Tiruppugazh – Deutsche Übersetzung 863–1326
Tiruppugazh – Deutsche Übersetzung 863–1326 setzt die eigene deutsche Studienübersetzung des Tiruppugazh fort. Die Erläuterungen zu Stimmen, Bildsprache und Übersetzungsverfahren stehen im ersten Teil. Diese Seite enthält Lieder 863–1325 und anschließend das eigenständige Zusatzwerk Tiru Ezhu Kuttrirukkai an Quellenposition 1326. Zusammen mit dem ersten Teil liegt die vollständige Übersetzung des verfügbaren lesbaren Bestands vor. Unsichere Stellen und die Lücken von Lied 1305 sind unmittelbar gekennzeichnet.
Der Weg durch diese Lieder führt von innerer Yogaschau und leidenschaftlichem Gebet zur Frage nach dem, was über „Ich“ und „Mein“ hinausweist. Lies in deinem eigenen Tempo: Eine einzige Anrufung kann genügen, um die Aufmerksamkeit zu sammeln und das Herz für Hingabe zu öffnen.
Alle sechs Seiten dieser Ausgabe
Deutsch 1–862 · Deutsch 863–1326 · Umschrift 1–670 · Umschrift 671–1326 · Tamil 1–670 · Tamil 671–1326

Kumbakonam – Kudantai
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863 · 900 · 1000 · 1100 · 1200 · 1300 · 1326
863 – Im inneren Saal des Tanzes
Wo Mondstrahl und rötlicher Glanz zusammentreffen, fällt Licht auf die mittlere Säule, und ich koste den freudigen Nektar wie süße Milch. Ich gelange an den mondhellen Sitz, an dem der Herr der acht Eigenschaften tanzt, in den kostbaren Saal, in dem mein Vater seinen Tanz vollführt.
Dort möchte ich die duftende Blüte mit ihren Erkenntnisblättern und dem heiligen Lautzeichen schauen, mich daran erfreuen und in das Meer des Nektars eintauchen. Kanda, schenke mir Gnade, damit ich diesen Duft verehre und die Bereiche der Welten schaue, die tausendacht Welteneier umspannen.[1]
„Tinta timit, tīta kuṭaṭ, ṭuṇṭu miṭaṭ, tāṭu ṭuṭiṭ, tintam!“ So tönen Hörner, Glocken und Tavil. Die Sinne erschrecken, die sieben Meere schwellen an. Herr mit dem edelsteingleich strahlenden Speer, der spielend den Blütenschmuck von der Krone des löwengleichen Sura herabreißt!
Vishnu, der Wolkenfarbene, trägt eine von Bienen umschwärmte Tulasi-Girlande und duftende Salbe; die schöne Glücksgöttin ist mit ihm vereint. Seine Tochter Valli verehrtest du hier auf Erden: Mit den Händen den Takt schlagend, priesest du das Mädchen von schöner goldener Gestalt. Sechsgesichtiger großer Herr von Kumbakonam!
864 – Die Herrschaft des verführerischen Blicks
Frauen haben schwere Brüste, die vorstürmen wie die mächtigen Stoßzähne eines Elefanten mit langem Rüssel, die mich betören und wie zum Zweikampf auf mich zuspringen. Ihr Haar gleicht einem Bienenschwarm, einem blühenden Hain, Wolken und schwarzer Nacht; es fällt herab in der Schönheit eines Pfauenschweifs.
Ihre Rede ist wie geschmolzenes rotes Gold, ihr lustweckendes Lächeln glänzt weiß wie eine Muschel. Mit ihren pfeilgleichen Augen, die roten Kayal-Fischen gleichen, zerbrechen und beherrschen diese lieblichen, mondgesichtigen Mädchen den Sinn. Soll ich für sie umherirren, während sie zum Takt „tittintim“ tanzen?
Mit seinem jüngeren Bruder und der edlen, rankenschlanken Glückverheißenden zog der wunderbare Herr in den Wald. Die schönen Pfauen wichen vor ihrer Anmut zur Seite. Er zerstreute die Köpfe der grausamen Gegner zu Staub, ließ die Rakshasas fallen und befreite die Goldfarbene aus der Gefangenschaft. Derselbe Achyuta trägt die Flöte als Zeichen, tanzt „tintam“ im giftgefüllten Teich und freut sich, die Rinderherden zusammenzutreiben und zu hüten.[2]
An die beiden Brüste seiner Tochter, des liebkosend wie ein Papagei sprechenden Mädchens Valli, schmiegst du dich freudig. Sechsgesichtiger großer Herr von Kumbakonam!
865 – Ein Wort der Erkenntnis
Wenn ich auch nur ein wenig die elefantengleichen Brüste der Frauen mit den fischgleichen Augen erblicke – Brüste mit duftender, betörender Salbe und Zibet, geschmückt wie mit kostbaren Beschlägen –, wächst mein Verlangen. Lass mich, deinen Diener, nicht gierig in trügerische Vereinigung stürzen, vor Begehren zerschmelzen und als verworfener Mensch auf Erden umherirren. Komm, lehre mich ein Wort vom Wesen der Erkenntnis und gewähre mir täglich deine schönen Füße.[3]
Strahlender Speerherr, der kämpfte, damit die Götter leben und der gewaltige Meru erschüttert zu Boden sinke! Du trennst die Köpfe der Asuras ab, die jene gefangen setzten, welche den höchsten Herrn der fünf Gesichter im Herzen erfahren und Askese liebevoll üben. Die von den Asuras errichteten Pfähle dringen nun in ihre eigene Brust, und Geier picken und tanzen darauf. Großer Herr, der in Kumbakonam wohnt, wo Wolken die Felder umgeben und Muscheln sich weithin im Wasser bewegen![4]
866 – Kostbares Tamil und deine Liebe
Lass mich nicht an der vergänglichen Haut der Frauen haften, deren tanzende Füße rote Baumwollfarbe tragen. Werde ich durch kunstvolles Tamil mit lauteren Worten deine kostbare, goldene Liebe gewinnen?
Kumaresha, Sohn der Shakti, die als Hälfte des Gottes lebt, der gegen den Herrn mit den fünf Pfeilen kämpfte! Liebhaber der berggleichen Brüste Deivayanais! Großer Herr in Kumbakonam![5]
867 – Am Morgen deinen Namen sprechen
Am Abend kommen sie und stehen auf der Straße. Sie ordnen ihr Haar, aus dem duftende Blumen fallen. Ihre beiden vollen Brüste und ihr Schmuck schwanken; die Frauen stehen da und wecken großes Verlangen. Wer auf der Straße kommt und geht, bleibt stehen, erblickt ihr herabhängendes Haar und gerät ins Wanken.
Lass mich nicht dürstend und betört in die große Finsternis sinken, übermäßig leiden und mich quälen. Möge ich vielmehr früh aufstehen und deinen Namen aussprechen: „Sohn der liebenden Uma!“ Wann werde ich Gnade empfangen, sodass ich die rechte Zeit erkenne und meine Augen den offenen Raum der Erkenntnis schauen?[6]
Kumaresha, der damals in herrlicher Gestalt zornig vor Suras Heer stand! Großer Herr, der in die Stadt Kumbakonam kam und dort erstrahlt, während die beiden blumengeschmückten Gemahlinnen an seinen Seiten weilen!
868 – Wenn die Kraft des Körpers schwindet
Das schwarze Haar wird weiß; die dicht gereihten weißen Zähne fallen ganz aus. Auch der Verstand, der einst mit klaren Gedanken leuchtete, wird wirr. Krankheiten winden sich durch den Leib und bringen Unruhe; der gereifte, alt gewordene Rücken krümmt sich. Schleim setzt sich im Hals fest, und Husten bedrängt mich.
Der einst kräftige Körper verfällt völlig. Zitternd hält meine Hand einen Stock. Die Frau, die mit mir lebt, schmäht mich, und die eigenen Kinder sprechen kränkende Worte. Regungslos und beschmutzt gerate ich in Not. Wann werde ich dem Untergang im schlammigen Meer der Geburt, das diesen leidenden Leib hervorbringt, entkommen und nahe bei deinen großen heiligen Füßen bleiben?
Kraftvoller Held auf dem gewandten Reittier, das du in den Kampf treibst, sodass die weiten Räume zu Staub werden, ihre feste Ordnung zerbricht und selbst das Innere des großen Ozeans aufgewühlt wird! Kämpfender Speerherr, der die ausgedehnte Macht des Berges siegreich spaltet, die harten Köpfe der Rakshasas zerdrückt und so nahe auf sie eindringt, dass das verborgene Fleisch und Blut hervorquellen!
Du mit den kleinen Fußreifen! An dem Berg, auf dem so zornige Löwen umherstreifen, dass die Kinder erschrecken, erstrahlt das Jägermädchen im Hirsefeld. Muruga, dein Herz ist voller Freude, wenn du ihre berggleichen Brüste umarmst. Kumara, den das Pfauenross trägt! Kadamba! Kanda, großer Herr, der im heiligen Kudantai wohnt![7]
869 – Löse die vielen Wünsche
Dieser Körper bringt wässrige Absonderung, Eiter und verdorbenen Ausfluss hervor. Die Eingeweide bersten; Fleisch schwillt an, Augensekret und Schleim treten auf. In ihm erheben sich allerlei Erkrankungen, Streit und das Lärmen von Herkunftsstolz; Leiden breiten sich aus und toben – all dies ist die Krankheit des Geborenseins.[8]
Alle rufen laut: „Ist dies die Zeit des Kali?“ Man hebt den Leib auf und sagt: „Geh in den brennenden Totenhain!“ Dann legt man den Leichnam nieder. Ich aber pflege diesen Körper, der zu Asche werden wird, behänge ihn mit Ohrringen und weiterem Schmuck, kleide ihn in Gewänder und hege viele Wünsche. Gewähre mir Shiva Yoga und Erkenntnis, durch die all dies Verlangen vergeht.
„Tanatta nantanā, tānana tānana; timitti tintimi, tītaka tōtaka; takuttu!“ So ertönen Dundubhi, Tarai, Viranam und die mächtigen Kriegstrommeln. Kriegerischer Held, der das geschlossene, kraftvolle Heer der Danavas umzingelte und den zornigen Speer schleuderte! Du schenkst den großen Asketen Gnade, die das Gleichsein erkannt haben.
Im Hirsefeld bist du, von Liebe ergriffen, zu den Füßen der Pfauengleichen getreten und hast gesprochen: „Ich nehme Zuflucht!“ Du umarmst die bezaubernde Rehgestalt, die dir ihre heiligen Schultern darbietet. Leuchtende Flamme Shivas! Knabe, der als Gnade aus der Askese des höchsten Herrn hervorkam! Schatz des Erbarmens! Muruga, der im heiligen Kudantai lebt! Großer Herr der Götter![9]
Somichuram – Somesha-Tempel
870 – In jeder Tätigkeit deiner gedenken
Das schwarze Haar löst sich, auf dem Gesicht glänzt Schweiß. Die duftend gesalbten Brüste richten sich erregt auf; die geraden, speerartigen Augen führen ihren langen Streit wie miteinander kämpfende Fische. Aus den duftenden, kumudagleichen Lippen des schönen Fruchtmundes fließt Honig; sie reichen reichlich Nektar wie aus dem Meer.
Die beiden Arme sinken wie eine Girlande herab, die Reifen tönen „kala, kala“, die Rede stockt. Die gewaltige, betörende Liebe kennt kein Ufer. Wie Wachs, das dem Feuer nahekommt, schmelzen wir dahin; immer enger vereinigt, werden die beiden Körper wie ein einziger. Auch wenn ich schamlos auf dem Lager in die Vereinigung mit jungen Frauen versinke – lass mich deiner ohne Unterlass gedenken.
Ob ich nachts schlafe oder mit irgendjemandem spreche: Gewähre mir die Erkenntnis, durch die ich deine Jugend und Schönheit, die Reihe deiner zwölf Schultern, deine beiden Füße und deine sechs Gesichter preise.
Ein Kind sprach auf seinem rechten Weg der Askese: „Namo Narayanaya!“ Ohne nachzudenken, fragte der Vater zornig: „Wo ist dein Gott? Sag es, du!“ Da brach aus der festen Säule der Mächtige in Löwengestalt hervor. Er stürzte sich auf Hiranya, grub seine Fingernägel ein, riss dessen Brust auf und trug den Sieg davon – der hohe Herr des Garuda, Vishnu. Auch er, Brahma und die vier Veden preisen dich als erhaben.[10]
Gestreifte Bienen summen ihre Musik, und junge Pfauen mit schönen Schweifen tanzen dazwischen. Die wachsenden Arecastämme durchdringen den Himmel, ihre breiten Fruchtbüschel hängen wie schmückende Girlanden. Mauern umgeben den Ort. Der König von Marutu hat ihn als Wohnstatt und Lager gewählt: Somesha, der auf dem jungen Stier reitet. Muruga, der freudig in seinem Tempel wohnt! Großer Herr, den die Himmlischen liebevoll verehren![11]
Kottaiyur
871 – Nimm mich unter deine reinen Verehrer auf
Sie binden ihr seidenes, juwelenbesetztes Brusttuch fest und lösen das Obergewand. Perlenschnüre liegen dicht auf den beiden weichen Bergen ihrer Brüste, die wie Lotusknospen vorstoßen. In die Hände dieser papageiengleich sprechenden Frauen geraten, bin ich ihnen ausgeliefert, schmelze dahin und gehe verderblichen Geschäften nach.
So ziehe ich umher, als Böser, Hartherziger, Narr, Betrüger und Meister der Grausamkeit bezeichnet. Beende mein Leid, setze deine goldenen Lotusfüße auf mich und nimm mich unter die Verehrer auf, die den reinen Zustand erreicht haben. Schenke mir deine Gnade.
Ein machtvoller Krieger mit der Leier auf seiner Fahne entführte die goldene Ranke, die aus dem reinen, feuergeprüften Gold des roten Lotus zu bestehen scheint. Er brachte sie zum Leid, führte sie in seinem herrlichen Wagen rasch in den äußersten Süden und hielt sie im dortigen Hain gefangen.
Ein siegreicher Held vernichtete seinen Hochmut, seinen Zorn wie den einer Schlange im Erdhügel, sein Kriegsgeschrei, sein Unrecht und seine Sippe. Er zerstörte die Siegesmacht seiner vielen Schultern und schlug das Bündel seiner zehn Köpfe ab. Großer Herr in Kottai, den dieser kraftvolle Sieger verehrt![12]
Shivapuram
872 – Über den umhergetriebenen Sinn hinaus
Zusammen mit jenem Etwas, das man Geist nennt, bilden Raum, wehender Wind, Feuer, Wasser und Erde einen Körper. In ihm entstehen durch dreizehn mal sieben Arten Lust, Leid und Begierde; in ihnen treibt der Verstand umher. Lass mich ihn überwinden und den guten Weg der höchsten Erkenntnis finden. Verbinde mich, deinen hundegleichen Diener, mit deiner Gnade.[13]
Gnadensohn Parvatis: der Mutter Janani, Shankari, Arani, Narani, der Makellosen, der mit acht Eigenschaften Erfüllten, der Ursache, Shivai und der Höchsten! Muruga, du schleudertest den scharfen Speer, den Shiva dir freudig gewährte, damit die gefangenen Götter und großen Asketen wieder emporsteigen und die Scharen der Asuras mit der Wurzel ausgerissen werden.
Heiliger Neffe Vishnus, des Herrn mit dem Lotus am Nabel! Aus der Säule, die Hiranya mit der Hand schlug, brach er als Mensch-Löwe hervor, sodass Berge, Erde, Himmelsrichtungen und Meere erschüttert wurden. Im Kampf siegte er, riss mit den Spitzen seiner Krallen den schreienden Gegner auf und trank dessen kostbares Leben und Blut wie Nektar, ohne etwas davon zu vergießen.
Schöner, den der Sonnengott, der Bogenträger Kama, gnadenreiche Asketen, Götter, Indras, Schlangenherrscher, der viergesichtige Brahma und die ehrwürdigen Veda-Kundigen preisen! Großer Herr und führender Guru, der in Shivapuram wohnt: Dort sind die Häuser von den acht Gestalten der Glücksgöttin erfüllt, und der Tempel aus reinem Gold erhebt sich weit!
Tirunageswaram
873 – Der wahre Lehrer löst die Verwirrung
Böse Menschen ohne rechtes Verhalten, die verderbliche Spitzfindigkeiten betreiben; Böse, die Mutter und Vater schmähen; Böse, die Kühe um ihres Fleisches willen töten; Böse, die fremde Ehefrauen genießen, ohne zu bedenken: „Das gehört sich nicht“; Böse mit einer Geschichte voller Listen; Böse, die berauschenden Trank trinken;
Böse, die ohne Scham den ganzen Besitz Schutzloser rauben; Böse, die von den Begierden aller Stadtbewohner faseln; Böse, die mit Schwert und Bogen lärmend ihren Hochmut zeigen; Böse, deren verfehltes, sündiges Leben den Dienst am Guru nicht erreicht; Böse, die immer mehr suchen, es vergraben und nichts geben – sie werden in Geburten umherirren, die noch unter der eines elenden Hundes stehen.[14]
Du verfolgtest den Gegner unablässig in das laut brausende Meer, das gewaltige Berge aufnimmt und umherschleudert. Den einen Mangobaum, in den er sich dort zurückzog, spaltetest du bis zur Wurzel und warfst ihn nieder. Herr mit der Speerwaffe in deiner heiligen, im Kampf gewandten Hand! Herr von Vayalur, dem der wahre Tiruppugazh zuteilwurde!
„Du bist der Herr in der Gestalt des wahren Guru, berühmt für die Unterweisung in Erkenntnis! Gnädig löst du die Verwirrung durch die Wandlungen der Täuschung bei denen, die schwer an Untergang und dem Leid ihres Prarabdha-Karma tragen.“ So preist man dich ganz. Großer Herr, den dein Vater mit dem Namen Nagesha rühmte! Als Stütze der Erde gewährst du mit deiner Hand Gnade in Fülle.[15]
Kuntalur
874 – Auch ein Blatt soll Ausdruck meiner Hingabe sein
Ich bin ein Tor, der auf Erden vielerlei Wegen folgte; ein Rasender, ein träger Körper, der weder innere Fülle noch Geduld sucht, ein Nichtsnutz ohne Würde. Ich verließ den durch tiefes Hören erkannten Weg der Askese, überschritt die Grenzen, handelte aus verächtlichem Sinn schlecht und schädlich und bin ein stumpfer, harter, ganz ungebändigter Mensch.
Ich stehe allein, beladen mit Taten: Verbunden habe ich mich mit Frauen von duftendem Haar, hochmütigen, mondgesichtigen Frauen, die Verlangen und Betörung wecken und ihre Augen als Netze auswerfen. Gewähre mir Gnade, damit ich dich bewusst und mit angemessener Liebe verehre, viele Blumen darbringe oder wenigstens eine einzige Blume oder ein Blatt und mich vor deinen Füßen niederwerfe.
Neffe des wunderbaren Vishnu, der Ravanas zehn Köpfe, seine zwanzig erhobenen Arme und seine Macht mit einem einzigen Pfeil beseitigte![16] Du weilst auf dem hohen großen Pfau und gewährst Gnade, damit deine Diener, die Gelehrten, die deinen Ruhm erforschen, die Götter, Weisen und ihre Kinder den höchsten Zustand erreichen.
Du zürnst den Asuras, die deine klingenden Füße nicht demütig verehren und auf dem Schlachtfeld jedes Recht verlassen haben, sodass ihre ganze Sippe vergeht und zu Staub aufsteigt. Großer Herr, der in Kuntalur wohnt und als höchster Lehrer Ishvaras erscheint: Ishvara nahm das grausame Gift auf und hält es in seiner heiligen Kehle fest mit dem Gebot: „Bleibe hier!“
Tiruchattimuttam – Shaktimuttam
875 – Aus der bedrängenden Schlinge herausfinden
Ihre Brüste strahlen so, dass selbst die Stoßzähne mächtiger Elefanten erstaunen. Sie drücken und drängen eng aneinander, erheben sich wie schwere, große goldene Krüge und leuchten durch ihren Juwelenschmuck. Sie lassen glänzende goldene Schalen hinter sich, gleichen sorgsam angeordneten Lotusknospen und sind mit einer duftenden Mischung gesalbt. Von ihnen wende ich mich nicht ab.
Die Frauen richten ihre fischgleichen Augen aus und rollen sie, als hätten sie Gift und die Form einer Mangoknospe in einem Bogen festgesetzt. Erschreckend jagen die Blicke vor und springen über die Ohrringe hinaus; sie erringen dem Liebesgott den Sieg auf seinem Kampfplatz. Ihre harten Worte zermürben mich. Werde ich nicht endlich aufhören, in der Schlinge dieser jungen Frauen gefangen und zusammengedrückt zu leiden?[17]
Schöner, du erläutertest dem mächtigen, dreiäugigen Höchsten die Bedeutung der schwer zu erfassenden heiligen Offenbarung. Du treibst deinen großen Pfau voran und umrundest die Welt in einem Augenblick. Überaus tapferer Held, du erschütterst und vernichtest den Sinn jener Toren, die täuschend reden, viel Reichtum anhäufen, die Schwachen einschüchtern und so in der Welt ihr Auskommen suchen.
Der gnädige Gott ruht auf dem Lager der Giftschlange. Als er das klagende Wort des umherziehenden Berges – des Elefanten – vernahm, kam der einzigartige wundertätige Vishnu aus Liebe eilends auf Garuda herbei. Du bist sein geliebter Neffe![18] Du mit der einzigen, furchtbaren Shakti-Waffe, die den Gegner im Meer, der zur Baumgestalt geworden war, mit krachendem Laut zerstückelte! Großer Herr, der im heiligen Shaktimuttam des auf dem Stier reitenden Shiva erstrahlt!
Tiruvalanchuli
876 – Welche Macht liegt in diesen Augen?
Was ist es, das an die Makara-Ohrringe stößt? Sind es farbige Lotusblüten oder rote Wasserlilien, die in einem blühenden Teich wachsen? Ist es der scharfe Speer, den du schleuderst? Sind es die Pfeile des Liebesgottes, Schwerter, Kayal-, Kentai- oder Sel-Fische? Ist es der tötende Herr des Todes? Sind es Rehe oder summende Bienenschwärme, die Honig trinken?
Sind es Vögel, die sich zum Himmel erheben und Mondlicht trinken? Ist es das uralte, furchtbare Gift, das Mahadeva schluckte? Sind es aufgeschnittene junge süße Mangofrüchte? Ist es das Meer, das der Welt ein Ende setzt? Was sind diese umherwandernden Augen? Mit ihnen verstehen die Frauen sich darauf, einen unvermittelt auszuplündern. Soll ich mit solchen, Dämoninnen gleichen Wesen Umgang haben?[19]
Neffe Raghavas, des Königs und Herrn der Himmlischen! Er kämpfte und vernichtete mit seinem einzigen Pfeil die unvergleichlich hinterlistigen Maricha und seine Gefährten sowie die Abermillionen Nachtwanderer in der Armee des Zehnköpfigen. Ihm dienten Hanuman und siebzig Vellam an Affenkriegern.[20]
Herr, um den die höchsten Himmlischen, Bhagiratha und andere, die lichtvollen Prasada-Gestalten, die sechs Glieder Shivas und Ishana samt den übrigen weilen! Auch die in Shiva schweigenden Weisen und die Yogis, die die Mantra-Künste klar erkennen, sind dir nahe. Leben des schönen Tiruvalanchuli! Großer Herr der Götter![21]
Tiruppalaiyarai
877 – Weise mich zurecht wie eine Mutter
Ihre Augen reichen bis zu den Ohrringen und gleichen erhobenen Speeren; in ihrem listigen Spiel herrscht die königliche Macht Kamas. Die Frauen haben Brüste wie große, paarweise stehende Lotusknospen, mit Kampfer bestrichen; unter der Haut heben sie sich wie elfenbeinerne Stoßzähne empor.
Ich bin in die Verbindung mit ihnen verstrickt und hänge allein an ihrem Dienst, von Verlangen getrieben: ein törichter, niederer Diener, stumpf und von Taten belastet. Weise mich zurecht wie eine Mutter. Sprich ein Wort der Unterweisung und lass deine Gnade aufgehen, damit ich, dein Diener, deine Füße erreiche.
Du, der Wunder spielt! Freigebiger, Ursache und Träger der lotusgleichen guten Eigenschaften! Held mit reiner Krone, standhafter Sieger im Kampf! Du schleudertest den Speer gegen den Helden unter den Asuras, den gewaltigen Krieger im Meer, fest wie ein eiserner Pflock. Junger Herr, in dem herrliche Gnade für die elefantengleiche Deivayanai überfließt![22]
Muruga, den der zum Tanz berufene Shiva, dessen Hälfte Uma ist und dessen goldenes Lendentuch der Veda bildet, jubelnd und in überströmender Gnade schenkte! Großer Herr, der im goldenen Tempel von Palaiyarai wohnt: Goldene Tortürme erheben sich dort, umgeben von Mauern, die wie Spiegel glänzen!
Tiruchakrappalli
878 – Gnade, die den umhergetriebenen Sinn befreit
Ihre Brüste schlagen viele glänzende Schalen zurück, zerbrechen goldene Krüge und weisen den großen Berg im Norden von sich. Wollte man Elefantenstoßzähne zum Vergleich nennen, zerbrächen sie auch diese. Wasserblasen vernichten sie im Augenblick, Lotusknospen auf den Feldern versetzen sie in Unruhe.
Sie schicken den kräftigen Vogel in den Himmel, lassen das Herz gegen sich antreten und zerbrechen es. Sie nehmen die Krone des Herrn mit Blumenpfeilen und Zuckerrohrbogen ins Visier; selbst junge Kokosnüsse dringen sie an und zerbrechen sie. So tragen diese Brüste gleichsam das Siegel ihrer Unvergleichlichkeit. Mein Sinn irrt dem falschen Liebesgenuss mit den Frauen nach, die sie zum Verkauf anbieten. Wann wirst du mir Gnade schenken, damit diese Verfassung endet?[23]
Träger der Shakti-Waffe, der die Bösen bezwingt! Mächtiger, Berühmter, Geschickter! Unter dem Namen „König von Pukali“ sprachst du schwer zu vollbringende Dichtung in den drei Formen des Tamil, Worte von heilbringender Schönheit. Shanmukha-Natha, in Güte und Hoheit großer Lehrer: Du gewährtest Agastya auf dem südlichen Berg das Wort der Unterweisung.[24]
Du reitest in Vayalur auf dem Pfau und gewährst gnädige Kraft, damit ich deinen Ruhm vor dem Vater und vor der Göttin verkünde, die den heiligen Weg ungehindert wachsen lässt. Großer Herr, den der Dreiäugige gnädig hervorbrachte! Du weilst in Chakrappalli, umgeben von kostbaren, edelsteingleichen Mauern und reichen duftenden Hainen, die Schwärme sechsfüßiger Bienen erfüllen!
Tirukkurankatuthurai
879 – Deinen täglichen Tanz preisen
Deine geschmückten Kronen strahlen; sechs Gesichter leuchten schön, und die Ohrringe bewegen sich im Tanz. Deine starken Schultern tragen ihren Schutzschmuck. Kostbare Girlanden rollen und schwingen; duftende Salbe ist reich aufgetragen. Ringe und geformte Armreifen schmücken dich, und dein Speer strahlt.
Deine Fußspangen, Glocken und Schellen klingen zusammen und lassen einen mächtigen Ton erbeben. Deine geröteten Füße sind mit duftenden Blumen geschmückt. „Timintōti, timittimiti, tanantāna, tanattanana!“ Werde ich nicht verkünden, wie du jeden Tag dazu tanzt?[25]
Du bist dem Wolkenfarbenen lieb, der einen mächtigen Affen in den Wald des Königs von Lanka sandte und dort Feuer und Rauch aufsteigen ließ, um die blumengleiche Glückverheißende aus der Gefangenschaft zu befreien. Mit dem harten Pfeil und dem gebogenen Bogen in der Hand zog er durch den großen Wald.
Held, der seinen furchtbaren, scharfkantigen, sonnengleichen Speer schleudert, um das gewaltige Heer der Asuras mitsamt seiner Sippe zu vernichten! Kumara, großer Herr von Kurankatuthurai: In den reichen Hainen voller Blumen mischen sich die Klänge der Zuckerrohrpressen!
880 – Jenseits der schmeichelnden Täuschung
Sie richten ihren Sinn auf ein Ziel und beherrschen die Kunst, Verlangen zu wecken. Ihre Kehlen üben süßen Gesang; als Tänzerinnen springen sie auf die Bühne. Jedermann schmeicheln sie mit unvollständiger Liebe. Sie nennen sogar einen halben Panam als Preis und haben Augen mit tödlich grausamen Blicken.
Nagelspuren zeichnen ihre geschmückten Brüste, Bissmale ihre Lippen wie Kovai-Früchte. Täglich suchen sie listig nach Geld. Sie verkörpern die Sünde, die selbst Asketen schwach werden lässt; sie verstehen die Liebesspiele, die den Menschen schmelzen lassen. Werde ich der Verblendung entkommen, die mich in der Vereinigung mit ihnen spielen lässt?[26]
Bräutigam der Waldläuferin, deren dichtes schwarzes Haar wie eine Wolke glänzt! In ihrer duftenden frischen Blumengirlande bewegen sich sechsfüßige Bienen und lösen sie auf vielerlei Weise. Großes Heil der dicht herandrängenden Götter um Indra mit ihren reichen, gewaltigen Heeren und deiner an dich denkenden Diener wie mir!
Großer Herr, der im heiligen Kurankatuthurai wohnt! Dichte kühle Haine sind reich mit Mandara und duftendem Makizh geschmückt. Der anschwellende Fluss bewegt sich in vielerlei Bahnen, breitet seine Wellenarme aus und schwemmt die neun Arten von Edelsteinen an; Hänge und Felder zieren den Ort.[27]
881 – Deine Füße als Halt in wechselnden Geburten
Wie gereihte Krüge heben sich ihre breiten Brüste, auf denen lange Schmuckschnüre schwingen. Ihre siegreichen blauen Augen reichen bis zu den Ohren mit den fein geformten, herabhängenden Ohrringen. Durch das Netz ihres kühlen, schönen Gesichts und Blicks verliere ich mich.
Mein Körper verfällt, ich gehe gebeugt, schwanke stark, werde schwach und kann den Stock nicht mehr lassen. Auch wenn ich weiterhin geboren werde – ein Aufwachen und Einschlafen, Geburt nach Geburt –, gewähre mir deine goldenen Füße als festen Halt.[28]
Du bist der Neffe des wunderbaren, wolkenfarbenen Herrn, der auf seinem ursprünglichen, besonders gestalteten Lager ruht: der Schlange, deren Hauben im Tanz schlagen und deren Kiefer Gift tragen. Er zerbrach die Fesseln, zog aus und erfüllte die Orte ringsum mit seinem Glanz.[29]
Großer Herr, der die Stätten liebt, an denen Affen springen und tanzen! An weiten Berghängen wiegen sich Pfauenweibchen, Bienen umschwirren sie mit natürlich tönendem Gesang, und schöne Felder breiten sich an den Hängen aus.
Kavalur
882 – Dich erreichen und die Gefahr der Betörung verlassen
Frauen mit rehgleichen Augen sprechen Worte so süß wie Milch und binden duftende große Blumen ins Haar. Auf ihren beiden Schultern und ihrer Brust rollen Perlenschnüre; volle Lust bewegt die goldenen Armreifen, und die mit blauen Reifen geschmückten Hände erklingen.
In der Stunde der Leidenschaft äußern sie ohne Scham die dreierlei Arten, betören durch ihre Rede, lassen ihre Kleider herabsinken und lockern sie. Sie verbinden sich vertraut mit mir, unterrichten mich lärmend und mit schmeichelnden Eigenarten in den Büchern des Liebesgottes. Werde ich die daraus entstehende Gefahr der Betörung verlassen und dich erreichen?[30]
Neffe Mukundas! Als Janaki in leidvolle, schwer zu ertragende Gefangenschaft geriet, sammelte er seinen Zorn, um ihren Schmerz und Kummer zu beenden und Lanka zu vernichten. Er sandte den siegreichen Pfeil aus, sodass der starke Vali zu Boden fiel und Sugriva die schöne Tara gewann.
Du mit der kostbaren Brust, die das Jägermädchen umarmt: Sie wohnt im kleinen Hüttenort der Waldjäger, auf der erhöhten Wacht im Hirsefeld, und bewacht es aufmerksam. Großer Herr von Kavalur, der die drei Formen des Tamil kennt! Goldene Arecastämme stehen dort dicht in den Hainen, ihre Blütenscheiden entfalten sich, und blühende Teiche füllen den Ort.
Thanjavur – Tanjai
883 – Die Gnade, die dich gegenwärtig macht
Soll ich mich in der Täuschung der jungen Frauen mit ihren schwarz geschminkten, speerartigen Augen verlieren? Würdest du dich mir nicht in sichtbarer Gestalt gnädig zeigen, damit ich zu deinen überragenden großen Füßen gelange?[31]
Guter Sohn Haras, der das Gift wie Nektar trank! Gnadensohn Umas! Großer Herr, der in Thanjavur wohnt, damit die Diener leben und gedeihen, die zu ihm kommen und rufen: „Du bist unsere Zuflucht!“
884 – Rufe mich: Komm hierher
Ihre schönen Augen lassen Kentai- und Sel-Fische vor Furcht im weiten Wasser verschwinden und werfen ihre Blicke bis zu den edelsteinbesetzten Ohrringen. Aus Verlangen, bei solchen Frauen im Meer der Lust zu verweilen und darin unterzutauchen, habe ich es versäumt, an dich zu denken, mein Herr.
Damit dieser Irrtum, dieses Zauberspiel endet, rufe mich gütig: „Komm hierher!“ Gewähre mir das wahre Wirkliche, das überall ist.
Schöner Speerherr voll guter Eigenschaften! Du nahmst die junge Jägerin zur Frau, deren Taille einer Ranke, deren Lippen der roten Kovai-Frucht, deren Haar einer Wolke und deren Brüste dem mächtigen Meru gleichen. Höchster Guru, der Shambhu unterwies, den mit dem feurigen Auge, der Kamas Leben vernichtete! Großer Herr in der Stadt Thanjavur mit ihren gewaltigen Tortürmen und rotgoldenen Palästen![32]
885 – Komm und schenke die Kunst der Erkenntnis
Sie ordnen ihr duftendes Haar und flechten Girlanden hinein, reiben ihren Körper schön mit Kurkuma ein und legen reine, kostbare Perlen als Halsschmuck an. Auf der Straße ziehen sie jeden, den sie sehen, in das Verlangen hinein. Sie entblößen die schwere Pracht ihrer Brüste, die wie der Meru sind, schleudern die scharfen Speere ihrer Augen und nennen ihren Preis.
Die Männer, die kommen, nehmen sie mit den Händen auf und umarmen sie. Sie setzen ihren Mund an deren Mund und lassen den Honig ihrer Lippen trinken; auf dem Lager, über das eine sanfte Brise streicht, vereinigen sie sich und bringen Betörung hervor. Schenke mir die Kunst der Erkenntnis, damit die schlimmen Taten und Geburten aus diesem Frauengenuss schwinden. Komm, strahlend mit deiner von Bienen umschwärmten Kadamba-Girlande!
Du bist der Neffe des Muschelträgers, des ursprünglichen Keshava, des berühmten, ewig lebenden Herrn mit dem Juwel auf der Brust, des tapferen, machtvoll Schreitenden: Er brachte Indras Baum auf die Erde herab. Kanda, der die ganze von Meeren umgebene Erde in allen acht Richtungen erfüllt! Strahlender Speerherr, du siegtest, sodass Taraka und seine Heere zu Asche wurden und wichen. Du leuchtest mit mächtigem Glanz![33]
Vollkommener Speerherr der Erkenntnis, den Ambika gebar: die Mondbekrönte, Schlangengeschmückte, Narani, die das Weltenei verschlang, die das tödliche Gift speiste! Du mit der kostbaren Brust, an der die Jägerin ruht![34]
Du erstrahlst auf dem kraftvollen Reittier mit blauem Pfauenschweif. Großer Herr, der im königlichen Torturm von Thanjavur weilt, einer Stadt, höher als die Wohnstätten Brahmas und Indras!
Sapta Sthana – die sieben heiligen Stätten
886 – Herr der sieben heiligen Stätten
Sie lösen ihr von duftenden Blättern durchzogenes Haar; ihre langen Augen sind wie Kriegsspeere. In ihren Herzen sickert Täuschung: käufliche Frauen mit vielen Liebhabern. Mit ihren Taillen führen sie an der Seite Kamas Krieg; in ihren Brüsten verfangen sich die kostbaren Leben junger Männer. Sie haben die Gabe süßer, großer Worte.
Auf der Straße nähern sie sich jedem und rufen: „Komm!“ Ihre große Gier gilt dem Besitz; sie haben alle Arten von Täuschung und Trug gelernt. Lass mich ihnen nicht nahetreten. Stelle deine Lotusfüße in mir fest und schenke mir Gnade, damit ich den Tiruppugazh, den ich einst im Land Arunai sang, mit stiller, inniger Freude vortrage.[35]
Bräutigam der treuen Frau aus dem Jägervolk! Mit liebendem Sinn hieltest du dich einige Tage bei ihrem Hochstand auf; sie lebt in dem schwer zugänglichen Wald, und du gingst mit ihr von Wald zu Wald. Du beschlossest, die Häuser der Asuras zu Staub zu zermalmen, ihre Krieger fliehend im Meer Schutz suchen zu lassen und im Land der Götter reichlichen Goldregen niedergehen zu lassen.
Großer Herr der sieben heiligen Stätten: Palanam, reich an herrlichen Mangobäumen; das heilige Turai, das Speise darreicht; die alte Stätte, nach der die vier Veden suchten; der wahrhaftige Ort, an dem das Haupt des ursprünglichen Schöpfers Brahma auf die Erde fiel; der Ort, an dem der Herr des Lotus wohnt; die Ghee-Stätte und das heilige Aiyaru![36]
Tiruvaiyaru
887 – Ein Tag, an dem die höchste Heimat erreicht wird
„Ist dein Haar eine regnende Wolke oder die Dunkelheit? Sind deine Augen zwei glänzende Schwerter oder Rehe? Ist deine Rede der kostbare Nektar der Götter oder der Ruf des Kuckucks? Sind deine Lippen rote Kovai-Frucht oder Ilavam-Blüte? Ist diese kaum erkennbare Gestalt wirklich eine Taille? Ist dein Gang der eines makellosen Schwans oder einer Elefantenkuh? Sind deine Brüste zwei große Berge?“
So rede ich zu Frauen mit leuchtender Stirn und sage scherzend: „Herrsche liebevoll über mich! Ich bin ohne jeden Fehler.“ Lass mich nicht darin versinken und im Meer der Täuschung mit seinem unablässigen Leid untergehen. Wird ein Tag kommen, an dem ich deinen weiten, von Weisen gepriesenen Ruhm und eben jene erhabene höchste Befreiungsheimat erreiche?
Neffe des barmherzigen Vishnu! Er ist der Dunkelleibige, der die Rinderherden hütet, die große Wolke, die auf der seltenen Schlangenliege ruht, und der scharfkrallige Löwe, der Hiranyas Brust aufriss. Die sechs und vier mächtigen Köpfe des arglistigen Täuschers schlug er mit einem einzigen Pfeil ab, sodass sie zur Erde fielen. Er ist der Gnadenreiche gegenüber Affen und Hirten.
Sohn dessen, der die drei Städte zu Staub werden ließ, damit die Himmlischen erstrahlen, und der dennoch reichlich Gnade ohne Zorn gewährt; dessen Hälfte die Göttin ist und der keiner Kaste angehört! Speerherr, der den hochgipfligen Berg zu Asche machte! Heldenhafte Sonne, die die Dunkelheit der Betörung vertreibt! Göttlicher Schatz des Erbarmens, großer Herr, der in Tiruvaiyaru wohnt!
Tiruppunturutti
888 – Schenke den Weg der wahren Erkenntnis
Ich umarme die großen Brüste, die wie pralle junge Kokosnüsse sind, sodass sie sich gegen meine Brust drücken. Ich trinke von Lippen wie Zucker, Milch und Honig, tauche in die Lust ein, bitte um sie und löse das andere Tuch. In betörendem Verlangen jubeln wir; ihre schwertgleichen Augen bewegen sich weit und stoßen an die Ohrringe.
Das schwarze Haar, dicht wie ein Bienenschwarm, löst sich; sie stößt Vogelrufe aus. Vertraut mit der Kunst Kamas vereinen wir uns in vielerlei Liebesspielen. Lass die Qual dieser trügerischen Lust am Essen und an der Vereinigung enden. Gewähre mir die Lebensweise wahrer Erkenntnis, damit ich dir leicht nahekomme und große Askese fest in mir wurzelt.
Heerführer der tragenden Unsterblichen, jugendlich aufsprießender Sohn Rudras! Erhabener Held auf dem Pfau, der dem laut tanzenden Shiva gnädig Unterweisung schenkte! Speerherr, den die Kenner des Sankhya, Shuka, der Herr Shris, Ishvara und Indra preisen! Lehrender Guru, Ruhiger, Wissender, Herr mit der Kadamba-Girlande auf der Brust![37]
Herr von Vayalur, wo Enten und Schwäne in blühenden Teichen weiden! Feind Suras mit seinem riesigen, berggleichen Körper! Du, dessen Gestalt auch die äußeren Welteneier umfasst! Gnädiger Lehrer, der das böse Leiden der zu ihm kommenden Verehrer vertreibt! Leben des schönen Punturutti! Herr der Götter![38]
Tiruneyttanam
889 – Auch in der Umarmung deine Füße nicht vergessen
Ihr Haar, das mit dunklen Regenwolken wetteifert, gleitet herab, und seine vielfachen Blumengirlanden lösen sich. Auf dem Gesicht, das dem Lotus und dem kühlen Mond gleicht, entsteht Schweiß. Ihre beiden Augen kämpfen wie Pfeile mit scharfen Spitzen, wie junge Mangospalten und wie duftende dunkle Blütenknospen; sie stoßen an die Ohrringe.
Ich trinke von ihren Lippen, die Koralle und Kovai-Frucht gleichen, damit der Liebesschmerz endet. An ihren beiden reichen goldenen Schultern schmiege ich mich an, und mein Sinn jubelt. Ihre goldenen, knospenden, weichen Brüste, mit Moschus gefüllt und mit leuchtenden Perlenschnüren und Schmuck geziert, beben. Selbst wenn ich so vereint mit ihr schlafe, werde ich deine Füße nicht vergessen.
„Kukukuk, kūkuk, kukukuku, kuku!“ Und mit der Trommel: „Timitit, tītit, timiti!“ So sammeln sich die Asuras zornig zum Kampf. Auf dem Schlachtfeld schreien und erheben sich Geisterscharen, Bhairavas kommen zusammen, grausame Dämoninnen tanzen wild und stillen ihren Hunger. Kumaresha, der seinen Speer schleudert!
„Cheka, chech, chēchech, cheka!“ So hallt der Trommelschlag ringsum, während der Herr seinen heiligen Tanz tanzt, der sich mit dicht gefleckten Giftschlangen schmückt. Du bist sein Sohn. Du umarmst die berggleichen, mit Girlanden geschmückten Krugbrüste des Jägermädchens vom hoch aufragenden Berg. Großer Herr und König der Götter, der in Tiruneyttanam wohnt!
Tiruppaluvur
890 – Die Verstrickung lösen
Sie sprechen spöttische, quälende Worte, elende Frauen mit dem Geruch von Unreinheit. Sie mustern die verschiedenen Arten der Männer, die zu ihnen kommen, als wollten sie das ausgebreitete Lager wechseln. Sie steigern deren Verlangen und reichen Reis mit einem schädlichen Zaubermittel.[39]
Sie baden und salben den ganzen Körper, biegen sich so, dass ihre Brüste den Mann berühren, stimmen Musik an und bringen mit geschickten Liebesspielen alles in einen Wirbel. Der Rhythmus ertönt, der Gesang ihres Mundes entfaltet sich; sie bewegen Bauch und Taille bis zur Erschöpfung und lassen die Pfeile ihrer Augen tanzen. Soll ich mit solchen Frauen Umgang haben?
Mit seiner Scheibe machte der wunderbare Herr Dunkelheit. Brüder, jüngere Brüder, alte Väter, hervorragende Söhne, tapfere Helden und zahllose Heere brachte er zum Untergang. Ihre Körper wurden zerschmettert; Schakale zerrten an den Leibern und fraßen, lärmende Geister erfüllten die Erde, und die Gefallenen lagen auf ihrem weiten Schoß. So entfachte und vollendete er die Bharata-Schlacht.
Seine Liebenden preisen Hari, und die Söhne, denen er Gnade erwies, rühmen den Wundertätigen. Du bist sein Neffe. Großer Herr, der schön auf dem mächtigen Pfau in Paluvur weilt: Götter und Brahmanen verehren dich, und bei deinem Blick erbeben Berge und Meer![40]
Perumpuliyur
891 – Erbarme dich und reiche mir deine beiden Füße
Ihre Fußschellen und kräftigen Spangen singen, Schmuckschnüre werfen Licht auf die Schultern, und die berggleichen Brüste bewegen sich. Die Augen, goldenen Pfeilen des großen Liebesgottes gleich, reichen bis zu den Ohren; die Ohrringe schwingen. In lieblicher Pfauenanmut lächeln und sprechen sie. Schön wie Rambha sind die Frauen mit dem schwarzen Haar.
Ich habe mich mit ihnen auf dem Lager verbunden und versinke darin. Erbarme dich wenigstens ein wenig meiner und reiche mir deine beiden Füße.[41]
Kumara von Chidambaram, dessen Kadamba-Girlande tanzt, wenn er den herrlichen Pfau besteigt! Du reißt die zornigen Asuras mit der Wurzel aus, sodass blutrote Geier tanzen und Leichenberge zusammensinken. Einziger Sohn der mächtigen Abhirami, Shivakami, die in siegreicher, jugendlich schöner Gestalt aufstrahlt! Goldener großer Herr, der das weite Hirsefeld aufsuchte, sich mit dem Jägermädchen verband und in Perumpuliyur wohnt!
Tirunedunkalam
892 – Komm heute auf deinem Pfau
Lass die fünf Sinne, die beiden alten Arten des Karma und die Krankheiten wie Baumwolle verbrennen und zu Asche werden; das Alte soll vergehen. Lass mich mit deinen langjährigen Dienern vertraut werden und in der weiten Stätte der Fünf freudig weilen.
Der Elefantengesichtige möge gütig in jenen Hain kommen und umhergehen. Unter dem lieblichen Klang deiner Fußspangen und Füße, während Bindu und Nada erklingen, komm sanft auf dem schönen Pfau herbei. Vernichte meine Sorge und schenke mir heute deine von Gnade erfüllten Füße.[42]
Ihre schmale Taille bewegt sich, die pfeilgleichen Augen drehen sich, und die lustvollen Brüste lassen sich mit den Händen kaum umfassen. Die Kleider lösen sich; die Kraft der Leidenschaft wächst, Nektar strömt über. Ihre mondgleiche Stirn wendet sich, ihr Haar, vor dem nächtliche Wolken zurückschrecken, fällt herab, und die zarten Ohrringe schwingen. Junger Herr, du genossest die Vereinigung mit dieser Frau von schöner goldener Gestalt!
Herr von Tirunedunkalam, der reichen Stätte, an der deine Liebenden sich versammeln! Himmlische und Brahma preisen dich.
Kuratti
893 – Die Tage nicht länger vergeuden
Mit scharfen Seitenblicken, mit Brüsten, die wie stolze Stoßzähne aufragen und dem Meru gleichen, mit Lippen wie rote Indragopa-Insekten, mit verführerischer Haltung, schönem Leib und Worten; mit herrlichen, beringten Händen und einer schönen Taille, deren Gürtel sich löst – so betören die käuflichen Frauen.
Soll ich täglich in diesem Schlamm versinken, meine Tage nutzlos ausgießen und mit einem Herzen umherirren, das sich immer neu mit Täuschung verbindet?[43]
Neffe des wunderbaren Vishnu mit Garuda auf seiner Fahne, mit einem Leib wie eine weite dunkle Wolke und pollenbestäubten, blumengeschmückten Schultern! Er zerschlug die riesigen Heere Ravanas, des grausamen Kriegers, der auf Erden hochmütig wütete, zu Staub.
Muruga, Sohn des Herrn, der den Elefanten häutete und als erhabener Bettler Almosen nahm, sodass die Frauen vor ihm Gürtel, Armreifen und Scham verloren! Großer Herr, der im schönen Kuratti wohnt, wo Frauen mit von Brustbändern umschlossenen Brüsten die oberen Hallen der befestigten Häuser bewohnen![44]
894 – Der vergängliche Leib und die Fülle der Göttin
Harnfluss, Hautgeschwür, Atemnot, Wind- und Galleleiden, Hämorrhoiden, langes Frösteln, Hitze und weitere Krankheiten: Dieser Leib ist das Haus, das der Viergesichtige errichtet hat, und ein Behälter für Würmer. Blut, Gehirn, Fleisch, Haut und Eiter füllen ihn.
Durch die neun großen Öffnungen strömen übelriechende Unreinheiten. Er ist eine Puppe, die Krankheit hervorbringt. Schakal, Hund, Geist, Aasvogel, Geier und Eule fressen ihn. Soll ich einen solchen nichtigen Körper annehmen und vergeblich umherirren?[45]
Held auf dem Pfau, den die Göttin gebar: Narani, Frau des Dharma, Herrin der sechs religiösen Wege, die dem Herrn der Wesen zugewandte Liebende, Mahamaya! Sie führt das Schauspiel auf, ist von schöner blauer Farbe, Herrin des Veda, Uma, Nili, Trishuli mit dem Dreizack.
Ihre Brüste schmückt das Brustband; sie ist die Fülle der Erkenntnis, die Künste selbst, die mit der schlangengleich schönen, leuchtenden Stirn. Großer Herr, der im herrlichen Kuratti weilt: Dort sind hohe Häuser, Mauern, perlengeschmückte Hallen, Tortürme und duftende Haine![46]
Attippattu
895 – Zeige mir den Weg
Das Bewusstsein verdunkelt sich und weicht, das Leben verlässt den Körper. Die Angehörigen schreien und weinen, die zusammenkommenden Trommeln werden heftig geschlagen. Man setzt ihn in eine goldene, edelsteingeschmückte Sänfte und legt ihn dann mitten auf das Holz.
Mit blütengleichen Händen geben sie Reis, legen ein kunstvolles Tuch um und vollziehen die überlieferten Riten. Das Feuer greift um sich und brennt prasselnd; der Körper wird verbrannt. Die Versammelten gehen ihres Weges, tauchen ins Wasser, kehren ins Haus zurück und lassen die Trauer hinter sich.[47]
Solche Menschen erkläre ich immer wieder zu meinen festen Angehörigen. Ich erfreue mich an ihnen und lasse sie schließlich weinend zurück. Der böse Liebesgott erweckt mit seinen Blumen Betörung; ich gerate in die Hände schwer zu widerstehender Frauen, ermüde und verliere den Sinn. Denke an mich, deinen Diener. Sprich: „Dies ist der Weg zur höchsten Himmelsstätte“, und gewähre mir deine goldenen Füße.
Sohn der gepriesenen Göttin, der schönen grünen Pfauengestalt, die der unvergleichliche Bergkönig schenkte! Sie vollbrachte in Kanchi die seltene, tiefe Askese, um bei dem Herrn zu wohnen, der den goldenen Bogen ergriff, als die Städte brannten.[48]
Neffe des makellosen, grünen Wolkenherrn, des Gottes mit der Scheibe, der auf der gefleckten Schlange schläft und die zehn gebündelten Köpfe und zwanzig Arme des Gegners mit seinem Pfeil abschlug! Junger Herr auf dem kostbaren smaragdgrünen Pfau, der das tobende Meer austrocknete, die Asura-Sippe auslöschte und ihre Festung zerbrach, um die Götter wieder glücklich in ihrer Heimat anzusiedeln!
Deine herrliche, prächtige Krone verbreitet den Sonnenglanz roter Edelsteine in alle zehn Richtungen. Großer Herr, der in Attippattu wohnt, wo schöne Kayal-Fische in den fruchtbaren Feldern immer wieder hüpfend emporsteigen!
Attikkarai
896 – In das uferlose Meer der Befreiung eintreten
Ich wasche die Haut, wickle sie in ein passendes, goldgeschmücktes Gewand, lege Schmuck an und bestreiche sie mit wohlriechendem, betörendem Duft. Voller Freude an meinem Ansehen verwerfe ich die Reinheit, missachte das Wort der Großen und verbinde mich mit dem Umkreis der Sinne, der das Ich hervorbringt. Lass mich nicht so auf Erden umherirren.[49]
Lass die drei Verfehlungen weichen. Lass mich vielerlei Wissen erlernen, von Irrtum frei werden und den Befreiten dienen, die sich selbst erkannt haben. Mit dadurch leuchtender Erkenntnis möchte ich das Wirkliche schauen, das dem Kreis der befreienden Askese sein Ziel gibt. Gewähre mir die Gabe, in das uferlos weite Meer der Befreiung einzutreten.[50]
Die Asuras hatten alle acht Richtungen unterworfen, den Göttern Dienste auferlegt und rückten erbarmungslos mit ihrem Heer zum Kampf an. Du schleudertest die eine Shakti-Waffe, die eindrang und ihre blumengeschmückten Schultern abtrennte. Du gewährtest dem Herrn der Götter Gnade, sodass seine Herzensnot endete und er seine Herrschaft zurückerhielt.
Du nahmst dem mit Perlen geschmückten jungen Jägermädchen die Angst, riefest sie auf dem Weg, auf dem der Elefant kam, zu dir und umarmtest sie voller Liebe. Kostbarer Sohn des Vaters, dessen Flechtenhaar Wasser und Mondsichel bindet! Großer Herr, der gern im weiten Attikkarai wohnt!
Kandanur
897 – Wie Eltern ihr Kind umarmen
Aus geteiltem Samen gehen Gestalten hervor; in allen Richtungen kommt die ganze Welt des Beweglichen und Unbeweglichen hervor und zieht umher. Die Körper zerfallen und werden verlassen. Der Sinn muss dies erfahren. In den vielen Gestalten, in die du mich entlassen hast, bin ich gekommen und habe gelitten, niedriger als ein Hund.
Wenn ich nun rufe: „Komm und schenke mir jetzt, in diesem Augenblick, den Zustand der Erkenntnis!“, solltest du nicht daran denken, wie Kinder freudig aufspringen und ihre Eltern preisen – und wie Vater und Mutter gerührt herbeikommen und das Kind umarmen?[51]
Knabe voller Erbarmen, du schleudertest gnädig den Speer aus deiner Hand, damit die grausamen Gegner zugrunde gingen, deren Blicke Feuer sprühen und deren geöffnete Münder in der Finsternis wie Donner dröhnen. So durften die Götter wieder freudig in Indras Welt emporsteigen.[52]
Mein Herr, Hilfe meines Lebens! Die Göttin, die als Hälfte meines Vaters mit dem mondgeschmückten Flechtenhaar wohnt und überall gegenwärtig ist, Shakti, preist dich in Kandanur. Unser Vater verehrt dich und freut sich an dir, o Herr!
Valikondapuram
898 – Lass die Liebe zu deinem Dienst wachsen
Ich trage nur einen Körper, den Fliegen, Ameisen, Schakale, Hunde, Aasvögel, Geier und Krähen fressen werden. Dennoch sage ich hochmütig: „Das gebührt mir!“ Wie ein brünstiger Elefant vertraue ich darauf, dass niemand mir gleichkomme. Manche schmeicheln meinem Besitz und sprechen Worte, die meinen Sinn gefangen nehmen; ich halte dies für ausreichend.[53]
Ich schmücke mich schön mit kühlen Girlanden. Duft strömt aus, Frauen tanzen, weiße Yakschweifwedel schwingen, Hörner und Flöten ertönen. In einer Sänfte ziehe ich stattlich dahin und genieße ein gewichtiges, großes Leben. Lass das Begehren danach verbrennen. Schenke mir Liebe, damit das Verlangen nach dir zunimmt, ich den Dienst an Shiva erkenne und zu einem Diener deiner Füße werde.
Der finstere Berg voller List und Bedrängnis und die Asuras verbrannten zu Staub, verloren ihre Macht und fielen. Der Wagen des Sonnengottes mit seinen Pferden konnte wieder auf seiner Bahn mitten hindurchziehen. Der strahlende Brahma, Indra und die ursprünglichen Götter versammelten sich zur Verehrung; mein Vater, der Erste, tanzt in der Halle und erfüllt sich mit Liebe.
Du schleudertest aus deiner roten Hand den Speer, sodass die streitsüchtigen Asuras vergingen und die Götter ihre Heimat wieder bezogen. Die Vidyadharas und ihre Frauen freuten sich im Herzen, während du dastandest und tanztest. Muruga, du kamst zu der rehgleichen Frau mit den duftenden Krugbrüsten, die die Hirse bewachte. Herr, der im großen Valikondapuram wohnt und erstrahlt![54]
Tirumanturai
899 – Komm, ehe das Leben scheidet
Der Körper krümmt sich, die Zähne lockern sich und fallen aus; der ermattete Sinn gerät ins Schwanken. Die vielen Schulden und Verpflichtungen müssen noch bedacht und eingezogen werden, während Jahre vergehen und ich ans Lager gebunden bin.[55]
Husten erhebt sich, der anschwellende Bauch schmerzt, Kraft und Bewusstsein vergehen. Komm, ehe das Leben scheidet, auf deinem hohen Pfau. Gewähre mir deine fest gegründeten Füße, damit ich die Höhe erreiche.
Freudiger Bräutigam der vornehm geschmückten Frau, die im schönen Hirsefeld bei den hochgewachsenen Venkai-Bäumen wohnte! Du gewährst denen, die dich bitten, die ersehnten Stätten, sodass sie ihren bisherigen Zustand übersteigen.
Herr des fruchtbaren Landes! Mangofrüchte platzen, ihr Saft sammelt sich und fließt auf die Felder, wo prächtiger Reis wächst. Großer Herr, der in Manturai wohnt, wo Menschen und der König der Himmlischen vor dir stehen und dich preisen!
Vayalur
900 – Unterweise mich über Herr, Seele und Bindung
„Neffe Haris, Verehrung! Du ohne Ende, Verehrung! Sechsgesichtiger Speerherr, Verehrung!“ So möchte ich deine Füße anrufen. „Sohn dessen, dem man Hara, Hara zuruft, Verehrung! Leben der Unsterblichen, Verehrung! Du von morgenroter Gestalt, Verehrung!“ Dies ist die Sehnsucht in mir.
Du mit klingenden Fußreifen! Herr der Tochter des Königs der Götter! Speerträger auf dem Pfau, dem Feind der Schlange! Ich bin ein armer, unwissender Mensch, der deine Herrlichkeit nicht Tag für Tag verkündet und nichts Rechtes versteht. Ich möchte von dir die Unterweisung über Pati, Pashu und Pasha empfangen – über den Herrn, die Seele und ihre Bindung.[56]
Du mit der Dreizackwaffe in der Hand! Vor dir tanzt Chamundi, die starken berauschenden Trank trinkt, mit einem Getöse wie der Herr der Wasser. Auch der, der Elefant und Pferd besteigt, ruft: „Sieg, Sieg, Heerführer!“ Auf dem Schlachtfeld erhebst du dich, und der erschrockene Sura schreit. Hunde, Geister, Bhutas, Geier, Schakale und Krähen reißen sich um die Eingeweide. Du kämpfst mit deinen vielen Schultern![57]
Großer Herr, der voller Freude im kühlen Vayalur wohnt, umgeben vom breiten Strom der Kaveri, der dem weiten Meer im Westen gleicht!
901 – Ist die Entwürdigung nicht genug?
Sie zeigen ihre mit Halsketten geschmückten Brüste, zeigen die Haltungen des Liebesgottes, zeigen Kleidung und Schmuck, zeigen ihre von Leidenschaft vergifteten Augen, lassen ihre klingenden Worte hören und zeigen Zuneigung zu jedermann.
Sie zeigen ein weiches Lächeln, geben vor, reichlich Zeit zu haben, zeigen ihre Künste und verkehren vertraulich. Diese Frauen stellen verderbliche Verblendung zur Schau und breiten ihr Netz aus. Genügt es nicht, dass ich darin meine Würde verliere?[58]
Du auf dem Pfau, dessen Heldenmut gepriesen wird! Du legtest Feuer in den Wald des Asura-Heeres, sodass es fiel. Du zogst den Speer aus seiner Scheide, triebst ihn ins Meer und vollführtest dein Spiel mit ihm. Herr von Vayalur!
Bräutigam der tugendhaften Jägerin, die du voller Zuneigung im Bergland der Cheras erwähltest! Großer Herr, der den Glanz seines Ruhmes aufzeichnet, liebevolle Sehnsucht wachsen lässt und die Götter aus der Gefangenschaft befreit![59]
902 – Rette mein Erkennen für den heiligen Lobpreis
Ihre aufgerichteten Brüste fordern die wilden, brünstigen Elefanten der Himmelsrichtungen heraus, die geschmückte Stirnbänder tragen. Sie strecken sich zärtlich vor, legen die Arme um den Hals, binden sich eng an mich und drücken sich fest. Sie genießen reichlich den Nektar aus den geschlossenen Lippen, schmelzen dahin und geben Küsse. Nägel und Zähne setzen ihre Male.
Auf Stirn und Scheitel stoßen wir zusammen und geraten in Erregung. Die Taille schwankt, das Gewand fällt ab. Die begehrte Scham wird berührt und liebkost; ihre dunklen Augen werden blutrot wie die Augen wilder Kämpfer auf dem Schlachtfeld. Die roten Hände mit den Armreifen ermatten.
Das dichte Haar mit seinen vielen Blütenbüscheln, durchduftet von Adlerholz und Moschus, löst sich. Rufe wie von Pfau, Taube, Kuckuck, Biene und Hahn ertönen; wir schmelzen, das Denken vergeht. Auf dem Lager entsteht ein großes Getümmel; mit dem ganzen Leib und allen inneren Werkzeugen vereinigen wir uns in einem Meer der Lust.[60]
In dessen Wellen werfen die listigen Frauen das Netz ihrer Augenjuwelen aus, um den Besitz zu rauben. Wann wirst du die Qual der Liebeskunst beenden und mir gewähren, den Tiruppugazh innig zu preisen? Wann werde ich die unermessliche Shiva-Erkenntnis erfassen, und wann wirst du mein erwachendes Bewusstsein schützen und gnädig bewahren?
„Tikuṭatiku takuṭataku tikkutti kuttikuṭa, tattitta rittakuṭa! Cekaṇaceka cakaṇacaka cekkac cekaccekaṇa, cattacca kaccakaṇa! Tikutikurti takutakurta tikkutti kuttikurti, takkutta kuttakurta, tiṅkutītō! Tiriritiri tariritari tittitti rittiriri, tattitta rittariri! Ṭikuṭaṭaku ṭakuṭaṭiku ṭiṭṭiṭṭi kuṭṭikuṭi, ṭaṭṭaṭṭa kuṭṭakuṭa!“ Tavil, Mridanga, Idakkai, kräftige Sallikai, Begleittrommeln, Parai, Tavandai und Peri dröhnen auf vielerlei Weise gewaltig.
Die grausamen Rakshasa-Heere stürzen seitwärts zu Boden. Ausgebreitete bemalte Banner wogen überall, als sei die helle Mittagssonne versunken. Kleine Geister kommen, baden und wühlen in der anschwellenden Blutflut, sammeln sich und tanzen. Siegreicher Speerherr![61]
Kumara, der in Vayalur wohnt, berühmt für die wunderbare Gnade an seinen Verehrern! Neffe Haris, Sechsgesichtiger! Herr, der seinem Vater, dem auf dem nördlichen, askesereichen Berggipfel Tanzenden, den Weg zur Befreiung ohne Irrtum darzulegen vermag – dem Dreiäugigen, den die Scharen verehren![62]
903 – Soll ich mich mit der Täuschung verbinden?
Törichte, unreine Frauen, die ihre glänzenden Brüste verkaufen! Sie kennen viele Künste und verwirren den Sinn; ihre Lippen tragen Zahnspuren. Leichtfertige Schöne, geübt in süßen, einschmeichelnden Worten für jedermann! Sie nähern sich Toren, um deren Besitz zu gewinnen, und schmeicheln sich ein. Ihre rollenden, schwertgleichen Augen lassen selbst Yama überflüssig erscheinen.
Sie fügen der Welt Leid zu, sind schamlos und streitsüchtig, treten mit manchen in Streit und sind geschickt darin, Vertrautheit vorzutäuschen. Verräterische Listige, die mit ihren Fingernägeln sichelförmige Zeichen setzen, Begierige, Dreiste, die durch Scherz und Trug täuschen! Sie lassen die Erkenntnis schwinden und dringen ganz in den anderen ein. Soll ich mit ihnen Umgang haben?[63]
Geister kommen von allen Seiten und kämpfen; streitbare Scharen lachen, richten sich im Fleisch der Asuras auf, wüten und tanzen im Staub. Die Sonne zieht in den Westen und versinkt. Die Frau des Dharma freut sich und preist; alle Welten rufen: „Hara, Hara, Hara!“ Es ist wie ein gewaltiges Opfer auf dem Schlachtfeld.[64]
Uma mit dem Stirnzeichen beugt sich verehrend, die Siegesgöttin tanzt in ihrer Kunst, und die Gestalten mit weit ausgebreitetem Feuerhaar bewegen sich. Leiber vieler Wesen türmen sich zu Bergen. Du besteigst deinen tanzenden Pfau und schleuderst in einem Augenblick den Speer. Höchster Guru, sechsgesichtiger Herr des Erkenntnisweges! Großer Herr, der nahe dem Trishira-Berg friedvoll in Vayalur wohnt![65]
904 – Wer bin ich, der dies aus eigener Kraft vollbrächte?
Durch mich selbst geboren werden, durch mich selbst sterben, durch mich selbst preisen, durch meinen Blick andere herbeirufen; aus eigener Kraft gehen und an einem Ort bleiben;
aus eigener Kraft Frau und Haus genießen, ermüden und ermatten, überdrüssig werden; die quälende Krankheit verbrennen, Gedanken denken und alles ertragen – wer bin ich hier, dass all dies durch mich selbst geschehen könnte?
Mein König, der Fasern aus Stein herauszog, indem er mein hartes Herz erweichte! König, der mir ein gutes Wort gab, Nektar für das Ohr! Du willst nicht im Herzen derer bleiben, die dich nicht erkennen. Speerherr, der einen Teich klar wie einen Spiegel erschloss![66]
Du bist König über den goldgestaltigen Herrn, der einst dem königlichen Daksha das gekrönte Haupt mit einem harten Pfeil abschlug. Gemahl der Jägerin! König von Vayalur! Einziger Herr über die Drei![67]
905 – Die tägliche Trennung nicht für unmöglich halten
Augen wie das Meer und zugleich wie Pfeile, eine Mondsichelstirn wie ein Bogen, schöne korallenrote Lippen wie Früchte; berggleiche Brüste wie Elefanten, eine rankenschlanke Taille wie eine Sanduhrtrommel und ein Schoß wie die Haube einer Schlange – so erscheint sie.
Sie zeigt ihren Körper, als sei sie das Gefäß aller süßen Schönheit. Durch ihre Kleidung und ihren stolzen Gang hält sie mich fest, sodass selbst ein einziger Tag der Trennung unmöglich erscheint. Werde ich diesem unaufhörlichen Leid entkommen, in dessen Kreis ich mich drehe?[68]
Guha, du ließest die Götter ihre Heimat wieder einnehmen! Auf dem tödlichen Schlachtfeld wurden die Eingeweide der Asuras herausgerissen; Krähen, Schakale, viele feurige Dämoninnen und Geister fraßen täglich ihre Körper.
Du wohnst in Vayalur, dessen reiche Haine von Blumen duften, die aus den geöffneten Blattscheiden hoher Schraubenbäume hervorkommen. Großer Herr, voller Liebe zur Tochter der wilden Jäger, die hoch auf dem Berg wohnen!
906 – Lass mich nicht weiter an den Bildern leiden
Goldschöne Frauen gleichen der Göttin, die auf dem Lotus spielt. Sie kennen die ganze aufregende Liebeslehre, die junge Männer verwirrt. Um deren Sehnsucht nach Vereinigung zu steigern, lassen sie ihre schweren Brüste gegeneinander kämpfen, aus denen Duft nach Kampfer und Räucherwerk aufsteigt. Ihre Taille ist ein Blitz, der aus dem Himmel ruft.
Ihr Gesicht ist der Mond von reiner, leuchtender Gestalt; in ihrem dunklen Haar drehen sich summend sechsfüßige Bienen. Ihre goldenen Schultern tragen edelsteinbesetzte Armreifen, die immerzu Licht verströmen. Die Blicke ihrer Augen gleichen gespaltenen Mangofrüchten. Soll ich durch all dies noch weiter leiden?
Du mit der Kraft, den scharfen Speer zu schleudern, sodass im Kampf Geisterwesen, Yalis, Pferdegespanne, goldene Wagen, Elefanten und Asuras zerschmettert werden! Die versammelten Geister rufen vor dir: „Lebe hoch!“ und preisen dich. Einzigartiger Held mit klingenden Fußspangen, der im Wald tanzt! Freudiger Held mit ruhigem Sinn![69]
Herr, der den Leib der Tochter des Götterkönigs berührt, des Gemahls Shachis! Gerechter, der dem Jägermädchen nahekommt, um es zu umarmen! Du mit dem Speer in der Hand! Großer Herr, der im schönen Tempel von Vayalur wohnt, wo der in der Herrlichkeit seiner Gnade niemals fehlgehende Ganapati und der heilige Vakkisha gegenwärtig sind![70]
907 – Schenke unerschütterliche Erkenntnis
Lass mich nicht zugrunde gehen, ermüdet von Menschen ohne Geduld und Würde, von lärmenden Vielstreitern. Lass mich nicht zugrunde gehen in den Praktiken der Mantrazauberei und dem Treiben erbärmlich verfehlter, wunderlich prahlender Täuscher.
Lass mich auch nicht in den angenommenen religiösen Bräuchen und Regeln untergehen, noch in den Ordnungen von Charya, Kriya und Yoga, welche die dir Liebenden täglich in der Welt der Formen ausüben. Komm und schenke mir Erkenntnis, die nicht schwankt.[71]
Tapferer Speerherr, du tratest den Söhnen Ditis im Kampf entgegen, die berauschenden Trank genossen, damit ihr Übermaß die Welt nicht ganz in Leid stürzte. Kostbarer Lehrer Mahadevas, des Herrn von Tiruvottriyur mit morgenroten Haaren und blauem Hals, der mir liebevoll zugewandt ist!
Makelloser, Ungeteilter! Du bist die höchste Wirklichkeit über Maya, Bindu, Nada und der erhabenen Shakti. Herr der Götter, der im hohen Vayalur wohnt![72]
908 – Genug, genug – schenke den Weg ans andere Ufer
Diese Gestalt aus Blut, Würmern, Flüssigkeit, Kot, Haar und Fleisch – davon habe ich genug, genug! Schönheit, vielfacher Schmuck, Duft, Speise mit den sechs Geschmacksrichtungen, Lager und schützendes Gemach – auch davon genug, genug!
Frau, Kinder, Mutter, Geschwister und Verwandte, die nacheinander schmeicheln – auch davon genug, genug! Außer dem Weg, den die vier Shrutis lehren, und dem Wissen von Shiva habe ich von den weltlichen Künsten genug, genug.
Außer der Gemeinschaft derer, die ohne Unterlass an dich denken, habe ich auch von der Verbindung mit anderen, denen man sich abhängig anschließt und um die man freudig kreist, genug, genug. Schenke mir zur Freude meines Herzens die Erkenntnis, die zur Furt führt, durch welche das Meer der wogenden Verblendung überschritten wird.[73]
Die Siegestrommeln dröhnen „moku, moku, moku“. Der König der Vögel schlägt mit seinen gewaltigen Flügeln in der wolkenhellen Höhe wie auf eine Trommel, und die Geister tanzen. Die Götter rufen: „Hara, Hara! Shiva, Shiva! Zuflucht!“ Sonne mit ihren ausgebreiteten Strahlen und Mond ziehen ehrfürchtig ihre Runde. Scharfer Speerherr, du kämpfst, bis die übeltätigen Nachtwanderer zu Staub werden.
Neffe Haris, der mit dem rollenden Mörser dahinkroch, sodass die Maruta-Bäume „neru, neru, neru“ krachend zerbrachen! Sechsgesichtiger höchster Guru, der auf dem Virali-Berg mit seinen rotlotusblühenden Quellteichen und von Tigern betretenen Höhlen wohnt! Gnädiger großer Herr von Vayalur, wo Kayal-, Mayilai- und Makara-Wassertiere zwischen den roten Reisfeldern springen![74]
909 – Die Wahrheit durch deine Gnade erkennen
„Ist deine Stimme ein Kuckuck, dein Auge ein Speer, deine Taille eine Ranke, dein Gang der einer Elefantenkuh? Beachte mich! Komm nun allein und nahe zu mir!“ So singe ich, schmeichle, halte ihre Füße, beiße in die Lippen, ritze mit den Nägeln, löse die Kleidung, liebkose den Schoß und schmiege mich an die beiden Brüste.
Bei diesen jungen Frauen jubelt mein Sinn in einem Meer betörender Lust. Ich denke nicht daran, dass ihre Verführung mir feindlich sein kann, sondern vertiefe die Freundschaft. Du vollkommenes, leuchtendes Füllwesen, das über Seele, Bindung und allem anderen steht! Werde ich durch deine Gnade, die dem höchsten Herrn eigen ist, nicht das wahrhaft Wirkliche erkennen?[75]
König von Anga war der Sohn des Sonnengottes, dessen tausend heiße Strahlen in der Morgenröte die Finsternis vernichten und dessen sieben Pferde rasch dahineilen. Als dieser König im Pfeilkampf durch die Hand seines feindlichen Gegners fiel, erschien ihm Vishnu. Vishnu und Brahma suchten vergeblich den höchsten Shiva. Du bist Haras Sohn![76]
Pfauenreiter, der auch in den umliegenden Orten weilt! Die Kaveri führt vielfache Hirsch- und Antilopenfelle, Tigerfelle, Adlerholz und Sandelholz mit sich; ihr Schwemmland erfüllt den Ort. Mächtiger Murugeshvara, der durch das überaus liebliche Vayalur zieht! Herr derer, die in Amaravati wohnen!
910 – Schenke mir heute deine tanzenden Füße
Ihre Lippen wie Kovai-Früchte, die Brüste der blumengeschmückten Frauen, die Durst und Lust stillen, und ihr Schoß; ihre Schultern, die schöne Girlanden umschlingen, und ihr duftendes Haar, das sie ordnen, kämmen und knoten; ihre fischgleichen Augen, die Millionen Leben vernichten – selbst wenn ich durch all dies verwirrt werde und Verlangen empfinde, lass mich nicht Tag für Tag schwach werden.
Du bist der Einzigartige, den selbst die makellosen Veden suchend nicht erfassen können. Schenke mir heute deine tanzenden Füße.[77]
Du bist Sohn des Tänzers auf dem Stier, dessen Hälfte die pfauengleiche Göttin ist, des Freigebigen von edler Opferbereitschaft. Selbst Vishnu kann seine Füße nicht finden; sein Sinn ist ohne Makel, seine Farbe die des Feuers.
Du liebst das Land des heiligen Sengodu mit seinen unverlassenen Hainen und Vayalur, das dunkle Wasserblüten umgeben. Die heldenhaften Asuras, die angreifen, aufeinanderprallen und Widerstand leisten, erschrecken vor dir. Großer Herr, der den Tanz des Todes abwendet!
911 – Deine Zuwendung werde ich nie vergessen
Während ich, dein Diener, an deine beiden Füße dachte, die duftenden, honigvollen Lotusblüten gleichen, erschienest du mir wie ein Wunschbaum. Auf dem großen Virali-Berg, wo pollenstreuende Konrai-, Naga- und Makizh-Bäume wachsen, wolltest du mich bei dir haben. Du riefest: „Komm!“
Du schnittest die Unreinheit meines verlangenden Geistes ab und schenktest mir den Nektar der Erkenntnis. Diese liebevolle Zuwendung werde ich von nun an niemals vergessen.[78]
Höchster Lehrer meines Vaters! Sein feuriges Stirnauge verbrannte Kama, der himmlische Fluss durchströmt sein Flechtenhaar, und an den Ohren trägt er Schlangen, die in Erdhügeln des Waldes wohnen und tanzen.
Herr von Vayalur, das reiche Haine umgeben, über denen Mond, Sonne und Sterne ziehen! Großer Herr, der den in seiner mächtigen Hand gehaltenen Speer schleuderte und Suras Haupt abtrennte!
912 – Der Herr, der mich im Traum annahm
Die Frauen sind schön wie die Gestalt der Glücksgöttin, doch sie erwecken die große Täuschung und die Finsternis betörenden Verlangens. Mein Leben verstrickt sich in die Berge ihrer von Kleidern bedeckten Brüste und in den Wald ihres Haares mit süßen Blumengirlanden. Ich bin ein Verwirrter von verfehltem Verhalten.
Herr, du kamst im Traum und nahmst mich an, damit ich nicht wieder in einen Mutterschoß falle, deinen Ruhm singe und dein Diener werde. Dein königliches Dasein auf dem Pfau, dein aus dem Meer des Erbarmens leuchtendes Gesicht, deine Füße von unwandelbarem Heldenmut, deine Kadamba-Girlande und deine den Speer tragenden Schultern werde ich nicht vergessen.[79]
Sohn des ursprünglichen Gottes über alle Götter, dessen Name „Namah Shivaya“ ist, der die Bergtochter als seine Hälfte trägt! Junger Herr, der vertraut auf dem großen Elefanten Indras reitet – Indras, der hundert Opfer vollbrachte und mit dem Donnerkeil in der Hand mächtig kämpft!
Neffe des wunderbaren Vishnu, dessen ausgestreckter Fuß eine Höhe erreichte, die niemand in den vierzehn Welten ermessen kann! Großer Herr der Götter, der im westlichen Vayalur lebt, damit das Chola-Land mit dem gerechten Recht Manus seine führende Stellung bewahrt!
913 – Nicht einen Augenblick will ich deine Füße vergessen
Ist das gesalbte, gelockte Haar dunkler Sand oder eine Wolke? Ist die schöne Stirn des Lotusgesichts ein Bogen oder die Mondsichel? Sind die beiden langen Augen Pfeile oder Rehe? Sind die sanft von Nektar überströmenden Lippen Früchte oder Korallen?
Ist der makellose Hals eine Muschel oder ein Arecastamm? Sind die aufgerichteten jungen Brüste Krüge oder Berge? Ist die ganz schmal und zart gewordene Taille eine Ranke oder eine Sanduhrtrommel? Ist der prächtige Schoß eine Schlange oder ein Wagen? Sind die goldenen Füße Blüten oder junge Triebe?
So von Begehren verwirrt, spreche ich mit den jungen Frauen und irre betört und nutzlos umher. Doch deine beiden mit kostbaren Fußreifen geschmückten Füße werde ich nicht einen einzigen Augenblick vergessen.
Du kamst in der Gestalt des goldgleichen Herrn aus dem Kauniya-Geschlecht, des asketischen Weisen, der die heiligen Bücher und Veden gelernt hatte und in Brahmapuram wohnte. Ihn pries man als Sohn Umas. Die Buddhisten und Jainas unterlagen, der König des Südens legte heilige Asche an, und das Blatt, das in die Macht des Feuers gelegt worden war, blieb erhalten.[80]
Mächtiger Shanmukha! Guha! Du mit dem strahlenden Speer, den du gegen den Berg schleuderst! Pfauenreiter! Jüngerer Bruder des kraftvollen Ganapati, unermüdlicher Herr! Neffe Haris, der die leuchtende Scheibe trägt! Muruga! Sohn des furchtbaren Ishvara, Erster! Großer Herr, dessen eigene Stadt das weite, kühle Vayalur ist!
914 – Genügt diese Verbindung nicht?
Sie bedecken die Brüste und bleiben so im Eingang stehen, dass der Kopf halb verborgen ist. Als seien sie voller Liebe, schicken sie ein kleines knospendes Lächeln als Boten voraus. Sie drücken Gesicht an Gesicht, sprechen ihre Wünsche aus, drücken die Nägel ein und verwirren durch ihr Liebesspiel jede Ordnung.
Auf dem duftenden Blumenlager lösen sie die Kleider und erschöpfen Tag für Tag die Körper der jungen Männer. Sie nehmen ihnen die Mittel und sagen: „Ich gehöre dir! Dies ist der Preis des Schmucks. Es ist gewiss die Wahrheit!“ Sobald das Geld ausbleibt, das jene ihnen geben, werden sie stolz und sprechen scharf und zornig. Genügt es nicht, dass ich mich mit ihnen verbunden habe?[81]
Der Berg wurde zum Quirl, Vasuki zum Seil. Vishnu zog an der einen Hälfte und Vali an der anderen. Vom wogenden Ozean erhob sich ein einziger Laut über den ganzen Erdkreis: „Timiti mittim!“ Die Wellen gerieten durcheinander, als man quirlte; mit dem aufsteigenden Nektar erschien die ihm ebenbürtige Glücksgöttin, schön wie ein großer Pfau. Du Wunderbarer in Vayalur, wo diese Göttin ihren Wohnsitz hat![82]
Bräutigam der edlen, befreienden Kevali, der du die Kette der Taten durchschneidest! Gegner Kamas mit seinem biegsamen, frischen Bogen! Einzigartig Schöner mit mehr als tausendacht glückverheißenden Zeichen und einer Waffe, die jeden Makel beseitigt! Großer Herr der Götter![83]
915 – Zeige mir die Erkenntnis
Sie lockern und zeigen den Hüftgürtel, breiten ihr langes Haar aus und zeigen es, rollen ihre speerartigen Augen und zeigen ihre Schönheit. Sie lassen ihren Leib glänzen, führen ein Schauspiel vor und laden in ihre Häuser ein.
Sie legen die Lehre des Liebeskönigs dar, zeigen die von Bändern geschmückten Brüste, lächeln jedermann an und täuschen mit geschickter Absicht ein liebevolles Herz vor. Wenn die käuflichen Frauen so ihre betörende Kunst zeigen, soll ich ihnen mein Verlangen zeigen und zugrunde gehen?
Höchster Lehrer, du zeigtest anziehende Liebe, legtest die Erkenntnis offen und verbandest sie mit dem Weisen des alten Tamil. Du gabst die drei Welten zu erkennen, erhebst den Hahn und zeigst deine Macht dem Liebesgott mit dem starken Bogen. Herr von Vayalur![84]
Junger Herr, du zeigtest dich mit dem Siegeskranz, zeigtest die Kunst der Jäger und führtest den lebendigen Pfau im Tanz vor. Du zeigtest, wie der große Berg verbrannte, enthülltest die Kraft der Danavas und bewahrtest die Häupter der Götter!
916 – Das Meer deines Erbarmens
Ihre dunklen Augen bereiten schlimmere Qual als eine Schwertspitze, Gift, der grausame Gang des Todesherrn oder Pfeile. Aus ihrem roten Mund rinnt wie von selbst der seltene Nektar des Meeres. Weiß leuchten die Zähne im lächelnden Gesicht, und süße Worte sagen vertraulich: „Komm! Bleibe hier!“
Rosenwasser, frischer Safranstaub, kühler Sandel, Adlerholz und Zibet sind reich aufgetragen. So strahlen ihre Brüste und schönen Glieder. Ihr Schoß und Bauch werden zum Schlamm, in den jedermann eintaucht; die Täuschung hat im Körper ihr Haus. Werde ich aufhören, beim Anblick solcher Frauen den Sinn zu verlieren?[85]
Junger Herr, gnädig geboren von Kali, Tripurai, Antari, Sundari, Nili, Gauri, Bhayankari, Shankari, der erbarmenden Shivai, Kundali und Chandika! Sie ist die geliebte Gemahlin des Tripura-Vernichters, die Höchste, Ambika, die ursprüngliche Bergtochter, Mangali und Pingali.
Sie liebt den Tanz im Wald. Lakshmi, Brahmas Gemahlin, Rati, die Frau des Liebesgottes, Arundhati, Indras Gemahlin und andere verehren sie, die Dreiäugige. Sie ist die jüngere Schwester des Wolkenfarbenen; sie schenkte dich uns in Gnade.
Kanda, du gewährst Gnade, damit das Leid derer endet, die an Speer und Pfau denken. Großer Herr, der immerfort das westliche Vayalur liebt und dort gegenwärtig Gnade schenkt!
917 – Vom kleinen Genuss zum Meer Shivas
Mit starken Düften, Moschus, Rosenwasser, Sandelstücken und gemischter Salbe versehen, binden sie honigreiche Blumengirlanden ins Haar und ziehen durch die Straßen. Sie kennen die verschiedenen Arten der Vereinigung und rauben jungen Männern zugleich Besitz und Leben. Sie werfen ihr Netz der Verwirrung aus, binden sie und stürzen sie in Bedrängnis.
Ihre aufgerichteten jungen Brüste, geschmückt mit vielerlei Edelsteinen, treten den Stirnschirmen von Elefanten entgegen. Sie drücken sich in die Brust des Liebhabers; beide Arme legen sich zugleich um seinen Hals, verschlingen sich fest und steigern die Liebe.
Ihre Ilavam-roten Lippen werden immer wieder gekostet, als wären sie Nektar der Götter, Honig und die unermessliche Fülle der sechs Geschmäcke. Wir freuen uns, setzen Nagelspuren und Zahnzeichen nach allen Regeln. Selbst der starke Geist von Asketen würde dabei schmelzen. Die geliebten, weichen, gefärbten Kleider werden berührt und gelöst, das Stirnzeichen wird verwischt.
Die vollen Augen wetteifern mit den Ohrringen, auf dem Mondgesicht steigt Schweiß auf, die Worte stocken. Nach der erlernten Kunst des Gatten Ratis übt die Kehle Vogelrufe, und ich tauche in den tiefen Schoß ein. Wir verbinden uns in vielerlei kunstvollen Stellungen. Das gesalbte Haar mit seinen vielen Blüten, mit Wolke, Nacht und Wald verglichen, fällt auseinander.
Vom blumengleichen Fuß bis zum Scheitel präge ich mir die Orte des Nektars ein, die mit den abnehmenden und zunehmenden Phasen des Mondes, des Herrn der Wasserlilie, verbunden sind. Im genauen Ablauf schmelzen wir dahin. Keine dieser Erfahrungen möchte ich auch nur einen Augenblick lassen. Wir vollziehen die Vereinigung in all ihren Formen, spielen zur gegenseitigen Freude und erschöpfen uns bis zum matten Hinsinken.[86]
Ich habe nicht die Einsicht, die Diesseits und Jenseits erkennt und weiß, dass diese Vereinigung nur ein geringer Genuss ist. Wann werden die drei Unreinheiten, die Verblendung stiften, abgeschnitten? Wann wird mein Denken eins? Wann werden die umherschweifenden Sinne und ihre Werkzeuge angehalten, sodass wenigstens ein wenig wahres Erkennen erwacht?[87]
Wann werde ich ohne Abirren die eine Welt-Täuschung und die drei Eigenschaften zum Stillstand bringen? Wann werde ich die durch die Veden verkündete Gestalt unmittelbarer Erfahrung erkennen, den grenzenlosen Raum aller Welten und das Licht? Wann werde ich die offenbarte Wahrheit Shivas erreichen, das Meer Shivas, das Befreiung ist?
„Tikuṭa tikukuṭa tikukuṭa tikukuṭa! Takuṭa takukuṭa takukuṭa takukuṭa! Tikkutti kuttikuṭa takkutta kuttakuṭa! Ṭumiṭa ṭumimiṭa ṭumimiṭa ṭumimiṭa! Ṭamaṭa ṭamamaṭa ṭamamaṭa ṭamamaṭa! Ṭuṭṭuṭṭu ṭuṭṭumiṭa ṭaṭṭaṭṭa ṭaṭṭamaṭa! Tikurti tikutiku tikukurti tikukurti! Takurti takutaku takukurti takukurti! Tikkutti kuttikurti takkutta kuttakurti!“
So dröhnen Peri, Timilai, Karatikai, Patalai, Sallari, Tavil, Tamaru, Murasu, Kutamulavu, Tuti und die laut schallenden Parai-Trommeln in großer Menge. Die Ruhmesrufe vereinen sich: „Löwe gegenüber dem Asura-Geschlecht! Siegreicher Herr der Unsterblichen! Wohltätiger! Guru Pashupatis!“ Zahlreiche Stimmen und Klänge ballen sich zusammen und jubeln.
Die hohen, schroffen Gipfel zittern „kitu, kitu, kitu“. Das Meer der Makara-Wesen braust „moku, moku, moku“. Die Elefanten der acht Richtungen brüllen ohne Maß. Die gekrönten Häupter Sheshas knacken „neru, neru, neru“. Alle Welten rufen „Hara, Hara, Hara“, und Sterne lösen sich und fallen.
Die Köpfe der übelgesinnten Nachtwanderer werden abgetrennt. Von ihren berggleichen Körpern ergießen sich Wasserfälle aus Blut; darin baden die Geier, bis ihre kräftigen Leiber ganz rot werden. Schakale fressen die aus den Bäuchen gleitenden Eingeweide. Langgestreckte, zähnefletschende Zwerggeister fressen das Fett und tanzen. Sie preisen die Rettung, und die Himmlischen leben wieder auf.[88]
Die Asuras sterben, ihre Heere mit Pferden, Elefanten und Wagen zerbrechen und bersten. Die sieben Berge werden zerrissen und fliegen weithin in die Richtungen; die neun Flüsse geraten durcheinander, während der Herr des Elefanten sich freut. Du kämpfst, und in deiner Hand erhebt sich der Sonnenglanz des Speers. Auf dem Pfau sitzt du, die Hahnenfahne wächst stolz empor.
Saravanabhava! Guha, der in der Stadt Vayalur wohnt! Herr, der Agastya Dichtung, Musik und Tanz in ihren mannigfachen Formen auf wahrhaftige Weise liebevoll lehrte und ihm Gnade schenkte!
Tiruttavatturai
918 – Befreie mich von der Betörung
Mit lotusgleichen Händen ordnen sie weich ihr Haar, das den dunklen Regenwolken gleicht, und binden es mit solcher Mühe, dass andere es sehen. Mit scharfer List rollen sie ihre fischgleichen Augen bis zu den Ohren. In ihrem Sinn mehren sie Täuschung; ihre Vertrautheit gilt dem Besitz, den Liebende in Liebe zusammentragen.
Ihre Brüste schwellen wie volle Krüge, mit kühlem Safran und kunstvollem Schmuck versehen; Perlen liegen darauf. Sie lockern das dünne, mondhelle Tuch und lassen den Betrachter schmelzen. Sie setzen die Herzen aller, die ihnen begegnen, gleichsam zum Verkauf aus. Schenke mir Gnade, damit ich die Betörung durch diese Frauen verlasse.[89]
Held, du kommst zur inneren Freude des alleinigen Herrn mit der Stierfahne, des Ursprungs der Veden! Seine kraftvollen Schultern gleichen Bergen. Während zahlreiche gewaltige Geisterscharen tanzen, eilig Trommeln schlagen und Geier tanzen, dreht er sich freudig wie ein geschleuderter Kreisel.[90]
Leben der herrlich geschmückten Stätte Tiruttavatturai! Die schönen Wellen der Kaveri springen, werfen Perlen aus und schlagen reichlich an ihre Ufer. Großer Herr, der die zornig anstürmenden Rakshasas niederstieß und vernichtete und aus liebevoller Gnade die Fesseln der gefangenen Götter durchschnitt!
919 – In der Gemeinschaft deiner Liebenden wachsen
Die Frauen legen lange Schnüre aus dicht gereihten Perlen und Edelsteinen auf die beiden Bergbrüste. Ihr Haar ist sorgfältig gelockt und gesalbt, ihre Augen sind Schwerter, ihr Gesicht ein großer Mond. Über der geschmeidigen kleinen Taille tragen sie ein feines Gewand. Sie füllen wohlhabende Männer mit Betörung und begegnen ihnen Tag für Tag auf der Straße, schmelzend und lieblich wie Kuckucke redend.
Lass mich nicht im Netz solcher Frauen kreisen. Möge vielmehr das Leben, das deine Füße preist, fest in meinem Herzen wohnen. Würdest du nicht dein Gnadenwort sprechen, damit ich, der sündige Mensch von schlechten Eigenschaften, in der Gemeinschaft deiner von überströmender Hingabe erfüllten Diener wachse und dem höchsten Ziel immer näher komme?[91]
Scharfer Speerherr, der wahre Erkenntnis in das kostbare Ohr Shivas sprach! Er hält den Berg als Bogen und wohnt im Innern derer, die große Askese üben. Die Hohen, die das geschätzte dreifache Tamil erforschten, sprachen die heiligen Worte des Tiruvachakam. In den Herzen erklingen sie in großer Schönheit; ihr Ruhm strahlt aus den juwelengeschmückten Häusern.[92]
Die große Kaveri, dem Wellenmeer gleich, schwillt an und strömt; ihr reiches Wasser glänzt. Prächtiger Reis, roter Reis und weitere Ernten türmen sich zu Haufen. Muruga, der in diesem stolzen Land der Felder wohnt! Großer Herr in Tiruttavatturai, der Stadt der erbarmenden, ewig glückverheißenden Nityakalyani, die den Dharma wachsen lässt!
Puvalur
920 – Ein Tag, an dem du mich liebevoll annimmst
Ihre Augen gleichen Yama, Speer, Pfeil, scharfem Schwert und Gift. Große Sünderinnen, auf Tötung bedacht! Sie beherrschen die Sprüche der Liebeslehre wie eine Leiter, befragen und beschwatzen jeden Liebenden. Als Gefäße des Genusses sind sie doch Gestalten des Unglücks und Trugbilder, die Geld fordern.
Sie entfachen übermäßige Leidenschaft, zeigen ihre Brust, deren Brüste zum Kampf gerade vorstoßen wie himmelhoch aufgerichtete Elefanten. Meisterinnen der großen Täuschung in mannigfachen Arten – darf ich mit ihnen meine kostbare Zeit verbringen? Wird endlich ein Tag kommen, an dem du liebevoll zu mir sagst: „Komm!“, und mich annimmst?[93]
Das Blatt, dessen Lied du mit einem heiligen Mund sangst, an dem noch die Milch haftete, bewegte sich gegen den Strom. Die streitenden Lieder der Jainas unterlagen; achttausend der als töricht geschmähten Jainas bestiegen die Pfähle auf Erden. Du bewahrtest und erhobst das Tamil-Land, das keine heilige Asche getragen hatte. Durch deine Gnade richtete sich der Rücken des buckligen Königs auf.
Du wolltest, dass er und die von der Welt gepriesene große Königin in Alavay gedeihen. Knabe des glückbringenden Wissens! Speerherr, Held auf dem Pfau![94]
Sohn der Erkenntnisweihe! Großer Herr, der in Puvalur wohnt, gepriesen im großen Malanadu, dessen Kanäle das Wasser der Kaveri aufnehmen und zurückhalten![95]
Tirupparaytturai
921 – Wann wirst du in meinem Inneren thronen?
Duftende Frauen lassen an ihren bewunderten kleinen Füßen die schmückenden Schellen laut erklingen. Ihre Brüste richten sich auf wie die Stirnen zweier Elefanten oder zweier großer Berge. An der fadenfeinen Taille liegt ein feines Gewand, das schon im Wind zu schwanken scheint. Ihre roten Augen sind wie die Pfeile, die Kama mit dem Zuckerrohrbogen abschießt.
Sie geben sich als Liebende, stiften Verwicklung und spielen ihr Spiel. Als begehrten sie mich, drehen sie sich um mich, bis sie mich zu einem machen, den man niedrig nennt. Dieser Körper wird im Übermaß seiner Flüssigkeiten umhergetrieben und von Krankheit bedrängt. Wirst du ihn aus dieser Not lösen, Yoga in mir wachsen lassen und eines Tages so in meinem Inneren thronen?[96]
Erster, edler Sohn mit diamantfestem, strahlendem Leib, den der Hohe mit der Gestalt einer dunklen Wolke preist, während alle Länder ihn rühmen! Strahlender Speerherr von großem Ruhm, du kamst, sodass Sura, der sich als mutiger, mächtiger Krieger ausgab, erbebte und sein berggleicher Körper verging.[97]
Du brachst den Hochmut des Schöpfers, der auf dem hundertblättrigen, von Bienen umschwärmten Lotus sitzt und die Welt erschuf. Dem Dreiäugigen vermitteltest du die Weihe, die ursprüngliche Erkenntnis weckt. Wunderbare Gestalt strahlender Weisheit! Großer Herr von Paraytturai, wo die Drei erglänzen![98]
Tenkadambanturai
922 – Gedanke, Wort und Tat auf deine Füße richten
Das Meer, Kamas Pfeile, Bienen, dunkle Kayal- und Kentai-Fische, der grausame Todesherr, Lotusblüten, der Vogel, der frisches Mondlicht trinkt, tödliches Gift und der Speer, der Berge zerschleudert – mit all diesen scheinen ihre Augen wetteifern zu wollen.
Sie weiten sich, drehen sich hierhin und dorthin, röten sich in der Mitte und an den Rändern und bergen List. Vor jungen Männern üben sie ihre Kunst, stoßen mit den Blicken an die zitternden goldenen Ohrringe und führen Krieg, bis Geist und Sinne in Unruhe sind. Mit ihren Seitenblicken bereiten sie unablässig schwere Bedrängnis, Grausamkeit und Verwirrung.
Immer wieder schenke ich solchen Frauen vielerlei kostbaren Besitz und suche darin Freude. Kanda, werde ich am Abend und in den Übergangszeiten des Tages ohne solche Bindung zur Ruhe kommen, sodass die drei Werkzeuge meines Handelns sich deinen roten Füßen nähern?[99]
Deine zwölf Schultern sind stets vereint geschmückt mit weichen Girlanden aus entfalteten Kadamba-Blütenbüscheln, reichlich Zibet, duftendem Wasser, frischem Sandel, Safran und gemischter Salbe. Deine sechs Gesichter vergehen nicht. Du bist gegenwärtig in Tantra und Mantra, auf dem Palani-Berg, in Parankunram und Sentil und im Herzen der wahrhaft Liebenden, die dich preisen. Auch in Vayalur wohnst du.
Höchster Guru von solcher Güte, dass Shambhu selbst dich verehrt! Sein duftendes Flechtenhaar trägt die gefleckte, haubenbreitende Schlange, Ganga und Mondsichel, Kuravu, Aruku-Gras, kleine Tumbai-Blüten und Konrai.
Großer Herr von Tenkadambanturai! Hierher kommt der heilbringende Fluss, den der Berg im mächtigen Kudagu-Land schenkte und den einst Shankaras kleiner Weiser in seinem Kamandalu hielt.[100]
Karuvur – Vanchi und Garbhapura
923 – Gewähre den höchsten Yoga der Shiva-Erkenntnis
Lass mich durch Einsicht verständig werden und im Herzen edel. Gewähre mir den höchsten Yoga der Shiva-Erkenntnis, damit ich darin fest gegründet sei.
Schatz! Ewiger! Mein inneres Gedenken! Du bist das gute Wirkliche, mein Ziel, der höchste Speerherr, den Worte preisen. Großer Herr von Karuvur!
924 – Lass deine Gestalt vor meinen Augen tanzen
Ich halte ihre Brüste, die sich wie junge Kokosnüsse erheben, für einen Teich des Nektars und einen Krug voll süßen Fruchtsaftes. Mit beiden Händen umfasse ich sie; ihre Taille schwankt, ihr Haar fällt herab. Der Saft ihrer Lippen wetteifert mit Zucker und Früchten.
Gesicht an das lotusgleiche Gesicht gelegt, koste ich ihn voll Verlangen und versinke tief im Schoß. Ihre Stimme gleicht der eines Papageis, die Seiten ihrer Augen röten sich; auf dem Lager versinke ich und genieße. Nimm mich an, damit die Taten, die mich daran binden, enden.[101]
Speerherr, lass deine Lotusfüße mit ihren Spangen und deine goldenen, von leuchtenden Vetci-Blüten geschmückten Schultern vor meinen Augen erscheinen und tanzen. Neffe des listigen Herrn, der Naras beflaggten Wagen lenkte und eine Girlande duftender, blühender Tulasi trägt!
Bräutigam Vallis, der Jägerin mit gesalbten Brüsten, vertraut mit süßem Liebesspiel, lotusgesichtig und von schönen Schultern! Großer Herr, der das Meer, den Berg und den Asura im Kampf verwundete und im hohen Karuvur wohnt![102]
925 – In der Erfahrung des vollkommenen Herrn ankommen
Der Körper besteht aus Fleisch und dergleichen; vom Kopf bis zu den Füßen erscheint er wohlgefügt und geschmückt. Doch nicht einen einzigen Tag auf Erden bleibt ihm das Schwanken und Verfallen erspart. Ich, dein hundegleicher Diener, halte mich daran fest.
Lass mich das Gebundensein der Seele und ihre Fesseln verlassen. Lass mich den vollkommenen, ungeteilten Herrn betrachten, der durch Erkenntnis erkannt wird, und führe mich durch unmittelbare Erfahrung in eben diesen Zustand. Schenke mir deine Gnade!
Sohn des Herrn des Berges! Morgenröte im Osten, du Herr des dreifachen Tamil! Meister aller Agamas, Herr des heiligen Vayalur-Landes, in dem die von Makeln Freien wohnen![103]
Nektar in den Herzen derer, die vor Liebe schmelzen! Speerherr, Schwager des Lotusbewohners, dessen Blüte Honig trägt! Schatz des Erbarmens, wahrer Guru, schöner großer Herr von Karuvur im Westen![104]
926 – Führe mich zu deinen kostbaren Verehrern
Dieser Körper ist beständig von Krankheit bewohnt. Wasser, Erde, Luft, Feuer und der weite Raum verbinden sich in ihm; als Mischung dieser Elemente steht er da. Dennoch begehrt er, die Welt zu beherrschen, großes Ansehen zu gewinnen, umherzuziehen und zu laufen, reichen Schmuck und Gewänder zu tragen.
Mit der törichten Anmaßung „Ich“ täuscht er und zieht umher. Ich erkenne nicht klar, was hiervon wahr und was falsch ist; ich weiß nicht, nach wahrer Erkenntnis zu verlangen, sondern irre in falscher Maya. Bringe mich auf irgendeine Weise zu deinen kostbaren Verehrern. Schenke mir durch deine Gnade den Nektar höchster Erkenntnis und nimm mich liebevoll an, damit ich das hohe Leben deiner heiligen Füße erreiche.
„Tattat tanatana, tānana tānana; tittit timitimi, tītaka tōtaka; ṭattak kuṭakuku, tākuṭa tīkuṭa!“ Der Klang der großen Trommeln springt in die Richtungen. Du schleuderst den Speer, sodass die Asuras, die den Göttern jede Orientierung rauben, zu Staub werden und selbst die hundert Häupter der Schlange erschrecken.
Gnadensohn dessen, dessen Leib siegreiche Asche schmückt, der Shakti ihre Stelle als seine Hälfte gewährt, der Tataki-Blüten im Flechtenhaar trägt und zusah, wie die befestigten Städte zu Asche aufstiegen! Kumara, der im Herzen der Herrin Valli wohnt, der Herrscherin des weiten Berglandes! Großer Herr im siegesberühmten Karuvur, gekommen, um uns als Diener anzunehmen![105]
927 – Gewähre mir die Entschlossenheit, mich zu lösen
Mit den Seitenblicken, die ihre beiden Ohrringe berühren, verblenden die Frauen mich ganz. Sie erwecken Verlangen und gewähren ihre Gunst nach Berechnung. Ihre schweren Brüste, nach frischem Adlerholz duftend, gleichen kunstvollen Elefanten-Stirnschirmen, besetzt mit Perlen, Rubinen und Smaragden.
Ich umarme sie fest; die Hände, die den von Nagelspitzen gezeichneten Hals umfassen, ermüden. Die Worte versagen, die Lebenskraft schwindet in dieser bedrängenden Umarmung. Würdest du mir nicht liebevoll eine feste Weisung und Entschlossenheit geben, damit ich diese Erfahrung loslassen kann?[106]
Held auf dem Schlachtfeld mit schneidender Schwertspitze und vielen furchtbaren Waffen! Kumaresha in Vayalur, dessen kunstvoller Sinn sich sehr an der Ranke freut, die das siegreiche Jägervolk hervorgebracht hat!
Speerherr, umgeben von Geistern, die wild und springend tanzen, während die zahllosen herangekommenen Asuras ohne Maß erschrecken! Edler, der sich gnädig als naher Beistand derer erweist, die zugrunde gegangen sind! Sechsgesichtiger großer Herr in Garbhapura, der Stadt Pashupatis![107]
928 – Auch königliche Herrlichkeit entgeht dem Ende nicht
Herrscher fremder Länder von unruhigem Lauf, Minister, Prinzen, Heerführer und bedrängte Könige beugen sich vor ihrer Macht. Die Krone des Befehls tragen sie; in Sänften, auf Elefanten und Pferden ziehen sie unter dem Schatten des einzigen weißen Schirms dahin, mit großer Pracht, Reichtum und Glück.
Schweifwedel schwingen; hochmütig ruhen sie auf dem weichen Lager. Zahlreiche Hörner, Flöten und viele weitere Instrumente erklingen, Gesang ertönt, und reichgeschmückte Frauen führen große Tänze auf. „Gut!“, sagen die Könige und freuen sich im Herzen. Sie erkennen nicht Yamas Gericht, das Brahma ihnen zugeschrieben hat.[108]
Die Fünf unterlagen durch Shakunis Würfel, sodass die hundert Übeltäter siegten. Die Könige verloren ihren Anteil an Besitz und Land und gingen fort. Sie bedachten ihr früheres Schicksal und hielten zwölf Jahre lang die Ordnung ein; danach lebten sie auf vielfach tugendhafte Weise verborgen. Durch göttliche Gnade entgingen sie der List und gewannen bei der Rückholung der Herden wieder ihre Stellung.
Als sie in ihr früheres häusliches Leben zurückgekehrt waren und ihr Recht verlangten, wurde es ihnen verweigert. Damit Vijaya das Land gewinne, trieb der wunderbare Herr die Pferde seines Wagens an. Du bist sein Neffe! Guha von Vayalur! Großer Herr in Vanchi, der die Unsterblichen aus der Gefangenschaft befreite und ihnen Gnade schenkte![109]
929 – Dich Tag und Nacht im Herzen bewahren
Das wolkengleiche Haar fällt herab, die mit den Ohrringen wetteifernden Augen röten sich immer stärker, und auf dem lächelnden Gesicht treten feine Schweißtropfen hervor. Die Brüste richten sich in der Lust auf; die Worte verlieren ihre Ordnung und werden zu Rufen. Die großen Hände kommen wie geschlossene Lotusblüten an die Stirn.
Dieser Behälter aus Flüssigkeiten, aus dem Leiden quillt, wird schwach. Das Feuer im Bauch nimmt zu; ich umarme bis zum Hinsinken und ermüde. In den Armen der Frauen werde ich gleichsam zu Brei zermahlen. Doch deine alles durchdringende Gegenwart und deine Gestalt, die im felderreichen Vanchi erstrahlt, werde ich Tag und Nacht im Herzen nicht vergessen.[110]
Saravanabhava, den der alles erfüllende Parameshvara gnädig erscheinen ließ, damit Indra gerettet werde! Mit sechs erhabenen Gesichtern, den Speer in der Hand, den du durch den kämpfenden Krauncha-Berg schleudertest, bestiegst du den auf dem Schlachtfeld tanzenden Pfau.
Der Hahn auf deiner Fahne schrie laut, sodass der Hochmut der gewaltsamen, ungeheuren, furchterregenden Rakshasa-Asuras zerbrach, vor denen alle Welten Angst hatten. Großer Herr, der die Götter aus der Gefangenschaft rettete, sie alle annahm und wieder in ihrer himmlischen Heimat ansiedelte!
Neruvur
930 – Im Traum und im Wachen deine Füße bewahren
Es gibt Menschen von guter Gesinnung, die den Guru, die Verehrer und selbst die Diener der Verehrer ebenso ehrfürchtig verehren wie den Herrn mit verschlungenem Flechtenhaar, der eine vielhaubige, mit roten Edelsteinen geschmückte Schlange trägt. Ich aber gehe nicht in ihrer Gemeinschaft, bete nicht an, werfe mich nicht nieder und weine nicht vor Hingabe.
Ich bin ohne Güte, ohne Geduld, ohne heilsames Wissen, ohne Führung und ohne festen Stand. Lass mich nicht länger an den Bergen der Brüste käuflicher Frauen straucheln, im Wald ihres wachsenden Haares umherirren und in den beiden Meeren ihrer Augen mit den springenden Makara-Wesen versinken.
In Vayalur erwiesest du mir Gnade, auf dem Pfau gegenwärtig. Deine lotusgleichen Füße, reich an Duft und von Bienen umschwärmt, werde ich im Traum wie im Wachen nicht vergessen.
Die ganze Welt erzählt von Haris geschickter Jugend: Mit dem berggleichen Mörser kroch er dahin, sodass die neben ihm stehenden riesigen, dunkelwolkenähnlichen Maruta-Bäume auf seinem Weg krachend zerbrachen und die rechte Ordnung offenbar wurde. Als heftiger Regen niederging, hob er machtvoll den festen Berg als Schirm, um das Leid der Rinderherden zu beenden.
Man erzählt auch vom Wunder, wie er die unterirdische Kammer, die keinen Raum zur Bewegung bot, durchdrang und ihre feste Ordnung erschütterte; und von seiner Demut, als er Vijayas Wagen lenkte, sodass die hundert Herrscher und die übrigen Könige auf dem Schlachtfeld ihre Kraft verloren. Du bist Haris heiliger Neffe![111]
Großer Herr von schöner heiliger Gestalt, der in Neruvur wohnt! Überall liegen Felder mit Muscheln, die mondhellen Glanz ausgießen; hohe Vanni-Bäume und Lotusblüten schmücken den Ort.[112]
Tiruvenchamakkudal
931 – Die unruhige Seele zur Ruhe führen
Lass mich wie eine Biene deine Gnade suchen und mich an dich halten. Die Krankheit der Zeit springt wie ein Affe; mit den Fesseln verbunden, werde ich wie ein Ball hin und her gespielt. Bringe den ruhelosen Sinn zum Vergehen und unterweise mich gnädig.[113]
Du lässt dich von deinen Dienern schauen, erhabener Speerherr, der im Wald wohnt! Den Starrsinnigen bist du nicht zugänglich. Großer Herr von Venchamakkudal!
Tiruppandikodumudi
932 – Ein fester Weg durch deine Gnade
Lass mich nicht in das Meer der Geburten eintauchen, das die beiden Arten des Karma hervorbringen, und dort leidend umherirren. Werde ich durch den Glanz deines heiligen, barmherzigen Erbarmens einen festen, sicheren Weg gewinnen?
Du bist für Hari und Brahma schwer zu erkennen, deinen Dienern aber nah, wunderbar und liebevoll. Als Guru gewährtest du Shiva die gnädige Unterweisung. Kumara, großer Herr von Kodumudi!
933 – Die magnetische Bindung lösen
Ihre Hände gleichen Kantal-Blüten, ihre Armreifen liegen eng an. Zu diesen leidenschaftlichen Frauen falle ich hin wie eine Nadel zum Magneten. Ich suche die verschiedenen Arten des Genusses, um ihre Scham zu erfahren.
Ihr mit duftender Paste versehenes Haar senkt sich wie eine dunkle Wolke herab. Die speerartigen Augen springen zu den Ohrringen und kämpfen mit ihnen. Ich berühre ihr Gewand, hebe die Berge ihrer Brüste und umarme sie. Werde ich damit nicht endlich aufhören?
Herr von Vayalur, du gewährst Menschen, Unsterblichen und ihrem König Gnade nach ihrer jeweiligen Sehnsucht. Großer Liebender, der die kleinen Füße des rehgleichen Jägermädchens im Feld mit himmelhoch wachsendem Bambus verehrt!
Auch der Herr von Pandi-Kodumudi mit der Schlange in seinem hohen Flechtenhaar pries dich liebevoll mit musikalischen Worten als höchsten Guru und nahm deine Weisung an, o großer Herr![114]
Salem
934 – Komm und umarme die einsame Liebende
Ohne liebevolles Erbarmen wirft der Mond Feuer auf mich. Der Wind kommt mir wie ein Kämpfer mit dem Bogen entgegen. Im taugekühlten Hain ruft der Kuckuck, und die Flöte lässt ihren einsamen Ton hören.
Lass diese dir zugewandte Frau nicht allein verwelken, mit ermattenden fischgleichen Augen, und die Kraft verlieren. Damit ihr Herz wieder zum Leben findet, komm, gnädiger Muruga, und umarme sie an deiner kostbaren Brust![115]
Kumara, du schleudertest den Speer in den Berg, sodass er ihn mit Ein- und Austrittsöffnung durchbohrte! Herr des dreifachen Tamil, einziger Sohn des strahlenden Herrn! Du wohnst im glückverheißenden Salem.
Du ziehst auf dem einzigartigen Pfau umher, bis der kämpfende Berg und Suras Sippe vergehen. Wunderbarer großer Herr, jüngerer Bruder Ganapatis mit dem gefleckten Elefantengesicht!
Kongu-Rajapuram
935 – Dichterruhm und falscher Lobpreis
„Ich bin der, der Muschel, hohe Krone, goldene Fußspange, wehenden Yakschweifwedel, Katthikai-Schmuck, Stab und großen Elefanten als Auszeichnungen erhielt. Ich lernte unzählige rhythmische Sprachformen, bin Meister des Mantra, Dichter der vier Arten, ein Sturmwind gegenüber anderen Dichtern, Anteilhaber königlicher Dichterwürde und ein junger Sarasvati.
Ich bin der Gelehrte, der die Erkenntnis kunstvoller Dichtungen aus den Sangam-Schriften verkündet!“ Darf ich mit solchem Anspruch Menschen der fünf schweren Verfehlungen preisen und sagen: „Du selbst stehst den einundzwanzig Wohltätern der Vorzeit ebenbürtig gegenüber“?[116]
Als der starke Elefant im Wald vor dem gewaltigen Krokodil erschrak und „Ursprung!“ rief, bestieg Vishnu Garuda. Himmel und Erde priesen ihn, und der Schöpfer lobte, wie er eilends herbeikam. Du bist sein Neffe![117]
Kumara, der im Kongu-Land Freude findet, das Konganatha und andere zuteilwurde! Held Kongus, Freund seiner Scharen! Großer Herr, der die Brüste der goldduftenden Jägerranke umarmt und im reichen Kongu-Rajapuram wohnt![118]
Vijayamangalam
936 – Auch in der Verstrickung deinen Füßen treu bleiben
Im aufgeregten Kampf der Liebe röten sich die Augenblüten. Schmuck und Ketten lösen sich, die Stimme summt wie eine Biene. Auf den schönen, vollen Brüsten spielen die Hände; viele Nägel setzen Spuren. Die verschiedenen kunstvollen Stellungen werden vollzogen, und aus den honigsüßen Lippen strömt milchgleicher Nektar.
Schulter drängt an weiche, schöne Bambusschulter, die Haltung löst sich, die Kraft erlahmt. Das kostbare Leben stürzt von großer Leidenschaft erfasst in den Schoß. Von Verlangen erfüllt, gehen wir immer tiefer in die unersättliche Vereinigung ein. Auch wenn ich darin zerschmelze, zum Diener der Frauen werde und ihre Aufträge erfülle, werde ich von nun an deine herrlichen Füße nicht vergessen.[119]
Neffe Narayanas, des ausgezeichnet Wissenden, der die Scheibe trägt! Er ließ den Stampfer zertrümmern und seine Stücke in das weite, unter dem Himmel liegende Meer werfen. Die versammelten Hirten gingen gemeinsam zugrunde. Er selbst war als Kind in der Hirtensiedlung aufgewachsen.[120]
Sohn Bhuteshvaras, des Kapali der Mantras, der eine Schlange als Armreif trägt! Herr von Vayalur! Als die mit tödlichen Bogen kämpfenden Jäger laut herandrängten, sprachst du zu der bekümmerten Valli: „Schönes Jägermädchen, lass ab von deinem Kummer, lass ab!“ Dann schleudertest du den scharfen Speer aus deiner Hand, junger Herr.
Großer Herr über die Götter der Götter in Vijayamangalam! Dort singen kräftige Bienen die schöne Deshi-Weise über den duftenden, lotusblühenden Gewässern.
Singai – Kangeyam
937 – Komm heute und vernichte meine schlechten Taten
Bienen bewegen sich freudig und summen im Haar, das kühle Kuvalai-Blüten trägt. Den Leib schmücken kühle Perlen und Gold; ihre Brüste sind gewaltige Krüge und Berge. Die vergiftende Tat verbindet sich mit allem. „Du bist meine Zuflucht“, sagt sie und kommt – und ich vertraue ihr.
So bin ich mit der Frau in Verlangen und Freundschaft verbunden. Vernichte heute meine unguten Taten und komme freundlich auf deinem prächtigen Pfau!
Strahlender Speerherr, du duftest nach Lotus, Konrai, Tumbai und Makizh, deren Blütenfülle alles übertrifft. Strahlender Speerherr, du kämpfst, während Geisterscharen die frisch gefallenen Leiber erblicken und fressen.
Du mit der heiligen Brust, die die festen Brüste unseres Jägermädchens umarmt, das lautere Worte fügt! Großer Herr, der in Singai wohnt, geschmückt mit herrlichen Hainen und leuchtenden Champaka-Blüten![121]
938 – Lass meinen Sinn vor Freude aufblühen
Soll ich an jeder Straßenkreuzung schamlos und innerlich verwelkt umherirren, allein um den Bauch zu füllen? Lass mich nicht Tag für Tag in die Macht der Frauen mit ihren schönen Gliedern geraten und umherziehen, um ihr Ansehen zu gewinnen.
Gewähre mir in Schönheit deine Gnade, damit meine Taten weichen und mein Sinn vor Freude aufblüht.[122]
Sohn des Herrn mit dem Mond auf seinem herabhängenden Flechtenhaar! Er tanzt, bis die kriegerische Kali das Haupt senkt: „Tontitimi tōti, tantitimi tāti!“ Du umarmst glückverheißend die Tochter des edlen Jägergeschlechts.
Kanda! Murugesha, der den Speer mit der endgültig vernichtenden Spitze schleudert, sodass die trotzigen Asuras sterben! Sohn des Kampa-Herrn, des Herrn von Kailasa! Scharfer Speerherr, großer Herr, der in Singai wohnt![123]
Pattaliyur
939 – Unter dem Schatten deiner Füße leben
Sie stoßen an die beiden Ohrringe und kämpfen mit den duftenden Lotusblättern; über unvergleichliche Taten springen sie hinweg und kehren zurück. Sie trachten danach, die Heere der überaus tapferen Todesboten zu zerschlagen und in die Flucht zu treiben. Wie Nektar und Gift zugleich schneiden sie den Menschen entzwei. Die Kunst des Gatten Ratis verfehlen sie nicht.
Mit schlauen Blicken lassen sie selbst Weise schmelzen, bekennen Verlangen, um Besitz zu stehlen, und führen Krieg, als wäre das Ende eines Weltzeitalters gekommen. So sind die Augen der geliebten Frauen, die wie scharfe Speere Leben quälen. Wird ein Tag kommen, an dem ich unter dem Schatten deiner Füße lebe und nicht mehr in die Grube ihrer Verblendung stürze?[124]
Du trägst eine honigduftende Girlande und sitzt auf dem großen Pfau mit smaragdstrahlenden Federn. Du bist das Leben in Vayalur, leuchtend wie der Glanz der mächtigen Sonne.
Deine Mutter ist die kriegerische Trishuli und Malini, die den Trotz der Gegner bricht; die Vollbringende, fester Halt derer, die „Zuflucht!“ rufen; die sich schnell mit harten Schritten Bewegende, die Trägerin. Sie trinkt berauschenden Trank, ist die betörende Göttin höchster Freude. „Hara, Hara“, ruft sie: die Weite, Yamali, Kali mit klingenden Fußspangen.
Sie ist Herrin des Verbrennungsplatzes, ihres Tempels, wo Trommeln geschlagen werden und Geister tanzen. Als Ursache von allem nimmt Bhairavi ihren Platz neben dem Herrn ein und tanzt mit ihm. Großer Herr, der aus ihrer Gnade hervorging und nach Pattaliyur kommt![125]
940 – Dir dienen, ehe das Haar weiß wird
Moschus, Adlerholz, kostbare Sandelpaste, Rosenwasser und Kampfermischung schmücken ihre Brüste. Edelsteine und dicht gereihte Ketten liegen darauf; die Brüste führen einen harten Kampf und richten sich gegen das Brustband auf.
Lass mich nicht den Saft ihrer Lippen wie den Honig aus Blütenbüscheln trinken und bei ihnen wie Wachs in der Esse des Schmieds zerschmelzen. Würdest du mir nicht Gnade schenken, damit ich dir in jugendlicher Kraft mit Leib und Sinn kleine Dienste leiste und dein Diener werde, ehe das Haar weiß wird wie ein Reiher?
Speerherr, du wohnst in Vayalur, dessen feste, hohe, goldene Mauern weithin bis zu fernen Welten sichtbar sind. Höchster Guru von höchster geistiger Kraft! Du bist Lehrer des verlässlichen göttlichen Beistands, der als wahrer Bote eilte, damit die Trennungsqual bei der innerlich vor Liebe erschöpften Paravai ende und sie wieder mit ihrem Herrn vereint sei. Die Menschen staunten: „Ach, welch ein Wunder!“ Sundarar pries den gnädigen Boten Shiva.[126]
Großer Herr der Unsterblichen in Pattali! Frische Palmblätter entfalten sich, Palmen wachsen in dunklen Hainen, und Pfauen tanzen dort!
941 – Genug der Streitgespräche – schenke das höchste Ziel
Genug, genug vom Hören der Kämpfe um vielerlei Kunstwissen, das die zweifelnden, streitenden Anhänger der sechs Religionen nach ihren Vorstellungen verkünden! Genug, genug von den Berichten über den Reichtum jener, die mächtige Herren verehren!
Auch genug, genug vom bloßen Hören über die Anordnung der Mantras, die Anschauung und die Yantras in den Shiva-Schriften: Diese lehrte gnädig der Herr, dessen Hälfte die Tochter Himavans ist, als die Weisen seine Füße verehrten und sprachen: „Er ist unser Herr!“ Lass mich nicht in fruchtlosen Verwicklungen umherkreisen; gewähre mir das höchste Ziel.[127]
Geliebter Neffe des siegreichen Scheibenträgers, der das Heer des starken Sugriva nach Lanka senden konnte! Herr von Vayalur, wo die weißen, seiden- und schnurgleichen Blütenscheiden der Arecastämme in den reichen Hainen aufbrechen und die umgebenden Haine das Sonnenlicht verdecken![128]
Junger Herr, du verneigst dich vor dem Waldmädchen, schmeichelst ihr liebevoll und singst süße Worte: „Deine Brüste gleichen dem nördlichen Berg, deine roten Hände duftenden Blumen, dein Haarknoten einer Wolke.“ Großer Herr, der in Pattali im Kongu-Land wohnt!
Tirumuruganpundi
942 – Ein Tag gereifter Hingabe
Lass mich dich als das Notwendige immer wieder erbitten und dich in meiner Erkenntnis erfahren. Gewähre mir, wenigstens an einem Tag im Jahr Askese und Japa zu berühren, im Herzen zu reifen und deine Füße in mir zu tragen.
Mit einem Gelübde sprangst du auf den Widder und reitest auf ihm. Du bist für die sechs religiösen Wege schwer zu schauen. Shivakumara, wer dir nahekommt, den verlässt du nicht. Großer Herr von Tirumuruganpundi![129]
Avinashi
943 – Das große Leben ohne neue Geburt
Werde mein wahrer Guru und nimm mich an, sodass ich nicht mehr sterbe und nicht mehr geboren werde. Schenke mir das große, beständige Leben, das keine weitere Geburt kennt.
Du, der das Jägermädchen umarmt! Guha! Kumaresha, den Worte preisen! Du verkündest die Schrift des Dharma. Großer Herr von Avinashi!
944 – Die Lotusfüße trotz aller Verstrickung bewahren
Mit runden, goldschönen, schweren Brüsten, mit dem Gürtel, der auf dem Bauch schwingt, und mit passend fallendem Gewand bis zu den Füßen stehen sie auf der Straße des alten Viertels käuflicher Liebe. Sie verbinden sich mit denen, die sie sehen und begehren, und nehmen ihren Anteil an Geld.
Ihre Haarknoten sind mit Rosenwasser benetzt und mit Blumenbüscheln geschmückt. Ihre Lippen gleichen schönen roten Lotusblüten; ihre Hände zeigen Verehrung, doch sie vertreiben nur die Zeit. Auch wenn ich voller Leidenschaft bei ihnen auf dem Lager versinke, werde ich deine Lotusfüße nicht vergessen, zu denen die Götter herandrängen, liebevoll „Sieg, Sieg!“ rufen und sich verneigen.
Brahma, der jene Körper erschafft, und der ursprüngliche Vishnu verehren dich. Du gewährst ihnen das Leben in ihren jeweiligen Welten; herrliche Juwelen strahlen. „Aus Knochen schaffen wir das Mädchen“, erklärtest du und sangst die tamilischen Lieder der Versammelten. Die Gegner, die dir nicht nahekommen wollten, bestiegen die Pfähle.[130]
Abermillionen roter, schrecklicher Nachtwanderer verbrannten und zerstreuten sich; Staub stieg wie eine Decke auf. Die im Kampf ermatteten Götter bezogen wieder Amaravati. Mächtiger Held mit goldenem Herrscherstab! Großer Herr im zum Kongu-Land gehörenden Avinashi, mit Fußreifen geschmückt, der den schönen, scharfen Speer schleudert!
945 – Komm, ehe die Todesboten mich ergreifen
Schleim erhebt sich rasselnd und nimmt überhand, das schwarze Haar wird grau. Um die blütenhaften Augen wird es dunkel, der Gang schwankt, und alles bringt Mühsal. Mutter, Frau, Kinder, Angehörige und alle anderen wenden sich ab; Tag für Tag spotten sie mit kurzen, verletzenden Worten.
Zornig kommen die Boten mit dem Fesselstrick, der mich überwältigen soll. Sie heben den Dreizack in der Hand, stoßen ihn vor und öffnen feurige Münder, sodass ich Angst bekomme. Ehe sie mich ergreifen und fortzerren, komm auf dem Pfau und gewähre mir deine beiden Lotusfüße.
Schenke mir, täglich in gewichtigem, reinem Tamil an dich zu denken. Weile mit deiner kostbaren Gnade in meinem Herzen als Beistand meines Lebens. Speerherr, du spaltetest den im Meerwasser verborgenen Sura in zwei Teile; daraus erhoben sich der Hahn und der große Pfau.
Kumaresha, du erklärtest Hara den schwer zu erfassenden Sinn – Hara, dessen Füße Brahma, der Herr des Schwans, und Vishnu, mit der auf dem Lotus wohnenden Glücksgöttin verbunden, suchten. Großer Herr im gnadenreichen Avinashi, das wie eine Stadt der Unsterblichen ist: Ehrwürdige Brahmanen, die Dharma weitergeben, denken an dich und verehren dich täglich!
Tiruppukkoliyur
946 – Die Unterweisung, die im selben Augenblick befreit
Die gereiften Shiva-Yogis mit edlem Verhalten, die Blätter und andere schlichte Nahrung essen und in großem Schweigen leben, gelangen durch Hingabe über die sechsunddreißig Prinzipien hinaus zur Befreiung, in den Zustand ohne äußere Stütze.
Wahrer Guru und Herr, aus deinem achtsamen Mund spricht die Erkenntnisunterweisung, durch die im selben Augenblick die schlechten Eigenschaften der Maya weichen. Deine wunderbaren, herrlichen Füße werde ich nicht vergessen.
Du mit zwölf kraftvollen, wahrhaftigen Schultern! Herr von Vayalur, wo blaue Wasserlilien reichlich duften, Perlen wie Mondlicht erstrahlen und die Teiche Wasserlilien und Lotus tragen!
Du von untrüglichem Heldenmut, dessen großer Leib die Gestalt goldenen Glanzes ist! Großer Herr von Avinashi, der in Pukkoliyur wohnt: Durch deine wahre, herrliche Gnade vergehen Falschheit und die Not des Kali![131]
947 – Der Herr, den der gütige Retter preist
Der weiße Elefant hat breite Schläfen, aus denen Brunstsaft fließt, feine Gesichtstücher und Stirnschmuck, eine mit Kampferduft gesalbte Stirn und einen prächtigen Sitz auf seinem Rücken. Seinen schönen Rüssel legt er an den Bauch; die Augen sind rot und sein Schritt ist schnell. Die Glocken an seinem festen Halsriemen klingen laut.
Du reitest auf diesem in jeder Hinsicht schönen weißen Elefanten und ruhst im dichten Schatten des Wunschbaums. Umgeben von Göttern lebst du herrschaftlich in Indras Welt mit ihren festen, hoch aufragenden Palästen und Mondterrassen. Du bist die jugendliche Gestalt souveräner Macht. Leben von Vayalur, du erschienest vor mir und nahmst mich an![132]
Ein Diener zog von Heiligtum zu Heiligtum, um tausend Goldstücke zu erwerben, die seiner einzigartigen Geliebten in Kamalalaya Freude machen würden. Mit festem innerem Empfinden sang er königlich schöne Dichtung im Einklang mit dem Takt. Als ihn unterwegs die Hitze ermattete, erschien vor ihm im Wald ein ehrwürdiger Veda-Kundiger, öffnete sein mitgebrachtes Reisbündel und reichte ihm Speise.
Auf dem Weg nach Avinashi wurde derselbe ihm ein Helfer, als er die Richtung verfehlte, und verschwand dann. Dieser uralte, barmherzige Herr ließ auch das Kind aus dem Maul des Krokodils, das es verschlungen hatte, hervorrufen. Dich preist dieser Herr von Tiruppukkoliyur, o höchster Herr![133]
948 – Wann erreiche ich befreiende Erkenntnis?
Der Kuckuck ruft schön und erweckt Kummer. Kama rüstet sich zum Kampf: Er steigt auf seinen vom Blütenduft bewegten Wagen, der große Mond hängt als sein Schmuck herab. Das Meer schlägt als große Kriegstrommel, Flötenmusik nimmt zu, seine Heere versammeln sich und rücken geordnet vor.
Am Abend kommt er sicher heran, greift an, lässt die Trommel gewaltig schlagen, sodass auch die Mutter es bemerkt. Seine Pfeile aus dem langen, schweren Zuckerrohrbogen kämpfen jubelnd. Ich gerate unter die Gewänder der Frauen mit ihrem langen, duftenden Haar, werde verwirrt und gehe zugrunde. Ist dir dies lieb, o Schatz des Erbarmens? Wann werde ich die ruhmreiche Erkenntnis erreichen, mit der dies überwunden wird?[134]
Du erfüllst das sehnsüchtige Verlangen nach den goldenen Bergbrüsten des Mädchens, das die Hirse auf dem Feld bewacht. Guter Sohn des Herrn mit dem Flechtenhaar, der die gebogene Mondsichel trägt!
Speerherr, der dem sündigen Sura das Leben nahm, dessen Schultern Blumengirlanden aus dichten Hainen schmückten, damit die rechtschaffenen großen Asketen, geduldig wie die Erde, wieder gedeihen!
Dein heldenhafter Onkel dämmte das große Meer, das zornig Schaum warf und anbrandete, und schoss den Pfeil ab, sodass die mächtigen Köpfe des Herrn der Fleischfresser davonflogen. Er und der aus seinem Nabel geborene vier-Veda-kundige Brahma ehren und preisen dich. Herr der Götter im festreichen Tiruppukkoli!
Perur
949 – Ein einziges Wort der Erkenntnis
Gewähre mir ein einziges Wort, das die Erkenntnis der lebendigen Seele zur Herrschaft bringt, damit die unheilbare Krankheit endet.
Sohn des Herrn über die Erdenbewohner! Junger König des Berges! Du Großer im Kampf! Großer Herr von Perur![135]
950 – Sei du meine Mutter
Gegenüber Frauen mit schwarz geschminkten Augen wie Lotus, Gift und Schwerter bewahren die belehrten Siddhas und Yogis ihren Sinn in der Haltung: „Wer bin ich, wer bist du?“ Sie sehen keinen Lebenstag, keinen Tag unter den Gestirnen als vergeudeten Tag. So möge es auch mir ergehen.
Die Wünsche finden gewiss nicht einfach ihr Ende. Du bist mir Heimat, Name und alles andere. Lass die bedrängenden Drei nicht in mich eindringen. Sei von nun an selbst meine Mutter und schenke mir, deinem hundegleichen Diener, Gnade, damit ich nicht zugrunde gehe.[136]
Leben des Vajra-Trägers mit den vielen lotusgleichen Augen und Brahmas! Du jenseits von Nada, Herr von Vayalur! Speerherr, der den Berg durchdrang! Tugendhafter, Knabe, Herr des Hahns, dessen Waffe seine Füße sind!
Du reitest, von allen gepriesen, auf dem großen grünen Pfau. Held, der rief: „Sura! Ha, geh nicht weiter!“ Großer Herr über den Herrscher von Perur, der Patti annahm und den Kotti-Tanz tanzte; um diese herrliche Stätte bewegt sich die heilige Kuh verehrend im Kreis![137]
Kodumbalur – Kodumbai
951 – Die Erkenntnis jenseits des Streitens
Menschen, die als Gelehrte gelten, verfangen sich in der Härte der Bindungen des Kali-Zeitalters. In der Furcht vor Schuld und Verpflichtung werden ihre Handlungsrituale unrein. Die Anhänger der sechs Religionen teilen sie unter sich auf, lärmen und stoßen in endlosen großen Wortgefechten zusammen.
Kann ich den Griff all dieser streitbaren Wissensarten lösen, Sonne und Mond überschreiten und die nicht durch Zeichen bestimmbare Erkenntnis erkennen? Kann ich wenigstens ein wenig bei ihr verweilen und dein Wort der Gnade empfangen?[138]
Du mit Vetci-geschmückten Schultern und breiter Brust, an die sich die junge grüne Ranke aus dem wilden Jägervolk schmiegt! Der Asura, der zum grausamen großen Baum geworden war, wurde vernichtet; das tosende Meer wurde rot, und der umschließende Bergkreis brach auf.
Die Berge der acht Richtungen sprangen in alle zehn Richtungen auseinander, und dein goldener Pfau, das schnelle Reittier, zieht durch die sieben Welten. Mächtiger Herr in der Gestalt des Chetti! Großer Herr in Kodumbai![139]
Kiranur
952 – Soll ich mich mit erlernter Täuschung verbinden?
Sie lächeln weich, um zu quälen, und lassen durch Gesang, Musik und Tanz den Menschen schmelzen. Wer immer es sei, sie täuschen ihn und laden ihn ein. Mit Augen, die den Pfeilen des Liebeskönigs gleichen, verwirren sie den Sinn; sie stehen am Eingang zur Straße und hegen wechselnde Absichten.
Sie nennen ihren Preis und lassen ihre schweren, mit Ketten geschmückten Brüste schwingen. Sie lösen ihr mit Girlanden versehenes Haar und binden es wieder, lassen das Gewand herabgleiten, öffnen es und schlingen es erneut um die Hüfte. Als seien sie von überwältigendem Verlangen ergriffen, sprechen sie die Wünsche des Herzens aus, werfen sich auf den anderen und bereiten großen Kummer. Soll ich mit denen Umgang haben, die solche trügerischen Künste lernen?
Der schwere Meru-Berg wurde gerade als Quirl aufgestellt. Die breite, haubentragende Schlange, die der Herr mit Uma als seiner Hälfte zum Schmuck trägt, wurde als Seil darumgelegt. Vali hielt die eine Hälfte fest, die Götter die andere. Damit Lakshmi, der Parijata-Baum und viele weitere Kostbarkeiten hervorkamen, ließ der mächtige Herr das Milchmeer quirlen. Der barmherzige, grüngestaltige Achyuta teilte den Nektar aus. Du bist sein Neffe!
Großer Herr mit der Shakti-Waffe, der in Kiranur wohnt! Wie die unvergängliche Stadt Alaka ist es von vielen hohen Häusern, Hallen und blühenden Hainen umgeben.[140]
Kulantai
953 – Wer außer dir könnte die rettende Gabe schenken?
Frauen mit langem, welligem Haar, bogenförmiger Stirn und giftgleichen Augen, mit hohen Brüsten und einer Taille wie eine Sanduhrtrommel: Lass mich nicht in die Gewalt dieser weiten, tiefen Grube dunkler Betörung fallen, voller Angst dem Todesherrn das Leben überlassen und leiden.
Wenn du mir die rettende Gabe nicht schenkst, wer sonst wird sie mir geben? Du umrundest freudig die Welt auf dem Pfau. Bräutigam des Jägermädchens mit großen Brüsten wie junge Kokosnüsse! Großer Herr, der im Tempel der Stadt Kulantai wohnt!
Tanichayam
954 – Beende die Geburt, die sich im Verlangen erschöpft
Sie reichen mir ein gerolltes Betelblatt, umarmen mich und setzen mich auf das Lager. Für die Toren lassen sie wohltuende Vogelrufe hören und wecken Leidenschaft. Ich küsse die schwarz geschminkten Fischaugen und den Hals, umarme und hebe sie, beiße in die Lippen und dränge mich an die Brust.
Ich werde ruhelos, verliere jede Scham, berühre den Schoß und mühe mich immer weiter, bis ich bedrängt und im Leben erschöpft bin. Ich quäle und verzehre mich völlig, verbinde mich mit den Brüsten und werde müde. Wird diese Geburt, die sich so in Vereinigung erschöpft, nicht endlich enden?
Du mit der mächtigen Hahnenfahne und der heiligen Hand, die das stolz mordende Rakshasa-Heer erschüttern! Du beauftragtest mich gnädig mit der Würde des Herrschers, Dichters und Lehrers im guten Tiruppugazh, der deine goldenen Stätten besingt.[141]
Du lehrst Erkenntnis dem Shiva mit seiner schweren Flechtenkrone und Agastya, dem Meister von Grammatik, Literatur und dreifachem Tamil. Fähigster unter den Fähigen! Junger großer Herr im vortrefflichen Tanichayam im Westen!
955 – Schenke Gnade an jenem Tag
Die vielgerühmte prächtige Gestalt erschlafft. Das schwarze Haar wird weiß wie Baumwolle. Die einst hörenden Ohren werden taub, die hellen Augen blind. Die starken weißen Zähne lockern sich, die Kraft schwindet, und rasselnder Husten steigt auf: „kin, kin“.
Mühsal lässt den Kopf schwindeln; Galle nimmt überhand. Schwächer als ein blutloser Wurm bin ich im Alter geworden. Denken, Tun und Reden verlieren ihr Maß. Die Frauen, die mir nahestehen, treten mir schmähend entgegen, und alle nennen mich unrein.
Das Erkennen nimmt ab, und vom Pulsschlag lässt sich kaum sagen, ob noch ein wenig vorhanden ist oder nicht. Wenn dieser Zustand kommt und das Leben sich quält, schenke mir an jenem Tag deine Gnade.
„Tirittirin tiriririri rinriṭ! Ṭuṭuṭṭu ṭuṇṭuṭu ṭuṭuṭuṭu ṭuṇṭuṭ! Ṭikuṭṭi kuṇṭiku ṭikuṭiku ṭiṇṭiṭ, ṭikutītō! Timitti mintimi timitimi!“ So dröhnen Idakkai, Dundubhi und Murasu. Auf dem Schlachtfeld geraten die Nachtwanderer ins Wanken. Manche Geister halten Schädel und trinken Blut daraus, große Raubvögel zerren Eingeweide heraus, und wilde Schakale lassen Fett verspritzen. Du kämpfst mit deinem Speer!
Kanda, großer Herr, der friedvoll auf dem mächtigen Pfau, in Vayalur, in Herzen voller Liebe und in Tanichayam im herrlichen Kongu-Land wohnt!
Madurai – Kudal und Alavay
956 – Welche Macht hat die geschenkte Erkenntnis!
„Diese Schultern töteten unzählige Asuras; dieser Speer drang durch den Berg. Diese Lotusfüße umgeben schöne goldene Spangen; diese Kutalam-Blüten trägt er auf dem Haupt. Diese Brust umarmte das Waldmädchen, und dies sind seine sechs Gesichter.“ Wenn ich so denke, sollten nicht alle meine Knochen vor Liebe weich werden und zerschmelzen?
Die streitenden Vertreter der Religionen lärmen „kala, kala, kala“ und geraten mit jedem aneinander. Ihre vielen laut geschrienen, zerteilenden Worte und all die aufgeblähten Wissenskünste verstummen. Die fünf Elemente vergehen, und auch die inneren Werkzeuge, die nicht einmal im Schweigen schlafen, kommen zur Ruhe. Was für eine Macht besitzt die Erkenntnis, die du mir geschenkt hast![142]
Unser Herr genießt süß Kichererbsen, Kandiszucker, Honig und wohlschmeckendes Hirsemehl mit Sirup. Einst hieß es: „Schreibe!“ Mit seinem einen Stoßzahn schrieb dieser korallengleiche Berg das Bharata auf dem rotgoldenen Meru, dem hohen Berg im Norden.
Als er damals seinen Vater ehrfürchtig umrundete, eiltest du schneller als der heftigste Sturmwind durch alle acht Richtungen über die ganze Erde. Auf dem herrlichen Vogel mit smaragdfarbenem Schweif, der große Schlangen verschlingt, kommst du herbei. „Muruga! Du Löwe unter den Helden!“ So verehrt man dich in Madurai, und die Himmlischen beten dich an, o Herr![143]
957 – An deinen Füßen ein erfülltes Leben finden
Du bist der unmittelbare jüngere Bruder des Elefantengesichtigen: liebevoller, kunstfertiger Sechsgesichtiger, Herr der Unsterblichen! Höchster Lehrer, der dem ursprünglichen Hara und dem Herrn des Veda die heilige Offenbarung erklärte!
Mächtiger Held von großer Geschicklichkeit, der das Geschlecht der Danavas mit dem Schwert zerteilte! Gewähre mir Gnade, damit ich deine beiden Füße erreiche und in diesem Zustand ein blühendes, erfülltes Leben finde.
Muruga, du lässt den großen Pfau tanzen, damit Chokkar des großen Madurai und seine Gemahlin Uma sich freuen – Chokkar, den Himmel und die sieben Welten, Vishnu und Brahma und niemand sonst völlig erkennen können.
Du mit den mächtigen Schultern, die das rehäugige Jägermädchen im honigreichen Hirsefeld umarmten! Großer Herr, der mit dem Speer die Angst beendete, die im Herzen der Götter wohnte!
958 – Lass meinen Gesang die Liebenden erfreuen
Wie der feierliche Zug der von der Welt geliebten Sonne mit ihren weit ausgebreiteten Strahlen, wie der Glanz des Mondes, der die Finsternis erhellt und aller gepriesenen Fülle gleicht: So erscheinen deine Füße, die überall auf den Bergen gegenwärtig sind und ihre schöne Ordnung gewähren.
Schenke mir die Gabe, diese Füße zu besingen und reichhaltiges, reines Tamil zu sprechen, damit auch deine Liebenden sich daran erfreuen.[144]
Du freust dich, wenn deine Diener sich verneigen und rufen: „Hara, Hara! Schöner! Sechsgesichtiger!“ Sohn Umas, der hohen Ranke vom Berg! Liebenswerter Bräutigam des Jägermädchens!
Saravana mit starken Schultern, deren Herrlichkeit der Gedanke kaum fasst! Du mit der kostbaren, von Safran- und Sandelpaste geschmückten Brust! Großer Herr, der in der reichen, goldvollen Stadt Madurai gegenwärtig ist und Gnade schenkt!
959 – Nimm mich in die Gemeinschaft deiner Diener auf
Manche schmähen sie, manche loben sie; von einem nehmen sie ein Betelröllchen für den Mund, einem anderen reichen sie die Hand. Sie blicken auf Geld und würden sogar einen Leichnam umarmen. Unter vertraulichem Gerede geben sie im Schlafgemach ein Mittel, umarmen und sagen: „Das Karttikai-Fest kommt“, um vorhandenen Besitz zu nehmen.
Zu jedem unterhalten sie eine eigene Verbindung und laden ein: „Komm einmal im Monat!“ Ihr Sinn gilt den Besitztümern. Einen anderen weisen sie ab und treiben ihn fort. Soll ich durch das Gerede dieser Frauen aus verfallenen Häusern wie ein angeschirrter Ochse im Höllenkreis der Verblendung umhergehen?[145]
Wende das Unheil ab, nutzlos in tiefe Gruben zu fallen. Setze mich durch die Gnade deiner Diener unter sie und nimm mich an. Erbarme dich in deinem Herzen und gewähre mir das Ziel.
Kunstfertiger Muruga mit dem Speer! Wie ein Lehrer, der den Sinn der reich entfalteten Shastras und Veden erkennt, sprachst du deinem Vater den Weg Shivas geordnet in ein Ohr. Liebevoller heiliger Neffe Haris, der den Körper des die ruhmreiche Janaki quälenden, diebischen Rakshasas zerschlug und siegreich nach Ayodhya zurückkehrte!
Du schleudertest den herrlichen Speer, sodass die Körper der Asuras aufrissen; danach gabst du dem Götterkönig seine Stätte zurück und heiratetest seine Tochter. Sechsgesichtiger großer Herr, der in Madurai wohnt, wo man die wundersame Tat rühmt, wie du mit deiner Macht viele Jainas auf die einander gegenüberstehenden Pfähle brachtest![146]
960 – Im Herzen die Hingabe verankern
Sie schmücken ihr blumenduftendes Haar, rollen im Gesicht die betörenden Speeraugen und lächeln mit perlengleichen Zähnen. Auf der gefleckten Brust glänzen die jungen goldenen Berge und die herabhängenden Ketten. Wie gemalte Figuren lassen sie den Leib erstrahlen und wecken große Begierde und vermeintliche Liebe.
Sie lassen den gestreiften Sari von der Hüfte bis zu den Füßen fallen, gehen und tanzen, als gehörten sie zum Geschlecht prächtig geschweifter Pfauen. Sie erschrecken und bedrängen die in ihr Netz Geratenen, bringen sie dazu, um ihre Gunst zu betteln, und bereiten ihnen schwere Krankheit und Todesnot.
Ich sprang hinein, versank darin, verlor den Verstand und litt; ich treibe im sündigen Meer der Geburten umher. Wann wirst du mich in der Hingabe an deine mit Girlanden geschmückten Füße fest verankern?
Du bist der gnädig geschenkte Kanda, Sohn des göttlichen Verrückten! Dieser achtete den Mann aus Vadavur, erschien ihm als Guru und offenbarte den Weg der Erkenntnis. Er führte eine Schakalschar vor, als seien es Pferde. Als der König seine Liebe zeigen und ihm ein goldenes Gewand reichen wollte, nahm er es an und lachte vor ihm.
Er tanzte am Vaigai, trug freudig Erde und aß den Pittu, den ihm die Händlerin gab.[147]
Als Veda-Kundige, Bewohner der goldenen Himmelswelt, Asketen, Siddhas und überaus ehrwürdige Weise klagend zu dir riefen, sandtest du den Speer und lächeltest, sodass die Asura-Sippen vergingen. Reiner Herr!
Du weilst und lebst in Madurai gemeinsam mit den pfauengleichen Töchtern des grüngestaltigen Raghurama, des Lotusäugigen, der die Veden zurückgewann. Götter, Befreite und Shiva-Verehrer beten dich an, o Herr![148]
961 – Mit aller Schwäche vor deine Füße treten
Ihre Brauen sind rote Bogen, die beiden Augen werfen Pfeile. Die Brüste kämpfen wie zwei brünstige Elefanten, und mit zarter, kunstvoller Zuneigung geben sie Küsse. Muschelgleicher Klang steigt aus der Kehle, korallenrote Lippen und manch neues, duftendes Betelröllchen werden angeboten.
Ich trinke und genieße, denke: „Dies ist Glück“, und mein Sinn schmilzt. Safran und Sandel mischen sich mit dem Schweiß des Mondgesichts; in aufgeregter, betörender Vereinigung gehe ich auf. Diese Frauen schenken mir Verblendung, bis alle mich als den Niedrigsten verachten. Kann auch ich, der verworfene, kraftlos nach ihnen Verlangende, mich vor deinen Füßen verneigen?[149]
Du bist der geliebte Neffe Mukundas. Mit der glückverheißenden Sita kam er in den Dandaka-Wald. Die grausamen, dort herannahenden Wesen zerschlug er; Khara, Trishiras, den mächtigen Kumbhakarna und den Zehnköpfigen, der die Himmlischen besiegt hatte, tötete er mit seinem Bogen.[150]
Muruga, dem Uma Gnade schenkt: Sie hat grünes, mit duftendem Maru durchzogenes Haar, liebt Shiva, heißt Ambika und Gauri, ist Shankari, die Tochter des Bergvaters. Lotusgesichtiger, der einst nahe dem nördlichen Berg im kühlen Schilfteich auf einer Lotusblüte ruhte! Großer Herr der Unsterblichen im Sangili-Mandapa des tamilischen Madurai![151]
962 – Im Shiva-Wissen festen Halt finden
Frauen salben ihr ganzes Gesicht, setzen ein Stirnzeichen auf die leuchtende Stirn und schmücken ihr Haar mit duftenden Girlanden. Auf ihren reifen, schweren, mit Halsketten geschmückten Brüsten verliere ich das Leben, schmelze dahin und bin ganz in Begierde verstrickt.
Um Besitz zu suchen, durchstreife ich die ganze Welt, verberge mich, werde zum Dieb, mühe mich ab und eile in Verblendung hin und her. Lass mich nicht so umherziehen. Gewähre mir liebevoll deine Füße, damit ich klare Erkenntnis spreche, innerlich schmelze, mich in den Shiva-Purana-Schriften übe und darin festen Halt finde.
Mit den Lautzeichen, beginnend mit A, entfalten sich Erde, Luft und Himmel. Alles vereinigt sich in einer einzigen Gestalt, die der Ursprung ist. Muruga, Sohn des makellosen Herrn, der in der Halle vor den Augen der Götter tanzte, während die Göttin sang!
Du wurdest geboren, um ohne Fehler über sämtliche Veden und Samudrika-Lehren, die sechs religiösen Wege, die drei Welten, die mit Dharma und Gerechtigkeit verbundenen Prinzipien, Askese und Yoga zu wachen. Großer Herr, der in Alavay erstrahlte, sodass der Buckel und die Fieberhitze des Tamil fördernden Pandya-Königs verschwanden![152]
963 – Nicht jeden Tag im gleichen Kreis verlieren
Die mit Kardamom und Rosenwasser geschmückten Frauen locken durch ihren Gesang, durch vertrauliche Zärtlichkeit und durch ihre mit Armreifen besetzten Hände. Ihre großen Brüste erscheinen, als stiegen dunkle Elefanten auf einem goldenen Berg empor; auch durch sie werde ich betört.
Ihre Sprache klingt wie der Kuckuck im Hain, die feine Taille ist mit einem Tuch umwunden, die makellosen Schenkel gleichen Bananenstämmen. Im Zauber des großen, mondhellen Gesichts und in der List ihrer giftigen, speerartigen Augen – soll ich darin täglich nutzlos umherirren?[153]
Neffe des großen wunderbaren Madhava, der auf der Giftschlange im makellosen Meer schläft und dem Elefanten liebevoll zu Hilfe kam! Er ist der ursprüngliche Herr mit der heiligen Scheibe, Vamana, von dunkelwolkenähnlichem Leib, dessen heilige Brust eine Tulasi-Girlande trägt.
Kumaresha, großer Sohn, hervorgegangen aus dem Feuerfunken des Herrn, der das schöne Elefantenfell als Mantel trägt und das tödliche Gift in sich hält! Großer Herr in Kudal, der wundervoll prächtigen Stadt, in der Meister des scharfsinnigen dreifachen Tamil kraftvoll wirken!
964 – Das Leben in der Erkenntnis des Herrn
Lass mich im Meer des Lichtes der Erkenntnis baden, das die heilige Lehre erfüllt, und dem Meer des Verlangens entsteigen. Lass mich in den vielerlei trügerischen Streitigkeiten nicht abirren. Gewähre mir das Leben in der Erkenntnis des Herrn.
Junger Kumaresha, der im Haus des bezaubernden Jägermädchens vom Berg wohnt! Jäger mit dem Bogen, du mit dem Hahn auf der Fahne! Großer Herr des von Glück und Weisheit erfüllten Kudal![154]
965 – Erkenntnis, die Mitgefühl wird
Gewähre mir Erkenntnis, die gerecht ist, eine Hilfe zu geordnetem Leben und voller Mitgefühl für die Wesen.
Du, der im Nada-Klang gegenwärtig ist! Du Meer der Erkenntnis! Makelloser Nektar! Großer Herr von Kudal![155]
966 – Führe mich auf den einen Weg des Gnadennektars
Sie planen im Sinn ihre listigen Spiele, erwecken Tumult wie stumpfe Geister und sind Tag für Tag voller leidenschaftlicher Kraft. Sie legen schöne Armreifen, Ohrringe und Perlen an. Nichtsnutzige Tänzerinnen und Sängerinnen lassen sich loben; dann laufen sie davon, als wären sie überaus schamhaft.
Auf der Straße schmeicheln sie und sprechen, als seien sie voller Zuneigung. Sie reden von Liebe und tun verlegen, sind aber geschickt darin, ganze Familien auszuplündern, und hängen an Besitz. Lass die Vorliebe für sie zerbrechen und fallen. Führe mich auf den einen Weg, der den Nektar der Gnade erreicht, und schenke mir Gnade, damit ich zu deinen Füßen emporsteige.[156]
„Tanatana tattam, tāna tānana; ṭuṭuṭuṭu ṭuṭṭuṇ, ṭūṭu ṭūṭuṭu; takutiku tattam, tīta tōtaka!“ So erklingen Peri, Tavil und Murasu, Tarai, Purikai, Muschel, Tuti und goldene Hörner. Du schleuderst den Speer, um die mächtigen Asuras im Kampf ganz auseinanderzureißen und zu zermalmen.
Muruga, du vereinst dich Tag für Tag freudig mit dem Mädchen, das täglich das Hirsefeld bewacht, mit dem perlengleich lächelnden Kind der Hirschmutter. Großer Herr, du gewährtest den einen Sinn dem Ohr des schönen Chokkar, der über die drei Städte lachte und die Göttin als seine Hälfte trägt, und wohnst im südlichen Kudal!
967 – Das Heil, das im Herzen der Verehrer wohnt
Shakti, in dichten Reihen mit Perlen und den neun Edelsteinen geschmückt, schmiegt sich an die linke Hälfte des berggleichen Shiva. Er ist der Dreiäugige, den man den Baum nennt, der Befreiung gewährt. Muruga, du gewährtest sogar ihm deine Gnade und Unterweisung.
Die dreiunddreißig Götter verehren deine Füße. Hari sandte den Pfeil aus, sodass die zehn Köpfe davonstoben; als Wagenlenker führte er Phalguna zum Sieg. Du bist die Wirklichkeit, die diesem grünwolkenfarbenen Herrn seine Furcht nahm. Gewähre mir das Shiva-Heil, das im Herzen deiner Verehrer wohnt.[157]
„Tittimiti, tittimiti, tikkukuku, tikkukuku; teyttatena, teytatatena, tenanāna, tikku!“ Mattalam, Idakkai und Tuti erklingen. „Tattataku, chechcharikai, chechcharikai!“ Dazu tanzt sie im Einklang mit dem Vater: die Tänzerin, Herrin der drei Welten, die neue Vollendungen gewährende Shakti. Du bist ihr gnädig geschenktes Kind.
Großer Herr von Kanakapadmapuri, der Stadt des goldenen Lotus, wo die hohen, fest gegründeten Häuser der Frauen mit schmaler Taille emporwachsen![158]
Shripurushamangai
968 – Die Wirklichkeit am Ende des Veda
Durch Kamas spielende Pfeile, durch die glänzenden giftigen Augen der Frauen und ihre kettenverzierten Brüste werde ich betört. Statt die Füße des ursprünglichen Guru gerecht und liebevoll zu verehren, verwelkt mein Sinn, leidet und lässt den Körper zugrunde gehen. Lass dies nicht geschehen.
Die fünf Sinne stehen wie Jäger da. Lass mich von ihrem Wirken und vom Wirken der vier inneren Werkzeuge zurücktreten, erkennen und Gnade empfangen. Komm, damit mein Durst endet, überwinde die Täuschung des Denkens und gewähre mir die höchste Wirklichkeit, die das Ende des Veda erfüllt.[159]
Neffe dessen, der Tatakas Brust zerschlug und das große Opfer des strahlenden Weisen vollendete! Ohne zu weichen ging er weiter, zerbrach den festen Bogen und verband sich mit der schönen Janaki. Danach verzichtete er in seiner Stadt auf die Krone und erhob das Wort einer Mutter über alles andere.
Dein prächtiger Pfau tanzt, sodass selbst Sheshas Häupter erzittern, Wind sich überall ausbreitet und die Götter voller Freude aufjubeln. Großer Herr in Shripurushamangai, wo Wolken in den wachsenden Hainen ruhen und rotgoldener Reichtum hervorquillt!
969 – Heile den bedrängten Sinn
Das wolkengleiche Haar löst sich und wogt, die langen Ohrringe bewegen sich im Einklang. Die jungen Frauen treiben das liebende Denken an; ihre beiden festen Brüste wie Krüge, Stoßzähne und Berge rücken vor wie zum Kampf, sodass die Herzen der Liebhaber erschrecken.
Man könnte sie nach ihrem Gebaren Äffinnen, Schlangen und Elefanten nennen; sie sind gleichsam die Glieder des körperlosen Liebesgottes. Durch das Netz ihrer Augen zerstreut sich meine große Einsicht, und ich leide. Komm und schenke deine Gnade, damit die Qual meines von Verlangen umhergetriebenen Sinns endet.[160]
Kanda, der mit bewegten, schön beringten Füßen herankommt! Du mit dem einzigartigen Pfau als Zeichen, erhabener Herr des scharfen Speers! Sohn der großen Uma, der den ihm begegnenden Hahn als Fahnenzeichen annahm! Leben von Sentil, wo du weilst, damit die Götter gerettet werden.
Großer Herr in Shripurushamangai! Wagen füllen die Kreuzungen der geschmückten Straßen; duftende, herrliche Blumen blühen kühl in hohen Hainen, und weithin leuchtende, erhabene Teiche liegen daneben.
970 – Die erworbenen Schätze nicht vergeuden
Wenn der sommerliche Liebesgott seine fünf Pfeile abschießt, leide ich. Zu den Frauen, die in jeder Straße stehen, komme ich mit dem Gedanken: „Jetzt ist die Zeit.“ Ich falle ihnen zu Füßen und spreche viele vertrauliche Worte, damit mein Verlangen gestillt werde.
Ich trinke den Nektar ihres Mundes, duftender als Honig, und versinke in ihren kühlen Brüsten. So bemühe ich mich nur darum, die erworbenen Schätze zu vergeuden. Soll ich ohne ein erreichbares Ziel weiter umherirren?
Neffe des wunderbaren Mukunda, der die Rinderherden trieb, die große Erde ausmaß und einst auf einem Banyanblatt schlief! Er ging in die Häuser der Hirten und rührte in Milch und Dickmilch; er ist der Herr des Veda.
Du mit der kostbaren Brust, an der das rehgleiche Mädchen erstrahlt, das die Jäger aufzogen und das die Götter preisen! Großer Herr, der in der großen Stadt Shripurushamangai wohnt, in der die mächtigen Veden erklingen!
Ilanji
971 – Komm, damit der Todesherr weicht
Ihre Hände sind Lotusblüten, ihre strahlenden Lippen Korallen, der Hals ist eine Muschel und die Augen sind Pfeile. Ihre Rede ist Zuckersirup, Zuckerrohr und Nektar; die Brüste gleichen jungen Kokosnüssen, ihr Gang dem einer berühmten Elefantenkuh. Mit diesem Jägermädchen eng verbunden, sodass ihre schweren Brüste an dich gedrückt werden und ihre kindlich süße Stimme erklingt, sitze gewiss auf deinem Pfau.
Komm, tilge die Taten, die neue Geburt hervorbringen, und lass den grausamen Todesherrn weichen.
„Kumara des Stromes, der wie ein altes Meer von Wellen erfüllt ist und in dem große Makara-Wesen miteinander kämpfen!“ So preist dich die Himmelswelt, und die Veden lassen ihren Ruf hören. Du kommst mit kleinen klingenden Fußschellen, und deine Füße werden verehrt.
Neffe des uralten Herrn von Tiruvarangam, der erbarmend im Meer ruht! Herr mit zwölf berggleichen Schultern! Großer Herr, der in Tiru Ilanji wohnt, wo herrliches Tamil leuchtet![161]
972 – Deine Gestalt mitten in der Verstrickung schauen
Die dichten Ohrschmuckblätter schwanken, Ohrringe, Muschelreifen und Ringe lösen sich. Das wolkengleiche Haar und seine Girlanden fallen herab. Die mit duftendem Rosenwasser versehenen Brüste schmiegen sich an die Brust; die pfeil- und fischgleichen Augen und der Leib röten sich.
Mit dem Saft der liebkosenden, kovairoten Lippen tauchen wir ins Meer der Betörung. Die mondhelle Kette löst sich, das Gewand an der kaum fadenbreiten Taille wird schlaff; Liebe wird gegeben, Leidenschaft strömt über, und ich versinke darin.
Gewähre mir gerade dann ohne Trübung den Anblick deiner mondhellen Gestalt, deiner Gesichter, deiner auf dem blauen Pfau ruhenden Füße, deiner schönen Schultern und klingenden Fußschellen.[162]
Shiva freute sich an Sundarars Lied und ging mit seinen heiligen Füßen als guter Bote. Mit ihm im Leib vereint tanzte sie: die wissende Shivakami, die in den Herzen der Diener wohnt, die dunkle Shankari, die bezaubernde Saundari, die schöne Sundari und Kali. Du bist der jüngere Bruder des Elefantengesichtigen, den sie gnädig gebar.
Du schleudertest den Speer und zerschmettertest Sura, sodass die Furcht Indras und Brahmas endete. Freudig weilst du auf dem schönen Pfau, du Sinn des Veda. Du heiratetest das herrliche, bezaubernde Mädchen, das im bewachten Hirsefeld wohnte. Vishakha, großer Herr in Ilanji, das dem Wort der Dichter nahe ist![163]
973 – Nicht an der Sehnsucht vergehen
Ich sehe das lange, wolkengleiche, von Bienen umschwärmte Haar; die Speere ihrer Blicke werden nach mir geschleudert. Ich drehe mich und drehe mich, ermatte und ermatte, sinke zusammen und werde verwirrt.
Die Schultern der Frauen begehrend überschreite ich jede Grenze, gehe umher, werde mager und kraftlos. Lass mich daran nicht sterben. Gewähre mir deine Füße mit den herrlichen Fußreifen und kunstvollen Schellen, dir, der gern leuchtende Kadamba-Blüten trägt.
Du schleudertest den Speer gegen den einen goldenen Berg, der sich feindlich entgegenstellte, und zerspaltetest ihn. Bräutigam der Rankengleichen, Tochter Purandaras, der dich preist, sich freut und dich tugendhaft verehrt!
Du mit der kostbaren Brust, die sich mit den erregten, kokosknospenhaften Brüsten des Mädchens vom weiten Hirsefeld verband. Großer Herr, der nach Ilanji kam und dort wie ein erfrischender Zufluchtsort wohnt![164]
974 – Komm heute zur erschöpften Liebenden
Am Abend kommt der körperlose Liebesgott und schenkt mit seinen Blumen neue Betörung. Der Nordwind erhebt sich, durchdringt alles und schleudert Feuer. Ehe diese zarte Ranke ihre Schönheit verliert, ganz abmagert und erschöpft zusammenbricht, musst du heute kommen.
Komm zur Umarmung ihrer vollen Brüste, damit lange gehegte Liebe weiter anwächst. Muruga, der mit dem Speer durch den Wald ging, sodass selbst Yama erbebte! Kumaresha, der mit dem Waldmädchen sprach, bis es errötete, und sich ihr voller Liebe zuneigte!
Du freust dich in Ilanji, das Haine umschließen und reifende Reisfelder umgeben. Großer Herr, der Sura besiegte, der aus dem Meer herankam und selbst die Sonne erschreckte!
Tirukkutralam
975 – Schneide die Täuschung ab
Ihr langes Haar mit großen Blütenbüscheln bewegt sich, und ihre Arme sind über den goldenen Schultern von glänzender Seide bedeckt. Sie sprechen verderbliche Worte, verlangen selbst nach einem kleinen Geldanteil, tanzen dafür und lassen einen auf die Leiter steigen, um sie dann zu Fall zu bringen – gänzlich trügerische Frauen.
Die wie Toren zu ihnen gekommenen Liebhaber versinken darin. Leiden des Körpers, des Windes und heftige Bauchschmerzen nehmen zu. Von Unreinheit behaftet und von Fesseln nicht freigelassen, gelangen sie in Yamas Stadt und fallen in die öde Hölle. Schneide diese Täuschung ab und gewähre mir deine liebevolle Gnade.[165]
„Tāṭuṭṭuṭ ṭūṭuṭu ṭīṭimi, ṭūṭuṭṭuṭ ṭūṭuṭu ṭāṭami, tānattat tānatana!“ So tönen gewaltige Kriegstrommeln. Geister und Pishachas stimmen ein und öffnen ihre Münder. Geschickter Held, du bestiegst den goldenen Pfauenschweif, sodass die Asura-Heere zugrunde gingen.
Großer Herr, du weilst in Kudal, Kaccalai, Siramalai, Kavai, dem goldenen Kazhi, dem strahlenden Velur, Kodai, Kachur und Karuvur und gehst auch durch das schöne Kutralam, umgeben von hohen, makellosen Verehrern, Menschen großer Askese und Tugend und Siddhas![166]
976 – Das Leben, das kein Feuer verbrennt
Es lässt sich durch das Hören des Veda nicht erfassen und durch gewöhnliches Erkennen nicht schauen. Es ist nicht einmal die kleinste Strecke von uns entfernt; doch selbst denen, die das Ziel suchen, ist es schwer, es unterscheidend zu finden.
Die Sonne kann es nicht versengen; selbst im heftigen Waldbrand verbrennt es nicht. Der Wind löscht es nicht aus. Es gleicht einer Blüte, deren Duft sich weithin verbreitet, und ist großes Licht. Doch den Bösen, deren täuschender Körper von hochmütigem Rausch erfüllt ist, bleibt es fern. Gewähre mir nun gnädig, mich beachtend, dieses große Leben.[167]
Du suchst den Sinn derer zu wandeln, die sich dem Töten verschrieben haben, und sagst ihnen liebevoll: „Dies ist böse, dies ist böse.“ Doch sie erkennen den Weg zum Heil nicht. Selbst wenn sichtbare, schwere Krankheit sie quält, weicht ihr böser Sinn nicht. Sie gehen fehl, wanken, und schließlich bezwingst du sie.[168]
Muruga, vor Liebe zu dem Mädchen wie von Sinnen, nahmst du die Gestalt eines Jägers an und kamst, um bei den Waldjägern zu wohnen. Großer Herr, der im schönen Kutralam umhergeht, umgeben von makellosen Verehrern und Siddhas von großer Askese und Tugend!
977 – Die Lotusfüße aufrichtig preisen
Die Augen der Frauen durchreißen gleichsam den Perlenschmuck an den Ohren, führen Krieg gegen Speere, röten sich und triumphieren im Lotusgesicht. Ihre jungen, weichen, schwellenden Brüste sprengen Brustband und Ketten; Perlenschnüre drücken sich ein, und Nagelspitzen schreiben ihre Zeichen darauf.
So gleichen die beiden aufragenden Brustberge den beschriebenen Palmblättern kunstfertiger Dichter. Soll ich täglich um sie kreisen? Gewähre mir deine Gnade, damit ich die goldenen Lotusfüße, welche die wahren Götter preisen, aufrichtig besinge.
Neffe dessen, der den König der Rakshasas besiegte und ihm das Leben nahm, sodass seine zehn Kopfberge abgetrennt hinrollten! Du erfreust den Höchsten, der das überzählige Haupt des Lotusgeborenen abschnitt und dem zornigen Sonnengott die Zähne ausschlug.
Die Büschel der Bananenfrüchte lösen sich, die reichen Segmente der Jackfrucht fallen in Trauben herab. Kayal-Fische springen auf, stoßen Perlen aus, und der kleine Fluss wühlt und wirft sie in seinen Strudeln umher. Großer Herr, der gnädig beim freudigen Herrn von Kutralam weilt![169]
Aykkudi
978 – Dieses Spiel des leidvollen Lebens beenden
Auch das große Leben stolzer Könige, die mit dem Schwert Heere vernichten und ihre Feinde vertreiben, gelangt in einem Augenblick an den Verbrennungsplatz. Das erkennen deine Diener; sie verlassen das häusliche Leben und erreichen das rettende Ufer.
Wie sie möchte ich mit einem festen Ziel auf deine Lotusfüße schauen und Ruhe finden. Dieser vom Karma zusammengefügte Leib nimmt viele geschmückte Gestalten an und spielt sein Spiel in stolzer Verwirrung und Bedrängnis. Kann dieses Spiel nicht endlich zum Abschluss kommen?
Wie eine giftige Schlange, die beim Auftreten zornig hochfährt, verfolgte der Tod den Knaben. Shiva streckte seinen langen Fuß aus und trat den furchtbar gestalteten Todesherrn. Selbst Shiva senkt vor dir sein gekröntes Haupt; der Donnerkeilträger und die Himmlischen werden deine Diener.
Beschützer von Aykkudi, du setztest den Sama-Veda kundigen Brahma in Gewahrsam. Mit deiner speertragenden Hand vermagst du die auf dem Meer tobenden Danavas und den Berg unter gewaltigem Getöse niederzuschlagen, o großer Herr![170]
Tirupputtur
979 – Vom schmeichelnden Lob zur heiligen Praxis
„Ihre langen Seitenblicke lassen junge Männer, die Kama mit dem Zuckerrohrbogen gleichen, staunen. Ihre schweren Brüste sind wie Elefantenstoßzähne, Krüge, reich mit neuen Edelsteinen besetzte Schalen, duftende Lotusblüten im Teich und junge Kokosnüsse, deren Blattscheiden vor ihrer Fülle aufbrechen.
Sie haben die Kraft, Berge niederzuwerfen, bedrängen die sehr schmale Taille und liegen eng an neuen Brustbändern und Schmuckschnüren.“ Solche Lobgesänge spreche ich täglich als ihr Diener, damit jede mich nach ihrem Gefallen beherrsche. Wann werde ich dieses niedrige Geschäft abwerfen und mein Leben mit Charya und Kriya erfüllen?
Dein Vater trat mit dem Fuß den Tod, sodass dessen Leib erbebte und er in der finsteren Welt niederfiel. Er trägt eine Kette aus Schädeln und Knochen der göttlichen Leiber. Er ist der feste Bhairava, der im Augenblick so gewaltig zum Gegentanz antritt, dass Kali erschrickt.
Er besteigt feierlich den Rücken des Stiers, dessen Wesen der Butterdieb ist, und kommt erschütternd heran. Seine Heere bestehen aus leuchtenden Geisterscharen und Dämonen. In seinem Flechtenhaar trägt er Pulai-Blüten, Mond, Konrai und weißen Arka. Du bist sein Sohn, Kumara, der im felderreichen Tirupputtur wohnt![171]
980 – Die leidbringende Tat hinter mir lassen
Mit Blicken, die Speere besiegen, zeigen sie den Schmuck an den Ohren und lächeln. Sie weisen auf ein Haus, lockern das Gewand, zeigen ihren Leib und biegen sich. Die kampfbereiten Elefanten ihrer Brüste werden gezeigt und wieder verborgen; sie führen ihre mächtige Täuschung vor und treten dem Nahenden wie einem Gegner entgegen.
Sie verwirren ihn, bis die Zeit verstrichen ist, verlangen den vereinbarten Preis und nehmen das Geld an sich. Dann bedrängen und vertreiben sie ihn. Wieder kommen sie, als litten sie selbst, und heucheln Liebe auf dem goldenen Blumenlager. Werde ich die schlimme Tat meines von Liebeskrankheit ergriffenen Sinns überwinden, die mich an diese töricht verführerischen Frauen bindet?[172]
Dein Vater ist der leuchtende Kapali mit dem Gift in der Kehle, der mit Parvati als seiner Hälfte tanzt. Er ist der Held mit dem gespannten Bogen und dem Feuer speienden Pfeil, der die Erde zu verschlingen scheint. In seiner dichten Flechtenkrone staut er den Ganga-Fluss, dessen weit blühender, kühler Strom sein Haar schmückt.
Die mächtigen, berauschten Bhuta-Heere preisen den edlen großen Herrn. Muruga, du kamst und erklärtest diesem Vater die berühmt offenbarte Bedeutung des Bewusstseins.
Herr von Vayalur, das Felder umgeben, in denen Sel-Fische, Garnelen und Kayal-Fische springen! Du mit dem Speer in der Hand, der den Veda-Kundigen liebevoll zugewandt ist! Unerschütterlicher, heiliger Herr, der in Tirupputtur wohnt![173]
Tiruvadānai
981 – Schenke mir Freiheit von erneuter Geburt
Wenn das Leben gegangen ist und der fleischliche Leib mit seinen inneren Krankheiten, einst kraftvoll und stolz, nutzlos verfällt, kommen die Menschen des Ortes zusammen. „Ach, ach!“, rufen sie, drängen heran, und unablässiges Wehklagen erhebt sich, bis sie vom Weinen erschöpft sind.
Sie legen ihn auf eine reich gestaltete Bahre und tragen ihn, bevor er zu riechen beginnt, zum Wald hinaus. Ohne Zurückhaltung legen sie ihn ins Feuer; er wird zu Asche. Gewähre mir deine Gnade, damit ich solche Geburt nicht mehr suche.[174]
Der wunderbare Herr tanzt auf den gefleckten Hauben der großen Schlange. Brahma lebt auf der honigtriefenden Blüte. Damit er, Vishnu, die Götter der acht Richtungen, alle acht großen Gebirge, die Asuras und die Himmlischen erhalten blieben, trank Shiva das herankommende gewaltige Halahala-Gift wie Nektar.
Vor diesem Herrn gewährtest du mit ehrfürchtiger Hingabe die Unterweisung des Jnana-Agama. Großer Herr, der beständig in Adanai wohnt!
Uttarakosamangai
982 – Den Nektar im weiten Raum der Erkenntnis kosten
Der wunschbaummächtige Gott der Erkenntnis, der Erste und Herr der himmlischen Heerscharen, nimmt süßen Zuckerrohrsirup, Appam, Nektarspeise, weißen Zucker, Milch, Honig, zartes Kokoswasser, die drei köstlichen Früchte und Hülsenfrüchte in seinen schönen goldenen Bauch auf. Du bist der jüngere Bruder dieses Elefantengesichtigen.
Vor deinen goldenen Füßen möchte ich mich verneigen und schön sprechen: „Du mit dem goldenen Pfau als Reittier! Du mit den dicht gereihten runden Edelsteinen der Fußreifen, den goldenen Ketten und dem klingenden Fußschmuck!“ In innerem Schmelzen will ich darüber nachsinnen und deinen kostbaren Ruhm besingen.
Werde ich so Shivas Zustand und den großen offenen Raum der Erkenntnis des Wirklichen erlangen und darin als meiner Zuflucht den Nektar kosten?
Streitwagen, Pferdescharen und Asura-Leichen häufen sich zu Bergen und bedecken die acht Richtungen. Blut wird rot wie die Abendwolken. Die Elefanten der Richtungen tanzen. Manche Pampai-Trommeln schlagen „tattana tāna, taṭuṭu“; die metallenen Trommeln und Becken tönen „takutoku“, und große Peri werden kräftig geschlagen.
Du mit dem geschleuderten Speer! Durch deinen wunderbaren Sieg gewannen die Götter ihre Stadt und den inneren Reichtum zurück und streuten schwere Blumen aus. Du mit der inneren Erkenntnis, mit dem Jägermädchen und der himmlischen Schönen, auf dem Pfauenross gegenwärtig! Kanda, großer Herr, der in Uttarakosha wohnt![175]
Rameshvaram
983 – Das Leben nicht erst im Verfall betrachten
Jung geworden, wachse ich schön heran und gleiche dem Liebesgott. Ich treibe Handel und Geschäfte, spiele in Verblendung meine Spiele, halte das nichtige Leben für beständig und werde mächtig. Ich suche Besitz, hohe Häuser und Hallen.
Zibetduft und Blumen beschäftigen mein Herz. Ich trage allerlei Duftstoffe auf, freue mich daran, werde betört, suche käufliche Frauen auf und kreise in ihrem Verlangen. Einige Tage vergehen.
Die Haut wird faltig, das Haar grau, die Augen blind. Beide Beine schwanken, das Gehör verändert sich. Die Wege zu Seele, Bindung und Herrn geraten aus dem Blick; das Glück wandelt sich, und ich gehe mit einem Stock umher.
Bauchschmerz, Ausschlag, Atemnot, heftiger Schmerz, Windleiden, Harnfluss, Auszehrung, Halsleiden, Fieber, Krankheit und verstopfender Husten umgeben mich. Mit Hämorrhoiden und Unreinheit riecht der Leib übel. Soll ich so zugrunde gehen?[176]
Junger Herr, du stießest Brahma, den ursprünglichen Viergesichtigen, nieder, weil er die Grundlage des „Hari Om“ nicht erläuterte. „Sage den Sinn!“, sprachst du und schlugst auf seine vier Köpfe mit dem Haarschopf, sodass sie erschüttert wurden.
Freund des Elefantengesichtigen, den zuerst die glückverheißende Göttin von Shivas Gestalt gebar, bei dem Herrn mit duftenden Konrai-Blüten im Flechtenhaar! Ruhmreicher Held auf dem Pfau, du heiratetest im bewachten Hirsefeld das wissende Jägermädchen aus dem dichten Wald.
Die schreiende Tataka, Subahu, die sieben großen Bäume, Vali, Nili, Baka, Viradha, das sich auftürmende Meer und Ravanas mächtige Scharen wurden im Kampf getroffen und zerschmettert. Der freudige Held sandte den feurigen Pfeil aus: der Herr mit dem gewaltigen Bogen, der Scheibe und der Muschel in der Hand, mit Shri auf der Brust, Hari, der König.
Die Veden rufen: „Du bist sein Neffe!“ Kumara, der in Rameshvaram wohnt! Großer Herr der Unsterblichen![177]
984 – Die Qual der endlosen Betörung beenden
Ich weiß nicht, wie ich deinen von den Himmlischen gepriesenen Lotusfüßen dienen soll. Stattdessen gerate ich ins Augennetz der Frauen und umarme sie auf dem weichen, gepolsterten Lager.
„Ist dies Honig? Ist es Zuckerrohrsirup? Was wäre ihm vergleichbar?“ So denke ich und suche Abermillionen Vereinigungen. In unstillbarer Betörung spiele ich im Schlamm des Schoßes, der wie eine Schlangenhaube gestaltet ist. Werde ich die daraus entstandene Qual nicht überwinden?
Du mit den beiden Füßen, die gegen Sura und seine Scharen vorrückten, die sich das Himmelsland angeeignet hatten! Du bestiegst das wilde, wolkenlaut rufende Reittier und trugst den Sieg davon. Held, Bräutigam des jungen Jägermädchens!
Wissender, du großer Einziger, der ohne Scheu dem Höchsten den lieblichen Sinn von Veda und Agama erklärte! Neffe Narayanas! Großer Herr, der im kraftvoll leuchtenden Rameshvaram wohnt!
Intambalam
985 – Die nektargleiche Erfahrung des Shiva-Yoga
Im makellosen Lotus erschallt der Muschelklang. Der seltene, verborgene höchste Raum leuchtet überall, und seine unverrückbare Wirksamkeit wird erkannt; doch niemand vermag dort sein innerstes Wesen zu ergründen.
Er ist Ursprung der einundfünfzig Lautzeichen, beginnend mit A, aller Welten, Flüsse und Welteneier. Morgenrotes Strahlenlicht erfüllt jeden Ort. Im Lotus des Turiya, der Anfang und Mitte ist, breitet der Mond seinen Glanz aus. Der Raum hat goldene Farbe und ein schönes kristallenes Tor. An der Spitze der Sushumna erfreuen sich die Fünf: Das ist der nektargleiche Shiva-Yoga.[178]
Lass mich diesen Zustand durch deine Güte auf wohltuende Weise erkennen. „Sohn Gauris! Kumara-Guru!“, möchte ich immer wieder rufen. Schenke mir jugendliche Kraft, damit reife, süße Hingabe wachse, und nimm mich gnädig zu deinen Füßen.
Timilai und viele Murutu-Trommeln tönen: „Tintin timittimita, ṭumuṭa ṭumuṭumuṭa ṭuṇṭuṇ ṭumuṭṭumuṭa, tikuṭa tikuṭatiku tintin tikurttikurta tikutītō! Chekaṇa chekaṇacheka chemchem chekakkaṇa!“ Die Siegesmuscheln lassen ein gewaltiges Brausen hören, sodass die Häupter der Weltschlange und die Welteneier aufzuspringen scheinen.
Auf dem Kampfplatz der Asuras sammeln sich die Unsterblichen und streuen Blumen. Die wunderbare Hahnenfahne gedeiht überall. Du schleuderst den Speer, damit Hari, Brahma, die Weisen und die Welten gerettet werden.
Du umarmst Haris Tochter, sodass ihr Leib mit den Brüsten an dir geborgen ist; ihr schönes Gesicht und ihre Schultern liegen dir nahe. Du schenkst die Freude der Vereinigung und freust dich selbst. Großer Herr mit dem wunderbaren Pfau und dem Speer, der in Intambalam glücklich weilt![179]
Ezhukarai-Nadu
986 – Das vollkommen ungeteilte Wirkliche
Lass mich ohne Falschheit auf dich schauen, vor Liebe schmelzen und dich preisen, während sich Tränen in meinen Augen sammeln. Tag und Nacht möge die Liebe immer weiter wachsen, ohne mich nach etwas anderem umzuwenden.
„Kumara, der die begehrte Kura-Girlande trägt! Muruga, der Sechs-Silbige! Saravana! König, der an den Brüsten der Krittikas trank!“ So möchte ich singen, mit stockender Stimme verehren, immer wieder weinen und ganz dein Diener werden. Würdest du mir nicht das vollkommen ungeteilte Wirkliche schenken?[180]
Du bist das Leben, das Parvati, Bhagavati, schenkte, die von Pashupati verehrt wird. Dieser weist den höchsten Weg, besitzt kunstvolle, berggleiche Macht und kämpfte mit seinem Auge, bis Kama, Shambaras Feind, fiel.
Siegreicher Speerherr, das tosende Meer geriet in Brand, die Nachtwanderer schrien, und die sieben Berge hallten wider. Du siedeltest die Götter wieder vollständig in ihrem Himmelsland an. Herr der Bewohner von Ezhukarai-Nadu!
Odukkattu-Serivay
987 – Den verstrickten Sinn ablegen
Geübt in streitbaren Worten reichen sie täuschende Arzneien und grüne Blätter. Sie ziehen den Menschen an sich; durch die heimlichen Listen von Kamas Liebeslehre zermalmen und schmelzen sie selbst steinharte Herzen. Sie genießen und betrügen, verwirren ihre Bewunderer in der Stadt und sprechen arglistige Worte.
Ohne wirkliche Achtung schlingen sie die Arme um den Hals, täuschen Nähe vor, lachen vertraulich und zeigen die Betelspuren an den Zähnen. Sie nehmen den Besitz aus der Hand, prüfen Farbe und Güte von Edelsteinen, reiben Gold auf dem Prüfstein, ermitteln Fehler und Wert und rechnen, während sie Zeit verstreichen lassen. Dann beginnen sie Streit und schaffen Verwirrung. Werde ich den nichtigen Sinn ablegen, der sich mit ihnen verstrickt?[181]
Du drängst die feueräugigen, betrügerischen, stumpfen Rakshasas zusammen, zermalmst sie und vernichtest sie im Augenblick. Du umarmst die goldenen Brustberge der Jägerin.
Der wunderbare Vishnu lässt sich von tamilkundigen Gelehrten fesseln und liebt den tiefen Sinn ihrer kunstvollen Dichtung; auf der Schlange ruht er zwischen den Wellen. Du Meer des Erbarmens umarmst mit deinen Schultern die goldene, rehäugige Ranke, den Kuckuck aus edlem Geschlecht. Neffe Achyutas, der seine Hand in den aufgehängten Buttertopf streckt!
Du erschienst als Chetti, um die Wahrheit auszusprechen, würdigtest das vielfach entfaltete dreifache Tamil und weilst mit Meistern der vier Dichtungsarten in Odukkattu-Serivay, o großer Herr![182]
Kamattur
988 – Lass die Liebende nicht wie eine Blüte verbrennen
Die honigreichen Blumenpfeile aus Kamas Zuckerrohrbogen treffen den Leib, ohne ihr Ziel zu verfehlen. Die schöne Mondsichel ist weiß wie Milch und doch voller Gift. Lass die nach Liebesgenuss Verlangende nicht auf ihrem Lager wie eine Blüte im Feuer versengen.
Vereine dich mit ihr in Fülle, damit sie an deinen Füßen, dem Ort ersehnter Liebesfreude, aufblüht und weiterlebt.[183]
Du bestiegst den Pfau und kämpftest mit dem Speer, sodass Sura im Meerwasser zugrunde ging und floh. Du mit der gefiederten Hahnenfahne, deren Ruf den leuchtenden Morgen ankündigt! Guter Kumaresha, voller Freude an Valli mit den zuckersirupsüßen Worten! Göttlicher großer Herr, der als reiner Knabe in Kamattur auf Erden wohnt!
Mulvay
989 – Tritt auch in mein leidendes Herz ein
Die Frauen, ihre Kinder, Menschen aus meiner Heimat und die Verwandten versammeln sich, gehen einzeln umher und reden vielerlei. Unsichtbar im Himmel wartet Yama; er kennt den Tag der Schwäche, an dem das Leben sich aus diesem Leib auf Erden zurückzieht. Komm, ehe mein Leben scheidet.
Trage deine goldenen Schellen und Fußreifen, die dreifache heilige Schnur und die Kadamba-Girlande. Wie du in den Herzen der Wahrhaftigen wohnst, so höre auch die Worte, mit denen ich, der Schlechte, mich verneige und bitte. Tritt schön und gnädig auch in das kummervolle Innere dieses niedrigen Hundes ein.
Du reichst den Liebenden, die dich lange verehren, deine Hand, damit sie das goldene Himmelsland erreichen. Dein Onkel ist der Wolkenfarbene auf der Schlangenliege: Er setzt die Muschel an den heiligen Mund und bläst ihre vielen Weisen, sodass die Götter staunend stehen bleiben, als erklängen daraus alle heiligen Schriften.
Als träte Kama zuerst vor, prüfte das Ziel seines Zuckerrohrbogens und begänne den Kampf, so richten sich die mit festen Bändern geschmückten Brüste der Frauen auf. Wahrhaftige Frauen kommen und verehren dich. Großer Herr, der in Mulvay leuchtend gegenwärtig ist![184]
Vakai
990 – Die Liebe, die sich Valli zuwendet
Ihre Worte sind wie Zuckerrohr aus der Presse; ihre Augen sind das tödliche Halahala-Gift, das den Menschen durchbohrt. Heftige Liebe ergreift mich zu den begehrenswerten Frauen: zu dem Klang, mit dem sie rufen, zu den schweren, mit Ketten geschmückten Brüsten, zu den schönen Ohrringen mit Blattornamenten.
Ihr Gang gleicht dem Elefanten mit Stirnschmuck, ihre Taille neigt sich zur Seite. Betört begehre ich das aus dem sündigen Körperglied strömende Nass und kreise darin, als wäre es geklärter Trank. Soll ich so im Verlangen umherirren?[185]
Du wendest dich dem Jägermädchen mit den Armreifen zu und schenkst ihm grenzenlose Liebe. Du gewährst das verlangte Zusammensein, zeigst deine dauerhafte schöne Gestalt und versicherst erneut deine Wahrhaftigkeit.
Auf ihrem Hochstand ordnest du das mit Girlanden geschmückte Haar, hältst ihre Füße, trinkst den Nektar ihres Mundes und umarmst ihre schönen Schultern, bis die Liebesqual endet. Großer Herr, der die Stadt Vakai liebt, deren hohe Haine den Himmel berühren!
Visuvai
991 – Schenke mir deine Füße in Liebe
Sie scheiteln ihr dicht gewundenes Haar, schmücken es schön mit Blumen; ihre strahlenden Gesichter überwältigen, ihre Brüste wiegen sich: Lass mich nicht in das Netz dieser verführerischen Frauen fallen, den Verstand verlieren und erschöpft zusammensinken. Schenke mir in Liebe deine beiden Füße, vor denen die Unsterblichen freudig die Hände falten und sich verneigen.
Du Mächtiger warfst deinen scharfen Speer voll Zorn und zerschmettertest den Berg, sodass er zusammenbrach. Speerträger, du kommst zu der jungen Kuravafrau mit ihren süßen, feinen Worten, und ihre Brüste schwellen vor Freude. Murugan, dich hat der Stierherr gezeugt, der duftende Konraiblüten und Arukagras trägt. Großer Herr, du strahlst in Visuvai, wo Haine voll duftender Sandelbäume leuchten.
Allgemeine Lieder – Pothu Patal
992 – Verehrung dem grenzenlosen Bewusstsein
Du Erkenntnis, du eigenschaftsloses Erkennen: Verehrung, Verehrung! Herr, ungeteilter, gestaltloser Herr: Verehrung, Verehrung! Du Wesen aller vollendeten Künste: Verehrung, Verehrung! König, Schwager des Königs mit den fünf Pfeilen: Verehrung, Verehrung! Du mit Nipa-Blüten an deinen Füßen: Verehrung, Verehrung! Beschützer des Himmels voll Wonne: Verehrung, Verehrung! Junger Herr des großen dreifachen Tamil, der die Sangam-Versammlung besteigt: Verehrung, Verehrung! Vel, den die drei Veden erkennen: Verehrung, Verehrung! Leben der drei lebenden Welten: Verehrung, Verehrung!
Statt so zu sprechen und vor deinen Lotusfüßen niederzufallen, versinke ich im großen Meer der sieben Geburten. Darf ich denn unablässig im Strudel der im Geist entstehenden Täuschung umhergeworfen werden?
Sohn des Herrn, der im Wald mit singenden, tanzenden Vetalas tanzt, Sohn der Bhagirathi! Meer des Erbarmens! Gemahl der Devasena, der Tochter dessen, der auf Wolken fährt! Herrlich auf dem Pfau, Herr des Ursprungs, girlandengeschmückter Kumaresha, Vishakha, du Gütiger von Korallengestalt mit sechs Lotusgesichtern! Du Meister der Veden, der mit Brahma sein Spiel treibt, der mit der Lakshmi der Jäger spielt! Held der großen Berge, du Mächtiger, ganz Achtsamer, Held von ungeteilter Tapferkeit! Strenger Krieger, Urgrund, Standhafter, Furchtloser, tapferer Schöner, Liebling Vinayakas, mit dem Speer Bewaffneter, Herr der Götter![186]
993 – Wann wirst du mich zu dir nehmen?
Ich Nichtsnutz verstehe das vorgetragene dreifache Tamil nicht; ich bin von quälender Liebesleidenschaft entstellt, von Begierden erniedrigt und irre mangelhaft umher. Ohne die Vereinigung mit dem inneren Lenker streife ich als Gespenst des Verlangens umher, der verblendetste aller Toren; ich suche nicht die heilsame Askese und gehe zugrunde. Ich Heuchler sinne nur auf sündige Tötung, selbst von Anril-Vögeln; ohne ein wenig Gerechtigkeit suche ich Gesang und Schauspiel. Unter allen Sündern bin ich ein Verräter an Frauen. Auf der Erde mühe ich mich ab und wandere umher, voller gewaltigen Zorns und Gier, ein närrischer Nichtsnutz, dessen Haus zugrunde geht. Ich lebe im Fangnetz der Bindung: An welchem Tag wirst du mich als deinen Eigenen annehmen?[187]
Ursprünglicher, von wahrhaft guter Gesinnung: Verehrung, Verehrung! Du mit dem goldenen Dreizack: Verehrung, Verehrung! Jüngling, der liebevoll Gnade gewährt: Verehrung, Verehrung! Liebling dessen, der einst zur Schildkröte wurde: Verehrung, Verehrung! Honig des weisen dreifachen Tamil: Verehrung, Verehrung! Du, den der Vedische schwer erkennt: Verehrung, Verehrung! Der du in der Halle zu „tōti tittimi tītā“ tanzt: Verehrung, Verehrung! Wunderbare Gestalt der Veden: Verehrung, Verehrung! Herr der von Kummer Freien: Verehrung, Verehrung! Du mit dem Fuß, der den Boten des Dharmaraja zermalmt: Verehrung, Verehrung! Herr, wahrer Guru und Herr: Verehrung, Verehrung! Weltlicht im Licht, Herr der großen Götter![188]
994 – Verehrung dem Leben in der Fülle
Kundiger der Veden, Herr: Verehrung, Verehrung! Großer Held mit dem mächtigen Speer: Verehrung, Verehrung! Du, der die furchtbare kreisförmige Schlachtordnung führt: Verehrung, Verehrung! Du mit den herrlichen, mächtigen Lotusfüßen, Bindu und Nada: Verehrung, Verehrung! Du mit tiefblauen Kutalamblüten: Verehrung, Verehrung! Du auf dem Pfau, der einer Wolke gleicht: Verehrung, Verehrung! Großes Bewusstsein, das mit ungetrennter Erkenntnis eins ist: Verehrung, Verehrung! Du, der selbst die Elemente und alles andere geworden ist: Verehrung, Verehrung! Du lebst in der Fülle: Verehrung, Verehrung! Du wohnst auf allen hohen Bergen: Verehrung, Verehrung! Du mit zwölf langen Schultern: Verehrung, Verehrung! Du mit der großen, geschmückten Brust: Verehrung, Verehrung![189]
Die Göttin der Zunge auf dem Lotus, die schöne große Göttin auf den roten Blütenblättern, Pulomaja und die Schar der sieben mächtigen Mütter stehen täglich vor ihr, beugen sich und rufen: „Vedenkundige! Furchtbare, Leidenschaftsfreie! Mächtige Große mit der Vina in der Hand! Du wohnst herrlich auf dem großen Meru! Du hast Anteil an Shiva, du salbst deine Glieder mit Wohlgeruch! Ursprüngliche Shakti, Sama-Devi, Parvati, Nili! Geschmückt mit langen Schlangen, deren Hauben gemustert sind! Mutter, Ewige, Erhabene mit der Haarkrone!“ Du herrlicher Sohn dieser verehrten Arya: Verehrung, Verehrung! Du mit dem großen Namen, der Sura erschlug: Verehrung, Verehrung! Leben der Vedengelehrten: Verehrung, Verehrung, unser Herr![190]
995 – Das Leben nicht achtlos verstreichen lassen
Das höchste Ziel bewahrt und rettet die Seele; darin liegen die Ziele des Menschen. Doch ohne die höchste Wirklichkeit zu erkennen, lasse ich mich auf Elefanten und Pferden von vielen Heeren feiern, irre durch Häuser, zahlreiche Länder und Wälder; ich schmelze für Frauen dahin, bin bei immer neuen Tänzen und Liedern, tauche an ihre Brustberge, denen Blumenduft stets anhaftet. Mit Genießen, Vergnügen und Liebesstreit lasse ich mich vom Spiel des Lebens ablenken, verbringe so Tag und Nacht. Darf ich auf diese Weise meine Zeit vergeuden und meinen Körper verlassen?
Gott, der du dem höchsten Reinen, der mit der Göttin Parvati vereint ist, die einzigartige, über das Wachen hinausführende Einweihung samt ihrer Prüfung vollständig lehrst! Strahlende Sonne, du Schöner, der die vier Dichtungsarten singt, freigebiger Spender der Befreiung, Lebensschatz der nachts leuchtenden Krittika-Mütter! Zwölfäugiger, der die Zuflucht Suchenden mit Gnade überströmt, du Sechssilbiger! Du Mächtiger mit dem scharfen Speer, der Meru niederwarf! Held, du ließest die Rakshasas aufschreien und den Herrn der Veden verstummen; du schleudertest deinen Speer, sodass das Meer aufbrüllte, großer Herr![191]
996 – Die Worte des Gurus erkennen
„Als das Eine und als das Viele, als die Wonne Shivas, als Klarheit: Dies ist Shiva!“ Die Worte des Gurus verstehe ich nicht. „Für die sieben Welten bin ich ein Tiger!“ So überhebe ich mich, steige stolz auf Pferd, Wagen und Elefant und spiele den König. Bevor ich durch das Verlangen nach Frauen, das nicht einen Augenblick nachlässt, erschöpft zugrunde gehe und diesen elenden Leib verliere: Gewähre mir die höchste Wahrheit, du Gepriesener, der den Suchenden das Licht zeigt und Achyuta, dem Herrn, Gnade schenkt![192]
Mit einem einzigen Wort der Erkenntnis wurdest du zum höchsten Guru des Herrn, der dem auf der Schlange Schlafenden und dem Brahma genannten schwer zugänglich ist. Du Lebensfülle, die den Dichtern, die immer wieder sehnsüchtig zu dir kommen und dich betrachten, gnädig den höchsten Stand gewährt! Du steigst auf den Pfau, der schnelle Schlangen schlägt, und führst deinen Speer: Der gewaltige Feind wird vernichtet, die Berge stürzen. Die Bewohner der oberen Welt bringen Blumen, verneigen sich und rufen: „Speerträger, sei gepriesen!“ Du schleudertest den Speer, dass das Meer aufbrüllte, großer Herr!
997 – Gib mir die Kraft, deine Füße zu verehren
Die Augen dieser rehgleichen Frauen reichen bis an die weichen Ohrgehänge und kämpfen dort; sie gleichen langen glänzenden Kayalfischen und Speeren, die das kostbare Leben rauben. Lass meine Seele nicht umhergetrieben werden: Verliebt in ihre List erkenne ich ihre Rede nicht und gerate in die brennende Qual, mit der vergangene Taten mich umgeben.
Freigebiger Kumaresha auf dem Pfau, der sich auf die mit wilder Haube tanzende, vom Wind lebende Schlange stürzt und sie verletzt! Vel mit zwölf Armen! Gib mir die Kraft, in deiner alles erfüllenden Gnade deine Füße zu verehren. Lebensfülle, Ursprung ohne Niedrigkeit, schenke mir, diesem elenden Hund, dein Leben spendendes Erbarmen.
Die eilende heiße Sonne, der Mond, das Weltall des Zeitalters, der Berg Lokaloka, der hochragende Mandara und die vielerlei Götter verehren deine Füße. Du Vel des Lotusgeborenen! Du wirfst deinen Speer durch die Brust Suras im Meer mit seinen weißen Wellen, dem Wohnort des liebevollen Mal.[193]
Du nahmst die Gestalt eines Jägers an. Auf dem festen Feld der Jäger, die wie jagende Elefanten und wilde Tiger sind, warst du der jungen Frau ganz in Liebe ergeben und sagtest: „Du mit dem weichen, wolkengleichen Haar, höre jetzt! Du allein bist meine andere Zuflucht!“ So nutztest du die rechte Stunde, unser Herr, großer Herr der Himmelsgötter!
998 – Der innere Tempel und die göttliche Mutter
Auf dem schön angeordneten Lotus mit vier und zwei Blütenblättern ist der Strahlende, der wie eine junge Sonne erscheint; darüber der Herr, der die Welt verschlang, die Stütze des Lebens; ferner der Urgrund von Yoga und Mantra. In der Mitte ist die herrlich leuchtende Gestalt, die sie suchen. Darüber liegen der Sitz des göttlichen Spiels und das große Juwelengemach, das die Schriften kennen, und dort erglänzen Abermillionen Strahlen. Du bist in die weite Halle hinaufgestiegen, in der Weihrauch sich verbreitet und Lampen leuchten: Heldenweiser, heldenhafter Lehrer, löse meine Tatenbindung![194]
Sie trägt das Gift in der Kehle, ist die herrliche Modi, die jugendliche Kumari, die goldfarbene Pingala, in vielerlei Ländern gegenwärtig, bezaubernd und glückverheißend, Herrin von Welt um Welt; allen Lebewesen begegnet sie in lebendiger Freude. Mutter, Erhabene, ursprüngliche Ambika, die Wissende! Abhirami, die in der Halle zu tanzen begehrt, wenn der Himmlische tanzt! Vernichterin der Zeit, Gute unter den Guten, Dreizackträgerin, Sprecherin der schönen Sprache der Mantras! Dunkelkehlige, Schädelträgerin, Girlandengeschmückte, Kalyani! Sie schaut das Spiel der Liebeslehren, sie ist die Schrift des Vama-Tantra, die strahlende Shivakamasundari. Du bist ihr Lebensschatz, großer Herr der Götter![195]
999 – Wann werde ich dich wissend preisen?
Der den Lotus nie verlässt und die vier Veden verkündet, und der sich am Vogel und an der Schlange erfreut, vermögen ihn schwer zu erkennen: Er ist die hohe rote Feuerflamme, die den großen Himmel erfüllt, von unvergänglichem Ruhm, der seltene, herrliche Shiva. Damit jener den Weg erkennt, schenkst du ihm voll Zuneigung Gnade; so wirst du als großer Guru und Herr gepriesen.
Möge meine Zunge deine heiligen Füße bedenken! Wird ein Tag kommen, an dem auch ich, dein Diener, verstehe und dich preise, die vielen Freuden des Singens erlesener Dichtung erblicke und damit mein Sehnen erfüllt sehe?[196]
Die Augen der Kuravafrau reichen bis zu ihren Ohren und streiten dort wie Kayalfische; ihre fruchtgleichen Lippen sind süß, ihr dichtes Haar ist wie eine Wolke, ihre Brüste sind Berge, ihre Hüften tragen das Gewand, ihre Ohren dichtes Blattgeschmeide. Durch all dies lässt du dich verwunden. „Dies ist das Mittel!“ sagst du, und wandelst allein umher, dein Herz gebeugt und in einem Zustand, der Mitleid erweckt.[197]
Großer Herr, du stießest deinen festen Speer mit solcher Kraft vor, dass damals das Meer in Brand geriet und die Asuras untergingen!
1000 – Die Gnade, die Welten wieder bewohnbar macht
Auf dem Hochstand bewachte die Herrin die üppige Hirse der Jäger. Von den Pfeilen ihrer Augen getroffen, verlorst du deine Sicherheit; dein Körper erschlaffte und schmolz dahin. Voll Liebesnot betratest du zur rechten Stunde das Feld: Von dieser deiner wunderbaren Macht singen die Dichter und rufen es laut, damit das ganze Land es hört. Du nahmst sie liebevoll unter deinen Schutz und ließest sie an deinen beiden Füßen, die alle vierzehn Welten preisen, duftende Kadambablüten darbringen. Herr von solcher Macht, wird auch mir einmal die große Askese zuteil, dich zu suchen?
Der Hirt stellte den goldenen Mandara so fest ins Wasser, dass er nicht wankte; er nahm die Schlange mit tausend furchtbaren offenen Mäulern als Seil, quirlte das Meer, gewann den Unsterblichkeitstrank und stillte gnädig den großen Hunger vieler. Und der Held bog einst den gewaltigen hohen Nordberg zum Bogen, sodass die Festungen verbrannten. Beide priesen dich: „Du Lebensfülle, die uns unsere Last abnimmt!“ Du vernichtetest das Geschlecht der trügerischen Rakshasas, befreitest Vasava aus harter Gefangenschaft, gewannst seine Stadt und alles Übrige zurück und siedeltest die Bewohner wieder in der Himmelswelt an, großer Herr![198]
1001 – Ist dies ein gutes Ende?
Die glänzenden fischgleichen Augen scheinen beide Ohrgehänge aufzuschlitzen; ihre Worte wecken Begehren wie Musik. Ihr duftendes Haar macht alles dunkel; Hüften, Gang, die in Liebe süß werdende Lippe, Lächeln und die Schönheit junger, nach Moschus duftender Brustberge ziehen mich an. Von solcher Verblendung erfüllt, wage ich alles und unterwerfe mich, ohne dass mein Verlangen sich legt. Ich Unglückseliger versinke im Schlamm des Liebessehnens; Krankheit kommt heran, um ihren Tanz aufzuführen. Wenn Yama schließlich mein Leben fortträgt, jammern und weinen die einen, die anderen erschöpfen sich oder mühen sich ab. „Nehmt den zerfallenden alten Leichnam!“ Unter dem Lärm einer Trommel trägt man mich zum brennenden Bestattungsplatz. Ist das ein gutes Ende?
Jener Mächtige riss den unter allen Bergen unvergleichlichen Berg hoch, dass dessen Bewohner bebten und verstört wurden. Seine zehn riesigen gekrönten Köpfe und zwanzig Arme mussten fallen, als der Herr einen einzigen Pfeil abschoss. Derselbe Herr ist die Wolke des Erbarmens, die dem brünstigen Elefanten half, als er im Teich um Hilfe rief. Furchtlos trank er Milch und Leben der Dämonin, als wäre es Nektar. Der Unvergleichliche wuchs empor und maß mit seinen beiden Füßen alle sieben Welten aus: Du bist der heilige Neffe dieses Hari![199]
Du großer Herr kannst deinen Speer schleudern, sodass die Körper der Asuras sich winden, das wogende Meer ganz aufgewühlt wird und der nördliche Gipfel samt den übrigen Bergen zerbricht und zu Staub zerfällt!
1002 – Löse mich aus der Erniedrigung
Kichererbsen, Bohnen, Straucherbsen, Sesam, Reisflocken und Puffreis, Sukhiyan und Vadai, Zuckerrohr, köstliche Bananen, reife Früchte vieler Arten: All diese guten Dinge werden ihm wohlschmeckend dargebracht. Die vom Meer umgebene Erde soll mit ihren Schösslingen gedeihen; beim Lob und der Speisung freut sich das Herz, und er gewährt voller Mitgefühl heilige Gnade. Der brünstige Elefant lässt die Gaben in seinem großen gewölbten Bauch Platz finden. Du kommst nach ihm, sein jüngerer Bruder: „Muruga, Shanmukha!“ So sollte ich mit gefalteten Händen, mit Tränen in meinen Lotusaugen, vor dir niederfallen. Stattdessen irre ich unter dem Schmerz grausamer, lang wirkender, schwerer Taten in Armut und Erniedrigung umher; ich versinke und verfaule in der Grube der Frauen. Wird diese Art zu leben denn nicht enden?[200]
Du drängst in das weite Meer vor. Der Tod erschrickt, Sonne und Mond fürchten sich; die Erde bebt mit „neṟu neṟu neṟu“. Die grausamen Häupter der nächtlichen Dämonen krachen „caṭa caṭa caṭa“, die Gipfel der Berge dröhnen „kiṭu kiṭu kiṭu“. Dein unvergleichlicher Speer strahlt wie Sonnenlicht. Dein grün schimmernder, tanzender Pfau ist dein schnelles Ross und umrundet die Welt mit gewaltiger Eile. Du Herr mit Lotusfüßen! Die Flüsse rauschen „kumu kumu“, und die Weisen bringen duftende Blumen und rufen „Hara, Hara, Hara!“ Damit die Gefangenschaft der Götter endet, wuchsest du auf einer honigduftenden Blume im Saravana-Teich heran, schöner großer Herr!
1003 – Schenke mir ein Wort, das trägt
Sie legen Stoff über ihre lotusknospengleichen Brüste: wunderliche Stolze, Törichte, Betrügerinnen. Sie umschlingen mit dem Netz ihrer streitenden Augen, schenken ein Lächeln, das junge Männer wie Wachs im Feuer schmelzen lässt, treten auf vielerlei Weise auf, als seien sie einzig für einen da, und stürzen ihn in einen Abgrund. Diese verderblichen Diebinnen suche ich auf.
Die großen Träger guter Eigenschaften gewährten mit nektargleichen Worten den Stand der Askese. Doch ich verstehe es nicht, den Sinn ihrer Rede aufzunehmen, ihrer Lebensweise zu folgen, zu üben und mich zu bemühen. „Ein Tor, ein Unwissender, ein niedrig Geborener ist er!“ So sprechen die Verwandten und alle Menschen über mich. Dass ich, dein Diener, dies erdulde, ist nun schwer: Gewähre mir eine Wahrheit, die trägt![201]
„Timita timitimi ṭama ṭama ṭama“: So wird die Damaru in seiner hoch erhobenen Hand geschlagen. „Teṉaṉa teṉateṉa teṉa“: So vollzieht sich der Tanzschritt. Die Weisen schmelzen in Shiva dahin, rufen „Hara Hara“ und verehren die mit Tanzfußringen geschmückten Lotusfüße des Meisters, der täglich tanzt. Du bist der Sohn jener, die an seiner linken Seite wohnt!
„Kumara, Saravanabhava, Spender von Kraft! Du schöner Jüngling von unvergleichlicher Rechtschaffenheit und Gelehrsamkeit, höchster Guru!“ So gepriesen kommst du auf einem Pfau. Auf dem Wachstand im Hirsewald, den die Kuravas angelegt haben, ist ihre Tochter; ihre wachsenden Brüste, Bergen und Lotussen vergleichbar, zeigen die Blässe der Sehnsucht. Du hast die schöne Kuravatochter liebevoll umarmt, großer Herr!
1004 – Sprich die Wahrheit unmittelbarer Erfahrung
Fleisch, Blut und Fett drängen sich zusammen; dunkle Würmer und Ungeziefer fließen aus diesem verwesenden Körper, dieser kleinen Hütte, die zuletzt auf den Verbrennungsplatz kommt. Alle Werkbeflissenen hegen sie; die aneinander hängenden Religionsanhänger und einige, die Dienst und Ritual als Askese bezeichnen, gehen den Weg eines noch unreifen Erkennens. Lass deinen Diener diesen Weg nun hinter sich lassen.
Sprich ein einziges Wort, das mich erreicht und erkennen lässt: „Dies ist die Wirklichkeit!“ Lass beide Arten von Karma enden, die Unreinheit enden, Nacht und Tag enden, mein und dein enden. Erkläre offenbar jene Einzigkeit, die unmittelbare Erfahrung süß werden lässt, jene Errungenschaft, welche selbst das Ende der Veden nur schwer endgültig bestimmt, jene Größe, in der Zweiheit zur Einheit wird![202]
Der König der Berge schenkte sie als seine heilige Tochter; die sieben reinen, makellosen Mütter verehren sie. Gnädig wohnt die Herrin in Arunai, Abhirami, die Schuldlose, Erfahrung selbst, immer Erbarmende, stets Neue, die Uralte, die alle sieben Bereiche von Atala an in ihrer Ordnung entstehen ließ. Du bist das junge Kind, das sie geschenkt hat!
Deine Herrlichkeit gab dem strahlenden Pashupati zur Freude das eine Wort des Schweigens. Die Frau aus dem Geschlecht der Götter und die Tochter der Waldbewohner sind bei dir, dazu der scharfe Speer und der Pfau. Gelehrsamkeit, die das Wesen der Dichtung kennt, süße upanishadische Dichtung, Freigebigkeit und Mitgefühl, Gestalt, Jugend und Fülle machen dich schön, großer Herr!
1005 – Alle deine Namen aussprechen
Dein unvergleichlicher Pfau spielt so mächtig, dass der hohe Nordberg zerbricht, die sieben Berge knirschend zermalmt werden, die dicht gedrängten Häupter des alten Schlangenherrschers aufreißen und die Erde erbebt. Dein Banner lässt seinen Ruf erschallen. Dein Erbarmen, deine gegenwärtige Größe, deine Farbe, Jugend und Fülle, deine beiden Füße und deine Krone aus Nipablüten will ich besingen. Deine starken Schultern umarmen die schwellenden Brustberge der jungen Waldtochter, deren rankengleiche Hüfte sich beugt: knospenhaft, vom Schauer der Freude aufgerichtet, nach Moschus duftend. Du trägst Kuravablumen, an denen die Bienen „moku moku“ summen. Wird ein Tag kommen, an dem ich mit Dichtung fehlerlos all deine Namen ausspreche: „Murugan, Sechsgesichtiger“ und alle anderen?[203]
Grausame mörderische Dämonen fallen samt ihren mächtigen Leibern, Ströme von Blut rauschen „kumu kumu“, als sprängen sie in mannigfachen Tanzrhythmen empor; Brahma flieht. Das Innere des donnernden Meeres wird aufgerissen. Der riesige Baum brüllt „moḷu moḷu“ und fällt mit seiner Wurzel um. Der hohe Berg namens Krauncha wird durchbohrt, als du deinen strahlenden Speer entsendest!
Herr der einzigartigen Devasena, zu der der Herr mit dem blitzenden, scharfzackigen Vajra gehört, mit seinem weißen Elefanten, der große Futterballen frisst und an dessen gewaltigen Schläfen Brunstsaft fließt, und mit seinem goldenen Land! Höchster Guru, Saravana, Vielgesichtiger! Die heilige Himmelsganga und die sechs Frauen sagen: „Mein Kind!“ Uma schenkte dich, großer Herr der Unsterblichen![204]
1006 – Wird mir Shivas Stand zuteil?
Nicht einmal im Maß eines Hirsekorns denke ich daran, mit anderen zu teilen. Ich habe kein Erbarmen, keine Stimme, die deine Berge Arunai, Tiruttani, Palani, den Guru-Berg, den kühlen Berg und viele weitere Berge besingt und preist. Ich bin an trügerische, verletzende Rede gewöhnt, ohne Schönheit, Herkunft, Güte, Hingabe, Stärke und Würde. Während die Scheibe des Töpfers sich einmal dreht, macht mein Geist siebzig Umläufe; in seinem Wirbeltanz irrt er umher. Ich Verwirrter denke nicht daran, vor Liebe zu schmelzen, zu weinen und dich zu verehren. Überheblich, ohne gute Art, ohne Gnade und Habe, ein Dieb ohne Einsicht, Weg, glückliches Geschick, rechte Tat und Bewusstsein: Wird es einen Tag geben, an dem ich Shivas Stand erreiche?
Du bist der heilige Neffe jenes Hari, der wie eine Regenwolke ist: Mit einem einzigen Pfeil schlug er die zehn Kronen und zwanzig berggleichen starken Schultern des Dämons ab, während das von Meereswesen bewohnte Meer aufschrie. Er ging als Bote zu den Kuru-Königen; als der brünstige Elefant im Teich „Urgrund!“ rief, half er als Gnadenspender. Er rang mit den beiden mächtigen Marutabäumen. Hiranya missachtete die heiligen Worte aus dem kindlich lallenden Mund seines Sohnes; da spaltete jener kampfstarke Löwe mit seinen Nagelspitzen seinen Leib. Hari trägt das Rad, gleicht einem Smaragdberg und führt auf der Haube der Feuer speienden Schlange den Tanz aus.
Du bist die aufgehende Sonne, welche die Dunkelheit der zweifachen Taten deiner vor Liebe schmelzenden Verehrer bekämpft. Die ganze Welt, die Sonne und Mond umkreisen, umrundest du in einem einzigen Augenblick, großer Herr!
1007 – Auch mitten im Verlangen will ich dich nicht vergessen
Ihr dicht duftendes Haar löst sich; Schweiß bedeckt ganz das Mondgesicht. Ihre Worte, süß wie der Nektar des alten Meeres, geraten ins Stocken. Die Armreifen klirren „kala kala“. Im Liebesspiel auf dem Lager reißen die Knoten der Ketten auf ihren Brüsten; die Hüfte scheint zu brechen, beide Fußringe klingen laut. Knospen öffnen sich, junges Mondlicht steigt auf, und ich trinke von den Ilavamblütenlippen. Herz und Körper schmelzen dahin, Leib drängt an Leib. „Du bist mein Leben!“ So verbinden wir uns innig. Mit den jungen Frauen, die sich hingeben, falle ich auf dem Bett in das Meer der Liebe, tauche darin auf und versinke wieder, treibe darin umher. Doch dass deine beiden Füße die Hilfe meines Lebens sind, will ich nicht vergessen: Ich will an dich denken und von dir sprechen.[205]
Geier, grausame Raubvögel und Garuda schweifen umher, als gäbe es keinen freien Fleck am Himmel; Scharen von Geistern fressen Fett, kleine Gespenster erheben sich und singen. In der alten Schlachtstätte, mitten unter den Scharen, tanzt die einzigartige Schlacht-Bhairavi mit beiden Füßen gewaltig. Ein einziger Bogen wird an beiden Enden gebogen, Reihe auf Reihe, dem Gegner entgegen; aus der starken Hand fliegt ein Pfeil, und die zehn Kronen samt zwanzig Armen fallen. Du bist der Neffe dieses ursprünglichen Hari, des großen Wunderwirkers!
Höchster Guru, König, der im Saravana-Teich erschien! Damit der Götterkönig seine Herrschaft wiedererlangt und die Asuras fallen, kannst du auf dem herrlichen Pfau herbeikommen, großer Herr![206]
1008 – Deine Füße auch im Traum
Ihre beiden Augen gleichen glänzenden Speeren, ihre beiden Brustberge sind nicht zu malen, ihre melodischen Worte lassen auch Hohn hervorsickern. Selbst unvergleichlich starke junge Männer treten ihnen entgegen und werden gefangen. Gleich Yama werfen diese armreifgeschmückten Frauen unablässig das Netz finsterer, süß erscheinender schwerer Taten über sie. Lass mich nicht durch die Verblendung des Beischlafs in Wut und Verwirrung geraten, sodass ich weder Künste noch Einsicht bedenken kann, und im uferlosen Meer des Schicksals kentern.
Erbarmender Kumara auf dem Pfau, vor dem die Götter sich beugen und wieder erheben! Du schmolzest in Liebe für die junge Tochter der Waldbewohner. Gewähre mir, selbst im Traum an deine beiden Lotusfüße zu denken!
Heiliger Neffe des höchsten Mal, der auf dem Schlangenlager schläft, des Hari, der die Erde ausmaß, des Bogenschützen, der mit seinem Pfeil die vielen Arme und zehn Köpfe abschlug! Großer, der dem Herrn auf dem mächtigen Stier, den makellos Gesinnte mit Blumen preisen, erklärte: „Dies ist auch die höchste Erkenntnis!“
Dämonen und Kalis tanzen, während im wogenden Meer lange Eingeweide, Berge von Fett und Leichenberge liegen, und die Brust der Asuras zu blutigem Schlamm wird, wenn du den Speer entsendest, Pfau- und Speerherr! Muruga, du gewährst seltenen Dichtern Gnade, damit sie sprechen können. Du mit zwölf Armen, mit Dichtung und Musik, mit Schönheit und Würde leuchtender Saravana, großer Herr!
1009 – Gewähre mir einen Weg zu deinen Füßen
Das Haar junger Frauen trägt Wohlgeruch und dunklen Schatten; ihre Hüfte scheint ohne Körper, ihr Gang bezaubert, ihre Augen gleichen schönen Lotussen, ebenso ihre Worte. Das Netz ihres ungetrübten Lächelns, ihre Haltung und ihre mit festem Brustband umschlossenen berggleichen Brüste berauschen mich wie ein bodenloses Becken voll tödlichen Gifts. So falle ich Elender in die Hölle: töricht, ein Dieb, der dich nicht verehrt, verwirrt, ohne Güte, innerlich falsch und lächerlich, von Taten belastet. Ich versinke in unredlicher, trügerischer, verletzender Rede, bin grausam und sterblich. Gewähre mir einen Weg, deine schönen Lotusfüße zu erreichen!
Der wunderbare Tänzer führt auf dem Haupt der gemusterten Schlange seinen Tanz aus; der Gnadenspender maß die sieben Welten aus, Madhava spaltete Hiranyas Leib in zwei Hälften. Mal, Hari mit dem Rad, ließ mit einem Pfeil die zehn Kronen des nächtlichen Dämons fallen, während das lärmende, Wellen schleudernde Meer aufschrie. Der Dunkelgestaltige rang mit den Marutabäumen; der Gott folgte den Worten des lieblichen Dichters. Der Schöne verbreitet den Klang der Bambusflöte über die Herden. Du bist der Neffe dieses erbarmenden Narayana, des Herrn der Menschen, des Herrn der Götter![207]
Großer Herr, du schmolzest in Liebe zu der jungen Tochter der dunkelhäutigen Jäger, die im Wald wohnen!
1010 – Wann werde ich im Gedenken leben?
Mit Kurkuma berührt und geschmückt wie Gefäße des Unsterblichkeitstranks, wie Kamas hohe, große goldene Krone, wie zwei Krüge, in denen die Herzen und Seelen von Millionen junger Männer eingefangen werden: So sind die frischen, schweren, kühlen Brüste dieser Frauen, mit Moschus und duftender Salbe bestrichen. Mit ihnen spiele ich, ohne Unterbrechung bei Tag und Nacht, versinke im Schlamm des wogenden Meeres leidenschaftlicher Verblendung. Sie schenken den Nektar ihres Mundes; ich trinke ihn als etwas Süßes und freue mich voller Begierde. Wir beide umarmen und vereinen uns und verfallen dabei. Wird ein Tag kommen, an dem ich diese anhaftende Tat ganz vergesse und im Gedenken an deine beiden weiten Lotusfüße lebe?
Der Herr der Götterschar, Brahma, Vishnu, der mit der abgezogenen Haut Bekleidete, die Rishis und die Himmlischen preisen dich. Die Danavas, die zum Gegenkampf kamen, werden mit der Wurzel vernichtet. Unzählige Geisterscharen tanzen; Berge von Fett häufen sich. Die kleinen Gespenster fressen und urteilen: „Dies ist herb; dies sauer; dies weich geworden; dies schlecht; dies ist vergebens! Das lässt sich schwer trinken; dies gefällt uns; dies ist übel; hier gibt es noch etwas!“ So stillen sie ihren großen Hunger. Du Pfauheld hast diesen einzigartigen Sieg errungen![208]
Kind der Bhagirathi, Gemahl der Kuravatochter, die inmitten der Berge lebt! Großer Herr, du Mächtiger schleudertest den Speer, der den gewaltigen, weit emporragenden Berg durchbohrte!
1011 – Vom Streit der Begriffe zur Erkenntnis
Die anderen Lehrsysteme tragen ihre Aussagen vor: „Es ist Gestalt“, „es ist gestaltlos“, „ein mit nichts verbundenes Licht“, „der weite Raum“, „es ist oben“, „es steht hier unten als Säule, die den Welten Bestand gibt“. Man soll den Sinn dieser Worte erkennen, in Schweigen bewusst werden, mit wacher Erkenntnis verweilen und nie zugrunde gehen. Doch ich lasse davon ab, das höchste Ziel zu erlangen. Berührung, Anblick, Duft und Klang, vielerlei Reize, werden zu Leiden, in dem ich mich verwirre. Die trügerischen Frauen mit Fußringen an den Füßen werden zur tiefen Grube eines Meeres vielfältiger Schmerzen, in die ich falle. Wann werde ich, der die fünf schweren Vergehen auf sich lädt, davon frei?[209]
„Hara Hara! Sohn Shivas, Kanda! Deine Zuflucht, deine Zuflucht!“ So standen die Götter und schrien. Du sagtest ihnen: „Lasst es nun, habt keine Angst!“ und gabst ihnen Furchtlosigkeit. Die unendlichen Heere der kriegerischen Dämonen gelangten in Yamas Stadt. Du führtest den Kampf mit Nachdruck und spaltetest in rascher Kraft die Brust des kämpfenden Asura entzwei. Siegreicher Vel, das weite Meer erhob sich zu Staub! Du fährst auf dem smaragdfarbenen Pfau mit seinem herrlichen Schweif, gewandter Saravana! Brahma, auf duftender Blume sitzend und das Ende der ursprünglichen vier Veden rezitierend, der Wunderherr, auf dem Bett der giftigen Schlange schlafend, und Hara mit verfilztem Haar und der makellosen Göttin: Sie alle preisen dich, unser Herr!
1012 – Lass mich nicht in ihrer Täuschung versinken
Als die Unsterblichen den Berg zum Quirl machten, die wilde Schlange als Seil darumlegten und das glänzende Wellenmeer quirlten, stieg Gift auf. Wie dieses Gift sind die Augen: Sie schwingen bis an die beiden Ohrgehänge, rollen heran, stoßen gegen die Kumilknospe der Nase, übertreffen die fünf siegreichen Pfeile des Gemahls Ratis mit dem Zuckerrohrbogen und führen einen weiten, heftigen Kampf, rote Kayalfische gleich. Auf diese Augen und auf die unter dem Brustband überreich schwellenden Brüste, die goldenen Bergen gleichen, richte ich mein einsames Herz und ermatte. Schenke mir doch deine roten, mit dem hundertblättrigen Lotus verehrten Füße, damit ich nicht in der Täuschung dieser Frauen mit bienenumschwärmtem Haar verwirrt werde!
Die Götter priesen ihn, Purandara verehrte ihn. Mit siebzig Heeresabteilungen von Affen, die Steine warfen, dämmte er die Wogen, setzte über das Meer und zog in die vorderste Schlacht. Dem mächtigen König der Asuras mussten die zwanzig siegreichen Schultern zersplittern und die schönen Köpfe, neun und einer, als Bündel fallen. Seine lotusgleiche Hand sandte den Pfeil aus: Du bist sein Neffe!
Der Gott trägt die honigreiche Konraigirlande, makellose, unvergleichliche Tumbaiblüten, den Mond und Ganga. Die Göttin an seiner Seite schenkte dich gnädig, Kumara! Du folgtest der papageiengleichen Kuravatochter und vereinigtest dich strahlend mit ihren festen Brüsten, unser Herr![210]
1013 – Lass meinen Geist nicht zerfallen
Sie lassen ihr Gesicht glänzen, lösen die Wolke des großen schwarzen Haars und füllen es mit Serunti- und Champakablüten. Sie kommen wogend heran, setzen die Füße vor und zurück, bewegen die Brüste, lockern kunstvoll das vorn getragene Gewand und erzeugen ein trügerisches Lächeln. Dreist treten sie auf die Vorplätze ihrer Straßen. An ihrer Seite steht Kama mit seiner erlesenen Schar. Die glühende weiße Mondsichel schleudert untermeerisches Feuer, Bienen sammeln sich und singen wie zuvor; der vom Malayaberg stammende Südwind berührt den Leib, verwundet ihn und bringt mich aus dem Gleichgewicht. So schenken sie mir Liebesverblendung. Darf mein Geist dadurch schmelzen und verstört werden?[211]
Die Sonne wird verdunkelt, das Dach des Himmels gespalten; der hohe Mandaraberg dreht sich und fliegt davon. Du treibst dein einziges Ross, den Pfau, den Feind der Schlange mit Juwelen auf der Haube, in rascher Bewegung an. Das Meer wird aufgerissen, schäumt auf und schreit, die ganze Welt steht furchtsam und verzagt da. „Guha!“ ruft selbst der dreiäugige Selbstentstandene voller Liebe. Du stießest in die Behausung der Asuras, stürztest dich in den Nahkampf und besiegtest ihr wildes kämpfendes Heer, Vel![212]
Shankari, die unvergleichliche Gauri mit den Ohrgehängen, nahm dich liebevoll hoch, und du trankst an ihrer Brust mit klarem Bewusstsein den guten Nektar, gnädiger Herr!
1014 – Bevor der Tod mich bindet
Die Menschen, die auf Erden meine Angehörigen heißen, stehen liebevoll neben mir, rufen vielfach und sind von Schmerz erfüllt. Unter Trommelschlägen wird dieser sündige Körper zu den mächtigen Holzscheiten gebracht; er fängt im Feuer und wird verbrannt, und so endet der gemeinsame Gang zum Bestattungsplatz. Bevor der schnelle Yama, dessen beide Augen Feuer speien, mein Leben gewaltsam packt, festbindet und zornig fortgeht: Gewähre mir, in die feste Treue jener einzutreten, die stets an dich denken als „Murugan, der das Ziel schenkt“, und so zu lernen, dass meine Erkenntnis mit ihrer Erkenntnis übereinstimmt!
Der nördliche Berg wird durchbohrt, das Wellenmeer trocknet aus. In allen acht Himmelsrichtungen zerfallen die Asuras, die sich mit siegreicher Kraft zum Gegenkampf stellen, zu Staub. Du schlugst sie nieder, durchbohrtest den hohen Mangobaum und kämpftest, Held! Lebensfülle, deren Ruhm daraus erwuchs, dass sie dem Vater mit dicht verfilztem Haar, mit Mond und wogendem Gangawasser darauf, den Sinn der Wahrheit lehrte! Herr der ewig Reinen, die am Schweigen festhalten, in dem vom Fußpaar bis zur Krone die Gestalt aufsteigt![213]
1015 – Die ewige Wahrheit deiner Füße
Ihre rollenden, blitzenden Augen töten wie Gift, wie Speere, wie Yama. „Ihre Kunst hat nicht den geringsten Vergleich!“ So sagt man von den gewandten Frauen. Auf dem Lager schmelze ich in vielerlei Vereinigung mit ihnen dahin, bin von Begierde ergriffen, mein Leben gerät in Bedrängnis; ich irre umher und welke. Ich Einsamer gehe auf dem Weg solcher Qual immer weiter zugrunde. Wenn die von Yama ausgesandte Schar mich festbindet, niederdrückt, mit den Händen ergreift, fortführt und in die Hölle werfen will: Wird dann nicht die ewige Wahrheit zu mir kommen, die Befreiung in deinen leuchtenden, duftenden heiligen Füßen?
Mit einer Stimme, die wie Donner erschütterte, herrschte der Führer über das Geschlecht der Nachtdämonen. Seine zwanzig starken Arme wurden abgetrennt, seine schönen Häupter fielen im Bündel, als der Bogenträger den giftigen Pfeil feurig vorschnellen ließ. Du Herr der Himmelswelt nahmst die Hand von dessen Tochter, die von Schönheit überfließt, die kleine Feldarbeit verrichtet und einem grünen Papagei gleicht![214]
Der Nordberg zerbricht, das wogende Meer vertrocknet, der große Berg wird zu Staub. Die grimmige, dunkeläugige Schlange fürchtet sich. Suras Juwelenkrone zersplittert; zusammen mit zahlreichen Gespenstern tanzen die Bhairavas. Du schlugst zu, zertrümmertest, zerschnittest und durchbohrtest den Feind, unser Herr!
1016 – Jenseits von Wissen und Nichtwissen
Die neun Nathas in den Höhlen, der im erlesenen knospenden Lotus Geborene, die glanzvollen Tugendhaften und die Asuraherrscher, der Zerstörer der drei Festungen, dessen Rosse die Veden sind und wie Wogen dröhnen, der gewaltige smaragdfarbene Murari und der siegreiche Feind Valas mit dem Vajra in der Hand: Sie erkennen es nicht. Die streng blickenden Schriften des Dharma, die weitläufigen Puranas, sämtliche Kunstlehren des Weltalls und die ausgebreiteten zahlreichen seltenen Veden erkennen es auch vereint nicht.
Wann werde ich begreifen, dass deine heilige Gestalt jene Erkenntnis ist, die über Wissen und Nichtwissen hinausgeht, und deine roten Lotusfüße erreichen?[215]
Duryodhana wurde geboren, hegte Feindschaft und führte Heere in die Schlacht: Dieses Bharata verstand Vinayaka und schrieb es mit einem großen Stoßzahn auf den mächtigen Berg, als Vyasa es damals ohne Fehler vortrug. Murugan, du kamst nach diesem roten, korallenfarbenen, brünstigen Elefanten, als sein jüngerer Bruder!
Das gewaltig lärmende Meer wurde aufgewühlt, die sieben hohen Berge erbebten, der unheilvolle Nachtdämon wurde verwirrt, als du den Kampf führtest. Dann umarmtest du die Brüste Devasenas aus dem Göttergeschlecht: hoch wie schöne Gefäße, duftend nach Sandel und Moschus, großer Herr!
1017 – Das Meer der körperlichen Begierde
Die schwere Regenwolke ihres Haars löst sich; die gezeichneten blauen Lotusaugen röten sich, Schweißperlen treten auf das Mondgesicht. Auf dem Lager wiegen sich die schweren, kronengleichen Brüste; Juwelengürtel steigen hoch und schlagen Wellen. Wir verlieren die Selbstbeherrschung, vereinigen und umarmen uns voller Freude. Ich schmelze, trinke den aus den Lippen quellenden Saft und sinke hinab; der Mund öffnet sich und schmeichelt mit vogelgleicher Stimme. Der Herr der Wasserlilie weicht, die anschwellende Ganga springt herab. In der Vertiefung steigen und sinken vielerlei Bewegungen; wir übertreffen die Lehrbücher von Kamas Künsten. Darf ich so mit jungen Frauen umhergetrieben werden, ermatten und zugrunde gehen?[216]
Die aufmarschierten Heere Suras und der Trüger fürchteten sich, als du damals auf das Schlachtfeld zogst. Die große Erde mit ihren sieben Gipfeln erbebte durch deine Schnelligkeit; die sieben Meere und Meru gerieten in Aufruhr. Du bestiegst den hohen, edlen Pfau, dessen Schweif voller Augen ist, und kämpftest, scharfer Speerträger!
Du gingst zu dem Berg, der bis in die Sonnenhöhe reicht, verneigtest dich sogar vor den Füßen der Kuravatochter und streiftest, ohne dass die Jäger es wussten, über das Feld. Du wagtest sogar, neu das Madal zu besteigen. Endlich legte sich deine außerordentliche Liebesnot, und du umarmtest ihre vom Freudenschauer aufgerichteten Brüste, großer Herr![217]
1018 – Mit den Hingebungsvollen singen
Sie zeigen Worte, süß wie Zuckersirup, die den wahrhaft treuen Weg verlassen; sie zeigen ihre jungen kokosnussgleichen Brüste, mit Zibet und Moschuspaste bestrichen, ihre fischgleichen Augen, die Schönheit ihres Haars und ihrer Schultern. Über Vermittler fordern sie das Geld in der Hand und stehen wie Pfauen auf der Straße. Ihnen werde ich dienstbar; auf dem hohen, prächtigen Blumenbett gehe ich in der grausamen Vereinigung und ihrer unablässigen langen Begierde zugrunde. Werde ich dieses Verlangen ganz und ohne Makel verlassen, fortgehen und mit deinen Verehrern vor Liebe schmelzend singen, dich preisen und mich vor deinen beiden Füßen verneigen?
Der dunkle Gott, der das Leben schützt, setzte den Berg als Quirl ein und quirlte das Meer. Die Herren der drei Festungen verließen den rechten Weg; ein einziger Berg wurde an beiden Enden wie ein Bogen gekrümmt. Dann zeigte Shiva nur ein wenig seine Zähne im Lächeln und ließ Feuer aufgehen. Du Schöner wirst als höchster Guru gerühmt, der ihm die wirkliche Bedeutung lehrte.
Kamas neue Blütenpfeile wurden aus ihrem Bündel rasch entsandt, und du gerietest in ihre Gewalt. Verlangend sagtest du: „Nimm mich an deine hohen, schönen Schultern und erbarme dich!“ Auf dem Berg scheuchte sie die Vögel im Feld fort und bewachte die grüne Hirse. Für die Worte dieser schönen, blumengleichen Frau schmolzest du dahin, großer Herr![218]
1019 – Aus dem Spiel dieses Körpers erwachen
Frauen in kleinen Gruppen von Gefährtinnen heben ihre listigen, fischgleichen Augen ein wenig, geben Aufträge zu Diensten, gewinnen mit ihrem von niedrigem Begehren erfüllten Körper Geld und rufen die Männer, die sie in Liebeswahnsinn versetzen. In meiner Jugend finde ich keine Mittel für die geforderten Gaben und verliere mich auf verderblichen Wegen. Mit den Seilen großer Anhänglichkeit bin ich an Angehörige und Eltern gebunden, verirre mich in den Aufgaben, die dieser Körper für seinen Aufstieg verrichtet, huste, stoße auf und ermatte. Das Leben entgleitet; der Körper fällt in trockenes Feuer und verbrennt. Ich habe keinen Ausweg gesucht. Wird ein Tag kommen, an dem ich die Vorführung dieses Körpers hinter mir lasse?
Kind jener unvergleichlichen, edlen Pfauengleichen in Kamakottam, deren Augen schwarz geschmückt sind! Sie gab dir fürsorglich Milch aus ihren nie versiegenden, nie alternden jungen Brüsten. Du bist der Neffe Haris, der den Klang des Quirls verfolgte und vor der Hirtenmutter mit beiden Füßen tanzte, um Joghurt, Butterfett und Milch aus dem hängenden Vorrat zu trinken.
Du zeigtest den bergstarken Bogen und kamst auf einen einsamen Weg, um die Worte des gelehrten Dichters zu hören, der dich in der Dichtungsweise der guten, klagenden Mutter vorführte und pries. Dem Herrn, der Feuer ausgoss, sodass der Tod mit dem Dreizack und Kama mit seinen Pfeilen aufschrien und zu Staub wurden, gewährtest du die Bedeutung, die er wohlgefällig annahm, großer Herr![219]
1020 – Rufe mich aus der Verstrickung heraus
Sie lösen ihr dunkles Haar und binden es wieder, richten ihr schönes Gewand und kleiden sich damit, rollen ihre beiden fischgleichen Augen und blicken herüber. Sie heben das Brustband über die gewaltigen, mit Juwelen und Salbe geschmückten Berge, bedecken sie, rufen mich, umkreisen mich, bringen mich in ihre Gewalt, lächeln und tun vertraut. Um des Geldes willen loben sie mich überschwänglich und schmelzen scheinbar dahin; mit kunstvollen, sichtbaren Liebesstellungen bringen sie mich in der Vereinigung zum Schmelzen. Ich habe mich im wurmgefüllten Loch der Lust an diesen Hetären gewälzt. Verzeihe mir dies gnädig! Rufe mich plötzlich heraus, richte mich auf und schenke mir Schutz!
Er verspottete Rudra. Damit die ganze Welt glaubte, das Ende des Zeitalters sei gekommen, packte er am Himmel die Sterne und schlug sie nieder; die sieben Bergebenen und der sie umfassende goldene Berg barsten und dröhnten. Der Wind wurde müde, das Feuer verlor sein Leuchten; die Götter verließen ihre Wohnungen, flohen und gerieten in das Wellenmeer, wirbelten darin umher. So brachte dieser Sünder die drei Welten in Aufruhr, lachte, schrie dem Gegner höhnisch entgegen und kämpfte. Du brachtest seinen Hochmut zu Fall: Unter deinem Schlachtruf stürzte er in den wogenden, wirbelnden Blutstrom, und dein Speer badete darin. Kumara mit dem Speer in der Hand, großer Herr![220]
1021 – Die Füße mit dem Geschmack des Tamil erreichen
Diese Körperhütte ist ein Aufenthaltsort für den Haufen der Taten, kunstvoll mit trügerischen Öffnungen und einer klingenden Kehle ausgestattet. Ich bin in sie eingetreten und meine, sie sei mir zum Ertrag der täuschenden Natur bestimmt. Lass mich nicht glauben, die Dinge der Welt seien wirklich, und mich daran satt trinken wollen. „Wo sind denn Leute, die mir gleichkommen und mir widersprechen können? Welche Tüchtigen wären das?“ Lass mich solche großsprecherischen Worte nicht ausstoßen, dadurch verachtet werden und ermüden. Nimm mich in die Kraft deines Erbarmens auf, damit ich deine beiden schönen Lotusfüße mit dem Geschmack des Tamil erreiche und der Tod endet.[221]
Sura steigerte seinen Zorn, wollte alle Welten unter seinen Befehl bringen, dehnte sich über das Meer aus und trat donnernd zum Gegenkampf an. Mit außergewöhnlicher Macht warfst du den Speer, sodass aus seinem Kopf, seinen starken Schultern und seiner breiten Brust ein Meer von Blut hervorströmte, Speerherr!
Die keusche Papageiengleiche, Trägerin vieler guter Künste, ließest du innerlich schmelzen; der große Elefant mit mächtigen Stoßzähnen kam ihr nahe. Du sangst in der Hirse die Weise des Vogelscheuchens und nahmst in der Stadt des stolzen Jägervolks freudig die Hand der jungen Kuckucksgleichen mit ihrer fruchtsüßen kindlichen Rede, großer Bräutigam![222]
1022 – Nicht falschen Ruhm besingen
Mit Perlen, Juwelenschmuck und Halsketten, mit dicht herandrängenden Brustbergen kämpfen diese Frauen darum, das ganze Leben junger Männer in Begehren zu ziehen. Ihr Vollmondgesicht, Haar wie eine Wolke am Himmel, Augen und gute bambusgleiche Schultern scheinen mir die Befreiung selbst zu sein; in dieser verkehrten Vorstellung versinke ich im Lager.
Mein Verstand geht auf Diebeswegen; ich halte völlig Unwissende für vertrauenswürdig und besinge sie als große, ruhmreiche Männer mit goldenen, gebefreudigen Händen. Lass mich auf der Erde nicht in Lügen leben und dabei ermatten. Unterweise mich, wie ich neu, schön und kunstvoll singen kann, um deine beiden blütenumgebenen Lotusfüße als Schmuck zu tragen![223]
Die zehn Häupter und dazu die zweimal zehn Schultern wurden einem einzigen Pfeil zur Beute: So handelte die grüne Regenwolke, Vishnu. Er und Brahma samt den vier Veden können die tanzenden Füße schwer erfassen. Du ziehst umher und singst mit großer Hingabe süße Erkenntnislieder zu diesen Füßen, als beständige, angestammte Überlieferung.
Das gewaltige Wellenmeer öffnet seinen Mund und flieht, wenn du auf dem siegreichen Pfau heranziehst und deinen leuchtenden Speer mitten in die Körper der Asuras schleuderst. Denjenigen, die durch ihren siegreichen Bogen mächtig sind, gehören das Feld mit keimender Saat und der Berg, dessen Bambus Perlen hervorbringt. Der Pfauengleichen, die dort wohnt, bist du der bereitwillige Diener, großer Herr!
1023 – Befreier und Diener der Liebe
Zibet, kühles Duftwasser, Moschus und reichlich duftende Sandelpaste liegen auf ihren großen Brüsten, deren Preis sie nennen. Nur im Maß des Geldes verkaufen diese Frauen das begehrte Liebesspiel auf einer Kampfermatratze, reich bestreut mit offenen Blüten. Ihre schwarz geschmückten Augen stoßen an die schönen gerollten Ohrblätter, springen über die glänzende Kumilnase hinweg und überholen die von Kama abgeschossenen Pfeile. Sie überwinden die schwirrenden Bienen, den Speer, die Sel- und Kayalfische, ja übertreffen den kämpfenden Yama selbst an Zorn. Soll ich Tatenbeladener in dieses Augennetz geraten, hin und her laufen und ganz in Verblendung zugrunde gehen?
Du trägst den heiligen Namen Chetti; du Herrlicher entsendest den siegreichen Speer. Dein Ross ist der wunderbar bunte edle Pfau, der die Himmelsrichtungen und die Welt rechtsherum umkreist und in einem Augenblick zurückkehrt. Du bringst das mit Makara-Tieren erfüllte Meer zum wütenden Aufwallen. Deine heilige Brust trägt Vetci-Blumen im Schmuck des Bräutigams.
Du plünderst die Stadt des bösen Dämonenherrschers und bewachst die gepriesene Stadt der Unsterblichen. Freude herrscht in der mächtigen Himmelswelt dessen, der den Elefanten mit kräftigem Gesicht, gewaltigen Wangen und brunstsaftspendenden Schläfen reitet. Du freigebiger Spender der Befreiung, williger Diener der reinen Tochter des Jägervolks, großer Herr![224]
1024 – Nicht in sieben Geburten verloren gehen
Die Augen dieser Frauen setzen sogar die Pfeile herab, die der spielende Kama mit offenen Blüten abschießt. In ihrer Verzauberung, die alles zugrunde richtet, lebe ich und bin ganz verwirrt. Land, Stadt, große Häuser, Besitz, Kinder, Frauen und Verwandtschaft hege ich; ohne Erkenntnis suche ich alle sieben Geburten auf. Darf ich dabei in die Hölle fallen?
Held auf dem grünen Pfau, der zur tanzenden Schlange läuft, ihren Leib zerhackt und tanzt! Murugan, du stehst ganz gegenwärtig im stillen inneren Raum, von dem die Veden sprechen. Bräutigam der Kuravafrau auf dem hohen Wachstand im Feld der Jäger! Du schlugst die Gefangenschaft auf, welche die mächtigen Asuras den Göttern auferlegt hatten, und schenktest ihnen erneut die Freiheit, großer Herr![225]
1025 – Komme, bevor das Leben entgleitet
Kälte und Ausscheidungsleiden, Hitze, übermäßiger Vata und Pitta: Krankheiten umringen den Körper und kommen, viel Unheil anzurichten, sodass das in ihm wohnende Leben entweichen und fortgehen muss. Bevor mein Vater und meine Kinder, wie es ihrem liebevollen Verhältnis entspricht, im Meer des Kummers versinken, musst du kommen, entschlossen, mir die Füße zu schenken, von denen die Veden auf dieser Erde sprechen!
Du nimmst Gestalt an und kommst täglich auf dem großen Pfau, sodass die Frauen in Liebe zu dir ermatten. Mal und Brahma klammern sich an Unvergleichlichkeit und irren in Verblendung; vor ihnen und den anderen Vedengelehrten trugst du die Weisheit der Veden vor und ließest sie verstehen. Herr, kampfstarker Speerträger! Du schlugst die Gefangenschaft auf, welche die mächtigen Asuras den Göttern auferlegt hatten, und schenktest ihnen erneut die Freiheit, großer Herr![226]
1026 – Ein Geist, der deinen Namen erinnert
Ihre geschwärzten Augen kämpfen mit den Ohrgehängen; sie tanzen und wiegen ihre wohlgeformten Brüste. Diese pfauengleichen Frauen zermürben die Kraft in den Schultern und die scharfe Entschlossenheit im Herzen junger Männer. Lass mich nicht in ihrer Verzauberung umherirren.
Große Lebensfülle der Verehrer, die mit reichem Gesang, Musik und Tanz hingebungsvoll an dich denken! Du musst auf die Erde kommen, um mir einen Geist zu schenken, der frei von sündigen Taten deinen Namen erinnert.
Murugan, du besteigst den Pfau, dessen Tanz so schön ist, und stehst voller Kraft da. Wissender, du hast dem ursprünglichen Hara den Sinn der Veden vollständig dargelegt und Freude in ihm erweckt. Tapferer Held, du warst von Liebe und Begehren ergriffen und standest der Jägertochter zu Diensten. Du schlugst die Gefangenschaft auf, welche die mächtigen Asuras den Göttern auferlegt hatten, und schenktest ihnen erneut die Freiheit, großer Herr!
1027 – Lass mich im weiten Stand der Befreiung leben
Täuschung, Besessenheit und Verwirrung, Seitenschmerz, kolikartige Schmerzen, Fieber, Ausflussleiden, ringsum geschwollener Bauch, Husten, stechender Schmerz, Auszehrung, vielerlei nicht heilende Hautkrankheiten, Vata und Pitta, Hämorrhoiden und die übrigen Krankheiten: Lass sie mir auch nicht ein wenig nahekommen. Gewähre mir Ermattendem, dass ich im weiten Stand der Befreiung wirklich lebe![227]
Bräutigam der Kuravafrau des Waldes mit seiner reichen Hirse, die du so sehr liebst! Held auf dem langbeinigen grünen Pfau, der über die ganze Erde lief und sie ausmaß! Murugan, du beseitigst das Leiden der Verehrer, die immer wieder die Worte der Veden vortragen. Du schlugst die Gefangenschaft auf, welche die mächtigen Asuras den Göttern auferlegt hatten, und schenktest ihnen erneut die Freiheit, großer Herr!
1028 – Erkenntnis ohne Verhärtung
Diejenigen, die Bücher lernen, um erbittert aufeinander loszugehen und zu streiten; diejenigen, die Geld suchen und leben können, ohne etwas zu geben; diejenigen, die nicht weich werden und dahinschmelzen mit dem Ruf: „Du Lebensfülle dessen, der die Göttin zur Hälfte hat!“ – sie werden in die Stadt des unabwendbaren großen Todes eintreten und dort umherirren.
Du Gestalt des Urklangs, großer Herr, der im Herzen wohnt! Dir gehören die Schlangenwelt und die zweimal sieben Welten. Makelloser Speerheld mit dem Hahn auf dem Banner, Gott der Götter, ursprünglicher Gott der Götter, großer Herr![228]
1029 – Die Klage der Liebenden
Durch das Meer, das lärmend Kamas Ruhm verkündet, durch den Waldkuckuck, dessen Zorn sich nicht legt, und durch die harte Feindschaft der Mutter, die wie ein Gegner handelt, wird der Sinn der jungen Frau zu Liebeswahnsinn. Ist es recht, dass sie so dahinsiecht?
Held, du besteigst den aufragenden Pfau und lässt deinen Jubelruf erschallen! Du mit dem Hahn auf dem Banner, durch den die sieben Welten leben! Speerherr, du stürmst zum Kampf und schlägst die zornigen Asuras zu Asche. Gott der Götter, ursprünglicher Gott der Götter, großer Herr![229]
1030 – Schenke ein wenig Gnade
Meine große Gier hört nicht auf; wahr zu sprechen verstehe ich nicht. Ich verbinde mich mit törichten Frauen und ziehe mir Leiden zu; ich lerne Bücher, deren Streitlärm niemals endet. Gewähre mir, deinem hundegleichen Diener, ein wenig Gnade, damit mein Leben nicht unfruchtbar wird!
Held unter den Helden, den größten Helden leicht zugänglich! Kumara auf dem Pfau, Gemahl der rankengleichen Jägertochter! Standhafter unter den Standhaften, Größter der vollkommen Standhaften! Gott der Götter, ursprünglicher Gott der Götter, großer Herr![230]
1031 – Den unerforschlichen Sinn erreichen
Die Augen der öffentlichen Frauen sind Liebespfeile und scheinen die Ohrblätter aufzuschlitzen; ihre Worte klingen wie Waldmusik auf der Yazh. Ihre Hüfte ist kaum zu sehen, Schmuck ruht auf ihren Brüsten, lange Gehänge an ihren Ohren. Ihr Mund ist wie die Kovaifrucht; sein Nektar schmeckt wie frisch gewonnener, makelloser Zuckerrohrsaft. Unstillbar begehre ich all dies. Willst du nicht wenigstens ein wenig daran denken, mich jenen Sinn erreichen zu lassen, den niemand durch Suchen allein findet?
Lehrer der Erkenntnis, dich preist der mit Asche Geschmückte, der die keusche junge Göttin zur Hälfte hat. Freigebiger, du bewahrst ohne Abweichung den Kreis der genussreichen Himmelswelt. Schulterstarker Held, du richtest deine liebende Aufmerksamkeit auf die bezaubernde Kuravatochter! König, du hobst damals den leuchtenden Speer und bekämpftest den Mangobaum im wogenden Meer und den Berg. Großer Herr, du lenkst dein Pfauross, dessen Tanz das gesamte Heer der Asuras zu Staub macht![231]
1032 – Lob statt Verblendung
Ihr Haar ist eine schweifende Wolke, ihre Augen sind scharf, ihre Stirn weckt Liebe; die Lippen des Kovaifruchtmundes glänzen wie rötliche Koralle. Ihre Brüste tragen Münzschmuck, die schlanke Hüfte ist kaum zu erreichen, ihr Lächeln kühl und liebevoll, die Schenkel unvergleichlich, die wohlgeordneten Füße singen im Tanzrhythmus. Sieh zu, dass ich daran nicht in Liebesverblendung hafte, sondern dich voller Liebe preise!
„Sohn dessen, dessen Hand den schweren Meru biegt und der in seinem verfilzten Haar die halbe Mondscheibe und Erukkublüten trägt!“ So singen Dichter täglich. Beseitige ihren Kummer, ihre Sünde und ihr Verderben und gewähre ihnen deinen süßen Stand!
Die feueräugige Kali mit dem Dreizack springt auf das Feld, läuft und tanzt, während Blutströme fließen. Du tötest mit dem Speer das Heer der Asuras und lenkst unter wachsendem Kampfgetöse den edlen Pfau, unser großer Herr!
1033 – Deine Füße seien Mutter und Verwandtschaft
Ihre geschminkten Augen reichen bis an die mit Gehängen geschmückten Ohren und kämpfen; ihre breite Stirn und ihre berggleichen Schultern dienen Kama mit seinem Bogen. Diese Frauen verkaufen Verliebtheit, sodass selbst vornehme Menschen ermatten. Lass mich nicht in ihre Liebesstreitereien geraten, welken und den lauten Zank auch noch lieben und darin umherirren. Denke doch ein wenig an mich, damit ich die Füße ergreife, die mir zur Mutter meiner Heimat und zur ganzen Verwandtschaft geworden sind, und sie lobend nenne.
Bräutigam der jungen Frau auf einem Berg, durch den die Jäger in ausgedehnter Himmelsfreude leben dürfen! Mal, der den Elefanten aus seiner Not befreite, und Brahma, der bei den Veden bleibt, können jene Gestalt nicht durch Suchen erreichen. Du sprichst den heilsamen Namen aus, den jener Herr bewahrt hat. Du gewährst deinen Verehrern, die innerhalb makelloser Rechtschaffenheit ihre Hingabe vertiefen, das Leben, in dem sie dir dienen, großer Herr![232]
1034 – Vor dem Kommen des Todes
Diese Hütte aus Haut, Knochen und Wasser ist mit Schultern, Armen und Beinen versehen und erscheint mir ohnegleichen. Ich lebe unermüdlich darin. Doch der Dreizackträger, der dazu bestimmt ist, mich an den Füßen zu packen und fortzuführen, wird herankommen. Bevor er kommt: Du tödlicher Speerherr, der Sura samt seinem Geschlecht niederwarf, als er seine mächtige Gestalt ins Meer versetzt hatte, schenke mir siegreiche Gnade, damit meine Einsicht scharf wird und meine Hingabe an deine makellosen Füße wächst![233]
Das Gift sollte das Leben der Menschen dieser Welt und der Götter in den Himmelsrichtungen nicht vernichten. Der ursprüngliche Herr jauchzte, nahm es vollständig in sich auf und starb nicht. Ihm gewährtest du die große Weisheit, die heilige Lautgestalt. Bräutigam des rehgleichen Mädchens, dessen Augen Fisch und Speer gleichen und die blauen Wasserblumen in ihrer List übertreffen! Du gewährst deinen Verehrern, die innerhalb makelloser Rechtschaffenheit ihre Hingabe vertiefen, das Leben, in dem sie dir dienen, großer Herr![234]
1035 – Die Füße derer verehren, die deinen Namen preisen
Dieser Leib aus Fleisch und Gewebe hat neun Öffnungen; durch Millionen Mutterleiber kriecht er weiter. Lass mich deine Gnade besingen, sodass die vielen rezitierten Künste und sämtliche Gesänge verstanden werden. Gewähre mir nun, deine heiligen Füße zu hegen und zu beiden Tageszeiten nicht aus deiner Barmherzigkeit zu fallen. Lass mich danach suchen, die Füße derer zu verehren, die deinen Namen preisen!
Der Wald, die strahlende Sonne, der Mond, die Zeiten und der in ihnen Wandelnde, die Wolken, Meer, Berge und Wasser; der Herr von Kailasa, der all dies gibt, und die Unsterblichen, die seine Füße verehren; Indra des Himmels, der große Mal und Brahma: Damit sie leben, entsendest du deinen scharfen Speer. Du führtest mit der Waffe den Kampf, sodass Sura mit seinen vielen Täuschungskünsten zu Staub wurde, großer Herr![235]
1036 – Den Lebensatem heimführen
Feuer, Luft, Wasser, Erde und Raum verdichten sich in diesem Körper der gebundenen Seele. Ich weiß nicht, ihn in einen beständigen Stand zu bringen, und kenne die machtvolle Tat nicht, durch die beide Arten von Karma enden. Wird es mir nicht zuteil, den guten Yoga zu üben, sodass der kleine Lebensatem, der sechshundertmal, zehnmal hundertmal und zehnmal zwanzig hundertmal ausströmt, zurückkehrt und das Umhergetriebensein aufhört?[236]
Bräutigam des jungen Mädchens im Feld, wo Bambus, Vengai und Vila-Bäume stehen! Die sieben fischreichen Meere gerieten in Flammen. Der mit vier Mündern die Veden ausrufende Brahma war im Bereich des mächtigen Berges gefesselt; Sura verbarg sich im weiten Wolkenraum. Du führtest mit der Waffe den Kampf, sodass seine Brust und die beiden zugehörigen Schultern in Stücke fielen, großer Herr![237]
1037 – Deine Füße statt neuer Geburt
Lass Vata, Kopfschmerz, Kolik, Bauchschwellung und solche Krankheiten nicht herankommen. Lass mich nicht wieder den Weg durch einen Mutterleib antreten, um in diesem von Täuschung umhüllten Körper zu leben. Lass mich nicht in Geburten umherirren wie in den Wellen, die im anschwellenden Meer gegeneinander schlagen. Werde ich deine beiden Füße erreichen, wie die vielen Verehrer, die deine Namen vortragen, ihr Ziel erreichen?
Mit Liebe sprechen sie Gesang, rühmende Musik, Klang und die aufleuchtenden Veden. Du bist ihnen innig verbunden, damit die gewaltige Kraft ihres Verderbens endet. Tapferer Held, deine Füße verehren die Veden, Mal und Brahma suchen bei ihnen Wohnung. Als Sura gegen dich anstürmte und kämpfte, führtest du mit dem Speer die Schlacht, sodass er zu Staub wurde, großer Herr!
1038 – Ich als du, du als ich
Ich hege diese schwankende Hütte, die nur Fleisch ist und von unaufhörlicher Krankheit hin und her geworfen wird. Ohne zu lernen, ohne Einsicht, ohne rechte Erörterung, verliere ich mich mit abgewandtem Herzen in den Gebräuchen der Welt. Ich als du, du als ich: Ohne in jener Befreiung zur Vollendung zu gelangen, die auch durch die Bedeutungen der vielen Veden nicht zu ersuchen ist – soll ich hundegleicher Diener zugrunde gehen?[238]
Du bist Raum, Wind, Feuer, Wasser und Erde, du Herr der Erde! Wunderbarer, Großer, König, Lebensfülle der Frauen, du mit dem Hahn auf dem Banner! Honig! Herr des Berges, dessen herrliche Hänge Honig als langen Waldstrom herabfallen lassen! Jüngling, Vel, Blüte, König, Gott, großer Herr der Götter!
1039 – Nicht vergeblich den Reichen schmeicheln
Du stirbst nicht, alterst nicht, gleichst dem Liebesgott. Freigebiger, der du mir zu deinen Füßen immer mehr Gnade schenkst, Wissender, König! Für diejenigen, die bei dir Halt finden, bist du wie ihr Leben.
„Beim Abschießen der Pfeile gleichst du Mal; beim Geben gleichst du der Regenwolke! Nimm mich in deinen Dienst!“ Soll ich mich an Wohlhabende hängen, ihnen solche Lieder singen und vor ihnen vergeblich schreien?
Brahma ist mit Vani verbunden, die als Dichtung auf der Zunge wohnt; Mal liegt im Meer auf dem Bett des Schlangenkönigs. Beide konnten die Füße nicht sehen, die bis in die Tiefen der Unterwelt reichen: Sie gehören dem König auf dem großen Stier. Du bist dessen Lebensschatz! Erhabener, mit Vetci-Blumen an der Brust, Jüngling, Vel, Blüte, König, Gott, großer Herr der Götter![239]
1040 – Die Kraft, deine Füße zu besingen
Aus Sehnen, Haut und Wasser besteht diese Hütte mit vielerlei Türen. In ihr lebe ich, als wäre ich der Wissende. Bevor die Zeit abläuft und sie zum Ort wird, den Hunde und Gespenster umgeben, wenn der Leib vertrocknet: Du mit zwölf girlandengeschmückten Schultern, große gute Lebensfülle der Zuflucht Suchenden, gib mir hundegleichem Diener ohne Verzögerung die feste Kraft, mit meiner Zunge deine Füße zu besingen!
Der Herr, der mit einem einzigen Fuß die sieben Welten beherrscht, und Brahma, bei dem die Veden als Dichtung erklingen, suchten jene Füße, indem sie durch die Leere, durch den Himmel und durch die Erde gingen, und fanden sie nicht. Jener Herr lebt mit der herrlichen Göttin, reitet den großen Stier und trägt goldenes verfilztes Haar: Du bist sein Kind, Vel, Blüte, König, Gott, großer Herr der Götter![240]
1041 – Schaue auf mich vor dem Ende
Mutter, Onkel, Ehefrau und Schwäger werden wie Fremde oder Gegner diese Hütte von Täuschung und Begehren ins hohe Feuer legen, fortgehen, ins Wasser eintauchen und verschwinden. Bevor mein Leben in solchem leidvollen Verfall fortgeht: Gestalt der Erkenntnis, schaue auf mich und schenke mir die Gnade deiner herrlichen, blütengleichen Füße!
Damit die Furcht aus den Körpern Brahmas, Mals und der Himmelsgötter weicht, ließest du die Dämonen nicht die Oberhand gewinnen und durchbohrtest sie mit einem einzigen Speer, Held! Kind dessen, der die bösen Übeltäter ins lodernde Feuer brachte und vernichtete! Vel, Blüte, König, Gott, großer Herr der Götter![241]
1042 – Komm, höre und erforsche
„Komm, du Tor! Höre! Spiele nicht das große Glücksspiel des Verlangens in der Verzauberung durch rehgleiche Frauen. Schaue nach innen: Dort steht das unveränderliche Licht der Erkenntnis. Bleibe nicht ohne Erforschung, sondern erforsche! Erkenne die unvergängliche Wahrheit der Veden, die der große Gewinn ist!“ So nimm du mich in deinen Dienst, Herr. Wer sonst auf Erden wäre berechtigt, mich zu führen?
Unermüdlicher Träger des Heeres der Himmlischen, Held! Deine zwölf Schultern berühren die Schultern der Frau vom Feld am Berghang. Damit der große Sura als Staub niederfiel, zerschlugst du ihn mit scharfem Werkzeug, Schwert und Speer, Held! Jüngling, Vel, Blüte, König, Gott, großer Herr der Götter![242]
1043 – Das Schweigen als Tempel
Ich nehme das Schweigen selbst als Tempel an: Niemand kann es durch Breite und Länge oder andere Maße erforschen. Ich trete an den Sitz der heiligen Handlung und streue die duftenden Blumen von Liebe und Freude im Bewusstsein großer Erkenntnis. Jenseits jeder Erkenntnisform, jenseits aller Worte, jenseits aller großen Handlungen ist die Shiva-Gestalt. Jenseits aller Mittel des Erlangens und jenseits aller Prägungen suche ich diese Gestalt: Werde ich so die große Verehrung vollziehen?[243]
Du machst die Fessel trügerischer, wechselvoller Verstrickung zu Staub; du bist der Tod der Asuras, die ihre Zeit in leidenschaftlichem Genuss verbringen! Mit einer göttlichen Blütengirlande geschmückt, auf dem Pfau mit blauem, tuchgleichem Gefieder! Reiner, Allgegenwärtiger, von guter innerer Art, wunderbarer Herr!
Im Himmelsraum steht, mit Sandel bestrichen und weiß leuchtend, der schnelle Berg von einem Elefanten, der seinem Herrn dient. Ihn besteigt der Träger des hundertspitzigen Donnerkeils, der dich innig liebt, Held! Du mit den strahlenden Gesichtern, mit der Blütengirlande, Speerheld, Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![244]
1044 – Mehr als die Beherrschung des Atems
„Die Luft strömt täglich ununterbrochen hinaus, ohne aufgehalten zu werden. Wenn man sie ganz zurückführt, wird das Befreiung sein.“ Lass mich nicht, nur nach dieser Überlegung handelnd, zu einem Yoga-Werkbeflissenen ohne rechte Lebensführung werden, der keine Gnade empfängt.
Der Körper, der unablässig auf Erden umherirrt, ist etwas anderes; ich bin etwas anderes; die Werkzeuge des Erkennens sind wiederum etwas anderes. Lass mich all dies von mir abschütteln und in deinen Füßen jenseits aller Worte dahinschmelzen. Gewähre mir deine beiden Lotusfüße, damit ich ein höchster Yogi von edler Lebensführung werde!
Der ursprüngliche Gopala hob den großen nordwärts ragenden Meruberg und pflanzte ihn ein; er quirlte die sieben von Makara-Tieren bewohnten Meere zu Nektar. Die gekrönte, scharfe Schlange litt, das Quirlholz litt, und seine tausend Schultern, an denen die Lotusfrau ruht, litten. Du bist sein Neffe! Sohn des Dreizack- und Schädelträgers! König der rankengleichen Tochter der Speerjäger im Wald! Beschützer der goldenen Welt, Stütze aller Welten, Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![245]
1045 – Jenseits der Vorstellung von Ich und Mein
Der reine Atem strömt nicht weiter; über dem Wurzellotus im Nabelbereich soll das ursprüngliche Feuer auflodern, damit der Nektar getrunken wird. In einer Weise, die sich nicht bewegt und nicht weicht, beständig verweilend, steigt man auf den Freude gewährenden Stufen empor. Der Geist schlägt gleichsam Yama nieder, zieht durch den Himmel und spricht leichtfertig, als wäre er über alles erhaben. Lass „mein“ und „ich“ sich ablösen und jeden und alles zu mir werden. Gewähre mir den Herzensstand jenseits jeder Vorstellung![246]
Wie die Yamuna, die aus dem Armreif der makellosen Göttin emporströmt, wie die sieben göttlichen, alles erfüllenden Wolken, wie der große Wunderherr, der sich ausdehnt, um die ganze Weite der sieben Welten zu umfassen, eilt dein blauer Pfau mit seinem herrlichen Schweif in die vielen Richtungen des Himmels. Er läuft noch über die Himmelssphäre hinaus, die dem Lotusgeborenen als Wohnstätte dient. Junger Herr auf diesem Pfau! Wolke des Erbarmens, reines Meer des Erbarmens, endloser Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![247]
1046 – Zeige mir den Weg aus der Verblendung
Scharf wie die Spitze des Pfeils und des Speers, wie das gewaltige Gift, das der Herr beim Nektarquirlen aufnahm, sind ihre Augen. Sie werden sehr lang, kehren um, weiten sich und laufen bis an die langen Ohren; unter dem Schatten des dichten Haars ruhen sie kühl. Selbst die Götter, die nicht schlafen, und alle asketischen Vedengelehrten, die keiner Verblendung unterliegen, würden um ihretwillen das Madal besteigen wollen. Mit solchen Frauen von bewegten blauen Lotusaugen ermüde ich. Schaue nach einem Weg, auf dem ich gerettet werde!
Bhavati, Yamala, Vama, Abhirami ist der Lebensschatz des Königs der schneebedeckten Berge, an denen die Wolken verweilen. Ihre Füße tragen klingende Ringe und gewähren Zuflucht; sie ist von dunkler Gestalt, höchste Yogini, die Bezaubernde, Mahamayi. Sie ist die eine Hälfte des Herrn von Kailasa, göttliche Herrscherin, Mutter der Welt. Aus ihren schweren berggleichen Brüsten strömt unermesslicher Nektar. Du Held mit dem Speer, dessen Dichtung nach Vedenliedern und diesem Nektar duftet, Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![248]
1047 – Ist Lust schon Erkenntnis?
Den wohlschmeckenden Saft der Lippen trinken, bis der Durst vergeht, im süßen großen Meer des Genusses versinken, das Herz nirgendwo anders hingehen lassen, dahinschmelzen und täglich mit ungeteiltem Sinn an den Schultern lieber Frauen spielen: Ist dieses Verlangen nach reizvoller Liebe etwa der in den großen Veden gelehrte Dienst, das Ritual, der Yoga oder die Erkenntnis, oder die Gemeinschaft all dieser Wege? Ist es die sichtbare Gestalt der Elemente von der Erde an? Ist es die aufbrechende Knospe der sechs Stützen, der Stand ohne Stütze, die gestaltlose Gestalt?[249]
Gnadenspender auf dem blauen Pfau, der den kunstvollen Tanz beherrscht! Lehrer des höchsten, überaus weisen Yogi, der Schlangen als Armschmuck trägt und in großer Herrlichkeit leuchtet! Du trägst die reinen Lotusfüße der keuschen Jägertochter als Schmuck auf dem Kopf. Deine Hand vergisst den Speer nicht, Vishakha, Träger aller Künste!
Der weise elefantengesichtige Gott, der auf der Maus reitet und Ströme von Brunstsaft vergießt, umrundete seinen Vater. In derselben Zeit umrundeten deine blütengleichen Füße alle sieben Welten. Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter!
1048 – Lass mich deine Füße in Liebe besingen
In der Hütte aus Blut und Haut wohnt dieses leidvolle große Leben. Damit es zerfällt, schickt Yama seinen Todesboten. Mit grausamer Schlinge und Dreizack, erbarmungslos, treibt er schreckliche Krankheiten vor sich her und tritt mir entgegen. Bevor dies geschieht: Junger Herr, du entsendest den Speer, damit Sonne, Mond, Himmelsbewohner, Menschen auf Erden und das Milchmeer sich nicht mehr fürchten müssen. Held, dessen Schultern selbst makellose Dichter nicht beschreiben können, gewähre mir, deine Füße mit Liebe zu besingen!
Der Wunderherr ließ die Marutabäume gewaltsam zu Staub fallen, blies die Bambusflöte und lief herbei, als der Elefant im Teich „Urgrund!“ rief: Murari, der Gemahl der Hirtinnen, der Herr, der dem Wort seiner Mutter nicht widersprach. Du bist sein Neffe!
Du bist der Sohn des unvorstellbaren Ursprungs der Erkenntnis, des Schädelträgers auf dem Stier, der mit schrecklichen Geistern tanzt und darauf bedacht war, seine Feinde in heftiges Feuer zu versenken. Du bist jenseits jeder Ursache, Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![250]
1049 – Welche Befreiung kann nicht zerstört werden?
Sie lässt sich nicht durch das Hören der Shruti hören; die Anhänger des äußeren Dienstes sehen sie nicht. Sie bindet sich nicht einmal an Turiya; niemand kann ihr nachgehen. Sie tritt nicht in die große Maya ein, ist ein unerschöpfliches großes Meer der Freude und hört nicht auf. Brennt die Sonne, welkt sie nicht; flammt das untermeerische Feuer auf, verbrennt sie nicht. Weht der Wind, fällt sie nicht und bewegt sich nicht. Umgibt sie das Meer, versinkt sie nicht; treffen sie Waffen, vergeht sie nicht. Welche ist diese Befreiung höchster Erkenntnis? Sage es mir!
Damit das Land der Dämonen verödet und die Bewohner wieder in das Land mit dem Meer der Makara-Tiere und in die reichen, dicht bewaldeten göttlichen Gefilde einziehen, entsendest du den Speer gegen den mächtigen Gipfel, an dem die Wolken lagern, König![251]
Der Lehrer der Veden und Mal sinnen über ihn nach: den Lehrer der Agamas, den Träger des goldenen Bogens, den im Himmel Wandelnden, den auf Erden Wandelnden, den auf vielerlei Weise Wandelnden, den Meister des Tanzspiels auf Kailasa, den überall Wandelnden. Du bist die Lebensfülle dieses Herrn, Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![252]
1050 – Was bedeutet Ich und Du?
Es lässt sich nicht berühren; seine Gestalt tritt nicht unmittelbar vor Augen. Selbst wer die Shruti vorträgt, findet keinen Weg, es gegenständlich zu erklären. Es ist der Herr, auf den unser Verlangen gerichtet ist, das eine einzige Turiya, anders als alles und Erkenntnis selbst. Es wohnt im Körper, der sich mit langen Armen und Beinen bewegt. Die Schriften sprechen von „du“ und „ich“: Was ist diese von Maya erfüllte Ordnung? Und was ist die Ordnung, nach der auf den Befehl des unvergleichlichen Todes die lärmenden Boten zielbewusst herankommen? Willst du mir das nicht sagen?
Held, du entsandtest den siegreichen Speer und führtest den Kampf, sodass Millionen kampfstarker Asuras fielen. Vel mit zwölf Schultern! Beschützer der schönen, vom Reh geborenen Frau! Du überragender Herrscher des Himmels, damit Brahma und Hari leben können!
Jener Herr trägt das scharfe Gift in der Kehle, ist der große Meister wunderbarer Tanzgestalten; er suchte seine Feinde auf, sodass Feuer gegen sie aufloderte. Der Gott reitet den Stier. Du bist sein Sohn, Ursprung, Wahrheit der Veden, Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![253]
1051 – Auch im Genuss deine Füße nicht vergessen
Im Mondlicht, wenn Kamas wehender Wind sich bewegt, im Schatten eines Gartens, oben im hohen Stockwerk eines großen Hauses, auf einem Lager, dessen Duft nicht vergeht, bin ich beständig mit Frauen zusammen. Mit vollem Mund und bis in den Bauch trinke ich den Honig, der aus ihren Ilavamblütenlippen quillt. Mein großes Verlangen wächst, ich schmelze dahin; ihre schweren, mit Sandel bestrichenen Brüste sinken auf meine Brust, und ich umschlinge sie fest. Auch wenn so die Verliebtheit zunimmt, will ich deine mit Nipa-Blüten geschmückten herrlichen Füße nicht vergessen.
Im weiten Himmelsraum bewegt sich Bhagirathi und steigt, mit Girlande und Schlange spielend, auf die gewundene, schöne Haarkrone des großen Herrn, den der Klang der Timilai begleitet. Kumara, du bist mit ihm innig verbunden. Mit deinen zwölf goldenen Armen vertiefst du ohne Trennung die Umarmung der Jägertochter. Du führst den Krieg, der das Heeresmeer der Asuras zu Staub macht. Gemahl der Devasena, die mit dem großen Elefanten seiner gewaltigen, Brunstsaft tragenden Wangen verbunden ist, Speerheld, Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter![254]
1052 – Wirst du auch mich annehmen?
Ihr Sinn ist wie hinter einer Tür verschlossen; ihre Gestalt trägt Brustberge, mit Sandel bestrichen. Von den zornigen Lotuspfeilen König Kamas getroffen, beachten sie keine Grenzen der Herkunft und zeigen jugendliche, leuchtende Körper. Mit diesen Frauen prahle und spiele ich, koste Freude und vertue die Zeit. Ohne Scham treibe ich Liebesspiele, verschwende meine Tage, bin voller Mängel, hundegleich, tatenbeladen und grausam; statt dich zu preisen, rede ich ungelehrt, und blind suche ich dich nicht. Wird ein Tag kommen, an dem du mich in deinen Dienst nimmst?[255]
Mal nahm die schuldlose Gestalt des kleinen Weisen an und suchte vergeblich deinen Vater. Dieser schwer erreichbare Vater, der Herr von Madurai, gab den Auftrag: Du stiegst auf den seltenen Sitz Sharadas und erforschtest zum Heil die ganze Welt in ihren vier Richtungen, junger Herr![256]
Deine reine Gestalt ist wie Gold, deine zarte Schönheit wie Koralle. Du Gott besteigst den Pfau mit dunklem, herrlichem Schweif. Gestalt der Gnade, Gestalt der Erkenntnis im Lotus, Meru des Erbarmens, großer Herr der Götter!
1053 – Komme tanzend
Shesha in der Unterwelt soll tanzen, das ganze Meru soll tanzen, die ausdrucksstarke Kali soll tanzen. Mit ihr stritt damals im Tanz jener, der mit erschütternder Wucht sein Bein ausschwang und den Stier reitet: Auch er soll tanzen. Neben ihm sollen die Bhutas und Vetalas tanzen.
Die lieblich sprechende Vani soll tanzen, Brahma auf der Blume soll tanzen, die Bewohner des Himmels sollen tanzen, der Mond soll tanzen. Deine große Tante auf dem Lotus soll tanzen, dein großer Onkel soll tanzen. Dein Pfau soll tanzen, und du selbst musst tanzend herbeikommen!
Bhimas Schultern lassen die Keule nicht los. Durch die Pfeile seines Mitstreiters wurden die mächtigen Heere der hartnäckigen Feinde zu Staub; die geraubten, brüllenden Rinder kehrten zurück. Auf dem Wagen, den Vijaya bestieg, blies jener die goldglänzende, vedisch tönende Muschel. Er ruht auf dem Wogen schlagenden Meer; seine herrlichen Füße überdecken die Welt, Garuda ist sein Reittier. Du bist der Neffe dieses großen Wunderherrn!
Damit auch das Herz König Prabhuda Devas mit seiner hell strahlenden Brust tanzt, komme, großer Herr der lebenden Götter![257]
1054 – Welche Erkenntnis führt über die Körperhütte hinaus?
Blut, Gehirn, Fleisch, aus dem fortwährend Unrat fließt, eine hautbedeckte Hütte, eine Grube von Schleim und Schmutz: Wie eine Blase auf Wasser entsteht sie und vergeht. Sie ist der Stützpunkt der Täuschung, ein Gestell, von dem Geier, Hunde, Geister und viele Krähen trinken werden. Ich pflege nur diesen Körper, ohne Erkenntnis, versinke vergeblich im irdischen Leben und vergeude die Zeit. Blumen und junge Blätter streuen die Verehrer aus, vollziehen religiöses Schauspiel und Ritual, und sehen sie doch nicht: Welche ist jene Befreiung höchster Erkenntnis? Sage es mir!
Der Höchste hat einen feuerfarbenen Körper und badet in Asche; an seiner Seite lebt die Tochter des Himalaya, die große Dreizackträgerin. Du bist ihr Kind! Diejenigen, die Anfang und Ende nicht sehen, die Weisen und die Bewohner des Himmels preisen dich mit Musik, und du freust dich daran.
Die große Schlange, Meru, das Meer der Makara-Tiere und die Erdenwelt erbeben; die sieben gewaltigen Berge werden zu Staub. Geister, Bhutas und Mahakali tanzen auf dem Schlachtfeld. Du entsendest deinen Speer, sodass die Asuras fallen, großer Herr![258]
1055 – Wen könnten Kamas Pfeile noch treffen?
Tag und Nacht irren die Streitgelehrten sämtlicher Religionen umher, um den brennenden Feuerhunger in diesem hinfälligen, elenden Körper zu stillen. Wenn sie statt streitsüchtiger Rede mit ihrer Zunge deine Lotusfüße preisen und zur Verehrung gelangen, den seltenen Stand über Turiya erreichen, Werkzeuge und Erkenntnisorgane hinter sich lassen, zur Gestalt der Erkenntnis werden und vor Freude erschauern, wenn ihre unwillkürlichen Atembewegungen enden und sie als Makellose verweilen: Können sie dann noch die Blütenpfeile treffen, die Ratis Gemahl aussendet?[259]
Die Strahlen der aufgehenden Sonne wurden verdeckt, als unter Kampfgeschrei unzählige dichte Wagenheere heranrückten. Alle Könige mit ihren prächtigen Kronen und die Hundert sollten durch einen einzigen Vijaya fallen. Zu diesem Zweck ging der mächtige Hari als Bote umher. Du bist sein Neffe, Kind Parvatis, König der rankengleichen Tochter der furchtlosen Jäger! Damit das dunkle Meer aufschreit, die Asuras fallen und der Berg zersplittert, hast du deinen Speer geschleudert, großer Herr![260]
1056 – Deine Füße vor dem letzten Augenblick preisen
Tochter, Ehefrau, die Familie meiner Mutter und alle Angehörigen sind verwirrt; ringsum ertönt ihr Klagen. Yama sieht auf das Leben, das im Körper wohnt, und kommt mit jenen, deren Blick Feuer speit und die laut brüllen, um es zu fesseln. Bevor er sich nähert, gewähre mir, mit meiner Zunge deine Füße zu preisen: „Murugan, du zeigst die innige Zugehörigkeit, in der selbst jene dahinschmelzen, die sagen, dass Zeitalter und Ende, der Lauf der aufgehenden Sonne und des Mondes, Sein und Nichtsein vorübergehen!“[261]
Der unvergleichlich geschickte Bogenschütze Vijaya vernichtete die ruhmreichen Söhne Dhritarashtras: Ihre Pferde, Elefanten und Wagenheere fielen, ihre Herrschaft endete, und die Last der großen Erde wurde erleichtert. Du bist der Neffe dessen, der dies durch ihn vollbrachte.
Sura nahm andere und immer andere Gestalten an, sodass die mächtigen Berge und das ganze weite Meer zugrunde zu gehen schienen, und kämpfte mit dem Speer. Du schleudertest deine siegreiche Speerwaffe, die seine duftenden langen Schultern und seine schwere Kampfkraft durchdrang, großer Herr!
1057 – Schenke die makellose Wahrheit
Eingeweide, Wasser, reichlicher Unrat und viele Knochen ohne Zahl bilden diese Hütte, die als Ort grausamer Krankheit eingerichtet ist. Darin ist ein Gestaltloses eingesetzt, das man „Leben“ nennt. Bevor der vom Tod gesandte Diener kommt, um es zu ergreifen und fortzuführen: Schenke mir doch die makellose Wahrheit, damit meine Einsicht reift und ich deine Füße preise!
Du wurdest zum Vengaibaum, den die Jäger im dichten Wald nicht durchschauen konnten. Kanda-Vel, du begehrtest die pfauengleiche Kuravatochter mit bambusgleichen Schultern und vereinigtest dich in geheimer Liebe mit ihr. Held, du siegtest mit dem Speer, sodass die Asuras, die heftig gegen dich ankämpften, unter Geschrei vollständig fielen. Die alten Gottgestalten schauten deine unermessliche heilige Gestalt an: Du bist ihr Herr![262]
1058 – Das Wort, das den Tod verwandelte
Allen gemeinsam und doch der einzigartige Ursprung, die jenseits von Tag und Nacht verkündete Wahrheit der Veden, das letzte Ziel der Wahrheit, der große freie Raum, ohne Verhüllung, endlose Zuflucht, kaum zu denken und süß wie zu trinkender Nektar: So ist das Wort deines Erbarmens. Es ließ die fünf Sinne schwinden, die Werkzeuge verstummen und wandte meinen Tod ab. Wie wunderbar war dieses Wort![263]
Das Meer schrie auf, die Dämonen erhoben ihr Kampfgeschrei, die Welt pries dich. Du Mächtiger lenktest das unvergleichlich tapfere Ross mit prächtigem Pfauenschweif. Freund der Berge auf Erden, Oberhaupt der Himmlischen, Sohn Parvatis, Lebensschatz, der von den Brüsten der Krittika-Mütter reichlich Milch trank! Herr der uralten Gestalten, die auf dem Lotus, im Milchmeer und auf dem Berg wohnen!
1059 – Nicht einmal geben kann ich
Ich besinge nicht den glühenden, mächtigen Speer, der den hochragenden Mangobaum im Meer spaltete; ich tanze nicht. Um die Befreiung zu erreichen, falle ich nicht auf die Füße, die Erbarmen schenken und deren Fußringe klingen; nicht einmal auf die Füße jener falle ich, die sich dort niederwerfen. Nicht einmal ein Gericht aus Kleie gebe ich einem Bittenden unverzüglich. Für mich scheint es besser zu sterben, als so zu leben. Doch gewähre du mir nun einen würdigen Stand und Befreiung; mache, Herr, meinen Leib zu einem beständigen![264]
Das Krokodil verfolgt die Spur und greift an. „Mach seinen Kopf zu Staub! Gnadenspender, Narayana, guter Beistand! Gemahl der Frau aus dem Milchmeer, mit Tulasi auf der Brust, Gopala, rette mich!“ So rief der berggleiche Elefant mit seinem Rüssel. Jener bestieg Garuda, sprang mit der großen Muschel herbei und nahm ihn damals in seinen Schutz. Du bist sein Neffe!
König, du bewahrtest gnädig die Welt des Herrschers mit dem Vajra. Gott, Vel, großer Herr der Himmlischen![265]
1060 – Alles bist du, und doch suche ich dich nicht
Du bist Sonne, kühler Mond, weite Erde, Raum, Wasser, Feuer, Wind und die vielen Sterngebilde. Du bist die verschiedenen Wochentage und die vierzehn, sechs und sieben hohen Sternstationen, die sieben Welten, die Shruti und das Licht über den Shrutis. Du bist Brahma, Mal und darüber Shiva, die unvergängliche Wirklichkeit. Soll ich weiter umherkreisen, ohne die Füße, in die keine Dunkelheit dringt, als Krone zu tragen, ohne sie zu suchen und ohne zur Vollendung zu gelangen?[266]
Die hundert Söhne Dhritarashtras fielen in dreimal sechs Tagen und gelangten in die Welt der Helden; der ausgezeichnete Partha sollte dagegen die Welt bewahren und in herrlicher Würde leben. Du bist der Neffe des Königs, der dazu seinen Wagen lenkte.
Du hältst den blutgetränkten Speer in der Hand, bist zornig auf die dämonischen Rakshasas, trägst Nipa- und Kutalamgirlanden und reitest den großen Pfau, Held! König, du bewahrtest gnädig die Welt des Herrschers mit dem Vajra. Gott, Vel, großer Herr der Himmlischen!
1061 – Rufe mich von der Todesreise zurück
Dieser einstige Körper hat die Jugend ganz verloren. „Wer altert nicht? Wer bleibt? Wer schützt, wer gibt?“ So erhebt die Welt ihre Klage; die geschlagenen Trommeln dröhnen. Angehörige im verschlossenen Haus jammern „Ko, ko!“ Die Kinder rufen, die Frau ruft, die Mutter schlägt sich, fällt nieder und ruft: „Mein Leben!“ Diese trügerische Reise des Sterbens führt in die Stadt des Todes. Du sollst sagen: „Komm nicht dorthin! Wir gehen in die Himmelswelt; kehre du um!“[267]
Die Jäger im von Gebüsch umstandenen Feld schreien; ohne fortzugehen wendest du dich ihnen zu. Du kämpfst mit machtvoller Tapferkeit und treibst die Asuras in die Flucht, König! Nipa-Geschmückter, Jüngling! Selbst der Vater preist deinen kindlich sprechenden Mund als höchsten Guru. Du Sechssilbiger, unverletzte Gestalt und Gestaltloser, Meister! König, du bewahrtest gnädig die Welt des Vajra-Herrschers, der hundert Opfer vollbrachte. Gott, Vel, großer Herr der Himmlischen![268]
1062 – Nicht bei den Lobreden auf sinnliche Schönheit bleiben
„Komm in unser Haus!“ sagen diese listigen Frauen. „Sind ihre Augen Schwerter, Speere, Fische oder Rehe? Ist ihr lockiges Haar, dunkel wie ihr Sinn, Himmel, Wald oder die Gestalt des großen, unvergänglichen Wunderherrn? Sind die kühlen Worte ihres Korallenmundes die Milch, die man aus dem Milchmeer trinkt, angehäufte Süße, Honig, Sirup oder der Nektar der Götter?“ Soll ich hundegleicher Diener nur solche Gedichte singen und ohne Vollendung vergehen?
Lebensschatz dessen, der unter einem Banyanbaum wohnt, während Parvati neben ihm steht und ihn voll Liebe betrachtet! Du zogst mit „Ko, ko!“ aus. Die Asuras schrien, das Meer geriet in Brand. „Ha, Sura! Geh nicht fort, kehre um!“ So liefst du ihm nach. Mit deinem scharfen Speer, den du durch den Krauncha genannten Berg stießest, mit deiner einzigen Waffe führtest du den Kampf. König, du bewahrtest gnädig die Welt des Vajra-Herrschers. Gott, Vel, großer Herr der Himmlischen![269]
1063 – Wende deinen Blick mir zu
Mit einigen speergleichen Blicken, dem Tod vergleichbar, ziehen die Frauen mit bambusgleichen Schultern mich in endlose Täuschung. Die Weise, in der ich die Veden rezitiere, der rechte Weg und die Tugend werden vernichtet; ohne zu prüfen, wohin ich gehe, verliere ich mich. Meine feste Entschlossenheit, Kraft, helle Einsicht und mein Gedeihen werden verändert, wie ein Hochland, zu dem kein Wasser gelangt. Inmitten der Taten stürze ich und werde von aufschießendem, wildem Stolz überwuchert. Großer Held, schaue auf mich, lass mich nicht vergeblich darin bleiben und nimm mich an![270]
Kind des Herrn, der den Tod niederwarf, den der mächtige Mal nicht finden konnte und der mit der Göttin lebt! Lebensfülle jener, die deine makellosen heiligen Füße Tag für Tag mit vollem Mund und unveränderter Zunge preisen! Deine Brust trägt die schweren Brustberge und Schultern der jungen Frau vom bewachten Kuravafeld. Mit dem scharfen Speer triebst du die Asuraherrscher in das große Meer und ließest sie zusammenbrechen. König, Gott, Vel, großer Herr der Himmlischen!
1064 – Komme auf dem goldenen Pfau
In dieser elenden Hütte, aus der Blut fließt und die verfault, richte ich mich gern ein. Durch die grausamen, scharfen Augen der Frauen, mit denen ich süße Vereinigung suche, wachsen all meine begehrlichen Gedanken. Bevor der streitende Tod sie vernichtet, musst du voller Erbarmen kommen, während die Schönheit deines goldenen Pfaus ausstrahlt.
Mit deinem herrlichen Speer spaltetest du den Berg, um den die Sonne kreist. Held, du eiltest in das muschelreiche Meer zum Herrscher der Asuras. Murugan, Sohn des Herrn, der Ratis Gemahl im Feuer verbrannte! Großer Herr, dein leuchtendes Lotusgesicht und deine Schönheit lassen sich nicht malen!
1065 – Den betrügerischen Lebensunterhalt verlassen
„Dein Leid wird enden, deine Armut vergehen. Nektartrank, göttlicher Trank, die wunscherfüllende Surabhi und die wunderwirkende Pille sind leicht zu bekommen. Damit unser quälender Hunger endet, gib uns Joghurt und gekochte Speise, das genügt! Gib uns Halsketten, Armreifen, gewundene Ketten und Metallplatten zum Einschmelzen!“ Wird ein Tag kommen, an dem ich solche List hinter mir lasse?[271]
Pfauheld, du schleuderst den Speer, der den Hals und Leib des hohen, unvergleichlichen Berges und die breite Brust der Asuras durchdringt, den Bauch des dunklen, lärmenden Meeres mit seinen Makara-Tieren aufreißt und die Fußfesseln der leidenden Götter zerbrechen lässt. Großer Herr voller Erkenntnis, Kraft, Tugend, strahlender Farbe und Schönheit!
1066 – Ein kühles Wort vor dem letzten Weg
Schmuck, Geld, kostbare Gewänder, langjährige Diener und Ehefrau: Wer von ihnen könnte, recht betrachtet, mitkommen, wenn das Leben auf die schwere Reise geht? Die Angehörigen von guter Art und wohlmeinendem Herzen treten näher und legen den Körper auf Holz. Bevor diese grausame Handlung geschieht, gewähre deinem Diener, Worte über deine Füße zu sprechen, die sein Herz kühlen.
Herr des unvergleichlichen Arunai und Palani, junger Gott, Murugan! Mit beiden Händen verehrtest du die pfauengleiche Frau im Gebiet der Jäger und nahmst sie an deine Brust. Die Götter verneigen sich in geordneter Schar, während dein Speer alle Asuras zu Fall bringt. Großer Herr voller Erkenntnis, Kraft, Tugend, strahlender Farbe und Schönheit!
1067 – Deine Füße als fester Halt
Die Kinder, der liebe Vater und die Ehefrau drängen sich heran und schreien, vom Verstand verlassen. Der Tod mit seinen übermächtigen, trügerischen Augen wirft aus seiner harten Hand die Schlinge und umschließt mich. Einsicht und Bewusstsein verlieren ihren Halt und zerfallen. Bevor das Leben fortgeht, schenke mir deine rotgoldenen Füße als feste Stütze und erweise mir Erbarmen!
Bräutigam, der sich auf dem schönen kühlen Berg, wo Affen umherspringen, mit der jungen Frau vereint! Die herandrängenden Asuraheere zerbrechen, und die Himmelsbewohner preisen dich, während du kämpfst. Ewig junger großer Herr, du vereinst dich liebevoll mit den Frauen von Mondstirn und schönem, stets lieblichem Gesicht, damit Freude aufblüht!
1068 – Das Leben, Muruga zu sagen
Fließendes Fleisch und Blut, in Haut gekleidet, nehmen Gestalt mit langen Beinen und Armen an. In einer Mutter Leib geboren, kommt dieser Körper heran, reich an umhertreibender Täuschung. Er wird alt, keucht, erschöpft sich und gerät in das Elend des Greisenalters. Bevor er stirbt, gewähre mir das Leben, aus liebevollem Herzen das Wort „Muruga“ zu sprechen!
In den sieben Himmelsbereichen und den acht Richtungen herrscht Indra als König der Götter. Er besteigt freudig den kampfbereiten, brünstigen Elefanten und lebt siegreich in seiner reichen, juwelengeschmückten goldenen Stadt. Die Rakshasas verwüsteten sie, legten großes Feuer, nahmen die Mauern ein, führten die Bewohner gewaltsam fort und sperrten sie ein. Du löstest ihre Gefangenschaft wieder, großer Herr!
1069 – Die Lehre, die nicht stirbt
Als Keim im Bauch, dann mit Gestalt geboren, erreiche ich die Jugend und lebe voller Sorgen. Ich schwätze aus Kunst- und Lehrbüchern; währenddessen verschwindet das Schwarz meines Haars und wird weiß. Lass mich nicht so sterben. Zu den beiden Zeiten und zur anderen Zeit will ich in das angefachte Feuer und in reichliches Wasser eintauchen. Verkünde mir jene wesentliche Unterweisung, welche die unsterblichen, reinen Vedischen preisen![272]
Die Rakshasas verschlossen zuerst den Weg zum kostbar leuchtenden Amaravati. Dann griffen sie es erneut an, konnten jedoch den Tausendäugigen auf Airavata nicht ergreifen. Sie zerstörten das heilige Land des Kalpaka-Baums, umringten die Götterherrscher und deren Angehörige, führten sie gewaltsam fort und sperrten sie ein. Du löstest ihre Gefangenschaft wieder, großer Herr![273]
1070 – Wann endet die Last der Sinne?
Du gingst damals auf das zarte Feld und wurdest vertraut mit unserer Kuravafrau, süß wie Zuckerrohr, die gekommen war, es zu bewachen. Ihre festen jungen kokosnussgleichen Brüste wölbten sich, prächtig geschmückt. An ihren weichen Schultern schwelgtest du liebevoll, voller freudiger Erregung im Herzen. Statt von deinem Wesen zu sprechen, trage ich die Last dieser Sinneshütte, und große Not drängt heran. Wann wird meine Verwirrung enden?
Jener Wolkengleiche brachte die Affenscharen zusammen und entbrannte im Zorn, sodass die Heere der Rakshasas und das bergige Lanka zu Staub wurden. Er und der Dreiäugige preisen dich. Ebenso der Herr des mächtigen Elefanten mit geschmücktem Gesicht und Stoßzahnzier, dessen Brunstsaft aufwallt und der die grimmigen, heranstürmenden Feinde in die Flucht treibt. Auch die Liebenden in der Freude jenseits von Geburt und Tod und die drei Welten preisen dich, großer Herr der Himmlischen![274]
1071 – Wann endet mein verkehrter Sinn?
Mir fehlt die Liebe, in der das Herz sich weitet, sich freut und schmilzt. Freigebigkeit, gute Art und Scham, die mich recht leben ließen, besitze ich nicht. Auf dem Berg der wilden Bogenschützen wurde die junge Frau groß; du gehst zu ihr, um ihre Brüste fest mit deinen heiligen Händen zu umarmen. Dieses dein Wesen verstehe ich nicht in Liebe. Stattdessen dränge ich zornig vor und rede unverschämt, ich Streitsüchtiger. Wann wird mein verdrehter Sinn endlich enden?
Damals kam jener im Übermut zu dem Berg, auf dem Hara mit seinem einzigartigen Gnadenauge wohnte, schob seine breiten Hände darunter und hob ihn samt dem Fuß an. Der Held, der seine Köpfe abhieb, die Bewohner aller acht Richtungen, Sonne und Indra stehen unablässig bei dir. Auch die Liebenden, die in der Freude deiner Füße verweilen, und die drei Welten preisen dich, großer Herr der Himmlischen![275]
1072 – Mit einer leuchtenden Lampe verehren
Das Haus, in dem ich wohnte, die kleinen Kinder, die ich liebkoste, die nahen Angehörigen, der vertraute Ort, die Frauen, die Jugend, das reiche weite Land und die Berge: Lass mich nicht daran Freude haben, als seien sie beständig. Gewähre mir, dich mit einer leuchtenden Lampe zu verehren.
Neffe des Wolkenfarbigen, der auf den Kuruntubaum stieg! Bräutigam der Kuravatochter vom Berg, auf dem Affen umherziehen! Dichter, der die wohlgeordneten Veden und das kühle Tamil durchschaut! Großer Herr, schön sind deine roten Füße und ihre Fußringe!
1073 – Die Gabe deiner Füße
„Die Frau, mit der ich verbunden bin, und die Kinder, deren Anblick meine Augen erfreut, werden nicht in Not geraten.“ So suche ich mein Glück und lebe im Getriebe dieser Welt. Lass mich nicht mit einem erschöpften Körper und tiefem Herzenskummer darin verbleiben. Schenke mir deine geliebten Füße und gewähre mir, von dir zu sprechen.
Neffe Haris, der sich mit der Göttin auf der offenen Blume vereint! Bräutigam, der die rankengleiche Tochter der Krieger umarmt! Deine Fußreifen und die kleinen Glöckchen senden ihren Klang in alle Himmelsrichtungen. Großer Herr, schön sind deine roten Füße und ihre Fußringe!
1074 – Komme in meiner Stunde der Schwäche
Der ihm entsprechende Stier, der Mantel aus Elefantenhaut, schöne Asche, die glänzende heilige Schnur, das Gewand aus Tigerfell, Beil und Hirsch, das schwingende Ohrgehänge und die als Juwelengirlande getragenen Schädel, Schmuck auch auf dem Haupt: So erscheint Isha. Du bist der Guru und Herr, dem er sich liebevoll näherte.
Du Zorniger entwurzeltest den hochmütigen Sura mit seiner ganzen Sippe. Lass die Boten mit der Schlinge, an der sie Gefallen haben, mich nicht quälen. Wenn ich schwach werde, musst du auf dem großen Pfau kommen, damit mein Leiden endet. Großer Herr, dessen Schultern der herrliche Speer begleitet![276]
1075 – Dürfen Liebespfeile sie noch treffen?
Lebensschatz Shivas, der die drei Festungen in einem einzigen Augenblick verbrannte! Du treibst deinen Pfau zur Eile an, sodass die Herzen der zornigen Asuras erschrecken. Sechsgesichtiger mit dem scharfen Speer, den du durch den gewaltigen Berg schleuderst! Dürfen Kamas abgeschossene Pfeile noch die junge Frau treffen, deren jungen Brüsten die Blässe der Sehnsucht anhaftet?
Jüngerer Bruder dessen, der das heilige Elefantengesicht und den geräumigen Bauch besitzt! Juwelengeschmückter, du nimmst die Tochter der Kuravas mit ihren schweren Brüsten liebevoll an deine Brust. Heiliger Neffe Haris, der auf der Schlange schläft, Besitzer der ganzen Erde! Großer Herr, du schenkst Gnade, damit die Tatenbindung deiner Verehrer und das Leiden der Götter enden![277]
1076 – Nimm mich aus der Abhängigkeit auf
Zibet, Adlerholzduft, Salbe, leuchtende Perlen und viele Juwelen schmücken die beiden gefäßgleichen Brüste, die mit dem nördlichen Meru wetteifern. So schmücken sich die öffentlich zugänglichen Frauen. Ihre schönen Wasserlilienaugen, ihre nektargleichen Worte und die willenlose Leidenschaft auf dem Lager bringen mich ganz in ihre Gewalt. Ich schmelze und gehe zugrunde: Nimm deinen Diener in deinen Dienst!
Mit dem Klang seiner Flöte schenkte jener den erschrockenen Kühen und kleinen Herden Schutz. Im tosenden, Wellen schlagenden Meer drängte er mit dem Berg gewaltig voran; „kumu kumu kumu“ dröhnte es, die Welt und der Vollmond kreisten, die Berge knirschten „neṟu neṟu“. Du bist der Neffe dieses Wolkengleichen! Großer Herr des Urwesens auf dem Lotus, den Bienen mit „moku moku moku“ umsummen![278]
1077 – Die Liebe, die Einsicht schenkt
Ihre Gesichter gleichen dem Vollmond; die zornigen Spitzen ihrer Augen scheinen gegen beide Ohrgehänge zu stoßen. Sie fangen das noch unreife erste Erkennen ein. In die Vereinigung mit ihnen getaucht, schöpfe ich hundegleicher Diener die Frucht dieser Taten aus. Lass die Vorstellung schwinden, ich sei ihnen auf ewig dienstbar, und die Leiden meines Herzens verbrennen und welken. Schenke mir die Liebe, mit der ich deine Füße freudig preise, die Einsicht geben und das höchste Ziel gewähren![279]
An deiner Brust ruhen die beiden Brustberge der Jägertochter, deren Schönheit nicht zu malen ist. Du drängtest vor, zerschlugst die gegen dich kämpfenden Asuras zu Staub und löstest damals die Gefangenschaft der Götter. Schöner Kumara, Lebensschatz, der an den Brüsten der sechs Frauen trank, sodass sich die sieben Welten freuten! Herr der unsterblichen Welt, Sohn, den Uma schenkte, Herr Haris, Haras und Brahmas!
1078 – Setze deine Füße auf mein Haupt
Grausame Krankheiten bringen Schluckauf und Erbrechen; der Rücken krümmt sich, und diese Hütte wird hilflos. Lass mich nicht fortwährend ihre vielfach wunderlichen Haltungen annehmen. Ich bin den anderen, zerfallenden Lehrsystemen entkommen. Damit ich die Wirklichkeit gewinne, stelle deine Füße auf meinen Kopf, gewähre mir wenigstens ein wenig innige Nähe, nimm mich an und erbarme dich!
Die kleine Trommel wird geschlagen, Geister klatschen in die Hände, umringen ihn und tanzen mit. „Toku toku tiku tiku tokku tikku tōntān tari“ klingt der Rhythmus. Die treue Gattin gleicht sich seinem Schritt an; in dem reinen, leeren Wald tanzt der Uralte. Du bist sein Sohn, der vertraute Gefährte der papageiengleichen Kuravatochter, großer Herr![280]
1079 – Löse mich von dem, was ins Feuer getragen wird
Auf dieser Erde, die die leuchtend strahlende Sonne auf ihrer Bahn umfängt, bin ich von Leiden und den vielen guten und schlechten Taten umgeben, werde müde und erschöpft. „Er stinkt, nehmt ihn rasch fort!“ So spricht man über diesen Körper. Die Bindung an ihn ist dann abgefallen; die Angehörigen gehen zum Verbrennungsplatz und legen ihn dem Brauch gemäß ins Feuer. Wirst du dieses Leiden nicht zornig vernichten und mich gnädig in deinen Dienst nehmen?
Mächtige Bhairavas sammeln sich stolz zu beiden Seiten des Tänzers und stimmen den Damaru-Klang auf den gemessenen Tanzschritt ab. Die Schlange hängt herab und kriecht weiter; der Große schlägt mit seinen Händen den begleitenden Takt. Der Tänzer springt hoch, prüft und vollzieht kunstvoll den Tanz auf dem großen Verbrennungsplatz. Du bist sein Sohn, der vertraute Gefährte der papageiengleichen Kuravatochter, großer Herr![281]
1080 – Befreiung für mein hingegebenes Herz
Du erinnerst dich an die Liebe der Kuravatochter mit gefäßgleichen Brüsten und süßen Worten wie die Stimme des Kuckucks. Kanda, dich zeugte Mahadeva, der auf dem nördlichen Berg wohnt. Du bist der jüngere Bruder des Elefanten, dessen Brunstsaft reichlich strömt.
Meinem Herzen, das dir einen Platz eingeräumt hat, schenke Befreiung, damit sein Kummer endet. Lehre mich Musik, komme und nimm mich an. Vom großen Gebirgsland her kamst du zum Saravana-Teich, erhobst dich daraus und errangst den Sieg auf dem Schlachtfeld, großer Herr![282]
1081 – Nimm mich an, bevor ich völlig ermatte
Ich trinke den Speichel der Frauen, verliere das Kapital in meiner Hand und werde auch im künftigen Leben umhergetrieben. Der wohlgeformte Körper trocknet immer mehr aus und leidet; dennoch wage ich weiter die Vereinigung. Bevor ich ganz ermatte, nimm mich in deinen Dienst!
Geliebter Neffe der grünen Regenwolke, die auf der Schlange mit ausgebreiteter Haube einschlief und sprach: „Dies ist der beste Ort!“ Kumara, du sprachst damals dem kruggeborenen Weisen Tamil ins Ohr, damit er es erlerne. Großer Herr, auf den die Kuravafrau vertraut!
1082 – Schenke mir Dichtung und Musik
Dunkle Verblendung steigt auf; ich versinke im anschwellenden Meer der Lust und suche unter Schmerzen die Frauen mit fischgleichen Augen, als seien sie das wahre Gut. So vergehen die Tage. Am letzten Tag wird Dharma auf dem Büffel heranstürmen und mich mit der festen Schlinge umwinden. Damit das nicht geschieht, schenke mir, der an dich als Beistand denkt, die Fähigkeit, Dichtung und Musik zu singen.
Held, du kämpfst, bis der Feind flieht, damit man dich als den Goldschultrigen auf dem heiligen Pfau preist. Herr mit goldenen Schultern, die von den Tamil-Liedern, die auf Erden erklingen, und von den reichen Veden gepriesen werden! Du besteigst den kämpfenden Pfau, lässt den Berg zu Staub werden und ziehst rings um die Erde. Wunderbarer großer Herr, du drückst die junge Frau vom Feld mit ihren schweren Brüsten an deine Brust![283]
1083 – Nicht im trügerischen Körperkreislauf umherirren
Im Inneren des Bauches wirkt Feuer; dazwischen drängen die Vorgänge hervor. Innerhalb der Haut und der Knochen vereinigt sich Samen mit Blut, mit Erde, Raum und bewegter Luft; so erhebt sich der Körper. Lass die Seele in dieser täuschenden Geburt nicht immer wieder von anhängenden Krankheiten und Leiden befallen umherirren. Sprich zu deinem Diener und schenke mir deine heiligen, hell leuchtenden, mit Nipa-Blüten geschmückten Füße![284]
Speerherr, du kämpfst, sodass Suras Heer im Meer zu Staub wird und die Feinde fliehen. Du verweilst im Strahl deines strahlenden Speers, Herr des dreifachen Tamil, kundig in vielen Künsten. Während der Herr mit verfilztem Haar nach dir sucht, läufst du über die weiten Berge und ziehst in einzigartigem Spiel umher. Wunderbarer großer Herr, du umarmst das junge Reh mit seinen vollen Brüsten innig und liebevoll![285]
1084 – Die Erkenntnis, die von deiner Gnade spricht
Die Augen dieser rehgleichen Frauen sind streitenden Schwertern gleich, mit allem Gift absichtlich gefüllt. Ihre brustbandumschlossenen, mit duftender Salbe bedeckten, gefäßgleichen Brüste richten sich im heftigen Genuss mit einem Freudenschauer auf. Lass mich nicht an ihnen zerschmelzen, ganz die Selbstbeherrschung verlieren, nur noch unbesonnene Worte sprechen und zugrunde gehen. Schenke mir die aufgehende Erkenntnis, die allein von der Gnade deiner beiden Füße spricht!
Der Elefant geriet in den Teich, in dem der große Räuber war, und ließ aus seinem Mund einen Ruf ertönen. Voll Anteilnahme kam der uralte Wunderherr herbei und entsandte sein Rad. Du bist sein Neffe![286]
Gnädiger Vel, du ruhst an den Brüsten der Jägerin mit duftendem Haar. Murugan, den Verehrern Naher, großer Herr, du entsandtest den Speer, sodass der Berg zerbrach!
1085 – Woran soll mein Herz sich halten?
Diese rehgleichen Frauen sind im Töten überaus kundig und in der List geschult; ihre schwarz geschmückten Augen gleichen Wasserlilien. Soll ich mein Herz an ihre Ohrgehänge verlieren, an den anmutigen Gang, das eingeölte Haar, die Zähne, die großen Brüste, die winzige Hüfte, das lotusgleiche runde Mondgesicht, den Rücken, die Stirn mit dem Mal oder die papageiengleiche Sprache?
Du Meister der Künste, grimmiger Murugan, Widersacher der Bösen, ganz junger Herr! Goldener, Sohn des göttlichen „Verrückten“, gepriesener Gott auf dem grünen Pfau! Du Welt, Ursprung der Befreiung, Besitzer der Vollkommenheiten, Neffe Vishnus! Einzigartiger, mit Vetci-Blumen verbunden, von wunderbarer Gestalt, überragender großer Herr![287]
1086 – Verehrung und Zuflucht
Zwei Berge, bestrichen mit duftender Adlerholzpaste und Moschus, lasten auf ihr. „Die Hüfte wird zerbrechen!“ Mit diesem Ruf scheinen die klingenden Fußringe zu ihren Füßen niederzufallen, zu tanzen und um Schutz zu singen. Dieses Lied allein genügt mir nicht. Gewähre mir, zu sagen: „Verehrung, Zuflucht, du mächtiger Elefant, der sich mit den anmutigen, schönen Brüsten jener vereint, die auf dem Berg spielt und als makellose Tochter der Waldbewohner die Hirse gedeihen lässt!“[288]
Die beiden, die Tag und Nacht entstehen lassen, Brahma auf dem duftenden Lotus, um den Bienen tanzen, und Mal sind da; auch der Gott, der auf dem Elefanten mit gewaltigen, Brunstsaft tragenden Schläfen, langem Rüssel, roten Zierbändern, Juwelengirlanden und Stirnschmuck kommt. Hara tanzt schließlich mit der Göttin. Du durchmisst die ganze Welt und fürchtest dich selbst dann nicht, wenn die sieben Meere anschwellen und das Weltzeitalter endet, großer Herr![289]
1087 – Umarme die von Sehnsucht Ermattende
Kamas streitbare, schwere Blütenpfeile quälen sie; berauschte, honigtrunkene Bienen summen unablässig. Die Meereswogen und ihr gewaltiges Dröhnen, die Hitze, die der zunehmende Mond ausstrahlt, lassen sie ermatten. Die glänzenden Muschelreifen rutschen herab. Lass meine kostbare Tochter, die süße Liebe hervorbringt, nicht weiter hier leiden. Tritt vor sie, damit die Dunkelheit weicht, und umfange mit deinen Schultern ihre beiden Brüste, an denen schöne Juwelen und rote Girlanden ruhen![290]
Die Sonne, welche die Welt umkreist, stand am Himmel und suchte dich: „Deine Zuflucht! Beschütze mich!“ Leuchtender Speerherr, dein Speer durchdrang Kopf und starke Schultern des mächtigen grausamen Sura. Der große Herr tanzt, während Geister und Bhutas vielerlei Dichtung singen; vor ihm sprachst du damals in Schönheit: „Das Erkennen, das durch Tugend und ihr Gegenteil hindurchgeht, ist die Fülle der Erkenntnis.“ Großer Herr![291]
1088 – Die Kunst, deine Gnade zu preisen
Blut, Wasser, Haut, Eingeweide und Knochen bilden diese aufgerichtete Gestalt. Grausame Täuschung, Zorn und heftige Begierde verbinden sich mit dem eigenschaftsgebundenen Leben darin. Yama denkt daran, es fortzuführen, und kommt mit der langen Schlinge. Meine Mutter steht da und schreit; ich verliere mich und gehe fort mit „Ich habe vergessen!“ Bevor dies geschieht, schenke mir die Kunst, freudig deine Gnade zu preisen und zu sprechen: „Guha, du erhebst dich im erblühten Lotus!“[292]
Das Heer der Dämonen umringt den großen, hochragenden Sura. Du führst mit dem Speer den Kampf, sodass er den Sinn verliert und flieht. Die Himmlischen gewinnen ihre unvergleichliche Welt zurück und verehren deinen Stand von Herzen.
Sonne, Mond und derjenige, der die Erde emporhob, preisen den Höchsten. Er trank das Gift, sodass die sieben Welten keine Furcht mehr haben mussten, und tanzt. Du sprachst damals die uralte Vedawahrheit, die sein Herz erfüllt, großer Herr!
1089 – Zeige mir deine beiden Füße
„Nehmt ihn, nehmt ihn!“ So rufen alle im Haus über dieses dem Verlust geweihte Gebilde, das beide Arten von Taten angehäuft hat. Auf dem letzten Verbrennungsplatz weinen sie und legen am Kopfende Feuer an, damit es brennt. Der Herr auf dem feindseligen Büffel mit zwei schwarzen Hörnern wird mich zuvor mit seiner Schlinge festbinden und rufen. Bevor dies geschieht, zeige mir gnädig deine beiden Füße, an denen goldene, juwelengeschmückte Fußringe befestigt sind!
Bräutigam der uralten Kuravafrau, die im schönen Bergland wohnt und die Papageien verscheucht! Kumaresha, Kind dessen mit dem Stirnauge, der ein urgewaltiges Feuer in die befestigten Wohnstätten der Feinde brachte! Murugan, du hörtest Schritt für Schritt das tamilische Lied an, das die seltenen Veden zusammenführt und auslegt. Du triebst die Asuras auseinander, die sich im Wellenmeer gesammelt hatten, und löstest die Gefangenschaft der Götter, großer Herr![293]
1090 – Schenke mir den Sinn zum Lob
Schwerer Schmerz trifft die Verwandten, ihre Herzen schmelzen. Der Körper wird gewaschen und zu jenem großen Wald gebracht, der seinem Dasein ein Ende macht; man entfacht ein hohes Feuer und legt ihn hinein. Zuvor wird der grausame Tod mit lautem Ruf die Schlinge werfen, meine Seele gewaltsam packen und umwinden. Bevor dies geschieht, schenke mir Einsicht, damit mein Herz voll Sehnsucht nach stiller Sammlung deine Füße mit freudiger Dichtung preist![294]
Die junge Frau mit Mondsichelstirn und fischgleichen Augen erschien in anderer Gestalt, als Tochter der Jäger am Berg. Sie bewachte die reiche Hirse; du verehrst die Füße dieser elefantengleichen Frau, Bräutigam![295]
Dem Herrn, dessen dichtes verfilztes Haar Arukagras, Mondsichel, Attiblüten und wogendes Wasser trägt, gewährst du Erkenntnis. Du vernichtetest das Geschlecht der Asuras, die mit kampfbereiten Armen herandrängten, und löstest die Gefangenschaft der Götter, großer Herr!
1091 – Die Füße, die in einem Augenblick die Welt umkreisen
Die Haarfülle löst sich, die Augen schließen sich, die Armreifen klingen „kala kala“, die nektarsüßen Worte geraten ins Stocken. Schmuckketten ruhen auf den schönen Brüsten, die sich vor Erregung aufrichten und dann weich werden; die Hüfte wird kraftlos, der Zustand nektargleichen Genusses breitet sich aus. Übermächtige Leidenschaft lässt das Herz schmelzen, und die Frauen gewähren Vereinigung. Lass meine Einsicht nicht in ihrer harten, grausamen Täuschung verloren gehen. Schenke mir deine beiden duftenden Lotusfüße, die auf dem Pfau in einem Augenblick die ganze Welt rechtsherum umkreisen.
Der Gnadenspender sandte den Pfeil aus, sodass der Ringberg und das Meer austrockneten; der schöne Herr rang mit den beiden Marutabäumen. Er schläft auf der gemusterten Schlange, ist der siegreiche Gnadenspender und Gemahl der Göttin. Du bist sein Neffe!
Scharfer Speerherr, du entsendest die Waffe mit solcher Wucht, dass die Heere der heranstürmenden Dämonenkönige zerbrechen, die Berge zersplittern, der Kopf des Asuraherrschers zerfällt und Feuer aufsteigt. Gemahl der heiligen Kuravatochter mit glänzender Perlen- und Juwelenkette, großer Herr, der alle Künste vollständig beherrscht!
1092 – Das Wort jenseits falscher Schmeichelei
„Schuldloser, Überragender, Makelloser, Unerschütterlicher, Furchtloser, Unvergleichlicher, Unvergänglicher! Du bist der starke Liebesgott, du Vijaya, du Murugan!“ So reihe ich Worte, schiebe ihre Namen dazwischen und singe. „König, deine Hände gleichen Lotus, Wunschjuwel, Wundermuschel, Regenwolke, Surabhi und dem Baum der Götter!“ So ziehe ich von Tür zu Tür bei Menschen, die nicht einmal ein Hirsekorn geben. Gewähre mir die eine Wirklichkeit, durch die diese Not, diese Rede und dieser Geist aufhören!
Der Kopf deines Pfaus wetteifert mit Sonne und Mond; die Krallen seiner Füße sind wie Blätter, und die Schlangen aller acht Richtungen fallen nieder. Er leuchtet wie ein goldener Berg, ein silberner Berg und ein Smaragdberg; sein dunkler Glanz gleicht der Yamuna der makellosen Göttin. Wie der Körper des Gottes, der die Himmelswolken lenkt, ist er von vielen großen Augen bedeckt; sein herrlicher Schweif breitet sich oben in voller Schönheit aus. Du lenkst diesen reich befiederten Vogel, den Pfau, und führtest den Krieg gegen Elefanten, Wagen, Pferde und Heere der Dämonen, großer Herr![296]
1093 – Das weite Erkennen ohne Untergang
Eingeweide, Kot und Flüssigkeiten, Fleischstücke dazwischen, reichliches Fett, Blut, weißliches Gewebe und Schlamm bilden den Körper. Zahllose Würmer entstehen und winden sich „neḷu neḷu“; Blut strömt „kumu kumu“ durch die Öffnungen, und es stinkt. Doch sie reiben diesen Körper mit duftendem Zibet ein, lassen den Schmuck glänzen und erscheinen so, dass die Welt verblendet wird. Lass die Liebe zu diesen Frauen enden, die Taten enden, den Geist enden und die Dunkelheit enden. Gewähre mir das weite Erkennen, das nicht untergeht!
Wie der nördliche goldene Berg und die anderen Berge nimmt dein Pfau eine hohe Gestalt an. Er gleicht dem Rad, das hohe, starke Feinde spaltet, und der mondgleichen uralten Muschel; er taucht in das Meer der Makara-Tiere und spielt. Wie die Wolke, die wächst, um die meerumgebene Welt auszumessen, richtet er sich bis an das Dach des ganzen Himmels auf, ganz blau und mit vollem Schweif. Du lenkst diesen reich befiederten Vogel, den Pfau, und führtest den Krieg gegen Elefanten, Wagen, Pferde und Heere der Dämonen, großer Herr![297]
1094 – Das Auge täglicher Erkenntnis
Millionen Blinde in anderen Religionslehren zerpflücken mit scharfer, begrenzter Einsicht die Aussagen, geraten in Aufregung, schreien gegeneinander und lachen laut. Damit ich jene Wirklichkeit erkenne, die ihnen schwer zu erkennen ist, soll der Schlamm des gegenwärtigen Geistes und der beiden grausamen Arten von Taten schwinden. Lass mich die zerstreuten Erkenntnisorgane abschütteln, sodass Tod und Verwundung enden. Lass mich weich werden, das Wort trinken und das Auge täglicher Erkenntnis erlangen. Gewähre mir nun, deine beiden moschusduftenden Lotusfüße zu erkennen![298]
Am letzten Tag zerstreuen sich die Sternschichten, die den ganzen Raum erleuchten, wie kleine Funken. Die sieben Schlangenhöhlen, die Erdenwelt, viele gewaltige Berge, die mächtigen Elefanten und Schlangen der Himmelsrichtungen schmelzen zusammen. Das untermeerische Feuer trinkt die sieben aufschreienden Meere und entlässt schwarzen Rauch. Wie dieser Rauch eilt dein Pfau am Ende bis zum Dach des Himmels. Du lenkst diesen reich befiederten Vogel, den Pfau, und führtest den Krieg gegen Elefanten, Wagen, Pferde und Heere der Dämonen, großer Herr![299]
1095 – Ein wenig Gnade aus deinen beiden Augen
„Wir wollen Yama, der im Töten geübt ist, und dem tapferen Kama dienen!“ Als dächten sie so, leuchten ihre beiden kämpfenden Augen in einer Ausdehnung wie diamant- und smaragdbesetzte Makara-Ohrgehänge, streuen Zeichnungen aus und nehmen Gift in sich auf. Sie kommen, die Leben der jungen Männer einzufangen. Den Sinn dieser täuschenden Frauen kann man kaum ermessen. Ich folge ihren Wegen, finde keinen Weg, die sieben Geburten hinter mir zu lassen, und leide, blind wie ich bin. Nimm mich freudig als deinen Diener an und schenke mir ein wenig Erbarmen aus deinen beiden heiligen Augen![300]
Man verehrt seine beiden Lotusfüße und reicht ihm makellosen Puffreis, Reisflocken, Straucherbsen und Bohnen, bis sein großer Bauch gefüllt ist; unablässig gibt man ihm die drei süßen Früchte. Als der Weise sprach, schrieb dieser einzigartige Elefant mit einem großen Stoßzahn die ganze Geschichte der Kuru-Herrscher auf den nördlichen Berg. Während er trompetete, kam dein überaus schneller Pfau in einem Augenblick um die ganze meerumgebene Welt herum. Du lenkst diesen reich befiederten Vogel, den Pfau, und führtest den Krieg gegen Elefanten, Wagen, Pferde und Heere der Dämonen, großer Herr!
1096 – Auch in der Umarmung deine Füße nicht vergessen
Ihre Augen, von roten Linien durchzogen und wie von Gift erfüllt, schließen sich; die Worte stocken, die Armreifen zerstreuen sich und klingen „kala kala“. Liebe entsteht, die nach Moschus duftenden Knospen ihrer Brüste richten sich mit einem Schauer auf. Schweiß tritt auf die Stirn, der Schmuck löst sich, die honigreiche Girlande und das dichte Haar fallen auseinander, das schöne Gewand gleitet ab. Ich trinke von den nektarvollen Lippen und schmelze dahin. Mit den Frauen bewegt sich das Lager, ich versinke im Meer des Begehrens. Doch auch wenn ich die Selbstbeherrschung verliere, will ich deine Füße nicht vergessen.
Körper und Rücken Muyalakans knirschen „neṟu neṟu“. Ein Fuß des tanzenden Herrn dringt bis in die tiefste Höhle der mächtigen Schlangen; der andere schwingt hoch, sodass das Dach des uralten Himmels zu brechen scheint, der Mond an seiner Krone sich verschiebt und alle Welten erbeben. Seine armreifgeschmückte Hand leuchtet. Zur Freude dieses tanzenden Herrn tanzt dein Pfau auf unvorstellbar schöne Weise. Du lenkst diesen reich befiederten Vogel, den Pfau, und führtest den Krieg gegen Elefanten, Wagen, Pferde und Heere der Dämonen, großer Herr![301]
1097 – Der Körper als Baum des Vergehens
Im bewässerten Boden der sieben Geburten schlagen die beiden Arten von Taten Wurzeln. Triebe des Leidens sprossen auf; sie umarmen die wachsenden Äste der Maya. Blättertriebe der Begierde entstehen, Blätter der Dunkelheit entfalten sich und wachsen weit. Knospen des Verlustes setzen an, die Todesfrucht reift, und dieser große Körperbaum fällt. Ehe ich unter seinem armseligen Schatten dem Glanz der Sonne ausgesetzt bin und vergehe, gewähre mir eine süße Unterweisung![302]
Daksha sprach vom verfehlten Weg; in seiner prächtigen Opferhalle hatten sich Mond, Sonne, Götter, der Vajra-Träger, der Lotusgeborene und der Held mit Rad und Muschel in den Händen versammelt. Du bist der Sohn jenes wilden, heldenhaften Herrn, der ihnen entgegentrat, sodass sie verschwanden und sich verbargen!
Du besteigst den wunderbaren Pfau mit schönem, dichtem Schweif und kommst mit dem Siegeszeichen über die acht Berge, Speerherr! Du stürmtest heftig vor, schlugst und zerschnittest, sodass die Heere der kampfstarken Asuras zerbrachen, und löstest die Gefangenschaft der Götter, großer Herr!
1098 – Nicht dem gekauften Liebesspiel verfallen
Stolz auf Gang und Kleidung schreiten sie über die lange Straße, verwirren die Kommenden mit ihren Augen, treten an sie heran und entzünden Verliebtheit. Sie nennen den Preis ihrer Brüste und verkaufen sie, reden anmutig schmeichelnd und tun vertraut. Sie führen in ein besonders schönes Haus, lassen den Mann auf einem Blumenlager sitzen, vereinigen sich nach den Regeln von Kamas Lehrbuch mit ihm, schmelzen sein Herz und rauben seinen ganzen Besitz. Soll ich in der Begierde nach solchen Frauen umherirren?
Tag für Tag trank er in den Häusern der Hirten Joghurt, Butterfett und Milch aus den hängenden Vorräten. Yashoda packte ihn mit beiden Händen und band ihn fest an den Mörser; da weinte Gopala Krishna. Du bist sein wahrer Neffe, Bräutigam der Kuravafrau!
Du ließest das machtvolle beschriebene Palmblatt im stark strömenden Wasser aufwärts treiben und errangst mit seltenem Tamil den Sieg im Wettstreit, Vel! Du entwurzeltest das Asurageschlecht und löstest die Gefangenschaft der Götter, die „Zuflucht!“ geschrien hatten, großer Herr![303]
1099 – Unterweisung gegen die täuschende Rede
Mit dem knospenden Lächeln des geöffneten Lotusmundes fangen sie mich ein, mit ihren wunderbaren Brüsten, die mächtigen Genuss verheißen. Sie umarmen mich auf dem Blumenlager und schenken mir freudig die dort entstehende nektargleiche Zuneigung. „Vergiss es nicht: Wir sollen wie Leib und Leben zusammen sein, ohne von ‚dein‘ und ‚mein‘ zu sprechen. Auch nur einen Augenblick Trennung darf es nicht geben!“ So reden die Frauen. Gewähre mir eine Unterweisung, damit diese Täuschung, welche die Vereinigung gewährt, aufhört!
Neffe des Wunderherrn, dessen beide Lotusfüße auf der Juwelenhaube der breit gekrönten Schlange tanzten, bis sie sich wand! Kumara, in Saravana geboren, Murugesha, Pfauheld, du lenkst dein Reittier rechtsherum um den Ringberg. Sechsgesichtiger, der den kampfstarken Speer schön in der Hand hält, Lebensfülle auf dem Weg der Erkenntniswahrheit! Du schlugst die Wurzel des Asurageschlechts ab und löstest die Gefangenschaft der Götter, die „Zuflucht!“ geschrien hatten, großer Herr!
1100 – Wann werde ich deine Füße preisen?
Ich bin ein Spötter, ein verletzender Mensch, ohne Anteilnahme, ohne Liebe, die im Herzen aufwallt; ich verursache Leid und finde keinen Ruhm. Auch wenn die fünf Sinne schwinden, trage ich diese vergängliche Last noch immer, wandere hier und dort umher und suche Nahrung. Voll solcher Not bin ich grausam, störrisch und grob, sehr unruhig. Ich bin Sklave der Frauen, deren Lippen Kinsukablüten gleichen, von Spuren gezeichnet. Wann werde ich mich verneigen und stets deine Lotusfüße mit ihren schönen Fußringen preisen?[304]
Ganga, aufwallendes Gift, Schlangen, Mond, rote Wasserlilien, Lotus, Tumbaiblüten, Konrai und fortwährender Wohlgeruch füllen die rote Haarfülle des Herrn. An seiner Seite wohnt die grüne rankengleiche Göttin; sie schenkte dich zu seiner Freude. Du bist der Tod des Geschlechts der gebundenen, wütenden Bösen. „Weiser! Kanda!“ So verehren dich die Himmlischen und die Welten. Großer Herr, dir gehören edle Art und innige Freundschaft!
1101 – Ohne Liebe irre ich umher
Unablässig trägt meine Seele leidvolle, grausame Gedanken, bis sie sich eines Tages vor dem strafenden Tod zusammenzieht. „Du bist meine Zuflucht!“ sage ich liebevoll; dabei erkenne ich die Täuschung süßer Worte und suche dennoch damals wie heute nur nach Reichtum. Ohne den einen Gedanken „Ich bin dein Diener“ halte ich die Zuneigung der Frauen, in deren Herzen keine Liebe ist, für gut. Ich messe sie immer wieder aus und empfange doch nur Täuschung. Soll ich in solchem elenden Zustand ohne ein einziges Glück hier umherirren?
Der Ursprüngliche kam liebevoll, damit Sundarars Bindung sich löse, und nahm ihn damals an mit den Worten: „Du bist mein Diener.“ Er vertreibt Leiden und trägt Tumbai und Konrai, die rotes Gold auszuschütten scheinen, dazu Knochen, das unversiegende Wasser, den Mond und frische, überaus duftende Sprosse, gestern wie heute im Haar. Du mit den schönen Worten erfreust die Herzen der Liebenden; „Kanda!“ rufen die Himmlischen und die Welten und verehren dich, großer Herr![305]
1102 – Wie werde ich das Ufer erreichen?
Ich trinke und trinke den Nektar des roten Fruchtmundes, der als Nektar der Götter gilt; der Hüftgürtel löst sich und fällt beiseite. Ich stürze in den Teich des Nabels und tauche ganz in Lust, erschöpft mit jenen, die keine Liebe besitzen, auf dem Lager. Der Schmuck der rotgoldenen, gefäßgleichen Brüste verstreut sich, die schwertgleichen Augen röten sich und führen ihren Liebeskampf, Schweiß tritt auf das Mondgesicht. So umarme ich sie und falle in das Meer des Genusses. Wie wird mein Geist das Ufer erreichen?
Indra kommt auf dem weißen, berggleichen Elefanten mit vier Stoßzähnen. Der wolkenreitende König ist mit Pulomaja verbunden, deren schwere Brüste großen Gefäßen und Bergen gleichen. Held, du heiratest die elefantengleiche Tochter, die dieser Herrscher schenkte.
Damals fürchteten sich das Meer, der hohe Berg und der große Mangobaum. Damit die Götter aus der Gefangenschaft zurückkehrten, saßest du auf dem Lotussitz, von den Vedangas und den vier Veden gepriesen, und entsandtest aus deiner schönen Hand den Speer, großer Herr![306]
1103 – Wann werde ich mich dir zuwenden?
Bienen haben sich reichlich in der weichen Wolkenfülle ihres Haars niedergelassen; große Blumen fallen daraus, das Gewand lockert sich. Ich trinke den Nektar des duftenden Fruchtmundes, die Schönheit und die mannigfachen Liebesfreuden entfalten sich. Die Körper entspannen und ermüden; wie ein Paar Anril-Vögel werden zwei Herzen eins, die gewöhnlichen Grenzen der Beziehung lösen sich, und der Genuss wächst. Wann wirst du mir Gnade schenken, damit ich die Tatenbindung an diese Frauen mit jungen Brüsten überschreite und vor Liebe zu dir schmelze?
Neffe Mals, der einst die Erde ausmaß und verschlang! In Indras großer Stadt aus schönem Gold nahmst du die elefantengleiche Braut voll guter Eigenschaften und überfließender Freude zur Frau. Du wohnst im Herzen der Liebenden.
Die Himmlischen zitterten vor großer Furcht und welkten, während Sura mit langem Stab und Schwert einherzog. Du erzürntest, entsandtest aus deiner schönen Hand den Speer und spaltetest seinen Körper, sodass überall ein Schrei ertönte, großer Herr!
1104 – Om, Verehrung dir, Kanda
„Die Brüste der Frauen, die Liebesverblendung schenken, sind anmutige Berge; ihr Mund ist eine reiche Frucht; ihre Augen sind Kalakuta-Gift, die Gestalt des grausamen Todes und kämpfende Liebespfeile. Ihr Haar, in dem Bienenschwärme wohnen, ist eine Wolke; ihre guten, weichen Worte sind Sirup und Honig.“ An solchen Vergleichen ermüde ich, ohne „Om, Verehrung dir, Kanda!“ zu sagen. Soll ich auf den Wegen der schwankenden Sinne gehen und stehen bleiben, ohne auch nur einen Weg zu bedenken, auf dem diese Unruhe endet?
Dhataki, Champaka, Betelpalme, duftender Konrai, Mandara, Vasanti und Sandel wachsen auf dem dunklen Berg. Dort lebt im grünen Feld unsere junge Frau aus dem Geschlecht der grimmigen Bogenträger. Die schönen kühlen Füße dieser makellosen Ranke berühren deinen Scheitel. Der ursprüngliche Herr, dessen eine Hälfte die Göttin ist, liebt deine mit Fußringen geschmückten Füße und verehrt dich. Du bist sein Lehrer, großer Herr der Himmlischen![307]
1105 – Den Stolz des Hofdichters lassen
„Ich kann, ohne Zeit zu verlieren, aus dem Stegreif dichten und dafür Banner gewinnen; ich kann Kovai-Gedichte verfassen und Banner gewinnen. Im Wettstreit mit Bannern werfe ich Millionen Heere wertloser Dichter nieder. Ich bin der Poet, der machtvoll wie eine Kriegstrompete spricht! Du Glücklicher, den man als tugendhafte Regenwolke, Parijata-Baum und Meruberg der Freigebigkeit preist: Höre nun, wie ich meine vielfältige, wunderbare Dichtkunst vortrage!“ Werde ich es je lassen, so vor jemandem zu stehen?
Mal mit dem Rad liegt im lärmenden Meer auf dem langen Bett der giftigen Schlange. Ihm und dem guten Kenner der Sama-Veden ist jene lichtvolle Gestalt unerreichbar: der Herr, der Tod des Todes. Voller Liebe zu Uma sollte er sein; gerade dafür trat Kama heran und griff mit Wasserlilienpfeilen an. Er trägt den großen Zuckerrohrbogen und das Fischbanner. Du bist sein Schwager, großer Herr![308]
1106 – Nicht in nutzlosem Streit ermatten
„Leute, stimmt mit der Welt überein!“ So sagen sie und nennen gute Worte schlecht. Mit denen, die sich guter Askese zuwenden, streiten sie über den Klang der Rede und den inneren Sinn, bis sie wie Hunde erschöpft sind. Lass mich nicht an solchen Menschen ermatten.
Du sitzt auf dem edlen Pfau mit blauem Leib und führst den Kampf, sodass der grausame Sura untergeht, Speerherr! Damit ich täglich liebevoll deine Füße besinge und meine lange Furcht verliere, musst du mir die Wahrheit des rechten Weges schenken.
Der auf der zornigen Schlange im schönen Meer liegt, und Brahma aus dem Geschlecht der Veden stehen da und bedenken, wie die Ordnung von Himmel und Erde ihren guten Ausgang findet. Selbst jener, der den grausamen Tod gegen die Brust trat, sollte im Liebesmeer einer keuschen Frau versinken. Dazu sandte der gewandte Kama Bündel von Blütenpfeilen aus, darunter die Wasserlilie. Du bist sein Schwager, großer Herr![309]
1107 – Die Freude des still gewordenen Geistes
Stets an den mit Kumkuma bestrichenen Brüsten listiger Frauen schlafen; den Durst stillen, während die Nägel ihrer Lotushände Spuren hinterlassen und die Armreifen sprechen; das Leben der Umarmung am Lotusnabel; wie eine Schlange an den Hüften liegen und die ganze Nacht im großen Meer süßen Genusses versinken; dazu der Nektartrank von ihren Lippen: Lass all dies enden. Schenke mir die Freude, in der der Geist im Gehäuse des Schweigens zur Ruhe kommt.
Bhagirathi entfaltet tausend Gesichter und breitet sich in alle Himmelsrichtungen aus. Schlangen mit tanzenden Hauben bilden gleichsam einen Wald; der Mond strömt kühles Licht aus. Tali, Kuravu, Bilva, Knospen, Konrai und Dhataki trägt jener in seinem langen, gewundenen Haar. Die Herrin umarmt ihn so liebevoll, dass seine Gestalt dahinschmilzt. Kumara, sie schenkte dich, großer Herr der Götter![310]
1108 – Ein Herz für deine Füße
Ihre schwertgleichen Augen erzürnen sich gegen den scharfen Speer, umringen das Leben junger Männer und kämpfen. Im Herzen wächst Täuschung; sie kommen nahe, als seien sie von großer Liebe erfüllt, schmeicheln und rauben den reichen Besitz. Auf dem Lager sinken die trommelschlanken Hüften und die Brüste ermattet hin; lass mich nicht in die Gewalt derer geraten, die sich so im Bett umhertreiben. Schenke mir einen Geist, der das unvergängliche Wesen erkennt, das Leiden überschreitet und deine Füße verehrt.
Damit Mal, der die ganze Erde überragt und Gnade schenkt, der aus ihm hervorgegangene Lotusgeborene, die vier Veden und die Götter leben, trank jener das aus dem Meer gestiegene Gift. Er führt den weiten Kreistanz aus, bewegt sich mit den Geistern im Feuer und reitet den Stier. In seinem verfilzten Haar sind die grausame glänzende Schlange, die junge Mondsichel, wogendes Wasser und Wasserlilien. Die Herrin umarmt ihn so liebevoll, dass seine heilige Gestalt dahinschmilzt. Kumara, sie schenkte dich, großer Herr der Götter!
1109 – Die beständige Gabe deiner Gnade
Wenn die Zeit gekommen ist, die große täuschende Bindung an diese Hütte voller quälender Krankheit und Übel zu lösen, schreien die Angehörigen, die Kinder und die papageiengleiche Frau. Die geordnete Lebensweise des Hauses vergeht. Der vom großen Tod ausgesandte Bote kommt heran, mich ganz zu umschließen: Ist dies die durch meine Taten verhängte Ordnung? Bevor ich mein Leben verliere, denke daran, mir den süßen Wunsch zu schenken, dich Tag für Tag im dreifachen Tamil anzurufen und zu preisen!
Die sieben Welten nennen sie Böse; die Asuras häufen Taten über Taten. Du entsandtest den scharfen Speer und durchbohrtest ihre breite, mächtige Brust, Held! Sohn des Tänzers, Murugan der Erkenntnis und des reinen Tamil!
Wie die Blume, welche der lotusgeborene Kenner der vier Veden darbringt, suchen die Verehrer täglich jenen Tag, an dem du auf dem kraftvollen Pfau herankommst, als wartete dort ein für sie hinterlegter Schatz. Du hast ihnen Leben gewährt und weichst nicht von deiner Zusage ab, großer Herr![311]
1110 – Ein langes Leben innerer Verehrung
Kinder und Frauen treten dicht an den Leib heran, bedecken ihn voller Zuneigung mit schöner Seide und legen Girlanden auf. Die Angehörigen rufen laut und ergreifen die lange Totenbahre. Danach werden sie in das bewegte Wasser gehen und untertauchen; der große Kummer wird allmählich weichen, und sie wenden sich anderem zu. Bevor mein Leben den Körper verlässt, gewähre mir ein langes Leben mit jener Einsicht, die Tag für Tag aus innerer Liebe deine goldenen Füße besingt.
Du bist die große Lebensfülle des Dreiäugigen, Mahadevas, Ishas, der alles ist und nach dem sucht, was dieser Welt förderlich ist. Kämpferischer Speerherr, du tratest dem Feind entgegen, sodass das schwer zu erreichende Meer austrocknete und der uralte Sura fiel.
Menschen, Himmelsbewohner und Weise aus allen Richtungen umringen dich, wenn du auf dem kraftvollen Pfau kommst. Täglich suchen deine Verehrer dich wie einen für sie hinterlegten Schatz. Du hast ihnen Leben gewährt und weichst nicht von deiner Zusage ab, großer Herr![312]
1111 – Im Land des inneren Lichtes tanzen
Durch den Lotus, den weder Wasser noch Erde berühren, breite ich mich aus und eile weiter. Wie in der Vermählung mit der in Liebe erblühenden Frau von Lichtgestalt, deren Länge und Breite grenzenlos sind, vereine ich mich unmittelbar und verweile mit innerer Liebe. In jenem Land des Lichtes, das Sonne, Mond und ihr Schimmer nicht erreichen, möchte ich freudig tanzen: „Wir sind der Herr des beschweiften Pfaus!“ Gewähre mir deinen leuchtenden Speer und deine Girlande![313]
Das ganze Meer schreckt zurück. Shesha mit seinen tausend Hauben reißt den Mund auf und flieht; in allen acht Richtungen fallen seine großen Juwelen wie Sterne herab. Du lässt den großen Pfau rasch und in voller Schönheit tanzen, Herr mit dem Hahn auf dem Banner!
Brahma und sein Vater suchen und besingen jenes tanzende rote Licht. Du bist das Kind, das es gnädig schenkte. Um deiner Liebe willen läuft der Elefantengesichtige suchend zu der Jägerin hin. Großer Herr von Lichtgestalt, voll liebenden Verlangens![314]
1112 – Das Schweigen jenseits der sechsundneunzig Prinzipien
Die Begierde soll fallen, als wäre sie verbrannt. Ich möchte in der Freude der Erkenntnis wohnen, frei vom Leid weltlicher Gewohnheit, und den reinen, von nichts gestützten Raum sehen, in dem das Eigenschaftslose jenseits von Worten und Erkenntniswerkzeugen tanzt.
Über die knospenden und aufblühenden Lotus-Chakras der sechs Stützen steige ich vollständig hinaus, noch über den Mondbereich. Werde ich das Schweigen erreichen, jene Mudra, die von dreißig, sechs mal sechs und noch einmal dreißig verschieden ist?[315]
Mit unerträglicher Angst lief Brahma „Ko, ko!“ rufend davon. Der Berg stürzte, die sieben aufgewühlten Meere trockneten aus, unzählige Millionen feindlicher Asuraherrscher fielen und Sura starb, als du den machtvollen Speer entsandtest. Held mit zwölf Schultern! Höchster, du umarmst die Schultern der keuschen Frau, die Hirse bewacht. Großer Herr der Himmelsbewohner, die unverwandt Hingabe üben!
1113 – Täglich im Lob deiner Füße leben
Schwäger, Onkel, Ehefrau, Mutter und Kinder versinken in unaufhörlichem Kummer. Sie legen diese Hütte in ein maßloses Feuer, damit sie verbrennt, und gehen davon. Ein Tag ist sicher festgesetzt; ein Bote wird ausgesandt, und große Qual kommt heran, während der Verstand schwindet. Bevor dies geschieht, gewähre mir, weich zu werden, Erkenntnis zu erlangen, deine Füße zu preisen und so täglich zu leben.
Achyuta auf dem Lager der giftigen Schlange, der Kenner der vier Veden und die guten Asketen suchen jenen Stierreiter: Du bist sein guter Sohn! Guter Beistand, du entsendest den Speer, damit die Asuras fallen und die Welt wahrhaft lebt. Lenker des wirklichen Rosses mit seinem langen grünen Schweif, Sechsgesichtiger, Gegenstand der Hingabe, stets überaus liebevoller Herr! Deine Füße werden von den sechs Silben umgeben. Großer Herr der Himmelsbewohner, die unverwandt Hingabe üben![316]
1114 – Wie ein Vogel in der Schlinge
Wie ein Vogel, der in der Schlinge gefangen seine Kraft verliert, bin ich durch das Wirken der Tattvas entkräftet. Auf Erden werde ich nutzlos wie Spreu, stammle abgerissene Worte und lasse von der wirklichen Wahrheit ab. Dann musst du mich mit den guten Verehrern zusammenbringen, die den reinen Stand der Befreiung erlangt haben. Damit die Not dieses Geringsten ein wenig endet, treibe dein grünes siegreiches Ross mit korallen- und perlenfarbigen Füßen im schnellen Kreis an und komme unverzüglich!
Murugan mit der siegreichen Shakti-Waffe in der Hand, jüngerer Bruder des weisen Elefantenherrn mit korallenfarbenem großem Bauch! Held auf dem grünen Pfau, den du so antreibst, dass Berge und acht Himmelsrichtungen im Kreis wirbeln! Guru und Herr, du schenktest dem Herrn von Kanchi Gnade, dem dreiäugigen, unbekleideten Gott mit langem verfilztem Haar.
Für die Papageiengleiche aus dem Land des Kalpaka-Baums schmolzest du dahin; und die keusche Frau, welche die Kuravas aufzogen und die deinen Füßen zugehörig ist, suchtest und umarmtest du, großer Herr![317]
1115 – Ein Sinn für die Füße des Erbarmens
Kinder, Angehörige, Ehefrau, die vielen nahen Gefährten und sämtliche ehrwürdigen Eltern; Geld in der aufbewahrten Truhe, Schmuck aus Juwelen und Perlen, die zahllos anwachsende Dienerschaft; die Handlungen für diesen trügerischen Leib, der einmal ins knisternde Feuer gelegt wird: Lass mein Herz nicht an ihnen zerschmelzen. Wird ein Tag kommen, an dem du mir reichlich die Einsicht gibst, Blumen darzubringen und deine guten Füße des Erbarmens zu preisen?
In der Fülle roten, abendfarbenen Haars trägst du eine große Kranichfeder, reichliches Wasser und den Mond. Du lässt das Bewusstsein sich ganz klären und gewährst immer heller leuchtendes Erkennen, Befreiung und Shiva. Speerherr, du vernichtetest den grausamen Asura samt seiner Schar, als er in Mangobaumgestalt stand. Du stürmtest im Siegeskampf vor, nähertest dich, stießest zu, schlugst und kämpftest, großer Herr![318]
1116 – Erkenntnis jenseits der Bindung
Für diesen unheilverkündenden Elementenkörper laufe ich geschäftig umher. Wenn Gefahr kommt, füllt sie mich innerlich aus, und ich stöhne nach und nach auf. Dabei tue ich so, als gehörte ich zu denen, die in Liebe zum Wunderbaren als Hausleute feststehen. Mir, der ich auf solche Weise umherirre, gewähre die Erkenntnis jenseits all dessen, die durch diese Bindungen nicht zu erreichen ist![319]
Für die Götter in der schönen goldenen Welt zogst du in den Kampf, stießest vor, zertrümmertest den Berg und drangst ins Meer ein; du kamst Sura nahe und durchbohrtest ihn, sodass er zu Staub wurde, Vel! Dem, der zuvor ein nicht fehlerfreies Lied gesungen hatte, gabst du die richtige Bedeutung der Stelle vom Dornenwald. Perle, Herr der drei Feuer, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![320]
1117 – Wer ist dann wirklich mein Beistand?
Die Rotäugigen kommen, als wären sie im unermesslichen Feuer geröstet, mit sichelgleichen scharfen Zähnen. Sie werden mich mit den Schlingen ihrer Hände festbinden, schlagen, sich erzürnen und fortführen. Angehörige und Eltern stehen im Kreis und rufen: „Wir lassen es nicht zu! Lasst ihn los und geht fort!“ Sie drängen heran, klammern sich an und bleiben bei mir. Doch wer ist in jener Stunde wirklich mein Beistand?[321]
Du durchstießest den Feind in seiner Baumgestalt; mit Liebe nimmst du die Bindung hinweg. Du verneigst dich vor den goldenen Füßen jener, die im grünen Hirsewald steht. Du wohnst im Geist derer, die die wahre Erkenntnis erreicht haben, die nicht altert und nicht versiegt. Perle, Herr der drei Feuer, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![322]
1118 – Nicht um Besitz dichten
Geschäftig wie eine Biene suche ich Reichtum, entschlossen, ohne abzuschweifen. Unter denen, die sich mühen, finde ich die Wohlhabenden; ihnen trage ich nach ihrem Gefallen einige Lieder vor und gehe mit aufgeblasener Freude umher, als besäße ich Erkenntnis. Lass mich nicht so weiterziehen. Du bist mir näher als die Eltern: Werde ich es erlangen, wenigstens ein wenig deine guten Füße zu preisen?
Du besteigst den hohen Pfau, den man kaum erreichen kann, und schmückst ihn herrlich. Die Götter umringen dich im Himmel und auf Erden. Du erreichst Sura, zerschneidest ihn und kämpfst, Speerherr! Du beseitigst die früheren Verfehlungen derer, die ohne Unterbrechung deine Füße verehren. Perle, Herr der drei Feuer, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![323]
1119 – Bin ich deiner Füße würdig?
Die Seidengewänder, die Ohren mit ihren frischen goldenen Blattgehängen, die wohlgeordneten, schönen Brüste und der grausame Blick nehmen mich gefangen. Ich begehre die Frauen, werde mit ihnen vertraut und verkehre mit ihnen. Im Kreis der Feinde, Freunde und aller anderen gerate ich ganz ins Schwanken. Bin ich verstockter Sünder denn würdig, deine überaus hohen Füße zu erreichen?
Die Bienen suchen Honig, springen in die Blüten hinein, ziehen in die Betelpalmenhaine ein und singen freudig. Herr, du weilst in jenem guten, trefflich geordneten Kazhi. Kumaresha, in der Kraft der Shakti begehrtest du ihr zu begegnen; noch bevor die gute Hirse ausgereift war, nahmst du sie an dich. Perle, Herr der drei Feuer, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![324]
1120 – Nicht für die zerreißende Hülle aufreiben
Zehn, sieben mal acht, zweimal acht und zweimal sieben sind so geordnet, dass sie diese Hülle zusammenfügen: einen Hautsack, ein Dach, das zerreißt. Aus der Kraft der Bindung suche ich Nahrung, um ihn zu pflegen; ich laufe in alle möglichen Länder, passe mich jedem Land an und ziehe selbst zu den sieben Inselkontinenten. Erschöpft begehre und ergreife ich immer weiter, bis die kräftigen Körpersäfte versagen. Soll ich nur so unter Schmerzen zusammenbrechen?[325]
Wirklichkeit selbst, ewig Junger! Du zerstörtest Sura mit seinem ganzen Heer und den Berg, leuchtender Bewahrer des rechten Weges. Deine sechs Stirnen tragen strahlende heilige Asche; Kantalknospen und Vetci schmücken deine Brust. Schatz, unerreichbar für die von dreifacher Begierde Erhitzten, Wissender, Herr der Befreiten! Perle, Herr der drei Feuer, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![326]
1121 – Nicht der Begierde hinterherlaufen
Für Reihen von Goldmünzen und vielerlei andere Gaben verkaufen sie trügerischen Genuss. Verrückt nach ihren Lügen und ihren Körpern suche ich Geld, um zu genießen und weiterzugehen. Soll ich dafür nach Süden laufen, nach Kashi laufen, nach Osten und Westen laufen, über das Meer und zu Inseln laufen und so zugrunde gehen?
Du bist das höchste Wirkliche, damit jene, die dich im Inneren festhalten und betrachten, die gute Herrlichkeit erreichen. Während die Menschen des Landes beständig die drei Lebensziele suchen und bei ihnen stehen bleiben, gingst du selbst um der jungen Frau im Wald willen fort und wurdest vor ihr auf dem Berg zum Vengaibaum. Perle, Herr der drei Feuer, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![327]
1122 – Lass mich nicht in den Blicken gefangen bleiben
Mit wohlklingender Stimme wie ein schöner Mainavogel sprechen sie aus ihrem herrlichen Fruchtmund. Für den trügerischen Liebesgenuss lassen sie den Stoff von ihren berggleichen Brüsten gleiten, die den zum Körper passenden Schmuck tragen. Sie befehlen und drängen, verbergen ihre Gedanken und schlagen um des Geldes willen sogar mit den Händen zu. Soll ich in die Augen solcher Frauen geraten, in langes Begehren verstrickt und gebunden werden?
Du wohnst im Herzen jener, die mit schön gefügten Worten deine guten Füße verehren. Sura sammelte sich in einer Mangobaumgestalt und sann auf List; du entsandtest den Speer, sodass er würgte und sich quälte. Kleines Kind, das der seit Urzeiten auf dem Berg wohnende Herr und die ehrwürdige Mutter küssen! Perle, Herr der drei Feuer, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![328]
1123 – Worte, um deine Füße zu besingen
Ich suche Nahrung für den Körper, trage auf der Erde vielfach weitläufige Dichtung vor und schließe mich ohne wirkliche Zuneigung Dieben an. Ihnen sage ich Worte, die ihr Begehren vermehren, um eine Gabe in die Hand zu bekommen. Lass mich nicht wie die mit verkehrter Einsicht die Lauterkeit meiner Bildung verlieren. Schenke mir gute Worte, damit ich in Treue zu dir deine guten Füße besinge.
In einer täuschenden Gestalt beugtest du deinen wirklichen Leib und gingst zum Reh des Feldes auf dem Berg. Um sie an deine goldenen Schultern zu nehmen, ergriffst du ihre Füße und sprachst zu ihr. Du bist das kleine, geküsste Kind dessen, der die im Dreieck wohnende Göttin an seiner Seite trägt. Perle, Herr der drei Feuer, Reiner, Befreiter, großer Herr der Befreiung![329]
1124 – Das Mantra des Schweigens
Die einundfünfzig Buchstaben, deren erster A heißt, alle Künste, die vielfältigen Tattvas und die unermessliche Shruti sind in der einen einzigartigen Wirklichkeit enthalten, die zu allen Dingen geworden ist. Jene Freude kennen die, welche das Erkennen erkennen; sie ist das letzte Ziel von Turiya, die Erhabenheit ohne Anfang, Mitte und Ende, das kleinste Atom, feiner als das Atom. Wenn Unreinheit, Geist und die drei Gunas vergangen sind, erscheint ihre Gestalt. Am Ende bleibt sie als das Eine; ohne Zunahme, Abnahme oder Vergehen erfüllt sie alles und steht überall. Kein Vergleich kann sie ausdrücken.
Selbst der große Herr, der die drei Festungen im Himmel verbrannte, pries dich immer wieder in Hingabe: „König, höchster Guru, Kumara!“ Ihm schenktest du das Mantra des Schweigens. Erkläre es auch mir, deinem seit alters auf deinem Weg stehenden Diener, lieblich und gnädig, damit es aufleuchtet.
„Takutakuku takutakuku tantanta kuttakuku;
ṭikuṭikuku ṭikuṭikuku ṭiṇṭiṇṭi kukkuṭiku;
takutakeṇa keṇacekuta tantanta rittakuta tattataku tītō;
taṉataṉaṉa taṉataṉaṉa tantanta ṉattataṉa;
ṭuṭuṭuṭuṭu ṭuṭuṭuṭuṭu ṭuṇṭuṇṭu ṭuṭṭuṭuṭu;
tarararara ririririri!“
So ertönen Idakkai, Udukkai und alle Trommeln mit dröhnendem „moku moku“. Das alte Weltall scheint zu zerbersten. Hoch aufgerichtete Geister vollführen Tanzbewegungen, überall staunt die Welt. Bhairavas stürmen heran, bilden Tanzkreise und freuen sich. Auf dem Schlachtfeld kämpfen Millionen alter Geier und grausamer Garudas um die Körperteile; Ströme von Blut schwellen an, verschiedenartige kopflose Leiber tanzen und die Kriegstrommel donnert. Du besiegtest die Nachtdämonen und schenktest Indra die Herrschaft, großer Herr![330]
1125 – Nicht für Gaben das Leben vergeuden
Schwer zu durchschauende Betrüger, ganz Grausame, Elende, Hartherzige, ohne Liebenswürdigkeit und voller schlechter Eigenschaften, Törichte, Lieblose, die vergeblich umherirren; Menschen, die den Weg der Wellen übermächtiger Lust gehen, sich mit tatenreicher Wiedergeburt anfüllen und die Gnade verlassen haben; Unselbstständige, deren schwankender Geist für den Höllenweg geeignet ist und die voller innerer Qual sind: Ich frage nach ihren Häusern.
Vor ihren beiden Füßen bleibe ich stehen und preise sie mit einem Gedicht als den Weltverschlinger, als Kama oder als den Wunschbaum der Götter. Ich nehme, was sie geben, und verliere mein Leben vergeblich. Wird das nicht endlich aufhören?
Höchster Guru, du trinkst Nektar aus den beiden Brüsten der Bergtochter mit dunklem Haar. Neffe Haris, der den Pfeil entsandte, sodass das Wellenmeer erbebte! Kumara, voller Erbarmen vereinigtest du dich mit der großen Kuravatochter. Junger Herr, auf dem Pfau umkreist du rasch in einem Augenblick alle acht Richtungen.
Hara verbrannte die drei Festungen mit dem Feuer seines Lächelns und führt den Tanz in der Halle aus. An seiner Seite wohnt Shivai, die schöne Uma: Du bist ihr gnädig geschenkter Sohn. Purandara kommt auf dem hohen weißen Elefanten Airavata; damit die Bewohner seines Amaravati die Gefangenschaft verlassen, kannst du deinen scharfen Speer entsenden, großer Herr!
1126 – Schenke mir Erkenntnis zum Singen
Mit unstillbarer Liebe lasse ich meinen Blick vom Fuß bis zum Scheitel über die Frauen schweifen, werde unruhig und verstört. Im Teich der Lust umhüllt und überwältigt mich das Gespenst des Begehrens. Lass mich nicht ohne rechte Lebensführung, ganz verkommen, umherlaufen und täglich zugrunde gehen.
Deine zwölf Schultern und sechs großen Gesichter, deine duftende Nipa-Girlande und das hohe blaue Pfauross möchte ich voller Liebe besingen, sodass andere es ebenfalls vortragen. Wird mir nicht die Unterweisung der Erkenntnis liebevoll zuteil, damit ich frei vom Bösen täglich aus dem Stegreif singe, tanze und zur Vollendung gelange?
Varahi, die große Schädelträgerin, Malini, Mahamayi, Mutter, Devi, Yamala, den Worten unzugänglich, Paraparai, die hier gegenwärtige Mutter; die im Tanz Wettstreitende, Modi, Herrin des Waldes, Uma, die mit der großen Welt spielt, die das Gift zur Speise nimmt; Mahakali, Dreizackträgerin, ewig junges Mädchen, Yogini, Bhavani; Feindin Suras, zarte Gefährtin des großen Zerstörers der drei Festungen, mit pulvriger heiliger Asche bestrichene Narayani, Herrin des ursprünglichen Shonachala und der Welt: Du bist der Lebensschatz, den sie schenkte!
Suras Feind, Vishakha! Mit Armen und Schwert führte jener den Kampf und plünderte das als unbesiegbar geltende Himmelsland. Du bist sein Überwinder, Herr der Götter![331]
1127 – Rufe mich: Komm!
Lass mich nicht verblendet werden durch das prächtige Auftreten der Verehrenden, das unablässige Sichstützen auf Wiederholung, die großen Mantra-Blätter zur Herbeirufung der Gottheit, die große Halle mit sechs und zehn Säulen, die Orte, an denen Veden und Agamas erklingen, oder das Brennholz im Opferfeuer.
Du empfängst die reichliche Wasserwaschung, bist dem großen rettenden Laut zugehörig und Herr der Berge. Damit „du“ und „ich“ enden und ohne Andersheit bestehen, rufe du mich hier verbindlich: „Komm!“ Schenke mir die Vollendung einer ozeangleichen Freude und unmittelbar die Befreiung höchster Wonne![332]
Stätte der Tapferkeit! Damit Chamundi und die kreisförmig geordneten Bhuta-Scharen sich freuen und die Vetala-Gemeinschaft Nahrung findet, führtest du den Kampf. Brahma schrie klagend „Ist das recht?“; das Gewölbe des Himmels barst. Du schlugst die Wurzel des großen Mangobaums ab, trankst das untermeerische Feuer und die sieben Meere, zerschlugst im Kampf mit dem großen Sura seine Pfeile und zerschnittest auch den Bogen, leuchtender Speerherr!
„Kommt, kommt, kommt!“ So riefst du die Himmelsbewohner, damit sie ihr Reich wieder regierten, und nahmst ihnen ihren erbarmungswürdigen Kummer, großer Herr!
1128 – Nicht der vorgetäuschten Freundschaft verfallen
Ihre Augen gleichen Speeren, in die das Alahala-Gift gepresst ist; sie kämpfen mit den schönen Ohrgehängen und suchen selbst die zu verfolgen und zu fangen, die sich ihnen nicht zuwenden. Die Gefangenen umringen sie, und sie greifen ein, damit keiner zurückkehrt. Sie nennen den Preis ihrer Genusskünste, sodass die Einsicht schwindet. Im Augenblick zeigen sie ihren ganzen Schmuck und lassen auch die noch Fernstehenden innerlich schmelzen. Erhalten sie nur einen Teil des geforderten Besitzes, bleiben sie nicht einmal mehr zum Reden stehen. Ohne echte Verbundenheit sprechen sie von Freundschaft, lassen die Männer ins Verderben geraten und gehen fort. Soll ich den Schmerz und die innere Furcht erleben, die aus dem Spiel solcher Nutzlosen entstehen?
Mal, der im Milchmeer schläft, und die anderen blickten zum hohen Berg und waren im Zweifel. In jener Stunde verbrannte der Meister den Körper des Zuckerrohrbewaffneten zu Funken, die auf die Erde fielen. Du bist sein Kind, der bei den Verehrern in natürlicher Liebe verkehrt!
Leuchtender Speerherr, du kämpftest, sodass die Feinde, die mit ihren Scharen alle Richtungen besetzten, samt ihren Bergen und den Rakshasas mit der Wurzel vernichtet wurden. Du löstest die Gefangenschaft der Himmelsbewohner und warfst in unverminderter Tapferkeit Brahma in Gefangenschaft, um ihm Gnade zu schenken, großer Herr![333]
1129 – Deine Gaben werde ich nicht vergessen
Du gabst mir unvergängliche Erkenntnis und Einsicht, schenktest mir Verständnis für die zu erforschenden Schriften und ließest mein Leben nicht durch Verwirrung und Erschöpfung im fremdbestimmten Dasein zugrunde gehen. Du ließest mich das Meer der Begierde überschreiten und stelltest mich in den Bereich, den Worte nicht erreichen.
Mir Untauglichem verliehst du großen Ruf: Alle sieben Welten wurden mir gleichsam zum eigenen Selbst, während ich deinen wunderbaren Namen als Tiruppugazh vortrug, sodass Honig daraus quoll. Du beauftragtest mich mit der Herrschaft, deren Schriftblätter in alle Richtungen gehen. Du gewährtest mir sicheren Schutz, damit ich nicht in das Meer des Leidens steige, damit die Blasen der vielen Geburten mit ihren drei großen Unreinheiten, drei Gunas und mannigfachen Wandlungen enden. Nichts davon werde ich vergessen![334]
Jener spannte die große Schlange fest als Sehne, ergriff den gewaltigen Meruberg als Bogen und legte Mal als Pfeil an. Die drei Asuras der sündigen Festungen waren sonst nicht zu töten; doch schon zuvor lächelte er, und sie wurden zu Staub. Du bist die Lebensfülle dieses Meisters![335]
Du bist der Herr der süßen Frau aus dem Kalpaka-Wald, die der Feind Valas zeugte. Damit die edlen Himmelsbewohner, die dich so preisen, leben, zerschnittest und unterwarfst du Sura, der deine machtvollen heiligen Füße nicht aufsuchte; du zerschlugst den Berg. Schlammige Blutströme flossen, Leiber häuften sich auf. So zersägtest und zersägtest du das unnachgiebige Geschlecht der Nachtdämonen und räumtest es fort, großer Herr!
1130 – Nicht an ihren Worten zerschmelzen
Ihre fischgleichen Augen ergreifen den zornigen Speer und füllen ihn mit allem Gift; sie treffen beide Ohrgehänge und kehren zurück. Mit diesem Netz schauen sie süß, laden mich hinein, zeigen ihre beiden Berge, die von Brustband und schönem Schmuck gepresst werden, erwecken Liebeswahn und handeln den Preis aus. Das lockige Haar ist voll geöffneter Blüten; sie lösen es, binden es wieder, stehen lachend auf der Straße und locken laut. Sobald sie Besitz herankommen sehen, entreißen sie ihn passend und beständig. Darf ich zum Verkommenen werden, dessen Geist ganz an den Worten dieser Frauen schmilzt, und erschöpft zugrunde gehen?
Die große, mächtige Herrin erfüllt die ganze Erde. Sie spricht die uralten Veden, hat eine fadenschmale Hüfte, trägt den strahlenden Mond im herabhängenden Haar und bewahrte mit zwei Maß Getreide das Dharma. Sie trägt Schulterreifen, mit Juwelen und Diamanten gefügt, wandelt in alle Richtungen und spielt dort, die große Nili. Ihr Gewand ist das Fell des wilden Tigers; ihr mächtiger Stier zeigt sich zum Kampf bereit. Sie ist die gleichgeborene jüngere Schwester dessen, der das All verschlang. Du bist ihre große Lebensfülle!
Hari und Brahma stehen und preisen dich. Um das Geschlecht der Asuras zu vernichten, das sein Schwert erhob, die überragende Götterschar auszurotten, hobst du deinen Speer, großer Herr![336]
1131 – Mit neuen Worten deinen Sieg besingen
Leid drängt sich dicht an Leid. Diese falsche Hütte wird auf dem Lager des Feuers niedergelegt; die lieben Angehörigen, die Kinder und die übrige Sippe versammeln sich, rufen mit vielen Worten nach allen Richtungen, und dann lassen sie den Kummer zurück und gehen fort. Der rotäugige Tod speit reichlich Gift; grausam packt er den Keim des Lebens und reißt ihn fort. Bevor er mich mitnimmt, werde ich es erlangen, frei von der Bindung der Taten täglich mit neuen Worten den Ruhm deines Sieges und deiner Vetci-geschmückten Schultern zu preisen?
Dem Vater mit dichtem, abendrotem Haar, in dem goldene Mondsichel und Wasser stecken, lehrst du die Wahrheit so, dass Erkenntnis entsteht. Damit der Hunger der Geister gestillt wird, schlägst du die Büschel vieler Arme ab; unter Geschrei durchbohrst du, stürmst vor und kämpfst, Vel!
Der im Meer auf der Schlange wohlgefällig Schlafende gleicht einem grünen Berg; er ist der Wunderherr, der siegreich das Rad in der Hand hält. Dazu der hohe Töpfer auf dem Lotus und die Herren der acht Richtungen: Über sie alle herrschst du als göttlicher Weltenkaiser, großer Herr![337]
1132 – Deine Füße statt des Versinkens
Nachts schießt Kama zornig seine kräftigen Blütenpfeile ab. Mit ihnen streiten die Augen, schlagen gegen beide Ohrgehänge und kämpfen gegen das sich ausdehnende Meer; sie verjagen die Rehe und messen sich mit dem Speer, der das Meer aufschlitzt. In ihnen sind süßer Nektar und Gift vereint. Mit ihrem Netz verfolgen die Frauen das Leben widerstrebender junger Männer und fangen es ein.
Ich vereinige mich mit ihnen, trinke ihre Worte und den Zuckerrohrsaft der Kovaifruchtlippen, umarme die nektarsüßen knospenden Brustberge und steige in den wirbelnden Teich der Paarung. Damit ich nicht darin versinke und zugrunde gehe, schenke mir deine guten Füße!
In der Stadt Lanka mitten im wogenden Weltmeer wohnte Ravana. Ein einziger Pfeil wurde entsandt und zerstörte seine zehn gekrönten Köpfe und die Reihe der zweimal zehn starken Schultern: Du bist der Neffe Haris! Murugan, du überschreitest alles Böse und verweilst im klaren Urgrund.
Der eine Herr erbarmte sich der drei, die in befestigten, ummauerten Städten lebten und an ihn dachten, und gewährte ihnen Gnade. Du bist der Guru, den er verehrt. Die Verehrer erkennen den weiten Ursprung und das Ende, schmelzen Tag und Nacht dahin und lassen alles los; ihrem Gesang stimmst du zu, großer Herr![338]
1133 – Wann wird es Tag für mich?
Tag und Nacht ändern nichts: Täglich hört das Leiden nicht auf. Wegen des brennenden Bauches wächst meine Verblendung. Um Nahrung zu bekommen, nehmen Mühe und Qual zu, ohne aufzuhören, dazu Streit. Dazwischen vergehen einige Tage, und ich bin alt geworden. Das graue Haar nimmt zu, der Name „Greis“ haftet mir an; mein Gang gerät auf vielerlei Weise durcheinander, und ich stürze. Wenn auch die Augen nicht mehr sehen, wann wird es Tag für mich, deinen Diener? Soll ich vergehen, ohne die Befreiung am erhobenen Fuß des Tänzers zu erreichen?
Sie schenkt heilige Fülle, trägt den Tali-Schmuck und heilige Asche, Makara-Ohrgehänge und die Gestalt einer großen Heldin. Sie entsendet die Flamme gegen Tripura, die Schöne, Abhirami; sie bewohnt Shivas linke Seite, Nili, Dreizackträgerin, Gauri, Panchavi, Mutter, Mayi, Shivai, Ambika, das junge Mädchen von guter Art. Du bist ihr gnädig geschenktes Kind![339]
Held, Standhafter mit klingenden Fußglöckchen, Herr der leuchtenden Bergstadt, mit heiligen Füßen! Bräutigam der schönen jungen Kuravafrau, honigsüß wie ein Reh! Hari, Hara und Brahma, die drei, dazu König Indra, die Götter des weiten Himmels, Gandharvas und alle anderen: Du bist ihr großer Herr!
1134 – Die Unterweisung, die über Worte hinausgeht
Ihre Augen laufen über beide Ohrgehänge und kehren zurück: Kayalfische, Alahala-Gift und Kamas tobender Streit scheinen sie zu sein, glänzende scharfe Speere. Lass mich nicht in die Gewalt großer schöner Frauen mit jungen, moschus- und sandelgeschmückten Brüsten geraten und zerschmelzen.
Schenke mir das Eintauchen in den Staub deiner herrlichen Füße, die eine duftende Kutalamgirlande umschließt; lass den Durst vergehen und lehre das Zur-Ruhe-Kommen des Geistes. Gewähre mir die volle Einsicht, in der die Wandlungen der Maya enden, und die aufblühende Unterweisung der Erkenntnis, die außerhalb der Reichweite von Worten liegt.
Der Brahmane, der die seltenen Vedenschriften vorträgt, sagte: „Verehrung der Gestalt Hiranyas!“ Doch ein Junge sagte: „Hari, Hari, Narayana!“ „Wer ist dieser? Was ist sein Grund? Ist er hier drin? Sage es!“ – „Er ist der Herr, durch den alles lebt!“ Da eilte jener heran und schlug gegen eine Säule. Mit Wucht kam der mächtige Löwe, dessen Schultern zum Kampf bereit sind, und riss mit den Krallen den Körper des nächtlichen Dämons auf.
Dein Onkel setzte einen Fuß über die Welt, und dein Vater trägt Uma als einen Teil seiner Gestalt. Sie und die Herrscher der Götter und Asuras sprechen dein Lob, großer Herr![340]
1135 – Nicht auf dem Blumenlager das Leben verlieren
Ich vergleiche ihre beiden Brüste mit Bergen, werde von ihren beiden Augen gefangen und spreche viele süße Worte, die ihren Sinn erfreuen. Ihre Hüfte schwankt, die Fußreifen erklingen, ich umarme die jungen Brustberge, bis sie weich werden. Armreife und Juwelen, Smaragd und Koralle drängen aneinander; viele Schmucksteine verstreuen sich, werden gedrückt und fallen von selbst. Duftende Blumen und Zibet liegen auf dem Blumenlager. „Dies ist Kamas eigener Liebesvereinigung gleich!“ So freue ich mich, genieße immer mehr, umarme die Frau, schmelze und ermatte. Soll ich so auf der Erde umherirren?
Shiva lächelte, sodass die drei Festungen brannten, trat den Tod nieder, vernichtete Kama und nahm das scharfe Gift, das aus dem Wellenmeer kam, an seine Kehle. Du bist seine heilige Gnade, Muruga! Dem Herzen Haris bist du als Neffe lieb; er ließ auf Erden den mächtigen Duryodhana fallen und errang den großen Sieg im Bharata.
Schakale und Geier freuen sich; Blut erfüllt das ganze Schlachtfeld, Geister tanzen. Du wurdest für das Asurageschlecht gleichsam zum Tod. Das große Meer schrie, Berge stoben als Staub auf; damit die zu dir kommenden Götter Würde und Wohlergehen gewannen, vernichtetest du die Feinde und erlangtest große Herrlichkeit, großer Herr!
1136 – Lass mich nicht im Meer der Täuschung versinken
„Sind ihre Augen glänzende Speere, Fische, strahlende Schwerter, Blumen, Boten, die Yama schickt, Rehe oder dieses Gift?“ So spreche ich über die Augen der Frauen, gehe zu ihnen und spiele in ihren Armen. Am Ende verwandeln sie sich und wenden sich ab. Durch solche Gedanken gerate ich in vielerlei Verwirrung, werde betört und irre umher. Vergeblich spreche ich trügerische Worte und werde zum Anhänger einer rein weltlichen Lehre. Ohne liebevoll zu dienen, ohne Heimkehr und ohne dass ich, dein Diener, Rettung finde: Soll ich im Meer versinken und zugrunde gehen?[341]
Das Wellenmeer rief „Go, go! Go, go!“ und floh. Du sagtest den Asuras: „Komm her! Geh fort!“ Mit schönem Speer und Schwert, in offenbarter Herrlichkeit, tratest du ihnen entgegen und zerschnittest ihre Körper und ihre Lebenszeit. Du mit mächtigen Bergesschultern, du Erkenntnis, schöner, reiner Knabe! Du Wohlergehen des Opferherrn Indra, jugendlicher Gott, Pfauenheld! König, den die Veden verehren, Gott, duftvolle Blüte, Wasser, freigebiger Vel, großer Herr der Himmlischen!
1137 – Zwischen flüchtiger Lust und der Bitte um Befreiung
Pfauenreiter, den die pfauengleiche Uma geboren hat! Einziges Kind der sechs Frauen! Vertrauter der Verehrer, deren Herzen schmelzen! „Ich werde dich nicht vergessen“, sage ich. Doch ich weiß nicht einmal ein wenig, wie das Herz wirklich schmilzt. Ich bin arm, elend, zwischen den beiden Arten des Karma gefangen, dein Diener ohne Einsicht. Schenke mir die Befreiung, damit ich sie erlange!
Ich umarme die schönen, wie Bambus gewachsenen Schultern junger Frauen mit korallenrotem Mund, nähere mich ihren fruchtgleichen Lippen, die süß wie Nektar sind. Auf dem Lager vereinigt, tauche ich in den großen Ozean der Leidenschaft ein. Immer wieder versinke ich an ihren schönen großen Brüsten. Mag auch das Wohlgefühl der Vereinigung nur ein geringes, flüchtiges Glück sein: Von dieser großen Erfahrung auch nur etwas zu lassen, vermag ich nicht, vermag ich nicht!
Ist er der goldene große Berg, der Weltenringberg, das Meer oder gewaltiges altes Dunkel, das Gift auf seinem Haupt trägt? Ist er der furchtbare Übeltäter Yama, dessen grausamer Blick wie ein zum Kampf gespannter Bogen und wie ein tödlicher Dreizackspeer Feuer ausstößt? Ist er das gewaltige unterseeische Feuer am Ende eines Weltzeitalters? So stand jener einzigartige Herrscher der Fleischfresser da. „Kampf, Kampf!“, rief er allen Göttern zu. „Kampf, Kampf!“, Hari und Brahma und allen anderen. „Kampf, Kampf! Kommt her zum Streit!“, allen sieben Erdenwelten.
Als dieser eine Bösewicht so herankam, riefen die acht großen Berge im Norden: „Ist das recht? Ist das recht? Schutz! Schutz!“ König, der du da deinen einzigartigen Speer schleudertest, großer Herr der Götter![342]
1138 – Aus der verwirrenden Vereinigung herausfinden
Mit bekundeter Zuneigung verneigen sie sich zu den Füßen, lassen einen bequem Platz nehmen, zeigen ein leises Lächeln und grüßen mit gefalteten Händen: „Du bist unsere Zuflucht!“ Dann fallen sie aufs Lager. Das goldene Gewand gleitet fort; ich berühre ihre Scham, hebe sie an mich, umarme sie und genieße den reichlichen Nektar ihrer Lippen. „Für dich! Für mich!“ So schmelzen wir dahin und schmiegen uns aneinander, während ihr Inneres anders denkt.
Von ungezügeltem Verlangen überwältigt, setzen sie die zurechtgeschnittenen Nagelspitzen ein. Wir stammeln, das Bett gerät durcheinander, wir wanken, umschlingen und vermischen uns. Beide Augen röten sich. Sie sprechen ermattet und süß, drängen mich weiter. Soll ich in dieser bedrängenden Vereinigung leiden und erschöpft werden?[343]
Die Asuras auf der Erde und im Meer erzitterten. Du rissest ihre großen Häupter herab, sodass es krachte; Berge zerbarsten und dröhnten. Gegen den Feind, der sich stolz mit einer Mondsichel schmückte und als Kranich entgegentrat, kämpftest du: Sein Körper bebte und schrie; seine betrügerische Anmaßung brach zusammen. Du einzigartiger, im Kampf erhabener Speerträger![344]
Höchster, den der kleine Weise verehrt, der die Berge liebt! Mit Heeresmacht zerschlugst du den alten Kraunchaberg, sodass die Asuras erschraken. Kumara, der du dem Hahn auf deiner Fahne das Blut aus dem Leib des Vogels mit den ausgebreiteten Flügeln als Nahrung gabst! Großer Herr des grünen Pfaus, der mit seinen harten Füßen Felsen zertritt und zerbröckeln lässt!
1139 – Bevor das Haus des Körpers ins Feuer fällt
Wenn der Tod kommt, sodass in dieser Welt Frau und Kinder, die nahen Verwandten, alle mit meinem Leben verbundenen Angehörigen von großem Leid ergriffen werden; wenn dieses aus Blut, Wasser und Knochen fest herangewachsene Haus zerfällt und ins Feuer kommt: Bevor er mich ohne Ausweg zurücklässt, gedenke meiner!
Mit vielen Büchern streitbarer Wissenschaft treten Niedrige anderen entgegen, schreien, geraten außer sich und rühmen sich des gewonnenen Wortgefechts. Zu ihnen gehörend, freue ich mich mit einem von Karma bestimmten Herzen an den sorgenbringenden Sinnesfeldern. Nimm mein Leid mitsamt dieser Sorge fort! Schenke mir das Leben, in dem ich mit Liebe deine beiden Füße bedenke und verehre.
Damit alle vierzehn Welten leuchten, erhebt sich der Mond am Himmel und vertreibt die Finsternis. Schön ruht er im Haar des Stierreiters, der in seinen beiden Händen Hirsch und Axt trägt. Dieser Herr, der freundlich spricht, schenkte dich einst mit liebevoller Zustimmung, junger Gott!
Der Berg zerbrach in zwei Stücke, das gewaltige Meer verlor seinen Halt. Die Ängstlichen riefen „Vater!“, und die machtlos gewordenen Asurafürsten gingen zugrunde, als du mit deinem scharfen Speer kämpftest. Die kundigen Himmelsbewohner, Indra und die großen Asketen verehren dich mit blumengleichen Händen. Komm in herrlicher Gestalt auf deinem Pfau und schenke Gnade, großer Herr!
1140 – Komm an meinem letzten Tag auf dem Pfau
An jenem Tag werden die Verwandten laut weinen, und die Menschen des Ortes werden ihre Bindung an mich lösen. Der Klang von Parai, Timilai und Muzhavu wird bis in den Himmel dringen, und viele Menschen werden Reis auf meinen Mund streuen.
Dann zeige deine sechs lotusgleichen Gesichter voller Erbarmen, deine zwölf Hände und mächtigen Schultern, deine langen, bis zu den Ohren reichenden Augen mit ihrem schönen Schmuck, die herrlich klingenden Fußreifen an beiden Füßen und deine schöne Brust! Während die Veden erklingen und die Götter Blumenregen ausstreuen, soll die heilige Schnur über den Edelsteinen und der honigtropfenden Girlande erstrahlen. Erscheine als schöner Herr auf deinem Pfau, umringt von deinen alten Dienern!
Kämpfe so, dass Yamas Heer nach Yamas Stadt zurückflieht. Lass immer wieder viele Siegeszeichen erschallen und führe den Streit für mich. Wirst du nicht so kommen, um mich, deinen hündisch geringen Diener, wie ein lallendes Kind anzunehmen?[345]
Die feindlichen Asuras mit ihren sichelförmigen Zähnen fielen unwiderruflich zu Boden. Alle zweimal sieben Welten bebten und schrien. Reihen kampfstarker Elefanten und Elefantenkühe wurden vernichtet, die Elefanten der Himmelsrichtungen wichen auseinander, lange Berge zerbrachen, und das große Meer stob als Staub auf. Mahakali mit ihrem gewaltigen Bauch aß mit den Geisterscharen Leichen und Fett und tanzte mit den Gespenstern. Held, du hast gesiegt!
Ohne Scheu gingst du hin und streicheltest die Füße der rankengleichen Tochter der Kuravajäger. In dem schwer zugänglichen Wald, wo Bären und Tiger umherziehen, wurdest du zu einem jungen Baum mit überaus kühlendem Schatten und wandertest auf dem hohen Berg. Der auf dem grausamen Muyalakan tanzt, trägt die Mutter als einen Teil seiner Gestalt; sie schenkte dich aus Gnade, ohne dich auf gewöhnliche Weise zu gebären. Kumara, höchster Guru, gnädiger Gebieter, den die Götter des Himmels verehren!
1141 – Genug des taumelnden Begehrens
Sie spielen falsche Verwandtschaft vor, nehmen begehrenswerte Gestalten an, überschreiten die rechte Ordnung: begehrliche Dirnen, mit geröteten Lippen, schamlose Verführerinnen. Ein Tuch liegt auf ihren Brüsten, die Nagelspuren tragen. Sie trinken das gespenstische Getränk, bis sie wie Leichen daliegen; die Kleider gleiten fort, und sie gebärden sich närrisch. In der meerumgebenen Welt haben diese großen Sünderinnen kein erbarmendes Herz. Sie bringen Armut, unheilvolle Gestalten der Not, drängen mit ihrem Schmuck heran und sprechen verlockende Worte. Ihre hochgerühmte Schönheit ist eine täuschende Erscheinung.
„Das Glück der Vereinigung!“ – so zu denken und daran zu ermüden: Genug, genug! Schenke mir einen Weg, auf dem ich nicht taumle![346]
Die bedrängten Götter klagten über die drei beweglichen, gleichsam fliegenden Festungen der Feinde. Mit dem Wagen, mit Hari als Pfeil und mit dem Berg als Bogen ließ der Herr sie zu Asche werden. Doch den dreien, die ohne Unterlass seiner Füße gedachten, erwies er Gnade und ließ sie seine Füße erreichen. Kandasvami, den dieser große Herr preist![347]
Herr der Kuravas im Wald! Held mit starken Schultern, du entsandtest den siegreichen Speer, sodass der große Mangobaum knarrend von der tiefsten Wurzel her seinen Halt verlor. In einem Hain, wo aus aufgeblühten Blumen Honig fällt und Kuckucke und Anrilvögel „Ku, ku, ku!“ rufen, vereinigtest du dich mit der schönen Kuravafrau, großer Herr!
1142 – Wann werde ich die Unterweisung deiner Füße empfangen?
Ich trage Leben in diesem Fleisch und habe die unablässig schwankende, elende Hütte angenommen. In ihr bin ich ein Nichtsnutz, gefangen im Kreisen großer, unaufhörlicher Verblendung. Lass mich nicht zuerst in Verschwendung geraten, nicht unstillbares Verlangen im Herzen festhalten, nicht dem ganzen Ort entgegentreten und streiten!
Wie ein Hund unter der Macht von Dirnen zu stehen, deren Worte vom Honig tropfen: Das ist verderbliche kindische Torheit. Wann wirst du mir Gnade schenken durch die Unterweisung deiner herrlichen Füße? Die Verehrer, die kühle große Kadambablumen zu Girlanden reihen, feiern sie und lieben sie wie frisch aufgeblühte Blumen.
Er liegt auf dem Lager der großen Schlange, drehte den großen Meru im Meer und gehört zum Hirtenvolk, das mit den Rindern hinausgeht und zurückkommt. Als einst am Teich der Elefant laut schrie, sandte er die scharfe Wurfscheibe aus seiner Hand und zerschnitt das Krokodil. Dieser große Maya-Herr ist der kundige Erhalter der Welt. Du bist das beglückende Kind seiner Schwester!
Kandavel, im Hirsefeld des großen waldreichen Berges fielst du der jungen Kuravafrau zu Füßen; heimlich gingst du zu ihr und schenktest ihr die natürliche Liebesvereinigung. Du zerschlugst die sieben wolkenhohen Berge, sodass ihre Gestalt zerfiel, und wühltest die sieben dunklen Meere auf. Gebieter, du schlugst die Feinde der Himmelsbewohner nieder, denen die erhabenen Gärten gehören![348]
1143 – Das Licht, das jenseits der sechsundneunzig Prinzipien aufgeht
Mit seinen acht und noch einer Öffnung ist dieser Körper ein ungebranntes Tongefäß. Die beiden Arten des Karma durchtränken es; vielerlei Krankheit bedrängt es. „Wie können wir auch nur einmal den höchsten Weg erreichen, damit das Leben beständig wird?“ Nicht einmal so viel, wie ein geteiltes Sesamkorn ausmacht, bedenken sie das. Dem eigenen Wünschen folgend, geraten sie in Leid und stürzen ins Meer übermäßiger Gier.
Lass mich nicht auf den Weg solcher Toren fallen. Lass mit Kraft das Licht der aufgehenden Erkenntnis sich als freier Raum zeigen: jenseits der dreißig, der sechzig und der weiteren sechs Prinzipien, schwer zu erreichen und schwer zu erkennen. Mögen die drei Gunas vergehen und das Siegel des immer wieder auftretenden „Ich, ich!“ sich auflösen. Wird der Tag kommen, an dem du dies aus deinem fruchtgleichen Mund gewährst, der die drei Formen des Tamil kennt und unersättlichen Nektar schenkt?
Der Herr mit den Lotusfüßen tanzte einst in mannigfachen wunderbaren Weisen im Wettstreit mit Mahakali, die ihm plötzlich entgegentrat: „Tikkiṭa tarikiṭa tītō!“ Er bat: „Sprich!“ Da lehrtest du an seinem rechten Ohr: „Dies ist der weite Raum reiner Bewusstseinswonne, der ohne Lernen erkannt wird.“ Du Guru!
Mit dem scharfen Speer schleudertest du so heftig gegen den Leib des maßlos kämpfenden Asuraherrschers, dass er zerplatzte. Du mit kampfstarken Schultern, der du auf dem großen smaragdgrünen Pfau tanzt! Schwiegersohn des Götterkönigs, dessen Hand den Vajra hält: Du setztest ihn wieder in seine herrliche Stellung ein, mit prächtigen Elefanten, Pferden und Wagen. Großer Herr, durch den die Götter leben!
1144 – Befreie mich von der Zuneigung, die mich ausnutzt
Ihre dunklen Augen reichen bis zu beiden Ohrgehängen und stoßen dagegen. Sie übertreffen die Fische und dringen wie Yamas Boten vor, scheinen bis an die Wolken zu reichen und zürnen gegen die Handschwerter der Krieger und die Speerspitzen. In alle Richtungen werfen sie ihre Blicke, damit König Kama siegreich herrscht; mit Gewalt rauben sie jungen Männern das Leben.
Ich zerschmelze unter den Künsten der jungen Frauen und verlange nach ihnen. Solange aus meiner Habe noch etwas in ihre Hände gelangt, zerschmelzen sie auf dem weichen Bett und tun, als seien sie voller Leidenschaft. Danach aber sagen die Betrügerinnen: „Hast du keine Scham? Geh nun, geh! Frauen, ruft einen anderen her!“ Schenke mir Gnade, damit die begehrliche Liebe zu ihnen vergeht.
In Hastinapura, wo Valai-Fische aus dem Wasser zu den gleichmäßig gestreiften Arekapalmen springen, herrschte der gewaltige König, der ohne einen Gedanken an Gleichberechtigung nur die Stärke seiner Arme rühmte. Dharma, der mächtige Bhima, der speerbewaffnete Vijaya, die siegreichen Nakula und Sahadeva standen ihm gegenüber. Du bist der Neffe dessen, der sich ihnen als Wagenlenker zugesellte und den Wagen rasch vorantrieb.
Im heftigen Krieg ließ dieser dunkle Wolkengleiche die zehn Köpfe des Asurakönigs zu Staub werden und seine zweimal zehn Arme durch einen Pfeil fallen. Er kämpfte, sodass die feindlichen Asuras erschlagen wurden und starben. Du bist sein Neffe![349]
Held, der auf dem grünen Pfau kommt, Vel-Muruga, Tod des Geschlechts der bösen Dämonen! Die Götter fallen mit Hingabe zu deinen Füßen, und du schenkst ihnen Leben, großer Herr!
1145 – Wann erreiche ich deine zarten Lotusfüße?
Der Haarknoten, aus dem Bienen aufsteigen, löst sich; die schweren berggleichen Brüste werden weich. Die Lotusaugen röten sich und schließen sich. Die wie ein Indragopa-Insekt rote Unterlippe erschlafft und spendet Nektar. Zarte Laute entstehen, die dem gerühmten Summen der Bienen, dem schwarzen Kuckuck und der sanften Taube gleichen; die Liebe wächst.
An den Stellen, an denen die Mondsichel des Nagels ihre Kraft zeigt, leuchten die Nagelmale. Der überaus weiche Körper beugt sich der liebenden Umarmung. In die Höhlung, wo durch die Künste lustbringender Frauen der Samen verlorengeht, bin ich gefallen und zugrunde gerichtet. Wann werde ich diese schwach gewordene Körperhütte verlassen und deine zarten Lotusfüße erreichen?[350]
Das tintenschwarze Meer wurde von Feuer erfüllt, der Kraunchaberg verbrannte am Leib, und die übrigen guten Wohnstätten sanken und vergingen. Damit der Himmelskönig wieder den Vajra in der Hand trug und seinen Rang empfing, damit deine Schultern die Brüste der gepriesenen Devasena umfassten, verschlang dein Speer die rasenden, grausam zornigen Betrüger!
Höchster mit der Hahnenfahne! Während der Weltenkreis und die acht Richtungen dich rühmten, nahmst du das mit Konrai geschmückte Haupt als Zuflucht zu deinen Füßen an.[351] Überaus Liebender, deine festen, mit Armreifen geschmückten Schultern tragen Büschel aufgeblühter Kadambablumen. Siegreicher Gebieter, den die Kuravafrau liebt!
1146 – Gerechtigkeit, Freigebigkeit und Sammlung des Herzens
Wer den Lehrern ihren Lohn nicht gibt; wer großen Asketen schweres Unrecht tut; die hitzigen jungen Männer, die im Aufruhr wie Feuer brennen; die Toren, die Brahmanen und ihrem Wohnort Leid zufügen; wer alle anderen gleichgültig behandelt; wer dem Verdienst rechtschaffener Menschen nachjagt; wer den Bittenden auch nicht die kleinste Gabe gibt; wer auf Erden parteiisch handelt; wer Menschen verachtet, die Shiva und Vishnu dienen; wer keine einspitzige Meditation kennt; wer ganz von Verblendung und Genusssucht durchtränkt ist: Alle diese niedrigen Menschen werden in den sieben Höllen umherirren.[352]
'tāta tattata tātata tātata
tūtu tuttutu tūtutu tūtutu
cāca caccaca cācaca cācaca — cacacāca
tāṭa ṭaṭṭaṭa ṭāṭaṭa ṭāṭaṭa
ṭūṭu ṭuṭṭuṭu ṭūṭuṭu ṭūṭuṭu
tāṭi ṭiṭṭiṭi ṭīṭiṭi ṭīṭiṭi — ṭiṭiṭīṭī
tīti tittiti tītiti tītiti
tōti kuttiku tōtiku tōtiku
cēku cekkuku cēkuku cēkuku — cekucēku!
Viele tanzen und rufen „Sey, jugendlicher Gott!“ Zu den Worten der Besten, die die großen Wissenschaften erforschen, tanztest du in mannigfaltiger wunderbarer Weise, großer Herr![353]
1147 – Schenke auch mir die unvergängliche Wahrheit
Ihre Augen laufen über die Ohrgehänge mit ihren Blättern hinaus, schimmern, schwellen vor Stolz und verbinden sich im Schatten des geölten, wellengleichen Haares mit den Bienenschwärmen. Selbst denen, die Erkenntnis lehren und große Askese üben, bringen sie Leid und schlagen Wunden; sie bergen Feuer und Gift in sich. Mit diesen Augenpfeilen erzeugen die Frauen verliebte Verwirrung, fangen wertvolle Habe im Bereich ihrer duftenden Brüste ein und drängen: „Komm, komm!“ So führen sie einen ins Innere.
Wirst du diese betörende Täuschung beseitigen und auch mir nun sanft die unvergängliche Wahrheit schenken, die du den Göttern aus Gnade gewährtest?
„Wir müssen mit dem Affenheer das Meer abdämmen!“ Kaum war das gesagt, warfen sie rasch ganze Berge in Nalas Hände. Er fügte sie gleichmäßig zusammen und errichtete die Brücke. Noch bevor er die Stadt der Rakshasas betrat, hatte jener Herr Vibhishana seine Gnade zugesagt. Er entsandte die scharfen, todesgleichen Pfeile, sodass dessen Brüder starben. Der gnadenreiche große Mal hielt am ruhigen Ufer inne und schenkte ihm die Herrschaft über das Land.[354]
Dieser Herr ist ein Meer souveräner Gnade und brachte Kama hervor. Du bist das siegreiche Kind dessen, der Kamas Körper vernichtete! Im Hirsefeld, das in der weiten Welt bestellt war, wurdest du von einzigartiger Liebe ergriffen und warst überaus entzückt, gnädiger Gebieter!
1148 – Der stille Käfig und die freie Erkenntnis
Am äußeren Winkel werden ihre schwarzen Augen rot, weiten sich, scheinen zu sprechen, reichen über beide Ohrgehänge hinaus und glänzen mit roten Linien. Sie durchbohren sogar die Brust der Entsagenden. Das Gewand löst sich, das dunkle Haar fällt herab; die Last der Brüste schwankt, die Taille beugt sich. Mit gefälligen Gesten und stolzem Spiel rauben sie Leben.
Sie sind die große Heerschar des bewaffneten Kama. Ich genieße ihre schönen Kinsukablüten-Lippen und das süße Glück ihrer geschmückten Hüften. Wird einmal der Tag kommen, an dem diese Überwältigung durch reifes Begehren sich beruhigt, ich dich erkenne und im Käfig der Stille den Zustand des Glücks erreiche, darin bleibe und deine Gnade empfange?[355]
Die hohen Berge des Nordens schrien, doch die Erde freute sich voll Liebe. Purandara erhielt seine eigene Stadt zurück. Das seit alters wütende schwarze Meer mit seinen wilden Makaras wurde bezwungen. Das ganze große Geschlecht des Nachtgängers starb; Brahma stand weinend da. Mit deinen breiten Händen rissest du den dichtgewachsenen Mangobaum mitsamt der Wurzel aus, herrliche Gestalt![356]
Du liebtest den Wald mit seinen schönen Bienen und gingst sogar dazu über, ihn zu verehren, voller leidenschaftlicher Ergriffenheit. Und du umarmtest die nektarsüßen, zarten Brüste der herrlichen Devasena, die sich wie mächtige Berge erheben, großer Herr![357]
1149 – Die Wirklichkeit, die kein Streit erreicht
Die verlässliche Wirklichkeit lässt sich durch laut vorgetragene Wissenschaften nicht bezeichnen. Ihr großes Licht erreichen die aufgeregten Religionsstreiter nicht. Man nennt sie das Eine, das sich zeigt, wenn die beiden Arten des Karma vergangen sind und das Werden im Mutterleib aufhört. Sie berührt nicht den von dunklen Taten erfüllten Geist. In ihr schmelzen die Veden zusammen und tauchen als eine geschlossene Fülle ein. Sie wird erreicht, wenn man makellos alles loslässt.
Ohne das zu erkennen, gerate ich an jene Frauen, die mit dem bösartigen Gemahl Ratis zusammenwirken, der mit Blütenknospen angreift, um die verschiedenste Bienen summen. Ihre jugendlichen beiden Lotusknospen sind mit Moschus geschmückt; auf der bogenförmigen Stirn steht ein kleiner Punkt. Gefangen im Netz ihrer pfeilscharfen, listigen Augen: Sollen da meine körperlichen Kräfte erschöpft werden?[358]
Kind, dessen Blumenfüßen noch keine Fußreifen angelegt sind! Unerreichbarer Lehrer, vor dessen Füßen die Veden sich neigen! Die Sternenfrauen hielten dir ihre schönen Brüste hin: „Trinke!“ Täglich liebkosten sie dich. In einer Wasserstelle des großen, vielfach verzweigten Flusses lebtest du auf einem duftenden Lotus mit stacheligem Stängel; grüne Blätter breiteten sich aus, und kein Gewürm kam heran. Du verließest dieses Lager aus hundert Blütenblättern und stiegst aus dem Fluss.
König, du siegtest, sodass das Meer zusammenschrumpfte und der unbeugsame Sura mitsamt dem großen goldenen Berg zerplatzte und als Staub aufstieg. Geliebter der seidengleichen Frau, die beim Geschenk von Laub weich wird und deren überaus schöne Vereinigung nie sättigt! Gebieter der Götter, deren Füße die Erde nicht berühren![359]
1150 – Rette mich aus dem wechselnden Spiel der Verblendung
Ich spreche vom Glück der Vereinigung, gerate in die Macht der sandelgeschmückten Brüste der Frauen und ziehe als Dichter umher, der jede von den Füßen bis zu den Haaren besingt. Ich bin ein von Lust und Zorn beherrschter Wüstling, ein schuldiger Betrüger, höchst beklagenswert, mit einem Herzen, das täglich verwirrt ist. Ich wechsle die Gestalt, lerne in einer sittenlosen Glaubensrichtung nach der anderen trügerische Lehrbücher und behaupte meine Sache.
Ich habe den Weg der Schriften verlassen und folge verblendet den fünf Sinnen. Das Leben, das wie der Traum eines Stummen entsteht und im nächsten Augenblick wieder vergeht, halte ich für beständig. Hier auf Erden bin ich in die Fesseln des begrenzten Wesens geraten. Ich bin ohne Einsicht, ein großer Sünder, und habe nicht einmal ein wenig Verlangen nach jener Wirklichkeit, die die drei anhaltenden Gunas, die vielen herankommenden Tatenfolgen und alle Wandlungen der Maya zerstört. Wird der Tag kommen, an dem du mich rettest und zu deinen beiden Blumenfüßen führst?[360]
Damit die schöne pfauengleiche Tochter des großen Berges Freude empfände, kam Kama mit einer duftenden Kuvalaiblüte und schoss sie ab, um den Yoga der Erkenntnis zu stören. Der mächtige Herr richtete zornig den Blick auf ihn und gewährte auch Gnade.
Ein göttlicher Brahmane sprach zuerst „Om“ und danach „Hiranyaya nama“. Doch das kleine Kind mit lallendem Mund sagte „Narayanaya nama“. Um dieses Kindes willen erschien der Herr aus der Säule. Mit den Spitzen der vielen Krallen seiner mächtigen Hände zerriss er den Körper des Nachtgängers, wühlte darin und trug dessen Dünndarm zusammen mit Tulasi als Girlande über den Schultern.
Während diese beiden Herren dich rühmten und segneten, nahmst du dem Gebieter die Angst, der sich vor dem gelehrten, gründlich forschenden Lehrer neigt und auf dem starken Airavata mit seinem siegreichen Stirnschmuck reitet. Du schleudertest den Speer und vernichtetest den breiten nördlichen Berg. Du stürmtest vor, sodass das Meer mit seinen springenden, zornigen Makaras aufschrie, und schlugst Sura, bis er vernichtet floh, großer Herr![361]
1151 – Sei mein Halt, wenn das Verlangen mich gefangen nimmt
Ihre langen Fischaugen, an den äußeren Winkeln gerötet, schießen über die glänzenden Ohrgehänge hinaus. Sie sind grausamer als dein scharfer, zornig entsandter Speer und gleichen dem Alahala-Gift. Ich trinke den Saft ihrer fruchtgleichen Lippen; Hals und Körper werden in der Umarmung eins. Auf den sandel- und safrangeschmückten Brüsten drängen sich Halsketten und Schmuckreihen; scharfe, geradlinige, schwertgleiche Nägel zeichnen ihre Spuren. Das getragene Gewand löst sich, dreht sich weg und fällt zu Boden.
Ich versinke in der weich machenden Nabeltiefe und bei der schmalen Taille. Keine Weise sehe ich, dieses stolze, verführerische, ungestillte Begehren aufzugeben; keinen einzigen tragfähigen Beistand erkenne ich.
„Deine farbig leuchtenden Lotusfüße mit ihren Glöckchen, dein Federgewand, deine umgürteten Brüste, deine speergleichen Augen und dein dichtes Haar, um das Bienen singen: Darf das alles meinem Herzen Unruhe und schmerzende Liebe bereiten? Darf ich an Vereinigung denken?“ So vertiefst du deine Vertrautheit mit der rankengleichen Tochter der speertragenden Jäger.[362]
Dein Onkel tötete mit dem Pfeil die Lebenszeit des verhassten Ravana, sodass das eingedämmte Meer „Go, go!“ schrie. Dein Vater bog den Meru, sodass die Festungen der Feinde in Flammen aufgingen. Sie, die sechs Berge, alle Welten, die Veden und Agamas schätzen dich, tapferer Held, Gebieter der Götter, die den Himmel regieren!
1152 – Die Erkenntnis, die du Agastya schenktest
Lass mein Herz nicht ermüden an ihrem unbeschreiblichen Haar, der mondgleichen Stirn, dem Bogen der Brauen, beiden Ohrgehängen, den mangospaltenförmigen Augen und der erhabenen Kumizhblüten-Nase; an den rankenzarten Korallenlippen, dem strahlenden Perlenlächeln und dem Nektar des Mundes, am Zeichen enger Umarmung; an den überaus großen Brüsten, dem Schwanengang, der blitzschmalen Taille, den Blumenfüßen und dem jungen Lächeln!
Schenke mir aus Gnade den Sinn, den du Agastya offenbart hast, und gewähre die Lotusfüße, deren Maß Hari und Brahma nicht erfassen können.
Du bedrängtest das zornig anrückende Asuraheer, bis sein Ursprung selbst vernichtet wurde. In einem Augenblick zerschnittest du mit dem strahlenden Speer ihr Fett und ihre Eingeweide. In heiligem Zorn schenktest du den leidenden Göttern wieder das Recht auf ihre Wohnstatt und nahmst ihre Not fort, Pfauenheld!
Im großen Wald greifen zornige Löwen die herandrängenden Elefantenherden an und reißen ihnen die starken Stoßzähne heraus, sodass sie erschrecken. Dorthin wolltest du gehen, zu der rankengleichen Tochter der äußerst wilden Jäger mit ihren Bogen. Ihre kleinen, dosenförmigen Brüste nahmst du fest in deine Umarmung, großer Herr!
1153 – Rette mich aus der Liebe, die nach meinem Besitz bemessen wird
Mit geschmeidiger Bewegung kommen sie wie ein Pfau heran. „Du kommst nicht, um mit mir das Spiel der Liebe zu treiben! Ohne an die Folgen zu denken, gehst du fort und kehrst nicht zurück. Du hast ein grausames Herz, bist ungerecht, ein großer Übeltäter, ohne Einsicht!“ So entzünden sie das Begehren. Ich werde davon betört, gehe stolz zu ihnen und steige auf das weite Blumenlager. Wir schmiegen uns auf jede Weise zusammen, sprechen gute Worte; Schmuckketten und Brustbänder sinken tief in die Umarmung.
Das Herz schmilzt, König Kamas großer Kampf entsteht. Die Augen rollen, das Haar gleitet hin und her, das Mondgesicht leuchtet, und reichlich Schweiß tritt hervor. Vielfältige Liebesweisen entfalten sich in einem Ozean übermäßiger Leidenschaft. Doch nur nach dem Maß der Habe lieben diese Frauen jeden beliebigen Mann. Ich, dein hündisch geringer Diener, bin unter ihre Macht geraten. Schenke Gnade, damit auch ich gerettet werde!
„Weiche nicht von meinem Wort ab; geh in den Wald!“ So sprach die Mutter, deren Entschluss nicht zu lösen war. Ohne dem zugesagten Wort untreu zu werden, ging er; die große Gemahlin und der jüngere Bruder begleiteten ihn liebevoll. Er nahm dem täuschenden goldenen Hirsch das Leben, ließ die herankommenden Krieger Khara und Dushana im Kampf sterben, durchbohrte sieben fest verwurzelte hohe Bäume, bis sie zu Staub wurden, und vernichtete Valis Leben.
Mit Hanuman und dem Affenheer dämmte er das Meer ein, überquerte die Brücke und erreichte die Stadt des großen Sünders. Er zerschlug das Geschlecht der Asuras und kämpfte, bis die zehn schweren Heldenkronen des Dämonenherrschers, mit roten Edelsteinen besetzt und von giftgleichem Zorn umgeben, durch einen einzigen Pfeil fielen. Mächtiger Neffe dieses Kriegers, Kumaresa, großer Herr der höchsten Himmelsbewohner![363]
1154 – Werde ich arm an Besitz und Gnade umherziehen?
Die tödlichen Augen rollen und rollen, die Bogenstirn zieht sich zusammen, die rankengleiche Taille beugt und beugt sich. Der Schmuck an den schweren Brüsten verstreut sich, die Armreife lärmen, die kuckucksgleiche Stimme bebt. In liebender, begehrlicher Vereinigung finden wir immer wieder zusammen; immer wieder trinke ich die Ilavamblüten-Lippen, umarme und umarme mit den Händen.
Nach wenigen Tagen sind der Besitz in meiner Hand und die Gnade verloren. Alle stoßen mich mit „Pfui, pfui!“ zurück. Soll ich so, in grausames Tun geraten, auf der Erde umherirren?
Die Meere trockneten aus und aus, die Himmelsrichtungen wichen aus ihrer Ordnung, große Berge zerbarsten und zerbarsten, der feste goldene hohe Meru bebte. Der Edelstein löste sich vom Schlangenhaupt, der Körper Yamas wurde zerrissen. Die Kraft des kämpfenden Sura nahm ab und ab, die Waffen flogen davon. Schakale drängten nach, Scharen von Eulen kreischten mit ihren Weibchen. Während der Götterkönig dich immer wieder pries, schleudertest du den glänzenden Speer, guter Kumara, großer Herr![364]
1155 – Auch ich bin von der Selbsttäuschung nicht frei
Feiglinge voller Hochmut reden nur von Heldentum. Geringe Menschen von schuldbelasteter, niedrig genannter Herkunft sitzen mitten in der Versammlung und rühmen die Größe ihres Geschlechts. Sie geben niemandem Reis, doch sagen: „Ich selbst bin König Dharmaputra!“ Sie versinken in Armut und behaupten: „Ich bin Kubera mit seinen Schätzen!“ So geht es im fehlerreichen Kali-Yuga zu.
Auch ich, dem die Kenntnis der zu erforschenden Schriften fehlt, bin davon nicht verschieden. Weil ich selbst dazugehöre, ist dies nur meine bescheidene Rede vor der Versammlung.[365]
Die bedrängten Götter riefen. Über Indra mit seinem Elefanten und über Rudra brannte die Hitze der Bedrängnis. Du kamst, damit der Herr mit dem Mond im Haar von seiner Not frei würde, den Kailasaberg bestiege und dort glücklich wohnte.
Du befreitest den Götterkönig mit dem Vajra, der auf dem Elefanten sitzt, aus der Gefangenschaft; auch Brahma befreitest du und setztest die Krone auf. Du nahmst den herrlichen Bogen, sodass Geier auf den Kopf des tapferen Sura stiegen und daran hackten, großer Herr![366]
1156 – Lass mich deine lieblichen Füße erreichen
Mit Sandel und Safran geschmückte Brüste wiegen sich, ihr Mondglanz scheint überzufließen. Durch die Straße kommen sie heran; Muschelarmreife klirren, Schmuck bedeckt ihre roten Hände, und am schwankenden Körper verwischt sich das Sandelholz. Das dichte Haar schwingt, die reichen Fußglöckchen klingen. Die schönen Frauen locken mit süßem Glück und folgen dem Gold.
Bewahre mich davor, an ihren Schultern, Brüsten und schönen Armen zu hängen, zugrunde zu gehen und auszudörren. Schenke mir Gnade, damit ich deine lieblich klingenden Füße erreiche!
Du kommst, während deine roten Fußglöckchen „Tantaṉam!“ tönen, Scharen kleiner Schellen lieblich klingen und die Fußreifen an deinen schönen Füßen ertönen. Deine Brust umarmt das Goldmädchen der Kuravas im Champakafeld; ihre sandelgeschmückten Brüste schwellen, und ihre Augen röten sich.
Der Herr nahm das herankommende Gift freudig in seine Kehle. Die rankengleiche Uma, mit der er sich vereinigte, hat Brüste wie der Mandaraberg. „Du bist ihr Sohn!“ So freuen sich die Liebenden, verneigen sich in wachsender Liebe und tragen dich im Denken. In ihr Herz bist du eingegangen, ohne dass es je verdunkelt wird, großer Herr![367]
1157 – Mit den Verehrern im Meer der Gnade
Die Shrutis, unzählige vielgestaltige Puranas, die an Charya, Kriya und großem Yoga Hängenden, die eiligen Streitenden über die Unterschiede fremder Religionen: Selbst wenn sie immer weiterlaufen und suchen, ist jene Wirklichkeit des Turiya schwer zu erkennen. Man nähert sich ihr, und die bisherigen Genusserfahrungen schwinden.
Möchtest du nicht daran denken, mich dein Licht betrachten zu lassen, du einziger süßer Herr? Lass mich dabei zerschmelzen, frei von Widerstreit, im großen Ozean höchsten Glücks, in dem Gnade wächst. Mit deinen erbarmungsvollen Dienern will ich zusammenkommen, tanzen und mich freuen; ohne zu vergessen will ich das schöne, zarte Lotuspaar deiner strahlenden Füße besingen, mit Kadambaschmuck und goldenen, juwelen- und diamantbesetzten Fußreifen.
Er stieß gegen die beiden Marutabäume, sodass sie knarrend mitsamt der Wurzel fielen, und sog an der Brust der heimtückischen Dämonin. Auf der Straße besiegte er den starken, grausamen Elefanten, bis dieser schrie. Mit dem Fuß trat er den gewaltigen Wagen, sodass dessen Zaubermacht starb. Er lernte auf der Erde gehen und wuchs im Hirtendorf auf. Neffe dieses wolkengleichen Herrn, wunderbarer Speerträger, Pfauenheld!
Sieger, der du das Heer der gewaltigen Rakshasas zerschlugst! Du trägst als Schmuck die schweren, vor Ergriffenheit schauernden Brüste der göttlichen Elefantentochter. Deine rötlichen Schultern gleichen Bergen für die Brüste der reinen Jägerstochter. Erleuchteter, Träger des ringförmigen Merubergs, Herr des gewaltigen Kampfes, Gebieter von hundert Koti Himmelsbewohnern![368]
1158 – Gewähre deine beiden Füße, wenn das Leben den Körper verlässt
Die Verwandten, die Kinder und die Frau mit den wohltuenden Worten sagen beklommen: „Dies ist ausgeschiedenes Wasser; hier ist reines Wasser. Bald wird er ganz daniederliegen.“ In Schmerz kommen sie nahe und weinen. Im gebrannten Topf trägt man glühendes Feuer zur Verbrennung; die Parai ertönt: „Tokkut toku toku tok!“ Man bespricht, wann es passend sei, die Leiche zu bedecken.
Der Körper verfällt; die Bindung des Lebens lockert sich rasch. „Wenn sie sich löst, ist es schlimm; der Pulsschlag ist nur noch schwach“, reden sie. Laut klagend legen sie die Hände auf den Kopf: „Es ist fehlgegangen! Wie könnte er jetzt noch überleben?“ Während solche Worte durcheinandergehen, gewähre mir deine beiden Füße in dem Augenblick, in dem ich den Körper verlasse![369]
Die Bergtochter spielt mit einem kleinen Haus; Blütenbüschel schmücken ihr lockiges Haar. Von wunderbarem Glanz ist ihre Schönheit, sie gleicht einem jungen Pfau, hat kühle Augen und ist die Höchste, die zu Shiva führt. Zu ihrer Freude tanzen die alten Geister:
tikkuc cekakeṇa tittari tikutiku
ceccec ceṇakruta ṭoṭṭari ceṇakruta
ṭeṭṭeṭ ṭuṭuṭuṭu tattari tari!
Du bist der jüngere Bruder des kleinen Elefantengesichtigen, den der mit siegreicher Tigerhaut bekleidete Hara aus Gnade schenkte: des kindlichen dreiaugigen Ganapati, der Zuckerrohr und gepresste Reisflocken isst. Auf dem Schlachtfeld erhoben sich laut die Saccari-Instrumente und die Trommeln. Damit der Götterkönig wieder festen Bestand hätte, kämpftest du, bis die Körper der Nachtgänger und ihrer ganzen Sippen zerschlagen zerfielen, großer Herr!
1159 – Das schöne Licht jenseits der Eigenschaften
Selbst die Somayajins, die Opfergruben anlegen und aus rotem Feuer den Rauch ihrer Homaopfer aufsteigen lassen, werden von ihnen bekämpft, bis sie wie ein Stab zu ihren beiden Füßen niederfallen. Selbst den wenigen kraftvollen Helden der Askese, die nicht nach jedem Gedanken in Verblendung und zu den Sinnendingen laufen, treten sie entgegen und schneiden mit ihren scharfen Schwertaugen in ihre Glieder.
Lass mich diesen Frauen nicht völlig verfallen, sodass mein Geist in Dämmerung gerät und von Dunkel umschlossen wird. Damit ich jenes schöne Licht der aufgehenden Erkenntnis erforsche, das frei von Widerstreit und jenseits der Eigenschaften ist: Wirst du mich nicht mit guter Liebe bedenken und deinen einzigartigen Fuß schenken, der selbst Gnade ist?[370]
Er trägt duftende Kuragirlanden, kühle Konrai, Tulasi und Atthi; in seiner kunstvoll geschmückten Haarbekrönung ruhen die verehrungswürdige Bhagirathi und die Mondsichel, dazu Indu- und Erukkublüten. Schlangen trägt er als Ohrgehänge, und Pinaka ist seine Waffe. Gemeinsam mit ihm bat der Herr, der Muschel, Diskus und Keule in den Händen hält: „Du bist unser einziges Leben! Befreie die Götter aus der Gefangenschaft!“
Da verlor der Asuraherrscher jede Zuflucht, Brahma, der Hort der Veden, erschrak, und der Berg zerfiel. Du schleudertest den Speer als Inbegriff des Heldentums, gewaltig und ungestüm, großer Herr!
1160 – Führe mein Verlangen zu deinen Füßen
Ihre Augenpfeile übertreffen die Fische, steigern die Kraft des Gifts und zürnen gegen die Rehe; sie tragen rötliche Linien und verursachen Unheil. Ihre Worte scheinen in Honigsaft gebadet, süß wie Zuckersirup und wie der klare Trank seltenen Nektars. Mit einem Bauch wie ein Banyanblatt, mit Haar, Lippen und schmeichelnder Freundlichkeit fangen sie einen ein.
Lass mein Verlangen nach diesen Frauen weit von mir fallen. Gewähre mir, dich zu preisen und das geliebte Paar deiner guten Füße zu erreichen!
Er hob seinen wahren heiligen Fuß und trat den Tod; er verbrannte Kama. Mit Brahmas Schädel bettelte er, sichtbar in Kashi. Er schmückte sich mit dem Mond, ritt auf dem Stier und hielt das Gift aus dem wogenden Meer in der Kehle. Er zog dem Elefanten die Haut ab, trug sie als Gewand und tanzte auf der Verbrennungsstätte. Uma, die an seiner linken Seite ist, schenkte dich als Leben voller Gnade.
Du entsandtest deinen Speer gegen das Meer, Sura und die sieben Berge, sechsgesichtiger großer Herr, Zuflucht der Bedürftigen![371]
1161 – Löse den Knoten des fehlgeleiteten Denkens
Mit betörendem Mittel täuschen sie, greifen listig nach dem Besitz in der Hand, umringen einen, bedrängen und betrügen. Um ihre Brüste haben sie ein goldenes Seidenband geschlungen. Ihre Worte, süß wie reifes Zuckerrohr und wie Papageiensprache, machen verrückt und bringen Leid.
Darin gefangen, schäme und fürchte ich mich. Trotz vieler Härten und Faustschläge stimme ich der Süße ihrer Lippen zu und werde immer wahnsinniger, ich elender Hund. Wie ein kleiner Vogel in der Falle verliere ich jede Richtung. Schenke das Wunder, dass der Knoten dieses schlechten Denkens zerreißt und ich mich aufrichtig an dich halte![372]
Takkuttak kukkuk kukkuṭa,
taṭṭuṭṭuṭ ṭuṭṭuṭ ṭuṭṭ!
Die acht feststehenden Richtungen zerbarsten; der Klang des Sieges erfüllte alles:
Tattittit tittit tit!
Muruga, mit der siegreichen Kraft deines Shaktispeers durchbohrtest du das Heer der bösen Gewalttäter! Den reinen, goldgleichen Verehrern, deren von einem Meer des Leids erfülltes Herz schmilzt, sich erhebt und vom Bösen frei wird, gewährst du den Sinn der Wahrheit, Vel! Siegreicher Herr des wunderbaren Vogels mit seinem dichten goldgrünen, augengeschmückten Rad! Du zeigtest Chokkar den Sinn, großer Herr!
1162 – Lass mich deine Füße als Krone tragen
Mit Erkenntnis Geschmückte, Ursache, Wirkende, bezaubernde Macht des Begehrens, Trägerin, Yamala, große Maya, Parvati, Göttin, Hort der Eigenschaften, Uma! Ihr Herr ist der Gnadenspender, der Lehrer der Lehrer, der Veden und Agamas aus Gnade gewährt, Gott der Götter, guter Isha mit dem verfilzten Haar, höchster Herr. Muruga, Kind der Allherrscherin![373]
Herr der Valli mit honigsüßer Rede, Reiter des großen Pfaus, den die Himmelsbewohner verehren! Bräutigam, der das Herz der rehgleichen Tochter des Himmelsherrschers erfreut! Gewähre mir, deinem hündisch geringen Diener, deine herrlichen Füße als Krone zu tragen. Lass den Durst der Wandlungen meiner Verblendung vergehen und fliehen; lass mich dich würdig mit kunstvoller Rede besingen.
Du kamst nach Kudal, damit die Jains, die die heilige Asche nicht achten und nicht tragen, im Streit besiegt und auf Pfähle gesetzt würden, und damit der bucklige König mit dem Fischzeichen Erlösung fände.[374]
Neffe des großen Helden, des Herrn der Raghu, der den Pfeil gegen den Nachtgänger-König schoss und ihn in zwei Teile spaltete: Narayana mit blumengleichem Mund, der wundermächtige Raghava! Damit die herankommenden Suras ihre Lebenszeit verloren und starben und die Himmelsbewohner wieder ihre Heimat erreichten, kamst du als König, Herr und höchster Guru, Kumaresa!
Dein Wort liegt jenseits der Reichweite der Sprache. Die Lehrer und die anderen neigen sich deinen Füßen; du bist gekommen als Zerstörer der Fesseln, großer Herr!
1163 – Löse mich aus Geburt, Alter und Verbrennung
Hier auf Erden gelangt ein Tropfen in den Leib der Mutter. Er wird wie ein Korn, wie eine Kazhalfrucht, nimmt die Form eines Eies an; Fleisch, Blut und Fett füllen ihn, die Glieder entstehen, neun Öffnungen bilden sich. Hände und schöne Füße wachsen dazu. Nach neun und einem weiteren Monat kommt das Kind auf die Welt, wird liebevoll „Sohn“ genannt und lernt gehen. Dann gerät es in den Bann der Täuschung einer Frau.
Ich ziehe umher, der Körper krümmt sich, ich gehe mit einem Stock und werde schließlich bettlägerig. Der Tod kommt rasch ins Haus, das Leben zerstreut sich; „Eine Leiche!“, sagen Kinder und Verwandte erschöpft. „Hebt diesen Körper auf, hebt ihn auf!“ So tragen sie ihn liebevoll zum Verbrennungsplatz. Er wird ins Feuer gelegt, verbrennt und verstreut sich. Damit diese Geburt aufhöre, schenke mir deine schönen Füße mit beiden Fußreifen![375]
Das Geschlecht der Asuras, das dir im Kampf entgegentrat, ging unter. Überall sahen Geier und Garudavögel dies und kreisten am Himmel. Mit vielen Geistern und grausamen Scharen freuten sie sich, fraßen und fraßen die Leiber der zornigen Asuras. Timilai, Parai, Muzhavu, Tudi, Pampai und Muschelhörner ertönten gewaltig:
Ṭumuṭumuṭa ṭumuṭumuṭa ṭuṇṭuṭuṇ ṭuṇṭuṭuṇ!
„Kumara, der Reihen von Pfeilen entsendet! Muruga, der kommt, die alte Gefangenschaft der Götter zu lösen!“ So kamen Indra und der Viergesichtige und priesen deine Füße. Strahlender Speerträger, du kämpfst im dicht heranbrandenden grausamen Streit! Großer Herr, den Shankara schenkte: Jener trägt an seinem schwer zu erkennenden Haupt Schlangen, Mond, Wasser und Konrai; selbst der wolkengleiche Herr, der die ganze Welt als Speise verschlang, vermag es nicht zu erkennen.[376]
1164 – Von betörender Rede zur Festigkeit der Askese
Ihre Brüste wiegen sich ein wenig; goldener Schmuck glänzt, goldene Schellen und steinbesetzte Fußreifen erklingen zusammen. In ihren Händen schwingt die Vina, sie sprechen fürsorglich wie zu einem kleinen Kind und geben sich liebevoll. Goldene Ketten legen sie an; mit den Pfeilspeeren ihrer Augen verbinden sie sich mit einem, machen einen täglich verrückt, binden mit Worten, umarmen und vereinigen sich. Jeden Tag täuschen sie und greifen nach dem Besitz, als sei er eine geschuldete Zahlung.
Ich habe mich in diesem Kunstspiel der Frauen bewegt und bin ins Verderben geraten. Schenke mir deine Füße, damit ich diese Eigenschaften vernichte, Shiva erlange und mich fest an die Askese halte!
Taṉantattat taṉantattat taṭuṇṭuṭṭuṭ ṭiṭiṇṭiṭṭiṭ,
ṭaṭaṇṭaṭṭaṭ ṭimiṇṭuṭṭuṭ!
Der passende Takt stimmt ein: Timintittit! Die Tavandai tönt. Du verbündetest dich mit den Bedrängten und griffst die Asuras zornig an; deine Hand sandte lodernde Pfeile. Ihre gepanzerten Häupter sprangen und wurden gespalten, sie erschraken, Berge wurden zu Staub. Damit die Welt und die Himmelsrichtungen heilvoll erstrahlten, betratest du das Schlachtfeld und errangst den Sieg, schöner großer Herr![377]
1165 – Die fünf Silben als göttlicher Leib
Die Silbe Na wird zu den beiden Füßen, Ma zum Bauch, die mittlere Silbe Si zur Brust, Va zum Mund. Das Haupt, das den Fluss trägt, wird zur Essenz der Silbe Ya. So erscheint der heilige Leib in der Schönheit von Na-ma-si-va-ya. Diese Silben und Om, dessen Ursprung A und U sind, werden zur Fülle, zur Erkenntnis in der Erkenntnis des Sura, der ihren Sinn erfasste.
Gewähre, dass auch ich, dein Diener, dies rezitiere und erkenne. Schenke die gesammelte, erfahrene Erkenntnis, die den Lotus des Herzens zu ihrem Tempel macht und darin wohnt![378]
Guha zeigte die Fülle seiner Gnade und seines Mutes. Damit die Not dessen ende, der durch einen Fluch die Gestalt eines Makara trug, suchtest du jene Frau: Einst lag sie als kleines Kind allein am Meer; als Frucht der Askese unseres Fischervolks wuchs sie an dem Ufer mit seinen hoch aufsteigenden Wellen heran.
Vor den Augen aller Welten kamst du in wunderbarer Gestalt, vollzogst die seltene Hochzeit und gingst weiter. Als der nach dem Netz Suchende, als Sechsgesichtiger, als Vanmikanatha offenbarst du dich. Du wirfst Geburt und König Yama fort, bist Ajapa, Herr des strahlenden Lichts der Welt, großer Herr![379]
1166 – Will mein Geist nicht endlich deine Füße besingen?
Das Haar ergraut, die Zähne fallen aus, die Haut trocknet ein. Der Gang versagt, große Schmerzen kommen, die Beine ermatten. Die Augen werden dunkel, man greift zum Stock und schleppt sich weiter. Diesen entgleitenden Fleischkörper halte ich noch für etwas Bleibendes und das zugefallene Leben für „unser“. Über diese Täuschung, die so viel Elend bringt, lache ich nicht einmal.
Mein Geist bleibt vielmehr bei duftendem, moschusgesalbtem Haar hängen, um das Bienen singen; bei glänzenden, dicht geschwärzten Speeraugen und bei Frauen, die mit kunstvoller Schönheit dastehen. Wird dieser eine Geist nicht endlich danach fragen, deine erhabenen goldenen Füße zu besingen?
Er lehrte die drei, die Rede und Wort untersuchten, die guten Wege, damit sie Licht empfingen. Mit der grünen jungen Frau an seiner einen Seite zog er durch die Welt und nahm Almosen entgegen. Er trank das Gift aus dem Meer und bewältigte es, ließ die drei umherziehenden Festungen verbrennen und band eine zischende Schlange um die Hüfte. Er ordnete seine Schönheit mit der Ganga im leuchtenden Haar, setzte den Mond darüber und schmückte sich mit Schlange, Arugugras, Nocchi und Tumbaiblüten.
Diesem reinen Hara, den Hari und Brahma täglich aufsuchen und verehren, lehrtest du das höchste Gute, großer Herr![380]
1167 – Noch vor dem Verfall Freude am Guten finden
Der aufrechte Rücken krümmt sich, das schöne Gesicht welkt, der volle Bauch sinkt ein. Auf einen Stock gestützt, wird der Körper schlaff und kraftlos; die strahlenden Augen verdunkeln sich, der denkende Verstand gerät durcheinander. Die Frau sieht mich und spuckt verächtlich aus; viele tadeln mich, meine guten Fähigkeiten schwinden, und das innewohnende Leben löst sich.
Bevor jener Tag kommt: Werde ich mich mit freudigem, gekühltem Herzen dem fruchtbringenden Dharma widmen, mich sammeln, vor dir verneigen und glücklich sein?
„Timinti!“ So tönt es, wenn sich grausame Scharen und viele missgestaltete Wesen sammeln und in dichter Folge tanzen. Sie durchwühlen Suras Köpfe und Hände, reißen die fetten Eingeweide auf und tauchen mit den zornigen Geiern in große Blutmengen. Sie versinken darin, fressen reichlich Leichen und drängen freudig heran. Vel, du schicktest den mächtigen Speer voraus und kämpftest!
Du schmückst dich mit einer Girlande weißen Kadambas. Die Göttliche aus der Kurinji-Berglandschaft hast du schon vor der Hochzeit liebend umarmt, großer Herr![381]
1168 – Jaya, Jaya – nimm mich in die Gemeinschaft deiner Diener auf
Tod der Rakshasas, Jaya, Jaya! Speerträger, den die Götter preisen, Jaya, Jaya! Einziges Kind des Reinen, Jaya, Jaya! Träger des siegreichen langen Speers, Jaya, Jaya!
Damit ich so bei Tag und Nacht hingebungsvoll deine Füße verehre, nimm jetzt sogleich meine Not fort: Ich bin im großen Meer der Geburten, das wie die sieben tiefen Wellenmeere der Erde aufsteigt. Lass mich deine Füße als Krone tragen, führe mich hinauf in die Versammlung, in der deine Diener leben, gewähre die süße Unterweisung der Erkenntnis und nimm mich an. Wird der Tag kommen, an dem du vor mir, dem Einsamen, erscheinst?
Der König des Landes der Wunschbäume verweilte viele Tage in der Gestalt eines Bambus und übte Askese. Darauf sprach Shiva gnädig: „Geh, damit die Gefangenschaft der Götter endet. Greife den Asurakönig an, der alle Welten beherrscht, samt seinen Söhnen und Angehörigen. Lass sie von deinem Speer getroffen als Asche fallen!“
Du nahmst den Auftrag an, zogst mit dem Heer los und ließest ihren großen Berg und ihre Streitmacht vernichtet zusammenstürzen. Du tratest Sura im heftigen Kampf entgegen und tötetest ihn in der Schlacht. Dann löstest du die Gefangenschaft der Götter und kehrtest zu Hara zurück, überaus mächtiger Held, großer Herr der Himmelsbewohner![382]
1169 – Wenn die Boten des Todes mich bedrängen
Lärmend kommen Yamas Boten herbeigelaufen, donnern wie das weite Meer und bedrängen mich. Sie werden zornig gegen meinen Körper; Nadeln dringen hinein, und wie Zuckerrohr in der Presse werde ich zerquetscht. Mit einem mächtigen Messer spalten sie mich Stück für Stück und schleudern mich fort. Wenn ich „Ku, ku!“ weinend schreie, kommen die Frauen des Hauses und die Frauen, nach denen ich verlangte, und fallen über mich. Sieh das und komm!
Nari, Viri, Suri, Ambai, die große Maya, die an der Seite des Herrn wohnt, den die Veden immer wieder preisen! Die Liebenden suchen sie und kommen eilend, um sie zu schauen; Tag für Tag preisen sie diese Bergtochter. Sie weilte auf dem Wasser, Nili, Dreizackträgerin. Du bist ihr beglückender Sohn, Kumaresa mit der Kadambagirlande!
Sura kam als dunkler Unhold herangestürmt; du teiltest ihn in einzelne Stücke, gerechtes göttliches Kind, großer Herr![383]
1170 – Möge das täuschende Werden und Vergehen enden
Aus Wasser, Knochen und Haut bilden sich meine Hände, Füße und wachsenden Glieder. In diesen vergänglichen Leib tritt Leben ein. Als Vater und Mutter sich liebend begehrten, nahm ich darin Wohnung, wurde ein Kind und kam auf den Weg des Vergehens.
Ich lebte in der Welt und im Glück, verband mich ohne vermeintlichen Makel mit Frauen, und im Denken wuchs die Begierde. Wenn die bestimmte Zeit des Schicksals kommt, erscheint der Herr auf dem Büffel und wirft seine Schlinge. Der Fleischkörper vergeht. Wird dieses täuschende Spiel nicht aufhören?
Held, du ließest nicht zu, dass Sura die Herrlichkeit der Götterwelten raubte und behielt; auf dem Pfau sitzend, schleudertest du deinen Speer. Du sprichst das Geheimnis mit dem Herrn, dessen Schultern eine Knochengirlande tragen, in dessen Haar die Ganga ruht, der tanzt und die pfauengleiche Göttin als seine Hälfte hat.
Der wundermächtige Herr verschlang die Erde, spielte die Bambusflöte und ging einst mit, als er das Lied der Dichter hörte. Du bist der Neffe dieses Mal! Du vernichtest die Sünden bis ins Einzelne und bist das Leben der Liebenden, die die Wahrheit der Veden mit rechtschaffenen Worten besingen, großer Herr![384]
1171 – Ein Augenblick freier Verehrung
Die Reihen der neun Edelsteine strahlen rötlich, sodass der Tag dagegen verblasst. Nagelspitzen treffen die Schmuckketten, sie reißen und verstreuen sich. Ich trinke den Saft der Lippen, süße Worte geraten ins Stammeln. An den lotuszarten Händen rasseln die glänzenden Armreife; die schweren, von Erregung schauernden Brüste drücken sich gegen die Brust.
Auf dem duftenden Lager kichern wir leise, halten einander fest und umarmen uns voller Leidenschaft. In dieser Überwältigung lege ich all mein Denken und Erkennen auf die Frauen und verehre sie. Werde ich auch nur einen Augenblick erkennen, wie ich mich aus ihrer Macht löse und dich verehre?
Den Strahl deines siegreichen Shaktispeers, den grünen, kriegerisch tanzenden Reitvogel, die Hahnenfahne und die Jägerstochter nehmen sie in ihre Dichtung auf. Mit kunstvollem Tamil sprechen sie viele Verse, schreiben sie fehlerfrei nieder, lehren sie und ziehen damit umher: Du bist ihr großes Leben![385]
Die Anhänger der sechs Religionen geraten in Streit, argumentieren und werden verwirrt; sie kämpfen erbittert. Schwer ist es für sie, jene Unterweisung auszusprechen und zu erfassen. Du ließest ihren Sinn aufblühen und übergabst ihn als höchster Guru dem dreiaugigen Vater, der den Mond in seinem rötlichen Haar trägt, großer Herr!
1172 – Die List der Frauen und die Gnade des dichterischen Lehrers
An ihren jungen, dosenförmigen Brüsten glänzen Reihen von Perlenbüscheln auf dem Seidenband; die Haut schauert. Sie treten einem entgegen und fesseln. Ihre Lotusfüße beherrschen den hohen Takt des Bharatatanzes. Sie geben sich liebevoll, doch ihre Augen sind scharfe Waffen; vor allem hängt ihr Sinn am Vermögen.
Den jungen Männern, deren Herzen der Gestaltlose mit dem Zuckerrohrbogen erreicht, schenken sie frischen Nektar ihrer fruchtgleichen Lippen. Ein wundervoll strahlender Stirnpunkt schmückt ihre Mondsichelstirn. In der Täuschung dieser Frauen werde ich fest gebunden, verliere wirkliche Liebe und Gnade. Wird dieses Herumirren nicht enden, sodass ich deine Füße ergreife und bei ihnen eintrete?[386]
Du stachst den rasenden Elefantengesichtigen und tratest ihn nieder. Geister spielten im überströmenden Blut; die übrigen achtzehn Arten von Scharen jubelten und tanzten. Du trägst die Kampfwaffe, vor der Häupter vieler Geschlechter springen!
Ein Weiser hatte sein Herz ganz auf die höchste Befreiung gerichtet und übte vollkommene Askese. Ein Reh brachte als Frucht davon die Kuravatochter hervor. Von Liebe zu ihr erfüllt, zogst du umher, siegreicher höchster Guru. Dem eigensinnigen Dichter, der dir begegnete, nanntest du dich „Muttai“ und gewannst ein Gedicht von ihm, großer Herr![387]
1173 – Rette mich aus dem Strom bemitleidenswerter Verstrickung
Mit Lotusfüßen tanzen sie die Formen des Bharata, mit wasserliliengleichem Mund singen sie Lieder, die Nektar ausgießen. Sie rauben die Habe vieler, entfachen Streit und jagen die Männer fort. Dann tun sie, als hegten sie makellose Liebe, weinen ein wenig und reiben sich die Augen. Diese begehrlichen Todesbotinnen treffen mit Blicken wie Pfeile.
Sie fügen Kazhunirblumen bei, die Verlangen wecken, mischen Aloeholz, Moschus und viel Rosenwasser. Sie fächeln den Südwind herbei, der nach der Fülle der tamilischen Dichtung duftet, die auf dem Berg des Herrn der Weisen gelehrt wurde. Diese Verführerinnen lassen mich auf ihre Brüste sinken. Im Strom des Elends zerschmelze und verschmachte ich bis zum Morgengrauen. Wird der Tag kommen, an dem du mich rettest?[388]
Er trägt Schlangen als Schutzschmuck; die Reihe ihrer Hauben umgibt seine Bekrönung. Mit Parvati, deren unfehlbare Kraft alle Welten hervorbringt, teilt er seine Gestalt. Auch jener kam, der zum hängenden Vorratstopf sprang: Seine Dieberei wurde entdeckt; die zornige Hirtenmutter schlug ihn mit einem kleinen Seil und band ihn an den Mörser, mit dem er davonkroch, der Tod der Butter!
Dazu kam Purandara, der den wilden Kriegselefanten mit seinem mächtigen Rüssel und den vom Brunstsaft überströmenden Wangen lenkt. Sie erachteten es als ihre Aufgabe, dich, den Vel, zu preisen, und verneigten sich. Du zürntest dem Gott, der die Veden stets bei sich hat, bewahrtest die Stadt der Götter und ließest den hohen, trügerischen Kraunchaberg fallen. Du schlugst die Asuras, bis sie wie ein auseinanderbrechendes, aufgewühltes Meer flohen, großer Herr![389]
1174 – Ist es mein früheres Karma oder deine Gnade?
Ich studiere fehlerfrei, überschreite die Lehren, entsage, damit das feindliche Karma aufhört, und verweile in vielerlei Yoga. Doch von König Kamas duftenden Pfeilen getroffen, werde ich müde und bin sogar bereit, auf dem Palmyrablattpferd zu reiten. Ich leide, bin sehr betrübt, und die Verwirrung wächst.
Weinend verlange ich nach ihnen, werde von den ausdrucksvollen Augen der Frauen gerührt, und die Pfeile ihrer Blicke verbergen mir das eigene Herz. So gehe ich zugrunde. Ist dies die Macht des Schicksals, das ich früher selbst erzeugte? Oder ist es die Macht deiner Gnade? Diese Verwirrung verstehe ich nicht![390]
„Unser Vater steht nicht allein in den niedergeschriebenen Veden, sondern in allem!“ So erkannte es das junge Reis der Erkenntnis. Du bist der Neffe des unvergleichlichen Helden, dessen Macht zu jeder Zeit und in jeder Richtung offenbar ist: Er erschien, im Herzen jenes Kindes wohnend, in doppelter Gestalt, kam aus einer gewaltigen Säule hervor und spaltete Hiranyas Brust.[391]
Sohn des Zerstörers der Festungen! Du lebst mit derjenigen, deren knospenförmige Brüste vor Ergriffenheit schauern und nach Sandel duften. Damit der wolkengleiche Elefant lebte, und aus Liebe zum rehgleichen Waldmädchen des Berges, eiltest du in das Hirsefeld und tratest ein, großer Herr![392]
1175 – Die Wirklichkeit, die keine Leiter erreicht
Sie lässt sich nicht mit der Hand greifen; selbst Sadhakas können sie nicht einfach schauen, und Streitredner können nicht angemessen von ihr sprechen. Sie gerät nicht in die verderblichen Fesseln der fünf Elemente und geht nicht in irgendein anderes Mittel ein. Keine bloße Vorstellung kann sie sich vorstellen. Die Leiter des von Eindrücken geprägten Geistes reicht nicht zu ihr hinauf. Sie liegt höher als der hohe Himmel; auch wer auf dem Weg der Bücher emporsteigt, vermag sie nicht zu ergreifen. Selbst die Suchenden können keinen erklärenden Grund für sie angeben.
Werde ich deine nach Vetshiblumen duftenden Füße verehren, um jene einzigartige Wirklichkeit zu erreichen und aus dem großen Ozean des Leids emporzukommen?
Du durchbohrtest den weithin glänzenden Meru aus reinem Gold mit deinem Speer und beseitigtest Indras Gefahr. Die Herrlichkeit der Nachtgänger wich; unter dem Schatten deines kreisrunden Herrschaftsschirms strahlst du wie die Sonne und regierst den Weltenkreis bis zum Chakravalaberg, unser Herr![393]
Du trägst die duftenden Lotusfüße der Jägerstochter als Krone: Sie ist reines Gold, mit Rubin, Koralle und Saphir geschmückt und mit Fußglöckchen versehen. Lehrer, du wurdest Shambhu zum Herrn und ließest Isha erstmals jenes Wort lernen, das Brahma nicht zu lesen vermochte. Gebieter der Götter![394]
1176 – Zeige mir den höheren Weg
Sie führen milchsüße Worte vor, lassen das Gewand gleiten und weisen einen Platz auf dem Bett zu. Sie zeigen Leidenschaft, schenken sirupsüße Lippen, breiten die Bücher aus und lassen wechselnde Blicke spielen, um vertraut zu werden. Sie zeigen den Druck der Nägel, die Arten der Verführung und das Glück, sich über einen zu beugen.
Beseitige die Betörung, die mich zu solchen Frauen hinzieht. Stärke das Gedenken an deine herrlichen Füße, zeige mir das Höhere und schenke Gnade!
Er zeigte, wie er den Tod mit dem Fuß trat und dessen Leben vernichtete, wie er den ursächlichen Sinn offenbarte. Einst zeigte er seinen Tanz im Wald, das Gift in seiner Kehle und das Verbrennen Kamas. Du bist das Kind, das dieser Herr schenkte![395]
Du zeigtest deine Gestalt, sodass Liebe entstand, zeigtest im Wald beim Feld der Jäger deine jugendliche Schönheit und wurdest vor Liebe müde. Du nahmst die Brüste der Rehestochter an dich, riefst sie und fragtest „Warum?“ Du zeigst die glückbringende Vereinigung, großer Herr![396]
1177 – Erkenntnis dort, wo auch das Ich vergangen ist
Makelloser Herr mit dem Hahn, Held, der im Kampf die Rakshasas und den zornigen hohen Kraunchaberg bezwang! Bräutigam der rankengleichen Tochter des Bergvolks! Du Berg mächtiger Schultern, vor dem sich die heiligen Brahmanen und die Götter verneigen!
Wenn ich so spreche, mögen aus beiden Augen Tränen fließen und mein Herz von überströmender Liebe erfüllt sein. Der aus den Elementen bestehende Körper, das darin wohnende kostbare Leben und die Erkenntnisorgane sollen sich lösen. An jenem Ort, wo auch ich mich verloren habe, steht die Wirklichkeit, zu der alle Streitenden und Religionen „Ja, so ist es“ und „Nein, so ist es nicht“ sagen. Gewähre mir heute, dem Unwissenden, sie durch Erkenntnis zu erkennen!
Mit seiner Makarafahne, dem Südwind vom Berg des edlen Tamil, vielen heißen, duftenden Pfeilen, den Blütenbüscheln, um die Bienen berauscht summen, und seinem süßen Bogen in der Hand kam König Kama zum Kampf. Der Herr zürnte, sodass er verbrannt niederfiel.[397]
Der Herr hat ein knospenförmiges Stirnauge und trägt die schöne kleine Mondsichel und die alte Bhagirathi im Haar. Bei ihm ist Abhirami, deren Duft auch in den Veden steht, Shankari mit den Lotusfüßen und klingenden Fußglöckchen, die Bergtochter, Tryambaki. Muruga, den sie aus Gnade schenkte, großer Herr, der die göttliche Devasena erfreut!
1178 – Werde ich mich von der Betörung lösen und dich verehren?
Sie ziehen die Brauen zusammen, lassen ihre Fischaugen spielen, erschrecken und mustern; die beiden jungen Rundungen bringen sie zum Glänzen. Ein wenig breiten sie ihr wolkengleiches Haar aus, in dem Bienenscharen singen, und bewegen die Hände mit ihren Reihen leuchtender Armreife. Dann steigen sie in das kristallhelle Gemach auf das mit Aloeholz beduftete Lager.
Sie entfachen das Liebesspiel, umarmen, bis ihre Brustberge schauern, setzen Nagelmale, legen Gesicht an Gesicht und schmiegen sich an. Sie stillen das Verlangen und reichen den nektarartigen Saft ihrer lustvollen Lippen. Werde ich die Verwirrung beseitigen, die diese Dahinschmelzenden schenken, und mich bemühen, dich zu verehren?
Er beherrscht die Tanzkunst und tanzt, lächelt, um Tripura zu verbrennen, und nimmt das Gift aus dem Meer an seine Kehle. Seine Hand trägt den Schädelnapf; auf seinem Haupt ruht die große Bhagirathi. Er ist von erhabener lichter Gestalt, wohnt auf dem Berg und hat Uma an seiner Seite. Er ist der kundige Herr, der in den Herzen reiner Götter lebt, die Geburten der sich verneigenden Verehrer abschneidet und sich mit der Asche der Verbrennungsstätte bestreicht.
Er reitet auf dem Stier und hat zwei unvergleichliche Füße. Er vernichtete Kama, der ihm entgegentrat, und ist der Befreite. Aus der grenzenlosen Gnade, die in seinem Herzen wohnt, bist du erschienen, großer Herr![398]
1179 – Herr, der uns zum Dienst bestimmt
Wer hier auf Erden deiner Füße gedenkt, dem wird zu gegebener Zeit ihr Darshan sichtbar vor Augen treten. Das weiß ich nicht. Stattdessen gerate ich auf die Wege der Religionen, die alles verdrehen, zu betrügerischen Rednern; die Sünde mit ihrem Ekel und Gewürm meide ich nicht.
Ich habe nicht die Fähigkeit, deinen in Gedichten gefeierten Ruhm zu singen und zu lernen. Ich bin ein träger Hund, im ermüdenden Kreislauf der Sünde gefangen. In dieser unruhigen Welt: Weiß dein heiliger Wille nicht, ob auch mein Dienst bei dir zählen darf?[399]
Herr Shivas! Herr, der auf dem Pfau tanzt! Herr, der in uns hervortritt! Herr, dessen wahre Gestalt sich entfaltet, damit ihr Licht gesehen wird! Herr, der Geburt beendet! Herr, der das Werden zerschlägt! Herr der Askese, der bei den Weisen wohnt! Herr, der begangene Fehler erträgt! Herr, der unsere Gemeinschaft erhält! Herr, der die Asuras zu Staub zermalmt! Herr, der uns zum Dienst bestimmt! Saravana, Herr und Lehrer des Vaters – so kommst du, großer Herr!
1180 – Lass die Angst vor dem letzten Sturz vergehen
Die streitbringenden Fischaugen, das wohlriechende schöne Haar, die Brüste wie vollkommene Opferkrüge: Mit alledem und mit sämtlichen Freuden der jungen Frauen vereinige ich mich. Doch an das Eine, durch dessen liebevolles Gedenken die daraus entstehenden großen Verfehlungen fortgehen, denke ich nicht.
Ich verlange nach Besitz und Reichtum, damit meine Vergnügungen Tag für Tag fortdauern, stelle mich gegen jedermann und führe mein Spiel auf. Wie ein Kreisel, der sich dreht, vorwärtsläuft und schließlich fällt, werde auch ich stürzen und das Leben verlieren. Nimm mir die Angst vor diesem Ende!
Damit Indras Liebe sichtbar würde, die Geschlechter der Asuraherrscher vollständig vergingen und die bedrückt dastehenden Götter von ihrem Mangel frei würden, ließest du das Meer erschrocken beben und den ganzen Meru einstürzen. Du schmücktest dich mit dem Siegeskranz und errangst den einzigartigen Sieg, gnädiger junger Herr!
Der wehende Südwind und die Abenddämmerung wurden dir zu Feinden, der körperlose Kama kämpfte, und dein Herz litt vor Verlangen. Du gingst zur rankengleichen Frau im reichen Hirsefeld der Jäger. Von ihren geschwärzten Speeraugen im Herzen verwirrt, tratest du zur rechten Zeit heran und verneigtest dich, um Glück zu erfahren, großer Herr!
1181 – Auch ohne Liebe bitte ich um deine Gnade
Ihre streitlustigen Fischaugen stoßen gegen die Ohren mit beiden Gehängen. Diese schamlosen Frauen der Lust haben Herzen, die sich in unzähligen Windungen verstellen. Ihre Brustberge sind mit Kampfer, Safranstaub, duftendem Sandel und Champakagirlanden lieblich geschmückt. Ich versinke darin und bin noch nicht aus dem Ozean herausgestiegen, der leidenschaftliches Verlangen heißt.
Auch im Meer der vielfältigen, unterschiedlichen Tantras, Riten, Veden, Agamas und Wissenschaften finde ich kein Ufer. Ich besinge nicht die Lotusfüße mit ihren Glöckchen; ich bin ohne Liebe. Dennoch, Gurunatha, schenke du mir Gnade!
Damit Indras Stadt nicht verwüstet werde und das Geschlecht des Nachtgängers nicht fortlebe, ließest du es von der Wurzel her vergehen. Der mächtige Berg zerfiel zu Asche. Madhava mit dem großen Diskus und der von ihm hervorgebrachte Brahma erschraken; das klare, von Wellen geschlagene Meer schrie „Go, go, go!“ Der große Mangobaum zerbrach, als du den langen Speer entsandtest, junger Herr!
„Dürfen der wehende Südwind und Kamas Blumenpfeile mich so zerschneiden? Bewahre mein Leben, damit der Durst des Verlangens endet!“ So gingst du zum Hirsefeld, suchtest Vertrautheit und begehrtest die Brüste des jungen Jägermädchens, Herr, großer Herr der Götter!
1182 – Ein Tag des Lobes an deinen heiligen Bergen
Mit Augen, die zugleich den aufbrausenden grausamen Tod und Gift bergen, blicken sie unterschiedslos alle an und werfen ihr neues, begehrliches Augennetz aus. Diese Tänzerinnen werden weich, sobald sie Gold sehen. Ich begehre ihre leidvolle Vereinigung; mein Leben wird verwundet, ich zerschmelze und gerate unter ihre Macht.
Wird ein Tag kommen, an dem diese Betörung endet und ich deine Orte preise: den Schlangenberg im Konguland, das Not beseitigende Aykkudi, den Berg, auf dem duftende Kuvalaiblumen blühen, den roten Sonaberg, Katirai, den von Göttern verehrten Berg mit „Param“ vor seinem Namen und die übrigen heiligen Stätten?[400]
Die Jäger tragen grausame Kampfbogen mit glänzenden, überaus wirksamen Pfeilen. Sie verneigten sich vor deinen Lotusfüßen und empfingen Gnade. Als Frucht der Askese dieser schönen kühlen Welt erschien die Frau mit den zarten, safrangeschmückten Brustbergen. Ohne dich von ihr zu trennen, verneigtest du dich immer wieder überwältigt vor dieser heiligen Rehgleichen.
Überall rauschten die Bergbäche auf, überall erklang die Shruti, überall verscheuchte sie die Vögel. Mit ihr verbrachtest du deine Zeit, jeden Tag in einer Begegnung, die immer neu war, großer Herr!
1183 – Den täuschenden Verbindungen entsagen
Die öffentlichen Frauen lassen ihre kämpfenden Fischaugen rollen, bewegen die Schmuckketten auf ihren schauernden Brüsten und breiten ihr wolkengleiches Haar aus. Sie zeigen lächelnd den süßen Saft ihrer Lippen, lockern das leuchtende Gewand an der Taille und tanzen mit neuen Fußglöckchen.
Auf dem Bett umarmen sie die jungen Männer, bis sie zerschmelzen. Sie nehmen allen Besitz an sich; verzögert sich die Zahlung, sprechen und verlangen sie weiter, scheinbar süß wie Meeresnektar. Mit Zauberpulvern und Mitteln, die im Bauch brennen, treiben sie ihr Spiel; sie legen den Zustand des Lebens bloß und binden ihn an sich. Willst du nicht daran denken, mich aus dieser vertrauten Vereinigung zu lösen und als deinen Diener anzunehmen?[401]
Er trat die Marutabäume zu Staub und zerbrach die aufgehängten Vorratstöpfe der Frauen im Hirtendorf. Sie schlugen ihn mit einem Seil; weinend und schreiend wuchs er wie eine große Wolke heran. Als der törichte Hiranya ihn herausforderte: „Zeige ihn mir!“, riss er dessen Brust auf. Er hob den Berg und schützte die Rinder vor dem Regen. Du bist sein Neffe!
Held mit dem Speer, du ergriffst viele Siegeszeichen, rissest den Angehörigen Suras die gewaltigen großen Häupter ab, schlugst ihre Schultern, bis sie brachen und fielen. Du verbranntest das weite Meer und ließest es zu Staub werden, stürmtest in die Stadt der sündig handelnden Asuras. Großer Herr derer, die deine Blumenfüße ausführlich preisen!
1184 – Schenke ein Herz ohne Furcht
Da sind Kinder, die hier helfen, ohne unsere Würde vergehen zu lassen, eine Gefährtin, die das Leben mitträgt, und neue Angehörige, die von den Vorräten essen. Doch dann kommt die Qual, sich arm zu wissen. Auf der Suche nach Gold leidet das Herz, und die Unruhe wird immer größer.
Nach der Schriftfolge, die der Herr auf dem reichen Lotus verzeichnet hat, kommt Yama zum vernichtenden Kampf. Er will das Leben nehmen, sodass der Körper in den grausamen Wald der Verbrennung gelangt; mit seinem Bogen macht er jedem Zweifel ein Ende. Bevor er herannaht: Wann wirst du meine Bedrückung lösen und deine beiden Füße schenken, damit ich dich preise: „Kanda mit den schönen Schultern, die Sandel und Girlanden tragen!“
Der Knochengirlandenträger empfing aus Parthas Hand einen Schlag und geriet in Bedrängnis. Seine Hand hält den hohen Bergbogen, er reitet auf dem Stier. Mit seinem Auge sah er Kama an, der frische kühle Blumenpfeile im Köcher trägt, sodass dieser verbrannte und schrie. Er tanzt mit Feuer im grausamen Wald; er sammelte dort das Gift und trank es selbst, damit die Erde in allen acht Richtungen nicht zugrunde ginge.
Diesem Herrn bist du zum einzigartigen Lehrer geworden, stilltest sein Verlangen und schenktest den schönen Sinn der Wahrheit. Du vermagst die Sünden derer zu lösen, die sich deinen schönen Füßen liebevoll neigen, und ihnen hier auf Erden ein furchtloses Herz und Wohlergehen zu schenken, großer Herr![402]
1185 – Befreie mich von der Betörung jedes einzelnen Gliedes
An ihrer Taille, die Kamas Bogen gleicht, schmilzt mein Herz; ebenso an ihrem Gang wie dem einer Elefantenkuh, an den beiden Lotusblumen der Füße mit ihren Reifen; an der Haarwolke, die nach Vakula und Moschus duftet und Bienen beherbergt; an den schönen Makara-Ohrgehängen mit Edelsteinen und an den knospenden Brüsten der jungen Frauen.
Ich bin betört von der süßen Rede ihrer Lippen, aus denen der Nektar des Meeres zu fließen scheint; von den Augen, die bis zu den Ohrgehängen reichen; vom kleinen Lächeln wie Jasmin und von der strahlend schönen Stirn gleich dem kühlen Mond. Unablässig bin ich bei jedem einzelnen Glied außer mir. Wird einmal der Tag kommen, an dem du diese Verblendung entfernst und mich annimmst?
Er dämmte das Meer zu, sodass es unter dem Damm verschwand; er trieb den unvergleichlichen Wagen des Gegners zurück, ließ in einem Augenblick die Stadt in flammender Helligkeit stehen und nahm Janaki das Leid. Die zweimal zehn Bergesschultern und die zehn Köpfe des Nachtgängerherrschers ließ er mit einem Pfeil herabrollen.[403]
Und der andere bog den ersten der großen Berge, den Tilaka unter den Bergen, sodass die Städte der Asuras verbrannten, die der Festigkeit stiller Erkenntnis entbehrten. Damit diese beiden Herren sich freuten und die Himmelsbewohner wieder in ihre herrliche Stadt einzögen, schlugst du zu: Das sprühende Makarameer klagte, Sura und der Gipfelberg wurden zu Staub, großer Herr!
1186 – Komm wie das Licht unzähliger Monde
Von den Pfeilen, die Kama schickt, und von den beiden Arten des Karma getroffen, habe ich diesen aus Erde, Meer und den übrigen Kräften geformten Körper angenommen. Ich vermag darin nicht weiterzugehen. Lass die Täuschung des Geistes und die beiden tief eingewachsenen Arten des Karma enden; reiße die alte Befleckung mit der Wurzel aus.
Lass mich die Gnade freudiger Erkenntniserfahrung empfangen und mit deinen Dienern spielen, die deine Füße erreicht haben. Erscheine vor mir, deinem Diener, mit vollkommenem Erbarmen! Besteige in Schönheit das Ross der Erkenntnis; während die Götter Blumenregen auf deine Füße streuen, komm wie viele Koti weißer Monde!
Hundert Koti lichte Frauen bewegen die Yakwedel wie ein Meer. Vollmond und Sonne leuchten als Lampen; eine Koti Weiser mit hohem verfilztem Haar rufen „Zuflucht!“, Brahmanen rezitieren die Veden. Du bist das gnädig geschenkte Kind des Herrn mit dem Haargeflecht, der das rhythmische Tanzspiel gewährt.
Vallinayaki, die jüngere Schwester dessen, der das Schicksal bestimmt, wohnt in meinem Herzen. Muruga, du umarmst ihre Brüste, sodass große Liebe entsteht! Neffe des blütenfarbenen Herrn, der Raum und Richtungen erfüllt! Schöner, dessen Licht wie Edelstein und reifes Gold erstrahlt, großer Herr des Tamil![404]
1187 – Lass mich mich an deinen beiden Sandalen festhalten
Hochhäuser und Mauern werden ringsum errichtet; der Haushalt wird groß, Reichtum häuft sich, königlicher Glanz und Herrschaft stellen sich ein. Die vielen Frauen werden stolz, andere Menschen sitzen ringsum. So trage ich dieses Leben und gewinne nur Rausch und übermäßige Betörung.
Am letzten Tag binden die Freunde mich auf die Bahre. Sie versammeln sich, schreien und schlagen sich, nehmen die Puppe mit ihren Gliedern und geben sie dem Feuer zur Speise. Um dieses Leiden abzustreifen und zu beenden, suche ich Gnade. Wirst du mich nicht jetzt beschützen, mich an deinen beiden Sandalen festhalten lassen und mir Erbarmen schenken?
Der goldene Berg wurde als großer Quirl eingesetzt, das Schlangenseil darum gebunden. Mächtige Götter und Asuras ergriffen es und drehten es. Rauch wurde zu Feuer, das Meer kochte und schrie. Als die Götter sich verbargen, trug jener Wunderbare freudig das furchtbare Alahala-Gift. Kumaresa, du bist sein Sohn!
Ohne Scheu gingst du zu dem jungen Jägermädchen, obwohl die ganze weite Welt dich verachtete und verlachte. Zur rechten Zeit tratest du liebevoll ein, kundiger junger Herr. Den mit übermäßiger Geschwindigkeit tobenden heldenhaften Suras die Köpfe abzuschneiden und sie zu bezwingen: Das wird als dein Heldentum im wahren Sinn gepriesen, großer Herr!
1188 – Möge mein Ruf nach Zuflucht nicht vergeblich sein
Als der Herr mit dem verfilzten Haar, der die Knochen der Verstorbenen trägt, sich vor dir neigte, sprachst du zu ihm. Gewähre mir jenes Eine, das aufleuchtet, wenn die großen Elemente – Raum, Erde, Wind, Feuer und Wasser –, die Erkenntnisorgane und das Ich zurücktreten und alles sich auflöst.
Wenn du mir dies nicht gewährst, lass mich wenigstens das Nicht-mehr-Begehren erlangen. Mein Herz möge zurückkehren, ruhig werden und zu deinen Füßen fallen, voller Verlangen und schmelzender Liebe. „König! Sentha mit der Kadambagirlande! Zuflucht, Zuflucht!“ Werde ich nicht erkennen, dass solches Rufen keineswegs vergeblich ist?
Mukunda, der Herr, streckte sich empor, um die Welten auszumessen. Einst war im Teich der berggleiche Elefant im Maul des Krokodils gefangen; sein Leben schien schon zu erlöschen, und er schrie. Jener ließ aus seinem blumengleichen Mund das erhabene Muschelhorn erschallen. Noch ehe sein Klang verstummte, nahm der wolkengleiche Herr liebevoll den Diskus und kam allein in den Wald, um den Elefanten anzunehmen und seinem Hilferuf zu antworten. Du bist sein Neffe![405]
In dem süßen Hain, wo die Blütenscheiden der Palmen überall Duft verbreiten, stand die schöne pfauengleiche Tochter des Bergvolks. Du liebtest ihre Brüste, großer Herr!
1189 – Komm zu meiner liebeskranken Tochter
Der große Mond, der am Himmel aufsteigt, ist für sie wie der feindlich kämpfende Tod. Das Meer schläft nicht; die trügerischen Frauen sprechen Schmähworte. Die Hirten spielen ihre Flöten, ein junger kühler Wind weht. All das und das ihr fremd gewordene Lager erschöpfen durch die Liebe mein Mädchen.
Damit ihr sich wandelnder Körper nicht noch mehr verfällt, musst du ganz zu ihr kommen mit den beiden Füßen, mit denen du einst zur Frau aus dem Jägergeschlecht gingst, um durch dein Liebesspiel ihr Verlangen zu stillen.
Sechsgesichtiger, du erhobst den Speer, sodass die auf den Wegen bewaffnet stehenden Rakshasas zu Asche wurden! Bräutigam der Kuravafrau, junger Herr auf dem tanzenden Pfau! Er umspannt die sieben meerumgebenen Welten und hält Vasuki in seinem Schnabel.
Herr mit dem Hahn, der zornig aufschrie, sodass der Meruberg zu Staub wurde! Du mit mächtigen, von Kadamba umgebenen Schultern, du löstest die Gefangenschaft der Götter, die von den kampfstarken Suras eingeschlossen worden waren, großer Herr![406]
1190 – Ich werde die Hinwendung zu dir nicht vergessen
Auf die feine Taille, die selbst den Blitz erzittern lässt, auf das weiße Perlenlächeln, auf die schön gerundeten, anschwellenden, weichen Brüste, auf den Punkt an der gebogenen Bogenstirn der käuflichen Frauen; auf ihre zuckerrohrsüße Rede, ihren herrlichen Schwanengang, das Paar ihrer dunklen Augen und ihren roten Fruchtmund hatte mein verblendetes Denken sich gerichtet.
Shanmukha, dass dieses Denken auf dich gerichtet wurde – die Macht jener wirksamen Fügung werde ich unter keinen Umständen vergessen!
Auf dem Pfauenberg, dessen Pfauen den Gang der Schwäne übertreffen, spielt unsere Mutter, die Kuravafrau, im Hirsefeld des Waldes. Sie umklammert fest deine zwölf heiligen Schultern. Du bewahrst die goldene Welt, sodass sämtliche feindlichen Rakshasas vergehen, Herr!
Die niedrigen Bewohner der drei Festungen hatten ihr gutes Gelübde verlassen. Der Stirnäugige bog den goldenen Berg und verbrannte sie zu Staub. An seiner linken Seite wohnt die einzigartige Heilige: Du bist der große Herr, den sie gebar![407]
1191 – Tiruppugazh lernen und den Sinn des Tamil erkennen
Perlen liegen auf ihren Brüsten; sie vollstrecken den Befehl des im Geist geborenen Kama. Schon ohne Kuss lassen sie einen zerschmelzen, bedrängen die jungen Männer, verwirren und betören. Ihre Augen sind lange, blattförmige Speere, ihre Herzen haben dreißig Koti Absichten. Papageien der Leidenschaft sind sie, Meisterinnen des Begehrens; ihre kampfergeschmückten Schultern bringen sie zum Glänzen und täuschen das Herz, damit es fehlgeht.
Damit ich bei ihnen nicht den Halt verliere, gewähre mir, Tiruppugazh zu lernen und zu rezitieren, und schenke mir die Erkenntnis der Wahrheit in den drei Formen des Tamil!
Kumara, Kind dessen, der den brünstigen Elefanten häutete! Schwiegersohn des mächtigen Helden, der Lakshmis Schwager ist![408] Du ließest das Meer vollständig austrocknen und die siegreichen Suras zittern, als du den mächtigen Speer entsandtest, gnädiger junger Herr!
Bräutigam, der du einst im Hirsefeld die wundervolle Kuravafrau fandest, sie fest umarmtest und dich mit ihr vereinigtest! Deine Füße sind von Vetshiblumen umgeben. Siddha, der du den wahren Asketen bleibendes Leben schenkst, Vishakha, großer Herr der würdigen Götter!
1192 – Lass mein Herz in der Erkenntnis zur Ruhe kommen
Ihr duftendes, schwarz gefärbtes langes Haar, der Lotusmund, die beweglichen weiten Speeraugen und die berggleichen Brüste verwirren die Heraneilenden. Die rechte Ordnung geht zugrunde. Erschöpft laufen sie wie Menschen, die sich ins dunkle, volle Meer stürzen; Leib und Sprache verändern sich, sie handeln wie vom Wahnsinn Ergriffene. So schmelzen manche kleinen Seelen dahin.
Doch es gibt auch die Sammlung des Geistes: Leben und Körper werden einsgerichtet, das Herz schmilzt in Liebe wie Wachs, das ins Feuer geworfen wird. Mit freundlichen Worten wird dein Lob gesprochen, das Verlangen nach der Welt wird aufgegeben. In dieser Erkenntnis des still gewordenen Geistes bewegst du dich mit deinen schönen roten, goldenen Füßen, die den Dienst an ihnen gewähren. Schenke Gnade, bewahre mich bei dir und nimm mich an![409]
Kumara der Stadt, die vom schönen Meer mit seinen Wasservögeln umgeben ist! Kind der höchsten Göttin vom erhabenen Berg! Scharfer Vel der heldenhaften Brahmanen, die die Wahrheit schauen! Du suchtest die herrliche Tochter der Kuravas, wurdest vor Liebe müde und weich, eiltest mit weitreichender verborgener Absicht zu ihrem Wohnort und nahmst die Pfauengleiche mit, mächtiger Lichtvoller![410]
Für das reiche Tamil, das Nakkirar in der Höhlung des großen Berges bei dem fruchtbaren Madurai-Kudal vortrug, strecktest du deine Hand aus. Und damit der Herr mit dem Mond im offenen Haar sich freute, sandtest du in weniger als einem Augenblick deinen Pfau aus, die weite Welt zu umkreisen, großer Herr![411]
1193 – Möge die Verwirrung enden, die mich vom Dienst abhält
Ein Gewand liegt auf ihren Brüsten. Auf der Stirn, die wie die gerade am Himmel erschienene leuchtende Mondsichel ist, knospen Schweißperlen; das Herz ist voller Vergnügen, das Gesicht glänzt liebevoll. Doch viele trügerische Absichten bewegen sich darin. Ihre Augen sind rote, nie welkende Blumen und starke Pfeile, passend zum feindlichen Dröhnen des wogenden Meeres. Sorgfältig tragen sie dunkle Augenschminke auf, um die Verwirrung zu steigern, und kommen wie starke Elefanten auf der Suche heran.
Ich neige mich diesen Frauen zu, mein Herz wird betört und zerstreut sich; ich halte mich nicht an den Dienst für dich und gerate durcheinander. Wird diese Täuschung nicht enden?[412]
Vel, gnädiger Beistand, du leuchtest in den Dienern, die in unvergänglicher guter Askese stehen und dich beständig preisen! Bräutigam der Schönen mit der rankenzarten, einer kleinen Trommel gleichen Taille, pfauengleich, mit glänzenden Armreifen: Sie wurde geboren, damit die Götter leben.
Mit dem scharfen Speer in deiner roten Hand spaltetest du den Berg zu seinem Untergang. Mit ihm vertriebst du die Kraft Suras, der sich in betrügerischen Gestalten verborgen hatte und zum Kampf kam. Muruga von gewaltiger Stärke, schöne Gestalt mit festen, zum Ringen geeigneten Schultern, großer Herr unzähliger Indras!
1194 – Jetzt ist der letzte Augenblick gekommen
Die Tatkraft ist verloren, der Stolz zerfallen, das Alter ist vorangeschritten, die Zähne sind ausgefallen. Der Rücken ist gekrümmt wie ein straff gebogener Bogen. Das strahlende Gesicht ist eingesunken, der Blick verdunkelt. Der Husten kam, der Schlaf verschwand. Die Sprache wurde schwach, die Zunge sank nieder, die Einsicht ging fort.
Die Erinnerung ermattete; Strecken und Beugen versagen. Ohnmacht und vielerlei Beklemmung drängen heran. Der rechte Weg ist vergessen, das Greisenalter ausgereift. Viele Krankheiten haben sich festgesetzt, ich liege ans Bett gebunden. Der Geruch von Urin und Kot steigt auf. „Jetzt ist es nur noch ein Augenblick!“ Schenke mir nun vor mir sichtbar deine Gnade!
Die herrliche Stellung Indras und die Welt der Götter trieben die hochmütigen Rakshasas in den Untergang und sperrten sie in schwere Gefangenschaft. Viele Koti von ihnen kamen dir in der Schlacht entgegen. Du schleudertest den einzigartigen, donnernd dröhnenden Speer, sodass ihr Fleisch und ihre Köpfe in alle vier Richtungen flogen.
Du gingst zu der Schönen, die im Hirsefeld die Papageien fernhielt, priesest ihre Füße, heiratetest sie und führtest mit ihr ein Leben, das die ganze Welt kannte, junger Herr! Kumara, Sohn Shankaras, der Tripura zu Staub machte; machtvoller Kanda, großer Herr, der seinen Verehrern den klaren Sinn des edlen Tamil offenbarte!
1195 – Lehre mich die Verehrung deiner Füße
Sie werfen ihre geschwärzten Fischaugen umher und sprechen so kunstvoll, dass sie gleichsam Kamas ganze Schar unterrichten. Berauschend und mit bösem Stolz umkreisen sie einen; auf dem duftenden goldenen Bett im oberen Gemach liegt ein dichtes Blumenlager. Dort treten sie heran, verschlingen die Hände mit den seinen und locken in die geringe Freude ihres kleinen Hauses.
Ich, der Niedrige, ziehe von ihren Lügen gefangen umher. Wird ein Tag kommen, an dem du mich veredelst und unterweist, mir ein wenig Erbarmen schenkst und meinem Verstand die Fähigkeit gewährst, deine Füße zu verehren?
Tikkukkut tikkut tikutiku,
ṭuṭṭuṭṭuṭ ṭuṭṭuṭ ṭuṭuṭuṭu,
tittittit tittit titi!
So tanzt der Siddha. Den reinen, höchsten, guten Befreiten, den Vollendeten mit erbarmungsvollem Herzen und den Verehrern schenktest du Gnade, Gurunatha![413]
Du rücktest ganz nahe heran, zerschlugst die umherziehenden Asuras und ließest die drei Festungen vollständig zugrunde gehen und „Tiku, tiku!“ brennen. Du brachtest die Götter wieder hervor, unterwiesest sie und befreitest sie aus der bedrängenden Gefangenschaft. Großer Herr mit der glänzenden siegreichen Hahnenfahne![414]
1196 – Erscheine, wenn die Boten mich fortführen
Der kämpfende Tod kommt mit einer Koti Speerkriegern, um unser Leben zu vernichten. Die vielen Frauen, die mich begehren, und die Nachbarn versammeln sich; mit großer Wucht fallen sie über mich, voll Erbarmen und mit Tränen in den Augen. Die Alten und Jungen, die seit langer Zeit mit mir in verblendenden Taten verbunden sind, sagen: „Was ist das für ein Geschick, sein Tod!“
Einige kommen zusammen: „Geht weiter zum Verbrennungsplatz!“ Rasch soll ich, der sündige Mensch ohne Einsicht, in die sieben Höllen fallen. Dann erscheine, Kumara, den Isha aus Gnade schenkte! Die Bewohner der sieben Welten und des hohen Himmels mögen dich umgeben, die Scharen der Weisen dich preisen, die Veden laut aufklingen!
Dharma verlor beim Würfelspiel sein Reich und nahm zweimal sechs Jahre Waldleben auf sich. Danach lebte er mit der schönen Gefährtin im Reich Viratas. Als die Feinde die Rinder raubten und davontrieben, wurden diese zurückgewonnen. Um das Recht auf Herrschaft zurückzufordern, ging jener Herr als Gesandter. Doch der andere sagte: „Ich werde im Kampf mit Macht zuschlagen!“, und der Gesandte kehrte zurück.
Im streitvollen Krieg starben Dhritarashtras Königssöhne, Duryodhana und die übrigen, zusammen mit den Königen; das Heer wurde zu Staub. Jener hohe Mal lenkte rasch den Wagen, an den Vijaya mit seinem siegreichen Bogen die kraftvollen Pferde gespannt hatte. Neffe dieses mächtigen, wundervollen Herrn, König der Himmelsbewohner, großer Herr![415]
1197 – Lass meinen Dienst dir gehören
Die Frauen schenken reichlich den Saft ihres roten Mundes wie gefilterten Honig, doch geben sie ihn nur zum festgesetzten Preis; auch im Liebesstreit stellen sie sich zur Schau. Ich werde bei ihnen geschlagen und irre umher, ein sündiger, völlig unwissender Mensch.
Bevor ich ganz in das Werk des Unheils gerate, wirst du mir nicht an einem Tag gewähren, dass mein Tun zum Dienst an dir wird?[416]
Der wundermächtige Herr trat mit Bogen und Pfeilen aufs Schlachtfeld, sodass Ravanas große Kronen zersplitterten und zu Staub wurden. Du bist sein Neffe! Damit die Waldjäger mit ihrem grausamen Gewerbe Ehre erlangten, wohntest du in ihrer kleinen Hütte mit der rehgleichen Kuravafrau, großer Herr!
1198 – Auch in der Umarmung will ich deine Zeichen nicht vergessen
Die öffentlichen Frauen lösen das Brustband von ihren runden Brüsten, legen die Perlenkette um den Hals und verdichten die Bedeutung des Blicks ihrer beiden geschwärzten Kuvalai-Augen. Sie lassen einen auf dem duftenden Lager Platz nehmen, stolz auf dem perlengeschmückten Bett. Sie legen reifes Betelblatt mit dem würzigen Blatt zu einer Rolle zusammen und geben sie zwischen den Lippen weiter.
Sie umschlingen, umarmen fest, lösen das getragene Seidengewand und üben mit freundlichem Herzen die erlernten Worte der Liebeskunst. Selbst während solchem Bemühen werde ich nicht vergessen: das Schwert, das du passend in der Hand hältst, den Schutz an deinen goldenen, mit Vetshiblumen geschmückten Füßen und die herrliche Art deines juwelenbesetzten Schmucks![417]
Mit großem Getöse wurde die Stadt der Rakshasas in Brand gesetzt. Ihre Schädel wurden zerstreut. Auf dem Schlachtfeld durchbohrten, zerbrachen und zerhieben die Wesen die Asuras und tranken Blut. Sie freuten sich gewaltig, stießen gellende Schreie aus und drängten heran. Eine Koti erschlagener Leichen ergriffen sie und zerrten daran. Sie schlugen die Saccari-Instrumente, hoben den Rhythmus an, bleckten die Zähne und lachten – viele Geisterwesen.
Die Vögel flogen auf, in den Himmelsrichtungen verkündeten Trommeln den Sieg. Mit erhobener Fahne entsandtest du den Speer, bis er traf, verfolgtest die Feinde und zerhiebest sie, großer Herr!
1199 – Wandle die Richtung meines Verlangens
Sie schmücken die Hände mit Armreifen, rauben im Verlangen den Schlaf, schwärzen die linierten, speerscharfen Augen und zeigen das dunkle Haar, das nach Blütenblättern duftet. Sie zeigen die Brüste, die das Begehren steigern, und den Pfauengang; sie entfachen Verblendung und sprechen Worte, die Schauder wecken. Sie rühmen das gemusterte Gewand und ziehen daran, pressen einen an die Brüste und spielen.
Vertreibe und wandle meine niedrige Neigung, ein Leben auf den Wegen zu wünschen, die diesen öffentlichen Frauen gefallen; schenke mir Gnade!
Du bist der Beistand der Diener, die der hohen Musik aus den hohlen Instrumenten lauschen, vielerlei Instrumente laut erklingen lassen und täglich deine strahlenden Füße preisen. Die Mütter sahen deine Kraft, sprachen abwechselnd liebevolle Worte, nährten dich mit Nektar und wiegten dich, Muruga!
Mit einem leisen Lächeln ließest du das Geschlecht der Toren fallen und nahmst den erschöpften Göttern ihre Qual, Gurunatha. Während die würdige Welt dich segnete und pries, sahst du meine Not; durch deinen Blick zeigtest du mir die beiden Arten des Karma und rettetest mich, großer Herr![418]
1200 – Du selbst nanntest dich Vallis Diener
Im kühlen Wind rufen sie Kama herbei. Ihre glänzenden Armreife klirren „Kala, kala!“; sie binden das lange dichte Haar so, dass es herabgleitet, und tragen das Gewand locker, damit Verlangen entsteht. Die Fußglöckchen an beiden Füßen geben Laut, ein Punkt wird auf die Stirn gesetzt. So kommen die Frauen des täuschenden Schauspiels.
Soll ich in das Netz ihrer gespielten Verführung geraten, sodass die ganze Welt mich für völlig verrückt hält? Soll ich Scham, gute Überlieferung und Verhalten verlieren, Gerechtigkeit und Einsicht ganz einbüßen und als dein hündisch geringer Diener selbst wieder ein Sklave werden?
Dem tanzenden Pfau gleich trug sie Federn und Blätter, schöner als alle anderen. Jeden Tag saß sie auf der hohen Feldwacht. Ihr Blick ließ die Rehe erschrecken; mit einer Hand schwang sie die Schleuder und spielte. Zu dieser einen jungen Tochter der Jäger sagtest du: „Ich bin dein erblicher Diener.“
Immer wieder ergriffest du ihre herrlichen beiden Füße. Damit die Veden, die Götter und der ganze wirkliche Weltenkreis es wüssten, gabst du dich ihr als Eigentum hin und schriebst es deutlich auf den Meru, großer Herr![419]
1201 – Auch mitten im Begehren dich preisen
Moschus und Blumen verströmen Duft; das weit ausgebreitete Haar löst sich. Über den duftend gesalbten, berggleichen Brüsten glänzen Edelsteinketten, die selbst das Tageslicht erschreckt vertreiben. Die Girlanden reißen an den Nagelspitzen und leuchten verstreut. Die Augen schließen sich, die Sprache stockt. Die Hände, die Nektar aufgenommen haben, zittern, und die Armreife klingen „Kala, kala!“ Schönheit ergießt sich darüber, und die Fußglöckchen an beiden blumengleichen Füßen stimmen laut ein.
Das Meer der Überwältigung tritt über seine Ufer; Süße und innere Freude wachsen. In der Leidenschaft lässt sich kaum noch sagen, dass wir zwei sind. Selbst an den Tagen, an denen mein Geist in dieser Vereinigung versinkt und sich verliert, musst du mir gewähren, die Schönheit deiner beiden Füße, deine Hand mit dem karmavernichtenden Speer, dein unmalbares heiliges Gesicht und deine Gnade zu preisen!
Hari und Brahma streicheln deine Füße. Das Meer sammelt sich und schreit; das mächtige unterseeische Feuer speit Flammen, Geister versammeln sich. Berge von Fett häufen sich, die Instrumente verstummen nicht. Mächtige Geier, Garuda von der Fahne, unablässige Scharen und kleine Geister breiten sich über den Flüssen spritzenden Blutes aus. Die rötlichen, kriegerischen Bhairavas erheben großes Geschrei.
Die Häupter der Nachtgänger häufen sich auf der Erde. Du ziehst in kreisendem Tanz einher; viele Berge werden entwurzelt, und die unaussprechliche Höhe des Himmels bricht zusammen. Pfauenheld, der du zur Jagd kommst!
Dem Herrn mit dem weit ausgebreiteten, dicht geflochtenen Haar offenbarst du den Weg der Stille, den die alten Veden lehren und den er zu hören verlangt. Du vermagst allen Erkenntnis zu zeigen als der eine höchste Guru, großer Herr![420]
1202 – Möge mein Geist deinen makellosen Füßen nahekommen
„Ihre Augen gleichen Speeren und sind die grausamen Pfeile des siegreichen Kama; ihre beiden Schultern gleichen Bambus, ihre Brüste hohen Bergen, ihr Haarknoten übertrifft die Wolke.“ So häufe ich viele gewaltsam zugespitzte Worte, um die Schönheit der Frauen noch zu überbieten, und stehe immer wieder in den Häusern der betrügerischen Herzen.
Statt dort zu verharren: Wird mein Geist nicht kommen und sich dir nähern, deine makellosen Füße unmittelbar ergreifen und an glücklicher Liebe zunehmen?
Vishnu maß einst die Welt aus, schlief im Meer und kam vor den Elefanten, als dieser ihn suchte. Auch er sucht dich, Speerträger! Du spaltetest den großen Berg und den Mangobaum und schleudertest deinen Speer so gewaltig, dass die Schlangenwelt erzitterte.
Der Herr, dessen Kehle das laut aufbrausende Alahala-Gift aufnahm, hat die Frau als Teil seiner Gestalt und tanzt. „Du bist der Sohn dieses Uranfänglichen!“ So sagen die Liebenden, die im rechten Weg stehen. In ihrer Not sprachst du zu ihnen: „Fürchtet euch nicht!“, großer Herr!
1203 – Lass die Befleckungen sterben und die reine Weite aufgehen
Die Herzen der Verehrer werden betrübt, jedermann tadelt mich; Schuld kommt über mich, und Krankheit bedeckt mich. Alle treten heran und sagen „Pfui, pfui!“, die Leute lachen. Wie einer, der im Feuer brennt und stirbt, möge auch ich, der Geringste, mein altes Elend verlieren.
Mögen alle meine Befleckungen, die beiden Leiden, die mich gepackt haben, und das Unglück sterben und verschwinden. Möge ich zur reinen Weite werden und mich freuen! Komm auf dem Pfau zu mir, schenke mir Liebe und deine Gnade, damit ich auf den Weg der Befreiung gelange.[421]
Unser Vater trägt die Ganga im Haar und reitet auf dem Stier. Sein Leib ist reine Flamme. Er lächelte, sodass die Festungen zu Staub wurden, und vernichtete mit seinem Feuerblick den Körper Kamas, der ihm entgegentrat. Gurunatha, dich schenkte er einst!
Damit die Götter ihre Not verlören, bestiegst du den Pfau, kamst offen hervor, brachst die Anmaßung der Betrüger und gewährtest deinen Tanz. Großer Herr, der du der jungen Kuravafrau mit blitz- und fadenschmaler Taille und schönen Brüsten große Liebe schenktest!
1204 – Komm mit der Jägertochter und behüte mein Leben
„Lasst die Leiche nicht weiter auf dem Boden liegen! Bevor sie auch nur ein wenig verfällt, richtet vor dem Haus eine hohe Bahre schön her! Ruft die laut dröhnende Totentrommel, beendet das Weinen!“ Noch bevor sie so reden und sagen: „Hebt den Körper jetzt auf!“ – an dem Tag, an dem die Angehörigen ihn zum Feuer des Verbrennungsplatzes tragen und verbrennen, musst du rasch auf dem Pfau kommen, zusammen mit der edlen Frau aus dem Jägergeschlecht, um mein Leben zu behüten![422]
Der brünstige Elefant ging in den Teich und geriet in das Maul des großen Krokodils. Als er rief, blies jener das Muschelhorn und erschien wie eine Regenwolke auf dem König der Vögel. Neffe, den dieser Weltenherrscher preist!
Damit die Frommen mit langem Haargeflecht Liebe empfingen, entsandtest du den Speer; im Meer erhob sich das Geschrei der Rakshasas, die Haubenschlange wurde zornig. Du setztest die Bewohner des goldenen Landes wieder in ihrer Stadt ein, großer Herr![423]
1205 – Wie viele Weltzeitalter bin ich schon umhergeirrt?
Er ordnete fehlerlos die sieben und sieben Welten, nimmt auf dem Lotus den ersten Platz ein und lebt im kosmischen Raum: der Herr der Göttin der Buchstaben. Nach seinem Schicksalsspruch wechselte ich immer wieder, nahm nacheinander Körper aller Gestalten an, entstand durch jede Art von Mutterleib und fiel wieder dahin.
So taumle ich in der Welt umher. Wie viele Weltzeitalter diese Zeit schon dauert, weiß ich nicht. Heil dir! Schenke du mir Gnade, damit ich nun nicht wieder geboren werde!
Schöner, den die keusche Frau umarmt, die im grünen jungen Hirsefeld wohnt, dessen Halme wie Palmen und Zuckerrohr aufragen! Deine zum Ringen geeigneten Schultern sind mit Kampferstaub gesalbt. Du trägst Indras Welt der Wunschbäume, leuchtest in den Bergreihen, wohnst in der Gemeinschaft der Brahmanen und in den Veden, behütest das westliche Land und trägst Vetshi- und Kadambagirlanden.
Du schleudertest den machtvollen Speer, sodass im vollen Meer der Schlamm aufstieg und Sura mit dem Berg zu Staub wurde, großer Herr![424]
1206 – Ich allein vermag nicht loszulassen
Die Speeraugen schließen sich, die Rede stockt, im Gesicht tritt feiner Schweiß hervor. Die Last des Haares löst sich, ich beuge mich über die Frauen und trinke den Trank ihrer Lippen. Die Liebe, mit der ich ihre schweren, berggleichen, safrangeschmückten Brüste umarme, vermag ich als Einzelner nicht abzustreifen. Du musst mir deine zarten Füße geben, die dein Erbarmen wachsen lassen!
Der Herr des Kailasa, der Träger des Vajra, der Lotusgeborene und der wolkengleiche Herr auf Garuda preisen dich. Garuda stößt grausam zu, sodass die zahlreichen Haubengesichter des Schlangenkönigs zerreißen. Du entsendest den Speer, der sich in den Himmel, ins Meer, in den Berg und in die Brust des kämpfenden Nachtgängers bohrt, großer Herr!
1207 – Gewähre mir Füße, die zur Befreiung führen
Sie richten eifrig die weichen Schultern zurecht, lassen die Brust schwanken und locken begehrliche junge Männer. Sie rufen sie heran, nehmen viel Geld, umarmen sie auf dem Bett und steigern das Verlangen, bis sie zerschmelzen und in ihre Macht geraten.
Bei solchen Frauen erschöpfe ich mich, stammle mit der Zunge, schäme und fürchte mich. Beseitige dieses mühselige Treiben. Schenke mir deine edlen Füße, damit ich auf die Seite der Befreiung gelange!
Der Einzige, den selbst Mal nicht erreichen konnte, tanzt seinen großen Tanz in Wonne. Ihm gewährtest du die geheime Wissenschaft, sodass überreiche Hingabe hervorströmte.[425]
Du ergriffst in deiner siegreichen heiligen Hand den mächtigen Speer, brachst die Kraft des ganz von Schuld erfüllten Sura und durchbohrtest seine Brust. Du ließest die mit dir Verbundenen am Leben bleiben, einzigartiger großer Herr!
1208 – Verwandle meine Eigenschaften und führe mich zu dir
Mit Blütenknospen als Pfeilen und seinem einzigen Zuckerrohrbogen tritt der Körperlose nahe heran, schießt und kämpft. Von ihm erschöpft und ermattet, bin ich bei den täuschenden, betrügerischen Frauen wie ein ausgeliefertes Gut untergebracht.
Ihre Brüste schwellen wie junge Kokosnüsse hervor, steigen zornig auf und sinnen wie der Tod auf Vernichtung. Ich bin ein Wüstling, der sie begehrt und völlig aus der Fassung gerät. Verwandle meine Eigenschaften zum Guten und vereinige mich mit deinen guten Füßen!
Durch einen Affen ließ jener die feindliche Stadt Lanka in Brand setzen. Er stieg in einen Wagen, wandte sich von den Hundert ab und erbarmte sich Parthas. Auf dem Banyanblatt im Meer liegend, schläft er mit lautem Schnarchen, das wie ein mächtiger Wind hervortritt. Damit er so ruhen kann, spaltetest du mit dem Speer in deiner Hand den erschrockenen Sura in Mangobaumgestalt und die Berge, sodass sie aufschrien und die Meere klagten, großer Herr![426]
1209 – Genug dieses von Verblendung gezeichneten Lebens
Genug, genug dieses niedrigen Fleischkörpers für mich, der ich dem Leiden ausgeliefert bin! Sechsgesichtiger, Herr, den die Unvergänglichen preisen! Ich bin unwissend und habe nicht die Einsicht, erst anderen zu geben und dann selbst zu essen. Ich beruhige meinen Geist nicht und nähere mich nicht dem schönen Heim der Befreiung.
Mit vielerlei Gedanken erschöpfe ich mich in der Vereinigung und rede den papageiengleichen Frauen liebevoll nach dem Mund. Dürfen mich die Menschen auf Erden als heuchlerischen Prahler, Unverschämten und Mann mit unreinem Mund beschimpfen?
Die großen Berge wurden zu zerklüfteter Öde, das brausende Meer trocknete aus, die grausamen Rakshasas schrien. Held, du tratest dem Töpfer der Veden gegenüber und schlugst ihn an die Stirn, sodass sein Haarknoten und sein Hochmut zerstreut wurden![427]
Du ließest die Jains in Mattengewändern, denen nach dieser Rede die Grundlage wahrer Wissenschaft fehlte, ausnahmslos auf die Reihen aufgerichteter scharfer Pfähle setzen. Unvergleichlicher großer Herr der rhythmischen Dichtung, mit der Hand am siegreichen Speer und mit nie versiegendem Erbarmen![428]
1210 – Schenke klares Wissen und erwachende Liebe
Das schwere Haar löst sich, die schönen Blicke röten sich. Wir kommen einander nahe, die Körper umarmen sich; ich genieße den Nektartrank der Lippen. Ich rede, bis die Einsicht ermattet, und vereinige mich außer mir mit den Frauen.
Lass mich nicht so als Lüstling umherziehen, mit erschlaffendem Leben, zitterndem, ängstlichem Körper und ohne Tag und Nacht zu unterscheiden. Schenke mir deine roten Füße, damit das höchste Wissen klar wird, Zuneigung und Liebe aufblühen und ich davon sprechen kann!
Gnädiges Kind des gewaltigen Herrn, den der mit Tulasi geschmückte Maya-Herr und der erhabene Lotus-Brahma preisen, verehren und doch schwer finden! Du heiratetest feierlich die glückverheißende Tochter des Götterkönigs, leuchtender, überaus bezaubernder Pfauenreiter!
Mit der Kuravafrau, deren Brust mit duftender Paste glänzt, bist du innig vereint und freust dich am Schauspiel der Liebe. Du bist in die Herzen derer eingegangen, die schwere Sünde meiden und Tag für Tag mit wachsender Liebe deiner Füße gedenken, großer Herr!
1211 – Sieh mich an wie dein Kind
„Ohne rechte Lebensführung, unwissend, durch Zorn schuldig geworden, voller schlechter Eigenschaften, ein unnützer Niedriger, unangemessen und verkehrt; in vielerlei begehrlichen Erwägungen und Verblendungen außer sich; durch Raum, Wasser, Erde, Feuer und Wind immer neu gestaltet; mit den befleckten viermal acht Arten behaftet; ohne das erkennende Herz, das nicht mehr zwischen Du und Ich unterscheidet – solch ein Sünder ist er!“ Denke nicht so von mir.
Wie einem Kind die gütige Fürsorge von Mutter und Vater nicht entzogen wird, so gedenke nun auch meiner und schenke mir die Unterweisung großer Erkenntnis![429]
Du fordertest die Feinde zum Kampf, sodass das weite Meer austrocknete, die Brust der großen Suras durchbohrt wurde und der Hunger der Vetalascharen endete. Im Kampf, der wie donnernde Wolken dröhnte, kämpftest du mit dem Speer, bis die Dämonen in Yamas Stadt gelangten, junger Herr!
Ohne Scheu nahm er das Wasser an, das der Jäger aus dem Mund spritzte. „Iss dieses Fleisch!“, sagte der Jäger und gab ihm reichlich von den Resten, die er selbst gekostet hatte. Ohne sie als unrein zu betrachten, genoss er sie als Nektar. König, den dieser Ursprung der Veden und Agamas schenkte, Herr der Welt, großer Herr der Kuravatochter![430]
1212 – Eine Blumengirlande aus den Lauten der Sprache
Ich bin dein Verehrer voller Sehnsucht. Werde ich die Blume meines Herzenslotus nehmen, den Faden der Liebe hindurchziehen und auf meiner Zunge kunstvoll eine Girlande binden können? Möge sie nach einzigartiger Erkenntnis duften und leuchtend dastehen; mögen die Bienen des Verstandes der Makellosen darum singen. Werde ich diese Matrika-Blumengirlande deinen schönen korallenroten Füßen anlegen?
Deine ruhmreiche, mit Kadamba geschmückte Brust versinkt an den schweren Brüsten des Jägermädchens mit dem Perlenlächeln, das im dichten Wald lebt. Du bist das Leben der pfauengleichen Tochter dessen, der den gewaltigen Elefanten besitzt.
Das Meer mit seinen springenden Fischen öffnete seinen Mund und brannte. Der große Sura kam zornig heran; du schlugst ihn nieder und legtest deinen heldenhaften Speer an den breiten Berg, großer Herr![431]
1213 – Möge die Täuschung aufhören, die mich quält
Sie entzünden das Begehren und schmeicheln viel, werden vertraut und sagen: „Bring das Geld für das Gewand!“ Sie bewegen den mit Ketten geschmückten Hals und die Brüste, lassen die Augen tanzen und gleichen dabei einem edlen Pfau. Wie Papageien sprechen und lachen sie, streichen durchs Haar, lösen es und binden es wieder. So machen die Frauen mich töricht und betören mich.
Sie legen mich auf den schmutzigen, ausfließenden, übelriechenden Weg des Körpers und quälen mich. Wird diese Betörung nicht enden?[432]
Pfauenheld! Dein Vogel erfüllt die Gegend, strahlt, ruft und packt die gestreifte Schlange, um sie zu zerreißen. Du mit den herrlichen goldenen Füßen, die sich im Herzen der Diener niederlassen, welche dich suchen und preisen; Neffe Haris!
Der ganz Niedrige hatte die Götter zuerst durch Freundschaft an sich gebunden und dann zugrunde gerichtet. Du schleudertest deinen Speer schwer und gewaltig gegen ihn. Mit Liebe zur Kuravafrau freust du dich in der goldenen Landschaft, die von den Wassern der Ponni hervorgebracht wird, großer Herr![433]
1214 – Die Türen der Verführung nicht länger suchen
Sie betören mit Verlangen und Zuneigung, ihr Sinn sucht Geld; sie lassen einen zerschmelzen, bis das Leben erlahmt. Auf der Straße lachen sie mit jedem, stiften Trennung und Streit, ihre Augen sind Alahala-Gift. Ihre makellosen Brüste gleichen Bergen; sie gehen mit gleitendem Gewand, kämmen und binden ihr Haar. Unablässig schenken sie den Saft ihres Mundes und putzen sich Tag für Tag. Werde ich aufhören, nach ihren Türen zu suchen?
Uma, Mutter, ist mit Isha verbunden, der die sieben Welten und die tönenden Wellenmeere mit seiner Gnade umfasst. Sie ist Yogini, Wissende, höchste Brahman-Wirklichkeit, Nili, Narayani, Höchste, die Göttin der laut erklingenden Veden, Abhirami, makellose Bergesranke, Mutter, Manonmani, voller guter Eigenschaften, endlose Bergesranke. Du bist das Kind ihrer Gnade!
Der Einzige von erhabener Gestalt, der kundige Brahma und Isha lieben dich, großer Herr![434]
1215 – Vor dem Ruf der Todesboten
Die Frauen mit den gifttragenden Augen werden lange weinen, wieder und wieder, bis sie erschöpft sind. Nach der Ordnung wird die Parai geschlagen, die Menschen sehen das Totenschauspiel. Eine feste Bahre wird aufgerichtet und rasch zum Verbrennungsplatz getragen; die Angehörigen gehen fort.
„Die Zeit ist gekommen, komm!“ Mit diesen Worten zeigen Yamas Boten ihr Palmblatt, nehmen das Leben in Gewahrsam und führen es weg. Bevor das geschieht, schenke mir die Einsicht, deine beiden erkenntnisvollen Füße liebevoll zu bedenken, sodass das Leben der Begierde zu Staub wird!
Vel, gerühmter Freigebiger, Saravana, den die Tugendhaften preisen! Muruga, der du auf dem Guru-Berg wohnst! Junger Herr, du wechseltest die Verkleidung und verehrtest das Mädchen, das im Land der Jäger das reife Hirsefeld bewachte.
Du erschienest in dem mit Schilf bewachsenen Wasserbecken als Kind der sechs Frauen, die die Welt preist und verehrt. Als dein alter Vater bat: „Herr, sei gepriesen!“, schenktest du ihm das Wort erfahrener Erkenntnis, großer Herr![435]
1216 – Täglich deine Gestalt und deine Gefährtinnen preisen
Die Frauen gleichen tanzenden Pfauen; auf ihre mit vielen Ketten geschmückten Brüste legen sie ein passendes Tuch und stehen auf der Straße. Ohne auch nur ein wenig von ihnen zu sprechen: Werde ich nicht täglich von dir reden?
Von deinem Speer, von deinen sechs blühenden Lotusgesichtern, von deiner mächtigen Erscheinung auf dem schönen siegreichen blauen Pfau und von der würdigen Größe der Gemahlinnen, die an deinen beiden Seiten wohnen!
Einziges Kind dessen, den der viergesichtige Brahma und Mal auf dem Banyanblatt schwer zu finden vermögen! Die Schamhafte aus dem siegreichen Jägergeschlecht, der Kuckuck, den man sucht, die auf Erden überaus schöne Frau, das Jägermädchen mit Speeraugen – du bist ihr Gemahl!
Jüngerer Bruder des brünstigen Elefantengesichtigen, großer Herr, du entsandtest deinen Speer mit Wucht in die geschmückte Brust Suras, der dir heldenhaft entgegentrat!
1217 – Ein wenig Gnade für den Eintritt ins Ungeteilte
„Nur so schmal ist ihre Taille!“ Ich genieße die Lippen dieser papageiengleichen Frauen; das Glück wird weich und tritt über alle Ufer. Mit ihren schweren, schauernden, kampfergeschmückten Brüsten ringend, sinke ich in schlechte Eigenschaften hinab. Damit dies aufhöre, schenke mir ein wenig Gnade: Lass mich durch Erkenntnis jenseits der Gunas in die eine ungeteilte Gestalt eintreten!
„Der leuchtende Lotus-Brahma, dem die Festigkeit fehlte, ist in Gefangenschaft geraten!“ So ging jener fort, den man als Esser von Dickmilch, Esser von Ghee und Esser der Welt besingt, den heiligen Schwager des Giftessers. Als er erschrak, entsandtest du machtvoll den Speer gegen die Feinde der Götter. Du zerschlugst die acht Berge, sodass sie fielen, großer Herr![436]
1218 – Unterscheide für mich Pati, Pashu und Pasha
Ihre Augen springen auf beide Ohrgehänge, wandern im Schatten des Haares und kehren zurück, steigen zur Stirn auf und sinken nieder. Sie sprechen die Veden der Liebeskunst und schießen wie scharfe Speere; selbst Kalakuta-Gift erscheint daneben wie Nektar. In der Vereinigung mit diesen ausdrucksvollen Frauen mit dunklen blauen Augen bin ich versunken und verwelkt.
Damit auch ich Einsamer einen Weg finde, unterscheide für mich makellos und einzeln die unvergänglichen Wirklichkeiten Pati, Pashu und Pasha – Herr, gebundene Seele und Bindung – und schenke Gnade![437]
Raghava zog mit den Affen und entsandte einen einzigen Pfeil, sodass die zehn schweren Kronen und die zweimal zehn Meru-Schultern ins Meer fielen. Du bist sein Neffe! Lehrer der Unterweisung, die der mit heiliger Asche Geschmückte erkannte!
Die Waldjäger im weiten Hirsefeld des Berges gaben die schöne Herrin; ihre mit Fußglöckchen versehenen Füße trägst du als Krone. Du schleudertest den Speer, damit der Götterkönig wieder seine Stadt bewohnte, Muruga, Pfauenreiter, großer Herr der in Erkenntnis versunkenen Yogis!
1219 – Wir beide sind eins
Vertreibe mit Shivas Licht die beiden Leiden und die Befleckung, rufe mich freundlich herbei und lege deine beiden Füße auf mein Haupt. Setze mich auf deinen Pfau, gib mir den strahlenden edlen Speer und freue dich: „Wir beide sind eins!“
Guter junger Herr, leuchtender Wunschbaum der Veden, den der Herr des Kailasa aus Gnade schenkte! Gewähre auch die Stellung des unterweisenden Lehrers, damit die Sammlung der leuchtenden großen Veden, die Götter und die Erde dich preisen und Gnade empfangen.[438]
Der große elefantengesichtige Gott schneidet die Krankheit des Mutterleibs ab und macht meine Armut zu Staub. Er gewährt seinen Dienern Gaben, wie sie sie nicht einmal erdenken. Du erfreust diesen Erkenntnisreichen mit dem großen Bauch, Erbarmungsvoller mit Kadambablumen!
Pfauen-Vel, du drückst die einzigartige Gemahlin der Erkenntnis, die Vishnu aus Gnade gab, an deine leuchtende Brust. Du ließest den Berg zu Staub werden, zerhiebst die listigen Asuras und befreitest die Götter aus der Gefangenschaft, ruhmreicher großer Herr!
1220 – Der Lotus meines Herzens als Opferblume
Deine kleinen Schellen, die Kinkini und die leuchtenden Fußreifen lassen lieblich die vielfältigen Arten der Veden erklingen. Wird mein Herz nicht deine schönen Lotusfüße mit dem eigenen Herzlotus, mit Kuvalai- und Kurablumen schmücken und Tag und Nacht unaufhörlich bedenken?
Außer deiner Gnade habe ich hier keinen einzigen Beistand. Als Betrüger leide ich, trage den Körper aus den fünf Elementen, wandere umher, komme in jeder Welt immer wieder zur Geburt und irre darin. Wenn du dieses Leiden siehst, wird dann nicht Liebe in dir aufsteigen?
Damit Devasena, die beim erhabenen, wild brünstigen, Nahrungsklöße essenden Elefanten mit den mächtig aufragenden Stoßzähnen wohnt, deine mit Armreifen geschmückten Bergesschultern erlange und die Asuras stürben, erhob sich dein Zorn. Wo der goldene Berg gewesen war, wuchs Schilf; im Meer stieg Feuer auf.
„Unser kämpferisches Kind, Kanda!“ So preisen dich Hara und Uma und lieben dich innig. Alle Welten versammeln sich mit den Göttern, und Hari und Brahma verneigen sich vor dir, Gebieter![439]
1221 – Wer bin ich?
Fleisch, Knochen, Eiter – pfui! –, Ausscheidungen und Nerven: ein unreines Gemenge. Von alten Krankheiten befallen, befleckt, mit diesem schweren Fleisch umherirrend, bin ich der geringste Hund.
Wer bin ich, um still zu werden? Wer bin ich, um mich zu verneigen? Wer bin ich, um freudig dich zu besingen? Wer bin ich, um Erbarmen zu empfinden? Wer bin ich, um zu verschmachten? Wer bin ich, um zu gehen und zu fallen? Wer bin ich?
Von selbst verbunden, von selbst erkennend, von selbst freudig in der Gnade wohnend, wie eine Mutter fürsorglich, honigsüß erfreut, von selbst aufblühend und zu Shiva werdend, von selbst wachsend und in sich selbst ruhend: Unser Vater mit Girlanden und verfilztem Haar schenkte dich als Kind seiner Gnade.
Großer Herr der Diener im Salokya, der Diener im Samipya und der Diener im Sarupya![440]
1222 – Das Schwert, das die Künste nicht erreichen
„Niemand auf der Welt kann mir widerstehen!“ Mit solchen Worten, mit Lärm, Streit und Siegeszeichen kommen sie zu ihrem Geschäft, ziehen umher und wirbeln durch die Erde. Nach dem Weg des Schicksals kommen diese grausamen Yama-Boten, um das Leben zu rauben.
Werde ich sie mit dem Mantraschwert zerschneiden und zerhauen, das selbst die achtmal acht sämtlichen Künste und Arten religiöser Lehre nicht erreichen, und so wahre Stärke gewinnen? Werde ich deine korallenfarbenen heiligen Füße verehren, die nach Kadamba, jungen Vila-Blättern, Jasmin, Kuvalai und Vetshi duften?
Speer in der roten Hand, der gegen die Söhne Ditis kämpfte, im Blutfluss badete und tiefrot leuchtet! Unser Herr auf dem wunderbaren Vogel mit dem smaragdgrünen Rad, der die Gipfelberge zerschmettert!
Die alten elf Stierreiter, die zwölf Wagenfahrer, deren eilige Rosse bis an den Himmel gelangen, die beiden genannten Ashvins und die zweimal vier Vasus: Du bist der Gebieter dieser dreiunddreißig Götter![441]
1223 – Nicht länger verwundet umherirren
Wie zwei Büschel junger Kokosnüsse, die an einem Zweig hervortreten, werden ihre Brüste sichtbar. Die Herzen der jungen Männer stimmen sich darauf ein und streben heran. Die Frauen bewegen ihre goldenen, dosenförmigen Brüste und geben sich einverstanden.
Ich schmiege mich an ihren von Lust erregten Leib, schenke ihm große Zuneigung und umarme ihn. Danach lösen sie die Bindung und gehen fort. Von dieser Täuschung bedrückt, windet sich mein Herz; verwundet, umherirrend und erschöpft – soll ich so weiterziehen?
Er rafft Früchte, große süße Zuckerrohrstücke und Appamkuchen reichlich in seine große Hand, isst sie in seinen weit ausladenden Bauch und erfreut zuvor die Verehrer: Du bist der jüngere Bruder dieses einzigen Elefantengesichtigen!
Mit mächtigen, zusammenwirkenden Händen schlägst du zu, spaltest die Wasser und schleuderst sie empor. Du verfolgtest Suras gewaltigen großen Kranich, drangst an seinen Ort und schlugst ihn nieder, schöner großer Herr![442]
1224 – Möge dieses Ende des Körpers aufhören
Ich suche, was in Palmblättern, in Gedichten und in langen Schriftstücken als angenehm angepriesen wird, und häufe großen Besitz an. Ich teile ihn nicht, um gemeinsam zu essen, sondern spreche stolz von hochstehenden Geschlechtern.
Im Wald, im vertrauten Land, in dem Haus, in dem ich lebe, schmähen mich die Welten. Der Körper stirbt und wird Krähen, Hunden, Schakalen und Geisterscharen zur Nahrung. Wird dieses Vergehen nicht enden?
Herr der jungen, bergbrüstigen Frau, die im Land des Tausendäugigen wohnt! Speerträger, der mit Sura kämpfte, als er im umschließenden Meer laut aufschrie; Pfauen-Vel im Konguland!
Gemahl der Kuravafrau, die zur Lebensweise der Jäger mit ihren gespannten gebogenen Bogen gehört! Gebieter der Götter, die deine Füße mit aufgeblühten großen Blumen schmücken und preisen![443]
1225 – Das Verlangen nach ihrem Goldverlangen ablegen
Vom Brustband umschlossen, ziehen ihre Brüste die Augen an wie Berge mit hohen Gipfeln. Ihre roten, kriegerischen Fischaugen speien und sammeln Alahala-Gift, ihre Rede betört. Darin verloren, ohne Furcht und Scheu, gelte ich jedem, der nach mir fragt, als Wüstling.
Soll ich täglich völlig wahnsinnig nach denen umherziehen, deren Verlangen nur dem Erwerb von Gold gilt?
Der grünfarbene Tänzer preist den Bewohner des roten Lotussitzes. Dieser, der Elefantenreiter mit den vielen Augen, die Scharen der Verehrer und der würdige Himmel rühmen dich. Der Berg unterlag beschämt; im Meer, das die Welt umschließt, hiebest du die Äste des gewaltig gewachsenen Mangobaums ab und ließest ihn fallen, großer Herr![444]
1226 – Genug der Geburt, die sich durch Schmeichelei erhält
„Ihre Augen sind größer als das Meer, ihre Brüste größer als Berge, die roten Lippen entzücken, beide Schultern sind zarter als grüner Bambus.“ Viele solche alten Redensarten stehle ich zusammen und singe damit über irgendeinen Menschen.
„Mächtig, unerschütterlich, unvergleichlich, ohne Ebenbild, Träger aller Tugenden, wahrhaft gnädig, höchster Guru, Spender der Furchtlosigkeit!“ So segne und schmeichle ich und irre in dieser Geburt umher. Genug, genug! Damit die Geburt endet, gewähre mir deine roten Lotusfüße!
Wie zwei große Flüsse vom hohen nördlichen Silberberg herabströmen und sich über die Erde ergießen, so strömt „Sala, sala!“ der Brunstsaft des alten Elefanten, bis sogar Meer und Flüsse ihm Raum geben. Er ist weiß, kampfstark, frisst Nahrungsklöße und ist der Tilaka unter den Elefanten.
Damit seine Welt und Indra wieder festen Bestand hätten, nahmst du den Speer. Das Meer brannte und rief um Schutz; du zürntest dem Berg und den mörderischen Asuras und kämpftest mit ihnen, großer Herr![445]
1227 – Was bleibt nach der Verbrennung?
Die schweren Totentrommeln schlagen. Die jungen Angehörigen binden den Körper fest, legen ihn draußen auf die Bahre und wickeln ihn in ein vom Tuch gerissenes Stück. Sie entzünden das Feuer und lassen es lodernd brennen. Nach der Verbrennung baden alle, gehen ins Haus und sitzen wieder dort. Dieses leibliche Leben gleicht einer reinen Täuschung.
Damit die leidvolle Geburt aufhöre, gewähre mir den himmlischen Zustand, der ganz von Shiva erfüllt ist!
Strahlender Speerträger, du durchbohrtest sämtliche acht großen Berge und nahmst die Erschöpfung der Götter fort. Du überlistetest die Kuravafrau und umarmtest ihre beiden perlenbesetzten Brustberge mit deinen glänzenden goldenen Schultern.
Deine juwelengeschmückte Brust trägt runde Kadambablüten und honigvolle Vetshiblumen. Im Meer der kreisenden Wellen zerschnittest und zerhiebest du die, die dir hochmütig entgegentraten, großer Herr!
1228 – Möge das Herz nicht in trügerischer Liebe vergehen
Rede wie Kandiszucker, Haar voller Bienen, Fischaugen, Mondgesicht und Bambusschultern: Ich sehe es, mache mir solche Vorstellungen und verlange danach, mich an ihre Schultern zu schmiegen. Ihre hervorstehenden Brüste erscheinen wie zwei Berge, die sich dicht auf der Brust erheben.
Mein Herz geht in der trügerischen Liebe dieser Frauen verloren und stirbt darin. Wird diese Täuschung nicht enden?
Vel, voller Liebe gehst du zu dem Berg, auf dem die Kuravafrau mit den schönen Brüsten wohnt: Ihr Haar ist eine Wolke, ihre Augen gleichen Kendai-Fischen, ihre Worte dem Ruf des Kuckucks.
Suras mächtiges Herz ermattete, als er heranstürmte; das Meer wurde heiß. Du kamst in die Welt, siegtest über alles und darüber hinaus auch über Kama, großer Herr![446]
1229 – Lass mich deine Gnade als Nahrung empfangen
Sie bringen einen dazu, die Bettelschale in die Hand zu nehmen. Mit geschwärzten Blicken fangen sie junge Wohlhabende in ihre Gewalt; sie zeigen betelgefärbte Zähne, polieren ihr Gesicht und kommen als listige, prahlerische Verführerinnen, mit einem Punkt auf der Stirn.
Ich, der Einsame, habe gerade sie zu meinem Halt gemacht. Setze mich an deine Lotusfüße und schenke Gnade. Wird mir nicht jetzt der Zustand zuteil, von deiner Gnade als Nahrung gesättigt zu sein?
Du bist das einzigartige Kind des von der Welt gepriesenen, überaus liebevollen Herrn. Du beseitigst den Fehler, der darin besteht, dass mir aufrichtige Lobesrede, Bindung an dich und Erkenntnis fehlen, Uranfänglicher!
Die Rehmutter gebar dem Brahmanenweisen die Tochter der Bergjäger. An ihren wunderbaren Brustbergen ruhst du, Machtvoller. Mit deinen kampfstarken Bergesschultern bedrängtest du die sieben Berge und zerschlugst sie, großer Herr![447]
1230 – Erhalte das Leben, das an der Begierde leidet
Sie legen um die rankengleiche Taille ein gebundenes Gewand und handeln ihren Preis aus, diese schönen Frauen. Sie zeigen die Künste unwahrer, nutzloser Liebesbücher und sprechen falsche, harte, zornige Worte wie die groben Bergbewohner. Ihre schweren Brustberge wirken mörderisch; sie reichen berauschenden Trank.
Mein Herz und mein knospenhafter Körper leiden darunter. Damit mein Leben erhalten bleibt, schenke mir deine roten Füße, mit Rankenjasmin, Kurablumen und Atthi geschmückt und von den alten Veden gepriesen!
Muruga, göttliches Kind, du begehrtest die Brüste der papageiengleichen Frau, die das Hirsefeld der bogenspannenden Jäger bewachte. Held auf dem Waldpfau, du löstest die Gefangenschaft im Land des Herrn des weißen Elefanten mit den starken Stoßzähnen.
Im wellengekrönten Meer lösten sich die berggleichen Wesen auseinander; du vermochtest den Berg niederzuwerfen, schöner Speerträger. Den Dienern, die deine Füße verehren und den Lotus auf ihr Haupt setzen können, bist du ein guter großer Herr![448]
1231 – Ist es gering, dich mit schmelzendem Herzen zu besingen?
Sie erkunden heimlich, wie viel Geld einer in der Hand hat, und verkaufen das Glück der Vereinigung an ihren hohen, weiten, mit Kampferpaste geschmückten Brüsten. Einige lernen die Dichtkunst nur, um die Glieder dieser Frauen zu besingen.
Wenn aber das Herz weich wird, die bloß lauten Worte vergessen werden und man dich als wahre Wirklichkeit erkennt; wenn man an deinen beiden moschusduftenden Lotusfüßen „Schutz!“ ruft, dich besingt und mit schmelzendem Herzen auch nur ein wenig rezitiert – wäre das etwas Niedriges?
Mit dem grenzenlosen mächtigen Affenheer, das ihn pries, und mit König Sugriva zog er los, sodass Staub aus dem Meer aufstieg. Er verbrannte das kampfstarke Lanka und schoss einen Pfeil ab, der die zehn Köpfe des Nachtgängers vollständig abtrennte. Du bist sein Neffe![449]
Du suchtest die rankengleiche Tochter der Waldmenschen in der alten trockenen Landschaft, wo aufstrebende Haine den Raum füllen. Du nahmst Jägergestalt an, wurdest vor Liebe wie wahnsinnig, schmolzest und branntest und gingst tief in den Wald zum Berg der Jäger, großer Herr![450]
1232 – Mit Blüten und deinem Wort das Meer der Geburt überschreiten
Wie der listige Hai die Fische verschlingt, möge große Bildung kraftvoll hervortreten. Der Stein meines dunklen Geistes soll nicht in jede beliebige Richtung entgleiten, sondern sich nach der prüfenden Einsicht guter Worte ausrichten. Die Wahrheiten mögen sichtbar werden, und langsam will ich das wogende Meer der Geburt überschreiten.
Wird der Tag kommen, an dem ich Kura, Vila-Blätter, Atthi, Vetshi, kühlen Jasmin, duftende Wurzeln, blauen Lotus, Lotus, Kadamba und Bilva auf deine großen goldglänzenden Blumenfüße lege, dein Wort rezitiere und mich verneige?[451]
Du sprichst Worte der Liebe zu der rehgleichen Valli, die der Weise, der aufspringendes Verlangen überwunden hat, und das gefleckte Reh am Berg hervorbrachten. Gurunatha dessen, dessen Grenze weder der Reiche auf der alten Schlange noch der König der Opfer erkennen kann!
Du schlugst auf das Haupt des Freigebigen, der die Shruti mit klarem Klang vorträgt, herrlicher Gott, großes Leben der Meister des dreifachen Tamil! Jüngerer des göttlichen Elefantengesichtigen, Herr des weißen Elefanten, geliebter großer Herr Devasenas![452]
1233 – Lass mich nicht erneut in dieser Verblendung geboren werden
Ich bin betört von den Fischaugen der jungen Frauen, die grausames Gift enthalten, von ihren beiden schweren Brüsten und von der weichen Gestalt, in der die Taten des körperlosen Kama wohnen.
Lass mich nicht noch einmal mit dieser leidbringenden Hütte in der Welt geboren werden, um denselben Zustand zu erfahren. Du musst auch mich zu den Füßen gelangen lassen, die deine an dich denkenden Diener erreicht haben, damit ich sie verehre!
Goldener, König, mit neun Edelsteinen geschmückt, Held, dessen Schultern die Brüste der blitzgleichen Jägerfrau im Hirsefeld umarmten! Strahlender Speerträger, du kämpftest gegen die acht ursprünglichen Berge, während viele tugendreiche Götter dich verehrten.
„Herr in deiner eigenen Fülle, Herr mit dem verfilzten Haar, mein Weiser!“ Du verstehst das Tamil voller süßer Musik, mit dem man dich so preist. Schöner Shanmukha, deine zwölf Augen schenken kühlendes Erbarmen, großer Herr![453]
1234 – Schenke mir das dreifache Tamil für deinen Dienst
Ihre Lippen sind rot wie Kinsukablüten, ihre Kendai-Augen tiefschwarz: die rankengleiche Frau im Hirsefeld. Ihre schweren, safrangeschmückten Brüste gleichen mit Schmuckringen versehenen Elefantenstoßzähnen. „Diener der Kuravafrau“ – diesen Namen hast du dir erworben.
Die von den Gunas Freien sprechen ihn, ihre Herzen schmelzen immer wieder, und sie stehen verehrend vor dir. Die Verehrer ohne Tadel streuen Vetshiblumen. Gewähre mir die drei Formen des Tamil für deinen Dienst, damit ich geordnet von diesem Namen und vom Ruhm deiner beiden Füße sprechen kann!
Jener brach die Stoßzähne des bösen Elefanten, den Kamsa hergeschickt hatte; selbst er staunte. Und der andere häutete den Elefanten, der brünstig seinen Pfosten ausriss, siegte und vollführte den heiligen Tanz; auch er achtete dich hoch.
Mit dem furchtbaren scharfen Speer sprachst du zu den drei erschrockenen Welten: „Fürchtet euch nicht!“ Du zeigtest deine Macht, während die Liebenden dich priesen, kämpftest gegen den Berg, besiegtest damals die Asuras auf dem Schlachtfeld, wühltest das Meer auf und zerschnittest die Gefangenschaft der Götter, großer Herr!
1235 – Bevor der Körper im Verbrennungswald vergeht
Haushalt und Ehefrau, Diener und Gefolge, Herkunft und übergroßer Stolz: In diesem grausamen, großartigen Leben häufe ich begehrten Besitz an. Wenn der Körper dann wie ein blindes, leeres Gefäß fällt, wird man mir selbst die Kleidung nicht lassen, sondern mich in ein kleines altes Tuch wickeln.
Man legt diesen Leib in den schwer erträglichen Verbrennungswald. Bevor er in diesem Geschehen ganz zerfällt, gewähre mir die Zuflucht deiner reinen großen Blumenfüße, deiner roten heiligen Füße!
Der große Mangobaum stürzte von seinem Stamm und seinen Wurzeln her mit „Mola, mola, mola!“ und lautem Klagen. Das Asuraheer wurde geschlagen, die gewaltigen Berge schrien, und die Schneide des Speers wurde rot. Der Weise, der die vier Veden besitzt, kam unter deine Herrschaft; die heranstürmenden Asuras wurden erniedrigt, die hohen Götter erhöht.
Das nie versiegende Meer spaltete sich in tiefer Kluft. Du setztest den alten Vajra-König wieder als Bewohner seiner Welt ein, großer Herr![454]
1236 – Komm, damit das Herz ohne Bedrängnis deiner gedenkt
In dieser Hütte, angefüllt mit reichlichem Wasser und Knochen, hält sich das trügerische Leben auf. Dann fällt alles auseinander, und man denkt daran, den Körper auf Darbhagras zu legen. In einer Gestalt wie eine furchtbare dunkle Wolke kommt der Tod, nimmt die bösen Taten zum Anlass und quält mich.
Bevor die Not, die man Sterben nennt, herankommt, musst du auf dem Pfau erscheinen und Befreiung schenken, damit mein Herz ohne Bedrängnis deiner Füße gedenkt!
Mit Arugugras, Mond, Datura, dem Wasser, das den Berg herabstürzt, und den schönen von Bienen umgebenen Blumen geschmückt, tanzt der Vater den seltenen Tanz. Muruga, damit sein Erbarmen sich herabneige, sprichst du das kostbare süße Wort zu ihm![455]
Deine Brust umarmt die Brüste des Mädchens, das als aufgegangene Erkenntnis in einem kleinen Stamm erschien. Während der Herr der vier Richtungen erstaunte, öffnetest du die Gefangenschaft, in die die Asuras die Götter eingeschlossen hatten, und ließest sie frei, großer Herr!
1237 – Warum noch wie ein vergifteter Fisch leiden?
Ihre Brüste sind aufgehende Lotusknospen, von Lust schauernd, und übertreffen die Gipfel der Berge. Ihre langen Kuvalai-Augen reichen an die goldenen Ohrgehänge und laden zur Vereinigung ein. Diese rehgleichen jungen Frauen umarmen den Körper fest, nehmen das Geld und beißen danach wieder auf die Lippen. Ihre Täuschung erkenne ich nicht.
Warum soll ich noch weiter wie ein Fisch leiden, der das Gift getrunken hat, das das Verlangen entzündet?
Dem Herrn, dessen herrliches Haupt den Himmelsfluss und den Mond trägt, sprichst du den einzigartigen Sinn aus, nach dem er fragte. Bräutigam der Kuravafrau, die auf deinen zwölf schönen, mit Armreifen geschmückten Bergesschultern das Glück des Lebens erlangt!
Neffe des smaragdgrünen Diskusträgers, der auf der raschen, juwelengeschmückten Schlange ruht! Du ließest den siegreichen Speer durchdringen, sodass das von hochgeworfenen Wellen bewegte Meer austrocknete, großer Herr![456]
1238 – Heute schenke mir deine Füße
Meine rankengleiche Frau mit den schönen kühlen Brüsten, mit Sandel geschmückt, und die Kinder, deren Füße lieblich klingende Schellen tragen, haben bei mir Zuflucht gefunden. „Das sind meine Schätze!“ So rühme ich sie unablässig im Herzen und lebe darin groß.
Nimm dieses vergängliche Glück fort, lass die Leiden schwinden und schenke mir heute deine Füße!
Du trägst Kadambabüschel an den schönen kühlen Schultern und wohnst in der Kurinji-Berglandschaft. Kanda, du sahst die blitzgleiche Frau im fruchtbaren duftenden Hirsefeld; strahlender Speerträger, du spaltetest den Berg!
Schöner, der du in den Gliedern der Liebenden wohnst, die die fünf Sinne besiegt haben und einsgerichtet sind! Als alle Bereiche des Weltalls erschraken, sprachst du damals: „Fürchtet euch nicht!“, großer Herr!
1239 – Möge das Verharren in hartem Karma enden
Ich wohne in diesem groben Körper, in dem Urin, Kot, viel Unreinheit, Fleisch, Blut und Knochen dicht beisammen sind. Ich vollbringe alle Arten großer Täuschung und blähe meine Gestalt auf wie ein überaus brünstiger Elefant mit mächtigem Rüssel.
Kinder und Frau, Schmuckstücke und Kleider, Bildung und das ganze Geschlecht vermehren sich. Ich freue mich am nutzlosen Weg, der wieder in den Mutterleib führt, halte an vielen Wissenschaften fest und erreiche doch nur die tägliche Unruhe des Unheils. Wird mein Verharren in diesem harten Karma nicht enden?[457]
Er stellte die Bergtochter an seine linke Seite, legte Mond und Wasser in sein Haar und hielt Axt und Feuer in den Händen. Um die Feinde zu vernichten, nahm er den Berg als gespannten Bogen in die linke Hand und lächelte, während die Veden sich verneigten. Du bist das große Glück dieses Vaters!
Muruga, du entsandtest die Waffe deiner mächtigen Hand gegen den Berg, sodass alle Richtungen erbebten und ihren Halt verloren. Auf viele Verehrer, die in makelloser Askese stehen und Worte des Lobes sprechen, richtetest du deinen Gnadenblick, damit sie gerettet würden, großer Herr!
1240 – Die Gnade, in stiller Erkenntnis zu leben
Während Shankari sang, vollführte er den erhabenen Tanz der Wonne der Erkenntnis. Diejenigen, die seine Gestalt erlangt haben, und die von höchstem Frieden erfüllten Erkennenden gelangen zum Wissen.
Wirst du nicht auch mir, deinem Diener, gewähren, mit ruhendem Blick, gehaltenem Atem und dem erscheinenden Licht, mit dem durch Shiva-Yoga erweckten Leben, für die ersehnte Zeit in stiller Ruhe zu leben?[458]
An den Feldern, die von hohen Hainen umgeben sind, wachsen Bananen; ihre Fruchtbüschel hängen wie ein gebogener Elefantenrüssel. Affen steigen auf Vengaibäume und genießen die honigtropfenden Mangofrüchte. Auf diesem waldreichen Berg lebt die schöne Kuravafrau; ihre Taille gleicht einer Blütenranke und beugt sich unter dem Gewicht der Schmuckketten und schweren Brüste.
Dort spieltest du vertraut mit ihr und nahmst in dem dunklen Blütenhain Wohnung, großer Herr![459]
1241 – Mit deinen Dienern im Glück der Erkenntnis spielen
Die Vereinigung mit der lotusgleichen Frau der Shiva-Erkenntnis, das Trinken des Shiva-Glücks in Liebe – das kenne ich nicht. Soll ich stattdessen auf Erden umherirren, als Gestalt der Befleckung leben, den öffentlich auftretenden Frauen nachdrängen und zugrunde gehen?
Damit ich mit den Scharen deiner Diener, die große Askese üben, freundlich und freudig jeden Tag spielen kann, müssen meine Befleckungen und die Krankheit der beiden Arten des Karma zusammenstürzen und schreien. Die rechte Zeit ist gekommen: Du musst vor mir erscheinen!
Die hilfreiche Kalyani, vor der die Liebenden sich verneigen, wohnt an der Seite unseres Vaters als Herrin: Gauri, Shivakami. Einst teilte Uma freudig die Granatapfelfrucht in der Hand des leuchtenden Elefantengesichtigen. Du bist das Kind ihrer Gnade![460]
Mir, der ich vergeblich geboren wurde, schenkst du, ohne wieder sterben zu müssen, die Stellung in der Nektarwohnstatt, in die die Liebenden eingehen. Schöner, dessen Pfau auf dem Berg glänzt, Speerträger, der sich in der Kurinji-Landschaft freut, großer Herr derer, die dich preisen!
1242 – Möge das Licht im Leben selbst aufleuchten
Tag für Tag werde ich von den Frauen mit ihren zornig wandernden Augen verwirrt, diene ihnen, begehre sie und irre umher. Wenn ich das Geld, das ich zunächst bereitwillig und reichlich gab, nicht mehr geben kann, zerstört ihr Vergnügen meine Würde. Lass mich daran nicht zugrunde gehen.
Als sechsmal acht entfaltet es sich, als weitere sechsmal acht steht es da; niemand vermag es auszusprechen. Wird dieses im Inneren freudig strahlende Lichtglück nicht in meinem Leben selbst aufleuchten und mir Gnade schenken?[461]
Feindlich erhob sich Sura, sodass der Himmel zitterte, die obere Welt aufschrie und die Richtungen auseinanderbrachen. Mit dem Schwert trat er dir unmittelbar entgegen. Du zerteiltest mit dem Speer seine vajrafeste Brust und sein Herz zusammen mit dem mächtigen rotgoldenen Berg, der bis zum Himmel reichte.
Makelloser, Held der Helden, Kanda! Du sahst die Schönheit der Frau, die im Hirsefeld der untadeligen Jäger wohnte, verliebtest dich, wähltest die rechte Zeit, vereinigtest dich mit ihr und spieltest vertraut, großer Herr der Götter!
1243 – Adi Muruga – schenke mir dein Gedenken
Wie ein Fisch im Verlangen nach der trügerischen Köderspeise kreist, so kreise ich wegen der schönen, in Stoff gehüllten Gestalt in der Liebe zu Frauen und in der Gier nach dem Besitz, den sie suchen. Alles geht mit Täuschung einher.
Wenn der Tod herankommt, ohne von der ursprünglichen Schicksalsordnung abzuweichen, mich sucht und mein Leben an sich zieht, schenke mir das Gedenken: „Adi Muruga, Adi Muruga, Adi Muruga!“ Uranfänglicher Muruga, schenke mir die Erinnerung an dich!
Du kämpftest mit dem Speer, sodass der Berg, an dem feuchte Wolken spielen, zersplitterte und die Asuras aufschrien. „O namasivaya!“ Pfauenherr des Yoga, der sich zu den Füßen des Guru neigt, freudenvolles Kind der Makellosen![462]
Neffe des Herrn Raghurama, Haris, des Maya-Herrn; du wohnst in den Herzen deiner Diener, die dich auf Erden suchen! Gemahl der göttlichen Devasena, die Erkenntnis verkörpert, Muruga, großer Herr, der den Göttern die Gnade schenkte, ihr Reich wiederzuerlangen und darin zu leben!
1244 – Komm mit dem hörbaren Wort der Erkenntnis
Gold, Land und Frauen: Dieses Begehren knospt zuerst und wächst dann immer stärker. Bei keinem Gegenstand hört es auf. Ich bin ein Geist, ein Vetala von solcher Art, körperkrank und Vollbringer von Koti schwerer Sünden.
Der Tod wird kommen und mich in die sieben Höllen werfen, tief hinein zum Versinken. In der Stunde, in der ich, dein hündisch geringer Diener, das Leben lasse, müssen meine Taten und Sünden rasch von mir weichen. Treibe dein Ross an, eile herbei und sprich das hörbare Wort der Erkenntnis, du musst kommen!
Damit die Koti weinender Götter wieder auf Dauer im weiten Himmel wohnten, zogst du zornig aus. Das große kühle Meer erschrak und bebte; der Tod lief stürzend herbei. Du entsandtest den scharfen, herrlich geschmückten Speer, Muruga![463]
Neffe des wundermächtigen Mal, der im üppigen Wald die schönen Gewänder der Frauen nahm und auf den Kuruntubaum stieg! Du betratest die Siedlung derer, die Kuram-Lieder singen, und lebst mit der geliebten Frau in inniger Übereinstimmung ihrer Eigenschaften, großer Herr!
1245 – Bevor Besitz und Familie ihren Halt verlieren
Besitz, Dienerschaft, Verwandte, Kinder, die passende häusliche Gemeinschaft und das Leben im Haus werden in den Zustand des Vergehens geraten. Bevor diese Wendung kommt und das Denken sich in schmerzliche Verblendung verstrickt, schenke mir die gnädige Erinnerung, mit Hingabe zu schmelzen und täglich deine Füße festzuhalten!
Neffe der grünen Wolke, des Herrn, dessen Pfeil die zehn Köpfe rollen ließ!
Der Elefantengesichtige mit dem schönen großen, kastenförmigen Bauch rafft Appam, Bohnen, Puffreis, Reisflocken und Honig zusammen und isst sie als Nektar. Mit seiner Hilfe umarmtest du im Wald die Tochter der Jäger.
Du sprichst mit dem dreiaugigen Herrn, dem Urquell der Befreiung, das vollständige Wort der Veden. Du schnittest das Asurageschlecht von der Wurzel ab, bis es vollständig zerbrach, und kämpftest in der Schlacht, großer Herr![464]
1246 – Genug der Worte über das Unermessliche
Sinnengenuss, unruhige Verblendung, fehlleitende Begierde, feuerähnlicher, schwer zu stillender Zorn, schwer abzuwerfende Gier, die vielen Gestalten der Religionen und alles andere: „Genug, genug!“ So stehen jene auf, die durch unmittelbare Erfahrung den einen Grund erkennen.
Ohne diesen zu suchen, stehe ich nur in den umfangreichen Lehren, Puranas und Shrutis und rede unbegrenzt darüber. Ist das wirklich der Weg?[465]
Mit den beiden streitbaren Pfeilen ihrer Augen, dem einzigartigen schönen Bogen ihrer Brauen und den Brüsten, von denen die duftende Paste nicht weicht, hat sie eine Gestalt, die dich fesselt. Du bedenkst auch die grausame Liebesqual und sagst: „Dies ist die rechte Zeit!“ Dann vereinigst du dich mit der Rehgleichen, dem Schmuck des Jägergeschlechts.
Damit Vasava mit dem kämpferischen Vajra in der Hand wieder sein heiliges Land bewohne, entsendest du den langen Speer: Der Nachtgänger wird zu Staub und der Berg zerfällt, großer Herr!
1247 – Jenseits von dieser, jener und ich
Die Blinden, die den Weg der Askese verfehlen, die sich die Haare ausreißen und schreien, die andere Lehren verkünden, die Werkgebundenen und die Anhänger vieler Religionen – werde ich aufhören, mich mit ihnen zu streiten?
„Jener Mann, dieser Mann, der dort; jene Frau, diese Frau, die dort; jenes, dieses, das dort“: Wenn diese Art des Unterscheidens aufhört, wenn Gestaltlosigkeit und Gestalt zurücktreten, bleibt jene wirkliche Gestalt des Herrn. Werde auch ich Einsamer sie erkennen?[466]
Die ganze Erde bebte, der nördliche Gipfel zerbrach, die vielen hohen Hauben des Schlangenkönigs wurden zerdrückt. Die Wasser des weiten alten brausenden Meeres wurden leer. Damit der Götterkönig, der bedrückt um Hilfe rief, seine Not verlöre, kamst du auf deinem tanzenden smaragdgrünen Ross, während das Heer der Nachtgänger zu Staub wurde, großer Herr!
1248 – Lass mich meine Zeit zu deinem Lob verwenden
Ihre beiden Brüste tragen feine Hautzeichnung und unablässig goldschöne duftende Paste. Sie gleichen den starken Stoßzähnen eines jungen Elefanten, aus dem dreifacher Brunstsaft fließt, oder einem Gipfelberg von großem Glanz. Sie scheinen voll des Trankes der Götter und wie junge Kokosnüsse, reizen den Durst Kamas und quälen wohlhabende junge Männer. Solche rankengleichen Frauen mit dosenförmigen Brüsten halten mich in ihrem Netz.
Nimm mir das Vergeuden der Zeit bei Tag und Nacht und lass mich dich preisen; schenke mir Gnade![467]
Dem König auf dem hundertblättrigen Lotus, Hari Purushottama und dem Träger des lodernden Feuers ist sie nicht erkennbar: die eine höchste Wirklichkeit, die alles umfasst, gleichen Sinn hat, wahr, schön, fein und wesentlich ist. Du offenbartest sie einst!
Strahlender Speerträger, machtvoller Kämpfer gegen die Rakshasas, die in die Strudel des edelsteinglänzenden Meeres eingegangen waren! Großer Herr, du bist der helfende Gesprächspartner der Dichter, die im Augenblick dichten können und wissen, dass du in dem Lied stehst, das in deinem Gedenken entsteht![468]
1249 – Meine Gestalt als deine Gestalt erkennen
Damit die wellengleichen trügerischen beiden Arten des Karma, das Altern des Körpers und die Befleckung vergehen, will ich in der Shiva-Ganga baden und spielen. Möge Shiva kommen und froh in mir aufsteigen; möge meine Gestalt als deine Gestalt erstrahlen.
Die Götter, die Scharen der Weisen, Brahma und Mal mögen sich freuen: „Haras Sohn!“ Der Elefantengesichtige möge sagen: „Mein jüngerer Bruder!“ Möge deine Gnade meine Augen erreichen. Besteige den Pfau, nimm den Speer und vereinige dich im heiligen Tanz mit meinem Vater. Gewähre mir nun die kostbare Wirklichkeit!
Er ließ die Schakale als Pferde auftreten, sodass die Pferde des Pandya-Königs zugrunde gingen, und kam nach Madurai als Nataraja. Er wohnt nahe bei mir als Pazhiyanji, lotusgleiche Gestalt, Gemahl Umas mit korallenroter Rede. Du bist das Kind seiner Gnade![469]
Du entsendest den Speer, der den dunklen, trügerischen Berg, die Asuras und zugleich unsere beiden Arten des Karma verbrennt und zu Staub macht. Du wohnst in meiner Liebe und ruhst mit der freudigen rankengleichen Kuravatochter vom Berg auf dem ersehnten weichen Lager, großer Herr!
1250 – Löse die Verwechslung dieses Körpers mit dem Ich
Aus Feuer, Wind, Erde, Wasser und hohem Raum besteht dieser Hautsack, durchtränkt vom Schlamm des Verlangens. Ich weiß nicht, wie ich die große Täuschung beenden soll, ihn für „mich“ zu halten.
Ich hege den Körper, den Geister, Dämonen, alte Geier, Schakale und Krähen zerreißen, fortzerren und fressen werden. Schenke mir deine Füße, die das närrische Leben beenden können, das ich gespenstischer Mensch führe!
Im Wald der speertragenden Jäger, deren geschickte Hände über die Bambusflöte gleiten, wohnt sie. Um sie zu gewinnen, wechseltest du die Gestalt. Du kehrtest nicht um; das Verlangen wuchs, und mit deinem Speer gingst du heimlich forschend weiter, junger Herr.
Du bestiegst deinen erhabenen Pfau, stießest gegen den großen goldenen Meru, bis er entwurzelt wurde, jagtest die feindlichen Wesen davon, bis sie zu Asche wurden, und beschütztest das Himmelsland, großer Herr![470]
1251 – Schenke mir den Sinn des einen Wortes
Zitternd springen die Anhänger spitzfindiger Religionen einander entgegen und führen ihren verkehrten Streit. Ihrem Wirbel will ich unzählige Gegenworte entgegensetzen. Was die bedrängende Macht des Bösen abschneidet, was mit dem Speer Körper zerteilt und die schweren Kronen des Hochmuts von den Köpfen der Gelehrten fallen lässt; was selbst die geordneten Scharen der Veden, denen alle sich unterwerfen, nicht erkennen: Diesen ersten Grund will ich klar und sichtbar erklären.
Schenke mir dafür den Sinn des einen Wortes, frei von Tadel![471]
Die Geister trinken, schöpfen, baden sich und tanzen; sie springen ins dicke Blutmeer, messen es aus, baden darin und freuen sich. Sie schlagen Berge ein, singen einige Lieder, beginnen Tiruppugazh und führen es zu Ende. Während die geübten Geisterscharen so spielen, kämpftest du gegen die feindlich aufgestandenen Rakshasas und zerstampftest sie in einem Augenblick zu Staub, großer Herr!
1252 – Dem vergänglichen Leben das wahre Wort schenken
Die gefleckte Giftschlange, frischer Pichchi-Jasmin, Nocchi und Bilva, die weiße nektarvolle Mondsichel und Mangosprossen; rein blutroter Padala, goldene Konrai und ein Skorpion; die gepriesenen Wellen der Bhagirathi und blauer Lotus; frische Erukkublüten, der herrliche Schädel, büscheliges Arugugras und kühle schöne Datura – das trägt der Herr im verfilzten Haar.
Ihm gewährtest du das gewichtige, reine, wahre Wort, das Einsicht und Vollendung schenkt. Gewähre es auch mir, dessen Leben nur eine Wasserblase ist![472]
Du fährst auf dem schönen grünen siegreichen Reittier mit seinem geordneten Pfauenrad. Du zerhiebst die Asuras, sodass sie starben und aus ihren gespaltenen Mündern Fleisch spien. Padma, der Hervorragende, floh schreiend; das große fischreiche Wasser, das Perlen auswirft, geriet in Aufruhr. Der Mangobaum zerbrach und erschrak.
Hundert Koti perlengebender Muscheln und die Elefanten mit ihren Rüsseln suchten Verstecke. Du hieltest den Hahn in der Hand, heldenhafter großer Herr![473]
1253 – Dein Wort täglich sprechen und schreiben
Bevor mein Herz erkennt, was Frau, Kinder, Besitz und die vermeintlich feste Wahrheit des Eigentums wirklich sind; bevor die zornerfüllten Starken mich allein umringen, grausam streiten und meine Kraft zerbrechen:
Guter Neffe des Höchsten, der ins Meer eingegangen ist und auf dem schmiegsamen Schlangenlager ruht, schenke mir das Gute, dein makelloses Wort zu sprechen und aufzuschreiben und täglich die Wahrheit zu verkünden!
Wie Blitz und Donner sich sammeln und die Berge zwischen den Gipfeln zerschlagen, so tauchtest du den aufstehenden Sura in alle sieben Meere und gabst den Göttern im Himmel neue Kraft.
Dem Herrn, der die Frau liebevoll an seine Seite nahm, damit sie heilvoll lebe, offenbarst du die große Wahrheit. Großer Herr, gütig zu den Dienern, die mich in der Erkenntnis auf den rechten Weg stellen können!
1254 – Schenke mir deine Girlande am Abend
Nicht nur der Südwind bedrängt mich: Auch das feste Meer schlägt heute mit aufwallenden Wellen heftig gegen mich. Als wäre er rotes Feuer, kommt der Mond hinzu und gießt sengende Glut aus. Nicht nur die Anrilvögel, sondern auch die dicht treffenden fünf Pfeile bedrängen mein Herz.
Damit es nicht zerbricht und meine brennende Abendqual weicht, musst du mir liebevoll deine Girlande geben!
Deine Brust umarmt die herrlichen Brüste der rankengleichen Tochter des siegreichen Bergvolks. Deine Füße tragen weiße Perlen, Reifen und Schellen und glänzen wie eine Blitzranke.
Kumaresa, einst kam Shankara mit seiner Konraigirlande, um sich vor dir zu verneigen. Du siegtest damals, damit die geschwächten Götter gerettet würden, und schleudertest den Berg nieder, großer Herr![474]
1255 – Ob König oder arm – deine Füße bleiben mein Wort
Am goldenen Tor mit seinen Festbögen dröhnen die Muzhavu und die lederbespannten Trommeln. Junge pfauengleiche Frauen fächeln Yakwedel, Sänger rühmen die Kraft meiner Schultern. Zornige brünstige Elefanten, Wagen, Fußtruppen und Pferde erfüllen die Himmelsrichtungen.
Mag ich so als König leben oder in große Armut geraten: Außer von deinen langen, mit Reifen geschmückten Füßen werde ich nicht sprechen!
Du bist der Schmuck der schweren, schauernden Bergesbrüste der Jägerin, die als Ursache die ganze Welt erfüllt. Du vernichtest die Rakshasas. Damit der König der Götter wieder seine Stadt bewohne, besteigst du den Pfau; der edle Herr mit vier Haarknoten auf dem Vedenlotus erschrickt.
Erhabener großer Herr, dir gehören höchste Erkenntnis, Schönheit und Würde![475]
1256 – Ein Tag wirklichen Gedenkens
Mit ihren giftigen Schwertaugen treffen sie mich. Um im Liebesgenuss der Frauen, die nach Besitz verlangen, Glück zu finden, lege ich meinen darin versunkenen Geist bereitwillig bei ihnen nieder. Wie ein Damm im muschelreichen Meer häufen sich Sorge und Angst.
Damit die Qual der sieben Geburten mich verlasse: Wird für mich, den Elenden, der die gelernten Schriften missachtet und sich voller Scham sieht, ein Tag kommen, an dem ich deiner gedenke?[476]
Du bist der Neffe Mals, der seinen Wunsch aussprach und Bali den Fuß auf das Haupt setzte![477] Junger Herr, du drangst in das peitschende Meer ein, griffst den hohen Berg an und warfst ihn unmittelbar nieder.
Ihre perlenbesetzten Brüste werden gepriesen; mit den scharf bewaffneten Augen schneidet die große Jägerfrau. Damit sie dir gleichberechtigt zur Seite wohne, nahmst du den siegreichen Speer auf, großer Herr!
1257 – Ein Tag deiner wahren Gnade
Wie Menschen mit guten Eigenschaften schmücken sie ihr schwarzes Haar mit dicht gedrängten Blumen voller schöner Düfte. Mit giftigen Augen betören sie, sprechen vielerlei lockende Worte und suchen kostbaren Besitz. Ich gerate unter ihre Macht, umarme ihre großen berggleichen Brüste innig und verliere mich in starker Verblendung.
Lass mich nicht täglich daran schwächer werden. Wird ein Tag kommen, an dem du mir deine wahre Gnade gewährst, du mit den kleinen siegreichen Lotusfüßen, die nach Vetshi und Kadambablüten duften?
Kumara, Subrahmanya, deine überreiche Schönheit sucht selbst der wahre Sohn dessen, der auf den juwelengeschmückten Schlangenhauben tanzte. Guter göttlicher Knabe, du rottetest die als falsch bezeichnete Jainlehre aus, die sich in allen Richtungen verbreitet hatte, und spieltest, indem du die gute heilige Asche verbreitetest.[478]
Einziger wahrer Guru des wundervollen, Fülle schenkenden Shivaya, Held auf dem wunderbar schönen Pfau! Du setztest mit dem mächtig getragenen Shaktispeer ein Zeichen auf die Brust des Diskusträgers, großer Herr![479]
1258 – Zeige mir die Lampe des Vedanta
Sie zeigen die Behaarung ihres schlangengleichen Schambereichs, die berggleichen Brüste unter dem Band, die schön bezeichnete Stirn, die vielen reizvollen duftenden Salben und die Augen wie himmlischer blauer Lotus. Sie zeigen ihr wolkendunkles Haar, den Duft des wasserliliengleichen Mundes und das Glück, sich über einen zu legen. So rauben sie das Leben und bringen mich dazu, meine Begierde öffentlich zu zeigen und das Madal zu reiten.
Ich Wüstling falle über sie und versinke in ihnen. Zeige mir die Lampe des Vedanta und schenke Gnade, damit die Finsternis meiner Verblendung endet!
Gepriesen sei dein einzigartiges Heldentum! Gepriesen sei dein blauleibiges Reittier! Gepriesen sei deine blütenreiche Kadambagirlande! Gepriesen seien deine viermal drei Schultern, die die sieben Berge niederwarfen, über die die Wolken steigen! Gepriesen sei deine freigebige Art, jedem Bittenden das Erbetene zu schenken!
Damit Sura mit seinen zehn Herrschaftszeichen unterläge, der damals unaufhörlich schrie, bestiegst du den Pfau und hobst die Hahnenfahne. Vor den Augen des Landes trugst du den Speer und beschütztest Indras sternenerfüllte Himmelswelt, großer Herr![480]
1259 – Nimm das Leiden der beiden Arten des Karma fort
Die rehgleichen Frauen tragen Blumen in ihrem Haar, das in Aloeholzduft gebadet, schwarz gefärbt und mit Moschus gesalbt ist. Ihre Fischaugen kämpfen wie Waffen gegen die Ohrgehänge, an denen große Edelsteine, Diamanten und Perlen glänzen.
Wie Wachs im Feuer lasse ich meinen einsamen Geist ganz weich werden und in Verlangen zerschmelzen. Vergeblich schwächen mich die beiden Arten des Karma; Körperkraft und Einsicht gehen verloren. Nimm dieses Leiden fort und schenke Gnade!
Du bist der jüngere Bruder des Berges mit dem hohlen Rüssel und dem gefleckten Gesicht, von dem Ströme des Brunstsafts herabfließen. Held mit goldenen Schultern, du umarmst die beiden schauernden Brüste des einzigartigen Pfaus aus dem Kuravageschlecht, dessen Taille einer kleinen Trommel gleicht.
Seltene Instrumente vieler Arten, Timilai und Udukkai tönen „Moku, moku!“; hundert Koti Geister schlagen mit und tanzen. Du erhebst den scharfen Speer und kämpfst, sechsgesichtiger großer Herr!
1260 – Richte meinen Blick auf Befreiung
Ich halte an aufgerichtetem Stolz fest, nähre die innere Dunkelheit und zweifle sorgenvoll. Ich stelle mich auf die Seite der Frauen mit Speeraugen, die mich wie im Faustkampf treffen, und häufe Besitz für sie an. Dabei geht mir die Bindung an das Höchste verloren.
Die erlernten und zusammengebauten Gedichte gleichen Unkraut im Feld. Ich häufe ihren Lärm, räuspere mich und schreie sie laut heraus, bis mein Inneres erschöpft zugrunde geht. Lass diese Not enden. Blicke mich mit Gnade an, damit ich deine Füße festhalte und mein Denken sich auf Befreiung richtet![481]
Der Maya-Herr näherte sich dem kreisrunden Meer, bis es austrocknete, trieb die Feinde wirbelnd zurück und kämpfte, bis sie erniedrigt waren. Doch auch er, der Gleichrangigkeit annahm und immer weiter suchte, erreichte nicht den Vater, der noch jenseits jedes erreichten Ortes blieb. Du bist das große gnädige Glück dieses Vaters!
Vel, du wurdest zornig, stießest gegen die acht hohen Berge und kämpftest. Die Siddhas halten dich fest im Herzen und sprechen reichlich dein Lob. Großer Herr des Tamil, das Befreiung schenkt!
1261 – Das Wort der Wonne ohne Ich und Du
Dieser Körper bringt Schuld. Die Frauen haben zwei Blicke, die wie Pfeile und Schwerter des streitenden sündigen Kama sind, und schwere Brüste voll Sandelpaste. Auf ihrem bereiteten Lager schmiegen sie sich an und spielen freundlich. Ihre betrügerischen, täuschenden Worte halte ich für Unterweisung.
Auch mir, dem unreinen Hund, gewähre zur Auflösung des Karma das Wort der aufgehenden Erkenntniswonne, in der das umgebende anfangslose Dunkel weicht und weder Ich noch Du besteht![482]
Die Kraft Prajapatis, des Trägers der alten heiligen Schnur und der Vedenlehre, wurde gebrochen. Du schlugst gegen den Berg und jagtest Sura im Meer. „Heil dem Herrscher, dessen Ruhm der heldenhafte Speer ist!“ So sprachen Madhava mit dem Diskus, der Lotusgeborene und Vasava mit seinen vielen Augen.
Die Veden priesen dich, große Kadambablüten wurden ausgestreut. Du legtest Devasena die Hochzeitsgirlande an und beschütztest das Heer der Götter, großer Herr![483]
1262 – Werde ich das Verlangen vergessen und dich erkennen?
Das schwere duftende Haar löst sich und sinkt herab, die sandelgeschmückten Brüste schauern. Ich versinke in der Nabelgegend der Frauen, trinke mit großem Verlangen den kostbaren Nektar des duftenden Mundes, liege auf dem Lager und spiele, sodass Leidenschaft entsteht.
Nagelmale zeichnen den Körper, ich umarme innig. Werde ich dieses Begehren vergessen und dich erkennen?
Einst sprach Narada hilfreich zu dir. Du suchtest das grüne Hirsefeld der Herrin, legtest die Scheu ab und wechseltest listig die Gestalt. Suchend gingst du, bis die Lotusfüße schmerzten. Kamas Pfeile trafen dich; voller Verlangen zogst du in die Kurinji-Landschaft der Kuravajäger.
Du heiratetest das einzigartige Rehmädchen, das die vom großen Weisen geliebte Rehfrau hervorgebracht hatte, großer Herr!
1263 – Schenke Liebe zu dem Leben in deinem Gedenken
Brahma gestaltet geschickt, mit Krankheit, Karma und Leid, die Hütte mit Händen und beiden Beinen. Das Leben tritt ein, der Verstand unterscheidet, und er lässt diesen Körper auf die weite Erde kommen.
Bevor die Welle der Qual entsteht, in der der gekommene Körper ins Feuer eingeht, schenke mir auch nur eine Liebe zu dem Leben, das an dich denkt: „Muruga, der auf dem smaragdgrünen Pfau kommt!“[484]
Du zogst mit lautem Ruf aus, sodass der gewaltige Berg durchbohrt wurde und das wogende Meer austrocknete. Du kämpftest, bis alle Asuraherrscher starben, und erhobst dich schön und voller Heldenkraft, Vel!
Du mit dem Mund des edlen Tamil, der Isha, dessen linke Seite die schöne Uma einnimmt, die Unterweisung gibt, die beide Arten des Karma entfernt! Großer Herr, der sich des Armen noch mehr erbarmt als derer, die mit vielerlei Wissenschaft und kunstvoller Musik sprechen!
1264 – Die beiden Füße auf dem tausendblättrigen Lotus
Die Lehren von den Elementen und Kalas aufnehmend, mich am Yoga erfreuend, alle Verehrungen vollziehend und den Weg erkennend, auf dem Koti Verfehlungen vergehen: Werde ich die Freude der Yogis erkennen?
Anfang und Anfangsloses, beide zugleich; die Fülle, die Ursache, Bindu, der offene Raum, Nada, das Höchste über allem: Wenn ich dies erkenne, den Atem der Erkenntnis erfahre und das Licht zu schauen suche – werde ich die beiden Füße des Herrn erreichen, der auf dem Lotus mit tausend Blättern sitzt?
Die Herrin, Sarveshvari, Rankengleiche, Kali, Pidari, Vani mit der Vipanchi, Varahi, schöne Frau, Abhirami, lebensvolle Shivakama-Saundari, fünfgesichtige junge Göttin über der Weltflut, unsere Mutter Uma an der linken Seite des Tripurazerstörers; die Veden und Puranas verkündet, Schwester des blauen Murari, die junge Mutter der oberen und unteren Welten: Sie ist die Herrin des Haargeflechtträgers, der in der Versammlung mit Gesang und Tanz spielte, bis alle Verkleidungen abfielen. Du bist der große Herr, den sie schenkte![485]
1265 – Sprich zu mir: Fürchte dich nicht
Als wäre es eine große Angelegenheit, kommt durch diesen vergänglichen Körper neue Bindung zustande. Voll Zuneigung nimmt man Gestalt im Mutterleib an: Man wird geboren, liegt, sitzt, kriecht, geht, wird schwach und wird zur Leiche.
„Tragt ihn an den Rand des öden Waldes! Verbrennt ihn! Welch schöner Schmuck ist das nun!“ So geschieht es. Man taucht ins Wasser, geht fort, und auch die Zuneigung verschwindet. Durch diesen hinfälligen leeren Körper bin ich erschöpft. Du musst zu mir sagen: „Fürchte dich nicht!“[486]
Er ging in den tiefen Wald, der junge heldenhafte Bruder folgte ihm. „Wo ist die Frau?“ So suchte er, erhob sich und ließ durch den Affen die Stadt Lanka in Brand setzen. Du bist der Neffe dieses Beschützers!
Die Jäger halten den Kampfesbogen in der Hand und schießen Pfeile, bis die Feinde, die sich nicht beugen, den Rücken kehren. Du bist der Gefährte der geschmückten Frau, die ihr Hirsefeld bewacht, Makelloser, großer Herr der Götter, die dich rühmend besingen!
1266 – Die Worte der Wahrheit vor dem letzten Ruf
Unter den Menschen geboren, lebe ich mit den zugleich geborenen nahen Verwandten und meiner Frau. Mitten unter ihnen entstehen täglich Streitigkeiten; das Festhalten am Besitz wird sorgsam genährt und immer weiter gesucht.
Bevor der grausame Schurke mich niederwirft, mit der langen Schlinge umfängt und mein Leben packt, schenke mir die Worte deiner Wahrheit: dass mein Herz schmilzt, meine Hingabe an den Guru wächst und ich deine Füße preise![487]
Dir gehört der Sieg des kunstvollen Tamil, dessen Ruhm du in allen Himmelsrichtungen und darüber hinaus hast bestehen lassen. Bräutigam, der die Süße der Worte der kleinen Kuravafrau in ihrer eng gebauten Hütte begehrt!
Du sprichst das Wort, das Befreiung eröffnet, damit der dreiäugige Siddha mit dem Haargeflecht in das Innere eingeht und darin ruht. Großer Herr, der im vollen Zorn vorrückte, den dicht belaubten Mangobaum angriff und durchbohrte!
1267 – Ein wenig Gnade deiner Lotusfüße
Für Kinder, Mutter, Schwiegersöhne und Neffen, Onkel, Ehefrau und alle Angehörigen habe ich in meinem Herzen eine weite Welt eingerichtet. Lange trage ich die Qual ihrer Täuschung und werde von ihr ausgezehrt.
Bevor Yama ganz nahe herankommt, auf seinem schwarzen Büffel nach allen Richtungen ausschaut, sich zu mir wendet und unbemerkt mein Leben raubt, gewähre mir ein wenig die Gnade deiner wunderbaren Lotusfüße: dass mein Geist zur Ruhe kommt und ich ohne den Schlaf der Unwissenheit lebe![488]
Vor dem Herrn, der das Feuer des dritten Auges auf den Zuckerrohrbogenträger richtete, ihn versengte und im Yoga verweilt, gewährst du freundlich jenes Wissen, das auch dem in jeder Richtung gegenwärtigen Mayan und den anderen unzugänglich ist.
Muruga, du schmilzt bei den Liedern der Verehrer, die dich innig suchen, deren Herzen vor Sehnsucht weich werden und die dich preisen. Großer Herr, der neben der herrlichen Devasena wohnt und zugleich dem grünen Rehmädchen der Kurava lieb ist!
1268 – Schenke ihr deine duftende Blütengirlande
Kama nimmt seinen Zuckerrohrbogen und schießt die frische Lotusblüte als feindlichen Pfeil ab. Ihr Schmerz und das umwogende Meer, in dessen Wellenwirbeln die Perlen prächtiger Muscheln verstreut werden, bedrängen das rankengleiche Mädchen mit dem Mondgesicht.
Ist es recht, dass sie ganz verängstigt auf dem duftenden Bett abmagert und dass ihr Gewand und ihr Haar in Unordnung geraten? Nun musst du ihr rasch die duftenden Kurablüten schenken![489]
Held, dessen Füße jener verehrt, der vor dem viergesichtigen Brahma und Achyuta den Vater Budhas als Schmuck anlegte! Bräutigam des wahrhaftigen Kuravamädchens, das auf dem dicht bewachsenen Feld wohnt und an seinen Armen Reihen von Armreifen trägt!
Du wohnst auf dem hundertblättrigen Lotus im alten, heiligen Saravana. Großer Herr, du vermagst rasch anzugreifen und zu kämpfen, bis die dicht gedrängten Asuraheere im uralten Meer vernichtet sind!
1269 – Erforsche mit mir den Weg höchster Erkenntnis
Ein Sünder ohne Einsicht, ein Zorniger ohne den Weg des Guru, ein Geist ohne festen Sinn; ein Feigling, der die Arten nichtiger Täuschung nicht loslässt, ein Verblendeter ohne Gedanken an Askese; ein Unglücklicher, der nicht fragt, woher dieser Körper kommt; ein übler Geizhals, ein Ängstlicher, der keine Versammlung aufsucht, ein Dämon, der den Kampf des Karma nicht aufgibt: Das bin ich.
Gewähre auch mir deine große Gnade, damit ich den Weg höchster Erkenntnis gründlich erforsche![490]
Kumaresha, tapferer Held, du warfst den Speer so, dass der großmächtig entgegenkommende Sura in zwei Hälften zerfiel! Du sorgst dafür, dass die Edlen, die das freundliche Wort nicht vergessen, nicht wieder durch den Mutterleib gehen; du bleibst immer jugendlich.
Du bist der Gurunatha des Höchsten, der den Fluss und die Schlange als Schmuck trägt. Held auf dem mächtig schreitenden Pfau! Du spielst mit der lächelnden, wunderbaren, erkenntnisvollen Kuravafrau. Auf deiner Brust glänzen die neun Edelsteine, großer Herr![491]
1270 – Auch am Verbrennungsplatz deine Füße verehren
Unrat, Haut, Flüssigkeit und dicht gefügte Knochen sind zu diesem Käfig vermengt. Im täuschenden Leben darin bin ich verwirrt und ruhelos. Wenn ich mit dem Atem, der seinen Dienst erfüllt hat, fortgehe, schreien Vater, Frau, gute Mutter und die Schar der mitgeborenen Angehörigen laut auf.
Alle, die an diesem Ort leben, sind erschüttert; am Verbrennungsplatz erhebt sich Wehklagen. Nimm mich so an, dass ich auch dort deine schönen Füße mit Liebe im Sinn bewahre, an guter Gesinnung festhalte und dich verehre!
Der Tänzer schenkt denen Leben, die seine Füße berühren und sich daran festhalten, und den Liebenden, die diese kühlen, weit ausgebreiteten Füße wie einen jungen Hain rühmend preisen. Auch er schaut freudig auf und verehrt dich: Du stehst da und verkündest ihm die schöne Lehre, du großer Lebensreichtum!
Dein Wort stieg gegen den bewegten Strom auf. Im Wettstreit mit Wasser und Feuer mussten die Gegner sagen: „Unsere Kraft ist dahin!“ Du zürnender Vel![492]
Großer Herr, du schenkst deine Gaben den Erschöpften und denen, die wachsam auf den rechten Weg achten, ohne nachzulassen, und das Dharma schützen![493]
1271 – Komm auf dem schnellen Pfau
In einem Augenblick denkt mein Geist hundert Koti Leiden. Ich schmiege mich in Liebesstreit und Vereinigung an überaus schöne junge Frauen, begehre sie und taumle auf der Erde. Alle Klarheit der Einsicht geht verloren.
Unter der Herrschaft grausamen Karma irre ich umher und mühe mich auf Erden. Wenn mein Körper von Leidenschaft ermattet und der Tag des Abschieds kommt, eile auf dem hohen Pfau mit dem schnellen Schweif herbei! Schenke mir die Befreiung der lichten, offenen Erkenntnis![494]
Kumaresha, du durchstreiftest alle Bergwälder, in denen die Jäger ihre Hirse bewachen, und verneigtest dich vor den Füßen des jungen Mädchens. Gnadenkind der Schwester Tirumals, Muraris, der eine Brücke über das Wellenmeer baute und den kämpfenden Ravana besiegte!
Die berauschten Asurascharen hatten Weise, Götter und Himmelsbewohner eingekreist und gefangen gesetzt. Mit deinem spitzen Speer schlugst du sie samt ihren Angehörigen nieder: Koti Köpfe wurden zu Staub, Adler und Geier fraßen sie, großer Herr!
1272 – Muss das Leben im Netz der Verführung enden?
Mit der Verblendung durch Frauen vermischt, geht man als Tropfen der Lust ein, wirbelt im Leib und wird im Mutterleib feucht genährt. Man verändert sich vielfach, wird getragen und wächst rund wie ein Topf. Die Monate sind erfüllt; unter Erschöpfung tritt man hinaus.
In dieser von den Veden gekannten Welt kriecht man wie ein Tier, wird mit prächtigen Kleinoden geschmückt, erhebt sich zum Gehen und wandert, wie es beliebt. Im stinkenden, wurmreichen Bauch stolz geworden: Soll ich schließlich ins Netz der Prostituierten geraten und sterben?[495]
„Ursprünglicher, meine Zuflucht!“ So rief der Elefant. Hari ließ seinen Diskus den Leib des Krokodils in dem tiefen Gewässer aufreißen. Als Schildkröte, Fisch, siegreicher Eber, Zwerg und Löwe erschien der mächtige Herr, der auf der Schlange ruht: Du bist sein Neffe!
Als Lichtgestalt zusammengeballt, steht er im schönen Arunai; den Mond trägt der Herr mit dem gewundenen Haargeflecht und dem klingenden Fußschmuck. Du bist sein Gnadenkind. Der schönen Kuravatochter, die wie ein Pfau mit prächtigem Schweif ist, neigtest du dich zu und umarmtest sie, sodass ihre Schultern fest an dir lagen, großer Herr!
1273 – Lass meine Zunge deine Füße preisen
Von Perlen- und Edelsteinketten dicht umgeben, gleichen die beiden Brüste der Frauen einem mit beiden Stoßzähnen vordrängenden Elefanten. Von den spitzen Speeren in ihren vollmondgleichen Gesichtern getroffen, wird mein Geist wie von dunklen Wolken umhüllt.
Die reine Einsicht geht verloren; zum Schurken des Karma geworden, gerate ich in große Traurigkeit. Lass mich nicht so umherwirbeln! Gewähre mir ein wenig das Leben am Wortlotus, damit meine Zunge viele Worte bildet und deine beiden Füße verehrt![496]
Achyuta, der wunderwirkende Mayan, zielte in heftigem Zorn, sodass die zehn gekrönten Köpfe als Bündel herabfielen. Du bist sein siegreicher Neffe! Guter Kumaresha, der dem ungeschliffenen Kuravajägermädchen Worte der Liebe sagt!
Du bist der Sinn der großen Veden, der die Bindung an das Karma der Diener löst, die deiner voller Hingabe gedenken und dich preisen. Die Kundigen besingen deine gütigen Füße mit den Worten von Hingabe und erhabener Erkenntnis. Wahrer großer Herr der Götter!
1274 – Mit deinen Verehrern zusammenfinden
„Muruga, Held auf dem Pfau, Saravana! Liebender, der in den knospengleichen, mit Sandel bestrichenen, zarten Brüsten der Hirsefeldfrau versinkt! Guru, der dem altehrwürdigen Zerstörer der drei Städte die Klärung von Pati, Pashu und Pasha lehrte!“
So sprechend, schmelzend, tanzend und singend, deine beiden Füße suchend und als Krone tragend; im Bewusstsein mit dir hadernd und mich wieder mit dir vereinigend, dir Verehrung darbringend, frei vom Wunsch nach der Welt, durch beständige Erkenntnis: Wird ein Tag kommen, an dem ich mich deinen Dienern zugeselle?
Der sündige Onkel beachtete nicht, dass es sein Neffe war, und plante seine Ermordung. Er schickte die zauberkundige Dämonin; der Knabe trank an ihrer Brust. Später drehte er dem anstürmenden, brünstigen Elefanten die Stoßzähne aus. Er schleuderte den mit dämonischer Kraft gekommenen Kalbgegner gegen den Vila-Baum, sodass dessen Früchte fielen.[497]
Er kämpfte mit dem gewaltigen Vogel, ging zwischen den zwei furchtbaren, mächtigen Marutabäumen hindurch, trat einst den Wagen um, rang und spielte. Du bist der Neffe dieser Regenwolke, die in der Siedlung der Hirtinnen aufwuchs! Großer Herr der erhabenen Götter in der Stadt des Trägers der Vajrawaffe!
1275 – Die Frucht der geheimen Unterweisung
Über dem Wurzelgrund suche ich das Licht; der Wald des Verlangens im Geist soll sich darauf richten. Den Zustand des Schweigens auf vielerlei Weise erlernend, möchte ich durch dein Spiel, das zuerst die Wege rechter Führung eröffnet, das Ziel erlangen.
Schenke mir die Frucht der geheimen Unterweisung in der rechten Ordnung! Du Licht eines Edelsteins, dessen Wesen auch über lange Weltalter nicht verblasst, du Gerechter![498]
Du zerstörst die Not der Asketen, die mit der Freude vielfältig schmeckenden Nektars die vier heiligen Veden rezitieren und mit der Gebetskette ergründen. Heiliger Neffe Narayanas, den man „Hari, Hari“ nennt!
Gurunatha, den der Herr des Dreizacks schenkte, der in Shivaerkenntnis ruht und mit seinem Fuß Yama trat! „Tōtī tikutiku tītī cekaceka“ – du strahlendes Licht, du tanzender großer Herr!
1276 – Selbst in der Umarmung deine Füße nicht vergessen
Die beiden langen, weit geschnittenen Augen röten sich; auf den runden Gesichtern stehen kleine Schweißtropfen. Die mit Edelsteinen besetzten Fußschellen erklingen, das Haar löst sich; die Selbstbeherrschung geht verloren, und die Leidenschaft wächst.
Die beiden Brüste schwingen, die Taille wird weich und bebt. Wenn ich die süßen Lippen der Frauen koste, ihre Schultern voll Wonne umfange und der Verstand sich trübt, werde ich dennoch deine golden leuchtenden Füße nicht vergessen!
Das weit ausgebreitete, bewegte Meer geriet in Aufruhr. „Ist wiederum Gift entstanden?“ So erschraken die Himmelsbewohner; ihre Herzen verzagten, ihre Kraft erlahmte. Sie verneigten sich rasch vor deinen Füßen und riefen: „Ist dies recht?“ Sprachlos und ausgedörrt standen sie da.
Da ergriffest du den Speer, du Furchtbarer. Die hohen Welten bebten, als der große Pfau mit dem prächtigen Schweif herankam. Auf ihm sitzend, strahltest du und beschütztest die Welt, großer Herr!
1277 – In der Vereinigung bleibt dein Bild gegenwärtig
Die langen Augen kämpfen, die beiden Ohrringe schaukeln, die vollen Brüste bewegen sich, die Armreifen tanzen. Edelsteinschnüre und Girlanden schwingen, das duftende Haar löst sich; süßer Nektar quillt und fließt.
Selbst wenn wir beide in Liebe und ein und demselben Genuss vereint sind, einer zum Leib des anderen wird, und ich wohlig mit ihr zusammenkomme und in die Täuschung falle: Deine zweimal sechs Hände, die sechs Gesichter, die Brust mit dem Nipablütenschmuck und deine beiden Füße werde ich nicht vergessen!
Kali, die den heiligen Tanz tanzt, Bhairavi, Modi, Shuli, Shiva, die mit Feuer die drei Städte zu Asche macht; Bewohnerin des Kailasa, Tochter des Berges, Frau mit herrlich vollen Brüsten, Mutter, unsere Mutter: Du bist ihr Gnadenkind!
Als höchster Gurunatha sprichst du Hara die Lehre ins Ohr, Schatz aller Tugenden, geliebter Muruga, nach dem ich verlange! Großer Herr, dessen pollenreiche Girlande an den knospenden, mit schweren Ketten geschmückten Brüsten der Kuravatochter ruht!
1278 – Die Betrachtung deiner ganzen Gestalt
Die roten Augen gleichen Speeren: Sie zerschneiden und spalten das Leben der begehrenden Menschen und Weisen, reißen ihr Herz auf und nehmen es fort. Wolken duftender Haare, ein junges Lächeln, große, mit Moschus kunstvoll geschmückte Brüste, süßeste Lippen, die wirbelnde Vertiefung am Nabel und die Taille – auf die Vereinigung mit solchen schönen Frauen gerichtet, irre ich umher.
Damit dieses grausame, zerbrochene Leben, in dem ich so scheitere, und die endlosen Geburten vergehen, und damit der eine reine, große Zustand des Schweigens und höchster Wonne erreicht werde: Sollte ich nicht liebevoll betrachten
die sechs Gesichter, die sich kaum darstellen lassen, die schönen Stirnen und die daran gefügten roten Stirngehänge mit Diamanten; die zwölf hohen, weiten Lotusaugen der Barmherzigkeit, die zwölf leuchtenden Ohrringe und ihre Edelsteinbesätze, die Lotushände und den rotgoldenen Faden;
den gepriesenen, mit Glocken besetzten Gürtel, die Hüftschnur, die beiden Füße, die perlengeschmückten Fußschellen, den bunten Pfau und den Speer in deiner roten Hand?
Ganz und gar schöner Kumara! Erhabener wahrer Sohn des dreiäugigen Shiva, der mit der Bergtochter in Liebe schmilzt! Herr der Himmelsbewohner![499]
1279 – Im Körper die Lehre der Erkenntnis empfangen
Sie spielen die Vina; ihre Augen flößen Gift ein und gleichen Speeren mit kampftüchtiger Spitze. Lass mich nicht die Qual dieser Frauen begehren, nicht die Verblendung schärfen, die ins Elend stürzt, und darin umherirren!
Lass mich nicht am fest gegründeten Haus hängen, begierig Besitz anhäufen und zugrunde gehen! Nähre diesen Käfig, in dem mein Leben wohnt, mit der Vedenlehre der Erkenntnis. Zeige mir den verwirklichten Zustand und schenke mir Gnade!
Du wohnst im Land der Shruti, die den Suchern auf dem Erkenntnisweg lieb ist wie ein begehrter Brunnen. Gütiger Vel, du hörtest die Dichtung Kirars, der Musik und Gesang vereinte und dich mit Worten der Veden schmückte![500]
Du umarmst die beiden kühlen, berggleichen Brüste der Jägerfrau, die im himmelhohen Wald wohnt. Großer Herr, du entzündetest überall Feuer im Land der zornigen Asuras und befreitest die Götter aus der Gefangenschaft!
1280 – Zur unsagbaren Erkenntnis gelangen
Speer, Schwert, grausames Halahalagift und die Pfeile, die Kama schleudert: Ihnen gleichen die Augen der Frauen, die sicher Leiden bereiten. In der Gefahr ihrer Liebesspiele spiele ich mit, werde betört und verliere mich in vielerlei prunkvollem Treiben.
Schenke mir die Größe, dies aufzugeben, mich zu wandeln und die wechselnden Verzerrungen meiner Eigenschaften zu überwinden, sodass ich den Weg der höchsten Erkenntnisgestalt erreiche, die schwer zu verstehen und nicht auszusprechen ist!
Rama aus Manus Geschlecht gedachte den Pfeil zu senden, der Valis Brust durchbohrte und sieben Marabäume zerbrach. Als im Himmel der Götterherr aufschrie, blies der blaugestaltige Herr die Muschel, sodass die Gegner betäubt umfielen; doch er ist voller Gnade. Du bist sein Neffe![501]
Junger Herr, der das Leben der Niedrigen vernichtete, die sich großmächtig aufspielten! Du umarmst liebevoll das pfauen- und rehgleiche Kuravamädchen. Unvergleichlicher großer Herr, dessen Schultern Nipablüten tragen!
1281 – Befreiung und unermüdliches Singen
Lass mich nicht wieder auf dieser Erde geboren werden, nicht mit Betrügern zusammenkommen und mich mit ihnen vermischen, und nicht müde werden, die drei Formen des Tamil vorzutragen. Gewähre mir, deinem Diener, Befreiung!
Gurunatha der wahren Erkenntnis der Wirklichkeit! Du, dessen Wesen Sein ist, frischer Nektar! Immerdar Gütiger, gutes, erfülltes Leben! Großer Herr, der als Licht der Welt tanzt![502]
1282 – Die Kette des bindenden Karma lösen
Löse die Kette meines bindenden Karma, lass mich siegen und Glück erfahren, ganz von großer Liebe erfüllt. Schenke mir den festen Grund des Verlangens nach jenem höchsten Ziel, das, von Liebe überströmend, dem Nektar des Milchmeeres in einer goldenen Schale gleicht!
Einst nahmst du nach deinem inneren Entschluss eine kleine Gestalt an und tanztest kunstgerecht zum Laut „Tinti“. Damit die Mängel derer vergehen, die Askese üben, um ihre Bindung abzuschneiden, erfülltest du als Sambandar das Tamil, großer Herr![503]
1283 – Die Erfahrung deiner heiligen Füße
Lass mich nicht am Mutterleib haften, darin heranwachsen und wieder geboren werden. Lass mich nicht schweres Leid erfahren und darin umherirren. Beschütze mich und lass die unmittelbare Erfahrung deiner heiligen goldenen Füße erblühen!
Du gehörst denen, die frei von Zerstreuung sind. Du bist denen nahe, die über das Höchste hinausgelangen. Du trägst in der heiligen Hand die Hahnenfahne. Großer Herr, Licht in der Welt![504]
1284 – Denke selbst daran, mich anzunehmen
Lass mich nicht im Samen des Mutterleibes hin und her geworfen werden, geboren werden und wieder leiden. Lass mich keine kunstvollen Tamillieder sprechen, die betrügerischen Toren schmeicheln.
Denke du selbst für mich: „Preise mich voller Verlangen und halte dich an mich!“ Du freust dich, hervorzutreten, dich festzuhalten und mich anzunehmen![505]
Kriegerischer Vel, deine Shaktiwaffe durchbohrte den Berg. Du reitest den Pfau, der die Schlangen unter seine gespaltenen Krallen bringt. Dein Ruhm verkündet, wie du deinen Zorn auf dem Schlachtfeld ganz entfaltetest. Großer Herr, du nahmst die Hand der Kuravafrau im Hirsefeld!
1285 – Umarme die von Sehnsucht Erschütterte
Durch den grausamen Pfeil in Kamas Hand, durch das brausende, weite blaue Meer und durch den Kuckuck im weithin gerühmten Hain verliert das rehgleiche Mädchen seinen Halt. Umarme es!
Du bist dem Träger der giftigen Schlange lieb. Du großer, wahrhaftiger Gelehrter, der die Künste kennt! Vel, der in der Liebe seiner Diener wohnt, sechsfachgesichtiger, wunderbarer großer Herr!
1286 – Denke daran, mich zu führen
Lass mich nicht im großen Netz des trügerischen Spiels der Frauen umherirren, deren Brüste Gipfeln des Meruberges gleichen. Kannst du nicht daran denken, mich Hund zu deinem Diener zu machen, damit ich Tag für Tag zu höherem Leben gelange?
Du verkündest gnädig Erkenntnis, damit wir das Ziel erreichen. Du besitzt zweimal sechs Schultern. Du bist Isha lieb, der auf dem Stier reitet. Sechsgesichtiger großer Herr mit dem mächtigen Heer![506]
1287 – Gnade durch Guru und heilige Unterweisung
Lass mich nicht denken, die Hingabe auf dem religiösen Weg sei vergeblich. Lass mich die Shiva-Verehrung an deinen Lotusfüßen suchen und darin fest werden. Gewähre mir von nun an deine Gnade als Beistand durch den wahren Guru und die Worte der heiligen Lehrschriften!
Nachdem du die Milch aus Umas Brust empfangen hattest, verkündetest du die Gnade und machtest dies zur dir eigenen wahren Askese. Kraftvoller, du führtest das Tamil mit seiner guten Unterweisung bis ans rettende Ufer! Großer Herr, der die Jainas pfählen ließ![507]
1288 – Das Wort jenseits des gewöhnlichen Herzens
Werde ich jenes Wort empfangen, das die gesammelte Essenz der vertrauten Lehrschriften ist, sich nicht auf die sechs leuchtenden Stätten begrenzen lässt, selbst durch die kostbaren Veden schwer zu erlangen ist und dem gewöhnlichen Herzen nicht zugänglich bleibt?
Du schnittest den Dämonen die Nase ab und kämpftest, sodass die sieben großen Meere mit ihren hohen Wogen aufbrausten. Großer Herr, der den Dichtern vertrauter Beistand ist, wenn sie singen, um durch deine Füße den wahren Sinn zu erlangen![508]
1289 – Den Weg der Täuschung verlassen
Erst zürnen und fauchen sie, um einen Weg zu finden; dann lachen und reden sie, bis man in Verblendung gerät. Die schweren, miteinander kämpfenden Brüste werden sichtbar und zugleich zur Hälfte im Gewand verborgen.
Damit der Geist Beruhigung findet, kümmern sie sich betörend um ihn und rauben dabei den großen Reichtum. Werde ich den Weg meiden, der in die List solcher Frauen führt?
Im Feld singen die Bienenscharen kunstvoll die Melodie „Teṉattat tāt eṉa“. Die Kuravafrau bewacht es. Du suchtest einen Weg zur Vereinigung mit ihr, gewannst sie, ohne dass die Hüter ihrer Sippe es wussten, und erfreutest dich an der pfauengleichen Frau.
Gewähre mir deine beiden Füße, sodass ich dich so preisen kann! Großer Herr, der kämpfte, bis Sura starb![509]
1290 – Darf das Mädchen so leiden?
Der Mond steigt auf, um Unheil zu bringen; der Südwind streut Feuer. Ananga kommt zur rechten Stunde und treibt sein Spiel. Darf das junge Mädchen dadurch so sehr bekümmert werden?
König, der dem Herrn der Veden zürnte! Du mit der Brust, nach der das Jägermädchen verlangt! Vel, der den Mangobaum im Meer niederwarf! Herr der verstummten Götter![510]
1291 – Das in Sehnsucht schmelzende Herz
Durch den Pfeil aus der Hand des übermütigen Liebesgottes, durch das uralte, weite blaue Meer und durch den sanft heranklingenden Kuckuck im Hain schmilzt der Leib des rehgleichen Mädchens. Umarme es!
Du, der Klarheit schenkt, damit klares Tamil gesungen werde! Rötlich strahlender, kraftvoller Kumaresha! Deine Füße der Erkenntnis verehrt der freigebige Herr. Großer Herr, Bräutigam Vallis![511]
1292 – Jenseits von Ich und Mein
Lass mich nicht daran denken, den schönen Frauen mit honigsüßen Worten zu dienen. Schenke mir Gnade, damit ich jenes Bewusstsein erkenne, in dem Ich und Mein vergangen sind!
Du bist Vasava, dem König der Himmelsbewohner, lieb. Du jüngerer Bruder des Elefantengesichtigen, sechsgesichtiger großer Herr!
1293 – Schenke die unmittelbare Erfahrung
Lass mich nicht dem Verlangen nach Frauen nachsinnen. Lass mich deine beiden Lotusfüße suchen. Du kostbarer Nektar, du Zucker und Honig: Gewähre mir die unmittelbare Erfahrung!
Du bist die Ursache, du von höchster Gesinnung! Du vereinigst dich mit dem Kuravamädchen des Waldes. Kämpfender Vel, der Suras Sippe zu Staub machte! Großer Herr, dessen Reittier der Pfau mit dem prächtigen Schweif ist!
1294 – Die Fülle der Erfahrung erblühen lassen
Tag für Tag wächst das innere Schmelzen. Ich Armer suche den Tanz der Erkenntnis. Schenke auch mir deine Gnade, damit die Fülle unmittelbarer Erfahrung erblüht!
Junger Herr, den jener schenkte, der Pulaiblüten, Erukkublüten, Mond und Schlange als Schmuck trägt! Großer Herr, der zur rechten Stunde den Elefanten zu seiner Hilfe rief![512]
1295 – Den heiligen Tanz schauen
Täglich lasse ich dich in meinem Herzen wohnen, denke an dich und suche dich innig. Diejenigen, deren Geist in Meditation beständig geworden ist, suche ich als Gefährten auf. Auf dem Weg erhabener Askese gewähre mir deinen Tanz nach Ziel und Regel!
Du bist der Neffe des Muschelträgers, der die siegreichen, heldenhaften Dämonen samt ihrer Sippe dem Tod überließ. Du wohnst in den Herzen der Makellosen. Großer Herr, der die Hahnenfahne trägt![513]
1296 – Die Girlande deiner Brust
Du kamst auf dem Pfau, der einer blauen Wolke gleicht. Das junge Mädchen sah diese Herrlichkeit und verliebte sich. Schenke ihm gnädig die duftende Girlande, die auf deiner Brust ruht!
Du warfst einst den Speer ins Meer. Du bist der Tod für das ganze Geschlecht der heldenstolzen Asuras. Du bist der Sinn der vier Veden bis zu ihrem Ende. Großer Herr, der sich an die Brust schlägt und sagt: „Ich!“[514]
1297 – Ist es recht, so im Kummer zu versinken?
Durch Kama, der trifft, ohne berührt zu werden, durch den Spott der Frauen nebenan und durch den Mond, der verbrennt, ohne Feuer zu sein: Ist es recht, dass ich in Kummer versinke?
Unaufhaltsamer, kraftvoller Held! Tod für die Sippe der Asuras, die dich zum Streit herausforderten! Du auf dem Pfau, den keine Grenze hemmt! Großer Herr ohnegleichen![515]
1298 – Komm als Herr deiner edlen Herkunft
Wie oft ging jener als Bote, um Paravai die Botschaft zu sagen! Entsprechend der Würde deiner Herkunft komme als erhabener Herr und gewähre mir reiche Gaben![516]
Jüngerer Bruder des wunscherfüllenden Herrn mit dem Schläfensaft! Gemahl der Kuravatochter, deren Augen dem kunstvollen Bogen gleichen! Du verkündest Hara, was ihm zukommt. Großer Herr, der Brahma auf den Kopf schlug!
1299 – Der Anblick deiner Füße
Lass mich nicht in den Strom der Geburtswellen eintreten, nicht auf dem Weg der Prakriti umherirren. Gewähre mir durch den Sinn des verlässlichen Guru-Wortes den Anblick deiner Füße!
Du bist der Sinn der Schriften der sechs Religionen. Du Erkenntnis innerhalb der Erkenntnis, Meer voller Tugenden! Du bist das dreifache Tamil, das der kleine Weise preist. Kumara-Guru, großer Herr der Krittikas![517]
1300 – Was sich nicht in Büchern ausschreiben lässt
Zeige mir in schöner Vereinigung, was sich auf den Blättern der Bücher nicht vollständig niederschreiben lässt. Mache mir die wunderbare Gabe gnädiger Erkenntnis klar. Denke daran, mich durch deine Gnade behutsam damit zu verbinden und zu beschützen!
Du ehrtest und priesest jene, die im Wald wohnt und hineingeht, um die Papageien zu vertreiben; dadurch erwarbst du Ruhm. Großer Herr, der den Hain der Wunschbäume beschützt, dessen Dichte die lärmenden Schwärme der Fliegen und Bienen nicht eindringen lässt![518]
1301 – Wende dich mir zu
Die öffentlichen Frauen verlangen nach Gold; ich verlange nach ihrem niedrigen Tun und taumle. Wende du dich mir liebevoll zu. Gewähre mir, dass ich wenigstens einmal an dich denke und nach dir verlange!
Gurunatha, den der Träger des Haargeflechts, der die blitzgleiche Göttin liebt, wahrhaft liebt! Großer Herr, du nähertest dich voll Liebe dem Kuravareh, das seiner Mutter lieb ist, und gewannst es![519]
1302 – Die Gabe des Lebens nicht vergeuden
Frau, Kinder, Angehörige – dieses Netz der Maya weiß ich nicht zu überschreiten. Ich, dein Hund von einem Diener, bin stolz in meinem Karma. Darf ich so Wasser auf nutzloses Gras vergießen?
Bräutigam der schönen Kuravafrau, die das Wasser des Teiches aufwühlt und darin spielt! Großer Herr, der die Fesseln der Götter mit ihrem täglich guten Wandel zerschnitt und sie freiließ![520]
1303 – Der Mond über dem Meer
Durch den Mond, der über dem Meer aufsteigt, durch den Pfeil, den Kama schickt, und durch den Spott der ganzen Welt: Darf mein sündiges Leben so in Verwirrung geraten?
Vel, der Suras breite Brust durchbohrte! Licht, König auf dem Pfau! Du mit der Brust, die die mächtige Elefantentochter in der Ehe umfing! Herr über die Drei und die übrigen Götter![521]
1304 – Deine Namen im unvergänglichen Tamil preisen
Raum, Wasser, Erde, Bindung, Luft und Feuer bilden diese täuschende Behausung, die falsche Körperhütte. Lass mich nicht wieder mit ihr geboren werden. Gewähre mir, deine Namen zu lernen und dich im schönen, beständigen Tamil zu preisen, das zur Vollendung der Erkenntnis führt!
Du bist der Kuravafrau des Waldes mit ihren ungeschliffenen Worten verpflichtet. Kämpfender Vel, der den siegreichen goldenen Hauptberg zerschlug! Du trägst die Vetci-Girlande, um die Bienen hüpfend kreisen. Großer Herr, Weltenherrscher im Himmel der Götter![522]
1305 – Gurubara Saravanabhava – überliefertes Fragment
Höchster Guru, Saravanabhava, Shanmukha, Guha! Deine kraftvollen, vollen Schultern umarmen die wonnereichen Brüste der einzigartigen, erhabenen Jägertochter.
Tiger, Bären, Wildbüffel und Elefanten ziehen mit knirschendem „Neṟu-neṟu-neṟu“ durch die Schutzwälder. Du wohnst in dieser bergigen Kurinji-Landschaft, Kadamba mit der Blütengirlande. Gewähre Gnade!
[Textlücke.] Die angeschlagene Murasu und die Tavil ertönen, die Takkai, Dundubhi, große Tappu und Sallikai. [Textlücke.] Karadikai, geschlagene Parai, Timilai [Textlücke], neuartige Muschel, einzelnes Blasinstrument, Horn und Flöte!
Es dröhnt, als wäre dies die Weltauflösung im dunklen, schiffsbefahrenen Meer. Überall erheben die Menschen ihre Stimmen: „Hara Hara! Shiva Shiva! Schutz! Schutz!“ Mit der furchtbaren Shaktiwaffe ziehst du ins Heer; die Himmelsbewohner [Textlücke].
Den Lotusblüten gleichen deine Füße mit rotgoldenen Schellen. Du kommst zu den Liebenden und hilfst ihnen, großer Herr![523]
Kshetra-Kovai – Kranz der heiligen Stätten
1306 – Der Herr in allen heiligen Stätten
Du bist das Leben in Kumbakonam, Arur und Chidambaram; in Sirkazhi, wo die Himmelsbewohner leben, in Mayuram des Herrn mit Konraiblüten im Haargeflecht, und im schönen Sivakasi!
In Rameshvaram, wo Scharen umherziehen, in Velur, wo Kenner der vier Veden und der heiligen Riten sich versammeln und Verehrung darbringen, und in Parangiri wohnst du!
Du kamst, um das Land zu beherrschen: Jambukeshvaram, Adanai, das freudige Senthil, Edagam, der schöne Hainberg und der große Berg des Südwindes. In Jagannatham, im Eragam des edlen Wortes, im großen Avinankudi und auf jedem Hügel bist du da!
Im alten Mudur und in Virinjai wohnst du, mit der Gestalt von gutem, rotem Gold; Gott, der nach Vanji im Cholaland kommt!
Schöner unter dem Mangobaum an der Kampa! An der muschelreichen Mündung der Kaveri und auf dem Siramalai lebst du, göttlicher Heerführer, Herr von Vayalur!
Im duftenden Porur und im südlichen Shivayam, wo du tanzt, bist du da. Swami, der im sündenlösenden Kandiyur erscheint, du mit der schönen, von Kadambablüten geschmückten Brust!
Die Frauen, die mit unserem Herrn wetteifern, die himmlische Vani und die goldene Schöne des großen Mal stehen Tag für Tag freudig da und sprechen Lob. Du heiratetest voller Liebe Indranis Tochter und das gute rehgleiche Kuravamädchen. Großer Herr in jedem Göttertempel überall auf der Welt![524]
Pazhamudircholai – der heilige Hainberg
1307 – Als Anfang, Inneres und alles Gegenwärtige
Du bist der Laut A, du bist der Herr, du bist das Darüberhinaus und das Innere. Du bist Brahma, du bist Hari, du bist Hara und stehst über ihnen.
Du bist auch der Laut I, du bist alles, du kommst als Süße. Damit auch ich Geringer auf dieser weiten Erde lebe, musst du rasch vor mich kommen!
Deine Gestalt erfüllt Valari, den Herrn der Opfer, mit überströmender Freude. Herr von Katirkamam, du freust dich über die Verehrung, die der im Wald lebende Jäger darbringt.
Du reitest den Pfau, der zu „Cekakaṇa cēku takutimi tōti timi“ tanzt. Großer Herr auf dem Berg des heiligen, herrlichen Pazhamudircholai![525]
1308 – Auch aus dem Versinken zur Erkenntnis finden
Die Lippen wie Ilavublüten werden gekostet und gesucht. In der lärmenden Kunst der Lust tanzen junge Lächeln, und das Liebesspiel wird immer heftiger. Die beiden schweren, einander entgegenkämpfenden Brüste, mit Moschus prächtig geschmückt, steigen auf die Brust des Geliebten.
Die jungen Frauen eilen in die Vereinigung des Liebeskönigs, spielen lange in vielerlei Begierde und Genuss die glanzvollen Stellungen. Auch ich, dessen niedrige Tätigkeit es ist, in solcher Vereinigung zu versinken: Werde ich, darüber nachsinnend, das Erwachen der Erkenntnis erlangen?
Kali, die tötet, Shuli, Bhairavi, Nili, Modi; Trägerin von Vajra und Axt, Mutter, Mahamayi; Kumari, Varahi, Mohini, Bhagavati, ursprüngliches Licht, Tugendreiche, Giftesserin, Abhirami;
die Opfergaben empfangende Kapali, Yogini, höchste Kalyani, treue Gemahlin der Welt, Kennerin der Veden: Du bist ihr Sohn![526]
Du stürmtest vor, bis Sura samt seinem Heer starb, kühner, tapferer Held! Großer Herr, der in Pazhamudircholai wohnt!
1309 – Komm im Tanz der Erkenntnis
Komm als Ursache auf diese Erde. Gewähre, dass Yama sich nicht nähert und dass ich den rettenden Weg erkenne. Führe den Tanz der Erkenntnis auf, den Narayana und Brahma einst nicht erkannten, und komme zu mir!
Bräutigam der Devasena, die kostbarem Nektar gleicht! Du mit sechs Gesichtern und zweimal sechs Augen! Strahlender Vel, du siegtest, sodass Suras Sippe zugrunde ging. Großer Herr, der auf dem Hainberg weilt!
1310 – Liebe, die verwirrendes Karma auflöst
Gute Mutter und Vater, Ehefrau, Haus, Kinder und angehäufter Besitz: In dem Verlangen danach gerät das Herz ins Schwanken. Die unheilvolle Maya lässt mich denken: „Dieses Leben ist beständig; was ich erworben habe, ist zum Genießen da.“
Lass meinen Geist nicht auf den Straßen an der Verblendung durch junge Frauen vergehen, deren Brüste dem Meru und deren Stirn dem Mond gleichen. Komm auf dem lebendigen Pfau und schenke mir Liebe, sodass mein täuschendes Karma vergeht, während ich mich vor deinen beiden Füßen neige!
In fruchtbarem Land voller Fische stehen Schwanenscharen; ringsum breiten sich wasserreiche Felder aus. Die rotgoldenen, juwelengeschmückten Terrassen ragen bis an den Mond. „Dies ist die Stadt der Götterherrscher!“ So freute man sich an diesem Leben. Du kraftvoller Held, der den übermütigen Sura besiegte![527]
Dein Vater Isha trägt das Halahalagift in der Kehle und vollführt schön den Tanz in der hohen Halle. Zu seiner großen Freude sprachst du das rechte Wort. Kanda, der auf dem Hainberg wohnt, großer Herr, der als ursprünglicher Anfang kam!
1311 – Wann werde ich mich deinen Füßen zuwenden?
Die lustkundigen jungen Frauen kennen, was die Schrift des mächtigen Kama lehrt. Von ihren Speeraugen betört, gehe ich auf Erden umher. Mit winkenden Händen sprechen sie freundlich; ich tue, was ihr Mund mir angenehm sagt, und werde von Verliebtheit und Leidenschaft überwältigt.
Nachdem der große Besitz in jener Verzückung vergangen ist, stehe ich als Sünder da und zittere. Lass es nicht dazu kommen! Wann werde ich in reifer Liebe deine mit Nipablüten und Fußschmuck gezierten Lotusfüße suchen und mich vor ihnen verneigen?
Muruga, du wuchsest durch die Gnade der Frau an der Seite Haras heran, der den vollen Mond trägt. Geliebter Neffe des blau wie die Kayablüte Gestalteten, der mit einem einzigen Schritt die ganze Erdenwelt maß!
Scharfer Vel, du zerschlugst Suras Sippe, schnittest die schweren gekrönten Köpfe ab und sahst sie zu Staub und Asche werden. Du kamst auf dem Pfau, der durch den Hain fliegt und sich darin ergeht, und nahmst deinen Sitz auf dem Hainberg, großer Herr!
1312 – Der Diener deiner tanzenden Füße
Das Gesicht des Elefanten wurde zerrissen und fiel nieder; eine Knospe blüht auf und vergeht, der große Berg wurde erschüttert, und Anangas Krone sank. Die Brüste jener Frauen aber ragen wie der Weltenringberg auf, bis an Götterwelt und Weltall. Sie übertreffen volle Krüge, sind mit kühler Sandelmischung bestrichen und begehren den Liebeskampf. Selbst große Askese wird vergessen und verlassen, die Standfestigkeit weicht.[528]
Wird ein Tag kommen, an dem man sagt: „Er hat das Bett ihres Genusses verlassen, verneigt sich vor deinen tanzenden Füßen und ist ein Diener, der sie verehrt“?
In tausend Klöstern erklingen die Veden; die vollen Straßen sind reich an Askese und Opferstätten. Die mit tausend Mündungen kommende, wie Fußschellen klingende Ganga strömt heran und umspült die Badestufen.
Festgirlanden schwingen an hohen, dicht stehenden Tempeltürmen. Ringsum stehen goldene Hallen mit Edelsteinen; rotgoldene Paläste strahlen heller als die Sonne. Du kamst voller Freude auf diesen Hainberg, großer Herr![529]
1313 – Die acht Formen des Yoga in deiner Gnade
Im viereckigen Lotus der vier Richtungen möge das Licht ausstrahlen. Der Atem, der auf beiden Seiten läuft, möge sich eifrig durch die Lotusstätten von der Erde an bewegen; die goldene Halle möge sich mit Mondglanz füllen.
Halte ihn in den drei Stätten fest. Das den offenen Raum erfüllende Licht werde zum Lotus mit tausendacht Blättern. Durchmesse alle sieben; in der rötlich strahlenden Stätte seien Bindu und Nada, der volle Klang und das unvergleichliche Tönen, mit größter kristallener Klarheit vereint.
Mit der Vollendung des Nektars eins geworden, im heiligen Nandi, der den Fußgrund der in den Veden verkündeten Atem-Shakti erreicht: Lass mich Stummen aufleuchten, damit ich deine Befreiung erlange. Öffne das ursprüngliche Tor zum Raum. Gib mir heute die Weise, in der alle acht Formen des Yoga, die in deiner Kraft leuchten, darin zusammenfinden![530]
Als Pferdehändler kam der gnädige Gott, verkaufte Pferde und nahm freudig den Mann aus Vadavur als Diener an. Goldgestaltig hält er Zügel und Peitsche in der rötlichen Hand. An seiner halben Seite wohnt Shakti, Gauri, die Frau mit dem kindlich lieblichen Mund, korallen- und grüngestaltige Shiva, Uma, die meine sieben schuldbeladenen Geburten abschnitt. Du bist das Leben, das sie schenkte!
Kashi, Rameshvaram, Ratnagiri, Sarpagiri, Arur, Velur, Devur, Kacchi, Madurai, Pariyal, Kavai, Mudur, Arunagiri, Tiruttani, Senthil, Nagai, Kazhi, Vellur, Palanigiri, Kurukkai, Tirunavalur und Tiruvenneypati: Dort leuchtest du, und auf dem geliebten, hainreichen Berg wohnst du. Herr, den die Befreiten preisen![531]
1314 – Von der Geburt zum wahren Erkennen
Als Keim im Leib der Mutter werde ich zur Gestalt mit Füßen, Händen und Gliedern, fruchtgleichen Lippen, Augen, Nase, Körper und Ohren. Ich falle in die Hände einer grauhaarigen Frau, werde rasch umfangen, hingelegt und mit „Schlafe!“ in tiefen Schlaf gewiegt. Am kostbaren Nektar der Brust der fürsorglichen Mutter habe ich süße Freude.
Die gegebene Ehefrau, die Angehörigen, ein gutes Leben, vergänglicher Besitz und Wohnsitz: Geschickt halte ich all dies für beständig und denke nicht an dich. Ich bin ein völliger Tor, der nicht weiß, deine beiden Füße zu verehren. Wird ein Tag kommen, an dem du mich deinen Ruhm rezitieren und wahre Erkenntnis erlangen lässt?
Die im Kampf entgegenstehenden Asuraheere fallen. Gehirn, Fett und Fleisch dienen den Bhutascharen und herankommenden Geistern als üppige Nahrung; mit vielen Mäulern trinken sie und die Schakale das Blut, und manche Eulen tanzen. Tapferer, der so kämpfte![532]
Du umarmst die Frau des gefleckten Elefanten, die von den Kennern der kostbaren Veden gepriesen wird, und die Kuravafrau, in deren Haar Bienen wohnen. Schöne goldene Terrassen ragen hoch, Wolken ziehen über den Hain: Großer Herr der Verehrer auf dem wunderbaren Alayamalai!
1315 – Hier sind die Füße, die du liebst
Die prächtigen Leiber leuchten grünlich – „Pacēl, pacēl“; die Fußschellen klingen – „Kalīr, kalīr“; die paarig schreitenden Füße glühen rot – „Civēl, civēl“. So kommen die rehgleichen Frauen. Einzelne junge Mädchen, eines nach dem anderen – „Cilōr, cilōr“ – stürzen mich in hundert Lakh Koti Verblendungen – „Mayāl, mayāl“. Alles mühsam Erworbene vergeht, bis ich klage: „Ai-yō, ai-yō!“
Die berggleichen Brüste auf ihrer Brust blitzen – „Paḷīr, paḷīr“; mein Leben erschrickt – „Pakīr, pakīr“. In großer Betörung laufen die Gedanken: „Noch ist Verlangen da, noch ist es da!“ Wenn dieser Wind mich erfasst, rufe du: „He, du! He, du! Was ist diese Verwirrung? Sage es, sage es! Hier, hier sind die Füße, die du liebst!“ Gewähre mir so deine Gnade!
Du jüngerer Bruder Ganeshas, der damals den glänzenden Stoßzahn abbrach und das Bharata weithin sichtbar am Meru schrieb – „Veḷī, veḷī; varai, varai“; des sonnenfarbenen Herrn mit dem kleinen Mäusereittier – „Kuvā, kuvā“! Kumaresha, du sprachst als Herr des Tamil dem großen Weisen die vorzügliche Dichtkunst ins Ohr: „Tamil, Tamil! Erkenne, erkenne!“ Von Bindung freier höchster Vedenguru – „Gurū, gurū“![533]
Der kampfstarke Sura kam dir unmittelbar entgegen: „Wir lassen nicht ab, wir lassen nicht ab!“ Dein Speer fuhr mit „Paṭīr, paṭīr“ hin und zerschnitt ihn; mit „Kupīr, kupīr“ ergoss sich viel Blut auf die Erde. Guha, Guha! Gott, der auf dem strahlenden Hainberg wohnt, Deiva, Deivayanai liebend! Großer Herr mit sechs und sechs Schultern – „Puyā, puyā“ –, die voller Liebe Devasenas Schultern umfassen!
1316 – Mehr als bloße Verlängerung des Lebens
Bevor zuckende Krankheiten mich auszehren, der einst junge Leib von Schleim erfüllt wird und Husten, Atemnot, Vata und Pitta mich befallen: Sollte ich, statt die verschiedenen Lebensweisen hinter mir zu lassen, die Qual weltlicher Schriften zu überwinden und mich an wonnevoller unmittelbarer Erfahrung zu erfreuen,
nur täglich den schrecklichen, leeren Bauch mit Nahrung füllen, den Körper mästen und eine Yogafähigkeit erlangen, die das Leben verlängert? Werde ich deine Lotusfüße der Erkenntnis erreichen, du Herr des Klangtanzes, der in der gestaltlosen Leere, im ganz offenen Raum tanzt?[534]
Der Sohn des rasch eilenden Windes und Valis Sohn warfen viele Berge ins Meer und bauten die Brücke. Rama zog in die feindliche Stadt, zerschmetterte Elefanten und Wagen auf dem Schlachtfeld und tötete mit dem Pfeil den Herrn mit sechs und vier Köpfen. Du bist sein Neffe!
Held auf dem tanzenden Pfau, du tanztest, sodass die Gehirne in den Köpfen der vorstürmenden Sura-Padmas zu Staub wurden und sie ein Ende fanden. Muruga mit dem Speer auf dem heiligen großen Hainberg, wo Weise und Götter die Erkenntnis vollenden, großer Herr, den Tyagaraja schenkte!
1317 – Nicht mehr im Trug umherirren
Mit Bindung setzen die Dirnen ihren Preis fest; sie verwirren den Sinn der Liebenden. Ihre Brüste gleichen schweren Bergen. Durch Sünde haben die Zügellosen ihre Körper angenommen, kämmen, glätten und binden ihr Haar und geben schon durch den Blick Verblendung, diese Übeltäterinnen.
Sie reiben den stark angelaufenen Messingschmuck mit Asche, bis er glänzt, legen ihn an Brust und Ohren und stellen sich zur Schau. Ohne Hingabe reden sie in großer, betörender Ausführlichkeit, täuschen selbst die, die sie lieben, und pressen sie aus. Soll mein Sinn auf diese Täuschung gerichtet bleiben, sodass ich jeden Tag darin umherirre?
Im fremdartigen Wald liegt das Hirsefeld. Dort wacht die Kuravafrau und schwingt die Steinschleuder, sie mit den kühlen Füßen. Du bist der Bräutigam, der sich an ihr freut.
Du kamst in die heilige Stadt Pukali, Ursprung der Götter des himmlischen Wunschbaums. Für den Dichter des treffenden Wortes, der suchend sang, ging jener freundlich als Bote.[535]
Der Höchste tritt in die Herzen derer ein, die ihn ersehnen. In Kudal baute er am Uferwall der Vaigai wie ein Arbeiter mit, erhielt süßes, krümeliges Pittu und wurde geschlagen. Mit ihm wohnst du auf dem ursprünglichen Hainberg, wo Sandel, Agaru und vielerlei Bäume sich dicht mit den Wolken vereinen, großer Herr!
1318 – Das Wissen „Das bin ich“
Ich werde nicht klar, indem ich den Trug der Frauen mit streitbaren Speeraugen aufgebe. Ich nehme keine großen Blumen, flechte keine Girlanden, schmücke deine großen Füße nicht und neige mich nicht vor ihnen.
Ich erkenne nicht, dass die guten Kräfte, die Anfang und Ende sind, dein sechsfaches Gesicht sind. Ich weiß nicht, dass dein tanzender Pfau in der Gestalt des einzigartigen Mantras besteht.
Mit einem aus Nada und Bindu entstandenen Körper streife ich durch die weite Welt. Ich schaue den Zustand des Herrn, der die Schlange trägt, nicht, suche ihn nicht, verweile nicht darin und verehre ihn nicht.
Schenke mir jenes Soham, das sagt: Das Leben, in dem das Licht erkannt wird, ist Shiva. Nimm mich an! Großer Herr, der Suras Geschlecht besiegte, mit dem Siegeskranz auszog und auf dem Hainberg weilt![536]
1319 – Ist dies eine tragfähige Beziehung?
Ihre Augen reichen bis an die langen Ohrringe, verwirren sogar Kama und sind dem täuschenden Yama verwandt. Sie zerstören große Askese, vermehren ihre Spiele und gleichen zarten Mangofrüchten.
Solche Frauen rufen einen ehrenvoll herbei, legen Süße in ihren Mund, schenken honiggleiche Lippen und kommen zur genussvollen Vereinigung. Dann bewirken sie Täuschung und lassen die Würde vergehen. Kann dies eine rechte Beziehung sein?
Die Brüste der Göttin sprengen das Mieder, übertreffen den Meru und sind wie große goldene Krüge. Liebevoll bieten sie sich als Lager dar, erfüllen sich mit schöner Liebe und sind dicht von Girlanden bedeckt. Sie besitzt festlich geschmückte Schultern, ist Yogini und Meisterin, die pfauengleiche Uma. Du bist ihr Sohn![537]
Du vernichtetest Suras Sippe, erhobst den Speer in deiner Hand und nahmst den Hainberg ein, großer Herr!
1320 – Was sie zeigen und was du offenbarst
Sie breiten das schön schimmernde Haar aus und zeigen es; sie rollen die beiden Augenwinkel und zeigen sie. Sie wenden den goldenen Schmuck und die Ohrringe, sprechen süße Worte, die in Liebe die Selbstbeherrschung rauben, und zeigen ihre erlernte Kunst.
Sie zeigen die verblasste Röte ihrer Lippen und die eingedrückten Spuren der kämpfenden Nägel. Sie bewegen die beiden Brüste, über die schöne Ketten fließen; sie biegen die kaum darstellbare Taille, lockern ihr Gewand und bieten vertrauten Umgang.
Sie zeigen, als verbärgen sie es, das weich machende Schamgebiet und ihre beiden Füße mit den Schellen. Werde ich mein Verlangen nach denen aufgeben, die das Leben selbst als Preis nehmen?
Ursprünglicher, du schnittest dem Gemahl der ehrwürdigen Herrin der tiefen Veden den Haarschopf ab und warfst ihn fort. Du zürntest dem heiligen goldenen Berg mit seinen Höhlen![538]
Der alte Gerechte hörte aufmerksam das rechtlich fordernde Tamil: Das Krokodil wurde rasch herbeigerufen, und während die Diener verehrten, kam das Kind wieder zu seinen Angehörigen. Er trägt die Haut des alten, stoßzahnbewehrten Elefanten mit den Saft strömenden Schläfen, vereint die Worte der Veden und trägt Bhagirathi im Haargeflecht, der höchste Parameshvara.
Als er sich vor dir verneigte, zeigtest du ihm gnädig das ganz von Shiva erfüllte Wesen. Kumara, du lässt den heiligen Berg erhaben erscheinen und führst uns liebevoll den schönen Pfau vor, großer Herr!
1321 – Vor dem Abschied das rettende Lob lernen
Das Kopfhaar wird weiß wie ein Reiher; die Zahnreihe lockert sich klappernd. Der Gang wird schwach, die Füße tappen, ich schwanke. Auf den Stock gestützt hüpfe ich mühsam; Würgen nimmt zu, die Nahrung bleibt stecken, ich erbreche, Schleim und Pitta vermehren sich.
Oft wird Sesamöl aufgetragen und erwärmt; Triphala, trockener Ingwer und langer Pfeffer werden zugesetzt, abgegossen und eingenommen. Bevor der Körper stirbt und das Leben fortgeht, gewähre mir die höchste Befreiung: Lass mich deinen leuchtenden Ruhm lernen, seine Worte üben, deine Füße ergreifen und verehren, sodass die Geburt abgeschnitten wird![539]
Mit befestigtem Zaumzeug und Sattel, Pferde antreibend und den Berg mit der Hand als Kampfgerät führend, kam Sura rasch zum Streit. Du vernichtetest sein großes Heer vollständig, schlugst ihn hinein ins Wellenmeer und führtest deinen freudigen Pfau in wunderbaren Bewegungen, kämpfender König![540]
Du entwischtest der Tochter des Vajraträgers, richtetest dein Herz auf das andere Mädchen, die Tochter der Kurava, und durchstreiftest das kühle Feld mit üppiger Hirse. Du durchbohrtest und zerbrachst den grausamen Berg, entfesseltest den Kampf, vollendetest das Höchste und nahmst Wohnung auf dem heiligen Hauptberg, furchtbarer großer Herr!
1322 – Auch im Genuss deine Gestalt bewahren
Das Blumenbett wogt, der Wolkenhaarknoten löst sich und fällt herab. Duftstoffe fließen mit dem Schweiß. Die Blicke wandern, die mondsichelgleiche Stirn wendet sich ermattet, das schöne Gewand löst sich.
Die beiden Brüste wie junge Kokosnüsse wogen; die fadendünne Taille windet sich und erschlafft. Gesicht vereinigt sich mit Gesicht auf dem Bett. Selbst wenn ich mich mit alter Verblendung vermische, darin versinke und mich daran erfreue, werde ich deine Gestalt mit der von Girlanden umspielten Krone und den Speer in deiner Hand nicht vergessen![541]
Sohn Umas, der jungen Frau mit Bogenstirn, Mohini, schön mit Haargeflecht, die als leuchtende smaragd- und goldfarbene Gestalt die Hälfte unseres Vaters einnimmt!
Mit leisem Lächeln warfst du den strahlenden Speer, sodass Asuras, Berg und Meer verbrannten, erkenntnisvoller Muruga. Du mit den Schultern, die Valli heirateten, die Tochter der im Töten geübten Jäger; du mit der Brust, die eine Girlande guter Kadambablüten trägt!
Blitzgleiche Ranken umgeben das Licht; junge Strahlen gleiten darüber. Großer Herr, der voller Freude auf dem heiligen Berg der Erkenntnis wohnt![542]
Zusätzlich überlieferte Lieder
1323 – Muss ich so gering umherirren?
In die täuschende Gestalt des Keims versunken, werde ich auf Erden alt genug, um die Künste kennenzulernen. Viele Künste und Bücher studierend, singe ich Dichtungen in mancherlei Art, gehe die Straßen entlang, begehre Besitz und laufe lange nach Reichtum.
In die Verblendung durch Frauen mit bogenförmiger Stirn versunken: Soll ich auf so geringe Weise umherziehen?
Höchster Guru der Gnadenerfahrung, du schenkst Gnade, damit deine Diener leben. Gnadenkind, du sprachst Hara in beide Ohren den Zugang zur höchsten, gnädigen Erkenntnis!
Sohn der Ewigen, du ließest die Wurzel von Suras erschreckendem Geschlecht fallen. Vel auf dem entsandten Pfau, du vernichtetest die dicht anstürmenden, körperstarken Asuras, großer Herr!
1324 – Der Speer wie ein heranstürmender Sharabha
Die Prostituierten tragen viel Gold; auf ihren bergschweren, anschwellenden Brüsten liegen begehrte Perlenketten. Stolz wenden sie sich, verwirren mit ihren Worten immer mehr und genießen auf dem Bett.
Sandel und Duft sind reichlich aufgetragen. Die fadendünne Taille bewegt sich auf dem Lager, die Brüste schwanken; sie beugen sich, trinken und kosten die Lippen. Aus der mit erregendem Kumkum geschmückten Kehle kommt ein Laut wie der des Kuckucks. So kunstvoll bewegen sie sich, binden mit ihrer Kette, schmeicheln wie prächtige Pfauen und freuen sich. Kann die Verbindung mit diesen hohlstolzen Nichtsnutzigen gut sein?
Als aus dem Meer, das den Mond hervorbrachte, das Gift auftauchte, fürchtete sich jener nicht. Doch nun zitterte sein Herz. Du bestiegst den Pfau, schlugst Simhamukhas Kopf ab und ließest die Glieder des Elefantengesichtigen zertrennt liegen. Gurunatha, dein geworfener Speer kam wie ein heranstürmender Sharabha![543]
Die göttliche junge Frau, Herrin des rettenden Ziels, Shankari, Sundari, Ishvari, die den Elefantengesichtigen als Sohn gebar: Du bist ihr Kind. Die befreiten Yogis, kundig in Mantra und Tantra, legen die roten Hände zum Anjali über dem Kopf zusammen. Du kommst, um ihnen Gnade zu schenken, und tanzt immerdar, großer Herr!
Punavayil
1325 – Komm am Tag, an dem Yama mein Leben nimmt
Die Sprache ist vergangen, die Zunge trocken, die Augen sind wie mit Watte verhangen. Die Umstehenden sind bekümmert. Die eingeflößte Milch bleibt stehen und rinnt aus dem Mundwinkel. Der leidende Leib erkaltet; die Hände und Beine strecken sich vor der nahenden Fessel. Körper und Bauch fallen rasch zusammen.
Der Heiler kommt und sagt: „Nun wirkt nichts mehr.“ Angehörige und Frauen werfen sich auf mich und weinen. Am Tag, an dem Yama hierherkommt und mein Leben nimmt, erscheine vor mir: mit dem prächtig geschweiften Pfau, den zwölf roten Händen, der duftenden Girlande auf den zwölf bergfesten Schultern und mit der lieblichen Waldblitzfrau und Kunjari!
Der Sohn der Sonne sandte den berühmten Maruti aus der Affenschar liebevoll: „Erkenne die Einsicht des edlen Raghava!“ Als dieser deine besondere Gnade gesehen hatte, berichtete er von jenem Herrscher, der gewaltsam triumphierend aufstieg, während Sita mit den schönen Armreifen im Herzen klagte und aus dem Blick verschwand.
Unterwegs hatte sie Ohrringe, Ringe, Fußreifen, Armspangen, Knöchelreifen, goldene Schellen, Ketten und Edelsteine wie ein Bündel hinabgeworfen. „Dies ist jenes Bündel“, sagte er. Du bist der liebe Neffe Narayanas, der den ursprünglichen Berg und den rings wie eine Kette ausgedehnten Himmel ganz überschaute. Großer Herr, der im südlichen Punavayil wohnt und Gnade schenkt![544]
Eigenständiger Anhang: Tiru Ezhu Kuttrirukkai
1326 – Zusatzwerk: Tiru Ezhu Kuttrirukkai
Aus dem einen Wesen des rettenden Brahman, in einer besonderen Erscheinung, empfingst du die zweifache Herkunft. Als eines vereint, aus den beiden hervorgegangen, wurdest du der niemals Alternde. Unter den Zweimalgeborenen wurdest du der Eine.[545]
Einst rissest du im Augenblick den Haarschopf des Viergesichtigen fort, weil er unverständig handelte und von Stolz erfüllt war. Als die Drei kamen und an deinen beiden Füßen baten, entließest du ihn aus dem einen Gefängnis.
In einem Augenblick umrundetest du auf dem zweiflügeligen Pfau die vierfach gegliederte Erde, die das dreifache Wasser als Kleid trägt, sodass sie erschrak. Du heiratetest die Tochter des Herrn des berggleichen Elefanten mit vier Stoßzähnen, drei Saftströmen, zwei Ohren und einem Rüssel.
Dem dreifach Saft verströmenden Elefanten, der in einer Gestalt zweierlei Erscheinung annahm, wurdest du zum Älteren. Doch dem Gott mit dem herabhängenden Rüsselgesicht, mit fünf Händen, dem Träger von Arugugras, wurdest du zum jüngeren Bruder.[546]
Du wurdest der eine Guru des dreiäugigen Lichtes, das die vier Veden durch die fünf Silben verkünden und das Heilmittel gegen die beiden Arten des Karma ist.[547]
An einem Tag trankst du die Milch aus Umas beiden Brüsten. Als Meister der drei Formen des Tamil, König der vier Arten von Dichtung, Herr der fünf Sinne – „Dieser ist der Sechsgesichtige!“ – erschienest du mit jugendlich leuchtender Schönheit in Kazhumalam.
Die sechs Sternmütter brachten dich hervor. Du bist der Herr der fünf Wunschbäume. Den Berg mit den drei roten Gipfeln, dessen Erscheinung verborgen ist wie die vier Veden, den Anrilberg, spaltetest du mit einem einzigen Speer in zwei Teile.
Auf dem Guruberg am Nordufer der Kaveri nahmst du deinen Sitz. Die Brahmanen der sechs Silben preisen deine beiden Füße. So verweilst du als Herr von Eragam![548]
Vom Lied zur Stille
Mit dem Lob des Herrn von Eragam endet der hier überlieferte Bestand. Die Bitte um Gnade, das Gedenken an die göttlichen Füße und die Suche nach Erkenntnis verbinden seine vielfältigen Stimmen. Lass nach der Lektüre einen Augenblick Stille entstehen. Welche Bitte möchtest du bewahren, welche Einsicht in deinem Handeln lebendig werden lassen? Die Textseiten in römischer Umschrift und tamilischer Schrift laden dazu ein, nun auch dem Klang der Lieder zu begegnen.
Hören und weitergehen
Der deutschsprachige Yoga-Vidya-Vortrag erläutert den Namen Subrahmanya; er ist keine Rezitation der vorstehenden Lieder.
Anmerkungen und Quellen
- ↑ Lied 863: Die innere Yogabildsprache ist stark verdichtet. Die Worttrennung bei „சிற் கெந்தமணப் பூவிதழ்“ wird anhand des Paralleltexts und seiner Worterklärung als Erkenntnis-Blütenbild verstanden. Das „Lautzeichen“ wird traditionell auf den Pranava Om bezogen. „கந்தமதித்து“ und die genaue räumliche Beziehung der tausendacht Welteneier bleiben unsicher; eine feste anatomische Zuordnung der Bilder ist im Vers nicht ausdrücklich gegeben.
- ↑ Lied 864: Der Abschnitt verbindet Vishnus Gestalten Rama und Krishna: Lakshmana und Sita im Wald, Sitas Befreiung sowie Krishnas Tanz auf Kaliya. Die mehrdeutigen Wortverbindungen wurden mit dem tamilischen Paralleltext und der Worterklärung auf Kaumaram abgeglichen.
- ↑ Lied 865: „கிம்பு¡£“ ist beschädigt; erkennbar ist wohl „kimpuri“, ein Schmuck beziehungsweise Beschlag am Elefantenstoßzahn. „மஞ்சுதாள்“ wird vorsichtig als schöne Füße wiedergegeben, ohne die unsichere nähere Bildbedeutung festzulegen.
- ↑ Lied 865: Die Grundfassung „அஞ்சுவாயிற்பரனை“ wird hier als der fünfgesichtige höchste Shiva gelesen. Die Pfahlszene gehört zur kriegerischen Bildwelt des Liedes; Einzelheiten eines historischen Geschehens werden damit nicht behauptet.
- ↑ Lied 866: „செம்பொனார்வம்“ lässt sich als „kostbare, goldene Liebe“ verstehen; die Richtung der Liebe – zum Herrn oder vom Herrn her – bleibt in der gedrängten Form offen.
- ↑ Lied 867: „னாமமெமொழுந்தி“ ist in der Grundfassung gestört; das Nennen beziehungsweise Aufsteigenlassen des Namens ist dem Zusammenhang zu entnehmen. „காலமுமுணர்ந்து“ bedeutet wörtlich „auch die Zeit erkennend“, ohne genauer zu sagen, welche Zeit gemeint ist.
- ↑ Lied 868: Die Trennung von „சிறுத்த தண்டைய“ und „மதலையோர் அஞ்ச“ folgt dem Paralleltext mit Worterklärung auf Kaumaram. Sie unterscheidet die kleinen Fußreifen des Gottes von den Kindern, die sich vor den Löwen fürchten.
- ↑ Lied 869: Der Anfang ist in der Grundfassung mehrfach schwer lesbar, besonders „சல சாழலுமூழலும்“ und „சாதியும் வாதியும் ... கால்படர்“. Die erkennbaren Körperstoffe und die Bilder von Aufruhr und Krankheit sind wiedergegeben; eine sichere Wort-für-Wort-Deutung der gesamten Reihe ist nicht möglich.
- ↑ Lied 869: Das zusammengeschriebene Ende „முருகாசுரர்“ wird als „Murugā, surar“ – Muruga, Herr der Götter – gelesen, nicht als Bezeichnung eines Asura. „சமத்துணர்ந்திடு“ ist knapp als Erkennen des Gleichseins übertragen.
- ↑ Lied 870: Die Erzählung nennt Prahlada nicht ausdrücklich, ist aber durch das Kind mit dem Narayana-Mantra und die Erscheinung Narasimhas erkennbar. „§ல்முழ்கி“ im ersten Teil ist ein Konvertierungsfehler; der Zusammenhang „in der Vereinigung versinken“ ist eindeutig.
- ↑ Lied 870: „மருதரசர் படைவிடுதி வீடாக“ bezeichnet offenbar den Aufenthaltsort des als Herrn von Marutu angerufenen Shiva. Die genaue örtliche Beziehung der beiden Heiligtümer wird aus diesem verdichteten Ausdruck nicht rekonstruiert.
- ↑ Lied 871: Der Schluss schildert Ravanas Entführung Sitas und Ramas Sieg. Die dicht gefügte erste Beschreibung Sitas, insbesondere „சுட்டபொருட்கட்டியின்“ und „சொர்க்கமுற“, bleibt im genauen Wortlaut unsicher. Das Gold- und Lotusbild ist erkennbar; „feuergeprüft“ bezieht sich hier auf das Gold und behauptet keine zusätzliche Handlung der Erzählung.
- ↑ Lied 872: „பதிமூணெழு“ wird nach der tamilischen Worterklärung auf Kaumaram als 13 × 7 = 91 gelesen. Der Vers nennt keine vollständige Liste dieser Prinzipien; die Übersetzung ergänzt daher keine solche Liste.
- ↑ Lied 873: Diese scharfe moralische und karmische Wertung ist die Stimme der historischen Dichtung. Der Ausdruck „கோமாள நாயிற்“ ist in seiner genaueren Nuance unsicher; er wird nicht als Bezeichnung einer heutigen Menschengruppe verstanden. Bei „பாவத்தவத்த“ wurde die Worttrennung der Parallelfassung auf Kaumaram berücksichtigt.
- ↑ Lied 873: Im Schluss „புவியாதாரமாய்கைக் குமுட்டமுற்றருள்“ ist die Satzfügung unsicher. Stütze der Erde, Hand und umfassende Gnade sind erkennbar; eine sichere rituelle Handhaltung lässt sich daraus nicht bestimmen.
- ↑ Lied 874: „மேதி“ in der Ravana-Strophe ist nicht sicher zu bestimmen; „Macht“ ist eine vorsichtige Übertragung des Zusammenhangs und keine eindeutige Wortentsprechung.
- ↑ Lied 875: Die ausführlichen Brüste- und Augenvergleiche enthalten schwer zu trennende Formen, insbesondere „செச்சைக்கலப்பு“ und „கடுவைவடுவைப்பற்றி“. Erkennbar sind duftende Salbe sowie Gift, Mangoknospe, Bogen und Fischauge. Die genaue Verbindung bleibt teilweise unsicher; die Einzelbilder sind nicht durch eine allgemeine Zusammenfassung ersetzt.
- ↑ Lied 875: Der „umherziehende Berg“ wird im Zusammenhang des eilenden, auf Garuda reitenden Retters als Elefant Gajendra verstanden. Der Vers nennt den Namen nicht ausdrücklich.
- ↑ Lied 876: Die drastische Verführungsdarstellung ist eine Stimme der historischen Entsagungsdichtung. Die Fischbezeichnungen werden als tamilische Namen beibehalten; das Lied stellt poetische Vergleiche, keine zoologischen Bestimmungen an.
- ↑ Lied 876: „மா¡£“ ist im Grundtext beschädigt; der Paralleltext auf Kaumaram bestätigt die Lesung Maricha. „Vellam“ ist hier eine traditionelle große Zähleinheit; sie wird nicht in eine scheinbar exakte moderne Truppenstärke umgerechnet.
- ↑ Lied 876: Die Schlussreihe „பிராசாதாதிகள் / சிவசடங்கமொடு ஈசானாதிகள்“ hat einen dichten rituellen Wortschatz. „Prasada-Gestalten“ und „sechs Glieder Shivas“ sind vorläufige, wortnahe Wiedergaben; eine zuverlässige Zuordnung zu einem bestimmten Mantra- oder Ritualsystem bleibt offen.
- ↑ Lied 877: Die Sanskrit-Tamil-Reihung „உதாரகுணபத்மத்தாரணி“ sowie „வேலைக்கட்டாணி மகாரத“ ist verdichtet; einzelne Bezüge sind unsicher. Der Meer- und Eisenpflockvergleich wird bewahrt, ohne daraus eine weitere Handlung abzuleiten.
- ↑ Lied 878: Der erste Teil ist eine Folge absichtlich gesteigerter Körpervergleiche: Alle üblichen Vergleichsgegenstände werden als unzureichend zurückgewiesen. Die Worttrennung bei Vogel, Blumenpfeilen und Siegel wurde mit dem Paralleltext auf Kaumaram verglichen.
- ↑ Lied 878: „König von Pukali“ weist auf Sambandar, den der Dichter mit Murugan verbindet. Die Wortgruppe „சொற்க நிற்கசொலட்சண“ bleibt im genauen Wortsinn unsicher; ihre Heils- und Sprachbezüge sind vorsichtig wiedergegeben.
- ↑ Lied 879: Die gedrängte Schmuckreihe „அலந்தாம மணித்திரளை ... ஆழி வனைக்கடகம்“ lässt mehrere Worttrennungen zu. Girlanden, Juwelen, Duftstoff, Ringe und Armreifen sind erkennbar, ihre genaue Anordnung bleibt unsicher.
- ↑ Lied 880: „அரைப்பணம்“ ist hier als Preisangabe „ein halber Panam“ gelesen; die eng verwandte Bildverwendung des Wortes für den Schoß in anderen Liedern macht die Stelle dennoch mehrdeutig. Die abwertenden Benennungen gehören zum historischen Bußlied und sind keine allgemeine Bewertung von Frauen.
- ↑ Lied 880: Die Wortgruppe „தியக்கியம்பேறு“ bei der Flussbeschreibung ist im Grundtext nicht zuverlässig zu trennen. „Anschwellender Fluss“ ist eine vorsichtige Wiedergabe des erkennbaren Zusammenhangs.
- ↑ Lied 881: Die ersten Körper- und Schmuckbilder sowie „உடம்பு மறக்கூனி“ sind stark zusammengezogen. Der Übergang zum gebeugten, auf einen Stock angewiesenen Leib ist erkennbar; der genaue syntaktische Anschluss an die Verführung bleibt unsicher.
- ↑ Lied 881: „விலங்கை முறித்தோடி இடங்கள் வளைத்தேறு“ lässt offen, welche einzelne Krishna-Erzählung gemeint ist. Die Übersetzung bewahrt das Zerbrechen von Fesseln und die Bewegung, ohne weitere Ereignisse zu ergänzen.
- ↑ Lied 882: „விதத்திரயங்கள்“ heißt wörtlich „drei Arten“. Der Vers nennt sie nicht einzeln; eine bestimmte Dreiteilung erotischer Techniken oder Reden wird deshalb nicht ergänzt. Einzelne Anschlüsse in der Schmuckbeschreibung bleiben unsicher.
- ↑ Lied 883: „விம்பமதாய்“ wird als „in sichtbarer Gestalt“ verstanden. Die kurze Fügung kann auch auf ein Bild beziehungsweise ein inneres Erscheinungsbild anspielen; sie legt dessen Art nicht fest.
- ↑ Lied 884: Kama wird „Feind Shambaras“ genannt. Die Übersetzung verwendet den Namen des Liebesgottes, um den Satz verständlich zu halten.
- ↑ Lied 885: Die Worttrennung nach „மண்டு கந்த“ wurde anhand der Worterklärung auf Kaumaram geklärt: „Kanda“ ist hier die Anrufung Murugans; erst danach folgt Tarakas Heer.
- ↑ Lied 885: Der Vers schreibt der Göttin selbst Weltenverschlingen und Giftessen zu. Diese Aussage bleibt in ihrer Shakti-bezogenen Gestalt erhalten und wird nicht in eine Handlung Shivas umgeschrieben.
- ↑ Lied 886: Die Form „நி¨த்து“ ist beschädigt und wird als „feststellen, verankern“ gelesen. Die genaue Nuance von „தணியவோகை“ bleibt zwischen ruhiger und überströmender Freude offen.
- ↑ Lied 886: Die Schlussstrophe benennt mehrere Orte durch Umschreibungen. Gemeint ist die Gruppe Sapta Sthana um Tiruvaiyaru: Tiruppalanam, Tiruchotrutturai, Tiruvedikudi, Tirukkandiyur, Tiruppunturutti und Tiruneyttanam mit Tiruvaiyaru. „உழவர்“ im Kampfabschnitt wird kontextbezogen als Krieger verstanden; die Grundbedeutung „Pflüger“ bleibt als Bildhintergrund möglich.
- ↑ Lied 888: Der Sanskrit-Tamil-Übergang „தாங்கு நிற்சரர் சேனா நீதருணாங்கு ருத்ரகுமாரா“ erlaubt unterschiedliche Trennungen. Hier wird „nirjara“ als Unsterbliche und „senāni“ als Heerführer gelesen. Die Erklärung auf Tamil Surangam verbindet diesen Abschnitt stattdessen mit Sambandar und jainistischen Gegnern. Diese Deutung ist aus der vorliegenden Wortfolge nicht hinreichend sicher. Der folgende Götter- und Weisenname-Abschnitt wurde mit derselben Quelle abgeglichen.
- ↑ Lied 888: „சூரா ¡£பகி ரண்ட்ருபா“ enthält einen Konvertierungsfehler. Die erkennbaren Sanskritglieder werden mit Hilfe des Paralleltexts als „Feind Suras“ und „von der Gestalt der äußeren Welteneier“ wiedergegeben; die genaue Lautform bleibt unsicher.
- ↑ Lied 890: „விரிவடங்கிட மாற்றுமாறென“ ist schwer lesbar. Der Bezug auf ein ausgebreitetes Lager ist vorläufig; sicher sind das Kommen der Männer und das genaue Beobachten ihrer Eigenarten. Die Darstellung käuflicher Frauen und ihrer angeblichen Mittel gehört zur historischen Verführungspolemik.
- ↑ Lied 890: Die Verdunkelung mit der Scheibe gehört zur Krishna-Überlieferung der Mahabharata-Schlacht. Die im Lied genannten Verwandtschaftsgruppen und die „Söhne“ werden nicht durch zusätzliche Namen ersetzt, die der Wortlaut selbst nicht nennt.
- ↑ Lied 891: In „படர்ந்தபொறி மால்பொற்சரங்கள்“ ist der genaue Anschluss des Pfeilbildes an die Augen nicht sicher; die Folge von glänzendem Schmuck, bewegten Brüsten und Ohrringen ist dagegen klar.
- ↑ Lied 892: „பஞ்சவர் வியன்பதி“ heißt wörtlich „weite Stätte der Fünf“. Welche Fünf gemeint sind, ist hier nicht sicher bestimmbar. „அந்தவனம்“ kann „jener Hain“ heißen; eine feste Zuordnung der inneren Bilder zu Yogazentren wird nicht ergänzt.
- ↑ Lied 893: „மேவிடு விதத்துளால கோலவுதரம்“ ist im Zusammenhang von Haltung und Körpergestalt nur sinngemäß übertragbar. Die präzise Worttrennung bleibt unsicher.
- ↑ Lied 893: Die Form „மதிளுப்ப¡£கை“ ist beschädigt; erkennbar ist „upparikai“, die obere Halle beziehungsweise Terrasse eines Hauses. Der Bettlerabschnitt spielt auf Shivas Bhikshatana-Gestalt an.
- ↑ Lied 894: Die Krankheitsnamen stammen aus vormoderner Körperlehre und werden ohne Anspruch auf moderne Diagnose wiedergegeben. „முமலத்திலாறு“ ist in der Grundfassung nicht klar zu trennen; der Zusammenhang bezeichnet das Ausströmen von Unreinheiten.
- ↑ Lied 894: „நாக வாணுதல்“ ist eine unsichere Stirnbezeichnung mit dem Wort „nāga“. Die Schlangenassoziation wird vorsichtig bewahrt; ein konkreter Stirnschmuck ist damit nicht sicher belegt.
- ↑ Lied 895: „கக்ஷ¢யவர்“ ist ein Konvertierungsfehler; gemeint sind im Zusammenhang wohl die versammelten Teilnehmer. Die Verbindung von Tuch, Veda beziehungsweise Ritualwort und Feuer ist im Grundtext verdichtet.
- ↑ Lied 895: Der Satz verbindet Parvatis Askese in Kanchi mit dem goldenen Bogen des Tripura-vernichtenden Shiva. Die genaue Fügung „புதியமுடு“ ist unsicher und wird nicht mit einer erfundenen Einzelhandlung ergänzt.
- ↑ Lied 896: Die Duftbezeichnung „சொக்குப்புலி“ ist nicht zuverlässig zu bestimmen. Auch „அகத்தைப்புரிபுலசுற்றம்“ wird vorsichtig als Ich-bezogener Umkreis der Sinne übertragen.
- ↑ Lied 896: „முக்குற்றம்“ bezeichnet drei grundlegende Fehler, ohne sie hier einzeln aufzuzählen. Die Fügung um „முத்தித்தவசுற்று“ bleibt mehrdeutig; die Übersetzung bewahrt die Begriffe Befreiung, Askese und Ziel.
- ↑ Lied 897: Die Satzgrenzen im Anfang „விண்டுபோய் ... சிந்தைதானுற்றறியும்“ sind unsicher. Die Folge von Körperentstehung, Zerfall und leidvoller Erfahrung ist erkennbar und wird ohne eine zusätzliche Seelenwanderungstheorie übertragen.
- ↑ Lied 897: Für die Gegner verwendet der historische Text „பறையர்“, ein auch als Kastenbezeichnung gebrauchtes abwertendes Wort. Hier bezeichnet es die bekämpften Gegner der Götter; die Übersetzung überträgt die Schmähung nicht auf eine gegenwärtige soziale Gruppe.
- ↑ Lied 898: Die Grundfassung „என்றனிட§ர்¡ல்“ ist beschädigt. Der Zusammenhang ist ein Anspruch auf Unvergleichlichkeit; dessen genaue Formulierung bleibt unsicher. Auch die anschließende Schmeichelrede ist nur sinngemäß sicher.
- ↑ Lied 898: Der Schluss „வந்துதினை காவல்கொண்ட“ kann das Kommen des Gottes zum bewachten Hirsefeld oder seine Teilnahme an der Wacht ausdrücken. Die Übersetzung legt nur den gemeinsamen Ortsbezug fest.
- ↑ Lied 899: Die Wendung „கடன்கள் வாங்கவுமறிந்து“ bleibt in der Richtung der Schuldverhältnisse offen: Sie kann auf das Einziehen ausstehender Forderungen verweisen, ohne den vorausgehenden wirtschaftlichen Zusammenhang zu nennen.
- ↑ Lied 900: Die Folge „வேலாயுதாடம்பரம்“ ist verdichtet; „Herrlichkeit des Speerträgers“ ist eine vorsichtige Worttrennung. Die Anrufungen mit „Namo“ werden vollständig wiedergegeben.
- ↑ Lied 900: „சூலாயுதா“ bezeichnet wörtlich den Dreizackträger und steht hier innerhalb der Anrufung Murugans. Der Reiter von Elefant und Pferd dürfte Indra sein; der Text nennt ihn an dieser Stelle nicht ausdrücklich.
- ↑ Lied 901: Die vielfache Wiederholung von „காட்டி“ – „zeigen“ – ist bewusst bewahrt. „நேரமிகை“ und die Schlusswendung bleiben im genauen Wortsinn unsicher; die Schlussfrage wird als Bitte um das Ende der Erniedrigung verstanden.
- ↑ Lied 901: Die letzte Reihung „தேசுபுகழ்தீட்டி யாசைவருகோட்டி“ ist gedrängt und nicht vollständig sicher zu trennen; Glanz, Ruhm und erwachsendes Verlangen bleiben als erkennbare Bedeutungen erhalten.
- ↑ Lied 902: Die lange erotische Passage bleibt in ihren körperlichen Einzelbildern erhalten. „இட்டத்தரைப்பை“ wird als begehrte Scham beziehungsweise Schoß verstanden; die Verbindung um „வரையையுற ... நெற்றித்தலத்திடையில்“ ist teilweise unsicher. Der Vers beschreibt seine Verstrickung, er gibt keine Übungsanleitung.
- ↑ Lied 902: „எழுதுதுகில்“ wird als bemaltes Tuch beziehungsweise Banner verstanden; die genaue Verbindung mit dem Bild der verdunkelten Sonne ist unsicher. Die Grundfassung hat in „ரக்ஷ¢த்த“ einen Konvertierungsfehler; das Verb „schützen“ ist klar erkennbar. Die abschließende Klammerzahl der digitalen Vorlage ist eine Quellenkennzeichnung und kein übersetzbarer Liedvers.
- ↑ Lied 902: Die Fügung „முக்கட்கணத்தர் துதித்தவத்திறச்சிகர“ lässt die Beziehungen zwischen Dreiäugigem, verehrenden Scharen und Askesegipfel nicht vollständig sicher erkennen. Der klare Kern ist die Unterweisung des auf dem nördlichen Berg tanzenden Vaters.
- ↑ Lied 903: Die dichte Folge reimender Schmähwörter ist teils mehrdeutig, etwa „மடலிகள்“, „சமுகிகள்“ und „முகடிகள்“. Die Übertragung bewahrt ihren historischen polemischen Charakter; sie formuliert keine Aussage über den Wert heutiger Frauen oder Berufsgruppen.
- ↑ Lied 903: In der Schlachtschilderung sind die Bezüge der vielen Verben nicht eindeutig. Das Opferbild und die Freude der Dharma-Göttin stehen im Text; sie werden nicht als Billigung realer Gewalt ausgelegt.
- ↑ Lied 903: „பணிவருசெயமகள் கலையினடமிட எரிவிரிமுடியினர்“ bleibt in der Zuordnung von Uma, Siegesgöttin und feuerhaarigen Gestalten unsicher. Die Bilder sind deshalb bewahrt, ohne die handelnden Wesen abschließend gleichzusetzen.
- ↑ Lied 904: „கன்னாருரித்த“ bedeutet wörtlich, aus Stein Fasern zu ziehen; die traditionelle Worterklärung auf Kaumaram bezieht es auf das Erweichen des Herzens. Dieselbe Quelle versteht das Spiegelbild als den mit dem Speer erschaffenen klaren Teich von Vayalur.
- ↑ Lied 904: Die Waffe der Daksha-Erzählung wird hier dem Wortlaut „வன்வாளி“ folgend als harter Pfeil wiedergegeben. Die Geschichte wird nicht an andere Fassungen der Überlieferung angeglichen.
- ↑ Lied 905: „கடிபோற்பணியரை“ ist in der Bildverbindung unsicher. Sicher erkennbar ist die traditionelle Schlangenhaube als Vergleich für den Schoß; die näher qualifizierende Form „கடி“ wird nicht spekulativ ergänzt.
- ↑ Lied 906: Im Übergang von den lobenden Geistern zum Waldtanz ist nicht ganz sicher, ob der Tanz unmittelbar Murugan oder seinem Vater zugeschrieben wird. Die deutsche Anrufungsform folgt dem durchgehenden Adressaten des Liedes.
- ↑ Lied 906: Die beiden Schlussnamen werden aus „பொயாதகணபதி / திருவக்கீசன்“ gewonnen und als Tempelgottheiten gelesen; der Vers erläutert ihre örtlichen Namen nicht weiter.
- ↑ Lied 907: Die wiederholte Bitte „மாயாது“ – nicht unterzugehen – richtet sich auf das Verharren in äußeren Stufen und Praktiken. Der Vers nennt Charya, Kriya und Yoga vor Jnana; die Übersetzung deutet dies nicht als pauschale Verwerfung jeder Praxis.
- ↑ Lied 907: Die Fügung „பாரமமபட்சமாதேவர்“ bleibt unsicher; sie wird im Zusammenhang der liebevollen Zuwendung Mahadevas gelesen. Die Schlussreihe gibt eine Rangfolge über den genannten Prinzipien wieder, ohne eine vollständige metaphysische Systematik zu ergänzen.
- ↑ Lied 908: Die wiederholte Wendung „அலமல“ wird nach der Worttrennung auf Kaumaram als „alam, alam“ – „genug, genug“ – gelesen. Auch die Trennung von „மகவனையநுசர்கள்“ in Kinder, Mutter und Geschwister wurde dort geprüft. Das Gedicht spricht aus der Perspektive der Entsagung; es ist keine Aufforderung, Angehörige zu vernachlässigen.
- ↑ Lied 908: Die überlieferten Tierbezeichnungen „mayilai“ und „makara“ lassen sich hier nicht eindeutig modernen Arten zuordnen und bleiben als Namen erhalten.
- ↑ Lied 909: Die anfänglichen Einladungen „குறியீர் தனி செறியீர்“ sind in der genauen Anrede unsicher. Die Begriffe Seele, Bindung und Herr werden ihrem erkennbaren lehrhaften Zusammenhang entsprechend wiedergegeben.
- ↑ Lied 909: Der König von Anga ist Karna. Der schwer trennbare Ausdruck „மயல்பேடிகை“ wird mit Hilfe der Erläuterung auf Tamil Surangam auf Arjuna bezogen; die historische, abwertende Anspielung auf dessen zeitweilige Gestalt als Brihannala wird nicht zu einer Herabsetzung geschlechtlicher Vielfalt verallgemeinert.
- ↑ Lied 910: „ஒருவர்க்கொன்றாடல்“ ist im Übergang zwischen dem unerfassbaren Einen und dem Tanz nicht sicher zu trennen. Die Anrufung des Einzigartigen und die Bitte um seine Füße sind deutlich.
- ↑ Lied 911: Die Verbindung zwischen den aufgezählten Bäumen, dem Wunschbaum und dem Virali-Berg ist gedrängt. „Wie ein Wunschbaum“ gibt die Gnadenfülle des Anrufs wieder, ohne eine botanische Gleichsetzung der Bäume vorzunehmen.
- ↑ Lied 912: Die beschädigte Form „க¨ல்முடுஞ்“ im Anfang wird anhand des Paralleltexts mit Erläuterung als das Verdecken durch Kleidung verstanden. Die Traumannahme ist die Aussage des Gedichts; sie wird hier nicht als unabhängig belegtes biografisches Ereignis ausgegeben.
- ↑ Lied 913: Der Vers setzt Murugan mit Sambandar in Beziehung und ruft die Feuerprobe sowie die Bekehrung des Pandya-Königs auf. Das ist die konfessionelle Heiligenüberlieferung des Liedes, kein unabhängiger historischer Bericht.
- ↑ Lied 914: „கறையழிக்க“ und die anschließende Rede über Schmuck und Preis sind mehrdeutig. Der Zusammenhang des zunehmenden Vermögensverlusts ist erkennbar, die genaue Form des vorgetragenen Vorwands bleibt unsicher.
- ↑ Lied 914: „வாலி“ wird dem Wortlaut folgend als Vali wiedergegeben; dieselbe Lesung bestätigt die Kaumaram-Erklärung. Die besondere Variante der Meerquirlung wird nicht stillschweigend durch die verbreitetere Götter-Asura-Fassung ersetzt.
- ↑ Lied 914: „ஆரிய கேவலி“ wird traditionell als Epitheton Deivayanais verstanden. „திருமறு ... ஆயிரம்“ bezeichnet in der herangezogenen Erklärung glückverheißende Körperzeichen; die gedrängte Schlussfügung bleibt in ihrer genauen Verteilung auf Gestalt und Waffe unsicher.
- ↑ Lied 915: Der „Weise des alten Tamil“ wird traditionell als Agastya verstanden. Die häufige Wiederholung „zeigen“ ist ein bewusstes Stilmittel. „மூவுலகளித்து“ kann auch das Gewähren oder Beschützen der drei Welten bedeuten; die genaue Nuance ist offen.
- ↑ Lied 916: Die scharfe Schlamm- und Körpermetaphorik ist die historische Entsagungsstimme des Liedes. Einzelne Anschlüsse in „அளறெனி தம்பம் ... மன்பயில்“ bleiben unsicher; erkennbar sind Schoß, Leib, Täuschung und Verstrickung.
- ↑ Lied 917: Die erotische Passage enthält eine traditionelle Beziehung zwischen Mondphasen und körperlichen „Nektarorten“. Der Vers gibt hier keine vollständige eindeutige Zuordnungstabelle; die Übersetzung ergänzt keine. In „அரிசன பரிசன“ sowie der beschädigten Form „உந்த§முழ்கி“ sind Einzelheiten unsicher. Der klare Zusammenhang von Kleidung, Schoß und Vereinigung bleibt erhalten.
- ↑ Lied 917: „புலத்தலையில் மறுகு பொறிகழல் நிறுவி“ ist nicht sicher zu trennen. Die Übertragung folgt dem erkennbaren Gegensatz zwischen wandernden Sinnen und Sammlung; ob hier zusätzlich das Verankern der göttlichen Füße gemeint ist, bleibt offen.
- ↑ Lied 917: In „எயிறு அலைகள் நெடுகிய குறளிகள்“ ist die genaue Form der Geistergestalten unsicher. Das Fressen von Fett und Eingeweiden und der Tanz sind deutlich. Die brutalen Bilder bleiben als mythologische Schlachtdichtung erkennbar.
- ↑ Lied 918: Die Verbindung „முத்தணி பிறையான போருவை“ ist im genauen Bild unsicher. Perlen und ein sich lösendes, mit der Mondsichel verglichenes Tuch sind erkennbar; die Übersetzung folgt dieser vorläufigen Trennung.
- ↑ Lied 918: Die Reihung von Bergschultern, Geisterscharen und Kreiseltanz ist dicht gefügt. Der Tänzer wird aufgrund der anschließenden Stierfahne als Shiva verstanden.
- ↑ Lied 919: Der Übergang „மிகுத்திழிக்குண“ ist unsicher; die Bitte um Wachstum in der Gemeinschaft und um den hohen Weg ist eindeutig.
- ↑ Lied 919: „திருவாசகமானது“ kann das Werk Tiruvachakam oder allgemeiner „heilige Rede“ bezeichnen. Die Übersetzung bewahrt den gebräuchlichen Werktitel, ohne die Textstelle als eindeutigen Beleg einer bestimmten literarischen Beziehung auszugeben.
- ↑ Lied 920: Die stark abwertenden Benennungen gehören zur historischen Verführungspolemik. „வாய்ப்பாடேணிகள்“ wird wortnah als Beherrschen von Sprüchen beziehungsweise Mustern wie einer Leiter verstanden; der genaue idiomatische Sinn bleibt unsicher.
- ↑ Lied 920: Der Vers verbindet Murugan mit Sambandar und erzählt die Gegenstromprobe, die Heilung des Pandya-Königs und die legendäre Pfählung von achttausend Jainas. Die Gewalt und die konfessionelle Herabsetzung werden als Bestandteile der Heiligenlegende ausgewiesen, nicht als gesicherte Geschichtsschreibung oder als Vorbild.
- ↑ Lied 920: „ஞானதீக்ஷிதசேயே“ ist wörtlich mehrdeutig; „Sohn der Erkenntnisweihe“ bewahrt die erkennbaren Begriffe, ohne eine nicht sicher genannte Person als Vater zu ergänzen.
- ↑ Lied 921: Im Übergang „நீரின்மிகுந்துழலாக்கையிற்றிட“ sind die Einzelbezüge zwischen Körperflüssigkeit, Krankheit und Verstrickung unsicher. Der Weg zu Yoga und innerer Gegenwart ist ausdrücklich erbeten.
- ↑ Lied 921: „தீர்க்கபுத்திர முதல்வோன்“ ist in der Götteranrufung mehrdeutig. Die Übersetzung belässt die Bezeichnung des erhabenen Sohnes, ohne daraus eine abweichende göttliche Abstammung zu folgern.
- ↑ Lied 921: Die Grundfassung hat Konvertierungsfehler in „முக்கண¡றிவாக“ und „தீ¨க்ஷ“. Dreiäugiger, Erkenntnis und Diksha sind erkennbar; die beschädigten Schreibungen werden nicht als zusätzliche Wörter übersetzt.
- ↑ Lied 922: Die drei Werkzeuge sind in der traditionellen Sprache Körper, Rede und Geist. Die dichte Augenbeschreibung, insbesondere „சங்கொடுஞ்சிங்கிதம்“, bleibt teilweise unklar; der sichere Sinn von Bedrängnis und verwirrendem Seitenblick wird wiedergegeben.
- ↑ Lied 922: Der Schluss verbindet die Kaveri mit ihrem Bergursprung in Kudagu und dem Wassergefäß Agastyas. Die genaue Satzfügung bei „சங்கரன் குறுமுனி ... முன்ன்கண்டிடும்“ ist unsicher. Weitere Einzelheiten der Kaveri-Legende werden deshalb nicht in den Vers eingefügt.
- ↑ Lied 924: In „உற்ழுறல்“, „முதிரத்துவற்ப“ und „மிசை“ liegen gestörte oder schwer trennbare Formen vor. Lippennektar, innige Umarmung, Schoß und Genuss auf dem Lager sind deutlich; unsichere Einzelnuancen werden nicht ausgeschmückt.
- ↑ Lied 924: Der Wagenlenker Naras ist Krishna, der Arjuna führt. Der Vers verwendet die Beinamen; sie werden nicht um weitere Schlachtereignisse ergänzt.
- ↑ Lied 925: „அசலேசுரர்“ ist wörtlich „Herr des Berges“; die Anrufung wird hier auf Shiva bezogen. „பசுபாசமும்விட்டு“ wird als Überwindung des gebundenen Seelenzustands und seiner Fesseln wiedergegeben, nicht als Vernichtung eines Lebewesens.
- ↑ Lied 925: Die ungewöhnliche Verwandtschaftsbezeichnung „கமலாலயன்மைத்துனவேள்“ wird dem Wortlaut entsprechend bewahrt. Eine bestimmte mythologische Herleitung wird nicht hinzugedichtet.
- ↑ Lied 926: „கோகுலசத்தி“ ist in der Bezeichnung der Göttin nicht sicher auflösbar; der ausdrückliche Bezug auf Shakti und ihren Anteil an Shiva bleibt erhalten. „தாதகி“ wird als überlieferter Blütenname wiedergegeben.
- ↑ Lied 927: „மொட்பை“ im Anfang ist unsicher; es wird kontextbezogen als gewecktes Verlangen verstanden. „நியமிதகற்பனை“ kann feste Anordnung, Vorschrift oder inneren Entschluss bezeichnen; die Übersetzung hält diese Bedeutungen zusammen.
- ↑ Lied 927: „வட்டகுணத்து“ und „கித்திநடக்கும்“ sind in der Waffen- und Tanzbeschreibung nicht eindeutig. Garbhapura ist die im Lied verwendete Sanskritbezeichnung Karuvurs.
- ↑ Lied 928: „யமகோட்டி“ ist als Yamas Bezirk beziehungsweise Gericht übertragen. Die anfängliche Wendung „சஞ்சலசரிதபரநாட்டர்கள்“ bleibt in ihrer genauen politischen Bezeichnung offen.
- ↑ Lied 928: Die Fünf sind die Pandavas, die Hundert die Kauravas, Vijaya ist Arjuna. Der Vers verbindet Würfelspiel, zwölfjährige Verbannung, verborgenes Leben und Rinderrückgewinnung in gedrängter Form. Die Übersetzung behält diese Folge bei, ohne ausgelassene Zwischenschritte zu ergänzen.
- ↑ Lied 929: Das drastische Bild „தோளின் துவயல்“ und „வ்யாத்தம்“ wurden mit der Worterklärung auf Kaumaram abgeglichen: Die Stelle verbindet das Zerriebenwerden in der Umarmung mit dem Gedenken an die alldurchdringende göttliche Gegenwart. Vanchi bezeichnet hier Karuvur.
- ↑ Lied 930: Die unterirdische Kammer „நிலவறை“ und deren Durchdringung sind erkennbar, die zugehörige Krishna-Episode wird aber nicht eindeutig benannt. Die Erklärung auf Tamil Surangam verbindet sie mit Devaki und Vasudeva; diese Zuordnung wird hier nicht als sicher in die Übersetzung übernommen. Vijaya bezeichnet Arjuna.
- ↑ Lied 930: „குடகதமனி“ ist in der Pflanzen- beziehungsweise Ortsangabe unsicher. „Vanni-Bäume“ folgt vorläufig der herangezogenen Erklärung; eine sichere botanische Gleichsetzung bleibt offen.
- ↑ Lied 931: Die zweite Zeile hat in der Grundfassung die gestörte Form „மந்திபோற்ள“. Die Zuordnung des springenden Affenbildes zur Krankheit beziehungsweise zur gebundenen Seele ist unsicher. Biene, Affe und Ball sind die drei ausdrücklich verwendeten Bilder.
- ↑ Lied 933: „பாங்கிற்பரகுருவாங்கற்பனை“ ist gedrängt und erlaubt verschiedene Worttrennungen. Sicher sind Shivas liebevoller Lobpreis und die Bezeichnung Murugans als höchster Lehrer; das Annehmen der Weisung ist eine vorsichtige Kontextdeutung.
- ↑ Lied 934: Das Lied spricht als Liebesklage beziehungsweise Fürbitte für eine Liebende. Die Fügung „சிலைபொருகால்“ verbindet Wind und Bogenkampf; der genaue grammatische Anschluss bleibt unsicher.
- ↑ Lied 935: Die Reihung enthält traditionelle Auszeichnungen und Dichtertitel, deren genaue institutionelle Bedeutung hier nicht gesichert ist. „கத்திகை“ bleibt als Schmuckname erhalten. „மூவெழுவர்“ ist wörtlich drei mal sieben; eine nicht im Vers genannte Liste von Wohltätern wird nicht eingefügt.
- ↑ Lied 935: Der Schluss der Gajendra-Strophe um „விதம்பராவஅடுப்பவன்“ ist im Einzelnen unsicher. Die deutliche Folge von Hilferuf, Garuda und dem herbeieilenden Retter bleibt erhalten.
- ↑ Lied 935: „கொங்கணாதிதரப்பெறு“ wird vorläufig mit dem Namen Konganatha verbunden. Die genaue historische oder legendäre Zuordnung bleibt offen; aus der Form wird keine gesicherte Herrscherfolge abgeleitet.
- ↑ Lied 936: „சா¡£ரம்“ ist ein Konvertierungsfehler im Wort für Stimme beziehungsweise Laut. Die Verbindung „தெரிகுமண்டையிட்டு“ ist in der Liebesschilderung unsicher; ihr Zusammenhang intensiven Verlangens ist sinngemäß wiedergegeben.
- ↑ Lied 936: „உலககண்டமிட்டு“ muss hier als „ulakkai“ – Stampfer – mit dem anschließenden Zertrümmern getrennt werden. Die Kaumaram-Worterklärung bestätigt den Bezug auf das Ende der Yadavas. Die Übersetzung übernimmt nur die im Vers angeführten Ereignisse, nicht die ganze spätere Erläuterung der Legende.
- ↑ Lied 937: Der kurze Übergang „நஞ்சவினையொன்றி“ verbindet Gift und Tat beziehungsweise Verstrickung. Die Übersetzung bewahrt diese gedrängte Aussage, ohne eine konkrete Vergiftungshandlung zu behaupten.
- ↑ Lied 938: „சங்கைபெற“ bleibt zwischen Anerkennung, Ehre und Bindung mehrdeutig. Die Übersetzung gibt es vorläufig als Suche nach Ansehen wieder.
- ↑ Lied 938: „கம்பர்“ wird als Beiname Shivas belassen; die genaue örtliche Zuordnung des Beinamens ist im Vers nicht erläutert. Das gesenkte Haupt Kalis gehört zur überlieferten Tanzwettstreit-Bildwelt.
- ↑ Lied 939: Die erste Hälfte entfaltet durchgehend die Augen als handelnde, kriegerische Kräfte. „இணையறுவினையைத்தாவி“ bleibt im Einzelnen unsicher; die starke Überschreitungsmetapher wird bewahrt.
- ↑ Lied 939: Die Reihe von Göttinnennamen und Beinamen enthält unsichere Trennungen, besonders „கடினத்தாளிவாகினி“ und „வித்தாரியாமளி“. Die deutsche Fassung bewahrt die erkennbaren Namen, Bewegungs- und Machtbilder, ohne einen neuen Göttinnenkatalog zu konstruieren.
- ↑ Lied 940: Die stark zusammengezogene Passage „அக்காகி ... பத்தூரர் ... மெய்த்தூதர்“ wurde mit der Kaumaram-Worterklärung abgeglichen. Murugan wird als Guru Shivas angerufen; Shiva vermittelt als Bote zwischen Sundarar und Paravai. Die genaue Verteilung von Freude, Trennungsschmerz und Ausruf bleibt sprachlich gedrängt.
- ↑ Lied 941: Wie in Lied 908 wird „அலமல“ als „genug, genug“ gelesen. Die Bitte stellt unmittelbares Heil über endloses Hören und Streiten; sie verwirft nicht ausdrücklich jede der genannten Schriften oder Methoden.
- ↑ Lied 941: „சுக்¡£பர்“ ist die beschädigte Schreibung Sugrivas. Die ineinandergreifenden Bilder von Seide, heiliger Schnur und Areca-Blütenscheiden werden ohne zusätzliche botanische Erklärung bewahrt.
- ↑ Lied 942: Die Grundfassung ist an „தக்ருர்வாய்“, „புண்டற்“ und „பீண்டிற்“ gestört. Der Paralleltext mit Erklärung stützt das Widderreiten, das Tragen der Füße im Innern und die Aussage, den Nahenden nicht zu verlassen. „Im Jahr einen Tag“ ist die wörtliche Lesung von „ஆண்டுக்கொருநாளில்“.
- ↑ Lied 944: Die schwierige Fügung „அங்கத்தைப் பாவைசெய்தாம்“ wird mit der dort gegebenen Worterklärung als Hinweis auf Sambandars Wiederbelebung Poompavais aus den Gebeinen verstanden. Die anschließende Pfählung gehört zur konfessionellen Legende; sie wird nicht als gesichertes historisches Ereignis dargestellt.
- ↑ Lied 946: „சாகாதிபட்சண“ wird als Blatt- beziehungsweise Pflanzennahrung gelesen. „ஆறாறு“ heißt sechs mal sechs; „நிராதாரநிலை“ ist der Zustand ohne Stütze. Diese Begriffe bleiben der Shiva-Yoga-Sprache des Verses entsprechend erhalten.
- ↑ Lied 947: Die lange, Sanskrit-geprägte Elefantenbeschreibung enthält schwer trennbare Formen, insbesondere „அஞ்சையாரி“ und „கடோரபுரோசம்“. Ambari beziehungsweise Elefantensitz und Halsriemen werden mit Hilfe der Worterklärung auf Tamil Surangam gelesen.
- ↑ Lied 947: Die Erzählfolge bezieht sich auf Sundarar und Shiva: Gold für Paravai, Speisung unterwegs, Wegweisung und Rettung des verschlungenen Kindes. Namen sind in der Strophe überwiegend umschrieben. Die drei Hilfserzählungen werden als Heiligenüberlieferung, nicht als unabhängig belegte Ereignisse wiedergegeben.
- ↑ Lied 948: Die Verbindung „கனக்கப்பறை தாயளாவ“ ist im genauen Sinn unsicher; Trommelschlag und die Erwähnung einer Mutter sind erkennbar. Der Vers verbindet ein Liebeskrieg-Bild mit der Bitte um Erkenntnis.
- ↑ Lied 949: „சீவாத்துமஞான ஊராட்சி“ ist eine ungewöhnliche Verbindung von Jivatma-Erkenntnis und Herrschaft beziehungsweise gefestigter Geltung. Die genaue Nuance bleibt offen. Das im digitalen Text beschädigte „§ப்ருர்“ wird als Perur gelesen.
- ↑ Lied 950: Die gedrängte Reihe „ஊரே பேரே பிறவே ... நிட்கராதிகண்“ ist nicht sicher zu trennen. Die Erläuterung auf Tamil Surangam versteht darin Heimat, Namen und weitere geliebte Dinge sowie bedrängende Dreiergruppen. Welche Drei gemeint sind, nennt der Vers nicht eindeutig; es wird keine feste Liste ergänzt.
- ↑ Lied 950: „காலாயுதம்“ ist der Hahn, wörtlich mit den Füßen als Waffen. Die Schlusswörter „பட்டியாள்பவர் ... பர்ருராசூழ்“ gehören zur Perur-Legende Shivas und sind teilweise gestört. Der erwähnte Patti und die umkreisende Kuh werden nach der herangezogenen Erklärung verstanden; die beschädigte Wortform bleibt im Tamiltext kenntlich.
- ↑ Lied 951: „கடனபயம்“ und „கருமசடங்கு“ werden als Furcht vor Verpflichtung und Handlungsritual gelesen; die Anfangsfügung bleibt teilweise unsicher. „அரவியிடந்தப்பி“ kann auf die solaren und lunaren Bahnen innerer Yogapraxis verweisen. Eine bestimmte Atemtechnik wird daraus nicht abgeleitet.
- ↑ Lied 951: „கொக்கு“ wird im Asura-Zusammenhang als Baumgestalt gelesen. „செட்டி“ ist der überlieferte Händler-Beiname Murugans; welche örtliche Geschichte dahintersteht, erläutert der Vers nicht.
- ↑ Lied 952: Der Berg wird im Wortlaut „Meru“ genannt, und als Quirlender erscheint ausdrücklich Vali. Diese besondere Fassung der Meerquirlung bleibt erhalten; sie wird nicht an andere Fassungen mit Mandara und Asuras angeglichen.
- ↑ Lied 954: Die Fügung um „பொற்பதிபாடும்“ kann sowohl das Besingen der goldenen Stätte als auch des herrlichen Herrn ausdrücken. Die drei folgenden Begriffe für Herrschaft, Dichtung und Lehrerschaft sind ausdrücklich genannt.
- ↑ Lied 956: Die Form „புண்டா£க“ ist als Lotusbezeichnung beschädigt. Im Erkenntnisabschnitt ist „மொழியிற்றுஞ்சுறாதனகரணம்“ mehrdeutig; die Übersetzung bewahrt den Gegensatz zwischen äußerem Verstummen und den weiter tätigen inneren Werkzeugen.
- ↑ Lied 956: Der korallenfarbene Einzahnige ist Ganesha. Das Gedicht verbindet das Niederschreiben des Mahabharata mit der Umrundung des Vaters und Murugans Weltreise; die übliche ausführlichere Wettstreiterzählung wird nicht eingefügt. „சிம்புள்“ ist ein seltenes Helden- beziehungsweise Tierbild und wird nur sinngemäß als Löwenbild übertragen.
- ↑ Lied 958: Die Sonnen- und Mondbilder des Anfangs werden nach der Worterklärung auf Kaumaram auf die später genannten Füße bezogen. Die Grundfassung macht den Vergleich nicht durch ein ausdrücklich wiederholtes „wie“ kenntlich; die Übertragung verdeutlicht die zusammenhängende Bildfolge.
- ↑ Lied 959: Die Metapher „பிணையெருது“ wird als angeschirrter beziehungsweise gebundener Ochse wiedergegeben. Der Text verwendet eine scharfe historische Verführungspolemik; die Behauptungen über Frauen und Liebesmittel werden als dichterische Stimme bewahrt.
- ↑ Lied 959: Wie an anderen Stellen verbindet der Dichter Murugan mit Sambandars konfessioneller Heiligenlegende. Die Pfählung wird nicht als gesichertes historisches Ereignis oder als zu befürwortende Handlung dargestellt.
- ↑ Lied 960: Der „Mann aus Vadavur“ ist Manikkavasagar, der göttliche Verrückte Shiva. Worttrennung und die Folge von Unterweisung, Schakal-Pferde-Spiel, Gewand und Erdentragen wurden mit der Erläuterung auf Tamil Surangam abgeglichen. Die deutsche Fassung bewahrt die im Vers genannten Handlungen, ohne die vollständigen Ortslegenden einzufügen.
- ↑ Lied 960: Die beschädigte Verbindung „ராம ¡£ணமயில்“ wird nach der herangezogenen Erklärung als die pfauengleichen, von Vishnu hervorgebrachten Gemahlinnen verstanden. Der Vers verbindet verschiedene Vishnu-Beinamen und Taten; daraus wird keine einheitliche Rama-Episode konstruiert.
- ↑ Lied 961: „தம்பலம்“ bezeichnet Betel beziehungsweise die gekaute Betelmischung. Der Ausdruck „பலமிற்கொண்டிடு“ am Ende der ersten Hälfte ist in seiner genauen Nuance unsicher; die Übertragung folgt dem Bild eines durch Begierde entkräfteten Menschen.
- ↑ Lied 961: In „அச்சங்கொடு வந்திடு முழையுடல்“ ist eine zusätzliche Gegnerbezeichnung möglicherweise beschädigt oder verschliffen. Da sie nicht sicher bestimmbar ist, bleibt sie allgemein als grausames Wesen bezeichnet; die anschließend ausdrücklich erkennbaren Namen sind vollständig wiedergegeben.
- ↑ Lied 961: Die Schlussverbindung „வடவெற்பங்கயல் ... குசசரவணை“ ist dicht und teilweise unsicher. Nördlicher Berg, kühler Schilfteich und Lotusgesicht sind erkennbar; die genaue räumliche Beziehung wird nicht weiter ausgeführt.
- ↑ Lied 962: „சாமுத்ரியங்கள்“ wird als überlieferte Samudrika-Kunde gelesen, also Zeichen- beziehungsweise Körperzeichenlehre; der Vers erläutert sie nicht. Das Königswunder gehört zur Sambandar-Legende.
- ↑ Lied 963: Der Vergleich „கருநீலக்கயமேறியனேரென“ wird als dunkles Elefantenbild auf dem goldenen Berg gelesen. Die genaue Zuordnung zu den einzelnen Teilen der Brust ist offen.
- ↑ Lied 964: „திருவாணி“ lässt sich auf Shri und Vani beziehungsweise auf glückverheißende, gelehrte Rede beziehen. Die Übersetzung hält den Glücks- und Weisheitsbezug offen.
- ↑ Lied 965: Die Fügung „பூதத்தயவான“ wird mit der Worterklärung auf Kaumaram als Erbarmen gegenüber den lebenden Wesen verstanden. Das kurze Gebet verbindet Erkenntnis ausdrücklich mit rechtem Verhalten und Mitgefühl.
- ↑ Lied 966: Die vielen reimenden Bezeichnungen enthalten grobe historische Schmähungen. „தனகிகள்“ bleibt im genauen Sinn unsicher; der Kontext von vorgetäuschter Vertrautheit und Besitzgier ist erkennbar.
- ↑ Lied 967: Die lange erste Satzperiode wurde mit der Worterklärung auf Kaumaram abgeglichen. Die Anrufung kehrt von Shiva und Vishnu zu Murugan zurück. Phalguna ist Arjuna; welche konkrete Furcht Vishnus gemeint ist, wird im Vers nicht weiter ausgeführt.
- ↑ Lied 967: „அற்பவிடை தற்பமது ... வளரல்“ ist im Schluss schwer zu trennen. Die Häuserdeutung folgt vorläufig der herangezogenen Erklärung; sie bleibt philologisch unsicher.
- ↑ Lied 968: Die Form „ஆரமதலமபு“ bei der Brustbeschreibung ist gestört und nicht sicher vollständig auflösbar. Die fünf Sinne und die vier inneren Werkzeuge sind dagegen ausdrücklich genannt.
- ↑ Lied 969: Die ungewöhnliche Reihe „மந்தி தந்தி வாரண“ wird mit der Worterklärung auf Tamil Surangam als Affe, Schlange und Elefant gelesen. Die Tiervergleiche sind historische polemische Bilder des Gedichts, keine Werturteile über Frauen.
- ↑ Lied 971: Die Worttrennungen der beiden langen Satzperioden wurden mit dem Paralleltext und seiner Erklärung abgeglichen. Der „Strom“ wird dort als Ganga verstanden; die meerartigen Wellen beschreiben diesen Fluss. „இரங்கு தொலைதிருவரங்கர்“ gehört zur Anrufung des erbarmenden, uralten Ranganatha. Einzelheiten bei „அரங்கநக“ bleiben in der Umarmungsbeschreibung unsicher.
- ↑ Lied 972: Die Schmuckreihe sowie „சந்திரவாகு“ sind mehrdeutig; „mondhell“ und „schöne Schultern“ sind vorläufige Übertragungen. Der zentrale Kontrast zwischen Verstrickung und erinnerter göttlicher Gestalt ist klar.
- ↑ Lied 972: „இயலார்சொற்கிஞ்சியளாவும்“ bleibt im Schluss unsicher; die Nähe zum dichterischen Wort wird vorsichtig wiedergegeben.
- ↑ Lied 973: Die Wortspiele „இலஞ்சியில் ... இலஞ்சியம்“ lassen Ortsname, Teich beziehungsweise erfrischenden Ort anklingen. Der genaue Sinn des mittleren Ausdrucks ist unsicher; das Spiel mit dem Ortsnamen wird nicht als gesicherte Etymologie ausgegeben.
- ↑ Lied 975: „ம¨டொக்க“ ist beschädigt und wird als Vergleich mit Toren verstanden. Die Krankheitsreihe enthält vormoderne Bezeichnungen; sie ist keine medizinische Aussage über Sexualität.
- ↑ Lied 975: Die Ortsreihe „கூடற்கச்சாலை ... கோடைக்கச்சூர்“ lässt die Wortgrenzen teilweise offen. Die wiedergegebenen Namen sind eine vorläufige Trennung der überlieferten Reihe; nicht alle werden ohne zusätzlichen Beleg mit heutigen Orten gleichgesetzt.
- ↑ Lied 976: Die negativen Aussagen und Elementbilder wurden wortnah erhalten. Die schwierigen Verbindungen um „வீசம்“, „காதம்“ und „மதமுறு ... தீதர்“ wurden mit der Worterklärung auf Kaumaram abgeglichen. Die Entfernungsmaße werden nicht in vermeintlich exakte moderne Einheiten umgerechnet.
- ↑ Lied 976: Die scheinbaren Klangsilben „தீதித்தித்தீதிது“ lassen sich nach der herangezogenen Erklärung als zusammengezogene Mahnung und Aufforderung zur Sinneswandlung lesen. Der Abschnitt ist daher als Rede und nicht als Trommelrhythmus übertragen.
- ↑ Lied 977: Die Zusammensetzung „பற்பாசனமிகைச்சிரம்“ wird als überzähliges Haupt des auf dem Lotus Sitzenden, also Brahmas, gelesen. Die Frucht-, Fisch- und Perlenbilder am Schluss sind dichterische Überfülle, keine naturkundliche Schilderung.
- ↑ Lied 978: Die Worttrennung des Schlangenvergleichs wurde mit der Kaumaram-Erklärung geprüft: Er beschreibt Yamas zorniges Verfolgen des Knaben Markandeya, nicht eine zusätzliche Schlange als Opfer. „சாமபரமேட்டி“ ist eine Bezeichnung Brahmas; der Abschnitt verbindet mehrere Überlieferungen.
- ↑ Lied 979: Die Verbindung von Krishna als Butterdieb und dem Stier folgt dem Vishnu-als-Reittier-Bild der Tripura-Überlieferung. Der Vers selbst reiht die Beinamen dicht; die genaue Zuordnung von Totenkette und gefallenen Göttern bleibt teilweise unsicher.
- ↑ Lied 980: In „காலமேற்கவுழப்பி“ und „மீதணாப்பு“ bleibt die genaue Handlung mehrdeutig. Der Ablauf von Verzögerung, Geldforderung, Abweisung und erneutem Liebesgestus ist aus dem Zusammenhang übertragen.
- ↑ Lied 980: „தாத்திரிபட்சித்தாவெனவுமிழ்வாளி“ und „சேதனார்த்தப்ரசித்தி“ enthalten stark verschliffene Sanskritglieder. Erdverschlingen beziehungsweise Feuerpfeil und die Belehrung über Bewusstsein sind vorläufige Lesungen; die genaue Aussage bleibt an diesen Stellen unsicher.
- ↑ Lied 981: „ஆனாகவித்தவுடல் ஊதாரி“ ist in der Beschreibung des vormals kräftigen Körpers unsicher. Tod, Bahre, Verbrennung und Bitte um keine neue Geburt sind eindeutig.
- ↑ Lied 982: Die Schlussverbindung „உட்பொருள்ஞானக் குறமகளும்பற்சித்திரை“ ist nicht sicher zu trennen. Das Jägermädchen und eine himmlische Schöne sind erkennbar; die Beziehung zur „Erkenntnis des inneren Sinnes“ bleibt mehrdeutig. Uttarakosha bezeichnet hier den im Quellentitel genannten Ort Uttarakosamangai.
- ↑ Lied 983: Die Krankheitsreihe wird als vormoderne Leidensbeschreibung wiedergegeben. Die genaue Trennung von „சோகைகளமாலை“ und „தூறிருமல்“ bleibt unsicher; moderne Diagnosen werden daraus nicht abgeleitet.
- ↑ Lied 983: Die Gegnerreihe verbindet Rama- und Krishna-Erzählungen. „Nili“ und „Baka“ bleiben als überlieferte Namen erhalten; sie werden nicht ohne Beleg in eine ausschließlich auf Rama bezogene Liste umgedeutet. „அரிகோசன்“ im Schluss ist als Hari mit Königsbezeichnung gelesen, in der genauen Fügung aber unsicher.
- ↑ Lied 985: Die Grundfassung hat „தகரமுதல்“; der Paralleltext liest „அகரமுதல்“ – „beginnend mit A“. Diese Lesung wird in der Übersetzung verwendet. Die Bildfolge Lotus, Turiya, Kristalltor und Sushumna wird wortnah bewahrt. Die „Fünf“ werden traditionell als Sinne verstanden; zusätzliche Chakra-Zahlen oder physiologische Abläufe, die der Vers nicht nennt, sind nicht ergänzt.
- ↑ Lied 985: Der Anfang ist eine stark verdichtete innere Yogavision. Besonders die Verknüpfung von „செயலளவும் அசலமது“ bleibt unsicher; die einzelnen erkennbaren Aussagen werden beibehalten, ohne eine technische Anleitung daraus zu konstruieren.
- ↑ Lied 986: „முழுதுமலாப்பொருள்“ ist im genauen Wortschluss unsicher. „Vollkommen ungeteiltes Wirkliches“ ist eine vorsichtige Deutung im Kontext des gnädig gewährten höchsten Ziels, keine sichere etymologische Auflösung.
- ↑ Lied 987: „சித்தசசாத்திரம்“ ist hier Kamas Lehre, nicht eine Siddha-Heilschrift. Die verdichtete Folge „கற்புகர்மாற்றுரைப்பது கரிசாணி“ wurde mit der Worterklärung auf Kaumaram als Prüfung von Edelsteinen und Gold gelesen.
- ↑ Lied 987: Die Verbindung „சமத்துக்கட்டியிலாத்தமுற்றவன்“ wird vorsichtig auf Vishnus Freude am Sinn dichterischer Worte bezogen. Der Chetti-Beiname verweist in der Kommentierung auf Rudrasharman als Gestalt Murugans; diese zusätzliche Identifikation ist im Vers nicht ausdrücklich genannt.
- ↑ Lied 988: Die knappen Wortgruppen wurden mit der Worterklärung auf Kaumaram abgeglichen. Das Lied wird dort als Fürbitte der Mutter für ihre verliebte Tochter verstanden. In der Schlussbitte dieser Strophe liest der Paralleltext „புணராயே“ – „vereine dich“ – statt der gestörten Form der Grundfassung.
- ↑ Lied 989: Die ungewöhnlichen Worttrennungen bei Heimat und Verwandten, Schlangenliege und Muschelblasen wurden mit der Erläuterung auf Tamil Surangam abgeglichen. Die kriegerischen Brustvergleiche am Schluss bleiben historische poetische Bilder.
- ↑ Lied 990: „ஊறுபாவவுறுப்பிலூறல் தேறுகரிப்பில்“ ist in Einzelheiten unsicher. Die Flüssigkeits- und Rauschmetapher wird wortnah belassen, ohne sie durch eine verallgemeinernde Inhaltsangabe zu ersetzen.
- ↑ Die stark sanskritisierte Namensfolge ist im Project-Madurai-Text stellenweise technisch beschädigt. Zur Worttrennung insbesondere pāra avatāṉa akaṇṭacūrā („ganz achtsam; Held von ungeteilter Tapferkeit“) und vēlāyutā curar („Speerbewaffneter; der Götter …“) wurde Kaumaram, Lied 992 verglichen. „Schwager“ ist eine mögliche Bedeutung von maittuṉaṉ; der verwandtschaftliche Titel verbindet Murugan mit Kama über Vishnu. „Lakshmi der Jäger“ bezeichnet hier Valli, ohne ihre besondere Gestalt aufzuheben. Mūlādhipa lässt sowohl „Herr des Ursprungs“ als auch eine Beziehung zum Muladhara zu.
- ↑ Antaryāmi-yōkam bezeichnet die Verbindung mit dem innerlich lenkenden Göttlichen. Die selbstanklagenden Zusammensetzungen ācapā īṉaṉ, kīta nāṭaṉ und vīṭu paṭṭaḻi sind nicht ganz eindeutig; möglich sind auch allgemein das Streben nach Musik und die verlorene Befreiung statt des zugrunde gehenden Hauses. Die Übersetzung bewahrt die einzelnen Selbstvorwürfe, ohne sie als biographische Tatsachen auszugeben.
- ↑ Die Anrufungen gehen zwischen Murugan und Zügen Shivas über: Dreizack, Tanzhalle und der gegen den Todesboten erhobene Fuß. Diese Übergänge wurden nicht durch zusätzliche Verwandtschaftsformeln geglättet. Die Silben tōti tittimi tītā sind Tanzrhythmus.
- ↑ Die Worttrennung von vīma cakrayū kāḷā folgt der Deutung auf die kreisförmige Schlachtordnung (Chakravyuha) in Kaumaram, Lied 994. Auch die Verbindung von vintu nāta (Bindu und Nada) mit den folgenden Lotusfüßen ist syntaktisch offen.
- ↑ Die ersten Göttinnen sind Saraswati, Lakshmi und Indrani (Pulomaja). Die Namenfolge der Mutter bewahrt mehrere lautliche Sanskritübernahmen. Die Verbindung civātare aṅkarākī wird nach dem Wortvergleich mit Kaumaram auf den Anteil am Körper Shivas und duftende Körpersalbe bezogen.
- ↑ Die Einweihungsformel cākra-atīta-tīkṣai-parīkṣai ist in der Textgrundlage beschädigt; „über das Wachen hinausführend“ setzt eine Beziehung zu Sanskrit jāgrat voraus und bleibt unsicher. Die Worttrennung tuvātaca akṣa („zwölfäugig“) und die sechs Silben wurden mit Kaumaram, Lied 995 geprüft. Der tamilische Vers nennt Meru; der Kommentar versteht hier Krauncha. Die Übersetzung ersetzt den überlieferten Bergnamen nicht. Die sechssilbige Formel wird im Vers bezeichnet, nicht ausgeschrieben.
- ↑ Die Worttrennung der Zeile cōti kāṭṭa varāccuta nātaṉārkkaruḷ pōṟṟiya tūritā ist unsicher; die Bitte um die höchste Wirklichkeit ist klar, die Anrede und ihre Bezüge bleiben vorläufig.
- ↑ Die verdichtete Zeile ūḻiṭampuyaṉ vēlā … mālārātara bleibt hinsichtlich der Zuordnung des Lotusgeborenen und der Anrede vēlā unsicher. Mal ist Vishnu; sein Aufenthalt im Meer ist im Folgenden erkennbar.
- ↑ Nāli raṇṭu wird hier als vier und zwei, also sechs Blütenblätter, verstanden. Die knappe Folge wird in Kaumaram, Lied 998 als innerer Shiva-Yoga mit Brahma, Vishnu, Rudra und Sadashiva ausgelegt. Die im Kommentar ausführlich benannten Chakras und Atemübungen sind im Vers nicht sämtlich ausgeschrieben und wurden deshalb nicht in die Übersetzung eingefügt. Kirīṭā pīṭam kann auch an einen Kronensitz denken lassen; „Sitz des Spiels“ folgt der dortigen Trennung als krīḍā.
- ↑ Die Folge nānā tēciya mōki ist mehrdeutig: Das Vergleichszeugnis trennt auch amōki („ohne Verlangen“). Ebenso kann vāma tantira nūlāy vāḷ als „die durch Vama-Tantra-Schriften Erforschte“ gelesen werden. Die Ausgabe bewahrt die Nähe zur überlieferten Wortfolge und macht aus diesen Anrufungen keine konkrete Ritualanweisung. Die Überlieferung āṭā nāṭiya wird als Wunsch zum Tanz verstanden, nicht als Verneinung allen Tanzens.
- ↑ Der Bezug von neṟikāṇa wird hier auf Shiva als Empfänger von Murugans Unterweisung gelegt. Die Folge ātaṉa pataṅkaḷai nā karutiṭa lässt neben den Füßen auch die Worte des Lobes anklingen.
- ↑ Kuḻaiyōlai cātaṉam eṉṟu ist in seinem genauen Zusammenhang unsicher. Gemeint sind offenbar der Ohrschmuck und die Mittel der Liebesbezauberung; die Übersetzung ergänzt keine unüberlieferte Handlung.
- ↑ Der Hirt ist Vishnu; der Bogenschütze ist Shiva im Mythos von den drei Festungen. Die zahlreichen Mäuler gehören der als Quirlseil eingesetzten Schlange. Ūrum aṭaṅkalum wird als „Stadt und alles Übrige“ verstanden; die Rückgabe der himmlischen Herrschaft an Indra/Vasava bildet den Abschluss.
- ↑ Der erste Satz bezeichnet Ravanas Versuch, Kailasa zu heben; es folgt seine Tötung durch Rama. Der tamilische Satz ist stark ineinander verschränkt. Die weiteren Vishnu-Geschichten betreffen Gajendra, Putana und den weltmessenden Trivikrama.
- ↑ Die Speisegaben gelten Ganesha. Die technische Beschädigung kaṉal wurde im Zusammenhang vorläufig als Zuckerrohr verstanden; die Grundlesung ist nicht sicher. Der Satz über das Gedeihen der Erde verbindet Opfergabe, Lob und Gnade, ohne deren Subjekt durchgehend ausdrücklich zu nennen.
- ↑ Die Bezeichnung „niedrig Geborener“ steht als zitierte gesellschaftliche Herabsetzung im Selbstklagevers. Sie ist keine Bewertung des Menschen durch diese Ausgabe.
- ↑ Die Kritik richtet sich auf ein beim Äußerlichen stehenbleibendes Verständnis von Charya und Kriya. Der Vers bezeichnet nicht jede rituelle oder religiöse Praxis als wertlos. Iravu pakal aṟa („Nacht und Tag enden“) gehört zur Sprache der über Gegensätze hinausgehenden Erfahrung.
- ↑ Die Lesung raviyumiḻ tuvacam wird hier auf den schallenden Ruf des Hahn-Banners bezogen; wörtlich könnte die ungetrennte Form auch Sonnenstrahlung nahelegen.
- ↑ Der lange Genitiv im letzten Abschnitt verbindet Devasena mit Indras Waffen, Elefant und Himmelsherrschaft. Der Sanskritname Krauncha ist durch den tamilischen Ausdruck „der Kranich genannte Berg“ wiedergegeben.
- ↑ „Knospen öffnen sich, junges Mondlicht steigt auf“ ist die bildhafte Überleitung vom lächelnden Mund zum Lippenkuss; die Bilder wurden nicht durch eine einzige anatomische Erklärung ersetzt.
- ↑ Die wiederholten Wörter etir etir etir betonen die gegen den Feind gerichtete Bewegung. Bei iru kālum sind die beiden Bogenenden eine kontextuelle Lesung; der gedrängte Wortlaut lässt die genaue Bewegung offen.
- ↑ Das Folgen auf das Dichterwort erinnert an Vishnus tamilische Überlieferung als der „wie gesagt Handelnde“; der Vers nennt hier keinen Dichternamen. Die Titel Menschen- und Götterherr können als weitere Vishnu-Anreden oder als selbstständige Anreden Murugans gelesen werden.
- ↑ Die absichtlich drastische Rede der Schlachtfeldgeister wurde nicht ausgelassen. Die schnelle Folge ukanta tītu itu uḷatu ist in ihrer genauen Satzgliederung unsicher; die Übersetzung gibt sie als mehrere kurze Geschmacksurteile wieder.
- ↑ Die Reihe der Sinnesreize enthält im überlieferten Wortlaut keine eindeutig abgetrennte Geschmacksbezeichnung; sie wurde nicht zur geläufigen Fünferliste ergänzt. Die Aussagen der anderen Schulen werden hier zunächst als zu verstehende Hinweise angeführt, nicht einfach verworfen.
- ↑ Der Quirlberg heißt im Wortlaut imakiri, wörtlich „Schneeberg“; seine Benennung wurde nicht stillschweigend in Mandara geändert. „Siebzig“ bezeichnet eine traditionelle Größe des Affenheeres, nicht notwendig siebzig einzelne Tiere.
- ↑ Die Form paṇṭaṉai ist nicht eindeutig; „wie zuvor“ bleibt vorläufig. Das untermeerische Feuer bezeichnet in der Liebesklage die als brennend erfahrene Kühle des Mondes.
- ↑ Die Passage puyara … kurampai … kuṟavamarkutti ist in der Textgrundlage schwer zu trennen. Die Wiedergabe als Angriff auf die leibliche Behausung bzw. das Lager der Asuras bleibt unsicher; eine zusätzliche Kampfszene wurde nicht ergänzt.
- ↑ Der Schluss aṭiyuka muṭiyiṉum vaṭivuṭaṉ eḻu mauṉam ist syntaktisch unsicher. Er verbindet die ganze göttliche Gestalt mit dem Stand des Schweigens; die Übersetzung legt keine besondere körperliche Technik hinein.
- ↑ Die Verwandtschaftsfolge wurde mit Kaumaram, Lied 1015 geprüft: Der Bogenträger ist Rama/Vishnu, und die Tochter wird als Valli verstanden; ihre „kleine Arbeit“ ist das Bewachen des Hirsefelds. Die Übersetzung bewahrt diese traditionelle Verbindung neben Vallis Herkunft aus dem Jägervolk.
- ↑ Die Reihung tayaṅku kuṇamum ist nicht eindeutig einem Personennamen zuzuordnen; „die glanzvollen Tugendhaften“ bleibt vorläufig. Die anschließenden Vergleiche sind traditionelle Gottesbilder: Shiva als Tripurazerstörer, Vishnu als Murari und Indra als Valas Feind.
- ↑ Die Bilder von Mond und strömender Ganga stehen hier im Zusammenhang erotischer Vereinigung. Ob kumutapati pōka das Schwinden des Mondes oder eine körperliche Entsprechung bezeichnet, bleibt offen; die Bildsprache wurde nicht als eindeutige anatomische Aussage ausgegeben.
- ↑ Madal bezeichnet die öffentliche Liebesbekundung auf einem aus Palmmaterial gefertigten Reittier: ein dichterisches Bild äußerster Bereitschaft, sich für die Liebe bloßzustellen.
- ↑ Bei den gedrängten Wortgruppen um viṭṭār mukkōṭṭai und paṟṟākkai putumalar wurde Tamil Surangam, Lied 1018 verglichen. Die Kommentardeutung verbindet das Verlassen des rechten Wegs mit Vishnus Einwirkung auf die Tripura-Herrscher. Die deutsche Fassung fügt die dort ausgeführte Vorgeschichte nicht als Verswortlaut ein.
- ↑ Die dunklen Wortgruppen kaṟṟāviṟ kāṭṭi und naṟṟāyiṟ kāṭṭi werden nach Tamil Surangam, Lied 1019 auf Bogen und die literarische Mutterklage bezogen. Der Kommentar verbindet die Szene mit Poyyamozhi Pulavar; der Vers selbst schreibt diesen Namen nicht aus. Die poetische Zusammenstellung der Überwindung Yamas und Kamas wurde nicht in zwei andere Handlungsabläufe umgeschrieben.
- ↑ Der erste kosmische Angriff ist in der Textgrundlage beschädigt, besonders uṭuttakarappaṭuttu. Die Deutung auf das Herabreißen der Sterne bleibt vorläufig. Der gegnerische Herrscher wird in diesem Lied nicht namentlich genannt; im Zusammenhang liegt Sura nahe.
- ↑ Der Anfang vittakappaṭaviṟ calappilamiṭṭu ist schwer zu gliedern. Das Bild einer kunstvoll gebauten Körperhütte mit Öffnungen und Stimme ist erkennbar; seine genaue syntaktische Fügung bleibt unsicher.
- ↑ Die Elefantenepisode und tiṉaikkuḷicaitticai sind gedrängt überliefert. Die Deutung auf die Begegnung mit Valli im Hirsefeld ist klar; die genaue Verbindung von Elefant, Gesang und Vogelscheuche bleibt vorläufig.
- ↑ Die Zeile um muttitakum eṉum viṉāviṟ pāyaṟ ist in der Textgrundlage unsicher. Die Gleichsetzung sinnlicher Schönheit mit Befreiung ist eine kontextuelle Lesung, keine vom Text gelehrte Erlösungslehre.
- ↑ Die Reihe mit der Endung kāraṉ bezeichnet jeweils den Handelnden oder Träger einer Eigenschaft. „Williger Diener“ gibt vēḷaikkāraṉ in der Liebesbeziehung zu Valli wieder, ohne Murugans göttliche Stellung zu leugnen. Tuppu muka paṭaka pōla im Elefantenbild ist nicht in allen Einzelheiten zuverlässig lesbar.
- ↑ Mōṉaka viṭam ist eine gedrängte Bezeichnung des schweigenden inneren bzw. höchsten Raumes; ein besonderer körperlicher Ort wird nicht ausdrücklich genannt.
- ↑ Die Krankheitswörter stammen aus der traditionellen Sprache der Körpersäfte; sie sind keine moderne Diagnose. Der Satz über Mal und Brahma ist mehrdeutig: Er kann ihr vergebliches Suchen nach dem unvergleichlichen Höchsten oder ihren Anspruch auf Überlegenheit ausdrücken.
- ↑ Die Krankheitsreihe ist sprachlich stellenweise unsicher, besonders tōtakam, pakka und matanīrtōy. Sie wurde nach den erkennbaren Beschwerden wiedergegeben, ohne daraus moderne medizinische Diagnosen abzuleiten.
- ↑ Nātar ākat tuṟaivōṉē lässt die Trennung „Herr, der im Inneren wohnt“ zu; eine genauere Zuordnung des Inneren wird im knappen Wortlaut nicht festgelegt.
- ↑ Das Lied spricht in der Form einer Liebesklage. Meer und Kuckuck werden aus dem Erleben der Getrennten als feindlich empfunden; dies ist dichterische Perspektive, keine allgemeine Aussage über Mutter oder Natur.
- ↑ Āvi cāviyākāmal gebraucht das Bild unfruchtbaren bzw. leer gebliebenen Korns für ein verfehltes Leben. Die wiederholten Heldenanreden bewahren die emphatische Steigerung des Originals.
- ↑ Die Verbindung cakram tavaṟātē pōkapūmi purakkum wurde als unablässige Bewahrung der Himmelswelt verstanden; cakram kann Kreis, Herrschaftsbereich oder Rad bezeichnen.
- ↑ Cēmattiṉ nāmam bedeutet einen schützenden oder heilvollen Namen; der Vers schreibt keine bestimmte Mantraformel aus. Die Anrede bezieht sich auf Murugan als Offenbarer der von Shiva bewahrten Wahrheit.
- ↑ Der Zusammenhang von kōlattai vēlaikkuḷē viṭṭa cūr bleibt unsicher; er bezeichnet Sura im Meer, möglicherweise in seiner Baumgestalt. Die Übersetzung legt die Gestalt an dieser Stelle nicht fest.
- ↑ Die Schlussform des Lehrworts āmattai ist nicht zuverlässig aufzulösen; „heilige Lautgestalt“ ist eine vorläufige Wiedergabe. Eine konkrete, im Vers nicht sicher lesbare Silbe wird nicht ergänzt.
- ↑ Die kosmische Reihe kālaṅkaḷum naṭaiyuṭaiyōṉum ist nicht eindeutig zu gliedern. „Die Zeiten und der in ihnen Wandelnde“ bewahrt die erkennbare Wortfolge, ohne einen ungenannten Gott sicher zu identifizieren.
- ↑ Die Zahlenfolge bezeichnet 600 + 1.000 + 20.000, also 21.600 Atemzüge. Die Lesung wurde mit Kaumaram, Lied 1036 geprüft. Es handelt sich um eine traditionelle tägliche Atemzählung und symbolische Yoga-Lehre, nicht um eine individuelle Messung oder eine hier ausgeschriebene Atemanweisung.
- ↑ Die stark verkürzte Passage über Brahma und den Berg wird nach dem Vergleichstext als Gefangenschaft verstanden. Mākantaram kann einen großen Wolkenraum oder eine weite Höhle bezeichnen; die Verbindung bleibt deutungsbedürftig.
- ↑ Die Folge ōtā mōtā vātā kātē ist in ihrer Worttrennung unsicher; „ohne zu lernen, ohne Einsicht, ohne rechte Erörterung“ gibt ihre erkennbare Richtung vorläufig wieder. Die Nichtzweiheitsformel nāṉē nīyāy nīyē nāṉāy ist dagegen klar ausgesprochen.
- ↑ Die Sprecherwendung zu schmeichelnden Lobreden auf Wohlhabende und die schwierige Trennung cē-ām mā ūr kōmāṉ („König, der das große Stiertier reitet“) wurden mit Kaumaram, Lied 1039 geprüft.
- ↑ Die Zeilen parḻuṭē … parr uṭē sind in der Textgrundlage technisch beschädigt. Die Übersetzung folgt dem erkennbaren Bild der vergeblichen Suche Brahmas und Vishnus nach Shivas grenzenloser Gestalt, kennzeichnet aber die genaue Aufzählung der durchsuchten Bereiche als unsicher.
- ↑ Die technisch beschädigte Schlusszeile des Project-Madurai-Textes wurde für die Übersetzung mit Kaumaram, Lied 1041 verglichen. Sie bezieht sich auf Shiva und die Verbrennung Tripuras.
- ↑ Ciṟutārai-c cīrā bezeichnet möglicherweise eine schmale, scharf gezähnte Säge; die genaue Waffenbezeichnung ist unsicher. Die drei im Wortlaut erkennbaren Angriffsgeräte wurden nicht zu einem einzigen Speer verkürzt.
- ↑ Die erste Hälfte ist als innere Puja lesbar. Acaiyavē kriyāpīṭam bleibt in der genauen Fügung unsicher. Vācaṉā bedeutet hier möglicherweise Prägung, kann aber auch Duft bezeichnen. Die zusätzliche Festlegung der Verehrung auf einen Punkt zwischen den Brauen steht im Vergleichskommentar, nicht ausdrücklich in diesen Versworten.
- ↑ Die stark sanskritisierte zweite Hälfte ist im Ausgangstext mehrfach beschädigt. Für cata kōṭi als Bezeichnung des Vajra und die Verbindung zum Reiter des weißen Elefanten sowie für vīcu karam muka wurde Kaumaram, Lied 1043 herangezogen. Die genaue Gliederung der Beinamen bleibt stellenweise unsicher.
- ↑ Der Vers nennt Meru als Quirlberg; die Übersetzung ersetzt ihn nicht durch den sonst häufig genannten Mandara. Matiya nōva lässt als Worttrennung das leidende Quirlholz zu, ist jedoch nicht ganz sicher. Der Gegensatz in der ersten Hälfte gilt einer auf Technik verengten, gnadenlosen Praxis, nicht jedem Atem-Yoga.
- ↑ Die Anfangszeile kamala nāpi mēl mūla ist nicht eindeutig einem einzelnen Chakra zuzuordnen. Zum Wortverständnis von arica atāṉa cōpāṉam als freudigem stufenweisem Aufstieg wurde Kaumaram, Lied 1045 verglichen. Der Vers nennt Yoga-Erfahrungen, führt aber über den Stolz auf solche Fähigkeiten hinaus; er ist keine vollständige Übungsanleitung.
- ↑ Das ungewöhnliche Bild der Yamuna am Armreif der Göttin ist auch im Vergleichstext überliefert. Seine mythologische Voraussetzung wird hier nicht durch eine erfundene Erzählung ergänzt.
- ↑ Die Eröffnungswendung über den Herrn beim Nektarquirlen und die Verbindung der letzten Mutteranrufungen mit āraṇā kīta kavitaivāṇa sind nicht vollständig sicher. Die Namenfolge der Göttin wurde bewahrt; der Abschluss verbindet Muttermilch und dichterische Weisheit, ohne ihren genauen grammatischen Bezug festzulegen.
- ↑ Die Folge der Fragen wurde mit Tamil Surangam, Lied 1047 geprüft. Nirātāra taraṇi kann auch auf ein von keiner Stütze abhängiges Sonnenlicht weisen. Der Vers setzt die sexuelle Versunkenheit nicht mit den genannten Erkenntniswegen gleich, sondern stellt diese Gleichsetzung infrage.
- ↑ Mātāviṉ vacaṉamō maṟākēcaṉ lässt die Deutung auf den Gehorsam gegenüber der Mutter zu, bleibt aber in der Verbindung der Sanskrit- und Tamilwörter unsicher.
- ↑ Die Ortsfolge makara pūmi taṉamuḷa nipiṭa tārukā pūmi ist unsicher. Erkennbar sind die Vernichtung der Dämonenherrschaft und die Wiederbesiedlung der göttlichen Welt; die genaue Gliederung von Meeresland, Reichtum und göttlichem Hain bleibt offen.
- ↑ Die letzte Namensreihe spielt mit der Endung cāri/ācāri. Die ersten Anreden bezeichnen Brahma und Vishnu; der gepriesene Lehrer und Bogenträger ist Shiva.
- ↑ Die bei Project Madurai beschädigte Schlussgruppe karutiṭārkaḷ taṉamuḷa wurde für die Übersetzung mit der Lesung karutiṭārkaḷ tī mūḷa („damit gegen die Feinde Feuer auflodert“) in Tamil Surangam, Lied 1050 verglichen. Die dortige Fassung schreibt auch kaṭuviṭākaḷārūpa klarer. Die zwei Sternchen nach der ersten Strophe im Ausgangstext sind ein nicht aufgelöstes Editionszeichen, kein zu übersetzendes Verswort.
- ↑ Die Zeilen über Bhagirathi/Ganga und Shivas Haarkrone sind stark verdichtet; besonders timiḷai nātar und kuḻaiya bleiben in ihrer Verknüpfung unsicher. Die Zuordnung des Elefanten zu Devasena ist ein traditionelles Namensbild, keine zusätzliche Handlung.
- ↑ Die schwer lesbare Folge varuṇa pātaka alōka wurde mit Kaumaram, Lied 1052 auf fehlende Beachtung von Herkunftsgrenzen bezogen. Darin spricht eine historisch bedingte soziale Wertung; die Ausgabe übernimmt sie nicht als Maßstab für Menschen.
- ↑ Die Wortfolge akila nālum ārāyum kann auch an das Prüfen sämtlicher Schriften denken lassen. Der Vergleichskommentar versteht die vier Richtungen. Der Sharada-Sitz ist hier mit der tamilischen Sangam-Überlieferung verbunden.
- ↑ Vani ist Saraswati; die Tante auf dem Lotus ist Lakshmi, der Onkel Vishnu. Vijaya ist Arjuna. Uti wird im Zusammenhang mit Krishna auf das Blasen der Muschel bezogen. Der Name Prabhuda Deva ist im Vers ausdrücklich überliefert; eine genaue historische Identifizierung oder Datierung folgt daraus allein noch nicht.
- ↑ Die Form eḻumai īṟu kāṇātar ist nicht eindeutig: Sie kann Menschen bezeichnen, die das Ende der Geburten nicht sehen, oder Wesen jenseits erkennbaren Entstehens und Endens. Die Übersetzung bleibt an dieser Stelle vorläufig.
- ↑ Die Atemwendung avaca kavaca mūccaṟa ist unsicher segmentiert; ein Ende unruhiger bzw. unwillkürlicher Atembewegung ist erkennbar. Der Vers gibt keine Dauer, Zählung oder konkrete Atemtechnik an.
- ↑ „Die Hundert“ bezeichnet die Kauravas, Vijaya ist Arjuna. Das dichterische Bild schreibt ihm den Sieg über das gegnerische Heer zu und ist keine vollständige Aufzählung der einzelnen Krieger des Mahabharata.
- ↑ Die Aussage über die Weisen und die kosmischen Gegensätze ist im Original verschränkt. Die Übersetzung lässt offen, ob uḷatum ilatum auf Sein und Nichtsein allgemein oder auf Entstehen und Vergehen der genannten Weltzeiten verweist.
- ↑ Die Vengaibaum-Gestalt gehört zur Valli-Überlieferung. Die „alten Gottgestalten“ werden hier nicht einzeln benannt; die Übersetzung fügt deshalb keine Namen in den Vers ein.
- ↑ Die abschließende Frage iruntavāṟu eṉ ist ein staunender Rückblick auf erfahrene Unterweisung. Zum Verständnis dieser Frage und von kōkkiri naṇpa wurde Kaumaram, Lied 1058 verglichen. Das Schwinden der Sinne gehört zur Sprache geistiger Versenkung.
- ↑ Die Bitte eṉ ākkai catāvāmāṟē kann als Wunsch nach dauerndem Leib oder nach einem unvergänglichen Dasein verstanden werden. Sie wurde nicht stillschweigend in eine ausschließlich körperlose Erlösung umgedeutet.
- ↑ Kaṉa kōṭu wird im Zusammenhang mit Vishnu als große Muschel verstanden; die gedrängte Verbindung mit tāvāṉē bleibt syntaktisch unsicher.
- ↑ Die Zahlenreihe meint 14 + 6 + 7 = 27 Nakshatras. Sie wurde mit Kaumaram, Lied 1060 geprüft.
- ↑ Die kurzen Rufe mūvā tārā kāvā tārā und vāṉāḷ pōnām nīmīḷ sind nicht völlig eindeutig zu trennen. Die Wiedergabe bewahrt ihren Charakter als Klage und rettenden Zuruf, ohne einen zusätzlichen Ablauf nach dem Tod auszumalen.
- ↑ Auch der Übergang vom Jägerruf zum Asurakampf ist im Ausgangstext gedrängt und teilweise beschädigt. Die Anrufung kōṭā rūpā arūpā wurde als „unverletzte Gestalt und Gestaltloser“ gelesen; die genaue Trennung bleibt unsicher.
- ↑ Ōr vāḷ kann ein einzelnes Schwert oder allgemein eine leuchtende Waffe bezeichnen; hier bleibt der Bezug zum unmittelbar vorher genannten Speer offen.
- ↑ Die Folge viḻuviṉāṟ kaḷai eḻumatāṟ ist beschädigt bzw. schwer zu trennen. Die Bilder des Fallens, des Unkrauts und des Hochmuts sind eine vorläufige Lesung; der deutliche Schluss bittet um Blick und Annahme.
- ↑ Die Verse zitieren Versprechungen eines betrügerischen Erwerbs, vermutlich im Umfeld alchemistischer Wunderangebote. Die Reihe oḻiyum amirta curapāṉam curapi kuḷikai ist nicht ganz eindeutig gegliedert; Nektar, Surabhi und Pille wurden nicht als zuverlässig wirksame Mittel ausgegeben. Bei takaṭoṭu uruka bleibt offen, ob die Platten dem Schmelzen oder einer behaupteten Umwandlung dienen.
- ↑ Die „beiden Zeiten und die andere Zeit“ werden als Morgen, Abend und Mittag verstanden. Kaumaram, Lied 1069 deutet Feuer und Wasser als innere Yoga-Erfahrung. Die in seinem Kommentar ergänzten Körperzentren und Einzelheiten sind im Vers nicht ausdrücklich genannt und wurden nicht in die Übersetzung übernommen.
- ↑ Die beschädigte Lesung vaḻa… muṭiviṭṭa wurde für die Übersetzung nach Kaumaram als vaḻi mūṭi viṭṭa („den Weg verschlossen“) aufgelöst. Muṭiyātē gehört dort zu dem erfolglosen Versuch, Indra zu ergreifen.
- ↑ Die Sanskritfolge vimpakimpuri im Elefantenbild ist unsicher; sie betrifft vermutlich Gesichtsschmuck und Stoßzahnzier. Der Wolkengleiche ist Vishnu als Rama, der Dreiäugige Shiva und der Elefantenherr Indra.
- ↑ Der Bergheber ist Ravana; der die Köpfe abtrennende Held ist Rama. Die ungewöhnliche Formulierung von Haras „einzigartigem Gnadenauge“ folgt aruṭkaṇ oṉṟu; sie legt nicht fest, dass Shiva nur ein Auge habe.
- ↑ Die Liste von Shivas Attributen läuft auf muṭimītē aṇinta zu. Nicht alle Gegenstände sind buchstäblich Kopfschmuck; die Übersetzung bewahrt die Gesamtbeschreibung statt etwa Stier, Beil und Hirsch auf das Haupt zu versetzen.
- ↑ Die Frage nach der liebeskranken Frau gehört zur dichterischen Perspektive der Trennung. Der Vers benennt diese Frau nicht ausdrücklich; sie wurde daher nicht ohne Weiteres mit Valli gleichgesetzt.
- ↑ Der Übergang von Krishnas Flötenspiel zum Meer- und Bergbild ist stark verdichtet. Die zweite Szene lässt sich als Aufwühlung des Meeres lesen, ohne dass Quirlseil oder ein bestimmter Berg ausdrücklich genannt wären. Die lautmalerischen Silben sind Teil des Lieds.
- ↑ Die technisch beschädigte Anfangsgruppe mit einem Steuerzeichen wurde für die Übersetzung anhand von Kaumaram, Lied 1077 als koṇṭu mūvā mutal aṟivu gelesen. Die Abhängigkeit im zweiten Teil bezieht sich dort auf die Frauen, nicht auf das Aufgeben der Hingabe an Murugan.
- ↑ Der leere Wald ist im Zusammenhang von Shiva, Geistern und Trommel der Verbrennungsplatz. Die Polemik gegen andere Lehren wurde als Textaussage bewahrt; sie ist kein Urteil dieser Ausgabe über heutige Religionen.
- ↑ Die schwierige Tanzbeschreibung wurde mit Kaumaram, Lied 1079 verglichen. Der „Große“ wird dort als Vishnu verstanden, der den Tanz begleitet. Das Wort kettu vergleicht den Sprung möglicherweise mit einem hochschnellenden Spielhölzchen; diese Einzelheit bleibt unsicher.
- ↑ Icai aṟivittu kann außer „Musik lehren“ auch das Offenbaren von Ruhm oder einer stimmigen Erkenntnis anklingen lassen; die unmittelbare Wortbedeutung wurde beibehalten.
- ↑ Die Verbindung von poṟpuyaṉ mit dem Pfau und mit den Tamil- und Vedenliedern ist syntaktisch gedrängt. Das gemeinsame Bild sind Murugans gepriesene goldene Schultern.
- ↑ Die Anfangsbeschreibung ist sprachlich unsicher, vor allem tītuṟṟu iṭaiyiṭai pīṟi und vāṉap porukāl. Die Übersetzung bewahrt die erkennbaren Körperstoffe und Elemente; sie ist keine moderne Darstellung von Befruchtung oder Embryonalentwicklung.
- ↑ Das „junge Reh“ bezeichnet hier Valli. Katir viṭu vēlaik katiriṉil kann außer dem Strahl des Speers auch einen strahlenden heiligen Ort anklingen lassen; ein konkreter Ortsname ist im Wortlaut nicht sicher ausgeschrieben.
- ↑ Paruvarāl steht in der Gajendra-Erzählung für das große angreifende Wassertier; die genaue Form ist unsicher und darf nicht mit einer zoologisch eindeutigen Fischart gleichgesetzt werden.
- ↑ „Verrückter“ gibt den tamilischen Shiva-Beinamen Pittar wieder, der seine die weltliche Ordnung überschreitende Gestalt bezeichnet. Er ist hier keine medizinische Zuschreibung.
- ↑ Das Bild der um Schutz rufenden Fußringe personifiziert ihren Klang. Ciṅkāra taṉamuṟu cintūra wurde als der elefantengleiche Geliebte an Vallis Brüsten verstanden; die dichte Sanskrit-Tamil-Verbindung bleibt nicht völlig sicher.
- ↑ Die zahlreichen Elefantenattribute sind teils unsicher segmentiert, besonders paṭika neṭumpāka und cempāla. Der Gesamtbezug auf Indras festlich geschmücktes Reittier ist erkennbar.
- ↑ Das Lied spricht aus der Perspektive einer Mutter bzw. einer für die junge Frau Sprechenden. Die gedrängte Form ilakiya caṅkāḷum wurde im Kontext der Liebeskrankheit auf die locker werdenden Muschelarmreifen bezogen; die Lesung bleibt vorläufig.
- ↑ Aṟamum maṟam tōyum aṟivu niṟampōtu verbindet Tugend und kämpferische bzw. unheilvolle Tat mit Erkenntnis. Die genaue Aussage ist offen; die Übersetzung versteht sie nicht als Erlaubnis zu beliebiger Gewalt.
- ↑ Die Stelle niṉṟāyum kataṟa maṟantēṉ eṉṟu ist unsicher getrennt; die Wiedergabe mit klagender Mutter und schwindender Erinnerung bleibt vorläufig. Der Lotus am Schluss kann den inneren Herzenslotus bezeichnen, ohne dass der Vers dies eigens erklärt.
- ↑ Der Vers benennt weder Dichter noch Titel des Tamil-Lieds; eine konkrete Schrift wurde deshalb nicht hinzugefügt.
- ↑ Die Form tīrtti uṭalūṭē wurde vorläufig als Waschung des Leibs gelesen; maṉamumuṉi vēṭkai kann sowohl Sehnsucht nach einem stillen Geist als auch die Sehnsucht eines Weisen meinen.
- ↑ Die Wendung „andere Gestalt“ weist auf Vallis göttliche Vorgeschichte. Der Vers nennt deren Einzelheiten nicht; die Übersetzung lässt sie offen.
- ↑ Die Worttrennungen der Pfauenbeschreibung wurden mit Kaumaram, Lied 1092 geprüft: Der Kopf wetteifert mit Sonne und Mond, die Krallen gleichen Blättern; die Schlangen sind Subjekt des folgenden Niederfallens. Eḻil potiya micai bezeichnet die sich oben ausbreitende Schönheit, nicht den Berg Podiyamalai. Die „Lotus“ und „Muschel“ genannten Gaben erinnern an Padmanidhi und Shankhanidhi, die überlieferten Schatzgestalten.
- ↑ Rad, Muschel und die sich weltenmessend ausdehnende Wolkengestalt verbinden die Pfauenbilder mit Vishnu. Die Vergleiche wurden vollständig beibehalten und nicht in eine einzige Beschreibung der Farbe aufgelöst.
- ↑ Die Polemik gegen andere Schulen ist die Stimme des historischen Hymnus. Kumutamiṭu wurde als lautes Lachen verstanden; die genaue Färbung des Ausdrucks bleibt unsicher.
- ↑ Der Weltuntergang bildet den Vergleichsraum des Pfauenflugs. Keca puyaka ticai wird als Elefanten und Schlangen der Richtungen gelesen; die Verbindung ist stark verdichtet.
- ↑ Die mineralischen und Makara-Vergleiche in der ersten Strophe sind nicht ganz sicher gegliedert. Erkennbar ist das Bild von Augen, die sich bis zum kostbaren Ohrschmuck ausdehnen und als Waffen wirken.
- ↑ Der erste Teil schildert die erotische Bindung, der zweite den Tanz Shivas und des Pfaus. Die Überleitung wurde beibehalten. Die beiden Füße sind im tamilischen Satz nicht in jedem Teilsatz erneut genannt; ihre Zuordnung folgt der erkennbaren abwärts und aufwärts gerichteten Bewegung.
- ↑ Die Metapher führt Wurzel, Spross, Ast, Laub, Knospe und Frucht einzeln aus. Die Wendung aru niḻal icaiyil viḻa ātapatti beim versagenden Schatten ist nicht ganz sicher segmentiert; die Bitte vor dem Untergang bleibt klar.
- ↑ Die Palmblattprobe verweist auf die Überlieferung von Sambandar; der Hymnus schreibt Murugan dessen Wirken zu. Die Wundererzählung wird als traditionelle Textaussage wiedergegeben.
- ↑ Die Selbstanklage enthält seltene Formen wie aṅkataṉ, paṇṭaṉ und taḻumpaṉ. Die Bedeutungen „Spötter“, „grob“ und „von Spuren gezeichnet“ sind vorläufig; die einzelnen Glieder wurden nicht zu einer allgemeinen Schuldformel verkürzt.
- ↑ Die Verbindung tunpam kaṭintu eṉpoṭum tolaiyā nīr antamum in der Schmuckreihe ist nicht ganz sicher. Das Beseitigen des Leidens klingt darin an; die klaren Attribute Knochen, Wasser, Mond und Pflanzen wurden vollständig bewahrt.
- ↑ Die lange Genitivfolge um Indra, Pulomaja und Devasena ist stark verdichtet. Paṅkayācaṉam iruntu wurde unmittelbar als Sitzen auf dem Lotussitz gelesen; eine zusätzliche Gleichsetzung mit Brahma ist nicht erforderlich.
- ↑ Die Worttrennung cāma vētaṇṭam wurde mit Kaumaram, Lied 1104 als „dunkler Berg“ geprüft; sie bedeutet hier nicht Sama-Veda. Die im Text stehende Anrufung ō namō kanta wird als „Om, Verehrung dir, Kanda“ verstanden. Die Pflanzenbezeichnungen wurden überwiegend als traditionelle Namen belassen.
- ↑ Der Satz über Kama fasst dessen Versuch zusammen, in Shiva Liebe zu Uma zu wecken. Kālakāla bedeutet „Tod des Todes“. Der Beziehungsname maittuṉaṉ verbindet Murugan und Kama traditionell über Vishnu; er kann auch eine weitere verschwägerte oder kusinenartige Beziehung bezeichnen.
- ↑ Die Verbindung von Vishnu, Brahma und dem Weltenwohl vor Kamas Eingreifen bleibt grammatisch gedrängt. Der Schluss bezieht sich auf die Liebe Shivas zu Parvati. Die Verse wurden nicht zu einer allgemeinen Aussage über ungezügeltes Begehren umgedeutet.
- ↑ Die Schmuckreihe ist im Bereich ta…kuṇam ācuṇakaṇam nicht völlig zuverlässig zu trennen. „Schlangen mit tanzenden Hauben“ bewahrt den klar erkennbaren Bildkern. Mauṉapañcaram bedeutet wörtlich ein Gehäuse oder einen Käfig des Schweigens; manōlaya bezeichnet das Zur-Ruhe-Kommen des Geistes.
- ↑ Der Vergleich mit Brahmas Blumenopfer ist sprachlich unsicher angebunden; die Sehnsucht nach dem Kommen auf dem Pfau und das Bild des hinterlegten Schatzes sind klar.
- ↑ Die Anfangsanrede ikkaṉukavē nāṭum ist beschädigt; die Wiedergabe als auf das Wohl der Welt gerichtetes Wirken Shivas bleibt vorläufig.
- ↑ Das Lotus- und Vermählungsbild wird in Tamil Surangam, Lied 1111 als innerer Shiva-Yoga gedeutet. Die dort ergänzte vollständige Chakra-Liste steht nicht im Vers. Die kühne Identifikationsformel pākaṉ nām eṉa wurde nicht zu bloßer äußerer Verehrung abgeschwächt.
- ↑ Das Ende ist stark zusammengezogen. Die Beziehung Ganeshas zu Murugans Liebe zu Valli folgt dem Vergleichstext; Einzelheiten der Elefantenepisode wurden nicht ergänzt.
- ↑ Die Zahlengruppe ergibt 30 + 36 + 30 = 96 und verweist auf die traditionelle Tattva-Zählung. Mudrā ist hier das Siegel oder Zeichen des verwirklichten Schweigens; der Vers schreibt keine bestimmte Handhaltung vor.
- ↑ Die sechs Silben werden genannt, aber nicht ausgeschrieben. Pattiyatām āṟumuka wurde als Anrede des verehrten Sechsgesichtigen gelesen; ihre genaue syntaktische Verbindung ist offen.
- ↑ Die Worttrennungen des Vogelvergleichs, der farbigen Füße des Pfauenrosses und der beiden Frauengestalten wurden mit Kaumaram, Lied 1114 geprüft. Die beiden Frauen sind Devasena und Valli. Die Ausgangslesung cutta mattappatavi wurde für die Übersetzung nach der dortigen Lesung cutta muttappatavi als „reiner Befreiungsstand“ verstanden.
- ↑ Der Vers geht von Shivas Haarattributen unmittelbar in die Anrede des Speerherrn über. Diese Verbindung wurde nicht durch einen unüberlieferten Satz „Sohn dessen …“ geglättet. Kokkuṟuppu wird hier als Mangobaumgestalt verstanden; die Verbindung zum vorausgehenden Kranichwort spielt mit mehreren Bedeutungen von kokku.
- ↑ Die sehr dichte erste Hälfte wurde mit Kaumaram, Lied 1116 verglichen. Sie beschreibt hier leidvolles und vorgespieltes religiöses Leben; die Silben um uḷpūrittē wurden deshalb nicht ohne Weiteres als technische Atemanweisung übersetzt.
- ↑ Die Dornenwald-Zeile spielt nach dem Vergleichskommentar auf die Belehrung Poyyamozhi Pulavars an. Der Vers nennt seinen Namen und den vollständigen Wortwechsel nicht; beides wurde nicht als Versinhalt ergänzt.
- ↑ Die Anfangsgruppe eṟṟā vaṟṟā maṭṭākat tīyiṟ kāy ist schwer zu gliedern; klar sind Feuer, rote Augen, sichelartige Zähne und die gewaltsamen Todesboten.
- ↑ Maṟṟāṭaikkē kuttā wird vorläufig auf den Asura in Baumgestalt bezogen. Die genaue Worttrennung bleibt unsicher.
- ↑ Das Bienenbild beschreibt geschäftiges Sammeln. Peṭṭākak kūṟi wurde als Vortrag nach dem Gefallen der reichen Zuhörer gelesen; die genaue Färbung bleibt offen.
- ↑ Die stark verkürzte zweite Hälfte wurde mit Tamil Surangam, Lied 1119 verglichen. Kāḻi ist dort der Ort Sirkazhi, nicht „Kampfermeer“. Die vor der Hirsereife gewonnene Frau ist Valli; die Shakti-Verbindung gehört zum Wortlaut, ihre Auslegung speziell als Iccha-Shakti zum Kommentar.
- ↑ Die Zahlen ergeben 10 + 56 + 16 + 14 = 96 Tattvas. Diese Gliederung und capta als sieben Weltgebiete wurden mit Kaumaram, Lied 1120 geprüft; capta bedeutet hier nicht „Klang“.
- ↑ Die „dreifache Begierde“ wird im Vergleichskommentar auf Land, Frauen und Gold bezogen; der Vers zählt diese drei Gegenstände nicht selbst auf.
- ↑ Paṟkōvai wurde nach Kaumaram, Lied 1121 als „vielerlei Gabenreihen“ statt als „Zahnreihe“ verstanden; pāṇi bezeichnet hier das Meer. Die drei Lebensziele sind traditionell Dharma, Artha und Kama; die Beziehung zur darüber hinausgehenden Befreiung ist eine Auslegung des Zusammenhangs.
- ↑ Die ungewöhnliche Wendung kaikkuttu wurde mit Kaumaram, Lied 1122 als handgreiflicher Streit geprüft. Der Schluss spielt mit mutta als Kuss, Perle und Befreiung; nicht jede Wiederholung hat dieselbe Bedeutung.
- ↑ Die „täuschende Gestalt“ lässt an Murugans Verkleidung als alter Mann bei Valli denken, ohne dass der Vers diese Gestalt eigens benennt. Das Dreieck gehört zur Shakti-Bildsprache; die Übersetzung ergänzt keine konkrete Ritualgeometrie.
- ↑ Die Rhythmussilben der zweiten Hälfte sind vollständig wiedergegeben; sie tragen hier Klang und Bewegung, keine übersetzbare Satzaussage. Die Zahl 51 bezieht sich auf eine traditionelle, am Sanskritalphabet orientierte Buchstabenordnung und nicht auf die übliche Zahl der tamilischen Grundbuchstaben.
- ↑ Die Namenreihe der Mutter verbindet eigenständige Shakti-Gestalten und Shiva-Attribute. Die Gift speisende Göttin wurde deshalb nicht stillschweigend in einen männlichen Gott umgeschrieben. Vācām agōcarā bezeichnet ihre Unerreichbarkeit durch Worte.
- ↑ Die schwierige Folge nīrāḷaka nīrmañcaṉatta nīṭāraka vētaṇṭamatta wurde mit Tamil Surangam, Lied 1127 verglichen. Der Kommentar versteht die Waschung als Tränen der Hingabe und den rettenden Laut als Om; diese Auslegung wurde nicht vollständig in den Verswortlaut verlegt. Der Vers kritisiert das Geblendetwerden durch religiöse Formen, nicht jede Verehrung.
- ↑ Zur Trennung der schwer lesbaren Bergszene wurde Kaumaram, Lied 1128 verglichen. Aiyuṟupōtil („als sie zweifelten“) erklärt die Stelle besser als ein unverbundener Verweis auf Uma; im Project-Madurai-Text steht hier eine abweichend getrennte Form.
- ↑ Die poetische Selbstaussage ulakēḻum yāṉāka und ēṭēvu rājatam verbindet Ausbreitung des Tiruppugazh mit einem Bild geistiger Herrschaft. Sie wurde nicht als belegte politische Königsherrschaft des Dichters ausgegeben. Ātēca vāḻvu bleibt als Lebensordnung unter Weisung bzw. Fremdbestimmung mehrdeutig.
- ↑ Der Text zwischen „Asuras“ und „drei“ ist sichtbar beschädigt. Die drei Tripura-Herrscher sind aus dem folgenden Satz erkennbar; es wurden keine verlorenen Namen ergänzt.
- ↑ Die zwei Maß sind nāḻi, ein traditionelles Getreidemaß. Die Gabe und Bewahrung des Dharma gehört zur Überlieferung der Göttin; der Text behauptet hier keine moderne Mengenangabe. Der Titel parai wurde als höchste Herrin/Shakti gelesen.
- ↑ Der „Töpfer“ ist Brahma als Gestalter der Lebewesen. Die Todes- und Schlachtszenen wurden nicht durch allgemeine Sinnbilder ersetzt; einzelne Wortverbindungen im Anfang bleiben gedrängt.
- ↑ Die Gnade für die drei Tripura-Bewohner gehört zu einer anderen Akzentsetzung derselben Überlieferung als ihre Vernichtung. Der Wortlaut spricht ausdrücklich von Erbarmen; er wurde nicht an die häufigere Kampfdarstellung angeglichen.
- ↑ Die Namenfolge ist stellenweise technisch beschädigt. Besonders tūḷī, māṇa cūri und pañcavi bleiben in der genauen Lesung offen. Die weiblichen Anreden und der Schluss als ihr Kind sind klar.
- ↑ Die Erzählung betrifft Prahlada, Hiranyakashipu und Vishnu als Narasimha. Der Wortlaut oru kaṇai tūṇōṭu mōṭiṭa enthält eine schwierige Verbindung um Schlag bzw. Pfeil und Säule; die konkrete Art des Schlags ist nicht sicher. Die Anrufungen wurden nicht in eine andere Sanskritformel umgeschrieben.
- ↑ Die wiederholten Formen auf -ā sind hier überwiegend verbindende Verbalformen, keine Verneinungen. Lōkāyatan bezeichnet einen Vertreter weltlich-materialistischer Auffassungen; die genaue Verbindung von āṭāy vīṭāy ist unsicher.
- ↑ Die beschädigten Wörter mahōtati (großer Ozean) und kolai mūvilai vēl (tödlicher dreiblättriger Speer) sind in der Parallelfassung Kaumaram, Lied 1137 klarer. Für eḻupuvi wird hier „sieben Erdenwelten“ beibehalten; die dortige Auslegung auf einundzwanzig Welten geht über den sichtbaren Zahlenausdruck hinaus.
- ↑ Die Verbindung arukki yattaṉai ist in der vorliegenden Fassung nicht sicher aufzulösen; „ungezügeltes Verlangen“ gibt nur den aus dem Zusammenhang erkennbaren Sinn wieder.
- ↑ Die stark verdichtete Verbindung von Berg, Mondsichel und Kranich im mittleren Kampfabschnitt bleibt in ihren Einzelbezügen unsicher. Die Bilder werden beibehalten, ohne daraus eine zusätzliche Mythenerzählung zu bilden.
- ↑ Die Lesung taravil im Schmuckabschnitt ist unsicher; die Verbindung zur honigtropfenden Girlande folgt dem Bildzusammenhang. Die Reisgabe gehört zum beschriebenen Totenritual.
- ↑ Der polemische Abschnitt spricht aus der Perspektive des von käuflicher Liebe enttäuschten lyrischen Ichs. Ciṅkikaḷ, muṟaima caṅkikaḷ und die Bezeichnung des berauschenden Getränks sind lexikalisch nicht sicher. Die Schmähungen sind Aussagen des historischen Gedichts.
- ↑ Der Text ist an o… muvar beschädigt. Der nachfolgende Wortlaut handelt von drei Menschen, die an den göttlichen Füßen festhalten und Gnade empfangen; er wird nicht in eine Vernichtung dieser drei umgedeutet.
- ↑ Der Text nennt beim Quirlen ausdrücklich Meru; dies wird nicht stillschweigend in Mandara geändert. Die genaue Verbindung um kāṇātu pōy im Valliabschnitt bleibt offen; „heimlich“ ist eine vorsichtige Wiedergabe.
- ↑ Der erste Erzählteil betrifft Duryodhana und die Pandavas, der zweite Rama und Ravana. Der Vers verbindet beide Erscheinungen Vishnus. Die syntaktische Verteilung des Wagenlenkers auf die fünf Brüder ist stark verkürzt.
- ↑ Die Mond- und Nagelbilder sind stark verkürzt; einzelne Bezüge bleiben unsicher. Der sexuelle Inhalt von vintu tapum kuḻi wird nicht in ein anderes spirituelles Bild umgeschrieben.
- ↑ Der knappe Wortlaut cirañ caraṇ aṅkikārā spielt offenbar auf Shiva und Murugans Gurustellung an; die genaue syntaktische Zuordnung bleibt unsicher.
- ↑ Dies ist die moralische Drohrede des Gedichts. Die Verbindung um ūcalil ist unsicher; die sieben Höllen gehören zur religiösen Vorstellungswelt des Textes.
- ↑ Die drei vollständigen Strophen mit rhythmischen Silben sind Klangsprache; ihnen wird keine erfundene lexikalische Bedeutung beigelegt. Das beschädigte Schlusswort niṇāṭiya wird nach dem erkennbaren Tanzkontext wiedergegeben.
- ↑ Die Verbindung māl amaitikkaraiyiṟ tarittu ist unsicher; der Zusammenhang erzählt eindeutig von Rama, dem Brückenbau, Vibhishana und dem Fall seiner Brüder. Die genaue Ortsangabe wird nicht weiter ausgeschmückt.
- ↑ Mavuṉa pañcaram bedeutet wörtlich „Käfig der Stille“. Das anschließende cuka lässt an Glück und an das Papageienbild denken; die Übersetzung setzt keine ausgearbeitete Yogatechnik voraus.
- ↑ Der genaue Bezug von Brahmas Weinen ist nicht eindeutig; der Vers lässt ihn im Kampfgeschehen stehen.
- ↑ Der Schluss verbindet die Waldliebe zu Valli mit tanti, der Elefantentochter Devasena. Die Übergänge sind knapp; beide Bildbereiche bleiben erhalten.
- ↑ Das beschädigte Wort für die beiden Lotusknospen ist nach der Parallelfassung Kaumaram, Lied 1149 verständlich. Tātu bezeichnet hier die Körpersubstanzen bzw. die leibliche Kraft.
- ↑ Die Verse über die Sternenfrauen und das Lotuslager beschreiben Murugans Kindheit; die Schlussgeliebte ist Valli. Die genauen Wortgrenzen im Laub- und Seidenbild bleiben unsicher.
- ↑ Die Traumvergleichsstelle ist verkürzt und beschädigt. Die Deutung als Traum eines Stummen ist durch den Wortlaut um mūkam und die Auslegung zu Kaumaram, Lied 1150 gestützt; sie bleibt eine erschlossene Wiedergabe.
- ↑ Die beiden preisenden Herren sind Shiva und Vishnu als Narasimha. Der letzte Abschnitt bezieht sich auf Indra; die Kommentartradition versteht den gründlich forschenden Lehrer als Brihaspati. Die Anrufungen bleiben in der im Gedicht vorhandenen Form.
- ↑ Die Anrede an Valli wird hier als Murugans werbende Rede verstanden. Mōkāvaṭaṅkaḷ und einzelne Verbindungen in der ersten Schmuckbeschreibung sind nicht sicher aufzulösen.
- ↑ Die Ramaerzählung ist im Hirschabschnitt technisch beschädigt; die Wiedergabe folgt dem noch erkennbaren Zusammenhang. Die sprechende Mutter ist in der Erzähltradition Kaikeyi, die Gefährten sind Sita und Lakshmana; diese Namen werden nicht als ausdrücklich vorhandene Wörter ausgegeben.
- ↑ Der Wortlaut nennt hier camaṉ uṭal, „Yamas Körper“. Seine genaue Rolle in dieser kosmischen Kampfsteigerung bleibt offen; die Übersetzung ersetzt ihn nicht stillschweigend durch einen Asura.
- ↑ Die Wendung avai aṭakkam bezeichnet die Bescheidenheitsbekundung eines Sprechers vor seinem Publikum. Die Abwertung nach Herkunft ist Teil der historischen Polemik und keine Wertung dieser Ausgabe.
- ↑ Die ungewöhnliche Aussage über Shivas Bedrängnis wird bewahrt. Kaumaram, Lied 1155 versteht die Hitze als Suras Grausamkeit und die Krönung als Wiedereinsetzung Indras; der knappe Tamiltext lässt den Bezug der Krone unausgesprochen.
- ↑ Das Mondbild am Anfang und die Verbindung caṇpakam puṉam sind nicht eindeutig. Sie werden bildnah belassen, ohne einen zusätzlichen Tempelort anzunehmen.
- ↑ Die stark sanskritisierte Schlussanrufung ist syntaktisch dicht. Besonders kaṭaka kiri mēru pūtara bleibt mehrdeutig; die Bergwörter werden bewahrt. Elefantentochter und Jägerstochter bezeichnen Devasena und Valli.
- ↑ Die Sterbeszene ist in der Grundfassung an mehreren Wortgrenzen beschädigt. Die Deutung von piṇam mūṭa (die Leiche bedecken) und mattipa naṭai als schwachem Puls wird durch Kaumaram, Lied 1158 gestützt. Einige Satzanschlüsse bleiben erschlossen.
- ↑ Die Grundfassung beginnt beschädigt mit ceṅkai ṉaṟpukai; Kaumaram, Lied 1159 liest verständlich cem kaṉal pukai, „Rauch aus rotem Feuer“. Die deutsche Wiedergabe folgt an dieser Stelle der Parallelfassung.
- ↑ Das Anfangswortgefüge um vitittu ūṟu ist nicht ganz sicher; die Augen als gefährliche Pfeile sind eindeutig. Die letzten Wörter ātul arukku werden als Bezug auf Bedürftige verstanden.
- ↑ Einige Worttrennungen sind in der Grundfassung unsicher. Für den gefangenen Vogel und den „Knoten des schlechten Denkens“ wurde die Wortgliederung bei Kaumaram, Lied 1161 herangezogen.
- ↑ Die lange Reihe von Namen und Anreden geht ohne eindeutige Satzgrenze von der Göttin zu ihrem Herrn und zu Muruga über. Vākiṉi und kāraṇi sind in ihrer genauen Form und Wiederholung unsicher; die Anreden werden nicht einer frei erfundenen Systematik zugeordnet.
- ↑ Dies ist die shaivaitische Sambandarüberlieferung in ihrer polemischen Darstellung; die Pfählung ist eine Behauptung des Gedichts und wird nicht als historisch gesicherte Tatsache oder religiöses Vorbild ausgegeben.
- ↑ Die Bilder der frühen Körperbildung sind keine moderne Embryologie. Die genaue Aufteilung von tuḷi payaṟu kaḻal … aṇṭam bleibt unsicher; die erkennbaren Größenvergleiche werden bewahrt.
- ↑ Die Stelle zur Befreiung aus der Gefangenschaft enthält ein technisch beschädigtes Zeichen. Im Schluss ist der Bezug des „schwer erkennbaren Hauptes“ auf Vishnus Suche syntaktisch verkürzt.
- ↑ Die zweite rhythmische Passage geht ohne klare Grenze in Text über. Besonders kay arntukkat takaṇṭattar und catam porppai bleiben unsicher; Verbündete und Kopfschmuck sind nur vorsichtig erschlossen. Die Klangsilben werden nicht in erfundene Aussagen aufgelöst.
- ↑ Die Grundfassung hat beschädigtes navacivaya; gemeint ist durch die vorher einzeln genannten Silben eindeutig namacivaya. Die Verbindung um ōma cakara uṇarvāṉa cūraṉ ist schwierig. Kaumaram, Lied 1165 deutet sie auf Surapadmans Erkenntnis des Pranava; das bleibt eine traditionsgestützte Deutung.
- ↑ Der Schluss verbindet Shiva und Muruga. Die Fischerhochzeit gehört zu Shivas heiligen Spielen; der Makara wird in der Auslegung als verfluchter Nandi verstanden. Vaṉmīkar wird mit Vanmikanatha verbunden. Der Text nennt Ajapa, schreibt aber hier keine vollständige Ajapaformel aus. Die Übergänge der Gottesnamen bleiben im Vers stark verdichtet.
- ↑ Wer die „drei“ am Anfang des Shivaabschnitts sind, ist im Vers nicht ausdrücklich gesagt. Die Stelle wird deshalb nicht mit frei ergänzten Namen versehen.
- ↑ Der kriegerische Mittelteil schildert die Leichenfresser in drastischer Bildsprache. Die beschädigte Blut-Stelle ist aus peruṅ kuruti verständlich.
- ↑ Der „König des Landes der Wunschbäume“ ist Indra. Die Bambusgestalt gehört zur im Lied vorausgesetzten Erzählüberlieferung und wird nicht als bloßer Pflanzenvergleich übergangen.
- ↑ Die ersten Göttinnennamen und die Aussage ihres Verweilens auf dem Wasser sind in ihrer genauen Deutung offen. Nīlaṉ im Schluss kann „Dunkler“ oder eine Bezeichnung des bösen Wesens sein. Die Vision von Yamas Folter ist religiöse Dichtung.
- ↑ Cūtu bezeichnet hier offenbar eine geheime oder schwer durchschaubare Mitteilung; der Inhalt wird nicht ergänzt. Die Anspielung auf Mal und ein Dichterlied bleibt ohne im Vers nicht genannte Personennamen.
- ↑ Die Grundfassung ist vor „Lippensaft“ und beim Wort für die Hahnenfahne beschädigt. Das Verbindungsglied vor der Fahne ist nicht sicher; der Hahn selbst ist erkennbar.
- ↑ Die Anfangsstrophen sind in den Wortgrenzen stark gedrängt. Besonders kaṉaviya paṭcam bleibt unklar; der Zusammenhang von Täuschung, Bindung und verlorener Gnade ist deutlich.
- ↑ Der letzte Abschnitt spielt auf die Überlieferung um Poyyamozhi an; der Personenname steht nicht im Vers. Die vorherige Elefantengesichtigen-Episode wird ihrem Wortlaut nach belassen, ohne sie eigenmächtig Ganapati als Handelndem zuzuteilen.
- ↑ Der Abschnitt über Berg, Tamil und Südwind spielt auf die südliche Dichter- und Weisenlandschaft an, nennt hier aber keinen eindeutig abgegrenzten Ortsnamen. Aṅka talam und die Verbindung mit viputar pati bleiben unsicher.
- ↑ Der Gott mit den Veden ist Brahma. Die Zuordnung der Schlangenbekrönung am Beginn des Gottesabschnitts ist sprachlich dicht; eine zusätzliche Abhisheka-Erzählung wird daraus nicht ergänzt.
- ↑ Das Reiten des maṭal, eines aus Palmyrateilen gefertigten Pferdes, ist ein literarisches Motiv öffentlich bekundeten Liebesleids.
- ↑ Das „junge Reis der Erkenntnis“ bezeichnet Prahlada; die doppelte Gestalt ist Vishnu als Mensch-Löwe Narasimha.
- ↑ Der Schluss verbindet Devasena und Valli; der genaue Anschluss von puyal kari vāḻa („damit der wolkengleiche Elefant lebt“) ist unsicher und wird nicht durch eine erfundene Episode erklärt.
- ↑ Die Folge um die „Herrlichkeit der Nachtgänger“ ist syntaktisch unvollständig; ihr Weichen ist aus dem Siegzusammenhang erschlossen. Der Bergname Meru bleibt entsprechend der Grundfassung stehen.
- ↑ Die Schlussfolge campu vētā ist in der Zuordnung der Namen gedrängt; die Aussage von Muruga als Lehrer Ishas ist klar. Der Vers nennt das geheime Wort, schreibt seine Silben hier aber nicht aus.
- ↑ Die Verbindung kāraṇam viḷaittu ist mehrdeutig; sie wird nicht zu einer bestimmten, im Vers ungenannten Episode ausgebaut.
- ↑ Camatthai am Ende kann Zustand, Geschick oder Vereinigung bezeichnen; die letzte Wiedergabe folgt dem Liebeszusammenhang.
- ↑ Die Waffenfolge Kamas enthält eine schwierige Verbindung um āram und vikuñcu; Bienen, Blüten und Bogen bleiben erkennbar.
- ↑ Paravattar im Abschnitt über Shivas Gestalt ist nicht eindeutig; „erhaben“ ist eine vorläufige Wiedergabe.
- ↑ Die ersten Strophen sind in den Wortgrenzen teilweise unsicher; besonders puḻukkaṇ pāvam bleibt bildlich dunkel. Die polemische Rede über andere Religionen wird als Aussage des lyrischen Ichs belassen.
- ↑ Die Ortsfolge wird bei Kaumaram, Lied 1182 als Tiruchengodu, Aykkudi, Tiruttani, Tiruvannamalai, Katirkamam und Tirupparankunram erklärt. Die Übersetzung bewahrt die bildhaften Kurzformen des Gedichts.
- ↑ Die Verbindung um die Mittel und die „Zustände des Lebens“ ist unsicher. Es handelt sich um die misstrauische Darstellung des lyrischen Ichs, nicht um eine medizinische Aussage.
- ↑ Die beiden letzten Strophen sind nach den Wortgrenzen zu lesen, die auch Kaumaram, Lied 1184 erläutert: ālam ist das Gift, nicht ein Zeitwort; aṇṭā pam ist das dortige Verlangen. Partha bezeichnet Arjuna.
- ↑ Die Verbindung um irathamum viṭukkā nakar ist beschädigt und nicht sicher zu gliedern; die Wagenhandlung bleibt vorläufig. Janaki, Ravanas Arme und Köpfe sowie der einzelne Pfeil sind erkennbar.
- ↑ Vallis Bezeichnung als Brahmas jüngere Schwester wird im Vers beibehalten; Kaumaram, Lied 1186 erklärt sie aus der Tradition Vallis als Vishnus Tochter. Das „Ross der Erkenntnis“ ist eine Metapher für Murugans Reittier, keine zusätzliche Pferdeepisode.
- ↑ Die Muschelhorn-Stelle ist technisch beschädigt. Die Wortgliederung von calañcalam als Muschelhorn und der Zeitbezug „bevor der Klang verstummte“ werden durch Kaumaram, Lied 1188 gestützt.
- ↑ Die erste Hälfte ist als Rede über die liebeskranke Tochter gestaltet. Āṟum iṭai in der Rakshasazeile ist unsicher. Der Schluss enthält eine technisch beschädigte Verbindung vor dem Einschließen der Götter.
- ↑ Kanmavacam kann karmische Wirksamkeit, Fügung oder die Macht einer Handlung bezeichnen. Die Übersetzung behauptet nicht, dass der Vers eine bestimmte frühere Tat nennt.
- ↑ Die ungewöhnliche Verwandtschaftsbezeichnung bleibt wörtlich. Kaumaram, Lied 1191 erklärt sie durch Vallis Ziehvater Nambirajan, der in einer Erzähltradition als Wiedergeburt Upendras gilt; marukaṉ bedeutet hier demnach Schwiegersohn.
- ↑ Die Wortgrenzen im Übergang vom weltlichen zum gesammelten Geist sind beschädigt. Die Unterscheidung der beiden Abschnitte folgt dem tamilischen Wortzusammenhang und wurde mit Tamil Surangam, Lied 1192 abgeglichen.
- ↑ Die Verbindung um nīḷ karavu ist in der Grundfassung unklar. Die Küstenstadt wird traditionell als Tiruchendur verstanden.
- ↑ Nīṭiya karavōṉē kann auch das lange verborgene Verweilen meinen; diese Worttrennung ist unsicher. Die Verbindung zu Nakkirars Tirumurukarruppatai gehört zur Auslegungstradition und ist nicht als ausgeschriebener Werktitel im Vers vorhanden.
- ↑ Der erste Abschnitt ist in der Grundfassung bei viṉai mūci und vaṉ caram eṉa mūvā beschädigt. Die klare Wortgliederung in Kaumaram, Lied 1193 stützt die Wiedergabe der Absichten und der unverwelklichen Blumen.
- ↑ Der Satzanschluss des tanzenden Siddha an die folgende Reihe ist mehrdeutig; Shiva ist im Tanzbild mitgedacht, wird aber nicht ausdrücklich genannt.
- ↑ Die Tripura-Handlung wird hier in Murugans Anrede aufgenommen. Die gedrängten Verben um uṟpittuk kaṟpittu bleiben unsicher; die Übersetzung glättet die Überschneidung mit Shivas Mythos nicht weg.
- ↑ Die Mahabharataerzählung ist stark gerafft. Der Sprecher der Kriegsdrohung ist aus dem Zusammenhang erschlossen; sein Name steht erst im nachfolgenden Abschnitt.
- ↑ Mukaṭi toḻil ist nicht sicher zu deuten; es kann auf die Unheilsgestalt Mudevi bzw. Verderben weisen. Die Bitte um Gottesdienst ist eindeutig.
- ↑ Die Einzelheiten des Betelrollens und die Verbindung iraṭcaṇai kaṭṭu maṇi sind unsicher; der Text nennt ausdrücklich Schutz, Bindung bzw. Schmuck und Juwelen. Die Aussage des Nichtvergessens gilt gerade auch inmitten der beschriebenen Sinneslust.
- ↑ Für die stark verkürzten Wortgrenzen bei den Instrumenten und den nährenden Müttern wurde Kaumaram, Lied 1199 herangezogen. Der Schluss spricht von bereits erfahrener Rettung, nicht nur von einer künftigen Bitte.
- ↑ Das Niederschreiben auf Meru gehört zur poetischen Darstellung von Murugans freiwilliger Dienstbarkeit an Valli. Es wird nicht in einen historischen Vertragsakt umgedeutet.
- ↑ Einzelne Glieder der Kampfaufzählung, insbesondere maṟukuṟaḷ und die Verbindung von Garuda und Fahne, bleiben unsicher; ihre Bildwörter sind erhalten.
- ↑ Die Krankheitspassage ist technisch beschädigt. Welche „beiden Leiden“ gemeint sind, wird nicht eindeutig gesagt; sie werden nicht durch eine bestimmte medizinische oder philosophische Zweierliste ersetzt.
- ↑ Die allererste Zeile ist in den Verneinungen und Wortgrenzen unsicher. Die anschließenden Aufforderungen zur Bahre, Trommel und Verbrennung sind klar.
- ↑ Der Bezug der zornigen Haubenschlange ist im verkürzten Schluss nicht eindeutig; die Übersetzung ergänzt keine eigene Handlung für sie.
- ↑ Die seltenen Wörter kaṟpakam vēḻam werden bei Kaumaram, Lied 1205 als Palmen und Zuckerrohr gedeutet. Paccima pūmi heißt wörtlich westliches Land; die dortige Auslegung als Himmelswelt ist nicht unmittelbar eindeutig und wird hier nicht vorausgesetzt. Der Herr der Buchstabengöttin ist Brahma, Gemahl Sarasvatis.
- ↑ Die Wendung curakka vittai ist mehrdeutig; das Verhältnis von hervorströmender Hingabe und geheimer Wissenschaft ist aus dem Satz erschlossen.
- ↑ Die Worttrennung āl puṟattu alai mēvi und das ungewöhnliche Schnarchbild werden durch Kaumaram, Lied 1208 gestützt. Das Bild wird nicht in eine abstrakte Aussage über Vishnus Yoga-Schlaf umgeschrieben.
- ↑ Der „Töpfer der Veden“ ist Brahma. Das Ende der Zeile ist in der Grundfassung gedrängt; Kaumaram, Lied 1209 erläutert den Schlag auf Stirn und Haarknoten als Brechung seines Hochmuts.
- ↑ Die Pfählung gehört zur polemischen Sambandarüberlieferung. Ihre Verbindung mit Muruga und der Kontrast zur Aussage unerschöpflichen Erbarmens stehen im Gedicht; sie werden weder ausgelassen noch als historische Gewissheit oder heutiges Vorbild bekräftigt.
- ↑ Die Zahl ist ausdrücklich viermal acht, also 32; sie wird nicht in die häufige Liste von 36 Tattvas geändert. Mehrere Wörter der Selbstanklage sind technisch beschädigt. Die Lesung „verkehrt“ und der Eltern-Kind-Vergleich wurden mit Kaumaram, Lied 1211 abgeglichen.
- ↑ Der Abschnitt spielt auf Kannappas Verehrung Shivas an. Seine Speisegabe wird ausdrücklich als angenommene Hingabe erzählt.
- ↑ Mātṛkā bezeichnet die Laut- bzw. Buchstabenreihe. Hier wird das Gedicht als aus ihr gebundene Blumengirlande vorgestellt; eine zusätzliche vollständige Alphabet- oder Mantrafolge steht nicht im Vers.
- ↑ Pīṟal calattu vaḻi ist eine derbe, nicht völlig klare Körperbezeichnung im sexuellen Zusammenhang; sie wird weder anatomisch überpräzisiert noch ausgelassen.
- ↑ Die letzte Ortsumschreibung ist verkürzt; Poṉṉi wird als Name der Kaveri verstanden. Eine bestimmte Tempelstadt wird nicht ergänzt.
- ↑ Die erste Gestalt des Schlusses wird nicht ausdrücklich benannt; die Reihe lässt an Vishnu, Brahma und Shiva denken. Die weiblichen Gottesnamen bleiben als Anreden der Uma erhalten.
- ↑ Viyāḻa kōtram wird bei Kaumaram, Lied 1215 als Guru-Berg bzw. Swamimalai erklärt. Das Erkenntniswort wird im Vers nicht als ausgeschriebene Mantraformel wiedergegeben.
- ↑ Die drei sanskritisch geprägten Speisebezeichnungen meinen Vishnu bzw. Krishna; der Giftesser ist Shiva. Die Wortgliederung wurde mit Kaumaram, Lied 1217 geprüft. Der Vers nennt acht Berge, nicht sieben.
- ↑ Diese drei Grundbegriffe werden bewusst nicht zu einer unterschiedslosen Einheit umgeschrieben. Der Vers bittet ausdrücklich um ihre klare Unterscheidung.
- ↑ Die Folge von Bitten gipfelt im ausdrücklich vorhandenen iru vōrum oruvāka, „wir beide als eins“. Der folgende Satz zur Lehrerstellung ist stark verkürzt; die Zuordnung der preisenden Veden, Götter und Erde bleibt syntaktisch offen.
- ↑ Die dichte Elefanten- und Bergfolge wurde mit Kaumaram, Lied 1220 abgeglichen. Yāṉai bezeichnet im Satz Devasena; kaṭaka cayilam wird als armreifengeschmückte Bergesschulter und campu als Schilf verstanden.
- ↑ Die Stelle nach „freudig“ ist technisch beschädigt; „in der Gnade wohnend“ ist aus dem Zusammenhang erschlossen. Salokya, Samipya und Sarupya bezeichnen Wohnen in Gottes Welt, Nähe zu Gott und Gleichgestaltigkeit. Der Vers nennt hier keine vierte Befreiungsart.
- ↑ Die Zahl der Künste ist achtmal acht, also 64. Die Götterzählung umfasst elf Rudras, zwölf Adityas, zwei Ashvins und acht Vasus. Das Mantraschwert wird bezeichnet; eine bestimmte Formel wird nicht ausgeschrieben.
- ↑ Kokku kann Kranich oder Mangobaum bedeuten. Der vorangehende Bewegungs- und Kampfausdruck legt hier die Vogelgestalt nahe; eine eindeutige Entscheidung bleibt unsicher.
- ↑ Die ersten Schriftbezeichnungen und die knappen Zusammensetzungen um kōṭṭu sind mehrdeutig. Die Gemahlin aus Indras Land ist Devasena; die zweite ist Valli.
- ↑ Die stark gedrängten Wortgrenzen wurden mit Kaumaram, Lied 1225 abgeglichen: cakṣu ist das Auge; der grüne Tänzer ist Vishnu, der Lotusbewohner Brahma und der vieläugige Elefantenreiter Indra. Kokku wird hier im Zusammenhang mit den Ästen als Mangobaum verstanden.
- ↑ Die Verbindung des Elefanten mit „seiner Welt“ ist verkürzt; gemeint ist Indras Airavata und die Himmelswelt. Die anfänglichen Übertreibungen gehören zur kritisierten Schmeicheldichtung.
- ↑ Die Grundfassung hat am Schluss yāyaiyum, die Parallelfassung Kaumaram, Lied 1228 liest yāvaiyum, „alles“. Die vorausgehenden Wörter um Suras Ermattung bleiben unsicher. Die traditionelle Deutung versteht den Sieg über Kama als Überlegenheit an Schönheit.
- ↑ Die gedrängten Wortgrenzen bei der Gnadennahrung, den drei fehlenden Haltungen und der Rehgeburt wurden mit Kaumaram, Lied 1229 abgeglichen. Der im Gedicht knapp bezeichnete liebevolle Herr wird als Shiva verstanden.
- ↑ Die Lesung veḷ ipavaṉ – Herr des weißen Elefanten – wird durch Kaumaram, Lied 1230 gestützt. Der vorletzte Abschnitt um Meer, berggleiche Wesen und Bergsturz bleibt im Einzelbezug unsicher; seine Bilder werden nicht ausgelassen.
- ↑ Die Namen Sugriva und der Ausdruck für zehn Köpfe sind in der Grundfassung technisch beschädigt, im Zusammenhang aber erkennbar.
- ↑ Mantarac cōlai kann einen hochragenden oder einen mit bestimmten Bäumen bestandenen Hain meinen; die botanische Zuordnung bleibt offen.
- ↑ Die schwer gegliederte erste Hälfte wurde mit Kaumaram, Lied 1232 verglichen. Die Verbindung des Haibildes mit dichterischer Bildung bleibt eine erschlossene Deutung; die Pflanzenfolge ist vollständig wiedergegeben.
- ↑ Der „König der Opfer“ wird als Indra, der Herr auf der Schlange als Vishnu und der geschlagene Vedenrezitator als Brahma verstanden. Die Namensspiele mit göttlichem Elefanten, weißem Elefanten und Devasena bleiben unterschieden.
- ↑ Die Anrufungen vor „süße Musik“ sind stark verkürzt; ob sie unmittelbar Muruga oder einen preisenden Weisen bzw. Shiva einbeziehen, bleibt syntaktisch unsicher.
- ↑ Das Bild des fallenden Körpers um kurutupaṭu mōṭu ist unsicher. Der Vedenbesitzer ist offenbar Brahma; der Vajra-König ist Indra.
- ↑ Die Wasserbeschreibung malai eṟinta appu ist verkürzt und wird als Bezug auf die Ganga verstanden; die genaue Handlung des Berges bleibt offen.
- ↑ Die wichtige Worttrennung ucāviyatu, „wonach er fragte“, statt einer selbständigen Deutung von cāvi, wird durch Kaumaram, Lied 1237 gestützt. Ebenso ist der vergiftete Fisch ein Vergleich für den Leidenden, nicht eine weitere Göttinnenanrede.
- ↑ Die Elefantenwendung iru taṭakkai atti bezeichnet große Rüsselkraft; sie wird nicht als zoologische Aussage von zwei Rüsseln verstanden. Die Wortgliederung wurde mit Tamil Surangam, Lied 1239 abgeglichen.
- ↑ Die Wortfolge uṇar kūntama cātiyavar ist schwierig. Kaumaram, Lied 1240 versteht sie als hochstehende, von Erkenntnis erfüllte Shiva-Verehrer. Die Übersetzung benennt Blick, Atem, Licht und Shiva-Yoga, ergänzt aber keine im Vers nicht ausgeführten Atemzahlen oder Kanäle.
- ↑ In der letzten Strophe fehlt in der Grundfassung ein Teil der Verbindung „dort vertraut spielen“; die Parallelfassung hat āṅku uṟavāṭi. Die deutsche Übersetzung folgt dieser lesbaren Fassung.
- ↑ Die Fruchtgabe ist im Wortlaut knapp; die Übersetzung fügt keine Erzählung vom Wettbewerb um eine andere Frucht hinzu.
- ↑ Die doppelte Zahl sechsmal acht wird traditionell als 48 + 48 = 96 Tattvas verstanden; vgl. Kaumaram, Lied 1242. Die Übersetzung ergänzt keine im Vers fehlende Einzelliste.
- ↑ Die Verbindung der Anrufung mit dem sich verneigenden Guru- bzw. Yogabild ist mehrdeutig. Die im Tamil vorhandene Formel ō namacivāya wird nicht stillschweigend zu einer längeren Formel ergänzt.
- ↑ Der eilende Tod gehört hier zum Kampfgeschehen; Kaumaram, Lied 1244 deutet ihn als Yama, der die Leben der Asuras holt. Das „Ross“ ist Murugans Pfau in dichterischer Benennung.
- ↑ Die erste Wortfolge um Besitz und Vergehen ist teilweise unklar. Die Liste der Speisen und die Hilfe des Elefantengesichtigen bei Vallis Gewinnung werden vollständig beibehalten.
- ↑ Der Anfang talai valaya pōkam ist in seiner genauen Worttrennung unsicher; gemeint ist erkennbar eine Form bindenden Genusses. Die rhetorische Frage am Ende der ersten Hälfte wird nicht als pauschale Verwerfung der Schriften ausgelegt.
- ↑ Die erste Liste ist polemisch und sprachlich gedrängt. Die Pronomenfolge ist vollständig bewahrt; der Vers überschreitet zugleich die einfachen Gegenbegriffe „formlos“ und „mit Form“.
- ↑ Die ungewöhnliche Verbindung curar kuṭiyēṟṟi wird hier im Brustvergleich als Fülle des Göttertranks verstanden, entsprechend Kaumaram, Lied 1248. Sie ist sprachlich unsicher und bedeutet in anderen Liedern die Wiedereinsetzung der Götter.
- ↑ Die stark sanskritisierte Wahrheitsbeschreibung und die Schlussworttrennung bleiben mehrdeutig; die Übersetzung bewahrt ihre erkennbaren Bestandteile.
- ↑ Die Erzählung spielt auf Shivas Schakal-Pferde-Wunder an. Paḻiyañci wird als Gottesbezeichnung belassen; die genaue lokale Anspielung und der Anschluss der Lotusgestalt sind nicht sicher.
- ↑ Die Elementfolge am Anfang und das Verb vēyttal im Jägerabschnitt wurden mit Kaumaram, Lied 1250 abgeglichen. Der Grundtext nennt im Schluss Meru; dieser Name bleibt erhalten, auch wenn die Kommentarauslegung den Berg mit Krauncha gleichsetzt.
- ↑ Die kriegerischen Bilder stehen in einer rhetorischen Folge über Streit, Hochmut und Unterweisung. Die Wortgrenzen, besonders akitattalai und die Kronen der Gelehrten, wurden mit Kaumaram, Lied 1251 verglichen. Das „eine Wort“ wird nicht durch eine im Vers fehlende Silbenfolge ersetzt.
- ↑ Die ungewöhnliche Schmuckfolge, insbesondere Skorpion, Schädel und Gras, wurde anhand der Wortgliederung bei Kaumaram, Lied 1252 geprüft. Nicht alle Pflanzennamen lassen sich botanisch eindeutig bestimmen.
- ↑ Patma ciṭṭaṉ wird in der Auslegung als Surapadman verstanden, nicht als der sonst häufig genannte Lotus-Brahma. Die mehrfachen Bedeutungen von vāraṇam – Muschel, Elefant und Hahn – tragen das Wortspiel des Schlusses.
- ↑ Die erste Hälfte folgt der Sprache der Liebessehnsucht. Die fünf Pfeile sind die Blumenpfeile Kamas; sie werden nicht als fünf neue Mantras ausgelegt.
- ↑ Die Verbindung von Weltenursache und Jägerin ist im Vers dicht ineinandergeführt; die Jägerin wird als Valli verstanden. Der vierköpfige Lotusbewohner ist Brahma. Die Überlagerung göttlicher und menschlicher Gestalt bleibt erhalten.
- ↑ Die ersten drei Strophen sind in den Verbalbezügen schwer verständlich. Besonders das Damm- und Angstbild um kaccam bleibt unsicher; die sichtbaren Bilder werden erhalten, ohne eine zusätzliche Handlung zu erfinden.
- ↑ Worttrennung ucci tāḷ palikku iṭṭa māl nach Tamil Surangam, Lied 1256: Vishnu als Vamana setzt dem König Mahabali den Fuß auf den Kopf. Damit lässt sich die zunächst unklare Almosenanspielung auflösen.
- ↑ Der begehrende Sohn Vishnus ist Kama. Der Jainabschnitt gehört zur polemischen Identifikation Murugans mit Sambandar und ist keine Wertung dieser Ausgabe.
- ↑ Kaumaram, Lied 1257 versteht den Diskusträger hier als Tarakasura, der Vishnus Diskus an sich trug. Der Vers nennt ihn nur mit dieser Bezeichnung; die ungewöhnliche Deutung bleibt als Auslegung erkennbar.
- ↑ Die Wortspiele mit nāga und die Herrschaftsbezeichnung tecāṅka wurden mit Kaumaram, Lied 1258 verglichen. Die zehn Herrschaftszeichen werden bezeichnet, aber im Vers nicht einzeln aufgezählt. Der Vedanta erscheint als Lichtmetapher, ohne dass daraus eine spätere Schulzuordnung des ganzen Werkes folgt.
- ↑ Die erste Hälfte ist durch lautspielerische Wortverdichtung schwer zu gliedern. Die Deutung von Dunkelheit, Zweifel, Faustkampf und Unkraut wurde mit Tamil Surangam, Lied 1260 geprüft; einzelne Anschlüsse bleiben erschlossen.
- ↑ Aṉāti nītta ist in seiner Ergänzung unsicher; „anfangsloses Dunkel“ erschließt den ausgelassenen Bezug aus der Befreiungsbitte. Der ausdrückliche Wegfall von Ich und Du bleibt erhalten.
- ↑ Die gedrängte Verbindung um mātu pūtta pākar wird vorläufig auf den Lotusgeborenen bezogen; die genaue Worttrennung bleibt offen.
- ↑ Die syntaktischen Bezüge in der Körpererschaffung sind verkürzt; Brahma, Krankheit und Karma, Hände, Füße, Leben und Verstand werden vollständig berücksichtigt.
- ↑ Die Göttinnenfolge enthält schwierige Wortgrenzen, besonders ālam elām muka pañca vālai und vēṭam elām uka. Die Deutung als Weltflut und fünfgesichtige junge Göttin ist durch Kaumaram, Lied 1264 gestützt, bleibt aber unsicher. Die dortige zusätzliche Chakra-Tabelle wird nicht als Bestandteil des Gedichts übernommen.
- ↑ Die Verbindung nach dem ironisch wirkenden Schmuckruf ist beschädigt; das Eintauchen ins Wasser wird aus der Bestattungsfolge erschlossen.
- ↑ Die dichten Wortverbindungen um nikrittitu und niṟṟattuvas coṟkaḷ sind unsicher; Todesschlinge und Bitte um geistliche Unterweisung sind deutlich.
- ↑ Marukar kann verschiedene angeheiratete oder verwandtschaftliche Beziehungen bezeichnen. Cittam ōvittu uyilum aṟṟu verbindet das Stillwerden des Geistes mit dem Aufhören des Schlafes; der Zusatz „der Unwissenheit“ erläutert die geistliche Lesart, nicht eine Forderung nach körperlichem Schlafentzug.
- ↑ Die Trennungsklage wird traditionell als Rede der Mutter für ihre nach Murugan verlangende Tochter verstanden. Worttrennung bei putan aic nach Kaumaram, Lied 1268: der Vater Budhas, also der Mond.
- ↑ In der Bitte steht im Quellentext ein beschädigtes Steuerzeichen zwischen muṉa und rupa. Der genaue Ausdruck für die erbetene Gabe bleibt unsicher; höchste Erkenntnis und Bitte um Gnade sind lesbar.
- ↑ Das Attribut des Pfaus ist in der Vorlage fehlerhaft geschrieben; „mächtig schreitend“ gibt den verständlichen Zusammenhang wieder.
- ↑ Die eng verflochtene Passage spielt nach Tamil Surangam, Lied 1270 auf Sambandars Schriftprobe in Feuer und Wasser gegen die Jainas an; Murugan und Sambandar werden dabei aufeinander bezogen. Die mythologische Polemik ist keine historische Tatsachenfeststellung.
- ↑ Das Schlusswort ayarntōr kann hier auch im Sinn von Menschen verstanden werden, die sich der Verehrung hingeben; der Wortlaut bleibt mehrdeutig.
- ↑ Die Verbindung viṉaṉmuṭi ist vermutlich beschädigt; der Bezug auf das verhängnisvolle Karma ist aus dem Zusammenhang erschlossen.
- ↑ Māṭaviya(l) und tēṉu kuṭam sind in der Geburtsbeschreibung unsicher. Die Topfrundung ist lesbar; eine nähere Bestimmung des Topfes wird nicht behauptet.
- ↑ Coṟkamala vāḻvu ist ein dichterischer Ausdruck; „Leben am Wortlotus“ bewahrt seine Bestandteile, ohne eine sichere technische Bedeutung zu behaupten.
- ↑ Die dichten Sandhiverbindungen der Krishnaerzählung sind stellenweise unsicher. Die Dämonin, der Elefant, der Vila-Baum, der Dämonenvogel, die Marutabäume, der Wagen und der Ringkampf sind als Motive vollständig erhalten.
- ↑ Die Wortfügung im Anfang ist schwierig. Die Lesart nīṭūḻi taṉṉilai vāṭā statt der beschädigten Vorlage und die Beziehung des Lichtes auf den Wurzelgrund werden durch Tamil Surangam, Lied 1275 gestützt. Die dort angefügte Chakra-Tabelle gehört nicht zum Lied.
- ↑ Die Verbindung puṇṭāṇak cuḻimaṭu in der Körperbeschreibung ist unsicher; der Nabelwirbel wird vorsichtig wiedergegeben. Die gesamte Göttergestalt bildet das Objekt der Frage nach liebevoller Betrachtung.
- ↑ Die Brunnenmetapher und Kīrar als Nakkirar werden durch Kaumaram, Lied 1279 erläutert; gemeint ist traditionell sein Tirumurugarruppadai. Der genaue Zusammenhang von kēṇi und nāṭu bleibt dicht und mehrdeutig.
- ↑ Der Muschelstoß wird bei Kaumaram, Lied 1280 auf Krishnas Streit mit Indra um den Parijata-Baum bezogen. Diese nähere Erzählung steht nicht ausgeschrieben im Lied.
- ↑ Catta corūpa lässt auch einen Bezug auf Klang zu; „Wesen des Seins“ ist hier eine mögliche Lesart, keine eindeutige Festlegung.
- ↑ Die Wortfügung āṟpatam ist unsicher; „fester Grund“ folgt der Deutung auf eine tragende geistliche Verfassung. Kaumaram, Lied 1282 versteht Murugans kleine Gestalt als Kindergestalt. Die Gleichsetzung mit Sambandar wird im Lied ausdrücklich vollzogen.
- ↑ Parattappāl bedeutet wörtlich „jenseits des Höchsten“; die präzise metaphysische Zuordnung bleibt offen. Anubhuti bezeichnet hier die unmittelbare geistliche Erfahrung.
- ↑ Die Subjekte wechseln in den kurzen Verben. Die Deutung von Gottes Entgegenkommen und Annehmen wird durch Kaumaram, Lied 1284 gestützt.
- ↑ Die Schlussanrede mā tāṉai wird als „großes Heer“ verstanden; die Worttrennung bleibt unsicher.
- ↑ Die Lesung vṛthā, „vergeblich“, im ersten Satz folgt Kaumaram, Lied 1287. Die zweite Hälfte spricht Murugan in der Gestalt Sambandars an. Die Pfählung gehört zur konfessionell polemischen Legendenüberlieferung und wird hier weder historisch beglaubigt noch befürwortet.
- ↑ Aṉitaya und die sechs āspata sind unsicher. Kaumaram, Lied 1288 deutet sie als dem Herzen unzugängliche Unterweisung und sechs innere Adharas. Das Abschneiden der Nase kann bildlich die Beschämung der Asuras bezeichnen; der Wortlaut bleibt erhalten.
- ↑ Das Liebesmotiv und der Vorwurf gegen verführerische Frauen werden im Lied nebeneinandergestellt; sie werden nicht zu einer einheitlichen moralischen Aussage geglättet.
- ↑ Ūmai tēvarkaḷ, wörtlich „stumme Götter“, ist eine ungewöhnliche Anrede; ihr genauer Anlass bleibt im Lied unausgesprochen.
- ↑ Wen vaḷḷal, „Freigebiger“, hier bezeichnet, wird im Lied nicht ausdrücklich gesagt; es kann eine Anrede des göttlichen Vaters sein.
- ↑ Der Elefant wird traditionell auf Ganeshas Hilfe bei Murugans Werbung um Valli bezogen; die Einzelheiten erzählt das Lied nicht.
- ↑ Lakya lakkaṇa niruttam wird bei Kaumaram, Lied 1295 als Tanz nach Darstellung und Regeln der Tanzlehre verstanden; die Wörter können auch Ziel und Kennzeichen bezeichnen. Nattu bedeutet Muschel; die dortige Kommentarglosse nennt abweichend den Diskus.
- ↑ Die letzte Zeile ist eine kraftvolle Selbstbekundung; sie wird nicht stillschweigend in eine ausformulierte Advaitalehre umgeschrieben.
- ↑ Die Wortspiele paṭṭu paṭāta und cuṭṭuc cuṭāta setzen Wirken und Nichtbetroffensein gegeneinander; die genaue Nuance des ersten bleibt offen.
- ↑ Die Eröffnung spielt auf Shiva an, der für Sundarar als Bote zu Paravai ging. Der verkürzte Satz um avar eṉa māṇ uṉ marapukku lässt die genaue Verknüpfung offen: Murugans gnädiges Kommen wird mit seiner göttlichen Herkunft verbunden.
- ↑ Der „kleine Weise“ bezeichnet traditionell Agastya; die drei Formen des Tamil sind Literatur, Musik und dramatische Darstellung.
- ↑ Die schwierige Schlussverbindung wird mit der Worttrennung īk kuppu ārttu nuḻaiyāta nach Kaumaram, Lied 1300 wiedergegeben; sie bedeutet hier keine „Flamme in der Hand“.
- ↑ Die wiederkehrende Form von virumpu, wünschen oder lieben, verbindet weltliches Begehren und göttliche Zuwendung. Die Bezüge auf Göttin und Mutter sind knapp und nicht vollständig ausgeführt.
- ↑ Das Bewässern unbrauchbaren Grases ist ein Bild für vergebliche Mühe und vergeudete Lebenskraft.
- ↑ Die Elefantentochter bezeichnet Devasena. Die „Drei“ sind in der üblichen Lesart Brahma, Vishnu und Shiva.
- ↑ Die Worttrennung des Beginns in fünf Elemente und paṟṟu, Bindung, wird durch Kaumaram, Lied 1304 gestützt.
- ↑ Dieses Lied ist bereits in der Textgrundlage nur fragmentarisch vorhanden. Kaumaram, Lied 1305 bestätigt ausdrücklich die lückenhafte Überlieferung. Sämtliche lesbaren Bestandteile sind übersetzt; die fehlenden Verse werden nicht rekonstruiert.
- ↑ Einzelne Ortsnamen der Vorlage sind fehlerhaft kodiert oder abweichend geschrieben. Die deutsche Namensform folgt im Zweifelsfall Kaumaram, Lied 1306, besonders Velur, Vayalur und Porur. „Berg des Südwindes“ bezeichnet traditionell Potiyamalai. Jagannatham bleibt als eigener, im Lied genannter Ort erhalten; die ausführlichen Ortsgeschichten des Kommentars werden nicht in den Liedtext eingefügt.
- ↑ Die Laute A und I werden als Buchstaben genannt; ihre zusätzliche metaphysische Zuordnung ist nicht ausformuliert. Valari ist Indra.
- ↑ Die lange Göttinnenfolge verbindet verschiedene Gestalten der Shakti. Āla ūṇi, „Giftesserin“, wird wörtlich erhalten; es wird nicht stillschweigend dem männlichen Shiva zugeordnet. Die ersten erotischen Wortverbindungen sind teilweise mehrdeutig.
- ↑ Die Ortsbeschreibung und ihre Verbindung mit Suras Stadt sind im Satzbau nicht eindeutig; Landschaft, Terrassen und Ausruf werden ohne zusätzliche Ortsidentifikation wiedergegeben.
- ↑ Die erste Bilderfolge bestreitet die Eignung gewöhnlicher Vergleiche für die Brüste; Elefant, Knospe, Berg und Kamas Krone sind jeweils vergänglich. Diese syntaktische Auflösung folgt Tamil Surangam, Lied 1312.
- ↑ Die „Fußschellen-Ganga“ wird auf den Fluss Silambaru am heiligen Hainberg bezogen.
- ↑ Dieses dichte Yogagedicht bleibt in mehreren Verbindungen unsicher, besonders aruṇa viṟpati, vēta cara catti und mūla vācal. Die Zahl nūṟu pattiṉuṭaṉ eṭṭu wird als hundert mal zehn und acht, also 1008, gelesen. Kaumaram, Lied 1313 bietet eine ausführliche traditionelle Deutung; deren zusätzliche Chakra- und Atemtabellen werden nicht als Liedtext übernommen. Der Text ist ein Gebet um Yogavollendung, keine vollständige Übungsanleitung.
- ↑ Beschädigte Ortsnamen werden in der deutschen Fassung anhand der Parallelquelle lesbar gemacht. Der „Mann aus Vadavur“ bezeichnet Manikkavasagar.
- ↑ Einzelne Wörter der Schlachtbeschreibung sind beschädigt, besonders vor „Gehirn“ und „Nahrung“. Die erkennbaren Körper- und Tierbilder werden vollständig bewahrt.
- ↑ Die stark beschädigten Wortgruppen werden mit Tamil Surangam, Lied 1315 abgeglichen. Die Klangwiederholungen sind zugleich bedeutungstragend; ihre Wiedergabe verbindet deutschen Sinn und römische Klangform. Die Deutung von pā niṟa als Sonnenfarbe ist unsicher.
- ↑ Die Frage nach lebensverlängernder Yogakraft ist kritisch gemeint; sie wird nicht als Empfehlung übersetzt. Dies bestätigt Kaumaram, Lied 1316.
- ↑ Die Syntax des Abschnitts ist unsicher. Er verbindet Murugan in Pukali beziehungsweise Sambandar mit Shiva als Boten für Sundarar; die Rollen werden nicht zu einer einzigen historischen Handlung vereinheitlicht.
- ↑ Cōkam wird hier als tamilische Form von Soham, „Das bin ich“, verstanden; die alternative gewöhnliche Bedeutung „Kummer“ passt weniger gut zum Licht- und Shiva-Bezug. Die genaue Verbindung nāka maṇikiṉṟa nāta nilai bleibt unsicher. Ein ausgeschriebenes zusätzliches Rezitationsschema wird nicht ergänzt.
- ↑ Die Verbindungen um mālaḷitam und tōraṇi sind unsicher; die erotischen Bilder der Göttin bleiben ausdrücklich erhalten.
- ↑ Die Sarasvati-Brahma-Anspielung und die Worttrennung kōṭṭu muṉi werden durch Kaumaram, Lied 1320 erläutert. Die ungewöhnliche Zuschreibung an Murugan wird im Wortlaut belassen.
- ↑ Die Mittel werden als Bestandteil der historischen Alters- und Krankheitsdarstellung übersetzt, nicht als heutige Behandlungsempfehlung.
- ↑ Die Verbindung von Berg, Hand und Bewegung in Suras Kampfbeschreibung ist schwer lesbar; die genaue Waffe beziehungsweise Bewegung bleibt unsicher.
- ↑ Vor dem Kokosnussvergleich ist die Vorlage technisch beschädigt; der erhaltene Wortrest iḷanīr trägt die Übersetzung.
- ↑ Das letzte Naturbild ist syntaktisch unsicher; „blitzgleiche Ranken“ kann auch ein dichterischer Vergleich für die Geliebte sein.
- ↑ Die ungewöhnliche Aussage, selbst Shiva habe nun gezittert, steht in der Murugan preisenden Überhöhung. Der Elefantengesichtige wird hier als Tarakasura, cimpuḷ als Sharabha gedeutet; vgl. Tamil Surangam, Lied 1324.
- ↑ Die Ramayana-Passage ist im Wortlaut stark verkürzt; besonders die Sprecherwechsel und die Schlussverbindung mit Narayana bleiben unsicher. Kaumaram, Lied 1325 bezieht den Sonnen-Sohn auf Sugriva, den Bericht auf Hanuman und den Himmelsschluss auf Vishnus Trivikrama-Gestalt. Diese Zusammenhänge erläutern die Übersetzung, ohne die im Gedicht fehlende Handlung auszubauen.
- ↑ Das eigenständige Tiru Ezhu Kuttrirukkai wird nur wegen seiner Position in der benutzten Sammlung als 1326 geführt. Es ist kein gewöhnliches Tiruppugazh-Lied. Die Dichtung entfaltet Zahlen von eins bis sieben, teils durch Wortspiele: etwa mūvā, „nicht alternd“, mit dem Laut für „drei“. Die deutsche Fassung bewahrt ausdrücklich genannte Zahlen, kann die tamilischen Doppeldeutigkeiten jedoch nicht vollständig nachbilden. Paralleltext und Erläuterung: Kaumaram, Tiru Ezhu Kuttrirukkai.
- ↑ Die scheinbar gegensätzliche Altersfolge wird traditionell auf Ganeshas später angenommene Elefantengestalt zur Hilfe bei Vallis Werbung bezogen. Der Text nennt nicht alle Einzelheiten dieser Erzählung. Die fünf Hände zählen den Rüssel mit.
- ↑ Die fünf Silben werden genannt, aber nicht ausgeschrieben; die übliche Zuordnung ist Na-ma-śi-vā-ya. Die Vorlage hat an der Stelle „Heilmittel“ eine beschädigte Form, die der Paralleltext als maruntu klärt.
- ↑ Die sechs Silben sind traditionell Sa-ra-va-ṇa-bha-va; auch sie sind im Gedicht nur bezeichnet. Eragam beziehungsweise Gurugiri wird mit Swamimalai verbunden. Der Anril- oder Kranichberg ist Krauncha. Beim Satz über die drei Gipfel bleibt die genaue Bedeutung von nāṉmaṟait tōṟṟattu unsicher.
Siehe Quellen und Editionshinweise.
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