Tiruvasagam ist eine Sammlung tamilischer Hymnen, in denen die Sehnsucht nach Gott zu Gesang wird. Der Dichterheilige Manikkavacakar wendet sich in 51 Gesängen an Shiva: als liebenden Vater, fürsorgliche Mutter, inneren Lehrer und strahlende Gegenwart im Herzen. Seine Worte führen durch Freude und Reue, durch das schmerzliche Vermissen des Göttlichen und das Staunen über seine Nähe. Immer wieder leuchtet dabei eine Erfahrung auf: Gnade kann ein verhärtetes Herz öffnen und ein ganzes Leben verwandeln.
Wer auf dem Weg des Yoga nach tieferem Vertrauen, lebendiger Hingabe und innerer Sammlung sucht, findet im Tiruvasagam einen reichen Schatz. Manikkavacakar bringt sein ganzes Menschsein ins Gebet. Auch seine Unruhe, seine Schwächen und seine unbeantworteten Fragen dürfen vor Shiva treten. Daraus wächst eine Liebe, die ihn immer neu aufrichtet. Shiva wird ihm zum „Leben meines Lebens“ (Shivapuranam, Zeilen 61–70) und das eigene Herz zum Tempel seiner Gegenwart (Gesang 37.6).
Shiva als Nataraja, Herr des Tanzes. Die Hymnen des Tiruvasagam besingen den göttlichen Tänzer von Tillai beziehungsweise Chidambaram und seine Gegenwart im Herzen.
Das Tiruvasagam lädt zum langsamen, aufmerksamen Lesen ein. Ein Bild, eine Bitte oder ein Wort des Dankes kann lange nachklingen. Die Blüten zu Shivas Füßen, der Nektar seiner Gnade und sein Tanz in der heiligen Halle lassen die vertrauten Formen der Tempelverehrung zu Bildern einer inneren Begegnung werden. Für Menschen, die Yoga und Meditation üben, kann diese Dichtung ein Begleiter sein: Sie ermutigt dazu, mit offenem Herzen zu suchen, die eigene Sehnsucht ernst zu nehmen und der Liebe im Alltag Raum zu geben.
Der tamilische Titel திருவாசகம், wissenschaftlich Tiruvācakam, bedeutet „heilige Aussprüche“ oder „heiliges Wort“. Gebräuchliche Schreibweisen sind auch Tiruvasakam, Thiruvasagam und Tiruvachakam. Das Werk gehört zur tamilischen shivaitischen Überlieferung. Gemeinsam mit dem eigenständigen Tirukkovaiyar bildet es den achten Teil des Tirumurai, der Sammlung tamilischer Shiva-Hymnen. Seine Gesänge verbinden persönliche Gebete mit Tempelverehrung, Naturbildern, mythischen Erzählungen und Liedformen aus dem gemeinschaftlichen Leben.[1][2][3]
Das Tiruvasagam vollständig lesen
Es folgen die deutsche Übersetzung aller 51 Gesänge, die römische Transliteration und der tamilische Text. Die Leseausgabe umfasst auch die drei zusätzlichen Schlussstrophen der gewählten Project-Madurai-Fassung. Die deutsche Übertragung folgt dem Tamil-Text mit G. U. Popes gemeinfreier Übersetzung von 1900 als fortlaufender Vergleichshilfe. Bei Gesang 49 wurde die vollständigere Fassung der Tamil Virtual Academy herangezogen. Deutungsbedürftige Stellen und Textvarianten sind erläutert.[4][5]
Die Nummern verbinden die drei Fassungen: 7.3 bezeichnet Gesang 7, Strophe 3. Bei den vier längeren Eingangsgedichten stehen Zeilenbereiche, beispielsweise 1.1–10. Der wiederkehrende Schlussruf Tiruccitrambalam wird sinngemäß als „Gepriesen sei die heilige kleine Halle!“ wiedergegeben; gemeint ist Shivas heilige Tanzhalle.
Heil dem Namen Namashivaya! Heil den Füßen des Herrn, der keinen Augenblick aus meinem Herzen weicht! Heil den Füßen des kostbaren Gurus, der in Kokazhi herrscht; den Füßen dessen, der selbst die Agamas ist und uns nahekommt! Heil den Füßen des Einen, der zugleich die Vielen ist! Sieg den Füßen des Königs, der meinen rastlosen Drang bezwang und mich zu eigen nahm; den geschmückten Füßen des Herrn, der weitere Geburt abschneidet! Sieg seinen blütengleichen Füßen, die den Abgewandten fern sind; den Füßen des Königs, der die Herzen derer erfreut, die ihre Hände falten, und jene erhebt, die ihr Haupt vor ihm neigen!
1.11-20
Gepriesen seien die Füße des Herrschers, die Füße unseres Vaters, des Strahlenden, die roten Füße Shivas! Gepriesen seien die Füße des Makellosen, der in Liebe weilt; die Füße des Königs, der die täuschende Folge der Geburten beendet, unseres Gottes im herrlichen Perundurai! Gepriesen sei der Berg, der unerschöpfliche Freude schenkt! Weil Shiva selbst in meinem Denken wohnt, verehre ich durch seine Gnade seine Füße. Mit freudigem Herzen will ich das Shivapuranam sprechen, damit die Last der früheren Taten ganz vergehe.
1.21-30
Der Herr mit dem Auge auf der Stirn kam zu mir und ließ mich seinen Blick des Erbarmens erfahren. Ich neige mich vor seinen unvergleichlich schönen, geschmückten Füßen. Du erfüllst Himmel und Erde und übersteigst sie, leuchtendes Licht, jenseits aller Zahl und Grenze! Ich, beladen mit schlimmen Taten, weiß nicht, wie ich deine Herrlichkeit preisen soll. Als Gras, als Kraut, als Wurm und Baum, als vielerlei Tier, als Vogel, Schlange und Stein, als Mensch, Geist und Geisterschar, als mächtiger Dämon, Weiser und Gott bin ich geboren worden – unter all den unbeweglichen und beweglichen Wesen.
1.31-40
In all diesen Geburten bin ich müde geworden, mein Herr. Heute habe ich wahrhaft deine goldenen Füße geschaut und Befreiung gefunden. Du Wahrer, der als Om in meinem Inneren wohnt, damit ich gerettet werde; Makelloser, Reiter auf dem Stier! Du Feiner, dessen Tiefe und Weite die Veden mit ihrem Ruf »Herr!« zu ergründen suchen! Du bist Hitze und Kühle, der Herr des Lebens, der Reine. Komm in Gnade, damit alles Falsche weiche! Wahres Licht, das als wahre Erkenntnis erstrahlt; Herr der Freude für mich Unwissenden, heilsames Wissen, das die Unwissenheit vertreibt!
1.41-50
Du hast weder Ursprung noch Maß noch Ende. Du erschaffst, erhältst und löst alle Welten auf; du schenkst Gnade, führst mich fort und nimmst mich in deinen Dienst. Wie der Duft der Blüte bist du innig gegenwärtig, bist fern und nah. Du Geheimnisvoller jenseits von Worten und Gedanken! Wie frische Milch mit Zuckerrohrsaft und Ghee, wie überströmender Honig verweilst du im Denken deiner treuen Diener und beendest ihre wiederkehrende Geburt. Du trägst die fünf Farben. Während die Himmlischen dich preisen, bleibst du verborgen. Mich aber, von schwerem Karma belastet,
1.51-60
umhüllte die dunkle Täuschung. An die starken Stricke von Verdienst und Schuld gebunden, wohnte ich in einer Hütte mit neun Öffnungen: außen mit Haut bedeckt, innen voller Unreinheit und dem Verfall ausgeliefert. Die fünf Sinne verwirrten und betrogen mich. Mein tierhaft umhergetriebener Geist, o Reiner, besaß nicht die Güte, sich in inniger Liebe mit dir zu verbinden und im Herzen zu schmelzen. Dennoch beschenktest du mich Kleinen. Du kamst auf diese Erde und zeigtest deine hohen, geschmückten Füße mir, deinem Diener, der tiefer als ein Hund lag.
1.61-70
Du wahres Sein, dessen Erbarmen das einer Mutter übertrifft! Makelloses Licht, aufblühende Flamme, Strahlender, honigsüßer Nektar, ewiger Shiva! Edler, der die Fesseln der Anhaftung zerschneidet und mich behütet! Du mächtiger Strom des Erbarmens, der liebevolle Gnade schenkt, die Täuschung aus dem Herzen nimmt und niemals weicht! Unerschöpflicher Nektar, unermesslicher Herr, Licht, das sich im Herzen der Unachtsamen verbirgt! Du hast mich zu Wasser schmelzen lassen und bist das Leben meines Lebens geworden; du Innerster, jenseits von Freude und Schmerz!
1.71-80
Geliebter der Liebenden, du bist alles und bist keines dieser Dinge. Du bist Licht und tiefstes Dunkel, unoffenbare Größe; Anfang, Mitte und Ende und zugleich jenseits davon. Vater und Herr, du zogst mich an dich und nahmst mich zu eigen. Auch im Denken jener, die dich durch scharfe, wahre Erkenntnis erfahren, bist du schwer zu schauen, ein Erkennen feiner als alles Feine. Heiliger ohne Kommen, Gehen und Verbindung, mein schützender Hüter, unermessliches, schwer zu schauendes Licht! Vater, Flut der beseligenden Freude, überragender Glanz, unaussprechliches inneres Erkennen!
1.81-90
In dieser Welt des Wandels erscheinst du auf vielfältige Weise und schenkst Gewissheit. Du Klarheit aller Gewissheit, Quelle in meinem Denken, Nektar, der keiner äußeren Nahrung gleicht, mein Herr! Ich ertrage es nicht, in diesem dem Wandel unterworfenen Fleischkörper eingeschlossen zu bleiben. Mein Vater, Aran! Wer dich mit dem Ruf »O Herr!« verehrt und preist, legt das Falsche ab und wird wahr. Du vermagst die Fessel dieser trügerischen Behausung der Sinne zu lösen, damit jene nicht wieder hierherkommen und karmisch bedingte Geburt annehmen. Herr, der in tiefster Nacht tanzt; Tänzer von Tillai, Herr des südlichen Pandya-Landes!
1.91-95
Du beendest die leidvolle Geburt. Wer den schwer in Worte zu Fassenden anruft, zu seinen heiligen Füßen singt und den Sinn dieses Liedes versteht, wird in Shivas Stadt eintreten. Unter Shivas Füßen wird er wohnen, in Verehrung geneigt und von vielen gepriesen.
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
2. Kirtti Tiruvagaval – Heilige Preisung seiner Herrlichkeit
Die heiligen Füße, die im alten Tillai tanzten, gehören dem, der in allen vielfältigen Lebewesen wirkt und in unzähligen schönen Eigenschaften erstrahlt. Er bringt das Wissen von Erde, Himmel und Götterwelten hervor und nimmt es wieder zurück. Meine Dunkelheit hat er ganz vertrieben. Mit welcher Hoheit und Liebe hat er im Herzen seiner Diener Wohnung genommen, sodass dort Liebe überströmt! Auf dem beständigen, mächtigen Berg Mahendra ließ er in Gnade die verkündeten Agamas erscheinen.
2.11-20
In Kalladam kam er liebevoll und gnädig mit der guten Göttin zusammen. In Panchappalli ließ er mit ihr, deren Worte süß wie Milch sind, unerschöpfliche Gnade wachsen. Als Waldjäger ruhte er an der vollen Brust der Frau mit den kinshukablütenroten Lippen. Als Fischer fing er den großen Fisch und gewann die Agamas als kostbare Beute zurück. Auf Mahendra sitzend, verkündete er sie dann gnädig aus seinen fünf Gesichtern.
2.21-30
In Nandampadi erschien er als Kenner der vier Veden und weilte als unvergänglicher Lehrer. Er nahm verschiedene Gestalten und Wesensweisen an, zu Hunderten und Tausenden. Damit diese Welt gerettet werde, kam der Herr des Stiers mit der Frau, die seine Hälfte ist. Im westlichen Land erschien er mit Pferden als geschickter Händler. In Velamputtur gewährte er den siegreichen Stier und offenbarte die Schönheit seiner Gestalt.
2.31-40
In Shantamputtur schenkte er dem bogentragenden Jäger im Spiegel seine Offenbarung. Einst zeigte er seine ganz aus Flamme bestehende Gestalt in überwältigender Schönheit und gewährte dabei den Futtersack. Er, dessen Größe Hari und Brahma nicht ermessen konnten, verwandelte Schakale in Pferde. Um mich durch seine schönen heiligen Füße zu eigen zu nehmen, verkaufte er dem Pandya-König die edlen Rosse. Das aufgehäufte Gold nahm er nicht an. Unser König nahm mich in seinen Dienst und bewahrte mich auf dem Weg der Gnade.
2.41-50
So offenbarte er einst sein helles Licht. Als Brahmane erschien er, nahm mich gnädig zu eigen und zeigte sein wunderbares Verwandlungsspiel. In der großen, schönen Stadt Madurai wurde er zum Pferdeknecht. Dort trug er um seiner Dienerin willen bereitwillig Erde. In Uttarakosamangai offenbarte er seine wundersame Gestalt. In Puvanam erschien er gnädig in leuchtender Schönheit
2.51-60
und zeigte seine reine Gestalt. Nach Vadavur kam er in freundlicher Gnade und ließ das Klingen seiner Fußringe hören. Als Herr des herrlichen Perundurai verbarg er sich wunderbar in ursprünglichem Licht. In Puvalam erschien er schön und gnädig und vernichtete die Schuld. Er ließ einen Ausschank errichten, um den Sieg zu schenken, und wurde selbst zum Diener, der gutes Wasser reicht. Als Gast kam er nach Venkadu.
2.61-70
Damals saß er unter dem Kurunda-Baum. In Pattamangai weilte er und schenkte die acht großen Siddhis. Als Jäger nahm er die gewünschte Gestalt an und verbarg sich im Wald. Er zeigte sich leibhaftig in einer frei gewählten Gestalt als der einzig angemessene Helfer. In Oriyur erschien er voller Wohlgefallen als kleines Kind auf dieser weiten Erde. In Pandur nahm er Wohnung.
2.71-80
Auf der leuchtenden Insel südlich von Devur erschien er in königlicher Gestalt. Im heiligen Arur mit seinen honigreichen Hainen schenkte er Erkenntnis. In Idaimarudu weilte er und setzte seinen heiligen Fuß auf die Erde. In Ekambam offenbarte er seine Natur, indem die Frau zu seiner einen Hälfte wurde. Im herrlichen Tiruvanchiyam erfreute er sich mit ihr, deren Haar duftet.
2.81-90
Als Diener mit mächtigem Bogen zeigte er vielerlei Gestalten. In Kadambur nahm er seinen Wohnsitz; auf dem Berg Ingoy offenbarte er seine Schönheit. In Aiyaru erschien er als Shiva-Verehrer; in Turutti weilte er voller Freude. In Tiruppanaiyur zeigte er sein Wohlgefallen, in Kazhumalam schenkte er seine Schau. Auf dem heiligen Geierberg blieb er unverrückbar gegenwärtig; in Purambayam lehrte er vielfältige Tugend.
2.91-100
In Kutralam weilte er als heiliges Zeichen. Der eine Ursprung verbarg seine unendliche Größe und Feuergestalt, nahm eine schöne Erscheinung an und kam in einem wunderbaren Spiel der Gnade. Er nahm die Eigenart eines jeden in sich auf und wurde selbst zu allem – unser Herr voller Erbarmen. Als Lehrer von Chandradipa stieg er aus dem Himmel herab und erfüllte die schöne Landschaft mit seiner anmutigen Gegenwart: der Herr von Mahendra, dem großen Berg der Mantras.
2.101-110
Er ist der gnadenreiche Herr von grenzenloser Größe. Soll ich erzählen, wie er uns zu eigen nahm? Er offenbarte seine machtvolle, schöne Gestalt und erhob das Banner der heiligen Asche. Er schenkte den unerschöpflichen Strom der Freude, der alle Gebrechen auf einmal hinwegträgt – der überaus Barmherzige, dessen eine Hälfte die Frau ist. Während die große Trommel des heiligen Klanges dröhnte, nahm er uns gnädig zu eigen, damit keine Unreinheit uns berühre. Den Dreizack nahm er in seine Hand.
2.111-120
Er ist das strahlende Licht reiner Gestalt, das die drei ursprünglichen Unreinheiten abschneidet. Liebevoll schmückte er sich mit einer schönen Girlande blauer Wasserlilien. Er, dessen Größe Hari und Brahma nicht erkennen konnten, ritt auf dem edlen Pferd. Er schenkt den Weg, von dem man nicht zurückkehrt. Das Pandya-Land ist sein altes Reich; Uttarakosamangai seine Stadt. Seine hingebungsvollen Diener führt er zur höchsten Wirklichkeit.
2.121-130
Er gewährt selbst den ursprünglichen Göttergestalten seine Gnade; »Gott der Götter« ist sein heiliger Name. Seine gnädig geschenkte Fahrt ist Freude, die das Dunkel vertreibt; seine Größe ist der Berg der Gnade. Je nach Wesen und Vermögen eines jeden nimmt er die Menschen zu eigen. Mich Hund rief er in die herrliche Versammlung des segensreichen Tillai. Doch ließ er mich hier zurück. Seine Diener, die damals die Gnade empfingen, mit ihm zu gehen,
2.131-140
vereinigte er ganz mit sich. Die nicht zu ihm gelangten, sprangen ins Feuer, wurden von verzückter Verwirrung ergriffen, wälzten sich auf der Erde, fielen nieder und schrien. Mit eilenden Füßen liefen sie zum Meer und riefen weinend: »Herr, unser Herr!« Die seine Füße erreichten, gelangten zu ihnen; andere standen sehnsüchtig da und riefen: »Höchster Tänzer, der Patanjali Gnade schenkte!« Nach jener beglückenden Erfüllung verlangten sie. Im schön glänzenden Puliyur, das dem herrlichen Gold des Himalaya gleicht,
2.141-146
in dessen heiliger Halle tanzt er. Uma mit ihrem fruchtroten Mund und Kali schenkte er das anmutige Lächeln seines heiligen Antlitzes. Mit den versammelten Dienern zog der Herr freudig und gnädig in das strahlende Puliyur ein – der erhabene Herr des von Jubel widerhallenden Kailasa.
Die runden Weltensphären breiten sich aus: unermesslich ihre Natur, überwältigend ihre Erscheinung. Wollte man die Schönheit jeder einzelnen beschreiben – mehr als hundert Millionen sind es –, so wären sie vor dem Großen doch winzig wie die dicht schwebenden Staubteilchen im Sonnenstrahl, der ins Haus fällt. Die Scharen der Brahmas und die vielen Vishnus, ihr Erscheinen, ihre Größe und ihr Ende, die mächtigen Weltalter, Auflösung und Bestand, das Feine und das Grobe:
3.11-20
Wie ein gewaltiger Sturm bewegt und verwirbelt sie der Schöne. Er ist der Uralte, der den Schöpfer erschafft; der Gott, der den Erhalter des Erschaffenen erhält und das Erhaltene wieder verbirgt. Ohne angestrengtes Denken umfasst sein Bewusstsein das Verborgene. Den Anhängern der sechs Wege steht er als Befreiung offen; vor ihm gleicht die Welt der Himmlischen einem winzigen Insekt. Er ist der Herr, der Tag für Tag der Sonne ihr Licht gegeben hat.
3.21-30
Er legte Kühle in den schönen Mond, Hitze in das kraftvolle Feuer, durchdringende Weite in den klaren Raum und Bewegung in den mächtigen Wind. Er gab dem schimmernden Wasser seinen süßen Geschmack und der Erde ihre Festigkeit. Unzählige Millionen weiterer Eigenschaften hat er jedem Ding an seinem Ort zugeteilt. Seht den Ersten! Seht den Allumfassenden! Seht ihn selbst, der keinen seinesgleichen hat!
3.31-40
Seht den, der den alten Eberzahn trägt, dessen Hüften das Fell des Waldtigers umhüllt, den mit Asche Geschmückten! Immer wenn ich an ihn denke, vermag ich es nicht zu tragen – ach, ich vergehe! Seht den Klang in der lieblich tönenden Vina, den Kenner des Wesens eines jeden Dinges! Seht den Höchsten, den Uralten, den Großen, den Brahma und Vishnu nicht schauten! Seht den Wunderbaren, den Vielfältigen, den Urersten jenseits aller Worte!
3.41-50
Seht den Fernen, den selbst das Denken nicht erreicht, und den, der sich im Netz der Hingabe fangen lässt! Seht den Einen, der immer Einer bleibt, der sich als die ganze weite Welt entfaltet! Seht den Herrn, feiner als das Atom, von unvergleichlicher Größe; den Seltenen unter allem Seltenen! Er verbindet sich mit jedem Wesen und lässt es gedeihen. Seht den Feinen, den bloßes Schriftwissen nicht erkennt; den, der sich nach oben und unten ausbreitet!
3.51-60
Seht den jenseits von Anfang und Ende, der Bindung und Befreiung hervorbringt! Er ist das Ruhende und das Bewegte, kennt Weltalter und Untergang und ist als Herr für alle erreichbar. Seht Shiva, den selbst die Götter nicht erkennen; den Weiblichen, Männlichen und jenseits beider! Auch ich habe ihn mit meinen Augen gesehen. Seht den Nektar, aus dem Gnade reichlich strömt! Die Größe seines Erbarmens habe ich geschaut.
3.61-70
Seht: Seine roten Füße haben diese Erde berührt. Auch ich habe erkannt: Er ist Shiva. Er hat mich in Gnade zu eigen genommen. Seht den, dessen Hälfte die Frau mit den wasserliliengleichen Augen ist; seht sie und ihn zusammen! Er ist das uralte Meer höchster Glückseligkeit. Als mächtige dunkle Wolke erschien er und stieg über dem heiligen Perundurai auf. Seine heiligen Blitze erfüllten alle Himmelsrichtungen, und die gefährlichen Schlangen der Fesselung an die fünf Sinne flohen.
3.71-80
Die Glut des Sommers, das brennende Leid, verbarg sich. In großer Schönheit leuchteten die Blumen auf. Zürnend gegen unsere wiederkehrende Geburt ließ er in unermesslichem Erbarmen die Donnertrommel erschallen. Die Kantalblüten streckten ihre gefalteten Hände empor; feine Tropfen unerschöpflicher Gnade fielen. Ein rötlich leuchtender Strom erfüllte alle Richtungen und ließ die Teiche bis an ihre Ufer steigen. Doch die großäugigen Hirschherden, nach Wasser dürstend, liefen der Luftspiegelung der sechs Lehrwege nach.
3.81-90
Mit weit geöffnetem Maul wollten sie trinken; ermattet liefen sie weiter, ohne ihren quälenden Durst zu stillen. Da sprang aus dem Himmel ein mächtiger Strom hervor, reich an großen Wirbeln der Freude. Er wogte und schlug gegen die hohen Ufer unserer Bindungen. Die gewaltigen Bäume unserer zweifachen Taten, seit Weltaltern gewachsen, riss er mit den Wurzeln aus. Das Wasser der Gnade strömte durch die Bergschlucht und wurde im großen Becken gesammelt, dessen duftende Blumen sich weit öffneten.
3.91-100
Am Ufer dieses von Bienen umschwärmten Teichs stieg dichter Duft von Adlerholz auf. Mit wachsender Freude säten die dienenden Bauern im Feld der Verehrung den Samen der Liebe und empfingen reiche Fülle. Heil dem Wolkengott, der in dieser Welt so schwer zu gewinnen ist! Heil dem Gott, dessen Gürtel die dunkle Schlange mit geblähter Haube bildet; dem Urersten, der den großen Asketen Gnade schenkt! Heil dem Helden, der Furcht beseitigt, uns unablässig anzieht und zu eigen nimmt; dem, der das Leid umgebender Finsternis fortwischt!
3.101-110
Heil dem, der den zu ihm Gelangten kostbaren Nektar reicht; der sich im Tanz der tiefsten Nacht wiegt! Heil dem Geliebten der Frau mit den bambusgleichen Schultern; unserem Herrn, der den Abgewandten fernsteht und seinen Liebenden in der Not ein sicherer Schatz ist! Gepriesen sei der Verlässliche, der die Giftschlange tanzen lässt; der Große, der uns in heilige Verzückung versetzt; der Mächtige, der sich mit Asche zeigt! In allen vier Richtungen lässt er das Bewegte gehen, das Liegende ruhen und das Stehende bestehen.
3.111-120
Der Uralte übersteigt jedes Wort. Das innere Erkennen kann ihn nicht fassen, Auge und andere Sinne können ihn nicht schauen. Er hat Raum und die übrigen Elemente geordnet hervortreten lassen. Wie der Duft in der Blüte erfüllt seine Größe ohne Unterbrechung alles. Heute kam er mir in Gnade nahe, diese leuchtende Wirklichkeit, die die Fessel des vergänglichen Leibes löst. Gepriesen sei der, der sich mir heute so zugänglich zeigte! Gepriesen sei der, der diesen vergänglichen Leib geschaffen hat!
3.121-130
Gepriesen sei der, der als Quelle das Herz erfreut, dessen unerträgliche Freude wie eine Blüte aufbricht! Ich weiß nicht, wie ich diesen unzulänglichen Körper weiter tragen soll. Wie Smaragdmassen und kostbare Edelsteine, wie Blitze im Gold erstrahlend, verbarg er sich vor dem viergesichtigen Brahma, der ihn suchte. Er verbarg sich vor denen, die ihn mit methodischem Bemühen erreichen wollten, vor denen, die ihr Denken in einheitlicher Sammlung auf ihn richteten, und vor denen, die sich mühsam in die Bedeutung der Veden vertieften.
3.131-140
»Mit dieser Kunst werden wir ihn sehen«, meinten sie; eben darin verbarg er sich. Allen ohne Abneigung zugewandt, zog er sie gnädig an sich, erschien als Mann, wandelte sich in ein Wesen jenseits dieser Bestimmung und verbarg sich als Frau mit leuchtender Stirn. Auch vor der Schau strenger Asketen blieb er verborgen: Sie hatten die fünf Sinne zurückgezogen, waren über unwegsame Berge gewandert und hatten alle Genüsse aufgegeben, bis kaum noch Leben in ihren Körpern war. Dem Urteil »Es gibt ihn« und »Es gibt ihn nicht« entzog er sich. Wie damals bei jedem Suchen, so auch heute
3.141-150
verbirgt sich dieser Dieb – doch wir haben ihn gefunden! Kommt, kommt! Legt frische Blumengirlanden um seine Füße! Umringt ihn, folgt ihm, lasst nicht ab, haltet ihn fest! Selbst vor denen, die so nach ihm greifen, verbirgt er sich. Doch der Unvergleichliche kam und erklärte sein eigenes Wesen, damit auch Menschen wie ich es hören konnten. Laut rief er mich und nahm mich gnädig zu eigen. Als er seine Gestalt eines vedischen Lehrers zeigte, ließ unwandelbare Liebe meine Knochen schmelzen, und ich schrie auf.
3.151-160
Mein Ruf erhob sich lauter als die Wellen des wogenden Meeres. Verwirrt stürzte ich, wälzte mich und schrie, wie ein Wahnsinniger außer mir, wie ein Berauschter verzückt. Die Menschen staunten, und wer davon hörte, wunderte sich. Ich vermochte die Gewalt dieser Verzückung nicht zu tragen, stärker als die Raserei eines Elefanten. Er erfüllte alle meine Glieder mit süßem Honig. Wie er einst die alten Städte seiner Feinde durch das Feuer seines schönen Lächelns niederwarf, so zerstörte er durch das große Feuer seiner Gnade die niedrigen Behausungen seiner Diener,
3.161-170
keine einzige ließ er übrig. Er wurde mir so unmittelbar wie eine Nelli-Frucht auf der Handfläche. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Heil dir! Höre meine Klage: Ich Hund vermag es nicht zu ertragen. Was er mit mir getan hat, begreife ich nicht. Ach, ich bin vergangen! Was er mir Diener gnädig schenkte, weiß ich nicht. Ich trinke und werde nicht satt, ich schlucke und finde kein Genügen. Wie die Wogen des reichen, kühlen Milchmeeres ließ er mein Inneres überströmen; unsagbaren Nektar ließ er in jede Haarpore eindringen.
3.171-180
In diese verächtliche Fleischhütte, in meinen Hundeleib, zog er ein und ließ ihn ganz von süßem Honig durchströmen. Wunderbare Nektarströme füllten jede Öffnung meiner Knochen. Mit einem Herzen, das mich schmelzen ließ, gestaltete er mich zu einem Leib, durch den Gnade fließt. Wie ein Elefant nach reifem, süßem Zuckerrohr sucht, suchte er zuletzt auch mich und schenkte mir Bestand. In mir mischte er den himmlischen Honig seines Erbarmens
3.181-182
und verwandelte mich durch seine Gnade in höchsten Nektar – er, dessen Wesen Brahma und Vishnu nicht erkennen.
Während Brahma und die übrigen Himmlischen sich verehrend erhoben, hatte der strahlend gekrönte Vishnu mit zwei Schritten die drei Welten durchmessen; Weise aus allen vier Richtungen priesen ihn mit erwachten Sinnen. Doch als er deine Füße und dein Haupt erkennen wollte, wurde er zum gewaltigen Eber und grub sich durch die sieben unteren Welten. Ermattet rief er: »Ursprung der Weltalter, Sieg, Sieg sei dir!« Trotz seines Lobes sah er deine beiden Lotusfüße nicht. Mir aber wurden sie zur Verehrung zugänglich in dieser meerumschlossenen Welt.
4.11-20
Von der Gestalt des Elefanten bis zur Ameise durchlief ich Geburten und entkam den Gefahren in den jeweiligen Mutterschößen. In menschlicher Geburt entkam ich im Leib der Mutter dem Kampf winziger Wesen. Im ersten Monat überstand ich die drohende Teilung des fruchtkleinen Keims, im zweiten sein Zusammenwachsen, im dritten die anschwellende Flüssigkeit, im vierten die tiefe Finsternis. Im fünften entging ich der Fehlgeburt, im sechsten den bedrängenden Hindernissen.
4.21-30
Im siebten Monat entkam ich dem vorzeitigen Fall auf die Erde, im achten der Bedrängnis, im neunten den nahenden Schmerzen. Im zehnten überstand ich mit meiner Mutter das Meer der Geburtsqual. Jahr um Jahr entkam ich vielen weiteren Gefahren des Wachsens und Lebens: der morgendlichen Ausscheidung, dem Hunger am Mittag, dem Schlaf der Nacht und den Mühen des Unterwegsseins. Dann begegneten mir die Frauen, schön wie dunkle Pfauen, mit schwarzem Haar, roten Lippen und weißem Lächeln.
4.31-40
Ihre ganze Anmut sammelte sich in der Fülle ihrer jungen Brüste: Sie wuchsen, spannten das Brustband, drängten nach vorn und bedrängten die schmale Taille, so eng beieinander, dass kaum ein Halm dazwischenpasste. Auch dem Raub ihrer scharfen Augen entkam ich. Auf dem weiten Schauplatz der törichten Welt überstand ich das Begehren, diesen rasenden Elefanten; die vielen Meere des Lernens; das Leiden namens Reichtum und das alte Gift namens Armut.
4.41-50
Ich durchlief die vielen begrenzten Bereiche des Lebens. Als der Gedanke an das Göttliche entstand und ich jene Wirklichkeit ohne Widerwillen bedachte, begannen sechzig Millionen Kräfte der Täuschung ihr je verschiedenes Spiel. Angehörige und Nachbarn sammelten sich und redeten sich die Zunge wund mit der Behauptung, es gebe keinen Gott. Die alte Herde der Verwandtschaft hielt mich fest, rief mich zurück und geriet immer mehr in Unruhe. Die Vedenkenner erklärten das Gelübde und die Askese zum Höchsten
4.51-60
und führten die Schriften als unumstößlichen Beweis an. Die Vertreter der Religionsschulen schrien einander entgegen: Jeder hielt die eigene Lehre für die richtige. Der heftige Sturm der Maya-Lehre wirbelte heran und tobte. Die glänzende Schlange des Lokayata verbreitete ihr scharfes Gift gegensätzlicher Gedanken. So umringten mich unzählige große Täuschungen. Doch ohne abzuweichen hielt ich an dem fest, was ich ergriffen hatte – wie Wachs vor einer unablässigen Flamme.
4.61-70
Ich verehrte ihn, mein Herz schmolz, ich weinte, mein Körper zitterte. Ich tanzte, rief, sang und pries ihn. Wie es heißt, dass der Griff von Zange und einfältiger Frau nicht loslässt, so ließ meine gute, ununterbrochene Liebe nicht ab. Wie ein Nagel im grünen Holz drang sie tief ein. Meine Rührung nahm zu; wie ein Meer wurde ich aufgewühlt. Das Innere schmolz, der Leib erbebte in Freude. Die Welt lachte mich als Besessenen aus; ich legte meine Scham ab, trug den Spott der Leute wie einen Schmuck und wich nicht zurück.
4.71-80
Alle berechnende Klugheit verlor sich; ergriffen vom Rausch der Erkenntnis, richtete ich mich auf das höchste, wunderbare Ziel. Wie eine Mutterkuh nach ihrem Kalb rief ich klagend und voller Unruhe. An einen anderen Gott dachte ich nicht einmal im Traum. Der unzugängliche Eine war auf die Erde gekommen und hatte als höchster Guru Gnade geschenkt. Diese Größe achtete ich niemals gering. Wie ein Schatten sich nicht von seinem Träger löst, hielt ich mich an seine beiden heiligen Füße: vor ihm, hinter ihm, in jeder Richtung, ohne Widerwillen. Bis in die Knochen schmolz ich in immer neuer Sehnsucht.
4.81-90
Der Fluss der Liebe trat über seine Ufer. Alle Sinne sammelten sich; ich rief: »Herr!« Meine Sprache stockte, die Härchen meines Leibes richteten sich auf. Die blütengleichen Hände schlossen sich zur Knospe, das Herz öffnete sich zur Blüte. In den Augen wuchs Freude, und feine Tränen traten hervor. So lassen deine Liebenden Tag für Tag ihre unermüdliche Liebe wachsen. Als Mutter hast du mich aufgezogen: Sei gepriesen! Du Gott, der als wahrer vedischer Lehrer die Hand reicht und Karma auflöst: Sei gepriesen! König des goldenen Madurai, sei gepriesen!
4.91-100
Kostbarer Guru, der in Kudal erstrahlt, sei gepriesen! Tänzer in der Halle des südlichen Tillai, sei gepriesen! Du wurdest mir heute kostbarer Nektar: Sei gepriesen! Ursprung der vier unvergänglichen Veden; Shiva mit dem siegreichen Stierbanner; Wunderbarer von blitzender Gestalt: Sei gepriesen! Süße Frucht, die selbst aus Stein Fasern zieht, sei gepriesen! Goldener Berg, beschütze mich, sei gepriesen! Ach, schenke mir Gnade! Du erschaffst, erhältst und löst auf: Sei gepriesen!
4.101-110
Vater, der die Not beseitigt, sei gepriesen! Herrscher, mein Herr, sei gepriesen! Masse leuchtenden Kristalls, sei gepriesen! König, Nektar, sei gepriesen! Wunderbarer mit duftenden Zufluchtsfüßen, sei gepriesen! Vedenkenner, Makelloser, Anfang, Erkenntnis – sei gepriesen! Mein Ziel, meine süße Frucht, sei gepriesen! Verlässlicher mit dem Fluss im hohen Flechtenhaar, mein Gebieter, inneres Gewahrsein: Sei gepriesen!
4.111-120
Du hast den Dienst von mir Geringem angenommen: Sei gepriesen! Vater, Feinster, Shiva, Führer, Ziel und Güte – sei gepriesen! Weg und Gedanke, sei gepriesen! Heilmittel, schwer zu gewinnen für die Himmlischen, und Herr, leicht erreichbar für die anderen: Sei gepriesen! König der Gnade, der mich und die einundzwanzig Kreise der Angehörigen vor dem Versinken in leidvoller Hölle bewahrt, sei gepriesen! Freund und Beistand, sei gepriesen!
4.121-130
Leben, mein sicherer Schatz, sei gepriesen! Freier, Urerster, Vater und Aran – sei gepriesen! Einer jenseits von Rede und Erkennen, Frucht der meerumschlossenen Welt, sei gepriesen! Seltene und doch leicht zugängliche Schönheit, fürsorglicher Blick wie eine dunkle Regenwolke, beständiger Berg heiliger Gnade: Sei gepriesen! Du hast selbst mich zu jemandem gemacht und deine beiden mächtigen Füße auf mein Haupt gesetzt. Held, sei gepriesen!
4.131-140
Du wischst das Leid derer fort, die ihre Hände verehrend falten: Sei gepriesen! Meer unvergänglicher Glückseligkeit, jenseits von Werden und Vergehen, alles überragender Ursprung: Sei gepriesen! Bräutigam der Frau mit dem Blick einer Hirschkuh, Mutter der unsterblichen Himmelsbewohner, sei gepriesen! Fünffach breitest du dich in der Erde aus, vierfach im Wasser, dreifach im Feuer, zweifach im Wind: Sei gepriesen!
4.141-150
Einfach trittst du im Raum hervor: Sei gepriesen! Nektar im Herzen der Liebenden, sei gepriesen! Selbst im Traum bist du den Göttern schwer zugänglich; doch mir Hund hast du im Wachen Gnade geschenkt: Sei gepriesen! Vater in Idaimarudu, Träger der Ganga im Flechtenhaar, König von Arur, Herr des herrlichen Tiruvaiyaru, unser Bruder von Annamalai, augenfüllendes Meer des Nektars: Sei gepriesen!
4.151-160
Vater in Ekambam, dessen eine Hälfte Frauengestalt ist, sei gepriesen! Höchster in Paraitturai, Shiva in Shirappalli, sei gepriesen! Einen anderen Halt kenne ich hier nicht. Unser Tänzer von Kutralam, König von Kokazhi, Vater auf dem Berg Ingoy, Schöner von Pazhanam, wunderbarer Herr in Kadambur: Sei gepriesen!
4.161-170
Vater, der den zu ihm Kommenden Gnade gewährt, sei gepriesen! König, der unter dem Itti-Baum den sechs und dem Elefanten gnädig war, sei gepriesen! Shiva, Herr des südlichen Landes und Herr der Menschen aller Länder, sei gepriesen! Du hast den Ferkeln Gnade gewährt: Sei gepriesen! Herr des erhabenen Kailasa, schenke deine Gnade! Herr, dessen Gnade die Finsternis vertreibt, sei gepriesen! Ich bin erschöpft, dein Diener, ganz allein: Sei gepriesen!
4.171-180
Schenke mir die Gnade, dass die Täuschung vergehe; sprich hier zu mir: »Fürchte dich nicht!« Sei gepriesen! Du nahmst selbst das Gift wie Nektar an: Sei gepriesen! Vater und Lehrer, Ewiger und Reiner, treuer Verbundener und Ursprung des Daseins, Großer und Herr, Seltener und Makelloser – sei gepriesen! Schöner Weg der Vedenkenner, sei gepriesen! Höre meine Klage, Urerster: Ich vermag es nicht zu tragen. Sei gepriesen!
4.181-190
Du bist mein Verwandter und mein Leben, meine Herrlichkeit und mein Shiva: Sei gepriesen! Wolke, Bräutigam, Gefährte der Frau mit den baumwollzarten Füßen, sei gepriesen! Ich Hund, dein Diener, bin erschöpft. Unser Herr, leuchtende Flamme, sei gepriesen! Auge, das in Suvaittalai weilt, König in Kuvaippadi, Herr des Berglandes, kunstvoll strahlender Arikesari: Sei gepriesen!
4.191-200
Herr auf dem heiligen Geierberg, Aran im bergumgebenen Puvanam, sei gepriesen! Du bist formlos und Gestalt; naher Berg des Erbarmens, Licht selbst jenseits des vierten Bewusstseinszustands: Sei gepriesen! Schwer zu erkennende Klarheit, Glanz einer unversehrten Perle, Liebender derer, die dir angehören, unerschöpflicher Nektar, Gnade und Herr mit tausend Namen: Sei gepriesen!
4.201-210
Träger der Girlande aus Tali und Arugu, Tänzer von weit ausstrahlendem Licht, mit Sandelpaste geschmückter Schöner, sei gepriesen! Shiva, den das Denken kaum erreicht, Bewohner des großen Mantraberges, Retter unserer Leben, sei gepriesen! Du gabst dem Antilopenjungen die Milch einer Tigerin; du gingst über das wogende Meer; du schenktest damals dem schwarzen Vogel Gnade und ließest die mächtigen Sinne aufgehen: Sei gepriesen!
4.211-220
Feuriger, der auf der Erde gegenwärtig wurde, sei gepriesen! Du bist Anfang, Mitte und Ende. Dem Pandya-König schenktest du das höchste Ziel, sodass er weder Hölle noch Himmel noch die irdische Welt wieder betreten musste. Sei gepriesen! Einer, der alles lückenlos erfüllt; König von Shivapuram mit seinen reichen Blüten; Gott mit der Wasserliliengirlande, der die Verwirrung seiner Verehrer durchtrennt: Sei gepriesen! Nimm gnädig diesen Kranz unbeholfener Worte an, den ich Hund dir reiche, ohne Fehler und Gelingen recht unterscheiden zu können. Sei gepriesen!
4.221-225
Uralter, der die vielen Burgen verbrannte, sei gepriesen! Höchster, höchstes Licht über allem Höchsten, sei gepriesen! Preis, Preis dem schlangengeschmückten Herrn! Preis, Preis dem uralten Ursprung! Preis, Preis, Sieg, Sieg und Preis!
Mein Leib erbebt und richtet seine Härchen auf. Zu deinen duftenden Füßen erhebe ich die Hände über mein Haupt; Tränen strömen, mein Herz schmilzt. Es lässt das Falsche los und ruft: »Preis dir, Sieg, Sieg und Preis!« Die gefalteten Hände lasse ich nicht sinken. Mein Herr, nimm dich meiner an!
5.2
Ich begehre weder Indras noch Vishnus noch Brahmas Leben. Selbst wenn mein Haus zugrunde geht, verbinde ich mich nur mit deinen Dienern. Selbst die Hölle verachte ich nicht, wenn ich dort durch deine Gnade bleiben darf. Unser Höchster, an keinen anderen Gott als dich will ich denken.
5.3
»Höchster, Vater, mein Gebieter!« An dich denkend schmilzt dein Diener. Mit berauschtem Herzen wandere ich von Ort zu Ort und spreche, was der Liebe entspricht. Die Menschen nennen mich wahnsinnig; jeder redet nach seiner eigenen Vorstellung. Wann wird dieses Leben enden?
5.4
Jene aßen einst beim verhängnisvollen Opfer Dakshas vom Widder; vor dem Gift erschraken sie und riefen hilfesuchend: »Ach, unser Vater!« Dennoch zählen sie sich mit unserem Herrn zu den »Drei«, beherrschen den Himmel und brüsten sich auf Erden als Götter. Welche Verfehlung, ihr fehlgeleiteten Asketen!
5.5
Ich habe keine Askese geübt und nicht unermüdlich kühle Blumen darbringend gebetet. Sinnlos geboren und an schlimme Taten gebunden, habe ich die Herrlichkeit Shivas im Kreis deiner Liebenden nicht erlangt. Unser Höchster, schenke deinem Diener ein Dasein, das deinen heiligen Füßen gehört!
5.6
Deine Liebenden sammeln vielerlei erlesene Blumen, verehren unablässig deine Füße und hoffen, alles Erbetene zu empfangen. Du wunderbarer Dieb, der sich ihrem Herzen entzieht! Schenke auch mir beständige Liebe zu deinen hohen, geschmückten Füßen, damit ich dich ohne Unterlass preisen kann.
5.7
Einst neigte Vishnu, der Schöpfer des allsehenden Brahma, sein Haupt und suchte dich überall mit reichen Blumen; doch du bliebst jenseits seiner Reichweite. Unser Herr aber tanzt hier im Wald mit den Geistern, ohne festen Aufenthaltsort. Ein Tigerfell trägt er und wandert in göttlicher Verrücktheit umher.
5.8
Wann wird die Zeit kommen, in der Wind, Feuer, Wasser, Erde und Himmel untergehen? Wenn diese Stunde kommt, lass auch die mächtigen Taten vergehen, die ich, dein Diener, während meines Umherirrens begangen habe. Du Hüter, bewahre und beschütze uns!
5.9
Bhava ist unser Herr, der den großen, kühlen Mond als Schmuck trägt, der Herr der Himmlischen. Shiva ist unser Herr: Obwohl er meine Kleinheit sah, nahm er mich zu eigen. Verkündet es so, dass die Welt es erkennt: Er ist unser Herr, und ich bin sein Diener!
5.10
Ich war nicht würdig, in den Kreis deiner Liebenden einzutreten, mein unversehrtes Juwel. Dennoch nahmst du mich gnädig zu eigen. Du erhebst selbst die Niedrigsten und lässt die Himmlischen sich vor ihnen neigen, unerschöpflicher Nektar! Das Spiel, das du mit mir gespielt hast, lässt die Menschen staunen und lachen.
5.11
Wie auf einer Bühne spiele ich unter deinen Dienern einen von ihnen und dränge mich eifrig in das Haus der Befreiung. Goldglänzender Edelsteinberg, unser Herr! Schenke mir ununterbrochene Liebe zu dir, die tief in mir wohnt und mein Inneres schmelzen lässt.
5.12
Vor keiner Geburt fürchte ich mich; was habe ich mit dem Tod zu schaffen? Ich begehre weder den Himmel noch die Herrschaft über die Erde. Shiva mit den honigreichen Konrai-Blüten, unser Herr und Gebieter! Nur danach sehne ich mich: Wann wird der Tag kommen, an dem ich deine Gnade empfange?
5.13
Ich Hund, dein Diener, sehne mich danach, deine Lotusfüße zu sehen. Doch ich schmücke sie nicht mit guten Blumen und preise dich nicht, bis meine Zunge ermüdet. Du hast den goldenen Bogen gespannt! Schenkst du mir nicht den Nektar deiner Gnade, werde ich einsam vergehen. Was sollte sonst aus mir werden?
5.14
Mein Inneres schmilzt nicht vor deinen Füßen, meine Liebe wird nicht weich. Ich flechte keine Girlanden und spreche kein Lob. Herr der Himmlischen, ich fege deinen Tempel nicht, pflege seinen Boden nicht und tanze nicht vor dir. So eile ich nur dem Tod entgegen, du, den wahre Einsicht nahebringt!
5.15
Du bist Himmel, Erde, Wind und Licht; Leib und Leben, Sein und Nichtsein. Als König lässt du jeden sein Spiel aufführen und »Ich« und »Mein« sagen. Mit welchen Worten könnte ich dich preisen, der so gegenwärtig ist?
5.16
Die Himmlischen preisen dich, um ihr eigenes Leben zu erhalten. Sie beugen ihr Denken vor dir, um selbst erhöht und von allen verehrt zu werden. Herr mit der von Bienen umschwärmten Girlande! Auch ich Hund, dein Diener, preise dich – damit du die vergebliche Wiedergeburt abschneidest.
5.17
Die Himmlischen preisen dich, die vier Veden singen von dir. Die Frau mit den duftenden Locken besitzt die eine Hälfte deiner Gestalt. Deine Diener verbinden sich mit dir in wahrer Liebe. Werden sie deine beiden klingend geschmückten Füße immer tiefer schauen, du schwer zu Erkennender?
5.18
Du bist allen schwer zu gewinnen, du erfüllst den Raum, du Großer in der heiligen Halle! Du nahmst mich Kleinen zu eigen. Dennoch streue ich keine duftenden Blumen unter deine geschmückten Füße, rufe nicht staunend und schmelze nicht in Liebe. Ich ertrage es nicht. Was wird aus mir? Ich vergehe, ich vergehe!
5.19
Verlorenes Herz, du zitterst und schmilzt vor den Blumenpfeilen des Liebesgottes und vor Frauen mit weißem Lächeln, roten Lippen und dunklen Wasserlilienaugen. Er aber trat in dich ein, ließ deinen ganzen Leib schmelzen und nahm dich zu eigen. Heute ist er fort, im Himmel – und du lebst weiter, ohne zu vergehen!
5.20
Du lebst, Herz, und lebst doch nicht wahrhaft. An mächtige Taten gebunden versinkst du, ohne den zu preisen, der dich vor dem Versinken bewahren kann. Du bereitest dir selbst den Untergang. Wie oft muss ich es dir sagen? Du fällst in die Fluten des leidvollen Meeres.
5.21
»Du trägst den Strom im weiten Flechtenhaar; du reitest den Stier, Herr der Himmlischen!« Bei diesen Worten geraten deine Liebenden in Bewegung und schmelzen wie Wasser, das wirbelnd in eine Tiefe stürzt. Doch für dich, der mich zu eigen nahm, schmilzt mein Herz nicht bis zum Scheitel. Mein ganzer Leib wird nicht zu Augen, aus denen Tränenfluten strömen. Mein Herz ist Stein, meine beiden Augen sind Holz – so schwer ist mein Karma.
5.22
Inmitten meiner Taten lag ich gebunden. Du tratst ein, als wolltest du sagen: »Komm, ich vernichte dein Karma!« Du offenbartest mir dein Wesen, nahmst mich zu eigen und wurdest mein Herr. Doch wie eine eiserne Figur singe und tanze ich nicht, schreie und stammle nicht und vergehe nicht vor Liebe. Urerster, ist das recht? Ich weiß nicht, wie es mit mir endet, du Anfang und Ende!
5.23
Ich weiß, dass du der Herr der vier Veden bist; zugleich erkenne ich mich als Hund, geringer als alle anderen. Dennoch sage ich: »Herr, ich bin dein Liebender.« So nahmst du mich zu eigen. Gibt es denn keine wirklichen Diener mehr, dass du mich törichten Geist erwählt hast? Ist auch dies deine Größe? Was kann ich dir sagen, mein Herr?
5.24
Deine Diener sprechen immer wieder: »Herr, Vater, unser großer Gebieter!« Sie bestreichen ihren Leib ganz mit heiliger Asche und preisen dich in unablässiger Liebe. So überschreiten sie Geburt und Tod, und du nimmst sie zu eigen. Mich aber, diesen trügerischen Strom des Begehrens, hast du ebenfalls angenommen. Makelloser Edelsteinberg, Vater – welch wunderbare Tat!
5.25
Du bist weder rot noch weiß, bist der Viele und der Eine, feiner als das feinste Atom. Die Himmlischen verlieren sich in ihren Gedanken und wissen nicht, wie sie dich erreichen sollen. Doch mir zeigtest du dein Wesen, deine Gestalt und deine Lotusfüße. Mich Orientierungslosen bewahrtest du sicher vor neuer Geburt und nahmst mich zu eigen. Was kann ich sagen oder denken, mein Herr?
5.26
Mein Denken hast du dir zugewandt, die beiden Augen dieses Hundes deinen Lotusfüßen. Meine Verehrung gabst du diesen Blüten hin, meine Sprache deinen kostbaren Worten. Du kamst, erfülltest die fünf Sinne, nahmst mich zu eigen und tratst in mein Inneres ein. Mächtiges Meer wunderbaren Nektars, Berg, einziges Licht mit dem Leib eines roten Lotusgartens: Du gabst dich selbst mir Einsamen, der weder im Diesseits noch im Jenseits Frucht erlangt hatte.
5.27
Allein wurde ich auf dem großen Meer der Geburt von breiten Leidenswellen geschlagen. Ohne Halt verwirrte mich der Sturm fruchtroter Lippen; der Hai des Begehrens hielt mich im Rachen. »Wie kann ich nun entkommen?«, dachte ich. Da ergriff ich das Floß der fünf Silben. Urerster, du zeigtest mir das reiche Ufer ohne Anfang und Ende und nahmst mich Toren zu eigen.
5.28
Keiner kennt ihn bloß vom Hörensagen. Er kennt keinen Untergang, hat keinen Verwandten und hört alles, ohne auf gewöhnliche Weise zu hören. Vor den staunenden Menschen setzte er einen Hund auf einen Ehrensitz: mich! Er zeigte mir alles bisher Ungeschaute, ließ mich alles bisher Ungehörte hören und bewahrte mich vor weiterer Geburt. Welch Wunder hat unser Herr vollbracht!
5.29
Gibt es ein Wunder wie dieses? Er machte mich zum Diener seiner von großer Liebe erfüllten Diener, nahm meine Furcht und nahm mich zu eigen. Nektar strömte, als er in mein schmelzendes Inneres einzog und die Liebe mehrte. Vater, Mann, Frau und jenseits beider, Raum, mächtiges Feuer, Ende und jenseits des Endes – unser Shiva mit der blütengleichen Gestalt, unser Herr, König der Götter!
5.30
Der Gott der Götter bleibt selbst den Göttern unbekannt. Als Herr der Drei erschafft, erhält und löst er die reichen Welten auf. Er ist Ursprung, Urgestalt, Ahnherr, unser Vater, dessen Hälfte die Mutter ist. Dieser König aller kam und nahm auch mich zu eigen. Nun sind wir niemandes Untertanen und fürchten nichts. Mit den Dienern seiner Diener vereint, wollen wir immer tiefer eintauchen und in Freude tanzen!
5.31
Du tanzt nicht, liebst die Füße des Tänzers nicht, singst nicht mit schmelzenden Knochen. Du erbebst und verneigst dich nicht, trägst seine Lotusfüße nicht auf dem Haupt und schmückst sie nicht mit Blumen. Einsames, totes Herz! Du suchst ihn nicht, rufst nicht Straße um Straße nach ihm. Ich weiß nicht, was ich mit dir tun soll.
5.32
Er trat in mich Unwissenden ein, nahm mich zu eigen und schenkte Erkenntnis. Mein Vater offenbarte alle höheren Wege und löste meine Fesseln. Obwohl du diese untrennbare, süße Gnade empfangen hast, tanzt du nun in die Gegenrichtung, totes Herz! Mit deinen Künsten erniedrigst du mich und bereitest meinen Untergang.
5.33
Du stellst dich gegen mich und richtest mich zugrunde, törichtes Herz ohne Halt. Ich werde dir nicht länger vertrauen. Du hast die Asche auf Shivas starken Schultern gesehen und bist dennoch nicht geschmolzen; auch die Hülle dieses Leibes hast du nicht zerrissen. Dein Wesen ist verderblich. Ich vermag davon nicht länger zu hören.
5.34
Unbeständiges Herz, du gehst zugrunde! Mein Herr besitzt mich Hund und darf mich sogar verkaufen und ganz über mich verfügen. Seine duftenden Lotusfüße sind zarte junge Triebe. Von ihnen getrennt hast du alles früher Genossene verloren. Wahrhaft unermesslich sind deine »Einsicht« und deine »Größe«!
5.35
Die Himmlischen vermögen ihn nicht zu ermessen, doch seinen Dienern ist er leicht zugänglich. Du hast gerührt erfahren, wie er unsere Täuschung vernichtete und uns zu eigen nahm. Dennoch hast du das Unlautere in dir nicht abgelegt und ihm in deinem Inneren keinen weiten Raum bereitet, Herz! Du beugst dich nicht vor den heilenden Füßen des Herrn, um das höchste Ziel zu erreichen.
5.36
Es gilt, in die goldene Stadt einzutreten, aus der niemand mehr fortgeht; sich nach diesem Eintritt zu sehnen und in Liebe zu den Füßen des Vaters zu schmelzen, der mich zu eigen nahm. Wenn diese Liebe nicht täglich zunimmt wie Nektar, Honig und süße Milch – was vermag ich karmisch Belasteter dann noch zu tun?
5.37
Wer hat ein Karma wie ich, der Hund zu den Füßen des Herrn? Sein heiliger Wille war doch, sich keinen Augenblick von mir zu trennen. Dennoch lebe ich fern von seinen guten Lotusfüßen weiter, ohne zusammenzubrechen oder mir das Haupt zu zerschlagen. Was ist mein Wesen? Eisen ist mein Herz, Stein mein Denken; womit soll ich meine Ohren vergleichen?
5.38
Alle anderen sind zum Ziel gelangt. Ich aber erkenne nicht und nähere mich dir nicht, du Honig, Ghee und klarer Zuckerrohrsaft, Shiva, König meiner Shiva-Welt, dessen Hälfte die Frau mit dem Rehblick ist. Seit langem bewahre ich bloß diesen Fleischkörper. Ich gehe zugrunde und kann doch nicht sterben.
5.39
Er gab seine unvergänglichen, unvergleichlichen Lotusfüße und zeigte selbst mir, geringer als ein Hund, den guten Weg. Süßere Gnade als eine Mutter schenkte mein Herr. Nun sehe ich ihn nicht. Dennoch falle ich nicht ins Feuer, stürze nicht vom festen Fels und gehe nicht ins weite Meer.
5.40
Ich bedachte nicht, dass die Blumenpfeile des Liebesgottes meinen Verstand verwirren. Unter den Täuschungen der Frauen mit dem Rehblick wurde ich wie Milch unter dem Quirl. In die Stadt Shivas, der mir honigsüße Gnade schenkte, gehe ich nicht. Nur um das Leben in diesem Fleisch zu erhalten, esse ich, kleide mich und bleibe hier.
5.41
Wie ein Elefant mit zwei Armen lebte ich und erkannte den Keim in meinem Inneren nicht; nur Leid sah ich. Du Einziger unter den Himmlischen befahlst: »Komm!« Doch ich kann nicht kommen. Nur zu essen vermag ich.
5.42
Wer erkennt, dass eine leuchtende Wirklichkeit besteht, kann dich nicht als Frau, Mann oder Wesen jenseits beider festlegen. Mir, deinem Diener, erschienest du so, wie du bist. Ich sah dich und sah dich doch nicht. Welch Täuschung der Augen!
5.43
Deine Gestalt ist selbst den hohen Himmlischen unbekannt. Tänzer, der mich zu eigen nahm! Du bist Erde und Himmel und die Zeit, in der beide entstehen und vergehen. Wann werde ich dich schauen?
5.44
Du Höchster, der sich schauen lässt und doch über das Auge hinausgeht, leuchtende Wirklichkeit! Hier bin ich wie ein schwaches Junges. Ich weiß nicht, wie ich diese trügerische Hülle verlassen und dich ganz ergreifen kann; noch immer pflege ich die Sinne.
5.45
Ich rufe dich nicht in überströmender Liebe an, wälze mich nicht preisend am Boden und stehe nicht lobend vor dir. Meine Haltung gleicht der des Todesgottes, der dir entgegentrat und von deinen Lotusfüßen getroffen wurde.
5.46
Willst du mich nicht unter deine Liebenden aufnehmen? Rufe mich und gib mir deinen Dienst, Herr mit den honigreichen, von Bienen umschwärmten Konrai-Blüten! In der Mitte, unten und oben, in allem bist du gegenwärtig, Vater – wie das Öl im Sesamsamen.
5.47
Du bist mein Vater und unser Herr, Vater, Mutter und Gebieter aller, ohne selbst solche über dir zu haben. Der kostbare Herr, den niemand mit seinem Denken ergründen kann, kam zuerst und trat in mich ein.
5.48
Für dich gibt es weder Reichtum noch Armut, keine Grenze zwischen Himmlischen, Würmern und Gras. Allen bist du die kostbare, schwer zu gewinnende Wirklichkeit. Obwohl ich deine grenzenlos herrlichen Füße sah, trennte ich mich von dir. Das ist die Not meines steinernen Herzens.
5.49
Du löstest meine Fesseln und nahmst mich zu eigen. Vor den Augen aller deiner mit heiliger Asche geschmückten Liebenden erhobst du mich in die Versammlungshalle – mich, der nicht einmal »acht und zwei« versteht!
5.50
Du Wissender, du Nektar! Hast du mich Hund zu deinen Füßen etwa angenommen, weil ich weise war? Sahst du an jenem Tag nicht gerade meine Unwissenheit? War ich damals wissend oder mächtig, Herr der Gnade?
5.51
Herr, mein Gebieter, mein Vater, großer Herr, Vernichter meiner Wiedergeburten! Mich niedrigen, bösen Hund, der nichts gilt, hast du angenommen. Doch ich vermag nicht einmal zu bedenken, was ich dir schulde. Du siehst es, Strahlender, Herr der Tanzhalle: Ich weiß nichts zu tun.
5.52
Ich kleiner Hund weiß nicht, was ich tun soll. Alle Gewinne der Unwahrhaftigen, die deine rotgoldenen Blütenfüße nicht sehen, scheinen mir bestimmt. Ich habe doch gesehen und gehört, wie die Wahrhaftigen deine duftenden Blütenfüße erreichen. Dennoch esse ich, kleide mich und bleibe hier, ich Falscher, du kampfstarker Stier!
5.53
Kampfstarker Stier! Du kamst aus deiner goldenen Stadt, vertriebst die Finsternis und erschienst mit der jungen Frau von zarten, umgürteten Brüsten. Ich sah, wie deine herrlichen, begnadeten Diener deine Füße erreichten. Doch ich Böser bleibe am Leben und irre hier umher wie ein blindes Tier im Dorf.
5.54
Große Weise mühten sich unermesslich lange in Askese, verachteten ihre Glieder und verzehrten sich danach, dich zu sehen. Mich Sünder aber nahmst du in deinen Dienst. Dieses schmutzige Gehäuse vermag ich nicht abzulegen, du Juwel. Mir fehlt die Liebe, die nach deinem Anblick schreit. Wodurch soll ich mich erheben, mein Herr?
5.55
Du teilst dich mit Uma, deren Augen denen eines Rehs gleichen. Du kamst und nahmst mich an: Honig, Nektar, klarer Zuckerrohrsaft, Shiva, König des südlichen Tillai! Ich sah deine Diener, die deinem heiligen Willen entsprechen, deine Füße erreichen. Weshalb hüte ich hier noch diesen fleischlichen Wurmsack, mein Gebieter?
5.56
Gebieter, Herr derer, deren Herzen in großer Liebe schmelzen, sobald sie an dich denken! Ich sah sie deine Füße erreichen. Doch ich bin geringer als ein Dorfhund: Mein Herz schmilzt nicht, mein steinernes Denken wird nicht weich. Du hast bestimmt, dass ich diesen stinkenden Wurmsack hüte und hier bleibe.
5.57
Was du bestimmt hast, entspricht mir durchaus. Ich hielt nicht unerschütterlich an deinen alten Dienern fest, ich Treuloser. Stattdessen beobachtete ich das Zittern der Lippen einer Frau, das leichte Gleiten ihres Gewandes und die feinen Schweißtropfen auf ihrem Gesicht. Damit bereitete ich mir selbst das Verderben.
5.58
Honig, Milch, geläuterter Zuckerrohrsaft, Licht! Du Herr lässt selbst den Leib derer schmelzen, die Klarheit erlangt haben, du Himmlischer. Wenn ich Nichtsnutz sage: „Ich bin dein Diener; du hast mich angenommen“, dann ist mein Zustand wahrlich so, dass du darüber nur gnädig lachen kannst.
5.59
Herr, dessen Wesen andere nicht erkennen! Mich niedrigen, bösen Hund nahmst du an. Willst du mich nun hinausgehen lassen? Wer wird dann noch nach mir sehen? Was soll ich tun, mein großer Herr? Vater mit dem goldglänzenden heiligen Leib, wohin soll ich mich wenden?
5.60
Ich möchte zu deinen Füßen eintreten, inmitten der Diener stehen, die dich preisen, und mich lachend freuen. Doch ich bin ein schamloser Hund, der früher auf schöne Schultern blickte; beständige Liebe fehlt mir. Bin ich überhaupt würdig, dich zu sehen und von dir angenommen zu werden? Vater, diesen meinen Zustand ertrage ich nicht!
5.61
Dieses Leben im Leib ertrage ich nicht. Shankara, sei gepriesen! Alter des Himmels, sei gepriesen! Unser jugendlicher Held, sei gepriesen! Unvergleichlicher Einziger, sei gepriesen! Herr der Himmlischen, sei gepriesen! Tänzer von Tillai, sei gepriesen! Unser Makelloser, sei gepriesen, sei gepriesen!
5.62
Gepriesen! Namah Shivaya! Schlangenträger, ich bin verwirrt. Gepriesen! Namah Shivaya! Eine andere Zuflucht gibt es nicht. Gepriesen! Namah Shivaya! Sieh, stoße mich nicht als Fremden hinaus. Gepriesen! Namah Shivaya! Sieg, Sieg! Sei gepriesen, sei gepriesen!
5.63
Sei gepriesen, Freigebiger, der selbst Falsche wie mich annimmt! Gepriesen seien deine Füße! Herr, sei gepriesen, sei gepriesen! Gepriesen sei die Flut deines Erbarmens, ihre frische honigsüße Fülle! Du bist Erde, Wasser, Feuer, Wind, der Opfernde, Raum und die beiden Himmelslichter, o Gott!
5.64
Gott, sei gepriesen! Blicke gnädig auf mich, sei gepriesen! Lass mein Innerstes schmelzen und nimm mich an, sei gepriesen! Nimm diesen Leib von mir und gewähre mir bald die himmlische Welt, sei gepriesen! Shankara, der du die Ganga im verfilzten Haar trägst, sei gepriesen, sei gepriesen!
5.65
Shankara, sei gepriesen! Ich habe keine andere Zuflucht, sei gepriesen! Du teilst dich mit der Frau von schön geschwungenen Hüften, roten Lippen, weißem Lächeln und dunklen, scharfen Augen: Sei gepriesen! Reiter des mächtigen Stiers, sei gepriesen! Dieses Leben hier halte ich nicht aus, mein Herr; ich habe es verworfen.
5.66
Ich selbst habe mich erniedrigt, mein Herr: Sei gepriesen, sei gepriesen! Ich habe dir Vorwürfe gemacht. Gepriesen seien die Füße, denen ich gehöre! Alle Verfehlungen zu verzeihen ist die Pflicht der Großen: Sei gepriesen! Beende dieses Leben, sei gepriesen, unser Herr des Himmelslandes!
5.67
Unser Herr, sei gepriesen! Höchster unter den Himmlischen, sei gepriesen! Du teilst dich mit der Frau von rankenschlanker Taille und trägst weiße Asche: Sei gepriesen! Edler Herr, sei gepriesen! Herr der heiligen kleinen Halle in Tillai, sei gepriesen! Himmlischer, sei gepriesen! Einziger, der mich besitzt, sei gepriesen!
5.68
Einziger, sei gepriesen! Unvergleichlicher Vater, sei gepriesen! Guru der Himmlischen, sei gepriesen! Unser zarter, schöner Spross, sei gepriesen! Sprich „Komm!“ und ziehe mich zu dir, sei gepriesen! Gewähre mir deine Füße, sei gepriesen! Erlöse mich Einsamen, du Läuternder!
5.69
Du liebst die vollkommen Liebenden noch inniger, als sie dich lieben: Sei gepriesen! Gepriesen sei deine Größe, die trotz meiner wiederkehrenden Falschheit mich gnädig annimmt! Freigebiger, der das hervorgequollene Gift trank und den Himmlischen Nektar schenkte: Sei gepriesen! Gewähre mir Hund deine vollkommenen Füße, sei gepriesen!
5.70
Du bist Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum: Sei gepriesen! Du bist der Ursprung aller Lebewesen und hast selbst keinen Ursprung: Sei gepriesen! Du bist das Ende aller Lebewesen und hast selbst kein Ende: Sei gepriesen! Du verbindest alles, doch die fünf Sinne vermögen dich nicht zu erreichen: Sei gepriesen!
5.71
Vater, du nahmst mich an und blicktest auf mich, als wolltest du mich ganz mit dir verbinden. Wenn es aber heißt, diese Verbindung sei noch nicht geschehen: Was ist dann zwischen dir und mir? Mag Vereinigung sein oder nicht: Möge meine Liebe sich mit deinen geschmückten Füßen verbinden, du höchste Wonne des himmlischen Landes!
5.72
Nach Genuss verlange ich nicht, auch nicht nach den Freuden Indras und der anderen Götter. Einziger, außer deinen beiden geschmückten Füßen habe ich nichts, mein Herr. Mein Innerstes soll aufbrechen, mein Leib erzittern; über meinem Haupt sollen die Hände sich zum Gruß falten und aus meinen Augen Tränen wie ein Fluss strömen, mein Herr!
5.73
Herr, außer dir habe ich keinen Halt. Ich Täuschender bin ganz mit Falschheit vermischt, mein Gebieter. Du teilst dich mit der Frau von dunkel umrandeten Augen: Komm! Lass auch mir jene Liebe zuteilwerden, mit der deine wahrhaftigen Diener sich zu deinen Füßen vereinen.
5.74
Ich erbitte Liebe zu deinen geschmückten Füßen. Tilge die Falschheit, nimm mich Hund wahrhaft an und sprich erbarmend: „Ach, komm!“ Auch ich, dein Diener, will mich dir anschließen und immer wieder „Sei gepriesen!“ rufen. Durch jedes Sterben und Wiederkommen hindurch will ich dich verehren, mein König.
5.75
Erde und Himmel verehren dich, die vier Veden rufen laut und verzehren sich danach, dich zu erreichen; denn eine andere letzte Wirklichkeit gibt es nicht. „Wir verehren dich und lassen nicht von dir!“ So rufen wir. Was bedenkst du noch? Komm und gewähre deine Gnade, du Gefährte der Frau mit schönen Brüsten!
5.76
Wenn der Gedanke sich auf dich richtet, reichen die Worte auch an seiner äußersten Grenze nicht ein Körnchen weit. Du bist kein Gegenstand, den bloßes Reden und Hören erschließt. Dich, der alle Welten ist, erfassen die fünf Sinne nicht. Wie weit, wohin, über welche Grenze muss ich gelangen, um die Füße meines Vaters zu erreichen?
5.77
Wann kann ich Täuschender dich erreichen, unser Herr? Rettung finde ich allein bei dir; eine andere Wirklichkeit gibt es nicht. Bewahre mich davor, im Kummer zu vergehen, und erbarme dich meiner, des Sünders! Anders als durch dieses Erbarmen kenne ich keinen Zugang zu dir, Herr.
5.78
Herr, weder hier noch dort gibt es etwas außer dir: Das habe ich gesagt. Ich Unwissender erkannte darin keinen Unterschied, mein Gebieter. Makelloser, der mich Niedrigen annahm! Strahlender, mein Denken wird keinen anderen Gott neben dir, dem Einen, als wahr anerkennen.
5.79
Mit Denken, Tun, Hören, Sprechen und den unzulänglichen fünf Sinnen habe ich Tor dich früher nicht erreicht. Dennoch bin ich nicht verbrannt zusammengebrochen, mein Innerstes ist nicht vor Scham zersprungen. Noch immer lebe ich in der Hoffnung, dich, meinen Vater, zu erreichen.
5.80
Mich Täuschenden mit eisernem Herzen nahmst du an. Du ließest mich die honigsüße Wonne deiner Füße trinken und vereintest dich mit mir. Das Feuer war da, ich war da; was geschehen ist, ist geschehen. Und doch besteht dein Verlangen nach mir und meines nach dir: Welch wunderbares Wirken ist dies!
5.81
Als sollte der Same der Falschheit nicht zugrunde gehen, hast du mich hier zurückgelassen. Alle, die deinem Willen entsprachen, kamen und erreichten deine Füße. Ich aber versinke in Furcht. Unser bettelnder Gott von Arur, was habe ich getan? Sprich zu mir!
5.82
Man rechnete mich zu deinen Dienern; man bestrich mich mit heiliger Asche. Die Menschen verspotteten mich als deinen Diener. Was mir nun widerfährt, kann damit doch nicht zu Ende sein! Ich habe nach dir verlangt, mich dir ergeben; ich bin dein Diener.
5.83
Bin ich denn nicht dein Diener? Hast du mich denn nicht angenommen? Alle deine Diener kamen und erreichten deine Füße. Doch ich kann diesen von Verderbnis erfüllten Leib nicht ablegen. Unser Herr der Shiva-Welt, ich Harter erkenne keinen Weg, dich mit eigenen Augen ganz zu schauen.
5.84
Ich erkenne nicht, wie ich dich sehen kann, obwohl ich dich damals sah. Höchstes Licht, was hat mein leeres Gerede aus mir gemacht? Du bist Mann und Frau, seltener Nektar, Vater! Ich bin wie gestorben, ein Hund ohne Kraft und Scham. Wodurch soll ich mich erheben, mein Gebieter?
5.85
Du teilst dich mit Uma von rehgleichen Augen, du bist der Veda, dessen Ende die Veden nicht kennen. Honig, Nektar, dem Denken schwer erreichbar! König, der meine kleinen Verfehlungen erträgt! Ein wenig habe ich meinen Jammer ausgesprochen. Deine Diener gingen in die große Stadt Shivas; ich und meine Falschheit blieben draußen.
5.86
Draußen blieben meine Falschheit und ich. Das habe ich erreicht: dass ich wahre Liebe nicht zu gewinnen vermag. Deine Diener dagegen gehören dir ganz und kennen nichts anderes. Sie vollbrachten Vortreffliches, folgten dem Weg und erreichten deine Füße, Shiva!
5.87
Gebieter, gib deinem Diener Liebe zu deinen beiden Füßen! Deine Diener gelangten in die Welt, aus der niemand zurückkehrt; ich blieb draußen. Wie eine blinde Kuh mitbrüllt, wenn die Herdenkühe brüllen, so stehe ich abseits der Liebe zu deinen Füßen und weine verwirrt.
5.88
Ich weine. Mit Herzen voller Liebe schmolzen sie wie Wachs am Feuer, sahen deine blitzenden goldenen Füße, verehrten dich und folgten dir. Ich aber ging nicht mit denen, die dir folgten. Vergeblich wurde ich geboren. Womit soll ich dich nun verehren?
5.89
Du beseitigst gnädig das Leid derer, die sich vor dir neigen, und schenkst deinen alten Dienern deine schönen Füße. Sollte selbst das für mich zu schwer erreichbar sein, dann zermalme das Karma in mir, der ich hart wie Bambus bin. Komm bald und gewähre mir deine kühlenden Füße, du von Falschheit freie Wahrheit!
5.90
Ich bin falsch, mein Herz ist falsch, meine Liebe ist falsch. Doch wenn ich, vom Karma beladen, weine, darf ich dich dann nicht erreichen? Honig, Nektar, klarer Zuckerrohrsaft, köstliche Süße! Gewähre deinem Diener, zu dir zu kommen und bei dir zu sein.
5.91
Unveränderliche Flut großen Erbarmens! Deine wahrhaft Liebenden kamen zuvor und erhielten die unvergleichliche Stätte an deinen beiden Blütenfüßen; sie erreichten deine Wahrheit. Du Endloser wurdest zugänglich, kamst in leuchtender Menschengestalt und blicktest mich an. Dennoch blieb mein Herz unaufgebrochen. Welche Niedrigkeit erleidet dieser letzte Hund!
5.92
Du teilst dich mit der Frau von schön geschwärzten Augen. Seit du mich annahmst, habe ich dich wie eine goldene Schale in Kinderhand behandelt, statt deinen seltenen Wert zu erkennen. Dein Leib strahlt von weißer heiliger Asche. Deine wahrhaft Liebenden erreichten deine Wahrheit. Sage: Ist es angemessen, mich, der von Falschheit glänzt, hier zurückzulassen und fortzugehen?
5.93
Ich bin unpassend und voller Täuschung. Als du mich liebevoll anblicktest und „Komm!“ sprachst, litt ich nicht genug, um mich von ihr zu lösen. Täuschung bleibt in mir; ich bin nicht gestorben, Herr mit lotusgleichen Füßen! Du mit dem roten Leib bist mit deinen begnadeten Liebenden dorthin gegangen und hast mich hier gelassen. Ist das recht, mein Herr? Für mein Karma scheint kein Ende zu sein.
5.94
In mir war keine Liebe zu deinen Füßen, Gefährte der Frau mit duftendem Haar. Durch deine Wunderkraft, die Stein in weiche Frucht verwandelt, machtest du mich zum Liebenden deiner Füße. Grenzenlos ist dein Erbarmen, unser Herr. Was immer mich bewegt und was ich auch tue: Du vermagst mir noch jetzt deine Füße zu zeigen und mich zu retten, makelloser Himmlischer!
5.95
Dich kennen die Bewohner des Himmels nicht. Anfang und Ende von dir erreichen die Veden nicht. Auch die Menschen anderer Länder erkennen dich nicht. Wie gütig nahmst du mich an! Du ließest diesen Leib sein Schauspiel tanzen, mich schmelzen und dich trinken, und du ließest mich im Schauspiel der Erkenntnis auftreten. Welch wundersame Macht besitzt du über mich, der auf Erden schmachtet!
5.96
Ohne Samen lässt du Frucht entstehen. Himmel und Erde mit allem, was ist, stellst du hin und nimmst sie wieder zurück. Mich großen, verlogenen Außenseiter machtest du am Tor deines Tempels zum Verzückten und gabst mir einen Platz unter deinen großen Liebenden. Selbst einen Giftbaum fällt man nicht, wenn man ihn selbst aufgezogen hat. So verhält es sich auch mit mir, mein Herr und Gebieter!
5.97
Mein Herr und Gebieter, sei gepriesen! Außer dir habe ich keinen anderen Halt. Gebieter, befiehl mir meinen Dienst, sei gepriesen! Höchster und Jenseitiger der Himmlischen, sei gepriesen! Ich bin geringer als alle: Sei gepriesen! Mein großer Erbarmer, sei gepriesen! Du machtest mich zu deinem Diener: Sei gepriesen! Du bist Anfang und Ende: Sei gepriesen, Vater!
5.98
Vater, mein Nektar, meine Glückseligkeit, Honig, der reichlich hervorquillt und das Herz erweicht! Du gewährst die Kraft, unter deinen seltenen Liebenden dir zuzugehören und dich zu trinken. Strahlend Gekrönter, Beistand, Schatz, auf den deine Diener in ihrer Erschöpfung zurückgreifen! Sage, unser König: Willst du mich wirklich in dieser Welt schmachten lassen?
5.99
König, unser Herr, sprich zu mir: „Komm!“ Du bist vor Vishnu, dem Viergesichtigen und allen anderen: Unser Herr, sprich zu mir: „Komm!“ Wenn alles am letzten Tag vergeht, bleibst du danach: Unser Herr, sprich zu mir: „Komm!“ Damit ich voller Liebe mit meiner Zunge deine geschmückten Füße preise, unser Herr, sprich zu mir: „Komm!“ Vernichter der Schuld, lass mich deine Herrlichkeit singen!
5.100
Ich will dich singen: Sei gepriesen! Singend will ich mich verzehren, immer wieder schmelzen und in Schluchzen ausbrechen. Ich will tanzen: Sei gepriesen! Ich Hund will mich mit den Blüten deiner geschmückten Füße vereinen, die in der Halle tanzen: Sei gepriesen! Nimm diesen Wurmsack von mir: Sei gepriesen! Alle Falschheit soll weichen: Sei gepriesen! Gewähre mir Befreiung: Sei gepriesen, du Wahrheit deiner Wahrhaftigen!
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
6. Nittal Vinnappam – Die Bitte, nicht verlassen zu werden
Herr des Stiers, du hast dich aus Erbarmen mit mir Geringstem verbunden und mich angenommen. Willst du mich nun verlassen? Du trägst das Fell des gewaltigen Tigers, König des beständigen Uttarakosamangai, Herr mit verfilztem Haar! Ich bin erschöpft. Unser Herr, halte mich!
6.2
Von den korallenroten Lippen der Frauen mit vollen, eng aneinanderliegenden Brüsten löse ich mich nicht. Willst du mich dennoch verlassen? Ich gehöre zu deinem erhabenen Dienst, stehe nicht außerhalb, König von Uttarakosamangai. Aus welchem Grund hast du mich Falschen angesehen und angenommen, obwohl ich mich entzog?
6.3
Wie ein Baum am Ufer des Stroms der fünf Sinne, bei den dunkeläugigen Frauen, habe ich Wurzeln geschlagen. Willst du mich verlassen? Du wohnst im strahlenden heiligen Arur, beständiger König von Uttarakosamangai. Du teilst dich mit der Frau von umgürteten, geschmückten Brüsten und lässt mich wachsen!
6.4
Deine immer gütigere Hand nahm mich auf; doch ich wich aus und glänze nun auf dieser Seite der Welt. Willst du mich verlassen? In deinem hohen Haar leuchtet die junge weiße Mondsichel, König von Uttarakosamangai! Du bist ein reiches Licht wie geläutertes Gold und Blitz.
6.5
Wie eine Motte in die lodernde Flamme stürze ich seit langem zu den sanft redenden Frauen. Willst du mich verlassen? Sechsfüßige Bienen durchwühlen duftend deinen Blütenkranz, König von Uttarakosamangai. Du standest an meinem Weg und wolltest mich mit dem seltenen Nektar deiner Gnade nähren; ich aber verweigerte ihn.
6.6
Ich verweigerte ihn, weil ich deine Gnade nicht kannte, mein Juwel. Willst du mich deshalb verabscheuen und verlassen? Zerschlage die Menge meines Karmas und nimm mich an, König von Uttarakosamangai! Ertragen die Großen nicht sogar die Falschheit kleiner Hunde?
6.7
Du Wahrhaftiger nahmst mich Falschen an, als wäre ich etwas wert, und decktest meine Mängel zu. Willst du mich verlassen? Deine Kehle ist dunkel von dem Gift, das du trankst, beständiger König von Uttarakosamangai. Rötlich Strahlender, Shiva, du beendest das Wiedergeborenwerden dieses Geringen!
6.8
„Wie wird deine herrliche Gnade meine Verfehlung beseitigen?“ So frage ich schwitzend vor Angst. Willst du mich verlassen? Dein bekränzter Stier brüllt und lässt die Feinde erzittern, König von Uttarakosamangai. Die fünf Sinne und die Furcht zerren mich vom Karma Beladenen in entgegengesetzte Richtungen.
6.9
Wie eine Ameise im Holzscheit, der an beiden Enden brennt, bin ich getrennt von dir und voller Verwirrung. Willst du mich verlassen? Einziger Herr der weiten drei Welten, beständiger König von Uttarakosamangai! Du strahlst und hältst rechts den dreiblättrigen, zum Kampf bereiten Dreizack.
6.10
Ich durfte mich deinen strahlenden Füßen nähern und die Aussicht auf Befreiung vom Leib gewinnen; dennoch schwinde ich dahin. Willst du mich verlassen? In deinen blühenden Hainen summen die honigsuchenden Bienen, König von Uttarakosamangai! Mit dem mächtigen, festen Bogen verbranntest du die feindlichen Städte.
6.11
Die fünf Sinne wurden zu meinen Gegnern und täuschten mich; ich entfernte mich von deinen edelsteingleichen Blütenfüßen. Willst du mich verlassen? Du bist der Honig, der im Herzen dieses Sünders quillt, beständiger König von Uttarakosamangai! Erhabener, dein goldener Leib strahlt unter heiliger Asche.
6.12
Du Erhabener nahmst mich an; ich aber ließ mich von den fünf Sinnen fortziehen. Willst du mich verlassen? König von Uttarakosamangai, mächtig mit dem Speer, der die zitternden Feinde niederringt! Du bist das große Meer klaren Nektars, aus dem selbst ich Harter trinken darf.
6.13
Wie ein Hund am Meer nur leckt, so vermag mein Herz sich im Meer deiner Gnade nicht ganz zu verlieren. Willst du mich verlassen? Du wohnst im Leib der Diener, die dich nicht verlassen, beständiger König von Uttarakosamangai! Honig im Blütenblatt, Juwel, Nektar, meine Flut der Süße!
6.14
Wie einer, dessen Zunge mitten in der Flut verdorrt, habe ich deine Gnade erhalten und kann mich doch noch immer nicht vom Leid lösen. Willst du mich verlassen? Du wohnst im Herzen der Diener, die dich lieben, beständiger König von Uttarakosamangai. Gewähre mir, der in Täuschung lebt, die Freude, die niemals vergeht!
6.15
Mit freudigem Herzen sah ich deine geschmückten Füße; doch ich trat nicht hervor, um mich mit deiner Gnade zu vereinen. Willst du mich verlassen? Deine blumengleichen Füße verleihen jedem wahren Licht sein Leuchten, König von Uttarakosamangai! Mein erbarmender Vater und Herr, mein Vater, dem ich gehöre!
6.16
Ich stand ohne jemanden da, der mir sagte: „Mein Kind, fürchte dich nicht!“ Erschöpft irrte ich umher. Du Blitzgleicher, willst du mich verlassen? Will man dich vergleichen, bist du wahrhaft nur dir selbst gleich, beständiger König von Uttarakosamangai. Für mich bist du wie Mutter und Vater, mein kostbarstes Gut!
6.17
Mein Gut, Zuflucht meiner Einsamkeit, Schrecken derer, die deine Herrlichkeit verspotten! Willst du mich verlassen? Du Gnade, welche die Wahrhaftigen in sich aufnehmen, König von Uttarakosamangai mit seinen schönen Hainen! Du bist Dunkelheit und Licht, diese Welt und die jenseitige.
6.18
Bleibe bei mir! Nimm mich in Dienst, verkaufe mich, verpfände mich: Dir stehe ich zu. Willst du mich, deinen Gast, verlassen? Du trankst das mächtige Gift wie Nektar, beständiger König von Uttarakosamangai. Du bist das Heilmittel für jene, die unter der Krankheit wiederholter Geburt zusammensinken.
6.19
Vidanga, entzünde das Feuer deiner bleibenden Gnade, damit der Wald meines schweren Karmas vergeht! Willst du mich verlassen? Reiße meine Wiedergeburt mit der Wurzel aus und nimm mich an, König von Uttarakosamangai. Du häutetest den grausamen, berggleichen Elefanten und erschrecktest damit die rankenzarte Göttin.
6.20
Wie eine Kletterpflanze ohne stützenden Zweig schwanke ich haltlos. Du Zarter, willst du mich in meiner Glut verlassen? Du wohnst jenseits dessen, was selbst die Himmelsbewohner erreichen, beständiger König von Uttarakosamangai. Du bist Raum und Erde, Feuer, Wind und Wasser.
6.21
Wie ein kleiner Strauch zwischen kämpfenden Elefanten werde ich von den Sinnen zerzaust. Mein Vater, willst du mich verlassen? In meinem vom Karma belasteten Herzen bist du wie Honig, Milch, Zuckerrohr und Nektar. Du strahlende Klarheit lässt Fleisch und Knochen schmelzen.
6.22
Lichtvoller, du bestreust dich mit heiliger Asche und leuchtest weiß! Willst du mich verlassen? Deinen wahrhaftigen Dienern bist du nahe, anderen stets fern und schwer zu erkennen. Du bist das Weibliche, das uranfängliche Männliche und das, was weder männlich noch weiblich ist.
6.23
Mit dem, was ich erhielt, vermehrte ich nur meine Fehler; meine Liebe schrumpfte. Willst du mich leeren Diener verlassen? Verlässt du mich, gehe ich zugrunde; niemand sonst trägt mich. Ursprung meines Lebens, du bist für mich da! Zu dir kam ich und stehe nun in diesem festen Vertrauen.
6.24
Während das Wirkliche besteht, treibe ich im lärmenden Wahn, tue Unwirkliches und bin nicht rein. Willst du mich verlassen? Du trägst das Fell des mächtigen Elefanten mit langem, hohlem Rüssel. Die Sinne umringen mich leise wie Ameisen einen Topf voll Ghee und lassen mich nicht zu dir gelangen.
6.25
Wie einen Regenwurm mitten unter Ameisen zerfressen mich die Sinne. Ich bin erschöpft, leer und allein. Willst du mich verlassen? Vor deinen duftenden Blütenfüßen weicht der grimmige Tod zurück. Sie sind die Stätte, welche die Erkennenden und die Höchsten der Himmlischen erreichen. Großer, deine Diener weichen nicht von dir!
6.26
Wie ein kleiner Fisch verkümmert, wenn das große Wasser versiegt, zittere ich getrennt von dir. Willst du mich verlassen? In der anschwellenden Ganga ruht die weiße, glänzende Mondsichel wie ein kleines Boot im Berggewässer. Du birgst sie in deinem Haar, kostbares Juwel des Himmels!
6.27
Zwischen den brustgleichen Hügeln der Frauen mit perlenhellem Lächeln verirrte ich mich, sank und fiel. Willst du mich verlassen? Du stelltest mich mitten unter deine Diener, die am ganzen Leib zittern und weinen, und nahmst mich gnädig an. Makelloses Juwel, zeige mir auch jetzt deine erkennbaren, geschmückten Füße!
6.28
Die Sinne verwirren mich, und verwirrt weiche ich hier auf einen falschen Weg ab. Willst du mich verlassen? Als Himmel und Erde vor dem Gift des wogenden Meeres erschraken, nahmst du es als Nektar zu dir. Du Quell des Erbarmens, mein Gebieter, einziger Gegenstand meiner Verehrung: Dein Diener wankt!
6.29
Du hast die Bindung an Herkunft aufgehoben und meine Fehler beseitigt, mein Vater, dessen siegreicher Bogen ein Berg ist. Willst du mich verlassen? Deinen lotusgleichen Leib schmückt eine goldblitzende Konrai-Girlande. Unvergleichlicher, die Unreinheiten wirbeln mich herum wie ein Quirl festen Joghurt.
6.30
Wie kühler Joghurt unter dem Quirl werde ich vom Feuer der Sinne aufgewühlt, und mein Lebenskeim vergeht. Willst du mich verlassen? Wahrhaftiger, du schmückst dich mit weißen Schädeln und makellosen Blüten, umwindest dich mit einer langen Darmgirlande und trägst reichlich Asche und rötliche Sandelpaste.
6.31
Wahrhaftiger, wundersam bist du kühles Wasser, Himmel, Wind, Erde und Feuer. Willst du mich verlassen? Du bist weiß, schwarz, grün und von rotem Leib. Eine Schlange mit glänzender Haube ist dein Gürtel. Du überwandest den wilden Elefanten mit seinen mächtigen Füßen.
6.32
Vor den fünf Sinnen wie vor kämpfenden Elefanten erschrak ich und ging zugrunde. Du, von dem man schwer lassen kann, willst du mich verlassen? Nur deine edlen Diener vermögen dich zu berühren, großes strahlendes Juwel. Dunkelkehliger, das vom Meer aufsteigende, von wildem Feuer umgebene Gift machtest du zum Nektar.
6.33
Ich tat, was mir gerade einfiel, trank den Honig deines Erbarmens, freute mich und wurde übermütig. Willst du mich verlassen? Wie du mir früher deine duftenden Blütenfüße schenktest, so rufe mich wieder zum Dienst und gebiete mir! Nimm mich an, Vater, und beseitige diese ungestüme Begierde!
6.34
Ohne freudigen Eifer für dich folge ich nur meinem eigenen Willen und werde unruhig vor deinem Willen. Willst du mich verlassen? Lass mein Herz wie eine Banane weich und reif werden, wie köstlicher, duftender Honig. Wann kommst du mir entgegen und gewöhnst mich an dich, höchster Herr des Kailasa?
6.35
Höchster über allem, Hara, du wolltest mich trotz meiner Falschheit unter deinen alten Dienern haben. Willst du mich verlassen? Du schmückst dich mit der zarten Mondsichel, die den Hasenfleck trägt; neben ihr windet sich die Schlange mit geöffnetem Maul. Großer Herr, vor Wiedergeburt und eigenem Karma zieht sich mein Herz erschrocken zusammen.
6.36
Wie ein Feuer im dichten Gehölz raucht und brennt, so frisst das Feuer der Sinne an mir; ich glühe vor Schmerz. Willst du mich verlassen? In deinem strahlenden Haar blühen Mandara-Blüten voller duftenden Nektars; Bienen singen hoch, summen leise und trinken den frischen Honig. Mächtiger König des Himmels!
6.37
König, wenn du zu mir kleinem Unwissenden nicht sagst: „Fürchte dich nicht wegen deiner Fehler“, willst du mich dann verlassen, du mit duftender Krone? Schlangenträger mit heiligen goldenen Füßen, Gemahl der dunkeläugigen, weiß lächelnden, wellenumgebenen Frau! Mein schweres Karma drängt heran, als stürzten Berge auf mich.
6.38
Die bedrängenden Sinne trennten mich von dir. Erschrocken kann ich mich nicht aus der Umklammerung der sanft redenden Frauen lösen. Willst du mich verlassen? Du bist wie eine weit ausstrahlende Flamme, König des Verbrennungsplatzes, Nektar deiner Diener, schwer erreichbar. Einziger Beistand, der die Einsamkeit dieses Einsamen aufhebt!
6.39
Du standest als mein einziger Beistand bereit; doch hochmütig ging ich kopfüber meinen Weg und nahm das Karma zum Gefährten. Willst du mich verlassen? Beistand meines schuldbeladenen Herzens, Ursprung meines Lebens, mein Schatz in der Erschöpfung! Nicht ein Hirsekorn lang ertrage ich das feste Netz dieses leidvollen Leibes.
6.40
Im Netz der Blicke von Frauen, die wie ein gefangenes Reh schauen, fing ich mich, irrte umher und litt. Willst du mich verlassen? Du trägst die einzelne schmale Sichel des weißen Mondes, Quell des Erbarmens, Herr des Berges Kailasa, Bräutigam der Bergestochter, Ursprung meines Lebens!
6.41
Ich versinke im heißen Wasser der Begierde, wo die rotlippigen Frauen wie Krokodile zubeißen, und zittere. Willst du mich verlassen? Diesen verwesenden Leib aus dichtem Fleisch ertrage ich nicht. Shiva, ist das recht, ist das recht? Du teilst dich mit der Frau von geschmückten, schön gezeichneten Brüsten; du bist mein heilvoller Weg!
6.42
Gnädig schenktest du deinem Diener deine Füße als Ziel; doch mein Geschick lässt mich diesen Leib nicht ablegen. Willst du mich verlassen? König mit verfilztem Haar! Die helle Schlange, die in der Höhlung eines weißen Schädels wohnt, zischt und hebt ihre Haube. Der Mond schrumpft vor Furcht, taucht ins tiefe Wasser deines Haares und verbirgt sich.
6.43
König, du bist der Freudenblitz für mich Geringen, der keinen Weg kennt. Willst du mich verlassen? Du sprachst die große, wahre Schrift der Veden aus und gehst doch über Worte hinaus. Für die Diener, die nicht von dir weichen, bist du der Erste und ebenso der Letzte; du bist dieses Ganze.
6.44
Wie Fett, das ganz in ein wildes Feuer fällt, bin ich in die Frauen mit speerscharfen Augen gestürzt. Willst du mich verlassen? Nimm mich in die Gemeinschaft der guten Diener auf, die deine duftenden Blütenfüße verehren und zu dir gehen. Ich flehe dich an, unser Herr: Verlass mich Fehlerhaften nicht, Gebieter! Ich will dich singen.
6.45
Ich sang nicht, verneigte mich nicht. Du Juwel verbargst dich, und dennoch verließ ich dieses rohe Fleisch nicht. Willst du mich verlassen? Ich suchte dich nicht mit staunendem Schrei, lief nicht umher und fragte: „Wo ist Shiva? Wer hat ihn gesehen?“ Ich lag nicht mit schmelzendem Inneren da. Ich blieb stehen und plagte mich.
6.46
Wie eine Fliege an einer Jackfrucht klebe ich begehrlich an den Brüsten der rehblickenden Frauen. Willst du mich verlassen? Wenn du mich verlässt, werde ich dich schelten: „Dunkelkehlender, der das Meeresgift trank! Eigenschaftsloser! Hirschträger! Träger des schwindenden Mondes! Uralter großer Bettler!“ So werde ich meinen Tadel ausrufen.
6.47
Ich erlangte den alten Dienst an deinen untadeligen Füßen, fiel davon ab, schalt dich und erwachte wieder. Willst du mich verlassen? Die himmlische Mandakini schwemmt weiße Perlen, Muscheln und Mandara-Blüten heran. In der mächtig gestauten Flut deines Haares liegt die Mondsichel wie ein Boot; das ist dein Schmuck.
6.48
Held, du trägst eine Girlande von Schädeln, die Sternen gleichen, und feurige Schlangen als Schmuck! Willst du mich verlassen? Wenn du mich verlässt und Hochgestellte fragen: „Wessen Diener bist du?“, werde ich sagen: „Diener der herrlichen Diener des Königs von Uttarakosamangai!“ Dann werde ich sie über dich lachen lassen.
6.49
Ich werde sie lachen lassen und meine Fehler, über die man zürnt, wie auch meinen Dienst überall als dem Herrn gehörig ausbreiten. Willst du mich verlassen? Wenn du mich verlässt, schmähe ich dich: „Verrückter, der den wilden Elefanten häutete! Verrückter im Fellgewand! Verrückter, der Gift aß! Verrückter im Feuer des Verbrennungsplatzes! Verrückter, der sogar mich annahm!“
6.50
Ob ich dich schmähe oder preise: Unter meinen eigenen Fehlern breche ich zusammen und verzweifle. Willst du mich verlassen? Du Honig auf dem roten Korallenberg, Gebieter, dem ich gehöre! Aus Erbarmen mit den kleinen Lebewesen trankst du das grimmig brennende Halahala-Gift, damit selbst ich Geringster Nektar trinken darf.
Wir besingen das seltene, große Licht ohne Anfang und Ende. Du hörst es, Mädchen mit weiten, strahlenden Augen: Schläfst du noch, oder sind deine Ohren hart geworden? Als der Lobgesang auf die langen, geschmückten Füße des großen Gottes durch die Straße drang, schluchzte unsere Freundin, vergaß sich selbst, wälzte sich auf ihrem blumenreichen Lager und lag ganz außer sich da. Was ist das, was ist das für ein Zustand unserer Freundin! Hört, ihr Mädchen!
7.2
„Tag und Nacht sprechen wir voller Liebe von unserer Bindung an das höchste Licht. Seit wann gilt deine Zuneigung diesem Blütenlager, schön Geschmückte?“ – „Ihr schön Geschmückten, pfui! Sind das passende Worte? Ist dies der Ort, mich spielerisch zu verspotten? Der strahlende Herr der Shiva-Welt kommt gnädig, um jene Blütenfüße zu schenken, die selbst die Himmlischen nur scheu preisen. Wer sind wir, dass wir den Herrn der kleinen Halle von Tillai lieben dürfen!“ Hört, ihr Mädchen!
7.3
„Du mit dem weißen, perlengleichen Lächeln, sonst kommst du uns zuerst entgegen und sprichst voller überquellender Süße: ‚Mein Vater, meine Seligkeit, mein Nektar!‘ Komm, öffne deine Tür!“ – „Ihr Hingebungsvollen, alten Dienerinnen des Herrn, ihr Vertrauten! Wäre es schlecht, wenn ihr die Niedrigkeit von uns Neulingen beseitigt und uns annehmt?“ – „Was für Worte! Kennen wir nicht alle deine Liebe? Werden die mit schönem Herzen nicht unseren Shiva singen? So viel wünschen wir uns von dir.“ Hört, ihr Mädchen!
7.4
„Du mit dem hellen Perlenlächeln, ist es noch nicht Tag?“ – „Sind alle mit ihren bunten Papageienstimmen gekommen?“ – „Wir zählen sie und sagen es dir. Verbringe inzwischen die Zeit nicht nutzlos mit geschlossenen Augen! Wir können nicht warten: Wir singen das einzige Heilmittel des Himmels, den kostbaren Sinn der Veden, den unseren Augen Lieblichen. Unser Herz wird weich, bricht innen auf und schmilzt. Komm selbst und zähle; wenn jemand fehlt, magst du schlafen!“ Hört, ihr Mädchen!
7.5
„Wir kennen ihn wohl!“ So redest du prahlerisch von dem Berg, den Vishnu nicht erkannte und der Viergesichtige nicht sah. Du Schelmin mit einem Mund voll Milch und Honig, öffne die Tür! Wir besingen seine Gestalt, die Erde, Himmel und alle anderen schwer erkennen, und seine Güte, mit der er uns annimmt, reinigt und umsorgt. Laut rufen wir „Shiva, Shiva!“ Du erwachst nicht, nimmst nichts wahr. Ist das angemessen, du mit duftendem Haar? Hört, ihr Mädchen!
7.6
Rehgleiche, gestern sagtest du: „Morgen komme ich selbst und wecke euch!“ Nun sage ohne Ausflucht, wohin dieses Wort verschwunden ist. Ist es noch nicht Tag? Er, den Himmel, Erde und alle anderen schwer erkennen, kommt selbst, schenkt uns seine Zuwendung und nimmt uns gnädig an. Wir kommen und besingen seine himmlischen, langen geschmückten Füße: Öffne deinen Mund! Lass selbst dein Fleisch schmelzen. Besinge den König, der dir, uns und allen anderen gehört! Hört, ihr Mädchen!
7.7
Liebe Freundin, sind dies geringe Zeichen? Den Einzigen von großer Herrlichkeit vermögen selbst viele Unsterbliche kaum zu denken. Wenn du seine Zeichen hörst, öffnest du sonst den Mund und rufst „Shiva!“ Noch ehe „Herr des Südens!“ ausgesprochen ist, wirst du wie Wachs am Feuer. Höre: Wir sagten „Mein Elefant! Mein König! Süßer Nektar!“ und nannten dir alles einzeln. Schläfst du immer noch? Du liegst stumm da wie ein törichtes Mädchen mit hartem Herzen. Welch ein Schlaf ist das! Hört, ihr Mädchen!
7.8
Der Hahn ruft, überall rufen die Vögel. Blasinstrumente erklingen, überall ertönen weiße Muschelhörner. Wir sangen vom unvergleichlichen höchsten Licht, vom unvergleichlichen höchsten Erbarmen, von den unvergleichlichen kostbaren Wirklichkeiten. Hast du es nicht gehört? Sei gesegnet, was ist das für ein Schlaf! Öffne den Mund! Zeigt sich so die Liebe zum Meerestiefen? Lasst uns den Einen singen, der am Anfang der Weltzeiten steht und die Frau als seine Hälfte trägt. Hört, ihr Mädchen!
7.9
Du bist die uralte Wirklichkeit noch vor allem Alten und zugleich die Neuheit alles Neuen. Wir sind deine herrlichen Dienerinnen und haben dich zum Herrn gewonnen. Wir wollen uns vor den Füßen deiner Diener neigen und ihnen zugehören. Sie sollen unsere Gatten sein; freudig wollen wir den Dienst erfüllen, den sie uns auftragen. Wenn du uns, unser König, diese Lebensweise gewährst, wird uns nichts fehlen. Hört, ihr Mädchen!
7.10
Deine Blütenfüße reichen tiefer als die sieben Unterwelten, jenseits aller Worte; deine blumengeschmückte Krone reicht über die Grenze aller Dinge hinaus. Eine Frau ist die Hälfte deines heiligen Leibes; doch du bist nicht auf eine Gestalt beschränkt. Veden, Himmlische und Erde preisen dich, ohne dich aussagen zu können. Du unvergleichlicher Freund wohnst unter deinen Dienern. Ihr Tempelmädchen aus makelloser Gemeinschaft: Welches ist sein Ort, welches sein Name? Wer sind seine Angehörigen, wer seine Fremden? Auf welche Weise können wir ihn besingen? Hört, ihr Mädchen!
7.11
Wir steigen in den großen, von Bienen umschwärmten Teich, tauchen mit lautem Platschen ein, schöpfen mit den Händen und singen deine geschmückten Füße. Herr, sieh: Wir, deine Dienerinnen seit Generationen, haben das wahre Leben erlangt! Du bist rot wie starkes Feuer, badest in weißer Asche, bist reich an Segen und Gemahl der schlanken Frau mit weiten, dunkel umrandeten Augen. Durch dein gnädiges Spiel, uns anzunehmen, sind wir auf allen Wegen des Heils emporgehoben worden. Bewahre uns davor, zu ermüden! Hört, ihr Mädchen!
7.12
Damit das eng anhaftende Leid der Wiedergeburt endet, baden wir laut jubelnd im heiligen Wasser. Sein Herr ist der Tänzer, der im Feuer in der kleinen Halle des guten Tillai tanzt. Himmel, Erde und alles bewahrt, erschafft und verbirgt er spielend. Lasst uns von ihm sprechen! Unsere Armreifen klingen, die langen Schmuckbänder rauschen, Bienen summen über unserem geschmückten Haar. Wir schöpfen im blühenden Teich, preisen die goldenen Füße des Gebieters und baden im tiefen Quellwasser. Hört, ihr Mädchen!
7.13
Dunkle blaue Wasserlilien und frische rote Lotusblüten, Kranichscharen und ineinander verschlungene Schlangen, dazu Menschen, die kommen, ihre Unreinheit abzuwaschen: So gleicht der schwellende Teich unserer Herrin und unserem König zusammen. Springt hinein, springt! Muschelarmreifen sollen mit Fußringen zusammenklingen, die Brüste sich heben und das geschöpfte Wasser aufwallen. Springt und badet im lotusblühenden Wasser! Hört, ihr Mädchen!
7.14
Die Ohrgehänge schwingen, goldene Schmuckstücke schwingen, das bekränzte Haar schwingt und Bienenschwärme tanzen. Wir baden im kühlen Wasser und singen die kleine Halle, den Sinn der Veden und den, der dieser Sinn ist. Wir singen die Macht des Lichtes, seinen reichen Konrai-Kranz, seine Ursprünglichkeit und sein Sein als Ende. Wir singen die Füße der armreifgeschmückten Göttin, die uns mit besonderer Fürsorge aufgezogen hat. Singt und badet! Hört, ihr Mädchen!
7.15
Immer wieder ruft sie „Unser großer Herr!“ Ihr Mund hört nicht auf, seine Herrlichkeit zu nennen. Ihr Herz wird übervoll von Freude, aus den Augen strömen unaufhörlich lange Tränenbahnen. Einmal vor ihm niedergefallen, erhebt sie sich nicht mehr; andere Himmelsgötter verehrt sie nicht. So wird ein Mensch vom großen König verzückt! Wer sonst ist der Wundertäter, der einen auf diese Weise annimmt? Ihr mit schönen, geschmückten Brüsten, lasst uns seine Füße mit voller Stimme besingen, ins herrliche Blütenwasser springen und baden! Hört, ihr Mädchen!
7.16
Regenwolke, schöpfe zuerst das Meer aus, steige empor und erstrahle dunkel wie unsere Herrin! Blitze wie die schmale Taille der Göttin, die uns besitzt. Donnere wie die goldenen Fußringe an ihren heiligen Füßen; spanne den Bogen wie ihre Brauen. Unser König ist seinen Liebenden gegenüber nicht weniger fürsorglich als sie. Gieße dich über uns aus wie die süße Gnade, mit der er uns schon entgegenkommt, ehe wir ihn bitten! Hört, ihr Mädchen!
7.17
Eine Freude, die beim Rotäugigen, beim Viergesichtigen und bei den Göttern nirgends zu finden ist, wird uns zuteil. Du mit duftendem, dichtem Haar! Er reinigt und umsorgt uns, erscheint gnädig in jedem unserer Häuser und schenkt uns seine rotlotusgleichen goldenen Füße. Lasst uns diesen Helden, diesen schönen König, den seltenen Nektar für uns Dienerinnen, unseren großen Herrn singen! Zum Leuchten unseres Wohlergehens springen wir ins Lotuswasser und baden. Hört, ihr Mädchen!
7.18
Wenn die Himmlischen kommen und sich vor den Lotusfüßen des Herrn von Annamalai neigen, verblasst der Glanz der Juwelen ihrer Kronen. Ebenso vertreiben die Strahlen der augenhellen Sonne das Dunkel: Das kühle Mondlicht schwindet, die Sterne gehen fort. Er ist Frau, Mann und keines von beiden; er ist der strahlende Himmel, die Erde und zugleich von all dem verschieden. Er steht als augenfüllender Nektar vor uns. Mädchen, singe seine geschmückten Füße, springe ins Blütenwasser und bade! Hört, ihr Mädchen!
7.19
„Das Kind in deiner Hand findet bei dir allein Zuflucht“: Aus unserer Furcht erneuern wir dieses alte Wort. Unser großer Herr, höre, was wir dir sagen: Unsere Brüste sollen nicht die Schultern solcher berühren, die dich nicht lieben. Unsere Hände sollen keinen Dienst verrichten, der nicht dir gehört. Tag und Nacht sollen unsere Augen nichts anderes suchen. Wenn du uns dies gewährst, unser König, was kümmert es uns dann, wo die Sonne aufgeht? Hört, ihr Mädchen!
7.20
Sei gepriesen und gewähre uns deine Blütenfüße, die der Anfang sind! Sei gepriesen und gewähre uns deine roten Sprosse, die das Ende sind! Gepriesen seien die goldenen Füße, aus denen alle Wesen entstehen; gepriesen die blumengeschmückten Füße, die allen Wesen Freude sind; gepriesen das Füßepaar, das aller Wesen Ende ist; gepriesen der Lotus, den Vishnu und der Viergesichtige nicht sahen; gepriesen die goldenen Blüten, die uns gnädig annehmen, damit wir frei werden. Preisend baden wir im Wasser des Margazhi-Monats. Hört, ihr Mädchen!
Die sich entfaltenden Blütenfüße, die selbst der rotäugige große Vishnu beim Graben nicht finden konnte, kamen gnädig auf die Erde. Sie schnitten unsere Wiedergeburt ab und nahmen auch Menschen wie uns an. Der schöne Herr des Südens, von Perundurai mit seinen dichten Kokoshainen, kam als Brahmane, rief uns laut und gewährte Befreiung. Lasst uns diese langen, von Erbarmen erfüllten geschmückten Füße singen – Ammanai!
8.2
Für Erdenmenschen, Himmelsbewohner, Bewohner der Unterwelt und Wesen jenseits davon ist er schwer, sehr schwer zu sehen. Uns aber ist der großmütige Herr zugänglich. Der Herr des Südens, von Perundurai, versetzte uns in Verzückung, schenkte den Weg ohne Wiederkehr und trat in mein Herz. Unerschöpflicher Nektar, der im brandenden Meer Fische fängt, Meer unermesslicher Zuwendung: Ihn lasst uns singen – Ammanai!
8.3
Während Indra, Vishnu, Brahma und die anderen Himmlischen im Luftraum stehen blieben, kam Shiva gnädig auf die Erde. Er nahm auch Menschen wie uns an, mit heiliger Asche auf seinen Schultern. Der herrliche Herr von Perundurai kommt und lässt unser Denken schmelzen. Um unsere Fesseln abzureißen, bestieg er ein Pferd. Die endlose Seligkeit, die er schenkte, lasst uns singen – Ammanai!
8.4
Die Himmelsgötter, Vishnu, Brahma und Indra standen im Wald, dörrten in Askese aus, und Ameisenhügel wuchsen um sie; dennoch war er schwer zu sehen. Zu mir Hund kam er selbst und sorgte für mich wie eine Mutter. Er trat in meinen Leib und belebte mich bis in jedes Haar hinein. Wie Honig, wie klarer Nektar strahlten seine himmlischen, langen geschmückten Füße: Sie lasst uns singen – Ammanai!
8.5
Mich letzten Hund mit unbelehrtem Herzen versetzte der mächtige Herr des Südens, von Perundurai, in Verzückung. Er knetete den Stein zur reifen Frucht, versenkte mich in die Flut seines Erbarmens und beseitigte mein Karma. Den Veda-Kundigen, den schnellen Stierreiter, der in die Stadt Tillai eintritt und in der kleinen Halle bleibt, lasst uns singen – Ammanai!
8.6
Hast du gehört, Freundin, wie der Eine sein wunderbares Spiel trieb? Der Herr des Südens, von Perundurai mit seinen schönen bemalten Mauern, zeigte alles, was noch unoffenbart war. Er zeigte Shiva, zeigte seine Lotusfüße und den Honig seines Erbarmens. Die Leute mochten über uns lachen: Er selbst nahm uns an und führte uns zur höchsten Befreiung. Wie er uns zum Eigentum machte, lasst uns singen – Ammanai!
8.7
Er wohnt im Innersten derer, die ohne Unterlass seiner gedenken, und ist doch der Ferne, der Held. Er wohnt im südlichen Perundurai, ist der Veda-Kundige und trägt die Frau als seine Hälfte. Er ist der Gebieter, der uns Hunde annahm, die mütterliche Wirklichkeit, die selbst die sieben Welten geworden ist und sie regiert. Ihn lasst uns singen – Ammanai!
8.8
Er gewährt den Lohn für melodischen Gesang, trägt die Frau als Hälfte und ist der große Herr von Perundurai. Sein Ruhm erfüllt den Himmel; er herrscht über das weite Weltenrund und trägt das Auge auf der Stirn. Im lebhaften Madurai trug er Erde gegen Lohn, wurde vom König geschlagen und trug Wunden auf seinem goldenen Leib. Diesen Leib lasst uns singen – Ammanai!
8.9
Er trägt die abgetrennte Mondsichel, ist der Veda und Herr von Perundurai. Er trägt die gedrehte heilige Schnur, reitet auf dem prächtigen Reittier, hat eine dunkle Kehle, einen roten Leib und weiße Asche. Er ist der Ursprung des Weltalls. Wie seit alters schenkt er seinen alten Dienern gnädig endlose Seligkeit. Dass das Weltall staune, lasst uns davon singen – Ammanai!
8.10
Der Veda-Kundige steht über den Göttern, die den Himmel regieren, und als höchste Würde über den Königen der Erde. Ihm gehört das kühle Pandya-Land, das die liebliche tamilische Sprache hervorbringt. Er teilt sich mit der Herrin. Im geliebten Perundurai zeigte er seine augenfüllenden geschmückten Füße und nahm mich Hund an. Diesen Herrn von Annamalai lasst uns singen – Ammanai!
8.11
Er teilt sich mit der Frau, deren Brüste schönen Schalen gleichen, und ist der Herr des Südens, von Perundurai. Sein Wesen lässt die Herzen derer schmelzen, die unfehlbar seine Füße erreichen. Er machte das Pandya-Land zur Shiva-Welt, der Vater mit Wasser im verfilzten Haar. Jenseits allen Jenseits wohnt er in den Herzen, die sich seinen seligen geschmückten Füßen ganz ergeben. Ihn lasst uns singen – Ammanai!
8.12
Höre, Mädchen mit dunkel glänzenden Augen! Vishnu, Brahma und Indra suchen ihn durch jede Geburt hindurch. Mich aber nahm er in dieser Geburt mit süßer Gnade an und bewahrt mich vor weiterer Geburt. Er erscheint in allem Wirklichen, bleibt als Wahrheit bestehen, ist selbst jedes Ding und für alles die endgültige Heimstatt. Unseren Shiva, der diese Wirklichkeit ist, lasst uns singen – Ammanai!
8.13
Die Armreifen an unseren Händen klingen, die Ohrgehänge schwingen, das dunkle Haar wallt, Honig fließt und Bienen summen. Lasst uns den Roten singen, der weiße Asche trägt, dessen Wesen man durch bloßes Annähern nicht erfasst und der doch alles durchdringt! Für Liebende ist er wahrhaft gegenwärtig; für andere entzieht er sich. Den Veda-Kundigen, der in Aiyaru wohnt, lasst uns singen – Ammanai!
8.14
Als Elefant, als Wurm, als Mensch, als Gott und in vielen anderen Gestalten wurde ich geboren, starb und wurde müde. Er ließ selbst mein Fleisch schmelzen und vertrieb freudig mein Karma. Süß wie Honig, Milch und Zuckerrohr kam er als König und nahm mich gnädig in seinen Dienst. Die Blütenfüße dieses Himmlischen lasst uns singen – Ammanai!
8.15
Bei Dakshas Opfer ließ er den Mond schwinden, zerdrückte Indras Schultern und schlug dem Opferherrn den Kopf ab. Er brach die Zähne des hellstrahlenden Sonnengottes, der durch den Himmel zieht, zerstreute die Götter und jagte sie freudig in alle Richtungen. Den Mandara-Kranz des Herrn des Südens, von Perundurai, das rote Blütenhaine umgeben, lasst uns singen – Ammanai!
8.16
Als Leib, Leben und Bewusstsein mischte er sich in mein Inneres; er wurde Honig, Nektar und süßer Zuckerrohrzucker. Gnädig schenkt er uns einen Weg, den selbst die Himmlischen nicht kennen. Der Held mit honigreichen Konrai-Blüten steht als unerschöpfliche, herrlich leuchtende Erkenntnis und als König der unermesslich vielen Lebewesen. Davon lasst uns sprechen – Ammanai!
8.17
Ich will blühende Konrai tragen; so geschmückt will ich Shivas starke Schultern umfangen. Vereint will ich ihn umarmen und in Verzückung versinken, schmollend mit ihm streiten und nach seinen roten Lippen schmachten. Innerlich schmelzend will ich ihn suchen und nur Shivas geschmückte Füße bedenken. Ich werde welken und wieder aufblühen. Die roten Füße dessen, der mit Feuer in der Hand tanzt, lasst uns singen – Ammanai!
8.18
Er ist die leuchtende Hälfte der Frau, deren sanfte Rede einem Papagei gleicht; der Wundertäter, den Vishnu und Brahma trotz ihrer Suche schwer erkennen. Im herrlichen Perundurai voller klarer Honigsüße wurde er zugänglich und erbarmte sich. Mit unbegreiflicher, süßer Gnade kam er als Licht, sodass in meinem Innersten Licht erstrahlte. Diesen liebevollen Brahmanen lasst uns singen – Ammanai!
8.19
Er ist vor den Dreien, ist ganz ihr Ende und bleibt auch nach dem Ende aller Dinge. Er trägt den Haarschmuck, ist König des geliebten Perundurai, der Himmlische mit der Frau als Hälfte. Ihm gehören das südliche Anaikka und das klare Pandya-Land. Für jene, die „Mein Elefant! Mein Vater!“ rufen, ist er süßer Nektar. Diesen unvergleichlichen Vater und Herrn lasst uns singen – Ammanai!
8.20
Der große Herr von Perundurai, dessen Wesen andere schwer erkennen, kam gnädig auf siegreichem Pferd. Er beseitigte die Fehler seiner Diener, erkannte ihre guten Eigenschaften, reinigte und umsorgte sie und zerschnitt die Ketten der sie umgebenden Bindungen. An seinen uralten Ruhm wollen wir uns halten, damit unser Festhalten an den Fesseln endet. Die große Seligkeit dessen, an den wir uns halten, lasst uns singen – Ammanai!
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
9. Tirupporcunnam – Das heilige goldene Duftpulver
Hängt Girlanden aus schönen Perlen und duftenden Tazham-Blüten auf! Stellt Gefäße mit Keimlingen, Räucherwerk und gute Lampen bereit. Singt Segenslieder zusammen mit Shakti, Saumya, der Erdgöttin und der Göttin der Rede. Siddhi, Gauri, Parvati und Ganga, kommt und nehmt die Wedel zur Hand! Den Vater, den Herrn von Aiyaru, singend, wollen wir das goldene Duftpulver für sein Bad stampfen.
9.2
Für unseren Herrn mit dem langen, blumengeschmückten Haar müssen wir heiliges goldenes Duftpulver stampfen. Ihr mit Augen wie aufgeschnittene junge Mangos, kommt und singt mit uns! Ruft die Diener herbei, damit keiner draußen bleibt. Beugt euch, verehrt unseren König, unseren Tänzer! Damit er und die Göttin kommen und uns annehmen, wollen wir das rotgoldene Duftpulver stampfen.
9.3
Streut schöne Asche aus und reinigt den Boden! Streut reines Gold, breitet Schätze aus, pflanzt Indras Wunschbaum, stellt überall herrliche Lichter auf und hisst Banner. Für den König der Himmlischen, Brahmas großen Herrn, Vishnus Gebieter, den Vater des guten Speerträgers, für den Gemahl Umas, die auch uns regiert, wollen wir das würdige goldene Duftpulver stampfen.
9.4
Schmückt alle Stößel mit Münzen; schmückt die Griffe und den dunklen Mörser. Segnet die liebenden Diener: „Mögt ihr fest stehen und strahlen!“ Lasst uns den rotgoldenen Tempel des heiligen Ekamban in Kanchi singen, den das ganze Land tanzend preist. Frei von bindendem Karma stehen wir da und wollen singend das goldene Duftpulver stampfen.
9.5
Brahma und Vishnu mögen das heilige Arugam-Gras darbringen. Indra und die übrigen Unsterblichen, alle duftenden alten Götterscharen, lassen wir erst nach uns den Stößel heben. Singt den rotgoldenen Tempel des heiligen Ekamban, des Bogenschützen, der die drei festen Burgen traf! Ihr mit lächelnden roten Lippen, für das Bad des dreiäugigen Vaters wollen wir das goldene Duftpulver stampfen.
9.6
Viele Große heben ihre Stößel; die ganze Welt scheint als Mörser nicht zu genügen. Die Diener kommen zum Mischen in solcher Menge, dass die Welten sie kaum fassen und anschauen können. Er nahm uns Diener liebevoll an und gab uns seine frischen Blütenfüße als Schmuck für unser Haupt. Den Schwiegersohn des Berges wollen wir immer wieder singen und freudig das goldene Duftpulver stampfen.
9.7
Die Armreifen klingen laut; die Schar der Diener erhebt sich und jubelt laut. Die Leute im Land rufen über uns; wir rufen ihnen entgegen. Für unseren Höchsten und Jenseitigen, der die Frau mit klingenden Fußringen an ihren zarten Füßen als Hälfte trägt, für den König wie ein großer Berg aus reinem Gold, wollen wir das goldene Duftpulver für sein Bad stampfen.
9.8
Ihr guten, zarten Mädchen mit weiten, strahlenden Augen! Die gemusterten Armreifen sollen klingen, die vollen Brüste sich heben und die heiligen Aschestreifen auf den Schultern dicht und hell leuchten. Ruft immer wieder: „Wir flehen dich an, unser Herr!“ Er zeigte uns seine frischen, vollkommenen Blütenfüße und nahm uns, geringer als Hunde, in diesem Leben an. Seine Wege wollen wir immer wieder singen und das goldene Duftpulver für sein Bad stampfen.
9.9
Die ganze Erde werde zum Mörser, der große Meru stehe darin als Stößel. Füllt reichlich das Kurkuma der Wahrheit ein! Lasst uns immer wieder die roten heiligen Füße des erhabenen Herrn des Südens, von Perundurai, besingen. Den rotgoldenen Stößel in der rechten Hand, wollen wir für den Herrn, der im schönen Tillai wohnt, das goldene Duftpulver für sein Bad stampfen.
9.10
Die perlengeschmückten Brüste bewegen sich, die Bienen im dichten Haar tanzen; unser Denken tanzt mit Shiva, Tränen tanzen in unseren roten, fischgleichen Augen. Unsere Verzückung tanzt mit unserem Herrn, die Wiedergeburt zieht weiter zu anderen. Wir tanzen im Erbarmen des Vaters und wollen das goldene Duftpulver für sein Bad stampfen.
9.11
Das helle Lächeln strahle ringsum wie Mondlicht; die geöffneten korallenroten Lippen sollen beben. Singt immer wieder, wie er uns annahm und in seinen Dienst stellte! Sucht unseren großen Herrn; suchend werde euer Herz froh, staune und gewinne Klarheit. Tanzt für den, der in der Halle tanzt! Wir wollen das goldene Duftpulver für sein Bad stampfen.
9.12
Ihn mit der dunklen Kehle, das Heilmittel der Himmelsbewohner, den rubingleichen Tänzer, den Herrn und Herrn der Edlen, der uns ergriff, annahm und seine Kostbarkeit offenbarte; den für die Falschen Falschen und für die Wahrhaftigen Wahren: Ihn singt, ihr guten Frauen mit blütenweiten Augen, goldenen Armreifen und schlangenhaubengleichen Hüften! Wir wollen das goldene Duftpulver stampfen.
9.13
Ihr mit blitzschlanker Taille, roten korallenfarbenen Lippen, schwarzen Augen, weißem Lächeln und melodisch sanfter Rede! Singt die Füße meines seltenen Nektars, unseres Vaters, unseres großen Herrn. Für die Tochter des Himalaya ist er Gemahl, Sohn, Vater und älterer Bruder zugleich, unser Gebieter. Ihr guten Frauen mit goldgeschmückten Brüsten, wir wollen das heilige goldene Duftpulver stampfen.
9.14
Muschelarmreifen tönen, Fußringe klingen, die Girlanden um das lange Haar schwingen, die Lippen wie rote reife Früchte beben. Ihr hell Geschmückten, singt die Shiva-Welt! In seinem verfilzten Haarkranz rauscht die Ganga und zischen die Schlangen. Für seine geschmückten Füße wollen wir mit vor Liebe anschwellenden Brüsten das heilige goldene Duftpulver stampfen.
9.15
Er ist der klare Saft und Sirup vom Zuckerrohr der Erkenntnis, schwer auffindbare Güte, unversiegender Honig und der Geschmack reifer Früchte. Er ist der König, der ins Herz eintritt und es mit Süße erfüllt, der Tänzer, der unsere Wiedergeburt abschnitt und uns annahm. Preist ihn, bis eure Zungen Spuren des Lobens tragen! Ihr guten Frauen mit weiten, dunklen Lilienaugen, singend wollen wir das goldene Duftpulver stampfen.
9.16
Auch wir kommen mit seinen Liebenden und singen, wie wir ihm dienen dürfen. Er zeigt die roten Blütenfüße, die die Götter im Himmel nicht einmal im Traum erkennen. Er trägt die siegreiche Fahne herrlicher Heldentat. Immer wieder wollen wir die Namen Shiva, großer Herr und siegreicher Held, der die Städte zerstörte, besingen und das rotgoldene Duftpulver stampfen.
9.17
Wir singen die großen honiggefüllten Konrai-Blüten, die Shiva-Stadt und den jungen großen Himmelsmond auf seinem heiligen Haar. Wir singen den mächtigen Stier, die fleischdurchdringende Axt und den Dreizack in seiner rechten Hand. Wir singen, wie er damals Gift zur Speise nahm, damit Himmlische und Irdische leben konnten. Wir wollen das heilige goldene Duftpulver stampfen.
9.18
Wir singen, wie er Brahmas Kopf nahm und damit Ball spielte; wie er dem Sonnengott die Zähne ausriss; wie er den Elefanten tötete und dessen Fell anlegte; wie er den Tod mit dem Fuß trat; wie er die drei zusammengekommenen Städte beschoss. Wir singen die Liebe, mit der er uns arme Diener annahm. Dastehend und immer wieder tanzend wollen wir dem Herrn Duftpulver stampfen.
9.19
Singt die Girlande aus runden Konrai-Blüten, singt die Datura-Blüte und den Mond! Singt das südliche Tillai, wo die Vollendeten leben; singt unseren Schatz in der kleinen Halle! Singt den Gürtel aus einer großen Schlange, singt die Armreifen und die Schlange, die auf seiner gebogenen Hand aufgerichtet tanzt. Für den Herrn wollen wir Duftpulver stampfen.
9.20
Für ihn, der Veda und Opfer ist, der Wahrheit und Unwahrheit ist, der Licht und Dunkelheit ist, der Leid und Freude ist, der Hälfte und Ganzes ist, der Bindung und Befreiung ist, der Anfang und Ende ist, wollen wir das goldene Duftpulver für sein Bad stampfen.
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
10. Tirukkottumbi – Die königliche Biene als Botin
Der König auf der Lotusblüte, Indra, die schöne Herrin auf der Zunge, Narayana, die vier Veden, die auf mächtigen Wagen fahrenden Lichter und die Himmlischen erkennen ihn nicht. Zu den roten Füßen dessen, der den Stier reitet, fliege und summe, königliche Biene!
10.2
Wer bin ich, was ist mein Herz, was sind meine Kenntnisse? Wer würde mich kennen, hätte der Herr der Himmlischen mich nicht angenommen? Der Herr der Tanzhalle wandert wie ein Verwirrter umher und erbittet Speise in einem zerbrochenen Schädel, an dem Fleisch haftet. Zu seinem honigreichen Lotus fliege und summe, königliche Biene!
10.3
Trinke nicht den winzigen Honig einer Blüte, kaum ein Hirsekorn groß. Zu ihm, an den wir denken, den wir schauen und von dem wir sprechen, während er stets den Honig der Glückseligkeit ausgießt, sodass alle Knochen im Innersten schmelzen – zu diesem Tänzer allein fliege und summe, königliche Biene!
10.4
Mein Vater sah, dass mir eine Liebe wie die Kannappas fehlte. Dennoch nahm er aus Gnade sogar mich an, für dessen Niedrigkeit es keinen Vergleich gibt. Er ordnete mir meinen besonderen Dienst zu und sprach: „Komm!“ Zu ihm mit seiner himmelweiten Gnade, seiner heiligen Asche und seinem duftenden Puder fliege und summe, königliche Biene!
10.5
„Jener ist Gott! Dieser ist Gott!“ So reden die Menschen auf Erden von falschen Göttern und streiten verwirrt. Ohne jede Hingabe hielt ich mich an den wahrhaftigen Gott der Götter, damit meine übrigen Bindungen abfallen. Zu ihm fliege und summe, königliche Biene!
10.6
Angehäufter Besitz, Frauen, Kinder, Herkunft und Gelehrsamkeit: In dieser davon berauschten Welt verwirren Geburt und Tod die wechselnden Gedanken. Der wunderbare Gott klärte diese Unruhe meines Geistes. Zu ihm fliege und summe, königliche Biene!
10.7
Schon ein kurzer Gedanke an Shankara wird dem Herzen zum Nektar. Sollte ich Verlorener ihn vergessen, seine unvergänglichen heiligen Füße? Mit den schuldverstrickten Dienern anderer Mächte, die sich nicht an diese Füße halten, wollen wir nicht einmal Bekanntschaft pflegen. Zum Vollkommenen unter den Vollkommenen fliege und summe, königliche Biene!
10.8
Als Einer spross er hervor und trieb unzählige Zweige. Er sorgte gut für mich und ließ mich Hund in einer Sänfte tragen. Er ist mein Vater, der große Herr meines Vaters und meiner Mutter. Zu diesem unerschöpflichen Reichtum fliege und summe, königliche Biene!
10.9
Der Dunkelkehlige steht jenseits aller Werkzeuge des Erkennens. Sobald ich hinging und bei seinen Füßen Zuflucht nahm, beendete er für mich die Verwirrung durch Tod und Geburt. Zu diesem Meer des Erbarmens fliege und summe, königliche Biene!
10.10
Krank und alt geworden, blieb ich hier wie ein verstoßenes Kalb. Wie ein Hund, dem ein Schatz zufällt, kannte ich dessen Wert nicht. Er aber kam als Mutter und nahm mich in jeder Hinsicht an. Zu diesem von der Helligkeit seines Erbarmens erfüllten Reichtum fliege und summe, königliche Biene!
10.11
Er sagte nicht: „Ein hartherziger Dieb, ein Eigensinniger!“ Er ließ mein steinernes Herz schmelzen und nahm mich aus Erbarmen an. Er ist der Herr der Halle im schönen Tillai, wo Schwäne spielen. Zu seinen schönen goldenen Füßen fliege und summe, königliche Biene!
10.12
Der Gebieter lehrte mich Hund, seine Füße zu singen. In seiner Größe erträgt er die Fehler in meinem dämonengleichen Herzen. Ohne mich zu verachten, nimmt er gnädig die Dienste an, die ich tue. Zu diesem mütterlichen Herrn fliege und summe, königliche Biene!
10.13
Dass ich ihn nicht liebe, wissen er und ich. Dass er mich dennoch angenommen hat, wissen alle. Dort offenbarte sich sein ganzes Erbarmen; er allein ist mein König. Damit er sich mit mir vereine, summe ihm lindernd zu, königliche Biene!
10.14
Als Keim aller Dinge und jenseits der Welt kam er gnädig auf diese Seite, zusammen mit der Frau mit duftendem Blütenhaar. Er, der Formlose, wurde ein Brahmane, der die Veden kennt, und nahm mich an. Zu diesem segensreichen Gott fliege und summe, königliche Biene!
10.15
Wo wären ich und mein Denken im Verhältnis zu unserem Gebieter, hätte der Langhaarige mich nicht zusammen mit seiner Frau angenommen? Der Herr ist Himmel, Himmelsrichtungen und das große Meer. Zu seinen roten Füßen, aus denen Honig strömt, fliege und summe, königliche Biene!
10.16
Als ich seine heilige Gestalt bedachte, die nicht gedacht werden kann, kam ungetrübte Freude. Der Herr, eine himmlische Flut des Erbarmens, wurde mein eigener Herr und nahm mich ganz besonders an. Damit er mich ganz zu sich nehme, fliege und summe ihm zu, königliche Biene!
10.17
Tag für Tag hielt ich falschen Reichtum für wahr, versank darin und blieb gefangen. Er nahm mich an. Rufe „Herr, mein kostbares Leben, Herr der Halle!“ und fliege zu seinen schönen roten Blütenfüßen; summe dort, königliche Biene!
10.18
Fell und Seidengewand, großes Ohrgehänge und gerollter Ohrring, milchweiße Asche und frische Sandelpaste, grüner Papagei und Dreizack, dazu die vereinten Armreifen: Betrachte diese uranfängliche, vereinte Gestalt und summe freudig-lindernd, königliche Biene!
10.19
Der Freigebige sagte nicht: „Dieser ist ein Dieb, ein Harter, ein Unwürdiger!“ Er kam immer näher und blieb schließlich in meinem Herzen. Zu seinen klar strahlenden Füßen, die kein einziges Leid im Innern bestehen lassen, fliege und summe, königliche Biene!
10.20
Brahma auf der Blüte und Vishnu standen enttäuscht da, weil er schwer erreichbar war. Mich Diener aber ließ er froh aufrecht stehen: Er setzte einem Hund einen Ehrensitz auf und verlieh ihm großen Wert. Zu ihm mit dem feurigen Leib fliege und summe, königliche Biene!
Vishnu ging als Eber aus und erkannte seine heiligen Füße nicht. Damit wir ihn in Gestalt und Namen erkennen, kam er als Brahmane und nahm uns an. Dem, der nicht auf einen Namen oder eine Gestalt begrenzt ist, wollen wir tausend heilige Namen singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.2
Nachdem der Herr des segensreichen Perundurai die Wurzel meiner Wiedergeburt abgeschnitten hatte, sah ich keinen anderen mehr als Herrn. Er ist formlos und hat doch Gestalt. Wir singen das heilige Arur, in dem er wohnt: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.3
Shiva steht jenseits dessen, was Hari, Brahma und die übrigen Götter erkennen. „Er kam, ließ uns schmelzen und nahm unseren Dienst an!“ Wenn die ganze Welt das hört, lacht sie. Dieses wunderbare Geschehen wollen wir singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.4
Das höchste Licht bewahrte mich davor, in den vergeblichen Wegen geringer Götter zu versinken, schützte mich vor der Täuschung der Wiedergeburt und nahm mich an. Als es mir seinen immer neuen roten Glanz schenkte, schwand mein abgesondertes Ich, und ich wurde von Shiva erfüllt. Davon wollen wir singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.5
Shiva, der den hohen Göttern, Brahma und Vishnu schwer erreichbar ist, nahm gnädig Gestalt an, damit die Erdenmenschen Freude finden. Er warf mir einen Seitenblick zu, sodass der Keim meiner Wiedergeburt verbrannte und abfiel, und trat in mein Herz. Diesen Einzug des Segens wollen wir singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.6
Er trägt die Schlange, die um seine Hüften tanzt. Mit der Bergestochter als seiner Hälfte kam er auf die Erde und nahm uns an. Davon sprechen wir, während das innere Licht tanzt und in unseren großen, leuchtenden Blütenaugen Tränenwellen tanzen. Singend wollen wir den Tellenam-Takt schlagen!
11.7
Ach, Shiva ist Hari, Brahma, Indra und den Himmlischen schwer erreichbar. Mich aber zog er hier auf Erden machtvoll an sich, rief „Komm, komm!“ und nahm mich an. Als er den Abdruck seiner Blütenfüße auf mein Haupt setzte, wurde mir göttliches Leben zuteil. Davon wollen wir singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.8
Dieser Leib ist wie ein kreisendes Palmenblatt. Er nahm die Furcht vor Geburt und Tod, vor Verdienst und Schuld von mir und nahm mich an. Er schenkte mir, selbst in aller Vergesslichkeit seine geschmückten Füße nicht zu vergessen. Dieses Geschenk wollen wir besingen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.9
Als zöge er Fasern aus einem Stein, machte er sogar mich durch sein Erbarmen dazu fähig, seine goldenen geschmückten Füße zu verehren, und nahm mich an. Lasst uns den Ruhm dieses Herrn singen! Ihr mit blitzschlanker, schwankender Taille, roten Lippen und weißem Lächeln, ruft „Herr des Südens, Herr des Südens!“ Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.10
Selbst im Traum können die Götter ihn mit seinen klingenden Fußringen schwer sehen. Er aber trat gnädig ein, zusammen mit der Frau von bambusgleichen, armreifgeschmückten Armen. Im Wachen ergriff er mich und nahm mich an. Unser Herz wird liebevoll, unsere speerscharfen Augen füllen sich mit Tränen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.11
Als der Gefährte der fischäugigen Frau sich mit mir verband und mich annahm, schwanden Fremdheit, schweres Karma und die bindende Umgebung. Die Verblendung über die Erde verging, alle übrigen Worte verstummten, mein eigenmächtiges Tun erlosch. Davon wollen wir singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.12
Die Scharen der Weisen verzehrten sich in unruhiger Sehnsucht nach Befreiung. Er aber erbarmte sich des Elefanten, nahm auch mich Diener an und versenkte mich in das Meer der Hingabe. Wie süß dieses höchste Licht ist, wollen wir singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.13
Er gewährte uns seine Gnade so, dass wir weder bei Erdenmenschen noch bei Unterweltsbewohnern, Himmlischen oder sonst jemandem Zuflucht suchen müssen, und nahm uns an. Wir singen davon mit aufrichtiger Stimme. Den schwer denkbaren, einzigartig Großen und seinen Ruhm wollen wir besingen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.14
Vishnu, Brahma, die übrigen Götter und die Schriften vermögen ihn schwer zu durchdringen. Als der überaus Feine kam er zu mir Diener, trat ein und ließ mich liebevoll schmelzen. Bei diesem Gedanken füllen sich die fischgleichen Augen mit Tränen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.15
Wir schmelzen und werden weit, unser Herz wird kühl und friedlich. Aus dem großen Meer höchsten Erbarmens zu schöpfen und zu trinken ist süß. Ihm nahe, gedenken wir allein der langen geschmückten Füße des strahlenden Herrn des Südens. Als seine Diener preisen wir seinen Segen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.16
Buddha, Indra und die anderen, Brahma und Vishnu, bringen ihm Lob dar: dem Verzückten, dem Herrn von Perundurai, dem Vater, der die Wiedergeburt beendete, dem Herrn der Halle im schönen Tillai. Wie seine gnadenreichen Füße in mein Denken eintraten, wollen wir besingen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.17
Ich lag im unruhigen Meer nichtiger Lehrsysteme und widersprechender Schriften und taumelte voller Sorge. Er beseitigte diese Sorge und schenkte mir gnädig seine beiden geschmückten Füße. Sein Handeln wollen wir preisen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.18
Auch wenn der Raum vergeht, der Wind schwindet und Feuer, Wasser und Erde zugrunde gehen, vergeht er nicht; sein Wesen kennt kein Wanken. Für ihn vergingen mein Fleisch, mein Leben, mein Erkennen und mein Inneres; mein abgesondertes Ich erlosch. Davon wollen wir singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.19
Vollständiger Ursprung der Himmlischen, Same der Unterweltsbewohner, Heilmittel der Erdenmenschen, Schatz Brahmas und Vishnus! Er kam und stand vor uns Dienern, sodass unsere Augen sich an ihm füllten. Wir singen seine erbarmenden Füße und rufen „Herr des Südens, Herr des Südens!“ Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
11.20
Wir singen seine Gemeinschaft, die Reiherfeder, die Schönheit der Frau mit den prächtigen Armreifen und wie er das Gift trank. Tag für Tag tanzt er in der Halle von Tillai, wo die Wasser rauschen. Den Gesang seiner klingenden Fußringe wollen wir singen: Wollen wir nicht den Tellenam-Takt schlagen?
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
12. Tiruchazhal – Das heilige Frage-und-Antwort-Spiel
„Er bestreicht sich mit weißer Asche, trägt eine aufgerichtete Schlange und spricht mit heiligem Mund etwas, das wie Veda klingt: Sieh, Freundin!“ – „Was er aufträgt, was er spricht und was er trägt: Was macht das aus? Er ist mein Herr und das innerste Wesen jedes Lebewesens.“ Chazhal!
12.2
„Mein Vater, unser Gebieter, er selbst ist der Herr aller. Warum trägt er dann ein zusammengenähtes Lendentuch, Freundin?“ – „Die vier Veden, welche den Sinn der beständigen Wissenschaften enthalten, sind sein erhabener Faden. Aus sich selbst hat er das Lendentuch angelegt. Sieh!“ Chazhal!
12.3
„Sein Tempel ist der Verbrennungsplatz, sein schönes Gewand das Fell eines tödlichen Tigers. Er hat weder Mutter noch Vater und steht ganz allein da, Freundin!“ – „Mag er ohne Mutter und Vater und ganz allein sein: Wenn er zürnt, werden alle Welten zu Steinstaub. Sieh!“ Chazhal!
12.4
„Brahma, den Körperlosen, den Todesherrn und den Mond hat er mit unauslöschlichen Wunden gezeichnet. Sieh, Freundin!“ – „Wenn der Herr mit den drei Augen straft, ist dies für die Himmlischen nicht letztlich ein Gewinn, du mit wallendem Haar?“ Chazhal!
12.5
„Warum schlug er Daksha und dem Opferherrn den Kopf ab und vernichtete die Schar der Götter, die sich dort versammelt hatte, Freundin?“ – „Nachdem er die Versammelten niedergestreckt hatte, schenkte er ihnen Gnade. Dem Opferherrn gab er gnädig einen anderen Kopf. Sieh!“ Chazhal!
12.6
„Warum stand er als Feuergestalt von tief unter der Erde bis zum Weltenei, ohne dass der Lotusgeborene oder Vishnu ihn erkennen konnten, Freundin?“ – „Hätte er nicht so von unterhalb der Erde bis zum Weltenei gestanden, hätten die beiden ihren aus Täuschung erwachsenen Hochmut nicht abgelegt. Sieh!“ Chazhal!
12.7
„Er hat bereits die Bergestochter als eine Hälfte aufgenommen. Warum springt nun noch eine andere Frau in Wassergestalt in sein verfilztes Haar, Freundin?“ – „Wäre sie nicht in Wassergestalt in sein Haar gesprungen, wäre die ganze Erde in den Schlund der Tiefe gestürzt und schwer verwüstet worden.“ Chazhal!
12.8
„Er trank das Halahala-Gift, das damals mit gewaltigem Getöse aus dem brausenden Meer aufstieg. Was für eine Kunst ist das, Freundin?“ – „Hätte er das Halahala nicht getrunken, wären damals alle hohen Götter einschließlich Brahma und Vishnu zugrunde gegangen. Sieh!“ Chazhal!
12.9
„Der Herr der kleinen Halle von Tillai, der im Süden freudig tanzt, liebt die Frau. Er ist ein großer Verrückter, Freundin!“ – „Hätte er die Frau nicht geliebt, du Törichte, hätten die Menschen der weiten Erde himmlischen Yoga erlangt und wären befreit worden; das Weltleben wäre erloschen. Sieh!“ Chazhal!
12.10
„Er selbst hat kein Ende. Mich Hund, der zu ihm kam, versenkte er in die Flut der Glückseligkeit. Sieh, Freundin!“ – „Die heiligen Füße, die dich in diese Flut versenkten, sind selbst für die hochwohnenden Götter ein erhabener Schatz. Sieh!“ Chazhal!
12.11
„Freundin, was ist das für eine Askese? Er schmückt sich mit Sehnen und Knochen und trägt mit Vorliebe ein Skelett über der Schulter. Sieh!“ – „Höre, wie es mit dem Skelett steht: Als am Ende der Weltzeit die beiden ihre bestimmte Zeit vollendet hatten, legte er es an. Sieh!“ Chazhal!
12.12
„Sein Kleid ist das Fell des Waldtigers, aus einem Schädel isst er, der Wald ist sein Wohnort. Wer soll sich hier in seinen Dienst stellen, Freundin?“ – „Höre dennoch: Brahma, der heilige Vishnu und der König der Himmelsbewohner sind seine Diener seit alters.“ Chazhal!
12.13
„Was bedeutet es, dass er die goldene Tochter des Bergkönigs, die herrliche Frau mit strahlender Stirn, öffentlich vor dem Feuer heiratete, Freundin?“ – „Hätte er sie nicht vor aller Welt am Opferfeuer geheiratet, wäre die ganze Welt und alles, was die Wissenschaften lehren, in Verwirrung geraten. Sieh!“ Chazhal!
12.14
„Warum tritt der Herr in die kleine Halle von Tillai, umgeben von kühlen, honigreichen Fluren, und vollführt dort seinen Tanz, Freundin?“ – „Wäre er nicht eingetreten und hätte er nicht getanzt, wäre die ganze Erde zur Beute Kalis mit ihrem fleischdurchdringenden Speer geworden. Sieh!“ Chazhal!
12.15
„Er wollte weder einen mächtigen Elefanten noch ein Pferd noch einen Wagen besteigen, sondern freudig einen Stier. Erkläre mir das, Freundin!“ – „An dem Tag, als er die drei großen befestigten Städte verbrannte, wurde Vishnu zum Stier und trug ihn. Sieh!“ Chazhal!
12.16
„Damals saß er unter dem Banyanbaum und lehrte die vier Weisen auf gute Weise den innersten Sinn der vier Veden und den rechten Weg. Sieh, Freundin!“ – „Obwohl er damals unter dem Banyanbaum den rechten Weg lehrte, vernichtete er auch die drei Städte mitsamt ihren Verbündeten. Sieh!“ Chazhal!
12.17
„Er tanzt in der Halle und nimmt Almosen an, um zu essen. Warum nähert man sich diesem Herrn als einem Gott, Freundin?“ – „Höre, wie es um diesen Verlässlichen steht: Selbst die vier Veden erkennen ihn nicht, und doch priesen sie ihn mit ‚Unser großer Herr! Ishvara!‘ Sieh!“ Chazhal!
12.18
„Warum gab er das gute Wurfrad, das den Leib des tückischen Jalandhara zerschnitt, damals dem edlen Narayana, Freundin?“ – „Der edle Narayana riss sein eigenes Auge aus und legte es als Blüte unter die Füße des Herrn. Darum schenkte dieser ihm gnädig das Wurfrad. Sieh!“ Chazhal!
12.19
„Das gefleckte Fell ist sein Gewand, das Halahala sein köstlicher Nektar. Erkläre mir die wunderbare Art, wie unser großer Herr speist, Freundin!“ – „Was unser großer Herr auch trägt und was er auch als Nektar verzehrt: Sein Wesen ist so groß, dass selbst er seine Größe nicht begrenzt ermessen kann. Sieh!“ Chazhal!
12.20
„Er saß unter dem Banyanbaum und gewährte den großen Asketen die vier Lebensziele, beginnend mit dem rechten Leben. Erkläre mir das, Freundin!“ – „Hätte er ihnen damals nicht den rechten Weg und die übrigen drei gnädig gelehrt, hätten selbst die Lauteren die Ordnung des Weltlebens nicht erkannt. Sieh!“ Chazhal!
Sobald er seine beiden heiligen Füße auf mein Haupt setzte, ließ ich alle Verwandtschaft und alle Stützen los. Er tanzt in der Halle von Tillai, das Wasser und Dämme umgeben. Den Ruhm dieses rettenden Fährmanns wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.2
Er löste meine Bindungen an Vater, Mutter, Verwandtschaft und alles andere und nahm mich an, der Herr des Pandya-Landes. In jenem Idaimarudu wohnt er wie der Honig der Glückseligkeit in einer Baumhöhlung. Diesen süßen inneren Raum wollen wir preisen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.3
Auch uns, geringer als Hunde, gab unser großer Herr einen Wert. Mit mehr Erbarmen als eine Mutter beendete er die täuschende Wiedergeburt und nahm uns an. Er stopfte den Mund meines schweren Karmas mit Staub. Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.4
Daksha, der Sonnengott, der Opferherr, der Mond und das Feuer priesen den König des wohlgeordneten Tillai nicht. Darum wurden sie von Virabhadra und seinem himmelfüllenden Geisterheer verwundet. Dieses Geschehen wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.5
Shiva, der große Herr mit honigreichen Konrai-Blüten im Haar, suchte meinen Leib auf und trat in mein Innerstes. Vor aller Welt stehe ich da, tanze immer wieder und rufe laut. Für den König der Himmlischen, der seinen Tanz vollführt, wollen wir Blüten von den Ranken pflücken.
13.6
Er erbarmte sich der Götter und gewährte die drei Feuer. Er zog seine heilige Braue zusammen, sodass drei Häupter fielen. Er nimmt die drei Gestalten an und bleibt doch der Eine, schwer zu erkennen. Er verbrannte die drei Städte. Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.7
Er gab uns ein Haupt, um uns zu neigen, einen Mund, um seine geschmückten Füße zu preisen, und die Gemeinschaft seiner herrlichen Diener, um uns mit ihnen zu verbinden. Unser großer Herr tanzt mit der Göttin in der Halle des schönen Tillai. Seine reichen Eigenschaften wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.8
Er zeigte gnädig den Weg, richtete mich auf die goldenen Füße seiner herrlichen Diener aus und nahm mich an. Wir preisen seine Güte. Das alte Karma hielt uns wie mit einer Schuldurkunde gebunden und quälte uns völlig; er überlistete es. Davon wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.9
Damit ich ihn viele Tage preise und ihm diene, ließ der Große seine Blütenfüße meinen Leib berühren. Als schönes Licht zog er gleichsam Fasern aus Stein und nahm mich an. Die goldene Herrlichkeit seiner beiden geschmückten Füße wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.10
Damit dieser aus maßloser Begierde bestehende Leib vergehe, setzte der Herr von Perundurai seine herrlichen heiligen Füße auf mein Haupt. Kapalin trank freudig das dunkle Meeresgift. Seinen von Kampf erfüllten Schauplatz wollen wir besingen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.11
Wie Milch, Nektar und Honig ist der Höchste und Jenseitige. In erquickender Schönheit nahm der Herr mein Herz ein. Seine klingenden Füße in der Welt zu preisen ist der gute Weg. Den Ruhm, der diesem Weg entspricht, wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.12
Er steht als König über Indra, Vishnu, Brahma und den übrigen Göttern; seine Eigenschaften und Zeichen sind ihnen unerreichbar. Das Halahala-Gift des weiten Meeres wurde ihm zur Speise, die er wie Nektar genoss. Davon wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.13
Damals offenbarte er im Schatten des Banyanbaumes gnädig die seltenen Veden. Tag für Tag stehen die Himmlischen und die großen Weisen da und preisen voller Freude seine vollkommenen geschmückten Füße. Wir singen den goldenen Blütenstaub der Konrai, die er trägt: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.14
Wie ein Bild schenkte er mir die beiden Blüten seiner Füße ins Innerste und nahm es hier zum Wohnort, der Herr von Ekambam. Auch die Halle von Tillai mit seinen weiten Mauern macht er zu seiner Stätte und tanzt dort. Diesen Tanz wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.15
Feuer, Sonne, Ravana, Andhaka, der Tod, der rotäugige Hari, Brahma, Indra und der Mond, der sich makellos wähnende Daksha und der Opferherr: Sie verloren ihre bisherige Macht. Wir singen die aufsteigende Herrlichkeit dessen, der sie demütigte: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.16
Reiter des kampfstarken Stiers, Kampfstier der Bewohner der Shiva-Stadt! In Madurai auf Erden nahm er gnädig Pittu als Speise an. Durch den Stockhieb gewann er den Pandya-König für seinen Dienst. Das Lied seiner Wunde wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.17
Der uralte Vishnu und Brahma, Himmlische und Danavas kennen seine goldenen heiligen Füße nicht, sondern können sie nur preisen. Er aber trat in meinen Leib ein und nahm mich an. Wir singen die vielfach gewundene Schlange, seinen leuchtenden Schmuck: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.18
Nach dem Klang der festen Fußringe an seinen herrlichen heiligen Füßen sehne ich mich unersättlich. Damit mein Innerstes froh wird, vollführt der Herr von Perundurai mit seinen wagengefüllten Straßen den heiligen Tanz. Diese große Glückseligkeit wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.19
Der Herr von Perundurai legt gnädig die Haut des gehäuteten Elefanten an. Er nimmt die Gestalt eines Verrückten an und wird in dieser Welt auch zum Kind. Er ist Befreiung und vollständiger Ursprung, der Freigebige von Uttarakosamangai. Wie er in mein Verstehen eintrat, wollen wir singen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
13.20
Auf einem großen Pferd kam er gnädig in die Stadt Madurai. In göttlich strahlender Gestalt erschien der Herr von Perundurai als König und nahm uns zu seinem persönlichen Dienst an. Seine blumengeschmückten Füße wollen wir preisen: Wollen wir nicht Blüten von den Ranken pflücken?
Der Bogen bog sich, der Kampf erhob sich, die drei Städte erzitterten: Fliege empor, Undi! Wie sie alle zugleich verbrannten: Fliege empor, Undi!
14.2
Zwei Pfeile sahen wir nicht in Ekambans Hand. Ein einziger Pfeil für drei Städte: Fliege empor, Undi! Selbst dieser eine war mehr als nötig: Fliege empor, Undi!
14.3
Kaum war der Wagen gezimmert und hatte er seinen Fuß daraufgesetzt, da brach die Achse: Fliege empor, Undi! Dennoch versanken die drei Städte im Feuer: Fliege empor, Undi!
14.4
Drei, die gerettet werden konnten, nahm er in seinen Schutz. Für den treffsicheren Schützen: Fliege empor, Undi! Er teilt sich mit der Frau von jungen Brüsten: Fliege empor, Undi!
14.5
Das angegriffene Opfer brach zusammen. Singt, wie die Götter flohen: Fliege empor, Undi! Für Rudra, den Herrn: Fliege empor, Undi!
14.6
Ach, der heilige Vishnu hatte an jenem Tag seinen Opferanteil genommen und blieb dennoch am Leben: Fliege empor, Undi! Er ist der Vater des Viergesichtigen: Fliege empor, Undi!
14.7
Dem grimmigen Agni schlug er die Hand ab, mit der dieser Opfergaben zum Verschlingen gesammelt hatte: Fliege empor, Undi! Das Opfer geriet in Verwirrung: Fliege empor, Undi!
14.8
Daksha, der Parvati Feindschaft erklärt hatte – warum sollte man ihn schonen, Freundin? Fliege empor, Undi! Für den Gefährten der Frau von vollen Brüsten: Fliege empor, Undi!
14.9
Indra wurde zu einem zarten Kuckuck und flüchtete auf einen Baum: Fliege empor, Undi! Und er heißt König der Himmlischen: Fliege empor, Undi!
14.10
Singt, wie das Haupt des zornigen Opferpriesters fiel: Fliege empor, Undi! Damit die Kette der Wiedergeburten abreißt: Fliege empor, Undi!
14.11
Singt, wie er dem Opferherrn als Ersatz einen Ziegenkopf anfügte: Fliege empor, Undi! Steht da mit vor Bewegung schwingenden Brüsten: Fliege empor, Undi!
14.12
Bhaga war zum Essen gekommen und konnte nicht heimlich entfliehen. Wie der Herr ihm das Auge ausriss: Fliege empor, Undi! Damit unser aller Geburtskeim vergehe: Fliege empor, Undi!
14.13
Der Göttin der Rede nahm er die Nase, Brahma das Haupt; das Gesicht des Mondes zerdrückte er: Fliege empor, Undi! Damit das alte Karma vergehe: Fliege empor, Undi!
14.14
Als der Opferherr getroffen wurde, suchten der Herr der vier Veden und auch Indra einen Fluchtweg aus dem Opfer: Fliege empor, Undi! Wie sie einen Ausweg suchten: Fliege empor, Undi!
14.15
Wie er die Zähne im fruchtroten Mund des Sonnengottes ausriss und zerbrach: Fliege empor, Undi! Das Opfer geriet in Bestürzung: Fliege empor, Undi!
14.16
Daksha verlor an jenem Tag sein Haupt, während seine Kinder ringsum standen: Fliege empor, Undi! Das Opfer ging zugrunde: Fliege empor, Undi!
14.17
Für den Herrn mit schönem verfilztem Haar, der damals dem Knaben das Milchmeer schenkte: Fliege empor, Undi! Für Kumaras Vater: Fliege empor, Undi!
14.18
Das Haupt des Viergesichtigen auf der schönen Blüte schlug er augenblicklich ab: Fliege empor, Undi! Mit dem Fingernagel trennte er es ab: Fliege empor, Undi!
14.19
Ravana hielt seinen Wagen an und hob den Berg. Wie seine zweimal fünf Häupter zermalmt wurden: Fliege empor, Undi! Und seine zwanzig Arme wurden zermalmt: Fliege empor, Undi!
14.20
Damit die in ein einziges Gewand gehüllten Rishis nicht zugrunde gehen, gewährt er Schutz im Himmelsraum: Fliege empor, Undi! Auch jenseits davon gewährt er Schutz: Fliege empor, Undi!
Eine Luftspiegelung für das Wasser eines blühenden Teiches zu halten und töricht danach schöpfen zu wollen: Von solcher Verblendung hast du uns befreit. Du Tänzer, der in der Halle des strahlenden Tillai den heiligen Tanz vollführt! Damit wir deine roten Füße erreichen, spielen wir Tonokkam.
15.2
Er nahm uns an, damit wir nicht für immer in Geburt und Tod versinken. Selbst der, welcher das Kalb gegen die Früchte schleuderte, und Brahma können ihn schwer sehen, den Herrn der Halle von Tillai mit seinem unvergänglichen Ruhm. Seine Güte preisend, ihr mit dichtem Haar: Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.3
Der beschuhte Fuß, der Mund als Wassergefäß, Fleisch als Nektarspeise: Er erkannte darin eine Verehrung von wirklichem Wert. Voller Freude nahm er die Liebesgaben des Jägers an; dessen Leib wurde vor Segen kühl, und er stand in empfangener Gnade. Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.4
Damit mein steinernes Herz weich wurde und schmolz, trat er gnädig in mein Innerstes, als wollte er dort in Erbarmen stehen bleiben. Er brachte mich auf die gute Seite. Dass er so nah und in Worten zugänglich wurde, sollte das ganze Land erkennen. Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.5
Erde, Wasser, Feuer, Lebensluft, weiter Raum, Mond, Sonne und der wahrnehmende Mensch: Als diese acht Formen steht er vereint da. Sieben Welten und zehn Richtungen: Er, der Eine, wurde das Viele. Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.6
Die vielen Lehrwege, beginnend mit Buddha, stehen mit begrenzter Einsicht in ihren jeweiligen Anschauungen und geraten ins Stolpern. Der Vater aber macht das Denken zu Shiva und alles Getane zur Askese: So reich ist sein Erbarmen. Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.7
Der schuldlose junge Schüler schlug dem, der sein Shiva-Ritual zerstört hatte, beide Füße ab, obwohl dieser Brahmane und sein eigener Vater war. Durch die heilige Gnade des Herrn wurde selbst die schwere Tat zum heilsamen Gewinn, und die Götter verehrten ihn. Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.8
Unser Stolz ist geschwunden, unser berechnender Verstand ist vergessen, ihr guten Mädchen! Wir Diener denken allein an die langen geschmückten Füße des Herrn des Südens, den der Himmel verehrt. Wenn wir die Gnade des seligen Tänzers erhalten, wollen wir selbst ganz Freude werden und so Tonokkam tanzen.
15.9
Drei Asuras, die seiner gedachten, entkamen dem Feuer und standen danach am Tor unseres Vaters mit dem Stirnauge. Seitdem starben unzählige Indras, wie viele Brahmas und viele Vishnus in den Welten. Seht: Wir spielen Tonokkam!
15.10
Von tausend Lotusblüten fehlte eine. Da riss Vishnu sein eigenes Auge aus und legte es auf die roten Füße des Herrn. Shankara, unser Gebieter, schenkte ihm darauf gnädig das Wurfrad. Dies wollen wir überall preisen: Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.11
Kama verlor seinen Leib, der Tod sein Leben, die brennende Sonne ihre Zähne, die Göttin der Rede ihre Nase, Brahma ein Haupt, Agni seine Hand, der Mond seine Sichel, Daksha und der Opferherr ihre Köpfe. Wie er sie dadurch läuterte: Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.12
Brahma und Hari sagten in ihrer Torheit beide: „Ich bin das Höchste, ich bin das Höchste!“ Damit ihr erregter Hochmut sich legte, stand Hara dort als Feuergestalt, unermesslich, als das Höchste selbst. Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.13
Ich armer Diener habe so lange, so viele Zeiten hindurch Wasser auf unfruchtbaren Boden gegossen, ohne den höchsten Herrn zu verehren. Der Ursprung der Weltzeiten, das unversehrt bleibende kostbare Juwel, kam und riss den Riegel meiner Wiedergeburt heraus. Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
15.14
Das innere Licht, jenseits der Worte, der Höchste, kam in mein Herz. Er führte mich über das große, uferlose Meer der Begierde. Da verloren die Sinnesvögel ihre Nahrung und flohen auseinander. Den nun offenbaren, herrlichen Weg wollen wir besingen: Wollen wir nicht Tonokkam spielen?
Korallen sollen die prächtigen Pfosten sein, Perlenschnüre die Seile. Wir besteigen den schönen goldenen Sitz und lassen uns freudig nieder. Seine frischen Blütenfüße, die Narayana nicht erkannte, schenkt er mir Hund gnädig als Heimat: der unerschöpfliche Nektar von Uttarakosamangai. Seine beiden gnadenreichen Füße wollen wir besingen. Ihr Mädchen mit kämpferischen Augen: Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
16.2
Er hat drei schön leuchtende Augen. Seine Blütenfüße sehen selbst die nicht alternden Himmelsgötter nicht. Honig erfüllt sie, Süße und Nektar quellen hervor; klar tritt der König von Uttarakosamangai in den Leib ein und lässt ihn schmelzen. Wir singen sein Idaimarudu. Ihr mit der Schönheit edler Pfauen und dem Gang eines Schwans: Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
16.3
Er hat weder früheren Anfang noch Ende. Während Scharen von Weisen und unzählige Millionen Himmlische dastanden, schenkte er mir gnädig seine heilige Asche und ließ mich dauerhaft in der Flut seines Erbarmens ruhen. Wir singen die weite, edelsteingleiche Stätte Uttarakosamangai mit ihren hohen, blitzberührten Palästen. Ihr mit goldgeschmückten Brüsten: Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
16.4
In seiner Kehle wohnt das Gift; er ist der Herr der Weltenbewohner. Im herrlichen Uttarakosamangai mit wolkenberührten Häusern wohnt er mit der sanft sprechenden Frau. Er steht in den Herzen seiner Diener, lässt Nektar quellen, schenkt Erbarmen und schneidet Tod und Geburt ab. Wir singen seinen reinen Ruhm. Ihr mit dichten weißen Armreifen: Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
16.5
„Ist er Mann, weder Mann noch Frau oder eine Frau?“ Die beiden konnten diesen Gott nicht erkennen. Aus Erbarmen nahm er die Götterschar an, damit sie ohne Schande gerettet werde, und verzehrte gnädig das Gift als Speise. Wir preisen die Güte des Tänzers von Uttarakosamangai mit der gebogenen Mondsichel auf dem Haupt. Ihr mit schönen, geschmückten Brüsten: Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
16.6
Er trägt die Frau als Hälfte und die pollenreichen Konrai-Blüten im Haar, der Herr von Uttarakosamangai. Unter seinen Dienern reinigte und umsorgte er mich Hund und nahm mich an. Er beendet die Wiedergeburt, damit das alte Übel weiterer Geburten mich nicht mehr verfolgt. Mit schmelzender Liebe singen wir die an seinen Ohren schwingenden Ringe. Ihr mit blütenbewegtem Brustschmuck: Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
16.7
Im heiligen, schwer zu erdenkenden Uttarakosamangai bleibt der Herr der großen Veden strahlend gegenwärtig. Wer seinen Ruhm wiederholt, sich neigt und ihn anfleht, dem schneidet er die Bindung an Schuld ab. Mein Vater nahm selbst mich an – wie ein edelsteingleicher Pfau, der auf einem Schwan emporsteigt und tanzt. Seine Schönheit wollen wir singen. Ihr mit goldenem Brustschmuck: Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
16.8
Vom Gipfel des schönen Berges kam er auf die Erde, genoss reichlich Nektarspeise, erhob sich über das tiefe Meer, ritt zum Staunen der Welt auf einem Pferd und nahm uns an. Im heiligen Uttarakosamangai leuchtet seine Güte. Ihn, den selbst Vishnu schwer erreicht, wollen wir mit voller Stimme singen, während unsere Herzen aufblühen, weich werden und schmelzen. Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
16.9
Im heiligen Uttarakosamangai mit seinen Kokoshainen kam gnädig seine einzigartige, beständig leuchtende Gestalt. Er beendete unsere Wiedergeburt und nahm auch Menschen wie uns an. Er und die bekränzte Frau, die seine Hälfte ist, empfingen unseren Dienst. Wir preisen die Güte des Herrn mit duftenden Konrai-Blüten im Haar. Ihr mit sich hebenden, geschmückten Brüsten: Wollen wir nicht auf der goldenen Schaukel schwingen?
„Seine Rede ist Veda; er trägt weiße Asche und hat einen roten Leib. Seine Trommel ist der Urklang, Mutter!“, sagt sie. „Seine Trommel ist der Urklang; für Brahma und Vishnu ist dieser Herr der höchste Herr, Mutter!“, sagt sie.
17.2
„Seine Augen sind dunkel geschmückt, er ist ein Meer des Erbarmens. Er steht in meinem Innern und lässt mich schmelzen, Mutter!“, sagt sie. „Innen lässt er mich schmelzen und schenkt mir Tränen grenzenloser Glückseligkeit, Mutter!“, sagt sie.
17.3
„Er ist der ewige Bräutigam, vollkommen schön, und wohnt im Denken, Mutter!“, sagt sie. „Der im Denken wohnt, ist der Herr des Südens, der Vater von Perundurai, die Glückseligkeit selbst, Mutter!“, sagt sie.
17.4
„Eine tanzende Schlange ist sein Schmuck, ein Fell sein Gewand; er bestreicht sich mit Asche. Was für eine Erscheinung er trägt, Mutter!“, sagt sie. „Immer wieder schaue ich diese Erscheinung an, und mein Herz schmachtet. Was ist das, Mutter?“, sagt sie.
17.5
„Seine Arme sind lang, sein Haar fällt in Locken. Er gehört dem guten Pandya-Land, Mutter!“, sagt sie. „Der Herr des guten Pandya-Landes beherrscht mein weit umherschweifendes Denken und schenkt mir Liebe, Mutter!“, sagt sie.
17.6
„Der Herr von Uttaramangai, dessen Ruhm schwer zu denken ist, bleibt in meinem Herzen, Mutter!“, sagt sie. „In meinem Herzen bleibt er, den Vishnu und Brahma nicht sehen konnten. Welch ein Wunder, Mutter!“, sagt sie.
17.7
„Er trägt ein weißes Gewand, weiße heilige Aschestreifen und einen Umhang, Mutter!“, sagt sie. „Mit diesem Umhang besteigt er ein springendes Pferd und stiehlt mir das Herz, Mutter!“, sagt sie.
17.8
„Er trägt Tali und Arugam-Gras, er trägt Sandelpaste. Als sein Eigentum regiert er uns, Mutter!“, sagt sie. „Unser Gebieter, der uns als sein Eigentum regiert – sieh, wie er die Zimbeln in seinen Händen hält, Mutter!“, sagt sie.
17.9
„Eine Frau ist seine Hälfte, doch er trägt die Gestalt eines Asketen und kommt, um Almosen zu erbitten, Mutter!“, sagt sie. „Wenn der, der um Almosen kam, wieder geht, vergeht mein Innerstes vor Sehnsucht. Was ist das, Mutter?“, sagt sie.
17.10
„Konrai, Mond, Bilva und Datura drängen sich auf seinem Haupt, Mutter!“, sagt sie. „Die Datura auf seinem dicht geschmückten Haupt ist heute für mich selbst zum Rausch der Verrücktheit geworden, Mutter!“, sagt sie.
Kuckuck mit süßem Gesang, höre! Wenn du nach den beiden Füßen unseres großen Herrn fragst: Sie reichen unter die sieben Unterwelten. Willst du seine strahlende Juwelenkrone beschreiben: Ihre uralte Größe übersteigt jedes Wort. Er hat keinen Anfang, keine begrenzende Eigenschaft und kein Ende. Rufe ihn herbei!
18.2
Die schönen sieben Welten preisen ihn; jede Gestalt ist seine Gestalt. Im südlichen, vom lauten Meer umgebenen Lanka schenkte er der schönen Mandodari die Freude seiner großen Gnade. Kuckuck, rufe mit deiner herrlichen Stimme den Herrn von Perundurai, den Gebieter des südlichen Pandya-Landes, herbei!
18.3
Kuckuck von dunkler, bläulicher Gestalt! Im heiligen Uttarakosamangai, herrlich an Güte und Süße, steht der Tempel mit hohen Juwelenhallen, die im schönen Mondlicht glänzen. Dort wohnt die rankenzarte Frau. Den Gebieter, der dort bleibt und die Welt erhellt, rufe herbei!
18.4
Kleiner Kuckuck in den Hainen voller Honig und Früchte, höre! Der Freigebige ließ den Himmel gering erscheinen, kam auf diese Erde und nahm Menschen an. Er ließ das bloße Fleisch zurück, trat in mein Herz und wurde mein Bewusstsein. Rufe diesen Einzigen herbei, den Gemahl der Frau, deren sanfter Blick selbst den eines Rehs übertrifft!
18.5
Kuckuck von beglückender Schönheit! Wie die Sonne mit ringsum strahlendem Licht kommt er vom Himmel herab, um hier die Begierde seiner Diener abzuschneiden. Selbst die drei, die für Anfang, Mitte und Ende stehen, erkennen ihn nicht. Rufe den Helden mit zinnoberroten Füßen herbei!
18.6
Kuckuck, ich will dir Freude schenken! Er regiert alle sieben Welten ganz, ist der Liebende, spendet Nektar und quillt als Glückseligkeit über, der vom Himmel gekommene Gott. Er kommt auf einem schönen Pferd, wie ein Juwel in einer Fassung aus feinem Gold. Kuckuck, der du auf dem Zweig zwitscherst, rufe den Herrn von Kokazhi herbei!
18.7
Kuckuck, ich werde dich lieben und deine treue Freundin sein. Sein schöner Leib übertrifft das Gold, seine Schönheit strahlt voller Ruhm. Er ist der König, der auf einem Pferd kam, der Freigebige, der in Perundurai wohnt, der Herr des Südens, Chera und Chola, der herrliche Schlangenträger. Rufe ihn herbei!
18.8
Komm hierher, kleiner Kuckuck! Vishnu und der Viergesichtige suchten ihn vergeblich, hielten inne und standen nachdenklich da. Damals durchbrach er als helles Feuer den Himmel, erhob sich über das Weltenei und stand als weit ausstrahlende Wahrheit. Rufe ihn herbei, den Lenker des heranspringenden Pferdes, den Herrn mit langem verfilztem Haar!
18.9
Kuckuck mit dunklem, goldglänzendem Leib, der du im duftenden Hain wohnst! Der Gesegnete strahlt wie ein herrlicher roter Lotus. Auf Erden zeigte er seine Füße, zerschnitt meine Fesseln und nahm mich an. Rufe diesen Nektar herbei, den mit prächtigem goldenem Leib und reich geschmückter Brust!
18.10
Kuckuck im Hain voller dichter Blütenbüschel, höre! Er kam hierher als Brahmane, zeigte seine schönen roten Füße und sprach: „Dieser gehört zu uns.“ So nahm er gnädig auch mich an. Rufe den Herrn der Götter herbei, dessen heiliger Leib wie rotes Feuer strahlt!
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
19. Tiruttasangam – Die zehn heiligen Königszeichen
„Schöner junger Papagei, nenne wohlbedacht den herrlichen heiligen Namen unseres Königs von Perundurai!“ – „Herr von Arur, roter großer Herr, unser großer Gebieter, Herr der Götter: So nennt ihn, wie ihn der auf der weißen Blüte und der im Milchmeer preisen.“
19.2
„Smaragd, dessen süße Rede makellos ist, nenne das Land dessen, der uns besitzt und über die sieben Regionen herrscht!“ – „Er regiert die Liebenden mit Liebe und schenkt Gnade ohne Rückkehr zur Bindung. Sein Land ist stets das südliche Pandya-Land. Erkenne es klar!“
19.3
„Papagei im blühenden Hain, wo Pollen tanzen: Welches ist der Wohnort unseres Herrn, der die Frau als seine Hälfte trägt?“ – „Uttarakosamangai ist seine Stadt. Alle geläuterten Frommen feiern sie auf Erden wie Shivas himmlische Stadt.“
19.4
„Rotmundige, grünflügelige Schöne, nenne den Fluss unseres Vaters von Perundurai, der sich mit unserem Herzen verbindet!“ – „Mädchen, der Fluss unseres Gebieters ist die Glückseligkeit, die vom Himmel herabströmt, um die Unreinheit des Denkens abzuwaschen. Sieh!“
19.5
„Papagei mit einem Mund wie eine rote Kinshuka-Blüte, nenne den Berg unseres unvergänglichen Königs von Perundurai, des jugendlich Schönen!“ – „Bedenke es: Sein Berg sendet Licht aus, vertreibt die Finsternis des Herzens und gewährt die freudvolle Befreiung. Sieh!“
19.6
„Komm hierher und sprich, mein Papagei, geh noch nicht in deinen Käfig! Welches ist das Reittier dessen, dessen Ruhm unvergleichlich ist?“ – „Freudig reitet er das himmlische Pferd, während göttliche Frauen mit stets honigsüßen Herzen melodisch sein Lob singen.“
19.7
„Papagei mit Worten süß wie Wabenhonig, nenne die Waffe, mit der unser makelloser König von Perundurai seine Feinde besiegt!“ – „Seine Hand hält den Dreizack. Er durchbohrt die drei Unreinheiten, damit die Herzen derer, die ihn aufnehmen, ohne Befleckung schmelzen. Sieh!“
19.8
„Papagei mit Worten süß wie Milch, nenne die Trommel, die vor unserem König von Perundurai ertönt!“ – „Es ist die große Trommel des Urklangs. In Liebe lässt sie den Feind Wiedergeburt erzittern und höchste Glückseligkeit aufsteigen.“
19.9
„Papagei mit wohlgeformter Rede, welches ist die wahre Girlande des Herrn von Perundurai, der bei seinen überströmend Liebenden wohnt?“ – „Er besitzt mich Hund und verhindert, dass böses Karma mich täglich erreicht. Seine geliebte Girlande besteht aus Tali und Arugam-Gras.“
19.10
„Grüner Papagei des Hains, beschreibe die herrlich glänzende Fahne des Königs von Perundurai mit seinen reinen Wassern!“ – „Die makellose Stierfahne leuchtet hoch oben in großer Schönheit, sodass die Feinde erschrocken zusammenfahren.“
Sei gepriesen, Wirklichkeit, Ursprung meines Lebens! Es ist Tag geworden. Wir bringen paarweise Blüten zu deinen blumengeschmückten Füßen und verehren sie, während auf deinem heiligen Gesicht das schöne Lächeln deiner Gnade für uns erblüht. Shiva, großer Herr, du wohnst im heiligen Perundurai, umgeben von kühlen Feldern, in deren Schlamm Lotusblüten aufgehen. Du mit der hohen Stierfahne, mein Gebieter, unser großer Herr: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.2
Aruna hat sich der Richtung Indras, dem Osten, genähert. Die Finsternis weicht, die Dämmerung breitet sich aus. Wie die Sonne steigt das Erbarmen deines heiligen Blütengesichts auf; die duftenden Blüten deiner Augen öffnen sich. Dichte Bienenschwärme summen ringsum. Sieh dies, Shiva, großer Herr, der du im heiligen Perundurai wohnst! Berg der Glückseligkeit, der kommt, den Schatz der Gnade zu schenken, wogendes Meer: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.3
Die lieblichen Kuckucke rufen, die Hähne krähen, die Vögel singen, die Muschelhörner ertönen. Das Sternenlicht verblasst; im Osten sammelt sich der Glanz des Tages. Zeige uns liebevoll deine beiden göttlichen Füße mit ihren schönen, fest sitzenden Fußringen. Shiva, großer Herr, du wohnst im heiligen Perundurai. Für alle bist du schwer zu erkennen, für uns aber zugänglich. Unser großer Herr: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.4
Hier stehen die Spieler süß klingender Vina und Yazh; dort sprechen andere vedische Verse und Lobgesänge. Hier tragen sie dicht gebundene Blütengirlanden in den Händen, gebeugt vor Bewegung; dort verehren sie dich, weinen und schwanken. Wieder andere falten die Hände über dem Haupt zum Gruß. Shiva, großer Herr, der du im heiligen Perundurai wohnst, nimm auch mich an und schenke süße Gnade. Unser großer Herr: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.5
„Du stehst in jedem Element; du gehst nicht und kommst nicht“: So hören wir die Wissenden in ihren Liedern singen und tanzen. Doch von jemandem, der dich gesehen und dadurch erkannt hat, haben wir sonst nicht gehört. König des heiligen Perundurai mit seinen kühlen Feldern, selbst dem Denken schwer erreichbar! Komm vor uns, beseitige unsere Fehler, nimm uns an und schenke Gnade. Unser großer Herr: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.6
Deine Diener haben die Zerstreuung aufgegeben, ruhen in Erkenntnis und ihre Fesseln gelöst. Viele von ihnen, auch Frauen mit dunkel geschmückten Augen, verehren dich hier in menschlicher Gestalt, Gemahl der Göttin. Shiva, großer Herr, der du im heiligen Perundurai wohnst, umgeben von kühlen Feldern mit sich öffnenden Lotusblüten: Beende diese Wiedergeburt, nimm uns an und schenke Gnade. Unser großer Herr: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.7
„Es ist der Geschmack reifer Frucht“, „es ist Nektar“, „schwer zu erkennen“, „leicht zu erkennen“: Selbst die Unsterblichen wissen es nicht. Doch du nimmst uns an und erscheinst hier gnädig, sodass wir sagen: „Dies ist seine heilige Gestalt; dieser ist er!“ Du wohnst im heiligen Uttarakosamangai mit honigreichen Hainen, König von Perundurai. Sage, auf welche Weise du unseren Dienst wünschst: Wir wollen darauf hören. Unser großer Herr: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.8
Du bist vor allem der Anfang, die Mitte und das Ende. Die drei Götter erkennen dich nicht; wer sonst sollte dich erkennen? Höchster, du und die Frau mit Fingern, die den Spielball berühren, besuchtet gnädig jede alte Hütte deiner Diener. Du zeigtest deinen heiligen Leib wie rotes Feuer, den Tempel deines Wohnens in Perundurai und deine Gestalt als Brahmane. Du kamst und nahmst mich an. Seltener Nektar: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.9
Kostbare Wirklichkeit, der sich selbst die Himmelsgötter nicht nähern können! Uns, die wir zu deinen Füßen dienen, ließest du hier auf Erden zum wahren Leben gelangen. Herr des reichen heiligen Perundurai, Honig, der vor den Augen von uns alten Dienern steht und Freude schenkt! Nektar des Meeres, Zuckerrohr, du wohnst im Denken deiner sehnsüchtigen Diener und bist das Leben der Welt. Unser großer Herr: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
20.10
„Weil wir nicht hingehen und auf Erden geboren werden, verbringen wir unsere Tage vergeblich. Hier auf dieser Erde nimmt Shiva Menschen zur Erlösung an!“ So blickt der heilige Vishnu sehnsüchtig herab, und der Lotusgeborene begehrt es ebenso. Du, der im heiligen Perundurai wohnt: Du und dein wahrhaftiges Erbarmen vermögt auf die Erde zu kommen und uns anzunehmen. Seltener Nektar: Erhebe dich gnädig von deinem Lager!
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
21. Koyil Mutta Tiruppatigam – Der ältere Tempelgesang
Die Herrin wohnt in deiner Mitte, und du wohnst in der Mitte der Herrin. Wenn ihr beide im Innersten dieses Dieners wohnt, dann schenke mir die Gnade, auch inmitten deiner Diener zu leben. Unser endloser Ursprung in der goldenen Halle, tritt vor mich, damit mein Herzenswunsch erfüllt wird!
21.2
Einst tratest du vor mich und nahmst mich an. Auch ich mühe mich um eben diese Nähe und folge dir, um deinen Auftrag zu erfüllen. Doch ich bin zurückgeblieben, großer Herr. Wenn du jetzt nicht gnädig vor mich trittst und sagst: „Komm hierher!“, werden deine Diener nicht überlegen und fragen: „Wer ist dieser eigentlich?“ Du liebst den Tanz in der goldenen Halle!
21.3
Du liebst den liebevollen Dienst. Ich aber bin ohne klare Einsicht, und mein Innerstes schmilzt nicht. Wenn ich vor aller Welt meine Klage erhebe, werden sie nicht sagen: „So ziemt es sich für ihn“? Du lebtest so, dass jene, die das große Opfer des Dienstes vollbrachten und deinem Weg folgten, zum Leben gelangten. Wenn du mir dein Angesicht nicht schenkst, vergehe ich, unser vollständiger Ursprung in der goldenen Halle!
21.4
Vollständiger Ursprung, Anfang des Weges für die fünf Sinne, für die drei Götter und für mich! Deine alten Diener sammeln sich in Scharen im Himmel. Du Quelle ihrer Fülle schenkst ihnen Gnade und bleibst bei ihnen. „Wird er sich auch meiner erbarmen?“ Außer dies weinend zu fragen, was kann ich tun, König der goldenen Halle?
21.5
„König, Nektar, der in der goldenen Halle tanzt!“ Nach deiner Gnade Ausschau haltend, warte ich Tag und Nacht wie ein Reiher auf Beute, erschöpft und voll Sehnsucht. Deinen Dienern, die das rettende Ufer erreichten, schenktest du deinen Anblick und große Freude. Wenn du bei mir Diener schweigst, verborgen wie Butter in gesäuerter Milch, werden sie dich nicht tadeln?
21.6
Alle anderen spotten über mich und reden: „Er nennt sich seinen Diener!“ Ich aber werde deine Gnade weiter liebend suchen. Du Strahlender, lass mich deiner heiligen Versammlung dienen, in der deine Liebenden dich umgeben. Herr, Vater, der in der goldenen Halle tanzt, erbarme dich jetzt!
21.7
„Der Tänzer in der Halle wird sich unser erbarmen“: In diesem Vertrauen wartete ich. Du lehrtest mich seltene Unterweisung und nahmst mich an. Soll ich nun wie ein Tier ohne Besitzer werden? Dort, wo deine Diener dicht um dich stehen und du mit ihnen leuchtend spielst, möchte ich nahe bei euch sein. Unser Leben, sprich gnädig: „Komm!“
21.8
Wenn du deinem Diener keine Gnade gewährst, wer wird hier zu mir sagen: „Fürchte dich nicht“? Du Gold, du tratest ein und nahmst mich an, als wäre ich wertvoll, Tänzer in der goldenen Halle! Getrennt von dir leide ich mit verwirrtem Herzen. Wenn du nicht „Komm!“ sagst und mir deine Gemeinschaft der Klarheit zeigst, werde ich sterben – und werden sie dann nicht lachen?
21.9
Sie lachen, freuen sich und kosten Süße. In immer neuen Scharen verbreiten, hören und rühmen sie deine heiligen Worte. Auch wenn sie getrennt sind, halten sie deinen heiligen Namen fest und rufen: „Herr, der in der goldenen Halle tanzt!“ Lass mich Hund vor ihnen bestehen. Kann ich weiter so bleiben? Vollkommener, schenke mir jetzt deine Gnade!
21.10
„Er wird niemals aufhören, uns zu geben!“ So stammle ich deinen Namen. Die Augen füllen sich mit Tränen, ich preise dich, meine Stimme bricht, ich verneige mich. Im Herzen denke ich an dich und schmelze; immer wieder vergegenwärtige ich dich, lobe dich und rufe „Goldene Halle!“ Erbarme dich dieses Lebens, das so schwankend nach dir verlangt, und schenke Gnade, mein Gebieter!
Verschließe die Wege der fünf täuschenden Sinne, die sich gegen mich wenden und mich verwirren. Nektar, der in mir quillt, höchstes Licht, das in mir aufsteigt: Komm gnädig, damit ich dich erkenne, wie du bist! Klarheit geläuterter Süße, Shiva, großer Herr, Shiva im heiligen Perundurai! Freude, die alle endlosen Daseinsstufen übersteigt, meine Liebe!
22.2
Durch Liebe ließest du Seele und Leib deines Dieners vor Glückseligkeit weich werden und schmelzen. Du schenktest süße Gnade, die nicht aus meiner eigenen Kraft stammt; ich habe nichts, womit ich sie vergelten könnte. Du bist davor, danach und alles durchdringend, ewig Freier, endloser Ursprung, Herr des südlichen Perundurai, Shiva, großer Herr, ruhmreicher König der Shiva-Stadt!
22.3
König, Vater dieses Dieners deiner Liebenden! Du tratest ein und ließest Seele und Leib in jeder Pore reifen und schmelzen. Wahres Licht, du vertriebst die falsche Finsternis. Klares Meer des Nektars, in dem keine Welle anschlägt, Shiva im heiligen Perundurai! Bewusstsein, das jenseits von Worten und gewöhnlichem Erkennen erkannt wird: Lass mich verstehen, wie ich von dir sprechen kann.
22.4
Selbst für das Erkennen der großen wissenden Weisen, der Himmlischen und aller anderen bist du schwer durchschaubare Wirklichkeit. Unvergleichlicher, Leben aller Lebewesen, Heilmittel, das meine Wiedergeburt beendet! Reiner, klarer Raum mitten in dichter Finsternis, Shiva im heiligen Perundurai! Freude ohne begrenzende Eigenschaften: Welcher Mangel bleibt mir noch, nachdem ich dir nahegekommen bin?
22.5
Fülle ohne Mangel, Nektar ohne Makel, endloser Berg dicht strahlenden Lichtes! Als Veda und Sinn des Veda kamst du und blitztest in meinem Herzen auf, mein König. Wie Wasser, das kein Damm hält, strömst du durch mein Denken, Shiva im heiligen Perundurai. Herr, du hast meinen Leib zum Wohnort genommen. Was soll ich nun noch von dir erbitten?
22.6
Während ich immer wieder flehe und schmelze, steigst du als Licht in meinem Herzen auf. Deine roten Lotusfüße leuchten auf den Häuptern der Himmlischen, Shiva im heiligen Perundurai! Du bist der weite Raum, Wasser, Erde, Feuer und Wind – und bist keines davon. In ihnen bist du als verborgene Gestalt gegenwärtig. Heute habe ich dich mit eigenen Augen gesehen und bin froh.
22.7
Heute schenkst du mir Gnade, vertreibst die Finsternis und stehst wie eine aufgehende Sonne im Herzen. Dein Wesen bedenke ich so, dass das Denken zur Ruhe kommt: Außer dir ist kein anderes. Immer weiter ins Feinste gehend, sich immer mehr vermindernd, zeigt sich das Eine, Shiva im heiligen Perundurai. Kein einzelnes Ding bist du; ohne dich gibt es keines. Wer vermag dich zu erkennen?
22.8
Du weite Ausdehnung ausstrahlenden Lichtes sprossest als Erde, Daseinsstufen und sämtliche Welten hervor und erfüllst sie. Feuer im Wasser, Makelloser, schwer auch nur zu denken! Honig, der im durch deine Gnadenflut herrlich gewordenen Denken aufsteigt, Shiva im heiligen Perundurai! Wer ist mir noch verwandt, wer fremd? Mein Licht, du machst alles zur Glückseligkeit.
22.9
Als Licht erscheinende Gestalt, formloser Einziger, schwer auszusagender Anfang, Mitte und Ende! Großes Meer der Glückseligkeit, das Bindungen zerreißt; heiliger Berg der Gnade, Güte ohne Übel; Shiva im heiligen Perundurai! Komm, schenke mir deine beiden Füße und gewähre mir einen Weg, auf dem du nicht wieder von mir gehst.
22.10
Was du gegeben hast, bist du selbst; was du genommen hast, bin ich. Shankara, wer von uns ist der Geschicktere? Ich habe Glückseligkeit ohne Ende gewonnen. Was aber hast du von mir gewonnen? Unser großer Herr, du hast mein Denken zum Tempel genommen, Shiva im heiligen Perundurai. Vater, Herr, du wohnst in meinem Leib. Dafür habe ich nichts, was ich dir vergelten könnte.
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
23. Settilappattu – Zehn Lieder des noch nicht Gestorbenen
Ich Falscher bin getrennt von deinen beiden Blütenfüßen, die in mein Herz eintraten, es erweichten und Nektar ausströmen ließen. Dennoch bin ich Elender noch nicht gestorben. Ach, mit offenen Augen habe ich die innere Ausrichtung verloren. Herr, Hara, großes Meer der Gnade, Vater mit rotem Leib, den Brahma und Vishnu nicht erkennen! Ich weiß nicht, was ich tun soll, Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst.
23.2
Ameisenhügel umwuchsen sie, Bäume wuchsen um sie; Wasser und Luft wurden zur Nahrung der Himmelsbewohner und anderer Asketen. Doch keiner sah deine Blütenfüße, König. Mich aber unterwarfst du einem einzigen Wort und ergriffst mich. Ich bebe nicht, mein Herz schmilzt nicht, ich liebe nicht; diesen lieblosen Leib habe ich nicht zerstört. Noch immer wandere ich umher, Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst.
23.3
Sogar mich Ausgestoßenen hieltest du für wertvoll und schenktest mir Gnade. Darauf freute ich mich so sehr, dass ich gleichsam auf dem Kopf ging. Stierreiter, Shankara, bleibender Halt aller unzähligen Himmlischen, Ewiger, der das Gift des wogenden Wassers trank! Bogenträger, der die Städte der Feinde verbrannte: Befiehl mir zu sterben, Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst.
23.4
Es gibt Liebende, die sich in schwerer Askese mühen, Brahma und Vishnu und so viele, die an dich denken und deren Knochen wie Wachs am Feuer werden. Während sie alle dastanden, warum nahmst du hier gerade mich an? Mein Denken ist hart wie knorriges Holz, meine Augen sind hölzern, meine Ohren härter als Eisen. Herr des südlichen Paraitturai, Herr der Shiva-Welt, Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst!
23.5
Ich ließ die Ordnung der Götter, die ihre Spiele treiben, hinter mir und bleibe voller Liebe bei deiner Gnade, indem ich „Mein Herr!“ rufe. Wirklichkeit, die selbst die hiesigen Götter schwer suchen können! Gebieter, zeige mir die Gnade, durch die ich nie von dir getrennt bin. Zeige deine beiden geschmückten Füße und nimm gnädig die Täuschung des Leibes fort. Herr über die Götter der wirkenden Götter, Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst!
23.6
Ich zerschneide diesen Leib nicht in Stücke und gehe nicht ins Feuer; ich kenne den Weg deiner heiligen Gnade nicht. Den Leib ertrage ich nicht, doch ich sehe keinen Ausweg aus ihm. Sei gepriesen, sei gepriesen, Reiter meines kampfstarken Stiers! Ich sterbe nicht. Wie soll ich getrennt von dir froh weiterleben? Sage mir gnädig: „Tue dies!“ Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst, umgeben von Feldern mit reichlich strömendem Wasser!
23.7
Wunderbarer, der das Gift des brandenden Meeres trank, Himmlischer mit edelsteindunkler Kehle, unser Nektar! Ich Hund vermag nicht an dich zu denken und verehre deine Füße nicht mit dem Ruf „Namah Shivaya“. Auch wenn ich einem Dämon gleiche, zeige mir den großen Weg. Herr mit Haarschmuck und Mondsichel! Ist es angemessen, dass ich fern von dir stehe und schreie, Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst?
23.8
Brahma auf der Blüte, der im wogenden Meer Liegende, Indra und die anderen standen da. Mich aber reinigtest du, zeigtest deine klingenden Füße und sprachst: „Halte sie als Ziel fest!“ Du nahmst mich in deine Dienerschar auf. Nun stehe ich da und weiß nicht, was ich tun soll. Mein Heilmittel, ist es dir lieb, dass dein Diener leidet, Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst, umgeben von Feldern mit kühlem, weit ausgebreitetem Wasser?
23.9
Während Indra, der Viergesichtige und die Himmlischen dastanden, liebtest du mich und nahmst mich hier auf Erden gütig an. Du mit den Blütenfüßen, die dem Tod das kostbare Leben nahmen, du mit der Ganga und dem Feuer in deiner Hand! Zu jenem Blütenfuß, nach dem auch Vishnu laut rufend verlangt, befiehl auch mich Holzäugigen zu kommen. Shiva, der du im heiligen Perundurai wohnst, umgeben von Feldern mit Fischen und blauen Wasserlilien!
23.10
Du kamst erbarmend, sprachst gnädig zu mir und nahmst meine Furcht. In deinem großen Meer der Gnade badete ich, trank und wurde satt; dennoch schmelze ich nicht. Shiva im heiligen Perundurai! Du Himmlischer, den der Muschelträger und der Lotusgeborene nicht erkennen, Gefährte der Bergestochter! Bei aller übergroßen Freude gerate ich doch in Verwirrung, du Meer, das auf dem großen Kailasa-Berg wohnt.
Deine Diener mit gereiftem Herzen gingen fort, vereint mit deinen roten Füßen, die dichten, üppigen Lotusblüten gleichen. Ich Sünder aber bleibe in dieser elenden, von Würmern erfüllten Hütte, mit wertlosem Wissen, ohne Erkenntnis, mit beflecktem Herzen. Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.2
Meine Kleinheit tut nur, was Abscheu verdient; du erträgst es in deiner Größe. Du trägst Schlangen als Schmuck und birgst die schwellende Ganga fest in deinem Haar. Durch deine heilige Gnade schneidest du die Wiedergeburt an der Wurzel ab. Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.3
Großer Herr, du entwurzelst meine Wiedergeburt; großer Herr, du schenkst mir mächtige Verzückung; weiser großer Herr, du trittst in mein Herz; seltener großer Herr, du stehst jenseits des Erkennens des Lotusgeborenen und des großen Vishnu. Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.4
In der niederströmenden Sturmflut des Leids ergriffen deine Liebenden das Floß deiner geschmückten Füße und stiegen zum Himmel empor. Ich aber gerate im Meer der Not in einen Strudel; die Wellen der Frauen schlagen über mir zusammen, der Hai der Begierde greift an, und ich gehe unter. Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.5
In die Netze der Frauen mit dicht gelocktem Haar geraten, vergaß ich dein Wesen und lag erschöpft in diesem finsteren Leib. Du teilst dich mit der Frau, deren große, dunkel geschmückte Augen wie ein erschrockenes Reh blicken. Herr der Himmlischen, schenke Gnade! Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.6
Vom mächtigen Quirl der Frauen mit dunkel bemalten, mangospaltgleichen Augen zerrissen, bin ich erschlafft wie Joghurt im großen Gefäß. Gepriesen seien deine weiten Blütenfüße! Wann wirst du kommen, an welchem Tag werde ich, schwer mit Karma beladen, dich verehren? Vater wie ein weites Meer, Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.7
Im zornigen Netz der Frauen mit blitzartig schwingender Taille gefangen, wälze ich mich elend umher. Tritt gnädig ein, damit ich nicht weiter so dahintaumle. Gieße Nektar in mich, erfülle mich mit Süße und erbarme dich meiner Fehler, Schönäugiger. Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.8
Du trägst die Frau mit Augen wie aufgeschnittene junge Mangos als Hälfte. Rufst du mich zu deinen Blütenfüßen oder wirfst du mich in die Hölle? Deinen Willen kenne ich nicht. Mein Inneres fährt verborgen hin und her wie die Spule im Webstuhl. Ach, ich gehe zugrunde! Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.9
Geliebter derer, die keine Trennung von dir kennen! Unter deinen beiden gnadenreichen, geschmückten Füßen haben sie einen Reichtum erhalten, der keinen Rückgang kennt. Ich weiß nicht, auf welchem Weg ich dich verehren soll. Ich kenne dich nicht und kenne nicht das Wissen, das dich erkennt. Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
24.10
Du schenkst den seltenen Nektar deiner Gnade. Ich schöpfe und schlucke ihn, doch ich vom Karma Beladener verschlucke mich, weil mir die rechte Reife fehlt. Gib mir das kühlende Wasser zu trinken, das wie reich strömender Honig ist, und rette mich. Ich versinke im Kummer. Gebieter, ich, dein Diener, nehme bei dir Zuflucht.
Du unversehrtes Juwel schenktest mir den Schatz deiner roten, geschmückten Füße, die der Herr mit der Garuda-Fahne nicht sehen konnte, und nahmst mich hier an. Du vertreibst die Finsternis und rufst von dort: „Komm hierher!“ Nach dieser Gnade verlangt mich. Sieh, mein Herr!
25.2
Sehnen sind die dicht geknüpften Seile, Hirn und Knochen liegen darin, Haut umhüllt das Ganze wie ein Kleid. In diesem Gewand kann ich nicht länger bleiben. Rufe mich zu dir, König! Seltener Nektar, der allen und allem jenseitig ist, Vater: Dich zu sehen verlangt mich. Sieh, mein Herr!
25.3
Dieses kleine Haus trieft von Eiter, ist von Fliegen umschwärmt und wandert voller Schmutz umher. Rufe mich, damit es zerfällt, König, Tänzer, kostbarer Guru, der beschützt und annimmt! Gott, selbst den Göttern schwer erreichbar, Shiva: Dass du kurz mein Gesicht ansiehst und erbarmend „Ach!“ sagst, danach verlangt mich. Sieh, mein Herr!
25.4
Dieses kraftlose, wandelnde Haus aus dichtem Knochenwerk, Unreinheit und schwerem Verfall verfolgt und quält mich; ich leide. Ich flehe dich an, unser großer Herr! Gebrochen, weich geworden und geschmolzen möchte ich nach deinem Licht schauen, deine heiligen Blütenfüße erreichen und dort bleiben. Danach verlangt mich. Sieh, mein Herr!
25.5
Innen eine elende Wunde, außen von Haut bedeckt: So ist der Leib deines Dieners. Darin saß ich wie Fruchtfleisch in der Tamarindenschale. Dennoch wurdest du zugänglich und nahmst mich an, Stierreiter, Aschegebadeter, mein seltener Nektar! Dass du mich als Erbarmungswürdigen ansprichst, danach verlangt mich. Sieh, mein Herr!
25.6
Ich Hund bin müde geworden; ich kann hier nicht länger bleiben. Dieses Leben hast du mir gegeben: Nimm es wieder zu dir, Herr der roten Blütenfüße, die die Himmlischen nicht kennen! Du Freier, das Licht deines Gesichts und dein freundliches Lächeln zu schauen, danach verlangt mich sehr, Vater. Sieh, mein Herr!
25.7
Höchster, den Erdenmenschen und Himmlische loben und preisen, höchstes Licht! Komm, schenke mir die Welt ohne Wiederkehr, komm und nimm mich an. Deine tausend Namen möchte ich überall preisen und dich „Unser großer Herr!“ nennen. Unerschöpflicher Nektar, danach verlangt mich. Sieh, mein Herr!
25.8
Mit den Händen will ich dich verehren, deine roten geschmückten Füße fest umfangen und unermüdlich auf mein Haupt legen. „Unser großer Herr, großer Herr, mein Vater!“ will ich laut mit meinem Mund rufen und wie Wachs am Feuer schmelzen. König von Aiyaru, danach verlangt mich. Sieh, mein Herr!
25.9
Diesen verdorbenen Leib ganz abzuwerfen, in die Shiva-Stadt einzutreten und das mächtige Licht zu sehen, damit meine beiden Augen sich freuen; deine alten Diener in ihrer Gemeinschaft zu schauen, unvergleichlicher Höchster: Danach verlangt mich, deinen Diener. Sieh, mein Herr!
25.10
Im heftigen Netz der Frauen mit scharf fischgleichen Augen gefangen, bin ich Hund dahingeschwunden. Licht der Erkenntnis, ich sehe keinen Beistand. Einziger, der du die Frau mit wattezarten Füßen als Hälfte trägst: Dass du mit deinem heiligen korallenroten Mund „Fürchte dich nicht!“ sagst, danach verlangt mich. Sieh, mein Herr!
Mein Herz schmolz nicht bei dem Gedanken: „Er ist mein bleibender Schatz, er ist der Glanz eines Rubins.“ Stattdessen verzehrte ich mich nach jungen Frauen mit schalenrunden Brüsten. Der Vater mit den hellen Blütenfüßen, unvergleichlich und über jeden Vergleich erhaben, nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.2
Ich bedachte nichts von dem, was recht ist, und schloss mich auch nicht den Nachdenkenden an. Immer nur im Leid geboren, sterbend und umherirrend, lebte ich dahin. „Er ist mein Diener“, sprach der Höchste, der die Frau als seine Hälfte trägt. Der uranfängliche, beständig Gegenwärtige nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.3
Damit mein früheres schweres Karma verging, nahm mich unser dreiäugiger Vater an. Allen ist er schwer zu erkennen, seinen Dienern leicht zugänglich. Im gewundenen Haar, dessen Glanz das Gold übertrifft, trägt er den jungen Mond. Dieser mütterliche Herr nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.4
Hört den Grund, weshalb die Welt mich verrückt nennt! Ich kannte nicht den Weg, mich auf ihn auszurichten und mit seiner heiligen Gnade zu verbinden. Zum Sterben und zum Sturz in schwere Hölle war ich bereit. Doch der Vater nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.5
Ich ging nicht dorthin, wo seine Verehrer sind, pflückte keine vielerlei Blüten und pries ihn nicht. An die Frauen mit duftendem Kuravu im Haar gebunden, richtete ich mein Leben zugrunde. Unser Herr tanzt nachts im Feuer; in seinem feurigen Haar glänzt die Schlange. Dieser Schlangenträger nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.6
In meiner Torheit bedachte ich die fünf Buchstaben seines heiligen Namens nicht. Ich näherte mich nicht den in Schrift und Erkenntnis Erfahrenen und begehrte keine guten Taten. Ich war nur bereit, auf Erden geboren zu werden, zu sterben und wieder Erde zu werden. Der Erhabene nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.7
Ein hohles Haus mit Fleischwänden, voller Würmer, morsch und von Eiter triefend, ein falsches Dach: Dies hielt ich für wahr und geriet in den Strudel des Leidensmeeres. Der Vater, vollkommener Glanz von Perle, großem Edelstein, Rubin, Diamant und Koralle, nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.8
Zuvor entfernte er mich von sich und ließ mich in dieses Körperhaus eingehen, sodass ich nicht bei ihm blieb. Dann sah er mich an, sprach feine, geheimnisvolle Worte, löste das Joch und hob mich auf. Er beseitigte frühere Falschheit und jede Befleckung, machte mich zu aufsteigendem strahlendem Licht, nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.9
Wie der Duft, der aus einer schönen Blüte steigt, ist die innere Wirklichkeit dieses Leibes nicht greifbar. Ich sah diese höchste, innerste Wirklichkeit nicht und verstand die Worte jener Verzückten nicht, die das empfangene Geschenk wirklich kosten. Doch der Vater nahm mich an und fügte mich seinen Dienern bei. Dieses Wunder haben wir gesehen!
26.10
Diese kleine Hütte aus schwerem Karma, erfüllt von dichter Finsternis, hielt ich für einen wunderbaren Besitz und freute mich daran; so ging ich dem Sturz in die schwere Hölle entgegen. Er, der mit zorniger Macht und rotem Feuer die drei festen Städte in einem Augenblick einstürzen ließ, gewährte den wahren Weg und beseitigte den falschen. Dieses Wunder haben wir gesehen!
Leuchtender Goldberg, unversehrte Perle, Wohnung des Erbarmens! Du freutest dich an schlichtem Dienst und nahmst mich Letzten an. Dunkler Vishnu und Brahma bleiben aufgehalten und können dich noch immer nicht erreichen; mir aber gabst du dich selbst, mein seltener Nektar. Wann darf ich dich umfangen und bei dir bleiben, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.2
Ich, dein Diener, kann es nicht ertragen, mein König, auf Erden im Schlamm der fünf Sinne zu versinken. Ich will deiner gedenken, „Shiva, unser großer Herr!“ rufen, im Innersten immer wieder weich werden und schmelzen wie Sand, aus dem eine Quelle bricht. Wann werde ich laut rufend und preisend dastehen, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.3
Du stiegst als hohes Feuer empor, sodass der große Vishnu und Brahma erschraken. Mich Lieblosen nahmst du an, mein seltener Nektar. Vor deinen Dienern mit überströmenden Herzen möchte ich aus voller Kehle rufen, soviel ich will, duftende Blüten streuen und dich eng umfangen. Wann darf ich so ruhen, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.4
Brahma im blühenden Lotus, Vishnu, die anderen und der König der Unsterblichen sprechen und preisen seinen Namen. Er ist Licht jenseits von Wort und Bedeutung, die Nelli-Frucht, Honig, Milch, vollkommener Nektar und der Geschmack des Nektars. Wann werde ich ihn umarmen und einsinnig bei ihm sein, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.5
Um seine strahlenden Füße und sein Haupt zu sehen, gruben und flogen Vishnu und Brahma nach unten und oben; doch sie konnten den Herrn nicht schauen. Vor dieser ganzen weiten Erde nahm er meinen Dienst an, machte mich zu seinem Eigentum und sprach erbarmend: „Ach, komm!“ Wann darf ich diese ganze Güte preisen, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.6
Voller Liebe kam er einst und schenkte mir Diener höchste Glückseligkeit. Von ihm getrennt geriet ich auf dieser großen Erde in schwere Verwirrung. Immer wieder will ich davon sprechen; Tränen sollen strömen, mein Innerstes fließen und meine Haare sich aufrichten. Wann werde ich freudig und voller Liebe dastehen, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.7
Anderen schwer zu denken, ist er Feuer, Wasser, Wind, Erde und Raum, der Einzige ohne seinesgleichen. Ich möchte ihn schauen und aufblühen, mit vor Bewegung stockender Kehle rufen, während Tränen wie Wasserfälle fließen, die Hände falten und ihn mit duftenden Blüten schmücken. Wann wird mir dies zuteil, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.8
Innen immer wieder aufbrechend und schmelzend, stehend, sitzend, liegend und aufspringend, lachend, weinend, verehrend, preisend und auf vielerlei Weise tanzend: So möchte ich seinen heiligen Leib schauen, der wie der rote Abendhimmel leuchtet, und immer wieder vor Freude erschauern. Wann werde ich eintreten und bleiben, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.9
„Vater und Mutter der dreimal sieben Welten! Wunderbarer, der mich Hund annahm! Einziges Heilmittel gegen die Krankheit der Wiedergeburt! Makelloses Juwel, aus dem reicher Honig quillt!“ So möchte ich dich unaufhörlich preisen. Wann darf ich Tag und Nacht die Blüten deiner schönen Füße aufsuchen und sie erreichen, mit meinem makellosen Juwel vereint?
27.10
„Du bewahrst, erschaffst und verbirgst alles. Für sämtliche Himmlischen im weiten, augenfüllenden Raum bist du der Älteste und zugleich der nie alternde Ursprung. Erster Herr, Brahmane, der mich schon früher annahm, unser Höchster!“ So will ich immer wieder singen und mich verneigen. Wann erreiche ich die Blüte deiner Füße, mit meinem makellosen Juwel vereint?
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
28. Vazhappattu – Zehn Lieder des Nicht-mehr-leben-Könnens
Unser Höchster, du breitest dich als Erde und Himmel aus; sieh, ich habe keinen anderen Halt. Du strahlst voller Herrlichkeit, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai! Wem soll ich mein Leid klagen, wem es erzählen, wenn du, der mich annahm, mir keine Gnade schenkst? In dieser vom weiten Meer umgebenen Welt kann ich nicht leben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
28.2
Großes Juwel, das mich Unwürdigen annahm; sieh, ich habe keinen anderen Halt. Einziger, den selbst die Himmlischen nicht kennen, du überschreitest das Erkennen der beiden und durchdringst die Welt. Roter großer Herr, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai! Unser großer Herr, du regierst mich: Rufe mich gnädig zu dir und nimm mich auf!
28.3
Außer den Füßen, die Vishnu singend preist, habe ich keinen anderen Halt, sieh! Du suchtest mich und nahmst mich an, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai. Mit dir streite ich in Liebe, an dir freue ich mich; dir meine Lage mitzuteilen ist mein fester Entschluss. Ich bin dahingewelkt und kann hier nicht leben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
28.4
Du verbranntest rasch die Städte der mächtigen Asuras; sieh, ich habe keinen anderen Halt. Tänzer, der in Tillai lebt, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai! Als die beiden dich damals schauen wollten, durchdrangst du die Grenzen der drei Welten und wuchstest machtvoll ohne Anfang und Ende empor. Ich kann hier nicht leben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
28.5
Du teilst dich mit der Frau, deren Rede melodisch klingt; außer dir habe ich keinen Halt, sieh! Fest nahmst du mich an, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai. Denken, Leib, Mund, Nase, Ohren und Augen lege ich ganz in deine Hand. Ich, dein Diener, kann auf Erden nicht weiterleben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
28.6
Du teilst dich mit der Frau von wattezarten Füßen; außer dir habe ich keinen Halt, sieh! Ganz und aufrichtig nahmst du mich an, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai. Ich Hund fürchte mich. Die Gnade, die du mir bei meiner Annahme schenktest, habe ich in Verblendung vergessen, ich Falscher. Ich kann hier nicht leben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
28.7
Du Licht, das in der Sonne wohnt: Außer deinen Füßen habe ich keinen Halt, sieh! König der Shiva-Stadt in erhabenem, heiligem Glanz, Shiva im heiligen Perundurai! Nur auf dein Erbarmen zu schauen, weich zu werden, im Herzen zu schmelzen und in Gemeinschaft mit dir zu leben – diesen Weg kenne ich Verblendeter nicht. Ich kann in der Welt nicht leben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
28.8
Du teilst dich mit der Frau, deren Finger den Spielball berühren; außer dir habe ich keinen Halt, sieh! Du bist wie rotes Feuer, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai. Endloser Nektar, große Wirklichkeit der Gnade, seltener Nektar: Du kamst und nahmst mich Diener an, damit ich gerettet werde. Ich kann hier nicht leben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
28.9
Vernichter der Schuld, außer deinen Füßen habe ich keinen Halt, sieh! Gott der Götter, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai! Als die beiden oben und unten suchten, durchdrangst du die drei Welten und standest als laut brausende Flamme aufgerichtet da. Du trägst das Elefantenfell. Ich kann hier nicht leben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
28.10
Du teilst dich mit der Frau von untadelig gerühmter Rede; außer dir habe ich keinen Halt, sieh! Du trägst den herrlichen Mond, König der Shiva-Stadt, Shiva im heiligen Perundurai. Soll ich andere verehren, andere preisen oder sie als meinen Beistand betrachten? Sage es mir! Reiter des jungen Stiers, ich kann hier nicht leben, sieh! Sprich gnädig zu mir: „Komm!“
Licht, Flamme, ringsum strahlende Leuchte! Höchster, du trägst die Frau mit dicht gelocktem Haar und vollen Brüsten als Hälfte und bestreust dich mit milchweißer Asche. Rechte Wirklichkeit, die der Lotusgeborene und Vishnu nicht erkennen! Herrlicher Ursprung, der im reichen heiligen Perundurai unter dem voll erblühten Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.2
Tänzer, Makelloser, Aschegeschmückter, Stirnäugiger, Herr der Himmlischen, Einziger! Laut klagend suchte ich dich in der ganzen Welt, doch ich sah dich nicht. Kostbare Wirklichkeit, die im heiligen Perundurai mit seinem schönen Teich unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.3
Unser Gebieter, Herr meines Lebens, Gemahl der beiden Frauen mit langem, duftendem Haar! Rotäugiger Herr, du öffnetest dein Auge, und der schöne Leib Kamas ging in Flammen auf. Schönäugiger, der im heiligen Perundurai unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.4
Makelloser, dem der viergesichtige Lotusgeborene und Krishna von dunkler Wolkenfarbe nicht nahekommen konnten! Als sie sagten: „Zeige dich uns!“, erschienest du als weite Flamme, unser Vater. Reiner, der im heiligen Perundurai, wo die vier Veden laut erklingen, unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.5
Auf deiner mächtig strahlenden Brust sind die beiden Spuren zu sehen, welche die Brüste der lockigen Frau mit trommelschlanker Taille hinterließen, wie zwei Flecken auf einem mit Asche bedeckten hohen Feuer. Herrlicher Gebieter, der im heiligen Perundurai mit seinen dicht bewachsenen Hainen unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.6
Kraftvoller, Reiner, du gleichst einem hell strahlenden Diamanten, der dicht mit reiner weißer Asche bedeckt ist. Seltener Nektar, der im Herzen derer, die deiner gedenken, seinen reichen Geschmack verströmt! Herrlicher Vater, der im heiligen Perundurai, wo die Veden lauter gepflegt werden, unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.7
Wahrhaftiger, ganz anders Erscheinender! Mit Meru als Bogen verbrannte deine Hand die drei Städte der Feinde. Mit deinem Fuß bezwangst du den Tod. Roter Herr mit einem Leib wie eine Säule heftigen Feuers! Herrlicher Gebieter, der im reichen heiligen Perundurai unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.8
Ewig Freier, Erster, Dreiäugiger, Weiser! Wer Blüten mit noch frischen Knospen pflückt, dich verehrt und voller Hingabe deiner gedenkt und dich preist, dem gewährst du das höchste Ziel, du Vollendeter. Herrlicher Vater, der im reichen heiligen Perundurai unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.9
Du blicktest auf das Herz von mir Verblendeten und nahmst ihm den Wahn; du löstest die Bindung an diese und die nächste Welt. Wahre Wirklichkeit, Heiliger mit rotem Haar, in dem die leuchtende Schlange sich aufrichtet und die Ganga wohnt! Gnadenreicher, der im heiligen Perundurai, dem Ort der vier klärenden Veden, unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum wohnt: Wenn ich, dein Diener, sehnsüchtig rufe, antworte gnädig: „Fürchte dich nicht!“
29.10
Ich bedenke, wie du im heiligen Perundurai mit seinen schönen, weiten Hainen unter dem üppig blühenden Kurundam-Baum herrlich gegenwärtig bist. Voll Sehnsucht denke ich an dich und sage immer wieder: „Mein eigener großer Herr!“ Seltener Asket, wenn ich so sehnsüchtig rufe, während ich im brandenden Meer stehe, dann sprich gnädig: „Sieh, dies ist der Weg, der dich zum Kailasa führt. Komm!“
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
30. Tirukkazhukkunra Patigam – Der Gesang von Tirukkazhukkunram
Großer Herr des friedvollen Perundurai! Wer deine Namen ausspricht, gewinnt unvergleichliche Freude; du wischst alles herantretende Leid fort. Als meine guten und schlechten Taten ins Gleichgewicht kamen, sodass kein unverdorrter Same weiterer Folgen mehr keimte, kamst du und zeigtest mir deine unermessliche heilige Gestalt auf dem Geierberg Tirukkazhukundram.
30.2
Du trugst Erde gegen einen Lohn aus Pittu, großer Verzückter von Perundurai! Ich Unwürdiger kam nicht auf den rechten Weg und näherte mich dir nicht. Du Vollkommener, Herr der Shiva-Welt: Um selbst mich Harten anzunehmen, geringer als ein kleiner Hund, kamst du und zeigtest dich auf dem Geierberg Tirukkazhukundram.
30.3
Ich war verwirrt und wich von Perundurai ab, wo du meine Tränen getrocknet und meine Unreinheit beseitigt hattest. Durch mein Karma verdorben, wusste ich nicht, was mir künftig bevorstand. Ohne einen Ort, an dem ich deine beiden strahlenden roten Füße festhalten konnte, geriet ich in Bestürzung. Damit diese Bestürzung endete, kamst du und zeigtest dich auf dem Geierberg Tirukkazhukundram.
30.4
Ich wollte mich mit sonst unerreichbarer Liebe schmücken, mich dir nahen und dich täglich preisen. Von unsagbarer Scham ergriffen, versank ich mitten im Meer. Als ich das sonst schwer erreichbare große Schiff von Perundurai ergriff und damit fuhr, kamst du und zeigtest deine sonst unschaubare heilige Gestalt auf dem Geierberg Tirukkazhukundram.
30.5
Du von schöner Gestalt, Wolke reiner Güte von Perundurai, Kronjuwel, das sich in mein Denken setzte, obwohl ich keine Tugend kannte! Die ganze Welt sei mein Zeuge: Als ich dich immer inniger begehrte, war die Zeit deines Kommens da. Ich rief dich, und du kamst und zeigtest dich auf dem Geierberg Tirukkazhukundram.
30.6
Große Flut von Perundurai, du schenktest eine ungeteilte, unwandelbare Treue. Als die Fremden vielerlei Übles redeten, was hast du vor ihren Augen aus mir gemacht! „Deine einzige Zuflucht, frei von Tod und allem Übel, sei meine Zuflucht“: So rief ich dich aus Liebe. Du kamst und zeigtest dich auf dem Geierberg Tirukkazhukundram.
30.7
Herr, der du vierundsechzig Yakshinis die acht göttlichen Eigenschaften verliehst! Ich versank im alten schweren Karma der drei verblendenden Unreinheiten. Du beseitigtest meinen Kummer, nahmst mich an und schenktest mir deine reinen Blütenfüße. Vor deinen Dienern kamst du, gewährtest mir klare Erkenntnis und zeigtest dich auf dem Geierberg Tirukkazhukundram.
Von den Sinnen beherrscht und verwirrt, war ich auf dem Weg zum Tod, irrte haltlos umher und drohte in schwere Hölle zu fallen. Er klärte mein Denken, machte es zu Shiva und nahm mich an. Diese endlose Glückseligkeit sah ich im schönen Tillai.
31.2
In der Qual karmischer Wiedergeburt gefangen, lag ich erschöpft da und dachte nicht im Geringsten an ihn. Der Unvergleichliche nahm mich mit großer Macht an und schnitt meine Wiedergeburt ab. Ihn sah ich in der Halle von Tillai, wo die ganze Welt anbetet.
31.3
Schon zu einer Zeit, als meine Gestalt noch nicht erkennbar war, trat er in mich ein, blieb in meinem Herzen, richtete mein Denken aus, erfüllte meinen Leib und nahm mich aus Erbarmen an. Den Herrn von Tirutturutti, die süße Shiva-Stätte, sah ich Hund voller Sehnsucht im schönen Tillai.
31.4
Mich Hund, ganz unten in ungelehrter, geringer Einsicht, suchte er machtvoll auf. Damit ich Schönheit erlangte und darin bestehen konnte, zerschnitt er vor den Augen vieler die Fesseln meiner Seele. Ihn sah ich in der Halle von Tillai, wo alle sich verneigen.
31.5
Im Wirbel von Kaste, Familie und Geburt taumelte ich haltlos umher, ein hilfloser Hund. Er nahm mich an und beseitigte mein Leid, tilgte Torheit, die Wahrnehmung des bloß Fremden und das Reden von „ich“ und „mein“. Er wurde mir zum makellosen Nektar. Ihn sah ich im freudigen Tillai.
31.6
Damit Wiedergeburt ganz weiche, Krankheit und Alter mit den übrigen Bindungen vergehen, ging ich hin. Ich sah den einzigen Ursprung, dem die Welt gehört: Er bleibt in der heiligen kleinen Halle der hainumgebenen Stadt Tillai, während Veda-Kundige und Himmlische ihn verehren.
31.7
Obwohl mir Hingabe und Würde fehlten, zerschnitt er gnädig die Fesseln meiner Seele. Er machte mich so, dass man sagte: „Dieser ist verrückt!“ Mit dem festen Seil des Denkens ließ er seine heiligen Füße anbinden, damit ich mich nicht mehr entfernte. Das wunderbare Spiel dieses Meisters sah ich im strahlenden Tillai.
31.8
Von unzähligen Vorstellungen niedergedrückt, unwissend und ohne die Folgen zu erkennen, lag ich leer da. Er schenkte mir unermessliche Glückseligkeit und nahm mich an. Ihn sah ich in Tillai, wo die arglosen Himmlischen ihn verehren.
31.9
Ich Hund kannte weder die rechte Verbundenheit noch angemessenes Verhalten. Er schenkte grenzenlose Liebe, sodass das innere Licht sich erhob und wuchs. Er zog mich an sich, beseitigte die Unreinheit des Karmas und gab himmelweites Erbarmen. Ihn sah ich in der Halle von Tillai, wo die vier Veden gepflegt werden.
31.10
Er ist die fünf Elemente, die Sinne und die Dinge, alle Verschiedenheiten und doch in seiner Größe ohne Getrenntheit. Er ist das aufleuchtende Licht, das mein Leid beseitigte und mich annahm, der Smaragd. Ihn sah ich im strahlenden Tillai, wo die Veden ihn verehren und preisen.
Damals war ich mit deinen Dienern vereint und freute mich ohne weitere Absicht. Diese Tage vergingen; danach trat die Not ein und blieb. Ich vertrocknete, Gebieter, und irrte umher, um das Licht unvergänglicher Freude zu sehen. Schenke mir Diener Gnade, damit meine Sehnsucht nach dir wächst!
32.2
Einige deiner Diener erhielten deine Gnade, und ihre Liebe wuchs. Ich aber werde vergeblich vor Unmut verzehrt, ohne ein Ende dieses stinkenden Leibes zu sehen. Beseitige das schwere Karma in mir Harten; lass das Meer deines Erbarmens anschwellen. Gebieter, gewähre mir, im Innersten unaufhörlich zu schmelzen!
32.3
Alle deine Diener sind in das große Meer des Gnadennektars eingegangen und darin versunken. Ich aber bin müde, diesen finsteren Leib zu tragen, sieh, mein Herr! Die mich hier sehen, sollen nicht erschrocken sagen: „Da kommt ein Verrückter mit verwirrtem Geist!“ Gebieter, wahre Liebe muss ich gewinnen!
32.4
Ich brauche sie, brauche sie! Mit Liebe nahmst du mich gnädig mitten unter deine wahrhaftigen Diener auf. Nektar, der mein Leid beseitigte, kostbares Juwel, Perle, Licht einer Lampe, die keiner Pflege bedarf! Wird auch mir, deinem Diener, zuteil, nichts mehr zu begehren und allein in überreicher Liebe zu ruhen?
32.5
Auch ich wünsche aufrichtig, unter deinen Dienern zu wohnen. Du teilst dich mit der Frau, deren fischgleiche Augen dunklen Wasserlilien gleichen. Wird durch dein Erbarmen auch mir Sünder zuteil, in das uralte Meer höchster Glückseligkeit einzugehen, sodass Seele, Leib und alles Reden von „ich“ und „mein“ ihren Anspruch verlieren?
32.6
Deine Liebenden haben ganz empfangen und schmelzen ohne Ende im Innern. Ich niedriger Hund liege draußen und klage, Gebieter! Wahre Liebe muss ich erhalten. Du großes Meer der Freude, das sich nicht entfernt, nicht aufhört, keine Trennung, kein Vergessen und kein erinnerndes Suchen, keine Grenze und kein Vergehen kennt!
32.7
Alle, die die meeresweite Glückseligkeit sahen, schöpfen und genießen sie. Ist es angemessen, dass ich niedriger Hund hier nur mein Leid vermehre und in Sehnsucht sitze? „Gebieter, du selbst gewähre mir Gnade!“ Das brachte ich dir nicht vor und ließ mich vergehen. Licht, entschließe dich jetzt, durch deine strahlende Gnade meine Finsternis zu vertreiben!
32.8
Unter deinen Dienern nimmt die Gnade sichtbar zu; sie werden gewiss und schmelzen. Ich trat mitten unter sie, doch mein Denken blieb hart wie dichter Bambus, und so stand ich da und verzehrte mich. Schenke auch mir die Liebe, welche deine herrlichen Diener zu dir haben. Ohne deine Gnade zu mindern, komm bald und gewähre mir deine zarten goldenen Füße!
32.9
Alle deine Angehörigen stehen erfüllt da und sagen: „Du hast uns alles gegeben; keine Gnade hast du zurückgehalten!“ Soll ich, dein Diener, dennoch wie ein Fremder ermüden? Herr der Shiva-Welt, mit herrlicher Gnade hast du mein Denken berichtigt und mich angenommen. Großer Herr, halte mich in der höchsten Freude, sodass sie nicht mehr weicht!
32.10
Du teilst dich mit der Rehgleichen und bist süße Frucht für deine Verehrer. Mein Herz aber wird nicht weich. Wenn ich wie ein unaufgeschnittener, unbrauchbarer Flaschenkürbis bin, Vollkommener, hast du dann dadurch etwas gewonnen? König, wann kommt für mich Harten die Zeit, da du mir ein Herz schenkst, das dich in meinem Leib erkennt, schmilzt und weit wird?
32.11
Immer wieder kommen deine Diener zusammen, baden in Freude, lachen und jubeln. Soll ich, immer weiter welk und ohne Weg, wie ein verdorrter Baum dastehen? Gewähre mir, dass ich nach liebevollem Streit mich mit deinen Dienern vereine, im Innern schmelze, weit werde und aufbreche, immer wieder tanze und, von deiner Gnade erfüllt, ganz Glückseligkeit werde!
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
33. Kuzhaittappattu – Zehn Lieder der Selbsthingabe
Wenn mich die Krankheit des alten, grausamen Karmas zermürbt, schütze mich, mein Gebieter! Was wird gewonnen, wenn ich, dessen Karma schwer ist, mich quäle? Gemahl Umas, nimm mich an! Solltest du meine Fehler nicht verzeihen, du mit dem Mond im Haar? Wenn ich rufe: „Ist das recht?“, willst du dann deinem Diener die Gnade verweigern, mein Herr?
33.2
Ich meinte: „Einst nahmst du mich an, damit alle Leiden deines Dieners weichen.“ Unser König, der du die Frau mit rankenschlanker Taille als Hälfte trägst! Warum hast du erbarmend „Ach, komm!“ gesprochen und dennoch diesen verdorbenen Leib nicht aufgelöst, unser Herr der Shiva-Welt? Gebieter, wenn du mich strafst, statt mich zu rufen und in Dienst zu nehmen – eine solche Strafe genügt doch!
33.3
Dein Erbarmen rettete mich Hund, der zu nichts taugt. Ist es gerade heute verschwunden, Gefährte der Frau, unser König? Wenn du meine berggleichen Fehler als gute Eigenschaften annimmst, was geht dir dadurch verloren? Erbarme dich, unser achtarmiger, dreiäugiger Herr!
33.4
Bräutigam der Frau mit rehgleichem Blick, König! Du ließest mich deinen Ruhm vergessen, stießest mich in diesen Leib und ließest mich umherirren. Nun kennst du selbst die Unwissenheit deines Dieners. Schenke Gnade! „Wann ist der Tag, da du mich zu dir rufst, König?“ Das allein frage ich dich immer wieder.
33.5
Die Zunge, die spricht, und alle Werkzeuge des Sprechens und Erkennens bist du. Du bist die Weise, klar zu werden, und die Verwirrung; du bist ganz das Gute und das Böse. Hier gibt es nichts anderes. Wenn ich dich wahrhaft und vollständig beschreiben will, wie soll ich Klarheit gewinnen, Herr der Shiva-Welt? Wenn ich verwirrt bin, musst du mich dann nicht aufklären?
33.6
Du weißt, was zu wünschen angemessen ist; du gibst alles, worum man bitten soll. Für Brahma und Vishnu, die dich wünschen, bist du schwer erreichbar. Du wolltest mich und nahmst mich in deinen Dienst. Was du aus deinem Willen gnädig gewährtest, das allein will auch ich. Sollte in mir noch ein anderer Wunsch sein, ist auch dieser nicht dein Wille?
33.7
Schon damals, als du mich annahmst, hast du nicht zugleich meine Seele, meinen Leib und alles, was mein war, genommen, du Berggleicher? Kann es heute noch ein Hindernis geben, das allein mir gehört, unser achtarmiger, dreiäugiger Herr? Magst du Gutes tun oder mir scheinbar Übles bereiten: Bin denn ich darüber der Gebieter?
33.8
Mich Hund, geringer als ein Hund, nahmst du selbst liebevoll an. Diese täuschende Wiedergeburt habe ich deiner Verfügung überlassen. Muss ich darüber hinaus noch selbst alles untersuchen? Welche eigene Entscheidungsmacht habe ich hier? Du magst mich in einem Leib halten oder unter deine geschmückten Füße setzen, Herr mit dem Stirnauge.
33.9
Herr mit dem Auge auf der Stirn, ich sah deine beiden geschmückten Füße, und meine Augen wurden froh. Ohne an anderes zu denken, bedenke ich sie Tag und Nacht. Muss ich darüber grübeln, wie ich diesen irdischen Leib verlassen und unter deine Füße gelangen werde, großer Herr? Dir zu dienen ist schon von großer Schönheit.
33.10
Deine Schönheit allein begehrend, rufe ich niedriger Hund laut, mein Gebieter. Du zeigtest mir deinen strahlenden heiligen Leib und nahmst mich in Dienst. Gewähre mir die große, gerühmte Stätte, wie es deiner uralten Gerechtigkeit entspricht! Jugendlich Schöner, herrlicher Herr der Veden, König: Du hast mich ganz zermürbt.
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
34. Uyirunnippattu – Zehn Lieder vom Verschlungenwerden der Seele
Du trägst Uma mit schlangenhaubengleichen Hüften als Hälfte, mein mütterlicher Herr! Vernichter des Karmas, der du täglich nicht von meinem Leib weichst, Stierreiter! Du wohnst im heiligen Perundurai, frisch gepriesen von Dichtern mit wahrhaftiger Zunge. An welchem Tag werde ich nun jubeln, an welchem Tag mich frei und froh erheben?
34.2
Wer bin ich, dass ich seine Füße erreichen dürfte? Er gab einem Hund einen Ehrensitz, trat in meinen fleischlichen Leib ein, verband sich mit meinem Leben und verlässt mein Herz nicht. Der Herr mit honigreichem Haarkranz, der im heiligen Perundurai wohnt, schenkte gerade mir einen Reichtum, den selbst die Himmlischen nicht kennen.
34.3
Ich weiß nicht mehr, was es heißt, mich „ich“ zu nennen; ich weiß auch nicht mehr, ob Tag oder Nacht ist. Er, der Denken und Sprache überschreitet, machte mich berauscht und verzückt. Der Herr des mächtigen, zornigen Stiers, der Brahmane im heiligen Perundurai: Ich begreife das wundersame Spiel nicht, das er mit mir trieb, du höchstes Licht!
34.4
Sagt: Gibt es in dieser weiten Welt noch andere solche Vernichter des Karmas? Er trat in mich ein, nahm mich an, ließ das Mark meiner Knochen schmelzen und band mich an sich. O Wunder! Der große Herr von Perundurai wohnt in meinem Denken, in meinen Augen und mitten in jeder meiner Äußerungen.
34.5
Ihr, die ihr jene anderen Bindungen abgelegt habt, ergreift den Halt, der wirklich Halt ist! Wenn ihr sagt: „Wir wollen das gute Ziel erreichen“, dann eilt herbei, ihr Gefährdeten. Verbindet euch mit denen, die den Ruhm des Herrn von Perundurai mit seinem dichten Haarkranz aussprechen und seine geschmückten Füße lieben.
34.6
Er beseitigte die Verwirrung und Unreinheit, die wie Meereswellen herankamen. Er trat in meinen Leib und in mein Leben ein und erfüllte sie, ohne je wieder zu weichen. Unser Höchster wohnt im heiligen Perundurai; auf seinem ausgebreiteten Haarkranz trägt er den strahlenden Mond. Das ist das wundersame Spiel, das er vollbrachte.
34.7
Ich will keinen Ruhm, keinen Reichtum, weder Erde noch Himmel. Ich will weder Geburt noch Tod. Mit denen, die Shiva nicht wünschen, will ich mich niemals verbinden. Ich bin zu den Füßen des Herrn im heiligen Perundurai gelangt und habe sie als Schmuck angenommen. Ich gehe nicht mehr hinaus und lasse mich nicht mehr hinausziehen.
34.8
Soll ich dich Wabenhonig nennen? Soll ich dich Nektar aus dem Mund des brausenden Meeres nennen? Ich vermag dich nicht auszuschöpfen, unser Hara, seltenes Heilmittel, mein König! Du wohnst im heiligen Perundurai, umgeben von fruchtbaren, schlammigen Feldern. Makelloser, dessen heiliger Leib dicht mit Asche bedeckt ist!
34.9
Ich weiß nicht, was noch übrig bleibt; ich weiß nicht, was ich noch als eigen besitze. Ach, unser Hara, seltenes Heilmittel, mein Nektar! Sein Leib gleicht einer roten Vetchi-Blüte; er wohnt im heiligen Perundurai. Beständig bleibt er in meinem Herzen und steht dort als mein eigentliches Selbst.
34.10
Während die Bewohner der weiten Himmelswelt Askese üben, trage ich vergeblich diesen aus Fleisch bestehenden Leib und bin wie ein Baum im Wald geworden. Du wohnst im heiligen Perundurai, wo Konrai-Blüten honigtriefend blühen. Auch wenn ich ein Sünder bin, darf ich zu dir sagen: „Schenke mir Gnade!“
Die glänzende Schlange im Ameisenhügel fürchte ich nicht, auch nicht die vermeintliche Wahrheit der Lügner. Doch wenn ich Menschen sehe, die sich den Füßen unseres Herrn mit dem langen Haarkranz und dem Stirnauge nähern und dennoch meinen, es gebe einen anderen Gott, ohne sich ganz unserem großen Herrn zu ergeben – ach, dann fürchten wir uns!
35.2
Ich erschrecke nicht, wenn Begierde aufsteigt, und fürchte mich nicht, auch wenn das Meer des Karmas mich verschlingt. Unser Herr der Herren hat jene heilige Gestalt, deren Grenze die beiden nicht sahen. Wenn ich Menschen sehe, die es nicht zurückweisen, irgendeinen anderen Gott als den höchsten zu benennen – ach, dann fürchten wir uns!
35.3
Den harten, fleischdurchdringenden Speer fürchte ich nicht, auch nicht den Seitenblick der armreifgeschmückten Frauen. Doch Menschen ohne Liebe, die mein makelloses Juwel nicht preisen, das in der Halle tanzt und mit seinem Blick alle Knochen schmelzen lässt, und die seine süße Gnade nicht trinken können – wenn ich sie sehe, ach, dann fürchten wir uns!
35.4
Papageiensüße Rede fürchte ich nicht, auch nicht ihr listiges Lächeln. Doch Menschen, die nicht zu den Füßen des Veda-Herrn mit seinem weiß aschegebadeten Leib kommen, nicht mit tränengefüllten Augen beten und weinen und im Innersten weich werden, die ohne zartes Mitgefühl bleiben – wenn ich sie sehe, ach, dann fürchten wir uns!
35.5
Auch wenn alle Krankheiten kommen, fürchte ich mich nicht, weder vor Geburt noch vor Tod. Doch Menschen, die nicht in der Gemeinschaft der Diener des Mondsichelträgers aufgehen, seine roten Füße nicht preisen, die Vishnu selbst beim Durchgraben der festen Erde nicht sah, und keine weiße Asche tragen – wenn ich sie sehe, ach, dann fürchten wir uns!
35.6
Leuchtendes Feuer fürchte ich nicht, und auch wenn Berge herabstürzen, fürchte ich mich nicht. Doch Menschen, die nicht Diener werden, die lotusgleichen Füße des Vaters nicht preisen, nicht mit großen Blüten schmücken und nicht sehnsüchtig weich werden – des Vaters mit Asche auf den Schultern, des Stierreiters, der über Worte hinausgeht –, wenn ich sie sehe, ach, dann fürchten wir uns!
35.7
Maßlose Verleumdung fürchte ich nicht, und den unmittelbar bevorstehenden Tod fürchte ich nicht. Doch Menschen, deren Innerstes nicht schmilzt, wenn sie die Füße des Ersten preisen – er trägt die Konrai-Girlande mit auflachenden Knospen, schwingt rauchendes Feuer in der Hand und tanzt in der strahlenden Halle –, wenn ich sie sehe, ach, dann fürchten wir uns!
35.8
Den Elefanten, der seinen Pfosten bedrängt, fürchte ich nicht, auch nicht den Tiger mit feurigen Augen. Doch unwissende Menschen, die die fest geschmückten Füße des Vaters mit duftendem Haar nicht preisen und nicht in herrlicher, süßer Nähe verweilen können, obwohl selbst die Himmlischen diese Füße nicht erreichen – wenn ich sie sehe, ach, dann fürchten wir uns!
35.9
Den Donner in den Wolken fürchte ich nicht, auch nicht den Umgang mit Königen. Unser Herr, der Gift zu Nektar macht, wurde mein eigener Herr und nahm mich vollkommen an. Doch Menschen, die sich scheuen und nicht wagen, seine heiligen Aschestreifen aufzutragen – wenn ich sie sehe, ach, dann fürchten wir uns!
35.10
Den pfeilgeraden Schuss fürchte ich nicht, auch nicht den Zorn des Todesherrn. Doch kraftlose Menschen, die des weit leuchtenden Mondträgers nicht gedenken, nicht weich werden, schmelzen und aufbrechen, deren helle Augen keine Tränen vergießen und die ihn nicht lebendig preisend verehren – wenn ich sie sehe, ach, dann fürchten wir uns!
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
36. Tiruppandi Patigam – Der heilige Gesang vom Pandya-Land
Er trägt die Tochter des großen Berges als Hälfte und ist dem Pandya-König seltener Nektar: der Eine, dem nichts fehlt und an dem nichts haftet. Ich neige mich vor der Blüte seiner geschmückten Füße. Er trat sichtbar hervor, ließ mich schmelzen und bestieg als Held ein Pferd. Außer diesem Einen kennt mein Herz keine Gestalt.
36.2
Ihr, die ihr euch ihm nähert und vor überwältigender Liebe eure weltliche Klugheit vergesst, hört, was wir verkünden: Sein Licht verdunkelt die Sonne; er hält den Dreizack in der Hand. Kommt er zu euch auf seinem Pferd, ist es mit eurer Bindung an die Geburt vorbei, seht! Der König von Madurai wird die wiederkehrende Geburt aufhalten und vertreiben.
36.3
Ihr, deren Herzen gern in einer Flut angenehmen Wassers schwimmen und baden! Der Pandya-Herr bestieg das Pferd, damit eine Freudenflut die Erde erfülle. Als einzigartige Flut der Wonne nahm er Gestalt an und gewann die Herzen seiner Diener. Geht zu seinen geschmückten Füßen und liebt sie in der Flut höchster Glückseligkeit!
36.4
Ihr Guten, geht nicht weiter in die bedrängende Wiedergeburt! Jetzt ist die Zeit, da der Herr des guten Südlandes hervorstrahlt. Er zieht das leuchtende Schwert der Erkenntnis aus der Scheide, treibt das Pferd der Glückseligkeit an und bekämpft die heranstürmende Wiedergeburt, sodass die Gegner auf der weiten Erde fallen.
36.5
Solange noch Zeit ist, liebt ihn und findet Rettung! Er trank das Gift; selbst dem, der die Welt verschlang, dem Viergesichtigen und den Himmlischen ist er schwer zu denken und schwer erreichbar. Unser Pandya-Herr teilt seinen Dienern den ursprünglichen Schatz aus. Kommt und eilt voran!
36.6
Er entzündete das Licht, damit die angesammelte Finsternis der Täuschung vergeht und jedes Ding klar wird. Selbst der König mit dem Fischbanner kann es nicht vollständig beschreiben. Sobald ihr es begehrt, wird es nicht verwehrt: Verlangt danach, es zu erlangen! Dies ist das Geschenk der Befreiung, das der Pandya-Herr gnädig gewährt.
36.7
Wenn er das wunderbare schöne Pferd besteigt und die Menschen sich ihm anvertrauen, gehen die Feinde namens Wiedergeburt zugrunde. Allen, die bei ihm einkehren, schenkt er seine seltene, große und herrliche Gnade. Nähert euch den roten Füßen des Herrn des Südens, dessen Großmut weit über alles hinausreicht!
36.8
Er versenkt uns in eine Flut unvergänglicher Glückseligkeit, zeigt sein unerschöpfliches Erbarmen, entfernt das harte Karma, durchtrennt den Griff der alten Unreinheit und nimmt uns an. Die große Stätte dieses Pandya-Herrn ist eine himmlische Gabe, die er der ganzen Welt schenkt. Geht hin und eilt voran!
36.9
Damit wir das tiefe Wasser angesammelter böser Taten und künftiger Geburten überqueren, kommt der höchste Pandya-Herr, der selbst die Knochen seiner preisenden Liebenden schmelzen lässt, auf einem Pferd. Die blütenrankenzarten Frauen werden davon im Geist ergriffen; wie Bäume stehen sie reglos da, vergessen sich und erkennen sich selbst nicht mehr.
36.10
Er besiegte den Tod und ebenso die fünf Sinneskönige; dann thronte er in Schönheit, er selbst und die große Göttin. Dem König mit dem Fischbanner kam er entgegen, der einzigartige Held, der das kostbare Leben in sich aufnahm. Ihr ohne feste Klarheit: Haltet euch entschlossen an seine roten Füße!
König der Himmlischen, Yoga, der alles lückenlos erfüllt! Für mich Unreinen wurdest du zur wundersam gereiften Frucht, nahmst mich und meine ganze Gemeinschaft an und schenktest ein Leben, das das begrenzte Leben beendet. Heilmittel, Gewissheit der wahren Wirklichkeit, ruhmreicher Fuß, mein Reichtum, Shiva, großer Herr! Als unser Eigen habe ich dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.2
König der Himmlischen, der du den Stier niemals lässt, wahre Wirklichkeit für mich vom Karma Beladenen! Du bewahrtest mich davor, in dieser stinkenden, alternden Hütte voller Würmer bis zuletzt zu verkommen und zu Erde zu werden, und nahmst mich an. Gott, großes Meer des Erbarmens! Ohne Unterbrechung habe ich dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.3
Mutter, Vater, unvergleichliches Juwel, seltener Nektar, der aus Liebe gereift ist! Ich Ausgestoßener mit dem wurmanfälligen Haupt vermehrte nur Falschheit und verkürzte nutzlos meine Zeit. Mir schenktest du die wahrhaftige Shiva-Stätte, mein Reichtum, Shiva, großer Herr! Schon in diesem Leben habe ich dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.4
Gnadenreiches Licht, weich gereifte Frucht, König der machtvollen großen Asketen, sinnvolle Erkenntniskunst, Genuss jenseits allen Lobes, Glanz des Yoga! Du tratest in das Denken deiner Diener ein, damit Klarheit entstehe, mein Reichtum, Shiva, großer Herr. Mitten in der Finsternis habe ich dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.5
Einziger ohne Vergleich, Licht, das im Herzen deines Dieners leuchtet! Ich Kraftloser kannte die wahre Stätte nicht; du schenktest mir erhabene Güte, du Liebe. Gestalt reichen Lichtes, schwer zu beschreiben, mein Reichtum, Shiva, großer Herr! In meiner Erschöpfung habe ich dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.6
Du nahmst das Herz von mir Hilflosem zum Tempel, regiertest mich und schenktest unermessliche Glückseligkeit. Du schnittest die Wurzel der Wiedergeburt ab und nahmst meine ganze Gemeinschaft an, Herr mit dem Haarschmuck, unser großer Schatz. Offen geschaute Gegenwart, mein Reichtum, Shiva, großer Herr! Selbst im Sterben habe ich dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.7
Du zeigtest mir Diener gnädig, wie ich jene uralte Wirklichkeit ergreifen kann, die die Wurzel der Fesseln durchtrennt. Meine Verehrung nahmst du freudig an, tratest in mein Denken ein und zeigtest die Blütenfüße, du wahre Wirklichkeit. Strahlende Leuchte, Gestalt reichen Lichtes, mein Reichtum, Shiva, großer Herr! Gebieter, ich habe dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.8
Vater, Ursprung, der als Welten über Welten dasteht, grenzenloser Vollendeter! Schatz, an dem die Frommen festhalten, Shiva, großer Herr, Verzückter! Du blühst als alle Lebewesen auf und bist doch nicht auf ihre begrenzten Formen beschränkt. Wundersamer, ich habe dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.9
Mit noch größerer Fürsorge als eine Mutter, die rechtzeitig daran denkt, ihr Kind mit Milch zu nähren, ließest du das Fleisch von mir Sünder schmelzen. Du mehrtest das innere Licht, gossest den Honig grenzenloser Glückseligkeit aus und umgabst mich überall, mein Reichtum, Shiva, großer Herr. Ich folgte dir, ergriff dich und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
37.10
In diesen elenden Fleischleib tratest du ein wie in einen hohen goldenen Tempel, sodass jede Pore reifte und alle Knochen schmolzen. Zugänglich wurdest du und nahmst mich an, Herr, makelloses Juwel. Gutes Licht, du zerschnittest alle Bindungen an Leid, Geburt, Tod und Verblendung. Du Freude, ich habe dich ergriffen und halte dich fest. Wohin willst du nun noch gehen?
Mein eisernes Herz zogst du immer wieder zu dir, ließest meine Knochen schmelzen und zeigtest mir deine beiden geschmückten Füße als Süße des Zuckerrohrs. Herr mit verfilztem Haar, in dem vereinte Wasserwellen wandern! Dass du alle Schakale zu großen Pferden machtest: War das nicht ebenso deine große Gnade?
38.2
Gefährte der Frau von melodischer Rede, seltener Nektar, der deine Angehörigen ganz sättigt, mein Gebieter! Du schnittest die erdgebundene Wiedergeburt deines Dieners ab und nahmst mich an. Als du „Komm!“ sagtest, sah ich deine geschmückten Füße mit erfüllten Augen und wurde gerettet. War es nicht so?
38.3
Ich Haltloser versank ohne jeden Angehörigen in der schweren Hölle namens Geburt und Tod. Du aber sprachst erbarmend: „Ach, komm!“ Herr, der du das Gift ohne Schaden trankst, du zeigtest mir Diener deine Blütenfüße. War es nicht so, unser Höchster?
38.4
Du lässt die grünlich glänzende Schlange tanzen, Herr mit ausgebreitetem Haar, großer Herr derer, die deine Blütenfüße auf dem Haupt tragen! Du rettetest mich, sodass ich nicht die kleinen Götter preise, die andere verehren. Ach, indem ich dein Wesen bedenke, fand mein Herz Rettung. War es nicht so?
38.5
Ich lernte keine Schriftgelehrsamkeit, erlangte keine Erkenntnis und wurde nicht weich vor Hingabe. Dennoch kannte ich keinen anderen Gott. Durch dein Wort kam ich zu deinen langen geschmückten Füßen und wurde voll Freude, unser großer Herr. Deine goldene Gnade für mich Diener war, als gebe man einem Hund einen goldenen Ehrensitz. War es nicht so?
38.6
Durch die Seitenblicke der Frauen mit wattezarten Füßen geriet ich in Not. Giftiges Leid wuchs, und ich zitterte. Doch durch deine Gnade wurde ich gerettet, unser großer Herr, mein Gebieter. „Fürchte dich nicht!“ sprachst du und nahmst mich Diener an. War es nicht so, Nektar der Halle?
38.7
Du schnittest meine vielen Wiedergeburten hier ab, Shiva, großer Herr im südlichen heiligen Perundurai, den selbst die Himmlischen nicht erkennen! Voller Liebe tratest du gnädig ein, sodass mein Innerstes schmolz, und nahmst mich an. So wandtest du dich mir zu, war es nicht so, unser großer Herr?
38.8
Ältester, nie alternder Ursprung, endloses vedisches Wort, seine wahre Bedeutung! Du blühtest auf als Sein und Nichtsein. Ich aber war hier hineingeraten und wälzte mich umher. Aus Erbarmen wandtest du mich um und nahmst mich an. War es nicht so, unser großer Herr?
38.9
Lass deine duftenden, süßen Blütenfüße in meinem Denken wachsen, sodass mein Innerstes schmilzt. Durch jede Straße möchte ich laut rufen und dich „Shiva, großer Herr!“ preisen. Gewähre mir hier, in das weite Meer deines höchsten Erbarmens einzutauchen, dessen Süße ich kostete, Herr, der du Idaimarudu zum Wohnort nahmst!
38.10
Habe etwa ich solche Askese vollbracht, dass ich „Shivaya Namah“ sprechen darf? Shiva, der große Herr, süß wie Honig und mein Nektar, kam selbst, trat in mein Herz ein und schenkte mir Diener Gnade. Dadurch wandte ich mich von diesem im Fleisch gefangenen Leben ab und ließ es hinter mir. War es nicht so?
Du bist der Weg, den Brahma im blühenden Lotus und der große Vishnu nicht erkennen. Du teilst dich mit der Frau, deren volle Brüste Kongu-Knospen gleichen, und badest in weißer Asche. Herr des heiligen Arur mit seinen hohen Mauern: Außer deinen blumengeschmückten Füßen werde ich, dein Diener, nichts preisen.
39.2
Du mit dem verfilzten Haar, Tänzer im Feuer, du mit dem leuchtenden dreiblättrigen Dreizack als Waffe, höchstes Licht, Pashupati, Reiter des jungen weißen Stiers! Herr von Perundurai, umgeben von weiten Hainen: Ich bin dein Diener. Gebieter, außer dir kenne ich keinen verlässlichen Beistand.
39.3
Ich verlange nicht nach Verwandten, nicht nach einem Heimatort, nicht nach Ansehen. Ich suche keine Gelehrten mehr; des Lernstoffs ist nun genug. Tänzer, der du freudig in Kutralam wohnst: Nach deinen klingenden Füßen möchte ich mich sehnen und schmelzen, wie das Herz einer Kuh nach ihrem Kalb verlangt.
Bettelschale und Lendentuch betrachtete ich als meine einzigen Angehörigen. Mein Inneres wurde weich, und ich erkannte klar: Der Schatz, den ich suche, sind allein Shivas Füße. Leib und Leben beugen sich jubelnd; ich Diener tanze. Denn ich habe den Herrn des strahlenden Tillai gewonnen.
40.2
Aus Sehnsucht nach den Schultern der sanft redenden Frauen mit trommelschlanker Taille mag ich noch so viele verderbliche Taten begangen haben: Ich werde nicht zugrunde gehen und nicht wiedergeboren werden. Er ließ mich seine Füße umfangen. Ich Diener habe den Herrn des strahlenden Tillai gewonnen.
40.3
Er ließ das Innere meiner Knochen schmelzen, nahm den beiden Arten des Karmas ihre Kraft, beseitigte das Leid und reinigte mich von den Gegensätzen. Damit alles Frühere völlig verging, trat er in mein Innerstes ein. Den liebevollen Herrn des strahlenden Tillai habe ich gewonnen.
40.4
Von denen, deren Herzen sich von Gemeinschaften ohne Ziel, rechten Weg und Tugend lösen, lässt er sich schwer trennen. Er ist die Shiva-Stätte, die im gesammelten Denken als verkörperter Nektar erfahren wird. Diesen erkennbaren Herrn des strahlenden Tillai habe ich gewonnen.
40.5
Name und Eigenschaften binden uns an diese Geburt. Um sie ganz zu beenden, schnitt er die Befleckung ab. So können alle Diener zusammenkommen, den Honig von Shivas Erbarmen trinken und sich sättigen. Den Herrn dieses strahlenden Tillai habe ich gewonnen.
40.6
Eine Knospe am Zweig, dann eine sich entfaltende Blüte, eine unreife Frucht und schließlich eine frisch gereifte Frucht: So entwickelt sich der Leib, um schließlich zu sterben. Damit ich nicht auf diese Weise vergehe, nähere ich mich dem, dem mein vertrauendes Denken nahekommen kann. Den Herrn des schönen goldenen, strahlenden Tillai habe ich gewonnen.
40.7
Der heilige Fuß, der die Schultern des stolzen, mächtigen Asura zerdrückte, thront nun auf meinem Haupt. „Keine der drängenden Fesseln der Seele bleibt uns!“ So juble ich hier laut. Den Herrn des strahlenden Tillai habe ich gewonnen.
40.8
Seine heiligen Füße gingen im Wald hinter dem schwarzen, wilden, im Boden wühlenden Eber her. Weil er sie auf mein Haupt setzte, wird die gewaltige Herrschaft der fünf schwer zu überwindenden Übeltäter, der Sinne, bezwungen. Den Herrn des strahlenden Tillai habe ich gewonnen.
40.9
Wie einer, der unfruchtbaren Boden bestellt, lag ich nutzlos da. Da fiel mir der Ertrag früherer Askese wie ein zugesprochener Lohn zu. Mit meinem niedrigen Haupt diene ich nun dem Shiva-Herrn mit roten Lotusfüßen. Den Herrn des strahlenden Tillai habe ich gewonnen.
40.10
Mit aufrichtigem Herzen verrichte ich heilige Dienste für den, der die rankenzarte Frau mit vollen, schön gezeichneten Brüsten als Hälfte trägt. Alles, was dieses irdische Dasein an Folgen hervorbringt, hebt er schon hier auf. Den mütterlichen Herrn des strahlenden Tillai habe ich gewonnen.
Verblendet geriet ich ins Meer dieses irdischen Lebens und in den Strudel namens Frauen. Damit mein Kopf nicht haltlos taumelte, schenkte er heilige Gnade, ließ alle Falschheit weichen und zeigte seine beiden goldenen Füße. Als der Wahrhaftige offenbarte er den freien Raum und stand vor mir. Dieses Wunder vermag ich nicht auszusprechen.
41.2
Ich brachte keine passenden großen Blüten dar und verehrte ihn nicht mit beständiger Haltung. Stattdessen geriet ich durch die schönen Frauen mit sandelduftenden Brüsten ins Taumeln. Damit ich nicht ins Leid stürzte, gewährte er Gnade, zeigte seine beiden goldenen geschmückten Füße und stand als König offen vor mir. Dieses Wunder vermag ich nicht auszusprechen.
41.3
Auf Erden spielte ich Rollen und beging vielerlei Falschheit. Im engen Tor der Täuschung „ich“ und „mein“ blieb ich gefangen und irrte, während mein altes Karma anwuchs, laut klagend umher. Die seltene Wirklichkeit, welche die großen Veden suchen, ergriff mich, trat vor mich, wies mich immer wieder zurecht und nährte mich mit süßem Zucker. Dieses Wunder begreife ich nicht.
41.4
An die miteinander verbundenen Geburten und Tode dachte ich nicht. Ich redete nur Unwahres und lag verwirrt da, von den Augen der Frauen mit schwarzem Haar getroffen. Seine Fußringe klangen an den vollkommenen roten Füßen. Als kostbarer Beistand, von dem der Segen nicht weicht, nahm er mich gnädig an. Dieses Wunder begreife ich nicht.
41.5
Mit Reichtum, Verwandtschaft, anderen Genüssen und Frauen verbunden, ließ ich mich von deren Reizen treffen und streifte froh umher. Er schenkte Befreiung und zeigte seine zarten Blütenfüße, damit mein grausames Tun ende. Er ließ mich tanzen, trat in mein Innerstes und nahm mich an. Dieses Wunder begreife ich nicht.
41.6
An Geburt und Tod, denen ich ausgeliefert war, dachte ich nicht. Mit Frauen verbunden, versank ich in der anschlagenden Flut ihrer Lippen und irrte wie ein Verrückter umher. Das Meer der Güte, das keine begrenzenden Eigenschaften oder Kennzeichen hat, kam in zarter Schönheit nahe, umarmte mich und nahm mich gnädig an. Dieses Wunder begreife ich nicht.
41.7
In diesem Leben pflückte ich keine Blütenpaare, sprach nicht ordnungsgemäß die fünf Buchstaben und legte nicht fehlerlos Opfergaben zu den goldenen Füßen. Stattdessen lag ich getroffen von den dunkel geschmückten Augen der Frauen mit vollen Brüsten. Der Vater kam, zeigte seine beiden Blütenfüße und nahm mich gnädig an. Dieses Wunder begreife ich nicht.
41.8
Er durchtrennte die beiden Arten des Karmas, die Leib und Leben hin und her schaukeln. Er, den bloßes Hören kaum erschließt, schenkte mir Erkenntnis und machte mich zu Licht. Er schnitt die anhaftenden Fesseln ab, stillte mit seinem höchsten, großen Erbarmen die Begierde und führte mich zu den Füßen seiner Diener. Dieses Wunder begreife ich nicht.
41.9
In dieser nutzlosen Geburt lag ich wie ein Hund mit wurmzerfressenem Kopf. Ich erfüllte die Wünsche der Frauen, passte mich ihnen an und streifte mit ihnen umher. Er zeigte mir seine duftenden Blütenfüße, die selbst Hari und Brahma in dieser Welt nicht erreichen. Der Vater nahm gnädig sogar mich an. Dieses Wunder begreife ich nicht.
41.10
An die bedrängende Wiedergeburt und den Tod dachte ich nicht. Ich lag da und bedachte nur die List, die kleinen Spiele und die schönen fischgleichen Augen der Frauen mit dichtem Haar. Der Herr, unser Gebieter, zeigte seine beiden grenzenlosen Blütenfüße, schenkte Erkenntnis und nahm mich gnädig an. Dieses Wunder begreife ich nicht.
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
42. Sennippattu – Zehn Lieder vom gesegneten Haupt
Gott der Götter, wahrer Held, Gebieter des südlichen Perundurai, Ursprung, den die drei Götter nicht erkennen, Gestalt der Glückseligkeit, aufblühendes Licht, das niemand außer den Liebenden erkennt: Auf seinen roten Füßen, den großen reinen Blüten, sollen unsere Häupter beständig leuchtend ruhen.
42.2
Der achtgestaltige Schöne, süßer Nektar, Flut der Glückseligkeit, Vollkommener, Herr der Shiva-Welt, Held des südlichen Perundurai, der Schöne, der die Frau mit honigduftendem Haar als Hälfte trägt: Auf seinen roten Füßen, den großen runden Blüten, sollen unsere Häupter beständig aufblühend ruhen.
42.3
Ihr Frauen, schaut mich an! Unser Gebieter nahm unseren Dienst an, der heldenhafte Herr von Perundurai mit seinen Kokoshainen. Er nahm den Frauen die Armreifen von den Händen, gewann unser Leben und nimmt unseren Dienst entgegen. Auf seinen roten Füßen, den großen sich entfaltenden Blüten, sollen unsere Häupter beständig strahlend ruhen.
42.4
Umgeben von Frommen kam der Höchste und Jenseitige als Brahmane auf die Erde. Umgeben von Siddhas tanzt Shiva in der alten Stadt Tillai. Als wundersamer Meister kommt er in unsere Häuser, nimmt uns an und empfängt unseren Dienst. Auf den roten Füßen, den großen Blüten, die er uns gewährte, sollen unsere Häupter beständig aufblühend ruhen.
42.5
Er schenkte mir, dieses täuschende Leben nicht mehr für wahr und kostbar zu halten. Der Gefährte Umas mit bambusgleichen Armen kam in unser heiliges Perundurai. Während im Leib immer wieder Nektar quoll, zeigte er seine fernen großen Blütenfüße und sagte: „Sieh und erkenne!“ Auf diesen roten Füßen sollen unsere Häupter beständig leuchtend ruhen.
42.6
Er trat in unser Denken ein, nahm uns an, zerstörte böses Karma und schenkte rettende Hingabe. Wenn wir vielerlei Blüten pflücken und zu seinen goldenen geschmückten Füßen legen, gewährt er Befreiung und setzt uns jenseits dieser drei Welten. Auf den roten Füßen dieses Vaters, den großen Blüten, sollen unsere Häupter beständig aufblühend ruhen.
42.7
Damit ich das Meer namens Wiedergeburt durchschwimme, gewährte er mir seine große Gnade. Mich Hilflosen ließ er in die begnadete Gemeinschaft seiner Diener eintreten, stiftete gute Verbundenheit und rettete mich. Er offenbarte mir die überreiche Wahrheit seines Wesens. Auf seinen roten Füßen, die solche Macht zeigten, sollen unsere Häupter beständig leuchtend ruhen.
42.8
„Schönes Licht, unser Herr, unser Gebieter, mein Vater, du beseitigst die Täuschung dieser wurmgefüllten Körperhütte!“ So rufen die Diener immer wieder, falten die Hände zur Verehrung, und ihre reinen Blütenaugen füllen sich mit Tränen. Auf den roten Blütenfüßen, die diese Diener nie im Stich lassen, sollen unsere Häupter beständig aufblühend ruhen.
42.9
Mich nutzlos Umherirrenden rief er mit „Komm!“ und vernichtete den Feind des schweren Karmas. Unser himmlischer Herr durchdringt die Welt und steht jenseits von ihr. Seinen Liebenden gewährt er Gnade; für seine wahrhaftigen Diener lässt er Freude wachsen. Auf seinen roten Füßen, den großen Blüten aus reinem Gold, sollen unsere Häupter beständig leuchtend ruhen.
42.10
Ihr Frommen, die ihr umhergeht und die heiligen Namen des Freien, des ursprünglichen Lichtes, des dreiäugigen Vaters, des ersten Samens, des Vollendeten und Herrn der Shiva-Welt singt: Kommt hierher! Verneigt euch, damit eure Fesseln weichen. Auf seinen roten Füßen, die das Herz ganz erfüllen, sollen unsere Häupter beständig leuchtend ruhen.
Er trägt die Frau als Hälfte, spricht die vertrauten Worte der Veden und ist das Licht in der großen Blüte. Makelloses höchstes Erbarmen, er schenkt seinen Dienern die heilsame Ordnung, in der sie froh leben. Unser Heiliger von Perundurai mit blühenden Hainen stieg auf die Erde herab und offenbarte das ursprüngliche Brahman. Wer diese Gnade erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.2
Vishnu, Brahma und der König der Himmlischen kamen und verneigten sich; der Herr schenkte ihnen Gnade. Er stieg auf die Erde herab und zeigte den guten Weg. Der edlen Frau von Idavai, wo schöne, juwelengeschmückte hohe Häuser leuchten, gewährte er überreiche Güte und Erbarmen. Wer diese Macht erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.3
Der geschmückt gekrönte Ursprung, König der Unsterblichen, Tänzer der Glückseligkeit, ordnete die Verehrung der sechs Lehrwege. Er bestieg ein Boot, während Erde und Himmel ihn lobten. Unser großer Erbarmer von Perundurai gewährt das Ende der Krankheit. Aus Liebe zur Frau nahm er ein schönes Netz und fing den großen Fisch. Wer dieses Handeln erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.4
Als Jäger verweilte Shiva auf dem Mahendra-Berg, sodass die Himmlischen mit ihren vielen Nöten kommen und ihn suchen konnten. Damit wir Diener seiner gedenken und gerettet werden, bestieg der Herr ein freudig springendes Pferd. Der Ursprung von Perundurai nahm damals überall seine Gefährten an. Wer diese Art seines Wirkens erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.5
Die Himmlischen kamen, verneigten sich und priesen ihn. Als Meer großen Erbarmens löst unser Höchster die Fesseln seiner Diener vollständig. Der Ursprung von Perundurai überquerte damals das Meer mit seinen drängenden Wellen und schenkte in Lanka mit den hohen Mauern der Frau mit zarten, ballspielenden Fingern seine Gnade. Wer diese Gabe erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.6
Der Bogenschütze, der die drei Städte verbrannte, wurde zum Jäger, umgeben von scharfen Jagdhunden. Vor den Göttern, die seine Befehle ausführten, bewegte sich unser großer Herr im Wald. Er erbarmte sich der vom Pfeil getroffenen Sau. Unser Vater, der Herr, der Ursprung von Perundurai, wurde damals selbst zur Sau und gab Milch. Wer dieses Geschehen erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.7
Die Göttinnen mit schönen Stirnen sitzen auf guten, von Summen umgebenen Lotusblüten; sie sprechen Lob, verneigen sich, streuen Blüten und preisen unsern Herrn, das wachsende Licht. Unser Heiliger wohnt beständig im blühenden Perundurai. Er kam auf die Erde, erschien, beseitigte die trennende Unterscheidung und schenkte Gnade. Wer diese Größe zu erkennen vermag, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.8
Er trägt eine Girlande blühender Konrai auf der Brust, ist der Held, der den wilden Tiger mit scharfen Krallen tötete, und teilt sich mit der guten Frau Uma. König des südlichen Perundurai mit reichen Hainen, unser Herr von unvergleichlichem Ruhm! Für den Herrn des weiten Meeres nahm er die Gestalt an, welche die Schultern der bildschönen, aus dem Feuer erschienenen Frauen umfasst. Wer diese Erscheinung erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.9
Unser großer Herr trägt reine weiße Asche. Der strahlende Herr des Mahendra-Berges kam und setzte die Füße hin, welche die Götter verehren. Der Herr des Südens, Gebieter von Perundurai, zeigte damals Erbarmen, damit die Liebe wuchs, und offenbarte seine geschmückten Füße, damit mein Herz schmolz. Er beseitigte mein Leid und nahm mich gnädig an. Wer dieses Geschehen erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
43.10
Der Schönäugige ist unser großer Herr der Unsterblichen, Nektar für seine Diener. Unser Gebieter kam auf die Erde, um schwere Fesseln zu lösen und einzigartige Freude hier und jenseits zu schenken. Der geschickte Herr von Perundurai, der die Muschelarmreifen gewann, kam damals mit einer prächtigen Händlerschar nach Madurai, reich an Frauen. Wer die Weise seines Kommens erkennt, ist uns ein verehrter Gebieter.
Die Geburt in irdischer Gestalt soll enden; echte Hingabe möchte ich gewinnen. Shiva, großer Herr von herrlicher Gestalt, du kostbare Erscheinung wie ein roter Lotus, mein seltener Nektar! Zeige inmitten der Schar deiner Diener deine einzigartige heilige Gnade und nimm gnädig auch mich zur Rettung an.
44.2
Ich bin nicht würdig, dein Diener zu sein; doch getrennt von dir kann ich hier keinen Augenblick bestehen. Ich Hund weiß nicht, was das ist. Shankara, Einziger von großer Barmherzigkeit! Du zeigtest deine geschmückten Füße, sagtest „Sieh!“ und versprachst immer wieder gnädig: „Ich werde dich nicht verlassen.“ War auch diese Gnade unwahr, unser großer Herr?
44.3
Du schenktest Gnade, sodass meine Knochen schmolzen, zeigtest deine beiden Blütenfüße und nahmst mich schon früher an, Weiser, Weiser der Weisen, vollständiger Ursprung! Unser Herr, du schenkst Freude, lässt mich schmelzen und nimmst mein Leben in dich auf. Gewähre deine Freundschaft, Herr meines Lebens, damit deine Gnade nicht beschämt wird!
44.4
Obwohl ich keine Hingabe habe, mich nicht verneige, nicht verzückt nach deinen erhabenen goldenen Füßen verlange und nicht deinen Namen stammle, beende meine Wiedergeburt, unser großer Herr! Perlgleicher, Edelsteingleicher, Erster! „Ist das recht?“ So rufe ich und folge dir, soweit ich nur kann. Von dir getrennt kann ich es nicht länger ertragen.
44.5
Ich habe aufgehört, deine heiligen Füße zu sehen und sie mit frohen Augen zu lieben. Ich habe aufgehört, kindlich von dir zu reden, unser großer Herr. Du fester Pfeiler, ich bin verfallen. Durch meine Niedrigkeit habe ich die Fähigkeit verloren, deiner zu gedenken und zu schmelzen. Selbst wenn du jetzt kommst, werde ich mich schämen, dich anzusehen.
44.6
Unser Höchster mit milchweißer heiliger Asche, du Licht, das seinen wahrhaftigen Dienern mit höchstem Erbarmen entgegentritt und Worte der Gnade schenkt! Ich ohne rechten Wandel möchte „Sei gepriesen, mein Nektar!“ denken, dich rühmen, loben, rufen und laut nach dir verlangen, um innerlich Halt zu finden. Gebieter, sprich erbarmend zu mir: „Ach, komm!“
Unser König mit blumengeschmücktem Haupt, unser großer Schlangenträger, verband sich unaufhörlich mit unserem Herzen wie dessen eigenes Bewusstsein. Durch die Flut seines schmelzenden Erbarmens sprach er liebevoll zu uns Kleinen: „Ach, kommt!“ Ihr, die ihr so angenommen wurdet, kommt und sammelt euch! Seht, die Zeit ist da. Wir wollen die Falschheit verlassen und unter die geschmückten Füße unseres Gebieters eintreten.
45.2
Geht nicht mehr in die Netze der Sinne ein. Denkt innig an die blumengeschmückten Füße des großen Schlangenträgers. Begehrt nicht all das Übrige; lasst es los und gehen. Er kam zum Staunen und Lachen der Welt und nahm uns an, die wir Hunden glichen. Wer sich diesem Gütigen nähert, bleibe ohne Ermattung fest.
45.3
Jeder ist sich selbst sein Angehöriger; jeder ist sich selbst seine Ordnung und sein Weg. Wer sind wir, wer gehört uns, was sind unsere Fesseln? Was für eine Täuschung! Lasst dies vergehen. Richtet euch mit den alten Dienern des Königs allein nach seinem Willen. Macht euch bereit, die Falschheit abzulegen und zu den goldenen Füßen des Schlangenträgers zu gehen, der uns regiert.
45.4
Ihr alle, die ihr Diener geworden seid, legt die Zerstreuungen weit von euch. Kommt zu seinen duftenden Füßen und haltet an seinem heiligen Willen fest. Er wird diesen verdorbenen Leib von uns nehmen und uns in die Shiva-Welt setzen. Der Schlangenträger mit aschebedecktem Leib wird uns unter seine blumengeschmückten Füße eintreten lassen.
45.5
Lasst Zorn und die Krankheit der Begierde los; viel Zeit bleibt nun nicht. Macht euch bereit, gemeinsam mit der großen Schar unter die Füße unseres Gebieters zu ziehen. Wir wollen gehen und die Shiva-Stadt erreichen, ehe ihre schönen Tore schließen. Nahe bei ihm wollen wir schmelzen und allein den Ruhm des Schlangenträgers preisen, der uns regiert.
45.6
Preist ihn, verehrt ihn, schmückt ihn mit Blumen! Setzt den Schlangenträger selbst in euer Denken. Achtet alles Leid gering, damit euch kein weiteres Hindernis aufhält. Wir wollen in die strahlend herrliche Shiva-Stadt gehen, Shivas Füße verehren, vor seine dort lebenden Diener treten und mit schmelzendem Herzen dastehen.
45.7
Wer bleiben will, mag bleiben. Wir aber bleiben nicht mehr in dieser Welt, die selbst nicht bleibt. Wir gehen zu den goldenen Füßen des Schlangenträgers, dessen heiliger Leib reinem Gold gleicht. Ihr alle, die ihr noch steht, zögert nicht; sammelt euch fest zum Aufbruch. Wenn ihr zurückbleibt und später klagt, wird der große Herr schwer zu erreichen sein.
45.8
Ihr, die ihr ungetrennt in der höchsten Glückseligkeit des großen Herrn leben dürft! Gerät nicht später in schwere Verblendung, um dann „Ach!“ zu klagen und laut zu weinen. Jetzt, da das heilige Tor mit seinen großen kostbaren Juwelen geöffnet ist, wollen wir in die Shiva-Stadt gehen und die heiligen Füße des Schlangenträgers erreichen, den selbst Vishnu nicht erkennt.
45.9
Verlangt danach, ihn zu erreichen, richtet euer Denken aus und sinnt nach! Ihr, die ihr euch in tiefer, unstillbarer Liebe versenkt, nachdem ihr den Nektar der Gnade des Schlangenträgers reichlich getrunken habt – des Gefährten der Frau mit Augen wie im Kampf blitzende Speere –, entschließt euch, zu Shivas geschmückten Füßen zu gehen. Bleibt nicht in der Falschheit liegen und wälzt euch nicht darin.
45.10
Kommt ihr nicht noch heute, um die Seinen zu werden, euch niederzuwerfen, zu verehren und zu preisen? Wenn ihr euch später verirrt, wer wird euch noch beachten? Euer Denken wird bestürzt und verwirrt sein. Wenn ihr Klarheit gewinnen wollt, tut dies jetzt! Wer wird sonst auf dieser weiten Erde die Gnade des heiligen Schlangenträgers, des Königs der Shiva-Welt, erhalten? Ach, ach, ach!
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
46. Tiruppadai Ezhuchi – Der Aufbruch des heiligen Heeres
Schlagt die Trommel des Urklangs für den Herrn, der das Schwert der Erkenntnis führt! Breitet den weißen Schirm über den Herrn aus, der das erhabene Pferd reitet! Tretet herzu und legt die heilige Asche als Rüstung an. Wir wollen die Himmelsstadt gewinnen, ehe das Heer der Täuschung herankommt.
46.2
Ihr Diener, zieht als Vorhut voraus! Ihr Bhaktas, geht an den Flanken! Ihr Yogis von strahlender Kraft, führt das große Heer voran! Ihr Siddhas von fester Macht, bildet die Nachhut! Wir wollen das Land der Himmlischen regieren, ehe das Heer des Leids herankommt.
Die beiden grausamen Arten des Karmas sind noch nicht völlig verbrannt, mein Leib ist nicht geschmolzen, und die Falschheit ist nicht zu Staub geworden. Was soll ich tun? Ich habe das honigspendende rote Feuer, den Herrn des herrlichen Perundurai, nicht fest in meinem Herzen aufgenommen.
47.2
Soll ich jubeln, schreien, tanzen, singen oder Ausschau halten? Höchster, was habe ich getan? Wer wird sich neigen und mir sagen: „Er selbst ist der Vater, der dich in unablösbare Verzückung der Glückseligkeit versetzt, der Herr von Perundurai“?
47.3
Ich kenne die Verfehlung nicht, die ich beging; ich kenne auch nicht das erleichterte Aufatmen auf dem Weg der Rettung, auf dem man seine roten Füße mit gefalteten Händen verehrt. Der Herr von Perundurai stand hier auf Erden, richtete seinen Speer aus und traf damit mein Denken.
47.4
Er stand vor mir und riss die beiden Arten meines früheren Karmas mit der Wurzel aus. Der Großmütige beendet auch künftige Geburt. Der Herr des Südens, der große Erbarmer von Perundurai, ist das Heilmittel, das alles herankommende Leid beseitigt.
47.5
Was soll ich denen, die ihn kennen, noch zurufen? Der Herr, nach dem Brahma, der Schöpfer aller Welten, und Vishnu sehnsüchtig verlangen, der große Herr, der in Perundurai wohnt, bleibt heute ungetrennt in meinem Herzen.
47.6
Er versetzt mich in Verzückung, schneidet die Wiedergeburt ab und macht mein Herz zu einem Rausch, den Worte schwer beschreiben. Der Vater, der Herr von Perundurai, kommt, nimmt mich an und blickt mit großer Gnade auf mich. Sein Heilmittel ist die herankommende unsterbliche höchste Freude.
47.7
Er gewährte den Weg ohne Wiederkehr und kam unveränderlich als unerschöpflicher Nektar zu mir. Das ist das immer größere Licht des Einzigen, der in meinem Denken wohnt, des Herrn des herrlichen südlichen heiligen Perundurai.
47.8
Du stehst über allen, dein Ruhm ist unermesslich. Mich Diener, geringer als alle, hast du in eine Freude gestellt, die nicht jeder gewinnen und erkennen kann. Unser großer Herr, ich weiß nichts anderes, was ich für dich tun könnte.
47.9
Die drei, die dreiunddreißig und alle übrigen Götter sehen Shiva, den großen Herrn, nicht. Er aber bestieg ein Pferd und kam auf die Erde herab. Wenn wir seine langen geschmückten Füße verehren, wächst im Innersten des Leibes die Freude.
47.10
Herz, bleibe bei dem Gedanken an die beiden Füße dessen, der hier bei mir blieb und mich annahm. Bitte immer wieder und empfange! Sieh, er schenkt alles: Der große Erbarmer von Perundurai kommt als verkörpertes Heilmittel in mein Herz.
47.11
Er vermehrte die Freude, vertrieb die Finsternis und zerschnitt für immer die anhaftende Kette des Leids. Als Licht begründete er Liebe. Der ruhmreiche Herr von Perundurai nahm freudig mein eigenes Denken zu seinem Wohnort.
Die uralten vier Veden kommen ihm nicht nahe; weder Vishnu noch Brahma haben ihn gesehen. Mich Letzten aber nahm er gnädig als Diener an, unser König von Kokazhi. Herz, sage: Kann es dafür eine Gegengabe geben?
48.2
Preist Perundurai, wo der Freigebige wohnt! Auf einem Pferd kommt er und schenkt die strömende Flut reichen Honigs, damit die drei inneren Unreinheiten vergehen. Wenn ihr ihn preist, vergeht selbst der Same des Waldes der Wiedergeburt.
48.3
Im Wald ist er Jäger, im Meer Fischer mit dem Netz, im Land Pferdelenker. Der Herr von Perundurai beseitigt gnädig unser Karma. Herz, preise seine schönen Lotusfüße, damit auch deine Verblendung vergeht.
48.4
Die Unsrigen, die das heilige Perundurai aufrichtig verehren und preisen, gelangen zum wahren Leben, vernichten schweres Karma und werden würdig, dass die Welt sich vor ihnen neigt und sie rühmt. Denn auch die Himmlischen kommen in Scharen dorthin, verneigen sich und preisen den Herrn.
48.5
Nähere dich Perundurai, damit unsere Leiden weichen. Bedenke den König des erhabenen Kokazhi und erhebe dich! Schaue ihn, der mit der Frau von melodischer Rede beständig im heiligen Uttarakosamangai wohnt und niemals davon weicht.
48.6
Alle Werkzeuge des Wahrnehmens werden zur höchsten Freude für die Diener, die ihn lieben. Der Große zeigt sich ihnen, damit ihre Wiedergeburt endet. Herz, sprich mit voller Stimme von dem, der Perundurai niemals verlässt.
48.7
Er ist das Ziel dessen, was Worte bedeuten, und übersteigt doch jede Rede, ein makelloses Juwel. Ich sprach seine edelsteingleichen Worte, rief „Perundurai!“ und beendete die Wiedergeburt, indem ich die Füße dieses guten Heilmittels in mein Herz setzte.
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
49. Tiruppadai Atchi – Die Herrschaft über das heilige Heer
Wenn der Jäger, der das Fischernetz auswarf, kommt und sich offenbart: Werden nicht meine beiden Augen beim Anblick seiner geschmückten Füße froh? Wird nicht mein Leben im Genuss schöner Frauen an sein Ende kommen? Werde ich nicht vergessen, wie man auf Erden geboren wird? Werden wir nicht die beiden Blütenfüße verehren, die selbst Vishnu nicht erkannte? Werden wir nicht singen und tanzen zu beglückenden Melodien? Werden wir nicht die Herrschaft des Herrn über seine Scharen im schönen Pandya-Land besingen? Wird nicht jene Verwandlung offenbar, über die der Himmel jubelt?
49.2
Wenn der Herr mit dem Stier, der mich zu eigen hat, in mich eingeht: Werden nicht das Eine mit dem Einen und die fünf mit den fünf lebendig? Werden wir nicht gerettet, indem wir Diener der Diener deiner Diener werden? Wird er nicht kommen wie eine Mutterkuh, die an ihr Kalb denkt und sich erhebt? Werden nicht die ursprünglichen, ursächlichen Eigenschaften im Denken aufscheinen? Wird nicht das Zittern zwischen „Dies ist gut“ und „Dies ist schlecht“ weichen? Werden wir nicht mit den erhabenen Dienern zusammen weitergehen? Werde ich nicht den höchsten Nektar erlangen, der allezeit meine Liebe erfüllt?
49.3
Wenn Ishvara, mein eigener Herr, mir gegenübertritt: Werden nicht die wandelbaren Eigenschaften der Bindung ausgerissen und vergehen? Wird nicht der höchste Nektar in das betrachtende Denken einströmen? Wird nicht das endlose, ungeteilte Ganze in uns gegenwärtig? Werden wir nicht dem höchsten Licht nahekommen, das von Anbeginn das Höchste ist? Werden nicht die Leiden schwinden, die von der Verstrickung in Frauen mit korallenroten Lippen herrühren? Werden nicht die fischgleichen Augen in seiner heiligen Gestalt schwelgen? Wird nicht das Leid der Geburt weichen, dieses schmerzvolle Zauberspiel?
49.4
Wenn mein großer Herr, der gnädige Ishvara, erscheint: Werde ich ihn nicht mit geschmückter Brust umfangen und mit ihm Freude erfahren? Werden wir nicht heute voller Wonne im grenzenlosen Meer des Erbarmens baden? Wird nicht der Klang der herrlichen Glocke ertönen und in mein Inneres dringen? Werden wir nicht beständig die heilige Asche tragen, mit der der Herr sich schmückt? Wird nicht mein Dienst unter den beständigen Liebenden vorangehen? Werden wir nicht seine Blütenfüße verehren, die selbst die großen Veden nicht kennen? Wird nicht die liebliche rote Wasserlilienblüte mein Haupt erreichen?
49.5
Wenn mein großer Herr, der gnädige Ishvara, erscheint: Wird nicht die Verwirrung vergehen, die auf Erden aus dem Fürwahrhalten der Maya entsteht? Werden wir nicht die Blütenfüße verehren, die selbst die Himmelswesen nicht kennen? Wird nicht die Unruhe aus all den Zeiten innerer Blindheit weichen? Werden nicht heute die Herzen der liebenden Diener froh? Werden nicht die Trennungen durch „Frau“, „weder Frau noch Mann“, „Mann“ und „wir“ verschwinden? Werden wir nicht den zahllosen Daseinsformen entrinnen, deren Namen wir nicht einmal kennen? Werden nicht unzählige Siddhis zu mir kommen?
49.6
Wenn mein Vater Ishvara erscheint, der mich schon vor langer Zeit zu eigen nahm: Wird nicht auf seiner goldenen heiligen Gestalt die weiße Asche leuchten? Werden nicht die großen Asketen mit vereinten Händen einen Blumenregen ausschütten? Wird nicht das Herzensanliegen der Frauen mit blitzschlanken Hüften offenbar? Wird nicht die Freude im aufklingenden Ton der Vina wachsen? Werden nicht die Füße seiner Diener auf meinem Haupt blühen? Wird er nicht selbst kommen, damit wir, seine Diener, Erlösung finden? Werden nicht überall liebliche Instrumente erklingen?
49.7
Wenn er, dessen Haarschmuck der Mond ist, erscheint, um uns zu eigen zu nehmen: Wird nicht der unaussprechlich aufsteigende Klang der reinen Glocke Wonne schenken? Wird nicht das Licht, das in meinem Herzen wohnt, plötzlich hervorbrechen und weiter aufleuchten? Wird nicht das Höchste jenseits des Höchsten kommen und die Ausbreitung der Vielheit aufheben? Werden sich nicht göttliche Erfahrungen entfalten, die ich zuvor nicht kannte? Wird nicht die Verblendung durch Frauen mit schön geschwungenen Brauen enden? Wird nicht die erhabene Wirklichkeit, die selbst die Himmlischen nicht kennen, hier gegenwärtig? Werden uns nicht die acht grenzenlosen Eigenschaften zuteil?
49.8
Wenn der unendliche Herr der Veden erscheint, um mich zu eigen zu nehmen: Wird nicht der mächtig anschwellende Klang der Muschelhörner ertönen? Werden nicht die Eigenschaften, die an der Geburt haften, von uns abfallen? Wird nicht die Täuschung verstummen, die hier und dort sagt: „Dies ist gut, jenes ist gut“? Wird nicht all unser Verlangen darin aufgehen: „Wir sind Diener seiner Diener“? Werden nicht die Herzen der Frauen mit hellen, fischgleichen Augen froh? Werden nicht die Erfahrungen Shivas, die seinen erhabenen Dienern zuteilwerden, offenbar? Werden wir nicht das höchste Licht erlangen, das alles erfüllt und Nektar ausströmt?
Wer deine blütengleichen Füße erreicht hat, die wie Blitze leuchten, hat die weite Welt überschritten. Alle Unsterblichen stehen da, bringen goldgleich strahlende Blumen dar und preisen dich. Ich aber bin von niedrigem, steinhartem Herzen, ausgestoßen und ins Meer des Elends gefallen. Sage mir, wie einer wie ich nun zu dir gelangen kann.
50.2
Du gabst mir einen Zustand, den ich nicht kannte. Ich erkannte ihn nicht und ging zugrunde. An dir fehlt nichts, mein Herr. Wen soll ich als Helfer deines Dieners anrufen? Mit deinen alten Dienern, die dich seit vielen Tagen verehren und preisen, bin ich nicht vereint. Mein Gebieter, hier blieb ich zurück, und du bist meinem Leid ein fremder Gast geworden.
50.3
Ohne gute Lebensführung, ohne Askese, ohne Sammlung und ohne Erkenntnis wirbelte ich wie eine tanzende Lederpuppe umher, stürzte und blieb liegen. Er zeigte mir seine Größe, wies mir den Weg und offenbarte seine Gestalt, damit ich den Pfad zu jener Welt betrete, aus der man nicht wiederkehrt. Wann werde ich Elender mit ihm vereint sein, der mich zu eigen nahm?
50.4
Ich gehe zugrunde, immer weiter dem Verderben entgegen. Unvergänglicher, du lädst den Vorwurf auf dich! Wenn ich alles Leid, das mich treffen soll, allein erdulden muss, was ist dann der Gewinn? Juwel unter den Gurus, bewahre mich davor, in schrecklicher Hölle zu versinken, und nimm mich an. Ist es gut, unser Herr, wenn du dich zurückziehst und nicht für mich einstehst?
50.5
Du bist die Mutter, die mir die Brust reicht. Wenn du sie mir entziehst, muss ich dann wie ein verkümmerndes Kind vergehen, ich Geringer, einem Hund gleich? Vollkommener, schenke mir nun deine Güte! „Mutter!“ rief ich und nahm Zuflucht zu deinen Füßen. Hast du kein Erbarmen mit mir? Du nahmst mich als Diener an und zu den Deinen auf. Solltest du mich jetzt nicht mehr wollen?
50.6
König, solltest du mir nicht Gnade schenken? Darf ich Elender einfach zugrunde gehen? Wenn du dich meiner nicht erbarmst, wer wird dann zu mir sagen: „Fürchte dich nicht“? Sind alle, die sterben müssen, in meiner Lage? Wird man nicht sagen: „Das ist nicht recht“? Gott, der du in Tillai tanzt, ich bin verwirrt. Tröste und stärke mich jetzt!
50.7
Du machtest den Schakal zum Reitpferd und ließest dieses Wunder in aller Welt bekannt werden. Herr von Perundurai, du versetztest ganz Madurai, die Stadt des großen Südkönigs, in Aufruhr. Schwer zu erlangende Wirklichkeit, Vater von Avinashi, Gnadenflut im Pandya-Land! Höchstes Licht, das so schwer zu erkennen ist: Ich weiß nichts mehr, was ich noch tun könnte.
Gepriesen sei die heilige kleine Halle!
51. Achoppatigam – Der Gesang des staunenden Ausrufs
Ich mühte mich mit Verblendeten ab, die den Weg der Befreiung nicht kannten. Er lehrte mich den Weg der Hingabe, ließ das alte Karma zerfallen, entfernte die Unreinheit meines Geistes und nahm mich zu eigen, indem er mich zu Shiva werden ließ. Wer empfängt die Gnade, die der Vater mir so schenkte? Ach, welches Wunder!
51.2
Ich hielt einen Weg, der keiner war, für den rechten Weg. Damit ich nicht auf enge Nebenwege geriete, sondern seine heilige Gnade erreichte, ließ mich der Tänzer, den kein Merkmal erfasst, seinen Tanz erkennen. Wer empfängt die Gnade, die er mir so schenkte? Ach, welches Wunder!
51.3
Ich hielt alles Falsche für wahr und war dazu bestimmt, im Genuss der Umarmung schöner Brüste betört zu werden. Er bewahrte mich gnädig davor, zugrunde zu gehen. Der Herr, der die Frau als seine eine Hälfte trägt, führte mich an seine geschmückten Füße. Wer empfängt die Gnade, die mein Meister mir so schenkte? Ach, welches Wunder!
51.4
Auf Erden geboren, wäre ich erschöpft gestorben und niedergesunken. Er schenkte mir unermessliche Liebe, nahm mich zu eigen und schmückte auch mich mit seiner weißen heiligen Asche, damit ich den reinen Weg erreichte. Wer empfängt die Gnade, die der Erhabene mir so schenkte? Ach, welches Wunder!
51.5
Die Seitenblicke der Frauen mit baumwollweichen Füßen brachten mich in Bedrängnis; mit wachsendem Herzensleid stand ich da. Da empfing ich deine Gnade und wurde gerettet, mein Herr. „Komm!“, sagtest du zu deinem Diener, und: „Fürchte dich nicht!“ Wer empfängt die Gnade, die du mir so schenktest? Ach, welches Wunder!
51.6
Die Geburt in einem Körper, der verbrennt und zerfällt, hielt ich für wirklich und häufte Karma an. Ich sank an die vollen Brüste der Frauen mit blumengeschmücktem Haar und glänzenden Armreifen. Er zerschnitt meine Fessel, nahm mich zu eigen und entfernte meine Befleckung bis auf den Grund. Wer empfängt die Gnade, die mir der Vollender so schenkte? Ach, welches Wunder!
51.7
Ich war dazu bestimmt, in der Betörung durch Frauen tief zu fallen. Behutsam führte er mich hinaus, zog den Riegel der Bindung zurück, zeigte mir den Weg der Rettung und offenbarte mir den inneren Sinn des Om. Wer empfängt die Gnade, die der Meister mir so schenkte? Ach, welches Wunder!
51.8
Im gewaltigen Wirbel von Tod und Geburt taumelte ich und fiel, von Verlangen überwältigt, in die Umarmung reich geschmückter Frauen. Der Herr, dessen eine Hälfte die Frau ist, führte mich an seine geschmückten Füße. Wer empfängt die Gnade, die der Uranfängliche mir so schenkte? Ach, welches Wunder!
51.9
Mit Unwissenden, die weder Rechtschaffenheit noch das Gute kannten, zog ich umher. Der erste Ursprung, der Herr aller Anfänge, entfernte die drei Unreinheiten und achtete sogar uns für etwas wert. Es war, als hätte er einen Hund in eine Sänfte gehoben. Wer empfängt die Gnade, die die Mutter mir so schenkte? Ach, welches Wunder!
Zusätzliche Schlussstrophen der hier verwendeten Textfassung (51.10–51.12)
51.10
Was ist das für ein Wissen, das Menschen besitzen, wenn sie nichts davon wissen, wo man stirbt, wo man geboren wird und wo man verweilt, ohne erneut zu sterben? Der Vater schenkte mir als großen Gewinn die eine Wirklichkeit, in der Stätte und Gegenstand übereinstimmen. Wer empfängt die Gnade, die er mir so schenkte? Ach, welches Wunder! [Die Aussage über Stätte und Gegenstand ist im Tamilischen stark verdichtet; diese Wiedergabe bleibt unsicher.]
51.11
Ich lag auf dieser Erde und bewegte mich unter denen, deren Zugehörigkeit zur göttlichen Gemeinschaft die Bindung der Seele löst. Damit ich, sein Diener, nicht in die Kesselhölle falle, schenkte mir der Herr seine Gnade – er, den weder der Hohe noch der Viergesichtige selbst unter Tränen zu sehen vermögen. Wer empfängt die Gnade, die er mir so schenkte? Ach, welches Wunder! [Die Verbindung zwischen „Zugehörigkeit“, Seele und Bindung ist nicht eindeutig; die Übersetzung folgt einer gemeinschaftsbezogenen Lesart.]
51.12
Die halbe Zeit, die Nacht, verbrachte ich schlafend, am Tag suchte ich Nahrung für mich. In Leid verstrickt, wäre ich ausgebrannt und niedergesunken. Er aber durchschnitt die Bindung an Kaste, Sippenzugehörigkeit und Geburt und nahm mich vor aller Welt zu eigen. Wer empfängt die Gnade, die der Uranfängliche mir so schenkte? Ach, welches Wunder!
இமைப்பொழுதும் என் நெஞ்சில் நீங்காதான் தாள் வாழ்க
கோகழி ஆண்ட குருமணிதன் தாள் வாழ்க
ஆகமம் ஆகிநின்று அண்ணிப்பான் தாள் வாழ்க
ஏகன் அநேகன் இறைவன் அடிவாழ்க
வேகம் கெடுத்தாண்ட வேந்தன் அடிவெல்க
பிறப்பறுக்கும் பிஞ்ஞகன்தன் பெய்கழல்கள் வெல்க
புறந்தார்க்குச் சேயோன் தன் பூங்கழல்கள் வெல்க
கரங்குவிவார் உள்மகிழும் கோன்கழல்கள் வெல்க
சிரம்குவிவார் ஓங்குவிக்கும் சீரோன் கழல் வெல்க
1.11-20
ஈசன் அடிபோற்றி எந்தை அடிபோற்றி
தேசன் அடிபோற்றி சிவன் சேவடி போற்றி
நேயத்தே நின்ற நிமலன் அடி போற்றி
மாயப் பிறப்பு அறுக்கும் மன்னன் அடி போற்றி
சீரார் பெருந்துறை நம் தேவன் அடி போற்றி
ஆராத இன்பம் அருளும் மலை போற்றி
சிவன் அவன் என்சிந்தையுள் நின்ற அதனால்
அவன் அருளாலே அவன் தாள் வணங்கிச்
சிந்தை மகிழச் சிவ புராணம் தன்னை
முந்தை வினைமுழுதும் ஓய உரைப்பன் யான்.
1.21-30
கண் நுதலான் தன்கருணைக் கண்காட்ட வந்து எய்தி
எண்ணுதற்கு எட்டா எழில் ஆர்கழல் இறைஞ்சி
விண் நிறைந்தும் மண் நிறைந்தும் மிக்காய், விளங்கு ஒளியாய்,
எண் இறந்த எல்லை இலாதானே நின் பெரும்சீர்
பொல்லா வினையேன் புகழுமாறு ஒன்று அறியேன்
புல்லாகிப் பூடாய்ப் புழுவாய் மரமாகிப்
பல் விருகமாகிப் பறவையாய்ப் பாம்பாகிக்
கல்லாய் மனிதராய்ப் பேயாய்க் கணங்களாய்
வல் அசுரர் ஆகி முனிவராய்த் தேவராய்ச்
செல்லாஅ நின்ற இத் தாவர சங்கமத்துள்
1.31-40
எல்லாப் பிறப்பும் பிறந்து இளைத்தேன், எம்பெருமான்
மெய்யே உன் பொன் அடிகள் கண்டு இன்று வீடு உற்றேன்
உய்ய என் உள்ளத்துள் ஓங்காரமாய் நின்ற
மெய்யா விமலா விடைப்பாகா வேதங்கள்
ஐயா எனவோங்கி ஆழ்ந்து அகன்ற நுண்ணியனே
வெய்யாய், தணியாய், இயமானனாம் விமலா
பொய் ஆயின எல்லாம் போய் அகல வந்தருளி
மெய் ஞானம் ஆகி மிளிர் கின்ற மெய்ச் சுடரே
எஞ்ஞானம் இல்லாதேன் இன்பப் பெருமானே
அஞ்ஞானம் தன்னை அகல்விக்கும் நல் அறிவே
1.41-50
ஆக்கம் அளவு இறுதி இல்லாய், அனைத்து உலகும்
ஆக்குவாய் காப்பாய் அழிப்பாய் அருள் தருவாய்
போக்குவாய் என்னைப் புகுவிப்பாய் நின் தொழும்பின்
நாற்றத்தின் நேரியாய், சேயாய், நணியானே
மாற்றம் மனம் கழிய நின்ற மறையோனே
கறந்த பால் கன்னலொடு நெய்கலந்தாற் போலச்
சிறந்தடியார் சிந்தனையுள் தேன்ஊறி நின்று
பிறந்த பிறப்பு அறுக்கும் எங்கள் பெருமான்
நிறங்கள் ஓர் ஐந்து உடையாய், விண்ணோர்கள் ஏத்த
மறைந்திருந்தாய், எம்பெருமான் வல்வினையேன் தன்னை
1.51-60
மறைந்திட மூடிய மாய இருளை
அறம்பாவம் என்னும் அரும் கயிற்றால் கட்டி
புறம்தோல் போர்த்து எங்கும் புழு அழுக்கு மூடி,
மலம் சோரும் ஒன்பது வாயில் குடிலை
மலங்கப் புலன் ஐந்தும் வஞ்சனையைச் செய்ய,
விலங்கு மனத்தால், விமலா உனக்கு
கலந்த அன்பாகிக் கசிந்து உள் உருகும்
நலம் தான் இலாத சிறியேற்கு நல்கி
நிலம் தன்மேல் வந்து அருளி நீள்கழல்கள் காட்டி,
நாயிற் கடையாய்க் கிடந்த அடியேற்குத்
1.61-70
தாயிற் சிறந்த தயா ஆன தத்துவனே
மாசற்ற சோதி மலர்ந்த மலர்ச்சுடரே
தேசனே தேன் ஆர்அமுதே சிவபுரானே
பாசமாம் பற்று அறுத்துப் பாரிக்கும் ஆரியனே
நேச அருள்புரிந்து நெஞ்சில் வஞ்சம் கெடப்
பேராது நின்ற பெருங்கருணைப் போராறே
ஆரா அமுதே அளவிலாப் பெம்மானே
ஓராதார் உள்ளத்து ஒளிக்கும் ஒளியானே
நீராய் உருக்கி என் ஆருயிராய் நின்றானே
இன்பமும் துன்பமும் இல்லானே உள்ளானே
1.71-80
அன்பருக்கு அன்பனே யாவையுமாய் இல்லையுமாய்
சோதியனே துன்னிருளே தோன்றாப் பெருமையனே
ஆதியனே அந்தம் நடுவாகி அல்லானே
ஈர்த்து என்னை ஆட்கொண்ட எந்தை பெருமானே
கூர்த்த மெய் ஞானத்தால் கொண்டு உணர்வார் தம்கருத்தில்
நோக்கரிய நோக்கே நுணுக்கரிய நுண் உணர்வே
போக்கும் வரவும் புணர்வும் இலாப் புண்ணியனே
காக்கும் என் காவலனே காண்பரிய பேர் ஒளியே
ஆற்றின்ப வெள்ளமே அத்தா மிக்காய் நின்ற
தோற்றச் சுடர் ஒளியாய்ச் சொல்லாத நுண் உணர்வாய்
1.81-90
மாற்றமாம் வையகத்தின் வெவ்வேறே வந்து அறிவாம்
தேற்றனே தேற்றத் தெளிவே என் சிந்தனை உள்
ஊற்றான உண்ணார் அமுதே உடையானே
வேற்று விகார விடக்கு உடம்பின் உள்கிடப்ப
ஆற்றேன் எம் ஐயா அரனே ஓ என்று என்று
போற்றிப் புகழ்ந்திருந்து பொய்கெட்டு மெய் ஆனார்
மீட்டு இங்கு வந்து வினைப்பிறவி சாராமே
கள்ளப் புலக்குரம்பைக் கட்டு அழிக்க வல்லானே
நள் இருளில் நட்டம் பயின்று ஆடும் நாதனே
தில்லை உள் கூத்தனே தென்பாண்டி நாட்டானே
1.91-95
அல்லல் பிறவி அறுப்பானே ஓ என்று
சொல்லற்கு அரியானைச் சொல்லித் திருவடிக்கீழ்
சொல்லிய பாட்டின் பொருள் உணர்ந்து சொல்லுவார்
செல்வர் சிவபுரத்தின் உள்ளார் சிவன் அடிக்கீழ்ப்
பல்லோரும் ஏத்தப் பணிந்து.
திருச்சிற்றம்பலம்
2. Kirtti Tiruvagaval – Heilige Preisung seiner Herrlichkeit
பல் உயிர் எல்லாம் பயின்றனன் ஆகி
எண்இல் பல்குணம் எழில்பெற விளங்கி
மண்ணும் விண்ணும் வானோர் உலகும்
துன்னிய கல்வி தோற்றியும் அழித்தும்
என்னுடை இருளை ஏறத்துரந்தும்
அடியார் உள்ளத்து அன்பு மீதூரக்
குடியாக் கொண்ட கொள்கையும் சிறப்பும்
மன்னும் மாமலை மகேந்திரம் அதனில்
சொன்ன ஆகமம் தோற்றுவித்து அருளியும்
2.11-20
கல்லா டத்துக் கலந்து இனிது அருளி
நல்லா ளோடு நயப்புறவு எய்தியும்
பஞ்சப் பள்ளியில் பால்மொழி தன்னொடும்
எஞ்சாது ஈண்டும் இன்அருள் விளைத்தும்
கிராத வேடமொடு கிஞ்சுக வாயவள்
விராவு கொங்கை நல்தடம் படிந்தும்
கேவேடர் ஆகிக் கெளிறது படுத்தும்
மாவேட்டு ஆகிய ஆகமம் வாங்கியும்
மற்றவை தம்மை மகேந்திரத்து இருந்து
உற்ற ஐம் முகங்களாள் பணித்து அருளியும்
2.21-30
நந்தம் பாடியில் நான் மறையோனாய்
அந்தமில் ஆரியனாய் அமர்ந்து அருளியும்
வேறு வேறு உருவும் வேறுவேறு இயற்கையும்
நூறு நூறு ஆயிரம் இயல்பினது ஆகி
ஏறு உடை ஈசன் இப்புவனியை உய்யக்
கூறு உடை மங்கையும் தானும் வந்தருளிக்
குதிரையைக் கொண்டு குடநாடு அதன்மிகைக்
சதுர்படத் சாத்தாய்த் தான் எழுந்தருளியும்
வேலம் புத்தூர் விட்டேறு அருளிக்
கோலம் பொலிவு காட்டிய கொள்கையும்
2.31-40
தர்ப்பணம் அதனில் சாந்தம் புத்தூர்
வில்பொரு வேடற்கு ஈந்த விளைவும்
மொக்கணி அருளிய முழுத்தழல் மேனி
சொக்கது ஆகக் காட்டிய தொன்மையும்
அரியொடு பிரமற்கு அளவு அறி ஒண்ணான்
நரியைக் குதிரை ஆக்கிய நன்மையும்
ஆண்டுகொண்டருள அழகுறு திருவடி
பாண்டியன் தனக்குப் பரிமாவிற்று
ஈண்டு கனகம் இசையப் பெறா அது
ஆண்டான் எம்கோன் அருள்வழி இருப்பத்
2.41-50
தூண்டு சோதி தோற்றிய தொன்மையும்
அந்தணன் ஆகி ஆண்டுகொண்டருளி
இந்திர ஞாலம் காட்டிய இயல்பும்
மதுரைப் பெருநல் மாநகர் இருந்து
குதிரைச் சேவகன் ஆகிய கொள்கையும்
ஆங்கது தன்னில் அடியவர்க்கு ஆகப்
பாங்காய் மண் சுமந்தருளிய பரிசும்
உத்தர கோச மங்கையுள் இருந்து
வித்தக வேடங் காட்டிய இயல்பும்
பூவணம் அதனில் பொலிந்து இருந்து அருளித்
2.51-60
தூவண மேனி காட்டிய தொன்மையும்
வாத வூரினில் வந்து இனிது அருளிப்
பாதச் சிலம்பொலி காட்டிய பண்பும்
திரு ஆர் பொருந்துறைச் செல்வன் ஆகிக்
கரு ஆர் சோதியில் கரந்த கள்ளமும்
பூவலம் அதனில் பொலிந்து இனிது அருளிப்
பாவம் நாசம் ஆக்கிய பரிசும்
தண்ணீர்ப் பந்தல் சயம்பெற வைத்து
நல்நீர்ச் சேவகன் ஆகிய நன்மையும்
விருந்தினன் ஆகி வெண்காடு அதனில்
2.61-70
குருந்தின் கீழ் அன்றிருந்த கொள்கையும்
பட்ட மங்கையில் பாங்காய் இருந்து அங்கு
அட்ட மாசித்தி அருளிய அதுவும்
வேடுவன் ஆகி வேண்டு உருக் கொண்டு
காடு அது தன்னில் கரந்த உள்ளமும்
மெய்க் காட்டிட்டு வேண்டு உருக் கொண்டு
தக்கான் ஒருவன் ஆகிய தன்மையும்
ஓரி ஊரில் உகந்து இனிது அருளி
பாரிரும் பாலகன் ஆகிய பரிசும்
பாண்டூர் தன்னில் ஈண்ட இருந்தும்
2.71-80
தேவூர்த் தென்பால் திகழ்தரு தீவில்
கோவார் கோலம் கொண்ட கொள்கையும்
தேன் அமர் சோலைத் திரு ஆரூரில்
ஞானம் தன்னை நல்கிய நன்மையும்
இடைமருது அதனில் ஈண்ட இருந்து
படிமப் பாதம் வைத்த அப்பரிசும்
ஏகம் பத்தில் இயல்பாய் இருந்து
பாகம் பெண்ணோடு ஆயின பரிசும்
திருவாஞ்சியத்தில் சீர்பெற இருந்து
மருவார் குழலியொடு மகிழ்ந்த வண்ணமும்
2.81-90
சேவகன் ஆகித் திண்சிலை ஏந்திப்
பாவகம் பலபல காட்டிய பரிசும்
கடம்பூர் தன்னில் இடம்பெற இருந்தும்
ஈங்கோய் மலையில் எழிலது காட்டியும்
ஐயாறு அதனில் சைவன் ஆகியும்
துருத்தி தன்னில் அருத்தியோடு இருந்தும்
திருப்பனை ஊரில் விருப்பன் ஆகியும்
கழுமலம் அதனில் காட்சி கொடுத்தும்
கழுக்குன்று அதனில் வழுக்காது இருந்தும்
புறம்பயம் அதனில் அறம்பல அருளியும்
2.91-100
குற்றாலத்துக் குறியாய் இருந்தும்
அந்தமில் பெருமை அழல் உருக் கரந்து
சுந்தர வேடத்து ஒருமுதல் உருவுகொண்டு
இந்திர ஞாலம் போலவந்து அருளி
எவ்வெவர் தன்மையும் தன்வயிள் படுத்துத்
தானே ஆகிய தயாபரன் எம் இறை
சந்திர தீபத்துச் சாத்திரன் ஆகி
அந்திரத்து இழிந்து வந்து அழகு அமர் பாலையுள்
சுந்தரத் தன்மையொடு துதைந்து இருந்தருளியும்
மந்திர மாமலை மகேந்திர வெற்பன்
2.101-110
அந்தம் இல் பெருமை அருள் உடை அண்ணல்
எம் தமை ஆண்ட பரிசு அது பகரின்
ஆற்றல் அதுவுடை அழகமர் திரு உரு
நீற்றுக் கோடி நிமிர்ந்து காட்டியும்
ஊனம் தன்னை ஒருங்குடன் அறுக்கும்
ஆனந் தம்மே ஆறா அருளியும்
மாதில் கூறுஉடை மாப்பெரும் கருணையன்
நாதப் பெரும்பறை நவின்று கறங்கவும்
அழுக்கு அடையாமல் ஆண்டுகொண்டு அருள்பவன்
கழுக் கடை தன்னைக் கைக்கொண்டு அருளியும்
2.111-120
மூலம் ஆகிய மும்மலம் அறுக்கும்
தூய மேனிச் சுடர்விடு சோதி
காதலன் ஆகிக் கழுநீர் மாலை
ஏறு உடைத்தாக எழில்பெற அணித்தும்
அரியொடு பிரமற்கு அளவு அறியாதவன்
பரிமாவின் மிசைப் பயின்ற வண்ணமும்
மீண்டு வாராவழி அருள் புரிபவன்
பாண்டி நாடே பழம்பதி ஆகவும்
பக்தி செய் அடியாரைப் பரம்பரத்து உய்ப்பவன்
உத்தர கோச மங்கை ஊர் ஆகவும்
2.121-130
ஆதி மூர்த்திகளுக்கு அருள்புரிந்து அருளிய
தேவ தேவன் திருப் பெயர் ஆகவும்
இருள கடிந்து அருளிய இன்ப ஊர்தி
அருளிய பெருமை அருள்மலை யாகவும்
எப்பெருந் தமையும் எவ்வெவர் திறமும்
அப்பரிசு அதனால் ஆண்டுகொண்டருளி
நாயினேனை நலம்மலி தில்லையுள்
கோலம் ஆர்தரு பொதுவினில் வருகஎன
ஏல என்னை ஈங்கு ஒழித் தருளி
அளப்பு அரும் தன்மை வளப் பெருங் காட்சி
ஒன்றனுக்கு ஒன்று நின்றெழில் பகரின்
நூற்று ஒரு கோடியின் மேல்பட விரிந்தன
இல்நுழை கதிரின் துன் அணுப் புரையச்
சிறிய ஆகப் பெரியோன் தெரியின்
வேதியன் தொகையொடு மாலவன் மிகுதியும்
தோற்றமும் சிறப்பும் ஈற்றொடு புணரிய
மாப்பேர் ஊழியும் நீக்கமும் நிலையும்
சூக்கமொடு தூலத்துச் சூறை மாருதத்து
3.11-20
எறியது வளியின்
கொட்கப் பெயர்க்கும் குழகன் முழுவதும்
படைப்போன் படைக்கும் பழையோன் படைத்தவை
காப்போன் காக்கும் கடவுள், காப்பவை
கரப்போன், கரப்பவை கருதாக்
கருத்துடைக் கடவுள், திருத்தகும்
அறுவகைச் சமயத்து அறுவகை யோர்க்கும்
வீடுபேறாய் நின்ற விண்ணோர் பகுதி
கீடம் புரையும் கிழவோன், நாள் தொறும்
அருக்கனின் சோதி அமைத்தோன், திருத்தகு
3.21-30
மதியில் தண்மை வைத் தோன், திண்திறல்
தீயில் வெம்மை செய்தோன், பொய்தீர்
வானில் கலப்பு வைத்தோன், மேதகு
காலின் ஊக்கம் கண்டோ ன், நிழல் திகழ்
நீரில் இன்சுவை நிகழ்ந்தோன், வெளிப்பட
மண்ணில் திண்மை வைத்தோன், என்று என்று
எனைப் பல கோடி எனைப் பல பிறவும்
அனைத்து அனைத்து அவ்வயின் அடைத்தோன். அஃதான்று
முன்னோன் காண்க, முழுதோன் காண்க
பத்தி வலையில் படுவோன் காண்க
ஒருவன் என்றும் ஒருவன் காண்க
விரிபொழில் முழுதாய் விரிந்தோன் காண்க
அணுத்தரும் தன்மையில் ஐயோன் காண்க
இணைப்பு அரும் பெருமையில் ஈசன் காண்க
அரிய அதில் அரிய அரியோன் காண்க
மருவி எப்பொருளும் வளர்ப்போன் காண்க
நூல் உணர்வு உணரா நுண்ணியன் காண்க
அத்தந் திரத்தில் அவ்வயின் ஒளித்தும்
முனிவு அற நோக்கி நனிவரக் கௌவி
ஆணெனத் தோன்றி அலியெனப் பெயர்ந்து
வாள்நுதல் பெண்என ஒளித்தும் சேண்வயின்
ஐம்புலன் செலவிடுத்து அருவரை தொறும்போய்த்
துற்றவை துறந்த வெற்று உயிர் ஆக்கை
அருந்தவர் காட்சியுள் திருந்த ஒளித்தும்
ஒன்று உண்டில்லை யென்றறி வொளித்தும்
பண்டே பயில்தொறும் இன்றே பயில்தொறும்
3.141-150
ஒளிக்கும் சோரனைக் கண்டனம்
ஆர்மின் ஆர்மின் நாண்மலர்ப் பிணையலில்
தாள்தனை இடுமின் சுற்றுமின் சூழ்மின்
தொடர்மின் விடேன்மின்
பற்றுமின் என்றவர் பற்றுமுற்று ஒளித்தும்
தன்நேர் இல்லோன் தானே ஆன தன்மை
என் நேர் அனையோர் கேட்கவந்து இயம்பி
அறைகூவி ஆட்கொண்டருளி
மறையோர் கோலம் காட்டி அருளலும்
உலையா அன்பு என்பு உருக ஓலமிட்டு
3.151-160
அலைகடல் திரையில் ஆர்த்து ஆர்த்து ஓங்கித்
தலை தடுமாறா வீழ்ந்துபுரண் டலறிப்
பித்தரின் மயங்கி மத்தரின் மதித்து
நாட்டவர் மருளவும் கேட்டவர் வியப்பவும்
கடைக்களிறு ஏற்றாத் தடம்பெரு மதத்தின்
ஆற்றேன் ஆக அவயவம் சுவைதரு
கோற்றேன் கொண்டு செய்தனன்
ஏற்றார் மூதூர் எழில்நகை எரியின்
வீழ்வித்து ஆங்கு அன்று அருட்பெருந் தீயின்
ஈர் அடியாலே மூவுலகு அளந்து
நால் திசை முனிவரும் ஐம்புலன் மலரப்
போற்றி செய் கதிர்முடித் திருநெடுமால் அன்று
அடிமுடி அறியும் ஆதரவு அதனில்
கடும் முரண் ஏனம் ஆகிமுன் கலந்து
ஏழ்தலம் உருவ இடந்து பின் எய்த்து
ஊழி முதல்வ சயசய என்று
வழுத்தியும் காணா மலர்அடி இணைகள்
வழுத்துதற்கு எளிதாய் வார் கடல் உலகினில்
4.11-20
யானை முதலா எறும்பு ஈறாய
ஊனம் இல் யோனியின் உள்வினை பிழைத்தும்
மானுடப் பிறப்பினுள் மாதா உதரத்து
ஈனம் இல் கிருமிச் செருவினில் பிழைத்தும்
ஒரு மதித் தான்றியின் இருமையில் பிழைத்தும்
இருமதி விளைவின் ஒருமையில் பிழைத்தும்
மும்மதி தன்னுள் அம்மதம் பிழைத்தும்
ஈர் இரு திங்களில் பேர் இருள் பிழைத்தும்
அஞ்சு திங்களில் முஞ்சுதல் பிழைத்தும்
ஆறு திங்களில் ஊறு அலர் பிழைத்தும
4.21-30
ஏழு திங்களில் தாழ் புவி பிழைத்தும்
எட்டுத் திங்களில் கட்டமும் பிழைத்தும்
ஒன்பதில் வருதரு துன்பமும் பிழைத்தும்
தக்க தசமதி தாயொடு தான்படும்
துக்க சாகரம் துயர் இடைப்பிழைத்தும்
ஆண்டுகள் தோறும் அடைந்த அக்காலை
ஈண்டியும் இருத்தியும் எனைப்பல பிழைத்தும்
காலை மலமொடு கடும்பகல் பசி நிசி
வேலை நித்திரை யாத்திரை பிழைத்தும்
கரும்குழல் செவ்வாய் வெள்நகைக் கார்மயில்
4.31-40
ஒருங்கிய சாயல் நெருங்கி உள் மதர்த்துக்
கச்சு அற நிமிர்ந்து கதிர்ந்து முன் பணைத்து
எய்த்து இடைவருந்த எழுந்து புடைபரந்து
ஈர்க்கு இடைபோகா இளமுலை மாதர்தம்
கூர்த்த நயனக் கொள்ளையில் பிழைத்தும்
பித்த உலகர் பெரும் துறைப் பரப்பினுள்
மத்தம் களிறு எனும் அவாவிடைப் பிழைத்தும்
கல்வி என்னும் பல்கடல் பிழைத்தும்
செல்வம் என்னும் அல்லலில் பிழைத்தும்
நல்குரவு என்னும் தொல்விடம் பிழைத்தும்
4.41-50
புல்வரம்பு ஆய பலதுறை பிழைத்தும்
தெய்வம் என்பதோர் சித்தம் உண்டாகி
முனிவு இலாதது ஓர் பொருள் அது கருதலும்
ஆறு கோடி மாயா சக்திகள்
வேறு வேறு தம் மாயைகள் தொடங்கின
ஆத்தம் ஆனார் அயலவர் கூடி
நாத்திகம் பேசி நாத்தழும்பு ஏறினர்
சுற்றம் என்னும் தொல்பசுக் குழாங்கள்
பற்றி அழைத்துப் பதறினர் பெருகவும்
விரதமே பரம் ஆக வேதியரும்
4.51-60
சரதம் ஆகவே சாத்திரம் காட்டினர்
சமய வாதிகள் தம்தம் தங்களே
அமைவது ஆக அரற்றி மலைந்தனர்
மிண்டிய மாயா வாதம் என்னும்
சண்ட மாருதம் சுழிந்து அடித்துத் தாஅர்த்து
உலோகாய தமெனும் ஒள் திறப்பாம்பின்
கலா பேதத்த கடுவிடம் எய்தி
அதில் பெருமாயை எனைப்பல சூழவும்
தப்பாமே தாம் பிடித்தது சலியாத்
தழலது கண்ட மெழுகு அது போலத்
4.61-70
தொழுது உளம் உருகி அழுது உடல்கம்பித்து
ஆடியும் அலறியும் பாடியும் பரவியும்
கொடிறும் பேதையும் கொண்டது விடாதென
படியே ஆகி நல் இடைஅறா அன்பின்
பசுமரத்து ஆணி அறைந்தால் போலக்
கசிவது பெருகிக் கடல் என மறுகி
அகம் குழைந்து அனுகுலமாய் மெய் விதிர்த்துச்
சகம் பேய் என்று தம்மைச் சிரிப்ப
நாண் அது ஒழிந்து நாடவர் பழித்துரை
பூண் அது ஆகக் கோணுதல் இன்றிச்
4.71-80
சதுர் இழந்து அறிமால் கொண்டு சாரும்
கதியது பரமா அதிசயம் ஆகக்
கற்றா மனம் எனக் கதறியும் பதறியும்
மற்று ஓர் தெய்வம் கனவிலும் நினையாது
அருபரத்து ஒருவன் அவனியில் வந்து
குருபரன் ஆகி அருளிய பெருமையைச்
சிறுமை என்று இகழாதே திருவடி இணையைப்
பிறிவினை அறியா நிழல் அது போல
முன் பின்னாகி முனியாது அத்திசை
என்பு நைந்து உருகி நெக்கு நெக்கு ஏங்கி
4.81-90
அன்பு எனும் ஆறு கரை அது புரள
நன்புலன் ஒன்றி நாத என்று அரற்றி
உரை தடுமாறி உரோமம் சிலிர்ப்ப
கரமலர் மொட்டித்து இருதயம் மலரக்
கண்களி கூர நுண் துளி அரும்ப
சாயா அன்பினை நாள்தொரும் தழைப்பவர்
தாயே ஆகி வளர்த்தனை போற்றி
மெய் தரு வேதியன் ஆகி வினைகெடக்
கைதரவல்ல கடவுள் போற்றி
ஆடக மதுரை அரசே போற்றி
4.91-100
கூடல் இலங்கு குருமணி போற்றி
தென் தில்லை மன்றினுள் ஆடி போற்றி
இன்று எனக்கு ஆர் அமுது ஆனாய் போற்றி
மூவா நான்மறை முதல்வா போற்றி
சேவார் வெல்கொடிச் சிவனே போற்றி
மின் ஆர் உருவ விகிர்தா போற்றி
கல் நார் உரித்த கனியே போற்றி
காவாய் கனகக் குன்றே போற்றி
ஆ ஆ என்தனக்கு அருளாய் போற்றி
படைப்பாய் காப்பாய் துடைப்பாய் போற்றி
4.101-110
இடரைக் களையும் எந்தாய் போற்றி
ஈச போற்றி இறைவா போற்றி
தேசப் பளிங்கின் திரளே போற்றி
அரைசே போற்றி அமுதே போற்றி
விரை சேர் சரண விகிர்தா போற்றி
வேதி போற்றி விமலா போற்றி
ஆதி போற்றி அறிவே போற்றி
கதியே போற்றி கனியே போற்றி
நதி நேர் நெஞ்சடை நம்பா போற்றி
உடையாய் போற்றி உணர்வே போற்றி
4.111-120
கடையேன் அடிமை கண்டாய் போற்றி
ஐயா போற்றி அணுவே போற்றி
சைவா போற்றி தலைவா போற்றி
குறியே போற்றி குணமே போற்றி
நெறியே போற்றி நினைவே போற்றி
வானோர்க்கு அரிய மருந்தே போற்றி
ஏனோர்க்கு எளிய இறைவா போற்றி
மூவேழ் சுற்றமும் முரண் உறு நரகு இடை
ஆழாமே அருள் அரசே போற்றி
அழிவிலா ஆனந்த வாரி போற்றி
அழிவதும் ஆவதும் கடந்தாய் போற்றி
முழுவதும் இறந்த முதல்வா போற்றி
மான்நேர் நோக்கி மணாளா போற்றி
வான்அகத்து அமரர் தாயே போற்றி
பார்இடை ஐந்தாய்ப் பரந்தாய் போற்றி
நீரிடை நான்காய் நிகழ்ந்தாய் போற்றி
தீயிடை மூன்றாய்த் திகழ்ந்தாய் போற்றி
வளியிடை இரண்டாய் மகிழ்ந்தாய் போற்றி
4.141-150
வெளியிடை ஒன்றாய் விளைந்தாய் போற்றி
அளிபவர் உள்ளதது அமுதே போற்றி
கனவிலும் தேவர்க்கு அரியாய் போற்றி
நனவிலும் நாயேற்கு அருளினை போற்றி
இடைமருது உறையும் எந்தாய் போற்றி
சடைஇடைக் கங்கை தரித்தாய் போற்றி
ஆரூர் அமர்ந்த அரசே போற்றி
சீர் ஆர் திருவையாறா போற்றி
அண்ணாமலை எம் அண்ணா போற்றி
கண் ஆர் அமுதக் கடலே போற்றி
4.151-160
ஏகம்பத்து உறை எந்தாய் போற்றி
பாகம் பெண் உரு ஆனாய் போற்றி
பராய்த் துறை மேவிய பரனே போற்றி
சிராப்பள்ளி மேவிய சிவனே போற்றி
மற்று ஓர் பற்று இங்கு அறியோன் போற்றி
குற்றாலத்து எம் கூத்தா போற்றி
கோகழி மேவிய கோவே போற்றி
ஈங்கோய் மலை எந்தாய் போற்றி
பாங்கு ஆர் பழனத்து அழகா போற்றி
பெருமானே எனக்கேட்டு வெட்ட நெஞ்சாய்
பள்ளம் தாழ் உறு புனலில் கீழ் மேல் ஆகப்
பதைத்து உருகும் அவ நிற்க என்னை ஆண்டாய்க்கு
உள்ளம்தான் நின்று உச்சி அளவும் நெஞ்சாய்
உருகாதால் உடம்பு எல்லாம் கண்ணாய் அண்ணா
வெள்ளம்தான் பாயாதால் நெஞ்சம் கல் ஆம்
கண் இணையும் மரம் ஆம் தீ வினையினேற்கே.
5.22
வினையிலே கிடந்தேனைப் புகுந்து நின்று
போதுநான் வினைக் கேடன் என்பாய் போல
இனையன் நான் என்று உன்னை அறிவித்து என்னை
ஆட்கொண்டு எம்பிரான் ஆனாய்க்கு இரும்பின் பாவை
அனைய நான் பாடேன் நின்று ஆடேன் அந்தோ
அலறிடேன் உலறிடேன் ஆவி சோரேன்
முனைவனே முறையோ நான் ஆனவாறு
முடிவு அறியேன் முதல் அந்தம் ஆயினானே?
5.23
ஆயநான் மறையனும் நீயே ஆதல்
அறிந்து யான் யாவரினும் கடையேன் ஆய
நாயினேன் ஆதலையும் நோக்கிக் கண்டும்
நாதனே நான் உனக்கு ஓர் அன்பன் என்பேன்
ஆயினேன் ஆதலால் ஆண்டு கொண்டாய்
அடியார் தாம் இல்லையே அன்றி மற்று ஓர்
பேயனேன் இதுதான் நின்பெருமை அன்றே
எம்பெருமான் என் சொல்லிப் பேசுகேனே.
5.24
பேசின் தாம் ஈசனே எந்தாய் எந்தை
பெருமானே என்று என்றே பேசிப் பேசிப்
பூசின்தான் திருமேனி நிறைப் பூசி
போற்றி எம்பெருமானே என்று பின்றா
நேசத்தால் பிறப்பு இறப்பைக் கடந்தார் தம்மை
ஆண்டானே அவா வெள்ளம் கள்வனேனை
மாசு அற்ற மணிக்குன்றே எந்தாய் அந்தோ
என்னை நீ ஆட்கொண்ட வண்ணம் தானே.
5.25
வண்ணம்தான் சேயது அன்று வெளிதே அன்று
அநேகன் ஏகன் அணு அணுவில் இறந்தாய் என்று அங்கு
எண்ணம்தான் தடுமாறி இமையோர் கூட்டம்
எய்துமாறு அறியாத எந்தாய் உன் தன்
வண்ணம்தான் அது காட்டி வடிவு காட்டி
மலர்க்கிழல்கள் அவைகாட்டி வழி அற்றேனைத்
திண்ணம்தான் பிறவாமல் காத்து ஆட்கொண்டாய்
எம்பெருமான் என் சொல்லிச் சிந்துக்கேனே.
5.26
சிந்தனை நின்தனக்கு ஆக்கி நாயினேன் தன்
கண் இனை நின் திருப்பாதப் போதுக்கு ஆக்கி
வந்தனையும் அம்மலர்க்கே ஆக்கி வாக்கு உன்
மணிவார்த்தைக்கு ஆக்கி ஐம்புலன்கள் ஆர
வந்தனை ஆட்கொண்டு உள்ளே புகுந்து விச்சை
மால் அமுதப் பெரும் கடலே மலையே உன்னைத்
தந்தனை செந் தாமரைக்காடு அனைய மேனித்
தனிச்சுடரே இரண்டுமிலி இத்தனிய னேற்கே.
5.27
தனியேனன் பெரும் பிறவிப் பௌவத்து எவ்வம்
தடம் திரையால் எற்றுண்டு பற்று ஒன்று இன்றிக்
கனியைநேர் துவர்வாயார் என்னும் காலால்
கலக்குண்டு காம வான் சுறவின் வாய்ப்பட்டு
இனி என்னே உய்யும் ஆற என்று என்று எண்ணி
அஞ்சு எழுத்தின் பணை பிடித்துக் கிடக்கின்றேனை
முனைவனே முதல் அந்தம் இல்லா மல்லற்
கரைகாட்டி ஆட்கொண்டாய் மூர்க்கனேற்கே.
5.28
கேட்டு ஆரும் அறியாதான் கேடு ஒன்று இல்லான்
கிளை இலான் கேளாதே எல்லாம் கேட்டான்
நாட்டார்கன் விழித்திருப்ப ஞாலத்து உள்ளே
நாயினுக்கு தவிசு இட்டு நாயினேற்கே
காட்டாதன எல்லாம் காட்டிப் பின்னும்
கேளாதான எல்லாம் கேட்பித்து என்னை
மீட்டேயும் பிறவாமல் காத்து ஆட்கொண்டான்
எம்பெருமான் செய்திட்ட விச்சைதானே.
5.29
விச்சைதான் இது ஒப்பது உண்டோ கேட்கின்
மிகுகாதல் அடியார்தம் அடியன் ஆக்கி
அச்சம் தீர்த்து ஆட்கொண்டான் அமுதம் ஊறி
அகம் நெகவே புகுந்து ஆண்டான் அன்பு கூர
அச்சன் ஆண் பெண் அலி ஆகாசம் ஆகி
ஆர் அழல் ஆய் அந்தம் ஆய் அப்பால் நின்ற
செச்சை மலர் புரையும் மேனி எங்கள்
சிவபெருமான் எம்பெருமான் தேவா கோவே.
5.30
தேவர்க்கோ அறியாத தேவ தேவன்
செழும் பொழில்கள் பயந்து காத்து அழிக்கும் மற்றை
மூவர் கோனாய் நின்ற முதல்வன் மூர்த்தி
மூதாதை மாது ஆளும் பாகத்து எந்தை
யாவர் கோன் என்னையும் வந்து ஆண்டு கொண்டான்
யாம் ஆர்க்கும் குடி அல்லோம் யாதும் அஞ்சோம்
மேவினோம் அவன் அடியார் அடியரோடும்
மேன்மேலும் குடைந்து ஆடி ஆடுவோமே.
5.31
ஆடுகின்றிலை கூத்து உடையான் கழற்கு அன்பு இலை என்புஉருகிப்
பாடுகின்றிலை பதைப்பதும் செய்கிலை பணிகிலை பாதமலர்
சூடுகின்றிலை சூட்டுகின்றதும் இலை துணை இலி பிண நெஞ்சே
பெறவே வல்லேன் அல்லா வண்ணம் பெற்றேன் யான்
அறவே நின்னைச் சேர்ந்த அடியார் மற்று ஒன்று அறியாதார்
சிறவே செய்து வழிவந்து சிவனே நின்தான் சேர்ந்தாரே.
5.87
தாராய் உடையாய் அடியேற்கு உன்தான் இணை அன்பு
போரா உலகம் புக்கார் அடியார் புறமே போந்தேன் யான்
ஊர் ஆ மிலைக்கக் குருட்டு ஆமிலைத்து இங்கு உன்தான் இணை அன்புக்கு
ஆராய் அடியேன் அயலே மயல் கொண்டு அழுகேனே.
5.88
அழுகேன் நின்பால் அன்பாம் மனம் ஆய் அழல் சேர்ந்த
மெழுகே அன்னார் மின்ஆர் பொன் ஆர் கழல் கண்டு
தொழுதே உன்னைத் தொடர்ந்தாரோடும் தொடராதே
பழுதே பிறந்தேன் என் கொண்டு உன்னைப் பணிகேனே.
5.89
பணிவார் பிணி தீர்ந்து அருளிப் பழைய அடியார்க்கு உன்
அணி ஆர் பாதம் கொடுக்கி அதுவும் அரிது என்றால்
திணி ஆர் மூங்கில் அனையேன் வினையைப் பொடி ஆக்கித்
தணி ஆர் பாதம் வந்து ஒல்லை தாராய் பொய்தீர் மெய்யானே.
5.90
யானே பொய் என்நெஞ்சும் பொய் என் அன்பும் பொய்
ஆனால் வினையேன் அழுதால் உன்னைப் பெறலாமே
தேனே அமுதே கரும்பின் தெளிவே தித்திக்கும்
மானே அருளாய் அடியேன் உனை வந்து உறுமாறே.
5.91
மாறு இலாத மாக் கருணை வெள்ளமே
வந்து முந்தி நின்மலர் கொள்தாள் இணை
வேறு இலாப் பதம் பரிசு பெற்ற நின்
மெய்ம்மை அன்பர் உன் மெய்ம்மை மேவினார்
ஈறு இலாத நீ எளியை ஆகி வந்து
ஒளி செய் மானுடம் ஆக நோக்கியும்
கீறு இலாத நெஞ்சு உடையேன் ஆயினன்
கடையன் நாயினன் பட்ட கீழ்மையே.
5.92
மை இலங்கு நல் கண்ணிப் பங்கனே
வந்து என்னைப் பணிகொண்ட பின்மழக்
கை இலங்கு பொன் கிண்ணம் என்று அலால்
அரியை என்று உனைக் கருது கின்றேன்
மெய் இலங்கு வெண் நீற்று மேனியாய்
மெய்ம்மை அன்பர் உன் மெய்ம்மை மேவினார்
பொய் இலங்கு எனைப் புகுதவிட்டு நீ
போவதோ சொலாய் பொருத்தம் ஆவதே.
5.93
பொருத்தம் இன்மையேன் வஞ்சம் உண்மையேன்
போதஎன்றுஎனைப் புரிந்து நோக்கவும்
வருத்தம் இன்மையேன் வஞ்சம் உண்மையேன்
மாண்டிலேன் மலர்க் கமல பாதனே
அரத்த மேனியாய் அருள் செய் அன்பரும்
நீயும் அங்கு எழுந்தருளி இங்கு எனை
இருத்தினாய் முறையோ என் எம்பிரான்
வம்பனேன் வினைக்கு இறுதி இல்லையே.
5.94
இல்லை நின் கழற்கு அன்பு அது என் கணே
ஏலம் ஏலும் நல் குழலி பங்கனே
கல்லை மென்கனி ஆக்கும் விச்சை கொண்டு
என்னை நின் கழற்கு அன்பன் ஆக்கினாய்
எல்லை இல்லை நின் கருணை எம்பிரான்
ஏதுகொண்டு நான் ஏது செய்யினும்
வல்லையே எனக்கு இன்னும் உன் கழல்
காட்டி மீட்கவும் மறு இல் வானனே.
5.95
வான நாடரும் அறி ஒணாத நீ
மறையில் ஈறும் முன் தொடர் ஒணாத நீ
ஏனை நாடரும் தெரி ஒணாத நீ
என்னை இன்னிதாய் ஆண்டு கொண்டவா
ஊனை நாடகம் ஆடு வித்தவா
உருகி நான் உனைப் பருக வைத்தவா
ஞான நாடகம் ஆடு வித்தவா
நைய வையகத்து உடைய விச்சையே.
5.96
விச்சு அது இன்றியே விளைவமு செய்குவாய்
விண்ணும் மண்ணகம் முழுதும் யாவையும்
வைச்சு வாங்குவாய் வஞ்சகப் பெரும்
புலையனேனை உன்கோயில் வாயிலிற்
பிச்சன்ஆக்கினாய் பெரிய அன்பருக்கு
உரியன் ஆக்கினாய் தாம் வளர்த்தது ஓர்
நச்சு மாமரம் ஆயினும் கொலார்
நானும் அங்கனே உடைய நாதனே.
5.97
உடைய நாதனே போற்றி நின் அலால்
பற்று மற்று எனக்கு ஆவது ஒன்று இனி
உடையனே பணி போற்றி உம்பரார்
தம் பராபரா போற்றி யாரினும்
கடையன் ஆயினேன் போற்றி என் பெரும்
கருணையாளனே போற்றி என்னை நின்
அடியன் ஆக்கினாய் போற்றி ஆதியும்
அந்தம் ஆயினாய் போற்றி அப்பனே.
5.98
அப்பனே எனக்கு அமுதனே ஆனந்தனே
அகம்நெக அள் ஊறு தேன்
ஒப்பனே உனக்கு அரிய அன்பரில்
உரியனாய் உனைப் பருக நின்றது ஓர்
துப்பனே சுடர் முடியனே துணை
யாளனே தொழும்பாளர் எய்ப்பனில்
வைப்பனே எனை வைப்பதோ சொலாய்
நைய வையகத்து எங்கள் மன்னனே.
5.99
மன்ன எம்பிரான் வருக என் எனை
மாலும் நான்முகத்து ஒருவன் யாரினும்
முன்ன எம்பிரான் வருக என் எனை
முழுதும் யாவையும் இறுதி உற்ற நான்
பின்ன எம்பிரான் வருக என் எனைப்
பெய் கழற் கண் அன்பாய் என் நாவினால்
பன்ன எம்பிரான் வருக என் எனைப்
பாவ நாச நின் சீர்கள் பாடவே.
5.100
பாடவேன்டும் நான் போற்றி நின்னையே
பாடிநைந்துறைந்துறுகி நெக்குநெக்கு
ஆடவேன்டும் நான் போற்றி அம்பலத்
தாடுநின்கழற்போது நாயினேன்
கூடவேண்டும் நான்போற்றி யிப்புழுக்
கூடு நீக்கெனைப் போற்றி பொய்யெலாம்
வீடவேண்டும் நான் போற்றி வீடுதந்
தருளு போற்றிநின் மெய்யர் மெய்யனே.
திருச்சிற்றம்பலம்
6. Nittal Vinnappam – Die Bitte, nicht verlassen zu werden
மாமேரு என்னும் உலக்கை நாட்டி
மெய்யனும் மஞ்சள் நிறைய அட்டி
மேதரு தென்னன் பெருந்துறையான்
செய்ய திருவடி பாடிப்பாடிச்
செம்பொன் உலக்கை வலக்கைபற்றி
ஐயன் அணிதில்லை வாணனுக்கே
அகன்றது உதயம்நின் மலர்த்திரு முகத்தின்
கருனையின் சூரியன் எழவெழ நயனக்
கடிமலர் மலரமற்று அண்ணலங் கண்ணாம்
திரள்நிரை அருள்பதம் முரல்வன இவையோர்
திருப்பெருந் துறையுறை சிவபெருமானே
அருள் நிதி தர வரும் ஆனந்த மலையே
பந்தனை வந்தறுத் தார் அவர் பலரும்
மைப்பறு கண்ணியர் மானுடத் தியல்பின்
வணங்குகின்றார் அணங் கின்மண வாளா
செப்புறு கமலங்கண் மலரும்தண் வயல்சூழ்
திருப்பெருந் துறையுறை சிவபெருமானே
இப்பிறப்பு அறுத்து எமை ஆண்டருள் புரியும்
எம்பெரு மான்பள்ளி யெழுந்தருளாயே.
20.7
அது பழச்சுவையென அமுதென அறிதற்கு
அரிதென எளிதென அமரும் அறியார்
இது அவன் திருவுரு இவன் அவன் எனவே
எங்களை ஆண்டுகொணடு இங் கெழுந்தருளும்
மதுவளர் பொழில்திரு உத்தர கோச
மங்கையுள்ளாய்திருப் பெருந்துறை மன்னா
எதுஎமைப் பணிகொளு மாறது கேட்போம்
காரிகை யார்கள்தம் வாழ்விலென் வாழ்வு கடைப்படும் ஆகாதே
மண்களில் வந்து பிறந்திடு மாறு மறந்திடும் ஆகாதே
மாலறி யாமலர்ப் பாதம் இரண்டும் வணங்குதும் ஆகாதே
பண்களி கூர்தரு பாடலொ டாடல் பயின்றிடும் ஆகாதே
பாண்டிநன் னாடுடை யான்படை யாட்சிகள் பாடுதும் ஆகாதே
விண்களி கூர்வதோர் வேதகம் வந்து வெளிப்படும் ஆகாதே
மீன்வலை வீசிய கானவன் வந்து வெளிப்படு மாயிடிலே.
49.2
ஒன்றினொடு ஒன்றும், ஒர் ஐந்தினொடு ஐந்தும், உயிர்ப்பதும் ஆகாதே?
உன் அடியார் அடியார் அடியோம் என உய்ந்தன ஆகாதே?
கன்றை நினைந்து எழு தாய் என வந்த கணக்கு அதும் ஆகாதே?
காரணம் ஆகும் மன ஆதி குணங்கள் கருத்து உறும் ஆகாதே?
நன்று, இது, தீது, என வந்த நடுக்கம் நடந்தன ஆகாதே?
நாமும் மேல் ஆம் அடியாருடனே செல, நண்ணுதும் ஆகாதே?
என்றும் என் அன்பு நிறைந்த பராஅமுது எய்துவது ஆகாதே?
பாவனை ஆய கருத்தினில் வந்த பரா அமுது ஆகாதே?
அந்தம் இலாத அகண்டமும் நம்முள் அகப்படும் ஆகாதே?
ஆதி முதல் பரம் ஆய பரம் சுடர் அண்ணுவது ஆகாதே?
செம் துவர் வாய் மடவார் இடர் ஆனவை சிந்திடும் ஆகாதே?
சேல் அன கண்கள் அவன் திருமேனி திளைப்பன ஆகாதே?
இந்திரஞால இடர்ப் பிறவித் துயர் ஏகுவது ஆகாதே?
என்னுடை நாயகன் ஆகிய ஈசன் எதிர்ப்படும் ஆயிடிலே!
49.4
என் அணி ஆர் முலை ஆகம் அளைந்து, உடன் இன்புறும் ஆகாதே?
எல்லை இல் மாக் கருணைக் கடல் இன்று இனிது ஆடுதும் ஆகாதே?
நல் மணி நாதம் முழங்கி, என் உள் உற, நண்ணுவது ஆகாதே?
நாதன் அணித் திரு நீற்றினை நித்தலும் நண்ணுவது ஆகாதே?
மன்னிய அன்பரில் என் பணி முந்துற வைகுவது ஆகாதே?
மா மறையும் அறியா மலர்ப் பாதம் வணங்குதும் ஆகாதே?
இன் இயல் செங்கழுநீர் மலர் என் தலை எய்துவது ஆகாதே?
என்னை உடைப் பெருமான், அருள் ஈசன், எழுந்தருளப் பெறிலே!
வானவரும் அறியா மலர்ப் பாதம் வணங்குதும் ஆகாதே?
கண் இலி காலம் அனைத்தினும் வந்த கலக்கு அறும் ஆகாதே?
காதல் செயும் அடியார் மனம் இன்று களித்திடும் ஆகாதே?
பெண், அலி, ஆண், என, நாம் என, வந்த பிணக்கு அறும் ஆகாதே?
பேர் அறியாத அனேக பவங்கள் பிழைத்தன ஆகாதே?
எண் இலி ஆகிய சித்திகள் வந்து, எனை எய்துவது ஆகாதே?
என்னை உடைப் பெருமான், அருள் ஈசன், எழுந்தருளப் பெறிலே!
49.6
பொன் இயலும் திருமேனி வெண் நீறு பொலிந்திடும் ஆகாதே?
பூ மழை, மாதவர் கைகள் குவிந்து, பொழிந்திடும் ஆகாதே?
மின் இயல் நுண் இடையார்கள் கருத்து வெளிப்படும் ஆகாதே?
வீணை முரன்று எழும் ஓசையில் இன்பம் மிகுத்திடும் ஆகாதே?
தன் அடியார் அடி என் தலைமீது தழைப்பன ஆகாதே?
தான் அடியோமுடனே உய வந்து, தலைப்படும் ஆகாதே?
இன் இயம் எங்கும் நிறைந்து, இனிது ஆக இயம்பிடும் ஆகாதே?
என்னை முன் ஆளுடை ஈசன், என் அத்தன், எழுந்தருளப் பெறிலே!
49.7
சொல் இயலாது எழு தூ மணி ஓசை சுவை தரும் ஆகாதே?
துண் என என் உளம் மன்னிய சோதி தொடர்ந்து எழும் ஆகாதே?
பல் இயல்பு ஆய பரப்பு அற வந்த பரா பரம் ஆகாதே?
பண்டு அறியாத பர அனுபவங்கள் பரந்து எழும் ஆகாதே?
வில் இயல் நல் நுதலார் மயல் இன்று விளைந்திடும் ஆகாதே?
விண்ணவரும் அறியாத விழுப் பொருள் இப் பொருள் ஆகாதே?
எல்லை இலாதன எண் குணம் ஆனவை எய்திடும் ஆகாதே?
இந்து சிகாமணி எங்களை ஆள, எழுந்தருளப் பெறிலே!
49.8
சங்கு திரண்டு, முரன்று எழும் ஓசை தழைப்பன ஆகாதே?
சாதி விடாத குணங்கள் நம்மோடு சலித்திடும் ஆகாதே?
அங்கு இது நன்று, இது நன்று, எனும் மாயை அடங்கிடும் ஆகாதே?
ஆசை எலாம், அடியார் அடியோம் எனும் அத்தனை ஆகாதே?
செம் கயல் ஒண் கண் மடந்தையர் சிந்தை திளைப்பன ஆகாதே?
சீர் அடியார்கள் சிவ அனுபவங்கள் தெரிந்திடும் ஆகாதே?
எங்கும் நிறைந்து, அமுது ஊறு, பரம்சுடர் எய்துவது ஆகாதே?
Manikkavacakar, in wissenschaftlicher Umschrift Māṇikkavācakar, gehört zu den großen Dichterheiligen der tamilischen Shiva-Verehrung. Sein Name lässt sich sinngemäß als „der mit edelsteingleichen Worten“ verstehen. Auch die Schreibweisen Manikkavasagar und Manikkavachakar sind verbreitet. Die genaue Lebenszeit ist umstritten; häufig wird er in das 9. Jahrhundert eingeordnet. Eine präzise Lebenschronologie lässt sich aus den Hymnen nicht gewinnen.[3]
Die religiöse Überlieferung nennt ihn auch Vadavurar, nach seinem Herkunftsort Tiruvadavur im Pandya-Land. Sie erzählt, dass er als Minister des Pandya-Königs Pferde kaufen sollte, unterwegs jedoch in Tirupperundurai Shiva in Gestalt eines Guru begegnete. Diese Begegnung verwandelte sein Leben. Das für die Pferde bestimmte Geld habe er dem Tempeldienst gewidmet; Shiva selbst habe daraufhin Schakale in Pferde verwandelt und seinen Verehrer aus königlicher Bedrängnis befreit. Eine weitere Erzählung verbindet Shiva mit den Arbeiten am überschwemmten Vaigai-Fluss in Madurai. Diese Berichte gehören zur Heiligenlegende; die Hymnen greifen zahlreiche ihrer Motive auf.[6]
Tiruvasagam im Tirumurai
Der Tirumurai umfasst zwölf Teile tamilischer shivaitischer Literatur. Das Tiruvasagam gehört mit dem Tirukkovaiyar zum achten Teil. Beide Werke werden Manikkavacakar zugeschrieben, sind aber eigenständige Dichtungen. Die vorliegende Volltextausgabe enthält das Tiruvasagam; das Tirukkovaiyar gehört deshalb nicht zu ihrem Textumfang. Die verwandten Tevaram-Hymnen von Appar, Sambandar und Sundarar gehören ebenfalls zur tamilischen Shiva-Verehrung. Das Tirumantiram des Tirumular entfaltet innerhalb dieser Tradition die Verbindung von Yoga, Mantra und spiritueller Erkenntnis.[4]
Aufbau, Verszählung und Vollständigkeit
Die 51 Gesänge des Tiruvasagam haben sehr unterschiedliche Formen. Die ersten vier sind längere, fortlaufende Gedichte: Shivapuranam, Kirtti Tiruvagaval, Tiruvandappagudi und Potri Tiruvagaval. Es folgen hundert Strophen des Tiruchatakam und fünfzig der Bitte Nittal Vinnappam. Viele spätere Titel enthalten pattu, „zehn“. Einige dieser Abschnitte sind mit weniger oder mehr als zehn Strophen überliefert. Ihre jeweilige Gestalt bleibt in dieser Ausgabe erhalten.
In der hier verwendeten Project-Madurai-Fassung werden die ersten vier Gedichte jeweils als eine Haupteinheit gezählt; anschließend folgen 657 einzeln nummerierte Strophen. Daraus ergeben sich 661 nummerierte Textstücke. Die ebenfalls verbreitete Angabe 658 entspricht dem Ende bei 51.9. Die drei danach überlieferten Strophen 51.10–51.12 sind hier mit enthalten und als zusätzliche Schlussstrophen kenntlich gemacht. Vollständigkeit bezieht sich auf diese offengelegte Textfassung, nicht auf eine Zusammenführung sämtlicher Handschriften und aller jemals gedruckten Zusatzverse.[1][2]
Die vier Eingangsgedichte umfassen in der Zeilenteilung der Quelle 95, 146, 182 und 225 Zeilen, insgesamt 648. Für die dreifache Wiedergabe wurden sie in Abschnitte von höchstens zehn Zeilen gegliedert. Zusammen mit den übrigen Strophen entstehen dadurch 724 übereinstimmend bezeichnete Leseeinheiten in Deutsch, Transliteration und Tamil.
Gesang, Spiel und weibliche Stimme
Im Tiruvasagam wird Gottesliebe zum gemeinsamen Singen, Rufen und Feiern. Die Lieder erzählen vom morgendlichen Wecken, vom Baden, von Ball- und Bewegungsspielen, vom Blumenpflücken, vom Bereiten des Duftpulvers und vom Schaukeln. Biene, Kuckuck und Papagei werden zu Boten der Sehnsucht. Alltägliche und festliche Tätigkeiten verwandeln sich so in Gottesgedenken. In mehreren Gesängen spricht eine weibliche Stimme oder eine Gruppe junger Frauen. Beim Lesen lohnt es sich, auf diese wechselnden Stimmen zu achten: Sie erschließen verschiedene Weisen, die Nähe Shivas zu suchen und zu erfahren.
Besonders bekannt sind das zwanzigstrophige Tiruvempavai (Gesang 7) und das zehnstrophige Tiruppalli Ezhuchi (Gesang 20). Das erste führt in die gemeinschaftlichen Morgenlieder junger Frauen, das zweite ist ein Wecklied an Shiva. Dass der allgegenwärtige Gott „geweckt“ wird, gehört zur vertrauten Sprache der Bhakti: Der Mensch nähert sich dem Unendlichen mit der Wärme einer persönlichen Beziehung.
Zwei wichtige Unterscheidungen
Der Titel Shivapuranam bezeichnet hier das Eingangsgedicht des Tiruvasagam, nicht das umfangreiche Sanskrit-Werk Shiva Purana. Ebenso ist Tiru Undiyar, der vierzehnte Gesang mit dem wiederkehrenden Undi-Spielruf, nicht das spätere philosophische Werk Tiruvundiyar der Shaiva-Siddhanta-Tradition. Die ähnlichen Titel dürfen nicht zu einer Gleichsetzung führen.
Zentrale Lehren und spirituelle Bedeutung
Shivas Gnade und das Schmelzen des Herzens
Die Gebete des Tiruvasagam kreisen um eine Erfahrung, die vielen Suchenden vertraut ist: Ein Mensch hat göttliche Nähe gespürt und findet sich dennoch wieder in alten Gewohnheiten, Unruhe und Zweifel. Manikkavacakar spricht diese Spannung offen aus. Er erinnert sich an Shivas Zuwendung und ruft ihn gerade dort an, wo sie ihm fern erscheint. Das wiederkehrende „Er nahm mich zu eigen“ trägt sein Vertrauen. Die empfangene Gnade wird zum Ausgangspunkt eines Lebens, das sich in Liebe, Hingabe und Dienst entfalten möchte.
Das tamilische aruḷ, Gnade, und aṉpu, Liebe, sind Schlüsselbegriffe. Im „Schmelzen“ des Herzens geben Härte und Selbstverschlossenheit nach. Der Mensch wird empfänglich für eine Gegenwart, die ihn trägt und verwandelt. Tränen, Zittern, Gesang und Tanz verleihen dieser Erfahrung Ausdruck. Zugleich kennt das Tiruvasagam das trockene, erschöpfte Herz, das nach Liebe verlangt. Auch seine Bitte hat in den Hymnen ihren Platz.
Shiva, Seele und Bindung
Die Hymnen gehören zum religiösen Umfeld der Shaiva Siddhanta. Für dessen Verständnis sind Pati, der göttliche Herr, Pashu, die gebundene Seele, und Pasha, ihre Bindung, hilfreich. Dazu kommen die drei Unreinheiten: Anava, die grundlegende Verengung des Ichbewusstseins, Karma, die Bindung durch Handlungen und ihre Folgen, und Maya, der Bereich bedingter Erscheinung. Gerade 51.9 spricht ausdrücklich vom Entfernen der dreifachen Unreinheit.
Das Tiruvasagam entfaltet diese Begriffe in der Sprache des Gebets. Es spricht von Vereinigung, vom Verschlungenwerden der Seele und vom „Zu-Shiva-Werden“. Solche Bilder erschließen sich aus der shivaitischen Erfahrung von Gnade und Befreiung. Nähe, Teilhabe, Erkenntnis und Verehrung sind dabei miteinander verbunden: Auch in den kühnsten Einheitsbildern bleibt die liebende Anrede an Shiva lebendig. Ein Vergleich mit Advaita Vedanta kann anregend sein, wenn die Eigenart dieser shivaitischen Gottesbeziehung dabei bewahrt bleibt.
Guru, Tempel und Gemeinschaft
Shiva begegnet dem Menschen als unermessliche Wirklichkeit und zugleich in konkreten Gestalten: als Nataraja, als Lehrer unter dem Kuruntu-Baum, als Jäger, Fischer, Reiter oder Arbeiter. Besonders häufig nennt das Tiruvasagam Tirupperundurai, Tillai beziehungsweise Chidambaram und Uttarakosamangai. Mit diesen Orten verbinden sich konkrete Erinnerungen an göttliche Begegnung. Die Hymnen lassen die Landschaft, die Tempel und das innere Erleben ineinanderklingen.
Ebenso wesentlich sind Shivas adiyar, die Diener oder Verehrer zu seinen Füßen. Immer wieder bittet der Sprecher darum, unter ihnen leben und ihnen dienen zu dürfen. Dienst, gemeinsames Singen und gegenseitige Zugehörigkeit sind damit Teil des Weges. In 43.1–43.10 werden Menschen, die Shivas gnädiges Handeln erkennen, selbst als verehrungswürdige Gebieter angeredet. Die Liebe zu Shiva findet ihren Ausdruck auch in der Achtung vor den Menschen, die ihm ihr Leben widmen.
Shiva und Shakti
Die Frau, die Shivas eine Hälfte bildet, begegnet in vielen Hymnen. Gemeint ist Parvati beziehungsweise Uma, die göttliche Shakti. Das Bild des Ardhanarishvara verbindet das männliche und weibliche Erscheinungsbild des Göttlichen in einer Gestalt. Die Gegenwart der Göttin prägt die Weise, in der Shiva angerufen und erkannt wird. Zärtlichkeit und göttliche Macht, Schönheit und Erkenntnis begegnen in diesem Bild vereint.
Ardhanarishvara: Shiva und Parvati in einer Gestalt. Das Tiruvasagam preist Shiva wiederholt als den Herrn, dessen eine Hälfte die Göttin ist.
Der heilige Name
Schon die erste Zeile preist Namacivāya, die tamilische Form von Namah Shivaya. Der fünfsilbige Shiva-Name begleitet die Hingabe und sammelt die Aufmerksamkeit auf den göttlichen Herrn. Im Yoga-Umfeld ist besonders die Anrufung Om Namah Shivaya vertraut. Das hinzugefügte Om ist vom fünfsilbigen Namen selbst zu unterscheiden. Im Tiruvasagam verbinden sich Gottesname, Erinnerung, körperliche Verehrung und innere Erkenntnis.
Die Bilder des Tiruvasagam verstehen
Wenn Manikkavacakar Shivas Füße preist, spricht daraus die Haltung der Zuflucht und Verehrung: Der Suchende legt Stolz und Last ab und vertraut sich der göttlichen Führung an. Das Haupt zu diesen Füßen zu neigen ist ein Bild der Hingabe. Die Blüte vergegenwärtigt Schönheit und Zartheit; Honig und Nektar lassen die Süße der ersehnten Erfahrung anklingen. Wer diese Bilder in Ruhe auf sich wirken lässt, kann ihren Sinn auch ohne genaue Kenntnis aller Tempelbräuche erschließen.
Die Bitte um Aufnahme unter Shivas Diener verbindet die innere Suche mit menschlicher Gemeinschaft. Das eigene Herz wird zum Tempel, und die Liebe erhält im Singen, Erinnern und Dienen eine sichtbare Gestalt. So verbindet das Tiruvasagam die Weite des Göttlichen mit der Nähe des täglichen Lebens.
Die kraftvolle und manchmal verstörende Sprache verstehen
Der Sprecher nennt sich wiederholt „Hund“, „Elender“ oder „Unwürdiger“. Das ist die zugespitzte Selbsterniedrigung einer bestimmten Gebetstradition. Sie darf nicht als allgemeines Urteil über den Wert des Menschen gelesen werden. Ebenso gehören Klagen über den Körper und Wünsche nach dem Ende des irdischen Daseins zur asketischen und literarischen Sprache der Sehnsucht nach Befreiung. Sie sind keine Handlungsanweisungen gegen das eigene Leben.
Die wiederkehrende Klage über die Verstrickung in sinnliches Begehren wird häufig mit Frauenbildern verbunden. Die Übersetzung bewahrt diese historische Perspektive. Zugleich sprechen andere Gesänge selbst mit weiblicher Stimme, und die Göttin ist untrennbar mit Shiva verbunden. Diese unterschiedlichen Stimmen gehören zur Dichtung. Die Klage richtet sich aus der Sicht des Sprechers auf seine Verstrickung; sie begründet kein allgemeines Urteil über den Wert von Frauen.
Erzählungen über die Zerstörung des Opfers Dakshas, über Chandesha oder über die drei Burgen gehören zur mythischen Bildwelt. Religiöse Konkurrenz und ausdrückliche Vorrangstellungen Shivas bleiben ebenfalls erhalten. Diese Aussagen zeigen die entschiedene shivaitische Frömmigkeit des Werkes. Eine aufmerksame Lektüre kann ihre religiöse Leidenschaft würdigen und zugleich den Respekt gegenüber Menschen anderer Traditionen bewahren.
Bezüge zu Yoga, Meditation und verwandten Schriften
Das Tiruvasagam bereichert die Beschäftigung mit Yoga und Meditation durch seine Sprache des Vertrauens, der Selbsterkenntnis und der Hingabe. Seine Gebete führen die Aufmerksamkeit immer wieder zurück zum göttlichen Gegenüber. Wer sich vor der Meditation innerlich gesammelt hat, kann einige Zeilen langsam lesen, ihren Sinn bedenken und anschließend in der Stille verweilen. Manchmal begleitet ein einziges Bild den ganzen Tag: das Herz als Tempel, der göttliche Name oder das Licht, das inmitten der Unruhe gegenwärtig bleibt.
Als heutige Anregung zur persönlichen Lektüre bietet es sich an, einen Vers auszuwählen, der die eigene Situation berührt. Eine Bitte kann zum Gebet werden, ein Lobvers zum Ausdruck der Dankbarkeit, ein Lied über den Dienst zum Anstoß für eine konkrete liebevolle Handlung. So können die Worte des Tiruvasagam im Alltag weiterwirken.
Für die shivaitische Lehre bieten Sivajnana Bodham, Tiruvundiyar und Unmai Neri Vilakkam weiterführende Vergleichsmöglichkeiten. Das Tirumantiram erschließt Verbindungen zu Yoga und Agama; Vijnana Bhairava Tantra und Shiva Sutra ermöglichen einen Vergleich mit anderen shivaitischen Zugängen. Diese Werke besitzen eigene Entstehungsgeschichten und Lehrprofile. Die tamilischen Siddha-Dichtungen wie Agathiyar Jnanam setzen wiederum andere Akzente. Im Vergleich mit den Vishnu-Hymnen Tiruvaymoli und Tiruppallandu werden sowohl gemeinsame Ausdrucksformen tamilischer Bhakti als auch die Besonderheiten der jeweiligen Tradition deutlich.
Mit dem Tiruvasagam das Herz öffnen
Am Ende des Tiruvasagam steht das Staunen über empfangene Gnade. Der Mensch, der sich verloren glaubte, erfährt sich als angenommen. Seine Vergangenheit verschwindet damit nicht aus dem Gedächtnis; sie erscheint im Licht einer Liebe, die ihm einen neuen Anfang schenkt. Aus dieser Erfahrung wächst der Ausruf des letzten Gesangs: „Ach, welches Wunder!“
Diese Bewegung kann auch die eigene Lektüre tragen. Ein Wort des Dankes, eine aufrichtige Bitte oder ein Augenblick stiller Hinwendung darf zum Anfang werden. Die Verse laden dazu ein, das Herz für Shiva zu öffnen und diese Offenheit im Umgang mit anderen Menschen lebendig werden zu lassen. So klingt das Tiruvasagam weiter: im Gebet, in der Stille und in einer Liebe, die sich verschenkt.
Hinweise zur Übersetzung, Transliteration und Textfassung
Übersetzungsweise
Die deutsche Fassung ist eine eigens formulierte Prosaübersetzung des vollständigen hier wiedergegebenen Textes. Sie folgt möglichst unmittelbar dem Tamilischen, benutzt jedoch G. U. Popes gemeinfreie Übersetzung von 1900 durchgehend als sprachliche und sachliche Vergleichshilfe. Wo Pope kürzt, umdeutet oder eine andere Lesart voraussetzt, wurde der Tamil-Text gesondert herangezogen. Wiederholungen, Gebetsrufe und einzelne körperbezogene Bilder sind deshalb auch dort erhalten, wo sie in seiner englischen Wiedergabe fehlen. Die Übersetzung ersetzt keine historisch-kritische Edition.
Die deutschen Kapitelbezeichnungen sind Lesehilfen. Die in manchen Tamil-Ausgaben zusätzlich unter den Titeln stehenden dogmatischen Kurzbeschreibungen wurden nicht als Verse in den Originaltext eingereiht. Auch die erläuternden Texte dieses Artikels sind klar von den übersetzten Gesängen getrennt. „Shiva“, „Vishnu“ und „Brahma“ werden im Deutschen in geläufiger Schreibweise verwendet; dichterische Beinamen bleiben dort erhalten, wo sie für das Bild wesentlich sind.
Umschrift und Aussprache
Die Transliteration bildet die tamilischen Schriftzeichen systematisch mit lateinischen Buchstaben ab. Lange Vokale erscheinen als ā, ī, ū, ē, ō. Die Zeichen ṭ, ṇ, ḷ, ḻ, ṟ und ṉ halten wichtige tamilische Lautunterschiede auseinander. ṅ, ñ und ṇ bezeichnen verschiedene Nasale. ḻ steht für den charakteristischen tamilischen Laut des Buchstabens ழ; es ist weder ein gewöhnliches deutsches „l“ noch einfach ein „sch“. Die Umschrift ist keine deutsche Lautschrift und auch keine IAST-Umschrift eines Sanskrit-Textes.
Ein einzelner tamilischer Konsonantenbuchstabe kann je nach Stellung unterschiedlich ausgesprochen werden. Deshalb erscheint beispielsweise der tamilische Name in der zeichengetreuen Umschrift als Civaṉ, im deutschen Begleittext aber als „Shiva“. Die Wortabstände und dichterischen Verbindungen der gewählten Tamil-Fassung bleiben grundsätzlich erhalten; eine mündliche Rezitation kann die Wörter anders gliedern. Die Schreibweise Tiruvācakam entspricht der wissenschaftlichen Umschrift, während Tiruvasagam als gebräuchlicher deutscher Artikeltitel verwendet wird.
Textkorrekturen und zusätzliche Strophen
Die Project-Madurai-Abschrift enthält einzelne erkennbare Übertragungsfehler, darunter versehentlich eingestreute lateinische Buchstaben. Diese wurden vor der Erstellung der Umschrift bereinigt. Inhaltlich relevante Korrekturen wurden mit weiteren Tamil-Zeugnissen abgeglichen. Dazu gehören Namacivāya in 5.62, das Erkennen statt der Nahrung in 11.18, „König der Stadt Tillai“ in 13.4, Brahmas Haupt und der Opferherr in 14.13–14 sowie die Hölle statt einer Stadt in 31.1. Die Vergleichsstellen sind in der Tamil Virtual Academy zugänglich: Gesang 11, Gesang 13 und Gesang 31. Gesang 49 wird durchgehend nach der Tamil Virtual Academy wiedergegeben; so bleibt auch die in der Hauptabschrift ausgefallene zweite Zeile von 49.2 erhalten. Die drei Schlussstrophen 51.10–51.12 stehen in der Hauptquelle und in einer weiteren gedruckten Tamil-Ausgabe, fehlen jedoch in Popes englischer Übertragung.[7][8][5]
Besonders deutungsbedürftige Stellen
Gesang 3 und Gesang 4: Die kosmischen Naturbilder, die Aufzählung von Heiligtümern und die Darstellung der Entwicklung im Mutterleib gehören zur religiösen Dichtung und zum historischen Vorstellungsraum. Sie sind nicht als moderne naturwissenschaftliche oder medizinische Beschreibungen gemeint. Einzelne alte Ortsnamen lassen sich nicht sicher mit heutigen Orten gleichsetzen.
5.26: Die knappe Wendung „beides nicht besitzend“ wird hier auf ausbleibende Frucht im Diesseits und Jenseits bezogen. Andere Auslegungen beziehen sie auf die beiden Arten des Karma. Siehe die tamilische Worterklärung bei Shaivam.org.
5.49: Die Wendung „acht und zwei“ besitzt eine verdichtete symbolische Bedeutung. Die Übersetzung bewahrt die Zahlen, statt eine einzelne esoterische Auslegung als gesichert einzusetzen.
Gesang 6: Der wiederkehrende Ruf wird als flehende Frage „Willst du mich verlassen?“ wiedergegeben. Das erhält den Charakter der Bitte; Popes vergangenheitsbezogene Formulierung legt bereits vollzogene Verlassenheit näher.
Gesänge 7, 8, 11 und 14–16: Die Spiel- und Refrainwörter sind nicht durchweg wie gewöhnliche Aussagesätze übersetzbar. „Hört, ihr Mädchen!“ für den Pavai-Ruf ist eine freie funktionale Wiedergabe. Ammanai, Tellenam, Undi und Tonokkam bleiben als Bezeichnungen der jeweiligen Lied- oder Spielform erkennbar. Die konkrete Ausführung der alten Spiele wird hier nicht als sicher rekonstruiert vorausgesetzt.
14.20: Der knappe Hinweis auf die Seher, ihr Gewand und den Schutz des Himmels ist eine schwer aufzulösende mythische Anspielung. Die Übersetzung bleibt eng bei den Bildern; eine weitergehende Identifikation der Erzählung wird nicht behauptet.
29.5: Die körperlichen Bilder des tamilischen Textes, die Pope nur unvollständig wiedergibt, wurden in die deutsche Fassung aufgenommen.
43.1–43.10: Der Refrain ehrt diejenigen, die Shivas Handeln erkennen, als „unsere Gebieter“. Er wurde nicht als Behauptung übersetzt, sie würden einfach „eins mit unserem Herrn“.
49.1–49.8:Ākatē wird hier mit Pope und einer tamilischen Worterklärung als rhetorische Frage verstanden: „Wird nicht …?“ Die Fragen vergegenwärtigen die verwandelnde Begegnung mit Shiva. Andere Kommentierungen lesen den wiederkehrenden Ausdruck verneinend und beziehen ihn auf das Verschwinden gesonderter Wahrnehmungs- und Handlungsvorgänge in der höchsten Erfahrung. Diese Deutungen sind nicht identisch. Besonders 49.2 sowie einzelne Fragen in 49.7–49.8 bleiben auslegungsbedürftig; die gewählte deutsche Fassung ist eine begründete Lesart.[9]
50.2: „Ein fremder Gast“ gibt die distanzierende Bildwirkung von viruntu in der Klage des Zurückgebliebenen wieder. Die knappe Verbindung mit „meinem Leid“ lässt auch andere Nuancen zu; Pope gibt sie sinngemäß als Wahrnehmen des Leids wieder.
51.10–51.12: Diese zusätzlichen Schlussstrophen werden vollständig mitgeführt. Die besonders verdichteten Aussagen von 51.10 und 51.11 sind im Übersetzungstext als unsicher markiert.
Videos und Yoga-Vidya-Seminare
Om Namah Shivaya: Mantra und Bedeutung
Sukadev erläutert das Shiva-Mantra. Der Vortrag bietet einen Zugang zum heiligen Namen, mit dessen Lob das Tiruvasagam beginnt.
Diese Aufnahme aus dem Yoga-Vidya-Satsang lädt zum gemeinsamen Singen von Om Namah Shivaya ein. Sie ergänzt die Beschäftigung mit Shiva-Bhakti; sie ist keine Vertonung des Tiruvasagam.
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…
Vedamurti Dr Olaf Schönert
Meditationsseminare
Meditationsseminare können eine regelmäßige persönliche Praxis unterstützen. Die Angebote der folgenden Feeds beziehen sich auf diese Themenbereiche und sind nicht notwendigerweise spezielle Tiruvasagam-Kurse.
Erfahre in dieser Ausbildung die Tiefen der Meditation. Meditation ist neben Yoga die wichtigste Übung aller spirituellen Wege. Wer täglich Yoga und M…
Erfahre in dieser Ausbildung die Tiefen der Meditation. Meditation ist neben Yoga die wichtigste Übung aller spirituellen Wege. Wer täglich Yoga und M…
Project Madurai: Tiruvācakam des Manikkavacakar, E-Text 0003, Teil I und Teil II. Tamilischer Volltext; Grundlage dieser Ausgabe mit den oben genannten Korrekturen. Die digitale Aufbereitung geht auf K. Kalyanasundaram und weitere Mitarbeitende von Project Madurai zurück.
G. U. Pope: The Tiruvāçagam or “Sacred Utterances” of the Tamil Poet, Saint, and Sage Māṇikka-Vāçagar. The Tamil Text of the Fifty-one Poems, with English Translation, Introductions, and Notes. Clarendon Press, Oxford 1900. Gemeinfreie historische Vergleichsübersetzung; bei Project Madurai digital zugänglich als E-Text 0094 und E-Text 0222.
Tamil Virtual Academy: Online-Ausgabe des Tiruvasagam. Ergänzende Tamil-Lesarten und Erläuterungen; insbesondere die Gesänge 14, 24 und 49.
Tamil Digital Library: digitalisierte Druckausgabe Tiruvasagam, Kennung TVA_BOK_0007549; ergänzender Abgleich der drei zusätzlichen Schlussstrophen.
↑ 3,03,1The recordings, Begleittexte zu historischen Tamil-Tonaufnahmen von Hilko Wiardo Schomerus, aufgenommen 1929 in Madras. Siehe CD 1, Nr. 4 und Nr. 23, PDF-Seiten 4 und 23: Einordnung des Tiruvasagam als achtes Tirumurai und vorsichtige Datierung Manikkavacakars ins 9. Jahrhundert.
↑ 4,04,1G. U. Pope: The Tiruvāçagam or “Sacred Utterances” of the Tamil Poet, Saint, and Sage Māṇikka-Vāçagar. Clarendon Press, Oxford 1900. Digitalisierte englische Übersetzung bei Project Madurai: Teil I, Gesänge 1–24 und Teil II, Gesänge 25–51. Als historische Übersetzungshilfe verwendet; Popes eigene religiöse Wertungen wurden nicht übernommen.
↑ 5,05,1Tamil Virtual Academy: Tiruppadai Atchi, vollständiger Tamil-Text. Für Gesang 49 anstelle der fehlerhaften Project-Madurai-Abschrift verwendet. Die bei Project Madurai in Strophe 49.2 fehlende zweite Zeile steht in dieser Fassung.