Alter

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Alter beschreibt den Lebensabschnitt nach der Kindheit, der Jugendzeit und dem Erwachsenenleben. Der Beginn des Alters ist sehr subjektiv und daher nicht wirklich definiert. Wie ein alter Mensch ist oder lebt, ist vollkommen unterschiedlich und auch abhängig vom jeweiligen sozialen Umfeld.

Noch vor ein paar Jahrzehnten (oder heute noch in ländlichen Regionen, oder bei anderen Völkern und Kulturen) lebten die Menschen im Familienbund, d.h. Enkel, Kinder, Eltern und Großeltern unter einem Dach. Hier traten die „Alten“ zu gegebener Zeit zurück, blieben aber bis zu ihrem Lebensende in ihrer Familie, als integriertes, geachtetes und umsorgtes, "weises" Mitglied mit großer Lebenserfahrung.

Diesem Modell sind heute die Projekte mit Mehrgenerationenhäusern nachempfunden, in denen sich z. B. die Großeltern/Älteren um die Kinder kümmern, während die Eltern zur Arbeit gehen. Und umgekehrt kümmert man sich um die Älteren, wenn sie einsam oder in Not sind. Leider gibt es noch sehr wenige dieser Einrichtungen und es bedarf gegenseitigen Einvernehmens und einer ordentlichen Portion guten Willens, damit eine solche Struktur einigermaßen funktioniert. Auch in einem Ashram ist liebevolles Zusammenleben mehrerer Generationen möglich.

Der Eintritt in eine neue Lebensphase

Die erste Konfrontation mit dem Alter heutzutage kann zum Beispiel sein, dass man im Kino unaufgefordert ein reduziertes 55+ Ticket bekommt oder im Restaurant gefragt wird, ob man einen Seniorenteller wünscht. Da man sich meist selbst ganz anders sieht und fühlt, kann das ein erster Schock sein.

Dann kommt der Ausstieg aus dem aktiven Berufsleben, mit dem eine Menge bislang lebenserfüllender Strukturen und sozialer Kontakte wegfällt, oftmals von einem Tag zum anderen. Viele arbeiten einfach weiter, bei manchen ist der Beruf Berufung und sie sind glücklich damit. Manche brauchen Bestätigung, eine sinnvolle Aufgabe. Und ein großer Teil der heutigen „Best Ager“ ist fit, unternehmungslustig, jugendlich um jeden Preis, aktiv usw. Dabei wird bei allem Jugendwahn gern ignoriert, dass es irgendwann an der Zeit ist, seinen angemessenen Lebensrhythmus zu leben.

Bei allen Möglichkeiten im äußeren Leben, die sich den Älteren heute erschließen, steht doch im Vordergrund, den „Luxus Zeit“ in Fülle zu haben. Das zu tun, was man immer einmal tun wollte, nicht mehr zu hetzen, sich nicht mehr zu verbiegen, nicht mehr toll sein zu müssen.

Beliebig viel Zeit zu haben für die Reise nach innen, für die spirituelle Praxis (Sadhana).

Das ist ein ganz großes Geschenk, denn das Erfahrungsspektrum, das sich hier auftut, ist unendlich... Vielleicht wird uns dann klar, dass auch der Tod nichts Schreckliches haben muss, dass er eine Station unserer Reise ist und dass der Atman unsterblich ist.

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