Rama

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Rama ist einer der wichtigsten Aspekte Gottes in der indischen Mythologie, im Hinduismus. Erfahre hier einiges über die Wortbedeutung von Rama, die Bedeutung von Rama in der hinduistischen Mythologie, die Symbolik von Rama für einen Yoga Aspiranten. Mit einigen Geschichten aus der Ramayana, dem Epos rund um Rama, seine Frau Sita, seine Geschwister Bharata und Lakshmana sowie den Dämonenkönig Ravana.

Etymologie - Begriffsherkunft des Sanskrit Wortes Rama

1. Rama (Sanskrit: राम rāma adj., m. u. n.) freudevoll, angenehm, liebevoll; derjenige der voller Freude ist; derjenige, der Freude und Liebe schenkt; dunkelfarbig, schwarz; erfreuend, entzückend, lieblich, reizend; eine Hirschart; Pferd; Liebhaber; Lust, Freude; ein Beiname Varunas; Dunkel; das Blatt der Zimtkassie (Tvakpattra); Weißer Gänsefuß (Vastuka); die siebente Inkarnation des Gottes Vishnu; Es gibt die drei Ramas: Parashurama, Ramachandra und Balarama.

Sita, Rama, Lakshmana und Hanuman auf einem Tempelfries in Kumbakonam, Tamil Nadu

2. Rama (Sanskrit: रामा rāmā f.) eine wunderschöne Frau; Beiname von Sita; eine Schöne, Geliebte, Frau; Ashokabaum; eine weiß blühende Varietät des Gelbbeerigen Nachtschattens (Kantakari); Asant, Asafoetida (Hingu); Echte Aloe (Ghritakumarika).

3. Rama (Sanskrit रमा ramā f.), Glück, Strahlen, Freude, Überfluss; die voller Liebe ist, die Geliebte, die voller Freude ist; die Freundliche; Beiname von Lakshmi; Frau.


Der Gott Rama

Rama, der freudvoll Strahlende

Rama ist ein Gott im Hinduismus. Er gilt als die siebente Inkarnation des Gottes Vishnu. Er inkarnierte sich auf der Welt, um Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit in der Welt wiederherzustellen. Rama wird auf Abbildungen oder Murti (Statuen) oft mit seiner Frau Sita und seinem Diener und Verehrer dem Affengott Hanuman dargestellt. In seinen Händen trägt er Pfeil und Bogen, die symbolisieren, dass er bereit ist, die Dämonen (menschliche schlechte Eigenschaften), die das Böse in der Welt aufrechterhalten wollen, zu töten.

Er lehrt beispielhaft, wie man ein ideales Leben in der Welt führt. In allen Aspekten gilt er als der perfekte Mensch: Als Gott, König, Ehemann, Sohn, Vater und Freund. In dem großen Epos "Ramayana" von Valmiki, wird die Geschichte von Ramas Inkarnation als Sohn König Dasharathas und dessen Gattin Kausalyas auf der Welt beschrieben. Aufgrund einer Intrige seiner Stiefmutter Kaikeyi wurde Rama für 13 Jahre ins Exil verbannt. 12 Jahre lang sollte er im Wald leben, das 13. Jahr unerkannt in der Stadt. Während dieser Zeit beschlossen seine Untertanen keine Lichter in der Stadt anzuzünden. Lakshmana, Ramas Bruder und seine Frau Sita, begleiteten Rama ins Exil. Aufgrund einer List wurde Sita von dem Dämonenfürsten Ravana nach Lanka entführt. Hanuman und Rama fanden und befreiten sie. Nachdem das 13. Exiljahr vorbei war, wurde Ramas Rückkehr mit Freudenfeuern gefeiert.

Rama Avatar

Ravana, der fürchterliche König der Dämonen hatte durch viele spirituelle Praktiken sehr viel Macht aufgebaut und war inzwischen beinahe unbesiegbar geworden. Als sich die Götter nicht mehr wussten, wie sie gegen Ravana bestehen konnten, baten sie Vishnu, er möge etwas gegen Ravana unternehmen.

Vishnu inkarnierte sich dann als die vier Söhne Dasharathas. Als vollständige Inkarnation in seinem ältesten Sohn Rama und als Teilinkarnation in Bharata, Lakshmana und Shatrugna, Ramas Halbbrüdern.

Als später dann Rama zum König gekrönt hätte werden sollen, verbannte Dasharatha Rama für vierzehn Jahre ins Exil. Dasharatha war gezwungen, das zu tun wegen einem Versprechen, das er Kaikey, der Mutter Bharatas, gegeben hatte. Lakshma und Sita, Ramas Frau, begleiteten Rama ins Exil. Während dieser Zeit warb Shurpanaka, eine Schwester des Dämonenkönigs Ravana um Rama. Dieser erklärte ihr, dass er schon vergeben sei, er sei mit Sita verheiratet. Daraufhin wollte Shurpanaka Sita töten, aber Lakshmana war auf der Hut, und er hackte Shurpanaka Nase und Ohren ab.

Jammernd stand diese dann vor ihrem Bruder Ravana. Und weil er sie aus Liebe zu Sita so zugerichtet hatte, wollte er Rama dadurch bestrafen, dass er Sita für sich nahm. Durch eine List lockte er Rama und Lakshmana von Sita weg und entführte sie nach Lanka. In der folgenden Zeit wanderte Rama und Lakshmana mehr oder wenig ziellos umher, um Sita zu finden. Sie gewannen dabei die Hilfe von Sugriva, dem König der Affen. Deren Minister, Hanuman, brachte ihnen dann die Nachricht, dass sich Sita auf Lanka befände.

So bauten sie zusammen mit den Affen eine Brücke nach Lanka, wo es zur großen Schlacht mit den Dämonen kam. Dabei erfüllte Vishnu, in der Form als Rama seine Bestimmung und vernichtete Ravana.

Auszug aus dem Ramayana

Auszug aus der Übersetzung des Ramayana von Swami Sivananda, Divine Life Society, 1996.

Ramas Geburt

Ravana wurde zum Tyrann und unterdrückte die Menschen in einer Schreckensherrschaft. Die Erde nahm die Gestalt einer Kuh an und ging zusammen mit den Devas und den Rishis zu Brahma. Brahma ging mit ihnen zu Hari (Vishnu) und sagte: “Oh Herr! Inkarniere dich als Mensch und töte Ravana, den Feind der Devas. Er ist grausam und hochmütig geworden.“ Hari sprach: "Habt keine Furcht, Ihr Devas! Ich werde als Dasharathas Sohn geboren werden. Die Devas werden sich als Affen inkarnieren, meine Yoga Maya wird zu Sita. Shesha wird sich als Lakshmana inkarnieren, mein Muschelhorn wird zu Bharata, mein Diskus wird die Gestalt Shatrughnas annehmen. Ravana wird im Nu getötet werden.“

König Dasharatha hatte keinen Sohn und grämte sich deswegen sehr. Er trat vor Sri Vasishta und öffnete ihm sein Herz. Vasishta tröstete Dasharatha und riet ihm Putreshti auszuführen. Dasharatha befolgte seinen Rat. Er bekam Payasa von Agni und gab es seinen drei Frauen: Kausalya, Sumitra und Kaikeyi. Daraufhin wurden Rama, Lakshmana, Bharata und Shatrughna, als seine Söhne geboren. Sie waren wohl bewandert in den Veden. Sie waren meisterhafte Bogenschützen, sie waren geschickte Reiter, sie waren Meister der Kriegskunst.

Rama wird oft mit Pfeil und Bogen dargestellt, seine Waffen, mit denen er die Guten beschützt und die Dämonen bekämpft.

Ramas Hochzeit

Der Rishi Vishvamitra kam nach Ayodhya. Er suchte Dasharatha in seinem Thronsaal auf und sagte zu ihm "Gebe mir Rama, oh König! Damit er meine Opfer wohl beschütze. Die [[[Rakshasa|Rakshasas]] Maricha und Subahu werfen Knochen und Blut in das Opferfeuer und richten allerlei Unheil an. Der tapfere Rama allein vermag sie zu töten.“ König Dasharatha bekam Angst. Er bat Guru Vasishta um Rat: "Was soll ich jetzt tun? Ich kann es nicht ertragen, von Rama getrennt zu werden.“

Vasishta sprach zu Dasharatha: “Oh König, gräme dich nicht im Herzen. Rama ist kein menschliches Wesen, er ist Hari selbst, geboren, um die Qual der Erde zu lindern. Er ist geboren, um Ravana zu töten. Du hast dich in Tapas geübt, um ihn als Sohn zu bekommen. Vishvamitra ist nun zu dir gekommen, um Rama mit Sita zu vereinen. Lass ihn mit dem Rishi ziehen, und du empfange seinen Segen.“ Dasharatha tat wie sein Guru ihm geheißen.

Rama folgte Vishvamitra, und auch Lakshmana ging mit ihnen. Er hatte Pfeil und Bogen in seiner Hand. Vishvamitra lehrte Rama die Wissenschaft von Bala und Atibala: Die Kontrolle über Durst, Hunger und Schlaf. Die Überwindung von Müdigkeit und Anspannung. Gemeinsam überquerten sie den Ganges und kamen zu einem dichten Wald, wo die schreckliche Tataka lebte, die ihre Gestalt nach belieben wechseln konnte.

Visvamitra sagte zum tapferen Rama: "Oh Prinz, töte diese scheußliche Rakshasi. Sie frisst Brahmins, Munis und Kühe, sie treibt ihr schreckliches Unwesen hier.“ Rama ergriff seinen mächtigen Bogen, spannte die Sehne und durchbohrte Tatakas Brust mit Pfeilen. Sie war auf der Stelle tot. Danach ging Rama zu Gautamas Ashram, der verwüstet aussah. Dort saß Ahalya versteinert, für niemanden sichtbar, ernährte sie sich nur von Luft. Rama berührte den Stein mit seinem Fuß und siehe da, Ahalya erwachte aus ihrer Starre und nahm wieder ihre ursprüngliche Gestalt an. Sie wusch Ramas Füße und pries ihn aus tiefstem Herzen.Danach ging Rama zu Vishvamitras Ashram. Er tötete Subahu, warf Maricha ins Meer und vollendete Vishvamitras Opferung.

Dann führte Vishvamitra Rama und Lakshmana nach Mithila, wo der weise Janaka regierte. Janaka erwies ihnen den gebührenden Respekt. Vishvamitra stellte ihm Rama und Lakshmana vor. Vishvamitra sprach: "Oh König Janaka, zeige Sri Rama deinen Bogen." König Janaka befahl seinen Ministern, Shivas Bogen herbei zu schaffen. Fünftausend starke Männer trugen den schweren, mit Edelsteinen besetzten Bogen. Sri Rama spannte die Sehne und der Bogen zerbrach zum Erstaunen des Königs. Aus dem Himmel regneten Blumen auf Rama, König Janaka umarmte Rama, und Sita legte eine goldene Kette um Ramas Hals.

Danach wurden Briefe an Dasharatha versandt. Alle eilten in der Begleitung ihres Gurus Vasishta aus Ayodhya herbei und der Tag für Ramas Hochzeit wurde festgelegt. Janaka legte die Hand von Sita in Ramas Hand. Er gab Urmila Lakshmana, Sutakirti Bharata und Mandavi Shatrughna zur Frau. Danach erzählte ihnen Janaka von der Geburt Sitas, wie sie bei einem Opferfest in einer Rille erschien, während der Grund der Opferstätte gereinigt worden ist. Danach pries Janaka Rama und gab dem Bräutigam reiche Geschenke. Dasharatha trat mit den seinem Gefolge die Heimreise nach Ayodhya an.

Der designierte Thronfolger

König Dasharatha sagte zu Vasishtha: "Ich bin alt geworden, Meister. Ich werde Rama zum Thronfolger ernennen. Ich bitte dich um deinen Segen." Dann rief er seinen ersten Minister Sumantra und trug ihm auf, alles vorzubereiten. Sumantra tat wie der König ihm geheißen und bereitete alles aufs Schönste vor. Dasharatha bat Sumantra, Rama zu ihm zu begleiten, Sumatra führte den Befehl des Königs aus. Dasharatha bat Rama, den Thron zu besteigen. Alle Bürger jubelten bei der Nachricht, Fahnen flatterten an jedem Haus, jedes Tor wurde mit Girlanden geschmückt, alle Wege wurden gekehrt und mit Wasser besprenkelt.

Rama und Sita fasteten, Rama kontrollierte seine Sinne. Beide schliefen auf einem Bett aus Kusa Gras, ihre Herzen waren von Freude erfüllt. Manthara, die Magd von Kaikeyi, betrat die Terrasse des Palastes, um den Grund des Lärms zu erfahren; sie sah all die Fahnen und Girlanden. Sie gierte danach, den Grund des großen Volksfestes zu erfahren. Sie fragte ein Dienstmädchen und lächelte dabei: "Sag mir den Grund für die große Freude des Volkes." Das Mädchen antwortete dem verlogenen Manthara: "Heute wird der König Rama auf Ayodhyas ruhmreichen Thron setzen; darum jubelt heute das ganze Volk."

Ramas Verbannung

Die buckelige und übelgesinnte Manthara trat an die schlafende Kaikeyi heran, und sagte zu ihr: "Wach schnell auf, Königin! Großes Unheil braut sich über dir zusammen. König Dasharatha wird heute seinen Ältesten Sohn Rama auf den Thron setzen. Du selbst wirst bald in einem Meer von Trauer ertrinken, du wirst zu Kausalyas Sklavin. Rama wird schon bald Bharata vertreiben, er wird die Herrschaft mit niemandem teilen. Du wirst im Palast keine Stimme mehr haben, Kausalya wird dich missachten. Kaikeyi sprach: "Manthara, gütig und weise, ersinne einen guten Plan, um den Thron für Bharata zu sichern; ich werde deinen Rat befolgen." Manthara sprach zu Kaikeyi: "Lege dir schmutzige Kleider an, werfe dich auf den nackten Boden, trage ein zorniges Gesicht zur Schau. König Dasharatha liebt dich sehr, er würde selbst sein Leben für dich geben. Bitte ihn um die zwei Gunstbeweise, die zu erfüllen er dir nach dem Devasura Krieg versprach:

Verbanne Rama in den dichten Wald, für neun Jahre und für fünf. Bitte Dasharatha, den tugendhaften König, Bharata auf den Thron zu setzen. Ist Rama in den Wald geschickt, kann dein Sohn seine Herrschaft in Ruhe festigen und sich auch danach behaupten. Seine Stellung wird gesichert sein." Der ruhmreiche Dasharatha betrat Kaikeyis Gemächer, und fand sie in erbarmungswürdigem Zustand, auf dem Boden liegend vor. Der große König war betrübt im Herzen. Er suchte sie zutrösten. Er sprach: "Steh auf, Kaikeyi. Ich werde dir jeden Wunsch erfüllen."

Die finster entschlossene Kaikeyi sprach: "O König, erinnere dich an dein Versprechen, zwei Gunstbeweise hast du mir geboten, als ich dich nach dem Krieg pflegte. Erfülle mir jetzt diese zwei Wünsche, schicke Rama für fünfzehn Jahre ins Exil, in den dunklen Wald, und setze Bharata auf den Thron." "O Kaikeyi, nimm das Königreich für deinen Sohn Bharata, meinen geliebten Rama kann ich nicht verbannen, die Trennung von ihm kann ich nicht ertragen. Rama liebt dich wie seine eigene Mutter, er war dir immer gehorsam. Du selbst hast ihn bewundert; auf welche Weise hat er dich beleidigt? Die ganze Welt lobt ihn, alle Menschen lieben ihn, selbst seine Feinde zollen ihm Respekt. Warum willst du ihn verbannen? Ich könnte selbst Kausalya oder Sumitra oder das Königsein aufgeben, oder sogar mein Leben, aber Rama kann ich nicht aufgeben.“

Kaikeyi sprach zum König Dasharatha: "O König, halte dein Versprechen, sei tugendhaft, ehrlich und nobel, Dharma wurzelt in der Wahrheit. Wahrhaftigkeit ist das höchste Dharma, weiche von der Wahrhaftigkeit nicht ab, ich werde nicht zufrieden sein, solange Rama nicht verbannt ist." Daraufhin sagte Dasharatha zu Sumantra: "Bring sofort Rama zu mir." Sumantra befolgte des Königs Befehl und brachte Rama zum König. Rama berührte die Füße seines Vaters und fragte Kaikeyi voller Demut: "O Mutter, sag mir bitte, was ist der Grund für den Kummer des Königs?" Kaikeyi sprach zu Rama: "Du allein kannst seinen Kummer von ihm wenden. Es gibt da etwas, was du für ihn tun solltest. Fröhlichen Herzens gab er mir zwei Wünsche frei, und jetzt ist er durch das Wort gefesselt, du musst ihn erretten, mache ihn zum wahren König, mit treuem Wort."

Rama sprach mit wundem Herzen: "Warum sprichst du so zu mir? Meinem edlen Vater zu Liebe will ich mein Leben aufgeben oder Gift trinken, auf Sita oder Kausalya will ich verzichten; was immer mein Vater von mir verlangt, will ich frohgemut erfüllen, Ramas Wort wird nie gebrochen.“ Kaikeyi sprach: "Mein Sohn soll den Thron einnehmen, geh du geschwind in die Wildnis, in Lumpen gehüllt, mit verfilztem Haar und bleibe dort für vierzehn Jahre."

Aufbruch in die Verbannung

Rama sprach zu Kaikeyi: "Möge Bharata das Königreich regieren. Ich werde in den Dandaka Wald gehen In Lumpen gehüllt, mit verfilztem Haar meinem lieben Bharata zu Liebe will ich Sita, dem Königreich, meinem Leben und meinem Reichtum entsagen. Gerne tue ich es für ihn, denn er ist höchst teuer für mich. Es gibt keine höhere Pflicht für mich, als meinem Vater zu dienen, und seine Worte zu befolgen, Vater ist mein großer Herr. Ich werde jetzt meiner Mutter Lebewohl sagen, und meine geliebte Sita trösten, und noch heute werde ich die Reise zum großen Dandaka Wald antreten. Auf diese Weise, verehrte Mutter, wird Bharatas Herrschaft sicher sein. Auch er wird meinem Vater mit Hingabe dienen, denn dies ist die ewige Pflicht.“

Dasharatha sprach zu Rama: "O Rama, ich bin durch eine Frau besiegt! Du bist mir teuerer als das Leben selbst, wie kannst du nur in die Wildnis gehen?" Dasharatha umarmte Rama und weinte laut in seiner Qual. Rama tröstete seinen Vater und sprach zu ihm: "Lass Bharata das Königreich regieren. Ich werde mein Versprechen erfüllen, und schon bald werde ich wieder zurück sein. Für mich ist das Leben im Wald tausend Mal glücklicher, als ein Königreich zu regieren. Dein Versprechen soll wahr werden. Die Werke Gottes sollen getan werden. Das wird für Kaikeyi annehmbar sein. Es verdienstvoll im Wald zu leben.“

Rama ging zu seiner Mutter und sagte zu ihr: "Vater hat mich verbannt, Bharata wird gekrönt. Ich soll für vierzehn Jahre in Dandakaranya leben, und mich von Obst und Wurzel ernähren. Als sie das hörte, wurde Kausalya ohnmächtig und fiel zu Boden. Als sie wieder zu sich kam, sprach sie zu Raghava: "Wenn du nie geboren wärest, wäre mir solch eine Qual erspart geblieben; die unfruchtbare Frau schmerzt nur ihre Kinderlosigkeit, doch ich werde tausend Mal mehr gepeinigt. Wie könnte ich leben, o Rama, ohne dein Gesicht zu sehen! Bleibe hier und diene mir, erfülle das höchste Dharma."

Lakshmana sagte zu Kausalya: "Rama soll nicht durch die Worte einer bösen Frau gebunden sein. Er soll nicht in den Wald gehen. Niemand in dieser Welt spricht schlecht über Rama, nicht einmal hinter seinem Rücken. Rama gleicht den Engeln. Er ist gerecht und tugendhaft, aufrichtig und selbstbeherrscht. Selbst seine Feinde wertschätzen ihn. Der alte König ist pervers geworden. Er wurde zum Sklaven der Leidenschaft. Er wurde zum Sklaven Kaikeyis. Er ist kein rechtschaffener Mensch mehr. Rama ist mein großer Herr, ihm bin ich aufs Höchste ergeben. Sollte Rama in den Wald oder ins Feuer gehen, gehe ich ihm voran."

Kausalya sagte zu Rama: "Kasyapa hat den Himmel erlangt, indem er zu Hause seiner Mutter diente und Tapas und Selbstverleugnung praktizierte. Du wirst deiner Mutter dienen müssen. Ich verbiete es dir, in den Wald zu gehen, denn ohne dich kann ich nicht leben." Rama sprach zu seiner Mutter: "Ich kann nicht den Befehl meines Vaters missachten. Noch nie ist jemandem Unrecht widerfahren, der den Befehl seines Vaters befolgte. Erlaube mir in die Wildnis zu gehen, Mutter." Rama sprach zu Lakshmana: "Dharma ist das höchste in der Welt, Dharma wurzelt in der Wahrheit; Vaters Befehl lag eine Pflicht zugrunde, und auch ich muss meine Pflicht erfüllen. Vergnügen und Schmerz, Gewinn und Verlust sind das Werk des Schicksals. Meine Verbannung ist schicksalhaft, o Lakshmana."

Rama.jpg

Lakshmana sprach zu Rama: "O Rama, liebster Bruder, warum verherrlichst du das Schicksal, als ob es unfehlbar wäre. Das Schicksal ist machtlos, merke mein Wort, O Raghava." Kausalya sagte zu Rama: "Ich kann nicht weiter mit meinen Mit-Gemahlinen zusammenleben. Nehme mich mit in den Wald, wenn du fest entschlossen bist, dorthin zu gehen. Rama sprach zu Kausalya: "Für eine Frau ist ihr Ehemann wahrhaftig Herr und Gott. Unwürdig ist die Frau, die sich nicht um ihren Mann kümmert, möge sie noch soviel fasten und beten. Groß ist der Verdienst der Frau, die ihrem Ehemann dient, selbst dann, wenn sie die Himmlischen nicht verehrt.

Sie muss ihrem Ehemann dienen, mit Herz Geist und Seele. Das ist ihr Dharma, so steht es in den Veden geschrieben.“ Kausalya konnte Rama von seiner Absicht nicht abbringen. Sie gab ihm die Erlaubnis, in die Wildnis zu gehen. Sie segnete Rama: "Möge Dharma dich beschützen! Mögen Skanda und Brihaspati, die sieben Rishis und Narada mit dir sein auf all deinen Wegen!" Sie sagte zu Rama: "Ziehe nun deines Weges, komm zurück, sobald du deine Pflicht erfüllt hast. Meine Gebete werden dich beschützen."

Dann ging Rama in sein Gemach, er sagte zu Janaki: "Mein Vater hat mich auf Kaikeyis Wunsch hin verbannt. Ich werde vierzehn Jahre lang im Dandaka Wald leben. Bharata wird das Königreich regieren. Sei eifrig in Fasten und Beten. Diene meinem Vater und meinen Müttern. Das ist deine vornehme Pflicht. Ich werde meine Mission erfüllen und bald wieder zurück sein, Janaki.

Sita sprach zu Rama: "Die Frau teilt immer das Schicksal ihres Mannes. Ich werde dir gewiss folgen. Du bist meine sichere Zuflucht. Ich werde dir vorangehen, den Weg ebnen und die Dornen zerdrücken. Ich werde dir auf jede Art dienen. Ohne dich will ich nicht leben, du bist mein Lebensatem, du bist meine sichere Stütze, du bist die Seele meiner Seele.“

Rama sprach zu Sita: "Der Wald ist volle Gefahren, es ist voller Mühsal; du wirst von Wurzeln leben müssen.“ Sita sprach zu Rama: "O Herr, mein Ehemann ist mein Gott, wenn ich mit dir bleibe, werde ich frei sein von Schuld, ich werde Freude und Leid mit dir teilen, selbst im jenseitigen Leben, werde ich glücklich mit dir zusammen sein. Ich habe nie an jemanden außer dir auch nur gedacht. Ich bin dir ewig hingegeben. Ich glaube an dich, ohne dich zu sein, ist die Hölle. Mit dir zu sein, ist der Himmel für mich."

Rama war von den Worten Janakis zutiefst berührt. Er bat sie, ihm zu folgen. Lakshmana sprach zu Rama: "Ich werde dir in den Wald folgen, mit Pfeil und Bogen in der Hand. Ohne dich will ich weder Himmel, noch Unsterblichkeit, noch die Herrschaft über alle Welten; du bist meine sichere Stütze." Rama sprach zu Lakshmana: "Wenn auch du mir in den Wald folgst, wer wird dann Kausalya und der tugendhaften Sumitra eine Stütze sein?" O Lakshmana, mein geliebter Bruder! Gib Acht auf Kausalya. Wenn du so handelst, wirst du immer glücklich sein."

Lakshmana sagte: “Oh Ragava, von unvergänglichem Ruhm! Ich werde dir vorangehen. Ich werde den Weg auskundschaften. Ich werde Früchte und Wurzeln sammeln." Rama sagte zu Lakshmana: "Ja, du kannst mir folgen. Nehme Abschied von deinen Freunden, und mache dich bereit für die Reise." Dann gingen Rama, Sita und Lakshmana zum König Dasharatha, um von ihm Abschied zu nehmen. Sie alle verehrten ihn. Rama sagte zu seinem Vater: "Bitte gib mir deine freundliche Erlaubnis; du bist unser Herr, gib uns deinen Segen. König Dasharatha sagte zu Rama: "Ziehe mit meinem Segen Sohn, sei ohne Furcht, Glück und Frieden mit dir! Kehre nach vierzehn Jahren zurück."

Lakshmana nahm Abschied von seiner Mutter. Sie sagte zu ihm: "Ramam dasaratham viddhi, Mam viddhi janakatmajam, Ayodhyamatavyam viddhi, Gaccha tata yathasukham." - "Erblicke in Rama Dasharatha selbst, erblicke in Janakis Tochter mich, erblicke im Wald Ayodhya, sei immer glücklich, mein Liebling." Kaikeyi gab Rama, Lakshmana und Sita Wickeltücher, geeignet, um im Wald getragen zu werden. Rama zog seine Kleider aus und legte sich die Tücher an. Auch Lakshmana tat es ihm gleich. Nicht jedoch Sita, da sie nicht wusste, wie diese Tücher anzulegen waren.

Rama legte sie ihr um die Schulter, aber Vasishta nahm sie ihr wieder herunter und sagte zu Kaikeyi: "O du widerwärtige Frau! Rama allein hast du aufgefordert, in den Wald zu gehen. Warum gibst du, Scheusal, diese Lumpen Sita? Sita folgt Rama aus ehelicher Treue. Lass sie ziehen, in himmlische Kleider gekleidet, überhäuft mit Schmuck." König Dasaratha sagte zu Sumantra: "Bringe einen Wagen." Rama, Sita und Lakshmana bestiegen den Wagen.

Rama verlässt Ayodhya

Bald erreichte Sri Rama das wunderschöne Ufer des Tamas Flusses, und war darüber glücklich. Dann erreichte er die wohlhabende Sringaverapura, an den Ufern des Ganges. Dort traf er Guha, den König der Nishadas. Rama umarmte Guha und fragte nach seinem Wohlbefinden. Guha gab Rama Wasser und Obst und verehrte ihn. Rama bestrich sein Haar mit Feigenmilch und band es zu einem Knoten zusammen. Er erstrahlte in großer Herrlichkeit. Danach trank er etwas Wasser und legte sich zusammen mit Janaki auf den nackten Boden. Lakshmana hielt Wache.

Der Wagenlenker wird zurückgeschickt

Rama sprach zu Sumantra: "Kehre mit dem Wagen zurück in die Stadt. So wird Kaikeyi die Sicherheit haben, dass ich in den Wald gegangen bin. Überbringe Vater meine Ehrerbietung, sag Mutter Kausalya, dass ich dem Pfad der Tugend treu bleibe. Möge sie das Feuer verehren. Möge sie meinem Vater dienen. Möge sie meinen anderen Müttern gegenüber rechtsschaffen sein. Sie soll Bharata ehren, trotz seiner Jugend. Sag Bharata, er soll im Namen unseres Vaters regieren. Es ziemt sich nicht für ihn, seinen alten Vater zu entthronen. Er soll allen Müttern gegenüber gerecht sein. Oh, edler Sumantra! Kümmere dich um meine Mutter, als ob sie deine eigene wäre. Führe ein tugendhaftes Leben." Sumantra gehorchte Sri Ramas Befehlen aufs Wort. Rama bestieg ein Boot und überquerte den Ganges.

Sri Ramas Belehrungen an Hanuman

Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Jnana Yoga" von Swami Sivananda (Hrsg.: Divine Life Society, 2007), S. 155-162

Sri Hanuman pries Sri Rama und sprach: "Ehrwürdiger. Du bist Satchidananda Parabrahman. Gegrüßt seist Du. Um Befreiung zu erlangen möchte ich Deine wahre Natur schauen. Oh Herr, wie kann ich leicht von den Fesseln der weltlichen Existenz erlöst werden, wie erreiche ich die letztendliche Befreiung?"

Sri Rama antwortete: "Großer Held, Ich bin belesen im Vedanta. Suche Zuflucht im Vedanta ebenso."

Hanuman sprach: "Oh Raghuvir, wer ist Vedanta? Wo ist sein Reich?"

Sri Rama antwortete: "Ich werde dir den Vedanta erklären. Durch Mein (Vishnu) Ausatmen sind die Veden entstanden. Der Vedanta weilt in den Veden wie das Öl im Sesamsamen. Nur durch die Mandukya Upanishade kann jeder Aspirant die letztendliche Befreiung erlangen. Wenn die Erkenntnis dadurch nicht erlangt ist, dann studiere weitere Upanishaden. Bald wird es dir gelingen und du wirst in Mein Reich eingehen. Das Studium der zehn Upanishaden wird die drei Bhavanas, Samsaya Bhavana (Zweifel), Asam Bhavana (unnütze Gedanken) und Viparita Bhavana (falsche Gedanken) und die drei Vasanas, Deha Vasana (des Körpers), Loka Vasana (der Welt) und Sastra Vasana (der Bücher) vernichten.

Das Wissen des Vedantas darf folgenden Menschen nicht gelehrt werden: Atheisten, Undankbaren, Lasterhaften. Denen, die zu Mir und dem Guru keine Hingabe zeigen. Denen, die nicht das Gelübde der Ehelosigkeit genommen haben und nicht dem Guru dienen. Jene, die Befreiung erlangen möchten, sollten die vier Mittel (Viveka, Vairagya, Shatsampat und Mumukshutva) entwickeln und sich dem Guru mit Vertrauen und Gaben in ihren Händen nähern. Unter seiner Leitung studieren sie die Upanishaden und praktizieren danach Kontemplation und Meditation. Sie werden die Selbstverwirklichung erreichen. Jene, die in Brahma Loka verweilen, studieren den Vedanta unter Brahma und erlangen Befreiung, Kaivalya Mukti. Der Guru muss in den Veden belesen sein, sich dem Wohlergehen aller Wesen verschrieben haben und ein Ozean des Erbarmens sein."

Hanuman fragte: "Oh Raghuvir, bitte erkläre mir, wer ist Jivanmukti? Welcher Autorität unterliegt er? Welches ist der Grad der Vollkommenheit? Wie ist er zu erlangen?"

Sri Rama antwortete: "Oh Tiger unter den Affen, der Geist des Menschen handelt und genießt, verursacht Bindung und schafft Leid und Sorgen. Die Kontrolle des Geistes ist Jivanmukti. Videhamukti ist von der körperlichen Hülle befreite Befreiung. Sie erfolgt, wenn man frei vom Körper geworden ist, durch das Erlöschen des Prarabdha Karmas, so wie der Äther, wenn der Topf zerbrochen ist.

Die Autorität in Bezug auf Jivanmukti und Videhamukti sind die 108 Upanishaden. Der Grad der Vollkommenheit ist das Erlangen von ewiger Glückseligkeit durch die Vernichtung von Unwissenheit. Dies gelingt durch Purushartha (rechtes Bemühen). Jivanmukti wird durch Samadhi erlangt, der durch das Studium des Vedantas, Kontemplation und Meditation gelingt. Es wird durch Bemühen erlangt, durch das Vernichten aller Vasanas. Die Bemühungen sind von zweierlei Art, nämlich die im Einklang mit den Sastras sind und die, die nicht im Einklang mit den Sastras sind. Erstere helfen, die Wahrheit zu erlangen, letztere hindern daran.

Vasanas sind von zweierlei Art, nämlich rein (Subha) und unrein (Asubha). Geleitet durch die reinen Vasanas, wirst du allmählich Mein Reich erlangen. Die unreinen Vasanas sind die Ursache für die Wiedergeburt, während die reinen Vasanas sie vernichten. Die reinen Vasanas führen zur letztendlichen Befreiung. Die unreinen Vasanas bestehen aus Ajnana, verbunden mit Ahamkara. Die Bindung der Vasanas ist die wahre Bindung. Die Überwindung der Vasanas ist Moksha. Gib alle Vasanas komplett auf. Gib sogar den Wunsch nach Befreiung auf. Gib die Vasanas auf Objekte auf. Entwickle die reinen Vasanas, in Verbindung mit Maitri, Karuna, Mudita und Upeksha. Gib auch diese reinen Vasanas auf und ruhe im Atman. Sei beständig in Mir, in Nirvikalpa Samadhi."

Der Wunsch nach Satsang mit Mahatmas, Japa, Meditation, Verehrung und das Studium spiritueller Bücher sind reine Vasanas. Der Wunsch, andere zu verletzen und herabzusetzen, sowie Sex sind unreine Vasanas. Wenn dich die alten unreinen Vasanas übermannen, müssen sie durch Bemühungen unter Kontrolle gebracht werden. Der unreine Fluss der Vasanas hin zu den Objekten muss in einen reinen Fluss gewandelt werden. Die unreinen Vasanas müssen in reine Vasanas gewandelt werden. Die unreinen Vasanas müssen durch die reinen Vasanas beherrscht werden. Die unreinen Vasanas müssen auf die reinen Vasanas umgelenkt werden.

Dieses schelmische Kind, der Geist, muss durch Bemühungen gehätschelt werden. Oh Vernichter der Feinde und Gottlosen, du wirst das unbefleckte Brahman nur erkennen, wenn du beide Arten von Vasanas überwunden hat, durch stetiges Bemühen. Praktiziere nur die reinen Vasanas. Es ist nichts daran falsch, wenn du die reinen Vasanas verstärkst. Das Auslöschen der Vasanas (Vasana Kshaya), die Überwindung des Geistes (Manonasa) und Tattva Jnana (Vijnana) müssen gemeinsam über lange Zeit praktiziert werden. Nur dann genießt du die Glückseligkeit des Ewigen. Nur dann trägt deine Praxis Früchte.

Solange dies nicht immer wieder praktiziert wird, so lange kann das Höchste Brahman nicht erreicht werden, selbst in hundert Jahren nicht. Selbst wenn eines von den Dreien über lange Zeit praktiziert wird, wird es keine Früchte hervorbringen. Die Knoten des Herzens, die da sind Avidya (Unwissenheit), Kama (Begehren) und Karma (Handlung) werden nur durchtrennt durch das Praktizieren aller drei oben erwähnter Mittel. Die Vasanas, die sich über viele hundert Jahre durch den Genuss von Sinnesobjekten angesammelt haben, können nur durch die Praxis des Yoga über lange Zeit vernichtet werden. Vernichte den Wunsch nach Sinnesgenuss durch Leidenschaftslosigkeit und Unterscheidungskraft und praktiziere die genannten Drei. Ein mit den Vasanas verbundener Geist tendiert zur Bindung, während ein von Vasanas freier Geist zur Freiheit führt. Vasanas werden durch Meditation auf Brahman sowie das Praktizieren von Sama (Kontrolle des Geistes) und Dama (Selbstkontrolle) vernichtet. Wenn die Vasanas verfliegen, wird der Geist ruhig.

Wessen Geist in Mir ruht, indem er alle Vasanas vernichtet hat, ist kein anderer als Ich Selbst. Er ist ein befreiter Weiser, ein Jivanmukta, ob er Samadhi praktiziert oder nicht. Er ist nicht gebunden durch die Früchte seiner Taten. Brahman kann nur erreicht werden durch vollständige Vernichtung aller Vasanas. Die Augen und andere Sinnesorgane rennen auf ihre Objekte zu durch die Macht der Gewohnheit, obwohl die Vasanas sich aufgelöst haben. So wie das Auge die Objekte sieht, die in sein Blickfeld fallen, dabei jedoch wunschlos bleibt, so betritt der Weise die Welt, ebenfalls wunschlos.

Vasanas manifestieren sich durch das sich bewusst sein eines Objektes. Es ist die Natur des Objektes selbst. Es ist die Ursache von Chitta (inneres Bewusstsein). Wenn es vernichtet ist, ist Chitta absorbiert. Dieses herumwandernde, ständig sich wandelnde Chitta ist die Ursache für Geburt und Tod, da es sich seit Urzeiten mit Objekten identifiziert. Die Schwingung von Prana erscheint durch die Vasanas und die Vasanas werden durch die Schwingung von Prana erschaffen. Sie formen die Samen von Chitta. Wir kennen zwei Samen für den Baum Chitta, die Schwingung von Prana und die Schwingung der Vasanas. Wenn eines von beiden vernichtet ist, vergehen beide.

Handle ohne Anhaftung, erkenne, dass die Welt nicht wirklich ist, kontempliere über die Vergänglichkeit des Körpers und der Objekte und die Vasanas werden nicht erscheinen. Chitta entschwindet, wenn die Vasanas komplett vernichtet sind. Wenn der Geist nicht an Objekte denkt, wird man geistlos und das gibt Frieden. Solange du noch kein Unterscheidungsvermögen besitzt, so lange hast du das Wissen über Brahman nicht erreicht. So lange folge strikt den Anweisungen deines Lehrers und den Vorgaben der Schriften. Wenn du die Wahrheit kennst und deine Sünden verbrannt sind, dann gib auch die reinen Vasanas auf.

Oh großer Kapi, die Vernichtung des Geistes ist von zweierlei Art, nämlich mit Form (Svarupa Manonasa) und ohne Form (Arupa Manonasa). Im Jivanmukta herrscht Svarupa Manonasa. Rajas und Tamas sind vernichtet. Da ist nur Sattva. Im Videhamukta herrscht Arupa Manonasa. Rajas und Tamas und sogar Sattva sind vernichtet.

Entwickle Maitri (Wohlwollen) gegenüber jedem, Karuna (Mitgefühl) gegenüber Feinden, Mudita (Respekt) gegenüber den Alten und Upeksha (Gleichmut) gegenüber den Gottlosen. Dann wird der Geist ruhig. Nur dann wirst du frei von Wiedergeburt. Der Geist ist die Ursache für den Baum des Samsaras mit seinen tausenden von Wurzeln, Zweigen, Blättern und Früchten. Der Geist ist nichts weiter als Sankalpa. Trockne die Wurzeln aus, indem du Sankalpa vernichtest. Dann welkt der Samsara Baum schon bald. Zerstöre den Sankalpa, sobald er sich zeigt. In Weisen ist der Geist vernichtet. In Unwissenden ist der Geist eine Fessel. Solange der Geist nicht vernichtet ist durch Meditation auf Brahman, so lange verursachen die Vasanas Chaos im Menschen. Vernichte den Egoismus. Kontrolliere die Sinne. Die Vasanas werden nach und nach verfallen. Bezwinge als erstes den Geist durch eifriges Bemühen.

Du musst den Geist mit wirksamen und anerkannten Mitteln kontrollieren. Ein Elefant kann nur mit dem Stachelstock kontrolliert werden. Du kannst ihn nicht mit einer Schnur festbinden. So kann auch der Geist nur mit effektiven Mitteln kontrolliert werden, diese sind das Wissen über Brahman, das Zusammensein mit Weisen (Satsang), vollständige Vernichtung der Vasanas und die Kontrolle der Pranas. Erzwinge die Kontrolle des Geistes nicht. Wer den Geist mit Gewalt zu kontrollieren versucht, der bindet einen Elefanten mit einem feinen Seidenfaden an. Praktiziere Laya Chintana. Löse die Elemente in Avyaktam. Meditiere über das was bleibt, Chinmatra allein, das auch Chidananda ist.

Der Intervall, den die Yogis nach der Einatmung und vor der nächsten Ausatmung erfahren, ist der innere Kumbhaka (Anhalten des Atems). Das Intervall nach der Ausatmung und vor der nächsten Einatmung ist der externe Kumbhaka. Wenn alle Modifikationen des Geistes vernichtet sind, wird der Geist geistlos. Die Yogis genießen die höchste Glückseligkeit von Asamprajnata Samadhi. Der Bewusstseinszustand, der reines Chit ist, wird Atadvyavritti Samadhi genannt, es ist ein Samadhi der keiner Unterstützung eines anderen bedarf. Er ist das Wesen Shivas. Er ist Brahman alleine, oben, unten und in der Mitte.

Das Anhaften an Objekten durch intensives Haben-wollen, ohne Vorhandensein von Unterscheidungskraft, wird Vasana genannt. Der Mensch wird das, an was er ständig denkt. Ein Mensch, der der Sklave seiner Vasanas ist, nimmt ihr Wirken an. Wer denkt, dass diese Welt real ist, der ist der Täuschung verfallen. Das Universum ist Vasanamaya. Der Geist ist ebenfalls Vasanamaya. Je stärker die Vasanas, umso realer ist der Universum. Diese Welt ist zu viel für ihn. Er kann diese Welt nicht verlassen. Diese Welt ist alles in allem für ihn. Man erlange Gleichgültigkeit gegenüber den unreinen Vasanas des Körpers. Der Körper ist unrein, der Atman, der in ihm weilt, ist rein. Wenn die Unterschiede zwischen beiden erkannt sind, ist keine Notwendigkeit für Reinigungsriten gegeben.

Oh Maruti, suche das Strahlen in dir. Wer das Sichtbare und das Unsichtbare aufgegeben hat, der ist nicht nur der Kenner Brahmans, er ist Brahman selbst. Wer die vier Veden studiert hat, erkennt Brahman nicht durch Intuition, er ist wie eine Suppenkelle, die den Geschmack der schmackhaften Suppe nicht kennt.

Stets verehre Meine Wirklichkeit. Sie nimmt dir Schmerz, Leid und Sorge. Sie ist ohne Klang, Berührung, Gestalt, Verfall, Geschmack, Geruch, ohne Name und Gotra. Ich allein bin Brahman. Ich bin das Höchste Selbst. Ich strahle aus Mir Selbst. Ich bin ohne Geburt, ohne ein Zweites, ewig, ohne Anhaftung. Ich durchdringe alles. Ich bin alles. Ich bin das All. Ich bin die Befreiung.

Meditiere auf Mich wie folgt: Ich bin rein und unveränderlich. Ich habe keine Objekte in mir. Ich bin das ewig vollkommene Brahman. Ich bin ohne Geburt, ohne Tod, ohne Alter, unsterblich, strahlend aus mir selbst, alldurchdringend, ewig, unteilbar, unzerstörbar, ohne Ursache, rein, jenseits von Wirken und ewiger Friede. Wenn der Körper das Opfer der Zeit wird, gibt er den Zustand des Jivanmuktis auf, so wie der Wind aufhört zu wehen. Er geht ein in Brahman.‘

Gott Rama

Gott Rama ist die siebte Inkarnation Vishnus. Vishnu ist der Erhalter der Welt. Seine bekanntesten Inkarnationen sind die als Rama, Krishna und Buddha. Rama ist ein Vorbild für uns. Balmiki, der Dichter hat Rama als Purushuttam dargestellt. Dieses Wort setzt sich aus zwei Wörtern zusammen : "Purush" bedeutet “Mensch" und "Uttam" bedeutet “am besten". Rama hat in seinem Leben verschiedene Rollen gespielt.

Als Rama noch Kind war, war er ein guter Schüler. Er war der Lieblingsschüler seines Lehrers Vashishta. Als Rama sein Studium abgeschlossen hatte, heiratete er Sita. Er war zufrieden mit seinem Leben. Aber als der König Dashratha Rama zum König ernennen wollte, gab Dashratha Kaikeyi, der einender zwei Frauen von Dashratha das versprechen, dass ihr Sohn Bharata auf dem Thron sitzen soll und Rama vierzehn Jahre ins Exil muss.

Am nächsten Tag ging Rama ins Exil mit seiner Ehefrau Sita und seinem Bruder Lakshmana. In dieser Zeit tötete Rama viele Dämonen. Der Dämon Ravana hat seine Frau, Sita, nach Lanka entführt. Natürlich waren Rama und sein Bruder Lakshmana entsetzt und empört und entwickelten zusammen mit Hanuman einen Plan, um Sita zu retten. In diesem Kampf gelang es Hanuman, den Dämonen Ravana zu töten und Sita zurückzubringen. Sita musste aber durch das Feuer ihre Reinheit beweisen.

An dem Tag, an dem Rama zurück nach Ayodhya kam, wurde das Fest Diwali gefeiert. Rama war auch ein guter Bruder. Er liebte seine Brüder sehr und war bereit, für sie Opfer zu bringen. Er war auch ein guter König, und ein sehr begabter Politiker - kurz, ein idealer Mensch, der sich immer an seine Prinzipien im Leben hielt.

Swami Sivananda: Meditation über Rama

"Über Ramachandra möge man meditieren, dessen Arme bis zu den Knien reichen, der Pfeile und Bogen trägt, der in der Stellung des Lotussitzes verharrt, der ein gelbes Gewand trägt, dessen Augen wetteifern mit den Blütenblättern eines frischen Lotus, den Heiteren, dessen Augen sich treffen mit dem Gesichtslotus der an seiner rechten Seite angeschmiegten Sita, den Wolkengleichen, von mannigfachem Schmuck Erstrahlenden, der sich einen breiten Kranz von Haarflechten aufgebunden hat."

Die zehn Avatare von Vishnu auf einem indischen Gemälde des 19. Jahrhunderts.




Verschiedene Schreibweisen für Rama

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Rama auf Devanagari wird geschrieben "राम", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen "rāma", in der Harvard-Kyoto Umschrift "rAma", in der Velthuis Transkription "raama", in der modernen Internet Itrans Transkription "rAma".

Ähnliche Sanskrit Wörter wie Rama

Hier einige Links zu Sanskritwörtern, die entweder vom Sanskrit oder vom Deutschen her ähnliche Bedeutung haben wie Rama oder im Deutschen oder Sanskrit im Alphabet vor oder nach Rama stehen:

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Jnana Yoga, Hrsg.: Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda: Beauties of Ramayana Divine Life Society, 1996
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag
  • Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von Heute
  • Ramayana
  • Carl Capeller: Sanskrit Wörterbuch, nach den Petersburger Wörterbüchern bearbeitet, Strassburg : Trübner, 1887
  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

Weblinks

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Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Rama , Sanskrit रम rama, erfreuend. Rama ist ein Sanskritwort und bedeutet erfreuend.

Sanskrit Rama - Deutsch erfreuend
Deutsch erfreuend Sanskrit Rama
Sanskrit - Deutsch Rama - erfreuend
Deutsch - Sanskrit erfreuend - Rama