāḥ |
pātālasaṃsthā me kevicchivayogena bhāvitāḥ || 7.15 ||

Vers 7.16

dhruvādyāḥ satyasandhāśca indrādyāḥ svarvyavasthitāḥ|
tṛpyantu prītamanasaḥ pratigṛhṇantvimaṃ balim || 7.16 ||

Vers 7.17

tāratrayaṃ vadeddehiyugmaṃ devīpadaṃ vadet |
putrāya baṭukanāthāya paścāducchiṣṭahāriṇe |
sarvavighnān padaṃ paścāt nāśayadvitayaṃ tathā || 7.17 ||

Vers 7.18

gṛhṇayugmaṃ rurupadaṃ kṣetrapālapadaṃ tataḥ |
sarvopacārasahitāmimāṃ pūjāṃ baliṃ vadet |
gṛhṇa gṛhṇa dviṭhānto'yaṃ kṣetrapālamanuḥ priye || 7.18 ||

Vers 7.19

catuḥṣaṣṭyakṣaraiḥ proktaḥ sarvasiddhipradāyakaḥ |
yo'smin kṣetre nivāsī ca kṣetrapālasya kiṅkaraḥ |
prīto'yaṃ balidānena sarvarakṣāṃ karotu me || 7.19 ||

Vers 7.20

tāratrayaṃ vadettāraṃ śrīprāsādaparāmanuḥ |
hrāṃ hrīṃ hrūñca yugañcādau bhairavādhiṣṭhitāya ca || 7.20 ||

Vers 7.21

akṣobhyānandataḥ paścāddhṛdayābhīṣṭadaḥ param |
siddhārthapadamābhāṣya paścādavataradvayam || 7.21 ||

Vers 7.22

kṣetrapālapadaṃ paścāt mahāśānta padaṃ tataḥ |
mātṛputrapadaṃ paścāt kulaputrapadaṃ tathā || 7.22 ||

Vers 7.23

siddhiputrapadaṃ cāsmin sthānādhipapadaṃ tataḥ |
grāmādhipataye'smin syāddeśādhipataye tataḥ || 7.23 ||

Vers 7.24

vaded baṭukanātheti devīputrapadaṃ tataḥ |
meghanādapadaṃ paścāt pracaṇḍograpadaṃ vadet || 7.24 ||

Vers 7.25

kapālīti padaṃ paścādbhīṣaṇeti padaṃ vadet |
syāt sarvavighnādhipataye imāṃ pūjāṃ baliṃ vadet || 7.25 ||

Vers 7.26

gṛhṇa gṛhṇa kurudvandvaṃ mama dūrayayugmakam |
jvalayukprajvalayugaṃ sarvavighnānītīrayet || 7.26 ||

Vers 7.27

nāśayadvitayaṃ kṣāṃ kṣaṃ paścād buddhimitīrayet |
kṣetrapālāya vauṣaṭ hrūṃ ṣaṣṭyuttaraśatākṣaraḥ || 7.27 ||

Vers 7.28

tāratrayaṃ vadet paścādamuka kṣetrapāla ca |
rājarājeśvara imāṃ pūjāṃ balimataḥ param |
gṛhṇayugmaṃ dviṭhānto'yamaṣṭāviṃśākṣaro manuḥ || 7.28 ||

Vers 7.29

anena balidānena vaṭuvaṃśasamanvitaḥ |
rājarājeśvaro devo me prasīdatu sarvadā || 7.29 ||

Vers 7.30

paścime vaṭukaṃ devamuttare yoginībalim |
pūrve bhūtabaliṃ dadyāt kṣetrapālañca dakṣiṇe |
rājarājeśvaraṃ madhye pūjayet kulanāyike || 7.30 ||

Vers 7.31

aṅguṣṭhānāmikābhyāñca baṭukasya baliḥ smṛtaḥ |
tarjanīmadhyamānāmikāṅguṣṭhairyoginībaliḥ || 7.31 ||

Vers 7.32

aṅgulībhiśca sarvābhirukto bhūtabaliḥ priye |
aṅguṣṭhatarjanībhyāñca kṣetrapālabalirbhavet |
aṅguṣṭhamadhyamābhyāñca rājarājeśvarasya ca || 7.32 ||

Vers 7.33

baṭukādīn samarcyaivaṃ kuladīpān pradarśayet |
īṣadraktasupiṣṭena caturaṅgulimānataḥ || 7.33 ||

Vers 7.34

dīpān ḍamarukākārān trikoṇānatiśobhanān |
karṣājyagrāhiṇaḥ kuryānnava saptātha pañca vā || 7.34 ||

Vers 7.35

antastejo bahisteja ekīkṛtyāmitaprabhān |
tridhā devyupari bhrāmya kuladīpān nivedayet || 7.35 ||

Vers 7.36

samastacakracakreśi deveśi sakalātmike |
ārātrīkamidaṃ devi gṛhāṇa mama siddhaye |
kuladīpān pradarśyātha śaktipūjāṃ samācaret || 7.36 ||

Vers 7.37

svaśaktiṃ vīraśaktiṃ vā dīkṣitāṃ gurumārgataḥ |
pāyayitvā caret pānamiti śāstrasya niścayaḥ || 7.37 ||

Vers 7.38

adīkṣitāṃ striyaṃ kuryāt sadyaḥ saṃskāramambike |
mantradīkṣāvidhānen śuddhā bhavati nānyathā || 7.38 ||

Vers 7.39

tasmāt sulakṣaṇāṃ śaktiṃ gandhapuṣpākṣatādibhiḥ |
abhyarcya devatābuddhyā bhogapātraṃ nivedayet || 7.39 ||

Vers 7.40

tadante kanyakāścāpi pramadāśca manoharāḥ |
sampūjya devatābuddhyā dadyāt pātraṃ pṛthak pṛthak || 7.40 ||

Vers 7.41

anivedya tu yaḥ śaktyai kuladravyaṃ niṣevate |
pūjitaṃ niṣphalaṃ tasya devatā na prasīdati || 7.41 ||

Vers 7.42

caṇḍālī carmakārī ca mātaṅgī pukkasī tathā |
śvapacī khaṭṭakī caiva kaivartī viśvayoṣitaḥ || 7.42 ||

Vers 7.43

kulāṣṭakamidaṃ proktamakulāṣṭakamucyate |
kandukī śauṇḍikī caiva śastrajīvī ca rañjakī || 7.43 ||

Vers 7.44

gāyakī rajakī śilpī kaulikī ca tathāṣṭamī |
tantramantrasamāyuktā samayācārapālikā || 7.44 ||

Vers 7.45

kumārī ca vratasthā ca yogamudrādharāpi vā |
pūjākāle svataḥ prāptā sā jñeyā sahajā budhaiḥ || 7.45 ||

Vers 7.46

uktajātyaṅganābhāve cāturvarṇyāṅganāṃ yajet |
surūpā taruṇī śāntā kulācārayutā śuciḥ || 7.46 ||

Vers 7.47

śaṅkāhīnā bhaktiyuktā gūḍhā śāstropajīvinī |
alolupā suśīlā ca smitāsyā priyavādinī || 7.47 ||

Vers 7.48

gurudaivatasambhaktā sucitā kaulikapriyā |
vimatsarā viśeṣajñā devatārādhanotsukā |
manoharā sadācārā śaktireṣā sulakṣaṇā || 7.48 ||

Vers 7.49

duṣṭogrā karkaśā krūrā duḥkhitā kuladūṣaṇī |
durācārā parādhīnā bhītā lubdhāturā'lasā || 7.49 ||

Vers 7.50

nidrāsaktātidurmedhā hīnāṅgī vyādhipīḍitā |
durgandhā kutsitā mūḍhā vṛddhonmattā rahasyabhit || 7.50 ||

Vers 7.51

kutarkā kutsitālāpā nirlajjā kalahapriyā |
virūponmārgagā stabdhā paṅgvandhavikṛtānanā |
īdṛśīṃ mantrayuktāñca śaktiṃ yāge vivarjayet || 7.51 ||

Vers 7.52

tato'rcanādikaṃ sarvaṃ mantrodakapuraḥsaram |
itaḥ pūrvādimanunā mantrī devyai samarpayet || 7.52 ||

Vers 7.53

tāratrayamitaḥ pūrvaṃ prāṇabuddhī tataḥ param |
dehadharmādhikārato jāgratsvapnasuṣuptiṣu || 7.53 ||

Vers 7.54

manasā cetasā vācā karmaṇā tatparaṃ vadet |
hastābhyāñca tataḥ padbhayāmudareṇa tataḥ param || 7.54 ||

Vers 7.55

śiśnā ca yat smṛtaṃ paścād yaduktaṃ yat kṛtaṃ vadet |
tat sarvaṃ gurave cānte matsamarpitamastviti |
svāhānto manurityuktastrisaptatyakṣaraḥ priye || 7.55 ||

Vers 7.56

jñānato'jñānato vāpi yanmayā kriyate śive |
tava kṛtyamidaṃ sarvamiti jñātvā kṣamasva me || 7.56 ||

Vers 7.57

evaṃ samprārthya deveśi stutvā natvā ca bhaktitaḥ |
pradhānadevatāmūrtau parivārān samarcayet |
evaṃ sāvaraṇāṃ devīṃ cintayet svahṛdambuje || 7.57 ||

Vers 7.58

śeṣikāye samarpyātmamūlamantreṇa śodhayet |
syādvāgbhavaṃ hṛducchiṣṭacāṇḍāli tadanantaram || 7.58 ||

Vers 7.59

vadenmātaṅgi sarvante vaśyaṅkuruyugantataḥ |
ekaviṃśativarṇaiśca śeṣikāmanurīritaḥ || 7.59 ||

Vers 7.60

mantreṇānena nirmālyaṃ śeṣikāyai samarpayet |
devīmucchiṣṭamātaṅgīṃ dhyāyet trailokyamohinīm || 7.60 ||

Vers 7.61

vīṇāvādyavinodagītaniratāṃ nīlāṃśukollāsinīṃ
bimboṣṭhīṃ navayāvakārdracaraṇāmākīrṇakeśālakām |
mṛdvaṅgīṃ sintaśaṅkhakuṇḍaladharāṃ māṇikyabhūṣojjvalāṃ
mātaṅgīṃ praṇato'smi susmitamukhīṃ devīṃ śukaśyāmalām || 7.61 ||

Vers 7.62

tataḥ śrīgururūpāya sākṣāt paraśivāya ca |
karābhyāṃ pātramuddhṛtya sadvitīyaṃ samarpayet || 7.62 ||

Vers 7.63

svasampradāyasaṃyuktairvīraiśca saha pūjayet |
anyonyavandanaṃ kṛtvā pibettattadanujñayā || 7.63 ||

Vers 7.64

savyenoddhṛtya pātrantu mudrāṃ kṛtvā'pasavyataḥ |
yathāvidhi dvitīyena gṛhṇīyānmantramuccaran || 7.64 ||

Vers 7.65

piśitaṃ māṣamātrantu dravyaṃ cullukasammitam |
ātmadehatrayaṃ tattvaṃ trayeṇātha viśodhayet || 7.65 ||

Vers 7.66

taruṇollāsasahitaḥ prasannavadanekṣaṇaḥ |
guruḥ śiṣyān samāhūya dadyāttattvatrayaṃ priye || 7.66 ||

Vers 7.67

śiṣyopāyanamādāya śuddhātmā kusumādikam |
yathāśakti nivedyātha vittaśāṭhyavivarjitaḥ || 7.67 ||

Vers 7.68

praṇamya bahiraṣṭāṅgaṃ praviśyāntaḥ śanaiḥ priye |
samarpyopāyanaṃ bhaktyā śivāya gururūpiṇe || 7.68 ||

Vers 7.69

grathitāṅguṣṭhakau kṛtvā karau saktāgratarjanī |
jānubhyāmavaniṃ gatvā pañcāṅgaṃ praṇamed gurum || 7.69 ||

Vers 7.70

vāmā'ṅguṣṭhānāmikābhyāṃ dakṣahastaprasāritam |
spṛṣṭvā viśuddhahṛdaya īṣadānatamastakaḥ || 7.70 ||

Vers 7.71

vāmāṅguṣṭhānāmikābhyāṃ śiṣyāya śrīguruḥ priye |
prakṛtyādyaiḥ pṛthivyantaiścaturviṃśatibhiḥ priye || 7.71 ||

Vers 7.72

svarairaśuddhatattvaiśca vāgbhavena kuleśvari |
saṃyuktenātmatattvena sthūladehaṃ viśodhayet || 7.72 ||

Vers 7.73

māyādipuruṣāntaiśca śuddhāśuddhaiśca saptabhiḥ |
tattvaiḥ sparśāhvayairvarṇaiḥ kāmarājena mantravit |
yuktena vidyātattvena sūkṣmadehaṃ viśodhayet || 7.73 ||

Vers 7.74

śuddhaiḥ śivādividyāntaiḥ pañcatattvaiśca vyāpakaiḥ |
parayā śivatattvena paraṃ dehaṃ viśodhayet || 7.74 ||

Vers 7.75

ṣaṭtriṃśattattvasahitamālinyā bālayā priye |
sarvatattvāśrayaṃ bījaṃ sarvatattvaivīśodhayet || 7.75 ||

Vers 7.76

śodhayeti padaṃ dadyāt sadvitīyamaliṃ guruḥ |
cullukaṃ guruṇā dattaṃ śodhayāmīti coccaran |
bhaktyā cāvanataḥ śiṣyo niḥśabdaṃ triḥ pibedalim || 7.76 ||

Vers 7.77

pāṇibhyāṃ saṃspṛśeddehaṃ sarvatattvaṃ samuccaran |
śiraḥprabhṛtipādāntaṃ śuddhaṃ dehaṃ vicintayet || 7.77 ||

Vers 7.78

sthūlāntamātmatattvaṃ syāt sūkṣmaṃ vidyāntagocaram |
parāntaṃ śivatattvaṃ syāditi tattvatrayaṃ jagat || 7.78 ||

Vers 7.79

evaṃ tattvatrayajñānaṃ gurorjñātvā ya ācaret |
sa jīvanneva muktaḥ syāditi śaṅkarabhāṣitam || 7.79 ||

Vers 7.80

tataḥ svīkṛtya ca guruḥ śiṣyebhyaḥ śeṣado bhavet |
ādāya guruṇā dattaṃ sadvitīyāsavaṃ pibet || 7.80 ||

Vers 7.81

śrīgurujyeṣṭhapūjyānāṃ purataḥ kulanāyike |
nopaviśya pibenmadyam iti śāstrasya nirṇayaḥ || 7.81 ||

Vers 7.82

prāṇabhedaphalollāsapraṇāmasthitilakṣaṇam |
avijñāyācared yastu sa bhavedāpadāmpadam || 7.82 ||

Vers 7.83

nirmantraṃ na pibenmadyaṃ prāyaścittaṃ vidhīyate |
tasmānmantravidhānena kartavyaṃ kulanāyike || 7.83 ||

Vers 7.84

idaṃ pavitramamṛtaṃ pibāmi bhavabheṣajam |
paśupāśasamucchedakāraṇaṃ bhairavoditam || 7.84 ||

Vers 7.85

citte svātantryasāratvāttadānandamayātmanaḥ |
tanmayatvācca bhāvānāṃ bhāvāścāntarhitā rase || 7.85 ||

Vers 7.86

suṣumnāntaṃ vikāśāya surasastena pīyate |
tasmādimāṃ surāṃ devīṃ pūrṇo'haṃ tvāṃ pibāmyaham || 7.86 ||

Vers 7.87

mantreṇānena deveśi mūlamantreṇa mantravit |
anākulamanāḥ kuryādalipānaṃ śanaiḥ śanaiḥ || 7.87 ||

Vers 7.88

svātmamūlatrikoṇasthe koṭisūryasamaprabhe |
kuṇḍalyākṛticidrūpe huned dravyaṃ samantrakam || 7.88 ||

Vers 7.89

mahantāpātrabharitamidantāparamāmṛtam |
parāhantāmaye vahnau homasvīkāralakṣaṇam || 7.89 ||

Vers 7.90

gurudaivatamantrāṇāmaikyaṃ sañcintayeddhiyā |
yāvadullāsaparyantamupadeśe pibenmadhu || 7.90 ||

Vers 7.91

cullanaṃ siddhidaṃ proktaṃ dīpo jñānapradāyakaḥ |
pānāt parapadaprāptiḥ kaule trayamitīritam || 7.91 ||

Vers 7.92

bhojanānte biṣaṃ madyaṃ madyānte bhojanaṃ viṣam |
amṛtaṃ tadvijānīyād yadannaṃ surayā saha || 7.92 ||

Vers 7.93

carvaṇena yutaṃ pānamamṛtaṃ kathitaṃ priye |
carvaṇena binā pānaṃ kevalaṃ viṣavardhanam || 7.93 ||

Vers 7.94

pānañca trividhaṃ proktaṃ divyavīrapaśukramāt |
divyaṃ devyagrataḥ pānaṃ vīraṃ mudrāsane kṛtam || 7.94 ||

Vers 7.95

svecchayā paśuvatpītaṃ paśupānamitīritam || 7.95 ||

Vers 7.96

bhuktimuktipradaṃ divyaṃ vīraṃ bhuktipradaṃ bhavet |
paśupānaṃ narakadaṃ proktaṃ pānaphalaṃ priye || 7.96 ||

Vers 7.97

dṛṣṭimānasavākkāye yāvanno bhavati bhramaḥ |
tāvat pānaṃ prakurvīta paśupānamataḥ param || 7.97 ||

Vers 7.98

yāvannendriyavaikalyaṃ yāvanno mukhavaikṛtam |
tāvadeva pibenmadyamanyathā patanaṃ bhavet || 7.98 ||

Vers 7.99

pūrṇābhiṣekayuktānāṃ pānaṃ devi nigadyate |
karābhyāṃ pātramuddhṛtya smarenmūlañca pādukām |
āgalāntaṃ pibeddravyaṃ sa mukto nātra saṃśayaḥ || 7.99 ||

Vers 7.100

pītvā pītvā punaḥ pītvā yāvat patati bhūtale |
utthāya ca punaḥ pītvā punarjanma na vidyate || 7.100 ||

Vers 7.101

ānandāttṛpyate devī mūrchayā bhairavaḥ svayam |
vamanāt sarvadevāśca tasmātrividhamācaret || 7.101 ||

Vers 7.102

divyapānaratānāṃ vai yat sukhaṃ kulayoginām |
tat sukhaṃ sārvabhaumasya nṛpasyāpi na vidyate || 7.102 ||

Vers 7.103

yat sukhaṃ kulaniṣṭhānāṃ kuladravyaniṣevanāt |
tat saukhyameva mokṣaḥ syāt satyameva varānane || 7.103 ||

Vers 7.104

iti te kathitaṃ kiñcit vaṭuśaktyādipūjanam |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 7.104 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
baṭukaśaktyādipūjanaṃ nāma saptamollāsaḥ || 7 ||

8. Ullasa

athāṣṭamollāsaḥ

Vers 8.1

śrīdevyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi karuṇāmṛtavāridhe |
ullāsabhedaṃ deveśa dravyapātrādisaṅgamam || 8.1 ||

Vers 8.2

ratyudvāsanakālañca śrīcakrasthitimeva ca |
ceṣṭāṃ kaulikaśaktīnāṃ vada me parameśvara || 8.2 ||

Vers 8.3

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa jāyate divyabhāvanā || 8.3 ||

Vers 8.4

ārambhastaruṇaścaiva yauvanaṃ prauḍhameva ca |
tadantaśconmanāścaiva tatollāsaśca saptamaḥ || 8.4 ||

Vers 8.5

tattvatrayaṃ syādārambhaḥ kathitaḥ kulanāyike |
kathitastaruṇollāsastaruṇaṃ sukhamambike || 8.5 ||

Vers 8.6

yauvanaṃ manasaḥ samyagullāsaḥ susthitiḥ priye |
skhalanaṃ dṛṅmanovācāṃ prauḍhamityabhidhīyate || 8.6 ||

Vers 8.7

samullāsapare cakre ya icchet pātramelanam |
arvāk prauḍhasamullāsaṃ naiva kuryāt kadācana |
yathādhikāraṃ tatrāpi kartavyaṃ pātramelanam || 8.7 ||

Vers 8.8

adīkṣitairanācārairatantrajñadaivataiḥ |
dūṣakaiḥ samayabhraṣṭairna kuryād dravyasaṅgatim || 8.8 ||

Vers 8.9

abhijñaṃ manyamānaiśca prapañcavratadhāribhiḥ |
paśubhiḥ kṣudrakarmasthairna kuryād dravyasaṅgatim || 8.9 ||

Vers 8.10

strīdviṣṭairgurubhiḥ śaptairbhaktihīnairdurātmabhiḥ |
kulopadeśahīnaiśca na kuryād dravyasaṅgatim || 8.10 ||

Vers 8.11

padavākyapramāṇajñāḥ śrutismṛtyarthavedinaḥ |
kuladharmānabhijñāścettatsaṅgaṃ parivarjayet || 8.11 ||

Vers 8.12

satkule ca prasūtā vā vṛddhāścācāravattīnaḥ |
tvatpūjāvimukhāḥ syuścettatsaṃsargaṃ parityajet || 8.12 ||

Vers 8.13

strīputramitrabandhūnāṃ snigdhānāmapi pārvati |
kulācārānabhijñānāṃ saṅgatiṃ varjayetpriye || 8.13 ||

Vers 8.14

adṛṣṭapauruṣāṇāñca deśāntaranivāsinām |
vinā saṅketayogena na kuryād dravyasaṅgatim || 8.14 ||

Vers 8.15

ekapātraṃ na kurvīta yadi sākṣāt kuleśvaraḥ |
mantrāḥ parāṅmukhā yānti vighnaścaiva pade pade || 8.15 ||

Vers 8.16

svapātrasthitahetuñca na dadyādbhairavāya ca |
yadi dadyātkuleśāni devatāśāpamāpnuyāt || 8.16 ||

Vers 8.17

āsanaṃ bhojanaṃ pātramambaraṃ śayanādikam |
anabhijñairanarhaiśca saṅgamaṃ naiva kārayet || 8.17 ||

Vers 8.18

srotobhedena vā kuryātkaulikaḥ pātramelanam |
pūrvadakṣiṇayoraikyamudakpaścimayostathā || 8.18 ||

Vers 8.19

tasmin kramārcanaparairvīraiḥ svasadṛśairapi |
kāminībhiśca tatkuryāt srotasāñca catuṣṭaye || 8.19 ||

Vers 8.20

yogibhiryoginībhiśca pradattaṃ pūrṇapātrakam |
svamātṛpādukāmūlamantrajaptaṃ pibetpriye || 8.20 ||

Vers 8.21

kvacit yadṛcchayā prāptamalipātrantu bhaktitaḥ |
ādāya pūrvavajjaptvā pibeddevi guruṃ smaran || 8.21 ||

Vers 8.22

guruśaktisutānāñca gurujyeṣṭhakaniṣṭhayoḥ |
svajyeṣṭhasyāpi cocchiṣṭaṃ khādennānyasya pārvati || 8.22 ||

Vers 8.23

śaktyucchiṣṭaṃ pibed dravyaṃ vīrocchiṣṭañca carvaṇam |
ātmocchiṣṭaṃ na dātavyaṃ parakīyaṃ na bhakṣayet || 8.23 ||

Vers 8.24

ucchiṣṭaṃ bhakṣayet strīṇāṃ tābhyo nocchiṣṭamarpayet |
cakramadhye'pi deveśi anyathā patanaṃ bhavet || 8.24 ||

Vers 8.25

kaniṣṭhānāṃ svaśiṣyāṇāṃ dadyāducchiṣṭamambike |
dadyāt snehena yo'nyebhyaḥ sa bhavedāpadāmpadam || 8.25 ||

Vers 8.26

āsavocchiṣṭapātrantu yo vā gṛhṇati mohataḥ |
snehāllobhāt bhayādvāpi devatāśāpamāpnuyāt || 8.26 ||

Vers 8.27

prauḍhollāse kuleśāni kuryādbalivisarjanam |
pūjāgṛhādbahiḥ kuryāttrikoṇe tu gṛhāntare || 8.27 ||

Vers 8.28

gandhapuṣpākṣataiḥ pūjya dhyāyeducchiṣṭabhairavam |
gadātriśūlaḍamarupātrahastaṃ trilocanam |
kṛṣṇābhaṃ bhairavaṃ dhyāyet sarvavighnanivāraṇam || 8.28 ||

Vers 8.29

tāratrayaṃ samuccāryaṃ paścāducchiṣṭabhairavam |
ehiyugmaṃ baliṃ gṛhṇayugmaṃ phaṭ ca dviṭhāntakaḥ || 8.29 ||

Vers 8.30

balyudvāsanamantro'yaṃ dvāviṃśatibhirakṣaraiḥ |
śāntistavaṃ paṭhetpaścāttarpayedalibindubhiḥ || 8.30 ||

Vers 8.31

yajanti devyo harapādapaṅkajam
prasannadhāmāmṛtamokṣadāyakam |
anantasiddhāntamayaprabodhakaṃ
namāmi cāṣṭāṣṭakayoginīgaṇam || 8.31 ||

Vers 8.32

yoginīcakramadhyasthaṃ mātṛmaṇḍalaveṣṭitam |
namāmi śirasā nāthaṃ bhairavaṃ bhairavīpriyam || 8.32 ||

Vers 8.33

anādighorasaṃsāradhvāntaikadhvaṃsakāriṇe |
namaḥ śrīnāthavaidyāya kulauṣadhividhāyine || 8.33 ||

Vers 8.34

āpado duritaṃ rogāḥ samayācāralaṅghanāt |
ye te sarve vyapohantu divyacakrasya melanāt || 8.34 ||

Vers 8.35

āyurārogyamaiśvaryaṃ kīrtirlābhaḥ sukhaṃ jayaḥ |
kāntirmanoharā cāstu pāntu sarvāśca devatāḥ || 8.35 ||

Vers 8.36

sampūjakānāṃ pratipālakānāṃ
yatīndrayogīndratapodhanānām |
deśasya rāṣṭrasya kulasya rājñaḥ
karotu śānti bhagavān kuleśaḥ || 8.36 ||

Vers 8.37

nandantu sādhakakulādvayadarśakā ye
siṃhāsanādyuṣitaśāktamahānvayā ye |
nandantu sarvakulakaularatāḥ pare ye
cānye viśeṣapadabhedakaśāmbhavā ye || 8.37 ||

Vers 8.38

nandantu siddhaguravastadanukramajñā
jyeṣṭhānvayā samayino vaṭukāḥ kumāryaḥ |
ye yoginīpravaravīrakule prasūtā
nandantu bhūmipatigodvijasādhulokāḥ || 8.38 ||

Vers 8.39

nandantu nītinipuṇā niravadyaniṣṭā
nirmatsarā nirupamā nirupadravāśca |
nityaṃ nirañjanaratā guravo nirīhāḥ
śāntāśca śāntamanaso hṛtaśokaśaṅkāḥ || 8.39 ||

Vers 8.40

nandantu yoganiratāḥ kulayogayuktā
hyācāryasāmayikasādhakaputrakāśca |
gāvo dvijā yuvatayo yatayaḥ kumāryo
dharme carantu niratā gurubhaktalokāḥ || 8.40 ||

Vers 8.41

nandantu sādhakakulā hyalamātmaniṣṭhāḥ
śāpāḥ patantu samayadviṣi yoginīnām |
sā śāmbhavī sphuratu kāpiṃ samāpyavasthā
yasyāṃ guroścaraṇapaṅkajameva satyam || 8.41 ||

Vers 8.42

yāścakrakramabhūmikāvasatayo nāḍīṣu yāḥ saṃsthitā yāḥ
kāyodgataromakūpanilayā yāḥ saṃsthitā dhātuṣu |
ucchvāsomīmaruttaraṅganilayā niśvāsavāsāśca yā-
stā devyo ripupakṣabhakṣaṇaratā nandantu kaulārcitāḥ || 8.42 ||

Vers 8.43

yā devyaḥ kulasambhavāḥ kṣitigatā yā devatāstoyagā
yā nityaṃ prathitaprabhāḥ śikhigatā yā mātariśvālayāḥ |
yā vyomāhitamaṇḍalāmṛtamayā yāḥ sarvagāḥ sarvadā-
stāḥ sarvāḥ kulamārgapālanaparāḥ śānti prayacchantu me || 8.43 ||

Vers 8.44

ūrdhve brahmāṇḍato vā divi gaganatale bhūtale vā tale vā
pātāle vānale vā salilapavanayoryatra kutra sthitā vā |
kṣetre pīṭhopapīṭhādiṣu ca kṛtapadā dhūpadīpādikena
prītā devyaḥ sadā naḥ śubhabalividhinā pāntu vīrendravandyāḥ || 8.44 ||

Vers 8.45

brahmā śrīḥ śeṣadurgāguhavaṭukagaṇā bhairavāḥ kṣetrapādyā
vetālādityarudragrahavasumanusiddhāpsaroguhyakādyāḥ |
bhūtā gandharvavidyādharaṛṣipitṛyakṣāsurāḥ kinnarādyā
yogīśāścāraṇāḥ kimpuruṣamunivarāścakragāḥ pāntu sarve || 8.45 ||

Vers 8.46

dehasthākhiladevatā gajamukhāḥ kṣetrādhipā bhairavā
yoginyo vaṭukāśca yakṣapitaro bhūtāḥ piśācā grahāḥ |
anye bhūcarakhecarā diśicarā vetālakāśceṭakā-
stṛpyantāṃ kulaputrakasya pibataḥ pānaṃ sadīpañcarum || 8.46 ||

Vers 8.47

satyañced guruvākyameva pitaro devāśca ced yoginī
prītā cet paradevatā yadi bhavedvedāḥ pramāṇaṃ hi cet |
śākteyaṃ yadi darśanaṃ bhavati cedājñāpyamoghāpi cet
satyañcāpi ca kauladharmaparamaṃ syānme jayaḥ sarvadā || 8.47 ||

Vers 8.48

nandantu sādhakāḥ sarve naśyantu kuladūṣakāḥ |
antaḥsthā śāmbhavī me'stu prasanno'stu guruḥ sadā || 8.48 ||

Vers 8.49

yadyeṣā bhairavī devī yadi bhairavaśāsanam |
yadyeṣa kuladharmaḥ syāttadā naśyantu dūṣakāḥ || 8.49 ||

Vers 8.50

yāsāmājñāprabhāveṇa sthāpitaṃ bhuvanatrayam |
namastābhyaḥ samastābhyo yoginībhyo nirantaram || 8.50 ||

Vers 8.51

pibantu mātaraḥ sarvāḥ pibantu kulasattamāḥ |
pibantu bhairavāḥ sarve mama dehe vyavasthitāḥ || 8.51 ||

Vers 8.52

tṛpyantu mātaraḥ sarvāḥ samudrāḥ sagaṇādhipāḥ |
yoginyaḥ kṣetrapālāśca mama dehe vyavasthitāḥ || 8.52 ||

Vers 8.53

śivādyavaniparyantaṃ brahmādistambasaṃyutam |
kālāgnyādiśivāntañca jagad yajñena tṛpyatu || 8.53 ||

Vers 8.54

dvārasthā maṇimaṇḍapasya paritaḥ śrīnandane kānane
śūnyāgāravihārakandaramaṭhe vyomni śmaśāne sthitāḥ |
kūpasthānagatāścatuṣpathagatāḥ sandeśasaṃsthāśca ye
paṅkārthāvahaketumānakusumāt gṛhṇantu te pāntu ca || 8.54 ||

Vers 8.55

paṭhitvābhyarcanāpātraṃ samuddhṛtya guruḥ priye |
tato dadyāt svaśiṣyāya prasādaṃ kulanāyike || 8.55 ||

Vers 8.56

svābhīṣṭaceṣṭācaraṇaṃ prauḍhāntaḥ parikīrtitaḥ |
prauḍhāntollāsitāddevi mudite yogimaṇḍale |
yoginīmaṇḍale caiva kramādānandamucyate || 8.56 ||

Vers 8.57

tadārūḍheṣu vīreṣu kāryākāryaṃ na vidyate |
icchaiva śāstrasampattirityājñā parameśvari || 8.57 ||

Vers 8.58

tatra yad yat kṛtaṃ karma śubhaṃ vā yadi vā'śubham |
tatsarvaṃ devatāprītyai jāyate surasundari || 8.58 ||

Vers 8.59

jalpo japaphalaṃ tandrā samādhirabhijāyate |
vikriyā pūjanaṃ devi uditaṃ bhairavībaliḥ || 8.59 ||

Vers 8.60

muktiḥ syācchaktisaṃyogaḥ stotraṃ tatkālabhāṣitam |
nyāso'vayavasaṃsparśo bhojanaṃ havanakriyā || 8.60 ||

Vers 8.61

vīkṣaṇaṃ dhyānamīśāni śayanaṃ vandanaṃ bhavet |
tadullāse kṛtā nānā yā ceṣṭā sā ca satkriyā |
kāryākāryavicārantu yaḥ karoti sa pātakī || 8.61 ||

Vers 8.62

etaccakragatā vīrā vijñeyāḥ parayoginaḥ |
yenāpnuvanti manujāḥ sākṣādbhairavarūpatām || 8.62 ||

Vers 8.63

sammodaḥ paramānandaḥ patanaṃ jñānavardhanam |
veṇuvīṇādivādyañca kavitāracanādikam || 8.63 ||

Vers 8.64

rodanaṃ bhāṣaṇaṃ pātaḥ samutthānaṃ vijṛmbhanam |
gamanaṃ vikriyā devi yoga ityabhidhīyate || 8.64 ||

Vers 8.65

cakre'smin yogino vīrā yoginyo madamantharāḥ |
samācaranti deveśi yathollāsaṃ manogatam || 8.65 ||

Vers 8.66

śanaiḥ pṛcchanti pārśvasthān vismṛtyātmavivakṣitam |
nidhāya vadane pātraṃ nirviṇṇā nivasanti ca || 8.66 ||

Vers 8.67

mattā svapuruṣaṃ matvā kāntānyamavalambate |
tathaiva puruṣaścāpi prauḍhāntollāsasaṃyutaḥ || 8.67 ||

Vers 8.68

puruṣaḥ puruṣaṃ mohādāliṅgatyanāṅganām |
pṛcchati svapatiṃ mugdhā kastvaṃ kāham ime ca ke || 8.68 ||

Vers 8.69

kiṃ kāryaṃ vayamāyātaḥ kimarthamiha saṃsthitāḥ |
udyānaṃ kimidaṃ hanta gṛhaṃ kiṃ prāṅgaṇaṃ kimu || 8.69 ||

Vers 8.70

mukhe āpūrya madirāṃ pāyayanti striyaḥ priyān |
upadaṃśaṃ mukhe kṣiptvā nikṣipanti priyānane || 8.70 ||

Vers 8.71

gṛhṇantyanyonyapātrāṇi vyañjanāni ca śāmbhavi |
dhṛtvā śirasi nṛtyanti madyabhāṇḍāni yoginaḥ || 8.71 ||

Vers 8.72

ajñānakaratālāntamaspaṣṭākṣaragītakam |
praskhalatpadavinyāsaṃ nṛtyanti kulaśaktayaḥ || 8.72 ||

Vers 8.73

yogino madamattāśca patanti pramadorasi |
madākulāśca yoginyaḥ patanti puruṣopari || 8.73 ||

Vers 8.74

manorathasukhaṃ pūrṇaṃ kurvanti ca parasparam |
ityādivividhāṃ ceṣṭāṃ kurvanti kulanāyike || 8.74 ||

Vers 8.75

vikṛtiṃ manaso hitvā yadollāsaḥ pravartate |
tadā tu devatābhāvaṃ bhajante yogipuṅgavāḥ || 8.75 ||

Vers 8.76

kaulikān bhairavāveśān yo vā nindati mūḍhadhīḥ |
taṃ nāśayantyasandehaṃ yoginyaḥ kulanāyike || 8.76 ||

Vers 8.77

na nindenna haset kvāpi cakre madhumadālasān |
etaccakragatāṃ vārtāṃ bahirnaiva prakāśayet || 8.77 ||

Vers 8.78

tebhyo drohaṃ na kurvīta nāhitañca samācaret |
bhaktyā satkārayedetān gopayecca prayatnataḥ || 8.78 ||

Vers 8.79

cakre madākulān dṛṣṭvā cintayeddevatādhiyā |
modate vandate bhaktyā sa gacchet yoginīpadam || 8.79 ||

Vers 8.80

paśyatedevamvidhaṃ cakraṃ yo bhaktyā kaulikaḥ priye |
vratatīrthatapodānayajñakoṭiphalaṃ labhet || 8.80 ||

Vers 8.81

unmanāḥ patanotthāne mūrchanā ca muhurmuhuḥ |
unmanākhyatadullāse cakre vīrasamarcite || 8.81 ||

Vers 8.82

ciraṃ saṃvidadhāte tau yau hi karmaparākṣarau |
paraṃ brahmānusandhānākāṅkṣiṇau kulanāyike || 8.82 ||

Vers 8.83

dehendriyāṇāmavaśaḥ samavasthā nigadyate |
samavasthāmidhe tasmin tatollāse samaṃ bhavet || 8.83 ||

Vers 8.84

parāmantrasvarūpo'sau jāyate mūrchanā parā |
mūrchanāsannikarṣo hi mūlamukteḥ paraṃ viduḥ || 8.84 ||

Vers 8.85

antarlakṣyo bahirdṛṣṭirnimeṣonmeṣavarjitaḥ |
eṣā tu śāmbhavī mudrā sarvatantreṣu gopitā || 8.85 ||

Vers 8.86

sarvottīrṇā sadā'hantā sāmarasyasamākṛtiḥ |
anayollāsino vīrāḥ śivā eva na saṃśayaḥ || 8.86 ||

Vers 8.87

narāḥ kimapi jānanti svātmadhyānaparāyaṇāḥ |
tadā yatparamaṃ saukhyamiti vaktuṃ na śakyate || 8.87 ||

Vers 8.88

svayamevānubhūyante śarkarāḥ kṣīrapānavat |
īdṛśaṃ tādṛśaṃ saukhyamiti vaktuṃ na śakyate |
dṛśyate pulakādyeryat tadbrahmadhyānamucyate || 8.88 ||

Vers 8.89

yatsukhaṃ vidyate dhyāne devāveśakaraṃ param |
kathituṃ naiva śaknomi prabuddhastatsamāhitaḥ || 8.89 ||

Vers 8.90

brahmadhyānaparānandaparāḥ sukṛtino narāḥ |
kṣaṇe'pyantarhite tasmin śocayanti hataprabhāḥ || 8.90 ||

Vers 8.91

saptamollāsayuktānāṃ tvadbhaktānāṃ mahāphalam |
aṣṭau trikālajñānotthāḥ pratyayāśca kuleśvari |
aṣṭāvasthāśca kampādyā jāyante nātra saṃśayaḥ || 8.91 ||

Vers 8.92

bahunātra kimuktena aṇimādyaṣṭasiddhayaḥ |
pratīhāri padaṃ prāptāḥ sevante mandiraṃ ciram || 8.92 ||

Vers 8.93

ye guṇāḥ parameśasya pañcavaktratanoḥ śubhāḥ |
te guṇāḥ kulatattvajñe tattvajñānasamāhṛtāḥ || 8.93 ||

Vers 8.94

ārambhastaruṇaścaiva yauvanaṃ prauḍhameva ca |
tadanto jāgradityuktaśconmanāḥ svapna ucyate || 8.94 ||

Vers 8.95

samavasthā suṣuptiḥ syādavasthātrayasaṃyutā |
saptollāsañca yo vetti sa muktaḥ sa ca kaulikaḥ || 8.95 ||

Vers 8.96

pravṛtte bhairavīcakre sarve varṇā dvijātayaḥ |
nivṛtte bhairavīcakre sarve varṇāḥ pṛthak pṛthak || 8.96 ||

Vers 8.97

strī vātha puruṣaḥ ṣaṇḍaścaṇḍālo vā dvijottamaḥ |
cakre'sminnaiva bhedo'sti sarve śivasamāḥ smṛtāḥ || 8.97 ||

Vers 8.98

nāgari nirjhrarādyambu gaṅgāṃ prāpya yathaikatām |
yāti śrīcakramadhye'pi caikatvaṃ sarvamānavāḥ || 8.98 ||

Vers 8.99

kṣīreṇa sahitaṃ toyaṃ kṣīrameva yathā bhavet |
tathā śrīcakramadhye tu jātibhedo na vidyate || 8.99 ||

Vers 8.100

svargādipuṇyalokeṣu devādanyad yathā nahi |
tathaiva cakramadhye'pi devatāḥ sarvamānavāḥ || 8.100 ||

Vers 8.101

jātibhedo na cakre'smin sarve śivasamāḥ smṛtāḥ |
vede'pi sthitamevaṃ hi sarve hi brahma cābravīt || 8.101 ||

Vers 8.102

bahunātra kimuktena cakramadhye kuleśvari |
madrūpā puruṣāḥ sarve tvadrūpāḥ pramadāḥ priye || 8.102 ||

Vers 8.103

cakramadhye tu mūḍhātmā jātibhedaṃ karoti yaḥ |
taṃ bhakṣayanti yoginyastvāṃ śape kulanāyike || 8.103 ||

Vers 8.104

strīṇāmanyatamaṃ sthānaṃ puṃsāmanyatamaṃ pṛthak |
athavā mithunaṃ kṛtvā kramātsamupaveśayet || 8.104 ||

Vers 8.105

paṅktyākāreṇa vā samyak cakrākāreṇa vā priye |
śivaśaktidhiyā sarve cakramadhye samarcayet || 8.105 ||

Vers 8.106

avibhaktau yathā āvāṃ lakṣmīnārāyaṇau yathā |
yathā vāṇīvidhātārau tathā vīraḥ saśaktikaḥ || 8.106 ||

Vers 8.107

madhukumbhasahasraistu māṃsabhāraśatairapi |
na tuṣyāmi varārohe bhagaliṅgāmṛtaṃ vinā || 8.107 ||

Vers 8.108

na cakrāṅkaṃ na padmāṅkaṃ na vrajāṅkamidaṃ jagat |
liṅgāṅkañca bhagāṅkañca tasmācchaktiśivātmakam || 8.108 ||

Vers 8.109

śivaśaktisamāyogo yasmin kāle prajāyate |
sā sandhyā kulaniṣṭhānāṃ samādhiḥ sa vidhīyate || 8.109 ||

Vers 8.110

kāmuko na striyaṃ gacched yadīcchantīmadīkṣitām |
sadyaḥ saṃskārasaṃśuddhāṃ vihitatvāt striyaṃ vrajet || 8.110 ||

Vers 8.111

iti tattvatrayollāsapānabhedādi coditam |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 8.111 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye
sarvāgamottamottame sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
tattvatritayapānādibhedakathanaṃ nāma aṣṭamollāsaḥ || 8 ||

9. Ullasa

atha navamollāsaḥ

Vers 9.1

śrī devyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi yogaṃ yogīśalakṣaṇam |
kulabhaktyārcanaphalaṃ vada me karuṇānidhe || 9.1 ||

Vers 9.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa yogaḥ sākṣāt prakāśate || 9.2 ||

Vers 9.3

dhyānantu dvividhaṃ proktaṃ sthūlasūkṣmaprabhedataḥ |
sākāraṃ sthūlamityāhurnirākārantu sūkṣmakam || 9.3 ||

Vers 9.4

sthirārthamanasaḥ kecit sthūladhyānaṃ pracakṣate |
sthūle'pi niścalaṃ ceto bhavet sūkṣme'pi niścalam || 9.4 ||

Vers 9.5

karapādodarāsyādirahitaṃ parameśvaram |
sarvatejomayaṃ dhyāyet saccidānandaniṣkalam || 9.5 ||

Vers 9.6

nodeti nāstamabhyeti na vṛddhiṃ yāti na kṣayam |
svayaṃ vibhātyathānyāni bhāsayan sādhanaṃ vinā || 9.6 ||

Vers 9.7

anantaṃ gatabhārūpaṃ sattāmātramagocaram |
manasā mātrasamvedyaṃ tajjñānaṃ brahmasañjñitam || 9.7 ||

Vers 9.8

praṇaṣṭavāyusañcāraḥ pāṣāṇa iva niścalaḥ |
parajīvaikadhāmajño yogī yogaviducyate || 9.8 ||

Vers 9.9

yadatra nātra nirbhāsaḥ stimitodadhivat sthitam |
svarūpaśūnyaṃ taddhyānaṃ samādhirabhidhīyate || 9.9 ||

Vers 9.10

na kiñciccintanādeva svayaṃ tattvaṃ prakāśate |
svayaṃ prakāśite tattve tatkṣaṇāttanmayo bhavet || 9.10 ||

Vers 9.11

svapnajāgradavasthāyāṃ suptavat yo'vatiṣṭhate |
niśvāsocchvāsahīnaśca niścitaṃ mukta eva saḥ || 9.11 ||

Vers 9.12

niṣpandakaraṇagrāmaḥ svātmalīnamano'nilaḥ |
ya āste mṛtavatsākṣāt jīvanmuktaḥ sa ucyate || 9.12 ||

Vers 9.13

na śṛṇoti na cāghrāti na spṛśati na paśyati |
na jānāti sukhaṃ duḥkhaṃ na saṅkalpayate manaḥ || 9.13 ||

Vers 9.14

na cāpi kiñcijjānāti na ca budhyati kāṣṭhavat |
evaṃ śive vilīnātmā samādhistha ihocyate || 9.14 ||

Vers 9.15

yathā jale jalaṃ kṣiptaṃ kṣīre kṣīraṃ ghṛte ghṛtam |
aviśeṣo bhavettadvajjīvātmaparamātmanoḥ || 9.15 ||

Vers 9.16

yathā dhyānasya sāmarthyāt kīṭo'pi bhramarāyate |
tathā samādhisāmarthyād brahmabhūto bhavennaraḥ || 9.16 ||

Vers 9.17

kṣīroddhṛtaṃ ghṛtaṃ yadvattatra kṣiptaṃ na pūrvavat |
pṛthakkṛto guṇebhyaḥ syādātmā tadvadihocyate || 9.17 ||

Vers 9.18

yathā gāḍhāndhakārastho na kiñcidiha paśyati |
alakṣyañca tathā yogī prapañcaṃ naiva paśyati || 9.18 ||

Vers 9.19

yathā nimīlane kāle prapañcaṃ naiva paśyati |
tathaivonmīlane'pi syādetaddhyānasya lakṣaṇam || 9.19 ||

Vers 9.20

janaḥ svadehakaṇḍūtiṃ vijānāti yathā tathā |
paraṃ brahmasvarūpī ca vetti viśvaviceṣṭitam || 9.20 ||

Vers 9.21

vidite parame tattve varṇātīte hyavikriye |
kiṅkaratvaṃ hi gacchanti mantrā mantrādhipaiḥ saha || 9.21 ||

Vers 9.22

ātmaikabhāvaniṣṭhasya yā yā ceṣṭā tadarcanam |
yo yo jalpaḥ sa sanmantrastaddhyānaṃ yannirīkṣaṇam || 9.22 ||

Vers 9.23

dehābhimāne galite vijñāte paramātmani |
yatra yatra mano yāti tatra tatra samādhayaḥ || 9.23 ||

Vers 9.24

bhidyate hṛdayagranthiśchidyante sarvasaṃśayāḥ |
kṣīyante cāsya karmāṇi tasmin dṛṣṭe parātmani || 9.24 ||

Vers 9.25

yogīndreṇa yadā prāptaṃ nirmalaṃ paramaṃ padam |
devāsurapadaṃ yattatprāptañcāpi na gṛhyate || 9.25 ||

Vers 9.26

yaḥ paśyet sarvagaṃ śāntamānandātmakamavyayam |
tasya kiñcidanālabhyaṃ jñātavyaṃ nāvaśiṣyate || 9.26 ||

Vers 9.27

samprāpte jñānavijñāne jñeye ca hṛdi saṃsthite |
labdhe śāntipade devi na yogo naiva dhāraṇā || 9.27 ||

Vers 9.28

pare brahmaṇi vijñāte samastairniyamairalam |
tālavṛntena kiṃ kāryaṃ labdhe malayamārute || 9.28 ||

Vers 9.29

āsikābandhanaṃ nāsti nāsikābandhanaṃ na hi |
na yamo niyamo nāsti svayamomiti paśyatām || 9.29 ||

Vers 9.30

na padmāsanato yogo na nāsāgranirīkṣaṇam |
ekyaṃ jīvātmanorāhuryogaṃ yogaviśāradāḥ || 9.30 ||

Vers 9.31

dhyāyatāṃ kṣaṇamātraṃ hi śraddhayā paramantviha |
yadbhavet sumahat puṇyaṃ tasyānto naiva gaṇyate || 9.31 ||

Vers 9.32

kṣaṇaṃ brahmāhamasmīti yaḥ kuryādātmacintanam |
sa sarvaṃ pātakaṃ hanyāttamaḥ sūryodayo yathā || 9.32 ||

Vers 9.33

vratakratutapastīrthadānadevārcanādiṣu |
yat phalaṃ koṭiguṇitaṃ tadavāpnoti tattvavit || 9.33 ||

Vers 9.34

uttamā sahajāvasthā madhyamā dhyānadhāraṇā |
japastutiḥ syādadhamā homapūjā'dhamādhamā || 9.34 ||

Vers 9.35

uttamā tattvacintā syājjapacintā tu madhyamā |
śāstracintā'dhamā jñeyā lokacintā'dhamādhamā || 9.35 ||

Vers 9.36

pūjākoṭisamaṃ stotraṃ stotrakoṭisamo japaḥ |
japakoṭisamaṃ dhyānaṃ dhyānakoṭisamo layaḥ || 9.36 ||

Vers 9.37

na hi dhyānāt paro mantro na devastvātmanaḥ paraḥ |
nānusandhāt parā pūjā na hi tṛpteḥ paraṃ phalam || 9.37 ||

Vers 9.38

akriyaiva parā pūjā maunameva paro japaḥ |
acinteva paraṃ dhyānamanicchaiva paraṃ phalam || 9.38 ||

Vers 9.39

mantrodakaivīnā sandhyāṃ pūjāhomaivīnā tapaḥ |
upacārairvinā pūjāṃ yogī nityaṃ samācaret || 9.39 ||

Vers 9.40

niḥsaṅgaśca visaṅgaśca nistīrṇopādhivāsanaḥ |
nijasvarūpanirmagnaḥ sa yogī paratattvavit || 9.40 ||

Vers 9.41

deho devālayo devi jīvo devaḥ sadāśivaḥ |
tyajedajñānanirmālyaṃ so'hambhāvena pūjayet || 9.41 ||

Vers 9.42

jīvaḥ śivaḥ śivo jīvaḥ sa jīvaḥ kevalaḥ śivaḥ |
pāśabaddhaḥ smṛto jīvaḥ pāśamuktaḥ sadāśivaḥ || 9.42 ||

Vers 9.43

tuṣeṇa baddho vrīhiḥ syāttuṣābhāve hi taṇḍulaḥ |
karmabaddhaḥ smṛto jīvaḥ karmamuktaḥ sadāśivaḥ || 9.43 ||

Vers 9.44

agnī tiṣṭhati viprāṇāṃ hṛdi devo manīṣiṇām |
pratimāsvaprabuddhānāṃ sarvatra viditātmanām || 9.44 ||

Vers 9.45

yo nindāstutiśītoṣṇasukhaduḥkhāribandhuṣu |
sama āste sa yogīndro harṣāharṣavivarjitaḥ || 9.45 ||

Vers 9.46

nispṛho nityasantuṣṭaḥ samadarśī jitendriyaḥ |
āste dehe pravāsīva yogī paramatattvavit || 9.46 ||

Vers 9.47

niḥsaṅkalpo nirvikalpo nilīptopādhivāsanaḥ |
nijasvarūpanirmagnaḥ sa yogī paratattvavit || 9.47 ||

Vers 9.48

yathā paṅgvandhabadhiraklībonmattajaḍādayaḥ |
nivasanti kuleśāni tathā yogī ca tattvavit || 9.48 ||

Vers 9.49

pañcamudrāsamutpannaparamānandanirbharaḥ |
ya āste sa tu yogīndraḥ paśyatyātmānamātmani || 9.49 ||

Vers 9.50

alimāṃsāṅganāsaṅge yat sukhaṃ jāyate priye |
tadeva mokṣo viduṣāmabudhānāntu pātakam || 9.50 ||

Vers 9.51

sadā māṃsāsavollāsī sadā caraṇacintakaḥ |
sadāsaṃśayahīno yaḥ kulayogī sa ucyate || 9.51 ||

Vers 9.52

pibanmadyaṃ palaṃ khādan svecchācāraparāyaṇaḥ |
ahaṃ tadanayoraikyaṃ bhāvayannivaset sukhī || 9.52 ||

Vers 9.53

āmiṣāsavasaurabhyahīnaṃ yasya mukhaṃ bhavet |
prāyaścittī sa varjyaśca paśureva na saṃśayaḥ || 9.53 ||

Vers 9.54

yāvadāsavagandhaḥ syāt paśuḥ paśupatiḥ svayam |
vinālimāṃsagandhena sākṣāt paśupatiḥ paśuḥ || 9.54 ||

Vers 9.55

loke nikṛṣṭamutkṛṣṭaṃ lokotkṛṣṭaṃ nikṛṣṭakam |
kulamārgaṃ samuddiṣṭaṃ bhairaveṇa mahātmanā || 9.55 ||

Vers 9.56

anācāraḥ sadācārastvakārya kāryamuttamam |
asatyamapi satyaṃ syāt kaulikānāṃ kuleśvari || 9.56 ||

Vers 9.57

apeyamapi peyaṃ syādabhakṣyaṃ bhakṣyameva ca |
agamyamapi gamyaṃ syāt kaulikānāṃ kuleśvari || 9.57 ||

Vers 9.58

na vidhirna niṣedhaḥ syānna puṇyaṃ na ca pātakam |
na svargo naiva narakaṃ kaulikānāṃ kuleśvari || 9.58 ||

Vers 9.59

anabhijñā abhijñanti daridrā dhanayanti ca |
vinaṣṭā api vardhante kaulikāḥ kulanāyike || 9.59 ||

Vers 9.60

ripavaścāpi mitranti sākṣāddāsanti bhūmipāḥ |
bāndhavanti janāḥ sarve kaulikānāṃ kuleśvari || 9.60 ||

Vers 9.61

vimukhāḥ sumukhāḥ sarve garvitāḥ praṇamanti ca |
bādhakāḥ sādhakāyante kaulikānāṃ kuleśvari || 9.61 ||

Vers 9.62

nirguṇāḥ saguṇāyante akulaṃ sukulāyate |
adharmāścāpi dharmanti kaulikānāṃ kuleśvari || 9.62 ||

Vers 9.63

mṛtyurvaidyāyate devi sākṣāt svargāyate gṛham |
puṇyāyante'ṅganāsaṅgāḥ kaulikānāṃ kuleśvari || 9.63 ||

Vers 9.64

bahunātra kimuktena kulayogīśvarāḥ priye |
sadā saṅkalpasiddhāḥ syurnātra kāryā vicāraṇā || 9.64 ||

Vers 9.65

yena kenāpi veśena yena kenāpyalakṣitaḥ |
yatra kutrāśrame tiṣṭhet kulayogī kuleśvari || 9.65 ||

Vers 9.66

yogino vividhairveśairnarāṇāṃ hitakāriṇaḥ |
bhramanti pṛthivīmetāmavijñātasvarūpiṇaḥ || 9.66 ||

Vers 9.67

sakṛnnaivātmavijñānaṃ kṣapayanti kuleśvari |
unmattamūkajaḍavannivasellokamadhyataḥ || 9.67 ||

Vers 9.68

alakṣyo hi yathā loke vyomni candrārkayogataḥ |
nakṣatrāṇāṃ grahāṇāñca tathā vṛttantu yoginām || 9.68 ||

Vers 9.69

ākāśe pakṣiṇāṃ devi jale'pi jalacāriṇām |
yathā gatirna dṛśyeta tathā vṛttaṃ hi yoginām || 9.69 ||

Vers 9.70

asanta iva bhāṣante carantyajñā iva priye |
pāmarā iva dṛśyante kulayoga viśāradāḥ || 9.70 ||

Vers 9.71

janā yathāvamanyante gaccheyurnaiva saṅgatim |
na kiñcidapi bhāṣante tathā yogī pravartate || 9.71 ||

Vers 9.72

mukto'pi bālavat krīḍet kuleśo jaḍavaccaret |
vadedunmattavadvidvān kulayogī maheśvari || 9.72 ||

Vers 9.73

yathā hasati loko'yaṃ jugupsati ca kutsati |
vilokya dūrato yāti tathā yogī pravartate || 9.73 ||

Vers 9.74

kvacicchiṣṭaḥ kvacidbhraṣṭaḥ kvacid bhūtapiśācavat |
nānāveśadharo yogī vicarejjagatītale || 9.74 ||

Vers 9.75

yogī lokopakārāya bhogān bhuṅkte na kāṅṅkṣayā |
anugṛhṇan janān sarvān krīḍecca pṛthivītale || 9.75 ||

Vers 9.76

sarvaśoṣī yathā sūryaḥ sarvabhogī yathā'nalaḥ |
yogī bhuktvākhilān bhogān tathā pāpairna lipyate || 9.76 ||

Vers 9.77

sarvasparśī yathā vāyuryathākāśaśca sarvagaḥ |
sarve yathā nadīsnātāstathā yogī sadā śuciḥ || 9.77 ||

Vers 9.78

yathā grāmagataṃ toyaṃ nadīyuktaṃ bhavecchuci |
tathā mlecchagṛhānnādi yogihastārpitaṃ śuci || 9.78 ||

Vers 9.79

yathācaranti deveśi kulajñānaviśāradāḥ |
tadeva viduṣāṃ mānyamātmano hitakāṅkṣiṇām || 9.79 ||

Vers 9.80

yasmiṃścaranti yogīśāḥ sa mārgaḥ paramo mataḥ |
yasyāmudeti sūryo hi pūrvāśā sā nigadyate || 9.80 ||

Vers 9.81

yatra yatra gajo yāti tatra mārgo yathā bhavet |
kulayogī vared yatra sa sa mārgaḥ kuleśvari || 9.81 ||

Vers 9.82

nadīṃ vakrāmṛjuṃ kartuṃ niroddhuṃ tatpravāhakam |
svecchāvihāriṇaṃ śāntaṃ ko vā vārayituṃ kṣamaḥ || 9.82 ||

Vers 9.83

yadvanmantrabalopetaḥ krīḍanīyairna dṛśyate |
tadvanna dṛśyate jñānī krīḍannindriyapannagaiḥ || 9.83 ||

Vers 9.84

nivṛttaduḥkhasantuṣṭā nirdvandvā gatamatsarāḥ |
kulajñānaratāḥ śāntāstvadbhaktāste ca kaulikāḥ || 9.84 ||

Vers 9.85

amadakrodhadambhāśāhaṅkārāḥ satyavādinaḥ |
kaulikendrā hyacapalā ye nendriyavaśānugāḥ || 9.85 ||

Vers 9.86

kīrtyamāne kule yeṣāṃ romāñco gadgadasvaraḥ |
ānandāśru pateddevi kathitāḥ kaulikottamāḥ || 9.86 ||

Vers 9.87

sarvadharmādhiko loke kuladharmaḥ śivoditaḥ |
iti te niścitadhiyaḥ proktāste kaulikottamāḥ || 9.87 ||

Vers 9.88

yo bhavet kulatattvajñaḥ kulaśāstraviśāradaḥ |
kulārcanarataḥ sa syāt kauliko nāparaḥ priye || 9.88 ||

Vers 9.89

kulabhaktān kulajñānān kulācārakulavratān |
prīto bhavati yo dṛṣṭvā kaulikaḥ sa ca me priyaḥ || 9.89 ||

Vers 9.90

tattvatrayaśrīcaraṇamūlamantrārthatattvavit |
devatāgurubhaktāśca kaulikaḥ syācca dīkṣayā || 9.90 ||

Vers 9.91

durlabhaṃ sarvalokeṣu kulācāryasya darśanam |
supākenaiva puṇyānāṃ labhyate nānyathā priye || 9.91 ||

Vers 9.92

saṃsmṛtaḥ kīrtito dṛṣṭo vandino bhāṣito'pi vā |
punāti kuladharmiṣṭhaścāṇḍālo'pi yadṛcchayā || 9.92 ||

Vers 9.93

sarvajño vāpi mūrkho vāpyuttamo vā'dhamo'pi vā |
yatra devi kulajñānī tatrāhañca tvayā saha || 9.93 ||

Vers 9.94

nāhaṃ vasāmi kailāse na merau na ca mandire |
kulajñā yatra tiṣṭhanti tatra tiṣṭhāmi bhāmini || 9.94 ||

Vers 9.95

sudūramapi gantavyaṃ yatra māheśvaro janaḥ |
draṣṭavyañca prayatnena tatra sannihito hyaham || 9.95 ||

Vers 9.96

atidūrasthito vāpi draṣṭavyaḥ kuladeśikaḥ |
samīpe vartamāno'pi na draṣṭavyaḥ paśuḥ priye || 9.96 ||

Vers 9.97

kulajñānī vased yatra sa deśaḥ puṇyabhāk tataḥ |
darśanādarcanāttasya trisaptakulamuddharet || 9.97 ||

Vers 9.98

kulajñāninamālokya svasantānagṛhe sthitam |
śaṃsanti pitarastasya yāsyāmaḥ paramāṃ gatim || 9.98 ||

Vers 9.99

samāśvasanti pitaraḥ suvṛṣṭimiva karṣakāḥ |
yo'smatkuleṣu putro vā pautro vā kauliko bhavet || 9.99 ||

Vers 9.100

sa dhanyaḥ khalu loke'smin puruṣaḥ kṣīṇakalmaṣaḥ |
yatsamīpaṃ samāyānti kulācāryā mudā priye || 9.100 ||

Vers 9.101

kaulikendre samāyāte kaulikāvasathaṃ prati |
samāyānti mudā devi yoginyo yogibhiḥ saha || 9.101 ||

Vers 9.102

praviśya kulayogīndraṃ bhaṇante pitṛdevatāḥ |
tasmāt sampūjayedbhaktyā kulajñānaparāyaṇān || 9.102 ||

Vers 9.103

abhyarcayitvā tvāṃ devi tvadbhaktānnārcayanti ye |
pāpiṣṭhāstvatprasādasya bhājanaṃ na bhavanti te || 9.103 ||

Vers 9.104

naivedyaṃ purato nyastaṃ darśanāt svīkṛtaṃ tvayā |
rasān bhaktasya jihvāgrādaśnāmi kamalekṣaṇe || 9.104 ||

Vers 9.105

tvadbhaktapūjanāddevi pūjito'haṃ na saṃśayaḥ |
tasmānmama priyākāṅkṣī tvadbhaktāneva pūjayet || 9.105 ||

Vers 9.106

yat kṛtaṃ kulaniṣṭhānāṃ taddevānāṃ kṛtaṃ bhavet |
surāḥ kulapriyāḥ sarve tasmāt kaulikamarcayet || 9.106 ||

Vers 9.107

na tuṣyāmyahamanyatra tathā bhaktyā supūjitaḥ |
kaulikendre'cīte samyak yathā tuṣyāmi pārvati || 9.107 ||

Vers 9.108

yat phalaṃ kaulikendrāṇāṃ pūjayā labhate priye |
tat phalaṃ nāpnuyāttīrthatapodānamakhavrataiḥ || 9.108 ||

Vers 9.109

dattamiṣṭaṃ hutaṃ taptaṃ pūjitaṃ japtamambike |
kaulikasya bhavedvayarthaṃ kulajñaṃ yo'vamānayet || 9.109 ||

Vers 9.110

śmaśānaṃ tad gṛhaṃ devi sa pāpī śvapacādhamaḥ |
yaḥ praviśya kulaṃ dharma kulācāraṃ na vetti cet || 9.110 ||

Vers 9.111

kulaniṣṭhān parityajya yaccānyasmai pradīyate |
taddānaṃ niṣphalaṃ devi dātā ca narakaṃ vrajet || 9.111 ||

Vers 9.112

bhinnabhāṇḍe jalaṃ yadvat śilāyāmuptabījavat |
bhasmanīva hutaṃ havyaṃ tadvaddānamakaulike || 9.112 ||

Vers 9.113

yathāśaktyā tu yat kiñcid yo dadyāt kulayogine |
viśeṣatithiṣu prītyā tatphalaṃ naiva varṇyate || 9.113 ||

Vers 9.114

yo devi svayamāhūya kulajñānān śubhe dine |
abhyarcya devatābuddhyā gandhapuṣpākṣatādibhiḥ || 9.114 ||

Vers 9.115

mādibhiḥ pañcamudrābhiḥ sadbhaktyā paritoṣayet |
teṣu tuṣṭeṣvahaṃ tuṣṭastuṣṭāḥ syuḥ sarvadevatāḥ || 9.115 ||

Vers 9.116

bhaginīṃ vā sutāṃ bhāryāṃ yo dadyāt kulayogine |
madhumattāya deveśi tasya puṇyaṃ na gaṇyate || 9.116 ||

Vers 9.117

anikhātavinikṣiptamaprayatnena vaddhītam |
paralokasya pātheyaṃ vīracakre'rpitaṃ madhu || 9.117 ||

Vers 9.118

pāpācārasamāyuktaṃ sarvalokabahiṣkṛtam |
jāyate hi kuladravyaṃ kulayogīśvarārpitam || 9.118 ||

Vers 9.119

yasmin deśe vaset vīraḥ kulapūjārataḥ priye |
so'pi deśo bhavet pūtaḥ kiṃ punastatpurasthitāḥ || 9.119 ||

Vers 9.120

kaulikendre sakṛdbhukte puṇyaṃ koṭiguṇaṃ bhavet |
kiṃ punarbahubhirbhuktaistat puṇyaṃ naiva gaṇyate || 9.120 ||

Vers 9.121

tasmāt sarvaprayatnena sarvāvasthāsu sarvadā |
kuladharmarato bhūyāt kulajñāninamarcayet || 9.121 ||

Vers 9.122

jñānino'jñānino vāpi yāvat dehasya dhāraṇā |
tāvadvarṇāśramācāraḥ kartavyaḥ karmamuktaye || 9.122 ||

Vers 9.123

karmaṇonmūlite'jñāne jñānena śivatāṃ vrajet |
śive tenaiva muktiḥ syādataḥ karma samācaret || 9.123 ||

Vers 9.124

kuryādanindyakarmāṇi nityakarmāṇi vā caret |
karmamuktaḥ sukhākāṅkṣī karmaniṣṭhaḥ sukhaṃ vrajet || 9.124 ||

Vers 9.125

sarvakarmāṇi santyaktuṃ na śakyaṃ dehadhāriṇā |
tyajet karmaphalaṃ yo vā sa tyāgītyabhidhīyate || 9.125 ||

Vers 9.126

svakāryeṣu pravartante karaṇānīti cintayet |
ahambhāvamapāsyaiva yaḥ kuryāt sa na lipyate || 9.126 ||

Vers 9.127

kriyamāṇāni karmāṇi jñānaprāpteranantaram |
na ca spṛśanti tattvajñaṃ jalaṃ padmadalaṃ yathā || 9.127 ||

Vers 9.128

tanniṣṭhasya ca karmāṇi puṇyāpuṇyāni saṅkṣayam |
prayānti naiva lipyante kriyamāṇāni vā punaḥ || 9.128 ||

Vers 9.129

utpannasahajānandatattvajñānarataḥ priye |
santyaktasarvasaṅkalpaḥ sa vidvān karma santyajet || 9.129 ||

Vers 9.130

vṛthaiva yaiḥ parityaktaṃ karmakāṇḍamapaṇḍitaiḥ |
pāṣaṇḍāḥ paṇḍitammanyāste yānti narakaṃ priye || 9.130 ||

Vers 9.131

phalaṃ prāpya yathā vṛkṣaḥ puṣpaṃ tyajati nispṛhaḥ |
tattvaṃ prāpya tathā yogī tyajet karmaparigraham || 9.131 ||

Vers 9.132

aśvamedhāyutenāpi brahmahatyāyutena ca |
puṇyapāpairna lipyante yeṣāṃ brahma hṛdi sthitam || 9.132 ||

Vers 9.133

pṛthivyāṃ yāni karmāṇi jihvopasthanimittataḥ |
jihvopasthaparityāgī karmaṇā kiṃ kariṣyati || 9.133 ||

Vers 9.134

iti te kathitaṃ kiñcit yogaṃ yogīśalakṣaṇam |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 9.134 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
yogasaṃsthāpanakathanaṃ nāma navamollāsaḥ || 9 ||

10. Ullasa

atha daśamollāsaḥ

Vers 10.1

śrī devyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi viśeṣadivasārcanam |
tatsaparyāphalaṃ deva vada me parameśvara || 10.1 ||

Vers 10.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa sarvapāpaiḥ pramucyate || 10.2 ||

Vers 10.3

uttamā nityapūjā syāt madhyamaṃ parvapūjanam |
māsapūjā'dhamā devi māsādūrdhva paśurbhavet || 10.3 ||

Vers 10.4

vihitairmādibhirdravyairmāsādūrdhvaṃ samarcanam |
paśorbhūyaḥ praveśecchā yadi syāddīkṣayet punaḥ || 10.4 ||

Vers 10.5

madyaṃ māṃsañca matsyaśca mudrā maithunameva ca |
makārapañcakaṃ devi devatāprītikārakam || 10.5 ||

Vers 10.6

mādipañcakamīśāni devatāprītaye sudhīḥ |
yathāvidhi niṣeveta tṛṣṇayā cet sa pātakī || 10.6 ||

Vers 10.7

kṛṣṇāṣṭamīcaturdaśyāvamāvāsyātha pūrṇimā |
saṅkrāntiḥ pañca parvāṇi teṣu puṇyadineṣu ca || 10.7 ||

Vers 10.8

gurujanmadine prāpte tadgurostadgurorapi |
mānavaughādipuṃsāñca svajanmadivase tathā || 10.8 ||

Vers 10.9

sampattau ca yajellābhe tapodīkṣāvratotsave |
pīṭhopagamane vīrapīṭhe svajanadarśane || 10.9 ||

Vers 10.10

deśikāgamane puṇyatīrthadaivatadarśane |
evamādiṣu deveśi viśeṣadivaseṣu ca || 10.10 ||

Vers 10.11

yathādhanaṃ yathāśraddhaṃ yathādravyaṃ yathocitam |
yathākālaṃ yathādeśaṃ tathā pūjāṃ samācaret || 10.11 ||

Vers 10.12

ācāryeṇa vidhānena kārayeccakrapūjanam |
svayaṃ vā pūjayeddevi bindupūjāpuraḥsaram || 10.12 ||

Vers 10.13

sa te lokamavāpnoti punarāvṛttivarjitam |
akurvan kauliko mohāddevatāśāpamāpnuyāt || 10.13 ||

Vers 10.14

māse vāpi trimāse vā ṣaṇmāse vatsare'pi vā |
śrīguruṃ pūjayedbhaktyā'prāpte tatstrīsutādikān || 10.14 ||

Vers 10.15

tadabhāve kulajñañca tacchiṣyaṃ vānyayoginam |
santoṣayet kuladravyaiḥ kulapūjāpuraḥsaram || 10.15 ||

Vers 10.16

rogeṣvāpatsu doṣeṣu duḥsaṅge durnimittake |
pūjayed yoginīvṛndaṃ devi taddoṣaśāntaye || 10.16 ||

Vers 10.17

yatraikāmnāyatattvajñaḥ kulācāryaḥ kuleśvari |
kaulikāstricatuḥpañca śaktayaśca tathā priye || 10.17 ||

Vers 10.18

pṛthagvā pūjayeddevi mithunākārato'pi vā |
gandhapuṣpākṣatādyaistu deveśi samalaṅkṛtāḥ |
bhakṣyabhojyādipiśitaiḥ padārthaiḥ ṣaḍrasānvitaiḥ || 10.18 ||

Vers 10.19

prauḍhollāsena sahitā yadi tā nivasanti ca |
tacchrīcakramiti proktaṃ vṛndañcāpi taducyate || 10.19 ||

Vers 10.20

kuryānnavakumārīṇāṃ pūjāmāśvinamāsake |
prātarnimantrayedbhaktyā sādhakaḥ śuddhamānasaḥ || 10.20 ||

Vers 10.21

manoharāmekavarṣī bālāñca śubhalakṣaṇām |
mantrī snātvātha śuddhātmā kuryāddevi kramārcanam || 10.21 ||

Vers 10.22

abhyaṅgasnānaśuddhāntāṃ pūjāsadanamānayet |
devatāsannidhau bālāmupaveśya samarcayet || 10.22 ||

Vers 10.23

gandhapuṣpādibhirdhūpairdīpaiśca kuladīpakaiḥ |
bhogyabhojyānnapānādyaiḥ kṣīrājyamadhumāṃsakaiḥ |
kadalīnārikelādiphalaistāṃ paritoṣayet || 10.23 ||

Vers 10.24

saśaktikaḥ svayaṃ devi prauḍhāntollāsasaṃyutaḥ |
yathāśakti japedekottaravṛddhyā'thavā manum || 10.24 ||

Vers 10.25

bālāmalaṅkṛtāṃ paśyan cintayet sveṣṭadevatām |
tatastāṃ devatābuddhyā namaskṛtya visarjayet || 10.25 ||

Vers 10.26

dvitīyāyāṃ dvivarṣāntāmekavarṣāñca pūjayet |
evaṃ tithau kumārīñca yajet pūrvadinārcitām || 10.26 ||

Vers 10.27

navamyāmekavarṣādi-navavarṣāntakanyakāḥ |
bālā śuddhā ca lalitā mālinī ca vasundharā |
sarasvatī ramā gaurī durgā ca nava kīrtitāḥ || 10.27 ||

Vers 10.28

tritārādyairnamo'ntaiśca devatāpadapaścimaiḥ |
nāmabhiśca caturthyantaiḥ pūjayettāḥ pṛthak pṛthak || 10.28 ||

Vers 10.29

baṭukaṃ pañcavarṣañca navavarṣaṃ gaṇeśvaram |
gandhapuṣpāmbarākalpairyathāvibhavavistaraiḥ || 10.29 ||

Vers 10.30

abhyarcya devatābuddhyā padārthaiḥ paritoṣayet |
svakāryaphalasiddhyarthaṃ vittaśāṭhyavivarjitaḥ || 10.30 ||

Vers 10.31

navarātraṃ japedekottaravṛddhyā krameṇa ca |
navarātrakṛtāṃ pūjāṃ devi devyai samarpayet || 10.31 ||

Vers 10.32

tāmbūlaṃ dakṣiṇāṃ dattvā kumārīstā visarjayet |
evaṃ navakumārīṇāmarcanaṃ prātavatsaram || 10.32 ||

Vers 10.33

yaḥ karoti sa puṇyātmā devatāprītimāpnuyāt |
mano'bhilāṣaṃ samprāpya nivasettava sannidhau || 10.33 ||

Vers 10.34

athavā yauvanārūḍhāḥ pramadā nava pārvati |
manojñāḥ pūjayedbhaktyā navarātriṣu mantravit || 10.34 ||

Vers 10.35

hṛllekhāṃ gaganāṃ raktāṃ mahocchuṣmāṃ karālikām |
icchāṃ jñānāṃ kriyāṃ durgāṃ baṭukañca gaṇeśvaram |
pūrvavat pūrvamadyādyaiḥ padārthaiḥ paritoṣayet || 10.35 ||

Vers 10.36

prauḍhāntollāsasaṃyuktāḥ santuṣṭā yadi tāḥ priye |
sādhakastuṣṭimāsādya nivasettava sannidhau || 10.36 ||

Vers 10.37

evaṃ yaḥ pūjayeddevi prativarṣaṃ yatavrataḥ |
ṣaṇmāse vā trimāse vā māse māse'thavā priye || 10.37 ||

Vers 10.38

tisro vā pañca vā sapta pūjayeddevatādhiyā |
sarvaiśvaryasamṛddhātmā sa bhavedāvayoḥ priyaḥ || 10.38 ||

Vers 10.39

bhṛguvāre kuleśāni kāntāmārūḍhayauvanām |
sarvalakṣaṇasampannāmanukūlāṃ manoramām || 10.39 ||

Vers 10.40

kulākulāṣṭakāṃ devi nimantryāhūya puṣpiṇīm |
abhyaṅgasnānaśuddhāṅgīmāsane copaveśayet || 10.40 ||

Vers 10.41

gandhapuṣpāmbarākalpairalaṅkṛtya vidhānavit |
ātmānaṃ gandhapuṣpādyairalaṅkuryāt kuleśvari || 10.41 ||

Vers 10.42

āvāhya devatāṃ tasyāṃ yajennyāsakrameṇa ca |
kṛtvā kramārcanaṃ dhūpadīpāñca kuladīpakān || 10.42 ||

Vers 10.43

pradarśya devatābuddhyā padārthaiḥ ṣaḍrasānvitaiḥ |
māṃsādibhakṣyabhojyādyaistoṣayeddevi bhaktitaḥ || 10.43 ||

Vers 10.44

prauḍhāntollāsasahitāṃ tāṃ prapaśyan japenmanum |
yauvanollāsasahitaḥ svayaṃ taddhyānatatparaḥ || 10.44 ||

Vers 10.45

nirvikāreṇa cittena hyaṣṭottarasahasrakam |
japādikaṃ samarpyātha tayā saha niśāṃ nayet || 10.45 ||

Vers 10.46

tripañcasaptanavasu bhṛguvāreṣu yaḥ priye |
pūjayedvidhinā'nena tasya puṇyaṃ na gaṇyate || 10.46 ||

Vers 10.47

catuḥ pīṭhārcanaphalaṃ sa prāpnoti kuleśvari |
yad yat svamanaso'bhīṣṭaṃ tattadāpnotyasaṃśayam || 10.47 ||

Vers 10.48

navamyāṃ vārcayedevaṃ vidhānena vidhānavit |
stotraiḥ sampūjayet sarvairmahadaiśvaryamāpnuyāt || 10.48 ||

Vers 10.49

kuryāt karkaṭake vāpi makare mithunārcanam |
tulāyāṃ siṃhameṣe vā sarvasaṅkrāntiṣu priye || 10.49 ||

Vers 10.50

gaurīśivau ramāviṣṇū vāṇīsarasijāsanau |
śacīndrau rohiṇīcandrau svāhāgnī ca prabhāravī || 10.50 ||

Vers 10.51

bhadrakālīvīrabhadrau bhairavībhairavāvapi |
mithunāni navābhyarcya pūrvoktenaiva vartmanā || 10.51 ||

Vers 10.52

tritārādinamo'ntena tattannāmnā vidhānavit |
gandhapuṣpādibhiḥ pūjya madyādyaiḥ paritoṣayet || 10.52 ||

Vers 10.53

prauḍhāntollāsayuktāni kurvīta mithunāni ca |
evaṃ kṛte na sandehastuṣṭā mithunadevatāḥ |
anugṛhṇanti taṃ devi prayacchanti manoratham || 10.53 ||

Vers 10.54

prativarṣantu yaḥ kuryāt sabhaktyā mithunārcanam |
tava loke sa nivaset sarvaiśvaryasamanvitaḥ || 10.54 ||

Vers 10.55

atha vaiśākhamāsasya śuklapratipadīśvari |
brāhme muhūrte utthāya snānaṃ sandhyāmupāsya ca || 10.55 ||

Vers 10.56

manojñe rahasi sthāne pūrvāśābhimukhasthitaḥ |
ātmānaṃ gandhapuṣpādyairalaṅkṛtya vidhānavit || 10.56 ||

Vers 10.57

kṛtvā puroditanyāsān devatābhāvamāsthitaḥ |
kiñcidabhyudite sūrye maṇḍale sveṣṭadevatām || 10.57 ||

Vers 10.58

dhyātvā sāvaraṇāṃ samyak pūjayedvidhinā priye |
ṣoḍaśairupacāraistu cakrapūjāpuraḥsaram || 10.58 ||

Vers 10.59

kuladīpān pradarśyātha śivāya gururūpiṇe |
matsyamāṃsādi vidhivadbhakṣya bhojyasamanvitam || 10.59 ||

Vers 10.60

arghyaṃ nivedya taccheṣaṃ svayaṃ bhaktyā pibet priye |
yauvanollāsasahito nirvikāreṇa cetasā || 10.60 ||

Vers 10.61

dhyāyaṃstanmaṇḍalaṃ devīmaṣṭottarasahasrakam |
japtvā samarpya tatpūjāṃ devatāñca samuddharet || 10.61 ||

Vers 10.62

evaṃ śuklapratipadaṃ samārabhya dine dine |
kuryājjapārcanaṃ kṛṣṇacaturdaśyantamambike || 10.62 ||

Vers 10.63

amāvasyādine devi pūjayecchaktikaulikān |
tripañcasapta nava vā vittalobhavivarjitaḥ || 10.63 ||

Vers 10.64

evaṃ yo māsamātrantu kuryāt sūryodayārcanam |
devatā tasya santuṣṭā dadāti phalamīpsitam || 10.64 ||

Vers 10.65

mādhyāhne cārcayeddevaṃ sāyāhne cārcayet priye |
sa tu tatphalamāpnoti yoginīnāṃ priyo bhavet || 10.65 ||

Vers 10.66

trisandhāṃ yo'rcayedevaṃ māsamātraṃ vidhānavit |
kāṅkṣitāṃ labhate siddhiṃ devavad vicared bhuvi || 10.66 ||

Vers 10.67

māghaśuklapratipadi divāhāravivarjitaḥ |
snātvā śuklāmbaradharaḥ sāyaṃ sandhyāmupāsya ca || 10.67 ||

Vers 10.68

sūryārcanoktamārgeṇa sarvadravyasamanvitaḥ |
yauvanollāsasahitaścandrasthāṃ devatāṃ smaran || 10.68 ||

Vers 10.69

candrāstamayaparyantaṃ japenmantrananyadhīḥ |
evaṃ pratidinaṃ śuklacaturdaśyantamarcayet || 10.69 ||

Vers 10.70

paurṇamāsyāṃ yathāśaktyā pūjayecchaktikaulikān |
evaṃ yaḥ kurute bhaktyā śuklapakṣārcanaṃ priye || 10.70 ||

Vers 10.71

sarva pāpaviśuddhātmā sarvaiśvaryasamanvitaḥ |
sarvalokaikasampūjyaḥ śivavannivased bhuvi || 10.71 ||

Vers 10.72

śuklapakṣe'rcanaṃ yadvattadvat pakṣe sitetare |
yaḥ karoti vidhānena sarvān kāmān samaśnute || 10.72 ||

Vers 10.73

iha bhuktvā'khilān bhogān devavat priyadarśanaḥ |
yoginīvīramelanaṃ labhate nātra saṃśayaḥ || 10.73 ||

Vers 10.74

atha kāttīkamāsasya śuklapratipadīśvari |
snātvācamya viśuddhātmā nyāsān kṛtvā puroditān || 10.74 ||

Vers 10.75

prasupte jīvaloke tu muditātmā mahāniśi |
pūrvārcanokta vidhinā sarvadravyasamanvitaḥ || 10.75 ||

Vers 10.76

ājyenānāmikāsthūlavattīṃ prajvālya pārvati |
pañcavarṇarajaścitravasupatrasaroruhe || 10.76 ||

Vers 10.77

madhupūrṇe ca kalase kāṃsyapātre manohare |
dīpaṃ saṃsthāpya purata uttarābhimukhasthitaḥ || 10.77 ||

Vers 10.78

dīpe sāvaraṇāṃ devīṃ dhyātvā vidhivadarcayet |
yauvanollāsasahito dīpasthāṃ devatāṃ smaran || 10.78 ||

Vers 10.79

aṣṭottarasahasrantu japenmantramananyadhīḥ |
evaṃ samarcayet kṛṣṇacaturdaśyantamambike || 10.79 ||

Vers 10.80

amāvāsyādine bhaktyā pūjayecchaktikaulikān |
evaṃ kṛte kuleśāni devatā prītimāpnuyāt || 10.80 ||

Vers 10.81

sarvakāmasamṛddhātmā sarvaiśvaryasamanvitaḥ |
sarvalokaikasammānyaḥ sañcaret sa yathāsukham || 10.81 ||

Vers 10.82

aṣṭāṣṭakārcanaṃ kuryāt śaktaścedekavāsare |
athavāṣṭāṣṭadivaseṣvatha dvyaṣṭadineṣu ca |
dvātriṃśaddivaseṣvevaṃ catuḥṣaṣṭidineṣu ca || 10.82 ||

Vers 10.83

guruṇā kārayeddevi kramajñenāpareṇa vā |
kramajñaścet svayaṃ kuryādvittaśāṭhyavivarjitaḥ || 10.83 ||

Vers 10.84

mūlāṣṭakantu brahmādyāścāsitāṅgādibhairavāḥ |
maṅgalādyaiśca mithunairaṣṭabhiḥ śabditāḥ priye || 10.84 ||

Vers 10.85

mūlāṣṭakodbhavānīti prasiddhāni kulāgame |
akṣobhyādicatuḥṣaṣṭimithunāni samarcayet || 10.85 ||

Vers 10.86

pūrvoktena vidhānena yathāvibhavavistaram |
kramalopaṃ na kurvīta sveṣṭakāryārthasiddhaye || 10.86 ||

Vers 10.87

gandhapuṣpākṣatādyaiśca matsyamāṃsāsavādibhiḥ |
bhakṣyabhojyādibhirnānāpadārthaiḥ ṣaḍrasānvitaiḥ |
samyak santoṣayeddevi mithunānyatibhaktitaḥ || 10.87 ||

Vers 10.88

prauḍhāntollāsaparyantaṃ kuryāt śrīcakramambike |
evaṃ yaḥ kurute devi sakṛdaṣṭāṣṭakārcanam || 10.88 ||

Vers 10.89

brahmaviṣṇumaheśādidevatābhiḥ sa pūjyate |
kiṃ punarmānavādyaiśca sākṣāt śiva ivāparaḥ || 10.89 ||

Vers 10.90

yadarcanāccatuḥṣaṣṭiyoginīgaṇasaṃstutaḥ |
punarāvṛttirahito nivasettava sannidhau || 10.90 ||

Vers 10.91

samastadevatāprītikāraṇaṃ parameśvari |
asmāt paratarā pūjā nāsti satyaṃ na saṃśayaḥ || 10.91 ||

Vers 10.92

paśyadevaṃvidhaṃ cakraṃ yo bhaktyāṣṭāṣṭakaṃ priye |
yajñadānatapastīrthavratakoṭiphalaṃ labhet || 10.92 ||

Vers 10.93

rājā yaḥ kārayeddevi bhaktyāṣṭāṣṭakapūjanam |
catuḥsāgaraparyantāṃ mahīṃ śāsti na saṃśayaḥ || 10.93 ||

Vers 10.94

śrīkaṇṭhādīni pañcāśanmithunāni samarcayet |
pūrvoktena vidhānena kuleśvari vidhānavit || 10.94 ||

Vers 10.95

svakāryaphalasiddhyarthaṃ vittaśāṭhyavivarjitaḥ |
prauḍhāntollāsayuktāni mithunāni samarcayet || 10.95 ||

Vers 10.96

santuṣṭāni prayacchanti sādhakāyepsitaṃ phalam |
avyāhatājñaḥ sarvatra pūjyate devavat priye |
tava loke vaseddevi brahmādisurasaṃstutaḥ || 10.96 ||

Vers 10.97

keśavādi gaṇeśādi kāmādi mithunāni ca |
śrīkaṇṭhādi samabhyarcya tatphalaṃ labhate dhruvam || 10.97 ||

Vers 10.98

anugrahantu yaḥ kuryāt ḍākinyādisamarcane |
māse māse'thavā varṣe svajanmadivase priye || 10.98 ||

Vers 10.99

pūrvoktena vidhānena yathāvibhavavistaram |
prauḍhāntollāsaparyantaṃ toṣayettadvidhānavit || 10.99 ||

Vers 10.100

kurvantyanugrahaṃ devi santuṣṭāḥ sarvadevatāḥ |
sarvopadrava rahitaḥ sarvaiśvaryasamanvitaḥ || 10.100 ||

Vers 10.101

loke'smin saṃstutaḥ sarvaiḥ sa jīveccharadāṃ śatam |
dehānte samavāpnoti tava lokaṃ na saṃśayaḥ || 10.101 ||

Vers 10.102

dūtīyāgantu yaḥ kuryāt pūrvoktavidhinā priye |
nirvikalpena cittena navaśaktisamanvitaḥ || 10.102 ||

Vers 10.103

varṣe varṣe catuḥṣaṣṭipīṭhārcanaphalaṃ labhet |
ājñāsiddhirbhavettasya devatāprītimāpnuyāt || 10.103 ||

Vers 10.104

trikapūjāntu yaḥ kuryādicchājñānakriyātmikām |
āgamokteta vidhinā pūrvavettadvidhānavit || 10.104 ||

Vers 10.105

padārthaistoṣayet samyak yathāvibhavavistaram |
santuṣṭā devatāstisraḥ sarvakarmaphalapradāḥ |
deveśi sādhakābhīṣṭaṃ prayacchanti na saṃśayaḥ || 10.105 ||

Vers 10.106

ityādidevatāpūjāṃ viśeṣadivaseṣu yaḥ |
karoti śastravidhinā sa bhavedāvayoḥ priyaḥ || 10.106 ||

Vers 10.107

śrīcakraṃ kauliko mohādviśeṣadivaseṣu yaḥ |
na karoti samarthaḥ san sa bhaved yoginīpaśuḥ || 10.107 ||

Vers 10.108

kulapūjāṃ vinā cakre nādhikāraḥ kathañcana |
kulapūjāṃ suniyataṃ yaḥ karoti sa kaulikaḥ || 10.108 ||

Vers 10.109

vinā mantreṇa pūjā ceddevatā na prasīdati |
kulapūjāṃ suniyataṃ yaḥ karoti hi kaulikaḥ |
kuleśi sarvadāpnoti yoginīvīramelanam || 10.109 ||

Vers 10.110

nīco'pi vā sakṛdbhaktyā kārayed yaḥ kulārcanam |
sa sadgatimavāpnoti kimutānye dvijātayaḥ || 10.110 ||

Vers 10.111

tasmāt sarvaprayatnena sarvāvasthāsu sarvadā |
kulapūjārato bhūyādabhīṣṭaphalasiddhaye || 10.111 ||

Vers 10.112

kulapūjādhiko yajñaḥ kulapūjādhikaṃ vratam |
kulapūjādhikaṃ tīrthaṃ kulapūjādhikaṃ tapaḥ || 10.112 ||

Vers 10.113

kulapūjādhikaṃ dānaṃ kulapūjādhikā kriyā |
kulapūjādhikaṃ jñānaṃ kulapūjādhikaṃ sukham || 10.113 ||

Vers 10.114

kulapūjādhiko dharmaḥ kulapūjādhikaṃ phalam |
kulapūjādhikaṃ dhyānaṃ kulapūjādhikaṃ mahaḥ || 10.114 ||

Vers 10.115

kulapūjādhiko yogaḥ kulapūjādhikā gatiḥ |
kulapūjādhikaṃ bhāgyaṃ kulapūjādhikā'rcanā || 10.115 ||

Vers 10.116

nāsti nāsti punarnāsti tvāṃ śape kulanāyike |
bahunātra kimuktena rahasyaṃ śṛṇu pārvati || 10.116 ||

Vers 10.117

vedaśāstroktamārgeṇa kulapūjāṃ karoti yaḥ |
tatsamīpe sthitaṃ māṃ tvāṃ viddhi nānyatra bhāminī |
idaṃ satyamidaṃ satyaṃ satyaṃ satyaṃ na saṃśayaḥ || 10.117 ||

Vers 10.118

khabhūmidigjalagirivanasarvacarāḥ priye |
sahasrakoṭiyoginyastāvanto bhairavā api |
niyuktā hi mayā devi kulasaṃrakṣaṇāya ca || 10.118 ||

Vers 10.119

divase divase sarve pārvati muditānanāḥ |
sādhakāneva vīkṣante svasvapūjanalipsayā || 10.119 ||

Vers 10.120

apūjitāstu vighnanti pālayanti supūjitāḥ |
gurubhaktān sadācārān guhyadharmān sadāśivān || 10.120 ||

Vers 10.121

bhaktihīnān durācārān nāśayanti prakāśakān |
śrīcakre saṃsmarettasmād yoginībhairavān priye || 10.121 ||

Vers 10.122

na smared yadi mūḍhātmā yoginīnāṃ bhavet paśuḥ |
tasmāt śrīcakramadhye tu saṃsmaret sarvadevatāḥ || 10.122 ||

Vers 10.123

anugṛhṇanti deveśi sādhakān nātra saṃśayaḥ |
anugrahantu vakṣyāmi śṛṇu devi yathākramam || 10.123 ||

Vers 10.124

ātmano'nugrahārthaṃ vā parārthaṃ śreṣṭhamuttamam |
śucidravyasamāyuktaṃ cakrapūjāsamanvitam || 10.124 ||

Vers 10.125

sarveṣāṃ dakṣiṇāṃ dattvā homapātraṃ pṛthaka pṛthak |
prapūjayecca varṇasthāḥ sarvābharaṇabhūṣitāḥ || 10.125 ||

Vers 10.126

harṣānandasvayaṃyuktāḥ prasannāśca pṛthak pṛthak |
pāyasājyaudanairyuktairnaivedyairbhaktisaṃyutaiḥ || 10.126 ||

Vers 10.127

gandhapuṣpādibhiḥ samyagarcayitvā gaṇeśvaram |
hasakha phreṃ hesauṃ(hsaum) ḍāṃ ḍīṃ ḍamalavarayūṃ tataḥ || 10.127 ||

Vers 10.128

śrīpādukāṃ hesau(hsau)miti ca hasakhaphreṃ puṭantataḥ |
saṅkalpya manaso'bhīṣṭaṃ madhuratritayaḥ priye || 10.128 ||

Vers 10.129

gandhapuṣpādibhiḥ samyagarcayitvā pṛthak pṛthak |
pūjayitvepsitān kāmān prārthayet kamalānane || 10.129 ||

Vers 10.130

īpsitāni ca sarvāṇi sādhako labhate varam |
ātmanaśca parasyāpi rakṣārthaṃ pūjayet priye || 10.130 ||

Vers 10.131

rogāṇāṃ nāśanārthañca yathātra putrasiddhaye |
vaśyārthaṃ maṅgalārthañca dharmakarmārthasiddhaye || 10.131 ||

Vers 10.132

saptāhaṃ pūjayeddevi caturdaśadināni ca |
ekaviṃśadinānyatra labhate cepsitaṃ phalam || 10.132 ||

Vers 10.133

dakṣiṇāñca pṛthag dadyādvastrabhūṣāṅgurīyakam |
kulāṣṭakasamāyuktaṃ catuḥṣaṣṭisamanvitam || 10.133 ||

Vers 10.134

arcitañca prayatnena siddhirbhavatyanekaśaḥ |
vittaśāṭhyaṃ na kurvīta yadīcchet siddhimātmanaḥ || 10.134 ||

Vers 10.135

evaṃ ṣaṭkaṃ samākhyātamanugrahaṃ varānane |
arcitavyaṃ prayatnena sādhakaiḥ sveṣṭasiddhaye || 10.135 ||

Vers 10.136

dhyātvaiva pūjayedetā ḍākinyādyā varānane |
sampūjya saptamīṃ devīṃ pūjayet sarvasiddhaye || 10.136 ||

Vers 10.137

śaktidehasamutpannaṃ śaktinirmālyabhojane |
svavargeṇa samāyuktā dattanirmālyamityapi |
pratigṛhṇayugaṃ svāhā iti nirmālyasarjanam || 10.137 ||

Vers 10.138

ḍākinī sarpavadanā vitajā jvalanaprabhā |
kamaṇḍaluṃ kartṛkāñca dhārayantī varapradā || 10.138 ||

Vers 10.139

ulūkavadanā devī rākiṇī nīlasannibhā |
khaḍgakheṭakasaṃyuktā sarvālaṅkārabhūṣitā || 10.139 ||

Vers 10.140

lākinī śrīkapālāḍhyā pāśāṅkuśadharā satī |
pāṭalīpuṣpasaṅkāśā sarvābharaṇabhūṣitā || 10.140 ||

Vers 10.141

kākinī hayavaktrā ca māṇikyasadṛśaprabhā |
trimukhī muṇḍasaṃyuktā siddhidā sarvaśobhanā || 10.141 ||

Vers 10.142

śākinī tvañjanaprakhyā mārjārāsyā suśobhanā |
kuliśañca tathā daṇḍaṃ dhārayantī śucismitā || 10.142 ||

Vers 10.143

hākinī ṛkṣavadanā nīlanīradasannibhā |
kapālaśūlahastā ca kheṭakairupaśobhitā |
ekadvitricatuḥpañcaṣaṇmukhī sarabhābhayā || 10.143 ||

Vers 10.144

iti te kathitaṃ kiñcidviśeṣadivasārcanam |
samāsena kuleśāni kimbhūyaḥ śrotumicchasi || 10.144 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
viśeṣadivasārcanaṃ nāma daśamollāsaḥ || 10 ||

11. Ullasa

athaikādaśollāsaḥ

Vers 11.1

śrī devyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi sarvalokaikapūjita |
kulācārakramaṃ deva vada me karuṇānidhe || 11.1 ||

Vers 11.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa paśupāśaiḥ pramucyate || 11.2 ||

Vers 11.3

yadi ceddīkṣito jyeṣṭhaḥ kulapūjādivarjitaḥ |
tatkaniṣṭhaḥ kramajñaścet kulapūjāṃ samācaret || 11.3 ||

Vers 11.4

tatsamīpaṃ tato gatvā namaskṛtya guruṃ yathā |
tasmai nivedya tatsarvaṃ śeṣa bhuñjīta pārvatī || 11.4 ||

Vers 11.5

pūjāmadhye gurau jyeṣṭhe pūjye vāpi samāgate |
natvā brūyāt sthitaṃ śiṣṭamācarettadanujñayā || 11.5 ||

Vers 11.6

jyeṣṭhasya ca kaniṣṭhasya śiṣyāvekatra saṃsthitau |
tatra pūrvavadācāraḥ kathitaḥ kulanāyike || 11.6 ||

Vers 11.7

ajñātakaulike prāpte paurvāparyantu cintayet |
smṛtvā svasya guruṃ devi svasya mārgeṇa tarpayet || 11.7 ||

Vers 11.8

nityārcanaṃ dine kuryādrātrau naimittikārcanam |
ubhayoḥ kāmyakarmāṇi ceti śāstrasya nirṇayaḥ || 11.8 ||

Vers 11.9

asnātvā'nāsanastho vā bhuktvā vā pralapannapi |
gandhapuṣpākṣatā kalpavastrādyairanalaṅkṛtaḥ |
avinyastaśarīro vā kulapūjāṃ na cācaret || 11.9 ||

Vers 11.10

vinā mantreṇa yā pūjā vinā māṃsena tarpaṇam |
vinā śaktyā tu yatpānaṃ niṣphalaṃ kathitaṃ priye || 11.10 ||

Vers 11.11

śrīcakrameko vā kuryādekapātrantu nārcayet |
nārcayedekahastena na pibedekapāṇinā || 11.11 ||

Vers 11.12

matsyamāṃsāsavairdevi nārcayet paśusannidhau |
praṇamya praviśeccakraṃ vinirgacchetpraṇamya ca || 11.12 ||

Vers 11.13

śrīcakre nāsane tiṣṭhenna ca vīrāsane priye |
śrīcakradarśane devi netrayoḥ pāpanāśanam |
tannāsti ced vraṇadvandvaṃ kaulikasyākṣiyugmakam || 11.13 ||

Vers 11.14

anācārān sadācārān cakrasthān śaktikaulikān |
śivagaurīdhiyā devi bhāvayennāvamānayet || 11.14 ||

Vers 11.15

kulācāryagṛhaṃ gatvā bhaktyā pāpaviśuddhaye |
yācedamṛtañcānnañca tadabhāve jalaṃ pibet || 11.15 ||

Vers 11.16

kulācāryeṇa tacchaktyā dattaṃ pātrañca bhaktitaḥ |
namaskṛtya tu gṛhṇīyādanyathā narakaṃ vrajet || 11.16 ||

Vers 11.17

asnātvā vāpyabhaktyā vā lobhādvāpi kuleśvari |
yaḥ seveta kuladravyaṃ dāridryaṃ samavāpnuyāt || 11.17 ||

Vers 11.18

uṣṇīṣī kañcukī nagno muktakeśo gaṇāvṛtaḥ |
vyagro ruṣṭo vivādī ca na seveta kulāmṛtam || 11.18 ||

Vers 11.19

yogāmṛtena niṣṭhīvānmadyabhāṇḍaparibhramāt |
ūrdhva nālena pānācca devatāśāpamāpnuyāt || 11.19 ||

Vers 11.20

ekāsane niviṣṭastu bhuñjānastvekabhājane |
ekapātre pibeddravyaṃ te yānti narakaṃ priye || 11.20 ||

Vers 11.21

yaḥ seveta kuladravyamekagrāme sthite gurau |
tatkulajñe ca tatputre svajeṣṭhe kuladeśike |
vinānujñāṃ maheśāni so'kṣayaṃ narakaṃ vrajet || 11.21 ||

Vers 11.22

ucchiṣṭo na spṛśeccakre kuladravyāṇi pārvati |
bahiḥprakṣālya ca karau kuladravyāṇi dāpayet || 11.22 ||

Vers 11.23

madyabhāṇḍaṃ samudhṛtca na pātraṃ pūrayet priye |
bhogapātraṃ surākuṇḍe nikṣipenna kadācana || 11.23 ||

Vers 11.24

cakramadhye śucidhiyā karaprakṣālanādikam |
yaḥ karoti hi mūḍhātmā sa bhavedāpadāmpadam || 11.24 ||

Vers 11.25

niṣṭhīvanaṃ malaṃ mūtramadhovāyuvisarjanam |
śrīcakramadhye yaḥ kuryāt sa bhaved yoginīpaśuḥ || 11.25 ||

Vers 11.26

cakramadhye ghaṭe bhagne pātre ca patite bhuvi |
dīpanāśe ca śāntyarthaṃ śrīcakraṃ kārayet priye || 11.26 ||

Vers 11.27

mattā japanti dhyāyanti stuvanti praṇamanti ca |
bodhayanti ca pṛcchanti nandanti jñāninaḥ priye || 11.27 ||

Vers 11.28

mattā bhramanti garjanti hasanti vivadanti ca |
rudanti striyamicchanti nindantyajñāninaḥ priye || 11.28 ||

Vers 11.29

parihāsaṃ pralāpañca vitaṇḍāṃ bahubhāṣitam |
audāsīnyaṃ bhayaṃ krodhaṃ cakramadhye vivarjayet || 11.29 ||

Vers 11.30

pātrahasto mahādevi na bhrameccakramadhyataḥ |
pūrṇapātraṃ kare kṛtvā na tiṣṭhettu ciraṃ priye || 11.30 ||

Vers 11.31

nālapet pātrahastaḥ san na bhindyāt pātramambike |
pādābhyāṃ na spṛśet pātraṃ na binduṃ pātayedadhaḥ || 11.31 ||

Vers 11.32

naikahastena dātavyaṃ na mudrāvarjitaṃ priye |
pātraṃ na cālayeta sthānānna kuryāt pātrasaṅkaram || 11.32 ||

Vers 11.33

saśabdaṃ na pibenmadyaṃ tathaiva na ca pūrayet |
nānyonyaṃ tāḍayetpātraṃ tathā na pātayedadhaḥ || 11.33 ||

Vers 11.34

sādhāraṃ noddharet pātramanādhāre na nikṣipet |
riktapātraṃ na kurvīta na pātraṃ bhrāmayet priye || 11.34 ||

Vers 11.35

na pātraṃ laṅghayeddhīmān pātraṃ notpātayet priye |
prakṣālya gopayet pātramityājñā parameśvari || 11.35 ||

Vers 11.36

yadā sandīpitollāsaḥ kaulikaḥ paśumīkṣate |
paṭhedvā paśuśāstrāṇi saṅgacchedvā paśustriyam || 11.36 ||

Vers 11.37

kuryāt paśuprasaṅgaṃ vā paśukāryāṇi vā caret |
dharmārthāyuryaśaḥpuṇyamarthasaukhyādi naśyati || 11.37 ||

Vers 11.38

śrīcakrasthaṃ kuladravyaṃ yaḥ paśubhyaḥ prayacchati |
snehāllobhādbhayādvāpi sa bhaved yoginīpaśuḥ || 11.38 ||

Vers 11.39

ripuṇāpi na kartavyo vāgvādaścakramadhyataḥ |
pitṛmātṛsamaṃ paśyettenoktaṃ paruṣaṃ sahet || 11.39 ||

Vers 11.40

yathāstrīputramitrādi dṛṣṭvā cetaḥ prahṛṣyati |
tathā cet kaulikān dṛṣṭvā sa bhaved yoginīpriyaḥ || 11.40 ||

Vers 11.41

brahmādistambaparyantaṃ yasya me gurusantatiḥ |
yasya me sarvaśiṣyasya ko na pūjyo mahītale |
ddati niścitabuddhiryaḥ sa bhavedāvayoḥ priyaḥ || 11.41 ||

Vers 11.42

ahaṃ gururahaṃ jyeṣṭhastvahaṃ vedmīti garvitaḥ |
ahameva gatiryeṣāṃ kaulikā na bhavanti te || 11.42 ||

Vers 11.43

śrīguruṃ kulaśāstrāṇi pūjāsthānāni yāni ca |
bhaktyā śrīpūrvakaṃ devi praṇamya parikīrtayet || 11.43 ||

Vers 11.44

guruṃ nāmnā na bhāveta japakālādṛte priye |
śrīnātha deva svāmīti vivāde sādhane vadet || 11.44 ||

Vers 11.45

śrīguroḥ pādukāṃ mudrāṃ mūlamantraṃ svapādukām |
śiṣyādanyasya deveśi na vaded yasya kasyacit || 11.45 ||

Vers 11.46

pāramparyāgamāmnāyaṃ mantrācārādikaṃ priye |
sarva gurumukhāllabdhaṃ saphalaṃ syānna cānyathā || 11.46 ||

Vers 11.47

śrīśāstrāśrayamūlañca pustakaṃ na vadet priye |
nityaṃ samarcayedbhaktyā paśuhaste na nikṣipet || 11.47 ||

Vers 11.48

svadāravanniṣeveta kulaśāstrāṇi pārvati |
paśuśāstrāṇi sarvāṇi varjayet paradāravat || 11.48 ||

Vers 11.49

svacarmasthaṃ yathā kṣīramapeyaṃ syād dvijottamaiḥ |
tathā paśumukhāddharmo na śrotavyo hi kaulikaiḥ || 11.49 ||

Vers 11.50

yaḥ śṛṇoti kulācāraṃ yathāśāstrañca yo vadet |
tāvubhau gacchataḥ sākṣād yoginīvīramelanam || 11.50 ||

Vers 11.51

aśraddhadhānā ye cātra kuladharme kuleśvari |
narakānno nivartante yāvadāhūta samplavam || 11.51 ||

Vers 11.52

ūḍhā dhṛtā tathā krītā mūlyena ca samāhṛtā |
sakṛt kāmaratā vāpi pañcadhā guruyoṣitaḥ |
alaṅghyāḥ pūjanīyāḥ syurguruvadguruyoṣitaḥ || 11.52 ||

Vers 11.53

guruśaktiṃ vīrabhāryāṃ kumārīṃ vratadhāriṇīm |
vyaṅgāṅgī vikṛtāṅgīñca kubjāmapi na kāmayet || 11.53 ||

Vers 11.54

sutāñca bhaginīṃ pautrīṃ snuṣāṃ vāpi priyāmapi |
na kāmayed guroragre kuryānnānyonyasaṅgraham || 11.54 ||

Vers 11.55

kṛṣṇāṃśukāṃ kṛṣṇavarṇāṃ kumārīñca kṛśodarīm |
manoharāṃ yauvanasthāmarcayeddevatādhiyā || 11.55 ||

Vers 11.56

ekadāpi na seveta balena kulayoginīm |
cakramadhye svayaṃ kṣubdhāṃ kāmayet kulasundari || 11.56 ||

Vers 11.57

āmamāṃsaṃ surākumbhaṃ mattebhaṃ siddhiliṅginam |
sahakāramaśokañca krīḍālolāḥ kumārikāḥ || 11.57 ||

Vers 11.58

ekravṛkṣaṃ śmaśānañca samūhaṃ yoṣatāmapi |
nārīñca raktavasanāṃ dṛṣṭvā vandeta bhaktitaḥ || 11.58 ||

Vers 11.59

guruśaktisutajyeṣṭhakaniṣṭhān kuladeśikān |
kuladarśanaśāstrāṇi kuladravyāṇi kaulikān || 11.59 ||

Vers 11.60

prerakān sūcakāṃścāpi vācakān darśakāṃstathā |
śikṣakān bodhakān yogī yoginīsiddhirūpakān || 11.60 ||

Vers 11.61

kanyāṃ kumārikāṃ nagnāmunmattāṃ vāpi yoṣitam |
na nindenna jugupseta na hasennāvamānayet || 11.61 ||

Vers 11.62

nāpriyaṃ nānṛtaṃ brūyāt kasyāpi kulayoginaḥ |
kurūpā ceti kṛṣṇeti na vadet kulayoṣitam || 11.62 ||

Vers 11.63

parīkṣayenna bhaktānāṃ vīrāṇāñca kṛtākṛtam |
na paśyedvanitāṃ nagnāmunmattāṃ prakaṭastanīm || 11.63 ||

Vers 11.64

divase na ramennārīṃ tadyoniṃ naiva vīkṣayet |
yā kācidaṅganā loke sā mātṛ kulasambhavā || 11.64 ||

Vers 11.65

kupyanti kulayoginyo vanitānāṃ vyatikramāt |
striyaṃ śatāparādhāñcet puṣpeṇāpi na tāḍayet |
doṣānna gaṇayet strīṇāṃ guṇāneva prakāśayet || 11.65 ||

Vers 11.66

tiṣṭhanti kulayoginyaḥ kulavṛkṣeṣu sarvadā |
tatpatreṣu na bhoktavyamarcayettu viśeṣataḥ || 11.66 ||

Vers 11.67

na svapet kulavṛkṣādho na copadravamācaret |
dṛṣṭvā bhaktyā namaskuryācchedayenna kadācana || 11.67 ||

Vers 11.68

śleṣmātakaṃ karañjākhyaṃ nimbāśvatthakadambakāḥ |
bilvavaṭoḍumbarāśca tintiḍī navamī smṛtā || 11.68 ||

Vers 11.69

prāyaścittaṃ bhṛgoḥ pātaṃ sannyāsaṃ vratadhāraṇam |
tīrthayātrābhigamanaṃ kaulaḥ pañca vivarjayet || 11.69 ||

Vers 11.70

vīrahatyā vṛthāpānaṃ vīrapatnīniṣevaṇam |
vīradravyāpaharaṇam tatsaṃyogaśca pañcamaḥ |
mahāpātakamityuktaṃ kaulikānāṃ kulānvaye || 11.70 ||

Vers 11.71

śaive tattvaparijñānaṃ gāruḍe viṣabhakṣaṇam |
jyotiṣe grahaṇaṃ sāraṃ kaule'nugrahanigrahau || 11.71 ||

Vers 11.72

devatāguruśāstrāṇāṃ siddhācāraviḍambakāḥ |
vidyācauro gurudrohī brahmarākṣasatāṃ vrajet || 11.72 ||

Vers 11.73

guruvākyaṃ hataṃ kṛtvā vīrān nirbhartsya ca priye |
guruṃ huṅkṛtya tuṅkṛtya vīraṃ nijītya vādataḥ |
vikalpya kulaśāstrāṇi bhavanti brahmarākṣasāḥ || 11.73 ||

Vers 11.74

ekākṣarapradātāraṃ yo guruñcāvamānayet |
śvānaṃ yoniśataṃ gatvā caṇḍālatvamavāpnuyāt || 11.74 ||

Vers 11.75

mātaraṃ pitaraṃ bhāryāṃ bhrātaraṃ bāndhavaṃ sutam |
kulanindākaraṃ devi hanyādevāvicārayan || 11.75 ||

Vers 11.76

gurvarthaṃ devatārthaṃ vā kaulikārthaṃ kuleśvari |
kulāgamārthamathavā kuladharmārthameva vā || 11.76 ||

Vers 11.77

devi nindākaraṃ hatvā bādhitaḥ svayameva vā |
yastyajeddustyajaprāṇān sa pare līyate śive || 11.77 ||

Vers 11.78

ekasminnidhanaṃ yatra prāpite duṣṭacāriṇi |
bahūnāṃ bhavati kṣemaṃ puṇyaṃ tasya vadhe bhavet || 11.78 ||

Vers 11.79

śrīcakrakṛtavṛttāntaṃ śubhaṃ vā yadi vā'śubham |
kadācinnaiva vaktavyamityājñā parameśvari || 11.79 ||

Vers 11.80

kuladharmaprasaṅgañca paśūnāṃ purataḥ priye |
kadācinnaiva kurvīta śūdrāgre devapāṭhavat || 11.80 ||

Vers 11.81

pīṭhakṣetrāgamāmnāyaṃ tadvidyācārakaulikān |
kuladravyādikaṃ devi na vadet paśusannidhau || 11.81 ||

Vers 11.82

yathā rakṣati caurebhyo dhanadhānyādikaṃ priye |
kuladharmaṃ tathā devi paśubhyaḥ parirakṣayet || 11.82 ||

Vers 11.83

antaḥ kaulo bahiḥ śaivo janamadhye tu vaiṣṇavaḥ |
kaulaṃ sugopayeddevi nārikelaphalāmbuvat || 11.83 ||

Vers 11.84

kuladharmādikaṃ sarvaṃ sarvāvasthāsu sarvadā |
gopayecca prayatnena jananījāragarbhavat || 11.84 ||

Vers 11.85

vedaśāstrapurāṇāni spaṣṭāni gaṇikā iva |
iyantu śāmbhavī vidyā guptā kulavadhūriva || 11.85 ||

Vers 11.86

suguptakaulikācāramanugṛhṇanti devatāḥ |
vāñchāsiddhiṃ prayacchanti nāśayanti prakāśakān || 11.86 ||

Vers 11.87

kuleśi kulaśāstrajñāḥ kulapūjāparāyaṇāḥ |
ye tvāṃ rahasi sevante te tiṣṭhanti tavāntike || 11.87 ||

Vers 11.88

guruṃ prakāśayeddhīmān mantraṃ yatnena gopayet |
aprakāśaprakāśābhyāṃ naśyataḥ sampadāyuṣī || 11.88 ||

Vers 11.89

sarvācāraparibhraṣṭaḥ kulācāraṃ samāśrayet |
kulācāraparibhraṣṭo rauravaṃ narakaṃ vrajet || 11.89 ||

Vers 11.90

śāstreṣu niṣkṛtirdṛṣṭā mahāpātakināmapi |
kulabhraṣṭasya deveśi na dṛṣṭā niṣkṛtiḥ kvacit || 11.90 ||

Vers 11.91

kuladharma samāśritya ācāraṃ yo na pālayet |
yathecchacāriṇastasya mahāpātakinaḥ priye || 11.91 ||

Vers 11.92

āpado duritaṃ rogā dāridryaṃ kalaho bhayam |
yoginīnāṃ prakopaśca skhalitāni pade pade || 11.92 ||

Vers 11.93

bhraṃśamānaḥ pranaṣṭaśca tejohīno'tidurmatiḥ |
ninditaḥ sarvavidviṣṭo vihvalaḥ saṅgavarjitaḥ |
deśāddeśāntaraṃ yāti kāryahāniśca sarvadā || 11.93 ||

Vers 11.94

tatrāpi kulamārgasthāḥ śākinyaḥ kulapālikāḥ |
bhakṣayanti purā tāsāṃ varo datto mayeva tu || 11.94 ||

Vers 11.95

tasmādācāravān devi yoginīnāṃ priyo bhavet |
nāśayanti caturvedānanācārāḥ kuleśvari || 11.95 ||

Vers 11.96

pādukāmātrasārajñaḥ sadācāreṣu yantritaḥ |
sadācāreṇa devatvaṃ yoginīvīramelanam |
samprāpnuvanti tiryaktvaṃ kaulikāstadviparyayāt || 11.96 ||

Vers 11.97

ājñāsiddhamidaṃ kaulamanācārādvinaśyati |
ācārapālanāt satyamājñāsiddhirbhaviṣyati || 11.97 ||

Vers 11.98

nābhiṣeko na mantro vā na śāstrapaṭhanādikam |
kāraṇaṃ kuladharmasya sadācāraḥ kuleśvari || 11.98 ||

Vers 11.99

parā śrīpādukātattvatrayācārādivāsanāḥ |
yo vetti samayī sa syāt kaulikaścāpi śāmbhavi || 11.99 ||

Vers 11.100

tāvanna kauliko devi yāvanna samayīkṛtaḥ |
dehapāte vimokṣaḥ syāt samayācārapālanāt || 11.100 ||

Vers 11.101

saṃskāreṇa vihīnatvād guruvākyasya laṅghanāt |
ācāravarjanāddevi kaulikaḥ patito bhavet || 11.101 ||

Vers 11.102

nityaṃ naimittikaṃ dravyaṃ mantrayantrādilopanam |
anarhapaśuduḥsaṅgamantrasāṅkaryasambhavam || 11.102 ||

Vers 11.103

guptaprakaṭasambhūtaṃ jñānājñānakṛtaṃ priye |
evamādiṣu doṣeṣu pāpasya gurulāghavam || 11.103 ||

Vers 11.104

deśaṃ kālaṃ vayo vittaṃ samyag jñātvā yathāvidhi |
prāyaścittaṃ gururdadyāt sarvapāpaviśuddhaye || 11.104 ||

Vers 11.105

śiṣyo'pi guruṇājñaptaṃ prāyaścittaṃ samācaret |
athavā sarvapāpānāṃ gurunāmajapaḥ smṛtaḥ || 11.105 ||

Vers 11.106

jāmbūnadasya kaluṣaṃ pariśuddhaṃ yathāgninā |
anācārasya mālinyaṃ prāyañcittāgninā dahet || 11.106 ||

Vers 11.107

bahunātra kimuktena rahasyaṃ śṛṇu pārvatī |
varṇāśramāṇāṃ sarveṣāmācāraḥ sadgatipradaḥ || 11.107 ||

Vers 11.108

gurustrivāramācāraṃ kathayecca kuleśvari |
na gṛhṇāti hi śiṣyaścettadā pāpaṃ gurorna hi || 11.108 ||

Vers 11.109

mantridoṣaśca rājānaṃ jāyādoṣaḥ patiṃ yathā |
tathā prāpnotyasandehaṃ śiṣyapāpaṃ guruṃ priye || 11.109 ||

Vers 11.110

iti te kathitaṃ kiñcit samāsena kuleśvari |
kulācāravidhiṃ devi kimbhūyaḥ śrotumicchasi || 11.110 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
kulācārakathanaṃ nāma ekādaśollāsaḥ || 11 ||

12. Ullasa

atha dvādaśollāsaḥ

Vers 12.1

śrī devyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi pādukā bhaktilakṣaṇam |
ācāramapi deveśa vada me karuṇānidhe || 12.1 ||

Vers 12.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa bhaktirāśu prajāpate || 12.2 ||

Vers 12.3

vāgbhavā mūlavalaye sūtrādyāḥ kavalīkṛtāḥ |
evaṃ kulārṇave jñānaṃ pādukāyāṃ pratiṣṭhitam || 12.3 ||

Vers 12.4

koṭikoṭimahādānāt koṭikoṭimahāvratāt |
koṭikoṭimahāyajñāt parā śrīpādukāsmṛtiḥ || 12.4 ||

Vers 12.5

koṭikoṭimantrajāpāt koṭitīrthāvagāhanāt |
koṭidevārcanāddevi parā śrīpādukāsmṛtiḥ || 12.5 ||

Vers 12.6

mahāroge mahotpāte mahādoṣe mahābhaye |
mahāpadi mahāpāpe smṛtā rakṣati pādukā || 12.6 ||

Vers 12.7

durācāre durālāpe duḥsaṅge duṣpratigrahe |
durācāre ca durbuddhau smṛtā rakṣati pādukā || 12.7 ||

Vers 12.8

tenādhītaṃ smṛtaṃ jñātam iṣṭaṃ dattañca pūjitam |
jihvāgre vartate yasya sadā śrīpādukāsmṛtiḥ || 12.8 ||

Vers 12.9

sakṛt śrīpādukāṃ devi yo vā japati bhaktitaḥ |
sa sarvapāparahitaḥ prāpnoti paramāṃ gatim || 12.9 ||

Vers 12.10

śucirvāpyaśucirvāpi bhaktyā smarati pādukām |
anāyāsena dharmārthakāmamokṣān labhate saḥ || 12.10 ||

Vers 12.11

śrīnāthacaraṇāmbhojaṃ yasyāṃ diśi virājate |
tasyāṃ diśi namaskuryāt bhaktyā pratidinaṃ priye || 12.11 ||

Vers 12.12

na pādukāparo mantro na devaḥ śrīguroḥ paraḥ |
na hi śāktāt parā dīkṣā na puṇyaṃ kulapūjanāt || 12.12 ||

Vers 12.13

dhyānamūlaṃ gurormūrtiḥ pūjāmūlaṃ guroḥ padam |
mantramūlaṃ gurorvākyaṃ mokṣamūlaṃ guroḥ kṛpā || 12.13 ||

Vers 12.14

gurumūlāḥ kriyāḥ sarvā loke'smin kulanāyike |
tasmāt sevyo gurunītyaṃ siddhyarthaṃ bhaktisaṃyutaiḥ || 12.14 ||

Vers 12.15

tāvadāttīrbhayaṃ śoko lobhamohabhramādayaḥ |
yāvannāyāti śaraṇaṃ śrīguruṃ bhaktavatsalam || 12.15 ||

Vers 12.16

tāvad bhramanti saṃsāre sarvaduḥkhamalīmasāḥ |
na bhavet sadgurau bhaktiryāvaddeveśi dehinām || 12.16 ||

Vers 12.17

sarvasiddhiphalopeto mantraḥ śudhyati śobhanaḥ |
guruprasādamūlo'yaṃ paratattvamahākramaḥ || 12.17 ||

Vers 12.18

yathā dadāti santuṣṭaḥ prasanno varado manum |
tathā bhaktyā dhanaiḥ prāṇairguruṃ yatnena toṣayet || 12.18 ||

Vers 12.19

yadā dadyāt svaśiṣyāya svātmānaṃ deśikottamaḥ |
tadā mukto bhavecchiṣyastato nāsti punarbhavaḥ || 12.19 ||

Vers 12.20

tāvadārādhayecchiṣyaḥ prasanno'sau yadā bhavet |
gurau prasanne śiṣyasya sadyaḥ pāpakṣayo bhavet || 12.20 ||

Vers 12.21

manasāpi na kāṅkṣante yān kāmānanujīvinaḥ |
sampādayanti tān sarvān svāmino bhaktavatsalāḥ || 12.21 ||

Vers 12.22

brahmaviṣṇumaheśādidevatāmuniyoginaḥ |
kurvantyanugrahaṃ tuṣṭā gurau tuṣṭe na saṃśayaḥ || 12.22 ||

Vers 12.23

bhaktyā tuṣṭena guruṇā yaḥ pradiṣṭaḥ kṛpālunā |
karmamukto bhavecchiṣyoḥ bhuktimuktyoḥ sa bhājanam || 12.23 ||

Vers 12.24

śiṣyeṇāpi tathā kāryaṃ tathā santoṣito guruḥ |
priyaṃ kuryācca deveśi manovākkāyakarmabhiḥ || 12.24 ||

Vers 12.25

yadi tuṣṭena guruṇātmaśiṣyo yatra kutracit |
mukto'sīti samādiṣṭaḥ so'pi muktiṃ vrajet priye || 12.25 ||

Vers 12.26

athavā niṣprapañcena dhāmnā kenacidīśvaraḥ |
karoti gururūpeṇa paśupāśavimocanam || 12.26 ||

Vers 12.27

na me priyaścaturvedī madbhaktaḥ śvapaco'pi vā |
tasmai deyaṃ tato grāhyaṃ sa tu pūjyo hyahaṃ tathā || 12.27 ||

Vers 12.28

vipraḥ ṣaḍguṇayuktaścedabhakto na praśasyate |
mleccho'pi guṇahīno'pi bhaktimān śiṣya ucyate || 12.28 ||

Vers 12.29

gurubhaktivihīnasya tapo vidyā kulaṃ vratam |
sarvaṃ naśyati tatraiva bhūṣaṇaṃ lokarañjanam || 12.29 ||

Vers 12.30

gurubhaktyagninā samyagdagdhadurmatikalmaṣaḥ |
śvapaco'pi paraiḥ pūjyo vidvānapi na nāstikaḥ || 12.30 ||

Vers 12.31

dharmārthakāmaiḥ kintasya mokṣa eva kare sthitaḥ |
sarvārthaiḥ śrīgurau devi yasya bhaktiḥ sadā sthirā || 12.31 ||

Vers 12.32

sa śivo gururūpeṇa bhuktimuktiprado mama |
iti bhaktyā smared yastu tasya sidviradūrataḥ || 12.32 ||

Vers 12.33

yasya deve parā bhaktiryathā deve tathā gurau |
tasya te kathitā hyarthāḥ prakāśante kuleśvari || 12.33 ||

Vers 12.34

nārāyaṇe mahādeve mātāpitrośca rājani |
bhaktiryathā mahādevi tathā kāryā nije gurau || 12.34 ||

Vers 12.35

lakṣmīnārāyaṇau vāṇīdhātārau girijāśivau |
śrīguruṃ gurupatnīñca pitarāviti cintayet || 12.35 ||

Vers 12.36

gurubhaktyā yathā devi prāpyante sarvasiddhayaḥ |
yajñaḥ dānatapastīrthavratādyairna tathā priye || 12.36 ||

Vers 12.37

śrīgurau niścalā bhaktirvardhate hi yathā yathā |
tathā tathāsya vijñānaṃ vardhate kulanāyike || 12.37 ||

Vers 12.38

ki tīrthādyairmahāyāsaiḥ kiṃ vrataiḥ kāyaśoṣaṇaiḥ |
nirvyājasevā deveśi bhaktireṣā hi sadguroḥ || 12.38 ||

Vers 12.39

kāyākleśena mahatā tapasā vāpi yat phalam |
tat phalaṃ labhate devi sukhena gurusevayā || 12.39 ||

Vers 12.40

bhogamokṣāthīnāṃ brahmaviṣṇvīśapadakāṅkṣiṇām |
bhaktireva gurau devi nānyaḥ panthā iti śrutiḥ || 12.40 ||

Vers 12.41

aśubhāni ca karmāṇi mahāpātakajāni ca |
bhaktiḥ kṣaṇena dahati tūlarāśimivānalaḥ || 12.41 ||

Vers 12.42

viśvāsāya namastasmai sarvasiddhipradāyine |
yena mṛddāruddaṣadaḥ phalantyaviphalaṃ phalam || 12.42 ||

Vers 12.43

na yogo na tapo nārcākramaḥ ko'pi pralīyate |
amāye kulamārge'smin bhaktireva viśiṣyate || 12.43 ||

Vers 12.44

sākṣād gurumaye devi sarvasmin bhuvanāntare |
kinnu bhaktimatāṃ kṣetre mantraḥ keṣāṃ na sidhyati || 12.44 ||

Vers 12.45

gurau manuṣyabuddhiñca mantre cākṣarabuddhikam |
pratimāsu śilābuddhi kurvāṇo narakaṃ vrajet || 12.45 ||

Vers 12.46

guruṃ na martyaṃ budhyeta yadi budhyeta tasya hi |
na kadācidbhavet siddhirmantrairvā devatārcanaiḥ || 12.46 ||

Vers 12.47

śrīguruṃ prākṛtaiḥ sārdhaṃ ye smaranti vadanti ca |
teṣāṃ hi sukṛtaṃ sarvaṃ pātakaṃ bhavati priye || 12.47 ||

Vers 12.48

janmahetū hi pitarau pūjanīyau prayatnataḥ |
guruvīśeṣataḥ pūjyo dharmādharmapradarśakaḥ || 12.48 ||

Vers 12.49

guruḥ pitā gururmātā gururdevo maheśvaraḥ |
śive ruṣṭe gurustrātā gurau ruṣṭe na kaścana || 12.49 ||

Vers 12.50

gurohītaṃ hi kartavyaṃ manovākkāyakarmabhiḥ |
ahitācaraṇāddevi viṣṭhāyāṃ jāyate krimiḥ || 12.50 ||

Vers 12.51

śarīravittaprāṇaiśca śrīguruṃ vañcayanti ye |
krimikīṭapataṅgatvaṃ prātnuvanti na saṃśayaḥ || 12.51 ||

Vers 12.52

mantra tyāgādbhavenmṛtyurgurutyāgāddaridratā |
gurumantraparityāgādrauravaṃ narakaṃ vrajet || 12.52 ||

Vers 12.53

gurvarthaṃ dhārayeddehaṃ tadarthaṃ dhanamarjayet |
nijaprāṇān parityajya gurukāryaṃ samācaret || 12.53 ||

Vers 12.54

gurūktaṃ paruṣaṃ vākyamāśiṣaṃ paricintayet |
tena santāḍito vāpi prasādamiti saṃsmaret || 12.54 ||

Vers 12.55

bhogya bhojyāni vastūni guruve ca samarpayet |
taccheṣamiti sañcintya cānubhūyāt kuleśvari || 12.55 ||

Vers 12.56

gurvagre na tapaḥ kuryānnopavāsavratādikam |
tīrthayātrāṃ na kuryācca na snāyādātmaśuddhaye || 12.56 ||

Vers 12.57

na viyogaṃ guroḥ kuryāt yuṣmado naiva bhāṣayet |
ṛṇadānaṃ tathādānaṃ vastūnāṃ krayavikrayam |
na kuryād gurubhiḥ sārdhaṃ śiṣyo bhūtvā kathañcana || 12.57 ||

Vers 12.58

na kuryānnāstikairvādaṃ sambhāṣaṇamapīśvari |
vilokya dūrato gacchennāsīta saha taiḥ kvacit || 12.58 ||

Vers 12.59

gurau sannihite yastu pūjayedanyamambike |
sa yāti narakaṃ ghoraṃ sā pūjā niṣphalā bhavet || 12.59 ||

Vers 12.60

śirasā na vahedbhāraṃ gurupādābjadhāriṇā |
tadājñayā tu kartavyamājñārūpo guruḥ smṛtaḥ || 12.60 ||

Vers 12.61

mantrāgamādyamanyatra śrutaṃ yasmai nivedayet |
gurvājñayā tu gṛhṇīyāttanniṣiddhaṃ vivarjayet || 12.61 ||

Vers 12.62

svaśāstroktaṃ rahasyārthaṃ na vaded yasya kasyacit |
yadi brūyāt sa samayāccyuta eva na saṃśayaḥ || 12.62 ||

Vers 12.63

advaitaṃ bhāvayennityaṃ na dvaitaṃ guruṇā saha |
ātmavat sarvabhūtebhyo hitaṃ kuryāt kuleśvari || 12.63 ||

Vers 12.64

ātmārthamānasadbhāvaiḥ śuśrūṣā syāccaturvidhā |
śuśrūṣayā dhiyā devi śiṣyaḥ santoṣayed gurum || 12.64 ||

Vers 12.65

pade pade'śvamedhasya phalaṃ prāpnotyasaṃśayaḥ |
śuśrūṣaṇaparo yastu gurudevamahātmanām || 12.65 ||

Vers 12.66

kevalaṃ guruśuśrūṣā tvatkṛpākāriṇī priye |
sadbhaktisahitā cet sā sarvakāmaphalapradā || 12.66 ||

Vers 12.67

kṣīyante sarvapāpāni vardhante puṇyarāśayaḥ |
sidhyanti sarvakāryāṇi guruśuśrūṣayā priye || 12.67 ||

Vers 12.68

yad yadātmahitaṃ vastu tattaddhitamupācaret |
gurudevārcako yastu tasya puṇyaṃ na gaṇyate || 12.68 ||

Vers 12.69

bhaktyā vittānusāreṇa gurumuddiśya yat kṛtam |
alpe mahati vā tulyaṃ puṇyamāḍhyadaridrayoḥ || 12.69 ||

Vers 12.70

sarvasvamapi yo dadyād gurau bhaktivivarjitaḥ |
śiṣyo na phalamāpnoti bhaktireva hi kāraṇam || 12.70 ||

Vers 12.71

yasmin dravye gurorasti spṛhā nānubhavettu tat |
avaśyaṃ yadi vāñchā syādanubhūyāttadājñayā || 12.71 ||

Vers 12.72

yastilārdhaṃ tadardhaṃ vā gurusvamupajīvati |
lobhānmohāt sa pacyeta narake ca trisaptake || 12.72 ||

Vers 12.73

atyalpaṃ hi gurordravyamadattaṃ svīkaroti yaḥ |
sa tiryag yonimāpannaḥ kravyādairbhakṣyate priye || 12.73 ||

Vers 12.74

gurudravyābhilāṣī ca gurustrīgamanotsukaḥ |
patitasya kṣullakasya prāyaścittaṃ na vidyate || 12.74 ||

Vers 12.75

ājñābhaṅgo'rthaharaṇaṃ gurorapriyavartanam |
gurudrohamidaṃ prāhuryaḥ karoti sa pātakī || 12.75 ||

Vers 12.76

svadravyaviniyogañca nānivedya gurau caret |
anivedya tu yaḥ kuryāt sa bhaved brahmaghātakaḥ || 12.76 ||

Vers 12.77

guroḥ sthānaṃ sampradāyaṃ taddharmaṃ yo vināśayet |
gurubhiḥ sa bahiṣkāryo daṇḍyo vadhyaḥ sa ghātakaiḥ || 12.77 ||

Vers 12.78

gurukopādvināśaḥ syād gurudrohāttu pātakam |
vimṛtyurgurunindāyāṃ gurvaniṣṭānmahāpadaḥ || 12.78 ||

Vers 12.79

jīvedagnipraviṣṭo vā naraḥ pītaviṣo'pi vā |
mṛtyuhastagato vāpi nāparādhakaro guroḥ || 12.79 ||

Vers 12.80

yatra śrīgurunindā syāt pidhāya śravaṇe'mbike |
sadyastasmādviniṣkrāmet punarna śravaṇaṃ yathā |
gurornāma smaret paścāt śravaṇe sā pratikriyā || 12.80 ||

Vers 12.81

gurumitrasuhṛddāsīdāsādyān nāvamānayet |
na nindedasya samayān vedaśāstrāgamādikān || 12.81 ||

Vers 12.82

guroḥ śrīpādukābhūṣā gurunāmasmṛtirjapaḥ |
gurvājñākaraṇaṃ kṛtyaṃ śuśrūṣā bhajanaṃ guroḥ || 12.82 ||

Vers 12.83

vivikṣurdeśikāvāsaṃ śāntacitto'tibhaktimān |
vāhanaṃ pādukāṃ chatraṃ cāmaraṃ vyajanādikam |
tāmbūlaṃ kajjalaṃ veśamutsṛjya praviśecchanaiḥ || 12.83 ||

Vers 12.84

pādukāmāsanaṃ vastraṃ vāhanaṃ chatracāmare |
dṛṣṭvā gurornamaskuryānnātmabhogāya kāmayet || 12.84 ||

Vers 12.85

pādaprakṣālanaṃ snānamabhyaṅgaṃ dantadhāvanam |
mūtraṃ niṣṭhīvanaṃ kṣauraṃ śayanaṃ strīniṣevanam || 12.85 ||

Vers 12.86

vīrāsanaṃ sudurvākyaṃ śāsanaṃ hāsyarodanam |
keśamocanamuṣṇīṣaṃ kañcukaṃ nagnatāṃ tathā || 12.86 ||

Vers 12.87

pādaprasāraṇaṃ vādaṃ kalahaṃ dūṣaṇaṃ priye |
aṅgabhaṅgāṅgavādyādikarāsphālanadhūnanam || 12.87 ||

Vers 12.88

dyūtakautukamallādiyuddhanṛtyādi cāmbike |
guruyogimahāsiddhipīṭhakṣetrāśrameṣu ca |
nā caredācarenmohāddevatāśāpamāpnuyāt || 12.88 ||

Vers 12.89

upacāreṇa santiṣṭhed gurvagre necchayā viśet |
mukhāvalokī seveta taduktañca samācaret || 12.89 ||

Vers 12.90

gurūktānukta kāryeṣu nopekṣāṃ kārayet priye |
śirasā yadgururbrūyāttat kāryamaviśaṅkayā || 12.90 ||

Vers 12.91

nigrahe'nugrahe vāpi guruḥ sarvasya kāraṇam |
nirgataṃ yadgurorvaktrāt sarvaṃ śāstraṃ taducyate || 12.91 ||

Vers 12.92

gurukārye svayaṃ śakto nāparaṃ preṣayet priye |
bahubhṛtyaparairbhṛtyaiḥ sahito'pyatibhaktimān || 12.92 ||

Vers 12.93

gacchaṃstiṣṭhan svapan jāgrajjapan juhvāt prapūjayet |
gurvājñāmeva kurvīta tadagatenāntarātmanā || 12.93 ||

Vers 12.94

abhimāno na kartavyo jātividyādhanādibhiḥ |
sarvadā sevayet nityaṃ śiṣyaḥ bhrīgurusannidhau || 12.94 ||

Vers 12.95

kāmakrodhaparityāgī vinītaḥ stutibhaktimān |
devi bhūmyāsane tiṣṭhed gurukāryaṃ samācaret || 12.95 ||

Vers 12.96

svakāryamanyakāryaṃ vā śiṣyaḥ svagurucittavit |
gurupārśvagato namraḥ prasannavadano bhavet || 12.96 ||

Vers 12.97

sāmānyato niṣiddhañca tadguroryadi sannidhau |
ācarettasya sarvasya doṣaḥ koṭiguṇo bhavet || 12.97 ||

Vers 12.98

anādṛtya gurorvākyaṃ śṛṇuyād yaḥ parāṅmukhaḥ |
ahitaṃ vā hitaṃ vāpi rauravaṃ narakaṃ vrajet || 12.98 ||

Vers 12.99

gobrāhmaṇavadhaṃ kṛtvā yat pāpaṃ samavāpnuyāt |
tat pāpaṃ samavāpnoti gurvagre'nṛtabhāṣaṇāt || 12.99 ||

Vers 12.100

sthānāntaragatācārye vyasane viṣame sthite |
śrīguruṃ na tyajet kvāpi tadādiṣṭo vrajet priye || 12.100 ||

Vers 12.101

adhaḥ sthite gurāvūrdhve na tiṣṭheta kadācana |
na gacchedagratastasya na tiṣṭhedutthite gurau || 12.101 ||

Vers 12.102

śakticchāyāṃ suracchāyāṃ gurucchāyāṃ na laṅghayet |
na teṣu kuryāt svacchāyāṃ na svaped gurusannidhau || 12.102 ||

Vers 12.103

bhāṣaṇaṃ pāṭhanaṃ gānaṃ bhojanaṃ śayanādikam |
anādiṣṭo na kurvīta na cāvandanapūrvakam || 12.103 ||

Vers 12.104

brahmahatyāśataṃ kuryāt gurvājñāparipālanāt |
vinā gurvājñayā śiṣyau viśvasennānyaśāsanāt || 12.104 ||

Vers 12.105

sarvaṃ gurvājñayā kuryānna nindettatstriyaṃ priye |
bhaktyā praṇamya cottiṣṭhet kṛtāñjalipuṭaḥ priye || 12.105 ||

Vers 12.106

paścātpadena nirgacchennamaskṛtya gurorgṛhāt |
ekāsane nopaviśed guruṇā tatsamaiḥ saha || 12.106 ||

Vers 12.107

na viśedāsane devi devatāgurusannidhau |
guroḥ siṃhāsanaṃ deyaṃ jyeṣṭhānāmuttamāsanam |
deśyāsanaṃ kaniṣṭhānāmitareṣāṃ samāsanam || 12.107 ||

Vers 12.108

jāti vidyādhanāḍhyo vā dūre dṛṣṭvā guruṃ mudā |
daṇḍapraṇāmaṃ kṛtvaikaṃ triḥ pradakṣiṇamācaret || 12.108 ||

Vers 12.109

tatastriḥ ṣaḍ dvādaśa vā jyeṣṭhādiṣvekameva vā |
gurupraguruyogena vandeta praguru priye || 12.109 ||

Vers 12.110

tato named guruṃ vāpi gurvājñāṃ na vicārayet |
praguroḥ sannidhau śiṣyaḥ svaguruṃ manasā namet || 12.110 ||

Vers 12.111

gurubuddhyā namet sarva daivataṃ tṛṇmeva vā |
na nameddevabuddhyā tu pratimāṃ lauhamṛṇmayīm || 12.111 ||

Vers 12.112

guroḥ praṇāmatritayaṃ jyeṣṭhānāmeka eva ca |
pūjyānāmañjalistadvadanyeṣāṃ vākyavandanam || 12.112 ||

Vers 12.113

devān gurūn kulācāryān jñānavṛddhān tapodhanān |
vidyādhikān svadharmasthān praṇamet kulanāyike || 12.113 ||

Vers 12.114

strīdviṣṭaṃ gurubhiḥ śaptaṃ pāṣaṇḍaṃ paṇḍitaṃ śaṭham |
vikarmāṇaṃ kṛtaghnañcānāśramiṇañca no namet || 12.114 ||

Vers 12.115

anivedya gurorbhuṅkte yastvekagrāmasaṃsthitaḥ |
amedhyaṃ tadbhavedannaṃ śūkaro jāyate mṛtaḥ || 12.115 ||

Vers 12.116

ekagrāmasthitaḥ śiṣyastrisandhyaṃ praṇamed gurum |
krośāmātrasthitaḥ śiṣyo guruṃ pratidinaṃ namet || 12.116 ||

Vers 12.117

ardhayojanagaḥ śiṣyaḥ praṇamet pañcaparvasu |
ekayojanamāramya yojanadvādaśāvadhi || 12.117 ||

Vers 12.118

tatsaṅkhyādivasairmāsaiḥ śrīguruṃ praṇamet priye |
dūradeśasthitaḥ śiṣyo bhaktyā tatsannidhiṃ gataḥ || 12.118 ||

Vers 12.119

tatra yojanasaṅkhyoktamāsena praṇamed gurum |
atidūragataḥ śiṣyo yadicchā syāttadā vrajet || 12.119 ||

Vers 12.120

riktahastaśca nopeyādrājānaṃ devatāṃ gurum |
phalapuṣpāmbarādīni yathāśaktyā samarpayet || 12.120 ||

Vers 12.121

evaṃ yo na careddevi brahmarākṣasatāṃ vrajet |
guruśaktiśca tatputro jyeṣṭhabhrātā guruḥ smṛtaḥ || 12.121 ||

Vers 12.122

ātmavicca kanīyāṃsaṃ putravat paripālayet |
kulācāryasya deveśi gurujyeṣṭhakaniṣṭhayoḥ |
gurukalpasya kurvīta praṇāmaṃ svaraguroryathā || 12.122 ||

Vers 12.123

yāgajyeṣṭhaḥ kramajyeṣṭhaḥ kulajyeṣṭhastṛtīyakaḥ |
gurujyeṣṭhasuto devi iti jyeṣṭhacatuṣṭayam || 12.123 ||

Vers 12.124

yāgajyeṣṭhābhivādena kramikāṣṭāṅgayogataḥ |
guruśca kulavṛkṣaśca vandanīyau vidhānataḥ || 12.124 ||

Vers 12.125

pitṛmātrādisarveṣu pūjyakoṭiṣu bandhuṣu |
abhyutthānapraṇāmādyairavyakto doṣabhāgbahiḥ || 12.125 ||

Vers 12.126

yadā tvācāryarūpeṇa cātmānaṃ samprakāśayet |
abhyutthānapraṇāmādyairdoṣabhāk sa bhavettadā || 12.126 ||

Vers 12.127

patirbhūtvā paśubhyaśca praṇāmaṃ yaḥ kariṣyati |
sa mahāpaśurityukto devatāśāpamāpnuyāt || 12.127 ||

Vers 12.128

yo gurusthānakaṃ prāptaḥ pādukāparisaṅkhyayā |
guruvat sa tu mantavyo jyeṣṭhairvandyo na ca priye || 12.128 ||

Vers 12.129

iti te kathitaṃ kiñcit pādukābhaktilakṣaṇam |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 12.129 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
pādukākathanaṃ nāma dvādaśollāsaḥ || 12 ||

13. Ullasa

atha trayodaśollāsaḥ

Vers 13.1

śrī devyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi karuṇāmṛtavāridhe |
vaktumarhasi deveśa lakṣaṇaṃ guruśiṣyayoḥ || 13.1 ||

Vers 13.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa gurubhāvaḥ prajāyate || 13.2 ||

Vers 13.3

duṣṭavaṃśodbhavaṃ duṣṭaṃ guṇahīnaṃ virūpiṇam |
paraśiṣyañca pāṣaṇḍaṃ ṣaṇḍaṃ paṇḍitamāninam || 13.3 ||

Vers 13.4

hīnādhikavikārāṅgaṃ vikalāvayavānvitam |
paṅgumandhañca badhiraṃ malinaṃ vyādhipīḍitam || 13.4 ||

Vers 13.5

utsṛṣṭaṃ durmukhañcāpi svecchāveśadharaṃ priye |
durvikārāṅgaceṣṭādigatibhāṣaṇavīkṣaṇam || 13.5 ||

Vers 13.6

nidrātandrājaḍālasyadyūtādivyasanānvitam |
kapāṭakuḍyastambhādau tirohitatanuṃ sadā |
antarbhaktikaraṃ kṣudraṃ bāhyabhaktivivarjitam || 13.6 ||

Vers 13.7

vyalīkavādinaṃ stabdhaṃ proṣitaṃ preṣakaṃ śaṭham |
dhanastrīśuddhirahitaṃ niṣedhavidhivarjitam || 13.7 ||

Vers 13.8

rahasyabhedakaṃ vāpi devi kāryavināśakam |
mārjārabakavṛttiñca randhrānveṣaṇatatparam || 13.8 ||

Vers 13.9

māyāvinaṃ kṛtaghnañca pracchannāntaradāyakam |
viśvāsaghātakaṃ svāmidrohiṇaṃ pāpakāriṇam || 13.9 ||

Vers 13.10

aviśvāsakaraṃ saṃśayātmakaṃ siddhyakāṅkṣiṇam |
ātatāyinamāditsu kopitaṃ kūṭasākṣiṇam || 13.10 ||

Vers 13.11

sarvapratārakaṃ devi sarvotkṛṣṭābhimāninam |
asatyaṃ niṣṭhurāsaktaṃ grāmyādibahubhāṣiṇam || 13.11 ||

Vers 13.12

duvīcārakutarkādikārakaṃ kalahapriyam |
vṛthākṣepakaraṃ mūrkhaṃ capalaṃ vāgviḍambakam || 13.12 ||

Vers 13.13

parokṣe dūṣaṇakaraṃ pratyakṣe priyavādinam |
vāgbrahmavādinaṃ vidyā cauramātmapraśaṃsakam || 13.13 ||

Vers 13.14

guṇāsahiṣṇumahitamārtakrodhanamambike |
vācālaṃ durjanasakhaṃ sarvalokavigahītam || 13.14 ||

Vers 13.15

piśunaṃ parasantāpyaṃ samvidapraṇayaṃ priye |
svakleśavādinaṃ svāmidrohiṇaṃ svātmavañcakam || 13.15 ||

Vers 13.16

jihvopasthaparaṃ devi taskaraṃ paśuceṣṭitam |
akāraṇadveṣahāsakleśakrodhādikāriṇam || 13.16 ||

Vers 13.17

atihāsamakarmāṇaṃ marmāntaparihāsakam |
kāmukañcātinirlajjaṃ mithyāduśceṣṭasūcakam || 13.17 ||

Vers 13.18

asūyāmadamātsaryadambhāhaṅkārasaṃyutam |
īrṣyāpāruṣyapaiśunyakārpaṇyakrodhamānasam || 13.18 ||

Vers 13.19

adhīraṃ duḥkhinaṃ bhīrumaśaktastavamāturam |
aprabuddhamatiṃ mandaṃ mūḍhaṃ cintākulaṃ viṭam || 13.19 ||

Vers 13.20

tṛṣṇālobhayutaṃ dīnamatuṣṭaṃ sarvayācakam |
bahvāśinaṃ kapaṭinaṃ bhrāmakaṃ kuṭilaṃ priye || 13.20 ||

Vers 13.21

bhaktiśraddhādayāśāntidharmācāravivarjitam |
mātāpitṛguruprājñasadvacohāsyakārakam || 13.21 ||

Vers 13.22

kuladravyādibībhatsaṃ gurusevābhimāninam |
strīdviṣṭaṃ samayabhraṣṭaṃ guruśaptaṃ kuleśvari |
ityādidurguṇopetaṃ guruḥ śiṣyaṃ vivarjayet || 13.22 ||

Vers 13.23

sacchiṣyantu kuleśāni śubhalakṣaṇasaṃyutam |
samādhi sādhanopetaṃ guṇaśīlasamanvitam || 13.23 ||

Vers 13.24

svacchadehāmbaraṃ prājñaṃ dhārmikaṃ śuddhamānasam |
dṛḍhavrataṃ sadācāraṃ śraddhābhaktisamanvitam || 13.24 ||

Vers 13.25

dakṣamalpāśinaṃ gūḍhacittaṃ nirvyājasevakam |
vimṛśyakāriṇaṃ vīraṃ manodāridryavarjitam || 13.25 ||

Vers 13.26

sarvakāryātikuśalaṃ svacchaṃ sarvopakāriṇam |
kṛtajñaṃ pāpabhītañca sādhusajjanasammatam || 13.26 ||

Vers 13.27

āstikaṃ dānaśīlañca sarvabhūtahite ratam |
viśvāsavinayopetaṃ dhanadehādyavañcakam || 13.27 ||

Vers 13.28

asādhyasādhakaṃ śūramutsāhabalasaṃyutam |
anukūlaṃ kriyāyuktamapramattaṃ vicakṣaṇam || 13.28 ||

Vers 13.29

hitasatyamitasmerabhāṣaṇaṃ muktadūṣaṇam |
sakṛduktagṛhātārthaṃ caturaṃ buddhivistaram || 13.29 ||

Vers 13.30

svastutau paranindāyāṃ vimukhaṃ sumukhaṃ priye |
jitendriyaṃ susantuṣṭaṃ dhīmantaṃ brahmacāriṇam || 13.30 ||

Vers 13.31

tyaktādhivyādhicāpalyaduḥkhabhrāntimasaṃśayam |
gurudhyānastutikathādevārcāvandanotsukam || 13.31 ||

Vers 13.32

gurudaivatasambhaktaṃ kāminīpūjakaṃ param |
nityaṃ gurusamīpasthaṃ gurusantoṣakārakam || 13.32 ||

Vers 13.33

manovāktanubhirnityaṃ paricaryā samudyatam |
gurvājñāpālakaṃ devi gurukīrtiprakāśakam || 13.33 ||

Vers 13.34

guruvākyapramāṇajñaṃ guruśuśrūṣaṇe ratam |
cittānuvattīnaṃ preṣyakāriṇaṃ kulanāyike || 13.34 ||

Vers 13.35

jātimānadhane garvavarjitaṃ gurusannidhau |
nirapekṣaṃ gurudravye tatprasādābhikāṅkṣiṇam || 13.35 ||

Vers 13.36

kuladharmakathāyogiyoginīkaulikapriyam |
kulārcanādinirataṃ kuladravyājugupsakam || 13.36 ||

Vers 13.37

japadhyānādinirataṃ mokṣamārgābhikāṅkṣiṇam |
kulaśāstrapriyaṃ devi paśuśāstraparāṅmukham |
ityādilakṣaṇopetaṃ guruḥ śiṣyaṃ parigrahet || 13.37 ||

Vers 13.38

śrīguruḥ parameśāni śuddhaveśo manoharaḥ |
sarvalakṣaṇasampannaḥ sarvāvayavaśobhitaḥ || 13.38 ||

Vers 13.39

sarvāgamārthatattvajñaḥ sarvamanta vidhānavit |
lokasammohanakaro devavat priyadarśanaḥ || 13.39 ||

Vers 13.40

sumukhaḥ sulabhaḥ svaccho bhramasaṃśayanāśakaḥ |
iṅgitākāravit prājña ūhāpohavidujjvalaḥ || 13.40 ||

Vers 13.41

antarlakṣyo bahirdṛṣṭiḥ sarvajño deśakālavit |
ājñāsiddhistrikālajño nigrahānugrahakṣamaḥ || 13.41 ||

Vers 13.42

vedhako bodhakaḥ śāntaḥ sarvajīvadayāparaḥ |
svādhīnendriyasañcāraṣaḍvargavijayakṣamāḥ || 13.42 ||

Vers 13.43

agragaṇyo'tigambhīraḥ pātrāpātraviśeṣavit |
śivaviṣṇusamaḥ sādhurmandadarśanadūṣakaḥ || 13.43 ||

Vers 13.44

nirmalo nityasantuṣṭaḥ svatantro mantraśaktimān |
sadbhaktavatsalo dhīraḥ kṛpāluḥ smitapūrṇavāk || 13.44 ||

Vers 13.45

bhaktapriyaḥ sadodāro gambhīraḥ śiṣṭasādhakaḥ |
sveṣṭadevagurujyeṣṭha vanitāpūjanotsukaḥ || 13.45 ||

Vers 13.46

nitye naimittike kāmye rataḥ karmaṇyanindite |
rāgadveṣabhayakleśadambhāhaṅkāravarjitaḥ || 13.46 ||

Vers 13.47

svavidyānuṣṭhānarato dharmādīnāmupārjakaḥ |
yadṛcchālābhasantuṣṭo guṇadoṣavibhedakaḥ || 13.47 ||

Vers 13.48

strīdhanādiṣvanāsakto duḥsaṅgavyasanādiṣu |
sarvāhambhāvasaṃyukto nirdvandvo niyatavrataḥ || 13.48 ||

Vers 13.49

alolupo hyasaṅkalpapakṣapātī vicakṣaṇaḥ |
vittavidyādibhirmantrayantratantrādyavikrayī || 13.49 ||

Vers 13.50

niḥsaṅgo nirvikalpaśca nirṇītārtho'tidhārmikaḥ |
tulyanindāstutirmauno nirapekṣo nirāmayaḥ |
ityādilakṣaṇopetaḥ śrīguruḥ kathitaḥ priye || 13.50 ||

Vers 13.51

yaḥ śivaḥ sarvagaḥ sūkṣmaśconmanā niṣkalo'vyayaḥ |
vyomākāro hyajo'nantaḥ sa kathaṃ pūjyate priye || 13.51 ||

Vers 13.52

ata eva śivaḥ sākṣādgururūpaṃ samāśritaḥ |
bhaktyā sampūjito devi bhuktiṃ muktiṃ prayacchati || 13.52 ||

Vers 13.53

śivo'haṃ nākṛtirdevi naradṛggocaro nahi |
tasmāt śrīgururūpeṇa śiṣyān rakṣati dhārmikān || 13.53 ||

Vers 13.54

manuṣyacarmaṇā baddhaḥ sākṣāt paraśivaḥ svayam |
sacchiṣyānugrahārthāya gūḍhaṃ paryaṭati kṣitau || 13.54 ||

Vers 13.55

sadbhaktarakṣaṇāyaiva nirākāro'pi sākṛtiḥ |
śivaḥ kṛpānidhirloke saṃsārīva hi ceṣṭate || 13.55 ||

Vers 13.56

lalāṭalocanaṃ cāndīṃ kalāmapi ca dordayam |
antardhāya ca varteyaṃ gururūpo mahītale || 13.56 ||

Vers 13.57

atrinetraḥ śivaḥ sākṣādacaturbāhuracyutaḥ |
acaturvadano brahmā śrīguruḥ kathitaṃ priye || 13.57 ||

Vers 13.58

naravaddṛśyate loke śrīguruḥ pāpakarmaṇā |
śivavad dṛśyate loke bhavāni puṇyakarmaṇā || 13.58 ||

Vers 13.59

śrīguruṃ paramaṃ tattvaṃ tiṣṭhantaṃ cakṣuragrataḥ |
mandabhāgyā na paśyanti hyandhāḥ sūryamivoditam || 13.59 ||

Vers 13.60

guruḥ sadāśivaḥ sākṣāt satyameva na saṃśayaḥ |
śiva eva gururno cedbhukti mukti dadāti kaḥ || 13.60 ||

Vers 13.61

sadāśivasya devasya śrīgurorapi pārvatī |
ubhayorantaraṃ nāsti yaḥ karoti sa pātakī || 13.61 ||

Vers 13.62

deśikākṛtimāsthāya paśoḥ pāśānaśeṣataḥ |
chittvā paraṃ padaṃ devi nayatyenamato guruḥ || 13.62 ||

Vers 13.63

sarvānugrahakartṛtvādīśvaraḥ karuṇānadhiḥ |
ācāryarūpamāsthāya dīkṣayā mokṣayet paśūn || 13.63 ||

Vers 13.64

yathā ghaṭaśca kalasaḥ kumbhaścaikārthavācakaḥ |
tathā devaśca mantraśca guruścaikārtha ucyate || 13.64 ||

Vers 13.65

yathā devastathā mantro yathā mantrastathā guruḥ |
devamantragurūṇāñca pūjayā sadṛśaṃ phalam || 13.65 ||

Vers 13.66

śivarūpaṃ samāsthāya pūjāṃ gṛhṇāmi pārvatī |
gururūpaṃ samādāya bhavapāśānnikṛntaye || 13.66 ||

Vers 13.67

siddhāntaśāravettāhaṃ bījo'hamiti bodhakṛt |
avicchinnaḥ sadā hṛṣṭahṛdayo gururucyate || 13.67 ||

Vers 13.68

yo vilaṅghyāśramān varṇānātmanyeva sthitaḥ sadā |
jyotirvarṇāśramī yogī sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.68 ||

Vers 13.69

ṣaḍadhvānaṃ ṣaḍādhāraṃ ṣoḍaśādhāranirṇayam |
yo jānāti vidhānena sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.69 ||

Vers 13.70

dṛśyaṃ vinā sthirā dṛṣṭirmanaścālambanaṃ vinā |
vināyāsaṃ sthiro vāyuryasya syāt sa guruḥ priye || 13.70 ||

Vers 13.71

yattu saṃvittijananaṃ parānandasamudbhavam |
tattattvaṃ viditaṃ yena sa guruḥ kulanāyike || 13.71 ||

Vers 13.72

bhūtabhavyau tantramantrau vetti yaḥ śāktaśāmbhavam |
vedhañca ṣaḍvidhaṃ devi sa hi vedhakaro guruḥ || 13.72 ||

Vers 13.73

padamantrakalāyantrasatattvatabhuvanāśrayam |
śodhayed yaḥ ṣaḍadhvānaṃ sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.73 ||

Vers 13.74

vedhaṃ padaṃ virodhañca grahaṇaṃ mokṣaṇaṃ tathā |
yo vā samyagvijānāti sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.74 ||

Vers 13.75

jāgrat svapnaḥ suṣuptiśca turīyaṃ tadatītakam |
yo vetti pañcakaṃ devi sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.75 ||

Vers 13.76

piṇḍaṃ padaṃ tathā rūpaṃ rūpātītaṃ catuṣṭayam |
yo vā samyagvijānāti sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.76 ||

Vers 13.77

yo vā parāñca paśyantīṃ madhyamāṃ vaikharīmapi |
catuṣṭayaṃ vijānāti sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.77 ||

Vers 13.78

ātmavidyāśivasarvamiti tattvacatuṣṭayam |
yo vetti parameśāni sa gururnāparaḥ priye || 13.78 ||

Vers 13.79

pāśacchedaṃ vedhadīkṣāṃ paśugrahaṇameva ca |
trividhaṃ yo vijānāti sa guruḥ paramo mataḥ || 13.79 ||

Vers 13.80

padaṃ pāśaṃ paśunāñca rahasyārthaṃ vidhānataḥ |
yo jānāti varārohe sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.80 ||

Vers 13.81

cakrasaṅketakaṃ mantraṃ pūjāsaṅketakaṃ tathā |
tritayaṃ yo vijānāti sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.81 ||

Vers 13.82

vāṇetarasvayambhvākhyaliṅgatritayasaṃsthitim |
tattvato yo vijānāti sa guruḥ kathitaḥ priye || 13.82 ||

Vers 13.83

āṇavaṃ kārmaṇañcaiva māyīyañca malatrayam |
yo viśodhayituṃ śaktaḥ sa guruḥ paramo mataḥ || 13.83 ||

Vers 13.84

āraktaśuklamiśrā(kṛṣṇā)khyacaraṇatrayavāsanām |
yo jānāti mahādevi sa guruḥ paramo mataḥ || 13.84 ||

Vers 13.85

mahāmudrāṃ nabhomudrām uṅḍīyānaṃ jalandharam |
mūlabandhañca yo vetti sa guruḥ paramo mataḥ || 13.85 ||

Vers 13.86

śivādikṣitiparyantaṃ ṣaṭtriṃśattattvanirṇayam |
yo vijānāti tattvena sa guruḥ paramo mataḥ || 13.86 ||

Vers 13.87

antaryāgaṃ bahiryāgaṃ kalājñānasthitiṃ priye |
cāruyantravidhānañca yo vetti sa guruḥ priye || 13.87 ||

Vers 13.88

piṇḍabrahmāṇḍayoraikyaṃ sthitiṃ yo vetti tattvataḥ |
śirāsthiromasaṅkhyādi sa gururnāparaḥ priye || 13.88 ||

Vers 13.89

padmādicaturaśītinānāsanavicakṣaṇaḥ |
yamādyaṣṭāṅgayogajñaḥ sa guruḥ paramo mataḥ || 13.89 ||

Vers 13.90

ghṛṇā saṅkā bhayaṃ lajjā jugupsā ceti pañcamī |
kulaṃ śīlaṃ tathā jātiraṣṭau pāśāḥ prakīrtitāḥ || 13.90 ||

Vers 13.91

pāśabaddhaḥ pāśurjñeyaḥ pāśamukto maheśvaraḥ |
tasmāt pāśaharo yastu sa guruḥ paramo mataḥ || 13.91 ||

Vers 13.92

bandhanaṃ yonimudrāyā mantracaitanyadarśanam |
yantramantrasvarūpañca yo vetti sa guruḥ priye || 13.92 ||

Vers 13.93

vinikṣiptāṃ gatāyātāṃ saṅkliṣṭāṃ saṃvinītakām |
caturvidhāṃ mano'vasthāṃ yo vetti sa guruḥ priye || 13.93 ||

Vers 13.94

mūlādibrahmarandhrāntasaptāmbhojadaleṣu yaḥ |
jīvācāraphalaṃ vetti sa gururnāparaḥ priye || 13.94 ||

Vers 13.95

śivādiguruparyantaṃ pāramparyakrameṇa yaḥ |
avāptatattvasambhāraḥ sa gururnāparaḥ priye || 13.95 ||

Vers 13.96

yena vā darśite tattve tatkṣaṇāttanmayo bhavet |
manyate muktamātmānaṃ sa gururnāparaḥ priye || 13.96 ||

Vers 13.97

ye dattvā sahajānandaṃ darantīndriyajaṃ sukham |
sevyāste guravaḥ śiṣyairanye tyājyāḥ pratārakāḥ || 13.97 ||

Vers 13.98

saṃsārabhayabhītasya śiṣyasya gururādarāt |
vratopavāsaniyamairniyantā sa gururmataḥ || 13.98 ||

Vers 13.99

yaḥ prasannaḥ kṣaṇārdhena mokṣalakṣmīṃ prayacchati |
durlabhaṃ taṃ vijānīyād guruṃ saṃsāratārakam || 13.99 ||

Vers 13.100

yaḥ kṣaṇenātmasāmarthyaṃ svaśiṣyāya dadāti hi |
kriyāyāsādirahitaṃ sa gururdevadurlabhaḥ || 13.100 ||

Vers 13.101

ya sadyaḥ pratyayakaraṃ sulabhañcātmasaukhyadam |
jñānopadeśaṃ kurute sa gururdevadurlabhaḥ || 13.101 ||

Vers 13.102

dvīpād dvīpāntaraṃ devi sañcaredyathā tathā |
yo dadyāt sa gururjñānamabhyāsādivivarjitam || 13.102 ||

Vers 13.103

kṣudhitasya yathā tṛptirāhārādāśu jāyate |
tathopadeśamātreṇa jñānado durlabho guruḥ || 13.103 ||

Vers 13.104

guravo bahavaḥ santi dīpavacca gṛhe gṛhe |
durlabho'yaṃ gururdevi sūryavat sarvadīpakaḥ || 13.104 ||

Vers 13.105

guravo bahavaḥ santi vedaśāstrādipāragāḥ |
durlabho'yaṃ gururdevi paratattvārthapāragaḥ || 13.105 ||

Vers 13.106

guravo bahavaḥ santi ātmano'nyapradā bhuvi |
durlabho'yaṃ gururdevi lokeṣvātmaprakāśakaḥ || 13.106 ||

Vers 13.107

guravo bahavaḥ santi kumantrauṣadhivedinaḥ |
nigamāgamaśāstroktamantrajño durlabho bhuvi || 13.107 ||

Vers 13.108

guravo bahavaḥ santi śiṣyavittāpahārakāḥ |
durlabho'yaṃ gururdevi śiṣyaduḥkhāpahārakaḥ || 13.108 ||

Vers 13.109

varṇāśramakulācāraniratā bahavo bhuvi |
sarvasaṅkalpahīno yaḥ sa gururdevi durlabhaḥ || 13.109 ||

Vers 13.110

guroryasyaiva samparkāt parānando'bhijāyate |
guruṃ tameva vṛṇuyānnāparaṃ matimānnaraḥ || 13.110 ||

Vers 13.111

yasyānubhavaparyantaṃ buddhistatra pravartate |
yasyālokanamātreṇa mucyate nātra saṃśayaḥ || 13.111 ||

Vers 13.112

śaṅkayā bhakṣitaṃ sarvaṃ trailokyaṃ sacarācaram |
sā śaṅkā bhakṣitā yena sa gururdevidurlabhaḥ || 13.112 ||

Vers 13.113

yathā vahnisamīpasthaṃ navanītaṃ vilīyate |
tathā pāpaṃ vilīyate sadācārya samīpataḥ || 13.113 ||

Vers 13.114

yathā dīptānalaḥ kāṣṭhaṃ śuṣkamārdrañca nirdahet |
tathā gurukaṭākṣastu śiṣyapāpaṃ dahet kṣaṇāt || 13.114 ||

Vers 13.115

yathā mahāniloddhūtaṃ tūlaṃ daśadiśo vrajet |
tathaiva gurukāruṇyāt pāparāśiḥ palāyate || 13.115 ||

Vers 13.116

dīpadarśanamātreṇa praṇaśyati tamo yathā |
sadgurordarśanāddevi tathājñānaṃ vinaśyati || 13.116 ||

Vers 13.117

sarvalakṣaṇasampanno vedaśāstravidhānavit |
sarvopāyavidhānajñastattvajñānī guruḥ sa hi || 13.117 ||

Vers 13.118

pūjāhomāśramācāratapastīrthavratādikam |
mantrāgamādivijñānaṃ tattvahīnasya niṣphalam || 13.118 ||

Vers 13.119

svayaṃ vedye pare tattve svātmānaṃ vetti niścalaḥ |
ātmano'nugraho nāsti parasyānugrahaḥ katham || 13.119 ||

Vers 13.120

brahmākāraṃ manorūpaṃ prapyakṣaṃ svatanusthitam |
yo na jānāti cānyasya kathaṃ mokṣaṃ dadātyasau || 13.120 ||

Vers 13.121

sarvalakṣaṇahīno'pi tattvajñānī guruḥ smṛtaḥ |
tasmāttattvavideveha mukto mocaka eva ca || 13.121 ||

Vers 13.122

yastattvavinmaheśāni sa paśuṃ bodhayatyapi |
tattvahīnāt kuto'dhyātmatattvajñānaparigrahaḥ || 13.122 ||

Vers 13.123

tattvajñairupadiṣṭā ye tattvājñaste na saṃśayaḥ |
paśubhiścopadiṣṭā ye devi te paśavaḥ smṛtāḥ || 13.123 ||

Vers 13.124

viddhastu vedhayeddevi nāviddho vedhako bhavet |
muktastu mocayed baddhaṃ na mukto mocakaḥ katham || 13.124 ||

Vers 13.125

abhijñaścoddharenmūrkha na mūrkho mūrkhamuddharet |
śilāṃ santārayennaurhi kiṃ śilā tārayecchilām || 13.125 ||

Vers 13.126

tattvahīnaṃ guruṃ labdhvā kevalaṃ bhava tatparaḥ |
ihāmutra phalaṃ kiñcit sa naro nāpnuyāt priye || 13.126 ||

Vers 13.127

śaive gurutrayaṃ proktaṃ vaiṣṇave gurupañcakam |
vedaśāstreṣu śataśo gururekaḥ kulānvaye || 13.127 ||

Vers 13.128

prerakaḥ sūcakaścaiva vācako darśakastathā |
śikṣako bodhakaścaiva ṣaḍete guravaḥ smṛtāḥ || 13.128 ||

Vers 13.129

pañcaite kāryabhūtāḥ syuḥ kāraṇaṃ bodhako bhavet |
pūrṇābhiṣekakartā yo gurustasyaiva pādukā |
pūjanīyā maheśāni bahutve'pi na saṃśayaḥ || 13.129 ||

Vers 13.130

śrīguruṃ lakṣaṇopetaṃ saṃśayacchedakārakam |
labdhvā jñānapradaṃ devi na gurvantaramāśrayet || 13.130 ||

Vers 13.131

anabhijñaṃ guruṃ prāpya sadā saṃśayakārakam |
gurvantarantu gatvā sa naitaddoṣeṇa lipyate || 13.131 ||

Vers 13.132

madhulubdho yathā bhṛṅgaḥ puṣpāt puṣpāntaraṃ vrajet |
jñānalubdhastathā śiṣyaḥ gurogurvantaraṃ vrajet || 13.132 ||

Vers 13.133

iti te kathitaṃ kiñcillakṣaṇaṃ guruśiṣyayoḥ |
samāsena kuleśāni kimbhūyaḥ śrotumicchasi || 13.133 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
guruśiṣyalakṣaṇaṃ nāma trayodaśollāsaḥ || 13 ||

14. Ullasa

atha caturdaśollāsaḥ

Vers 14.1

śrī devyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi parīkṣāṃ guruśiṣyayoḥ |
upadeśakramaṃ dīkṣābhedāṃśca vada me prabho || 14.1 ||

Vers 14.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa cittaśuddhiḥ prajāyate || 14.2 ||

Vers 14.3

vinā dīkṣāṃ na mokṣaḥ syāttaduktaṃ śivaśāsane |
sā ca na syādvinācāryamityācāryaparamparā || 14.3 ||

Vers 14.4

tasmāt siddhāntaṃ samprāpya sampradāyādihetubhiḥ |
antareṇopadeṣṭāraṃ mantrāḥ syurniṣphalā yataḥ || 14.4 ||

Vers 14.5

devāstameva śaṃsanti pāramparyapravartakam |
guruṃ mantrāgamābhijñaṃ samayācārapālakam || 14.5 ||

Vers 14.6

guruḥ śiṣyādhikārārthaṃ virakto'pi śivājñayā |
kiñcitkālaṃ vidhāyetthaṃ svaśiṣyāya samarpayet || 14.6 ||

Vers 14.7

tasyārpitādhikārasya yogaḥ sākṣāt pare śive |
dehānte śāśvatī muktiriti śaṅkarabhāṣitam || 14.7 ||

Vers 14.8

tasmāt sarvaprayatnena sākṣātparaśivoditam |
sampradāyamavicchinnaṃ sadā kuryāt guruḥ priye || 14.8 ||

Vers 14.9

śaktisiddhisusiddhyarthaṃ parīkṣya vidhivad guruḥ |
paścādupadiśenmantramanyathā niṣphalaṃ bhavet || 14.9 ||

Vers 14.10

anyāyena tu yo dadyād gṛhṇātyanyāyataśca yaḥ |
dadatā gṛhṇatā devi kulaśāpo bhaviṣyati || 14.10 ||

Vers 14.11

guruśiṣyāvubhau mohādaparīkṣya parasparam |
upadeśaṃ dadad gṛhṇan prāpnuyātāṃ piśācatām || 14.11 ||

Vers 14.12

aśāstrīyopadeśañca yo gṛhṇāti dadāti hi |
bhuñjāte tāvubhau ghorānnarakānekaviṃśatim || 14.12 ||

Vers 14.13

asaṃskṛtopadeśañca yaḥ karoti sa pātakī |
vinaśyati ca tanmantraṃ saikate śālibījavat || 14.13 ||

Vers 14.14

anarhe mantravijñānaṃ na tiṣṭhati kadācana |
tasmāt parīkṣya kartavyamanyathā niṣphalaṃ bhavet || 14.14 ||

Vers 14.15

kṛtvā samayadīkṣāñca dattvā samayapādukām |
sannidhāyātmanaḥ śiṣyaṃ vadenmantraṃ na cānyathā || 14.15 ||

Vers 14.16

sacchiṣyāyātibhaktāya yajjñānamupadiśyate |
tajjñānaṃ tattuśāstrārthaṃ tadvidadhyādakhaṇḍitam || 14.16 ||

Vers 14.17

asacchiṣyeṣvabhakteṣu yajjñānamupadiśyate |
tat prayātyapavitratvaṃ gokṣīraṃ śvaghṛtādiva || 14.17 ||

Vers 14.18

dhanecchābhayalobhādyairayogyaṃ yadi dīkṣayet |
devatāśāpamāpnoti kṛtañca niṣphalaṃ bhavet || 14.18 ||

Vers 14.19

jñānena kriyayā vāpi guru śiṣyaṃ parīkṣayet |
saṃvatsaraṃ tadardhaṃ vā tadardhaṃ vā prayatnataḥ || 14.19 ||

Vers 14.20

uttamāṃścādhame kuryānnīcānuttamakarmaṇi |
prāṇadravyapraṇāmādyairādeśaiśca svayaṃ samaiḥ || 14.20 ||

Vers 14.21

tatkarmasūcakairvākyairmāyābhiḥ krūraceṣṭitaiḥ |
pakṣapātairudāsīnairanekaiśca muhurmuhuḥ || 14.21 ||

Vers 14.22

ākṛṣṭastāḍito vāpi yo viṣādaṃ na yāti ca |
guruḥ kṛpāṃ karotīti mudā sañcintayet sadā || 14.22 ||

Vers 14.23

śrīguroḥ smaraṇe cāpi kīrtanaṃ darśane'pi ca |
vandane paricaryāyāmāhvāne preṣaṇe priye || 14.23 ||

Vers 14.24

ānandakamparomāñcasvaranetrādivikriyāḥ |
yeṣāṃ syuste'tra yogyāśca dīkṣāsaṃskārakarmaṇi || 14.24 ||

Vers 14.25

śiṣyo'pi lakṣaṇairetaiḥ kuryād guruparīkṣaṇam |
ānandādyairjapastotradhyānahomārcanādiṣu || 14.25 ||

Vers 14.26

jñānopadeśasāmarthyaṃ mantrasiddhimapīśvari |
vedhakatvaṃ parijñāya śiṣyo bhūyānna cānyathā || 14.26 ||

Vers 14.27

ādimadhyāvasāneṣu yogyāḥ śaktinipātitāḥ |
adhamā madhyamāḥ śreṣṭhāḥ śiṣyā devi prakīrtitāḥ || 14.27 ||

Vers 14.28

ādau bhaktirbhaveddevi dīkṣārthaṃ samudanti ye |
punarvipulahṛṣṭāste ādiyogyā itīritāḥ || 14.28 ||

Vers 14.29

dīkṣāsamayasamprāptā jñānavijñānavarjitāḥ |
bhaktyā pradhvastaparyāyā madhyayogyāśca te smṛtāḥ || 14.29 ||

Vers 14.30

ādau bhaktivihīnā ye madhyabhaktāstu ye narāḥ |
antapravṛddhabhaktāśca antayogyā bhavanti te |
uttamajñānasañjñāścetyupadeśastridhā priye || 14.30 ||

Vers 14.31

yathā pipīlikā mandamandaṃ vṛkṣāgragaṃ phalam |
cireṇāpnoti karmopadeśaścāpi tathā smṛtaḥ || 14.31 ||

Vers 14.32

yathā kapiśca śākhāyāṃ śākhāmullaṅghya yatnataḥ |
phalaṃ prāpnoti dharmasya copadeśastathā priye || 14.32 ||

Vers 14.33

yathā viyadgamaḥ śīghraṃ phala eva niṣīdati |
tathā jñānopadeśaśca kathitaḥ kulanāyike || 14.33 ||

Vers 14.34

sparśākhyā devi dṛksañjñā mānasākhyā maheśvari |
kriyāyāsādirahitā devā dīkṣā tridhā smṛtā || 14.34 ||

Vers 14.35

yathā pakṣī svapakṣābhyāṃ śiśūn saṃvardhayecchanaiḥ |
sparśadīkṣopadeśacca tādṛśaḥ kathitaḥ priye || 14.35 ||

Vers 14.36

svāpatyāni yathā matsyo vīkṣaṇenaiva poṣayet |
dṛgbhyāṃ dīkṣopadeśaśca tādṛśaḥ parameśvari || 14.36 ||

Vers 14.37

yathā kūrmaḥ svatanayān dhyānamātreṇa poṣayet |
vedhadīkṣopadeśaśca mānasaḥ syāt tathāvidhaḥ || 14.37 ||

Vers 14.38

śaktipātānusāreṇa śiṣyo'nugrahamarhati |
yatra śaktirna patati tatra siddhirna jāyate || 14.38 ||

Vers 14.39

kriyāvarṇakalāsparśavāgdṛṅmānasasañjñayā |
dīkṣā mokṣapradā devi saptadhā parikīrtitā || 14.39 ||

Vers 14.40

samayākhyā viśeṣā ca sādhikā putrikāhvayā |
vedhakā pūrṇasañjñā cācāryā nirvāṇasañjñikā || 14.40 ||

Vers 14.41

kriyādīkṣāṣṭadhā proktā kuṇḍamaṇḍapapūrvikā |
kalasādisamāyuktā kartavyā guruṇā bahiḥ |
deveśi dehaśuddhyarthaṃ pūrvoktavidhinācaret || 14.41 ||

Vers 14.42

varṇadīkṣā tridhā proktā dvicatvāriṃśadakṣaraiḥ |
pañcāśadvarṇairvā devi dviṣaṣṭilipibhistu tā || 14.42 ||

Vers 14.43

varṇān śiṣyatanau nyasya pratilomena saṃharet |
paramātmani saṃyojya taccaitanyaṃ guruḥ priye || 14.43 ||

Vers 14.44

tasmādutpādya tān varṇān nyasecchiṣyatanau punaḥ |
sṛṣṭikrameṇa vidhinā caitanyañca prayojayet || 14.44 ||

Vers 14.45

jāyate devatābhāvaḥ parānandamayaḥ śiśoḥ |
eṣā varṇamayī proktā dīkṣā pāśaharā priye || 14.45 ||

Vers 14.46

kalādīkṣā tridhā jñeyā kartavyā vidhivat priye |
nivṛttirjānuparyantaṃ talādārabhya saṃsthitā || 14.46 ||

Vers 14.47

jānunornābhiparyantaṃ pratiṣṭhā tiṣṭhati priye |
nābheḥ kaṇṭhāvadhi vyāptā vidyā śāntistataḥ param || 14.47 ||

Vers 14.48

kaṇṭhāllalāṭaparyantaṃ vyāptā tasmācchiro'vadhi |
śāntyatītā kalā caiṣā kalāvyāptiritīritā || 14.48 ||

Vers 14.49

saṃhārakramayogena sthānāt sthānāntaraṃ priye |
saṃyojya vidhivat samyagvidhivettā śiro'vadhi || 14.49 ||

Vers 14.50

iyaṃ proktā kuleśāni divyabhāvapradāyinī |
aṣṭatriṃśatkalābhirvā pañcāśadbhirathāpi vā || 14.50 ||

Vers 14.51

tattvanyāsakrameṇaiva sṛṣṭisaṃhāramārgataḥ |
jñātvā gurumukhāddeviṃ śiṣye saṃyojya vedhayet || 14.51 ||

Vers 14.52

jāyate devatābhāvo yoginīvīramelanam |
kalādīkṣā samuddiṣṭā paśupāśāpahāriṇī || 14.52 ||

Vers 14.53

ddaste śivaṃ guruṃ dhyātvā japenmūlāṅgamālinīm |
guruḥ spṛśecchiṣyatanuṃ sparśadīkṣā bhavediyam || 14.53 ||

Vers 14.54

cittaṃ tattve samādhāya paratattvopabṛṃhitān |
uccaret saṃhatānmantrān vāgdīkṣeti nigadyate || 14.54 ||

Vers 14.55

nimīlya nayane dhyātvā paratattvaprasannadhīḥ |
samyak paśyedguruḥ śiṣyaṃ dṛgdīkṣā ca bhavet priye || 14.55 ||

Vers 14.56

gurorālokamātreṇa bhāṣaṇāt sparśanādapi |
sadyaḥ sañjāyate jñānaṃ sā dīkṣā śāmbhavī matā || 14.56 ||

Vers 14.57

manodīkṣā dvidhā proktā tīvrā tīvratarāpi ca |
adhvānaṃ ṣaḍvidhaṃ jñātvā śiṣyadehe smaran priye || 14.57 ||

Vers 14.58

kalpayedbhuvanaṃ tattvaṃ kalāṃ varṇaṃ padaṃ manum |
ājānunābhihṛtkaṇṭhatālumūrdhāntamambike || 14.58 ||

Vers 14.59

gurūpadiṣṭamārgeṇa vedhaṃ kuryādvicakṣaṇaḥ |
pāśayuktaḥ kṣaṇācchiṣyaśchinnapāśastadā bhavet |
eṣā muktipradā proktā tīvradīkṣā kuleśvari || 14.59 ||

Vers 14.60

devi tīvratarā cāpi guruṇā smṛtamātrataḥ |
samyak saṃvedhinaḥ śiṣyaśchinnapāpastadā bhavet || 14.60 ||

Vers 14.61

vāhyavyāpāranirmukto bhūmau patati tatkṣaṇāt |
sañjātadivyabhāvo'sau sarvaṃ jānāti śāmbhavi || 14.61 ||

Vers 14.62

yadasti vedhakāle tat svayamevānubhūyate |
prabuddhaḥ san na śaknoti tat sukhaṃ vaktumīśvari || 14.62 ||

Vers 14.63

vedhaviddhaḥ śivaḥ sākṣānna punarjanmabhāg bhavet |
eṣā tīvratarā dīkṣā bhavabandhavimocanī |
śivabhāvapradā sākṣāt tvāṃ śape kulanāyike || 14.63 ||

Vers 14.64

ānandaścaiva kampaścedbhavo ghūrṇā kuleśvari |
nidrā mūrchā ca vedhasya ṣaḍavasthāḥ prakīrtitāḥ || 14.64 ||

Vers 14.65

dṛśyante ṣaḍguṇā hyete vedhakāle kuleśvari |
vedhito yatra kutrāpi tiṣṭhenmuktā na saṃśayaḥ || 14.65 ||

Vers 14.66

vedhadīkṣākaro loke śrīgururdurlabhaḥ priye |
śiṣyo'pi durlabhastāddṛk puṇyayogena labhyate |
na dadyād yasya kasyāpi ityājñā parameśvari || 14.66 ||

Vers 14.67

kuladravyaiḥ samabhyarcya kulacakraṃ vidhānataḥ |
śiṣyāya darśayeddevi dīkṣaiṣā kaulikī smṛtā || 14.67 ||

Vers 14.68

kuladravyaṃ mukhe pūrva pañcagavyāmṛtānvitam |
abhiṣiñced guruḥ śiṣyaṃ gaṇḍūṣākhyā samīritā || 14.68 ||

Vers 14.69

sajīvamīnayuktena surayā pūritena ca |
pañcāmṛtaiḥ susampūrṇaśaṅkhena kalasena vā |
abhiṣekaṃ tataḥ kuryādbāhye tat kathitaṃ priye || 14.69 ||

Vers 14.70

mīnastu lambikā devi vaktraṃ kalasa ucyate |
pañcagavayāmṛtāpūrṇaṃ śiṣyaṃ tenābhiṣecayet || 14.70 ||

Vers 14.71

ayaṃ siddhābhiṣekaḥ syādācāryasyāpi pārvati |
trikālaṃ dantakāṣṭhañca puṣpāñjalirapi priye || 14.71 ||

Vers 14.72

śaṅkhe vedakalānyāsastajjñānañcāṣṭadhā bhavet |
samayo dantakāṣṭhena sādhakaḥ kusumāñjaliḥ || 14.72 ||

Vers 14.73

putraṃ śaṅkhābhiṣekeṇa bodhako vedhasañjñayā |
pūrṇābhiṣekeṇācāryaḥ pañcāvasthāḥ prakīrtitāḥ || 14.73 ||

Vers 14.74

kulācāraikaniratā gurubhaktā dṛḍhavratāḥ |
pūrṇābhiṣekapūtā ye te muktāśceha janmani || 14.74 ||

Vers 14.75

pūrṇābhiṣekapūtā ye mṛtāśca kulanāyike |
punarlabdhvottamaṃ janma guruṇā śivarūpiṇā || 14.75 ||

Vers 14.76

śuddhāḥ pūrṇābhiṣekeṇa śivasāyujyadāyinā |
tena muktiṃ vrajeyuste śāmbhavī vācamavravīt || 14.76 ||

Vers 14.77

pūrṇā(dīkṣā)bhiṣekahīno yaḥ kauliko mirayate yadi |
piśācatvamavāpnoti yāvadāhūtasamplavam || 14.77 ||

Vers 14.78

dīkṣā ca dvividhā proktā bāhyābhyantarabhedataḥ |
kriyādīkṣā bhavedbāhyā vedhākhyābhyantarī matā || 14.78 ||

Vers 14.79

antaḥ śuddhirbahiḥ śuddhirdvividhā parikīrtitā |
antarā ca kriyāśuddhirbahiḥ śuddhiśca dīkṣayā || 14.79 ||

Vers 14.80

dīkṣayā mokṣadīpena caṇḍālo'pi vimucyate |
ābhyāṃ vinā kuleśāni kauliko naiva mucyate || 14.80 ||

Vers 14.81

śarīrasya na saṃskāro jāyate na ca karmaṇaḥ |
ātmanaḥ kārayeddīkṣāmanādikulakuṇḍalīm || 14.81 ||

Vers 14.82

dīkṣā hyetāḥ karmasāmye bhinnārthapratipādikāḥ |
abhisandhānato devi deśikottamaśiṣyayoḥ || 14.82 ||

Vers 14.83

mantrauṣadheryathā hanyādviṣaśaktiṃ kuleśvari |
paśupāśaṃ tathā chindyāddīkṣayā mantravit kṣaṇāt || 14.83 ||

Vers 14.84

asmāt pravitatādvandhāt parasaṃsthānabodhakāt |
dīkṣaiva mokṣayet pūrvaṃ divyaṃ dhāma nayatyapi || 14.84 ||

Vers 14.85

upapātakalakṣāṇi mahāpātakakoṭiśaḥ |
kṣaṇāddahati deveśi dīkṣā hi vidhinā kṛtā || 14.85 ||

Vers 14.86

yayā conmīlitātmāno bhavanti paśavaḥ śivāḥ |
sā dīkṣā hyuditā devi paśupāśavimocikā || 14.86 ||

Vers 14.87

yayā dīkṣitamātreṇa jāyante pratyayāḥ priye |
sā dīkṣā mokṣadā jñeyā śeṣāstu janasevikāḥ || 14.87 ||

Vers 14.88

upāsanāśatenāpi yāṃ vinā naiva sidhyati |
tāṃ dīkṣāmāśrayed yatnāt śrīgurormantrasiddhaye || 14.88 ||

Vers 14.89

rasendreṇa yathā viddhamayaḥ suvarṇatāṃ vrajet |
dīkṣāviddhastathā hyātmā śivatvaṃ labhate priye || 14.89 ||

Vers 14.90

dīkṣāgnidagdhakarmāsau māyāvicchinnabandhanaḥ |
gataḥ parāṃ jñānakāṣṭhāṃ nirbījastu śivo bhavet || 14.90 ||

Vers 14.91

gataṃ śūdrasya śūdratvaṃ viprasyāpi ca vipratā |
dīkṣāsaṃskārasampanne jātibhedo na vidyate || 14.91 ||

Vers 14.92

śivaliṅge śilā buddhiṃ kurvan yat pāpamaśnute |
dīkṣitaścāpi pūrvatvasmṛtyā tat pāpamāpnuyāt || 14.92 ||

Vers 14.93

dārvaśmalauhamṛdratnajātiliṅgapratiṣṭhitam |
yathocyate tathā śuddhāḥ sarvavarṇāstu dīkṣitāḥ || 14.93 ||

Vers 14.94

yena pūjitamātreṇa cābrahmabhuvanāntikam |
pūjitaṃ tena sarvaṃ syāddīkṣitena na saṃśayaḥ || 14.94 ||

Vers 14.95

dīkṣitasya na kāryaṃ syāttapobhirniyamavrataiḥ |
na tīrthakṣetragamanairna ca śarīrayantraṇaiḥ || 14.95 ||

Vers 14.96

adīkṣitā ye kurvanti japapūjādikāḥ kriyāḥ |
na phalanti priye teṣāṃ śilāyāmuptabījavat || 14.96 ||

Vers 14.97

devi dīkṣāvihīnasya na siddhirna ca sadgatiḥ |
tasmāt sarvaprayatnena guruṇā dīkṣito bhavet || 14.97 ||

Vers 14.98

dvijo yo dīkṣitaḥ paścādantyajaḥ pūrvadīkṣitaḥ |
dvijaḥ kaniṣṭhaḥ sa jyeṣṭha iti śāstrārthanirṇayaḥ || 14.98 ||

Vers 14.99

guruśaktisutānāñca yo vā syāt pūrvadīkṣitaḥ |
guruvattena te pūjyā nāvamānyāḥ kathañcana || 14.99 ||

Vers 14.100

śiṣyo dīkṣitamātraśced yadi svargaṃ gato guruḥ |
ekasantānakenaiva pūrṇasaṃskāramācaret || 14.100 ||

Vers 14.101

darśaneṣu ca sarveṣu guruṇā jñānaśālinā |
dīkṣito yastu vidhinā sa yukto nāparaḥ priye || 14.101 ||

Vers 14.102

adhivāsanapūrvantu cakrapūjāpuraḥsaram |
dīkṣayā śodhayecchiṣyamanyathā niṣphalaṃ bhavet || 14.102 ||

Vers 14.103

śūdrasaṅkarajātīnāmādiśuddhivīdhīyate |
pādodakapradānādyaiḥ kuryāt pāpavimocanam || 14.103 ||

Vers 14.104

ekābdena dvijo yogyaḥ kṣatriyo vatsaradvayāt |
vaiśyo yogyastribhirvarṣaiścatubhiḥ śūdra eva ca || 14.104 ||

Vers 14.105

vidhavāyāḥ sutādeśāt kanyāyāḥ piturājñayā |
nādhikāraḥ svato nāryā bhāryāyā bharturājñayā || 14.105 ||

Vers 14.106

syādvedādhyayane śūdro nādhikārī yathā priye |
tathaivādīkṣitaścāpi nādhikārī kuleśvari || 14.106 ||

Vers 14.107

śrīguruṃ gurupatnīñca tatputraṃ śakti kaulikān |
dīkṣitastoṣayeddevi yathāvibhavavistaram || 14.107 ||

Vers 14.108

iti te kathitaṃ kiñcit parīkṣā guruśiṣyayoḥ |
dīkṣābhedādikaṃ devi kimbhūyaḥ śrotumicchasi || 14.108 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
guruśiṣyaparīkṣākathanaṃ nāma caturdaśollāsaḥ || 14 ||

15. Ullasa

atha pañcadaśollāsaḥ

Vers 15.1

śrī devyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi puraścaraṇalakṣaṇam |
sthānāhārādibhedañca vada me parameśvara || 15.1 ||

Vers 15.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa mantratattvaṃ prakāśate || 15.2 ||

Vers 15.3

japayajñāt paro yajño nāparo'stīha kaścana |
tasmājjapena dharmārthakāmamokṣāṃśca sādhayet || 15.3 ||

Vers 15.4

sarvapādān parityajya mantrapādaṃ samabhyaset |
apramādād bhavet siddhiḥ pramādādaśubhaṃ phalam || 15.4 ||

Vers 15.5

bhogāpavargasaṅkalpakalpavrataśubho japaḥ |
japadhyānamayaṃ yogaṃ tasmāddevi samācaret || 15.5 ||

Vers 15.6

ābrahmabījadoṣāśca niyamātikramodbhavāḥ |
jñānājñānakṛtāḥ sarvaṃ praṇaśyanti japāt priye || 15.6 ||

Vers 15.7

saṃsāre duḥkhabhūyiṣṭhe yadīcchet siddhimātmanaḥ |
pañcāṅgopāsanenaiva mantrajāpī vrajet sukham || 15.7 ||

Vers 15.8

pūjā traikālikī nityaṃ japastarpaṇameva ca |
homo brāhmaṇabhuktiśca puraścaraṇamucyate || 15.8 ||

Vers 15.9

yad yadaṅgaṃ vihīyeta tatsaṅkhyādviguṇo japaḥ |
kuryād dvitricatuḥpañca-saṅkhyāṃ vā sādhakaḥ priye || 15.9 ||

Vers 15.10

kurvīta cāṅgasiddhyarthaṃ tadaśaktau sa bhaktitaḥ |
taccedaṅgaṃ vihīyeta mantrī neṣṭamavāpnuyāt || 15.10 ||

Vers 15.11

annaiścaturvidhairdevi padārthaiḥ ṣaḍrasānvitaiḥ |
subhojiteṣu vipreṣu sarvaṃ hi saphalaṃ bhavet || 15.11 ||

Vers 15.12

samyaksiddhaikamantrasya pañcāṅgopāsanena ca |
sarvamantrāśca sidhyanti tvatprasādāt kuleśvari || 15.12 ||

Vers 15.13

upadeśasya sāmarthyāt śrīgurośca prasādataḥ |
mantraprabhāvādbhaktyā ca mantrasiddhiḥ prajāyate || 15.13 ||

Vers 15.14

siddhamantrād gurorlabdho mantro yaḥ siddhibhāgbhavet |
pūrvajanmakṛtābhyāsānmantro vā śīghrasiddhidaḥ || 15.14 ||

Vers 15.15

dīkṣāpūrvaṃ kuleśāni pāramparyakramāgatam |
nyāyalabdhaśca yo mantraḥ sa ca siddho na saṃśayaḥ || 15.15 ||

Vers 15.16

sahasraṃ prajapenmantraṃ mātṛkākṣarasampuṭam |
anulomavilomena mantrasiddhiḥ prajāyate || 15.16 ||

Vers 15.17

triṣaṣṭyakṣarasaṃyuktamātṛkākṣarasampuṭam |
kramotkramātsahasrantu tasya siddho bhavenmanuḥ || 15.17 ||

Vers 15.18

mātṛkājapamātreṇa mantrāṇāṃ koṭikoṭayaḥ |
jaṣitāḥ syurna sandeho yataḥ sarvaṃ tadudbhavam || 15.18 ||

Vers 15.19

anekakoṭimantrāṇi cittākulakarāṇi ca |
mantraṃ gurukṛpāprāptamekaṃ syāt sarvasiddhidam || 15.19 ||

Vers 15.20

yadṛcchayā śrutaṃ mantraṃ dṛṣṭenāpi chalena ca |
patre sthitaṃ vā cādhyāpya tajjapaḥ syādanarthakṛt || 15.20 ||

Vers 15.21

pustake likhitānmantrān vilokya prajapanti ye |
brahmahatyāsamaṃ teṣāṃ pātakaṃ vyādhiduḥkhadam || 15.21 ||

Vers 15.22

puṇyakṣetraṃ nadītīraṃ guhā parvatamastakam |
tīrthapradeśāḥ sindhūnāṃ saṅgamaḥ pāvanaṃ vanam || 15.22 ||

Vers 15.23

udyānāni viviktāni vilvamūlaṃ taṭaṃ gireḥ |
devatāyatanaṃ kūlaṃ samudrasya nijaṃ gṛham || 15.23 ||

Vers 15.24

sādhaneṣu praśastāni sthānānyetāni mantriṇām |
athavā nivasettatra yatra cittaṃ prasīdati || 15.24 ||

Vers 15.25

sūryasyāgnergurorindordīpasya ca jalasya ca |
goviprakulavṛkṣāṇāṃ sannidhau śasyate japaḥ || 15.25 ||

Vers 15.26

gṛhe śataguṇaṃ vidyād goṣṭhe lakṣaguṇaṃ bhavet |
koṭirdevālaye puṇyamanantaṃ śivasannidhau || 15.26 ||

Vers 15.27

mlecchaduṣṭamṛgavyālaśaṅkātaṅkavivarjitaḥ |
ekāntapāvane nindārahite bhaktisaṃyute || 15.27 ||

Vers 15.28

svadeśe dhārmike deśe subhikṣe nirupadrave |
rājabhaktajanasthāne nivasettāpasāśraye || 15.28 ||

Vers 15.29

rājānaḥ sacivā rājñāṃ puruṣāḥ prabhavo janāḥ |
caranti yena mārgeṇa na vasettatra mantravit || 15.29 ||

Vers 15.30

jīrṇadevālayodyānagṛhavṛkṣataleṣu ca |
nadītaḍāgakūpeṣu bhūcchidrādiṣu no vaset || 15.30 ||

Vers 15.31

dīpanāthamayaṣṭvā yo japapūjādikaṃ caret |
tatphalaṃ gṛhyate tena tasyāyāsaḥ phalaṃ bhavet || 15.31 ||

Vers 15.32

vaṃśāśmadharaṇīdārutṛṇapallavanirmitam |
varjayedāsanaṃ dhīmān dāridryavyādhiduḥkhadam || 15.32 ||

Vers 15.33

tūlakambalavastrāṇāṃ siṃhavyāghramṛgājinam |
kalpayedāsanaṃ dhīmān saubhāgyajñānavṛddhidam || 15.33 ||

Vers 15.34

padmasvastikavīrādiṣvāsaneṣūpaviśya ca |
japārcanādikaṃ kuryādanyathā niṣphalaṃ bhavet || 15.34 ||

Vers 15.35

dvādaśāvartayan buddhyā praṇavantu trimātrakam |
muñcet piṅgalayā vāyumantaḥsthaṃ recako bhavet || 15.35 ||

Vers 15.36

ṣoḍaśāvartayan tāraṃ pūrayed bāhyamārutam |
śanakairiḍayā baddhvā pūrakaṃ parikīrtitam || 15.36 ||

Vers 15.37

dvādaśāvartayan tāraṃ vāyuṃ madhye ca kumbhayet |
śoṣayedvāyubījena dehaśoṣaṇamīritam || 15.37 ||

Vers 15.38

punaśca pūrvavadvāyuṃ virecyāpūrya kumbhayet |
dahet dahanabījena dehadāhanamīritam || 15.38 ||

Vers 15.39

punaśca pūrvavadvāyuṃ virecyāpūrya kumbhayet |
śivakuṇḍalinīyogasyandanāmṛtadhārayā |
āpādamastakaṃ devi plāvayet plāvanaṃ bhavet || 15.39 ||

Vers 15.40

japadhyānaṃ vinā'garbhaḥ sagarbhastadviparyayāt |
agarbhād garbhasaṃyuktaḥ prāṇāyāmaḥ śatādhikaḥ || 15.40 ||

Vers 15.41

tapāṃsi tīrthayātrādyā makhadānavratādayaḥ |
prāṇāyāmasya tasyaite kalāṃ nārhanti ṣoḍaśīm || 15.41 ||

Vers 15.42

mānasaṃ vācikaṃ pāpaṃ kāyikaṃ vāpi yat kṛtam |
tat sarvaṃ nirdahecchīghraṃ prāṇāyāmatrayaṃ śive || 15.42 ||

Vers 15.43

dahyate dhmāryamānānāṃ dhātūnāñca yathā malam |
tathendriyāṇāṃ dahyante doṣāḥ prāṇasya saṃyamāt || 15.43 ||

Vers 15.44

prāṇāyāmairviśuddhātmā yad yat karma karoti hi |
tattat phalatyasandehastvaprayatnena vā kṛtam || 15.44 ||

Vers 15.45

āgamoktena mārgeṇābhyāsaṃ nityaṃ karoti yaḥ |
devatābhāvamāpnoti mantrasiddhiḥ prajāyate || 15.45 ||

Vers 15.46

yo nyāsakavacacchando mantraṃ japati taṃ priye |
vighnā dṛṣṭvā palāyante siṃhaṃ dṛṣṭavā yathā gajāḥ || 15.46 ||

Vers 15.47

akṛtvā nyāsajālaṃ yo mūḍhātmā prajapenmanum |
vādhyate sarvavighnaiśca vyāghrairmṛgaśiśuryathā || 15.47 ||

Vers 15.48

akṣamālā dvidhā proktā kalpitā'kalpiteti ca |
kalpitā maṇibhiḥ kḷptā mātṛkā syādakalpitā || 15.48 ||

Vers 15.49

ādikṣāntākṣavarṇatvādakṣamāleti kīrtitā |
anulomavilomābhyāṃ gaṇayenmantravittamaḥ || 15.49 ||

Vers 15.50

ekaikamaṅgulībhiḥ syādrekhābhirdaśadhā phalam |
maṇibhiḥ śatasāhasraṃ māṇikyā'nantamucyate || 15.50 ||

Vers 15.51

triṃśadbhiḥ syāddhanaṃ puṣṭiḥ saptaviṃśatibhirbhavet |
pañcaviṃśatibhirmokṣaṃ pañcadaśyābhicārake |
pañcāśadbhiḥ kuleśāni sarvasiddhirudīritā || 15.51 ||

Vers 15.52

aṅguṣṭhena ca mokṣaḥ syāttarjanī śatrunāśinī |
madhyamāṃ dhanadāṃ vidyāt śāntikarmaṇyanāmikā |
kaniṣṭhā stambhanyākarṣaṇyaṅgulī suprakīrtitā || 15.52 ||

Vers 15.53

etajjapiṣyāmītyādau saṅkalpya mantravittamaḥ |
sthirāsano japitvā'tha devyai sodakamarpayet || 15.53 ||

Vers 15.54

uccairjapo'dhamaḥ prokta upāṃśurmadhyamaḥ smṛtaḥ |
uttamo mānaso devi trividhaḥ kathito japaḥ || 15.54 ||

Vers 15.55

atihrasvo vyādhiheturatidīrghastapaḥkṣayaḥ |
akṣarākṣarasaṃyukto yo mantraḥ sa na sidhyati || 15.55 ||

Vers 15.56

manasā yaḥ smaret stotraṃ vacasā vā manuṃ japet |
ubhayaṃ niṣphalaṃ devi bhinnabhāṇḍodakaṃ yathā || 15.56 ||

Vers 15.57

jātasūtakamādau syāttadante mṛtasūtakam |
sūtakadvayasaṃyukto yo mantraḥ sa na sidhyati || 15.57 ||

Vers 15.58

ādyantarahitaṃ kṛtvā mantramāvartayeddhiyā |
sūtakadvayanirmukto yo mantraḥ sarvasiddhidaḥ || 15.58 ||

Vers 15.59

mantrārthaṃ mantracaitanyaṃ yonimudrāṃ na vetti yaḥ |
śatakoṭijapenāpi tasya siddhirna jāyate || 15.59 ||

Vers 15.60

suptabījāśca ye mantrā na dāsyanti phalaṃ priye |
mantrā caitanyasahitāḥ sarvasiddhikarāḥ smṛtāḥ || 15.60 ||

Vers 15.61

caitanyarahitā mantrāḥ proktā varṇāstu kevalam |
phalaṃ naiva prayacchanti lakṣakoṭijapādapi || 15.61 ||

Vers 15.62

mantroccāre kṛte yādṛk svarūpaṃ prathamaṃ bhavet |
śataiḥ sahasrairlakṣairvā koṭijāpen tat phalam || 15.62 ||

Vers 15.63

hṛtkaṇṭhagranthibhedaśca sarvāvayavavardhanam |
ānandāśru ca pulako dehāveśaḥ kuleśvari |
gadgadoktiśca sahasā jāyate nātra saṃśayaḥ || 15.63 ||

Vers 15.64

sakṛduccarite'pyevaṃ mantre caitanyasaṃyute |
dṛśyante pratyayā yatra pāramparya taducyate || 15.64 ||

Vers 15.65

ruddhaḥ kūṭākṣaro mugdho baddhaḥ kruddhaśca bheditaḥ |
bālaḥ kumāro yuvakaḥ prauḍho vṛddhaśca garvitaḥ || 15.65 ||

Vers 15.66

stambhito mūrcchito mattaḥ kīlitaḥ khaṇḍitaḥ śaṭhaḥ |
mandaḥ parāṅmukhaśchinno badhiro'ndhastvacetanaḥ || 15.66 ||

Vers 15.67

kiṅkaraḥ kṣudhitaḥ stabdhaḥ sthānabhraṣṭañca pīḍitaḥ |
niḥsneho vikalo dhvasto nirjīvaḥ khaṇḍitārikaḥ || 15.67 ||

Vers 15.68

suptastiraskṛto nīco malinaśca durāsadaḥ |
niḥsattvo nirjito dagdhaścapalaśca bhayaṅkaraḥ || 15.68 ||

Vers 15.69

nistriṃśo ninditaḥ krūraḥ phalahīno nikṛntanaḥ |
nirvīryo bhramito śapta rugṇaḥ kaṣṭo'ṅgahīnakaḥ |
jaḍo ripurudāsīno lajjito mohito'lasaḥ || 15.69 ||

Vers 15.70

ṣaṣṭyetān mantradoṣāṃśca yo'jñātvā prajapenmanum |
siddhirna jāyate tasya lakṣakoṭijapādapi || 15.70 ||

Vers 15.71

kathyante daśa saṃskārā mantradoṣaharāḥ priye |
jananaṃ jīvanaṃ paścāttāḍanaṃ bodhanaṃ tataḥ || 15.71 ||

Vers 15.72

abhiṣeko'tha vimalīkaraṇāpyāyane tathā |
tarpaṇaṃ dīpanaṃ guptiḥ saṃskārāḥ kulanāyike || 15.72 ||

Vers 15.73

śāṇolloḍhāni śastrāṇi yathā syurniśitāni vai |
mantrāśca sphūttīmāyānti saṃskārairdaśabhistathā || 15.73 ||

Vers 15.74

bhakṣyaṃ haviṣyaṃ śākādi vihitāni phalānyapi |
mūlaṃ śaktu yavānāñca śastānyetāni mantriṇām || 15.74 ||

Vers 15.75

yasyānnapānapuṣṭāṅgaḥ kurute dharmasañcayam |
annadātuḥ phalaṃ cārdhaṃ kartuścārdhaṃ na saṃśayaḥ || 15.75 ||

Vers 15.76

tasmāt sarvaprayatnena parānnaṃ varjayet sudhīḥ |
puraścaraṇakāle ca kāmyakarmasvapīśvari || 15.76 ||

Vers 15.77

jihvā dagdhā parānnena karau dagdhau pratigrahāt |
mano dagdhaṃ parastrībhiḥ kāryasiddhiḥ kathaṃ bhavet || 15.77 ||

Vers 15.78

indrāgnirudragrahadṛgvedārkadikṣaḍaṣṭasu |
ṣoḍaśamanubāṇābdhitithitrayodaśasvapi || 15.78 ||

Vers 15.79

likhet ṣoḍaśakoṣṭheṣu mātṛkārṇān vicakṣaṇaḥ |
svanāmādyakṣarād yāvanmantrādyakṣaradarśanam || 15.79 ||

Vers 15.80

siddhādīn kalpayenmantrī kuryāt sādhyādibhiḥ punaḥ |
catuścaturvibhāgena siddhādīn gaṇayet punaḥ || 15.80 ||

Vers 15.81

siddhasiddho japāt siddho dviguṇāt siddhasādhyakaḥ |
siddhasusiddho'rdhajapāt siddhārirhanti bāndhavān || 15.81 ||

Vers 15.82

sādhyasiddho'tisaṅkleśāt sādhyasādhyo nirarthakaḥ |
sādhyasusiddho bhajanāt sādhyārirhanti gotrajān || 15.82 ||

Vers 15.83

susiddhasiddho'rdhajapāttatsādhyastu yathoktataḥ |
tatsusiddho grahādeva susiddhāriḥ svagotrahā || 15.83 ||

Vers 15.84

arisiddhaḥ sutaṃ hanyādarisādhyastu yoṣitam |
tatsusiddhaḥ kulaṃ hanti svātmānaṃ hanti tadripuḥ || 15.84 ||

Vers 15.85

siddhārṇā bāndhavāḥ proktāḥ sādhyāste sevakāḥ smṛtāḥ |
susiddhāḥ poṣakā jñeyāḥ śatravo ghātakāḥ smṛtāḥ || 15.85 ||

Vers 15.86

bāndhavā navavāṇekāḥ syurdviṣaḍdaśa sevakāḥ |
vahnirudramunayastu poṣakā dvādaśāṣṭakacaturastu ghātakāḥ || 15.86 ||

Vers 15.87

prāpalābho paṭu prāhyaṃ rudrasyādriruruḥ karam |
loka lopa paṭu prāyaḥ khalo yo bheṣu bheditāḥ |
varṇāḥ kramāt svarāntau tu revatyaṃśagatau tadā || 15.87 ||

Vers 15.88

janma sampad vipat kṣema pratyariḥ sādhako vadhaḥ |
mitraṃ paramamitrañca janmādīni punaḥ punaḥ || 15.88 ||

Vers 15.89

vālaṃ gauraṃ khuraṃ śoṇaṃ śamīśobheti rāśiṣu |
krameṇa bheditā varṇāḥ kanyāyāṃ śādayaḥ smṛtā || 15.89 ||

Vers 15.90

lagno dhanaṃ bhrātṛbandhuputraśatrukalatrakāḥ |
maraṇaṃ dharmakarmāya vyayā dvādaśa rāśayaḥ || 15.90 ||

Vers 15.91

svarāśermantrarāśyantaṃ gaṇanīyaṃ vicakṣaṇaiḥ |
ajñāte rāśinakṣatre nāmādyakṣararāśitaḥ || 15.91 ||

Vers 15.92

nāmādyakṣaramārabhya yāvanmantrādimākṣaram |
tridhā kṛtvā svarairbhindyāttadanyadviparītakam || 15.92 ||

Vers 15.93

kṛtvādhikamṛṇaṃ jñeyam ṛṇī cenmantra uttamaḥ |
svayamṛṇī cettanmantraṃ tyajetpūrvamṛṇī yataḥ || 15.93 ||

Vers 15.94

vāyvagnibhūjalākāśāḥ pañcāśallipayaḥ kramāt |
pañca hrasvāḥ pañca dīrghā bindvantāḥ sandhisambhavāḥ |
kādayaḥ pañcaśaḥ ṣakṣasahāntāśca prakīrtitāḥ || 15.94 ||

Vers 15.95

mahīsalilayomītramanilānalayorapi |
śātravaṃ vaiparītyena maitraṃ sarvatra cāparam || 15.95 ||

Vers 15.96

parasparaviruddhānāṃ varṇānāṃ yatra saṅgatiḥ |
varjayettādṛśaṃ mantraṃ nāśakṛttat kuleśvari || 15.96 ||

Vers 15.97

ekākṣare tathā kūṭe traipure mantranāyike |
strīdatte svapnalabdhe ca siddhādīnnaiva śodhayet || 15.97 ||

Vers 15.98

mantrasiddhopadiṣṭeṣu caturāmnāyajeṣu ca |
mālāmantreṣu deveśi siddhādīnnaiva śodhayet || 15.98 ||

Vers 15.99

nṛsiṃhārkavarāhāṇāṃ prāsādapraṇavasya ca |
sapiṇḍākṣaramantrāṇāṃ siddhādīnnaiva śodhayet || 15.99 ||

Vers 15.100

mano'nyatra śivo'nyatra śaktiranyatra mārutaḥ |
na sidhyati varārohe lakṣakoṭijapādapi || 15.100 ||

Vers 15.101

vādārthaṃ paṭhyate vidyā parārthaṃ kriyate japaḥ |
khyātyarthaṃ dīyate dānaṃ kathaṃ siddhirvarānane || 15.101 ||

Vers 15.102

dhanārthaṃ gamyate tīrthaṃ dambhārthaṃ kriyate tapaḥ |
kāryārthe devatāpūjā kathaṃ siddhirnu jāyate || 15.102 ||

Vers 15.103

amedhyena tu dehena nyāsaṃ devārcanaṃ japam |
homaṃ kurvanti cenmūḍhāstat sarvaṃ niṣphalaṃ bhavet || 15.103 ||

Vers 15.104

viṇmūtratyāgaśeṣādiyuktaḥ karma karoti yaḥ |
japārcanādikaṃ sarvamapavitraṃ bhavet priye || 15.104 ||

Vers 15.105

malināmbarakeśādimukhadaurgandhasaṃyutaḥ |
yo japettaṃ dahatyāśu devatā sujugupsitā || 15.105 ||

Vers 15.106

ālasyaṃ jṛmbhaṇaṃ nidrāṃ kṣutaṃ niṣṭhīvanaṃ bhayam |
nīcāṅgasparśanaṃ kopaṃ japakāle vivarjayet || 15.106 ||

Vers 15.107

atyāhāraḥ pralāpaśca prajalpo niyamāgrahaḥ |
anyāsaṅgaśca laulyañca ṣaḍbhirmantro na sidhyati || 15.107 ||

Vers 15.108

uṣṇīśī kañcukī nagno muktakeśo gaṇāvṛtaḥ |
apavitrottarīyaścāśucirgacchaṃśca no japet || 15.108 ||

Vers 15.109

jāḍyaṃ duḥkhaṃ tṛṇacchedaṃ vivādaṃ vā manoratham |
bahistu dehavāyuñca japakāle vivarjayet || 15.109 ||

Vers 15.110

śāntaḥ śucirmitāhāro bhūśāyī bhaktimān vaśī |
nirdvandvaḥ sthiradhīrmaunī saṃyatātmā japet priye || 15.110 ||

Vers 15.111

viśvāsāstikyakaruṇāśraddhāniyamaniścayaiḥ |
santoṣautsukyadharmādiguṇairyukto japennaraḥ || 15.111 ||

Vers 15.112

sugandhipuṣpābharaṇavastrādibhiralaṅkṛtaḥ |
tasya hastagatā siddhirnānyasya japakoṭitaḥ || 15.112 ||

Vers 15.113

tanniṣṭhastadgataprāṇastaccittastatparāyaṇaḥ |
tatpadārthānusandhānaṃ kurvan mantraṃ japet priye || 15.113 ||

Vers 15.114

japāt śrāntaḥ punardhyāyeddhyānāt śrāntaḥ punarjapet |
japadhyānādiyuktasya kṣipraṃ mantraḥ prasidhyati || 15.114 ||

Vers 15.115

iti te kathitaṃ kiñcit puraścaraṇalakṣaṇam |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 15.115 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
puraścaraṇādikathanaṃ nāma pañcadaśollāsaḥ || 15 ||

16. Ullasa

atha ṣoḍaśollāsaḥ

Vers 16.1

śrīdevyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi karuṇāmṛtavāridhe |
kāmyakarmavidhānañca vada me parameśvara || 16.1 ||

Vers 16.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇāmātreṇa prayoganipuṇo bhavet || 16.2 ||

Vers 16.3

mantrī viśuddhahṛdayaḥ pūrvoktaniyamānvitaḥ |
śrīprāsādaparāmantraṃ tattvalakṣaṃ japet priye || 16.3 ||

Vers 16.4

daśāṃśaṃ juhuyāddevi saṃskṛte havyavāhane |
daśāṃśaṃ tarpayeddugdhaiḥ salilaiḥ śālitaṇḍulaiḥ || 16.4 ||

Vers 16.5

gandhapuṣpākṣatākalpadhanavastrādibhiḥ priye |
bhakṣyāthonyānnapānādyairhavyadravyairmanoharaiḥ || 16.5 ||

Vers 16.6

toṣayed yoginīcakraṃ yathāvibhavavistaram |
evaṃ nyāsajapadhyānasahomārcanatarpaṇaḥ || 16.6 ||

Vers 16.7

mantrī siddhimanurdevi sākṣāt paraśivo bhavet |
tataḥ svamanaso'bhīṣṭān prayogān kulanāyike || 16.7 ||

Vers 16.8

mantreṇānena matimān sādhayed bhuktimuktaye |
siddhamantrasya sidhyanti ṣaṭ karmāṇi na saṃśayaḥ |
naiva sidhyantyasiddhasya devatāśāpamāpnuyāt || 16.8 ||

Vers 16.9

kāmyaprayogakartṝṇāṃ paraloko na vidyate |
prayogasiddhirevaiṣāṃ phalamanyanna tu priye || 16.9 ||

Vers 16.10

ekasyāpi vidhānasya na kutrāpi phaladvayam |
deveśi dṛśyate tasmānniṣkāmo devatāṃ yajet || 16.10 ||

Vers 16.11

homatarpaṇamantrādyairnyāsadhyānaviśeṣakaiḥ |
ātmanaśca parasyāpi ṣaṭ karmāṇi samācaret || 16.11 ||

Vers 16.12

prayogānte cakrapūjāṃ vidhinaiva samācaret |
lakṣamekaṃ japenmantraṃ nyāsadhyānasamanvitaḥ || 16.12 ||

Vers 16.13

prayogadoṣaśāntyarthamātmarakṣārthameva ca |
na cet phalaṃ na cāpnoti devatāśāpamāpnuyāt || 16.13 ||

Vers 16.14

tithivārañca nakṣatraṃ yogamāsartu pakṣakam |
dīpeśaṃ kulacakrāṇi jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.14 ||

Vers 16.15

ṛṣiṣchandodevatāṅganyāsadhyānārcanādikam |
bījaṃ śaktiṃ kīlakañca jñātvā mantrāṇi sādhayet || 16.15 ||

Vers 16.16

putrabāndhavadārāśca rāśivarṇānukūlatā |
bhūtamaitrīṃ tathodyantaṃ jñātvā mantrāṇi sādhayet || 16.16 ||

Vers 16.17

mantravidyā'bhedarūpaṃ nidrāñca bodharūpakam |
strīpunnapuṃsakādīṃśca jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.17 ||

Vers 16.18

svaravarṇapadadvitvaṃ viduścaitanyasūtakam |
hṛsvadīrghaplutādīṃśca jñātvā mantrāṇi sādhayet || 16.18 ||

Vers 16.19

pañcaśuddhyāsanaprāṇāyāmanyāsākṣamālikāḥ |
doṣasaṃskāramudrādīn jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.19 ||

Vers 16.20

tathaivāsanadigbandhanāḍībandhādisaṅgatim |
devatākālamudrādi jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.20 ||

Vers 16.21

sādhyasādhakakarmāṇi lekhanīdravyapañcakam |
sthānaṃ yantraṃ pramāṇañca jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.21 ||

Vers 16.22

utpattivāsanāvarṇamūrtisaṃskārasaṃsthitam |
kuṇḍadravyapramāṇādīn jñātvā homaṃ samācaret || 16.22 ||

Vers 16.23

agniprabhāṃ dhūmravarṇadhvanigandhaśikhākṛtīḥ |
śubhaceṣṭādikaṃ jñātvā kalpayettu śubhāśubham || 16.23 ||

Vers 16.24

mantratattvānusandhānadehāveśādilakṣaṇam |
mantroccāraṇabhedañca jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.24 ||

Vers 16.25

maṇḍalaṃ kalasadravyaśuddhi gandhāṣṭakādikam |
dīkṣānāmapradānādi jñātvā dīkṣāṃ samācaret || 16.25 ||

Vers 16.26

nityaṃ naimittikaṃ kāmyaṃ niyamaṃ nāma vāsanām |
pūjādhāraṇayantrādi jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.26 ||

Vers 16.27

pūjāgṛhapraveśādikulapūjakalakṣaṇam |
kuladravyādiśuddhiñca jñātvā pūjāṃ samācaret || 16.27 ||

Vers 16.28

antaryāgaṃ bahiryāgaṃ ghaṭārghyasthāpanādikam |
pañcapuṣpāñjaliṃ devi jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.28 ||

Vers 16.29

pātrādhārālipiśitaṃ kalāmudrādhvamelanam |
baṭukādibaliṃ devi jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.29 ||

Vers 16.30

kulākulākhyasahajaśaktibhedañca lakṣaṇam |
śubhalakṣaṇasaṃyuktaṃ strīsaṃskārārcanādikam |
devi sambhogakālañca jñātvā śaktiṃ parigrahet || 16.30 ||

Vers 16.31

pānabhedaṃ phalollāsapramāṇaṃ sthitilakṣaṇam |
tattvatrayasya svīkāraṃ jñātvā kulasudhāṃ pibet || 16.31 ||

Vers 16.32

cakrapraveśaṃ praṇati sthiti nirgamanaṃ priye |
yoginībhogaceṣṭādi jñātvā bhavati kaulikaḥ || 16.32 ||

Vers 16.33

ratyullāsanakālañca kuladīpanivedanam |
śāntastavādipaṭhanaṃ jñātvā syāt kuladeśikāḥ || 16.33 ||

Vers 16.34

mithunānugrahāṣṭāṣṭapuṣpiṇīkanyakārcanām |
viśeṣatithipūjāñca jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.34 ||

Vers 16.35

āmnāyabhedaṃ saṅketaṃ puṣpasaṅkocameva ca |
gurutrayaṃ sampradāya jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.35 ||

Vers 16.36

śrautavidyākulācāraṃ manubhedañca pādukām |
caraṇatritayaṃ devi jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.36 ||

Vers 16.37

svādhikasya samanyūnakaulikārādhanakramam |
siddhamudrādharārcādi jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.37 ||

Vers 16.38

gurvagnipretasaṃskāramantyeṣṭiṃ digbalikramam |
mokṣadīpavidhānādi jñātvā karmāṇi sādhayet || 16.38 ||

Vers 16.39

ityādyāḥ kathitāḥ kiñcidviśeṣāḥ kulanāyike |
sarveṣāmeva mantrāṇāṃ vidhiḥ sādhāraṇakramaḥ || 16.39 ||

Vers 16.40

mantrāḥ puruṣadevāḥ syurvidyāḥ strīdevatāḥ priye |
mantrāḥ puṃso humphaḍantāḥ prāṇe carati dakṣiṇe |
prabudhyante'gnijāyāntā vidyāḥ strīdevatāḥ priye || 16.40 ||

Vers 16.41

vāme prāṇe prabudhyante namo'ntāḥ syurnapuṃsakāḥ |
nāḍīdvayagate prāṇe sarve bodhaṃ prayānti ca || 16.41 ||

Vers 16.42

śāntike manavaḥ saumyā bhūyiṣṭhendvamṛtākṣarāḥ |
svāhāntāḥ syurviyatprāyāścāgneyāḥ krūrakarmasu || 16.42 ||

Vers 16.43

phaṭ ca puṣṭau vaṣaṭ vaśye humphaṭ caiva tu māraṇe |
stambhane ca namaḥ proktaṃ svāhā śāntikapauṣṭike || 16.43 ||

Vers 16.44

homatarpaṇayoḥ svāhā nyāsapūjanayornamaḥ |
mantrānte yojayenmantrī japakāle yathāsthitam || 16.44 ||

Vers 16.45

śāntike rājataṃ tāmraṃ bhūrjapatrantu vaśyake |
sarvakāryeṣu sauvarṇe krūre syāt pretakarpaṭam || 16.45 ||

Vers 16.46

trigandhaṃ śāntike proktaṃ pañcagandhañca vaśyake |
sarvakāryaṃṣvaṣṭagandhaṃ krūre cāṣṭaviṣāṇi ca || 16.46 ||

Vers 16.47

śāntake lekhanī dūrvā vaśyādau śikhipucchikā |
hemnā tu sarvakāryāṇi krūre syāt kākapucchikā || 16.47 ||

Vers 16.48

svagṛhe śāntikarmaṃ syādvaśyādyaṃ caṇḍikālaye |
sarvakāryaṃ devagṛhe śmaśāne krūrakarma ca || 16.48 ||

Vers 16.49

lakṣaṇānyevamādīni jñātvā gurumukhāt priye |
sarvakarmāṇi kurvīta mantrī tattatphalāptaye || 16.49 ||

Vers 16.50

mūle prāsādabījañca taruṇādityasannibham |
uttamāṅge parābījaṃ candrāyutasamaprabham || 16.50 ||

Vers 16.51

parasparajanasparśajanitānandanirbharaḥ |
mūlādibrahmarandhrāntam anavacchinnarūpibhiḥ || 16.51 ||

Vers 16.52

parāmṛtarasāsekaiḥ siktamāpādamastakam |
ātmānaṃ bhāvayennityaṃ sa bhavedajarāmaraḥ || 16.52 ||

Vers 16.53

evaṃ dhyātvā kuleśāni sarvakarmāṇi sādhayet |
sidhyanti tarasā devi nātra kāryā vicāraṇā || 16.53 ||

Vers 16.54

dhyānabhedaṃ pravakṣyāmi sarvasiddhikaraṃ priye |
īpsitaṃ labhate yena pūjāhomādikaṃ vinā || 16.54 ||

Vers 16.55

sthāne manohare devi sādhakaḥ sthiramānasaḥ |
sthito mṛdvāsane dhyāyed guruvandanapūrvakam || 16.55 ||

Vers 16.56

mastakasthitasampūrṇacandramaṇḍalamadhyagam |
śrīprāsādaparābījaṃ ṣoḍaśasvarasaṃyutam || 16.56 ||

Vers 16.57

śuddhasphaṭikakarpūrakundendudhavalaṃ priye |
saccandrabimbasañjātasudhāplāvitavigraham || 16.57 ||

Vers 16.58

ātmānaṃ bhāvayennityaṃ niścalenāntarātmanā |
sarvāriṣṭaṃ vilīyeta śubhaśrīpuṣṭikārakam || 16.58 ||

Vers 16.59

śrīprāsādaparāmantramaṣṭottarasahasrakam |
taruṇollāsasahito maṇḍalaṃ pūjayet priye || 16.59 ||

Vers 16.60

apamṛtyumahārogajarāmaraṇajaṃ bhayam |
grahāpasmāravetālabhūtonmādādijaṃ bhayam || 16.60 ||

Vers 16.61

jitvādhivyādhirahitaḥ putrapautrasamanvitaḥ |
jīvedvarṣaśataṃ sāgraṃ pūjitaḥ sarvamānavaḥ || 16.61 ||

Vers 16.62

aśrutaṃ budhyate śāstraṃ kavitā nirmalā bhavet |
cinmayo jāyate sākṣānnātra kāryā vicāraṇā || 16.62 ||

Vers 16.63

jvaronmādādirogeṣu japecchirasi cintayan |
śūlavātavraṇagranthimūtrakṛcchrādisambhave |
tattatsthāneṣu deveśi pūrvavaccintayan japet || 16.63 ||

Vers 16.64

mahārogeṣu jāteṣu sarvāṅgeṣu vicintayet |
tatkṣaṇācchāntimāyānti rogāḥ sarve na saṃśayaḥ || 16.64 ||

Vers 16.65

daśendriyeṣu yo dhyāyellabhedindriyasauṣṭhavam |
yatra bījaṃ smarettatra tatphalaṃ bhavati dhruvam || 16.65 ||

Vers 16.66

sadā yaścintayenmūdhnī sa bhavedajarāmaraḥ |
sarvarogapraharaṇaṃ vidyārogyapradaṃ priye || 16.66 ||

Vers 16.67

asmāt parataradhyānaṃ nāsti satyaṃ na saṃśayaḥ |
sāttvikadhyānajaṃ devi phalametadudīritam || 16.67 ||

Vers 16.68

śāntikarmāṇi sarvāṇi vidhinānena kārayet |
vidhinānena deveśi saubhāgyamatulaṃ bhavet || 16.68 ||

Vers 16.69

dvādaśādhārapadmeṣu dvādaśasvarasaṃyutam |
bījaṃ sañcintayed yastu sa bhavedajarāmaraḥ || 16.69 ||

Vers 16.70

ṣaḍādhāreṣu ṣaḍdīrghayuktaṃ bījaṃ vicintayet |
ṣaḍādhārasthadevībhiḥ pūjyate kulanāyike || 16.70 ||

Vers 16.71

hṛtpadmakaṇīkāmadhye sūryamaṇḍalasaṃsthitam |
parāprāsādabījantu taruṇāruṇasannibham || 16.71 ||

Vers 16.72

javābandhūkasindūrapadmarāgaprabhojjvalam |
pañcaviśatibhiḥ sparśākṣaraiḥ saṃvītamambike || 16.72 ||

Vers 16.73

tatprabhāpaṭalacchāyāvyaktīkṛtajagattrayam |
ātmānañca smareddevi niścalenāntarātmanā || 16.73 ||

Vers 16.74

parāprāsādabījantu taruṇollāsasaṃyutaḥ |
aṣṭottarasahasrantu maṇḍalaṃ prajapet sudhīḥ || 16.74 ||

Vers 16.75

devadānavagandharvasiddhakinnaraguhyakān |
vidyādharānmunīn yakṣān nāgānapsarasaḥ striyaḥ || 16.75 ||

Vers 16.76

siṃhavyāghroragendrādīnanyān duṣṭamṛgānapi |
vaśyān karotyasandehaṃ kiṃ punarmānavādikān || 16.76 ||

Vers 16.77

mahadaiśvaryamāpnoti svargabhogādikaṃ priye |
yasya mūdhnī smaran japyāt sa vaśyo jāyate haṭhāt || 16.77 ||

Vers 16.78

rājasadhyānajaṃ devi phalametadudīritam |
vaśyakarmāṇi sarvāṇi vidhinānena kārayet || 16.78 ||

Vers 16.79

sarvavaśyakaraṃ devi sarvaiśvaryaphalapradam |
asmāt parataraṃ dhyānaṃ nāsti satyaṃ na saṃśayaḥ || 16.79 ||

Vers 16.80

likhettrikoṇaṃ ṣaṭkoṇam aṣṭārañca mahīpuram |
mūlamantraṃ likhenmadhye sādhyanāmasamanvitam || 16.80 ||

Vers 16.81

ṣaṭkoṇeṣu ṣaḍaṅgāni vilikhet parameśvari |
keśareṣu svarānaṣṭau vargān patreṣu pārvati || 16.81 ||

Vers 16.82

bhūgṛhasya catuṣkoṇe vilikhenmūlamambike |
pañcavarṇarajobhiśca śubhaṃ dṛṣṭimanoharam || 16.82 ||

Vers 16.83

evaṃ yantraṃ samālikhya vidhivanmantravittamaḥ |
ekatriṣaḍvasucatuḥkalasān sthāpayet priye || 16.83 ||

Vers 16.84

madhyādicaturasrāntaṃ dvātriṃśat kalasān priye |
athavāṣṭādaśeśāni sapta vā daśa vā priye || 16.84 ||

Vers 16.85

caturo vāpyathaikaṃ vā kuryāt sādhakasattamaḥ |
asthiraktaśirātantumṛṇmāṃsaṃ rudhiraṃ jalam || 16.85 ||

Vers 16.86

carmavastraśilākūrmanārikelaphalaṃ śiraḥ |
mantraprāṇasamāyuktāṃ yajet kalasadevatām || 16.86 ||

Vers 16.87

sāvitrīnāparāṅgāni mātaroj bhairavānvitāḥ |
vidikṣu guruvighneśadurgākṣetrapatīn priye || 16.87 ||

Vers 16.88

kalaseṣu samabhyarcya vidhivanmantravittamaḥ |
abhiṣiñcet priyaṃ śiṣyaṃ sarvapāpapraśāntaye || 16.88 ||

Vers 16.89

āyuḥ śrīkāntisaubhāgyavidyārogyādikaṃ bhavet |
rājābhiṣikto labhate catuḥsāgaragāṃ mahīm || 16.89 ||

Vers 16.90

akiñcano'bhiṣiktaśca mahadaiśvaryamāpnuyāt |
vandhyābhiṣiktā labhate putraṃ sarvaguṇānvitam || 16.90 ||

Vers 16.91

bhūtāpamṛtyurogādyā vinaśyanti na saṃśayaḥ |
trilauhe vāpi bhūrje vā likhitvā yantramuttamam || 16.91 ||

Vers 16.92

vidhṛtaṃ bāhunā devi sarvarakṣākaraṃ bhavet |
āyurārogyamaiśvaryaṃ vidyālābhaṃ yaśo jayam || 16.92 ||

Vers 16.93

yad yat svamanaso'bhīṣṭaṃ tattadāpnotyasaṃśayaḥ |
khaḍgavaśyaṃ vayaḥstambhaṃ yakṣiṇyañjanapādukām || 16.93 ||

Vers 16.94

aṇimādyaṣṭasiddhyādi mahārasarasāyanam |
sañjīvayogaguṭikāpramukhākhilasiddhayaḥ || 16.94 ||

Vers 16.95

parāprāsādamantrajñairdṛśyante nātra saṃśayaḥ |
ṣaṭ karmāṇi prayuñjīta nānyathā bhavati priye || 16.95 ||

Vers 16.96

pītadravyairharidrādyaiḥ samitpatraphalādibhiḥ |
juhuyāt pūrvavanmantrī devatādhyānatatparaḥ || 16.96 ||

Vers 16.97

vākśrotragatidṛksenānadīgraharipūn priye |
nānāduṣṭamṛgān devi stambhayennātra saṃśayaḥ || 16.97 ||

Vers 16.98

grahavegādiduṣṭānāṃ vināśanakaraṃ priye |
asmāt parataraṃ dhyānaṃ nāsti satyaṃ na saṃśayaḥ || 16.98 ||

Vers 16.99

tāmasadhyānajaṃ devi phalametadudīritam |
duṣṭamāraṇakarmāṇi vidhinānena sādhayet || 16.99 ||

Vers 16.100

ityādi dhyānabhedena jñātvā gurumukhāt priye |
ṣaṭ karmāṇi prayuñjīta nānyathā vīravandite || 16.100 ||

Vers 16.101

khadiraśvetamandārasitabhānusamidvaraiḥ |
palāśodumbarāśvatthaplakṣāpāmārgasatvacaiḥ || 16.101 ||

Vers 16.102

nandyāvartasitāmbhojahayārikusumādibhiḥ |
sitairanyaiḥ śubhairdrravyaiḥ samitpatraphalāntaraḥ || 16.102 ||

Vers 16.103

bhakṣyaiśca pāyasairdūrvāsahitaistilataṇḍulaiḥ |
madhuratrayasaṃyuktairmantravit kulanāyike || 16.103 ||

Vers 16.104

ekena vātha sarvairvā tatkāryagurulāghavam |
jñātvā devi sahasrantu juhuyādatha pañca vā || 16.104 ||

Vers 16.105

ayutaṃ niyutaṃ vāpi prayutaṃ vā kuleśvari |
tattatkarmodite kuṇḍe saṃskṛte havyavāhane || 16.105 ||

Vers 16.106

āvāhya devatāmasmin dhyātvā sāvaraṇāṃ priye |
vidhivajjuhuyāddevi tadgatenāntarātmanā || 16.106 ||

Vers 16.107

sarvarogavraṇonmādāpasmārotpātayakṣmajam |
sarvaduḥkhapraśamanaṃ tatkṣaṇānnātra saṃśayaḥ || 16.107 ||

Vers 16.108

anena sarvaśāntiñca jñānaṃ vidyāṃ labhet priye |
kadambāśokavakulapunnāgāmramadhūkajaiḥ || 16.108 ||

Vers 16.109

campakadvayapālāśapāṭalaśrīkapitthakaiḥ |
mālatīmallikājātibandhūkāruṇapaṅkajaiḥ || 16.109 ||

Vers 16.110

kalhārāruṇamandārayūthikundajavādibhiḥ |
sanārikelakadalīdrākṣekṣupṛthukairapi || 16.110 ||

Vers 16.111

candanāgurukarpūrarocanākuṅkumādibhiḥ |
raktairanyaiḥ śubhadravyaiḥ samidhṛtaphalodbhavaiḥ || 16.111 ||

Vers 16.112

pūrvavajjuhuyāddevi vidhivanmantravittamaḥ |
mahīpatīṃśca puruṣān kāntā yauvanagarvitāḥ || 16.112 ||

Vers 16.113

siṃhān mattān tathā vyāghrān mṛgān duṣṭān gajānapi |
siddhadevāpsaroyakṣagandharvavanitāstathā |
devānapi kuleśāni vaśayennātra saṃśayaḥ || 16.113 ||

Vers 16.114

vājīlavaṇahomena striyamākarṣayed dhruvam |
vidhinānena deveśi saubhāgyamuttamaṃ labhet || 16.114 ||

Vers 16.115

bahunātra kimuktena triṣu lokeṣu mantriṇām |
anena mantrarājena nāsādhyaṃ vidyate kvacit || 16.115 ||

Vers 16.116

ūrdhvāmnāyaikaniṣṇātaḥ parāprāsādamantravit |
kulārṇavārthatattvajño jīvanmuktaḥ kuleśvari || 16.116 ||

Vers 16.117

sutīrthe vāpyatīrthe vā jalamadhye'pi vā vasan |
parāprāsādamantrajño mukta eva na saṃśayaḥ || 16.117 ||

Vers 16.118

dikpīṭhakṣetramudrādivṛkṣavallīmaṭhādikāḥ |
jñeyā bhairavadevyaśca ūrdhvāmnāyasya pārvati || 16.118 ||

Vers 16.119

nimbakāraskaronmattakaṇṭakīvipradantibhiḥ |
asthikaṇṭakavṛkṣādyairdravyairaśubhasādhanaiḥ || 16.119 ||

Vers 16.120

vaṭukaiḥ kṛṣṇavarṇaiśca samitpatraphalāntaraiḥ |
gṛhadhūmacitāṅgāratrikaṭvamlacitāñjanaiḥ || 16.120 ||

Vers 16.121

unmattarasasaṃsiktai piṣṭvā samyak prasecitaiḥ |
sādhyapādarajobhiśca citābhasmasamanvitaiḥ || 16.121 ||

Vers 16.122

sādhyapratikṛtiṃ kuryādekanakṣatravṛkṣajām |
samyakpratiṣṭhitaprāṇāṃ kuṇḍasyopari lambayet || 16.122 ||

Vers 16.123

khanettatpratimāṃ mantrī kuṇḍasyādho yathāvidhi |
malīmasena manasā cogradṛṣṭiramarṣaṇaḥ || 16.123 ||

Vers 16.124

citānale viṣataru saptakāṣṭhasamedhite |
taddravyairjuhuyāddevi vidhivanmantravittamaḥ || 16.124 ||

Vers 16.125

kuryādvidveṣaṇoccāṭamāraṇāni na saṃśayaḥ |
śāntike sāttvikaṃ devi śvetavarṇaṃ vicintayet || 16.125 ||

Vers 16.126

vaśye tu rājasaṃ devi raktavarṇaṃ vicintayet |
tāmasaṃ krūrakāryeṣu kṛṣṇavarṇaṃ vicintayet || 16.126 ||

Vers 16.127

ātmarakṣāṃ purā kṛtvā paścāt karmāṇi sādhayet |
yo'nyathā kurute mohāt sa bhaveddevatāpaśuḥ || 16.127 ||

Vers 16.128

tasmāddevi mahāṣoḍhānyāsaṃ pūjāṃ baliṃ sudhīḥ |
kṛtvā karmāṇi kurvīta nānyathā vīravandite || 16.128 ||

Vers 16.129

mūlādhārasarojāntarvahnimadhyagataṃ priye |
parāprāsādabījaṃ tat kalpāntāgnisamaprabham || 16.129 ||

Vers 16.130

pratilomasu saṃvītaṃ daśabhirvyāpakākṣaraiḥ |
svayaṃ kālānalasamaḥ sarvabhūtabhayaṅkaraḥ || 16.130 ||

Vers 16.131

dakṣiṇāśāmukho bhūtvātyugradṛṣṭimalīmasaḥ |
yauvanollāsasahitaḥ parāprāsādasañjñakam || 16.131 ||

Vers 16.132

mantraṃ maṇḍalakaṃ japyādaṣṭottarasahasrakam |
aniṣṭakāriṇaḥ sattvān kalahāyāsakāriṇaḥ || 16.132 ||

Vers 16.133

vṛthā dveṣakarān krūrān saparyāvighnakāriṇaḥ |
bhūtopagrahavetālān piśācān yakṣarākṣasān || 16.133 ||

Vers 16.134

ityādiduṣṭajantūṃśca sadā kleśakarān parān |
tadvahnimadhyapatitānnirdagdhāṃśca cintayet |
kṣaṇena nāśamāyānti śalabhā iva pāvake || 16.134 ||

Vers 16.135

yasyamūdhnī smaredbījaṃ sa mṛtyumadhigacchati |
dhyānenānena deveśi kālādīnapi nāśayet || 16.135 ||

Vers 16.136

iti te kathitaḥ kiñcit kāmyakarmavidhiḥ priye |
samāsena kuleśāni kiṃ bhūyaḥ śrotumicchasi || 16.136 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye sarvāgamottamottame
sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe ūrdhvāmnāyatantre
kāmyakarmakathanaṃ nāma ṣoḍaśollāsaḥ || 16 ||

17. Ullasa

atha saptadaśollāsaḥ

Vers 17.1

śrī devyuvāca
kuleśa śrotumicchāmi gurunāmādivāsanām |
tattvaṃ kulapadārthānāṃ vada me parameśvara || 17.1 ||

Vers 17.2

īśvara uvāca
śṛṇu devi pravakṣyāmi yanmāṃ tvaṃ paripṛcchasi |
tasya śravaṇamātreṇa kulajñānaṃ prakāśate || 17.2 ||

Vers 17.3

namaste nātha bhagavan śivāya gururūpiṇe |
vidyāvatārasaṃsiddhyai svīkṛtānekavigraha || 17.3 ||

Vers 17.4

nārāyaṇasvarūpāya paramātmasvarūpiṇe |
sarvājñānatamobhedabhānave caitanyāya ca || 17.4 ||

Vers 17.5

sarvajñāya dayākḷptavigrahāya śivātmane |
paratreha ca bhaktānāṃ bhavyānāṃ bhāvadāyine || 17.5 ||

Vers 17.6

purastāt pārśvayoḥ pṛṣṭhe namaḥ kuryāmuparyadhaḥ |
sadā saccittarūpeṇa vidhehi tava dāsatām || 17.6 ||

Vers 17.7

guśabdastvandhakāraḥ syāt ruśabdastannirodhakaḥ |
andhakāranirodhatvāt gururityabhidhīyate || 17.7 ||

Vers 17.8

gakāraḥ siddhidaḥ prokto rephaḥ pāpasya dāhakaḥ |
ukāro viṣṇurityuktastritayātmā guruḥ paraḥ || 17.8 ||

Vers 17.9

gakāro jñānasampattī rephastatra prakāśakaḥ |
ukāraḥ śivatādātmyaṃ gururityabhidhīyate || 17.9 ||

Vers 17.10

guhyāgamātmatattvāndhanaddhānāṃ bodhanādapi |
rudrādidevarūpatvād gururityabhidhīyate || 17.10 ||

Vers 17.11

svayamācarate śiṣyānācāre sthāpayatyapi |
ācinotīha śāstrārthānācāryastena kathyate || 17.11 ||

Vers 17.12

carācarasamāsannamadhyāpayati yaḥ svayam |
yamādiyogasiddhatvādācārya iti kathyate || 17.12 ||

Vers 17.13

ātmabhāvapradānāttu rāgadveṣādivarjanāt |
dhyānaikaniṣṭhacittatvādārādhya iti kathyate || 17.13 ||

Vers 17.14

devatārūpadhāritvācchiṣyānugrahakāraṇāt |
karuṇāmayamūrtitvāddeśikaḥ kathitaḥ priye || 17.14 ||

Vers 17.15

svāntaḥśāntisamunmīlatparatattvārthacintanāt |
mithyājñānavihīnatvāt svāmīti kathitaḥ priye || 17.15 ||

Vers 17.16

manodoṣādidūratvāddhetuvādādivarjanāt |
śvādiprāṇiṣu sādṛśyād ramyatvācca maheśvaraḥ || 17.16 ||

Vers 17.17

śrīmokṣajñānadātṛtvānnādabrahmātmabodhanāt |
sthagitājñānacihnatvāt śrīnāthaḥ kathitaḥ priye || 17.17 ||

Vers 17.18

deśakālāvirodhena vartamānāt kulāgame |
vaśīkṛtajagajjīvāddeva ityabhidhīyate || 17.18 ||

Vers 17.19

bhavapāśapraśamanāt ṭaṅkārendukaśekharāt |
rakṣaṇāt kamanīyatvāt bhaṭṭāraka itīritaḥ || 17.19 ||

Vers 17.20

praguptāgamavedāntarahasyārthavibhāvanāt |
bhuktimuktipradānācca prabhurityabhidhīyate || 17.20 ||

Vers 17.21

yonimudrānusandhānāt prasphuranmantravaibhavāt |
gīrvāṇagaṇapūjyatvād yogīti kathitaḥ priye || 17.21 ||

Vers 17.22

saṅgaduḥkhaparityāgāt yatra kutrāśramāśrayāt |
mitha ātmanibandhatvāt saṃyamītyabhidhīyate || 17.22 ||

Vers 17.23

tattvasvarūpamananāt parivādādivarjitāt |
svīkārāt śubhakāryāṇāṃ tapasvītyabhidhīyate || 17.23 ||

Vers 17.24

akṣaratvādvareṇyatvāddhūtasaṃsārabandhanāt |
tattvamasyarthasiddhatvāt avadhūto'bhidhīyate || 17.24 ||

Vers 17.25

vītarāgamadakleśakopamātsaryamohataḥ |
rajastamovidūratvādvīra ityabhidhīyate || 17.25 ||

Vers 17.26

kulaṃ gotraṃ samākhyātaṃ tacca śaktiśivodbhavam |
yena mokṣa iti jñānaṃ kaulikaḥ so'bhidhīyate || 17.26 ||

Vers 17.27

akulaṃ śiva ityuktaṃ kulaṃ śaktiḥ prakīrtitā |
kulākulānusandhānānnipuṇāḥ kaulikāḥ priye || 17.27 ||

Vers 17.28

sārasaṅgrahaṇāccaiva dharmamārgapravartanāt |
karaṇagrāmaniyamāt sādhakaḥ so'bhidhīyate || 17.28 ||

Vers 17.29

bhajanāt parayā bhaktyā manovākkāyakarmabhiḥ |
taratyakhiladuḥkhāni tasmādbhakta itīritaḥ || 17.29 ||

Vers 17.30

śarīramarthaṃ prāṇāṃśca sadgurubhyo nivedya yaḥ |
gurubhyaḥ śikṣate yogaṃ śiṣya ityabhidhīyate || 17.30 ||

Vers 17.31

yonimudrānusandhānāt girijāpādasevanāt |
nirlīnopādhivibhavād yoginītyabhidhīyate || 17.31 ||

Vers 17.32

śatakoṭimahādivyayoginīprītikāraṇāt |
tīvramuktipradānācca śaktirityabhidhīyate || 17.32 ||

Vers 17.33

pālanādduritacchedāt kāmitārthasya vardhanāt |
pāduketi samākhyātā mama tattvaṃ tava priye || 17.33 ||

Vers 17.34

janmāntarasahasreṣu kṛtapāpapraṇāśanāt |
paradevaprakāśācca japa ityabhidhīyate || 17.34 ||

Vers 17.35

stokastokena manasaḥ paramaprītikāraṇāt |
stotṛsantāraṇāddevi stotramityabhidhīyate || 17.35 ||

Vers 17.36

yāvadindriyasantāpaṃ manasā sanniyamya ca |
svāntenābhīṣṭadevasya cintanaṃ dhyānamucyate || 17.36 ||

Vers 17.37

caritārthavikāśācca rakṣaṇādapi pārvati |
naranārīsvarūpācca caraṇaṃ kathitaṃ priye || 17.37 ||

Vers 17.38

veditā'khilaśāstrārthasaddharmārthanirūpaṇāt |
darśanānāṃ pramāṇatvādveda ityabhidhīyate || 17.38 ||

Vers 17.39

puṇyapāpādikathanādrākṣasādinivāraṇāt |
navabhaktyādijananāt purāṇa iti kathyate || 17.39 ||

Vers 17.40

śāsanādaniśaṃ devi varṇāśramanivāsinām |
tāraṇāt sarvapāpebhyaḥ śāstramityabhidhīyate || 17.40 ||

Vers 17.41

smaraṇotsukaniṣṭhānāṃ dharmādharmanirūpaṇāt |
timirotpāṭanāddevi smṛtirityabhidhīyate || 17.41 ||

Vers 17.42

iṣṭadharmādikathanāttimirājñānabhañjanāt |
haraṇāt sarvaduḥkhānām itihāsa iti smṛtaḥ || 17.42 ||

Vers 17.43

ācārakathanāddivyagatiprāptinidānataḥ |
mahātmatattvakathanādāgamaḥ kathitaḥ priye || 17.43 ||

Vers 17.44

śākinīgaṇapūjyatvāttāraṇādbhavavāridhe |
parādiśaktisānnidhyācchākta ityabhidhīyate || 17.44 ||

Vers 17.45

kaumārādinirodhatvāt layajanmādibhañjanāt |
aśeṣakulasambandhāt kaula ityabhidhīyate || 17.45 ||

Vers 17.46

pāśacchedakarāddevi rañjanāt paratejasaḥ |
yatibhiścintyamānatvāt pāramparyamitīritam || 17.46 ||

Vers 17.47

saṃsārasārabhūtatvāt prakāśānandadānataḥ |
yaśaḥ saubhāgyakaraṇāt sampradāya itīritaḥ || 17.47 ||

Vers 17.48

āditvāt sarvamārgāṇāṃ manollāsapravardhanāt |
yajñādidharmahetutvādāmnāya iti kīrtitaḥ || 17.48 ||

Vers 17.49

śrutānekamahāmantrayantratantrādidaivatāt |
śrutau yadanavicchinnācchrauta ityabhidhīyate || 17.49 ||

Vers 17.50

āmnāyatattvarūpatvāccāturyārthanirūpaṇāt |
rāgadveṣādiśamanādācāra iti kīrtyate || 17.50 ||

Vers 17.51

divyabhāvapradānācca kṣālanāt kalmaṣasya ca |
dīkṣeti kathitā sadbhirbhavabandhavimocanāt || 17.51 ||

Vers 17.52

ahambhāvaharādbhītimathanāt secanādapi |
kampānandādijananādabhiṣeka iti smṛtaḥ || 17.52 ||

Vers 17.53

ulbaṇatvāt paratvācca devatāprītidānataḥ |
śaktipātanimittādapyupadeśa iti smṛtaḥ || 17.53 ||

Vers 17.54

mananāttattvarūpasya devasyāmitatejasaḥ |
trāyate sarvabhayatastasmānmantra itīritaḥ || 17.54 ||

Vers 17.55

dehamāsthāya bhaktānāṃ varadānācca pārvati |
tāpatrayādiśamanāddevatā parikīrtitā || 17.55 ||

Vers 17.56

nyāyopārjitavittānāmaṅgeṣu viniveśanāt |
sarvarakṣākarāddevi nyāsa ityabhidhīyate || 17.56 ||

Vers 17.57

mudaṃ kurvanti devānāṃ manāṃsi drāvayanti ca |
tasmānmudrā iti khyātā darśitavyāḥ kuleśvari || 17.57 ||

Vers 17.58

anantaphaladānācca kṣapitāśeṣakalmaṣāt |
mātṛkātmatayā lābhakaraṇādakṣamālikā || 17.58 ||

Vers 17.59

maṅgalatvācca ḍākinyā yoginīgaṇasaṃśrayāt |
lalitatvācca deveśi maṇḍalaṃ parikīrtitam || 17.59 ||

Vers 17.60

kamalāsanarūpatvāllaghutattvādināśanāt |
śamitāpārapāpācca kalaśaḥ parikīrtitaḥ || 17.60 ||

Vers 17.61

yamabhūtādisarvebhyo bhayebhyo'pi kuleśvari |
trāyate satatañcaiva tasmād yantramitīritam || 17.61 ||

Vers 17.62

ātmasiddhipradānācca sarvaroganivāraṇāt |
navasiddhipradānācca āsanaṃ kathitaṃ priye || 17.62 ||

Vers 17.63

māyājālādiśamanānmokṣamārganirūpaṇāt |
aṣṭaduḥkhādivirahān madyamityabhidhīyate || 17.63 ||

Vers 17.64

mahādānārtharūpatvād yāgabhūmyekakāraṇāt |
madbhāvajananāddevi madyamityabhidhīyate || 17.64 ||

Vers 17.65

sumanasaḥ sevitatvād rājyadatvāt sadā priye |
surākārapradānatvāt sureti parikīrtitā || 17.65 ||

Vers 17.66

amṛtāṃśusvarūpatvānmṛtyubhītinivāraṇāt |
tattvaprakāśahetutvādamṛtaṃ kathitaṃ priye || 17.66 ||

Vers 17.67

pānāṅgaviśvarūpatvāttricatuṣkakalāśrayāt |
patitatrāṇanāddevi pātramityabhidhīyate || 17.67 ||

Vers 17.68

āśuśukṣaṇirūpatvāddhātṛdevapriyādapi |
rakṣaṇādapi cādheyasyādhāraṃ tu vidurbudhāḥ || 17.68 ||

Vers 17.69

māṅgalyajananāddevi saṃvivadānandadānataḥ |
sarvadevapriyatvācca māmsa ityabhidhīyate || 17.69 ||

Vers 17.70

pūrvajanmānuśamanājjanmamṛtyunivāraṇāt |
sampūrṇaphaladānācca pūjeti kathitā priye || 17.70 ||

Vers 17.71

abhīṣṭaphaladānācca caturvargaphalāśrayāt |
nandanāt sarvadevānāmarcanaṃ samudāhṛtam || 17.71 ||

Vers 17.72

tattvātmakasya devasya parivāravṛtasya ca |
navānandaprajananāttarpaṇaṃ samudāhṛtam || 17.72 ||

Vers 17.73

gambhīrāpāradaurbhāgyakleśanāśanakāraṇāt |
dharmajñānapradānācca gandha ityabhidhīyate || 17.73 ||

Vers 17.74

āghrāṇanaprajananān mokṣamārgapradarśanāt |
dagdhaduḥkhādidamanādāmoda iti kathyate || 17.74 ||

Vers 17.75

annadānāt kuleśāni kṣapitāśeṣakalmaṣāt |
tādātmyakaraṇāddevi akṣatāḥ parikīrtitāḥ || 17.75 ||

Vers 17.76

puṇyasaṃvardhanāccāpi pāpaughaparihārataḥ |
puṣkalārthapradānācca puṣpamityabhidhīyate || 17.76 ||

Vers 17.77

dhūtāśeṣamahādoṣapūtigandhaprabhāvataḥ |
paramānandajananāddhūpa ityabhidhīyate || 17.77 ||

Vers 17.78

dīrghājñānamahādhvāntāhaṅkāraparivarjanāt |
paratattvaprakāśācca dīpa ityabhidhīyate || 17.78 ||

Vers 17.79

mohadhvāntapraśamanāt kṣayārtivinivāraṇāt |
divyarūpapradānācca paratattvaprakāśanāt |
khyāto mokṣo dīpa iti mokṣamārgaikasādhanaḥ || 17.79 ||

Vers 17.80

caturvidhaṃ kuleśāni dravyañca ṣaḍrasānvitam |
nivedanādbhavettṛptirnaivedyaṃ samudāhṛtam || 17.80 ||

Vers 17.81

bahuprakāravicarad bhūtaughaprītikāraṇāt |
liptapāpapraśamanād balirityabhidhīyate || 17.81 ||

Vers 17.82

tattvatrayaviśuddhiḥ syāttvatsevāmātrataḥ priye |
tattvaprakāśahetutvāttattvatrayamitīritam || 17.82 ||

Vers 17.83

caturvargaphalāvāpāt luṇṭhitājñānabandhanāt |
kalyāṇadharmamūlatvāccalukaṃ kathitaṃ priye || 17.83 ||

Vers 17.84

prakāśānandajananāt sāmarasyapradānataḥ |
darśanāt paratattvasya prasāda iti kathyate || 17.84 ||

Vers 17.85

pāśasañchedanāddevi narakasya nivāraṇāt |
pābanāt parameśāni pānamityabhidhīyate || 17.85 ||

Vers 17.86

karmaṇā manasā vācā sarvāvasthāsu sarvadā |
samīpasevā vidhivat upāstiriti kathyate || 17.86 ||

Vers 17.87

pañcāṅgopāsaneneṣṭadevatā prītidānataḥ |
puraścarati bhaktasya tat puraścaraṇaṃ priye || 17.87 ||

Vers 17.88

āvāhanādikarmāṇi ṣoḍaśa dvādaśāvadhi |
vidhinācaraṇaṃ proktam upahāramiti smṛtam || 17.88 ||

Vers 17.89

sampūjya sāvṛtiṃ devaṃ ṣoḍaśairupacārakaiḥ |
svasthānapreṣaṇaṃ proktamudvāsanamiti priye || 17.89 ||

Vers 17.90

devaṃ pūjārthamāhvānamāvāhanamiti smṛtam |
āsane sanniveśaḥ syāt sthāpanaṃ kulanāyike || 17.90 ||

Vers 17.91

anyonyasammukhākāraḥ sannidhāpanamīritam |
yatra kutrāpyacalanaṃ sannirodhanamīritam || 17.91 ||

Vers 17.92

devatāṅge ṣaḍaṅgānāṃ nyāsaḥ syāt sakalīkṛtiḥ |
ācchādanaṃ samuddiṣṭamavaguṇṭhanamīritam || 17.92 ||

Vers 17.93

darśanaṃ dhenumudrāyā amṛtīkaraṇaṃ priye |
kṣamasvetyañjalirdevi paramīkaraṇaṃ priye |
svāgataṃ kuśalapraśnaṃ nigadeddevatāgrataḥ || 17.93 ||

Vers 17.94

pādyaṃ śyāmākadūrvābjaviṣṇukrāntābhirucyate |
jātālavaṅgakakkolairuktamācamanīyakam || 17.94 ||

Vers 17.95

akhilāghapraśamanārdhanaputravivardhanāt |
anarghaphaladānācca arghyamityabhidhīyate || 17.95 ||

Vers 17.96

siddhārthamakṣatañcaiva kuśāgraṃ tilameva ca |
yavaṃ gandhaḥ phalaṃ puṣpamaṣṭāṅgārghyaṃ prakīrtitam || 17.96 ||

Vers 17.97

madhvājyadadhibhiḥ prokto madhuparkaḥ kuleśvari |
dehaprakṣālanaṃ snānaṃ sugandhisalilaiḥ saha || 17.97 ||

Vers 17.98

candrācandanakastūrīkālāgurubhirucyate |
aṣṭāṅgapraṇipātantu kathitaṃ vandanaṃ priye || 17.98 ||

Vers 17.99

etaccarācaraṃ sarvaṃ kṣetramityabhidhīyate |
tat kṣetraṃ pālitaṃ yena kṣetrapālaḥ sa ucyate || 17.99 ||

Vers 17.100

iti te kathitā kiñcid gurunāmādivāsanā |
samāsena maheśāni yo jānāti sa pūjakaḥ || 17.100 ||

Vers 17.101

rahasyātirahasyānāṃ rahasyo'yaṃ maheśvari |
ūrdhvāmnāyaḥ samākhyātaḥ samāsena na vistarāt || 17.101 ||

Vers 17.102

kulārṇavamidaṃ śāstraṃ yoginīnāṃ hṛdi sthitam |
prakāśitaṃ mayā cādya gopanīyaṃ prayatnataḥ || 17.102 ||

Vers 17.103

pustakañca maheśāni paśugehe na nikṣipet |
na dadyāt paśuhaste ca na paṭhet paśusannidhau |
na paṭhedāsavollāsaṃ granthaṃ bhūmau na nikṣipet || 17.103 ||

Vers 17.104

nityaṃ sampūjayedbhaktyā jānīyād guruvaktrataḥ |
nāputrāya pravaktavyaṃ nāśiṣyāya kadācana || 17.104 ||

Vers 17.105

snehāllobhādbhayāduktvā so'cirānnaśyati dhruvam |
devi yadvidyate prājñe tattat kiñcinmayoditam || 17.105 ||

Vers 17.106

sādhakānāṃ hitārthāya bhuktimuktiphaleṣiṇām |
yaścordhvāmnāyamāhātmyaṃ paṭhet śrīcakrasannidhau || 17.106 ||

Vers 17.107

bhaktyā paramayā devi yaḥ śṛṇoti sa kaulikaḥ |
vrataṃ snānaṃ tapastīrthaṃ yajñadevārcanādiṣu || 17.107 ||

Vers 17.108

tat phalaṃ koṭiguṇitaṃ labhate nātra saṃśayaḥ |
tvatsannidhau sannivasennātra kāryā vicāraṇā || 17.108 ||

|| iti śrīkulārṇave nirvāṇamokṣadvāre mahārahasye
sarvāgamottamottame sapādalakṣagranthe pañcamakhaṇḍe
ūrdhvāmnāyatantre saptadaśa ullāsaḥ || 17 ||
|| samāpto'yaṃ granthaḥ ||

Fortlaufende deutsche Übersetzung

Die folgende deutsche Arbeitsübersetzung enthält einen Eintrag zu jedem Vers aller 17 Kapitel. An ausdrücklich bezeichneten Stellen ist noch keine vollständige, gesicherte Übertragung möglich. Sie ist eine eigene Übertragung des Sanskrittexts. Unsichere Lesarten und Deutungen sind gekennzeichnet; die Arbeitsübersetzung ersetzt keine kritische philologische Edition. Eckige Klammern enthalten Ergänzungen oder redaktionelle Hinweise; diese gehören nicht zum Sanskritwortlaut. Gottheitsnamen und nicht übersetzbare Mantrasilben bleiben erhalten. Die elektronisch erfasste Sanskritfassung dient als zusätzliche Arbeitshilfe; Zweifelsfälle wurden ergänzend am Druckbild geprüft.[4]

Zum historischen Kontext: Die Aussagen über Karma, Siddhi, rituelle Reinheit, Kasten, Geschlecht und Erlösung geben die Perspektive des Textes wieder. Seine teils widersprüchlichen Vorschriften zu Rausch, Tieropfer und Sexualritual werden weder ausgelassen noch zu heutigen Übungsanleitungen umgedeutet. Besonders Kapitel 7–8 verbinden spirituelle Deutungen mit gefährlichen Rauschzuständen. Die Übersetzung ist keine medizinische Empfehlung und setzt solche Zustände nicht mit Verwirklichung gleich.

1. Ullasa: Menschliches Leben, Bindung und Erkenntnis

Vers 1.1

Parvati fragte den höchsten Herrn, der auf dem Gipfel des Kailasa saß: den Gott der Götter, den Lehrer der Welt, den Herrscher und die höchste Freude.

Vers 1.2

Die Göttin sprach: Erhabener, Herr der Götter, Vollzieher der fünf Opferhandlungen, Allwissender, durch Hingabe leicht Erreichbarer, der du den Zufluchtsuchenden liebevoll zugewandt bist!

Vers 1.3

Herr des Kula, höchster Herrscher, Ozean des Nektars des Erbarmens! In diesem gehaltlosen, schrecklichen Kreislauf des Daseins sind [die Lebewesen] von allen Leiden befleckt.

Vers 1.4

Unzählige Scharen von Lebewesen befinden sich in mannigfachen Körpern. Sie werden geboren und sterben, ohne dass sie Befreiung erlangen.

Vers 1.5

Ständig vom Leiden gequält, o Gott, sind sie nirgends glücklich. Durch welches Mittel wird man befreit? Sage es mir, Herr der Götter!

Vers 1.6

Der Herr sprach: Höre, Göttin! Ich werde erklären, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören dieser Lehre wird der Mensch aus dem Daseinskreislauf befreit.

Vers 1.7

Es gibt, o Göttin, Shiva, dessen Wesen das höchste Brahman ist: ungeteilt, allwissend, alles bewirkend, Herr über alles, makellos und ohne Zweites.

Vers 1.8

Er leuchtet aus sich selbst, ist ohne Anfang und Ende, unveränderlich und höher als das Höchste. Ohne Eigenschaften ist er Sein, Bewusstsein und Freude; seine Anteile werden Lebewesen genannt.

Vers 1.9

Von anfangsloser Unwissenheit bedingt, gleichen sie Funken im Feuer. Durch begrenzende Bedingungen, angefangen mit dem Mutterleib, und durch Handlungen mittels der Sinnes- und Tätigkeitsorgane erscheinen sie unterschieden.

Vers 1.10

Sie stehen unter der Macht ihrer eigenen verdienstvollen und schuldhaften Taten, die alle möglichen Leiden hervorbringen. Einen Körper bestimmter Gattung, Lebensdauer und karmisch bedingte Erfahrungen ...

Vers 1.11

... erlangen die verblendeten Menschen mit jeder Geburt. Der feine Zeichenkörper bleibt bis zur Befreiung bestehen, o Geliebte.

Vers 1.12

Unbewegliche Wesen, Würmer, Wasserlebewesen, Vögel, Tiere, Menschen, dem Dharma Ergebene, Götter und Befreiungssuchende [bilden] die aufeinanderfolgenden Stufen.

Vers 1.13

Nachdem man die vier Arten von Körpern tausendfach angenommen hat, wird man durch verdienstvolles Handeln ein Mensch. Wenn man dann Erkenntnis gewinnt, erlangt man Befreiung.

Vers 1.14

Unter den 8.400.000 Körperformen der verkörperten Wesen wird Erkenntnis der Wirklichkeit ohne menschliche Existenz nicht erlangt.

Vers 1.15

Unter Abertausenden von Geburten erlangt ein Lebewesen, o Parvati, irgendwann durch angesammeltes Verdienst das Menschsein.

Vers 1.16

Wer das schwer zu erlangende Menschsein, die Stufe zur Befreiung, erreicht hat und sich dennoch nicht hinüberführt: Wer wäre hier schuldhafter als er?

Vers 1.17

Wer eine solche vorzügliche Geburt und unversehrte Sinne erlangt hat, sein eigenes Wohl aber nicht erkennt, schädigt sich selbst.

Vers 1.18

Ohne Körper gibt es für niemanden die Verwirklichung eines menschlichen Lebenszieles. Deshalb soll man, nachdem man den Reichtum des Körpers erlangt hat, verdienstvolle Handlungen vollbringen.

Vers 1.19

Man soll sich mit ganzer Kraft schützen; das eigene Selbst ist das Gefäß für alles. Um seine Bewahrung soll man sich bemühen, solange man die Wirklichkeit noch nicht schaut.

Vers 1.20

Dörfer, Felder, Vermögen und Häuser lassen sich wiedergewinnen, ebenso Gelegenheiten für gute oder schlechte Handlungen; dieser Körper aber kehrt nicht immer wieder zurück.

Vers 1.21

Die Menschen bemühen sich beständig, den Körper zu bewahren. Selbst bei Aussatz und anderen Krankheiten wünschen sie nicht, ihn aufzugeben.

Vers 1.22

Er soll sorgfältig bewahrt werden. Dharma dient der Erkenntnis, Erkenntnis der Meditation und dem Yoga; dadurch wird man bald befreit.

Vers 1.23

Wenn man selbst sich nicht von Schädlichem zurückhält, welcher andere Wohltäter wird dann das eigene Selbst hinüberführen?

Vers 1.24

Wer die Krankheit des Höllenleidens nicht schon hier behandelt: Was wird dieser Kranke tun, wenn er an einen Ort gelangt, an dem es kein Heilmittel gibt?

Vers 1.25

Welcher Unverständige gräbt erst einen Brunnen, wenn das Haus in Flammen steht? Solange dieser Körper besteht, soll man sich der Wirklichkeit durch beständige Übung zuwenden.

Vers 1.26

Wie eine Tigerin lauert das Alter; die Lebenszeit rinnt wie Wasser aus einem zerbrochenen Krug. Krankheiten treffen uns wie Feinde. Deshalb soll man nach dem höchsten Wohl handeln.

Vers 1.27

Solange Leiden noch nicht überhandnimmt, Unglück noch nicht herankommt und die Sinne noch nicht versagen, soll man das höchste Wohl verfolgen.

Vers 1.28

Bei den vielfältigen Geschäften des weltlichen Lebens bemerkt man die Zeit nicht. An Freude und Leid hängend, erkennt das Lebewesen sein eigenes Wohl nicht.

Vers 1.29

Obwohl die Menschen Erstarrte, Kranke, Tote und von Unglück schwer Getroffene sehen, fürchten sie sich nicht: Sie haben den Wein der Verblendung getrunken.

Vers 1.30

Besitz gleicht einem Traum, Jugend einer Blüte und die Lebenszeit einem flüchtigen Blitz. Worauf könnte sich das Vertrauen in diese Welt gründen?

Vers 1.31

Selbst ein Leben von hundert Jahren ist sehr kurz. Der Schlaf nimmt die Hälfte; die andere Hälfte wird durch Kindheit, Krankheit, Alter und Leiden weitgehend unfruchtbar.

Vers 1.32

Wer beim notwendigen Beginn untätig, beim gebotenen Wachen eingeschlafen und am Ort der Gefahr vertrauensselig ist: Wie sollten ihn die Verderber nicht treffen?

Vers 1.33

Der Körper gleicht dem Schaum des Wassers; das Lebewesen verweilt darin wie ein Vogel. Wie kann man in diesem vergänglichen Daseinskreislauf unbekümmert bleiben?

Vers 1.34

Wer den eigenen Tod nicht bedenkt, hält Schädliches für hilfreich, Unbeständiges für beständig und Nachteiliges für einen Gewinn.

Vers 1.35

Obwohl er sieht, sieht er nicht; obwohl er hört, versteht er nicht; obwohl er liest, erkennt er nicht: So ist er von deiner Maya verblendet.

Vers 1.36

Diese Welt versinkt im tiefen Ozean der Zeit, in dem Tod, Krankheit und Alter wie Raubtiere lauern. Dennoch erkennt sie nichts.

Vers 1.37

Man bemerkt nicht, wie dieser Körper mit jedem Augenblick verfällt. Wie ein ungebrannter Krug im Wasser zerfällt er; daran denkt man nicht.

Vers 1.38

Eher könnte man den Wind umwickeln, den Raum zerschneiden und Wellen aneinanderbinden, als auf die Beständigkeit des Lebens vertrauen.

Vers 1.39

Durch [die Macht der Auflösung] verbrennt die Erde, zerfällt selbst der Meru und trocknet das Meer aus. Was wäre da vom Körper zu sagen, o Göttin?

Vers 1.40

„Mein Kind, meine Frau, mein Vermögen, meine Verwandten!“ Während der Sterbliche so spricht, überwältigt ihn der Wolf der Zeit.

Vers 1.41

„Dies ist getan, das muss getan werden, anderes ist teils getan und teils nicht.“ Den von solchen Vorhaben erfüllten Menschen verschlingt der Tod, o Geliebte.

Vers 1.42

Was für morgen vorgesehen ist, soll heute geschehen, was für den Nachmittag geplant ist, schon am Vormittag. Der Tod wartet nicht darauf, ob jemand seine Aufgabe erledigt hat.

Vers 1.43

Du weißt vom Feind Tod, dem das Alter den Weg weist und dessen Heer aus furchtbaren Krankheiten besteht. Warum siehst du ihn nicht herankommen?

Vers 1.44

Aufgespießt auf die Nadel der Hoffnung, begossen mit dem Fett der Sinnesfreuden und im Feuer von Anziehung und Abneigung gebraten, wird der Mensch vom Tod verzehrt.

Vers 1.45

In Kinder, Jugendliche, Alte und selbst in die im Mutterleib Befindlichen dringt der Tod ein. So beschaffen ist diese Welt. [Der Druck liest „dringt ein“; die elektronische Vorlage hatte hier „vernichtet“.]

Vers 1.46

Brahma, Vishnu, Mahesha und die übrigen Gottheiten ebenso wie alle Arten von Wesen gehen der Auflösung entgegen. Deshalb soll man das höchste Wohl verfolgen.

Vers 1.47

Die Verletzung der für den eigenen Stand und Lebensabschnitt geltenden Regeln, das Annehmen unzulässiger Gaben und die Begierde nach fremden Frauen und fremdem Besitz verkürzen [nach dieser Lehre] die Lebenszeit.

Vers 1.48

Ebenso verkürzen das Unterlassen des Studiums von Veden und Schriften, mangelnde Verehrung des Guru und ungezügelte Sinne [nach dieser Lehre] das menschliche Leben.

Vers 1.49

Krankheit, seelische Qual, Gift, Waffen, Menschen, Schlangen, Haustiere oder wilde Tiere: Die Lebewesen sterben durch dasjenige, wodurch ihr Tod bestimmt ist.

Vers 1.50

Wie ein Grashalm-Egel bewegt sich das Lebewesen von Körper zu Körper. Nachdem es mit einem Teil den nächsten erreicht hat, verlässt es den vorherigen.

Vers 1.51

Wie Kindheit, Jugend und Alter einen Wechsel der Körpergestalt bilden, so erfolgt auch das Erlangen eines anderen Körpers: als ginge man von Haus zu Haus.

Vers 1.52

Die Menschen vollbringen hier Handlungen und erfahren deren Freude und Leiden im Jenseits. Unwissend gehen und kommen sie immer wieder, o Göttin.

Vers 1.53

Was hier getan wird, wird dort erfahren. Bei einem Baum, dessen Wurzel bewässert wurde, erscheinen die Früchte an den Zweigen.

Vers 1.54

Armut, Leiden, Krankheit, Gefangenschaft und Unglück sind für die Verkörperten [nach der hier vorgetragenen Karmalehre] Früchte des Baumes eigener Verfehlungen.

Vers 1.55

Befreiung besteht in Ungebundenheit; alle Fehler entstehen aus Anhaften. Deshalb soll man Anhaften aufgeben und, in der Wirklichkeit gegründet, glücklich sein. Selbst der Wissende gerät durch Anhaften ins Wanken – wie viel mehr einer mit wenig Einsicht!

Vers 1.56

Anhaften soll in jeder Hinsicht aufgegeben werden. Ist das nicht möglich, soll sich die Verbindung auf gute Menschen richten; der Umgang mit den Guten ist ein Heilmittel.

Vers 1.57

Gemeinschaft mit den Guten und Unterscheidung sind zwei klare Augen. Wer sie nicht besitzt, ist blind: Wie sollte er nicht auf Abwege geraten?

Vers 1.58

So viele dem Herzen liebe Bindungen ein Mensch eingeht, so viele Stacheln des Kummers dringen in sein Herz ein.

Vers 1.59

Selbst diesen eigenen Körper lässt das Lebewesen zurück und geht weiter, Herrin des Kula. Worauf gründet dann die dauerhafte Bindung an Frau, Mutter, Vater, Kinder und andere?

Vers 1.60

Der Daseinskreislauf wurzelt im Leiden. Wer in ihm verhaftet ist, leidet. Wer ihn aufgegeben hat, ist glücklich, kein anderer, o Geliebte.

Vers 1.61

Man soll die Verhaftung an den Daseinskreislauf meiden: die Quelle aller Leiden, die Stätte aller Unglücksfälle und die Behausung aller Verfehlungen.

Vers 1.62

Für die an der Welt haftenden Gemüter ist er eine furchtbare Fessel ohne sichtbare Bande, ein beigemischtes tödliches Gift und ein Zerschneiden ohne Waffe.

Vers 1.63

Weil all dies am Anfang, in der Mitte und am Ende leidvoll ist, soll man die Weltverhaftung aufgeben und, in der Wirklichkeit gegründet, glücklich sein.

Vers 1.64

Selbst aus festen Banden aus Eisen und Holz kann man freikommen; wer an Frauen, Vermögen und Ähnlichem haftet, kommt [solange dieses Haften bleibt] nicht frei.

Vers 1.65

Bei einem Menschen, dessen Gedanken ganz mit seiner Familie beschäftigt sind, schwinden Gelehrsamkeit, guter Wandel und andere Tugenden wie Wasser aus einem ungebrannten Krug.

Vers 1.66

Ach, die im Körper wohnenden Diebe der Sinne, die sich von Sinnesgegenständen nähren, rauben den Menschen die Aufmerksamkeit und richten sie beständig zugrunde.

Vers 1.67

Wie ein Fisch, der gierig nach Fleisch schnappt, den eisernen Haken nicht sieht, bemerkt der nach Vergnügen gierende Verkörperte die Bedrängnis durch Yama nicht.

Vers 1.68

Wer Hilfreiches und Schädliches nicht unterscheidet, stets falsche Wege geht und nur den Bauch füllen will, ist unwissend und geht dem Höllenleiden entgegen, o Geliebte.

Vers 1.69

Schlaf, Geschlechtsverkehr und Nahrung sind allen Lebewesen gemeinsam. Als Mensch [im vollen Sinn] gilt der Wissende; wer ohne Erkenntnis ist, wird Pashu genannt, o Geliebte.

Vers 1.70

Morgens bedrängen die Menschen Stuhlgang und Harndrang, mittags Hunger und Durst, nachts Begierde und Schlaf, o Geliebte.

Vers 1.71

Mit Körper, Pflichten, Ehe und Ähnlichem beschäftigt, werden alle Wesen geboren und sterben. Ach, sie sind von Unwissenheit verblendet!

Vers 1.72

Alle Menschen können eifrig die Regeln ihres Standes und Lebensabschnitts befolgen und dennoch die höchste Wirklichkeit nicht erkennen. Verblendet vergehen sie, o Parvati.

Vers 1.73

Manche erschöpfen sich in Handlungen und Opferpraktiken; von Unwissenheit erfüllt, ziehen sie umher und täuschen andere.

Vers 1.74

Mit bloßen Bezeichnungen zufrieden, hängen die Menschen am Ritualteil der Schriften. Mantrarezitationen, Feueropfer und weitläufige Opferhandlungen halten sie in Betriebsamkeit befangen.

Vers 1.75

Durch einmaliges Essen am Tag, Fasten und andere den Körper auszehrende Regeln möchten die von deiner Maya verblendeten Toren das jenseits der Sinne Liegende erreichen.

Vers 1.76

Welche Befreiung erlangen die Unterscheidungslosen durch bloßes Quälen des Körpers? Stirbt etwa die große Schlange, wenn man auf ihren Erdhügel schlägt, o Göttin?

Vers 1.77

Heuchler in religiösem Gewand, die nur Geld und Nahrung beschaffen wollen, ziehen wie Wissende durch die Welt und führen die Menschen irre.

Vers 1.78

Wer an weltlichem Vergnügen hängt und erklärt: „Ich kenne Brahman“, ist sowohl von rechtem Handeln als auch von Brahman abgefallen. Man soll ihn meiden, wie [die damalige Sozialordnung] einen Ausgestoßenen meidet.

Vers 1.79

Auch Esel und andere Tiere wandern nackt und ohne Scham umher, gleichgültig gegenüber Haus und Wald. Sind sie deshalb Yogis?

Vers 1.80

Würden Menschen durch das Bestreichen mit Erde und Asche befreit, wären dann nicht auch die in Erde und Asche lebenden Dorftiere befreit?

Vers 1.81

Rehe und andere Tiere leben beständig im Wald und nähren sich von Gras, Blättern und Wasser. Werden sie dadurch zu Yogis, o Göttin?

Vers 1.82

Frösche, Fische und andere Tiere verweilen von Geburt bis Tod in der Ganga und anderen Flüssen. Sind sie deshalb Träger heiliger Gelübde?

Vers 1.83

Papageien und Beos sprechen vor Menschen erfreuliche Worte und sagen Gelerntes auf. Werden sie dadurch zu Weisen, o Göttin?

Vers 1.84

Tauben nehmen Steinchen auf; Chataka-Vögel trinken kein am Boden befindliches Wasser. Sind sie deshalb Yogis, höchste Herrin?

Vers 1.85

Schweine und andere Tiere ertragen Kälte, Wind und Hitze und unterscheiden nicht zwischen erlaubter und unerlaubter Nahrung. Sind sie deshalb Yogis, o Geliebte?

Vers 1.86

Solche äußerlichen Handlungen können daher zur Täuschung der Menschen dienen. Die unmittelbare Ursache der Befreiung ist Erkenntnis der Wirklichkeit, Herrin des Kula.

Vers 1.87

Die in den tiefen Brunnen der sechs philosophischen Systeme gefallenen Pashus erkennen die höchste Wahrheit nicht; ihre Fesseln halten sie gebunden, o Geliebte.

Vers 1.88

Im schrecklichen Ozean der Veden und Lehrschriften hin und her geschlagen, bleiben die schlechten Disputierer von den Wellen und Raubtieren der Zeit ergriffen.

Vers 1.89

Wer Veden, Agamas und Puranas kennt, die höchste Wahrheit jedoch nicht erkennt: Bei diesem Schausteller ist all das nur Krähengeschrei.

Vers 1.90

„Dies ist Erkenntnis, jenes ist das zu Erkennende“ – von solchen Überlegungen erfüllt lesen sie Tag und Nacht und wenden sich dabei von der höchsten Wirklichkeit ab.

Vers 1.91

Mit sprachlichen und metrischen Konstruktionen, geschmückt durch dichterischen Zierrat, quälen sich die Toren; ihre Sinne bleiben unruhig.

Vers 1.92

Die höchste Wirklichkeit ist anders, als die Menschen sich abmühen; der wirkliche Sinn der Schriften ist anders, als sie ihn auslegen.

Vers 1.93

Manche sprechen vom Zustand jenseits des gewöhnlichen Denkens, erfahren ihn aber selbst nicht. Vom Ichdünkel geschlagen, fehlt ihnen die rechte Unterweisung.

Vers 1.94

Sie lesen Veden und Lehrschriften und streiten miteinander. Doch die höchste Wirklichkeit kennen sie so wenig, wie der Kochlöffel den Geschmack der Speise kennt.

Vers 1.95

Der Kopf trägt die Blumen, aber die Nase erkennt ihren Duft. Viele lesen Veden und Lehrschriften; selten ist jemand, der ihren inneren Sinn erkennt.

Vers 1.96

Ohne die im eigenen Selbst befindliche Wirklichkeit zu erkennen, verirrt sich der Tor in den Schriften: wie ein törichter Hirte, der die Ziege unter seinem Arm im Brunnen sucht.

Vers 1.97

Bloßes Wortverständnis vermag die Verblendung durch den Daseinskreislauf nicht zu vernichten. Die Dunkelheit verschwindet niemals allein dadurch, dass man über eine Lampe spricht.

Vers 1.98

Das Lesen eines Menschen ohne Einsicht gleicht dem Blick eines Blinden in einen Spiegel. Für einen Menschen mit Einsicht ist die Schrift eine Ursache der Erkenntnis der Wirklichkeit.

Vers 1.99

Manche [suchen sie] vor sich, andere hinter sich oder zu beiden Seiten. „Die Wirklichkeit ist so oder so“, streiten sie miteinander – Menschen, die wegen Gelehrsamkeit, Freigebigkeit, Tapferkeit und ähnlicher Eigenschaften berühmt sind.

Vers 1.100

Wo unmittelbares Erfassen fehlt, wie könnte bloßes Reden es bewirken? Wer so durch Schriften verwirrt ist, bleibt fern [von der Wirklichkeit], daran besteht kein Zweifel.

Vers 1.101

Wer von überall hören möchte, was Erkenntnis und was das zu Erkennende sei, gelangt selbst mit tausendjähriger Lebenszeit nicht an das Ende der Schriften, o Göttin.

Vers 1.102

Die Veden und Lehrschriften sind zahlreich, die Lebenszeit ist kurz und die Hindernisse sind zahllos. Deshalb soll man die Essenz erkennen, wie der Hamsa die Milch aus dem Wasser [scheidet].

Vers 1.103

Nachdem der Verständige alle Schriften studiert und die Wirklichkeit erkannt hat, soll er sämtliche Schriften zurücklassen, wie jemand, der das Korn sucht, das Stroh zurücklässt.

Vers 1.104

Wie für einen durch Nektar Gesättigten Nahrung keinen Zweck mehr erfüllt, so erfüllt für den Kenner der Wirklichkeit, o Göttin, die Schrift keinen Zweck mehr.

Vers 1.105

Befreiung entsteht nicht durch das Studium des Veda und auch nicht durch das Lesen von Lehrschriften. Allein durch Erkenntnis kann Befreiung entstehen, nicht anders, o von den Viras Verehrte.

Vers 1.106

Die Lebensstände sind nicht die Ursache der Befreiung, und die philosophischen Systeme sind nicht ihre Ursache. Ebenso wenig sind es sämtliche Lehrschriften: Erkenntnis allein ist die Ursache.

Vers 1.107

Ein einziges Wort des Guru schenkt Befreiung; alle anderen Wissensarten können bloße Schaustellung sein. Gegenüber der Mühe, eine Holzlast zu tragen, ist ein einziges lebenspendendes [Heilmittel] höher zu schätzen.

Vers 1.108

Die von Shiva gelehrte Nichtdualität ist frei von mühsamer Ritualbetriebsamkeit. Sie wird aus dem Mund des Guru erlangt, nicht anders, auch nicht durch Millionen von Agamas.

Vers 1.109

Man erklärt Erkenntnis als zweifach: aus der Überlieferung entstanden und aus Unterscheidung entstanden. Das Wort-Brahman gehört zur Überlieferung; das höchste Brahman wird durch Unterscheidung erkannt.

Vers 1.110

Einige verlangen nach Nichtdualität, andere nach Dualität. Meine Wirklichkeit erkennen sie nicht: Sie ist frei von Dualität und Nichtdualität.

Vers 1.111

Zwei Worte führen zu Bindung beziehungsweise Befreiung: „mein“ und „nicht mein“. Durch „mein“ wird das Lebewesen gebunden, durch „nicht mein“ befreit.

Vers 1.112

Handeln ist [im höchsten Sinn] dasjenige, das nicht bindet; Wissen ist dasjenige, das befreit. Anderes Handeln bringt Mühe, anderes Wissen ist handwerkliches Können.

Vers 1.113

Solange Begierde und Ähnliches brennen, weltliche Prägungen fortbestehen und die Sinne unstet sind, wie könnte da von Erkenntnis der Wirklichkeit die Rede sein?

Vers 1.114

Solange der Drang des Bemühens und das Entwerfen von Vorstellungen bestehen und der Geist keine Festigkeit besitzt, wie könnte da von Erkenntnis der Wirklichkeit die Rede sein?

Vers 1.115

Solange die Identifikation mit dem Körper und das Besitzdenken bestehen und die Gnade des Guru fehlt, wie könnte da von Erkenntnis der Wirklichkeit die Rede sein?

Vers 1.116

Askese, Gelübde, Wallfahrt, Japa, Feueropfer, Verehrung und die Darlegung von Veden, Lehrschriften und Agamas haben ihren Platz, solange die Wirklichkeit noch nicht erkannt ist.

Vers 1.117

Deshalb soll man mit aller Kraft, in allen Zuständen und jederzeit in der Wirklichkeit gegründet sein, o Göttin, wenn man die eigene Befreiung wünscht.

Vers 1.118

Wer von den drei Arten des Leidens gequält ist, suche den Schatten des Befreiungsbaumes: Seine schönen Blüten sind Dharma und Erkenntnis, seine Früchte die himmlischen Welten.

Vers 1.119

Was bedarf es vieler Worte? Höre das Geheimnis, Parvati: Ohne Kula-Dharma gibt es keine Befreiung – dies ist [der Wahrheitsanspruch dieser Lehre], daran besteht kein Zweifel.

Vers 1.120

Deshalb sage ich dir: Wer die Wirklichkeit aus dem Mund des verehrten Guru erkennt, wird mühelos aus der furchtbaren Bindung an den Daseinskreislauf befreit, o Göttin.

Vers 1.121

So habe ich dir die Geburt und Lage der Lebewesen kurz dargelegt, Geliebte, Herrin des Kula. Was möchtest du darüber hinaus hören?

2. Ullasa: Der Kula-Weg und seine Voraussetzungen

Vers 2.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, Schatz des Erbarmens für alle Lebewesen! Du hast den Kula-Dharma angedeutet, aber noch nicht erklärt. Ich möchte ihn hören.

Vers 2.2

Erläutere mir die Größe dieses über allen Wegen stehenden Dharma, die Größe des Urdhvamnaya und seine Lehre, höchster Herr, wenn du mir Gnade erweisen willst.

Vers 2.3

Der Herr sprach: Höre, Göttin! Ich werde erklären, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören wird man den Yoginis lieb.

Vers 2.4

Früher habe ich dies weder Brahma noch Vishnu noch Guha und den anderen verkündet. Aus Liebe zu dir erkläre ich es; höre mit ungeteilter Aufmerksamkeit.

Vers 2.5

Es ist in der Folge der Überlieferung herabgekommen und in den fünf Gesichtern [Shivas] gegründet. Im höchsten Sinn lässt es sich nicht aussprechen; dennoch erkläre ich es dir.

Vers 2.6

Auch du sollst es bewahren und nicht beliebigen Menschen weitergeben. Es ist dem hingebungsvollen Schüler zu geben; andernfalls erfolgt ein Fall.

Vers 2.7

Über allen [allgemeinen Lehren] stehen die Veden, über ihnen der Vishnu-Weg, darüber der Shiva-Weg und darüber der Dakshina-Weg.

Vers 2.8

Über Dakshina steht Vama, über Vama Siddhanta und über Siddhanta Kaula. Höheres als Kaula gibt es [nach dieser Rangordnung] nicht.

Vers 2.9

Geheimer als das Geheime, Essenz der Essenz und höher als das Höchste ist Kula, das von Ohr zu Ohr weitergegeben wird und unmittelbar Shiva gewährt.

Vers 2.10

Mit dem Stab der Erkenntnis habe ich den großen Ozean der Veden und Agamas gequirlt. Als Kenner der Essenz habe ich daraus den Kula-Dharma gewonnen, o Göttin.

Vers 2.11

Auf der einen Seite mögen alle religiösen Wege, Opfer, Wallfahrten und Gelübde stehen, auf der anderen der Kula-Dharma: Kaula überwiegt, o Geliebte.

Vers 2.12

Wie gerade und gewunden fließende Flüsse in das Meer eingehen, so gehen alle Überlieferungswege in Kula ein.

Vers 2.13

Wie die Fußspuren aller Tiere im Fußabdruck des Elefanten Platz finden, so sind alle philosophischen Lehren in Kula enthalten, o Geliebte.

Vers 2.14

Erst wenn Eisen dem Jambunada-Gold gleichkäme, könnte eine andere Überlieferung dem Kula-Dharma gleichkommen.

Vers 2.15

Wie alle Flüsse nicht der göttlichen Ganga gleichkommen, so kommen alle anderen Überlieferungen dem Kula-Dharma nicht gleich.

Vers 2.16

Der Unterschied zwischen einer anderen Überlieferung und Kula ist so groß wie zwischen Meru und Senfkorn, Sonne und Leuchtkäfer.

Vers 2.17

Selbst wenn es eine Frau wie dich und einen Mann wie mich gäbe, gäbe es dennoch niemals einen dem Kula gleichen Dharma.

Vers 2.18

Der Tor, der einem anderen Dharma folgt, erkennt den Kula-Dharma nicht. An die Fessel des Daseins gebunden, wird er den Ausgestoßenen lieb. [Die Hauptlesung des Drucks lautet no vetti, „er erkennt nicht“. Die im Variantenapparat belegte Form mohena, „aus Verblendung“, wurde in der elektronischen Vorlage an ihre Stelle gesetzt.]

Vers 2.19

Wer aus Unwissenheit behauptet, ein anderer Dharma sei höher als Kula, lädt eine größere Schuld als die Tötung eines Brahmanen auf sich, o Geliebte.

Vers 2.20

Der vorzügliche Mensch besteigt das Schiff des Kula-Dharma und erlangt das Juwel der Befreiung, den Schatz am Ende der Inseln der Himmelswelten und der weiteren [Daseinsbereiche]. [Die Drucklesung verbindet das Bild ferner Inseln und ihres Reichtums mit dem Befreiungsjuwel. Mehrere Handschriften lesen stattdessen: „Nachdem er die Insel der Himmelswelt erreicht hat“.]

Vers 2.21

In den verschiedenen Lehrwegen erlangen Menschen durch lange Übung Befreiung, im Kaula aber unmittelbar, daran besteht kein Zweifel.

Vers 2.22

Was bedarf es vieler Worte? Höre, Geliebte meines Lebens: Es gibt keinen dem Kaula gleichen Dharma. Ich schwöre bei dir, Herrin des Kula.

Vers 2.23

Wer Yogi ist, ist gewöhnlich kein Genießer; wer Genießer ist, kennt gewöhnlich keinen Yoga. Kaula vereint Genuss und Yoga und steht deshalb über allem, o Geliebte.

Vers 2.24

Im Kula-Dharma wird Genuss unmittelbar zu Yoga, Verfehlung zu Verdienst und weltliches Dasein zu Befreiung, Herrin des Kula.

Vers 2.25

Brahma, Indra, Achyuta, Rudra und die anderen Gottheiten sowie die hervorragenden Weisen sind dem Kula-Dharma ergeben. Was wäre da erst über Menschen zu sagen?

Vers 2.26

Wer eigene Vollendung wünscht, lasse die verschiedenen religiösen Wege und Lehrermeinungen zurück und erkenne Kula selbst.

Vers 2.27

Durch Übung in früheren Geburten leuchtet Kula-Erkenntnis auf, auch ohne erneute Unterweisung: wie ein wiedererwachtes Wissen nach dem Schlaf.

Vers 2.28

Das Lebewesen erlangt jene Einsicht, die es durch Tausende früherer Geburten vorbereitet hat; [ohne solche Vorbereitung] bleibt Unterweisung wirkungslos.

Vers 2.29

In einem Gemüt, das durch Mantras Shivas, Vishnus, Durgas, der Sonne, Ganeshas und des Mondes gereinigt ist, leuchtet Kula-Erkenntnis auf.

Vers 2.30

Alle anderen religiösen Wege gelten als zur Wiederkehr führend, Herrin der Götter; die im Kula-Dharma Gefestigten kehren nicht zurück.

Vers 2.31

Durch frühere Askese, Gaben, Opfer, Wallfahrten, Japa und Gelübde werden Verfehlungen vermindert. Bei solchen Menschen leuchtet Kula-Erkenntnis auf.

Vers 2.32

Wem du und ich durch Hingabe an Gottheit und Guru beide gewogen sind, in dem leuchtet Kula-Erkenntnis auf, glückverheißende Göttin.

Vers 2.33

Im reinen, friedvollen, tatkräftigen Menschen, der dem Guru dient, tief ergeben ist und Verschwiegenheit wahrt, leuchtet Kula-Erkenntnis auf.

Vers 2.34

Wer feste Hingabe zum verehrten Guru, zu den Kula-Schriften, den Kaulikas und dem Kula-Zufluchtsort besitzt, in dem leuchtet Kula-Erkenntnis auf.

Vers 2.35

Durch Vertrauen, Demut, Freude, guten Wandel, feste Gelübde und das Befolgen der Weisung des Guru wird Kula-Erkenntnis erlangt.

Vers 2.36

In einem ungeeigneten Menschen bleibt Kula-Wissen niemals bestehen. Deshalb soll das von mir gelehrte Wissen erst nach sorgfältiger Prüfung weitergegeben werden.

Vers 2.37

Man soll die Kula-Lehre keinem Ungeeigneten verkünden. Wer dieses Gebot verletzt, zieht den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 2.38

Wer Kula-Wissen weitergibt, ohne zuvor die überlieferten Verpflichtungen und Verhaltensregeln beachtet zu haben, wird mitsamt seinem Schüler zum Opfertier der Yoginis. [Hier wird die im Variantenapparat, S. 18, belegte Lesung anārādhya verwendet. Der Haupttext liest ārādhya, „nachdem er beachtet hat“, und kehrt damit den Sinn um.]

Vers 2.39

Der Guru soll den Schüler verständig machen und ihm dann das Kula-Wissen eröffnen. Beide erlangen unmittelbar die Gemeinschaft der Yoginis und Viras.

Vers 2.40

Wer den Ozean des Daseins ohne Mühe überqueren möchte, wird durch das Erkennen dieses Kula-Dharma befreit; daran besteht kein Zweifel.

Vers 2.41

Wer den großen Weg des Kula-Dharma geht, erreicht bald die Stadt der Befreiung. Deshalb soll man bei Kaula Zuflucht nehmen.

Vers 2.42

Wer die Kula-Schrift missachtet und stattdessen die Schriften der Pashus studiert, lässt Milchreis zu Hause stehen und zieht betteln, o Parvati.

Vers 2.43

Wer Kula-Dharma verlässt und einem anderen Dharma folgt, wirft den Edelstein in seiner Hand fort und sucht fernes Glas.

Vers 2.44

Wer Kula-Mantras aufgibt und Pashu-Mantras wiederholt, lässt einen Getreidehaufen zurück und will einen Staubhaufen an sich nehmen.

Vers 2.45

Wer die Kula-Überlieferung verlässt und nach einer anderen sucht, gleicht einem Durstigen, der vom Teich zu einer Luftspiegelung rennt.

Vers 2.46

Wie die Täuschungen eines Zauberers nur einen Augenblick Freude machen, so sind die anderen Überlieferungen gegenüber dem erhabenen Kaula, Herrin des Kula.

Vers 2.47

Wer ohne Kenntnis des Kula-Dharma Befreiung vom Dasein begehrt, möchte das grenzenlose Meer mit bloßen Händen durchschwimmen.

Vers 2.48

Wer von anderen Lehrwegen Genuss und Befreiung erwartet, wäre demnach auch durch im Traum erworbenes Geld reich.

Vers 2.49

Wie in einer Muschelschale irrtümlich Silber gesehen wird, so erscheinen in anderen Überlieferungen Genuss und Befreiung, o Parvati.

Vers 2.50

Selbst wenn jemand alle [gewöhnlichen] Riten unterlässt und außerhalb der Standes- und Lebensabschnittsordnung steht, ist er, im Kula gefestigt, ein Gefäß für Genuss und Befreiung.

Vers 2.51

Selbst wer noch kein Kula-Wissen besitzt, aber in Kula-Hingabe Zuflucht findet, erlangt ein gutes Geschick. Wie viel mehr derjenige, der ganz darin aufgeht!

Vers 2.52

Verletzter Kula-Dharma verletzt, bewahrter schützt und verehrter ehrt seinerseits rasch, o Geliebte. Deshalb soll man ihn nicht aufgeben.

Vers 2.53

„Mögen alle Verwandten mich tadeln, Frau und Kinder mich verlassen, Menschen mich auslachen und Könige mich bestrafen!

Vers 2.54

Ich diene dir, diene dir und diene dir immer wieder, höchste Göttin. Deinen Dharma verlasse ich weder im Denken noch im Reden noch im körperlichen Handeln.“

Vers 2.55

Wer selbst im Unglück eine so unerschütterliche Hingabe besitzt, wird von den Göttern verehrt und wird im Jenseits Shiva.

Vers 2.56

Wer dich, obwohl ständig von Krankheit, Armut, Leiden und anderem bedrängt, hingebungsvoll verehrt, erreicht ein gutes Geschick, o Shiva [Göttin].

Vers 2.57

Mögen die Menschen loben oder tadeln, Glück und Wohlstand kommen oder gehen, der Tod heute oder am Ende eines Weltalters eintreten: Kula soll man nicht aufgeben.

Vers 2.58

Weder aus Gier noch Zorn, Abneigung, Neid, Begierde oder Furcht soll man den Kula-Dharma verlassen.

Vers 2.59

Wer im Kula-Dharma Zuflucht gefunden hat, dich jedoch nicht verehrt, wird schon von Geburt an von feindlichen Wesen und Widersachern des eigenen Selbst bedrängt. [Der erste Halbvers bezeichnet ausdrücklich einen Anhänger des Kula-Dharma. Die ungewöhnliche Verbindung bhūtāriṇātmaśatruṇā im zweiten Halbvers wird hier als Bezeichnung schädigender Mächte verstanden; die Handschriften bieten abweichende Lesungen.]

Vers 2.60

Wer Kaula abgewandt ist, gleicht leerem Korn unter dem Getreide, kurzlebigen Insekten unter den Lebewesen und Blasen auf dem Wasser.

Vers 2.61

Auch Bäume, Tiere und Vögel leben. Wirklich lebt, wessen Geist im Kula-Dharma gefestigt ist.

Vers 2.62

Die Tage eines vom Kula-Dharma getrennten Menschen kommen und gehen. Wie der Blasebalg eines Schmieds atmet er, ohne [im hier gemeinten Sinn] zu leben.

Vers 2.63

Ob gehend oder stehend, wachend oder schlafend: Das Leben eines Kula-Unkundigen gleicht dem eines Tieres, Herrin des Kula.

Vers 2.64

Ein Kaula abgewandter Mensch ist trotz Gelehrsamkeit töricht, trotz religiöser Pflichterfüllung pflichtvergessen und trotz Gelübden ohne wahres Gelübde.

Vers 2.65

Nur die dem Kula-Dharma ergebenen Wesen sind auf gute Weise zur Welt gekommen und leben richtig, o Göttin; die übrigen gleichen Eseln vor der Tür.

Vers 2.66

Die Guten nennen den Kula-Dharma Ergebenen einen Menschen. Ein anderer ist, streng gesprochen, lediglich ein mit Haut bedecktes Knochengerüst.

Vers 2.67

Ein Kenner der vier Veden ohne Kula-Wissen steht tiefer als ein Hundeesser. Ein Hundeesser mit Kula-Wissen überragt dagegen den Brahmanen, o Geliebte.

Vers 2.68

Wer die Gnade des Guru besitzt, dessen Verfehlungen durch Einweihung abgewaschen wurden und der sich der Kula-Verehrung widmet, ist ein Kaula, o Göttin, kein anderer.

Vers 2.69

Ein Kaulika, der Kula-Wissen weder sucht noch erlangt noch verehrt: Schande über sein krähenhaftes Leben!

Vers 2.70

Gesegnet, verdienstvoll, gut und yogisch sind diejenigen, in denen durch günstiges Geschick Kula-Erkenntnis aufleuchtet, o Göttin.

Vers 2.71

Verehrungswürdig, großherzig, am Ziel und vorzügliche Menschen sind diejenigen, in deren Gemüt die von mir gelehrte Kula-Erkenntnis entsteht.

Vers 2.72

Der Eintritt in den Kula-Dharma ist das Erlangen jeglicher Erhellung, das Bad an allen Pilgerorten und der Vollzug sämtlicher Opfer. [Sarvaprakāśagamana wird hier wörtlich als „Erlangen jeglicher Erhellung“ wiedergegeben; der Ausdruck bezeichnet im Sanskrit keine benannten heiligen Stätten.]

Vers 2.73

Die verdienstvollen Menschen, die in den Kula-Dharma eintreten, gelangen niemals wieder in einen Mutterleib.

Vers 2.74

Selbst wenn jemand nur beiläufig „Kula, Kula“ sagt, wird seine Familie durch deine Gnade gereinigt, o Göttin. Wer Kula kennt, bedarf keiner anderen religiösen Wege, Herrin des Kula.

Vers 2.75

Den im Kula gefestigten, großherzigen Kaulikas schenke ich am Lebensende die höchste Erkenntnis; daran besteht kein Zweifel.

Vers 2.76

Menschen suchen Überlieferungen, die nach langer Mühe wenig Frucht bringen. Doch manche verlassen Kula, das leicht alle Früchte gewährt – erstaunlich!

Vers 2.77

Ein Kula-Kenner ist umfassend wissend, selbst ohne Studium von Veden und Schriften. Ein Kenner von Veden, Schriften und Agamas ohne Kula-Wissen bleibt unwissend.

Vers 2.78

Nur deine Verehrer kennen die Größe des Kula, keine anderen. Nur die Chakora-Vögel kennen den Geschmack des Mondlichts.

Vers 2.79

Nur Kula-Kenner erfreuen sich am Hören der Kula-Lehre. Schwellen kleine Flüsse etwa beim Mondlicht an wie das Meer, o Geliebte?

Vers 2.80

Die Kaulikas, die die Essenz kennen, suchen keinen anderen Dharma. Begehren Bienen andere Blumen, wenn sie den Duft der Mandara-Blüte genießen?

Vers 2.81

Nur die Essenzkenner ehren den Kula-Dharma. Shiva trägt den Mond auf seinem Haupt, während Simhikas Sohn [Rahu] ihn verschlingt.

Vers 2.82

Nur die Kundigen erkennen die Kula-Lehre. Kann ein Reiher aus mit Wasser vermischter Milch trinken [und sie scheiden] wie ein Hamsa? [Die Negation im Druck lautet nābhijñāḥ; dem Gegensatz nach ist „nicht die Unkundigen“ gemeint, wofür nānabhijñāḥ zu erwarten wäre.]

Vers 2.83

Die Welt besteht aus Shiva und Shakti; in dieser Welt ist Kaula gegründet. Deshalb steht Kaula über allem. Wie könnte es gewöhnlich sein?

Vers 2.84

Die sechs philosophischen Lehren sind meine Glieder: Füße, Leib, Hände und Haupt. Wer sie gegeneinander trennt, zerschneidet meine Glieder.

Vers 2.85

Dieselben sechs sind auch die Glieder des Kula. Erkenne deshalb die ihrem Wesen nach vedische Schrift zugleich als ihrem Wesen nach kaulisch, o Geliebte.

Vers 2.86

In sämtlichen Lehrwegen ist es die eine Gottheit, die Frucht gewährt. In diesem Kula, Geliebte, ist sie für die Menschen die Gottheit, die Genuss und Befreiung schenkt.

Vers 2.87

Obwohl Kula den gewöhnlichen sozialen Regeln widerspricht, besitzt es Geltung, weil es unmittelbar erfahrbare Früchte hervorbringt, geliebte Herrin der vollendeten Yogis.

Vers 2.88

Unmittelbare Erfahrung gilt allen Lebewesen als Erkenntnismittel, o Geliebte. Durch ihre Kraft werden die Einwände aller schlechten Disputierer widerlegt.

Vers 2.89

Wer weiß schon, was unsichtbar ist und wem künftig was geschehen wird? Die Lehre, die unmittelbar erfahrbare Früchte hervorbringt, ist die vorzüglichste.

Vers 2.90

„Wenn sie diesen Kula-Dharma erkennen, werden alle Menschen befreit“ – so bedenkend habe ich selbst Kaula [anderswo] getadelt, große Herrin.

Vers 2.91

Bei den deiner Gnade entbehrenden, dem Kula-Wissen feindlichen und unkundigen Pashus wird der Kula-Dharma herabgesetzt.

Vers 2.92

Wem aus früheren Geburten eine große Bindung an schuldhafte Handlungen anhaftet, dem entstehen weder Guru-Gnade noch Kula-Erkenntnis.

Vers 2.93

Wie Blinde die alles erhellende Sonne nicht sehen, so erkennen die von deiner Maya Verblendeten Kula nicht.

Vers 2.94

Menschen widmen sich beständig und hingebungsvoll shivaitischen, vishnuitischen, solaren und anderen Lehrwegen, deren Ergebnis [aus Sicht dieses Textes] vergebliche Mühe ist.

Vers 2.95

Ach, die Toren tadeln deine mir liebe Lehre, die Veden, Schriften und Agamas als Mittel zu Genuss und Befreiung verkünden.

Vers 2.96

Ich selbst habe die Pashus in Millionen von Lehrschriften umherirren lassen, o Göttin. Auf vermeintliches Wissen stolz, kennen sie den Kula-Dharma nicht.

Vers 2.97

Alle Pashu-Schriften habe ich selbst in anderen Gestalten gelehrt, um die Böswilligen zu verblenden.

Vers 2.98

Durch die Macht schwerer Verfehlungen entsteht bei Menschen das Verlangen nach ihnen. Selbst in Hunderten von Kotis (je zehn Millionen) von Weltperioden erreichen sie dadurch kein gutes Geschick.

Vers 2.99

Selbst ermuntert wendet sich der schuldhaft Handelnde nicht Kula zu; selbst zurückgehalten ergreift der Verdienstvolle Kula.

Vers 2.100

Durch den Kula-Dharma erlangten die Götter ihre Göttlichkeit; die Weisen und Herrscher des Yoga erreichten höchste Vollendung.

Vers 2.101

Heuchler, die Pashu-Gelübden und Ähnlichem folgen, sind auf Erden leicht zu finden. Selten sind die Großen, die Kaula selbst dienen.

Vers 2.102

Viele Menschen halten Irrtümer für wahre Erkenntnis. Selten ist jemand, der die Wirklichkeit des Kula gründlich kennt, große Herrin.

Vers 2.103

Wie manche kranken Menschen, Herrin des Kula, ein vorzügliches Heilmittel gegen eine schwere Krankheit nicht anwenden ...

Vers 2.104

... sondern schlechte Arznei und krankheitsfördernde Lebensweise wählen, so [widmen sich andere] weltlichen Handlungen, die Geburt und Tod bewirken.

Vers 2.105

Deiner Gnade entbehrend tun sie dies ständig, statt den Kula-Dharma zu pflegen, der aus den Fesseln des Werdens befreit.

Vers 2.106

Wie Menschen aus Verblendung die Händler gern nach im Wald gewachsenem Pfeffer und Ähnlichem fragen, Herrin des Kula ...

Vers 2.107

... aber niemand nach unschätzbaren Edelsteinen fragt, so [verlangen sie] nach Pashu-Schriften, deren Früchte karmische Fesseln sind.

Vers 2.108

Danach fragen die von deiner Maya verblendeten Toren, nicht nach dem Kula-Dharma, der Genuss und Befreiung als Früchte gewährt.

Vers 2.109

Wie man Moschus für Schlamm, Kampfer für Salz, Zucker für Kies und einen Edelstein für Glas hält ...

Vers 2.110

... und die Unkundigen selbst das in ihrer Hand Liegende nicht seinem Wesen nach erkennen, so erkennen die deiner Gnade Entbehrenden Kaula nicht.

Vers 2.111

Groß ist die Macht der durch deine Maya entstandenen Verblendung! Sie täuscht selbst die Götter – was erst die Unwissenden, Herrin der Götter!

Vers 2.112

Das rituelle Getränk soll getrunken, Fleisch gegessen und das Antlitz der Geliebten betrachtet werden: In solchem Vollzug soll man Japa üben und den höchsten Zustand erlangen.

Vers 2.113

Diese durch die Gnade des Guru erreichbare Kula-Lehre, die Genuss und Befreiung gewährt, kennen nur deine Verehrer, keine anderen.

Vers 2.114

Manche nennen sich Große, obwohl ihnen die Unterweisung des Guru fehlt. Selbst bereits verblendet, verblenden sie alle anderen.

Vers 2.115

Manche Unwissenden hängen schlechtem Verhalten an und geben Unterweisung. Wie der Herr beschaffen ist, so werden auch seine Diener.

Vers 2.116

Viele Schausteller mit falschem Wissen erfinden den Kaula-Dharma nach eigenem Gutdünken, ohne in der Überlieferung zu stehen.

Vers 2.117

Wenn ein Mensch durch das Trinken von Alkohol wahrlich Vollendung erlangen könnte, dann müssten alle gewöhnlichen Leute, die dem Trinken ergeben sind, Vollendung erreichen.

Vers 2.118

Wenn allein durch Fleischverzehr ein heilvolles Geschick entstünde, dann hätten ja alle Fleischesser in der Welt Anteil an Verdienst.

Vers 2.119

Wenn allein durch den geschlechtlichen Umgang mit einer Shakti tatsächlich Befreiung entstünde, dann müssten alle Lebewesen in der Welt durch geschlechtlichen Umgang mit einem weiblichen Wesen befreit sein.

Vers 2.120

Den Kula-Weg, o große Göttin, habe ich niemals getadelt. Getadelt sind hier diejenigen, denen die rechte Praxisordnung fehlt, nicht die anderen.

Vers 2.121

Anders habe ich die Praxisordnung im Kaula-Dharma gelehrt; anders aber handeln die Toren, die sich für Gelehrte halten, o Göttin.

Vers 2.122

Der Kula-Weg ist schwieriger als der Gang auf einer Schwertschneide, das Umklammern eines Tigerhalses oder das Halten einer Schlange.

Vers 2.123

Zweckloses Trinken wird Sura-Trinken genannt, Herrin der Götter. Dies gilt nach Veda und anderen Schriften als schwere Verfehlung.

Vers 2.124

Für Pashus dürfen Alkohol und Fleisch nicht gerochen, angesehen, berührt oder genossen werden; für Kaulikas [im vorgeschriebenen Ritual] tragen sie große Frucht.

Vers 2.125

Elf Arten alkoholischer Getränke gelten für die Zweimalgeborenen als unrein; das zwölfte, das große rituelle Getränk, wird als vorzüglichstes für alle bezeichnet.

Vers 2.126

Sura gilt als Unreinheit der Nahrung, und Unreinheit wird Schuld genannt. Deshalb sollen Brahmane, Kshatriya und Vaishya kein Sura trinken.

Vers 2.127

Nach bloßem Anblick von Sura schreibt der Text das Blicken zur Sonne vor, nach bloßem Riechen dreimaliges Pranayama.

Vers 2.128

Bei Berührung des Getränks nennt er als Sühnevorschrift Fasten für einen Tag bei knietiefem Stehen im Wasser beziehungsweise drei Nächte bei Wasser über dem Nabel.

Vers 2.129

Bei absichtlichem Sura-Trinken nennt der Text eine drastische alte Sühne: brennendes Getränk in den Mund zu gießen und durch dessen Verbrennung Reinigung zu erlangen. [Historische Straf- und Sühnevorstellung, keine Aufforderung zur Ausführung.]

Vers 2.130

So wurde die Sühnevorschrift für das Berühren und die übrigen Verfehlungen im Zusammenhang mit Alkohol überliefert. Wer ohne rituelle Vorschrift um seiner selbst willen Lebewesen tötet, Geliebte ...

Vers 2.131

... verweilt so viele Tage in einer schrecklichen Hölle, wie das Tier Haare besitzt. Nach seinem Tod wird der schlecht Handelnde in tierischen Existenzen geboren.

Vers 2.132

Der Zustimmende, der Zerlegende, der Tötende, Käufer und Verkäufer, Zubereiter, Darreichender und Essender: Diese acht gelten als an der Tötung beteiligt.

Vers 2.133

Der Händler tötet durch das Geldgeschäft, der Essende durch den Verzehr, der Schlachter durch Fangen und Töten. So wird Tötung dreifach erklärt.

Vers 2.134

Nach dem Anblick von Fleisch soll man wie beim Anblick von Sura verfahren. Deshalb soll man Fleisch und Alkohol niemals außerhalb der vorgeschriebenen Ordnung genießen.

Vers 2.135

Bei vorschriftsgemäßer Verwendung bist du rasch gewogen, o Göttin. Unkundige Verwendung führt dagegen ins Verderben, Schönangesichtige.

Vers 2.136

Nicht einmal einen Grashalm soll man ohne Vorschrift abschneiden; beim Töten einer Kuh oder selbst eines Brahmanen gemäß [beanspruchter ritueller] Vorschrift werde man dagegen nicht mit Schuld befleckt. [Dies ist die historische Ritualbehauptung des Textes, keine Rechtfertigung realer Gewalt.]

Vers 2.137

Was bedarf es vieler Worte? Höre die eine Essenz, Geliebte: das in den Kula-Schriften verborgene Mittel zur Freude der Befreiung im Leben.

Vers 2.138

Für den nach Befreiung Strebenden ist diese Frucht, Göttin, wie Wohlgeruch, der zum Gold hinzukäme. Auch unter den Kula-Kennern ist die im Urdhvamnaya ausgezeichnete Erkenntnis unübertrefflich. [Das Bild vom duftenden Gold bezeichnet eine zusätzliche Kostbarkeit. „Im Urdhvamnaya“ erläutert hier ūrdhva im Zusammenhang der vorausgehenden Lehre.]

Vers 2.139

Alle Kula-Schriften wurden von mir selbst gelehrt, Parvati. Sie sind gültige Erkenntnisquellen und sollen nicht durch bloße Argumente verworfen werden.

Vers 2.140

[Als Belege werden vedische Textanfänge genannt:] „Für die Gottheiten und die Ahnen“, „Süß wehen die Winde dem Gesetzestreuen“, „Mit dem Wohlschmeckendsten, dem Berauschendsten“, „Milch, Butter, Honig und Wasser“ ...

Vers 2.141

... „Die Goldreinen“, „Iss“, „Sie banden den Menschen als Opfertier“ und „Er soll die Einweihung empfangen“: Solche Shruti-Stellen gelten als Belege, o Geliebte. [Die Zitatfragmente sind im Grundtext knapp und teils textlich unsicher.]

Vers 2.142

So habe ich dir etwas von der Größe des Kula kurz dargelegt, Ambika, Herrin des Kula. Was möchtest du darüber hinaus hören?

3. Ullasa: Überlieferungswege und die Größe des Mantra

Vers 3.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte vom Urdhvamnaya, dem höchsten aller religiösen Wege, und seinem Mantra hören. Erzähle mir von ihrer Größe, Herr.

Vers 3.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich werde erklären, wonach du mich fragst. Schon das Hören davon erfreut die Gottheit sehr.

Vers 3.3

Niemals zuvor habe ich dies ausgesprochen, Herrin des Kula. Aus Liebe zu dir erzähle ich es: Höre vom Urdhvamnaya, Geliebte.

Vers 3.4

Die Veden, Lehrschriften und Puranas dürfen öffentlich bekannt sein. Die shivaitischen und shaktischen Agamas insgesamt gelten dagegen als geheim.

Vers 3.5

Geheimer als diese Geheimnisse sind die Kula-Schriften, Parvati. Dies aber ist das Geheimnis der geheimsten Geheimnisse, Mutter.

Vers 3.6

Die höchste Wirklichkeit des Urdhvamnaya besteht im vollkommenen Brahman. Ich habe sie sorgsam verborgen; jetzt wird sie offenbart.

Vers 3.7

Aus meinen fünf Gesichtern gingen fünf Überlieferungswege hervor: der östliche, westliche, südliche, nördliche und obere. Diese fünf werden als Wege zur Befreiung verkündet.

Vers 3.8

Viele Überlieferungswege gibt es, doch keiner kommt dem oberen gleich. Das ist wahr, Schöne; daran soll kein Zweifel bestehen.

Vers 3.9

Die zahlreichen geheimen Überlieferungswege, die aus Unterteilungen der vier hervorgehen, wurden dir zuvor in diesem Tantra erklärt, Herrin des Kula.

Vers 3.10

Viele kennen die vier Überlieferungswege, Geliebte. Selten aber sind diejenigen, welche die Wirklichkeit des oberen erkennen, du von Helden Verehrte.

Vers 3.11

So zahlreich wie die Staubkörner der Erde sind die Mantras jedes einzelnen Überlieferungsweges; sie gewähren die Früchte des Genusses und der Befreiung.

Vers 3.12

Ebenso zahlreich werden ihre wirksamen Nebenmantras genannt. Ich selbst habe sie verkündet, weil ich den Wesen Gnade erweisen wollte.

Vers 3.13

Die Gottheiten sämtlicher Mantras, welche deren Früchte verleihen, sind als aus Anteilen von uns beiden entstanden erklärt worden, du mit dem reinen Lächeln.

Vers 3.14

Ich kenne alle Mantras; kein anderer kennt sie vollständig. Unter Millionen Menschen kennt sie durch meine Gnade vielleicht ein Einzelner.

Vers 3.15

Wer einen Überlieferungsweg kennt, wird zweifellos befreit. Wie viel mehr gilt das für den Kenner aller vier: Er wird unmittelbar Shiva.

Vers 3.16

Über der Kenntnis der vier Überlieferungswege steht der obere, Geliebte. Wer seine eigene Vollendung wünscht, soll deshalb gerade diesen erkennen.

Vers 3.17

Weil er über allen religiösen Wegen steht, wird der Urdhvamnaya gepriesen. Weil er den unten Befindlichen nach oben führt, heißt er »obere Überlieferung«.

Vers 3.18

Weil seine Wirklichkeit erhaben ist, weil durch ihn der Ozean des Daseinskreislaufs überwunden wird und weil ihn die höheren Welten verehren, heißt er Urdhvamnaya, Herrin des Kula.

Vers 3.19

Erkenne ihn daher als unmittelbares Mittel zur Befreiung, Herrin der Götter: Der höchste Urdhvamnaya gewährt größere Frucht als alle anderen Überlieferungswege.

Vers 3.20

Wie ich in allen Welten von allen verehrt werde, Geliebte, so verhält es sich unter sämtlichen Überlieferungswegen mit dem Urdhvamnaya, Glückverheißende.

Vers 3.21

Wie Vishnu unter den Gottheiten, die Sonne unter den Leuchten, Kashi unter den Pilgerstätten und der Himmelsstrom Ganga unter den Flüssen;

Vers 3.22

wie Meru unter den Bergen, Sandelholz unter den Bäumen, das Pferdeopfer unter den Opfern und ein Edelstein unter den Steinen;

Vers 3.23

wie Süße unter den Geschmacksarten, Gold unter den Metallen, die Kuh unter den Vierfüßlern und der Hamsa unter den Vögeln;

Vers 3.24

wie der Entsagende unter den Lebensständen, der Brahmane unter den Ständen, der König unter den Menschen und der Kopf unter den Körperteilen;

Vers 3.25

wie Moschus unter den Düften und Kanchi unter den Städten, so steht der Urdhvamnaya über sämtlichen religiösen Wegen, Geliebte.

Vers 3.26

Durch das Reifen unermesslicher guter Taten aus vielen Geburten erkennt man den Urdhvamnaya; anders nicht, du von Helden Verehrte.

Vers 3.27

Unter Hunderttausenden Menschen ist glücklich, wer die Kula-Lehre kennt. Unter Hunderttausenden von diesen kennt vielleicht einer den Urdhvamnaya.

Vers 3.28

Weder durch Veden, Agamas und Lehrschriften noch durch umfangreiche Puranas, weder durch Opfer und Askese noch durch Millionen Pilgerfahrten und Gelübde;

Vers 3.29

auch nicht durch andere Mittel, etwa Mantras und Heilkräuter, wird der Urdhvamnaya erkannt, Herrin der Götter, ohne ihn aus dem Mund des verehrten Guru zu empfangen.

Vers 3.30

Man suche einen allwissenden, von Mitgefühl erfüllten Guru, der alle erforderlichen Kennzeichen besitzt und den Sinn des Urdhvamnaya kennt. Von ihm soll man diesen Überlieferungsweg erfahren, Herrin des Kula.

Vers 3.31

Wer diesen Überlieferungsweg seiner Wirklichkeit nach erkennt, Göttin, erlangt die gewünschte Vollendung. Wahrlich, wahrlich, du mit dem schönen Gesicht.

Vers 3.32

Wer den Urdhvamnaya ordnungsgemäß aus dem Mund des verehrten Guru und nach dem Weg der Schrift erkennt, ist zweifellos schon zu Lebzeiten befreit.

Vers 3.33

Wer einen solchen Überlieferungsweg wahrhaft erkennt, ist verehrungswürdig, wahrer Guru, der Anbetung würdig, Sternkundiger und Mantrakundiger; ihm gebühren Dienst, Lob und Begegnung; er ist von Reinheit erfüllt.

Vers 3.34

Er ist Gelübdehalter, Asket, Vollzieher der Übungen und Verehrer; er ist in allen Wissensgebieten der Veden, Agamas und sonstigen Lehrschriften bewandert.

Vers 3.35

Er ist Lehrer, Einsichtiger, Entsagender und Kaulika; er ist Opfernder, geläutert, Mantrarezitierender und spirituell Übender.

Vers 3.36

Er ist Yogi, einer, der sein Ziel erreicht hat, Held und vortrefflicher Mensch; er ist verdienstvoll, allwissend, befreit und Shiva, Geliebte.

Vers 3.37

Seine Familie wird geheiligt, seine Mutter gilt als gesegnet, sein Vater hat sein Ziel erreicht und seine Vorfahren sind befreit. Alle seine Nachkommen sind verdienstvoll, Freunde und Verwandte geläutert.

Vers 3.38

Wozu viele Worte? An einen dem Urdhvamnaya Ergebenen zu denken, ihn zu preisen, zu sehen, zu begrüßen oder mit ihm zu sprechen, bringt größere Frucht als das Rajasuya-Opfer.

Vers 3.39

Wo er wohnt, Göttin, entstehen Wohlergehen und Sieg, Gesundheit, reiche Nahrung, guter Regen und Freiheit von Bedrängnissen.

Vers 3.40

Ein solcher vortrefflicher Mensch, der durch die Gnade des Guru den Urdhvamnaya wahrhaft kennt, ist mir daher besonders lieb, Göttin.

Vers 3.41

Die östliche Überlieferung hat die Gestalt der Schöpfung, die südliche die der Erhaltung, die westliche die der Auflösung und die nördliche die der Gnade.

Vers 3.42

Man erkennt in der östlichen den Mantra Yoga, in der südlichen den Bhakti Yoga, in der westlichen den Karma Yoga und in der nördlichen den Jnana Yoga.

Vers 3.43

Für die östliche Überlieferung werden vierundzwanzig geheime Kennzeichen beziehungsweise Unterweisungen genannt, für die südliche fünfundzwanzig.

Vers 3.44

Für die westliche Überlieferung werden zweiunddreißig genannt; für die verehrte nördliche kennt man sechsunddreißig.

Vers 3.45

Im Urdhvamnaya gibt es diese nicht, Herrin des Kula. Weil er unmittelbar Shivas eigene Natur ist, besteht dort keine [gesonderte rituelle] Handlung.

Vers 3.46

Ich kenne die Größe des Urdhvamnaya, kein anderer. Aus meiner Liebe zu dir kennst auch du sie. Das ist wahr, du mit dem schönen Gesicht.

Vers 3.47

Damit habe ich dir die Größe des Urdhvamnaya kurz erklärt, Herrin des Kula. Nun wird die Größe des Mantra dargestellt.

Vers 3.48

Was ich zuvor keinem Menschen gesagt habe, Parvati, das sage ich dir aus Liebe. Höre, du, die mir lieb ist wie mein Leben.

Vers 3.49

Wer den Shri-Prasada-Para-Mantra kennt, der dem Urdhvamnaya vorsteht und die höchste Gestalt von uns beiden ist, ist selbst Shiva.

Vers 3.50

Von Shiva bis zum Wurm besteht dieser Mantra bei den Lebewesen auf der Bahn des Lebenshauchs in Gestalt des Ausatmens und Einatmens, Geliebte.

Vers 3.51

Wie eine Wolke ohne Wind nicht am Himmel dahinzieht, so [besteht und bewegt sich] die Welt nicht ohne den Paraprasada-Mantra, Geliebte.

Vers 3.52

Alles Bewegliche und Unbewegliche ist mit dem Paraprasada-Mantra durchwoben und seiner Wirklichkeit nach ungetrennt von ihm, Göttin, wie die Luft [in der Bewegung] eines Fächers.

Vers 3.53

Wie der Keim im Samen, Öl im Sesam, Hitze im Feuer, Glanz in der Sonne, Mondlicht im Mond, Feuer im Holz, Duft in der Blüte und Flüssigkeit im Wasser;

Vers 3.54

wie Bedeutung im Wort, Shakti in Shiva, Butter in der Milch, Geschmack in der Frucht, Süße im Zucker und Kühle im Kampfer;

Vers 3.55

wie die Kraft zu strafen und zu begnadigen im Mantra, die Gottheit im Bild, das Spiegelbild im Spiegel und Bewegung im Wind, so ist diese Welt im Paraprasada-Mantra enthalten.

Vers 3.56

Wie der Banyanbaum in seinem Samen in feiner Gestalt besteht, so ist auch das Weltall in diesem Paraprasada-Mantra enthalten.

Vers 3.57

Wie gut gekochte, wohlschmeckende Speisen ohne Salz beim Essenden keinen [vollen] Wohlgeschmack hervorrufen, Herrin des Kula;

Vers 3.58

so bringen Mantras, die nicht mit dem Paraprasada-Mantra verbunden sind, keine Frucht: Sie entbehren der Mantrakraft.

Vers 3.59

Der Shri-Prasada-Para-Mantra ist sorgfältig geheim zu halten. [Die Druckausgabe zählt hier einen einzelnen Halbvers als Vers.]

Vers 3.60

Ich habe die Lehren der Puranas, die aus den unterschiedlichen Lehrsystemen und Überlieferungswegen hervorgehen, erwogen; ich kenne sämtliche Mantras und die verschiedenartigen Lehrschriften.

Vers 3.61

Die Götter, angefangen mit dem Tausendäugigen [Indra], verirren sich in den vielfältigen Lehrschriften; verwirrt durch deine Maya, sind sie darin verblendet.

Vers 3.62

Sie werden geboren und sterben, nehmen an den Leiden des Daseinskreislaufs teil und erlangen keine Befreiung, weil sie den Shri-Prasada-Para-Mantra nicht singen, Herrin des Kula, verblendet durch deine Maya.

Vers 3.63

Wer feste Hingabe an den verehrten Guru entwickelt, dessen Gestalt die meine ist, erkennt den Shri-Prasada-Para-Mantra und wird vollständig befreit.

Vers 3.64

Wer in Tausenden früherer Geburten auf Anweisung des Guru die Mantras der vier Überlieferungswege verehrte, die in den shivaitischen und anderen Traditionen gelehrt werden;

Vers 3.65

der erkennt, vom Panzer der Sünde befreit, geläutert und dem Guru liebevoll ergeben, den Shri-Prasada-Para-Mantra. Anders geschieht es nicht.

Vers 3.66

Brahma, Vishnu und Rudra, die vornehmsten Götter mit Indra an ihrer Spitze, die Vasus, Rudras, Sonnengötter und Weltenhüter, Manu, der Mond und die anderen, Geliebte;

Vers 3.67

die Weisen um Markandeya, die großen Weisen um Vasishtha, die Herren des Yoga um Sanaka und die schon zu Lebzeiten Befreiten um Shuka;

Vers 3.68

Yakshas, Kinnaras, Gandharvas, Siddhas, Vidyadharas und andere haben die unermessliche Frucht des Shri-Prasada-Para-Mantra erlangt und rezitieren diesen heiligen Mantra noch heute, Parvati.

Vers 3.69

Dem Rezitierenden des Paraprasada werden Macht, Ansehen, Wissen, Ausstrahlung, Glück, Gesundheit, Königsherrschaft, Himmel und Befreiung zuteil.

Vers 3.70

Selbst Brahma, Indra, Rudra und Vishnu bleibt jener Zustand fern. Der Kenner des Paraprasada-Mantra erreicht ihn mühelos, auch ohne sämtliche [gewöhnlichen] Riten; alle bloß Religionsbeflissenen erreichen ihn nicht.

Vers 3.71

Im Haus des Paraprasada-Rezitierenden befinden sich Wunschjuwel, Wunschkuh und Wunschbaum; Kubera selbst ist sein Diener.

Vers 3.72

Wie Eisen durch Berührung mit dem göttlichen Stein zu Gold wird, so wird durch Wiederholung des Paraprasada das gebundene Wesen zum Herrn der gebundenen Wesen, Pashupati.

Vers 3.73

Wer den Shri-Prasada-Para-Mantra wahrhaft erkennt, erkennt mich und dich und ist uns beiden besonders lieb.

Vers 3.74

Selbst ein als »Hundeesser« bezeichnetes Mitglied einer ausgegrenzten Gruppe ist als Kenner des Paraprasada-Mantra befähigt, eine Gottheit in einem Kultbild zu installieren, Parvati; daran besteht kein Zweifel.

Vers 3.75

Wer auch nur den Mantra mit Namen Paraprasada kennt, wird selbst als Angehöriger einer ausgegrenzten Gruppe befreit. Wie viel mehr gilt das für den Kenner seines Verfahrens.

Vers 3.76

Was ein Kenner des Paraprasada-Mantra tut, wünscht oder spricht, große Herrin, wird zu Askese, Meditation und Mantrawiederholung.

Vers 3.77

Wer nach der Einweihung den Paraprasada-Mantra in der überlieferten Lehrerfolge kennt, große Herrin, ist ich selbst; daran besteht kein Zweifel.

Vers 3.78

Die vierzehn Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen wohnen beständig im Körper des Kenners des Paraprasada-Mantra.

Vers 3.79

Wo ein Kenner des Paraprasada-Mantra sich aufhält, Strahlende, gilt das Gebiet im Umkreis von zehn Yojanas als göttlicher heiliger Ort.

Vers 3.80

Götter und Gegengötter verneigen sich vor dem Kenner der wahren Bedeutung des Paraprasada-Mantra, Herrin des Kula; wie viel mehr Menschen und andere Wesen.

Vers 3.81

Wo ein Kenner des Paraprasada-Mantra sich aufhält, Parvati, ist meine Stätte der Vollendeten, zusammen mit den Scharen der Weisen und Götter.

Vers 3.82

Der Kenner des Paraprasada-Mantra kennt sämtliche Mantras, die Shiva, Vishnu, Durga, der Sonne, Ganesha und dem Mond zugehören.

Vers 3.83

Durch den bloßen Anblick eines Menschen, auf dessen Zungenspitze der Shri-Prasada-Para-Mantra weilt, wird selbst ein Angehöriger einer ausgegrenzten Gruppe befreit.

Vers 3.84

Ob Brahmane oder gesellschaftlich Ausgegrenzter, ob rein oder unrein, Geliebte: Wer Paraprasada wiederholt, ist befreit; daran besteht kein Zweifel.

Vers 3.85

Beim Gehen oder Stehen, im Wachen oder Schlafen bleibt dieser Paraprasada-Mantra, Herrin der Götter, niemals ohne Frucht.

Vers 3.86

Tausende Mantras verleihen erst nach langer Zeit je eine einzelne Frucht. Dieser König der Mantras verleiht schnell sämtliche Früchte, Herrin des Kula.

Vers 3.87

Dieser Paraprasada-Mantra ist der höchste aller Mantras. Denen, die ihn wissentlich oder unwissentlich verehren, erfüllt er ihre Wünsche.

Vers 3.88

Shachi und Indra, Rohini und der Mond, Svaha und Agni, Prabha und die Sonne, Lakshmi und Narayana, Vani und der Schöpfer, Nacht und Tag;

Vers 3.89

Feuer und Soma, Bindu und Nada, Göttin, Prakriti und Purusha, Tragendes und Getragenes, Genuss und Befreiung, Herrin des Kula;

Vers 3.90

Prana und Apana, Wort und Bedeutung, Gebot und Verbot, Geliebte, und jedes Gegensatzpaar wie Glück und Leid, das ich in allen Welten sehe oder höre: All dies sind zweifellos wir beide.

Vers 3.91

Alle männlichen und weiblichen Gestalten sind Anteile von uns beiden. Daher ist dieser Paraprasada-Mantra seinem Wesen nach alles.

Vers 3.92

Das höchste Brahman ist gestaltlos, durch innere Vergegenwärtigung zugänglich, ungeteilt, makellos, ewig, frei von Eigenschaften und dem Raum vergleichbar, Herrin des Kula.

Vers 3.93

Diese unendliche, unvergängliche Wirklichkeit, die Denken und Sprechen nicht erfassen, offenbart sich durch Versenkung in die Bedeutung des Paraprasada-Mantra.

Vers 3.94

Deshalb ist dieser Paraprasada genannte Mantra, Göttin, die Gestalt der höchsten Wirklichkeit und durch Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit gekennzeichnet.

Vers 3.95

Weil er aus Shiva und Shakti besteht und Genuss wie Befreiung gewährt, ist er trotz seiner Verbindung mit Handlung handlungsfrei, trotz seiner Eigenschaften eigenschaftslos.

Vers 3.96

Wer den Shri-Prasada-Para-Mantra wiederholt, das Kronjuwel aller Mantras, erlangt Genuss und Befreiung; daran besteht kein Zweifel.

Vers 3.97

Wozu viele Worte? Höre die Essenz von allem, Geliebte: Es gibt keinen Mantra, der dem Shri-Prasada-Para-Mantra gleichkommt.

Vers 3.98

Dieser allein ist höchste Erkenntnis, dieser allein höchste Askese, dieser allein höchste Meditation, dieser allein höchste Verehrung.

Vers 3.99

Dieser allein ist höchste Einweihung, dieser allein höchste Mantrawiederholung, dieser allein höchste Wirklichkeit, dieser allein höchstes Gelübde.

Vers 3.100

Dieser allein ist höchstes Opfer, dieser allein das Höchste über allem Hohen, dieser allein höchstes Heil, dieser allein höchste Frucht.

Vers 3.101

Dieser allein ist höchstes Brahman, dieser allein höchstes Ziel, dieser allein höchstes Geheimnis. Wahrlich, wahrlich, zweifellos. So soll man diesen vorzüglichen Mantra verstehen und ihm stets ergeben sein, Geliebte.

Vers 3.102

Nach dem in den Agamas gelehrten Verfahren, mit vorausgehender Verehrung in der vorgeschriebenen Reihenfolge, soll man den Shri-Prasada-Para-Mantra 108-mal wiederholen. Dadurch wird man von den fünf großen Sünden, angefangen mit der Tötung eines Brahmanen, befreit.

Vers 3.103

Wer den Shri-Prasada-Para-Mantra zweihundertmal wiederholt, Göttin, [wird von Verfehlungen befreit], die beim Annehmen der 8,4 Millionen Daseinsformen begangen wurden;

Vers 3.104

von körperlichen Verfehlungen der eigenen Geburten, angesammelt in unzähligen Leben, im Alter, in der Jugend und Kindheit, im Wachen, Träumen und Tiefschlaf;

Vers 3.105

von bewusst oder unbewusst mit Tat, Geist oder Wort begangenen Verfehlungen, von Scharen großer und Millionen kleinerer Sünden wird er befreit. Daran besteht kein Zweifel; dies ist wahr, Schönangesichtige.

Vers 3.106

Wer den Shri-Prasada-Para-Mantra dreihundertmal wiederholt, Göttin, erlangt das Verdienst sämtlicher Opfer und die Frucht sämtlicher Gaben;

Vers 3.107

er erlangt das Verdienst aller Gelübde und die Frucht aller Pilgerstätten, Göttin. Daran soll kein Zweifel bestehen.

Vers 3.108

Wer den Shri-Prasada-Para-Mantra vierhundertmal wiederholt, dem dienen stets an seiner Haustür die acht Vollkommenheiten, angefangen mit Anima, ausgestattet mit allen Fähigkeiten; zweifellos.

Vers 3.109

Was immer sein Geist begehrt, das erlangt er ohne Zweifel. Dharma, Wohlstand, Liebesgenuss und Befreiung liegen ihm unmittelbar in der Hand.

Vers 3.110

Der Übende erlangt die vier Arten der Befreiung, angefangen mit dem Wohnen in derselben Welt wie die Gottheit, Göttin. Dies ist wahr und zweifellos, Herrin des Kula.

Vers 3.111

Die Frucht dessen, der den Shri-Prasada-Para-Mantra fünfhundertmal wiederholt, vermag ich nicht zu beschreiben, Herrin des Kula.

Vers 3.112

Deshalb soll man sich mit aller Sorgfalt in jedem Zustand und jederzeit der Wiederholung des Shri-Prasada-Para-Mantra widmen, um Genuss und Befreiung zu erlangen.

Vers 3.113

Es gibt kein höheres Prinzip als den Guru, keine höhere Gottheit als Shiva, kein höheres Wissen als den Veda und kein Lehrsystem, das dem Kaula gleichkommt.

Vers 3.114

Es gibt keine höhere Erkenntnis als die des Kula, kein größeres Glück als Erkenntnis, keine höhere Verehrung als die achtgliedrige und keine höhere Frucht als Befreiung. Dies ist wahr, dies ist wahr, wahrlich und zweifellos.

Vers 3.115

Ich könnte die Größe des Shri-Prasada-Para-Mantra hier selbst in Hunderten von Kotis (je zehn Millionen) von Weltzeitaltern nicht beschreiben, Schöne.

Vers 3.116

Wie ein Senfkorn gegenüber einem Berg oder ein Sandkorn gegenüber dem Meer, so gering ist das, was ich dir von der Größe des Mantra erklärt habe.

Vers 3.117

Damit habe ich dir die Größe des Urdhvamnaya und des Shri-Prasada-Para-Mantra erklärt, Göttin. Was möchtest du noch hören?

4. Ullasa: Mantra, Körperauflegungen und Meditation

Vers 4.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte den Shri-Prasada-Para-Mantra hören. Verkünde diesen König der Mantras zusammen mit seinen Körperauflegungen, Meditationen und weiteren Verfahren, Herr.

Vers 4.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören davon entsteht die Gestalt Shivas [im Hörenden].

Vers 4.3

Diesen Mantra habe ich zuvor keinem verkündet. Aus Liebe zu dir sage ich ihn heute. Höre, du, die mir lieb ist wie mein Leben.

Vers 4.4

Ananta, Chandra und Bhuvana, verbunden mit dem Paar aus Mondsichel und Bindu: Dies ist der Shri-Prasada-Para-Mantra, der Genuss und Befreiung als Frucht gewährt. [Die Silben sind durch traditionelle Decknamen bezeichnet.]

Vers 4.5

Der Paraprasada-Mantra wird dagegen mit »sa« am Anfang gelehrt, Herrin des Kula. Weil er die Gestalt von Licht und Glückseligkeit hat und sichtbare Früchte gewährt;

Vers 4.6

weil er einem heiteren Geist zugänglich ist, den anerkannten Sinn darlegt, frühere Sünden beruhigt, das Leid der Zuflucht Suchenden vernichtet und rasch Gnade bewirkt, heißt er Prasada-Mantra.

Vers 4.7

Weil er die Gestalt der höchsten Wirklichkeit ist, das höchste Selbst offenbart, höchste Glückseligkeit hervorbringt und den höchsten religiösen Weg aufzeigt;

Vers 4.8

weil er unsichtbare Früchte gewährt, höchste Herrschermacht bewirkt und über sämtlichen Mantras steht, wird er Para-Mantra genannt.

Vers 4.9

Dies ist der Kula-Mantra, Göttin. Höre nun seine Körperauflegung, die ich dir erkläre. Zuerst steht man morgens auf und denkt an Guru und Gottheit.

Vers 4.10

Den Geist an der Wurzel des Kanda sammelnd, entleere man Darm und Blase. Man vollziehe Reinigung, Mundreinigung, Bad, Sandhya und Wasserspenden.

Vers 4.11

An einem abgeschiedenen Ort verehre man die Tür, beseitige die drei Arten von Hindernissen, betrete den Verehrungsraum und nehme auf dem Sitz Platz.

Vers 4.12

Man vergegenwärtige sich das Haus der Göttinnenverehrung und begrüße die Gurus mit Shiva an ihrer Spitze; ferner [verehre man] den Sitz, Ganesha und den Feldhüter, Herrin.

Vers 4.13

Man gedenke der Sandalen [des Guru], verehre die Sonne, Geliebte, reinige Hände und Körperglieder und übe Atemregelung; [man richte sich] auf die eigene Scheitelöffnung.

Vers 4.14

Man versiegle die Himmelsrichtungen, vollziehe die beiden Gliederauflegungen und ordnungsgemäß die Matrika-Auflegung, die zehnfache, »Elemente« genannte Buchstabenauflegung sowie die »Schildkröte« genannte.

Vers 4.15

Der Seher dieses Mantra ist der höchste Shambhu; sein Versmaß heißt Avyakta-Gayatri, seine Gottheit Para, die Herrin sämtlicher Mantras.

Vers 4.16

Der Grundmantra mit den drei langen Vokalen bildet Keimsilbe, Kraft und Riegel. Mit seiner Keimsilbe, verbunden mit den sechs langen Vokalen, [vollziehe man] die sechs Gliederauflegungen, Parvati.

Vers 4.17

Man lege die Gestalten von Isha, Tatpurusha, Aghora und Sadyojata auf die fünf Finger und auf die Gesichter auf. [Der Druck nennt hier nur vier Namen. Ātmanaḥ wird hier auf die Gestalten bezogen; daraus lässt sich kein sicherer fünfter Gottesname gewinnen; in der üblichen Fünferreihe steht außerdem Vamadeva, vgl. 4.56.]

Vers 4.18

Ebenso vollziehe man die Gliederauflegung der fünf Brahmans, Mutter, beginnend mit der tragenden Shakti und endend mit dem Mantra des Sitzes.

Vers 4.19

Nach dem zuvor beschriebenen Weg vollziehe man die kleine sechsfache Auflegung, Herrin des Kula. Danach führe man gesammelt die große sechsfache Auflegung nach dem nun erklärten Verfahren aus, um den Zustand der Gottheit zu verwirklichen.

Vers 4.20

Dies wurde keinem anderen mitgeteilt; aus Liebe zu dir erkläre ich es. Weltentfaltung, Welten, Gottesgestalten, Mantras, Gottheiten und Mütter bilden die große sechsfache Auflegung, die höchste unter allen Auflegungen.

Vers 4.21

Zuerst wird die Auflegung der Weltentfaltung erklärt, höchste Herrin: Weltentfaltung, Inselkontinente, Meere, Berge, Städte und heilige Sitze;

Vers 4.22

heilige Felder, Wälder, Einsiedeleien, Höhlen, Flüsse, Plätze sowie aus Keimen, Feuchtigkeit, Eiern und Mutterschößen entstandene Wesen: Diese sechzehn wurden dir genannt.

Vers 4.23

Shri, Maya, Kamala, Vishnuvallabha, Padmadharini, Samudratanaya, Lokamata und Kamalavasini;

Vers 4.24

Indira, Ma, Rama, Padma, Narayanapriya, Siddhalakshmi, Rajalakshmi und Mahalakshmi werden als die Kräfte der Weltentfaltungen und als die herrschenden Gottheiten der Vokale genannt.

Vers 4.25

Lava, Truti, Kala, Kashtha, Nimesha, Atemzug, Ghatika, Muhurta, Tagesviertel und Tag;

Vers 4.26

Dämmerung, Nacht, Mondtag, Wochentag, Mondhaus, Yoga, Karana, Monatshälfte, Monat, Tierkreiszeichen und Jahreszeit;

Vers 4.27

Halbjahr, Jahr, Weltalter und Weltauflösung: Dies sind fünfundzwanzig [Zeiteinheiten]. Als Bereich ihrer Anordnung wird [der Verlauf] bis zum Herzen angegeben.

Vers 4.28

Arya, Uma, Chandika, Durga, Shiva, Aparna, Ambika, Sati, Ishvari, Shambhavi, Ishani, Parvati und Sarvamangala;

Vers 4.29

Dakshayani, Haimavati, Mahamaya, Maheshvari, Mridani, Rudrani, Sarvani und Parameshvari;

Vers 4.30

Kali, Katyayani, Gauri und Bhavani heißen die Kräfte der mit Lava beginnenden Zeiteinheiten und die herrschenden Gottheiten der Verschlusslaute. Ihre Plätze werden bis zum Herzen angegeben.

Vers 4.31

Man vergegenwärtige sich die fünf Elemente, die feinen Sinnesqualitäten, die Erkenntnis- und Handlungsorgane, die Grundeigenschaften, das innere Organ, die Bewusstseinszustände, die Körpersäfte und die zehn Lebenswinde.

Vers 4.32

Brahmi, Vagishvari, Vani, Savitri, Sarasvati, Gayatri, Vakprada, Sharada, Bharati und Vidyatmika, Geliebte, sind die Herrinnen der fünf Elemente und der [weiteren] alles durchdringenden Gruppen.

Vers 4.33

Die Keimsilbe der Sprache, die der Weltenherrin und die Lakshmis bilden das Tritara, das »Dreigestirn«. Nach Tritara und Grundvidya folgen die Buchstaben der Matrika.

Vers 4.34

Der Reihe nach spreche man: »Der Shri, deren Gestalt die Weltentfaltung ist, Verehrung.« Man verbinde die Buchstaben mit den Weltentfaltungen und ordne ihnen die Kräfte zu. So lege man sie an den für den Matrika-Nyasa gelehrten Stellen auf, Geliebte.

Vers 4.35

Nach Tritara und Grundmantra spreche man: »Der Göttin Paramba, deren Gestalt die gesamte Weltentfaltung und das Weitere ist, Verehrung«, und vollziehe die alles umfassende Auflegung.

Vers 4.36

Dies ist die Auflegung der Weltentfaltung. Nun wird die Auflegung der Welten erklärt. Nach Tritara und Grundmantra spreche man »aṃ āṃ iṃ« und »Atala«;

Vers 4.37

sodann »Welt«, »Wohnstätte«, »hundert Koti« und »geheime Yoginis«, den Grundmantra und die Dativendung, Geliebte;

Vers 4.38

man spreche »der Göttin Adharashaktyamba« und lege [die Formel] auf die Füße. Mit »īṃ uṃ ūṃ«, »Vitala«, »noch geheimer« und »Ananta«, den Rest wie zuvor, lege man sie auf die Knöchel, Göttin.

Vers 4.39

Mit »ṛṃ ṝṃ ḷṃ«, »Sutala«, »überaus geheim« und »Achintya«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf die Unterschenkel, Geliebte.

Vers 4.40

Mit »ḹṃ eṃ aiṃ«, »Mahatala« und »großes Geheimnis«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf die Knie, Göttin.

Vers 4.41

Mit »oṃ auṃ«, »Talatala« und »höchstes Geheimnis«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf die Oberschenkel, Herrin der Götter.

Vers 4.42

Mit »aṃ aḥ«, »Rasatala«, »Geheimnis« und »Jnana«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf den Genitalbereich.

Vers 4.43

Mit der ka-Lautgruppe, »Patala«, »Welt« und »Wohnstätte«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf Muladhara.

Vers 4.44

Mit der ca-Lautgruppe, »Bhutala«, »geheim« und »Dakini«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf Svadhishthana, Geliebte.

Vers 4.45

Mit der ṭa-Lautgruppe, »Bhuvar-Welt«, »geheim« und »Rakini«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf den Nabel, Geliebte.

Vers 4.46

Mit der ta-Lautgruppe, »Svar«, »höchstes Geheimnis« und »Lakini«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf das Herz, Geliebte.

Vers 4.47

Mit der pa-Lautgruppe, »Mahar-Welt«, »geheim« und »Kakini«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf die Gaumenwurzel, Geliebte.

Vers 4.48

Mit der ya-Lautgruppe, »Jana«, »noch verborgener« und »Shakini«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf Ajna, Geliebte.

Vers 4.49

Mit der śa-Lautgruppe, »Tapas«, »überaus geheim« und »Hakini«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf die Stirn, Geliebte.

Vers 4.50

Mit »laṃ kṣaṃ«, »Satya«, »großes Geheimnis« und »Yakshini«, den Rest wie zuvor gesprochen, lege man sie auf die Scheitelöffnung, Geliebte.

Vers 4.51

Nach Tritara und Grundmantra spreche man: »Der Göttin Shri Para, Herrin der vierzehn Welten«, und vollziehe die alles umfassende Auflegung.

Vers 4.52

Nach dieser Auflegung der Welten vollziehe man die Auflegung der Gottesgestalten: Keshava, Narayana, Madhava, Govinda und Vishnu;

Vers 4.53

Madhusudana, Trivikrama, Vamana, Shridhara, Hrishikesha, Padmanabha, Damodara, Vasudeva, Sankarshana, Pradyumna und Aniruddha.

Vers 4.54

[Es folgen Namen ihrer Kräfte:] Akṣolekendrāṇī, Ishani, Ugra, Urdhvanayana, Riddhi, Rupini, Luka, Lunadosha und Ekanayika. [Die Anfangsfolge akṣolekendrāṇī wird nach dem Druck ungetrennt wiedergegeben; ihre Namensgrenzen sind nicht gesichert. Für Lūka verzeichnet der Druck unter anderem die Variante Luptā. Die Reihe soll zusammen mit 4.55 den sechzehn Vokalen entsprechen, lässt sich in dieser Lesung jedoch nicht eindeutig in sechzehn Namen gliedern.]

Vers 4.55

Ainkarini, Oghavati, Sarvakama, Anjanaprabha und Asthimaladhara: So werden die Gottheiten der Vokale genannt.

Vers 4.56

Bhava, Sharva, Rudra, Pashupati, Ugra, Mahadeva, Bhima, Isha, Tatpurusha, Aghora, Sadyojata und Vamadeva werden genannt.

Vers 4.57

Karabhadra, Khagachala, Garimadiphalaprada, Ghantadhara, Ugranayana, Chandradhatri, Chandomayi, Jagatsthana und Jvalattara;

Vers 4.58

Jnanada, Tankadhara und Dhriti: Diese zwölf werden als die Gottheiten der Buchstaben von ka beziehungsweise bha bis ṭha beziehungsweise ḍa bezeichnet. [Die Buchstabenangabe ist in der Vorlage erklärungsbedürftig.]

Vers 4.59

Brahma, Prajapati, Vedhas, Parameshthin, Pitamaha, Vidhatri, Virinchi, Srashtri, Chaturanana und Hiranyagarbha sind der Reihe nach die zehn mit Brahma beginnenden Gestalten.

Vers 4.60

Yakshini, Ranjini, Lakshmi, Vajrini, Shashidharini, Shadadharalaya, Sarvanayika, Hasitanana, Lalita und Kshama werden als die Gottheiten der mit ya beginnenden Buchstaben bezeichnet.

Vers 4.61

Nach Tritara und Grundmantra lege man die Vokale und Vishnu-Gestalten mit ihren Kräften, im Dativ und mit »Verehrung« verbunden, auf Kopf und Gesicht auf;

Vers 4.62

ferner auf Schultern, Flanken, Hüften, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Füße, beginnend rechts und endend links, höchste Herrin.

Vers 4.63

Der Mantrakundige lege die mit Bhava beginnenden Gestalten samt ihren Kräften und den entsprechenden Buchstaben auf Füße, Flanken, Arme, Hals und die fünf Gesichter. Auf die zehn Grundlagen lege er die Brahma-Gestalten mit den mit ya beginnenden Kräften.

Vers 4.64

Nach Tritara und Grundmantra spreche man: »Der Göttin Paramba, Shri-Trimurtyambika, Verehrung«, und vollziehe die umfassende Auflegung. Nach dieser Auflegung der Gestalten führe man die Mantra-Auflegung aus.

Vers 4.65

Nach Tritara und Grundmantra spreche man »aṃ āṃ iṃ«, »einhunderttausend Koti von Unterteilungen« und »sämtliche einsilbigen Mantras, angefangen mit dem Pranava«;

Vers 4.66

danach »deren herrschender Gottheit, die alle Früchte verleiht, der Göttin Ekakuteshvaryamba, Verehrung«.

Vers 4.67

Mit »īṃ uṃ ūṃ« [folgt die Gruppe] beginnend mit Hamsa und der zweifachen Silbengliederung, mit »ṛṃ ṝṃ ḷṃ« die mit Vahni beginnende dreifache; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.68

Mit »ḹṃ eṃ aiṃ« [folgen] vierhunderttausend [Koti], beginnend mit Chandra; mit »oṃ auṃ aṃ aḥ« fünfhunderttausend, beginnend mit Surya; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.69

Mit »kaṃ khaṃ gaṃ« [folgen] sechshunderttausend, beginnend mit Skanda; mit »ghaṃ ṅaṃ caṃ« siebenhunderttausend, beginnend mit Ganesha; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.70

Mit »chaṃ jaṃ jhaṃ« [folgen] achthunderttausend, beginnend mit Vatuka; mit »ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ« neunhunderttausend, beginnend mit Brahma; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.71

Mit »ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ« [folgen] eine Million, beginnend mit Vishnu; mit »taṃ thaṃ daṃ« 1,1 Millionen, beginnend mit Rudra; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.72

Mit »dhaṃ naṃ paṃ« [folgen] 1,2 Millionen, beginnend mit Vani; mit »phaṃ baṃ bhaṃ« 1,3 Millionen, beginnend mit Lakshmi; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.73

Mit »maṃ yaṃ raṃ« [folgen] 1,4 Millionen, beginnend mit Gauri; mit »laṃ vaṃ śaṃ« 1,5 Millionen, beginnend mit Durga; mit »ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ« 1,6 Millionen, beginnend mit Tripura, und die sechzehn-;

Vers 4.74

-silbigen Mantras: [Man spreche] »deren herrschender Gottheit, die sämtliche Früchte verleiht, der Herrin der sechzehn Silbengruppen«;

Vers 4.75

»der Göttin Amba, Verehrung«. Damit ist die Mantra-Auflegung erklärt, große Herrin. [Ihre Orte sind] Grundlage, Geschlechtsorgan, Nabel, Herz, Kehle und Augen;

Vers 4.76

Nibodhika, Halbmond, Bindu, Kala-Stelle, Unmani, Vishnus Mund, Nada, Nadanta und der Bereich des Dhruva-Kreises. Dort lege man sie auf, Herrin des Kula. [Die Reihenfolge der feinen Orte ist in den Textzeugen nicht einheitlich.]

Vers 4.77

Nach Tritara und Grundmantra spreche man: »Der Göttin Paramba, deren Wesen sämtliche Mantras sind«, und vollziehe im Herzen die umfassende Auflegung.

Vers 4.78

Nach dieser Mantra-Auflegung führe man die Gottheiten-Auflegung aus. Nach Tritara und Grundmantra spreche man »aṃ āṃ«, »tausend Koti«;

Vers 4.79

nach »Yogini-Geschlechtern« spreche man »verehrt von« und dann »der Göttin Nivrittyamba, Verehrung«, Geliebte.

Vers 4.80

[Man verbinde] »iṃ īṃ« mit Yoginis und Pratishtha; »uṃ ūṃ« mit Asketen und Vidya; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.81

[Man verbinde] »ṛṃ ṝṃ« mit Friedvollen und Shanti; »ḷṃ ḹṃ« mit Weisen und Shantyatita; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.82

[Man verbinde] »eṃ aiṃ« mit Göttern und Hrillekha; »oṃ auṃ« mit Rakshasas und Gagana; »aṃ aḥ« mit Vidyadharas und Rakta; den Rest jeweils wie zuvor.

Vers 4.83

[Man verbinde] »kaṃ khaṃ« mit Siddhas und Mahocchushma; »gaṃ ghaṃ« mit Sadhyas und Karala; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.84

[Man verbinde] »ṅaṃ caṃ« mit Apsaras und Jaya; »chaṃ jaṃ« mit Gandharvas und Vijaya; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.85

[Man verbinde] »jhaṃ ñaṃ« mit Guhyakas und Ajita; »ṭaṃ ṭhaṃ« mit Yakshas und Aparajita; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.86

[Man verbinde] »ḍaṃ ḍhaṃ« mit Kinnaras und Vama; »ṇaṃ taṃ« mit Schlangenwesen und Jyeshtha; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.87

[Man verbinde] »thaṃ daṃ« mit Ahnen und Raudramba; »dhaṃ naṃ« mit Ganeshas und Maya; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.88

[Man verbinde] »paṃ phaṃ« mit Bhairavas und Kundali; »baṃ bhaṃ« mit Vatukas und Kali; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.89

[Man verbinde] »maṃ yaṃ« mit Feldhütern und Kalaratri; »raṃ laṃ« mit Pramathas und Bhagavati; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.90

[Man verbinde] »vaṃ śaṃ« mit Brahmas und Sarveshvari; »ṣaṃ saṃ« mit Vishnus und Sarvajna; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.91

[Man verbinde] »haṃ laṃ« mit Rudras und Sarvakartri; »kṣaṃ« mit allem Beweglichen und Unbeweglichen und Shakti; den Rest spreche man jeweils wie zuvor.

Vers 4.92

Der Reihe nach [sind die Orte] große Zehen, Knöchel, Unterschenkel, Knie, Oberschenkel, Hüften, Flanken, Brüste, Achseln, Hände, Schultern, Ohren und Kopf.

Vers 4.93

Beginnend auf der rechten Seite und endend auf der linken, lege man sie auf, Herrin des Kula. Nach Tritara und Grundmantra spreche man »deren Wesen alle Gottheiten sind«;

Vers 4.94

»der Göttin Paramba« und vollziehe im Herzen die umfassende Auflegung. Nach dieser Gottheiten-Auflegung führe man die Auflegung der Mütter aus.

Vers 4.95

Nach Tritara und Grundmantra spreche man die ka-Lautgruppe und »verehrt von unendlichen Koti von Bhuchari-Geschlechtern«, »āṃ kṣāṃ« und »Mangala«;

Vers 4.96

»der Göttin Amba, Verehrung«, sodann »āṃ kṣāṃ, der Göttin Brahmanyamba«, danach »unendlichen Koti von Bhuta-Geschlechtern«;

Vers 4.97

»verbunden mit, dem Herrn Mangala«, »aṃ kṣaṃ« und »aṃ kṣaṃ, dem Herrn Asitanga-Bhairava, Verehrung«.

Vers 4.98

[Man verwende] die ca-Lautgruppe, Khechari, »īṃ lāṃ«, Charchika und Maheshvari, Vetalas, »iṃ laṃ«, Charchika [als männlichen Herrn] und Ruru; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.99

[Man verwende] die ṭa-Lautgruppe, Patalachari, »ūṃ hāṃ«, Yogeshvari und Kaumari, Pishachas, »uṃ haṃ«, Yogesha und Chanda.

Vers 4.100

[Man verwende] die ta-Lautgruppe, Dikchari, »ṝṃ sāṃ«, Harasiddha und Vaishnavi, Apasmara-Wesen, »ṛṃ saṃ«, Harasiddha und Krodha; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.101

[Man verwende] die pa-Lautgruppe, Sahachari, »ḹṃ ṣāṃ«, Bhatti und Varahi, Brahmarakshasas, »ḷṃ ṣaṃ«, Bhatta und Unmatta; das Übrige wie zuvor.

Vers 4.102

[Man verwende] die ya-Lautgruppe, Girichari, »aiṃ śāṃ«, Kilakila und Indrani, Chetakas, »eṃ śaṃ«, Kili und Kapalika.

Vers 4.103

[Man verwende] die śa-Lautgruppe, Vanachari, »auṃ vāṃ«, Kalaratri und Chamunda, Pretas, »oṃ vaṃ«, Kalaratri [als männlichen Herrn] und Bhishana.

Vers 4.104

[Man verwende] »laṃ kṣaṃ«, Jalachari, »aḥ lāṃ«, Bhishana und Mahalakshmi, Shakinis, »aṃ laṃ«, dann Bhishana;

Vers 4.105

und Samhara-Bhairava; den Rest spreche man wie zuvor. [Die Auflegungsorte sind] Muladhara, Geschlechtsorgan, Nabel, Anahata und Vishuddha;

Vers 4.106

Ajna, Stirnfläche und Scheitelöffnung. Dort lege man sie auf. Nach Tritara und Grundmantra spreche man »der Mütter und Bhairavas«;

Vers 4.107

»Herrin, der Göttin Paramba, Verehrung«, und vollziehe die umfassende Auflegung. So soll man gesammelt die Mütter-Auflegung ausführen, große Herrin.

Vers 4.108

Nachdem der Körper auf diese Weise mit den Auflegungen versehen wurde, meditiere man mit ungeteilter Aufmerksamkeit über den Gott: auf einer herrlichen Juweleninsel, die sich inmitten des Nektarmeeres erhebt;

Vers 4.109

in einem mit Edelsteinen und Rubinen geschmückten Pavillon innerhalb eines Waldes von Wunschbäumen, auf einem Lotus auf einem herrlichen Löwenthron aus neun Edelsteinarten;

Vers 4.110

im Dreieck sitzend, strahlend wie zehntausend Monde und Sonnen, zur Hälfte mit Ambika vereinigt, mit entsprechend aufgeteiltem Schmuck;

Vers 4.111

schön wie zehn Millionen Liebesgötter, stets sechzehnjährig, mit sanft lächelndem Lotusgesicht, drei Augen und dem Mond als Kopfschmuck;

Vers 4.112

mit göttlichen Gewändern, Girlanden und Salbungen, geschmückt mit göttlichen Juwelen, in den Händen Trinkgefäß, Erkenntnisgeste, Dreizack und Buch;

Vers 4.113

die Vollendung des Wissens tragend, mit stets glückseligem Gesicht und Blick, bedient von sämtlichen Gottheitenscharen, die in der großen sechsfachen Auflegung genannt wurden.

Vers 4.114

So meditiere man im Lotus des Herzens über Shiva als Ardhanarishvara. Man kann sich auch seine männliche Gestalt vergegenwärtigen, Göttin, oder die weibliche Gestalt betrachten.

Vers 4.115

Oder man meditiere über das Ungeteilte, gekennzeichnet durch Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, bestehend aus allem Licht, Göttin, dessen Leib alles Bewegliche und Unbewegliche ist.

Vers 4.116

Danach zeige man die zehn Gesten, höchste Herrin: Yoni, Linga, Surabhi und die vier Gesten der Attribute;

Vers 4.117

ferner Vanamala, Mahamudra und Nabhomudra, der Reihe nach. Nach Vermögen wiederhole man den Grundmantra und den Shri-Paduka-Mantra und vergegenwärtige sich am Scheitel den verehrten Guru in Shivas Gestalt.

Vers 4.118

Auf dem tausendblättrigen Lotus am Scheitel gedenke man des Guru, dem Hamsa vorgeordnet ist und der auf ihm ruht: im Glanz des vollen Mondes, mit Lotushänden, die Segen und Furchtlosigkeit gewähren, mit reinen Düften, Blumen und Gewändern, heiterem Gesicht und Blick, in der Gestalt sämtlicher Gottheiten.

Vers 4.119

Nach dieser Auflegung, Göttin, wird der Mantraübende unmittelbar zum höchsten Shiva, befähigt zu strafen und zu begnadigen; daran besteht kein Zweifel.

Vers 4.120

Wer die große sechsfache Auflegung Tag für Tag ausführt, vor dem verneigen sich alle Götter; auch ich verneige mich vor ihm, zweifellos.

Vers 4.121

Wo jemand die große sechsfache Auflegung ausführt, Parvati, wird ein Gebiet von zehn Yojanas ringsum als göttlicher heiliger Ort bezeichnet.

Vers 4.122

Wohin ein Mensch nach dieser Auflegung geht, Göttin, dort findet er Sieg, Gewinn, Ehre und Tatkraft, Geliebte.

Vers 4.123

Wen der Vollzieher der großen sechsfachen Auflegung verehrt, der stirbt nach sechs Monaten, selbst wenn Shiva sein Beschützer ist. [Vandyate bedeutet „wird verehrt“. Die ungewöhnliche Aussage wird hier wörtlich wiedergegeben; eine Umdeutung in „verflucht“ oder „verachtet“ ist durch die auf dieser Druckseite verzeichneten Varianten nicht belegt.]

Vers 4.124

Wer diese »Diamantkäfig« genannte Auflegung ausführt, [dem vermögen die Wesen] in Himmel, Luftraum, Erde, Bergen, Gewässern und Wäldern;

Vers 4.125

gewaltige Bhutas, Vetalas, Götter, Rakshasas, besitzergreifende Geister und andere, vor Furcht im Herzen nicht ins Gesicht zu sehen, Herrin des Kula.

Vers 4.126

Brahma, Vishnu, Shiva und sämtliche anderen Götter, ebenso Rishis und große Weise, verneigen sich vor dem Vollzieher der großen sechsfachen Auflegung.

Vers 4.127

Wozu viele Worte, Göttin? Diese Auflegung ist mir lieb. Man soll sie keinem mitteilen, der nicht Sohn ist, und keinem offenbaren, der nicht Schüler ist.

Vers 4.128

Man erlangt die Wirksamkeit des eigenen Befehls; deshalb soll man diese Auflegung ausführen. Einen höheren Schutz, der das Gottsein verwirklicht, gibt es in der Welt nicht. Wahrlich, wahrlich, zweifellos, Schönangesichtige.

Vers 4.129

Zugang zum Urdhvamnaya, Betrachtung des Paraprasada und gründliche Kenntnis der großen sechsfachen Auflegung sind nicht die Frucht geringer Askese.

Vers 4.130

Damit habe ich dir die Herausbildung des Mantra und das Weitere kurz erklärt, Göttin und Geliebte, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

5. Ullasa: Ritualsubstanzen und ihre innere Deutung

Vers 5.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, [erkläre] die Merkmale der Gefäßständer, Gefäße und Fleischarten sowie Herstellung, Unterschiede und Größe der Kula-Substanzen;

Vers 5.2

ferner die Sünde bei regelwidrigem und die Frucht bei ordnungsgemäßem Gebrauch. All dies möchte ich hören. Erkläre es mir, Schatz des Mitgefühls.

Vers 5.3

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören davon erreicht man Gleichheit mit den Göttern.

Vers 5.4

Ohne Unterlage kommt es zum Fall, und die Mütter werden nicht zufriedengestellt. Deshalb soll man ordnungsgemäß einen Gefäßständer anfertigen, Herrin des Kula.

Vers 5.5

Man nennt einen drei-, sechs- oder vierfüßigen Ständer; oder man fertige ihn kreisförmig und schön an, Göttin.

Vers 5.6

[Ein Gefäß kann bestehen] aus Gold, Silber, Stein, Schildkrötenpanzer, Schädel, Flaschenkürbis, Ton, Kokosnussschale, Muschelhorn, Kupfer oder Perlmuschelschale;

Vers 5.7

auch aus dem Holz eines heiligen Baumes darf der Kundige ein Gefäß anfertigen. Allzu dünne oder dicke, gespaltene und zerbrochene Gefäße meide man.

Vers 5.8

Gold, Silber und Kupfer bewirken sämtliche Vollendungen. Ein Steingefäß dient befriedenden Riten, ein Tongefäß der Erstarrung.

Vers 5.9

Kokosnussschale dient dem Gewinnen von Einfluss, Schildkrötenpanzer schädigenden Riten. Ein Muschelhorn verleiht Erkenntnis, eine Perlmuschelschale erfreut die Göttin.

Vers 5.10

Schädel- und Kürbisgefäße bewirken Vollendung im Yoga; Gefäße aus heiligem Holz beseitigen alle Sünden. Aus diesen wähle man eines, Herrin der Götter.

Vers 5.11

Nun erkläre ich die Kula-Substanz. Höre gesammelt, Göttin: zwölf Prastha Wasser und ein halbes Prastha Buttermilch;

Vers 5.12

vier Prastha ungekochten Reis und zwei Prastha gekochten Reis vereinige man mit einer Handvoll Keimlingen in einem Topf.

Vers 5.13

Man stelle ihn zwei Tage an einen Ort ohne Kälte und ähnliche Beeinträchtigungen. Danach setze man ihn aufs Feuer und koche die Masse bis zur Konsistenz von Schlamm.

Vers 5.14

Man nehme sie herunter und lasse sie wieder kalt werden. Der Kundige zermahle [weitere Körner im Maß von] drei Vierteln eines Prastha und vermische sie mit beiden Händen.

Vers 5.15

Oder [man nehme] ein halbes Prastha Reis. Am folgenden Tag nehme man die Masse heraus, zerreibe sie gründlich mit Buttermilch und vermische sie unter Rühren. Dies heißt Paishti und wird von Göttern und Danavas geschätzt. [Die Rezeptfolge ist im Sanskrit verkürzt.]

Vers 5.16

Für Gaudi [nehme man] zehn Prastha Wasser, angesetzt mit der Rinde von Shveta-Barbura und Jambu, Herrin des Kula, und die heilsame Dhataki-Blüte;

Vers 5.17

oder man gebe ein Prastha Kokosblüten hinzu, ferner Haritaki und Aksha-Früchte im Maß von acht Nishka;

Vers 5.18

Vahni und Trikatuka jeweils im Maß eines halben Nishka. Mit achtzig [Maßeinheiten] Rohzucker vermischt vereinige man alles in einem Topf.

Vers 5.19

Mit der Hand rühre man gründlich in beiden Richtungen, 108 Umdrehungen, täglich zu den drei Tagesübergängen.

Vers 5.20

Nach zwölf Tagen ist die Reifung vollendet; am dreizehnten bewahre man das Getränk auf. Dies heißt Gaudi und führt zur Vereinigung mit Shiva.

Vers 5.21

Man vereinige Honig beziehungsweise Blütennektar mit der doppelten Menge Wasser in einem Topf. Nach zwölf Tagen ist die Reifung vollendet; alles Übrige wie zuvor. Dies heißt Madhvi und erfreut die Gottheit.

Vers 5.22

Ein Teil trockener Ingwer, zwei Teile Vahni, drei Teile Pfeffer, vier Teile Dhataki, fünf Teile Blüten und sechs Teile Honig;

Vers 5.23

mit achtzig Teilen Rohzucker vermischt, das Übrige wie zuvor: Dies ist eine angenehme Substanz, ein vortreffliches Getränk für die Yoginis.

Vers 5.24

Eineinhalb Pala Dickmilch, ein Prastha Büffel-[Milch beziehungsweise Dickmilch] und hundert reife Bananen: Diese Mischung bildet einen guten berauschenden Trank. [Die Zuordnung der Milchprodukte bleibt im Wortlaut verkürzt.]

Vers 5.25

Man vermische sie, vereinige sie dicht eingeschlossen in einem Bambusbehälter und lasse sie achtundvierzig Tage in dem Schlamm reifen, in dem Lotus wächst;

Vers 5.26

danach nehme man sie heraus und trockne sie gründlich in den Sonnenstrahlen. Sobald sie fest geworden ist, sammle man sie ein.

Vers 5.27

Eine Menge von der Größe eines Gunja-Samens, mit Wasser vermischt, [ergibt die] gute, höchste Glückseligkeit verleihende Substanz. Man fülle das Gefäß nach eigenem Ermessen.

Vers 5.28

Dies ist eine vortreffliche, allen Göttern liebe Substanz, Geliebte. Man kann außerdem die folgenden anderen berauschenden Getränke herstellen.

Vers 5.29

Getränke aus Jackfrucht, Trauben, Madhuka-Blüten, Datteln, Palmsaft, Zuckerrohr, Honig; ferner Sidhu, Madhvika, Maireya und Kokosgetränk:

Vers 5.30

Diese elf berauschenden Getränke gewähren Genuss und Befreiung. Das zwölfte, Sura, ist unter allen das höchste, Geliebte.

Vers 5.31

Sura ist als dreifach zu erkennen: Paishti, Gaudi und Madhvi. Paishti bewirkt sämtliche Vollendungen, Gaudi gewährt Genuss.

Vers 5.32

Madhvi gewährt Befreiung; Sura ist den Gottheiten lieb. Zuckerrohrgetränk verleiht Wissen, Traubengetränk Königsherrschaft.

Vers 5.33

Palmgetränk eignet sich zur Erstarrung; Dattelgetränk vernichtet Feinde. Kokosgetränk verleiht Wohlstand, Jackfruchtgetränk Glück.

Vers 5.34

Madhuka-Getränk bewirkt Erkenntnis, Madhvika beseitigt Krankheiten; Maireya, Herrin des Kula, beseitigt jederzeit Sünden.

Vers 5.35

[Es gibt] berauschende Getränke aus milchsaftführenden Bäumen, aus Baumrinde, aus Honig und Blüten sowie gegorenen Trank aus Reis.

Vers 5.36

Ein Getränk, dessen Freude unverzerrt und dessen Duft angenehm ist, gilt als vortrefflich, Göttin, und erfreut die Götter.

Vers 5.37

Man fülle das Gefäß nach eigenem Ermessen mit dieser höchsten Glückseligkeit steigernden, erfreuenden Substanz, die allen Göttern lieb ist, Geliebte.

Vers 5.38

Schon durch den Anblick von Sura wird man von sämtlichen Sünden befreit. Schon durch das Einatmen seines Duftes erlangt man die Frucht von hundert Opfern.

Vers 5.39

Schon durch Berühren des Getränks erlangt man die Frucht von zehn Millionen Pilgerstätten. Durch sein Trinken erlangt man unmittelbar die vierfache Befreiung, Göttin.

Vers 5.40

Im Duft des Getränks befindet sich die Willenskraft, in seinem Saft die Erkenntniskraft, in seinem Geschmack die Handlungskraft und in seinem freudigen Aufschwung Para.

Vers 5.41

Die berauschenden Getränke werden als zum Brahman führende Mittel der Geistläuterung bezeichnet. Man beschaffe eines davon und vollziehe die Verehrung.

Vers 5.42

Der Kundige zerreibe Fisch, Fleisch und anderes sowie Vijaya [Hanf], gut vermischt mit den acht Duftstoffen, forme Kügelchen und bewahre sie auf. Fehlt das Getränk, verbinde er ein Kügelchen mit Wasser und vollziehe die Trankspende.

Vers 5.43

Man kann die Spende mit Buttermilch, Rohzucker und Honig oder mit Sauvira [einem sauren Gärgetränk] vollziehen. Diesen Ritus darf man nicht ausfallen lassen; bei nachlässigem Unterlassen träfe einen der Fluch der Gottheit.

Vers 5.44

Fleisch wird als dreifach erklärt: von Luft-, Land- und Wasserbewohnern, Geliebte. Je nach Verfügbarkeit bereite man eine dieser Arten für die Spende. Schon sein Anblick bringt dieselbe Frucht wie der Anblick von Sura.

Vers 5.45

Bei Opfern für Ahnen und Gottheiten ist rituell geregelte Tötung vorgeschrieben. Das Töten von Lebewesen zum eigenen Nutzen wurde dagegen niemals gelehrt, Geliebte.

Vers 5.46

Ohne Anlass soll man nicht einmal einen Grashalm abschneiden. Wer dagegen für eine Gottheit oder einen Zweimalgeborenen tötet, wird [nach dieser Rituallehre] nicht von Sünde befleckt.

Vers 5.47

Was unter Missachtung meiner geschieht, wird trotz der Bezeichnung »Verdienst« zur Sünde. Eine um meinetwillen begangene Sünde wird hingegen zu Verdienst, Shambhavi.

Vers 5.48

Gerade durch die Substanzen, die sonst den Fall bewirken, wird in der verehrten Kaula-Lehre Vollendung gelehrt, und zwar durch den großherzigen Bhairava.

Vers 5.49

Bei Menschen, die meinen Ritus vollziehen, soll kein Ausfall des Rituals entstehen; [geschieht er doch], vollziehen siebzig Millionen große Weise diesen Ritus [für sie]. [Der Druck bietet für die erste Zeile unterschiedliche Lesarten.]

Vers 5.50

Man soll das Opfertier mit folgendem Mantra besprechen, mit Duft, Blumen und ungebrochenem Reis verehren und dann töten, Geliebte. Andernfalls gelangt man in die Hölle. [Wiedergabe einer historischen Opfervorschrift.]

Vers 5.51

»Dieser Leib ist von Shiva abgeschnitten; dadurch bist du zum Shiva-Zustand gelangt. Erkenne dies, Opfertier: Sei nicht unheilvoll – du bist wahrlich Shiva.« [Māśivaḥ wird in dieser Übersetzung als mā aśivaḥ aufgelöst: „Sei nicht unheilvoll/nicht Nicht-Shiva“. Diese Sandhi-Auflösung ist eine Deutung der Wortgrenze; sie verändert keine Laute des Drucktextes. Die Formel steht auch im Kaulavalinirnaya, Abschnitt über die Tieropferung.]

Vers 5.52

Im Fleisch ist Brahma, in seinem Duft Vishnu, in seinem Saft Rudra, in seiner Freude das höchste Selbst. Deshalb soll es genossen werden, Geliebte.

Vers 5.53

Fehlt Fleisch, nehme man Knoblauch mit frischem Ingwer oder trockenen Ingwer und verehre damit, Göttin. Andernfalls bleibt die Verehrung fruchtlos.

Vers 5.54

Man vollziehe die Trankspende nicht mit Getränk ohne Fisch und Fleisch; ebenso wenig verehre man mit Fisch und Fleisch ohne das Getränk.

Vers 5.55

Durch eine einzige Spende von Fleisch in Sesamkorngröße, selbst in halber Sesamkorngröße, zusammen mit einem Tropfen [des Getränks], erlangt man die Frucht von zehn Millionen Opfern.

Vers 5.56

In den drei Welten gibt es kein anderes Verdienst, das der Kula-Verehrung gleichkommt. Wer sie hingebungsvoll vollzieht, wird daher zum Gefäß für Genuss und Befreiung.

Vers 5.57

Wer auch ohne Studium und Schriftkenntnis dem Guru ergeben ist, sein Gelübde festhält und Freude an der Kula-Verehrung hat, ist mir besonders lieb.

Vers 5.58

Verehrt, gewährst du den Angehörigen aller vier Stände und Lebensstadien, Männern, Frauen und Menschen weder männlichen noch weiblichen Geschlechts, die gewünschten Früchte, Herrin.

Vers 5.59

Verehrt, gewährst du Früchte hier und im Jenseits wie eine gute Ehefrau; unverehrt bringst du Leid wie eine schlechte Ehefrau, Herrin der Götter.

Vers 5.60

Wer dies [den Genuss der Substanzen] in großer Verblendung ohne Kula-Verehrung ausführt, gelangt mit einundzwanzig Generationen seiner Familie in eine schreckliche Hölle.

Vers 5.61

Deshalb widme man sich mit aller Sorgfalt der Kula-Verehrung. Man erlangt sämtliche Vollendungen; daran soll kein Zweifel bestehen.

Vers 5.62

Wer die Verehrung nicht selbst ausführen kann, gebe die erforderlichen Mittel. Wer auch nichts geben kann, wohne der Verehrung bei.

Vers 5.63

Die Frucht, die man durch hundert ordnungsgemäß vollzogene Opfer erlangt, erreicht man durch einmalige Verehrung in der vorgeschriebenen Reihenfolge.

Vers 5.64

Die Frucht der sechzehn großen Gaben erlangt man durch den Anblick des Shri Chakra.

Vers 5.65

Die Frucht des Badens an fünfunddreißig Millionen Pilgerstätten erlangt man durch einmalige Verehrung in der vorgeschriebenen Reihenfolge, Göttin.

Vers 5.66

Wozu viele Worte? Wer dem Kula-Lehrer nach dem Maß seiner Hingabe die Kula-Substanzen zur Verehrung gibt, kennt den Dharma, Göttin.

Vers 5.67

In shivaitischen, vishnuitischen, shaktischen, solaren und Sugata-Lehren, in buddhistischen, Pashupata- und Sankhya-Lehren, in Gelübdewegen und im Kula-Weg;

Vers 5.68

in rechten und linken Lehrsystemen und in vedischen und anderen Wegen, Parvati, ist Verehrung ohne Alkohol und Fleisch fruchtlos. [Dies ist der universale Geltungsanspruch des Textes, keine Beschreibung der Regeln all dieser Traditionen.]

Vers 5.69

Mantrawiederholung, Opfer, Askese und Gelübde ohne Kula-Substanzen bleiben fruchtlos, Göttin, wie eine Opfergabe in kalter Asche.

Vers 5.70

Wie dem König seine inneren Vertrauten und nicht die außerhalb Stehenden lieb sind, so sind [mir] die dem inneren Opfer Ergebenen lieb, Göttin, nicht die anderen.

Vers 5.71

Die Kaulikas, die uns beiden hingebungsvoll Fleisch und Gärgetränk darbringen und Freude entstehen lassen, sind mir lieb.

Vers 5.72

Unsere höchste Gestalt, gekennzeichnet durch Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, leuchtet durch den Genuss der Kula-Substanzen deutlich auf; anders nicht.

Vers 5.73

Das freudige Aufleuchten der inneren Erfahrung, unerreichbar für Denken und Sprechen, entsteht durch den Genuss der Kula-Substanzen; anders nicht, Geliebte.

Vers 5.74

Bei Gebrauch der Kula-Substanzen entsteht Einsicht in die Bedeutung der Kula-Wirklichkeit, Ergriffensein durch Bhairava und Gleichsicht überall.

Vers 5.75

Wie ein von Dunkelheit umhülltes Haus durch eine Lampe sichtbar wird, so wird das von Maya umhüllte Selbst durch Trinken der Substanz sichtbar.

Vers 5.76

Menschen, die die durch Mantra gereinigte und Guru und Gottheit dargebrachte Kula-Substanz trinken, werden nicht wieder Muttermilch trinken [also nicht wiedergeboren], Geliebte.

Vers 5.77

Das Getränk ist der Gott Bhairava; das Getränk wird Shakti genannt. Wahrlich, auch der Genießer dieses Getränks vermag selbst die Unsterblichen zu verwirren.

Vers 5.78

Wer nach dem Trinken dieses Maireya unverändert bleibt, Geliebte, und ausschließlich in der Meditation über mich aufgeht, ist befreit und ein Kaulika.

Vers 5.79

Sura ist Shakti, Fleisch ist Shiva, und ihr Genießer ist Bhairava selbst. Die aus ihrer Einheit hervorgehende Glückseligkeit heißt Befreiung.

Vers 5.80

Glückseligkeit ist die Gestalt Brahmans, und sie befindet sich im Körper. Das Getränk macht sie offenbar; deshalb wird es von Yogis getrunken.

Vers 5.81

Sieht die Welt nicht Brahma, Vishnu und Maheshvara, die Topf, Muschelhorn und Schädelgefäß mit berauschendem Trank gefüllt tragen?

Vers 5.82

Der Held soll ohne Zweifel und Furcht, ohne Scham und bloße Neugier, nachdem er den Sinn der Veden und Lehrschriften festgestellt hat, die Segen gewährende Varuni trinken.

Vers 5.83

Durch das Trinken des mittels Mantra-Ritual gereinigten Nektars entsteht der Zustand der Gottheit, der von den Fesseln des Werdens befreit, Parvati.

Vers 5.84

Für den Brahmanen ist [das Getränk] jederzeit zu trinken, für den Kshatriya beim Anrücken zur Schlacht, für den Vaishya beim Ergreifen beziehungsweise Opfern einer Kuh und für den Shudra beim Bestattungsritus.

Vers 5.85

Wer Götter und Ahnen nach dem in den Schriften gelehrten Verfahren verehrt hat und dann des Guru gedenkend Alkohol trinkt und Fleisch isst, hat keinen Anteil an Verfehlung, Göttin.

Vers 5.86

Man genieße Alkohol und Fleisch, um Ahnen und Gottheiten zufriedenzustellen und die Meditation über Brahman zu festigen. Geschieht es aus Gier, ist man ein Sünder.

Vers 5.87

Man vollziehe das Trinken, damit die Bedeutung des Mantra aufleuchtet, der Geist standfest wird und die Fesseln des Daseins verschwinden.

Vers 5.88

Wer Alkohol und das Weitere zum eigenen Vergnügen genießt, ist ein Sünder. Man nehme es zur Freude der Gottheit ein, frei von eigenem Verlangen.

Vers 5.89

Fisch, Fleisch, Alkohol und weitere berauschende Substanzen außerhalb der Opferzeit zu gebrauchen, wird als Verfehlung bezeichnet, Geliebte.

Vers 5.90

Wie den Brahmanen das Soma-Trinken beim Opfer vorgeschrieben ist, so soll das Genuss und Befreiung gewährende Trinken bei der vorgeschriebenen Gelegenheit vollzogen werden.

Vers 5.91

Nachdem man vom verehrten Guru und aus den Kula-Schriften die innere Bedeutung richtig erkannt hat, gebrauche man die fünf Mudras. Andernfalls fällt man.

Vers 5.92

Wer die umgebenden Gottheiten, die Guru-Reihe und Vatuka und die anderen nicht verehrt, trinkt vergeblich und zieht selbst als Vira den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 5.93

Wer den Gott Bhairava nicht verehrt und die Mantra-Trankspende nicht vollzogen hat, sondern nach Art eines gebundenen Wesens trinkt, gelangt selbst als Vira in die Hölle.

Vers 5.94

Wer ohne Kenntnis des Kaula-Verhaltens und ohne Verehrung der Guru-Sandalen in dieser Lehre tätig wird, den bedrängst du gewiss.

Vers 5.95

Wer im Kaula-Wissen noch keine Reife besitzt, aber seine Substanzen genießen möchte, gilt als großer Sünder, ausgeschlossen von allen religiösen Wegen.

Vers 5.96

Einem schlechten Menschen ohne Einhaltung der überlieferten Verpflichtungen, der nach Belieben handelt, werden keine Vollendungen zuteil; er fällt aus dem Kula. Man pflege keinen Umgang mit ihm.

Vers 5.97

Wer die Vorschriften der Schrift aufgibt und nach eigenem Begehren handelt, erlangt hier keine Vollendung und im Jenseits nicht das höchste Ziel.

Vers 5.98

Wer ohne das Einweihungsritual nach Belieben genießt, erreicht durch Askese, Pilgerfahrten, Gelübde oder Ähnliches nirgends ein gutes Ziel.

Vers 5.99

Wer ungeweihte Substanz trinkt, Geschlechtsverkehr mit Gewalt erzwingt oder Fleisch von einem zum eigenen Vergnügen getöteten Tier genießt, gelangt in die Raurava-Hölle.

Vers 5.100

Kaulas, die am Gelübde der gebundenen Wesen festhalten und damit beide Seiten zum Gespött machen, bleiben so lange in Raurava, wie [an ihnen] Haare gezählt werden.

Vers 5.101

Wer einer anderen Lehre anhängt und dennoch die Kula-Substanzen genießt, wird so oft in Geisterdaseinsformen geboren, wie sein Körper Haare trägt.

Vers 5.102

Wer vom Rausch verhüllt ist, erkennt nichts mehr: weder Meditation noch Askese, Verehrung, Dharma oder gute Handlung;

Vers 5.103

weder Gottheit noch Guru noch Selbsterforschung. Er ist kein Kaulika; bloß an Sinnesgegenstände gebunden, fällt er unweigerlich.

Vers 5.104

Wer dem Alkohol ergeben ist, ohne Verehrung zu suchen, Fleisch isst und Frauen aufsucht, aber keine Kaula-Unterweisung besitzt, gelangt in eine unvergängliche Hölle.

Vers 5.105

Wer die fünf Mudras ohne die erforderliche Weihe für uns beide gebraucht, wird selbst als im Brahman Gefestigter tadelnswert, Herrin des Kula.

Vers 5.106

Der Kenner der drei Lingas durchdringe die sechs Grundlagen, erreiche die Orte der heiligen Sitze und gelange in den großen Lotuswald.

Vers 5.107

Wieder und wieder von Muladhara bis zur Scheitelöffnung gehend, [erfahre er] das Aufsteigen der Freude aus der Wesenseinheit des Bewusstseinsmondes und der Kundalini-Shakti.

Vers 5.108

Der Mensch, der das Trinken des vom Himmelslotus herabströmenden Nektars genießt, [trinkt wirklich Nektar]. Dies heißt Nektartrinken; die anderen sind bloße Alkoholtrinker.

Vers 5.109

Der Yogakundige töte mit dem Schwert der Erkenntnis das Opfertier aus Verdienst und Schuld und führe den Geist zur Auflösung im Höchsten. Er wird »Fleischesser« genannt.

Vers 5.110

Wer mit dem Geist die Schar der Sinne beherrscht und im Selbst vereinigt, wird zum »Fischesser«, Göttin. Die anderen sind bloße Töter von Lebewesen.

Vers 5.111

Beim gebundenen Wesen ist Shakti unerwacht, beim Kaulika erwacht. Wer diese Shakti verehrt, wird zum wahren Verehrer der Shakti.

Vers 5.112

Wer erfüllt von der Glückseligkeit der Paarvereinigung zwischen höchster Shakti und eigenem Selbst verweilt, [vollzieht] Maithuna. Die anderen suchen bloß Frauen auf.

Vers 5.113

Wer diese innere Bedeutung der fünf Mudras aus dem Mund des Guru erkannt hat und sie so gebraucht, wird befreit, Göttin und Herrin des Kula.

Vers 5.114

Damit habe ich dir die Merkmale der Kula-Substanzen und das Weitere kurz erklärt, Göttin, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

6. Ullasa: Reinigung und Verehrung

Vers 6.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte die Merkmale des Verehrenden hören. Erkläre mir die Weihe der Kula-Substanzen und die Verehrung, Herr.

Vers 6.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören davon wird man von Göttern und Danavas gepriesen.

Vers 6.3

[Zur Verehrung gehören] Menschen, deren Sünden beseitigt sind, die verdienstvoll handeln, reich an Kula-Wissen sind und ihre Gelübde fest einhalten.

Vers 6.4

Wer die vollständige Weihe empfangen hat, den wahren Sinn der Veden und Lehrschriften kennt und Gottheit und Guru ergeben ist, soll mit beherrschtem Selbst verehren, Geliebte.

Vers 6.5

Wer die Geheimnisse der Kula-Agamas kennt, nach der Verehrung der Gottheit verlangt und die Unterweisung des Guru besitzt, soll verehren, Herrin des Kula.

Vers 6.6

Mit reinem Selbst, großer Freude, frei von Zorn und Gier, abgewandt von den Gelübden der gebundenen Wesen, soll man freundlichen Angesichts opfern, Geliebte.

Vers 6.7

Wenn bei einem Menschen nach langer Zeit durch meine Gnade feste Hingabe entsteht und er dadurch sein Ziel erreicht, Geliebte;

Vers 6.8

dann vollziehe er dafür die Trankspende mit den von Shri Bhairava gelehrten Substanzen nach der Unterweisung des Guru. Andernfalls kommt es zum Fall.

Vers 6.9

Durch Mantra Yoga vollziehe man die Verehrung des Shri Chakra, Herrin der Götter. Ich selbst nehme sie gemeinsam mit dir liebevoll entgegen.

Vers 6.10

»Ich bin Bhairava und mit Allwissenheit und den anderen Eigenschaften ausgestattet«: In dieser Erkenntnis soll der große Yogi sich der Kula-Verehrung widmen.

Vers 6.11

Ein Kaulika, der diese und weitere Merkmale besitzt, seine Verpflichtungen einhält und dich verehrt, Göttin, wird zum Gefäß für Genuss und Befreiung.

Vers 6.12

An einem einsamen, menschenleeren Ort im Wald, frei von Störungen, sitze man bequem mit dem Gesicht nach Osten oder Norden.

Vers 6.13

Man vergegenwärtige sich auf der Juweleninsel im Nektarmeer unter einem Wunschbaum einen Rubin-Pavillon, der mit Edelsteinmauern strahlt;

Vers 6.14

reich an Blumengirlanden und Baldachinen, von Vorhängen umgeben, hell durch Kampferlampen und angenehm duftend nach Räucherwerk.

Vers 6.15

Mit ungestörtem Geist stelle man sich selbst in diesem Pavillon vor und vollziehe auf Anweisung des verehrten Guru die Kula-Verehrung, Göttin.

Vers 6.16

Solange der Mantrakundige die fünf Reinigungen nicht ausführt – die seiner selbst, des Ortes, des Mantra, der Substanzen und der Gottheit –, wie könnte es da Gottesverehrung geben?

Vers 6.17

Gründliches Bad, Reinigung der Elemente, Atemregelung und sämtliche Auflegungen, angefangen mit den sechs Gliedern, werden Reinigung seiner selbst genannt, Geliebte.

Vers 6.18

Durch Fegen und Bestreichen mache man den Ort spiegelblank; man schmücke ihn mit Baldachin, Räucherwerk, Lampen und Blumengirlanden und zeichne mit fünffarbigem Pulver. Dies heißt Reinigung des Ortes.

Vers 6.19

Man verflicht die Buchstaben des Grundmantra mit den Matrika-Buchstaben und wiederholt dies zweimal, vorwärts und rückwärts. Dies heißt Reinigung des Mantra.

Vers 6.20

Der Verfahrenskundige besprenge die Opfergaben mit Wasser, das durch Grund- und Waffenmantra [geweiht ist], und zeige die Kuh-Geste. Dies heißt Reinigung der Substanzen.

Vers 6.21

Der Mantrakundige installiere die Gottheit auf ihrem Sitz und versehe sie mit allen Gliedern. Mit strahlendem Selbst besprenge der Wissende sie dreimal unter dem Grundmantra mit dem Wasser der Auflegungs- beziehungsweise Ritualsubstanzen. Dies heißt Reinigung der Gottheit.

Vers 6.22

Nach diesen fünf Reinigungen vollziehe man die Verehrung. Eine solche Verehrung gilt als fruchtbar; andernfalls bleibt sie fruchtlos.

Vers 6.23

Verehrung ohne Mandala wird als fruchtlos bezeichnet, Geliebte. Deshalb zeichne man ein Mandala und verehre darin ordnungsgemäß.

Vers 6.24

Was als ungeteilter Kreis das Weltall durchdringt und besteht, wodurch die drei Welten geschmückt werden: Dieses Mandala ist der ewige Shiva.

Vers 6.25

Uddiyana ist viereckig, Kamarupa kreisförmig, Jalandhara halbmondförmig und Purnagiri dreieckig.

Vers 6.26

Nach Verehrung des Mandala stelle man die Unterlagen der Reihe nach auf: fünf Gefäße – das allgemeine, das Shri-, das Guru-, das Genuss- und das Bali-Gefäß.

Vers 6.27

Man kann auch zwei oder drei Gefäße verwenden, aber nicht nur eines. Man stelle sie von der eigenen rechten zur linken Seite auf und verehre sie;

Vers 6.28

der Verfahrenskundige fülle sie unter dem Grundmantra mit Gärgetränk, Herrin des Kula, und gebe Fisch und Fleisch in der Größe einer Masha-Bohne hinein.

Vers 6.29

Eine Spende mit verdorbenen, abgestandenen, bereits angebrochenen, übelriechenden oder duftlosen Substanzen sowie mit solchen aus fremden Gefäßen bleibt fruchtlos.

Vers 6.30

Man fülle die Gefäße nicht mit solchen unangenehmen Stoffen, Herrin des Kula. Mit wohlschmeckenden, vortrefflich berauschenden, nektargleichen und ansprechenden Substanzen wird die Spende fruchtbar, große Herrin.

Vers 6.31

Ungeweihter Alkohol bringt Sünde, Streit, Krankheit und Leid und vernichtet Lebensdauer, Wohlergehen, Ruf, Glück, Vermögen und Getreidevorräte.

Vers 6.32

Deshalb weihe man die Kula-Substanz ordnungsgemäß und verehre erst danach. Andernfalls gelangen Geber wie Genießer zweifellos in die Hölle.

Vers 6.33

Ohne die Weihe beziehungsweise innere Vergegenwärtigung der Substanzen soll man weder rezitieren noch meditieren, Geliebte. Verblendete Menschen, die so meditieren, erfahren auf Schritt und Tritt Leid.

Vers 6.34

Ohne Gärgetränk gibt es keinen [wirksamen] Mantra, ohne Mantra kein [geweihtes] Gärgetränk. Wie ist angesichts dieser wechselseitigen Abhängigkeit Verehrung möglich?

Vers 6.35

Die Auflösung dieses Zweifels erfahre man aus dem Mund des Guru, Geliebte. Durch Anschauen, Besprengen, Meditation und Reinigung mittels Mantra und Mudra wird die Substanz zur Spende geeignet und erfreut die Gottheit.

Vers 6.36

Durch vierundzwanzig Mantras, verbunden mit Feuer, Sonne, Mond, Brahma, Indra, Vishnu, Rudra und Sadashiva, wird das Getränk zum höchsten Nektar.

Vers 6.37

Amrita, Manada, Pusha, Tushti, Pushti, Rati, Dhriti, Shashini, Chandrika, Kanti, Jyotsna, Shri, Priti und Angada;

Vers 6.38

Purna und Purnamrita werden als die sechzehn aus den Vokalen hervorgehenden Mondkräfte genannt, die Wünsche erfüllen, Herrin des Kula.

Vers 6.39

Tapani, Tapini, Dhumra, Marichi, Jvalini, Ruchi, Sushumna, Bhogada, Vishva, Rodhini, Dharini und Kshama sind die zwölf Wohlstand verleihenden Sonnenkräfte, [verbunden mit den Buchstabenreihen] von ka und bha bis ṭha und ḍa.

Vers 6.40

Dhumrarchis, Ushma, Jvalini, Jvalini [zwei unterschiedliche Schreibungen des Namens], Visphulingini, Sushri, Surupa, Kapila, Havyavaha und Kavyavaha sind die zehn Dharma verleihenden Feuerkräfte, verbunden mit den Buchstaben ab ya.

Vers 6.41

Srishti, Medha, Smriti, Riddhi, Kanti, Lakshmi, Dyuti, Sthira, Sthiti und Siddhi heißen die zehn Kräfte der ka- und ca-Lautgruppen. Aus a und Brahma entstanden, dienen sie der Schöpfung.

Vers 6.42

Jara, Palini, Shanti, Ishvari, Rati, Kamika, Varada, Ahladini, Priti und Dirgha gehören zu den ṭa- und ta-Lautgruppen. Aus u und Vishnu entstanden, dienen sie der Erhaltung.

Vers 6.43

Tikshna, Raudri, Bhaya, Nidra, Tandra, Kshut, Krodhini, Kriya, Utkari und Mrityu heißen die zehn Kräfte der pa- und ya-Lautgruppen. Aus ma und Rudra entstanden, dienen sie der Auflösung.

Vers 6.44

Pita, Shveta, Aruna und Asita sind die vier Kräfte der mit ṣa beginnenden Gruppe. Aus Bindu und Ishvara entstanden, dienen sie der Verhüllung.

Vers 6.45

Nivritti, Pratishtha, Vidya, Shanti, Indhika, Dipika, Rechika, Mochika und Para;

Vers 6.46

Sukshma, Sukshmamrita, Jnana, Amrita, Apyayini, Vyapini und Vyomarupa sind die sechzehn Vokalkräfte. Der Reihe nach aus Nada und Sadashiva entstanden, dienen sie der Gnade.

Vers 6.47

Zuerst [kommt der vedische Mantra] »Haṃsaḥ …«, danach »Pratad Viṣṇuḥ …«, als dritter »Tryambakam …«, als vierter der mit »Tat …« beginnende;

Vers 6.48

»Viṣṇur yoniṃ kalpayatu …« ist der fünfte, der Mantra des Gestaltens. [Diese Weihe] besteht aus vierundneunzig Mantras und bewirkt die Verwirklichung des Gottseins.

Vers 6.49

Mantrarezitation und Lob des Selbst mit den fünf [Formeln] sind gelehrt. Die fünf hier gemeinten Mantras werden nun ausgesprochen, Herrin des Kula.

Vers 6.50

»Du Quelle ungeteilter, einheitlicher Glückseligkeit, deren Wesen höchster Nektar ist, du in der Gestalt des Akula: Lege hier freies, aus sich selbst aufleuchtendes Erstrahlen hinein.«

Vers 6.51

»Du Nektargestalt im Akula, höchste Spenderin von Vollendung und Erkenntnis, du von feuchter Gestalt: Verleihe dieser Substanz Unsterblichkeit.«

Vers 6.52

»Mache die Opfertrankgabe mit jener Gestalt wesenseins, du von deren Gestalt. Werde zur Gestalt des höchsten Nektars und bewirke in mir das Aufleuchten des Bewusstseins.«

Vers 6.53

[Die folgende Mantra-Bildung nennt die Silben mit Decknamen:] Vagbhava, der seitlich Befindliche, Bhumi, Pushti mit Indu, Sthiti und Pavaka, geschmückt mit Anugraha und Halbmond;

Vers 6.54

Sthira verbunden mit Indhika und Indu, Shveta verbunden mit dem Bindu-Paar; danach spreche man »Amrite« und »Amritodbhave«;

Vers 6.55

sodann »Amriteshvari, Amritavarshini, amritaṃ srāvaya srāvaya«, abgeschlossen mit den beiden ṭha [traditionelle Verschlüsselung der Schlussformel]. Dieser fünfunddreißigsilbige Amriteshi-Mantra reinigt die Substanz. [Die Anrufung bedeutet: »Nektarhafte, Nektarentsprungene, Herrin und Spenderin des Nektars, lass Nektar strömen.«]

Vers 6.56

[Man spreche] Vagbhava, zweimal »vada«, »Vagvadini«, Vagbhava, Kamaraja, dann »klinne, kledini, kledaya«;

Vers 6.57

»mahāmokṣaṃ«, zweimal »kuru«, Kamaraja; danach den dritten [Samen], »mokṣaṃ« und wiederum zweimal »kuru«;

Vers 6.58

am Ende Prasada-Para: Dies ist der siebenunddreißigsilbige Dipani-Mantra, der sämtliche Vollendungen bewirkt, Geliebte. [Die verständlichen Wörter rufen die Herrin der Rede an: »Sprich; befeuchte; bewirke große Befreiung.«]

Vers 6.59

Diese Kräfte, die Matrika, die mit »Akhandaika …« beginnenden Mantras, Amriteshi, Dipani und den Grundmantra [vergegenwärtige man] der Reihe nach;

Vers 6.60

einmal, zweimal, dreimal, viermal, fünfmal, zweimal und viermal, Mutter. So vergegenwärtige und verehre man das Gefäß und verehre mit der Kuh-Geste. [Die Zuordnung der sieben Zählangaben zu den verkürzt aufgeführten Gruppen bedarf der Überlieferung.]

Vers 6.61

»Aus dem Weltei hervorgegangen, mit sämtlichen Säften gefüllt: Bringe dem gefüllten großen Gefäß den Nektarsaft.«

Vers 6.62

Mit dieser gereinigten Substanz sowie mit Duft, Blumen und ungebrochenem Reis und sämtlichen bei den Auflegungen genannten Mantras verehre man sich selbst, Geliebte.

Vers 6.63

Am Scheitel [verehre man] die Reihen der verehrten Gurus, im Muladhara die Sandalen. Zum göttlichen Strom gehören Adinatha und seine Shakti, Sadashiva;

Vers 6.64

und seine Gefährtin, Ishvara und seine Gefährtin, Rudra und seine Gefährtin, Vishnu und seine Geliebte, Brahma und seine Geliebte: zwölf werden genannt.

Vers 6.65

Zum Strom der Vollendeten gehören Sanaka, Sananda, Sanatana, Sanatkumara, Sanatsujata und Ribhukshaja;

Vers 6.66

Dattatreya, Raivataka, Vamadeva, Vyasa und Shuka: elf werden genannt.

Vers 6.67

Zum menschlichen Strom gehören Nrisimha, Mahesha, Bhaskara, Mahendra, Madhava und Vishnu: Diese sechs werden verkündet.

Vers 6.68

Göttin, [in die mit] »Verehrung« endende Formel füge man beim göttlichen Strom Parama-Shiva, beim Strom der Vollendeten Maha-Shiva und beim menschlichen Strom Sada-Shiva ein.

Vers 6.69

Danach verehre man den Sitz und rufe die Göttin herbei, Geliebte: »Du im großen Lotuswald, Verkörperung der ursächlichen Glückseligkeit, Mutter zum Wohl aller Wesen, komm, komm, höchste Herrin!«

Vers 6.70

»Herrin der Götter, leicht durch Hingabe erreichbar, mit sämtlichen umgebenden Gottheiten versehen: Solange ich dich hier verehre, bleibe du fest gegenwärtig.«

Vers 6.71

Mit diesem Mantra herbeigerufen, verehre man die Göttin mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Man meditiere, zeige die Geste und verehre mit Duft, Blumen, ungebrochenem Reis und Weiterem.

Vers 6.72

Dem Brahman, das aus Bewusstsein besteht, unermesslich, eigenschaftslos und körperlos ist, wird zum Wohl der Übenden eine Gestalt zugeschrieben.

Vers 6.73

Linga, Opferboden, Feuer, Wasser, Sonne, Wand, Tuch, Mandala, Tafel sowie Scheitel oder Herz werden als zehn [Verehrungsorte] genannt. [Für die Sonnenbezeichnung folgt diese Fassung der im Druck S.77, Anm.7 belegten Variante arka; ambu + arka wird regelgerecht zu ambvarka verbunden. Scheitel oder Herz bilden die letzte Alternative. Die schwierige Hauptlesung vor kuḍya wird nicht als zusätzlicher elfter Ort übersetzt.]

Vers 6.74

An diesen Orten verehren die dem rituellen Handeln zugewandten Menschen die höchste Shiva, indem sie der Gestaltlosen eine Gestalt geben, Herrin der Götter.

Vers 6.75

Wie die im ganzen Körper der Kuh entstandene Milch an der Zitze austritt, so leuchtet die allgegenwärtige Gottheit in Kultbildern und anderen Trägern hervor.

Vers 6.76

Durch die Schönheit des Bildes, besonders durch die Verehrung und durch das Vertrauen des Übenden wird die Gottheit gegenwärtig.

Vers 6.77

Die im Körper der Kuh enthaltene Butter nährt ihre Glieder nicht [als bereits abgetrennte Butter]. Durch die erforderliche Verarbeitung gewonnen und ihr wieder gegeben, nährt sie dieselbe Kuh.

Vers 6.78

Ebenso wohnt die höchste Herrin wie Butter in allen Körpern; ohne Verehrung gewährt sie den Menschen jedoch keine Frucht, Göttin.

Vers 6.79

Man versehe [die Gottheit] mit allen Gliedern, entzünde ihre Lebenskräfte und Sinne, installiere sie und verehre sie, Göttin. Andernfalls bleibt alles fruchtlos.

Vers 6.80

Was an Mantra, Handlung, Vorschrift, Glied oder Wort fehlt, das soll man insgesamt durch die Bitte um Verzeihung vervollständigen.

Vers 6.81

Welche Handlung man über die vorgeschriebene Regel hinaus ausführt, deren Frucht kommt wegen des Fehlers in der Abfolge nicht zustande.

Vers 6.82

Handlungen mit Fehlendem oder Überflüssigem tragen niemals Frucht. Ordnungsgemäß vollzogene gute Handlungen tragen hier ihre Frucht.

Vers 6.83

Nach der jeweiligen Vorschrift ausgeführte Mantrawiederholung, Feueropfer und Verehrung erfreuen die Gottheit und verleihen Genuss und Befreiung.

Vers 6.84

Wer nicht versteht, wie die mantragestaltige Gottheit den Mantra durchdringt, dessen gesamte Verehrung und weitere Tätigkeit ist vergeblich, Shambhavi.

Vers 6.85

Das Yantra wird als aus Mantra bestehend erklärt; die Gottheit hat Mantragestalt. Im Yantra verehrt, wird sie rasch gnädig, Göttin.

Vers 6.86

Weil es sämtliche aus Begierde, Zorn und anderen Fehlern entstandenen Leiden zügelt, nennt man es Yantra. Darin verehrt, wird die Gottheit erfreut.

Vers 6.87

Wie der Körper für das Lebewesen und das Öl für die Lampe, Geliebte, so ist das Yantra als Grundlage sämtlicher Gottheiten eingesetzt.

Vers 6.88

Deshalb zeichne oder vergegenwärtige man das Yantra und Shiva mit seinen umgebenden Gottheiten. Nachdem man alles aus dem Mund des Guru erfahren hat, verehre man ordnungsgemäß, Geliebte.

Vers 6.89

Wer auf einem einzigen Sitz ohne Yantra getrennte Verehrungen ausführt und die Beziehung von Gliedern und Ganzem aufgibt, zieht den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 6.90

Auf einem einzigen Sitz verehre man die Gottheiten, jede gesondert in ihrem eigenen Yantra und mit ihren jeweiligen Umgebungen, nach der entsprechenden Vorschrift, Herrin des Kula.

Vers 6.91

Ein Mantraübender mit unstetem Geist, der eine Gottheit herbeiruft, aber eine andere verehrt, empfängt von beiden Schuld.

Vers 6.92

Wenn man solche Merkmale von Guru und Schrift gelernt hat und ordnungsgemäß verehrt, wird die Gottheit sehr gnädig, Geliebte.

Vers 6.93

Mit den sechzehn Darbringungen, dem Grundmantra, Duft, Blumen, ungebrochenem Reis und Weiterem verehre man Shiva mit seinen Gliedern und umgebenden Gottheiten.

Vers 6.94

Sämtliche in der großen sechsfachen Auflegung genannten Begleitgottheiten verehre man mit ihrem jeweiligen Namen, dem Om vorangeht und »Verehrung« folgt, Shambhavi.

Vers 6.95

Nach dem Weg der Agamas vollziehe man die Spende mit Alkoholtropfen, die mittels Daumen und Ringfinger oben am Nagel aus dem eigenen Gefäß herabtropfen, ordnungsgemäß, Herrin des Kula.

Vers 6.96

Nach einmaliger Trankspende rezitiere man Grund- und Paduka-Mantra, wecke die innere Shakti und erfreue die Gottheiten des Körpers durch die Spende.

Vers 6.97

Der Daumen ist der Gott Bhairava, der Ringfinger Chandika, Geliebte. Durch ihre Verbindung spende man der Kula-Nachfolge.

Vers 6.98

Bei einem Einflussritus spende man mit Daumen und Ringfinger, bei einem schädigenden Ritus mit Zeigefinger und Daumen, bei einem Erstarrungsritus mit kleinem Finger und Daumen, Geliebte.

Vers 6.99

Nach dieser ordnungsgemäßen Spende mit den Kula-Substanzen verehre man vor der Gottheit die Guru-Reihen. Man kenne die Abfolge der drei Reihen genau und halte die Aufmerksamkeit ungeteilt, Göttin.

Vers 6.100

Man verehre die Guru-Reihe in ihrer überlieferten Folge [als Göttin]: in den Händen Erkenntnisgeste und einen mit berauschendem Trank gefüllten Menschenschädel, leuchtend wie geschmolzenes Gold, mit roten Blüten, Salbungen und Gewändern, von Mitgefühl erfülltem Seitenblick, roten Augen, weit ausgebreiteten Haarflechten und umgeben von den Scharen der Vollendeten.

Vers 6.101

Nach dieser Verehrung bringe man Räucherwerk, Licht und Speise dar, Gärgetränk mit Fleisch, verschiedenartige essbare Gaben, Früchte wie Bananen und Betel.

Vers 6.102

Damit habe ich dir die Merkmale des Kula-Verhaltens sowie Weihe, Reinigung und Weiteres hinsichtlich der Substanzen erklärt, Göttin. Was möchtest du sonst hören?

7. Ullasa: Bali-Gaben, Shakti und rituelles Trinken

Vers 7.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, erkläre mir die Bali-Gaben für Vatuka und die anderen, die Merkmale einer Shakti und die Annahme der Ritualsubstanz, Schatz des Mitgefühls.

Vers 7.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören davon leuchtet die Erkenntnis der Wirklichkeit auf.

Vers 7.3

Solange man Vatuka keine Gabe darbringt, werden sämtliche Gottheiten weder durch Gedenken noch durch Verehrung zufriedengestellt, Herrin des Kula.

Vers 7.4

Deshalb verehre man Vatuka und die anderen mit Duft, Blumen, Gärgetränk und Fleisch nach ihren jeweiligen Mantravorschriften; so wird die Gottheit erfreut.

Vers 7.5

Was immer an Opfergaben zur Verehrung und zum Genuss herbeigebracht wurde, wird den Feldhütern hingebungsvoll dargebracht, Herrin des Kula.

Vers 7.6

Ich erkläre die Vatuka-Mantras. Höre, Herrin des Kula: Schon durch die Verehrung mit ihnen verschwinden sämtliche Bedrängnisse.

Vers 7.7

[Man spreche] das Tritara, dann »Sohn der Göttin«, »Vatuka«, »Herr«, »du mit der Last gelbbrauner Haarflechten, strahlend und goldbraun«;

Vers 7.8

»Dreiäugiger«, »Flammenmund«, »nimm, nimm diese Verehrung und Bali-Gabe an«, abgeschlossen mit der Geliebten des Feuers [Svaha]. Dies ist der vierundvierzigsilbige Vatuka-Mantra.

Vers 7.9

»Möge Vatuka, durch die Bali-Gabe zufriedengestellt, Geber aller Vollendungen und von Bhutas und Vetalas bedient, mir stets Frieden schaffen.«

Vers 7.10

Nach dem Tritara spreche man »allen Yoginis«, danach »allen Wesen« und »über sämtliche Wesen gebietenden«;

Vers 7.11

»Dakinis und Shakinis«, »in den drei Welten Wohnenden« und »diese«;

Vers 7.12

»Verehrung und Bali-Gabe nehmt, nehmt an, svāhā«. Dies ist der Yogini-Mantra, große Herrin. [Die Vorlage nennt ihn »fünfzehnsilbig«; diese Zählung passt nicht zur ausgeschriebenen Formel.]

Vers 7.13

»Welche Yogini auch immer – wild, friedvoll, schrecklicher noch oder erhaben, im Luftraum, auf der Erde oder im Himmel wandelnd –, möge sie mir stets wohlgesinnt sein.«

Vers 7.14

Nach dem Tritara spreche man »allen Wesen und allen Herren der Wesen«, verbunden mit »Verehrung«. [Der Text nennt] siebzehn Silben.

Vers 7.15

»Mögen die Wesen in vielfältigen Gestalten, die göttlichen, irdischen und im Luftraum wandelnden, und jene in der Unterwelt, vom Yoga Shivas durchdrungen;

Vers 7.16

die Wahrhaftigen mit Dhruva an ihrer Spitze und die im Himmel Wohnenden mit Indra an ihrer Spitze, freudigen Herzens zufrieden sein und diese Bali-Gabe annehmen.«

Vers 7.17

Nach Tritara spreche man zweimal »gib«, dann »dem Sohn der Göttin, dem Herrn Vatuka, dem Empfänger der Reste«, »alle Hindernisse« und zweimal »vernichte«;

Vers 7.18

zweimal »nimm an«, »Ruru«, »Feldhüter«, »diese mit allen Darbringungen versehene Verehrung und Bali-Gabe«, »nimm, nimm an«, abgeschlossen mit der doppelten ṭha-Schlussformel. Dies ist der Kshetrapala-Mantra, Geliebte.

Vers 7.19

Er wird mit vierundsechzig Silben als Geber sämtlicher Vollendungen erklärt. »Wer in diesem Feld wohnt und Diener des Feldhüters ist, möge, durch diese Bali-Gabe erfreut, mir umfassenden Schutz gewähren.«

Vers 7.20

[Eine weitere Formel beginnt mit] Tritara, Tara [Om], Shri-Prasada-Para-Mantra, »hrāṃ hrīṃ hrūṃ«, jeweils verdoppelt, und »dem von Bhairava Beherrschten«;

Vers 7.21

danach »Akshobhyananda«, »dem Herzenswünsche Erfüllenden«, »Siddhartha« und zweimal »steige herab«;

Vers 7.22

»Feldhüter«, »Großer Friedvoller«, »Sohn der Mutter« und »Sohn des Kula«;

Vers 7.23

»Sohn der Vollendung«, »Herr dieses Ortes«, »Herr dieses Dorfes« und »Herr dieses Landes«;

Vers 7.24

»Herr Vatuka«, »Sohn der Göttin«, »Meghanada [Donnerstimme]«, »Gewaltiger« und »Schrecklicher«;

Vers 7.25

»Schädelträger«, »Furchtbarer«, »Herr sämtlicher Hindernisse« und »diese Verehrung und Bali-Gabe«;

Vers 7.26

»nimm, nimm an; bewirke, bewirke; entferne, entferne für mich; brenne, brenne; lodere, lodere; alle Hindernisse«;

Vers 7.27

»vernichte, vernichte; kṣāṃ kṣaṃ«, danach »buddhim«, »dem Feldhüter, vauṣaṭ, hrūṃ«. [Der Mantra umfasst laut Text] einhundertsechzig Silben.

Vers 7.28

Nach Tritara spreche man »[namentlich bezeichneter] Feldhüter«, »Rajarajeshvara«, »diese Verehrung und Bali-Gabe«, zweimal »nimm an« und die doppelte ṭha-Schlussformel. Dies ist der achtundzwanzigsilbige Mantra.

Vers 7.29

»Möge durch diese Bali-Gabe der Gott Rajarajeshvara, begleitet von der Vatuka-Familie, mir jederzeit gnädig sein.«

Vers 7.30

Im Westen verehre man den Gott Vatuka, im Norden bringe man den Yoginis die Bali-Gabe, im Osten den Bhutas, im Süden dem Feldhüter und in der Mitte Rajarajeshvara, Herrin des Kula.

Vers 7.31

Die Bali-Gabe für Vatuka erfolgt mit Daumen und Ringfinger, die für die Yoginis mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger und Daumen.

Vers 7.32

Die Bhuta-Gabe erfolgt mit sämtlichen Fingern, Geliebte; die für den Feldhüter mit Daumen und Zeigefinger und die für Rajarajeshvara mit Daumen und Mittelfinger.

Vers 7.33

Nach dieser Verehrung Vatukas und der anderen zeige man die Kula-Lampen. Aus leicht rötlichem, gut geknetetem Teig, vier Fingerbreiten groß;

Vers 7.34

fertige man neun, sieben oder fünf sehr schöne, dreieckige Lampen in Damaru-Gestalt, von denen jede ein Karsha Butterschmalz aufnimmt.

Vers 7.35

Inneres und äußeres Licht vereinigend, schwenke man die unermesslich leuchtenden Kula-Lampen dreimal über der Göttin und bringe sie dar.

Vers 7.36

»Herrin der Kreise sämtlicher Chakras, Herrin der Götter, deren Wesen alles ist, nimm dieses Lichtopfer zu meiner Vollendung an, Göttin.« Nach Darbringung der Kula-Lampen vollziehe man die Shakti-Verehrung.

Vers 7.37

Nachdem man der eigenen Shakti oder einer nach dem Weg des Guru eingeweihten Vira-Shakti zu trinken gegeben hat, trinke man selbst: So lautet die Entscheidung der Schrift.

Vers 7.38

Eine nicht eingeweihte Frau versehe man sogleich mit der entsprechenden Weihe, Mutter. Durch das Verfahren der Mantra-Einweihung wird sie rein, anders nicht.

Vers 7.39

Deshalb verehre man eine Shakti mit guten Merkmalen mit Duft, Blumen, ungebrochenem Reis und Weiterem in dem Bewusstsein, dass sie Gottheit ist, und bringe ihr das Genussgefäß dar.

Vers 7.40

Danach verehre man auch unverheiratete Frauen und ansprechende Frauen in dem Bewusstsein ihrer Göttlichkeit und gebe jeder ein eigenes Gefäß.

Vers 7.41

Wer die Kula-Substanz genießt, ohne sie zuerst der Shakti darzubringen, dessen Verehrung bleibt fruchtlos; die Gottheit wird nicht gnädig.

Vers 7.42

Chandali, Lederarbeiterin, Matangi, Pukkasi, Shvapachi, Khattaki, Fischerin und öffentliche Frau;

Vers 7.43

dies heißt die achtfache Kula-Gruppe. Nun die achtfache Akula-Gruppe: Bäckerin beziehungsweise Süßwarenverkäuferin, Schankwirtin, vom Waffenhandwerk Lebende und Färberin;

Vers 7.44

Sängerin, Wäscherin, Handwerkerin und als achte Weberin. [Geeignet ist ferner eine Frau,] die Tantra und Mantra kennt und die überlieferten Verpflichtungen einhält;

Vers 7.45

eine Unverheiratete, eine Gelübdehalterin oder Trägerin einer Yoga-Mudra. Wer zur Verehrungszeit von selbst erscheint, wird von den Wissenden als »Sahaja«, natürlich gekommen, erkannt.

Vers 7.46

Fehlt eine Frau aus den genannten Gruppen, verehre man eine Frau aus einem der vier Stände. Schön, jung, friedvoll, dem Kula-Verhalten verbunden und rein;

Vers 7.47

frei von Zweifeln, hingebungsvoll, verschwiegen, nach der Schrift lebend, nicht gierig, von gutem Wesen, lächelnd und freundlich sprechend;

Vers 7.48

Guru und Gottheit ergeben, reinen Sinnes, den Kaulikas zugetan, ohne Neid, unterscheidungskundig, zur Verehrung der Gottheit bereit, ansprechend und gut im Verhalten: Eine solche Shakti besitzt gute Merkmale.

Vers 7.49

Eine schlechte, heftige, grobe, grausame, leidende, das Kula herabsetzende, schlecht handelnde, fremdbestimmte, ängstliche, gierige, kranke oder träge Frau;

Vers 7.50

eine dem Schlaf ergebene, sehr unverständige, körperlich beeinträchtigte, von Krankheit gequälte, übelriechende, verachtete, verblendete, alte, geistig verwirrte oder Geheimnisse verratende Frau;

Vers 7.51

eine falsche Argumente führende, schmählend redende, schamlose, streitsüchtige, ungestalte, vom Weg abgekommene, hochmütige, lahme, blinde oder im Gesicht entstellte Shakti schließe man vom Opfer aus, selbst wenn sie Mantraweihe besitzt. [Hier werden die diskriminierenden Auswahlregeln des historischen Textes wiedergegeben.]

Vers 7.52

Danach bringe der Mantrakundige der Göttin die gesamte Verehrung und das Weitere mit Mantrawasser und dem mit »Itaḥ pūrvam …« beginnenden Mantra dar.

Vers 7.53

Nach Tritara [beginnt die Formel:] »Was zuvor aufgrund der Zuständigkeit von Lebenshauch, Erkenntniskraft, Körper und seinen Tätigkeiten im Wachen, Träumen und Tiefschlaf«;

Vers 7.54

»mit Geist, Denken, Wort und Tat, mit beiden Händen, beiden Füßen und Bauch«;

Vers 7.55

»und Geschlechtsorgan gedacht, gesagt oder getan wurde, dies alles sei von mir dem Guru dargebracht, svāhā.« Dieser Mantra wird als dreiundsiebzigsilbig erklärt, Geliebte.

Vers 7.56

»Was ich wissentlich oder unwissentlich tue, Glückverheißende, ist alles dein Werk. In dieser Erkenntnis vergib mir.«

Vers 7.57

Nach dieser Bitte, hingebungsvollem Lob und Verneigen verehre man die Begleitgottheiten in der Gestalt der Hauptgottheit. So vergegenwärtige man die Göttin mit ihrer Umgebung im Lotus des eigenen Herzens.

Vers 7.58

Man bringe [die Reste] Sheshika dar und reinige sich mit dem eigenen Grundmantra. [Der Sheshika-Mantra beginnt mit] Vagbhava, »Verehrung«, »Ucchishta-Chandali«;

Vers 7.59

dann »Matangi«, »alles«, »vaśyaṃ kuru kuru«. Der Sheshika-Mantra wird mit einundzwanzig Silben gelehrt. [Die verständliche Bitte lautet: »Mache alles gefügig.«]

Vers 7.60

Mit diesem Mantra bringe man die gebrauchten Opfergaben Sheshika dar und meditiere über die Göttin Ucchishta-Matangi, die die drei Welten bezaubert.

Vers 7.61

»Ich verneige mich vor der Göttin Matangi, die sich dem Vina-Spiel, musikalischer Freude und Gesang widmet, in blauem Gewand strahlt, Bimba-fruchtrote Lippen und von frischem rotem Lack feuchte Füße hat, mit losem Haar, weichen Gliedern, weißen Muschelohrringen, leuchtendem Rubinschmuck, schön lächelndem Gesicht und papageigrüner Gestalt.«

Vers 7.62

Danach hebe man das Gefäß mit beiden Händen und bringe es mit der zweiten Substanz [Fleisch] dem höchsten Shiva unmittelbar in Gestalt des verehrten Guru dar.

Vers 7.63

Man verehre gemeinsam mit Viras der eigenen Überlieferung. Nachdem man einander begrüßt hat, trinke man mit der jeweiligen Erlaubnis.

Vers 7.64

Man hebe das Gefäß mit links, bilde mit rechts die Geste und nehme [den Trank] ordnungsgemäß mit der zweiten Substanz ein, während man den Mantra spricht.

Vers 7.65

Mit Fleisch im Maß einer Masha-Bohne und Flüssigkeit im Maß eines kleinen Schlucks reinige man durch die drei Prinzipien die drei eigenen Körper.

Vers 7.66

Im Zustand jugendlichen freudigen Aufschwungs, mit heiterem Gesicht und Blick, rufe der Guru die Schüler und gewähre ihnen die drei Prinzipien, Geliebte.

Vers 7.67

Der Schüler beschaffe mit reinem Selbst Gaben wie Blumen und bringe sie nach seinen Möglichkeiten dar, ohne über sein Vermögen zu täuschen.

Vers 7.68

Nachdem er sich draußen achtgliedrig verneigt hat, trete er langsam ein, Geliebte, und bringe die Gabe Shiva in Guru-Gestalt hingebungsvoll dar.

Vers 7.69

Mit verschränkten Daumen und an den Spitzen verbundenen Zeigefingern senke er beide Knie auf den Boden und verneige sich fünfgliedrig vor dem Guru.

Vers 7.70

Mit linkem Daumen und Ringfinger berühre [der Guru] die ausgestreckte rechte Hand [des Schülers], mit reinem Herzen und leicht geneigtem Kopf;

Vers 7.71

mit linkem Daumen und Ringfinger [vollziehe] der verehrte Guru für den Schüler [die Reinigung] durch die vierundzwanzig mit Prakriti beginnenden und mit Erde endenden;

Vers 7.72

unreinen Prinzipien und die Vokale, durch Vagbhava verbunden mit dem Atma-Prinzip: So reinige er den groben Körper, Herrin des Kula.

Vers 7.73

Durch die sieben rein-unreinen Prinzipien von Maya bis Purusha, die Verschlusslaute und Kamaraja verbunden mit dem Vidya-Prinzip reinige der Mantrakundige den feinen Körper.

Vers 7.74

Durch die fünf reinen Prinzipien von Shiva bis Vidya, die durchdringenden [Laute], Para und das Shiva-Prinzip reinige er den höchsten Körper.

Vers 7.75

Mit Malini, die die sechsunddreißig Prinzipien umfasst, mit Bala und allen Prinzipien reinige man die Keimsilbe, die Grundlage aller Prinzipien ist, Geliebte.

Vers 7.76

Mit dem Wort »reinige« gebe der Guru Alkohol mit der zweiten Substanz. Der Schüler nehme den vom Guru gegebenen Schluck, spreche »ich reinige« und trinke, hingebungsvoll geneigt, dreimal lautlos.

Vers 7.77

Mit beiden Händen berühre er den Körper, während er »alle Prinzipien« spricht, und vergegenwärtige sich den Körper vom Kopf bis zu den Füßen als rein.

Vers 7.78

Das Atma-Prinzip reicht bis zum Groben; das Feine fällt in den Bereich des Vidya-Prinzips; das Shiva-Prinzip reicht bis zum Höchsten. So besteht die Welt aus den drei Prinzipien.

Vers 7.79

Wer diese Erkenntnis der drei Prinzipien vom Guru empfangen hat und entsprechend handelt, wird schon zu Lebzeiten befreit: So sprach Shankara.

Vers 7.80

Danach nehme der Guru selbst [die Gabe] an und gebe den Rest den Schülern. Man empfange den vom Guru gegebenen Gärtrank mit der zweiten Substanz und trinke.

Vers 7.81

In Gegenwart des verehrten Guru, Älterer und Verehrungswürdiger soll man nicht sitzend Alkohol trinken, Herrin des Kula. So entscheidet die Schrift.

Vers 7.82

Wer handelt, ohne die Merkmale der Lebenshauch-Unterscheidung, der Früchte, der freudigen Zustände, der Verneigung und der Haltung zu kennen, wird zum Aufenthaltsort von Gefahren.

Vers 7.83

Man trinke keinen Alkohol ohne Mantra; dafür ist eine Sühne vorgeschrieben. Deshalb ist nach der Mantravorschrift zu handeln, Herrin des Kula.

Vers 7.84

»Ich trinke diesen reinen Nektar, das Heilmittel gegen das Werden, von Bhairava gelehrt als Ursache für das Durchschneiden der Fesseln des gebundenen Wesens.«

Vers 7.85

»Weil im Bewusstsein Freiheit die Essenz ist und sein Wesen Glückseligkeit, weil die Erscheinungen daraus bestehen und im Saft [dieser Erfahrung] aufgehen;

Vers 7.86

wird dieser wohlschmeckende Saft getrunken, damit sich [das Bewusstsein] bis ins Innerste der Sushumna entfaltet. Deshalb trinke ich, der Vollständige, dich, diese Göttin Sura.«

Vers 7.87

Mit diesem und dem Grundmantra soll der Mantrakundige mit ungestörtem Geist langsam, nach und nach trinken, Herrin der Götter.

Vers 7.88

Unter Mantrarezitation bringe man die Substanz als Opfer in das Bewusstsein von Kundalini-Gestalt dar, das im Grunddreieck des eigenen Selbst weilt und wie zehn Millionen Sonnen strahlt.

Vers 7.89

Den höchsten Nektar des »Dies-Seins«, eingefüllt in das Gefäß des »Ich-Seins«, [opfere man] im Feuer des höchsten Ich-Bewusstseins: So ist die Annahme des Feueropfers gekennzeichnet.

Vers 7.90

Man betrachte geistig die Einheit von Guru, Gottheit und Mantra und trinke gemäß der Unterweisung bis zum Zustand freudigen Aufschwungs.

Vers 7.91

Der kleine Schluck gilt als Vollendung verleihend, das Licht als Erkenntnis gebend; durch das Trinken wird der höchste Zustand erreicht. So werden im Kaula drei [Mittel] genannt.

Vers 7.92

Alkohol nach dem Essen ist Gift, Essen nach dem Alkohol ist Gift. Als Nektar soll man dagegen Nahrung erkennen, die zusammen mit Sura eingenommen wird. [Historische Ritualbewertung, keine medizinische Aussage.]

Vers 7.93

Trinken zusammen mit etwas zu Kauen wird als Nektar bezeichnet, Geliebte; Trinken ohne etwas zu Kauen vermehrt bloß das Gift.

Vers 7.94

Trinken wird als dreifach erklärt: göttlich, heldenhaft und gebunden. Göttlich ist das Trinken vor der Göttin, heldenhaft das auf dem Mudra-Sitz vollzogene.

Vers 7.95

Nach eigenem Belieben wie ein gebundenes Wesen zu trinken heißt Trinken der gebundenen Wesen.

Vers 7.96

Göttliches Trinken gewährt Genuss und Befreiung, heldenhaftes Genuss; Trinken der gebundenen Wesen führt in die Hölle. So werden seine Früchte erklärt, Geliebte.

Vers 7.97

Man trinke nur so weit, dass Sehen, Denken, Sprechen und Körper nicht gestört werden. Was darüber hinausgeht, ist Trinken der gebundenen Wesen.

Vers 7.98

Nur solange die Sinne nicht beeinträchtigt und die Gesichtszüge nicht verändert werden, trinke man Alkohol. Andernfalls kommt es zum Fall.

Vers 7.99

Nun wird das Trinken der vollständig Geweihten erklärt, Göttin: Man hebe das Gefäß mit beiden Händen, gedenke des Grund- und Paduka-Mantra und trinke die Substanz bis zum Hals. So wird man zweifellos befreit.

Vers 7.100

»Nachdem man getrunken, getrunken und erneut getrunken hat, bis man zu Boden fällt, stehe man auf und trinke wieder; dann gibt es keine Wiedergeburt.« [Der Wortlaut steht im Gegensatz zur Grenze in 7.97–98. Laut Variantenapparat endet eine Handschrift das Kapitel bereits nach 7.98. Diese gefährliche Rauschvorschrift wird hier historisch übersetzt, nicht als Übung empfohlen.]

Vers 7.101

Durch Freude wird die Göttin zufriedengestellt, durch Ohnmacht Bhairava selbst und durch Erbrechen sämtliche Götter. Deshalb solle man diese drei Zustände herbeiführen. [Fortsetzung der historisch überlieferten Rauschsteigerung; die genannten Zustände sind keine verlässlichen Zeichen spiritueller Verwirklichung.]

Vers 7.102

Das Glück der Kula-Yogis, die dem göttlichen Trinken ergeben sind, besitzt nicht einmal ein König, der die gesamte Erde beherrscht.

Vers 7.103

Das Glück der im Kula Gefestigten beim Genuss der Kula-Substanzen ist eben die Befreiung. Dies ist wahr, Schönangesichtige.

Vers 7.104

Damit habe ich dir die Verehrung Vatukas, der Shakti und das Weitere kurz und in einem gewissen Umfang erklärt, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

8. Ullasa: Freudige Zustände und Ordnung des Kreises

Vers 8.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, Meer des Mitgefühlsnektars, ich möchte die Unterschiede der freudigen Zustände sowie das gemeinsame Verwenden von Substanzen und Gefäßen hören, Herr der Götter;

Vers 8.2

ferner die Zeit der Vereinigung und Entlassung, die Ordnung im Shri Chakra und das Verhalten der Kaulikas und Shaktis. Erkläre es mir, höchster Herr.

Vers 8.3

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören davon entsteht göttliche Vergegenwärtigung.

Vers 8.4

Anfang, Jugendfrische, Jugend, Reife, Ende der Reife, Jenseits-des-Denkens und schließlich der siebte freudige Zustand [werden unterschieden].

Vers 8.5

Die drei Prinzipien [und ihre rituelle Aufnahme] bilden den Anfang, Herrin des Kula. Als jugendfrischer Zustand wird eine eben aufkeimende Freude bezeichnet, Mutter.

Vers 8.6

Jugend ist der volle Aufschwung und die gute Festigkeit des Geistes, Geliebte. Das Schwanken von Blick, Denken und Sprache heißt Reife.

Vers 8.7

Wer in dem auf freudigen Aufschwung gerichteten Kreis Gefäße zusammenführen möchte, darf dies niemals vor dem Reifezustand tun. Auch dann ist es der jeweiligen Berechtigung entsprechend auszuführen.

Vers 8.8

Mit Ungeweihten, Menschen ohne rechte Lebensführung, Unkundigen in Tantra und Gottheit, Verleumdern und aus den Verpflichtungen Gefallenen teile man die Substanzen nicht.

Vers 8.9

Mit Menschen, die sich selbst für kundig halten, an weltlichen Gelübden hängen, gebunden sind oder niederen Tätigkeiten nachgehen, teile man die Substanzen nicht.

Vers 8.10

Mit Frauenfeinden, von Gurus Verfluchten, Menschen ohne Hingabe, Übelgesinnten und solchen ohne Kula-Unterweisung teile man die Substanzen nicht.

Vers 8.11

Selbst wenn Menschen Wortlehre, Satzlehre und Erkenntnismittel sowie den Sinn von Offenbarung und Überlieferung kennen: Sind sie im Kula-Dharma unkundig, meide man ihren [rituellen] Umgang.

Vers 8.12

Selbst wenn sie aus angesehener Familie stammen, alt sind und die Verhaltensregeln befolgen: Wenden sie sich von deiner Verehrung ab, gebe man ihren [rituellen] Umgang auf.

Vers 8.13

Auch mit liebevollen Ehefrauen, Kindern, Freunden und Verwandten, die das Kula-Verhalten nicht kennen, meide man diese Gemeinschaft, Parvati und Geliebte.

Vers 8.14

Mit Menschen aus anderen Ländern, deren Befähigung unbekannt ist, teile man die Substanzen nicht, ohne durch die geheimen Erkennungszeichen verbunden zu sein.

Vers 8.15

Man verwende kein einziges gemeinsames Gefäß, selbst wenn man der Herr des Kula persönlich wäre. Die Mantras wenden sich sonst ab, und bei jedem Schritt entsteht ein Hindernis.

Vers 8.16

Man gebe Bhairava keine [bereits verwendete] Substanz aus dem eigenen Gefäß. Wer sie dennoch gibt, zieht den Fluch der Gottheit auf sich, Herrin des Kula.

Vers 8.17

Sitz, Mahlzeit, Gefäß, Kleidung, Bett und Ähnliches soll man nicht mit Unkundigen und Unberechtigten gemeinsam verwenden.

Vers 8.18

Der Kaulika kann die Gefäßgemeinschaft gemäß den Unterschieden der Überlieferungsströme vollziehen: Ost und Süd bilden eine Einheit, ebenso Nord und West.

Vers 8.19

Innerhalb der vier Ströme vollziehe man sie mit ebenbürtigen Viras, die der Verehrung in vorgeschriebener Reihenfolge ergeben sind, und mit ihren Gefährtinnen.

Vers 8.20

Ein von Yogis oder Yoginis gegebenes volles Gefäß trinke man nach Rezitation des eigenen Mutter-, Paduka- und Grundmantra, Geliebte.

Vers 8.21

Ein anderswo unvermutet erhaltenes Alkoholgefäß nehme man hingebungsvoll an und trinke, nachdem man wie zuvor rezitiert hat, des Guru gedenkend, Göttin.

Vers 8.22

Man darf die Reste der Shakti und der Kinder des Guru, der älteren und jüngeren [Gurus der Folge] und der eigenen Älteren genießen, nicht die anderer, Parvati.

Vers 8.23

Man trinke den von einer Shakti übriggelassenen Trank und esse die von einem Vira übriggelassene Beigabe. Den eigenen Rest gebe man nicht [beliebig] weiter und genieße nicht den eines Fremden.

Vers 8.24

Man darf Reste von Frauen genießen, soll ihnen aber keine eigenen Reste geben. Auch im Kreis gilt dies, Herrin der Götter; andernfalls kommt es zum Fall.

Vers 8.25

Jüngeren und den eigenen Schülern darf man Reste geben, Mutter. Wer sie aus Zuneigung anderen gibt, wird zum Aufenthaltsort von Gefahren.

Vers 8.26

Wer aus Verblendung, Zuneigung, Gier oder Furcht ein Gefäß mit Gärtrankresten [eines Unberechtigten] annimmt, zieht den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 8.27

Im Reifezustand vollziehe man die Entlassung der Bali-Gabe, Herrin des Kula, außerhalb des Verehrungsraums, in einem Dreieck innerhalb eines anderen Raumes.

Vers 8.28

Nach Verehrung mit Duft, Blumen und ungebrochenem Reis meditiere man über Ucchishta-Bhairava: schwarz, dreiäugig, mit Keule, Dreizack, Damaru und Gefäß in den Händen, sämtliche Hindernisse beseitigend.

Vers 8.29

Nach Tritara spreche man »Ucchishta-Bhairava«, zweimal »komm«, »die Bali-Gabe«, zweimal »nimm an«, »phaṭ« und die doppelte ṭha-Schlussformel.

Vers 8.30

Dies ist der zweiundzwanzigsilbige Mantra zur Entlassung der Bali-Gabe. Danach rezitiere man den Friedenshymnus und spende Alkoholtropfen.

Vers 8.31

»Die Göttinnen verehren Haras Lotusfüße, die heiteren Glanz, Nektar und Befreiung gewähren und die Erkenntnis unendlicher Lehrsysteme erwecken. Ich verneige mich vor der Schar der achtmal acht Yoginis.«

Vers 8.32

»Ich verneige mein Haupt vor dem Herrn Bhairava, dem Geliebten Bhairavis, der inmitten des Yogini-Kreises steht und vom Kreis der Mütter umgeben ist.«

Vers 8.33

»Verehrung dem Arzt Shrinatha, der die Kula-Arznei verordnet und allein die Dunkelheit des anfangslosen, schrecklichen Daseinskreislaufs vernichtet.«

Vers 8.34

»Mögen alle Bedrängnisse, Verfehlungen und Krankheiten, die aus dem Übertreten der überlieferten Verpflichtungen entstanden sind, durch die Zusammenkunft des göttlichen Kreises verschwinden.«

Vers 8.35

»Mögen langes Leben, Gesundheit, Herrschermacht, Ruhm, Gewinn, Glück, Sieg und ansprechende Schönheit entstehen. Mögen sämtliche Gottheiten schützen.«

Vers 8.36

»Möge der erhabene Herr des Kula den Verehrenden und ihren Beschützern, den großen Entsagenden, Yogis und Asketen, dem Land, Reich, Kula und König Frieden schaffen.«

Vers 8.37

»Mögen jene Übenden gedeihen, welche die Nichtzweiheit des Kula schauen, die großen Shakta-Überlieferungen an den mit dem Löwenthron beginnenden Sitzen, alle dem Kula und Kaula Ergebenen und jene Shambhavas, die die besonderen Stufen durchdringen.«

Vers 8.38

»Mögen die vollendeten Gurus und die Kenner ihrer Abfolge gedeihen, die älteren Überlieferungslinien, die Verpflichteten, Vatukas und Kumaris, die in den Geschlechtern vorzüglicher Yoginis und Viras Geborenen; mögen Könige, Kühe, Zweimalgeborene und gute Menschen gedeihen.«

Vers 8.39

»Mögen die in rechter Führung Kundigen gedeihen, die untadelig Gefestigten, Neidlosen, Unvergleichlichen und Unbedrängten, die Gurus, die stets dem Makellosen ergeben und ohne eigennütziges Streben sind, die Friedvollen mit ruhigem Geist, frei von Trauer und Zweifel.«

Vers 8.40

»Mögen die dem Yoga Ergebenen und mit Kula Yoga Verbundenen gedeihen: Lehrer, Verpflichtete, Sadhakas und Putrakas. Mögen Kühe, Zweimalgeborene, junge Frauen, Entsagende, Kumaris und die dem Guru ergebenen Menschen im Dharma leben.«

Vers 8.41

»Mögen die Familien der Übenden gedeihen, fest im eigenen Selbst. Mögen die Flüche der Yoginis auf die Feinde der Verpflichtungen fallen. Möge jener vollendete Shambhavi-Zustand aufleuchten, in dem allein die Lotusfüße des Guru wahr sind.«

Vers 8.42

»Mögen die Göttinnen gedeihen, die an den Stufen der Chakra-Folge wohnen, in den Nadis, Körperporen und Geweben, in den Wogen des Einatmens, den Wellen des Lebenswinds und im Ausatmen; die von Kaulas verehrt werden und die feindliche Partei zu verzehren lieben.«

Vers 8.43

»Mögen alle dem Schutz des Kula-Weges ergebenen Göttinnen mir Frieden schenken: die aus Kula hervorgegangenen auf der Erde, die im Wasser, die stets herrlich leuchtenden im Feuer, die im Wind, die nektarhaften im Himmelskreis und die jederzeit Allgegenwärtigen.«

Vers 8.44

»Ob oberhalb des Welteis, im Himmel, Luftraum, auf oder unter der Erde, in der Unterwelt, im Feuer, Wasser oder Wind, wo immer sie wohnen, an heiligen Feldern, Sitzen und Nebensitzen: Mögen die von den großen Viras verehrten Göttinnen, durch Räucherwerk, Licht und gute Bali-Gaben erfreut, uns stets schützen.«

Vers 8.45

»Mögen alle im Kreis Anwesenden schützen: Brahma, Shri, Shesha, Durga, Guha, Vatukas, Bhairavas, Feldhüter, Vetalas, Adityas, Rudras, Grahas, Vasus, Manus, Siddhas, Apsaras, Guhyakas, Bhutas, Gandharvas, Vidyadharas, Rishis, Ahnen, Yakshas, Asuras, Kinnaras, Yogaherren, Charanas, Kimpurushas und große Weise.«

Vers 8.46

»Mögen sämtliche im Körper befindlichen Gottheiten zufriedengestellt werden: die Elefantengesichtigen, Feldhüter, Bhairavas, Yoginis, Vatukas, Yakshas, Ahnen, Bhutas, Pishachas, Grahas, Erd-, Luft- und Richtungswanderer, Vetalas und Chetakas – durch Trank, Licht und Opferspeise des trinkenden Kula-Sohnes.«

Vers 8.47

»Wenn das Wort des Guru wahr ist, wenn es Ahnen und Götter gibt, wenn Yogini und höchste Gottheit erfreut sind, wenn die Veden gültiges Zeugnis sind, wenn diese Shakta-Lehre und ihr unfehlbarer Befehl gelten und der höchste Kaula-Dharma wahr ist, dann möge mir stets Sieg zuteilwerden.«

Vers 8.48

»Mögen alle Übenden gedeihen, mögen die Verleumder des Kula vergehen. Möge Shambhavi in mir wohnen, möge der Guru stets gnädig sein.«

Vers 8.49

»Wenn diese Göttin Bhairavi ist, wenn dies Bhairavas Unterweisung und der Kula-Dharma ist, dann mögen die Verleumder vergehen.«

Vers 8.50

»Allen Yoginis, durch deren Befehlsmacht die drei Welten bestehen, gebührt unablässig Verehrung.«

Vers 8.51

»Mögen sämtliche Mütter trinken, mögen die Vorzüglichsten des Kula trinken, mögen sämtliche Bhairavas trinken, die in meinem Körper wohnen.«

Vers 8.52

»Mögen sämtliche Mütter mit ihren Gesten und Scharenführern, die Yoginis und Feldhüter, die in meinem Körper wohnen, zufriedengestellt werden.«

Vers 8.53

»Von Shiva bis zur Erde, von Brahma bis zum Grashalm, von Kalagni bis Shiva möge die Welt durch dieses Opfer zufriedengestellt werden.«

Vers 8.54

»Die an den Türen und rings um den Juwelenpavillon, im herrlichen Nandana-Wald, in leeren Häusern, Klöstern, Höhlen, Einsiedeleien, im Himmel und an Verbrennungsstätten wohnen, an Brunnen und Kreuzwegen und an [weiteren] Orten verweilen: Mögen sie [die Gaben] annehmen und schützen.« [Die Ortsbezeichnung sandeśasaṃsthāḥ sowie die Schlussverbindung paṅkārthāvahaketumānakusumāt sind auch nach dem Druck S.100 nicht sicher zu deuten. Diese Wiedergabe beansprucht für die beiden Ausdrücke keine gesicherte Übersetzung.]

Vers 8.55

Nach dieser Rezitation hebe der Guru das Verehrungsgefäß und gebe seinem Schüler den gesegneten Rest, Geliebte, Herrin des Kula.

Vers 8.56

Das Ausführen selbst gewünschter Bewegungen heißt Ende der Reife. Durch den freudigen Aufschwung dieser Stufe wird der Reihe nach Glückseligkeit im erfreuten Kreis der Yogis und im Kreis der Yoginis beschrieben.

Vers 8.57

Für Viras, die diese Stufe erreicht haben, gibt es kein Zu-Tuendes und Nicht-Zu-Tuendes. Ihr Wille selbst ist die Fülle der Schrift: So lautet die Anweisung, höchste Herrin.

Vers 8.58

Jede dort ausgeführte Handlung, ob gut oder schlecht, dient der Freude der Gottheit, Schöne unter den Göttlichen.

Vers 8.59

Plaudern erhält die Frucht der Mantrawiederholung, Schläfrigkeit wird zu Samadhi, ungewöhnliches Verhalten zu Verehrung und das Hervorgebrachte zur Bali-Gabe für Bhairavi, Göttin.

Vers 8.60

Vereinigung mit Shakti wird Befreiung, das jeweils Gesprochene zum Lobgesang, Berühren der Körperglieder zur Auflegung und Essen zum Feueropfer.

Vers 8.61

Schauen wird Meditation, Herrin, Liegen wird Verneigung. Jede in diesem Aufschwung ausgeführte Bewegung ist gute Handlung. Wer dabei über Gebotenes und Verbotenes urteilt, ist ein Sünder. [Ritueller Geltungsanspruch des Textes.]

Vers 8.62

Die Viras dieses Kreises sind als höchste Yogis zu erkennen; dadurch erlangen Menschen unmittelbar die Gestalt Bhairavas.

Vers 8.63

Freude ist höchste Glückseligkeit, Fallen steigert Erkenntnis; Flöten- und Vina-Spiel, weitere Musik und Dichten;

Vers 8.64

Weinen, Reden, Fallen, Aufstehen, Gähnen, Gehen und verändertes Verhalten werden Yoga genannt, Göttin.

Vers 8.65

In diesem Kreis führen die heldenhaften Yogis und die vom Rausch verlangsamten Yoginis aus, was ihnen entsprechend ihrem freudigen Zustand in den Sinn kommt, Herrin der Götter.

Vers 8.66

Sie fragen langsam die neben ihnen Sitzenden und vergessen, was sie sagen wollten; sie setzen das Gefäß an den Mund und verharren ermattet.

Vers 8.67

Eine Berauschte hält einen anderen Geliebten für ihren eigenen Mann und lehnt sich an ihn; ebenso verhält sich ein Mann im Zustand des Endes der Reife.

Vers 8.68

Ein Mann umarmt aus Verwirrung einen Mann statt einer Frau. Eine Benommene fragt ihren eigenen Mann: »Wer bist du? Wer bin ich? Wer sind diese hier?«

Vers 8.69

»Wozu sind wir gekommen? Warum sind wir hier? Ist dies ein Garten, ein Haus oder ein Hof?«

Vers 8.70

Frauen füllen den Mund mit berauschendem Trank und geben ihren Geliebten daraus zu trinken; sie nehmen einen Bissen in den Mund und legen ihn in den Mund des Geliebten.

Vers 8.71

Sie nehmen gegenseitig ihre Gefäße und Speisen, Shambhavi; Yogis tanzen mit Alkoholbehältern auf dem Kopf.

Vers 8.72

Die Kula-Shaktis tanzen mit ungeschicktem Händeklatschen, undeutlich artikuliertem Gesang und taumelnden Schritten.

Vers 8.73

Berauschte Yogis fallen an die Brust der Frauen, und vom Rausch verwirrte Yoginis fallen auf die Männer.

Vers 8.74

Sie erfüllen gegenseitig die Freude ihrer Wünsche und vollziehen diese und weitere vielfältige Handlungen, Herrin des Kula.

Vers 8.75

Wenn der Aufschwung ohne Verzerrung des Geistes einsetzt, nehmen die vortrefflichen Yogis den Zustand der Gottheit an.

Vers 8.76

Wer in seiner Verblendung Kaulikas schmäht, die von Bhairava ergriffen sind, den vernichten die Yoginis zweifellos, Herrin des Kula.

Vers 8.77

Man schmähe oder verlache niemals die vom Alkoholrausch Erschlafften im Kreis. Die Geschehnisse in diesem Kreis darf man draußen nicht offenbaren.

Vers 8.78

Man begehe keinen Verrat an ihnen und tue ihnen nichts Schädliches. Man ehre sie hingebungsvoll und bewahre [ihr Geheimnis] sorgfältig.

Vers 8.79

Wer die vom Rausch Verwirrten im Kreis sieht, sie als Gottheiten betrachtet, sich freut und hingebungsvoll verneigt, gelangt zum Zustand der Yogini.

Vers 8.80

Ein Kaulika, der einen solchen Kreis hingebungsvoll betrachtet, Geliebte, erlangt die Frucht von Millionen Gelübden, Pilgerfahrten, Askesen, Gaben und Opfern.

Vers 8.81

Wiederholtes Fallen, Aufstehen und Bewusstloswerden kennzeichnen Unmana. In diesem »Jenseits-des-Denkens« genannten Aufschwung, im von Viras verehrten Kreis;

Vers 8.82

verweilen jene beiden lange, die nach Verbindung mit dem höchsten Brahman verlangen, Herrin des Kula. [Die Bezeichnung der beiden in der ersten Zeile, »karmaparākṣarau«, ist nicht sicher zu deuten.]

Vers 8.83

Das Entzogensein gegenüber Körper und Sinnen heißt Gleichheitszustand. In diesem so genannten anschließenden Aufschwung entsteht Gleichheit.

Vers 8.84

Man wird zur Gestalt des Para-Mantra; höchste Bewusstlosigkeit tritt ein. Die Nähe zu dieser Bewusstlosigkeit wird als höchste Wurzel der Befreiung verstanden. [Dies ist die Deutung des Textes; Bewusstlosigkeit durch Alkohol ist kein Nachweis von Befreiung.]

Vers 8.85

Nach innen gerichtet, während der Blick nach außen geht, ohne Schließen und Öffnen der Augen: Dies ist die Shambhavi-Mudra, die in allen Tantras geheim gehalten wird.

Vers 8.86

Das alles übersteigende, beständige Ich-Bewusstsein hat die Gestalt der Wesenseinheit. Viras, die darin aufblühen, sind selbst Shiva, zweifellos.

Vers 8.87

Menschen, die ganz der Meditation über das eigene Selbst ergeben sind, erkennen etwas [Unbeschreibliches]. Die dabei erfahrene höchste Freude lässt sich nicht aussprechen.

Vers 8.88

Sie wird nur selbst erfahren, wie Zucker oder Milch beim Trinken. Man kann nicht sagen: »So oder so ist diese Freude.« Was sich durch Aufrichten der Körperhaare und ähnliche Zeichen zeigt, heißt Brahman-Meditation.

Vers 8.89

Die höchste Freude in der Meditation, die das Ergriffensein durch die Gottheit bewirkt, vermag ich nicht zu beschreiben. Der Erwachte ist darin gesammelt.

Vers 8.90

Verdienstvolle Menschen, die der höchsten Glückseligkeit der Brahman-Meditation ergeben sind, trauern und verlieren ihren Glanz, wenn diese auch nur einen Augenblick entschwindet.

Vers 8.91

Bei deinen Verehrern im siebten Aufschwung entstehen als große Frucht acht Gewissheiten aus dem Wissen um die drei Zeiten sowie acht Zustände, beginnend mit Zittern, Herrin des Kula; zweifellos.

Vers 8.92

Wozu viele Worte? Die acht Vollkommenheiten, angefangen mit Anima, treten als Türhüterinnen ein und dienen beständig am Haus.

Vers 8.93

Die heilsamen Eigenschaften des höchsten Herrn in seiner fünfgesichtigen Gestalt sind durch Erkenntnis der Wirklichkeit im Kenner der Kula-Wirklichkeit versammelt.

Vers 8.94

Anfang, Jugendfrische, Jugend, Reife und Ende der Reife heißen Wachen; Unmana heißt Traum.

Vers 8.95

Der Gleichheitszustand ist Tiefschlaf. Wer die sieben freudigen Zustände in Verbindung mit diesen drei Bewusstseinszuständen kennt, ist befreit und ein Kaulika.

Vers 8.96

Während des Bhairavi-Kreises sind alle Stände Zweimalgeborene. Nach Beendigung des Bhairavi-Kreises bestehen die Stände wieder getrennt.

Vers 8.97

Ob Frau, Mann, Mensch weder männlichen noch weiblichen Geschlechts, Chandala oder vorzüglicher Zweimalgeborener: In diesem Kreis besteht kein Unterschied; alle gelten als Shiva gleich.

Vers 8.98

Wie Wasser aus Städten, Wasserfällen und anderen Quellen nach dem Erreichen der Ganga eins wird, so werden alle Menschen im Shri Chakra eins.

Vers 8.99

Wie Wasser, mit Milch verbunden, zu Milch wird, so besteht innerhalb des Shri Chakra keine Unterscheidung nach Geburt.

Vers 8.100

Wie es in den heiligen Welten, angefangen mit dem Himmel, nur Götter gibt, so sind im Kreis sämtliche Menschen Gottheiten.

Vers 8.101

In diesem Kreis gibt es keine Geburtsunterschiede; alle gelten als Shiva gleich. Auch im Veda ist dies verankert: Er erklärt alle zu Brahman.

Vers 8.102

Wozu viele Worte? Im Kreis haben sämtliche Männer meine Gestalt und sämtliche Frauen deine Gestalt, Herrin des Kula und Geliebte.

Vers 8.103

Einen Verblendeten, der innerhalb des Kreises Geburtsunterschiede macht, verzehren die Yoginis. Ich schwöre es bei dir, Herrin des Kula.

Vers 8.104

Man weise den Frauen einen gesonderten Platz und den Männern einen anderen zu; oder man lasse sie der Reihe nach als Paare Platz nehmen.

Vers 8.105

Ob in Reihen oder im Kreis angeordnet, Geliebte: Man verehre alle im Kreis mit dem Bewusstsein von Shiva und Shakti.

Vers 8.106

Wie wir beide ungetrennt sind, wie Lakshmi und Narayana, wie Vani und der Schöpfer, so ist der Vira mit seiner Shakti.

Vers 8.107

Selbst tausend Krüge berauschenden Tranks und hundert Lasten Fleisch stellen mich ohne den Nektar von Yoni und Linga nicht zufrieden, Schöne.

Vers 8.108

Die Welt ist nicht mit Rad, Lotus oder Donnerkeil gekennzeichnet, sondern mit Linga und Yoni; deshalb besteht sie aus Shakti und Shiva.

Vers 8.109

Die Zeit, in der Shiva und Shakti sich vereinigen, ist für die im Kula Gefestigten die Sandhya; sie gilt als Samadhi.

Vers 8.110

Ein Begehrender soll nicht zu einer ungeweihten Frau gehen, auch wenn sie es wünscht. Zu einer durch unmittelbar vollzogene Weihe gereinigten Frau darf er gehen, da es so vorgeschrieben ist.

Vers 8.111

Damit wurden die drei Prinzipien, die freudigen Zustände, die Unterschiede des Trinkens und das Weitere kurz erklärt, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

9. Ullasa: Yoga, Verwirklichung und der Kula-Yogi

Vers 9.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte Yoga, die Merkmale eines großen Yogis und die Frucht hingebungsvoller Kula-Verehrung hören. Erkläre sie mir, Schatz des Mitgefühls.

Vers 9.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören davon offenbart sich Yoga unmittelbar.

Vers 9.3

Meditation wird als zweifach erklärt: grob und fein. Mit Gestalt heißt sie grob, ohne Gestalt fein.

Vers 9.4

Manche lehren grobe Meditation, um den Geist festzumachen. Wird das Bewusstsein beim Groben unbeweglich, wird es auch beim Feinen unbeweglich.

Vers 9.5

Man meditiere über den höchsten Herrn ohne Hände, Füße, Bauch, Gesicht und andere Körperteile, ganz aus Licht bestehend, ungeteilt als Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit.

Vers 9.6

Er geht weder auf noch unter, nimmt weder zu noch ab. Er leuchtet aus sich selbst und erhellt anderes, ohne eines Mittels zu bedürfen.

Vers 9.7

Unendlich, jenseits erscheinender Gestalt, bloßes Sein, den Sinnen unzugänglich und allein innerlich erfahrbar: Dieses Erkennen wird Brahman genannt.

Vers 9.8

Ein Yogi, bei dem die Bewegung des Lebenswinds erloschen ist, der unbeweglich wie ein Stein ruht und die eine Wohnstätte des Höchsten und des individuellen Lebens kennt, heißt Yoga-Kenner.

Vers 9.9

Jene Meditation, in der nichts [Gesondertes] erscheint, die wie ein stiller Ozean ruht und ihrer eigenen [getrennten] Gestalt entleert ist, wird Samadhi genannt.

Vers 9.10

Gerade dadurch, dass man nichts denkt, offenbart sich die Wirklichkeit von selbst. Sobald sie sich selbst offenbart, wird man im selben Augenblick eins mit ihr.

Vers 9.11

Wer im Traum- und Wachzustand wie schlafend verweilt und ohne Aus- und Einatmen ist, ist gewiss befreit.

Vers 9.12

Wer mit unbeweglicher Sinnenschar, mit im Selbst aufgegangenem Geist und Lebenswind wie ein Toter verweilt, wird unmittelbar als zu Lebzeiten befreit bezeichnet.

Vers 9.13

Er hört nicht, riecht nicht, berührt nicht und sieht nicht; er kennt weder Freude noch Leid, und sein Geist bildet keine Vorstellungen.

Vers 9.14

Wie ein Stück Holz erkennt und unterscheidet er nichts. Wer so im Shiva sein Selbst aufgelöst hat, wird als in Samadhi verweilend bezeichnet.

Vers 9.15

Wie Wasser in Wasser, Milch in Milch und Butterschmalz in Butterschmalz ohne Unterschied eingehen, so verhält es sich mit individuellem und höchstem Selbst.

Vers 9.16

Wie durch die Kraft anhaltender Betrachtung selbst eine Larve zur Biene wird [nach einem traditionellen Gleichnis], so wird ein Mensch durch die Kraft des Samadhi zu Brahman.

Vers 9.17

Wie aus Milch gewonnenes Butterschmalz, in sie zurückgegeben, nicht wieder seinen früheren Zustand annimmt, so gilt das Selbst als von den Grundeigenschaften getrennt.

Vers 9.18

Wie jemand in dichter Dunkelheit nichts sieht, so sieht der Yogi, auf das nicht als Gegenstand Fassbare gerichtet, die Weltentfaltung nicht.

Vers 9.19

Wie er bei geschlossenen Augen die Weltentfaltung nicht sieht, so auch bei geöffneten: Dies ist das Kennzeichen der Meditation.

Vers 9.20

Wie ein Mensch das Jucken seines eigenen Körpers bemerkt, so erkennt derjenige, dessen Gestalt das höchste Brahman ist, die Bewegungen des Weltalls.

Vers 9.21

Ist die höchste, jenseits der Buchstaben liegende, unveränderliche Wirklichkeit erkannt, werden die Mantras samt ihren herrschenden Gottheiten zu Dienern.

Vers 9.22

Für den in der Einheit des Selbst Gefestigten ist jede Bewegung Verehrung, jedes Sprechen heiliger Mantra und jeder Blick Meditation.

Vers 9.23

Ist die Identifikation mit dem Körper geschwunden und das höchste Selbst erkannt, dann ist überall dort Samadhi, wohin der Geist geht.

Vers 9.24

Der Knoten des Herzens zerreißt, sämtliche Zweifel werden durchschnitten und die karmischen Bindungen vergehen, wenn jenes höchste Selbst geschaut wird.

Vers 9.25

Hat der große Yogi den makellosen höchsten Zustand erreicht, nimmt er selbst eine ihm zufallende Stellung unter Göttern oder Asuras nicht an.

Vers 9.26

Wer das Allgegenwärtige, Friedvolle, Glückselige und Unvergängliche schaut, für den bleibt nichts Unerlangtes und nichts noch zu Erkennendes übrig.

Vers 9.27

Sind Wissen und unmittelbare Erkenntnis erlangt, ist das zu Erkennende im Herzen gegenwärtig und der Zustand des Friedens erreicht, Göttin, bedarf es weder Yoga noch Konzentration.

Vers 9.28

Ist das höchste Brahman erkannt, genügen all die Regeln nicht mehr [als notwendige Mittel]. Wozu braucht man einen Fächer, wenn der Wind vom Malaya weht?

Vers 9.29

Für diejenigen, die sich selbst als Om erkennen, besteht kein Zwang zur Sitzbindung oder zur Bindung der Nase [Atemregelung], weder Yama noch Niyama.

Vers 9.30

Yoga ist weder Lotussitz noch Schauen auf die Nasenspitze. Die Yogakundigen nennen die Einheit des individuellen mit dem höchsten Selbst Yoga.

Vers 9.31

Das große Verdienst derer, die hier auch nur einen Augenblick vertrauensvoll über das Höchste meditieren, lässt sich nicht bis zu seinem Ende bemessen.

Vers 9.32

Wer einen Augenblick das Selbst mit dem Gedanken »Ich bin Brahman« betrachtet, vernichtet sämtliche Verfehlungen wie der Sonnenaufgang die Dunkelheit.

Vers 9.33

Die Frucht von Gelübden, Opfern, Askese, Pilgerfahrten, Gaben, Gottesverehrung und Weiterem erlangt der Wirklichkeitskenner zehnmillionenfach.

Vers 9.34

Der natürliche Zustand ist der höchste; Meditation und Konzentration sind mittlere Mittel. Mantrawiederholung und Lob stehen darunter, Feueropfer und äußere Verehrung noch darunter.

Vers 9.35

Betrachtung der Wirklichkeit ist die höchste, Beschäftigung mit Mantrawiederholung die mittlere, Beschäftigung mit Schriften die niedrigere und mit weltlichen Dingen die niedrigste.

Vers 9.36

Ein Lobgesang kommt zehn Millionen Verehrungen gleich, Mantrawiederholung zehn Millionen Lobgesängen, Meditation zehn Millionen Mantrawiederholungen und Auflösung zehn Millionen Meditationen.

Vers 9.37

Kein Mantra ist höher als Meditation, keine Gottheit höher als das Selbst, keine Verehrung höher als innere Verbindung und keine Frucht höher als Erfülltheit.

Vers 9.38

Nicht-Handeln ist die höchste Verehrung, Schweigen die höchste Mantrawiederholung, Nicht-Denken die höchste Meditation und Wunschlosigkeit die höchste Frucht.

Vers 9.39

Der Yogi vollzieht beständig Sandhya ohne Mantras und Wasser, Askese ohne Verehrung und Feueropfer und Verehrung ohne äußere Darbringungen.

Vers 9.40

Ohne Bindung und Umgangsverhaftung, jenseits der begrenzenden Bedingungen und Prägungen, in die eigene Natur versunken: Ein solcher Yogi kennt die höchste Wirklichkeit.

Vers 9.41

Der Körper ist ein Tempel, Göttin, und das individuelle Leben ist der Gott Sadashiva. Man werfe die verwelkten Opferreste der Unwissenheit fort und verehre mit dem Bewusstsein »Ich bin Er«.

Vers 9.42

Das individuelle Leben ist Shiva, Shiva ist das individuelle Leben; dieses Leben ist allein Shiva. Gefesselt heißt es individuelles Leben, von Fesseln frei Sadashiva.

Vers 9.43

Von der Hülse umschlossen heißt es ungeschälter Reis, ohne Hülse geschälter Reis. Durch Karma gebunden heißt es individuelles Leben, vom Karma frei Sadashiva.

Vers 9.44

Für Brahmanen weilt die Gottheit im Feuer, für Einsichtige im Herzen, für Unerwachte in Kultbildern und für Selbstkenner überall.

Vers 9.45

Wer bei Tadel und Lob, Kälte und Hitze, Freude und Leid, Feinden und Freunden gleich bleibt und weder Jubel noch Missmut verfällt, ist ein großer Yogi.

Vers 9.46

Wunschlos, stets zufrieden, mit Gleichsicht und beherrschten Sinnen, wohnt der Yogi, der die höchste Wirklichkeit kennt, wie ein Reisender im Körper.

Vers 9.47

Ohne absichtsvolle Vorstellungen und Unterscheidungen, unbefleckt von begrenzenden Bedingungen und Prägungen, in die eigene Natur versunken: Ein solcher Yogi kennt die höchste Wirklichkeit.

Vers 9.48

Wie Lahme, Blinde, Taube, Impotente, geistig Verwirrte oder Reglose [nach außen erscheinen], so lebt der wirklichkeitskundige Yogi, Herrin des Kula.

Vers 9.49

Wer ganz von der höchsten Glückseligkeit erfüllt ist, die aus den fünf Mudras hervorgeht, ist ein großer Yogi und schaut das Selbst im Selbst.

Vers 9.50

Die Freude, die aus Alkohol, Fleisch und Vereinigung mit einer Frau entsteht, Geliebte, ist für Wissende eben Befreiung, für Unwissende dagegen Verfehlung.

Vers 9.51

Wer stets durch Fleisch und Gärtrank freudig erregt ist, stets an die [heiligen] Füße denkt und stets ohne Zweifel bleibt, heißt Kula-Yogi.

Vers 9.52

Alkohol trinkend, Fleisch essend und dem freien Handeln ergeben, soll er glücklich leben, indem er die Einheit von »Ich« und »Das« betrachtet.

Vers 9.53

Wessen Mund ohne den Duft von Fleisch und Gärtrank ist, bedarf der Sühne, ist zu meiden und ist zweifellos ein gebundenes Wesen.

Vers 9.54

Solange der Duft des Gärtranks vorhanden ist, ist das gebundene Wesen selbst Pashupati; ohne den Duft von Alkohol und Fleisch ist selbst Pashupati ein gebundenes Wesen.

Vers 9.55

Was in der Welt niedrig gilt, ist im Kula-Weg hoch, und was dort hoch gilt, ist niedrig: So hat es der großherzige Bhairava gelehrt.

Vers 9.56

Für Kaulikas wird falsches Verhalten zu rechtem, Verbotenes zum höchsten Gebotenen und selbst Unwahres zu Wahrem, Herrin des Kula.

Vers 9.57

Für Kaulikas wird Untrinkbares trinkbar, Unessbares essbar und eine verbotene Verbindung zulässig, Herrin des Kula.

Vers 9.58

Für Kaulikas bestehen weder Gebot noch Verbot, weder Verdienst noch Sünde, weder Himmel noch Hölle, Herrin des Kula.

Vers 9.59

Kaulikas werden als Unkundige kundig, als Arme reich, und selbst als Zugrundegegangene gedeihen sie, Herrin des Kula.

Vers 9.60

Feinde werden ihnen zu Freunden, Könige zu unmittelbaren Dienern und alle Menschen zu Verwandten, Herrin des Kula.

Vers 9.61

Alle Abgewandten werden ihnen zugewandt, Hochmütige verneigen sich und Hindernisbereiter werden zu Helfern, Herrin des Kula.

Vers 9.62

Eigenschaftslose werden tugendhaft, niedrige Herkunft wird zu guter Herkunft, und selbst Unrecht wird für Kaulikas Recht, Herrin des Kula.

Vers 9.63

Der Tod wird zum Arzt, das Haus zum Himmel, und die Gemeinschaft mit Frauen wird für Kaulikas verdienstvoll, Göttin und Herrin des Kula.

Vers 9.64

Wozu viele Worte? Den Herren des Kula Yoga gelingt stets ihr Entschluss, Geliebte; daran soll kein Zweifel bestehen.

Vers 9.65

In irgendeinem Gewand, von niemandem erkannt, möge der Kula-Yogi in irgendeinem Lebensstand verweilen, Herrin des Kula.

Vers 9.66

Yogis wandern in vielfältigen Verkleidungen über diese Erde, zum Wohl der Menschen, ohne ihre wahre Natur erkennen zu lassen.

Vers 9.67

Sie sollen ihre Selbsterkenntnis niemals preisgeben, Herrin des Kula, und mitten unter den Menschen wie Verwirrte, Stumme oder Unverständige leben.

Vers 9.68

Wie sich die Vorgänge bei Sternen und Planeten am Himmel durch die Verbindung mit Mond und Sonne dem Blick entziehen, so das Verhalten der Yogis.

Vers 9.69

Wie die Spur von Vögeln im Himmel und von Wassertieren im Wasser nicht gesehen wird, so das Verhalten der Yogis, Göttin.

Vers 9.70

Die Kenner des Kula Yoga sprechen wie Unredliche, handeln wie Unwissende und erscheinen wie gewöhnliche, ungebildete Menschen, Geliebte.

Vers 9.71

Der Yogi verhält sich so, dass Menschen ihn geringachten, seine Gesellschaft nicht suchen und ihn nicht ansprechen.

Vers 9.72

Obwohl befreit, spiele der wissende Kula-Yogi und Herr des Kula wie ein Kind, gehe wie ein Unverständiger umher und spreche wie ein Verwirrter, große Herrin.

Vers 9.73

Der Yogi verhält sich so, dass die Welt lacht, sich abwendet, ihn schmäht und bei seinem Anblick Abstand nimmt.

Vers 9.74

Bald vorbildlich, bald abgefallen, bald wie ein Bhuta oder Pishacha, in vielerlei Gestalten möge der Yogi über die Erde wandern.

Vers 9.75

Der Yogi genießt zum Wohl der Welt, nicht aus Begierde. Allen Menschen Gnade erweisend, spielt er auf der Erde.

Vers 9.76

Wie die Sonne alles austrocknet und das Feuer alles verzehrt, so wird der Yogi durch den Genuss sämtlicher Genüsse nicht mit Sünde befleckt.

Vers 9.77

Wie der Wind alles berührt, der Raum überall ist und alle im Fluss baden, so bleibt der Yogi stets rein.

Vers 9.78

Wie Wasser aus einem Dorf rein wird, wenn es in einen Fluss gelangt, so werden Speisen aus dem Haus eines als Mleccha Bezeichneten rein, wenn sie in die Hand eines Yogis gegeben werden.

Vers 9.79

Wie die im Kula-Wissen Bewanderten handeln, Herrin der Götter, das ist für Wissende anerkennenswert, die ihr eigenes Heil wünschen.

Vers 9.80

Wo die großen Yogis gehen, dort ist der höchste Weg. Die Richtung, in der die Sonne aufgeht, heißt Osten.

Vers 9.81

Wie dort ein Weg entsteht, wo ein Elefant geht, so ist dort der Weg, wo der Kula-Yogi geht, Herrin des Kula.

Vers 9.82

Wer vermöchte einen gewundenen Fluss gerade zu machen, seinen Strom aufzuhalten oder den friedvollen, frei nach eigenem Willen Wandernden zu hindern?

Vers 9.83

Wie ein mit Mantrakraft Ausgestatteter von seinen Spieltieren [Schlangen] nicht gebissen wird, so wird der Wissende nicht gebissen, wenn er mit den Schlangen der Sinne spielt.

Vers 9.84

Deine Verehrer, deren Leid vergangen ist, die zufrieden, frei von Gegensätzen und Neid, dem Kula-Wissen ergeben und friedvoll sind, sind Kaulikas.

Vers 9.85

Frei von Überheblichkeit, Zorn, Heuchelei, Verlangen und Ich-Dünkel, wahrhaftig und beständig, nicht unter der Herrschaft der Sinne: So sind die vorzüglichen Kaulikas.

Vers 9.86

Wem beim Lob des Kula die Körperhaare aufstehen, die Stimme stockt und Freudentränen fallen, Göttin, der wird als vortrefflicher Kaulika bezeichnet.

Vers 9.87

Wer fest überzeugt ist: »Der von Shiva gelehrte Kula-Dharma steht über allen religiösen Wegen der Welt«, wird als vortrefflicher Kaulika bezeichnet.

Vers 9.88

Wer die Kula-Wirklichkeit kennt, in den Kula-Schriften bewandert und der Kula-Verehrung ergeben ist, ist ein Kaulika, kein anderer, Geliebte.

Vers 9.89

Wer sich beim Anblick von Kula-Verehrern, Kula-Kennern und Menschen mit Kula-Verhalten und Kula-Gelübden freut, ist ein Kaulika und mir lieb.

Vers 9.90

Wer die wahre Bedeutung der drei Prinzipien, der heiligen Füße und des Grundmantra kennt, Gottheit und Guru ergeben ist und Einweihung besitzt, ist ein Kaulika.

Vers 9.91

Die Begegnung mit einem Kula-Lehrer ist in allen Welten selten. Nur durch reifes Verdienst wird sie erlangt, anders nicht, Geliebte.

Vers 9.92

Ein im Kula-Dharma Gefestigter heiligt, wenn man seiner gedenkt, ihn nennt, sieht, begrüßt oder anspricht, selbst wenn er ein Chandala ist und die Begegnung zufällig geschieht.

Vers 9.93

Ob allwissend oder einfältig, hoch oder niedrig: Wo ein Kula-Kenner ist, Göttin, dort bin ich gemeinsam mit dir.

Vers 9.94

Ich wohne nicht auf Kailasa, nicht auf Meru und nicht im Tempel. Wo Kula-Kenner weilen, dort weile ich, Strahlende.

Vers 9.95

Man soll selbst weit reisen, wo ein Shiva ergebener Mensch weilt, und ihn mit aller Sorgfalt aufsuchen; denn dort bin ich gegenwärtig.

Vers 9.96

Ein Kula-Lehrer ist aufzusuchen, selbst wenn er sehr weit entfernt ist; ein gebundenes Wesen dagegen soll man nicht aufsuchen, selbst wenn es nahe wohnt, Geliebte.

Vers 9.97

Ein Land, in dem ein Kula-Kenner wohnt, wird verdienstvoll. Durch seine Begegnung und Verehrung kann man einundzwanzig Generationen emporheben.

Vers 9.98

Sehen die Ahnen einen Kula-Kenner im Haus ihrer Nachkommen, verkünden sie: »Wir werden das höchste Ziel erreichen.«

Vers 9.99

Wie Bauern bei gutem Regen schöpfen die Ahnen Zuversicht: »Möge in unserer Familie ein Sohn oder Enkel Kaulika werden.«

Vers 9.100

Gesegnet ist in dieser Welt jener von Befleckung befreite Mensch, zu dem Kula-Lehrer freudig kommen, Geliebte.

Vers 9.101

Wenn ein vorzüglicher Kaulika zum Wohnhaus eines Kaulika kommt, kommen die Yoginis zusammen mit den Yogis voller Freude, Göttin.

Vers 9.102

Ahnen und Gottheiten treten in den großen Kula-Yogi ein und sprechen durch ihn. Deshalb verehre man die dem Kula-Wissen Ergebenen hingebungsvoll.

Vers 9.103

Wer dich verehrt, Göttin, aber deine Verehrer nicht ehrt, ist sehr sündig und wird kein Gefäß deiner Gnade.

Vers 9.104

Die vor dir aufgestellte Speise nimmst du durch deinen Blick an. Ich genieße ihre Geschmäcke von der Zungenspitze des Verehrers, Lotusäugige.

Vers 9.105

Durch Verehrung deiner Verehrer werde ich zweifellos verehrt, Göttin. Wer mir Freude bereiten möchte, soll deshalb gerade deine Verehrer ehren.

Vers 9.106

Was man für die im Kula Gefestigten tut, ist für die Götter getan. Alle Götter lieben Kula; deshalb verehre man den Kaulika.

Vers 9.107

Selbst wenn man mich anderswo hingebungsvoll verehrt, bin ich nicht so zufrieden wie bei rechter Verehrung eines vorzüglichen Kaulika, Parvati.

Vers 9.108

Die Frucht der Verehrung vorzüglicher Kaulikas erlangt man nicht durch Pilgerstätten, Askese, Gaben, Opfer und Gelübde, Geliebte.

Vers 9.109

Gaben, Opfer, Feueropfer, Askese, Verehrung und Mantrawiederholung eines Kaulika werden vergeblich, wenn er einen Kula-Kenner verachtet, Mutter.

Vers 9.110

Sein Haus ist eine Verbrennungsstätte, er selbst ein Sünder, niedriger als ein Hundeesser, wenn er in den Kula-Dharma eingetreten ist, aber das Kula-Verhalten nicht kennt, Göttin.

Vers 9.111

Eine Gabe, die unter Übergehung der im Kula Gefestigten einem anderen gegeben wird, bleibt fruchtlos, Göttin, und der Geber gelangt in die Hölle.

Vers 9.112

Eine Gabe an einen Nicht-Kaulika ist wie Wasser in einem zerbrochenen Gefäß, wie Samen auf Stein oder wie eine Opfergabe in Asche.

Vers 9.113

Die Frucht dessen, was jemand nach seinen Möglichkeiten einem Kula-Yogi an besonderen Mondtagen liebevoll gibt, lässt sich nicht beschreiben.

Vers 9.114

Wer Kula-Kenner an einem glückverheißenden Tag selbst einlädt und sie als Gottheiten mit Duft, Blumen, ungebrochenem Reis und Weiterem verehrt;

Vers 9.115

und sie mit den fünf mit ma beginnenden Mudras hingebungsvoll zufriedenstellt: Sind sie zufrieden, bin ich zufrieden, und sämtliche Gottheiten sind zufrieden.

Vers 9.116

Wer einem berauschten Kula-Yogi seine Schwester, Tochter oder Ehefrau überlässt, dessen Verdienst sei unermesslich, Herrin der Götter. [Historische patriarchale Vorschrift; der Vers nennt kein Alter. Frauen sind keine verfügbaren Opfergaben.]

Vers 9.117

Der im Vira-Kreis dargebrachte Trank ist ein unverborgen angelegter, mühelos wachsender Vorrat, Wegzehrung für die andere Welt.

Vers 9.118

Selbst etwas mit sündigem Verhalten Verbundenes und von aller Welt Ausgeschlossenes wird zur Kula-Substanz, wenn es einem großen Kula-Yogi dargebracht wird.

Vers 9.119

Wo ein der Kula-Verehrung ergebener Vira wohnt, wird schon das Land rein, Geliebte; wie viel mehr diejenigen, die vor ihm stehen.

Vers 9.120

Hat ein vorzüglicher Kaulika einmal gegessen, wächst das Verdienst zehnmillionenfach. Essen viele, lässt sich dieses Verdienst nicht bemessen.

Vers 9.121

Deshalb soll man sich mit aller Sorgfalt, in jedem Zustand und jederzeit dem Kula-Dharma widmen und einen Kula-Kenner verehren.

Vers 9.122

Ob wissend oder unwissend: Solange man einen Körper trägt, soll man das Verhalten des eigenen Standes und Lebensstadiums ausführen, um vom Karma frei zu werden.

Vers 9.123

Ist Unwissenheit durch Handeln entwurzelt, gelangt man durch Erkenntnis zum Shiva-Zustand. Eben dadurch entsteht Befreiung, Glückverheißende. Deshalb soll man handeln.

Vers 9.124

Man vollziehe untadelige Handlungen und die täglichen Pflichten. Wer Glück wünscht, gelangt, von karmischer Bindung frei und im rechten Handeln gefestigt, zum Glück.

Vers 9.125

Ein Verkörperter kann nicht sämtliche Handlungen aufgeben. Wer aber die Frucht des Handelns aufgibt, wird Entsagender genannt.

Vers 9.126

Man betrachte: »Die Organe führen ihre eigenen Tätigkeiten aus.« Wer so handelt und das Ich-Gefühl ablegt, wird nicht befleckt.

Vers 9.127

Handlungen, die nach Erlangung der Erkenntnis ausgeführt werden, berühren den Wirklichkeitskenner nicht, wie Wasser ein Lotusblatt nicht benetzt.

Vers 9.128

Bei dem darin Gefestigten vergehen verdienstvolle und schuldhafte Handlungen; auch neu ausgeführte beflecken ihn nicht.

Vers 9.129

Der Wissende, in dem natürliche Glückseligkeit entstanden ist, der sich an der Erkenntnis der Wirklichkeit erfreut und sämtliche absichtsvollen Vorstellungen aufgegeben hat, möge das [bindende Ritual-]Handeln aufgeben, Geliebte.

Vers 9.130

Unverständige, die den Ritualteil ohne Grund aufgegeben haben, sind Häretiker, die sich für gelehrt halten; sie gelangen in die Hölle, Geliebte.

Vers 9.131

Wie ein Baum nach Hervorbringen der Frucht die Blüte ohne Verlangen abwirft, so gebe der Yogi nach Erlangen der Wirklichkeit das Festhalten am Handeln auf.

Vers 9.132

Wessen Herz Brahman gegenwärtig ist, wird weder durch zehntausend Pferdeopfer noch durch zehntausend Brahmanentötungen mit Verdienst oder Schuld befleckt. [Metaphysische Zuspitzung der Karmafreiheit, keine Rechtfertigung von Gewalt.]

Vers 9.133

Welche Handlungen auf Erden auch immer geschehen, sie geschehen um Zunge und Geschlechtsorgan willen. Was soll derjenige mit solchem Handeln, der das Verlangen dieser beiden aufgegeben hat?

Vers 9.134

Damit habe ich dir Yoga und die Merkmale eines großen Yogis kurz und in einem gewissen Umfang erklärt, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

10. Ullasa: Verehrung an besonderen Tagen

Vers 10.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte die Verehrung an besonderen Tagen und ihre Frucht hören. Erkläre sie mir, Gott und höchster Herr.

Vers 10.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören davon wird man von sämtlichen Sünden befreit.

Vers 10.3

Tägliche Verehrung ist die höchste, Verehrung an Festtagen die mittlere, monatliche Verehrung die niedrigere, Göttin. Wer länger als einen Monat aussetzt, wird zum gebundenen Wesen.

Vers 10.4

[Unterbleibt] die Verehrung mit den vorgeschriebenen, mit ma beginnenden Substanzen länger als einen Monat und wünscht das gebundene Wesen erneuten Eintritt, soll es nochmals eingeweiht werden.

Vers 10.5

Alkohol, Fleisch, Fisch, Mudra und geschlechtliche Vereinigung bilden die fünf mit ma beginnenden Dinge, die die Gottheit erfreuen, Göttin.

Vers 10.6

Der Einsichtige verwende diese fünf ordnungsgemäß zur Freude der Gottheit, Herrin. Tut er es aus Gier, ist er ein Sünder.

Vers 10.7

Der achte und vierzehnte Tag der dunklen Monatshälfte, Neumond, Vollmond und Sonnenübergang sind die fünf Festzeiten; an diesen heiligen Tagen [verehre man];

Vers 10.8

ebenso am Geburtstag des Guru, seines Guru und wiederum dessen Guru, der Lehrer des menschlichen und der anderen Ströme sowie am eigenen Geburtstag;

Vers 10.9

bei Erfolg und Gewinn, bei Festen zu Askese, Einweihung und Gelübden, beim Besuch eines heiligen Sitzes oder Vira-Sitzes und bei Begegnung mit Angehörigen der eigenen Gemeinschaft;

Vers 10.10

bei Ankunft des Lehrers, beim Besuch einer heiligen Pilgerstätte oder der Begegnung mit einer Gottheit, an solchen besonderen Tagen, Herrin der Götter.

Vers 10.11

Entsprechend Vermögen, Vertrauen, vorhandenen Substanzen, Angemessenheit, Zeit und Ort vollziehe man die Verehrung.

Vers 10.12

Man lasse den Lehrer die Chakra-Verehrung ordnungsgemäß vollziehen oder verehre selbst, Göttin, mit vorausgehender Bindu-Verehrung.

Vers 10.13

So gelangt man ohne Wiederkehr in deine Welt. Unterlässt ein Kaulika dies aus Verblendung, zieht er den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 10.14

Jeden Monat, alle drei oder sechs Monate oder jährlich verehre man den Guru hingebungsvoll; ist er nicht erreichbar, seine Frau, Kinder und die anderen Angehörigen.

Vers 10.15

Sind auch diese nicht verfügbar, stelle man einen Kula-Kenner, einen Schüler des Guru oder einen anderen Yogi mit Kula-Substanzen zufrieden, nach vorausgehender Kula-Verehrung.

Vers 10.16

Bei Krankheiten, Bedrängnissen, Verfehlungen, schlechtem Umgang oder ungünstigen Vorzeichen verehre man die Yogini-Schar, um die Störung zu befrieden, Göttin.

Vers 10.17

Wo ein Kula-Lehrer anwesend ist, der die Wirklichkeit eines Überlieferungsweges kennt, und drei, vier oder fünf Kaulikas sowie ebenso viele Shaktis, Herrin des Kula und Geliebte;

Vers 10.18

die man einzeln oder als Paare verehrt, mit Duft, Blumen und ungebrochenem Reis schmückt und mit festen und weichen Speisen, Fleisch und den sechs Geschmacksarten [bewirtet];

Vers 10.19

und die dort im reifen freudigen Zustand verweilen: Dies heißt Shri Chakra und wird auch Vrinda, »Schar«, genannt.

Vers 10.20

Im Monat Ashvina vollziehe man die Verehrung von neun Kumaris. Der Übende lade sie morgens mit reinem Geist hingebungsvoll ein.

Vers 10.21

[Am ersten Tag lade er] ein ansprechendes einjähriges Mädchen mit guten Merkmalen [ein]. Nach dem Bad vollziehe der Mantrakundige mit reinem Selbst die Verehrung in vorgeschriebener Reihenfolge, Göttin.

Vers 10.22

Man bringe das durch Einölen und Bad gereinigte Kind in den Verehrungsraum, lasse es bei der Gottheit Platz nehmen und verehre es.

Vers 10.23

Mit Duft, Blumen, Räucherwerk, gewöhnlichen und Kula-Lampen, Genussspeisen, Mahlzeiten und Getränken, Milch, Butterschmalz, Honig, Fleisch, Bananen, Kokosnüssen und anderen Früchten stelle man es zufrieden.

Vers 10.24

Der Übende selbst, mit seiner [erwachsenen] Shakti im Zustand des Endes der Reife verbunden, wiederhole den Mantra nach Vermögen oder mit täglich um eins steigender [Zahl].

Vers 10.25

Das geschmückte Kind betrachtend, vergegenwärtige er sich seine erwählte Gottheit. Danach verneige er sich vor ihm im Bewusstsein seiner Göttlichkeit und verabschiede es.

Vers 10.26

Am zweiten Tag verehre man ein zweijähriges und ein einjähriges Mädchen. Ebenso verehre man an jedem folgenden Mondtag die entsprechende Kumari zusammen mit den am Vortag verehrten.

Vers 10.27

Am neunten Tag [verehre man] Mädchen von einem bis neun Jahren: Bala, Shuddha, Lalita, Malini, Vasundhara, Sarasvati, Rama, Gauri und Durga heißen die neun [Göttinnengestalten].

Vers 10.28

Man verehre jede gesondert mit ihrem Namen im Dativ, dem Tritara vorangestellt und »Gottheit« sowie »Verehrung« nachgestellt.

Vers 10.29

[Ferner verehre man] einen fünfjährigen Vatuka und einen neunjährigen Ganeshvara mit Duft, Blumen, Gewändern und Schmuck, entsprechend dem eigenen Vermögen.

Vers 10.30

Man verehre sie als Gottheiten und stelle sie mit Gaben zufrieden, ohne Vermögen zu verheimlichen, damit das eigene Vorhaben seine Frucht erreicht.

Vers 10.31

Während der neun Nächte wiederhole man [den Mantra] mit schrittweise um eins steigender Zahl und bringe die während Navaratri vollzogene Verehrung der Göttin dar, Göttin.

Vers 10.32

Nach Betelgabe und Ehrengabe verabschiede man die Kumaris. Wer auf diese Weise jedes Jahr die neun Kumaris verehrt;

Vers 10.33

ist verdienstvoll und erfreut die Gottheit. Er erfüllt seine Herzenswünsche und wohnt in deiner Nähe.

Vers 10.34

Oder der Mantrakundige verehre während der neun Nächte hingebungsvoll neun ansprechende Frauen, die das Erwachsenenalter erreicht haben, Parvati.

Vers 10.35

[Als ihre Gestalten verehre er] Hrillekha, Gagana, Rakta, Mahocchushma, Karalika, Iccha, Jnana, Kriya und Durga, ferner Vatuka und Ganeshvara; wie zuvor stelle er sie mit den entsprechenden Substanzen, angefangen mit Alkohol, zufrieden.

Vers 10.36

Sind sie im Zustand des Endes der Reife zufrieden, Geliebte, so erlangt der Übende Zufriedenheit und wohnt in deiner Nähe.

Vers 10.37

Wer mit geregeltem Gelübde so jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich verehrt, Göttin und Geliebte;

Vers 10.38

und drei, fünf oder sieben [Frauen] als Gottheiten verehrt, wird mit sämtlicher Herrschermacht erfüllt und uns beiden lieb.

Vers 10.39

An einem Freitag [lade man] eine geliebte, erwachsene, mit allen guten Merkmalen ausgestattete, zugeneigte und ansprechende Frau [ein], Herrin des Kula;

Vers 10.40

aus einer der acht Kula- oder Akula-Gruppen, menstruierend, Göttin. Nach Einladung und Herbeiholen lasse man sie, durch Einölen und Bad gereinigt, auf einem Sitz Platz nehmen.

Vers 10.41

Der Verfahrenskundige schmücke sie mit Duft, Blumen, Gewändern und Schmuck und sich selbst mit Duft, Blumen und Weiterem, Herrin des Kula.

Vers 10.42

Er rufe die Gottheit in ihr herbei und verehre sie in der Reihenfolge der Auflegungen. Nach der geordneten Verehrung zeige er Räucherwerk, Lampen und Kula-Lampen;

Vers 10.43

und stelle sie hingebungsvoll als Gottheit mit Speisen der sechs Geschmacksarten, Fleisch und verschiedenen festen und weichen Nahrungsmitteln zufrieden, Göttin.

Vers 10.44

Sie im Zustand des Endes der Reife betrachtend, rezitiere er den Mantra; selbst im jugendlichen Aufschwung befindlich, sei er ganz ihrer Meditation ergeben.

Vers 10.45

Mit unverzerrtem Geist [rezitiere er] 1.008-mal. Danach bringe er Rezitation und Weiteres dar und verbringe die Nacht mit ihr.

Vers 10.46

Wer an drei, fünf, sieben oder neun Freitagen nach diesem Verfahren verehrt, dessen Verdienst ist unermesslich, Geliebte.

Vers 10.47

Er erlangt die Frucht der Verehrung der vier heiligen Sitze, Herrin des Kula. Was immer sein Geist begehrt, erreicht er zweifellos.

Vers 10.48

Oder der Verfahrenskundige verehre so am neunten Mondtag. Durch vollständige Verehrung mit sämtlichen Lobgesängen erlangt er große Herrschermacht.

Vers 10.49

Bei Eintritt der Sonne in Krebs oder Steinbock, Waage, Löwe oder Widder, oder bei sämtlichen Sonnenübergängen, vollziehe man Paarverehrung, Geliebte.

Vers 10.50

Gauri und Shiva, Rama und Vishnu, Vani und der Lotusgeborene, Shachi und Indra, Rohini und der Mond, Svaha und Feuer, Prabha und Sonne;

Vers 10.51

Bhadrakali und Virabhadra, Bhairavi und Bhairava: Diese neun Paare verehre man nach dem zuvor beschriebenen Weg.

Vers 10.52

Mit Tritara am Anfang, den jeweiligen Namen und »Verehrung« am Ende verehre sie der Verfahrenskundige mit Duft und Blumen und stelle sie mit Alkohol und Weiterem zufrieden.

Vers 10.53

Man führe die Paare bis zum Zustand des Endes der Reife. Geschieht dies, gewähren die zufriedenen Paargottheiten dem Übenden zweifellos Gnade und erfüllen seine Wünsche, Göttin.

Vers 10.54

Wer jährlich hingebungsvolle Paarverehrung vollzieht, wohnt in deiner Welt, ausgestattet mit sämtlicher Herrschermacht.

Vers 10.55

Am ersten Tag der hellen Hälfte des Monats Vaishakha stehe man zur Brahma-Muhurta auf, bade und vollziehe Sandhya, Herrin.

Vers 10.56

An einem schönen, abgeschiedenen Ort, nach Osten gerichtet, schmücke sich der Verfahrenskundige mit Duft, Blumen und Weiterem.

Vers 10.57

Nach den zuvor genannten Auflegungen nehme er den Zustand der Gottheit an. Wenn die Sonne eben aufgegangen ist, [vergegenwärtige er sich] seine erwählte Gottheit in ihrem Kreis;

Vers 10.58

mit allen umgebenden Gottheiten und verehre sie ordnungsgemäß mit den sechzehn Darbringungen, nach vorausgehender Chakra-Verehrung, Geliebte.

Vers 10.59

Nach Zeigen der Kula-Lampen [bringe er] Shiva in Guru-Gestalt Fisch, Fleisch und die weiteren festen und weichen Speisen ordnungsgemäß [dar];

Vers 10.60

er bringe den Ehrentrank dar und trinke selbst hingebungsvoll seinen Rest, Geliebte, im jugendlichen Aufschwung und mit unverzerrtem Geist.

Vers 10.61

Über die Göttin in jenem Kreis meditierend, rezitiere er 1.008-mal, bringe diese Verehrung dar und nehme die Gottheit wieder in sich auf.

Vers 10.62

So vollziehe man täglich, beginnend am ersten Tag der hellen Hälfte bis zum vierzehnten der dunklen, Rezitation und Verehrung, Mutter.

Vers 10.63

Am Neumondtag verehre man drei, fünf, sieben oder neun Shaktis und Kaulikas, frei von Geldgier, Göttin.

Vers 10.64

Wer einen Monat lang diese Sonnenaufgangsverehrung ausführt, dem gewährt die zufriedene Gottheit die gewünschte Frucht.

Vers 10.65

Verehrt man die Gottheit mittags und abends, Geliebte, erlangt man die entsprechende Frucht und wird den Yoginis lieb.

Vers 10.66

Wer so einen Monat lang zu allen drei Tagesübergängen ordnungsgemäß verehrt, erlangt die gewünschte Vollendung und wandelt wie ein Gott auf Erden.

Vers 10.67

Am ersten Tag der hellen Hälfte des Monats Magha verzichte man tagsüber auf Nahrung, bade, lege weiße Kleidung an und vollziehe abends Sandhya.

Vers 10.68

Nach dem für die Sonnenverehrung genannten Verfahren, mit sämtlichen Substanzen versehen und im jugendlichen Aufschwung, vergegenwärtige man sich die Gottheit im Mond.

Vers 10.69

Bis zum Monduntergang wiederhole man den Mantra mit ungeteilter Aufmerksamkeit. So verehre man täglich bis zum vierzehnten Tag der hellen Hälfte.

Vers 10.70

Am Vollmondtag verehre man nach Vermögen Shaktis und Kaulikas. Wer so hingebungsvoll die Verehrung während der hellen Monatshälfte ausführt, Geliebte;

Vers 10.71

wird von allen Sünden gereinigt, mit sämtlicher Herrschermacht ausgestattet und von allen Welten verehrt; er lebt wie Shiva auf Erden.

Vers 10.72

Wer nach derselben Vorschrift wie in der hellen auch in der dunklen Monatshälfte verehrt, genießt sämtliche Wünsche.

Vers 10.73

Nachdem er hier alle Genüsse erfahren hat, ansprechend wie ein Gott, erlangt er die Gemeinschaft mit Yoginis und Viras; zweifellos.

Vers 10.74

Am ersten Tag der hellen Hälfte des Monats Karttika bade man, vollziehe die Wasserschlürfung und mit reinem Selbst die zuvor gelehrten Auflegungen, Herrin.

Vers 10.75

Wenn die Welt der Lebewesen schläft, in tiefer Nacht, [verehre man] freudigen Selbstes nach dem zuvor erklärten Verfahren, mit sämtlichen Substanzen versehen.

Vers 10.76

Man entzünde mit Butterschmalz einen Docht von der Dicke des Ringfingers, Parvati, auf einem mit fünffarbigem Pulver gezeichneten achtblättrigen Lotus;

Vers 10.77

[über] einem mit berauschendem Trank gefüllten Krug, in einem schönen Bronzegefäß, stelle man die Lampe vor sich auf und richte sich nach Norden.

Vers 10.78

Man meditiere über die Göttin mit ihren umgebenden Gottheiten in der Lampe und verehre sie ordnungsgemäß. Im jugendlichen Aufschwung gedenke man der Gottheit in der Lampe;

Vers 10.79

und wiederhole den Mantra 1.008-mal mit ungeteilter Aufmerksamkeit. So verehre man bis zum vierzehnten Tag der dunklen Hälfte, Mutter.

Vers 10.80

Am Neumondtag verehre man hingebungsvoll Shaktis und Kaulikas. So wird die Gottheit erfreut, Herrin des Kula.

Vers 10.81

Mit sämtlichen Wünschen erfüllt und aller Herrschermacht ausgestattet, von allen Welten geehrt, wandelt man nach eigenem Wohlgefallen.

Vers 10.82

Wer kann, vollziehe die Verehrung der achtmal acht an einem einzigen Tag; sonst in acht, sechzehn, zweiunddreißig oder vierundsechzig Tagen.

Vers 10.83

Man lasse sie vom Guru oder einem anderen Kenner der Abfolge ausführen, Göttin; kennt man die Abfolge selbst, führe man sie selbst aus, ohne Vermögen zu verheimlichen.

Vers 10.84

Die grundlegende Achtergruppe sind die mit Brahmi beginnenden [Mütter] und die mit Asitanga beginnenden Bhairavas; mit den mit Mangala beginnenden [Gestalten] werden acht Paare genannt, Geliebte.

Vers 10.85

Als aus dieser grundlegenden Achtergruppe hervorgegangen gelten im Kula-Agama die vierundsechzig mit Akshobhya beginnenden Paare; diese verehre man.

Vers 10.86

Nach dem zuvor genannten Verfahren und entsprechend dem Vermögen lasse man keinen Teil der Abfolge aus, damit das gewünschte Vorhaben gelingt.

Vers 10.87

Mit Duft, Blumen, ungebrochenem Reis, Fisch, Fleisch, Gärtrank, verschiedenartigen festen und weichen Speisen und den sechs Geschmacksarten stelle man die Paare äußerst hingebungsvoll zufrieden, Göttin.

Vers 10.88

Man vollziehe das Shri Chakra bis zum Zustand des Endes der Reife, Mutter. Wer diese Verehrung der achtmal acht auch nur einmal ausführt, Göttin;

Vers 10.89

wird von Brahma, Vishnu, Mahesha und den anderen Gottheiten verehrt, wie viel mehr von Menschen: Er ist unmittelbar wie ein zweiter Shiva.

Vers 10.90

Durch diese Verehrung wird er von der Schar der vierundsechzig Yoginis gepriesen und wohnt ohne Wiederkehr in deiner Nähe.

Vers 10.91

Eine höhere Verehrung als diese, die sämtliche Gottheiten erfreut, gibt es nicht, höchste Herrin. Dies ist wahr und zweifellos.

Vers 10.92

Wer einen solchen Kreis der achtmal acht hingebungsvoll betrachtet, Geliebte, erlangt die Frucht von Millionen Opfern, Gaben, Askesen, Pilgerfahrten und Gelübden.

Vers 10.93

Ein König, der die Verehrung der achtmal acht hingebungsvoll veranstaltet, Göttin, beherrscht zweifellos die Erde bis zu den vier Meeren.

Vers 10.94

Der Verfahrenskundige verehre die fünfzig mit Shrikantha beginnenden Paare nach dem zuvor gelehrten Verfahren, Herrin des Kula.

Vers 10.95

Um das eigene Vorhaben zu verwirklichen, verehre man ohne Verheimlichung des Vermögens die Paare im Zustand des Endes der Reife.

Vers 10.96

Zufriedengestellt, gewähren sie dem Übenden die gewünschte Frucht. Sein Befehl ist unbehindert, überall wird er wie ein Gott verehrt; von Brahma und den anderen Göttern gepriesen, wohnt er in deiner Welt, Göttin und Geliebte.

Vers 10.97

Wer die mit Keshava, Ganesha und Kama beginnenden Paare ebenso wie die Shrikantha-Paare verehrt, erlangt gewiss dieselbe Frucht.

Vers 10.98

Wer den Gnadenritus bei der Verehrung Dakinis und der anderen monatlich oder jährlich am eigenen Geburtstag ausführt, Geliebte;

Vers 10.99

stelle sie nach dem zuvor genannten Verfahren, entsprechend seinen Möglichkeiten und bis zum Zustand des Endes der Reife zufrieden.

Vers 10.100

Die zufriedenen Gottheiten gewähren ihm sämtlich Gnade, Göttin. Frei von allen Bedrängnissen und mit sämtlicher Herrschermacht ausgestattet;

Vers 10.101

lebt er, von allen gepriesen, hundert Jahre in dieser Welt. Am Ende des Körpers erreicht er zweifellos deine Welt.

Vers 10.102

Wer jährlich das Duti-Opfer nach dem zuvor genannten Verfahren vollzieht, Geliebte, mit vorstellungsfreiem Geist und zusammen mit neun Shaktis;

Vers 10.103

erlangt die Frucht der Verehrung der vierundsechzig heiligen Sitze. Sein Befehl wird wirksam, und er erfreut die Gottheit.

Vers 10.104

Wer die Trika-Verehrung von Wille, Erkenntnis und Handlung nach dem im Agama gelehrten und zuvor beschriebenen Verfahren ausführt;

Vers 10.105

stelle [die drei] mit Gaben entsprechend seinem Vermögen zufrieden. Die drei zufriedenen Gottheiten, Spenderinnen der Früchte aller Handlungen, erfüllen zweifellos den Wunsch des Übenden, Herrin der Götter.

Vers 10.106

Wer solche Gottheitenverehrung an besonderen Tagen gemäß der Schrift ausführt, wird uns beiden lieb.

Vers 10.107

Ein Kaulika, der trotz vorhandener Möglichkeit das Shri Chakra an besonderen Tagen aus Verblendung nicht vollzieht, wird zum Opfertier der Yoginis.

Vers 10.108

Ohne Kula-Verehrung gibt es keinerlei Berechtigung im Kreis. Wer die Kula-Verehrung wohlgeordnet ausführt, ist Kaulika.

Vers 10.109

Bei Verehrung ohne Mantra wird die Gottheit nicht gnädig. Ein Kaulika, der die Kula-Verehrung wohlgeordnet vollzieht, erlangt stets die Gemeinschaft mit Yoginis und Viras, Herrin des Kula.

Vers 10.110

Selbst ein gesellschaftlich Niedriger, der auch nur einmal hingebungsvoll Kula-Verehrung veranstaltet, erlangt ein gutes Ziel. Wie viel mehr andere Zweimalgeborene.

Vers 10.111

Deshalb widme man sich mit aller Sorgfalt, in jedem Zustand und jederzeit der Kula-Verehrung, damit die gewünschte Frucht erreicht wird.

Vers 10.112

Ein Opfer höher als Kula-Verehrung, ein Gelübde höher als Kula-Verehrung, eine Pilgerstätte höher als Kula-Verehrung, eine Askese höher als Kula-Verehrung;

Vers 10.113

eine Gabe höher als Kula-Verehrung, eine Handlung höher als Kula-Verehrung, eine Erkenntnis höher als Kula-Verehrung, eine Freude höher als Kula-Verehrung;

Vers 10.114

ein Dharma höher als Kula-Verehrung, eine Frucht höher als Kula-Verehrung, eine Meditation höher als Kula-Verehrung, eine Größe höher als Kula-Verehrung;

Vers 10.115

ein Yoga höher als Kula-Verehrung, ein Ziel höher als Kula-Verehrung, ein Glück höher als Kula-Verehrung, eine Anbetung höher als Kula-Verehrung;

Vers 10.116

gibt es nicht, gibt es nicht, nochmals: gibt es nicht. Ich schwöre es bei dir, Herrin des Kula. Wozu viele Worte? Höre das Geheimnis, Parvati.

Vers 10.117

Wer Kula-Verehrung nach dem Weg der Veden und Lehrschriften ausführt, bei dem erkenne mich und dich als gegenwärtig, Strahlende, nicht anderswo. Dies ist wahr, wahrlich und zweifellos.

Vers 10.118

Tausend Koti Yoginis und ebenso viele Bhairavas, die sich in Himmel, Erde, Himmelsrichtungen, Wasser, Bergen, Wäldern und überall bewegen, habe ich zum Schutz des Kula eingesetzt, Göttin und Geliebte.

Vers 10.119

Tag für Tag blicken sie alle freudigen Angesichts auf die Übenden, in Erwartung ihrer jeweiligen Verehrung, Parvati.

Vers 10.120

Unverehrt bereiten sie Hindernisse; gut verehrt beschützen sie die dem Guru Ergebenen, die recht handeln, ihren Dharma geheim halten und Sadashiva gleich sind.

Vers 10.121

Menschen ohne Hingabe, mit schlechtem Verhalten und solche, die die Geheimnisse preisgeben, vernichten sie. Deshalb gedenke man im Shri Chakra der Yoginis und Bhairavas, Geliebte.

Vers 10.122

Gedenkt ein Verblendeter ihrer nicht, wird er zum Opfertier der Yoginis. Deshalb gedenke man innerhalb des Shri Chakra sämtlicher Gottheiten.

Vers 10.123

Sie gewähren den Übenden zweifellos Gnade, Herrin der Götter. Nun erkläre ich den Gnadenritus; höre ihn der Reihe nach, Göttin. [Hier beginnt der in der Überlieferung nicht einheitlich enthaltene Zusatzabschnitt.]

Vers 10.124

Für die Begnadigung seiner selbst oder eines anderen [vollziehe man] den vortrefflichen, höchsten [Ritus], mit reinen Substanzen und Chakra-Verehrung versehen.

Vers 10.125

Man gebe allen eine Ehrengabe, richte die Opfergefäße einzeln ein und verehre die in den Buchstaben gegenwärtigen [Göttinnen], geschmückt mit sämtlichem Schmuck;

Vers 10.126

jede heiter, von eigener Freude und Glückseligkeit erfüllt, mit hingebungsvoll dargebrachten Speisen aus Milchreis, Butterschmalz und gekochtem Reis.

Vers 10.127

Nach ordnungsgemäßer Verehrung Ganeshvaras mit Duft und Blumen [spreche man die Mantrasilben] »hasakhaphreṃ hsauṃ ḍāṃ ḍīṃ ḍamalavarayūṃ«;

Vers 10.128

danach »Shri-Paduka, hsauṃ«, umschlossen von »hasakhaphreṃ«. Man fasse den gewünschten Entschluss und [verehre] mit den drei süßen Substanzen, Geliebte. [Die ungewöhnlichen Silbenfolgen sind nicht begrifflich übersetzbar; der Druck bietet Varianten.]

Vers 10.129

Jede einzeln verehre man ordnungsgemäß mit Duft und Blumen. Nach der Verehrung bitte man um die gewünschten Ziele, Lotusgesichtige.

Vers 10.130

Der Übende erlangt sämtliche ersehnten Segen. Zum Schutz seiner selbst und eines anderen verehre man, Geliebte;

Vers 10.131

zur Beseitigung von Krankheiten, zum Erlangen eines Sohnes, zur Einflussgewinnung, zum Glück sowie zur Erfüllung religiöser Pflichten und Vorhaben.

Vers 10.132

Man verehre sieben, vierzehn oder einundzwanzig Tage, Göttin; dann erlangt man die gewünschte Frucht.

Vers 10.133

Man gebe einzeln Ehrengaben, Gewänder, Schmuck und Ringe. [Die Verehrung sei] mit der Kula-Achtergruppe und den Vierundsechzig verbunden.

Vers 10.134

Sorgfältig verehrt, [gewähren sie] vielfache Vollendung. Wer seine eigene Vollendung wünscht, verheimliche sein Vermögen nicht.

Vers 10.135

So wurde der sechsfache Gnadenritus erklärt, Schönangesichtige. Übende sollen ihn zur Erfüllung ihrer Wünsche sorgfältig vollziehen.

Vers 10.136

Nachdem man über Dakini und die anderen meditiert hat, verehre man sie, Schönangesichtige; anschließend verehre man die siebte Göttin, um sämtliche Vollendungen zu erlangen.

Vers 10.137

»Du, die du vom Körper der Shakti hervorgebrachte Opferreste genießt, mit deiner eigenen Schar verbunden: Nimm, nimm die gegebenen Opferreste an, svāhā.« So erfolgt die Entlassung der Opferreste.

Vers 10.138

Dakini hat ein Schlangengesicht, heißt Vitaja, strahlt wie Feuer, trägt Wasserkrug und Messer und gewährt Segen. [Der Druck liest vitajā; der Name wird ohne spekulative Wortableitung wiedergegeben.]

Vers 10.139

Die Göttin Rakini hat ein Eulengesicht, ist blau, trägt Schwert und Schild und ist mit sämtlichem Schmuck versehen.

Vers 10.140

Lakini ist mit einem herrlichen Schädel ausgestattet, trägt Schlinge und Elefantenhaken, gleicht einer Patali-Blüte und ist mit sämtlichem Schmuck versehen.

Vers 10.141

Kakini hat ein Pferdegesicht, strahlt wie Rubin, ist dreigesichtig, trägt einen abgeschlagenen Kopf, gewährt Vollendung und ist überaus schön.

Vers 10.142

Shakini ist schwarz wie Augensalbe, hat ein Katzengesicht, ist sehr schön und trägt Donnerkeil und Stab, mit reinem Lächeln.

Vers 10.143

Hakini hat ein Bärengesicht, gleicht einer dunklen Regenwolke und trägt Schädel und Dreizack, mit Schilden geschmückt. [Die sechs Göttinnen werden anschließend zusammenfassend als] ein-, zwei-, drei-, vier-, fünf- und sechsgesichtig [bezeichnet]. [Es folgt die nicht sicher deutbare Lesung sarabhābhayā. Die fortlaufende Gesichterzahl widerspricht bei Kakini der ausdrücklichen Angabe „dreigesichtig“ in 10.141; dieser Widerspruch der Textfassung bleibt sichtbar.]

Vers 10.144

Damit habe ich dir die Verehrung an besonderen Tagen kurz und in einem gewissen Umfang erklärt, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

11. Ullasa: Regeln des Kula-Verhaltens

Vers 11.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, du von allen Welten Verehrter, ich möchte die Ordnung des Kula-Verhaltens hören. Erkläre sie mir, Gott, Schatz des Mitgefühls.

Vers 11.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören wird man von den Fesseln des gebundenen Wesens befreit.

Vers 11.3

Wenn ein älterer Eingeweihter die Kula-Verehrung nicht ausführt, ein jüngerer aber die Abfolge kennt, soll dieser die Kula-Verehrung vollziehen.

Vers 11.4

Danach gehe er zum Älteren, verneige sich wie vor dem Guru, bringe ihm alles dar und genieße den Rest, Parvati.

Vers 11.5

Kommt während der Verehrung der Guru, ein Älterer oder Verehrungswürdiger hinzu, verneige man sich, erkläre den erreichten Stand und vollziehe den Rest mit seiner Erlaubnis.

Vers 11.6

Sind Schüler eines älteren und eines jüngeren [Lehrers] am selben Ort, gilt die zuvor erklärte Verhaltensordnung, Herrin des Kula.

Vers 11.7

Trifft ein unbekannter Kaulika ein, bedenke man die Rangfolge. Des eigenen Guru gedenkend, spende man nach dem eigenen Weg, Göttin.

Vers 11.8

Die tägliche Verehrung vollziehe man tagsüber, anlassbezogene Verehrung nachts, wunschbezogene Riten zu beiden Zeiten: So entscheidet die Schrift.

Vers 11.9

Ohne Bad, ohne Platz auf dem Sitz, nach dem Essen, schwatzend, ohne Schmuck aus Duft, Blumen, ungebrochenem Reis, Gewändern und Weiterem oder ohne Körperauflegungen vollziehe man keine Kula-Verehrung.

Vers 11.10

Verehrung ohne Mantra, Trankspende ohne Fleisch und Trinken ohne Shakti werden als fruchtlos bezeichnet, Geliebte.

Vers 11.11

Man kann das Shri Chakra auch allein vollziehen, darf aber nicht nur ein Gefäß verehren. Man verehre nicht einhändig und trinke nicht mit nur einer Hand.

Vers 11.12

Mit Fisch, Fleisch und Gärtrank verehre man nicht in Gegenwart Uneingeweihter, Göttin. Man verneige sich beim Betreten und beim Verlassen des Kreises.

Vers 11.13

Im Shri Chakra stelle man sich nicht auf den Sitz und nehme nicht den Vira-Sitz ein, Geliebte. Der Anblick des Shri Chakra beseitigt die Sünden der Augen; ohne ihn sind die beiden Augen eines Kaulika bloß zwei Wunden.

Vers 11.14

Ob von rechtem oder unrechtem Verhalten: Shaktis und Kaulikas im Kreis betrachte man als Shiva und Gauri und verachte sie nicht, Göttin.

Vers 11.15

Man besuche hingebungsvoll das Haus des Kula-Lehrers und bitte zur Reinigung von Sünden um Nektar und Nahrung; fehlen diese, trinke man Wasser.

Vers 11.16

Ein vom Kula-Lehrer oder seiner Shakti gegebenes Gefäß nehme man hingebungsvoll und nach Verneigung an; andernfalls gelangt man in die Hölle.

Vers 11.17

Wer ohne Bad, ohne Hingabe oder aus Gier die Kula-Substanz genießt, erlangt Armut, Herrin des Kula.

Vers 11.18

Mit Turban oder engem Obergewand, nackt, mit gelöstem Haar, von einer Menschenmenge umgeben, zerstreut, zornig oder streitend genieße man den Kula-Nektar nicht.

Vers 11.19

Durch Ausspeien des Yoga-Nektars, Herumschwenken des Alkoholgefäßes oder Trinken durch ein nach oben gerichtetes Rohr zieht man den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 11.20

Wer [mit anderen] auf einem einzigen Sitz sitzt, aus einer einzigen Schüssel isst und aus einem einzigen Gefäß trinkt, gelangt in die Hölle, Geliebte.

Vers 11.21

Wer Kula-Substanz ohne Erlaubnis genießt, während der Guru, ein Kula-Kenner seiner Linie, dessen Sohn, ein eigener Älterer oder Kula-Lehrer im selben Dorf weilt, gelangt in eine unvergängliche Hölle, große Herrin.

Vers 11.22

Mit Speiseresten befleckt berühre man im Kreis die Kula-Substanzen nicht, Parvati. Man wasche draußen beide Hände und lasse dann die Substanzen darreichen.

Vers 11.23

Man fülle das Gefäß nicht, indem man den Alkoholbehälter hochhebt, Geliebte, und tauche das Genussgefäß niemals in den Sura-Behälter.

Vers 11.24

Ein Verblendeter, der mitten im Kreis zum Zweck der Reinigung die Hände wäscht oder Ähnliches tut, wird zum Aufenthaltsort von Gefahren.

Vers 11.25

Wer innerhalb des Shri Chakra spuckt, Kot, Urin oder Darmwind abgibt, wird zum Opfertier der Yoginis.

Vers 11.26

Zerbricht im Kreis ein Krug, fällt ein Gefäß zu Boden oder erlischt die Lampe, veranstalte man zur Befriedung ein Shri Chakra, Geliebte.

Vers 11.27

Berauschte Wissende rezitieren, meditieren, loben, verneigen sich, unterweisen, fragen und freuen sich, Geliebte.

Vers 11.28

Berauschte Unwissende irren umher, brüllen, lachen, streiten, weinen, verlangen nach Frauen und schmähen, Geliebte.

Vers 11.29

Spott, Geschwätz, bloße Widerrede, Vielreden, Gleichgültigkeit, Furcht und Zorn meide man im Kreis.

Vers 11.30

Mit dem Gefäß in der Hand wandere man nicht im Kreis umher, große Göttin, und halte ein volles Gefäß nicht lange untätig in der Hand, Geliebte.

Vers 11.31

Mit dem Gefäß in der Hand plaudere man nicht; man zerbreche kein Gefäß, Mutter, berühre es nicht mit den Füßen und lasse keinen Tropfen zu Boden fallen.

Vers 11.32

Man reiche das Gefäß weder mit nur einer Hand noch ohne Mudra weiter, Geliebte, bewege es nicht von seinem Platz und verwechsle die Gefäße nicht.

Vers 11.33

Man trinke und fülle nicht geräuschvoll, stoße Gefäße nicht gegeneinander und lasse sie nicht zu Boden fallen.

Vers 11.34

Man hebe das Gefäß nicht samt Unterlage, stelle es nicht ohne Unterlage ab, leere es nicht vollständig und schwenke es nicht herum, Geliebte.

Vers 11.35

Der Einsichtige steige nicht über das Gefäß und werfe es nicht hoch, Geliebte. Nach dem Reinigen bewahre er es verborgen auf: So lautet die Anweisung, höchste Herrin.

Vers 11.36

Wenn ein Kaulika in entfaltetem Aufschwung ein gebundenes Wesen aufsucht, dessen Schriften liest oder sich mit einer nicht eingeweihten Frau verbindet;

Vers 11.37

dessen Umgang pflegt oder dessen Tätigkeiten ausführt, vergehen Dharma, Wohlstand, Lebensdauer, Ruhm, Verdienst, Vermögen, Glück und Weiteres.

Vers 11.38

Wer die im Shri Chakra befindliche Kula-Substanz aus Zuneigung, Gier oder Furcht Uneingeweihten gibt, wird zum Opfertier der Yoginis.

Vers 11.39

Selbst mit einem Feind führe man im Kreis keinen Wortstreit. Man betrachte ihn wie Vater und Mutter und ertrage seine harten Worte.

Vers 11.40

Wer sich beim Anblick von Kaulikas ebenso im Herzen freut wie beim Anblick von Frau, Kindern und Freunden, wird den Yoginis lieb.

Vers 11.41

»Von Brahma bis zum Grashalm reicht meine Guru-Folge; alle sind meine Schüler. Wer auf Erden wäre nicht verehrungswürdig?« Wer diese feste Überzeugung hat, wird uns beiden lieb.

Vers 11.42

Wer hochmütig denkt: »Ich bin Guru, ich bin der Älteste, ich weiß; ich allein bin das Ziel«, ist kein Kaulika.

Vers 11.43

Den verehrten Guru, die Kula-Schriften und Verehrungsorte nenne man hingebungsvoll nach einer Verneigung und mit vorangestelltem »Shri«, Göttin.

Vers 11.44

Außer bei der Mantrarezitation spreche man den Guru nicht mit seinem persönlichen Namen an, Geliebte; im Gespräch und bei der Praxis sage man Shrinatha, Deva oder Svamin.

Vers 11.45

Den Paduka-Mantra des Guru, die Mudra, den Grundmantra und den eigenen Paduka-Mantra offenbare man niemandem außer einem Schüler, Herrin der Götter.

Vers 11.46

Überlieferungsfolge, Agama, Amnaya, Mantra, Verhalten und Weiteres werden fruchtbar, wenn sie aus dem Mund des Guru empfangen wurden; anders nicht, Geliebte.

Vers 11.47

Den Träger der heiligen Schrift nenne man nicht bloß »Buch«, Geliebte. Man verehre ihn täglich hingebungsvoll und gebe ihn nicht in die Hand eines Uneingeweihten.

Vers 11.48

Kula-Schriften pflege man wie die eigene Ehefrau, Parvati; sämtliche Schriften der gebundenen Wesen meide man wie die Ehefrau eines anderen.

Vers 11.49

Wie Milch in einem Beutel aus Hundehaut für vorzügliche Zweimalgeborene untrinkbar wäre, so sollen Kaulikas Dharma nicht aus dem Mund eines gebundenen Wesens hören.

Vers 11.50

Wer das Kula-Verhalten hört und wer es gemäß der Schrift erklärt, gelangen beide unmittelbar zur Gemeinschaft mit Yoginis und Viras.

Vers 11.51

Wer dem Kula-Dharma kein Vertrauen entgegenbringt, Herrin des Kula, kehrt bis zur [Welt-]Auflösung nicht aus der Hölle zurück.

Vers 11.52

Die geheiratete, unterhaltene, gekaufte, gegen Entgelt herbeigebrachte und auch die nur einmal in Liebe verbundene Frau: Dies sind fünf Arten von Gefährtinnen des Guru. Sie sind wie der Guru unverletzlich und zu verehren.

Vers 11.53

Die Shakti des Guru, die Frau eines Vira, eine Kumari, eine Gelübdehalterin, eine an Gliedern beeinträchtigte, entstellte oder bucklige Frau soll man nicht begehren.

Vers 11.54

Tochter, Schwester, Enkelin und Schwiegertochter soll man nicht begehren; auch die Geliebte nicht vor dem Guru. Man vollziehe vor ihm keine gegenseitige Umarmung.

Vers 11.55

Eine schwarz gekleidete, dunkelhäutige, unverheiratete, schlankleibige, ansprechende Frau im Erwachsenenalter verehre man als Gottheit.

Vers 11.56

Niemals, auch nicht ein einziges Mal, darf man sich einer Kula-Yogini mit Gewalt nähern. Im Kreis darf man eine aus eigenem Antrieb erregte Frau begehren, Schöne des Kula.

Vers 11.57

Rohes Fleisch, einen Sura-Krug, einen brünstigen Elefanten, einen Träger der Kennzeichen der Vollendung, Mango- und Ashoka-Baum sowie spielende Mädchen;

Vers 11.58

einen einzeln stehenden Baum, eine Verbrennungsstätte, eine Gruppe von Frauen und eine rot gekleidete Frau begrüße man bei ihrem Anblick hingebungsvoll.

Vers 11.59

Guru, Shakti, Kinder, Ältere und Jüngere, Kula-Lehrer, Schriften der Kula-Lehre, Kula-Substanzen und Kaulikas;

Vers 11.60

Anreger, Hinweisgeber, Sprecher, Wegweiser, Unterweiser und Erwecker, Yogis und Verkörperungen von Yoginis und Siddhas;

Vers 11.61

ein Mädchen, eine Kumari, eine nackte oder geistig verwirrte Frau schmähe man nicht, verabscheue sie nicht, verlache sie nicht und verachte sie nicht.

Vers 11.62

Zu keinem Kula-Yogi spreche man Unfreundliches oder Unwahres. Eine Kula-Frau bezeichne man nicht abfällig als »hässlich« oder »schwarz«.

Vers 11.63

Man untersuche nicht, was Verehrer und Viras getan oder unterlassen haben. Man starre keine nackte, geistig verwirrte oder an der Brust entblößte Frau an.

Vers 11.64

Tagsüber vollziehe man keine Vereinigung mit einer Frau und betrachte nicht ihre Yoni. Jede Frau in der Welt stammt aus dem Geschlecht der Mütter.

Vers 11.65

Bei Übergriffen gegen Frauen werden die Kula-Yoginis zornig. Selbst wenn eine Frau hundert Verfehlungen begangen hat, schlage man sie nicht einmal mit einer Blume. Man zähle ihre Fehler nicht auf, sondern hebe ihre guten Eigenschaften hervor.

Vers 11.66

Die Kula-Yoginis wohnen stets in den Kula-Bäumen. Man esse nicht von deren Blättern, sondern verehre sie besonders.

Vers 11.67

Man schlafe nicht unter einem Kula-Baum und füge ihm keinen Schaden zu. Bei seinem Anblick verneige man sich hingebungsvoll und fälle ihn niemals.

Vers 11.68

Shleshmataka, Karanja, Nimba, Ashvattha, Kadamba, Bilva, Vata, Udumbara und als neunter Tintidi [Tamarinde] werden genannt.

Vers 11.69

Ein Kaula meide fünf Dinge: [eigenmächtige] Sühne, den Sprung vom Abgrund, formelle Entsagung, Annahme [fremder] Gelübde und Pilgerreisen.

Vers 11.70

Töten eines Vira, zweckloses Trinken, Verkehr mit der Frau eines Vira, Diebstahl seines Besitzes und als fünftes Umgang mit solchen Tätern heißen die großen Sünden der Kaulikas in der Kula-Überlieferung.

Vers 11.71

Im Shivaismus ist Erkenntnis der Prinzipien die Essenz, in der Garuda-Lehre das Einnehmen von Gift, in der Sternkunde die Finsternisberechnung, im Kaula das Begnadigen und Strafen.

Vers 11.72

Wer Gottheit, Guru, Schriften und das Verhalten der Vollendeten verspottet, Wissen stiehlt oder den Guru verrät, wird zum Brahmarakshasa.

Vers 11.73

Wer das Wort des Guru zunichtemacht, Viras schmäht, den Guru mit »hum« oder herabsetzendem »du« anfährt, einen Vira im Streit besiegt oder Kula-Schriften anzweifelt, wird zum Brahmarakshasa, Geliebte.

Vers 11.74

Wer einen Guru verachtet, der ihm auch nur einen Buchstaben gegeben hat, durchläuft hundert Hundegeburten und wird danach als Chandala geboren.

Vers 11.75

Mutter, Vater, Ehefrau, Bruder, Verwandten oder Sohn, der das Kula schmäht, solle man ohne weiteres Überlegen töten, Göttin. [Der Text fordert hier religiös begründete Gewalt. Die Übersetzung gibt diese historische Forderung wieder; sie ist nicht gerechtfertigt.]

Vers 11.76

Um des Guru, der Gottheit, der Kaulikas, des Kula-Agama oder des Kula-Dharma willen, Herrin des Kula;

Vers 11.77

wer einen Verleumder tötet oder selbst angegriffen das schwer aufzugebende Leben hingibt, gehe im höchsten Shiva auf, Göttin. [Fortsetzung des gewaltbejahenden Abschnitts.]

Vers 11.78

Wo durch den Tod eines einzigen Übeltäters vielen Sicherheit entsteht, sei dessen Tötung verdienstvoll. [Wertung des historischen Textes.]

Vers 11.79

Was im Shri Chakra geschieht, ob gut oder schlecht, soll niemals erzählt werden: So lautet die Anweisung, höchste Herrin.

Vers 11.80

Vor Uneingeweihten spreche man niemals über den Kula-Dharma, Geliebte, so wie man [nach der hier vorausgesetzten Standesregel] den Veda nicht vor einem Shudra rezitiert.

Vers 11.81

Heilige Sitze, Felder, Agamas, Überlieferungswege, ihre Wissensformen, Verhalten, Kaulikas und Kula-Substanzen bespreche man nicht in Gegenwart Uneingeweihter, Göttin.

Vers 11.82

Wie man Vermögen und Getreide vor Dieben schützt, so schütze man den Kula-Dharma vor Uneingeweihten, Göttin und Geliebte.

Vers 11.83

Innerlich Kaula, äußerlich Shaiva, unter Menschen Vaishnava: So halte man Kaula wohlverborgen, Göttin, wie Wasser in einer Kokosnuss.

Vers 11.84

Den gesamten Kula-Dharma und das Weitere verberge man in jedem Zustand und jederzeit sorgfältig wie die Schwangerschaft der eigenen Mutter von einem Liebhaber.

Vers 11.85

Veden, Lehrschriften und Puranas liegen offen wie öffentliche Frauen; diese Shambhavi-Wissenslehre dagegen ist verborgen wie eine Frau aus angesehener Familie.

Vers 11.86

Die Gottheiten begnaden denjenigen, der das Kaula-Verhalten sorgfältig geheim hält, und erfüllen seine Wünsche; Offenbarer vernichten sie.

Vers 11.87

Wer die Kula-Schriften kennt, der Kula-Verehrung ergeben ist und dich im Geheimen verehrt, Herrin des Kula, wohnt in deiner Nähe.

Vers 11.88

Den Guru mache der Einsichtige bekannt, den Mantra halte er sorgfältig geheim. Das Nichtbekanntmachen [des Guru] und Bekanntmachen [des Mantra] vernichten Wohlergehen und Lebensdauer.

Vers 11.89

Wer aus sämtlichen Verhaltensordnungen gefallen ist, kann beim Kula-Verhalten Zuflucht suchen. Wer aus dem Kula-Verhalten fällt, gelangt in die Raurava-Hölle.

Vers 11.90

Selbst für große Sünder kennen die Schriften Sühne; für den aus dem Kula Gefallenen wird nirgends Sühne gesehen, Herrin der Götter.

Vers 11.91

Wer beim Kula-Dharma Zuflucht nimmt, aber sein Verhalten nicht einhält, diesem nach Belieben handelnden großen Sünder, Geliebte;

Vers 11.92

entstehen Bedrängnisse, Verfehlungen, Krankheiten, Armut, Streit, Furcht, der Zorn der Yoginis und Fehltritte auf Schritt und Tritt.

Vers 11.93

Fallend und zugrunde gerichtet, ohne Glanz und höchst uneinsichtig, geschmäht, von allen gehasst, verwirrt und ohne Gemeinschaft, zieht er von Land zu Land; stets misslingen seine Vorhaben.

Vers 11.94

Auch dort verzehren ihn die Shakinis, die den Kula-Weg beschützen. Ich selbst gab ihnen einst diesen Segen.

Vers 11.95

Deshalb wird ein Mensch mit rechtem Verhalten den Yoginis lieb, Göttin. Fehlverhalten vernichtet selbst [den Nutzen der Kenntnis] aller vier Veden, Herrin des Kula.

Vers 11.96

Wer auch nur die Essenz des Paduka-Mantra kennt und an rechtes Verhalten gebunden bleibt, erlangt dadurch Gottsein und die Gemeinschaft mit Yoginis und Viras. Durch das Gegenteil gelangen Kaulikas zu Tiergeburten.

Vers 11.97

Dieses Kaula, das Befehle wirksam macht, wird durch Fehlverhalten zerstört. Durch Einhaltung des rechten Verhaltens entsteht wahrlich Befehlswirksamkeit.

Vers 11.98

Nicht Weihe, Mantra oder Schriftstudium sind die entscheidende Ursache des Kula-Dharma, sondern rechtes Verhalten, Herrin des Kula.

Vers 11.99

Wer die innere Bedeutung von Para, Shri-Paduka, den drei Prinzipien, dem Verhalten und dem Weiteren kennt, ist ein Verpflichteter und ein Kaulika, Shambhavi.

Vers 11.100

Man ist so lange kein Kaulika, Göttin, wie man nicht in die Verpflichtungen aufgenommen wurde. Durch ihre Einhaltung entsteht Befreiung beim Ablegen des Körpers.

Vers 11.101

Durch fehlende Weihe, Übertreten des Guru-Wortes und Aufgeben des rechten Verhaltens fällt ein Kaulika, Göttin.

Vers 11.102

Unterlassen täglicher und anlassbezogener Riten, fehlende Substanzen, Mantras oder Yantras, schlechter Umgang mit Unberechtigten und Gebundenen sowie Vermischung von Mantras;

Vers 11.103

Verfehlungen im Geheimen oder öffentlich, wissentlich oder unwissentlich, Geliebte: Bei solchen Fehlern [berücksichtige der Guru] Schwere und Leichtigkeit der Schuld;

Vers 11.104

er kenne Ort, Zeit, Alter und Vermögen genau und verordne ordnungsgemäß eine Sühne zur Reinigung von sämtlichen Sünden.

Vers 11.105

Der Schüler vollziehe die vom Guru angeordnete Sühne. Als [Sühne] für sämtliche Sünden gilt auch die Wiederholung des Guru-Namens.

Vers 11.106

Wie die Unreinheit des Goldes durch Feuer beseitigt wird, so verbrenne man die Befleckung des Fehlverhaltens im Feuer der Sühne.

Vers 11.107

Wozu viele Worte? Höre das Geheimnis, Parvati: Für alle Stände und Lebensstadien verleiht rechtes Verhalten ein gutes Ziel.

Vers 11.108

Der Guru erkläre die Verhaltensregeln dreimal, Herrin des Kula. Nimmt der Schüler sie dann nicht an, trifft den Guru keine Schuld.

Vers 11.109

Wie der Fehler des Ministers den König und der Fehler der Ehefrau den Ehemann erreicht, so erreicht die Schuld des Schülers zweifellos den Guru, Geliebte.

Vers 11.110

Damit habe ich dir die Vorschrift des Kula-Verhaltens kurz und in einem gewissen Umfang erklärt, Göttin und Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

12. Ullasa: Guru und Hingabe

Vers 12.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte die Merkmale der Paduka-Verehrung, der Hingabe und des Verhaltens hören. Erkläre sie mir, Herr der Götter, Schatz des Mitgefühls.

Vers 12.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören entsteht rasch Hingabe.

Vers 12.3

Wie die mit Sutra beginnenden [Sprachformen] im Grundkreis der Sprache enthalten sind, so ruht das Wissen des Kularnava in der Paduka. [Die erste Vergleichshälfte ist im Sanskrit verkürzt.]

Vers 12.4

Höher als unzählige große Gaben, große Gelübde und große Opfer ist das Gedenken an die verehrte Paduka [die Sandalen des Guru beziehungsweise ihren Mantra].

Vers 12.5

Höher als unzählige Mantrawiederholungen, Bäder an Millionen Pilgerstätten und Millionen Gottesverehrungen ist das Gedenken an die verehrte Paduka, Göttin.

Vers 12.6

Bei schwerer Krankheit, großem Unheil, großer Verfehlung, Furcht, Not und Sünde schützt die Paduka, wenn ihrer gedacht wird.

Vers 12.7

Bei schlechtem Verhalten, übler Rede, schlechtem Umgang, unrechter Annahme von Gaben und schlechter Gesinnung schützt die Paduka, wenn ihrer gedacht wird.

Vers 12.8

Wer das Gedenken an die verehrte Paduka stets auf der Zunge trägt, hat damit studiert, erinnert, erkannt, geopfert, gegeben und verehrt.

Vers 12.9

Wer den verehrten Paduka-Mantra auch nur einmal hingebungsvoll wiederholt, Göttin, wird von allen Sünden frei und erreicht das höchste Ziel.

Vers 12.10

Ob rein oder unrein: Wer hingebungsvoll der Paduka gedenkt, erlangt mühelos Dharma, Wohlstand, Liebesgenuss und Befreiung.

Vers 12.11

In welcher Richtung die Lotusfüße Shrinathas strahlen, in diese Richtung verneige man sich täglich hingebungsvoll, Geliebte.

Vers 12.12

Kein Mantra ist höher als Paduka, keine Gottheit höher als der verehrte Guru, keine Einweihung höher als die Shakta-Einweihung und kein Verdienst höher als Kula-Verehrung.

Vers 12.13

Die Wurzel der Meditation ist die Gestalt des Guru, die Wurzel der Verehrung sein Fuß, die Wurzel des Mantra sein Wort und die Wurzel der Befreiung seine Gnade.

Vers 12.14

Sämtliche Handlungen in dieser Welt haben den Guru zur Wurzel, Herrin des Kula. Deshalb sollen Hingebungsvolle ihm stets dienen, um Vollendung zu erlangen.

Vers 12.15

Leid, Furcht, Trauer, Gier, Verblendung und Verwirrung bestehen, solange man beim verehrten Guru, der seine Verehrer liebt, keine Zuflucht genommen hat.

Vers 12.16

Verkörperte wandern, von sämtlichen Leiden befleckt, so lange im Daseinskreislauf, wie keine Hingabe an den wahren Guru entsteht, Herrin der Götter.

Vers 12.17

Der herrliche, sämtliche Vollendungen und Früchte gewährende Mantra wird geläutert. Dieser große Weg zur höchsten Wirklichkeit wurzelt in der Gnade des Guru.

Vers 12.18

Damit der zufriedene, gnädige Segensgeber den Mantra gewährt, stelle man den Guru sorgfältig durch Hingabe, Vermögen und Lebenskraft zufrieden.

Vers 12.19

Wenn der vortreffliche Lehrer seinem Schüler sein eigenes Selbst gibt, wird der Schüler befreit; danach gibt es keine Wiedergeburt.

Vers 12.20

Der Schüler verehre so lange, bis jener gnädig ist. Ist der Guru gnädig, werden die Sünden des Schülers sogleich vernichtet.

Vers 12.21

Herren, die ihre Anhänger lieben, erfüllen ihnen selbst jene Wünsche, die ihre Dienenden nicht einmal im Geist zu wünschen wagen.

Vers 12.22

Ist der Guru zufrieden, gewähren Brahma, Vishnu, Mahesha, die anderen Gottheiten, Weisen und Yogis ebenfalls zufrieden ihre Gnade; zweifellos.

Vers 12.23

Wer von dem durch Hingabe erfreuten, mitfühlenden Guru unterwiesen wird, wird als Schüler vom Karma frei und zum Gefäß für Genuss und Befreiung.

Vers 12.24

Der Schüler soll sich so verhalten, dass der Guru zufrieden wird, und ihm mit Denken, Sprechen, Körper und Handeln Freude bereiten, Herrin der Götter.

Vers 12.25

Sagt der zufriedene Guru seinem Schüler irgendwo: »Du bist befreit«, so gelangt dieser zur Befreiung, Geliebte.

Vers 12.26

Oder der Herr löst in Guru-Gestalt durch eine unentfaltete, außerweltliche Kraft die Fesseln des gebundenen Wesens.

Vers 12.27

Nicht ein bloßer Kenner der vier Veden ist mir lieb, sondern mein Verehrer, selbst ein Hundeesser. Ihm soll man geben, von ihm empfangen; er ist ebenso zu verehren wie ich.

Vers 12.28

Ein Brahmane mit den sechs Vorzügen wird ohne Hingabe nicht gepriesen. Selbst ein Mleccha ohne solche Vorzüge wird bei vorhandener Hingabe Schüler genannt.

Vers 12.29

Bei einem Menschen ohne Guru-Hingabe vergehen Askese, Wissen, Herkunft und Gelübde; sie bleiben bloßer Schmuck, um die Welt zu beeindrucken.

Vers 12.30

Hat das Feuer der Guru-Hingabe schlechte Gesinnung und Befleckung gründlich verbrannt, ist selbst ein Hundeesser von anderen zu verehren; ein ungläubiger Gelehrter dagegen nicht.

Vers 12.31

Wozu noch Dharma, Wohlstand und Liebesgenuss für denjenigen, dessen Hingabe an den verehrten Guru in jeder Hinsicht stets fest ist, Göttin? Ihm liegt schon Befreiung in der Hand.

Vers 12.32

»Er ist Shiva in Guru-Gestalt, der mir Genuss und Befreiung gewährt«: Wer so hingebungsvoll gedenkt, dem ist Vollendung nicht fern.

Vers 12.33

Wer höchste Hingabe an Gott hat und an den Guru ebenso wie an Gott, dem offenbaren sich die hier erklärten Bedeutungen, Herrin des Kula.

Vers 12.34

Wie man Narayana, Mahadeva, Mutter, Vater und König ergeben ist, so soll man dem eigenen Guru ergeben sein, große Göttin.

Vers 12.35

Den verehrten Guru und seine Frau betrachte man als Lakshmi und Narayana, Vani und den Schöpfer, Girija und Shiva sowie als die eigenen Eltern.

Vers 12.36

Durch Opfer, Gaben, Askese, Pilgerfahrten und Gelübde erlangt man sämtliche Vollendungen nicht so wie durch Guru-Hingabe, Göttin und Geliebte.

Vers 12.37

In dem Maß, wie unerschütterliche Hingabe an den Guru wächst, wächst auch unmittelbare Erkenntnis, Herrin des Kula.

Vers 12.38

Wozu Pilgerfahrten mit großer Mühe und Gelübde, die den Körper auszehren? Aufrichtiger Dienst ist die Hingabe an den wahren Guru, Herrin der Götter.

Vers 12.39

Die Frucht großer körperlicher Mühen und Askese erlangt man durch Guru-Dienst mühelos, Göttin.

Vers 12.40

Für die nach Genuss und Befreiung oder nach der Stellung Brahmas, Vishnus und Ishas Strebenden gibt es nur Guru-Hingabe, Göttin, keinen anderen Weg: So [lehrt] die Offenbarung.

Vers 12.41

Hingabe verbrennt in einem Augenblick unheilsame Handlungen und große Sünden wie Feuer einen Baumwollhaufen.

Vers 12.42

Verehrung jenem Vertrauen, das alle Vollendungen gewährt und durch das Lehm, Holz und Stein unfehlbare Früchte tragen.

Vers 12.43

Nicht Yoga, Askese oder irgendeine Verehrungsfolge [ist hier entscheidend]; auf diesem unverfälschten Kula-Weg zeichnet sich allein Hingabe aus. [Die Verbform der ersten Zeile ist schwer verständlich.]

Vers 12.44

Wenn die ganze Welt unmittelbar aus dem Guru besteht, Göttin, wem unter den Hingebungsvollen sollte der Mantra an ihrem heiligen Ort nicht gelingen?

Vers 12.45

Wer im Guru bloß einen Menschen, im Mantra bloß Buchstaben und im Kultbild bloß Stein sieht, gelangt in die Hölle.

Vers 12.46

Man betrachte den Guru nicht als gewöhnlichen Sterblichen. Wer es tut, erlangt niemals Vollendung durch Mantras oder Gottesverehrung.

Vers 12.47

Wer den verehrten Guru gewöhnlichen Menschen gleichsetzt, in Gedanken oder Worten, dessen sämtliches Verdienst wird zur Sünde, Geliebte.

Vers 12.48

Die Eltern sind als Ursache der Geburt sorgfältig zu verehren. Besonders zu verehren ist der Guru, der Recht und Unrecht aufzeigt.

Vers 12.49

Der Guru ist Vater, Mutter und der Gott Maheshvara. Ist Shiva zornig, schützt der Guru; ist der Guru zornig, schützt niemand.

Vers 12.50

Mit Denken, Wort, Körper und Handlung tue man, was dem Guru dient. Wer ihm schadet, wird als Wurm im Kot geboren, Göttin.

Vers 12.51

Wer den verehrten Guru hinsichtlich Körper, Vermögen oder Lebenskraft betrügt, wird zweifellos Wurm, Insekt oder Motte.

Vers 12.52

Aufgeben des Mantra führt zum Tod, Aufgeben des Guru zu Armut; Aufgeben von Guru und Mantra führt in die Raurava-Hölle.

Vers 12.53

Um des Guru willen erhalte man den Körper, um seinetwillen erwerbe man Vermögen und erfülle seine Aufgabe selbst unter Hingabe des eigenen Lebens. [Historisches Ideal uneingeschränkten Gehorsams.]

Vers 12.54

Ein hartes Wort des Guru betrachte man als Segen; selbst wenn man von ihm geschlagen wird, solle man es als Gnade ansehen. [Diese Forderung legitimiert im Text Misshandlung; sie ist keine angemessene heutige Lehrer-Schüler-Regel.]

Vers 12.55

Genussmittel, Speisen und Gegenstände bringe man dem Guru dar und genieße sie in dem Gedanken, dass sie seine Reste sind, Herrin des Kula.

Vers 12.56

Vor dem Guru vollziehe man keine [eigenständige] Askese, kein Fasten und keine Gelübde; man unternehme keine Pilgerfahrt und bade nicht zur eigenen Reinigung.

Vers 12.57

Man trenne sich nicht vom Guru und rede ihn nicht herabsetzend mit »du« an. Als Schüler betreibe man mit Gurus weder Darlehensgabe noch -nahme, weder Kauf noch Verkauf.

Vers 12.58

Mit Ungläubigen führe man weder Streitgespräche noch Unterhaltungen, Herrin; bei ihrem Anblick entferne man sich und sitze niemals mit ihnen zusammen.

Vers 12.59

Wer in Gegenwart des Guru jemand anderen verehrt, Mutter, gelangt in eine schreckliche Hölle; seine Verehrung ist fruchtlos.

Vers 12.60

Mit dem Kopf, der die Lotusfüße des Guru trägt, trage man keine Last – außer auf seine Anweisung; denn der Guru gilt als Verkörperung der Anweisung.

Vers 12.61

Anderswo gehörte Mantras, Agamas und weitere Lehren teile man ihm mit, nehme sie nur auf seine Erlaubnis an und meide, was er untersagt.

Vers 12.62

Den geheimen Sinn der eigenen Schrift offenbare man nicht irgendeinem Menschen. Wer es tut, fällt zweifellos aus den Verpflichtungen.

Vers 12.63

Man vergegenwärtige sich stets Nichtzweiheit, nicht Zweiheit mit dem Guru, und wirke zum Wohl aller Wesen wie für das eigene Selbst, Herrin des Kula. [Übersetzt nach der Hauptlesart; verbreitete andere Fassungen formulieren die Guru-Ausnahme abweichend.]

Vers 12.64

Dienst ist vierfach: mit sich selbst, Vermögen, Ehrerweisung und aufrichtiger Gesinnung. Durch verständigen Dienst stelle der Schüler den Guru zufrieden, Göttin.

Vers 12.65

Wer ganz dem Dienst an Guru, Gottheit und großen Seelen ergeben ist, erlangt zweifellos bei jedem Schritt die Frucht eines Pferdeopfers.

Vers 12.66

Schon Guru-Dienst bewirkt deine Gnade, Geliebte. Mit wahrer Hingabe verbunden, erfüllt er alle Wünsche.

Vers 12.67

Durch Guru-Dienst vergehen sämtliche Sünden, wachsen die Verdienste und gelingen alle Vorhaben, Geliebte.

Vers 12.68

Was immer einem selbst wohltuend ist, biete man ihm entsprechend dar. Das Verdienst dessen, der den Guru als Gott verehrt, ist unermesslich.

Vers 12.69

Was man hingebungsvoll entsprechend seinem Vermögen für den Guru tut, ob wenig oder viel, bringt Reichen und Armen gleiches Verdienst.

Vers 12.70

Selbst wenn ein Schüler alles gibt, erlangt er ohne Guru-Hingabe keine Frucht; denn Hingabe allein ist die entscheidende Ursache.

Vers 12.71

Einen Gegenstand, den der Guru begehrt, genieße man nicht selbst. Besteht ein dringender Wunsch danach, nutze man ihn mit seiner Erlaubnis.

Vers 12.72

Wer aus Gier oder Verblendung auch nur ein halbes Sesamkorn oder dessen Hälfte vom Eigentum des Guru für sich nutzt, wird in einundzwanzig Höllen gekocht.

Vers 12.73

Wer auch nur sehr wenig vom Eigentum des Guru ungeschenkt an sich nimmt, wird in Tiergestalt geboren und von Fleischfressern verzehrt, Geliebte.

Vers 12.74

Für einen gefallenen, niedrigen Menschen, der den Besitz des Guru oder Verkehr mit dessen Frau begehrt, gibt es keine Sühne.

Vers 12.75

Brechen seiner Anweisung, Wegnehmen seines Vermögens und ihm missfälliges Verhalten nennt man Guru-Verrat. Wer es tut, ist ein Sünder.

Vers 12.76

Selbst das eigene Vermögen verwende man nicht, ohne es dem Guru mitzuteilen. Wer es ohne Mitteilung tut, wird einem Brahmanentöter gleich.

Vers 12.77

Wer den Ort, die Überlieferung oder den Dharma des Guru zerstört, solle von den Gurus ausgeschlossen, bestraft und von Vollstreckern getötet werden. [Gewaltforderung des historischen Textes.]

Vers 12.78

Aus dem Zorn des Guru entsteht Vernichtung, aus Guru-Verrat Sünde, aus Guru-Schmähung vorzeitiger Tod und aus Schädigung des Guru große Not.

Vers 12.79

Ein Mensch könnte im Feuer, nach Gifttrinken oder in der Hand des Todes überleben – nicht aber, wenn er sich am Guru vergangen hat.

Vers 12.80

Wo der Guru geschmäht wird, verschließe man die Ohren, Mutter, und entferne sich sogleich, damit man nicht weiter zuhört. Danach gedenke man des Guru-Namens; dies ist die Abhilfe für das Gehörte.

Vers 12.81

Freunde, Vertraute, Dienerinnen und Diener des Guru verachte man nicht; ebenso wenig schmähe man seine Verpflichtungen, Veden, Lehrschriften oder Agamas.

Vers 12.82

Die verehrte Paduka des Guru ist Schmuck, das Gedenken seines Namens Mantrawiederholung, Ausführen seiner Anweisung die Aufgabe und Dienst seine Verehrung.

Vers 12.83

Wer den Wohnort des Lehrers betreten möchte, lasse mit ruhigem Geist und großer Hingabe Fahrzeug, Sandalen, Schirm, Yakschweifwedel, Fächer, Betel, Augenschminke und prunkvolle Erscheinung zurück und trete langsam ein.

Vers 12.84

Beim Anblick der Sandalen, des Sitzes, Gewandes, Fahrzeugs, Schirms oder Wedels des Guru verneige man sich und begehre sie nicht zum eigenen Genuss.

Vers 12.85

Füßewaschen, Baden, Einölen, Zähneputzen, Urinieren, Spucken, Rasieren, Schlafen und geschlechtliche Verbindung;

Vers 12.86

Vira-Sitz, üble Rede, Befehlen, Lachen, Weinen, Lösen des Haares, Tragen von Turban oder engem Obergewand und Nacktheit;

Vers 12.87

Ausstrecken der Füße, Streit, Zank, Schmähung, Verrenkungen, Trommeln auf dem Körper, Händeklatschen und Schütteln;

Vers 12.88

Würfelspiel, Schaustellungen, Ringen, Kämpfen und Tanzen vollziehe man nicht an den Wohnorten von Gurus, Yogis und großen Siddhas, an heiligen Sitzen, Feldern und Einsiedeleien, Mutter. Wer es verblendet tut, zieht den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 12.89

Vor dem Guru stehe man dienstbereit und setze sich nicht nach eigenem Belieben. Auf sein Gesicht achtend diene man ihm und führe seine Worte aus.

Vers 12.90

Angeordnete und unausgesprochene Aufgaben des Guru vernachlässige man nicht, Geliebte. Was der Guru sagt, nehme man auf das Haupt und vollziehe es ohne Zweifel.

Vers 12.91

Ob Strafe oder Gnade: Der Guru ist die Ursache von allem. Was aus seinem Mund hervorgeht, heißt insgesamt Schrift.

Vers 12.92

Kann man die Aufgabe des Guru selbst erfüllen, schicke man keinen anderen, Geliebte, selbst wenn man von vielen eigenen und fremden Dienern umgeben ist; man sei äußerst hingebungsvoll.

Vers 12.93

Beim Gehen, Stehen, Schlafen, Wachen, Rezitieren, Feueropfer und Verehren führe man allein die Guru-Anweisung aus, innerlich ganz auf ihn gerichtet.

Vers 12.94

Auf Herkunft, Wissen oder Vermögen sei man nicht stolz. Der Schüler diene jederzeit und beständig in Gegenwart des verehrten Guru.

Vers 12.95

Begierde und Zorn aufgebend, bescheiden, voller Lob und Hingabe, sitze man auf dem Boden und erfülle die Aufgabe des Guru, Göttin.

Vers 12.96

Ob bei eigenen oder fremden Aufgaben: Der Schüler kenne den Sinn seines Guru und verweile demütig und heiteren Gesichts an seiner Seite.

Vers 12.97

Was allgemein verboten ist, bringt, in Gegenwart des Guru ausgeführt, zehnmillionenfache Schuld.

Vers 12.98

Wer das Wort des Guru missachtet und mit abgewandtem Gesicht anhört, ob es ihm angenehm oder unangenehm ist, gelangt in die Raurava-Hölle.

Vers 12.99

Durch Lügen vor dem Guru zieht man dieselbe Schuld auf sich wie durch das Töten einer Kuh oder eines Brahmanen.

Vers 12.100

Ist der Lehrer fortgezogen oder in schwere Not geraten, verlasse man ihn niemals; man gehe nur auf seine Anweisung, Geliebte.

Vers 12.101

Befindet sich der Guru unten, stehe man niemals höher als er; man gehe nicht vor ihm und bleibe nicht sitzen, wenn er aufsteht.

Vers 12.102

Man überschreite nicht den Schatten von Shakti, Gottheit oder Guru, lasse den eigenen Schatten nicht auf sie fallen und schlafe nicht in Gegenwart des Guru.

Vers 12.103

Sprechen, Unterrichten, Singen, Essen, Schlafen und Weiteres vollziehe man weder ohne Erlaubnis noch ohne vorherige Verneigung.

Vers 12.104

Selbst hundert Brahmanentötungen solle man zur Befolgung der Guru-Anweisung ausführen. Ohne Erlaubnis des Guru solle ein Schüler keiner anderen Anweisung vertrauen. [Extreme Gehorsamsforderung des Textes; ein Lehrerauftrag rechtfertigt keine Gewalt.]

Vers 12.105

Alles tue man mit Erlaubnis des Guru und schmähe seine Frau nicht, Geliebte. Hingebungsvoll verneige man sich und stehe mit gefalteten Händen auf.

Vers 12.106

Nach Verneigung verlasse man das Haus des Guru rückwärts. Man sitze nicht auf demselben Sitz wie der Guru oder ihm Gleichgestellte.

Vers 12.107

Vor Gottheit und Guru nehme man nicht eigenmächtig Platz, Göttin. Dem Guru gebührt ein Löwenthron, Älteren ein hervorragender Sitz, Jüngeren ein angemessener Sitz und den anderen gleichartige Sitze.

Vers 12.108

Auch wer reich an Herkunft, Wissen oder Vermögen ist, verneige sich beim Anblick des Guru aus der Ferne freudig lang ausgestreckt und umschreite ihn dreimal rechtsherum.

Vers 12.109

Danach [verneige man sich] drei-, sechs- oder zwölfmal, vor Älteren gegebenenfalls einmal. Sind Guru und dessen Guru zusammen, begrüße man zuerst den übergeordneten Guru, Geliebte.

Vers 12.110

Danach verneige man sich vor dem eigenen Guru und bezweifle seine Anweisung nicht. In Gegenwart des übergeordneten Guru begrüße der Schüler den eigenen Guru im Geist.

Vers 12.111

Vor jeder Gottheit, selbst vor einem Grashalm, verneige man sich mit Guru-Bewusstsein; nicht bloß als [äußere] Gottheit verehre man ein Bild aus Metall oder Ton.

Vers 12.112

Vor dem Guru erfolgen drei Verneigungen, vor Älteren eine, vor Verehrungswürdigen das Falten der Hände und vor anderen eine mündliche Begrüßung.

Vers 12.113

Vor Gottheiten, Gurus, Kula-Lehrern, an Erkenntnis Gereiften, Asketen, Wissensüberlegenen und im eigenen Dharma Gefestigten verneige man sich, Herrin des Kula.

Vers 12.114

Vor einem Frauenfeind, von Gurus Verfluchten, Häretiker, betrügerischen Gelehrten, Übeltäter, Undankbaren oder außerhalb der Lebensordnung Stehenden verneige man sich nicht.

Vers 12.115

Wer im selben Dorf wie der Guru wohnt und isst, ohne ihm zuvor darzubringen, dessen Speise wird unrein; nach dem Tod wird er als Schwein geboren.

Vers 12.116

Ein Schüler im selben Dorf verneige sich zu den drei Tagesübergängen vor dem Guru; ein Schüler in einer Krosha Entfernung täglich.

Vers 12.117

Ein Schüler eine halbe Yojana entfernt verneige sich an den fünf Festzeiten. Von einer bis zwölf Yojanas Entfernung;

Vers 12.118

begrüße man den Guru in Abständen der entsprechenden Zahl von Tagen beziehungsweise Monaten, Geliebte. Ein in fernem Land wohnender Schüler gehe hingebungsvoll zu ihm;

Vers 12.119

und verneige sich nach so vielen Monaten, wie Yojanas genannt sind. Ein sehr weit entfernt wohnender Schüler reise, wenn es ihm möglich beziehungsweise sein Wunsch ist. [Die Entfernungsstaffel ist im Sanskrit nicht widerspruchsfrei formuliert.]

Vers 12.120

König, Gottheit und Guru suche man nicht mit leeren Händen auf. Nach Vermögen bringe man Früchte, Blumen, Gewänder und Weiteres dar.

Vers 12.121

Wer nicht so handelt, Göttin, wird zum Brahmarakshasa. Die Shakti des Guru, dessen Sohn und der ältere Bruder gelten als Guru.

Vers 12.122

Ein Selbstkenner behüte Jüngere wie Söhne. Dem Kula-Lehrer, älteren und jüngeren Gurus und einem dem Guru Gleichgestellten erweise man dieselbe Verneigung wie dem eigenen Guru, Herrin der Götter.

Vers 12.123

Älterer im Opfer, Älterer in der Überlieferungsfolge, Älterer im Kula und älterer Sohn des Guru: Dies sind die vier Arten von Älteren, Göttin.

Vers 12.124

Den im Opfer Älteren begrüße man, den in der Folge Älteren mit achtgliedriger Verneigung; Guru und Kula-Baum sind ordnungsgemäß zu verehren.

Vers 12.125

[Vorläufige Worterschließung:] Gegenüber Vater, Mutter und allen verehrungswürdigen Verwandten; durch Aufstehen, Verneigung und andere Ehrenbezeugungen; nicht offenbar beziehungsweise nicht öffentlich hervorgetreten; außerhalb; Anteil an Schuld. [Eine gesicherte Satzübersetzung liegt nicht vor. Insbesondere ist avyakto doṣabhāg bahiḥ hinsichtlich der Wortgrenze zu prüfen: Auch avyakto ’doṣabhāg bahiḥ, mit elidiertem a- in adoṣabhāk („nicht schuldig“), kommt als Deutung in Betracht. Die fehlende Avagraha-Markierung im Druck entscheidet dies nicht allein. Diese Möglichkeit ist eine redaktionelle Deutung, keine hier belegte zusätzliche Handschriftenlesung. Der Apparat S.162, Anm.5 bietet unter anderem vyakto doṣabhāṅ nahi. Der Gegensatz zum öffentlich als Acharya Auftretenden in 12.126 muss bei der endgültigen Entscheidung berücksichtigt werden. Die frühere deutsche Aussage, der nicht öffentlich Erkannte werde schuldig, ist daher nicht gesichert.]

Vers 12.126

Sobald er sich jedoch als Lehrer offenbart, trifft ihn durch [solches unterordnendes] Aufstehen und Verneigen Schuld.

Vers 12.127

Wer zum Herrn geworden ist und sich vor gebundenen Wesen verneigt, wird ein großes gebundenes Wesen genannt und zieht den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 12.128

Wer entsprechend der Paduka-Zählung die Stellung eines Guru erreicht hat, ist als Guru anzusehen; Ältere müssen sich jedoch nicht vor ihm verneigen, Geliebte.

Vers 12.129

Damit habe ich dir die Merkmale der Paduka und der Hingabe kurz und in einem gewissen Umfang erklärt, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

13. Ullasa: Merkmale von Guru und Schüler

Vers 13.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, Meer des Mitgefühlsnektars, ich möchte die Merkmale von Guru und Schüler hören. Erkläre sie mir, Herr der Götter.

Vers 13.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören entsteht der Zustand des Guru.

Vers 13.3

[Als Schüler meide man] einen aus schlechter Familie Stammenden, Schlechten, Tugendlosen, Ungestalten, Schüler eines anderen, Häretiker, Impotenten oder auf seine Gelehrsamkeit Stolzen;

Vers 13.4

einen mit fehlenden, überzähligen oder veränderten Körperteilen, beeinträchtigten Gliedern, Lahmen, Blinden, Tauben, Unsauberen oder Kranken;

Vers 13.5

einen Verstoßenen, Unfreundlichen, nach Belieben Gekleideten, Geliebte, mit auffälligen Körperbewegungen, Gang, Sprache und Blick;

Vers 13.6

einen Schlaf, Benommenheit, Stumpfheit, Trägheit oder Würfelspiel Ergebenen, der sich stets hinter Türen, Wänden oder Pfeilern verbirgt, nur innere Hingabe behauptet, niedrig gesinnt ist und äußere Hingabe nicht zeigt;

Vers 13.7

einen Lügner, Hochmütigen, häufig Abwesenden, andere Vorausschickenden, Betrüger, in Geld- und Frauenangelegenheiten Unredlichen, der Gebote und Verbote missachtet;

Vers 13.8

einen Geheimnisverräter, Vorhabenzerstörer, Göttin, der sich heuchlerisch wie Katze oder Reiher verhält und nur nach Schwachstellen sucht;

Vers 13.9

einen Täuscher, Undankbaren, heimlichen Zwietrachtsstifter, Vertrauensbrecher, Verräter seines Herrn und Übeltäter;

Vers 13.10

einen Misstrauischen, Zweifelnden, nicht nach Vollendung Strebenden, Angreifer, Habgierigen, Zornigen oder Falschzeugen;

Vers 13.11

einen, der alle betrügt, sich allen überlegen dünkt, unwahrhaftig ist, an Härte hängt und viel von gemeinen Dingen redet, Göttin;

Vers 13.12

einen falsch Denkenden, Sophisten, Streitlustigen, grundlos Anklagenden, Toren, Unbeständigen oder Wortverdreher;

Vers 13.13

einen, der hinter dem Rücken schmäht und ins Gesicht freundlich spricht, Brahman nur in Worten kennt, Wissen stiehlt und sich selbst lobt;

Vers 13.14

einen, der fremde Vorzüge nicht erträgt, schädlich, leidvoll und zornig ist, Mutter, geschwätzig, mit schlechten Menschen befreundet und von aller Welt getadelt;

Vers 13.15

einen Verleumder, andere Quälenden, Vereinbarungen Missachtenden, über eigene Mühen Klagenden, Herrnverräter und Selbstbetrüger, Geliebte;

Vers 13.16

einen Zunge und Geschlechtsorgan Ergebenen, Dieb, tierisch Handelnden, der grundlos Hass, Spott, Leid und Zorn erzeugt, Göttin;

Vers 13.17

einen übermäßig Lachenden, Untätigen, mit Spott ins Innerste Verletzenden, Lüsternen, äußerst Schamlosen und falsche Schandtaten Behauptenden;

Vers 13.18

einen von Missgunst, Überheblichkeit, Neid, Heuchelei und Ich-Dünkel erfüllten Menschen, dessen Geist Eifersucht, Härte, Verleumdung, Geiz und Zorn enthält;

Vers 13.19

einen Unbeständigen, Leidenden, Ängstlichen, der Unvermögen rühmt, Kranken, geistig Unerwachten, Langsamen, Verblendeten, von Sorgen Gequälten oder Schürzenjäger;

Vers 13.20

einen von Durst und Gier Erfüllten, Elenden, Unzufriedenen, alle Anbettelnden, Vielesser, Heuchler, Irreführer oder Verschlagenen, Geliebte;

Vers 13.21

einen ohne Hingabe, Vertrauen, Mitgefühl, Ruhe, Dharma und rechtes Verhalten, der die guten Worte von Eltern, Guru und Weisen verlacht;

Vers 13.22

einen, der Kula-Substanzen verabscheut, auf Guru-Dienst stolz ist, Frauen hasst, aus den Verpflichtungen gefallen oder vom Guru verflucht ist, Herrin des Kula. Einen Schüler mit solchen schlechten Eigenschaften soll der Guru meiden. [Die Liste enthält auch historisch diskriminierende körperliche und soziale Ausschlüsse.]

Vers 13.23

Einen guten Schüler dagegen, Herrin des Kula, ausgestattet mit günstigen Merkmalen, Mitteln zur Sammlung, Tugend und gutem Charakter;

Vers 13.24

mit sauberem Körper und Gewand, einsichtig, rechtschaffen, reinen Geistes, fest im Gelübde, gut im Verhalten, voller Vertrauen und Hingabe;

Vers 13.25

geschickt, maßvoll essend, verschwiegen, aufrichtig dienend, überlegt handelnd, heldenhaft und frei von innerer Kleinmütigkeit;

Vers 13.26

in allen Aufgaben kundig, lauter, allen hilfreich, dankbar, Verfehlungen scheuend und bei guten Menschen anerkannt;

Vers 13.27

gläubig, freigebig, dem Wohl aller Wesen ergeben, vertrauensvoll, bescheiden und hinsichtlich Vermögen, Körper und Weiterem nicht betrügerisch;

Vers 13.28

schwierige Aufgaben bewältigend, mutig, tatkräftig, stark, zugeneigt, tätig, aufmerksam und unterscheidungskundig;

Vers 13.29

hilfreich, wahr, maßvoll und lächelnd sprechend, frei von Schmähung, einmal Gesagtes verstehend, geschickt und von weitem Verstand;

Vers 13.30

abgeneigt gegen Selbstlob und Fremdtadel, freundlich, mit beherrschten Sinnen, zufrieden, verständig und diszipliniert in der Lebensführung, Geliebte;

Vers 13.31

frei von seelischer und körperlicher Bedrängnis, Unruhe, Leid, Verwirrung und Zweifel, bereit zu Guru-Meditation, Lob, Gespräch, Gottesverehrung und Verneigung;

Vers 13.32

Guru und Gottheit ergeben, ein hervorragender Verehrer der Frauen, stets beim Guru und darum bemüht, ihn zufriedenzustellen;

Vers 13.33

stets bereit, mit Geist, Wort und Körper zu dienen, die Guru-Anweisung befolgend und dessen Ansehen verbreitend, Göttin;

Vers 13.34

die Autorität des Guru-Wortes anerkennend, am Guru-Dienst interessiert, dessen Sinn folgend und Aufträge ausführend, Herrin des Kula;

Vers 13.35

vor dem Guru ohne Stolz auf Herkunft, Ansehen und Vermögen, ohne Anspruch auf dessen Besitz, allein seine Gnade ersehnend;

Vers 13.36

Gesprächen über den Kula-Dharma, Yogis, Yoginis und Kaulikas zugetan, der Kula-Verehrung ergeben und ohne Abscheu vor Kula-Substanzen;

Vers 13.37

der Mantrawiederholung und Meditation ergeben, nach dem Befreiungsweg verlangend, Kula-Schriften liebend und den Schriften der Gebundenen abgewandt, Göttin: Einen Schüler mit solchen Merkmalen nehme der Guru an.

Vers 13.38

Der verehrte Guru, höchste Herrin, trägt reine Kleidung, ist ansprechend, mit allen guten Merkmalen ausgestattet und an sämtlichen Gliedern wohlgebildet.

Vers 13.39

Er kennt den wahren Sinn aller Agamas und sämtliche Mantraverfahren, bezaubert die Welt und ist angenehm anzusehen wie ein Gott.

Vers 13.40

Er ist freundlich, zugänglich und lauter, beseitigt Verwirrung und Zweifel, versteht Gesten und Ausdruck, ist einsichtig und strahlt durch die Fähigkeit zu Erwägung und Unterscheidung.

Vers 13.41

Innerlich ausgerichtet und äußerlich blickend, allwissend, orts- und zeitkundig, wirksam im Befehl, Kenner der drei Zeiten, vermag er zu strafen und zu begnadigen.

Vers 13.42

Er durchdringt und erweckt, ist friedvoll und dem Mitgefühl mit allen Wesen ergeben, beherrscht die Sinnestätigkeit und vermag die sechs inneren Feinde zu überwinden.

Vers 13.43

Er steht an erster Stelle, ist sehr tiefgründig, unterscheidet Geeignete von Ungeeigneten, gleicht Shiva und Vishnu, ist gut und widerlegt mangelhafte Lehren.

Vers 13.44

Er ist makellos, stets zufrieden, unabhängig, besitzt Mantrakraft, liebt aufrichtige Verehrer, ist standfest und mitfühlend und spricht mit einem Lächeln.

Vers 13.45

Er liebt Hingebungsvolle, ist stets großzügig, tiefgründig und ein vorbildlicher Übender, bereit, erwählte Gottheit, Guru, Ältere und Frauen zu verehren.

Vers 13.46

Er ist untadeligen täglichen, anlassbezogenen und wunschbezogenen Handlungen ergeben, frei von Anhaften, Hass, Furcht, Bedrängnis, Heuchelei und Ich-Dünkel.

Vers 13.47

Er widmet sich seiner eigenen Wissenspraxis, verwirklicht Dharma und die weiteren Lebensziele, ist mit ungesucht Erhaltenem zufrieden und unterscheidet Vorzüge und Fehler.

Vers 13.48

Er hängt weder an Frauen und Vermögen noch an schlechtem Umgang und Lastern, erkennt alles als sein Selbst, ist frei von Gegensatzbindung und fest im Gelübde.

Vers 13.49

Er ist nicht gierig, frei von eigennützigen Absichten und Parteilichkeit, unterscheidungskundig und verkauft Mantras, Yantras und Tantras nicht gegen Vermögen, Wissen oder andere Gegenleistungen.

Vers 13.50

Er ist ungebunden, frei von trennenden Vorstellungen, im Sinn der Lehre gewiss, höchst rechtschaffen, gleich bei Tadel und Lob, schweigsam, erwartungslos und unbedrängt. Mit solchen Merkmalen wird der verehrte Guru beschrieben, Geliebte.

Vers 13.51

Wie könnte Shiva verehrt werden, der allgegenwärtig, fein, jenseits des Denkens, ungeteilt, unvergänglich, raumgestaltig, ungeboren und unendlich ist, Geliebte?

Vers 13.52

Eben deshalb nimmt Shiva selbst die Guru-Gestalt an. Hingebungsvoll verehrt, gewährt er Genuss und Befreiung, Göttin.

Vers 13.53

Ich bin Shiva, Göttin, ohne Gestalt und dem menschlichen Blick unzugänglich. Deshalb schützt [Shiva] in Gestalt des verehrten Guru rechtschaffene Schüler.

Vers 13.54

In menschliche Haut gehüllt, wandert der höchste Shiva selbst verborgen über die Erde, um guten Schülern Gnade zu erweisen.

Vers 13.55

Obwohl gestaltlos, nimmt Shiva, der Schatz des Mitgefühls, zum Schutz aufrichtiger Verehrer Gestalt an und handelt in der Welt wie ein im Dasein gebundener Mensch.

Vers 13.56

Mein Stirnauge, die Mondsichel und zwei Arme verbergend, weile ich in Guru-Gestalt auf Erden.

Vers 13.57

Shiva ohne drittes Auge, Vishnu ohne vier Arme, Brahma ohne vier Gesichter: So wird der verehrte Guru bezeichnet, Geliebte.

Vers 13.58

Durch sündiges Karma sieht man den verehrten Guru als gewöhnlichen Menschen; durch verdienstvolles Karma sieht man ihn als Shiva, Bhavani.

Vers 13.59

Unglückliche erkennen den verehrten Guru, die höchste Wirklichkeit, nicht, obwohl er vor ihren Augen steht – wie Blinde die aufgegangene Sonne nicht sehen.

Vers 13.60

Der Guru ist unmittelbar Sadashiva; dies ist wahr und zweifellos. Wäre der Guru nicht Shiva, wer könnte Genuss und Befreiung gewähren?

Vers 13.61

Zwischen dem Gott Sadashiva und dem verehrten Guru besteht kein Unterschied, Parvati. Wer einen macht, ist ein Sünder.

Vers 13.62

In Lehrergestalt durchschneidet er sämtliche Fesseln des gebundenen Wesens und führt es zum höchsten Zustand, Göttin; deshalb ist er Guru.

Vers 13.63

Weil Ishvara, der Schatz des Mitgefühls, allen Gnade erweist, nimmt er Lehrergestalt an und befreit gebundene Wesen durch Einweihung.

Vers 13.64

Wie Ghata, Kalasha und Kumbha denselben Gegenstand – einen Krug – bezeichnen, so werden Gottheit, Mantra und Guru als bedeutungsgleich erklärt.

Vers 13.65

Wie die Gottheit, so der Mantra; wie der Mantra, so der Guru. Die Verehrung von Gottheit, Mantra und Guru bringt gleiche Frucht.

Vers 13.66

In Shiva-Gestalt nehme ich Verehrung an, Parvati; in Guru-Gestalt durchschneide ich die Fesseln des Werdens.

Vers 13.67

Wer die Essenz der Lehre kennt und die Erkenntnis »Ich bin der Same« hervorruft, ununterbrochen verbunden und stets freudigen Herzens, wird Guru genannt.

Vers 13.68

Wer Stände und Lebensstadien überschritten hat und stets im Selbst ruht, ein Yogi im Stand des Lichtes, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.69

Wer die sechs Wege, die sechs Grundlagen und die Bestimmung der sechzehn Stützen ordnungsgemäß kennt, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.70

Wessen Blick ohne sichtbaren Gegenstand feststeht, dessen Geist ohne Stütze ruht und dessen Lebenswind mühelos stillsteht, ist Guru, Geliebte.

Vers 13.71

Wer jene Wirklichkeit kennt, welche Bewusstheit hervorbringt und höchste Glückseligkeit entstehen lässt, ist Guru, Herrin des Kula.

Vers 13.72

Wer Vergangenheit und Zukunft, Tantra und Mantra, die Shakta- und Shambhava-Verfahren sowie die sechsfache Durchdringung kennt, Göttin, ist ein durchdringender Guru.

Vers 13.73

Wer die sechs Wege reinigt, die Wörter, Mantras, Kräfte, Zeichen [in der Vorlage: Yantra], Prinzipien und Welten umfassen, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.74

Wer Durchdringung, Stufe, Hemmung, Ergreifen und Befreien richtig kennt, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.75

Wer Wachen, Traum, Tiefschlaf, den vierten Zustand und das darüber Hinausgehende kennt, Göttin, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.76

Wer Körperganzes, Stufe, Gestalt und das Gestaltübersteigende richtig kennt, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.77

Wer die vier Sprachstufen Para, Pashyanti, Madhyama und Vaikhari kennt, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.78

Wer die vier Prinzipien Atma, Vidya, Shiva und Sarva kennt, höchste Herrin, ist Guru, kein anderer, Geliebte.

Vers 13.79

Wer Durchschneiden der Fesseln, durchdringende Einweihung und Annehmen des gebundenen Wesens kennt, gilt als höchster Guru.

Vers 13.80

Wer den geheimen Sinn von Zustand, Fessel und gebundenem Wesen ordnungsgemäß kennt, Schöne, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.81

Wer die drei Geheimzeichen von Chakra, Mantra und Verehrung kennt, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.82

Wer die Anordnung der drei Lingas namens Bana, Itara und Svayambhu wahrhaft kennt, wird Guru genannt, Geliebte.

Vers 13.83

Wer die drei Befleckungen Anava, Karma und Maya reinigen kann, gilt als höchster Guru.

Vers 13.84

Wer die innere Bedeutung der drei Füße beziehungsweise Ströme Rot, Weiß und Gemischt [Variante: Schwarz] kennt, große Göttin, gilt als höchster Guru.

Vers 13.85

Wer Mahamudra, Nabhomudra, Uddiyana, Jalandhara und Mulabandha kennt, gilt als höchster Guru.

Vers 13.86

Wer die Bestimmung der sechsunddreißig Prinzipien von Shiva bis Erde wahrhaft kennt, gilt als höchster Guru.

Vers 13.87

Wer inneres und äußeres Opfer, die Ordnung des Kala-Wissens und die Herstellung schöner Yantras kennt, ist Guru, Geliebte.

Vers 13.88

Wer die Einheit von individuellem Körper und Weltall, ihre Anordnung sowie die Zahl der Gefäße, Knochen, Haare und Weiteres wahrhaft kennt, ist Guru, kein anderer, Geliebte.

Vers 13.89

Wer die vierundachtzig verschiedenen Sitze, angefangen mit dem Lotussitz, und den achtgliedrigen Yoga, angefangen mit Yama, kennt, gilt als höchster Guru.

Vers 13.90

Abscheu, Zweifel, Furcht, Scham, Ekel, Familienzugehörigkeit, Verhaltenskonvention und Geburtsstand werden als die acht Fesseln bezeichnet.

Vers 13.91

An Fesseln gebunden ist man als Pashu zu erkennen, von ihnen frei als Maheshvara. Wer die Fesseln entfernt, gilt deshalb als höchster Guru.

Vers 13.92

Wer den Verschluss der Yoni-Mudra, das Schauen des Mantra-Bewusstseins und das Wesen von Yantra und Mantra kennt, ist Guru, Geliebte.

Vers 13.93

Wer die vier Geisteszustände Zerstreutsein, Hin-und-her-Gehen, Bedrängtsein und vollkommenes Geordnetsein kennt, ist Guru, Geliebte.

Vers 13.94

Wer das Wirken und die Frucht des individuellen Lebens in den Blättern der sieben Lotusse von der Wurzel bis zur Scheitelöffnung kennt, ist Guru, kein anderer, Geliebte.

Vers 13.95

Wer den Schatz der Wirklichkeit in ununterbrochener Überlieferungsfolge von Shiva bis zum eigenen Guru empfangen hat, ist Guru, kein anderer, Geliebte.

Vers 13.96

Wer die Wirklichkeit so zeigt, dass man augenblicklich eins mit ihr wird und das eigene Selbst als befreit erkennt, ist Guru, kein anderer, Geliebte.

Vers 13.97

Gurus, die natürliche Glückseligkeit schenken und die Bindung an Sinnesfreude entfernen, sollen Schüler verehren. Andere sind als Betrüger aufzugeben.

Vers 13.98

Wer einen Schüler, der die Gefahren des Daseinskreislaufs fürchtet, liebevoll durch Gelübde, Fasten und Regeln führt, gilt als Guru.

Vers 13.99

Selten ist jener Guru, der, gnädig geworden, in einem halben Augenblick den Glanz der Befreiung verleiht und über den Daseinskreislauf hinüberführt.

Vers 13.100

Wer seinem Schüler in einem Augenblick die eigene Kraft überträgt, ohne mühevolle Riten, ist ein selbst für Götter schwer zu findender Guru.

Vers 13.101

Wer eine leicht zugängliche Erkenntnisunterweisung gibt, die sofort Gewissheit und die Freude des Selbst hervorruft, ist ein selbst für Götter schwer zu findender Guru.

Vers 13.102

Wie man von einer Insel zur anderen gelangt, Göttin, so überträgt jener Guru Erkenntnis unmittelbar, ohne [langwierige] Übung und Weiteres.

Vers 13.103

Wie ein Hungriger durch Essen rasch Sättigung erfährt, so gibt jener seltene Guru allein durch Unterweisung Erkenntnis.

Vers 13.104

Es gibt viele Gurus, wie Lampen in jedem Haus. Selten aber ist jener Guru, o Göttin, der wie die Sonne alles erhellt.

Vers 13.105

Es gibt viele Gurus, die Veden und Lehrschriften gründlich beherrschen. Selten aber ist jener Guru, o Göttin, der zum Sinn der höchsten Wirklichkeit durchgedrungen ist.

Vers 13.106

Viele Gurus gibt es auf Erden, die etwas anderes als das Selbst geben. Selten ist jedoch jener Guru, Göttin, der in den Welten das Selbst offenbart.

Vers 13.107

Viele Gurus kennen niedrige Zaubersprüche und Kräuter; selten ist auf Erden ein Kenner der in Nigamas, Agamas und Lehrschriften gelehrten Mantras.

Vers 13.108

Es gibt viele Gurus, die den Schülern ihr Vermögen nehmen. Selten aber ist jener Guru, o Göttin, der den Schülern ihr Leiden nimmt.

Vers 13.109

Viele widmen sich auf Erden Stand, Lebensstadium, Herkunft und Verhaltensordnung. Selten ist jener Guru, Göttin, der frei von sämtlichen eigennützigen Vorstellungen ist.

Vers 13.110

Den Guru, durch dessen Begegnung höchste Freude entsteht, soll ein verständiger Mensch wählen, keinen anderen.

Vers 13.111

Zu ihm wendet sich die Einsicht bis zur unmittelbaren Erfahrung; schon durch seinen Anblick wird man befreit, zweifellos.

Vers 13.112

Zweifel hat die drei Welten mit allem Beweglichen und Unbeweglichen verschlungen. Selten ist jener Guru, Göttin, der diesen Zweifel verschlungen hat.

Vers 13.113

Wie Butter in der Nähe des Feuers schmilzt, so löst sich Sünde in der Nähe des wahren Lehrers auf.

Vers 13.114

Wie loderndes Feuer trockenes und feuchtes Holz verbrennt, so verbrennt der Seitenblick des Guru die Sünden des Schülers augenblicklich.

Vers 13.115

Wie Baumwolle, von starkem Wind erfasst, in alle zehn Richtungen fliegt, so entflieht der Sündenhaufen durch das Mitgefühl des Guru.

Vers 13.116

Wie beim Erscheinen einer Lampe die Dunkelheit verschwindet, so vergeht, o Göttin, durch die Begegnung mit dem wahren Guru die Unwissenheit.

Vers 13.117

Wer alle Merkmale besitzt, die Vorschriften von Veden und Lehrschriften und sämtliche Mittel kennt und die Wirklichkeit erkannt hat, ist Guru.

Vers 13.118

Verehrung, Feueropfer, Lebensstandsregeln, Askese, Pilgerfahrten, Gelübde und Kenntnis von Mantras und Agamas bleiben ohne Wirklichkeitserkenntnis fruchtlos.

Vers 13.119

In der selbst zu erkennenden höchsten Wirklichkeit erkennt man standfest das eigene Selbst. Wer sich selbst keine Gnade vermittelt hat, wie sollte er sie einem anderen vermitteln?

Vers 13.120

Wer Brahmans Gestalt, die unmittelbar als Bewusstseinsgestalt im eigenen Körper gegenwärtig ist, nicht kennt, wie könnte er einem anderen Befreiung geben?

Vers 13.121

Selbst ohne sämtliche äußeren Merkmale gilt ein Wirklichkeitskenner als Guru. Deshalb ist allein der Wirklichkeitskenner befreit und fähig zu befreien.

Vers 13.122

Wer die Wirklichkeit kennt, große Herrin, erweckt auch ein gebundenes Wesen. Wie könnte man von einem ohne Wirklichkeitserkenntnis geistige Selbsterkenntnis empfangen?

Vers 13.123

Wer von Wirklichkeitskennern unterwiesen wird, wird zweifellos Wirklichkeitskenner. Wer von Gebundenen unterwiesen wird, gilt selbst als gebunden, Göttin.

Vers 13.124

Wer selbst durchdrungen wurde, kann durchdringen; ein Undurchdrungener nicht, Göttin. Ein Befreiter kann einen Gebundenen befreien; wie könnte ein Unbefreiter befreien?

Vers 13.125

Ein Wissender kann einen Unwissenden emporheben, kein Unwissender einen Unwissenden. Ein Boot kann einen Stein hinübertragen; kann ein Stein einen Stein hinübertragen?

Vers 13.126

Wer einen Guru ohne Wirklichkeitserkenntnis gefunden hat und ausschließlich ihm ergeben bleibt, erlangt weder hier noch im Jenseits eine Frucht, Geliebte.

Vers 13.127

Im Shivaismus werden drei Gurus, im Vishnu-Weg fünf, in Veden und Lehrschriften Hunderte genannt; in der Kula-Überlieferung einer.

Vers 13.128

Anreger, Hinweisgeber, Sprecher, Wegweiser, Unterweiser und Erwecker: Diese sechs gelten als Gurus.

Vers 13.129

Die ersten fünf dienen als vorbereitende Wirkungen beziehungsweise Funktionen; der Erwecker ist die Ursache. Unter mehreren Gurus ist insbesondere die Paduka dessen zu verehren, der die vollständige Weihe vollzieht, große Herrin; zweifellos.

Vers 13.130

Hat man einen mit den Guru-Merkmalen ausgestatteten, Zweifel durchschneidenden und Erkenntnis gebenden Lehrer gefunden, Göttin, suche man keinen anderen Guru auf.

Vers 13.131

Hat man jedoch einen unkundigen Guru gefunden, der beständig Zweifel hervorruft, darf man zu einem anderen Guru gehen und wird dadurch nicht mit Schuld befleckt.

Vers 13.132

Wie eine Biene im Verlangen nach Honig von Blüte zu Blüte zieht, so darf ein nach Erkenntnis verlangender Schüler von einem Guru zu einem anderen gehen.

Vers 13.133

Damit habe ich dir die Merkmale von Guru und Schüler kurz und in einem gewissen Umfang erklärt, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

14. Ullasa: Einweihung

Vers 14.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte die Prüfung von Guru und Schüler hören. Erkläre mir die Unterweisungsfolge und die Arten der Einweihung, Herr.

Vers 14.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören entsteht Reinigung des Geistes.

Vers 14.3

Ohne Einweihung gibt es keine Befreiung: So lehrt Shivas Unterweisung. Einweihung gibt es nicht ohne Lehrer; deshalb besteht die Lehrerfolge.

Vers 14.4

Man empfange daher die Lehre durch die Überlieferung und die zugehörigen Voraussetzungen; denn ohne unterweisenden Lehrer bleiben Mantras fruchtlos.

Vers 14.5

Die Götter preisen gerade jenen Guru, der die Überlieferungsfolge fortsetzt, Mantras und Agamas kennt und die Verpflichtungen einhält.

Vers 14.6

Auch ein entsagender Guru erfülle auf Shivas Anweisung eine Zeit lang diese Aufgabe, um dem Schüler Befähigung zu verleihen, und übertrage sie dann seinem Schüler.

Vers 14.7

Für denjenigen, der seine Amtsbefugnis übertragen hat, besteht unmittelbare Vereinigung mit dem höchsten Shiva und am Körperende ewige Befreiung: So sprach Shankara.

Vers 14.8

Deshalb halte der Guru mit aller Sorgfalt die unmittelbar vom höchsten Shiva gelehrte Überlieferung stets ununterbrochen, Geliebte.

Vers 14.9

Zur Verwirklichung der Shakti und guten Vollendung prüfe der Guru ordnungsgemäß und unterweise erst danach im Mantra. Andernfalls bleibt es fruchtlos.

Vers 14.10

Wer unrechtmäßig gibt und wer unrechtmäßig empfängt, auf Geber und Empfänger fällt der Fluch des Kula, Göttin.

Vers 14.11

Guru und Schüler, die ohne gegenseitige Prüfung aus Verblendung Unterweisung geben und annehmen, werden beide zu Pishachas.

Vers 14.12

Wer eine schriftwidrige Unterweisung empfängt und wer sie gibt, erfahren beide einundzwanzig schreckliche Höllen.

Vers 14.13

Wer ohne die erforderliche Weihe unterweist, ist ein Sünder; sein Mantra geht zugrunde wie Reissaat auf Sand.

Vers 14.14

Mantra-Wissen bleibt niemals in einem Ungeeigneten. Deshalb handle man erst nach Prüfung; andernfalls bleibt es fruchtlos.

Vers 14.15

Nach der Samaya-Einweihung und Übergabe der Samaya-Paduka nehme man den Schüler in die eigene Nähe und lehre ihn den Mantra, nicht anders.

Vers 14.16

Die Erkenntnis, die einem guten, sehr hingebungsvollen Schüler gelehrt wird, bewahrt dieser mitsamt dem Sinn der Schrift unversehrt.

Vers 14.17

Erkenntnis, die schlechten, nicht hingebungsvollen Schülern gegeben wird, wird unrein wie Kuhmilch [in Verbindung mit] Hundeschmalz.

Vers 14.18

Wer aus Geldwunsch, Furcht oder Gier einen Ungeeigneten einweiht, zieht den Fluch der Gottheit auf sich; sein Tun bleibt fruchtlos.

Vers 14.19

Der Guru prüfe den Schüler durch Erkenntnis oder Handlungen sorgfältig ein Jahr, ein halbes Jahr oder die Hälfte davon.

Vers 14.20

Hochgestellte setze er bei niedrigen Aufgaben ein, Niedrige bei hohen; [er prüfe] durch Aufträge betreffend Lebenshingabe, Vermögen, Verneigung und Ähnliches;

Vers 14.21

durch auf solche Aufgaben hinweisende Worte, Täuschungen, harte Handlungen, Bevorzugung, Gleichgültigkeit und viele weitere Mittel, wieder und wieder.

Vers 14.22

Wer auch gezogen oder geschlagen nicht verzagt und stets freudig denkt: »Der Guru erweist mir Gnade« [besteht die Prüfung]. [Diese historische Prüfungsregel verlangt das Dulden von Misshandlung.]

Vers 14.23

Bei Gedenken, Nennen und Sehen des Guru, Verneigung, Dienst, Herbeirufen und Beauftragen, Geliebte;

Vers 14.24

bei wem dabei Freude, Zittern, Aufrichten der Haare und Veränderungen von Stimme und Augen entstehen, der gilt für das Einweihungsritual als geeignet.

Vers 14.25

Auch der Schüler prüfe den Guru anhand solcher Merkmale wie Freude bei Rezitation, Lob, Meditation, Feueropfer und Verehrung.

Vers 14.26

Erst nachdem er dessen Fähigkeit zur Erkenntnisunterweisung, Mantra-Vollendung und Durchdringung erkannt hat, werde er Schüler, Herrin; nicht anders.

Vers 14.27

Durch Herabkunft der Shakti am Anfang, in der Mitte oder am Ende werden Schüler geeignet; sie heißen niedrigere, mittlere und höchste, Göttin.

Vers 14.28

Bei manchen entsteht Hingabe am Anfang; sie freuen sich auf die Einweihung und danach überaus. Sie werden die »am Anfang Geeigneten« genannt.

Vers 14.29

Wer die Einweihungszeit erreicht, zunächst ohne Wissen und unmittelbare Erkenntnis, und durch Hingabe die Hindernisse überwindet, gilt als »in der Mitte geeignet«.

Vers 14.30

Wer anfangs keine Hingabe hat, sie in der Mitte entwickelt und am Ende stark entfaltet, wird »am Ende geeignet« und von höchster Erkenntnis genannt. So ist Unterweisung dreifach, Geliebte.

Vers 14.31

Wie eine Ameise langsam und erst nach langer Zeit die Frucht an der Baumspitze erreicht, so ist die Unterweisung durch Handeln.

Vers 14.32

Wie ein Affe mit Mühe von Ast zu Ast springt und die Frucht erreicht, so ist die Dharma-Unterweisung, Geliebte.

Vers 14.33

Wie ein Vogel rasch unmittelbar auf der Frucht landet, so ist die Erkenntnisunterweisung, Herrin des Kula.

Vers 14.34

Berührungs-, Blick- und geistige Einweihung heißen die drei göttlichen Einweihungen ohne mühevolle Riten, Göttin und große Herrin.

Vers 14.35

Wie ein Vogel seine Jungen mit beiden Flügeln allmählich aufzieht, so ist die Unterweisung durch Berührungseinweihung, Geliebte.

Vers 14.36

Wie ein Fisch seine Nachkommen allein durch Anschauen nährt [nach traditioneller Vorstellung], so ist die Einweihung durch den Blick, höchste Herrin.

Vers 14.37

Wie eine Schildkröte ihre Jungen allein durch Denken nährt [nach traditioneller Vorstellung], so ist die geistige Unterweisung durch durchdringende Einweihung.

Vers 14.38

Entsprechend der Herabkunft der Shakti ist der Schüler der Gnade würdig. Wo Shakti nicht herabkommt, entsteht keine Vollendung.

Vers 14.39

Befreiung verleihende Einweihung wird siebenfach genannt: durch Ritus, Buchstaben, Kräfte, Berührung, Sprache, Blick und Geist, Göttin.

Vers 14.40

Samaya, Vishesha, Sadhika, Putrika, Vedhaka, Purna, Acharya und Nirvana;

Vers 14.41

so heißen die acht Arten ritueller Einweihung. Mit Opfergrube, Pavillon, Krügen und Weiterem vollziehe der Guru sie äußerlich nach dem zuvor genannten Verfahren zur Körperreinigung, Herrin der Götter.

Vers 14.42

Buchstabeneinweihung ist dreifach: mit zweiundvierzig, fünfzig oder zweiundsechzig Buchstaben, Göttin.

Vers 14.43

Der Guru lege die Buchstaben auf den Körper des Schülers und löse sie in umgekehrter Reihenfolge auf, wobei er dessen Bewusstsein mit dem höchsten Selbst vereinigt, Geliebte.

Vers 14.44

Von dort lasse er die Buchstaben wieder hervorgehen und lege sie nach dem Schöpfungsverfahren erneut auf den Schülerkörper, mit Einsetzung des Bewusstseins.

Vers 14.45

Im Schüler entsteht der von höchster Glückseligkeit erfüllte Zustand der Gottheit. Dies heißt buchstabengestaltige, Fesseln entfernende Einweihung, Geliebte.

Vers 14.46

Die Kala-Einweihung ist dreifach und ordnungsgemäß auszuführen, Geliebte. Nivritti erstreckt sich von den Fußsohlen bis zu den Knien.

Vers 14.47

Pratishtha reicht von den Knien bis zum Nabel, Geliebte; Vidya vom Nabel bis zur Kehle; danach folgt Shanti.

Vers 14.48

Shanti reicht von der Kehle bis zur Stirn, Shantyatita von dort bis zum Scheitel. Dies heißt Ausbreitung der Kräfte.

Vers 14.49

Nach der Auflösungsfolge vereinige der Verfahrenskundige sie ordnungsgemäß von einem Ort zum nächsten bis zum Scheitel, Geliebte.

Vers 14.50

Diese [Einweihung] verleiht göttlichen Zustand, Herrin des Kula. Oder [man vollziehe sie] mit achtunddreißig oder fünfzig Kräften;

Vers 14.51

nach der Ordnung der Prinzipienauflegung, auf dem Weg von Schöpfung und Auflösung. Vom Guru erlernt, verbinde man sie mit dem Schüler und durchdringe ihn, Göttin.

Vers 14.52

Es entstehen Gottsein und Gemeinschaft mit Yoginis und Viras. So ist die Kala-Einweihung erklärt, die die Fesseln des gebundenen Wesens entfernt.

Vers 14.53

Der Guru meditiere in seiner Hand über Shiva als Guru, rezitiere Grund-, Glieder- und Malini-Mantra und berühre den Körper des Schülers: Dies ist Berührungseinweihung.

Vers 14.54

Den Geist in der Wirklichkeit sammelnd, spreche er die mit höchster Wirklichkeit erfüllten verbundenen Mantras. Dies heißt Spracheinweihung.

Vers 14.55

Der Guru schließe die Augen, meditiere mit durch höchste Wirklichkeit erheitertem Geist und schaue dann den Schüler aufmerksam an: Dies ist Blick-Einweihung, Geliebte.

Vers 14.56

Wenn allein durch Blick, Wort oder Berührung des Guru sogleich Erkenntnis entsteht, gilt dies als Shambhavi-Einweihung.

Vers 14.57

Geistige Einweihung ist zweifach: intensiv und noch intensiver. Man kenne die sechs Wege und vergegenwärtige sie sich im Schülerkörper, Geliebte.

Vers 14.58

Welten, Prinzipien, Kräfte, Buchstaben, Wörter und Mantras ordne man den bis zu Knien, Nabel, Herz, Kehle, Gaumen und Scheitel reichenden Bereichen zu, Mutter.

Vers 14.59

Nach dem vom Guru gelehrten Weg vollziehe der Kundige die Durchdringung. Die Fesseln des gebundenen Schülers werden augenblicklich durchschnitten. Dies heißt intensive, befreiende Einweihung, Herrin des Kula.

Vers 14.60

Bei der noch intensiveren Einweihung genügt das Gedenken des vollkommen durchdringenden Guru, und die Sünden des Schülers werden durchschnitten, Göttin.

Vers 14.61

Von äußerer Tätigkeit gelöst fällt er im selben Augenblick zu Boden. In göttlichen Zustand gelangt, erkennt er alles, Shambhavi.

Vers 14.62

Was bei der Durchdringung geschieht, wird nur selbst erfahren. Wieder erwacht, vermag er diese Freude nicht auszusprechen, Herrin.

Vers 14.63

Der von der Durchdringung Erfasste ist unmittelbar Shiva und hat keine Wiedergeburt mehr. Diese noch intensivere Einweihung löst die Daseinsfessel und verleiht unmittelbar Shiva-Sein; ich schwöre es bei dir, Herrin des Kula.

Vers 14.64

Freude, Zittern, Aufsteigen, Schwanken, Schlaf und Bewusstlosigkeit werden als die sechs Zustände der Durchdringung genannt, Herrin des Kula.

Vers 14.65

Diese sechs Merkmale zeigen sich bei der Durchdringung, Herrin des Kula. Wo immer der Durchdrungene danach weilt, ist er zweifellos befreit.

Vers 14.66

Ein Guru, der durchdringende Einweihung vollzieht, ist selten, Geliebte; ebenso selten der entsprechende Schüler. Durch Zusammentreffen von Verdienst werden sie gefunden. Man gewähre sie nicht beliebig: So lautet die Anweisung, höchste Herrin.

Vers 14.67

Man verehre den Kula-Kreis ordnungsgemäß mit Kula-Substanzen und zeige ihn dem Schüler, Göttin. Dies gilt als Kauliki-Einweihung.

Vers 14.68

Der Guru nehme zunächst Kula-Substanz mit Panchagavya-Nektar in den Mund und besprenge damit den Schüler. Dies heißt Gandusha-Einweihung.

Vers 14.69

Danach vollziehe man die Besprengung mit einem Muschelhorn oder Krug, der einen lebenden Fisch enthält und mit Sura beziehungsweise den fünf Nektaren gefüllt ist. Dies heißt die äußere [Form], Geliebte.

Vers 14.70

Der Fisch ist [in der inneren Deutung] das Zäpfchen, Göttin, der Mund heißt Krug. Mit diesem, gefüllt mit Panchagavya-Nektar, besprenge man den Schüler.

Vers 14.71

Dies ist die Siddha-Weihe, auch die des Lehrers, Parvati. [Ferner werden] dreifache Zeit, Zahnreinigungsholz und eine Handvoll Blumen [genannt], Geliebte;

Vers 14.72

Muschelhorn, durchdringende Einweihung, Kala-Auflegung und deren Erkenntnis [bilden weitere Glieder]; so ist [die Reihe] achtfach. Durch das Zahnreinigungsholz [wird man] Samayin, durch die Blumengabe Sadhaka.

Vers 14.73

Durch Muschelhornbesprengung [wird man] Putraka, durch Durchdringung Bodhaka, durch vollständige Weihe Acharya. Fünf Stufen werden genannt.

Vers 14.74

Wer ausschließlich dem Kula-Verhalten ergeben, dem Guru hingegeben, fest im Gelübde und durch vollständige Weihe gereinigt ist, wird noch in dieser Geburt befreit.

Vers 14.75

Wer nach vollständiger Weihe stirbt, Herrin des Kula, erlangt [gegebenenfalls] erneut eine vortreffliche Geburt und wird durch einen Guru in Shiva-Gestalt;

Vers 14.76

mit der vollständigen, Shiva-Vereinigung gewährenden Weihe gereinigt. Dadurch gelangen sie zur Befreiung: So lautet das Wort Shambhavis.

Vers 14.77

Stirbt ein Kaulika ohne vollständige Weihe, wird er bis zur [Welt-]Auflösung zum Pishacha.

Vers 14.78

Einweihung wird nach äußerer und innerer Form zweifach genannt. Rituelle Einweihung ist äußerlich, die durchdringende gilt als innerlich.

Vers 14.79

Auch Reinigung ist zweifach: innerlich und äußerlich. Innerlich erfolgt Reinigung der Handlung, äußerlich Reinigung durch Einweihung. [Die Formulierung und Zuordnung sind in der Vorlage knapp.]

Vers 14.80

Durch Einweihung und die Leuchte der Befreiung wird selbst ein Chandala befreit. Ohne diese beiden wird ein Kaulika nicht befreit, Herrin des Kula.

Vers 14.81

Nicht bloß für Körper oder Handlung ist die Weihe bestimmt; man vollziehe sie für das Selbst, [verbunden mit] der anfangslosen Kula-Kundalini.

Vers 14.82

Diese Einweihungen vermitteln bei gleichem äußeren Handeln unterschiedliche Bedeutungen, entsprechend der inneren Ausrichtung von vortrefflichem Lehrer und Schüler, Göttin.

Vers 14.83

Wie Mantra und Arznei die Kraft des Giftes beseitigen, so durchschneidet der Mantrakundige durch Einweihung augenblicklich die Fesseln des gebundenen Wesens, Herrin des Kula.

Vers 14.84

Durch das Offenbaren des höchsten Zustandes befreit allein Einweihung von dieser weitgespannten Bindung und führt zum göttlichen Bereich.

Vers 14.85

Ordnungsgemäß vollzogene Einweihung verbrennt augenblicklich Hunderttausende kleinerer und Millionen großer Sünden, Herrin der Götter.

Vers 14.86

Wodurch gebundene Wesen ihr Selbst entfalten und zu Shiva werden, das heißt Einweihung, Göttin, Befreierin von den Fesseln der Gebundenen.

Vers 14.87

Die Einweihung, durch die unmittelbar Gewissheiten entstehen, ist als befreiend zu erkennen, Geliebte. Die übrigen dienen bloß [äußerer] menschlicher Betreuung.

Vers 14.88

Jene Einweihung, ohne die selbst hundert Verehrungen nicht gelingen, suche man sorgfältig beim verehrten Guru, um den Mantra zu verwirklichen.

Vers 14.89

Wie Eisen, von Quecksilber durchdrungen, zu Gold wird [nach alchemistischer Vorstellung], so erlangt das durch Einweihung durchdrungene Selbst Shiva-Sein, Geliebte.

Vers 14.90

Sind seine Handlungen im Einweihungsfeuer verbrannt, die Maya-Bindungen durchschnitten und die höchste Erkenntnisstufe erreicht, wird es ohne Wiedergeburtssamen zu Shiva.

Vers 14.91

Shudra-Sein und Brahmanen-Sein vergehen. Bei vollzogener Einweihungsweihe gibt es keine Geburtsunterschiede.

Vers 14.92

Wie man Schuld auf sich lädt, wenn man im Shiva-Linga bloß Stein sieht, so durch Erinnerung eines Eingeweihten an dessen früheren [Stand].

Vers 14.93

Wie ein aus Holz, Stein, Metall, Ton oder Edelstein gefertigtes Linga nach seiner Installation [heilig] heißt, so sind Eingeweihte aller Stände rein.

Vers 14.94

Durch die Verehrung eines solchen Eingeweihten ist zweifellos alles bis hinauf zur Brahma-Welt verehrt.

Vers 14.95

Der Eingeweihte bedarf weder Askese, Regeln und Gelübde noch Reisen zu Pilgerstätten und heiligen Feldern oder körperlicher Selbstquälerei.

Vers 14.96

Die Rezitationen, Verehrungen und weiteren Handlungen Ungeweihter tragen keine Frucht, Geliebte, wie auf Stein ausgesäte Samen.

Vers 14.97

Ohne Einweihung gibt es weder Vollendung noch gutes Ziel, Göttin. Deshalb bemühe man sich mit aller Sorgfalt um Einweihung durch einen Guru.

Vers 14.98

Ist ein Zweimalgeborener später und ein gesellschaftlich Ausgegrenzter früher eingeweiht worden, ist der Zweimalgeborene der Jüngere und jener der Ältere: So entscheidet die Schrift.

Vers 14.99

Selbst wer vor Shakti und Kindern des Guru eingeweiht wurde, soll sie wie den Guru verehren und keinesfalls verachten.

Vers 14.100

Stirbt der Guru, nachdem der Schüler erst [anfänglich] eingeweiht wurde, vollziehe jemand derselben Überlieferungslinie die vollständige Weihe.

Vers 14.101

Wer in einer der Lehren von einem erkenntnisreichen Guru ordnungsgemäß eingeweiht wurde, ist geeignet, kein anderer, Geliebte.

Vers 14.102

Nach vorbereitender Weihe und Chakra-Verehrung reinige man den Schüler durch Einweihung. Andernfalls bleibt sie fruchtlos.

Vers 14.103

Für Shudras und Menschen gemischter Herkunft ist eine vorausgehende Reinigung vorgeschrieben; durch Gabe des Fußwassers und weitere Mittel beseitige man Sünden.

Vers 14.104

Ein Brahmane wird nach einem Jahr geeignet, ein Kshatriya nach zwei, ein Vaishya nach drei und ein Shudra nach vier Jahren.

Vers 14.105

Eine Witwe [erhält Zugang] mit Erlaubnis ihres Sohnes, eine Unverheiratete mit der ihres Vaters, eine Ehefrau mit der ihres Mannes. Eigenständige Berechtigung wird einer Frau nicht zugestanden. [Historische patriarchale Zugangsvorschrift.]

Vers 14.106

Wie nach dieser Ordnung ein Shudra nicht zum Vedastudium berechtigt ist, so auch ein Ungeweihter nicht [zum Kula-Ritus], Geliebte und Herrin des Kula.

Vers 14.107

Nach der Einweihung stelle man den Guru, seine Frau, seinen Sohn, Shaktis und Kaulikas entsprechend dem eigenen Vermögen zufrieden, Göttin.

Vers 14.108

Damit habe ich dir die Prüfung von Guru und Schüler sowie die Einweihungsarten und das Weitere in einem gewissen Umfang erklärt, Göttin. Was möchtest du noch hören?

15. Ullasa: Mantra-Praxis

Vers 15.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte die Merkmale des Purashcharana hören. Erkläre mir auch die Unterschiede von Ort, Ernährung und Weiterem, höchster Herr.

Vers 15.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören offenbart sich die Wirklichkeit des Mantra.

Vers 15.3

Es gibt hier kein Opfer, das höher ist als das Opfer der Mantrawiederholung. Deshalb verwirkliche man durch Japa Dharma, Wohlstand, Liebesgenuss und Befreiung.

Vers 15.4

Alle anderen Wege zurückstellend, übe man den Mantra-Weg. Durch Aufmerksamkeit entsteht Vollendung, durch Nachlässigkeit unheilsame Frucht.

Vers 15.5

Japa begünstigt die Gelübde und Vorhaben, die Genuss und Befreiung verwirklichen. Deshalb übe man den aus Wiederholung und Meditation bestehenden Yoga, Göttin.

Vers 15.6

Alle bewusst oder unbewusst begangenen Fehler, bis zu solchen gegen den Brahman-Samen und aus Regelübertretungen, vergehen durch Japa, Geliebte.

Vers 15.7

Wer im leidvollen Daseinskreislauf eigene Vollendung wünscht, gelangt als Mantrarezitierender durch fünffache Verehrung zum Glück.

Vers 15.8

Tägliche Verehrung zu den drei Tagesübergängen, Japa, Trankspende, Feueropfer und Speisung von Brahmanen heißen Purashcharana.

Vers 15.9

Fehlt ein Glied, vollziehe man Japa in der doppelten Zahl des fehlenden Gliedes; oder der Übende [verwende je nach Regel] die zwei-, drei-, vier- oder fünffache Zahl, Geliebte.

Vers 15.10

Bei Unfähigkeit vollziehe man diesen Ersatz hingebungsvoll, um das Glied zu vervollständigen. Wird das Glied ausgelassen, erreicht der Mantrakundige sein Ziel nicht.

Vers 15.11

Werden Brahmanen mit den vier Nahrungsarten und den sechs Geschmacksarten gut bewirtet, Göttin, wird alles fruchtbar.

Vers 15.12

Wer durch die fünfgliedrige Verehrung einen einzigen Mantra richtig verwirklicht hat, dem gelingen durch deine Gnade sämtliche Mantras, Herrin des Kula.

Vers 15.13

Durch die Kraft der Unterweisung, die Gnade des Guru, die Macht des Mantra und Hingabe entsteht Mantra-Vollendung.

Vers 15.14

Ein von einem mantravollendeten Guru empfangener Mantra führt zur Vollendung; ebenso kann frühere Übung in vergangenen Geburten rasche Vollendung bewirken.

Vers 15.15

Ein nach Einweihung rechtmäßig empfangener Mantra aus ununterbrochener Überlieferungsfolge ist zweifellos wirksam, Herrin des Kula.

Vers 15.16

Man rezitiere den mit Matrika-Buchstaben umschlossenen Mantra tausendmal vorwärts und rückwärts; dadurch entsteht Mantra-Vollendung.

Vers 15.17

Mit den dreiundsechzig Matrika-Buchstaben umschlossen [rezitiere man ihn] tausendmal in gerader und umgekehrter Folge; so wird der Mantra wirksam.

Vers 15.18

Schon durch Wiederholung der Matrika werden unzählige Millionen Mantras wiederholt, zweifellos, denn sie alle gehen aus ihr hervor.

Vers 15.19

Viele Millionen Mantras verwirren den Geist. Ein einziger durch Guru-Gnade empfangener Mantra kann sämtliche Vollendungen verleihen.

Vers 15.20

Einen zufällig gehörten, bloß gesehenen, durch Täuschung erlangten oder auf einem Blatt vorgefundenen Mantra [ohne rechtmäßige Unterweisung] zu erlernen und zu rezitieren bringt Unheil.

Vers 15.21

Wer in einem Buch geschriebene Mantras ansieht und [ohne Einweihung] rezitiert, zieht eine der Brahmanentötung gleiche, Krankheit und Leid bringende Schuld auf sich.

Vers 15.22

Heiliges Feld, Flussufer, Höhle, Berggipfel, Pilgergebiet, Zusammenfluss von Strömen und reiner Wald;

Vers 15.23

abgeschiedener Garten, Fuß eines Bilva-Baumes, Berghang, Göttertempel, Meeresufer und eigenes Haus;

Vers 15.24

diese Orte werden für die Praxis der Mantrakundigen empfohlen. Oder man wohne dort, wo der Geist heiter wird.

Vers 15.25

Japa wird in Gegenwart von Sonne, Feuer, Guru, Mond, Lampe, Wasser, Kuh, Brahmane oder Kula-Baum gepriesen.

Vers 15.26

Im Haus gilt die Wirkung als hundertfach, im Kuhstall als hunderttausendfach, im Tempel als zehnmillionenfach und in Shivas Gegenwart als unendlich.

Vers 15.27

Frei von Furcht vor Mlecchas, gefährlichen Tieren und Schlangen, an einem einsamen, reinen, nicht geschmähten und von Hingabe erfüllten Ort;

Vers 15.28

im eigenen oder einem rechtschaffenen Land, gut versorgt und unbedrängt, wo König und Menschen ergeben sind, wohne man in einer Asketeneinsiedelei.

Vers 15.29

Der Mantrakundige wohne nicht an einem Weg, auf dem Könige, ihre Minister, königliche Diener und mächtige Menschen verkehren.

Vers 15.30

Man wohne nicht in verfallenen Tempeln, Gärten und Häusern oder unter alten Bäumen, nicht an Flüssen, Teichen, Brunnen, Erdlöchern und ähnlichen Orten. [Jīrṇa, „alt/verfallen“, steht am Anfang der ersten Ortsaufzählung; die Übersetzung ergänzt keine nicht genannten Sicherheitsmerkmale.]

Vers 15.31

Wer Japa und Verehrung vollzieht, ohne Dipanatha zu verehren, dessen Frucht nimmt jener an sich; dem Übenden bleibt bloß die Mühe.

Vers 15.32

Ein Einsichtiger meide Sitze aus Bambus, Stein, bloßer Erde, Holz, Gras oder Laub, die Armut, Krankheit und Leid bringen.

Vers 15.33

Er bereite einen Sitz aus Baumwolle, Wolldecke oder Stoff beziehungsweise Löwen-, Tiger- oder Antilopenfell; dieser steigere Glück und Erkenntnis.

Vers 15.34

Im Lotus-, Svastika-, Vira- oder einem anderen geeigneten Sitz vollziehe man Japa und Verehrung; andernfalls bleiben sie fruchtlos.

Vers 15.35

Zwölfmal den dreigliedrigen Pranava innerlich wiederholend, lasse man den inneren Atem durch Pingala ausströmen. Dies ist Rechaka.

Vers 15.36

Sechzehnmal Tara [Om] wiederholend, ziehe man langsam äußeren Atem durch Ida ein und halte ihn. Dies heißt Puraka.

Vers 15.37

Zwölfmal Tara wiederholend, halte man den Atem innen und lasse [den Körper] mit der Wind-Keimsilbe austrocknen. Dies heißt Austrocknung des Körpers.

Vers 15.38

Wie zuvor atme man aus, ein und halte an. Mit der Feuer-Keimsilbe lasse man [den Körper innerlich] verbrennen. Dies heißt Verbrennung des Körpers.

Vers 15.39

Wie zuvor atme man aus, ein und halte an. Mit dem aus der Vereinigung Shivas und Kundalinis strömenden Nektar überflute man den Körper von den Füßen bis zum Kopf, Göttin. Dies heißt Überflutung.

Vers 15.40

Ohne Japa und Meditation ist Atemregelung »ohne Inhalt«, mit ihnen »mit Inhalt«. Die gefüllte Atemregelung ist hundertmal höher als die ungefüllte.

Vers 15.41

Askese, Pilgerfahrten, Opfer, Gaben und Gelübde erreichen nicht ein Sechzehntel dieser Atemregelung.

Vers 15.42

Die dreifache Atemregelung verbrennt rasch sämtliche geistig, sprachlich oder körperlich begangenen Verfehlungen, Glückverheißende.

Vers 15.43

Wie die Unreinheit von Metallen beim Anblasen [im Schmelzfeuer] verbrennt, so verbrennen die Fehler der Sinne durch Beherrschung des Atems.

Vers 15.44

Was immer ein durch Atemregelung Geläuterter tut, trägt zweifellos Frucht, selbst wenn es ohne große Mühe geschieht.

Vers 15.45

Wer täglich nach dem im Agama gelehrten Weg übt, erlangt den Zustand der Gottheit und Mantra-Vollendung.

Vers 15.46

Vor einem Mantrarezitierenden, dessen Schutz die Auflegungen bilden, fliehen Hindernisse wie Elefanten beim Anblick eines Löwen, Geliebte.

Vers 15.47

Ein Verblendeter, der ohne das Netz der Auflegungen rezitiert, wird von sämtlichen Hindernissen bedrängt wie ein Antilopenjunges von Tigern.

Vers 15.48

Die Buchstaben- beziehungsweise Zählkette ist zweifach: gefertigt und ungefertigt. Die gefertigte besteht aus Perlen, die ungefertigte ist die Matrika.

Vers 15.49

Weil sie die Buchstaben von a bis kṣa umfasst, heißt sie Akshamala. Der hervorragende Mantrakundige zähle vorwärts und rückwärts.

Vers 15.50

Zählen an den Fingern bringt einfache Frucht, an den Linien zehnfache, mit Perlen hunderttausendfache und mit Rubinen unendliche.

Vers 15.51

Dreißig [Perlen] verleihen Vermögen, siebenundzwanzig Gedeihen, fünfundzwanzig Befreiung, fünfzehn dienen schädigenden Riten und fünfzig sämtlichen Vollendungen, Herrin des Kula.

Vers 15.52

Der Daumen [dient] Befreiung, der Zeigefinger der Feindvernichtung, der Mittelfinger dem Wohlstand, der Ringfinger befriedenden Riten und der kleine Finger Erstarrung und Anziehung.

Vers 15.53

Der Mantrakundige fasse zuerst den Entschluss: »Dies werde ich rezitieren.« Nach Japa auf festem Sitz bringe er [die Rezitation] mit Wasser der Göttin dar.

Vers 15.54

Lautes Japa gilt als niedriger, flüsterndes als mittleres und geistiges als höchstes. So ist Japa dreifach, Göttin.

Vers 15.55

Zu kurze [Aussprache] verursacht Krankheit, zu lange Verlust der Askesekraft. Ein Mantra, dessen Buchstaben unklar ineinanderfließen, gelingt nicht.

Vers 15.56

Wer einen Lobgesang nur im Geist spricht oder einen Mantra laut rezitiert, dessen beides bleibt fruchtlos wie Wasser in einem zerbrochenen Gefäß, Göttin.

Vers 15.57

Am Anfang besteht Geburtsunreinheit, am Ende Todesunreinheit. Ein mit diesen beiden Unreinheiten verbundener Mantra gelingt nicht.

Vers 15.58

Man wiederhole den Mantra innerlich, nachdem man ihn von Anfang und Ende frei gemacht hat. Von beiden Unreinheiten frei, verleiht er sämtliche Vollendungen.

Vers 15.59

Wer Mantrabedeutung, Mantra-Bewusstsein und Yoni-Mudra nicht kennt, erlangt selbst durch eine Milliarde Wiederholungen keine Vollendung.

Vers 15.60

Mantras mit schlafender Keimsilbe geben keine Frucht, Geliebte. Mit Bewusstsein erfüllte Mantras gelten als Spender aller Vollendungen.

Vers 15.61

Bewusstseinslose Mantras sind bloße Buchstaben. Selbst durch ungeheure Millionenmengen von Wiederholungen verleihen sie keine Frucht.

Vers 15.62

Welche Gestalt sich beim ersten lebendigen Aussprechen des Mantra offenbart, entspricht der Frucht von Hunderten, Tausenden, Hunderttausenden oder Millionen [gewöhnlichen] Wiederholungen.

Vers 15.63

Die Knoten von Herz und Kehle werden durchbrochen, der ganze Körper belebt; Freudentränen, aufgerichtete Haare, Ergriffensein des Körpers und stockende Rede entstehen unvermittelt, Herrin des Kula, zweifellos.

Vers 15.64

Wo sich solche Gewissheitszeichen schon beim einmaligen Aussprechen eines bewusstseinserfüllten Mantra zeigen, spricht man von [lebendiger] Überlieferung.

Vers 15.65

Gehemmt, mit verhüllten Buchstaben, benommen, gebunden, zornig, gespalten, kindlich, knabenhaft, jugendlich, reif, alt und hochmütig;

Vers 15.66

erstarrt, ohnmächtig, berauscht, verriegelt, zerbrochen, betrügerisch, schwach, abgewandt, durchschnitten, taub, blind und unbewusst;

Vers 15.67

dienend, hungrig, starr, vom Platz gefallen, bedrängt, ohne Zuneigung, mangelhaft, zerstört, leblos und Khanditarika; [Khaṇḍitārika ist eine technische Fehlerbezeichnung des Mantra. Ihre genaue Bedeutung bleibt hier offen.]

Vers 15.68

schlafend, missachtet, niedrig, befleckt, schwer zugänglich, kraftlos, besiegt, verbrannt, unstet und furchterregend;

Vers 15.69

grausam, getadelt, hart, fruchtlos, zerschneidend, ohne Wirkkraft, verwirrt, verflucht, krank, leidvoll, gliederlos, stumpf, feindlich, gleichgültig, beschämt, verblendet und träge [heißen Mantra-Mängel].

Vers 15.70

Wer rezitiert, ohne diese sechzig Mantra-Mängel zu kennen, erlangt selbst durch ungeheure Mengen von Wiederholungen keine Vollendung.

Vers 15.71

Zehn Weihen zur Beseitigung der Mantra-Mängel werden genannt, Geliebte: Geburt, Belebung, Schlagen, Erwecken;

Vers 15.72

Besprengung, Entfleckung, Stärkung, Sättigung, Entzündung und Schutz, Herrin des Kula.

Vers 15.73

Wie Waffen durch Bearbeitung am Schleifstein scharf werden, so gelangen Mantras durch die zehn Weihen zu lebendiger Wirksamkeit.

Vers 15.74

Opfergeeignete Speise, Gemüse, erlaubte Früchte, Wurzeln und geröstetes Gerstenmehl werden für Mantraübende empfohlen.

Vers 15.75

Wer durch die Nahrung und Getränke eines anderen genährt religiöses Verdienst ansammelt, teilt dessen Frucht: Die Hälfte erhält der Nahrungsgeber, die Hälfte der Handelnde, zweifellos.

Vers 15.76

Deshalb meide der Einsichtige während Purashcharana und wunschbezogener Riten mit aller Sorgfalt fremde Speise, Herrin.

Vers 15.77

Ist die Zunge durch fremde Speise verbrannt, sind die Hände durch Annahme von Gaben und der Geist durch fremde Frauen verbrannt: Wie könnte das Vorhaben gelingen?

Vers 15.78

[Für das folgende Buchstabenschema werden sechzehn Plätze durch Zahlwörter bezeichnet:] Indra, Feuer, Rudra, Planeten, Augen, Veden, Sonnen, Richtungen, sechs, acht, sechzehn, Manus, Pfeile, Meere, Mondtage und dreizehn.

Vers 15.79

In sechzehn Felder schreibe der Kundige die Matrika-Buchstaben. Vom Anfangsbuchstaben des eigenen Namens bis zum Anfangsbuchstaben des Mantra [zähle er];

Vers 15.80

und bestimme die Klassen »Siddha« und die folgenden; dann wiederum [die Unterklassen] ab Sadhya. Durch vierfache Unterteilung zähle er erneut Siddha und die weiteren Klassen.

Vers 15.81

Siddha-Siddha gelingt durch die [vorgeschriebene] Wiederholung, Siddha-Sadhya durch die doppelte, Siddha-Susiddha durch die halbe Zahl. Siddha-Ari tötet Verwandte.

Vers 15.82

Sadhya-Siddha gelingt mit großer Mühe, Sadhya-Sadhya ist nutzlos, Sadhya-Susiddha gelingt durch Verehrung, Sadhya-Ari tötet Angehörige der Abstammungslinie.

Vers 15.83

Susiddha-Siddha gelingt durch die halbe Zahl, Susiddha-Sadhya nach der vorgeschriebenen Zahl, Susiddha-Susiddha schon durch Empfang; Susiddha-Ari vernichtet die eigene Abstammungslinie.

Vers 15.84

Ari-Siddha tötet den Sohn, Ari-Sadhya die Frau, Ari-Susiddha die Familie und Ari-Ari das eigene Selbst. [Traditionelle divinatorische Zuordnungen, keine festgestellten Wirkungen.]

Vers 15.85

Siddha-Buchstaben heißen Verwandte, Sadhya-Buchstaben Diener, Susiddha-Buchstaben Ernährer und feindliche Buchstaben Vernichter. [Der Druck überspringt hier die Nummer 85 und nennt diesen Vers 86. Die vorliegende fortlaufende Zählung folgt der elektronischen Fassung; bis zum Kapitelende ist die Drucknummer jeweils um eins höher.]

Vers 15.86

Verwandte [stehen an den Positionen] neun, fünf und eins; Diener an zwei, sechs und zehn; Ernährer an drei, elf und sieben; Vernichter an zwölf, acht und vier. [Die zweite Zeile folgt der im Druck S.199, Anm.1 belegten ausführlicheren Lesung. Die erste wird mit nava = neun, vāṇa/bāṇa = fünf [Pfeile] und eka = eins erklärt; die folgenden Zahlensinnbilder sind vahni = drei, rudra = elf und muni = sieben.]

Vers 15.87

[Als verschlüsselte Merkhilfe der Buchstabenverteilung nennt der Druck:] »prāpalābho paṭu prāhyaṃ rudrasyādriruruḥ karam / loka lopa paṭu prāyaḥ khalo yo bheṣu bheditāḥ«. Die Buchstaben werden der Reihe nach verteilt; die beiden letzten Vokale gehören zum Revati-Abschnitt. [Die Merkwörter werden als Lautfolge wiedergegeben; sie ergeben keinen durchgehend sinnvollen deutschen Satz. Der Druck verzeichnet mehrere abweichende Fassungen.]

Vers 15.88

Geburt, Wohlstand, Gefahr, Wohlergehen, Gegner, Erfolg, Tötung, Freund und höchster Freund: Diese mit Geburt beginnende Reihe wiederholt sich.

Vers 15.89

»vālaṃ gauraṃ khuraṃ śoṇaṃ śamīśobhā« [dient als weitere Buchstaben-Merkfolge]. Die Buchstaben werden der Reihe nach auf die Tierkreiszeichen verteilt; im Zeichen Jungfrau stehen die mit śa beginnenden.

Vers 15.90

Aufgang beziehungsweise eigenes Selbst, Vermögen, Geschwister, Verwandte, Kinder, Feinde, Ehepartner, Tod, Dharma, Tätigkeit, Gewinn und Verlust sind die zwölf Tierkreisbereiche.

Vers 15.91

Die Kundigen zählen vom eigenen Tierkreiszeichen bis zu dem des Mantra. Sind Zeichen und Mondhaus unbekannt, beginne man beim Zeichen des ersten Namensbuchstabens.

Vers 15.92

Vom Anfangsbuchstaben des Namens bis zum Anfangsbuchstaben des Mantra [zähle man], verdreifache [das Ergebnis] und teile durch die Vokale; die andere [Berechnung erfolge] umgekehrt.

Vers 15.93

Nach dieser Berechnung gilt das größere [Ergebnis] als Schuld. Ist der Mantra der Schuldner, ist er vorzüglich. Ist man selbst der Schuldner, gebe man diesen Mantra auf, weil man bereits Schuldner ist. [Die Übersetzung folgt den im Druck S.199, Anm.9–10 belegten Lesungen mantra uttamaḥ und tyajet. Der Haupttext hat mantravittamaḥ sowie japet, „rezitiere“. Die abweichenden Lesungen werden gewählt, weil sie den Gegensatz von günstigem und ungünstigem Schuldverhältnis ausdrücklich formulieren.]

Vers 15.94

Die fünfzig Buchstaben gehören der Reihe nach zu Wind, Feuer, Erde, Wasser und Raum: fünf kurze, fünf lange Vokale, die verbundenen Vokale bis zum Bindu, die mit ka beginnenden Fünfergruppen und zuletzt ṣa, kṣa, sa und ha.

Vers 15.95

Erde und Wasser sind befreundet, ebenso Wind und Feuer. In umgekehrten Verbindungen besteht Feindschaft; das übrige [Element Raum] ist überall freundlich.

Vers 15.96

Einen Mantra mit miteinander verfeindeten Buchstaben meide man; er verursacht Zerstörung, Herrin des Kula.

Vers 15.97

Einsilbige, Kuta- und Tripura-Mantras, Herrin der Mantras, von einer Frau gegebene und im Traum empfangene Mantras prüfe man nicht auf Siddha und die weiteren Klassen.

Vers 15.98

Von Mantravollendeten gelehrte, aus den vier Überlieferungswegen stammende und Mala-Mantras prüfe man ebenfalls nicht so, Herrin der Götter.

Vers 15.99

Nrisimha-, Sonnen-, Varaha-, Prasada- und Pranava-Mantras sowie Mantras mit zusammengehörigen Buchstaben prüfe man nicht auf Siddha und die weiteren Klassen.

Vers 15.100

Ist der Geist anderswo, Shiva anderswo, Shakti anderswo und der Atem anderswo, gelingt nichts, selbst durch ungeheure Mengen von Wiederholungen, Schöne.

Vers 15.101

Wissen wird zum Streiten gelernt, Japa für andere Zwecke vollzogen, Spende zum Ruhm gegeben: Wie könnte Vollendung entstehen, Schönangesichtige?

Vers 15.102

Pilgerfahrten erfolgen um Geldes willen, Askese aus Heuchelei, Gottesverehrung bloß für ein Geschäft: Wie könnte Vollendung entstehen?

Vers 15.103

Wenn Verblendete mit unreinem Körper Auflegungen, Gottesverehrung, Japa und Feueropfer vollziehen, bleibt dies alles fruchtlos.

Vers 15.104

Wer mit Resten nach Kot- oder Urinabgabe und ähnlichen Unreinheiten Riten vollzieht, dessen Japa und Verehrung sind sämtlich unrein, Geliebte.

Vers 15.105

Wer mit schmutziger Kleidung, ungepflegtem Haar und üblem Mundgeruch rezitiert, den verbrennt die angewiderte Gottheit rasch.

Vers 15.106

Trägheit, Gähnen, Schlaf, Niesen, Spucken, Furcht, Berühren der unteren Körperteile und Zorn meide man während Japa.

Vers 15.107

Überessen, Geschwätz, belangloses Reden, verfehltes Festhalten an Regeln, fremde Bindungen und Unstetigkeit: Durch diese sechs gelingt der Mantra nicht.

Vers 15.108

Mit Turban oder engem Obergewand, nackt, mit gelöstem Haar, von einer Menge umgeben, mit unreinem Oberkleid, unrein oder während des Gehens rezitiere man nicht.

Vers 15.109

Stumpfheit, Kummer, Grashalme-Abreißen, Streit, Wunschträume und Abgeben von Körperwind meide man während Japa.

Vers 15.110

Friedvoll, rein, maßvoll essend, auf dem Boden schlafend, hingebungsvoll, beherrscht, frei von Gegensatzbindung, fest im Denken, schweigsam und gesammelt rezitiere man, Geliebte.

Vers 15.111

Mit Vertrauen, Gläubigkeit, Mitgefühl, Zuversicht, Disziplin, Entschlossenheit, Zufriedenheit, Eifer, Rechtschaffenheit und weiteren Tugenden versehen rezitiere man.

Vers 15.112

Mit duftenden Blumen, Schmuck und Gewändern geschmückt, hält ein solcher Mensch die Vollendung in der Hand; ein anderer erlangt sie nicht durch Millionen Wiederholungen.

Vers 15.113

Darin gefestigt, Lebenshauch und Denken darauf gerichtet, ganz darin aufgegangen und die Wortbedeutung innerlich verbindend, wiederhole man den Mantra, Geliebte.

Vers 15.114

Vom Japa ermüdet, meditiere man; von der Meditation ermüdet, rezitiere man wieder. Wer Japa und Meditation verbindet, dem gelingt der Mantra rasch.

Vers 15.115

Damit habe ich dir die Merkmale des Purashcharana kurz und in einem gewissen Umfang erklärt, Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

16. Ullasa: Besondere Mantra-Verfahren

Vers 16.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, Meer des Mitgefühlsnektars, ich möchte die Vorschrift wunschbezogener Riten hören. Erkläre sie mir, höchster Herr.

Vers 16.2

Der Herr sprach: Höre, Göttin, ich erkläre, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören wird man kundig in den Anwendungen.

Vers 16.3

Der Mantrakundige mit reinem Herzen und den zuvor genannten Regeln wiederhole den Shri-Prasada-Para-Mantra »Prinzipien-mal hunderttausend« [traditionelle Zahlenumschreibung], Geliebte.

Vers 16.4

Ein Zehntel dieser Zahl opfere er im geweihten Feuer, Göttin; ein Zehntel [der Opferzahl] spende er mit Milch, Wasser und Reiskörnern.

Vers 16.5

Mit Duft, Blumen, ungebrochenem Reis, Schmuck, Geld, Gewändern, verschiedenartigen Speisen und Getränken sowie angenehmen Opfergaben, Geliebte;

Vers 16.6

stelle er den Yogini-Kreis entsprechend seinen Möglichkeiten zufrieden. So mit Auflegungen, Japa, Meditation, Feueropfer, Verehrung und Spenden;

Vers 16.7

wird der Mantrakundige mit verwirklichtem Mantra unmittelbar zum höchsten Shiva, Göttin. Danach [vollziehe er] die von seinem Geist gewünschten Anwendungen, Herrin des Kula.

Vers 16.8

Mit diesem Mantra verwirkliche der Einsichtige Genuss und Befreiung. Die sechs Riten gelingen dem Mantravollendeten zweifellos; dem Unvollendeten gelingen sie nicht, und er zieht den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 16.9

Für die Vollzieher wunschbezogener Anwendungen gibt es keine [höhere Frucht im] Jenseits. Ihre Frucht ist allein das Gelingen der Anwendung, keine andere, Geliebte.

Vers 16.10

Nirgends wird bei einem einzigen Verfahren eine doppelte Frucht gesehen, Herrin der Götter. Deshalb verehre man die Gottheit ohne eigennützigen Wunsch.

Vers 16.11

Mit Feueropfer, Spenden, Mantras sowie besonderen Auflegungen und Meditationen vollziehe man die sechs Riten für sich oder andere.

Vers 16.12

Am Ende einer Anwendung vollziehe man ordnungsgemäß Chakra-Verehrung und wiederhole den Mantra hunderttausendmal, verbunden mit Auflegungen und Meditation;

Vers 16.13

zur Befriedung von Anwendungsfehlern und zum eigenen Schutz. Andernfalls erlangt man keine Frucht und zieht den Fluch der Gottheit auf sich.

Vers 16.14

Erst nach Kenntnis von Mondtag, Wochentag, Mondhaus, Yoga, Monat, Jahreszeit, Monatshälfte, Dipanatha und den Kula-Kreisen vollziehe man die Riten.

Vers 16.15

Erst nach Kenntnis von Seher, Versmaß, Gottheit, Gliedern, Auflegungen, Meditation, Verehrung, Keimsilbe, Kraft und Riegel verwirkliche man die Mantras.

Vers 16.16

Man kenne [die Zuordnungen zu] Sohn, Verwandten und Frau, die Verträglichkeit von Zeichen und Buchstaben, die Freundschaft der Elemente und das Aufgehen [des Mantra], ehe man ihn verwirklicht.

Vers 16.17

Man kenne die Unterschiede und Einheit von Mantra und Vidya, Schlafen und Erwachen sowie weibliche, männliche und neutrale Formen, ehe man Riten vollzieht.

Vers 16.18

Man kenne Vokale, Buchstaben, Wörter, Verdopplung, Bewusstheit, Unreinheit sowie kurze, lange und überlange Aussprache, ehe man Mantras verwirklicht.

Vers 16.19

Man kenne die fünf Reinigungen, Sitz, Atemregelung, Auflegungen, Zählkette, Mängel, Weihen und Gesten, ehe man Riten vollzieht.

Vers 16.20

Ebenso kenne man Sitz, Richtungsverschluss, Nadi-Verschluss und ihre Verbindungen sowie Gottheit, Zeit und Gesten, ehe man Riten vollzieht.

Vers 16.21

Ziel, Ausführenden, Handlung, Schreibgerät, fünf Substanzen, Ort, Yantra und Maße kenne man, ehe man Riten vollzieht.

Vers 16.22

Herkunft, innere Bedeutung, Farbe, Gestalt, Weihe und Anordnung sowie Opfergrube, Substanzen und Maße kenne man, ehe man ein Feueropfer vollzieht.

Vers 16.23

Aus Kenntnis von Feuerschein, Rauchfarbe, Klang, Geruch, Flammenform und glückverheißendem Verhalten bestimme man günstige und ungünstige Zeichen.

Vers 16.24

Man kenne die innere Verbindung mit der Mantra-Wirklichkeit, die Merkmale körperlichen Ergriffenseins und die Ausspracheunterschiede, ehe man Riten vollzieht.

Vers 16.25

Mandala, Krug, Substanzreinigung, acht Duftstoffe, Einweihung und Namensgebung kenne man, ehe man einweiht.

Vers 16.26

Tägliche, anlassbezogene und wunschbezogene Riten, Regeln, Namen, innere Bedeutungen sowie Verehrungs- und Trage-Yantras kenne man vor der Anwendung.

Vers 16.27

Den Eintritt in den Verehrungsraum, die Merkmale des Kula-Verehrenden und die Reinigung der Kula-Substanzen kenne man, ehe man verehrt.

Vers 16.28

Inneres und äußeres Opfer, Aufstellung von Krug und Ehrentrank und die fünf Blumengaben kenne man vor der Anwendung, Göttin.

Vers 16.29

Gefäß, Ständer, Alkohol, Fleisch, Verbindung von Kräften, Gesten und Wegen sowie Bali-Gaben für Vatuka und die anderen kenne man vor der Anwendung, Göttin.

Vers 16.30

Unterschiede und Merkmale der Kula-, Akula- und Sahaja-Shaktis, günstige Kennzeichen, Weihe und Verehrung der Frau sowie die Zeit der Vereinigung kenne man, ehe man eine Shakti annimmt, Göttin.

Vers 16.31

Unterschiede des Trinkens, Früchte, Maße und Merkmale der freudigen Zustände sowie das Empfangen der drei Prinzipien kenne man, ehe man Kula-Nektar trinkt.

Vers 16.32

Wer Eintritt, Verneigung, Aufenthalt und Verlassen des Kreises sowie Genuss und Verhalten der Yoginis kennt, wird Kaulika, Geliebte.

Vers 16.33

Wer die Zeit von Vereinigung und freudiger Entlassung, die Darbringung der Kula-Lampen und die Rezitation des Friedenshymnus kennt, wird Kula-Lehrer.

Vers 16.34

Paar-, Gnaden-, Achtmal-acht-, menstruierende Frauen- und Kumari-Verehrung sowie die Verehrung an besonderen Mondtagen kenne man vor der Anwendung.

Vers 16.35

Unterschiede der Überlieferungswege, Geheimzeichen, »Zusammenziehen der Blüte«, die drei Gurus und die Überlieferung kenne man vor der Anwendung.

Vers 16.36

Offenbarungswissen, Kula-Verhalten, Mantra-Unterschiede, Paduka und die drei Füße beziehungsweise Ströme kenne man vor der Anwendung, Göttin.

Vers 16.37

Die Verehrungsfolge für höher-, gleich- und niedrigergestellte Kaulikas und die Verehrung der Träger der Siddha-Gesten kenne man vor der Anwendung.

Vers 16.38

Guru-, Feuer- und Totenriten, Bestattung, Reihenfolge der Richtungsgaben und die Vorschrift der Befreiungslampe kenne man vor der Anwendung.

Vers 16.39

Damit sind einige besondere Punkte genannt, Herrin des Kula. Dies ist das allgemeine Verfahren sämtlicher Mantras.

Vers 16.40

Mantras gehören zu männlichen Gottheiten, Vidyas zu weiblichen, Geliebte. Männliche Mantras enden auf »huṃ phaṭ« und erwachen beim Atemfluss rechts; die auf die Feuergefährtin [Svaha] endenden Vidyas weiblicher Gottheiten;

Vers 16.41

erwachen beim Atemfluss links. Auf »namaḥ« endende Mantras sind neutral. Fließt der Atem in beiden Nadis, erwachen alle.

Vers 16.42

Friedvolle Mantras mit überwiegend Mond- und Nektarbuchstaben dienen befriedenden Riten; feurige, auf Svaha endende und überwiegend mit Raumbuchstaben versehene [Formeln] grausamen Riten.

Vers 16.43

»Phaṭ« [wird] beim Stärken, »vaṣaṭ« beim Gefügigmachen, »huṃ phaṭ« beim Töten, »namaḥ« beim Erstarren und »svāhā« beim Befrieden und Gedeihen genannt.

Vers 16.44

Beim Feueropfer und bei der Spende füge der Mantrakundige »svāhā«, bei Auflegung und Verehrung »namaḥ« an; bei Japa bleibe der Mantra in seiner überlieferten Form.

Vers 16.45

Silber und Kupfer [dienen als Schreibträger] bei Befriedung, Birkenrinde beim Gefügigmachen, Gold bei sämtlichen Vorhaben und ein Totengewand bei grausamen Riten.

Vers 16.46

Drei Duftstoffe gelten für Befriedung, fünf für Gefügigmachen, acht für sämtliche Vorhaben und acht Gifte für grausame Riten.

Vers 16.47

Durva-Gras dient als Schreibgerät bei Befriedung, eine Pfauenfeder beim Gefügigmachen, Gold bei allen Vorhaben und eine Krähenfeder bei grausamen Riten.

Vers 16.48

Befriedung vollzieht man im eigenen Haus, Gefügigmachen im Chandika-Tempel, alle Vorhaben im Göttertempel und grausame Riten an der Verbrennungsstätte.

Vers 16.49

Erst nach Kenntnis solcher Merkmale aus dem Mund des Guru vollziehe der Mantrakundige die jeweiligen Riten, um ihre Früchte zu erlangen, Geliebte.

Vers 16.50

An der Wurzel [meditiere man über] die Prasada-Keimsilbe, gleich der jungen Sonne, am Scheitel über die Para-Keimsilbe, strahlend wie zehntausend Monde.

Vers 16.51

Erfüllt von der Freude ihrer gegenseitigen Berührung, [vergegenwärtige man sich] von der Wurzel bis zur Scheitelöffnung ununterbrochene;

Vers 16.52

Ströme höchsten Nektarsaftes, die einen von den Füßen bis zum Kopf durchtränken. Wer sich stets so betrachtet, wird alterslos und unsterblich.

Vers 16.53

So meditierend vollziehe man sämtliche Vorhaben, Herrin des Kula. Sie gelingen rasch, Göttin; daran soll kein Zweifel bestehen.

Vers 16.54

Ich erkläre unterschiedliche Meditationen, die sämtliche Vollendungen gewähren, Geliebte, durch die man Gewünschtes ohne Verehrung und Feueropfer erlangt.

Vers 16.55

An einem ansprechenden Ort, auf weichem Sitz und mit festem Geist, meditiere der Übende nach vorheriger Guru-Verneigung, Göttin.

Vers 16.56

[Er betrachte] im vollen Mondkreis am Scheitel die Shri-Prasada-Para-Keimsilbe, verbunden mit den sechzehn Vokalen;

Vers 16.57

weiß wie reiner Kristall, Kampfer, Kunda-Blüte und Mond, Geliebte, und den Körper überflutet vom Nektar, der aus diesem Mondbild hervorgeht.

Vers 16.58

Mit unbeweglichem innerem Selbst vergegenwärtige man sich stets so. Sämtliches Unheil löst sich auf; es entstehen Glück, Wohlstand und Gedeihen.

Vers 16.59

Im jugendfrischen Aufschwung verehre man den Kreis [und rezitiere] den Shri-Prasada-Para-Mantra 1.008-mal, Geliebte.

Vers 16.60

Die Furcht vor vorzeitigem Tod, schwerer Krankheit, Alter und Sterben sowie vor besitzergreifenden Geistern, Anfällen, Vetalas, Bhutas und geistiger Verwirrung;

Vers 16.61

überwindet man, lebt frei von seelischer und körperlicher Bedrängnis, mit Söhnen und Enkeln versehen, über hundert Jahre, von allen Menschen geehrt.

Vers 16.62

Man versteht ungehörte Lehrschriften, die Dichtung wird makellos, und man wird unmittelbar aus Bewusstsein bestehend; daran soll kein Zweifel bestehen.

Vers 16.63

Bei Fieber, geistiger Verwirrung und ähnlichen Krankheiten rezitiere man mit Vergegenwärtigung am Kopf; bei Schmerzen, Windleiden, Wunden, Knoten und erschwertem Wasserlassen an den jeweiligen Körperstellen, wie zuvor, Herrin der Götter.

Vers 16.64

Bei schweren Krankheiten vergegenwärtige man [die Keimsilbe] im gesamten Körper. Alle Krankheiten würden augenblicklich befriedet, zweifellos. [Heilversprechen des historischen Textes, keine nachgewiesene Behandlung.]

Vers 16.65

Wer an den zehn Organen meditiert, erlangt deren gute Funktionsfähigkeit. Wo man die Keimsilbe vergegenwärtigt, entsteht die entsprechende Frucht.

Vers 16.66

Wer stets am Scheitel meditiert, werde alterslos und unsterblich. [Diese Meditation] beseitige alle Krankheiten und gewähre Wissen und Gesundheit, Geliebte.

Vers 16.67

Eine höhere Meditation gibt es nicht, wahrlich und zweifellos. Dies sind die erklärten Früchte sattviger Meditation, Göttin.

Vers 16.68

Nach diesem Verfahren vollziehe man sämtliche befriedenden Riten. Dadurch entsteht unvergleichliches Glück, Herrin der Götter.

Vers 16.69

Wer die Keimsilbe mit zwölf Vokalen in den zwölf Grundlagenlotussen vergegenwärtigt, werde alterslos und unsterblich.

Vers 16.70

Wer in den sechs Grundlagen die Keimsilbe mit sechs langen Vokalen meditiert, wird von den dort wohnenden Göttinnen verehrt, Herrin des Kula.

Vers 16.71

Inmitten des Herzlotus, im Sonnenkreis, [meditiere man über] die Paraprasada-Keimsilbe, gleich jungem Morgenrot;

Vers 16.72

strahlend wie Hibiskus, Bandhuka-Blüte, Zinnober und Rubin, umgeben von den fünfundzwanzig Verschlusslauten, Mutter.

Vers 16.73

Durch ihren Glanzschleier werden die drei Welten sichtbar. So vergegenwärtige man sich selbst mit unbeweglichem innerem Selbst, Göttin.

Vers 16.74

Im jugendfrischen Aufschwung wiederhole der Einsichtige die Paraprasada-Keimsilbe 1.008-mal über einen Mandala-Zeitraum.

Vers 16.75

Götter, Danavas, Gandharvas, Siddhas, Kinnaras, Guhyakas, Vidyadharas, Weise, Yakshas, Nagas, Apsaras und Frauen;

Vers 16.76

Löwen, Tiger, große Schlangen und andere gefährliche Tiere mache man damit zweifellos gefügig, wie viel mehr Menschen.

Vers 16.77

Man erlangt große Herrschermacht, himmlische Genüsse und Weiteres, Geliebte. Auf wessen Scheitel man dabei meditiert, der werde gewaltsam gefügig.

Vers 16.78

Dies sind die Früchte rajasiger Meditation, Göttin. Nach diesem Verfahren vollziehe man sämtliche Riten des Gefügigmachens.

Vers 16.79

Eine höhere Meditation, die alles gefügig macht und sämtliche Herrschermacht gewährt, gibt es nicht, Göttin; wahrlich und zweifellos.

Vers 16.80

Man zeichne Dreieck, Sechseck, Achtstrahl und Erdumfassung; in die Mitte schreibe man den Grundmantra mit dem Namen des Zieles.

Vers 16.81

In die sechs Ecken schreibe man die sechs Glieder, höchste Herrin, in die Staubfäden die Vokale und in die Blätter die acht Buchstabengruppen, Parvati.

Vers 16.82

In die vier Ecken der Erdumfassung schreibe man den Grundmantra, Mutter. Mit fünffarbigem Pulver gestalte man es schön und ansprechend.

Vers 16.83

Nach ordnungsgemäßer Zeichnung des Yantra stelle der hervorragende Mantrakundige [in den aufeinanderfolgenden Bereichen] einen, drei, sechs, acht und vier Krüge auf, Geliebte.

Vers 16.84

Von der Mitte bis zur äußeren Vierecksumfassung [nennt der Text insgesamt] zweiunddreißig Krüge; oder achtzehn, Herrin, sieben oder zehn, Geliebte. [Die vorausgehende Aufzählung ergibt nicht ohne weitere Zuordnung diese Gesamtzahl.]

Vers 16.85

Der vortreffliche Übende kann auch vier oder einen verwenden. [Am Krug werden] Knochen, Blut, Gefäße, Fäden, Ton, Fleisch und Wasser [einander zugeordnet];

Vers 16.86

Haut entspricht dem Tuch, Stein beziehungsweise Schildkröte [einer Grundlage], die Kokosnuss dem Kopf. Mit Mantra und Lebenshauch versehen verehre man die Kruggottheit. [Die Körper-Krug-Zuordnungen sind in beiden Versen elliptisch.]

Vers 16.87

Savitri, die Para-Glieder, die Mütter mit den Bhairavas und in den Zwischenrichtungen Guru, Ganesha, Durga und Feldhüter [werden angeordnet], Geliebte.

Vers 16.88

Nach ordnungsgemäßer Verehrung in den Krügen besprenge der Mantrakundige den lieben Schüler zur Befriedung sämtlicher Sünden.

Vers 16.89

Lebensdauer, Wohlergehen, Schönheit, Glück, Wissen und Gesundheit entstehen. Ein so gesalbter König erlangt die Erde bis zu den vier Meeren.

Vers 16.90

Ein mittelloser Gesalbter erlangt große Herrschermacht, eine unfruchtbare Gesalbte einen Sohn mit allen Vorzügen.

Vers 16.91

Geisterbedrängnis, vorzeitiger Tod und Krankheiten verschwinden zweifellos. Man schreibe das vortreffliche Yantra auf drei Metalle oder Birkenrinde;

Vers 16.92

am Arm getragen, Göttin, gewähre es umfassenden Schutz, Lebensdauer, Gesundheit, Herrschermacht, Wissen, Gewinn, Ruhm und Sieg.

Vers 16.93

Was immer der eigene Geist begehrt, wird zweifellos erreicht: Schwertvollendung, Gefügigmachen, Stillhalten des Alters, Yakshini-, Augensalben- und Sandalenvollendung;

Vers 16.94

die acht Kräfte mit Anima an der Spitze, große Alchemie und Verjüngung, Wiederbelebungs-Yoga, Zauberkügelchen und sämtliche weiteren Vollendungen;

Vers 16.95

werden von den Kennern des Paraprasada-Mantra erfahren, zweifellos. So wende man die sechs Riten an; anders gelingt es nicht, Geliebte.

Vers 16.96

Mit gelben Substanzen wie Haridra, Brennhölzern, Blättern und Früchten opfere der Mantrakundige wie zuvor, ganz der Gottheitsmeditation ergeben.

Vers 16.97

Sprache, Gehör, Bewegung, Blick, Heere, Flüsse, Geister, Feinde und verschiedene gefährliche Tiere könne er zweifellos zum Stillstand bringen, Geliebte und Göttin.

Vers 16.98

Eine höhere Meditation, die schädliche Geisterkräfte und Ähnliches vernichtet, gibt es nicht, Geliebte; wahrlich und zweifellos.

Vers 16.99

Dies sind die Früchte tamasiger Meditation, Göttin. Nach diesem Verfahren vollziehe man Riten zur Vernichtung von Übeltätern.

Vers 16.100

Solche Meditationsunterschiede lerne man aus dem Mund des Guru und wende dann die sechs Riten an, nicht anders, Geliebte, du von Helden Verehrte.

Vers 16.101

Mit vorzüglichen Zweigen von Khadira, weißem Mandara und Sita-Bhanu, ferner Palasha, Udumbara, Ashvattha, Plaksha und Apamarga samt Rinde;

Vers 16.102

mit Nandyavarta, weißem Lotus, Hayari-Blüten und anderen weißen, guten Substanzen, Zweigen, Blättern und Früchten;

Vers 16.103

mit Speisen, Milchreis, Sesam und Reis samt Durva, verbunden mit den drei süßen Substanzen, [opfere] der Mantrakundige, Herrin des Kula.

Vers 16.104

Mit einer oder allen [Substanzen], entsprechend der Schwere des Vorhabens, opfere man tausend- oder fünftausendmal, Göttin;

Vers 16.105

oder zehntausend-, hunderttausend- oder millionenmal in der für den jeweiligen Ritus gelehrten Grube und im geweihten Feuer, Herrin des Kula.

Vers 16.106

Man rufe die Gottheit darin herbei, meditiere über sie mit ihren umgebenden Gottheiten und opfere ordnungsgemäß, innerlich ganz auf sie gerichtet, Göttin und Geliebte.

Vers 16.107

Sämtliches Leid aus Krankheiten, Wunden, geistiger Verwirrung, Anfällen, Unheil und Schwindsucht werde dadurch augenblicklich befriedet, zweifellos.

Vers 16.108

Dadurch erlange man umfassenden Frieden, Erkenntnis und Wissen, Geliebte. [Für die folgende Anwendung nehme man Substanzen] von Kadamba, Ashoka, Vakula, Punnaga, Mango und Madhuka;

Vers 16.109

den beiden Champaka-Arten, Palasha, Patala, Shri-Baum und Kapittha; Malati, Mallika, Jati, Bandhuka und rotem Lotus;

Vers 16.110

Kalhara, rotem Mandara, Yuthika, Kunda und Hibiskus, ferner Kokosnuss, Banane, Traube, Zuckerrohr und Reisflocken;

Vers 16.111

Sandelholz, Aguru, Kampfer, Rochana, Safran und andere rote, gute Substanzen, Brennholz, Butterschmalz und Früchte.

Vers 16.112

Damit opfere der vortreffliche Mantrakundige wie zuvor ordnungsgemäß, Göttin. Könige, Männer und auf ihre Jugend stolze Frauen;

Vers 16.113

wilde Löwen, Tiger, gefährliche Tiere und Elefanten, Frauen der Siddhas, Götter, Apsaras, Yakshas und Gandharvas sowie selbst Götter könne er gefügig machen, Herrin des Kula, zweifellos.

Vers 16.114

Durch ein Opfer mit Vaji [technischer Stoffname] und Salz könne man eine Frau anziehen. Nach diesem Verfahren erlange man höchstes Glück, Herrin der Götter.

Vers 16.115

Wozu viele Worte? Für Mantrakundige gibt es in den drei Welten nichts, das mit diesem König der Mantras unerreichbar wäre.

Vers 16.116

Wer im Urdhvamnaya bewandert ist, den Paraprasada-Mantra und den wahren Sinn des Kularnava kennt, ist schon zu Lebzeiten befreit, Herrin des Kula.

Vers 16.117

Ob an einer guten Pilgerstätte, an keinem heiligen Ort oder mitten im Wasser: Der Kenner des Paraprasada-Mantra ist zweifellos befreit.

Vers 16.118

Richtungen, Sitze, heilige Felder, Gesten, Bäume, Schlingpflanzen, Klöster sowie Bhairavas und Göttinnen des Urdhvamnaya sind zu kennen, Parvati.

Vers 16.119

[Für schädigende Riten nennt der Text] Nimba, Karaskara, Unmatta, Kantaki, Vipra und Danti, Knochen, Dornenholz und weitere unheilvolle Substanzen;

Vers 16.120

schwarze Kügelchen, Zweige, Blätter, Früchte, Hausruß, Scheiterhaufenkohle, Trikatuka, Saures und Scheiterhaufenruß;

Vers 16.121

mit Unmatta-Saft durchtränkt, gründlich zermahlen und besprengt, zusammen mit Staub aus den Fußspuren des Zieles und Scheiterhaufenasche.

Vers 16.122

Man fertige ein Bildnis des Zieles aus Holz des betreffenden Mondhausbaumes, statte es rituell mit Lebenshauch aus und hänge es über die Opfergrube;

Vers 16.123

oder vergrabe es ordnungsgemäß unter der Grube. Mit verdüstertem Geist, furchtbarem Blick und zornig;

Vers 16.124

opfere der Mantrakundige diese Substanzen im Bestattungsfeuer, das mit sieben Hölzern giftiger Bäume genährt ist, Göttin, nach der entsprechenden Vorschrift.

Vers 16.125

Dadurch vollziehe man zweifellos Zwietracht, Vertreibung und Tötung. Bei befriedenden Riten vergegenwärtige man dagegen eine sattvige weiße [Gestalt], Göttin.

Vers 16.126

Beim Gefügigmachen vergegenwärtige man eine rajasige rote, bei grausamen Riten eine tamasige schwarze Gestalt, Göttin.

Vers 16.127

Erst vollziehe man den eigenen Schutz, danach die Riten. Wer aus Verblendung anders handelt, wird zum Opfertier der Gottheit.

Vers 16.128

Deshalb vollziehe der Einsichtige zuerst die große sechsfache Auflegung, Verehrung und Bali-Gabe und danach die Riten, Göttin; nicht anders, du von Helden Verehrte.

Vers 16.129

Im Feuer innerhalb des Muladhara-Lotus [vergegenwärtige man] die Paraprasada-Keimsilbe, strahlend wie das Feuer des Weltendes, Geliebte;

Vers 16.130

umgeben von den zehn durchdringenden Buchstaben in umgekehrter Folge. Selbst wie das Weltenfeuer und allen Wesen furchtbar;

Vers 16.131

nach Süden gerichtet, mit äußerst wildem Blick und verdüstert, im jugendlichen Aufschwung, [rezitiere man] den Paraprasada genannten;

Vers 16.132

Mantra über einen Mandala-Zeitraum jeweils 1.008-mal. Wesen, die Unheil, Streit und Mühe verursachen;

Vers 16.133

grundlos Hass erregen, grausam sind und die Verehrung behindern, Bhutas, Upagrahas, Vetalas, Pishachas, Yakshas und Rakshasas;

Vers 16.134

solche schädlichen Wesen und andere beständige Leidverursacher stelle man sich in dieses Feuer gefallen und verbrannt vor. Sie würden augenblicklich vergehen wie Motten im Feuer.

Vers 16.135

Auf wessen Scheitel man die Keimsilbe vergegenwärtigt, der sterbe. Durch diese Meditation könne man selbst Kala und die anderen vernichten, Herrin der Götter. [Die Verse 16.119–135 beschreiben historische Schadenmagie und deren behauptete Wirkungen.]

Vers 16.136

Damit habe ich dir die Vorschrift wunschbezogener Riten kurz und in einem gewissen Umfang erklärt, Geliebte und Herrin des Kula. Was möchtest du noch hören?

17. Ullasa: Begriffe und ihre Auslegung

Dieses Kapitel deutet Wörter durch traditionelle Silben- und Sinnzuordnungen (Nirukti). Solche spirituellen Auslegungen sind von sprachgeschichtlichen Wortableitungen zu unterscheiden. Die wiederkehrende Formulierung „weil …, wird … genannt“ gibt die Argumentationsweise des Sanskrittexts wieder.

Vers 17.1

Die Göttin sprach: Herr des Kula, ich möchte die innere Bedeutung der Bezeichnungen des Guru und der übrigen Begriffe hören. Erkläre mir, höchster Herr, die wahre Bedeutung der Dinge des Kula.

Vers 17.2

Ishvara sprach: Höre, Göttin; ich werde dir erklären, wonach du mich fragst. Schon durch das Hören davon leuchtet die Erkenntnis des Kula auf.

Vers 17.3

Verehrung dir, o Herr und Erhabener, Shiva in Gestalt des Guru! Um das Herabkommen des Wissens zu vollenden, hast du vielfältige Gestalten angenommen.

Vers 17.4

Verehrung dem, dessen Wesen Narayana und das höchste Selbst ist, dem Bewusstsein, der Sonne, die sämtliche Finsternis der Unwissenheit durchbricht.

Vers 17.5

Verehrung dem Allwissenden, dessen Gestalt aus Mitgefühl hervorgeht, dessen Wesen Shiva ist und der seinen empfänglichen Verehrern hier und jenseits heilsames Sein gewährt.

Vers 17.6

Von vorn, von beiden Seiten und von hinten, von oben und von unten bringe ich dir Verehrung dar. Gewähre mir, dir stets mit einem lauteren Herzen zu dienen.

Vers 17.7

Die Silbe gu soll Finsternis bedeuten; die Silbe ru bezeichnet deren Aufhebung. Weil er die Finsternis aufhebt, wird er Guru genannt.

Vers 17.8

Der Laut ga gilt als Spender der Vollendung, ra als Verbrenner der Sünde und u als Vishnu. Der höchste Guru ist das Wesen dieser drei.

Vers 17.9

Ga bedeutet den Besitz von Erkenntnis, ra deren Erhellung und u die Wesenseinheit mit Shiva: Deshalb heißt er Guru.

Vers 17.10

Weil er jene erweckt, die hinsichtlich der geheimen Agamas und der Wirklichkeit des Selbst von Blindheit gefesselt sind, und weil er die Gestalt der Gottheiten, angefangen bei Rudra, besitzt, wird er Guru genannt.

Vers 17.11

Er übt den rechten Wandel selbst, begründet auch seine Schüler darin und sammelt die Bedeutungen der Schriften: Daher wird er Acharya genannt.

Vers 17.12

Weil er selbst über das Bewegliche und Unbewegliche unterrichtet und im Yoga, beginnend mit Yama, Vollendung erlangt hat, wird er Acharya genannt.

Vers 17.13

Weil er das Sein des Selbst vermittelt, frei von Zuneigung und Abneigung ist und sein Geist ausschließlich in Meditation ruht, wird er Aradhya, der zu Verehrende, genannt.

Vers 17.14

Weil er die Gestalt der Gottheit trägt, seinen Schülern Gnade erweist und eine Verkörperung des Mitgefühls ist, heißt er Deshika, Geliebte.

Vers 17.15

Weil er über die Bedeutung der höchsten Wirklichkeit nachsinnt, die sich in innerem Frieden erschließt, und frei von falscher Erkenntnis ist, wird er Swami genannt, Geliebte.

Vers 17.16

Weil geistige Fehler ihm fernliegen, er auf bloße Streitbeweisführung verzichtet, in Hunden und anderen Lebewesen Gleichheit sieht und liebenswert ist, heißt er Maheshvara.

Vers 17.17

Weil er Glück, Befreiung und Erkenntnis gewährt, das Selbst als Nada-Brahman erkennen lässt und an ihm die Unwissenheit zum Stillstand gekommen ist, heißt er Shrinatha, Geliebte.

Vers 17.18

Weil er im Kula-Agama im Einklang mit Ort und Zeit handelt und die Lebewesen der Welt unter seine Gewalt gebracht hat, wird er Deva genannt.

Vers 17.19

Weil er die Fessel des Werdens beruhigt, den tankara und die Mondsichel als Kopfschmuck trägt, schützt und anmutig ist, wird er Bhattaraka genannt. [Die Verbindung des Lautes tankara mit dem Kopfschmuck ist im vorliegenden Wortlaut nicht eindeutig.]

Vers 17.20

Weil er die streng verborgenen, geheimen Bedeutungen von Agama und Vedanta vergegenwärtigt und Genuss wie Befreiung schenkt, wird er Prabhu genannt.

Vers 17.21

Weil er sich in die Yoni-Mudra versenkt, die Macht des Mantra in ihm aufleuchtet und die Scharen der Götter ihn verehren, wird er Yogi genannt, Geliebte.

Vers 17.22

Weil er die Leiden der Verhaftung aufgegeben hat, sich überall in einer Stätte geistlichen Lebens aufhalten kann und sich selbst innerlich bindet [an die Disziplin], wird er Samyamin, der Sichzügelnde, genannt.

Vers 17.23

Weil er über das Wesen der Wirklichkeit nachsinnt, Verleumdung und Ähnliches meidet und heilsame Handlungen auf sich nimmt, wird er Tapasvin genannt.

Vers 17.24

Weil er unvergänglich und verehrungswürdig ist, die Fesseln des Samsara abgeschüttelt und die Bedeutung von „Das bist du“ verwirklicht hat, wird er Avadhuta genannt.

Vers 17.25

Weil Leidenschaft, Hochmut, Bedrängnis, Zorn, Missgunst und Verblendung von ihm gewichen sind und Rajas und Tamas ihm fernliegen, wird er Vira genannt.

Vers 17.26

Kula wird als Abstammungslinie bezeichnet; diese entspringt Shakti und Shiva. Wer die Erkenntnis besitzt, durch die Befreiung entsteht, wird Kaulika genannt.

Vers 17.27

Akula wird Shiva genannt, Kula wird als Shakti bezeichnet. Durch die betrachtende Verbindung von Kula und Akula sind die Kaulikas kundig, o Geliebte.

Vers 17.28

Weil er das Wesentliche sammelt, den Weg des Dharma beschreitet und die Gesamtheit seiner Vermögen zügelt, wird er Sadhaka genannt.

Vers 17.29

Durch Verehrung mit höchster Hingabe, mit Geist, Rede, Körper und Taten überschreitet er alle Leiden. Deshalb heißt er Bhakta.

Vers 17.30

Wer den wahren Gurus Körper, Besitz und Lebenskräfte darbringt und von ihnen Yoga lernt, wird Shishya, Schüler, genannt.

Vers 17.31

Weil sie sich in die Yoni-Mudra versenkt, den Füßen der Tochter des Berges dient und die Macht begrenzender Bestimmungen in ihr erloschen ist, wird sie Yogini genannt.

Vers 17.32

Weil sie hundert Koti großer göttlicher Yoginis erfreut und rasche Befreiung gewährt, wird sie Shakti genannt. [Hundert Koti entsprechen einer Milliarde.]

Vers 17.33

Weil sie beschützt, Übel abschneidet und die gewünschten Ziele gedeihen lässt, wird sie Paduka genannt. Sie ist meine und deine wahre Wirklichkeit, Geliebte.

Vers 17.34

Weil es die Sünden zerstört, die in Tausenden früherer Geburten begangen wurden, und die höchste Gottheit offenbart, wird es Japa genannt.

Vers 17.35

Weil es den Geist nach und nach mit höchster Freude erfüllt und den Lobpreisenden hinüberrettet, wird es Stotra genannt, Göttin.

Vers 17.36

Nachdem man mit dem Geist alle Erregung der Sinne gezügelt hat, soll man im eigenen Inneren die erwählte Gottheit betrachten. Dies wird Dhyana genannt.

Vers 17.37

Weil es die Erfüllung des Lebenszieles entfaltet, Schutz gewährt und Mann und Frau als seine Gestalt hat, wird es Charana genannt, Parvati, Geliebte. [Das gewöhnliche Wort für „Fuß“ wird hier symbolisch ausgelegt.]

Vers 17.38

Weil er den Sinn sämtlicher Schriften erkennen lässt, die Bedeutung des rechten Dharma darlegt und für die philosophischen Sichtweisen als Erkenntnisgrundlage gilt, wird er Veda genannt.

Vers 17.39

Weil es von Verdienst und Sünde erzählt, Rakshasas und Ähnliches abwehrt und die neunfache Hingabe hervorbringt, wird es Purana genannt.

Vers 17.40

Weil es diejenigen, die in den Kasten und Lebensstadien leben, beständig unterweist und aus allen Sünden hinüberrettet, wird es Shastra genannt, Göttin.

Vers 17.41

Weil sie den dem Erinnern und Überliefern Ergebenen Dharma und Adharma darlegt und die Finsternis entwurzelt, wird sie Smriti genannt, Göttin.

Vers 17.42

Weil es von erstrebenswertem Dharma und Ähnlichem berichtet, die Finsternis der Unwissenheit zerbricht und alle Leiden wegnimmt, heißt es Itihasa.

Vers 17.43

Weil er den rechten Wandel erklärt, zum Erlangen eines göttlichen Weges führt und die Wirklichkeit des großen Selbst darlegt, wird er Agama genannt, Geliebte.

Vers 17.44

Weil die Scharen der Shakinis ihn verehren, er über den Ozean des Werdens hinüberrettet und die höchsten Shaktis bei ihm gegenwärtig sind, wird er Shakta genannt.

Vers 17.45

Weil er Kindheit und die weiteren [vergänglichen Lebenszustände] zum Ende bringt, Auflösung und Geburt durchbricht und mit sämtlichen Kulas verbunden ist, wird er Kaula genannt.

Vers 17.46

Weil sie die Fesseln abschneidet, durch den höchsten Glanz erfreut und von Entsagenden betrachtet wird, heißt sie Paramparya, Überlieferungsfolge, Göttin.

Vers 17.47

Weil sie das Wesentliche im Samsara ist, das Glück der Erhellung gewährt sowie Ruhm und günstiges Geschick hervorbringt, heißt sie Sampradaya.

Vers 17.48

Weil er der Ursprung aller Wege ist, die Freude des Geistes vermehrt und Opfer und andere Formen des Dharma begründet, wird er Amnaya genannt.

Vers 17.49

Weil man die zahlreichen großen Mantras, Yantras, Tantras und Gottheiten gehört hat und die Überlieferung des Gehörten ununterbrochen ist, wird dies Shrauta genannt. [Die Satzverbindung ist im überlieferten Wortlaut unsicher.]

Vers 17.50

Weil er die Wirklichkeit des Amnaya verkörpert, die Bedeutung kundigen Handelns darlegt und Zuneigung und Abneigung beruhigt, wird er Achara genannt.

Vers 17.51

Weil sie göttliches Sein verleiht, Befleckung abwäscht und aus der Bindung an das Werden befreit, wird sie von den Guten Diksha genannt.

Vers 17.52

Weil er das Ichgefühl wegnimmt, Furcht zerschlägt, Besprengung umfasst und Zittern, Freude und Ähnliches hervorruft, heißt er Abhisheka.

Vers 17.53

Weil sie kraftvoll und erhaben ist, die Gottheit erfreut und Anlass für das Herabkommen der Shakti ist, heißt die Unterweisung Upadesha.

Vers 17.54

Durch die Besinnung auf den Gott, dessen Wesen die Wirklichkeit und dessen Strahlkraft unermesslich ist, schützt [er] vor aller Furcht. Deshalb wird er Mantra genannt.

Vers 17.55

Weil sie eine körperliche Gestalt annimmt, ihren Verehrern Gaben gewährt und die dreifache Bedrängnis beruhigt, wird sie Devata genannt, Parvati.

Vers 17.56

Weil rechtmäßig erworbene Güter in die Glieder eingesetzt werden und er umfassenden Schutz bewirkt, wird er Nyasa genannt, Göttin. [Der Wortlaut spricht von „Gütern“; im Ritual bezeichnet Nyasa das Auflegen beziehungsweise Einsetzen von Mantras und göttlichen Kräften am Körper.]

Vers 17.57

Sie erfreuen die Gottheiten und lassen ihre Herzen schmelzen. Deshalb heißen sie Mudras und sollen gezeigt werden, Herrin des Kula.

Vers 17.58

Weil sie unbegrenzte Frucht gewährt, sämtliche Befleckungen tilgt und als Verkörperung der Matrika Gewinn verleiht, heißt sie Akshamalika, Gebetskette.

Vers 17.59

Weil es glückverheißend ist, den Dakinis und Yogini-Scharen als Aufenthalt dient und anmutig ist, heißt es Mandala, Herrin der Götter.

Vers 17.60

Weil er die Gestalt des auf dem Lotus Sitzenden [Brahma] besitzt, Geringwertigkeit und Ähnliches vernichtet und unermessliche Sünden beruhigt, wird er Kalasha genannt.

Vers 17.61

Weil es beständig vor sämtlichen Gefahren durch Yama, Geisterwesen und andere schützt, wird es Yantra genannt, Herrin des Kula.

Vers 17.62

Weil es die Vollendung des Selbst schenkt, sämtliche Krankheiten abwehrt und die neun Siddhis gewährt, wird es Asana genannt, Geliebte.

Vers 17.63

Weil es das Netz der Maya beruhigt, den Weg zur Befreiung aufzeigt und die acht Leiden beseitigt, wird es Madya, Wein, genannt.

Vers 17.64

Weil es das Wesen einer großen Gabe besitzt, die Grundlage des Opferplatzes bildet und meinen Seinszustand hervorbringt, wird es Madya genannt, Göttin.

Vers 17.65

Weil sie von den Göttern genossen wird, stets Herrschaft verleiht und eine göttliche Gestalt schenkt, wird sie Sura genannt, Geliebte. [Sura bezeichnet ein alkoholisches Getränk.]

Vers 17.66

Weil es die Gestalt des Mondes besitzt, Todesfurcht abwehrt und die Wirklichkeit offenbart, wird es Amrita genannt, Geliebte.

Vers 17.67

Weil es als Teil des Trinkens die Gestalt des Alls besitzt, die dreimal vier Kalas trägt und die Gefallenen rettet, wird es Patra genannt, Göttin.

Vers 17.68

Weil er die Gestalt des Feuers besitzt, dem Schöpfergott lieb ist und das auf ihm Ruhende schützt, erkennen ihn die Weisen als Adhara, Unterlage.

Vers 17.69

Weil es Heil hervorbringt, die Freude des Bewusstseins schenkt und allen Gottheiten lieb ist, wird es Mamsa, Fleisch, genannt, Göttin.

Vers 17.70

Weil sie die [Nachwirkungen] früherer Geburten beruhigt, Geburt und Tod abwehrt und vollständige Frucht gewährt, wird sie Puja genannt, Geliebte.

Vers 17.71

Weil sie die gewünschte Frucht schenkt, die Früchte der vier Lebensziele trägt und sämtliche Gottheiten erfreut, heißt die Verehrung Archana.

Vers 17.72

Weil es der Gottheit, deren Wesen die Wirklichkeit ist und die von ihrem Gefolge umgeben wird, neue Freude bereitet, heißt es Tarpana.

Vers 17.73

Weil es schweres, grenzenloses Unglück und Bedrängnis vernichtet und Erkenntnis des Dharma gewährt, wird es Gandha, Duftstoff, genannt.

Vers 17.74

Weil es Dufterfahrung hervorruft, den Weg zur Befreiung zeigt und brennendes Leiden beruhigt, wird es Amoda, Wohlgeruch, genannt.

Vers 17.75

Weil sie Nahrung gewähren, sämtliche Befleckungen tilgen und Wesenseinheit bewirken, heißen sie Akshata, ungebrochene Reiskörner, Herrin des Kula.

Vers 17.76

Weil sie Verdienst vermehrt, die Masse der Sünden beseitigt und reiche Erfüllung schenkt, wird die Blume Pushpa genannt.

Vers 17.77

Weil er sämtliche großen Fehler und den Einfluss üblen Geruchs vertreibt und höchste Freude hervorbringt, wird er Dhupa, Räucherwerk, genannt.

Vers 17.78

Weil sie die große Finsternis lang andauernder Unwissenheit und das Ichbewusstsein beseitigt und die höchste Wirklichkeit erhellt, wird sie Dipa, Leuchte, genannt.

Vers 17.79

Weil sie die Finsternis der Verblendung beruhigt, Verfall und Bedrängnis abwehrt, göttliche Gestalt verleiht und die höchste Wirklichkeit offenbart, ist sie als Moksha-Dipa, Leuchte der Befreiung, bekannt: als einziges Mittel auf dem Weg zur Befreiung.

Vers 17.80

Die vier Arten von Nahrung, versehen mit den sechs Geschmacksrichtungen, werden Naivedya genannt, Herrin des Kula: Ihre Darbringung bewirkt Sättigung.

Vers 17.81

Weil sie die vielfältig umherziehenden Scharen der Geisterwesen erfreut und anhaftende Sünde beruhigt, wird die Opfergabe Bali genannt.

Vers 17.82

Allein durch deinen Dienst werden die drei Tattvas gereinigt, Geliebte. Weil sie die Wirklichkeit offenbaren, spricht man von Tattvatraya, der Dreiheit der Prinzipien.

Vers 17.83

Weil er die Früchte der vier Lebensziele erlangen lässt, die Fesseln der Unwissenheit aufreißt und Grundlage heilsamen Dharma ist, wird er Chuluka, ritueller Schluck, genannt, Geliebte.

Vers 17.84

Weil er die Freude der Erhellung hervorbringt, Gleichgeschmack gewährt und die höchste Wirklichkeit schauen lässt, wird er Prasada genannt.

Vers 17.85

Weil es die Fesseln abschneidet, die Hölle abwehrt und reinigt, wird es Pana, Trinken, genannt, höchste Göttin.

Vers 17.86

Mit Tat, Geist und Rede in allen Zuständen und zu jeder Zeit vorschriftsgemäß in unmittelbarer Nähe zu dienen, wird Upasti genannt.

Vers 17.87

Durch die fünfgliedrige Verehrung wird die erwählte Gottheit erfreut und tritt vor den Verehrer. Deshalb heißt dieses Verfahren Purashcharana, Geliebte.

Vers 17.88

Das vorschriftsgemäße Ausführen der mit der Anrufung beginnenden Handlungen, sechzehn oder bis hinab zu zwölf, wird Upahara genannt.

Vers 17.89

Hat man die Gottheit mitsamt ihrem Gefolge durch die sechzehn Dienstleistungen verehrt, so heißt ihr Zurücksenden an den eigenen Ort Udvasana, Geliebte.

Vers 17.90

Das Herbeirufen der Gottheit zur Verehrung heißt Avahana. Ihr Platznehmen auf dem Sitz heißt Sthapana, Führerin des Kula.

Vers 17.91

Die Herstellung des gegenseitigen Zugewandtseins heißt Sannidhapana. Dass sie sich nirgendwohin fortbewegt, heißt Sannirodhana.

Vers 17.92

Das Auflegen der sechs Glieder am Körper der Gottheit heißt Sakalikriti. Das Verhüllen beziehungsweise Bedecken wird Avagunthana genannt.

Vers 17.93

Das Zeigen der Dhenu-Mudra heißt Amritikarana, Geliebte. Die mit zusammengelegten Händen geäußerte Bitte „Verzeihe!“ heißt Paramikarana. Das Willkommen soll man vor der Gottheit als Frage nach ihrem Wohlergehen aussprechen.

Vers 17.94

Padya, das Fußwaschwasser, wird mit Shyamaka, Durva, Lotus und Vishnukranta beschrieben. Achamaniya, das Wasser zum Mundspülen, wird mit Jati, Gewürznelken und Kakkola zubereitet. [Jati bezeichnet hier eine aromatische Pflanze; Kakkola wird gewöhnlich als Kubebenpfeffer verstanden.]

Vers 17.95

Weil es sämtliche Sünden beruhigt, Besitz und Söhne vermehrt und unschätzbare Frucht gewährt, wird es Arghya genannt.

Vers 17.96

Weißer Senf, ungebrochene Reiskörner, Spitzen von Kusha-Gras, Sesam, Gerste, Duftstoff, Frucht und Blume: Dies ist das achtgliedrige Arghya.

Vers 17.97

Madhuparka wird als Mischung von Honig, geklärter Butter und Dickmilch beschrieben, Herrin des Kula. Snana ist das Waschen des Körpers mit wohlriechendem Wasser.

Vers 17.98

[Die Salbung] wird mit Kampfer, Sandelholz, Moschus und schwarzem Aguru beschrieben. Die Niederwerfung mit acht Körpergliedern heißt Vandana, Geliebte. [Der erste Halbvers nennt die Stoffe, lässt die Bezeichnung der Handlung aber unausgesprochen.]

Vers 17.99

All dieses Bewegliche und Unbewegliche wird Kshetra, Feld, genannt. Wer dieses Feld schützt, heißt Kshetrapala.

Vers 17.100

So habe ich dir, große Herrin, in Kürze etwas von der inneren Bedeutung der Namen des Guru und der übrigen Begriffe erklärt. Wer sie erkennt, ist ein Verehrer.

Vers 17.101

Dieser Urdhvamnaya, große Göttin, ist das Geheimnis selbst unter den tiefsten Geheimnissen. Ich habe ihn zusammenfassend dargelegt, nicht in seiner ganzen Ausführlichkeit.

Vers 17.102

Diese Schrift Kularnava, die in den Herzen der Yoginis ruht, habe ich heute offenbart. Man soll sie sorgfältig geheim halten.

Vers 17.103

Man soll das Buch, große Herrin, nicht im Haus eines Pashu hinterlegen, es keinem Pashu in die Hand geben und nicht in seiner Gegenwart vorlesen. Man soll das Kapitel über alkoholische Getränke nicht [vor ihm] lesen und das Buch nicht auf den Boden legen. [„Vor ihm“ ist aus dem vorangehenden Satz ergänzt; das Verbot betreffend den asavollasa steht im Sanskrit ohne ausdrückliche Wiederholung dieser Einschränkung. Pashu bezeichnet hier den aus Sicht des Textes nicht eingeweihten beziehungsweise gebundenen Menschen.]

Vers 17.104

Man soll es täglich mit Hingabe verehren und aus dem Mund des Guru verstehen lernen. Niemals darf es jemandem mitgeteilt werden, der weder Sohn noch Schüler ist.

Vers 17.105

Wer es aus Zuneigung, Habgier oder Furcht mitteilt, geht gewiss binnen kurzer Zeit zugrunde. Göttin, ich habe einiges von dem ausgesprochen, was im Weisen an Wissen vorhanden ist.

Vers 17.106

[Ich habe dies gelehrt] zum Wohl der Sadhakas, die nach den Früchten des Genusses und der Befreiung streben. Wer die Größe des Urdhvamnaya in der Nähe des Shri Chakra liest …

Vers 17.107

… und wer sie, Göttin, mit höchster Hingabe hört, ist ein Kaulika. Die Frucht von Gelübden, rituellen Bädern, Askese, Pilgerstätten, Opfern, Götterverehrung und Ähnlichem …

Vers 17.108

… erlangt er zehnmillionenfach; daran besteht kein Zweifel. Er wird in deiner Nähe wohnen. Darüber soll man nicht zweifeln.

Hinweise zur Textprüfung

Ergebnis der redaktionellen Abschlusskontrolle

Prüfentscheidung: Die Vollübersetzung erhält keine Publikationsfreigabe. Die formale Kontrolle erfasst die gesamte Datei; die erneute Prüfung am Druckbild erfasst ausgewählte Problemstellen. Sie ist keine abgeschlossene philologische Einzelprüfung sämtlicher 2.058 Verse.

  • Alle 17 Kapitel sind in den drei fortlaufenden Fassungen vorhanden. Jede Fassung enthält 2.058 nummerierte Einträge in derselben Reihenfolge; die besonderen Zählungsverhältnisse in Kapitel 10 und 15 werden erläutert.
  • Die Sanskritlesungen der 24 kommentierten Verse stimmen mit den entsprechenden Lesungen im Volltext überein. Wort-für-Wort-Erklärungen gibt es für diese 24 Verse, nicht für sämtliche 2.058 Einträge.
  • Die Datei enthält sechs Bild-Einbindungen, vier YouTube-Einbindungen aus der vorgegebenen Liste und vier Seminar-Feeds. Die abschließende Kategorie lautet „Tantra Schriften“. Die technische Prüfung der Einbindungen bestätigt keine aktuelle Abspielbarkeit der Videos oder Verfügbarkeit der externen Dateien und Feeds.
  • Überschriften, Versnummern, Verweismarken und Klammerpaare wurden kontrolliert. Diese Textprüfung ersetzt keine gerenderte Vorschau im Ziel-Wiki.
  • Die erneute Sichtkontrolle der Druckseiten 77, 103 und 162 bestätigt die Belegstellen zu 6.73, 8.82 und 12.125. In 12.125 wurde eine zu bestimmte Übersetzung zurückgenommen. Die im folgenden Abschnitt genannten philologischen Fragen bleiben ausdrücklich offen.

Die aus Devanagari erzeugte IAST-Fassung bildet dieselbe redaktionelle Textfassung ab; sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Für eine Veröffentlichung als verlässliche Vollübersetzung fehlen weiterhin die durchgehende Kollation und die fachliche Klärung der offenen Stellen.

Textgrundlage und redaktionelle Entscheidungen

Der Sanskritdruck und die elektronische Transkription stimmen nicht in jeder Lesung überein. Eindeutige Erfassungsfehler wurden berichtigt. Bei einer bewussten Auswahl aus dem gedruckten Variantenapparat nennt die Anmerkung die gewählte Lesung; eine sinnverändernde Variante wird nicht stillschweigend als bloße Rechtschreibkorrektur behandelt. Die deutsche Übersetzung wurde an den berichtigten Stellen angepasst. Eckige Klammern kennzeichnen Ergänzungen, Deutungen und editorische Erläuterungen.

Für 6.73 ist die belegte Variante arka („Sonne“) übernommen; Scheitel oder Herz werden als Alternative gezählt. In 15.86 folgt die zweite Zeile einer ausführlicheren Handschriftenlesung. In 15.93 sind mantra uttamaḥ und tyajet aus dem Variantenapparat gewählt; die abweichenden Hauptlesungen stehen in der Anmerkung. In 5.51 wird māśivaḥ ausdrücklich als mā aśivaḥ gedeutet. Die Parallelstelle findet sich im Kaulavalinirnaya, Abschnitt über die Tieropferung, Vers 12. Diese Wortgrenzendeutung ist von einer gesicherten abweichenden Handschriftenlesung zu unterscheiden.

Noch offene philologische Fragen

  • 2.82: Die Negation nābhijñāḥ stimmt nicht ohne Weiteres mit dem erwarteten Gegensatz zwischen Kundigen und Unkundigen überein.
  • 4.17 und 4.54–55: Die Reihen der Gottesgestalten und Shaktinamen lassen sich in der Drucklesung nicht durchgehend mit den genannten Zahlen zur Deckung bringen. Fehlende Namen werden nicht erfunden.
  • 8.54: Zwei Wortverbindungen der Opferanrufung sind nicht sicher übersetzbar. Die genauen Ausdrücke stehen beim Vers.
  • 8.82: Die dualische Bezeichnung karmaparākṣarau und damit die genaue Bestimmung der beiden Genannten bleiben ungeklärt.
  • 10.141–143: Die ausdrückliche Dreigesichtigkeit Kakinis widerspricht der anschließenden fortlaufenden Zählung. Das Schlusswort sarabhābhayā ist nicht sicher deutbar.
  • 12.125: Der Satz über äußere Ehrenbezeugungen ist wegen der möglichen Wortgrenze vor (a)doṣabhāk mehrdeutig. Die frühere Festlegung auf „hat Anteil an Schuld“ ist zurückgenommen. Beim Vers steht eine vorläufige Worterschließung mit Erläuterung statt einer scheinbar gesicherten Satzübersetzung.
  • 15.87–94: Verschlüsselte Buchstaben- und Rechenangaben benötigen zusätzlich eine traditionsgeschichtliche Erläuterung. Die Lautfolgen werden erhalten; ihre Wiedergabe ist keine vollständig rekonstruierte praktische Anleitung.
  • 17.19 und 17.49: Die Silbenauslegungen enthalten sprachlich schwierige Verbindungen. Die erläuternde Übersetzung ist an diesen Stellen vorläufig.

Die Verzeichnung dieser Probleme ersetzt weder die Prüfung der übrigen Verse noch eine fachliche Endredaktion. Formale Vollständigkeit und korrekte Wiki-Syntax sind von der philologischen Verlässlichkeit einer Vollübersetzung zu unterscheiden.

Literatur

  • Taranatha Vidyaratna (Hrsg.): Kularnava Tantra. Sanskrit Text. Mit einer Einleitung von Arthur Avalon (Sir John Woodroffe). Motilal Banarsidass, Delhi, Nachdruck 1975 der im Impressum als Madras 1965 angegebenen Ausgabe. Textgrundlage der kommentierten Versauswahl und der fortlaufenden deutschen Arbeitsübersetzung.
  • M. P. Pandit: Kularnava Tantra: Readings. Freie englische Darstellung, in Ausgaben zusammen mit Sanskrittext und der Einleitung Arthur Avalons veröffentlicht. Die Readings sind von einer vollständigen versweisen Übersetzung zu unterscheiden.
  • Douglas Renfrew Brooks: „The Ocean of the Heart: Selections from the Kulārṇava Tantra“. In: David Gordon White (Hrsg.): Tantra in Practice. Princeton University Press, 2000, S. 347–360.

Siehe auch

Weblinks

Quellen und Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Taranatha Vidyaratna (Hrsg.): Kularnava Tantra. Sanskrit Text, mit einer Einleitung von Arthur Avalon (Sir John Woodroffe). Herangezogene Ausgabe: Motilal Banarsidass, Delhi, Nachdruck 1975; im Impressum ist Madras 1965 als erste Ausgabe dieser Veröffentlichung angegeben. Digitalisat. Die Sanskritverse dieser Auswahl wurden am Druckbild der Seiten 2–3, 11, 26, 174–175, 219 und 222 geprüft. Die Einleitung und das Sanskrit-Inhaltsverzeichnis dienen dem Überblick über die Kapitel.
  2. Douglas Renfrew Brooks: „The Ocean of the Heart: Selections from the Kulārṇava Tantra“. In: David Gordon White (Hrsg.): Tantra in Practice. Princeton University Press, 2000, S. 347–360, hier besonders S. 347. Bibliografischer Nachweis; zugängliche Buchfassung. Verwendet für den ungefähren Datierungsrahmen und die historische Einordnung, nicht als Vorlage der deutschen Versübersetzungen.
  3. M. P. Pandit: Kularnava Tantra, mit Sanskrittext, Einleitung von Arthur Avalon und englischen Readings. Buch- und Verlagsbeschreibung. Dort werden elf Kapitel der freien englischen Darstellung und das Weglassen technischer Details ausdrücklich genannt.
  4. 4,0 4,1 Kulārṇavatantram, elektronische Sanskritfassung im AgamaH_shaivaH-Projekt: Kapitelübersicht. Die Transkription enthält Schreib- und Erfassungsfehler und ersetzt keine kritische Edition.

Seminare

Das Studium des Kularnava Tantra kann durch gemeinsame Meditation, Schriftstudium und eine Einführung in yogische Energiearbeit ergänzt werden. Die folgenden Interessengebiete führen zu thematisch verwandten Angeboten. Ob ein Seminar das Kularnava Tantra selbst behandelt, geht aus seiner jeweiligen Beschreibung hervor.

Kundalini Yoga

09.10.2026 - 11.10.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…
Viveka Wilde, Chandrashekara Witt
11.10.2026 - 16.10.2026 Energietrainer Ausbildung

Lerne in dieser Energietrainer Ausbildung deine Energie zu regenerieren und zu erhöhen. Wir brauchen heute alle mehr Energie denn je für die vielfält…
Beate Menkarski

Indische Schriften

09.10.2026 - 11.10.2026 Raja Yoga 2

Die Yoga Sutras von Patanjali sind die Grundlage des Raja Yoga. In diesem Raja Yoga Seminar behandeln wir das 2. Kapitel der Yoga Sutras von Pantanjali.…
Karuna M Wapke, Sukadev Bretz
26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer

Chakras

11.10.2026 - 16.10.2026 Energietrainer Ausbildung

Lerne in dieser Energietrainer Ausbildung deine Energie zu regenerieren und zu erhöhen. Wir brauchen heute alle mehr Energie denn je für die vielfält…
Beate Menkarski
16.10.2026 - 25.10.2026 Chakra-Kur - Reinigung der Chakras

Für die Reinigung der Chakras konzentrierst du dich unter Anleitung jeden Tag auf ein anderes Chakra. Die tägliche Meditation, Yoga Asanas und Pranyam…
Vani Devi Beldzik

Energiearbeit

09.10.2026 - 11.10.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…
Viveka Wilde, Chandrashekara Witt
11.10.2026 - 16.10.2026 Energietrainer Ausbildung

Lerne in dieser Energietrainer Ausbildung deine Energie zu regenerieren und zu erhöhen. Wir brauchen heute alle mehr Energie denn je für die vielfält…
Beate Menkarski