Pingala

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Das menschliche Energiesystem: Nadis, Chakren, Marmapunkte

1. Pingala (Sanskrit: पिङ्गल piṅgala adj. u. m.) rötlich, braun, gelblich; Name eines Weisen, Verfasser eines Werkes zur Metrik namens "Pingala Chhandah Shastra". Pingala lebte vermutlich im 2. Jahrhundert nach Christus. Name eines Schlangenkönigs, der auch den Fortschritt symbolisiert.


2. Pingala (Sanskrit: पिङ्गला piṅgalā f.) eine der drei Hauptnadis (Energiekanäle); sie befindet sich auf der rechten Körperhälfte bzw. rechts der Wirbelsäule und ist mit der Sonnenenergie verbunden; ein Beiname der Lakshmi; Indisches Rosenholz (Shimshapa); Gelbwurz (Haridra); eine Blutegelart; eine Eulenart; Gallenstein des Rindes; Glockenmetall.


Sukadev über Pingala

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Pingala

Pingala heißt zum einen die Farbe golden und rot, rötlich, golden-rötlich ist Pingala. Pingala ist ein Nadi, also ein Energiekanal und zwar der Energiekanal, der Träger ist von Surya, der Sonnenenergie. Und die Sonnenenergie ist ja auch golden, und sie ist golden bis rot, rötlich. Bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist sie eher rötlich und in der Mitte ist sie eher golden. Pingala ist dieses Farbspektrum und Pingala ist Träger der Sonnenenergie. Es gibt auch Ida, Träger der Mondenergie.

Beide, Ida und Pingala, haben ihren Ursprung im Kanda, in der Wurzelknolle unten im Beckenbodenbereich. Dann verläuft Pingala in der rechten Seite des Körpers und kreuzt dann zur linken Hirnhälfte, kreuzt wieder im Punkt zwischen den Augenbrauen und endet am Nasenloch. Und Ida, umgekehrt, beginnt am linken Nasenloch, an der Nasenmulde, geht dann durch den Punkt zwischen den Augenbrauen durch die rechte Hirnhälfte, kreuzt dann wieder und lenkt die linke Körperhälfte. So ist Ida links und Pingala ist rechts. Ida ist Mond, Pingala ist Sonne. Ida steht für das Empfangen, Pingala für das Geben. Ida steht für das Intuitive, Pingala steht für das Rationale. Ida steht für das Nachgeben, Pingala steht für das Sich-Durchsetzen.

Und so gibt es eine Wissenschaft des Yoga, die nennt sich Swara Yoga. Swara Yoga ist die Kunst, mit Ida und Pingala zu arbeiten, mit Sonnen- und Mondenergie zu arbeiten, herauszufinden, welche dieser beiden Energien gerade überwiegt, und dann das zu tun, was dieser Energie entspricht. Ida und Pingala, zwei Energiekanäle. Pingala, der Energiekanal auf der rechten Körperhälfte, Träger der Sonnenenergie, oft auch gesagt, der männlichen Energie, golden bis rötlich, das ist alles Pingala.

Pingala ist auch der Name einer Heiligen, die mal eine Prostituierte war, aber dann durch die Wiederholung eines Mantras zur Selbstverwirklichung gelangt ist. Pingala auch deswegen, weil sie wahrscheinlich blonde oder rötliche Haare hatte, und sie galt als besonders schön. Das findest du auch manchmal in den Schriften, das Beispiel von Pingala. Egal, in welchen Lebensumständen du bist, egal, was du mal getan hast, egal, welche Kindheit zu hattest – denn Pingala hatte keine schöne Kindheit, es gab Gründe, weshalb sie eine Ganika, also eine Prostituierte, war, vielleicht sogar sein musste. Sie hat aber auch die Selbstverwirklichung erreicht.

Pingala wird aber meistens gebraucht im Kontext mit den drei Haupt-Nadis, Ida, Pingala und der dritte Nadi ist die Sushumna, die feinstoffliche Wirbelsäule. Wenn Pingala in dir stärker ist, was du daran merkst, dass dein rechtes Nasenloch offener ist, dann bist du eher aktiv, du kannst Dinge verändern, Dinge in die Wege leiten. Wenn das rechte Nasenloch etwas geschlossener ist als das linke, dann ist Ida aktiver und dann ist es besser, Neues zu lernen, offen zu sein, einfach zuzuhören und zu spüren, zu fühlen und weniger zu tun. Das sind aber nur ein paar Aspekte. Wie gesagt, es gibt die ganze Wissenschaft von Swara Yoga, und die Wissenschaft des Swara Yoga findest du auch beschrieben auf den Yoga Vidya Seiten, da musst du nur „Swara Yoga“ eingeben. Und auch über Pingala kannst du noch mehr finden auf www.yoga-vidya.de.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

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