Osteoporose

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Hormonyoga ist eine wirksame Form der Osteoporose-Prävention

Unter Osteoporose (Wortbedeutung = poröser, brüchiger Knochen) versteht man eine Knochenkrankheit, die zum fortschreitenden Abbau von Knochensubstanz und Knochendichte führt, wodurch der Knochen sehr viel anfälliger wird für Knochenbrüche (Frakturen). Die Krankheit tritt meist in fortgeschrittenem Alter auf und betrifft insbesondere Frauen nach den Wechseljahren, kann jedoch auch durch andere Krankheiten oder als Nebenwirkung von Medikamenten ausgelöst werden. Sämtliche Knochen des Skeletts können betroffen sein; die häufigsten Brüche sind Wirbelbrüche, gefolgt von Schenkelhalsfrakturen. In selteneren Fällen können Osteoporosen auch bei jüngeren Menschen auftreten, z. T. mit ungeklärter Ursache.

Mögliche Ursachen von Osteoporose aus klinischer Sicht

Gebrechlichkeit im Alter muss nicht sein

Die folgenden Faktoren können zur Entstehung einer Osteoporose beitragen:

  • Altersosteoporose
  • Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren
  • Osteoporose ungeklärter Ursache bei jüngeren Menschen

Seltener auftretend (sogenannte sekundäre Osteoporose):

  • Hormonelle Störungen
  • Unterernährung, Vitamin B12- und Folsäuremangel, Magersucht, chronisch schlechte Aufnahme von Nährstoffen (Malabsorption), Fehlernährung mit viel Fleisch und wenig Obst und Gemüse
  • Bewegungseinschränkungen (ein nicht belasteter Knochen bildet sich zurück)
  • Krankheiten (wie Erkrankungen des Knochenmarks, entzündliche Erkrankungen wie Polyarthritis, Morbus Crohn, erbliche Erkrankungen)
  • Langzeitverabreichung von Medikamenten (Verabreichung von Hydrokortison, Blutgerinnungshemmern, Aromatasehemmern, Magensäureblockern, Schilddrüsenhormonen, Medikamenten, die die Östrogenbildung hemmen, Zytostatika, Lithium, Mißbrauch von Abführmitteln, u.a.)

Diagnose

Die Diagnosestellung bei Osteoporose erfolgt zunächst einmal über das Beschwerdebild des Patienten (starke Rückenschmerzen, oft durch Wirbelbrüche verursacht) und über den Vergleich der Körpergröße, da sich die Körpergröße durch Wirbeleinbrüche und Rundrückenbildung verringert. Ebenso verringert sich der Abstand von Rippenbogen und Beckenkamm, der ertastet werden kann. Es bilden sich typische Hautfalten im Rücken, im Bereich der Brustwirbelsäule entsteht häufig ein Rundrücken, im Bereich der Lendenwirbelsäule eine Skoliose (seitliche Verkrümmung).

Prävention

Für die Prävention wichtig ist vor allem, dass das Skelett belastet wird, da sich nur bei Belastung - also Bewegung - neuer Knochen bildet. Zwar sind hierfür auch andere Sportarten geeignet, aber Yoga ist besonders gelenkschonend und sorgt auch für die nötige Entspannung und Achtsamkeit, die bei herkömmlichen Sportarten oft zu kurz kommt. Auch die Muskulatur wird gestärkt, die ebenfalls am Knochen zieht und dadurch den Aufbau von Knochensubstanz anregt.

Zudem wird durch bestimmte Asanas die Hormonproduktion angeregt. So kann gerade bei Frauen nach der Menopause der Östrogenspiegel durch Hormonyoga auf natürliche Weise angehoben werden, so dass das Skelett elastisch bleiben kann und nicht porös und brüchig wird.

Der Ayurveda empfiehlt insbesondere Vata-Typen, den Körper als Prophylaxe zweimal in der Woche mit ayurvedischen Ölen einzuölen. Ayurvedische Öle eignen sich auch hervorragend für die Behandlung von Osteoporose (siehe Therapie unten).

Der Körper benötigt ferner Sonnenlicht (Tageslicht) zur Bildung einer hinreichenden Menge an Vitamin D für den Knochenaufbau. Ein mindestens halbstündiger Spaziergang an der frischen Luft, auch bei Regenwetter, sollte täglich ermöglicht werden.

Schließlich lässt sich die Knochenstruktur auch durch eine gesunde Ernährung positiv beeinflussen. Dunkelgrüne Gemüsesorten wie Brokkoli und Grünkohl enthalten viel Kalzium, ebenso Nüsse, während die These, Käse und Milch seien großartige Kalziumlieferanten, mittlerweile widerlegt ist. Zwar enthalten diese Produkte viel Kalzium, doch wer tierische Produkte zu sich nimmt, scheidet auch mehr Kalzium aus. Zudem haben viele Menschen im Erwachsenenalter eine Laktoseintoleranz, wodurch Milchprodukte oft zu Durchfällen führen, die Nahrung also kaum verwertet werden kann.

Schließlich sollte die Ernährung möglichst basisch sein, um Übersäuerung durch Weißmehl, tierische Proteine, Fleisch- und Wurstwaren zu vermeiden; auch Alkohol, Cola, Kaffee, (schwarzer) Tee und Nikotin sollten gemieden werden.

Therapieansätze

In der westlichen Schulmedizin werden häufig über einen längeren Zeitraum Medikamente mit starken Nebenwirkungen verabreicht. Dazu gehören beispielsweise die sehr umstrittene medikamentöse Hormonersatztherapie (Östrogene), die Verabreichung von Wachstumshormonen und andere eher risikoreiche Behandlungsformen.

Es gibt jedoch auch sanfte Wege der Therapie, die ebenso wirkungsvoll sind. Yoga und Ayurveda eignen sich, auch kombiniert, besonders gut zur Behandlung von Osteoporose und haben keine negativen Nebenwirkungen.

Ayurveda bei Osteoporose

Hier ein paar Ayurveda Tipps zum Thema Osteoporose:

Abhyanga

Sehr hilfreich bei Patienten mit Osteoporose sind die ayurvedischen Ölmassagen (Abhyanga) ("Einsalbung"), die generell Menschen mit extremen Vata-Störungen (d.h. Unruhe, trockener Haut, Problemen mit dem Skelett) gut tun.

Vor Verabreichung dieser Ölmassagen ist dafür zu sorgen, dass der Patient nicht unter Verstopfung leidet, da bei der Massage Gifte gelöst werden, die in den Verdauungstrakt wandern und von dort so zügig wie möglich ausgescheiden werden sollen.

Bei Osteoporose können diese Ölmassagen zu einer starken Besserung beitragen. Das ausgezehrte Gewebe wird genährt und es kann so neuer Knochen gebildet werden.

Der schweizerische Ayurveda-Spezialist Hans Heinrich Rhyner berichtet in seinem Fachbuch "Das neue Ayurveda Praxis-Handbuch" von einer an starker Osteoporose leidenden 80-jährigen Patientin, die auf Krücken in seine Praxis kam. Nach der Ölmassage ging sie zum ersten Mal seit Jahren in die Stadt zum Einkaufen. Diese erhebliche Besserung war nach Rhyner in seiner Praxis kein Einzelfall.

Khadivasti

Als zusätzliche Verstärkung kann, beispielsweise bei degenerierten Wirbeln, Khadivasti hinzugezogen werden. Khadivasti ist eine Therapie, die für Menschen mit Rückenleiden besonders interessant ist. Mit ihr lassen sich sehr wirkungsvoll auch Schultergürtelverspannungen, Ischias-, Gelenk- und Nervenbeschwerden und Diskushernie behandeln.

Sind Rückenwirbel betroffen, soll der Patient vor der Anwendung seinen Darm leeren, da er längere Zeit auf dem Bauch liegen muss.

Für die Anwendung wird eine Teigrolle aus Kichererbsen- und Dinkelmehl geknetet; die Enden werden miteinander verknetet und auf den betroffenen Körperteil des Patienten aufgebracht. In das Innere des so entstandenen "Damms" wird warmes Öl gegossen, das von Zeit zu Zeit abgesaugt und neu aufgefüllt wird, damit die Temperatur angenehm bleibt. Das Öl hat nährende Wirkung, sollte daher bei Vata-Konstitutionen oder -störungen doppelt so lange einwirken wie bei Kapha.

Yoga bei Osteoporose

Wie oben bereits erwähnt, soll auch bei Osteoporose das Skelett bewegt werden, da sich ansonsten der Knochen noch weiter zurückbildet. Es versteht sich aber, dass, je nach Fortschritt der Krankheit, Vorsicht geboten ist.

Sanfte Yogaübungen und Hormonyogaübungen bieten sich an, wobei vorab mit dem Hausarzt zu klären ist, welche Übungen der Patient neben seinen möglichst täglichen Spaziergängen ausführen darf.

Vermieden werden sollte in jedem Fall der Kopfstand wegen der Gefahr schmerzhafter Wirbelfrakturen. Bei noch nicht fortgeschrittener Osteoporose kann der Schulterstand geübt werden, der eine positive Wirkung auf die Schilddrüse hat und die Östrogenbildung anregt (Hormonyoga). Gut sind in diesem Stadium auch Übungen, bei denen Kraft aufgewendet werden muss (Hund, Delphin), da hierdurch der Knochen wieder besser versorgt wird.

Bei fortgeschrittener Erkrankung sollte jedoch auch der Schulterstand nicht mehr ausgeübt werden, da die Knochen leicht brechen können. Der Patient sollte sich dann - nach Rücksprache mit seinem Arzt - auf isometrische Übungen beschränken, eventuell vorsichtiges Krafttrainung und Walken praktizieren und viel Tiefenentspannung mit Visualisierung der Selbstheilungskräfte üben (der Filmemacher Clemens Kuby heilte seine Querschnittslähmung nach einem Sturz aus dem Fenster durch Visualisierung). Hierzu eignen sich neben der Tiefenentspannung auch verwandte Techniken wie Autogenes Training und Hypnose.

Heilmeditationen

Heilmditationen können den Regenerationsprozess unterstützen. Siehe hierzu den Abschnitt Heilmeditationen unter: Rücken

Siehe auch

Literatur

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