Gewohnheit

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Gewohnheiten sind oft ausgeführte Handlungen, die schließlich zur zweiten Natur werden. Schlechte Angewohnheiten abzulegen ist nicht einfach, insbesondere, wenn ein Suchtfaktor hinzukommt.

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Gewohnheit ist das, was man gewöhnlich tut. Gewohnheiten erleichtern den Alltag, weil man nicht ständig über alles nachdenken muss. Andererseits sind etablierte Gewohnheiten schwer zu durchbrechen. Es ist wichtig, gute Gewohnheiten aufzubauen. Wenn man etwas 4 Wochen lang täglich gemacht hat, dann hat man typischerweise eine gute Gewohnheit etabliert. Im Yoga spricht man von sattwigen, rajassigen und tamassigen Gewohnheiten: Ungesunde Gewohnheiten, die einen runterziehen, depressiv machen, einem die Klarheit des Geistes rauben, werden als tamassige Gewohnheiten bezeichnet. Dazu können z.B. Rauchen, schlechte Sprache, negatives Denken, zu viel Schlafen gehören. Rajassige Gewohnheiten sind Gewohnheiten, die egoistisch sein können oder in die Unruhe führen. Rajassige Gewohnheiten können z.B. sein Fernsehen, Zuckerkonsum, Börsennachrichten anschauen etc. Sattwige Gewohnheiten sind Gewohnheiten, die einen erheben, freudig stimmen, in Liebe mit anderen Menschen verbinden, Klarheit des Geistes geben. Sattwige Gewohnheiten können sein freundlicher Umgangston mit anderen, häufiges Lächeln, tägliches Meditieren, Yoga Übungen, gesunde Ernährung etc.

Schlechte Gewohnheiten

Der indische Weise und Yoga Meister Swami Sivananda schreibt über schlechte Angewohnheiten:

Wir leben im Kali Yuga, dem Zeitalter wissenschaftlicher Entdeckungen und Erfindungen. Es ist das Zeitalter der Mode, der falschen Begriffe und der Zivilisation, das Zeitalter der Flugzeuge, der Kinos, des Radios, der illustrierten Zeitungen.

Dharma, Pflicht und Ordnung, sind gebrochen und anfällig geworden. Die Menschen handeln nach ihren eigenen Launen und Einfällen. Es gibt keine Disziplin mehr. Jeder ist sein eigener Meister und legt keinen Wert mehr auf religiöse Lehren. Er ist von Leidenschaft erfüllt. Unterscheidung, rechtes Denken, geistige Erkenntnis sind Essen, Trinken und Sexualität gewichen. Endgültige Befreiung ist nur noch ein Traum. In allen haben sich schlechte Gewohnheiten jeglicher Art herausgebildet.

Der Freund grüßt den Freund nicht mehr mit dem Namen Gottes, sondern mit einem Paket Zigaretten oder mit Whisky und lädt ihn zu einem "Drink" ein. Alkohol ist ein solch gefährlicher Teufel, dass er den Menschen, in dessen Körper er einmal eingegangen ist, nicht mehr verläßt, bis dieser zum Trinker geworden ist. Selbst die Damen der Hindu-Gesellschaft, die aus den besten Familien stammen, haben sich das Rauchen und Trinken angewöhnt. Sie beginnen mit kleinen Dosen, um ihre Leidenschaft zu erregen, und greifen dann zu immer stärkeren Mengen. Alkohol ist ein tödliches Gift, das die Zellen des Gehirns und die Nerven zerstört. Man gewöhnt sich sehr schwer die Gewohnheit des Trinkens ab. Darum sollte man nicht damit beginnen und die Gesellschaft von Trinkern meiden.

Die zweite der in der ganzen Welt verbreitete schlechte Angewohnheit ist das Rauchen. Man umgibt diese Gewohnheit gern mit philosophischen und medizinischen Ausreden. So sagt man etwa, dass Rauchen die Eingeweide sauber hält, anregend am Morgen wirkt oder die Konzentration fordert. Die Gewohnheit zu rauchen beginnt schon in der Jugend. Sie bewirkt einen kleinen Nervenreiz und man fährt mit dem Rauchen fort. Die Eltern sind verantwortlich für das Benehmen ihrer Kinder, für die das Rauchen immer mehr zum Rausch wird. Es ist äußerst schwer, diese Gewohnheit aufzugeben. Manche Krankheit und nervliche Störungen sind Folgen des Rauchens.

Für die Inder ist das Betelkauen eine weitere schlechte und stark verbreitete Angewohnheit, die nicht nur unästhetisch ist, sondern den Menschen zum Sklaven dieser Leidenschaft macht. Reizmittel machen den Menschen unkonzentriert, gereizt und erschöpfen ihn. Sie nehmen ihm die Selbstachtung und vergiften ihn in jeder Hinsicht. Wer solche Mittel nimmt, kann niemals Fortschritte machen, sondern wird zum Sklaven der Gifte und verschwendet sein Geld.

Kaffee trinken ist für gute Meditation hinderlich

Auch das Trinken von starkem Tee und Kaffee ist eine schlechte Angewohnheit. Man wird zum Sklaven dieser Getränke. In mäßiger Form genommen, helfen sie bei der Arbeit, aber man verliert leicht die Willenskraft und kann dem Übermaß nicht mehr ausweichen. Das ist die Schwierigkeit. Wenn man Herr bleibt und die Gewöhnung an diese Getränke zu jeder Zeit aufgeben kann, schadet sie nicht.

Eine andere schlechte Angewohnheit ist das Lesen von Illustrierten und billigen Romanen. Menschen, die daran gewöhnt sind, Dinge zu lesen, die von Leidenschaft und Liebe handeln, können keinen Augenblick ohne solche Lektüre bleiben. Sie wollen ihre Nerven immerfort durch sensationelle Gefühle aufpeitschen. Diese Lektüre weckt niedere, gierhafte Gedanken, erregt die Leidenschaft und stört den inneren Frieden.

Niemand will sich klarmachen, wie das Lesen solcher Sensationen einem Volk schadet. Das Denken der Jugend wird durch wertlose Lektüre und die Aufreizung der Leidenschaft verdorben. Die ganze Atmosphäre erhält etwas Unreines. Im Yama Loka (dem Ort der Verstorbenen) erwartet Menschen, die sich solcher Gewohnheit hingeben, harte Strafe.

Zeitung lesen

Auch zu intensives Zeitunglesen ist schlecht. Manche Menschen können selbst beim Essen die Zeitung nicht fortlegen . Sie wollen immer sensationelle Nachrichten bekommen und fühlen sich gelangweilt, wenn sie keine Zeitung lesen. So werden sie ungeeignet für ein Leben der Meditation und Abgeschiedenheit. Wenn du sie drei Tage lang an einen einsamen Ort bringst, werden sie sich wie ein Fisch am Land fühlen. Das Lesen von Zeitungen führt die Gedanken immer nach außen und belebt die weltlichen Samskaras. So vergißt der Mensch Gott.

Das Kino ruft eine schlechte Neigung hervor. Mancher kann auch nicht einen Tag verbringen, ohne ins Kino zu laufen. Seine Augen wollen Bilder Halbnackter und aufreizende Farben sehen, seine Ohren Musik hören. Junge Mädchen und Jungen werden leidenschaftlich erregt, wenn sie sehen, wie die Schauspieler sich küssen und umarmen. Wer sich auf dem geistigen Weg entwickeln will, sollte jedes Kino meiden, selbst sogenannte religiöse Filme, da diese nicht wirklich fromm sind, sondem nur Menschen anziehen und Geld verdienen wollen. Geistige Menschen schreiben aus moralischen Überlegungen und wollen den Geist des Zuschauers erheben.

Eine andere schlechte Eigenschaft ist das Schlafen während des Tages. Es verkürzt das Leben und verschwendet Zeit. Man wird faul und träge. Wenn du dich schnell entwickeln willst, solltest du diese Angewohnheit aufgeben. Nutze jeden Augenblick richtig aus. Das Leben ist kurz und die Zeit flieht dahin. Der Tod erwartet euch. Wer eine dieser schlechten Angewohnheiten völlig ausgerottet hat, ist ein glücklicher Mensch und wird Erfolg im Leben haben. Er wird sich dem geistigen Weg des Yoga anpassen.

Die Mehrzahl der Menschen hat die schlechte Angewohnheit, gewöhnliche Worte und "Slang"-Begriffe zu benutzen. Wenn sie sich erregen oder ärgerlich werden, überschütten sie die Umwelt mit einer Fülle solcher gemeinen Worte. Ein kultivierter, geschmackvoller, sauberer Mensch wird diese Ausdrücke niemals anwenden. Schon die Kinder auf der Straße, die miteinander streiten, benutzen obszöne Ausdrücke. Die Eltern sollten sie dafür bestrafen und selbst keine häßlichen Worte gebrauchen, denn Kinder sprechen sie nach. Zügelt eure Gedanken, führt fromme Worte auf euren Zungen und haltet euch von Menschen, die aus schlechter Angewohnheit häßliche Worte benutzen, fern .

Eltern stehen vor besonderen Herausforderungen

Für Eltern ist dies besonders wichtig, denn jede gute und gesunde Gewohnheit, die in das Denken der Kinder gesät wird, fasst feste Wurzeln. Besserung einer schlechten Angewohnheit ist sehr einfach. Zuerst muß man diese erkennen und den festen Willen haben, sie sofort aufzugeben. Das ist der Anfang des Erfolgs. Du mußt mit aller Kraft wollen, dass du diese schlechte Angewohnheit vom gleichen Augenblick an aufgibst. Das langsame Aufgeben hat meist weniger Erfolg. Versuche, nicht rückfällig zu werden. Du musst mit Entschlossenheit vor der geringsten Versuchung dein Gesicht abwenden. Die Gedanken müssen energisch mitwirken.

Tue etwas, wünsch dir intensiv, ein großer Mann, ein geistiger Mensch noch in diesem Augenblick zu werden. Dann werden die schlechten Angewohnheiten unmittelbar fortgehen. Benutze für die Ausrottung der Gewohnheiten dein Unbewusstes. Es ist dein engster Freund und ein starker Bundesgenosse. Bleibe in Kontakt mit ihm. Baue neue und gesunde Gewohnheiten auf. Entwickle auch dein Wollen. Pflege keinen schlechten Umgang, sondern gehe zu Weisen und Meistern. Ihre starken Schwingungen werden deine schlechten Angewohnheiten überwinden. Nichts ist unmöglich. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

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Das Wort Gewohnheit

Das Wort Gewohnheit

Gewohnheit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Gewohnheit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Gewohnheit sind zum Beispiel Eigenart, Marotte, alte Leier, Stupidität, Merkwürdigkeit, Tradition, Brauch, Regel, Gepflogenheit, Routine .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Gewohnheit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Gewohnheit sind zum Beispiel Variation, Abwechslung, Kurzweil, Wechselhaftigkeit, Unstetigkeit, Achtlosigkeit . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Gewohnheit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Gewohnheit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Gewohnheit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Gewohnheit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Gewohnheit sind zum Beispiel das Adjektiv gewohnt, das Verb wohnen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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