Brahma

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Brahma (Sanskrit: ब्रह्मन् brahman m., Nom. Sg. ब्रह्मा brahmā) Schöpfer; Teil der hinduistischen Trinität, welche aus Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter) und Shiva (Zerstörer) besteht. Einer Legende zufolge wurde er aus einem goldenen Ei geboren und erschuf dann die Erde. Ein anderer Mythos besagt, dass er aus einem Lotus hervorging, der dem Nabel Vishnus entspross. Brahma wird meist mit vier Köpfen und vier Armen dargestellt. Er kann in alle vier Himmelsrichtungen sehen. Er hält die Veden in seinen Händen, denn diese enthalten den Schöpfungsplan. Hamsa, eine Wildgans, ist sein Gefährt bzw. Reittier. Seine Frauen sind Saraswati und Gayatri.

Brahma in einer Lotusblüte

In der hinduistischen Kosmologie gelten die Tage und Jahre im Leben Brahmas als Zeitrechnung der Schöpfung. Schließt der seine Augen am Ende des Tages, so vergeht ein Universum. Ein Tag im Leben Brahmas beinhaltet einen Schöpfungszyklus und dauert 4320 Millionen Menschenjahre. Ein Jahr im Leben von Brahma zählt 360 dieser Tage und Nächte, ein Leben von Brahma dauert 100 dieser Jahre…

Brahma hat vier Gesichter, von denen meist nur drei dargestellt werden und vier Hände. Sie symbolisieren die vier Himmelsrichtungen und die vier Veden. Man sieht ihn stehend oder sitzend auf einem Lotus oder seinem Reittier der Gans, dem Sinnbild des Wissens. Manchmal fährt er einen Wagen, den sieben Gänse, – sie stellen die sieben Welten dar.

Zu ihm gehört der Wasserkrug (Symbol seiner Schöpferrolle; alles Lebens kommt aus dem Wasser), ein Löffel (steht für Opfer, auch ein Gott bringt Opfer), ein Zepter, ein Bogen Parivita, ein Buch (die Veden), ein Lotus und seine Gebetsschnur, deren Perlen die Zeit symbolisieren.

Nicht zu verwechseln mit Brahman.

  1. (Sanskrit: ब्रह्मन् brahman n., Nom. Sg. ब्रह्म brahma) das Absolute (siehe Brahman).
  2. (Sanskrit: ब्राह्म brāhma adj.) heilig, göttlich, auf das Brahman oder auf die Brahmanen bezüglich; eine Form der Hochzeit (Vivaha).

Sukadev über Brahma

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Brahma

Brahma – der Schöpfergott, der Schöpfer. Von Brimh – Wachsen. Brahma ist der Schöpfergott, der alles zum wachsen bringt, im Unterschied zu Brahman, auch Brahma genannt, das Brahman, das Absolute, das Unendliche. Brahma (mit langem a und trotzdem männlich) ist der Schöpfergott. Der Schöpfergott ist derjenige, der die Welt schafft. Es gibt ja die Trimurti, die indische Trinität, die Hindu-Trinität, insbesondere im Vedanta wird von Brahma, Vishnu und Shiva gesprochen. Brahma ist hier der Schöpfer, Vishnu der Erhalter, Shiva der Zerstörer. Brahma gilt als derjenige, der die Welt geschaffen hat mit seinen Gedanken.

Es gibt viele Mythen über den Beginn der Welt. Und dadurch, dass es in Indien so viele verschiedene Mythen gibt, wird keiner auf die Idee kommen, irgendeinen dieser Mythen wörtlich zu nehmen. Einer dieser Schöpfungsmythen ist: Vishnu liegt auf dem Weltenmeer, auf der Schlange, Ananta, der unendlichen Schlange, der ursprünglichen Schlange, auch Vasuki genannt. Er liegt auf dieser Schlange. Aus seinem Nabel entspringt eine Lotusblüte, diese Lotusblüte ist Lakshmi. Aus dieser Lotusblüte kommt Brahma. Brahma, dargestellt mit vier Gesichtern. Und Brahma übt Pranayama, sammelt sein Prana, meditiert, sammelt seine Gedanken. Und dann denkt er sich die ganze Welt. In diesem Schöpfungsmythos ist die ganze Welt ein Traum von Brahma, ein Traum des Schöpfers, ein Traum des Schöpfergottes. Brahma, der Schöpfer.

Brahma wird in Indien nicht so sehr verehrt, denn die Schöpfung ist schon da. Die Schöpfung an sich verehrt man gerne über die Göttin, z.B. über Saraswati oder Gayatri, weibliche Aspekte von Brahman, oder auch über Lakshmi, die Göttin der Natur, die Natur-Göttin und die Göttin der Fülle, oder auch Durga, die Göttin an sich. Brahma hat aber auch die Veden verkündet. Brahma gilt auch als der Vater vieler Rishis und vieler der Urwesen. Brahma gilt auch als großer Lehrer, er hat viele gelehrt. Einige der Upanishaden bestehen daraus, dass Schüler zu Brahma hingehen und ihn fragen. Brahma ist von den drei Murtis, Brahma, Vishnu und Shiva, der, der in vedischer Zeit am meisten Ehrerbietung bekommen hat.

In späterer Zeit wird Brahma etwas weniger verehrt, es gibt daher auch nur wenige Tempel von Brahma. Ein Brahma Tempel ist in Pushkar, da ist der Tempel an einem See gelegen. Ein sehr wunderschöner Tempel, mindestens war er das Anfang der 90er Jahre als ich da das letzte Mal da war. Brahma, bis heute jemand, auf den man sich beziehen kann. Brahma, vier Gesichter, Symbol für vier Himmelsrichtungen, vier Veden, vier Ziele im Leben. Und so ist Brahma auch immer etwas, was in diese Welt hineinragt. Die Zahl vier ist auch die Zahl der Schöpfung, ist die Zahl des Geschöpften. Vier ist auch wie das Kreuz, also eine Horizontale und eine Vertikale. In dieser Welt, zum einen, die Welt dehnt sich aus in die Horizontale, sie öffnet sich aber auch zu Gott. Und die vier Pole sind dann eben diese Vierheit von Brahma, die vier Gesichter. Noch viel mehr könnte man sagen über Brahma und das ist Thema eines anderen Videos, wo dann auch Bilder von Brahma gezeigt werden. Hier nur so weit: Brahma – der Schöpfergott.

Warum Brahma nicht verehrt wird

Brahma wird beschrieben als eine hellhäutige, dickbäuchige Figur, mit weißer Kleidung und juwelenbesetzten Ohrringen. Er hat vier Köpfe die in alle vier Richtungen schauen. Ursprünglich hatte er fünf Köpfe, aber einer wurde ihm von Shiva in einem Streit abgeschlagen. So wird er auch Chaturana, viergesichtiger und Ashtakarna, achtohriger, bezeichnet. In seinen vier Händen hält er die Veden, einen Opferlöffel, eine Bettelschale und eine Gebetskette (Japa Mala).

Obwohl Brahma als der Schöpfergott gilt, wird er eigentlich nicht verehrt. Und obwohl es in Indien unzählige Tempel gibt, gibt es nur einen einzigen großen Brahma Tempel. Dieser ist in Pushkar und das ist auch der einzige Ort in Indien, in dem Brahma verehrt wird und wo es auch den einen oder anderen Festtag zu Ehren Brahmas gibt.

Der Tempel in Pushkar hat eine der interessantesten Geschichten über Brahma. Es wird gesagt, das Brahma dort einen Dämonen besiegt hat. Während des Kampfes fiel ein Lotus von seiner Hand. Drei Seen entstanden dort, wo drei Blütenblätter hinfielen. Brahma entschied, dass das ein geeigneter Ort sei, wo er eine Yajna, eine Feuerzeremonie, durchführen wollte und bat Saraswati ihm zu assistieren.

An dem Tag, den sich die Götter für die Yajna ausgesucht hatten, war Saraswati immer noch nicht erschienen. Aber die Yajna konnte nicht ohne die Gemahlin Brahmas beginnen, und so bat Brahma Indra, den Heerführer der Götter, ihm eine Frau zu besorgen. Dieser fand die Tochter eines Kuhhirten mit dem Namen Gayatri, welche dann schnell mit Brahma verheiratet wurde.

Als dann Saraswati schließlich eintraf hatte die Yajna schon begonnen, und Brahma hatte eine neue Frau an seiner Seite. Eine rasende Saraswati sprach dann den berühmten Fluch aus. Sie sagte, dass Brahma von den Menschen vergessen werden würde, und keiner würde ihn auf der Erde verehren.

Die Götter flehten sie um Vergebung an, und baten sie den Fluch abzuwandeln. Ein göttlicher Fluch konnte nämlich nicht zurückgenommen werden sondern höchstens abgemildert. So sagte Saraswati, dass Brahma nur noch in Pushkar verehrt werden würde.

So wird das wichtigste Fest für Brahma in Pushkar abgehalten, wo die Menschen in den Seen baden und Pujas durchführen in den Tempeln von Brahma, Saraswati und Gayatri. Bezeichnenderweise haben nämlich die beiden sich bekriegenden Göttinen ihre eigenen Tempel an zwei Enden der Stadt. Diese Feierlichkeiten beinhalten auch eine der größten Rinderausstellungen der Welt.

Gott Brahma

Brahma entsteht aus dem Nabel Vishnus

Brahma wird als der Schöpfer der Welt betrachtet. Brahma ist nur eine von vielen Gottheiten, deren Götzenbilder man nirgendwo finden kann. Sein Geburtstag wird auch nicht gefeiert. Es gibt nur einen großen Schrein in Pushkar, wo Brahma verehrt wird. Er existiert bereits vor Entstehung des Universums.

Es gibt viele Geschichten, mit deren Hilfe wir Brahma besser verstehen können. Brahma wird auch als Prajapati genannt. Er ist die wichtigste Gottheit der Trinität der Hindus. Die anderen sind Gott Vishnu (Welternährer) und Shiva (Zerstörer). Er wird auch Dhata (Gebäude) genannt. Er symbolisiert auch das Prinzip der Ruhe. In vielen Schriften wird Brahma "Swayambhu" bezeichnet. Das bedeutet Selbstgeborener.

In einem Mythos heißt es, dass Brahma den Urozean geschaffen hat. Brahma soll in den Samen eines goldenen Eis geschlüpft sein, um ihn zu beleben. Das Ei brach dann und aus ihm kam Brahma. Deshalb wird er auch als Hiranyagarbha - der aus einem goldenen Ei geborenen - genannt.

In einer anderen Geschichte aus den Suranas namens Vamanapurana heißt es, dass es zu Beginn nur Wasser gab. Alle lebenden Dinge waren in einem Ei. Brahma lebte auch in diesem Ei. Als er nach eintausend Yugas (Zeilalter) aufwachte, brach er dieses Ei auf. Dabei ertönte die heilige Silbe Omkara (Om). Der erste Laut was Bhuh, der zweite Bhuva, und der dritte Svaha. So entstand der Laut Bhuhbhuhasvaha.

In einer anderen Geschichte aus der Devipurana heißt es, dass Brahma aus Vishnus Nabel geboren war. Einige Gelehrte behaupten, dass man ihn bis zum 5 Jh. nach Chr. verehrt hat und seine Anhänger wurden Vispas genannt.

Es gibt auch eine interessante Geschichte, in der es heißt, dass einmal Vishnu und Brahma eine heftige Diskussion geführt haben. Brahma behauptete, dass er die ganze Welt allein erschaffen hatte, und Vishnu war vollkommen anderer Meinung. Während sie sich stritten, tauchte ein flammender Lingam (Shivas Symbol) auf. Vishnu nahm die Gestalt eines Ebers an, um die Entstehungspunkte dieses flammenden Lingams zu finden, konnte es aber nicht und kehrte zurück. Brahma flog nach oben in den Himmel in Gestalt eines Schwanes. Er flog höher und höher, aber auch er konnte ihr Ende nicht entdecken. Als er zurückkehrte sah er eine Blume. Er hielt sie und fragte, woher sie kam. Sie antwortete, dass sie von Shivas Kopf gefallen war. Brahma war sehr klug. Als er zurückkam, zeigte er Vishnu die Blume und behauptete, dass er das Ende entdeckt hat. Shiva war sehr erbost und verfluchte ihn, dass er keine Anhänger auf der Erde haben würde. Deshalb wird ihm kein Schrein errichtet.

Siehe auch

Literatur

  • Brahma Sutra von Swami Krishnananda
  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

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