Deva

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Deva (Sanskrit: देव deva adj. und m.) göttlich, himmlisch, strahlend; Gott, Gottheit; In der indischen Mythologie sind die Devas (Götter) die Gegenspieler der Asuras (Dämonen). Devas befinden sich auf einer höheren Ebene als die Menschen und sind gewisserweise mit Engeln vergleichbar. Laut der Rigveda gibt es 33 Devas, männlicher und weiblicher Form, wovon sich jeweils 11 im Wasser, im Himmel und auf der Erde befinden.

Sie benötigen keinen Schlaf, trinken Soma und bewegen sich auf einem leuchtenden Wagen. In der Mahabharata gibt es 33.333 Götter, was stellvertretend für die hohe Anzahl an Göttern im Hinduismus ist, wobei alle Götter letztendlich eine Repräsentation von Brahman sind. In der Mahabharata werden göttliche Eigenschaften erwähnt - Devas bilden keinen Schweiß und blinzeln nicht und werfen auch keinen Schatten. Ihre Füße berühren nicht den Boden. Sie weisen ewige Jugend auf und haben ein endlos erscheinendes langes Leben. Die bekanntesten männlichen Götter in Indien sind Krishna, Rama, Shiva und Ganesha, wobei Rama und Krishna als Inkarnationen von Vishnu gelten. Die bekanntesten Göttinnen sind Radha, Durga, Lakshmi und Saraswati und Kali.

Die Devas befinden sich auf einer dem Menschen übergeordneten, höheren Ebene. Devas sind auch Halbgötter oder überirdische Wesen. Sie sind dennoch in den Kreislaufs der Wiedergeburten (Samsara) integriert. Von Devas ist im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus die Rede. Zu den niederen Göttern gehören Apsaras, Gandharvas, Yakshas, Maruts und Vidyadharas, Ishvara oder Narayana sind dagegen eine höhere Vorstellung von Gott. Deva ist auch ein Beiname Erleuchteter, oder eine Anrede für Könige. Die weibliche vorm von Deva lautet Devi.

Sukadev über Deva

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Deva

Vishnu, auf Shesha Naga (Ananta) ruhend, während Lakshmi ihm die Füße massiert und der viergesichtige Brahma aus dem Nabellotos aufsteigt.

Deva ist ein schwer zu übersetzendes Wort und Deva hat auch in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliche Bedeutung. Die verbreitetste Übersetzung von Deva ist Gott. Als die Indologen oder auch die westlichen Missionare nach Indien kamen und sie dort von Indra und Varuna und Agni, also Feuerwesen und dem Engel des Donners gehört haben, haben sie eben gesagt, das sind Götter. Sie haben das eben mit der griechischen Antike verbunden und letztlich kann man auch sagen, Deus, was ja auch das lateinische Wort ist, da steckt auch Deva drin, gleicher Wortstamm "Deus – Deva" und so wurde es als "Gott" übersetzt.

Surya Deva - der Sonnengott.

Aber daraus kam dann die falsche Vorstellung, dass die Inder Polytheisten sind, die also annehmen, es gibt verschiedene Götter. Aber so wenig wie die Katholiken Polytheisten sind, so wenig sind die Inder Polytheisten. Die Katholiken gehen auch davon aus, dass es nur einen Gott gibt und der Gott manifestiert sich in der Dreifaltigkeit, Gott-Vater, Gott-Sohn, Gott-Heiliger-Geist. Und dann gibt es jede Menge Lichtwesen, die so genannten Engel. Engel, von Angelus, heißt Bote, Bote Gottes. Und dann gibt es eine ganze Menge von Engeln, und Erzengeln und verschiedene Klassen von Engeln. Dort spricht ja auch gerade Dante in der Göttlichen Komödie und es gab eine ganze Menge theologischer Spekulationen, welche Arten von Engel es überall gibt. Letztlich tummeln sich hunderte, wenn nicht tausende von Engel in den diversesten christlichen Schriften.

Aber trotzdem ist Christentum keine polytheistische Religion, sondern sie gilt als monotheistisch. Auf ähnliche Weise, im Hinduismus wird angenommen, es gibt nur einen Brahman. Ich muss jetzt zugeben, es gibt auch wieder verschiedene Ausprägungen und vielleicht gibt es tatsächlich auch echte polytheistische Ausprägungen des Hinduismus, aber jetzt die Yoga Vedanta Richtung, aus der Yoga Vidya stammt, dort wird angenommen, es gibt nur Brahman. Brahman, das Absolute, das Unendliche, manifestiert sich als die Welt. Brahman manifestiert sich auch als die Intelligenz hinter der Welt. Und diese Intelligenz kann man Ishvara nennen, Gott, persönlicher Gott. Gott manifestiert sich in drei Aspekten: Brahma, Vishnu und Shiva. Brahma - der Schöpfer, Vishnu – der Erhalter, Shiva – der Zerstörer. Das sind nicht drei verschiedene Personen, sondern Manifestationen des gleichen Ishvara.

Ishvara kann auch noch mehr haben, er kann auch noch weibliche Formen bekommen, so wie Lakshmi, Saraswati, Durga und Kali, und Gott kann sich auch göttliche Mutter nennen. Aber alle sind ein und das gleiche. So ähnlich wie die Dreifaltigkeit, Gott-Vater, Gott-Sohn, Gott-Heiliger-Geist, nicht drei Personen sind, sondern Manifestationen der Einheit. Und dann gibt es auch noch Lichtwesen, das sind dann die Devas, manchmal auch als Devatas bezeichnet. Die Devas und die Devatas, die sind jetzt Lichtwesen, die man eigentlich von der christlichen Mythologie am besten als Engel bezeichnen würde. Und dann gibt es eben Indra als Deva, der Deva des Wetters und des Donners. Dann gibt es Agni, der Deva des Feuers. Es gibt Vayu, der Deva des Windes usw. Und dann gibt es verschiedene Klassen und Arten von Devas, verschiedene Lichtwesen.

Es wäre auch noch interessant, vielleicht die Engelswesen der christlichen Tradition oder der verschiedenen esoterischen Traditionen in Verbindung zu stellen mit den Engeln der arabischen, moslemischen und der jüdischen Tradition, in Verbindung mit buddhistischen und hinduistischen Traditionen. Wer sich ein bisschen auskennt, sieht, es werden immer die gleichen Lichtwesen verehrt. Sie bekommen andere Namen und so ist Indra das gleiche wie Jupiter oder Zeus. Und so ähnlich kann man jeden Deva mit jedem Deus der römisch-griechischen Mythologie in Verbindung bringen, auch mit den verschiedenen scheinbaren Göttern der ägyptischen Mythologie. Letztlich sind aber alles nur Manifestationen des einen. So also, Brahman, das Absolute, manifestiert sich als Ishvara, als persönlicher Gott. Dieser Gott hat verschiedene Eigenschaften und wird deshalb unterschiedlich genannt. Und dieser Gott hat Boten und Diener, die Lichtwesen, die Devas. Diese Devas kann man auch als Götter übersetzen oder auch als Engelswesen oder einfach als Lichtwesen. Deva – Engelswesen, Gott und Lichtwesen.

Engel und Geister

Bernhard Plockhorst (1825–1907): Schutzengel

Wie unterscheidet man Pretas (erdgebundene Geister von Devas, den Engeln? An subtileren Wesen können einem natürlich nicht nur Pretas, erdgebundene Geister, erscheinen. Man kann auch Wesen aus höheren Ebenen wahrnehmen, wie Devas (Engelswesen), Siddhas (Meister) oder sogar eine Vision Gottes haben. Es ist gut, das unterscheiden zu können.

Anzeichen der Gegenwart von Geistern

In der Gegenwart eines Pretas kann man sich kalt fühlen, gelähmt, klein, manchmal auch ängstlich. Pretas sehen eher dunkel, grau oder bleich aus. Nach einer Begegnung mit einem Preta fühlt man sich eher müde oder ausgelaugt.

Anzeichen der Gegenwart von Engeln

Die Gegenwart eines höheren Wesens dagegen ist lichtvoll. Man fühlt sich warm, voller Herzenswärme und Liebe. Man hat das Gefühl, weit zu werden. Es ist ein Gefühl von Wonne und Verbundenheit. In einer solchen Begegnung kann man eine Berufung erfahren oder etwas richtig verstehen. Manchmal verliert man das Bewusstsein von Körper, Raum und Zeit und gelangt in andere Sphären des Bewusstseins. Wenn man aus dieser Erfahrung der Begegnung mit einem höheren Wesen herauskommt, ist man voll von Energie, von Liebe und Inspiration, was auch noch lange danach anhält. Fühlt man sich in der Gegenwart eines Pretas, sollte man nicht weiter auf ihn eingehen, nicht das tun, was er einem sagt, selbst wenn es hilfreich erscheinen mag. Wenn der Preta merkt, dass er einen nicht beeinflussen kann, wird man für ihn uninteressant. Wenn man dagegen eine Vision eines Engelswesens oder eines Meisters hat, soll man sich innerlich vor ihm verneigen und um Rat bitten.

Mantra als Mittel der Unterscheidung zwischen Geist und Engel

Eine einfache Weise der Unterscheidung ist die Wiederholung eines Mantras, eines Gebetes oder die Anrufung eines Meisters oder Gottes direkt. Wenn man ein Mantra zusammen mit Gedanken an Gott oder Meister wiederholt, wird die Vision des Preta schwächer werden, die Vision eines Engelswesens aber stärker.

Murugan, der Herrscher der Devas

MurugaMurugan ist Gott in seiner Gestalt als der Ewig Jugendliche. Er symbolisiert Enthusiasmus, Mut, Einsatz für das Gute und Großartige. Er gilt als Herrscher der Devas, der Engelswesen. Murugan hat viele andere Namen: Karthikeya - da er im Krithika Monat geboren ist Shanmuga bzw. Sanmuga - der mit sechs Gesichtern (im Sanskrit Shanmukha) Sharavanbhava - welcher das Gefühl des Schutzes gibt Subrahmanya - der das Gute von Brahman gibt Skanda - derjenige der in der Skanda Purana beschrieben wird.

Muruga hat zwei weibliche Attribute. Seine beiden Frauen bzw. Gefährtinnen werden Valli und Deivayanai genannt. Murugan wird besonders in Südindien in Tamil Nadu und Kerala verehrt und überall dort, wohin Tamilen ausgewandert sind, also z.B. in Sri Lanka, Malaysia - und in England.

Swami Sivananda über Murugan

Auszüge aus dem Buch von Swami Sivananda "Götter und Göttinnen" mit einem Gebet an Skanda:

Oh Subrahmanya
Oh General der göttlichen Kräfte!
Oh Zerstörer des Bösen!
Oh Karttikeya, Sohn von Shiva!
Sechs Funken von Shankaras Feuer!
Oh Gott des Krieges!
Sei gegrüßt.
Du bist die Kraft der Weisheit,
der Wahrheit, des Guten und der Gnade.
Alle Kräfte der Männlichkeit
sind Deine Kraft.
Saravanabhava Pahiman.
Karttikeya Rakshamam.

Einleitung zu Murugan - einige mythologische Geschichten

Murugan Der Dämon Taraka terrorisierte die Götter sehr. Er verjagte sie aus dem Himmel. Alle Götter gingen zu Brahma. Brahma sprach zu den Göttern: "Oh Götter, ich kann Taraka nicht zerstören, da er durch ernsthaftes Tapas meine Gnade erhalten hat. Aber ich mache euch einen Vorschlag: bittet Cupid oder Kama Deva um Hilfe. Bittet ihn, Shiva, der jetzt in seinem Yoga-Samadhi verweilt, zu veranlassen, Parvati zu heiraten. Ein wundervoller Sohn, Subrahmanya oder Karttikeya wird ihnen dann geboren werden. Dieser Sohn allein kann die Dämonen (Asura) zerstören.

Indra bat Kama mit seiner Frau Rati und ihrem Bekannten Vasanta, dem Frühling, zum Berg Kailasa, dem Aufenthaltsort von Shiva, zu gehen. Sofort machte sich Kama zusammen mit Rati und Vasanta auf zum Berg Kailasa. Der Frühling kam sofort. Hinter einem Baum versteckt schoss Kama seine blumenreichen Pfeile der Leidenschaft auf Shiva, gerade als Parvati ihm Blumen in die Hand gab. Sobald Parvatis Hände die Hände von Shiva berührten, spürte er ein erregendes Gefühl. Shiva fragte sich, wer oder was sein Yoga gestört hatte. Er schaute sich um und erblickte Kama hinter einem Baum.

Shiva öffnete sein drittes Auge und Cupid verbrannte durch das Feuer, das hieraus entstand, zu Asche. So wurde aus Kama Deva, dem Gott des Wunsches und der Begierde, Ananga – der Körperlose. Nachdem Kama Deva verbrannt war, erfuhr Shiva in seiner yogischen Vision, dass die Geburt von Subrahmanya absolut notwendig war, um den mächtigen Taraka zu zerstören. Er hatte seine Retas ins Feuer geworfen, welches diese in die Ganga warf, da es nicht in der Lage war, sie zu halten. Die Ganga wiederum warf die Retas zurück in einen Reisigwald, wo Karttikeya (Subrahmanya), der Reisig-Geborene (Shara-Janma), geboren wurde. Er wurde der Führer der himmlischen Heerscharen und der Zerstörer von Tarakasura, genau wie Brahma es vorhergesehen hatte.

Murugan - eine Inkarnation Shivas

Skanda Subrahmanya ist eine Inkarnation Shivas. Alle Inkarnationen sind Manifestationen des einen Höchsten Herrn. Subrahmanya und Krishna sind ein und derselbe. Krishna sagt in der Gita: „Senaninam Aham Skandah: Generäle, ich bin Skanda.“ Gott manifestiert sich selbst von Zeit zu Zeit in verschiedenen Namen und Formen, um Dharma wieder herzustellen und das Böse zu bestrafen.

Subrahmanya ist eine Projektion des Bewusstseins von Shiva. Er ist die Energie Shivas. Valli und Deivayanai sind Seine beiden Frauen. Sie repräsentieren Seinen Willen und Seine Handlungskraft. Wie Hanuman ist er in diesem Kali-Yuga ein Pratyaksha Devata. Er verleiht Seinen Anhängern schon bei der geringsten Ergebenheit materiellen und spirituellen Wohlstand sowie Erfolg bei allen Unternehmungen. Guha, Muruha, Kumaresa, Karttikeya, Shanmukha (der mit den 6 Gesichtern), Subrahmanya, Velayudha (der den Speer trägt) sind alles Synonyme.

Skanda - Der Gott der Natur

Shanmukha, das Licht der Lichter und das innerste Selbst aller Wesen, wird in Seiner Form mit 6 Gesichtern und 12 Händen verehrt. Die Verehrung von Subrahmanya ist mehr oder weniger beschränkt auf Südindien, obwohl er den Hindus im übrigen Teil Indiens als Karttikeya nicht unbekannt ist. Die Tamilen haben einen lebendigen Glauben an Subrahmanya und sind genauso vernarrt in Seine Leelas wie es die Nordinder und südindischen Vaishnavas in Krishnas göttliche Spiele sind.

Die Verehrung von Skanda ist weit verbreitet im Süden Indiens und auf Ceylon. Fast jede Stadt im Süden hat Shanmukha einen Tempel gewidmet. Die Tamilen haben Shanmukha Muruha genannt. Muruha ist der tamilische Ausdruck für den Gott der Natur, genau wie Vayu Gott des Windes und Varuna Gott des Wassers.

Subrahmanya Tempel gibt es überall in Südindien. Orte von natürlicher Schönheit, die die Seele beruhigen, bewahren den Allmächtigen in Gestalt von Subrahmanya. Einige der Orte, an denen man Skanda Tempel sehen kann, sind sehr berühmt. Jeder dieser Tempel hat seine eigene Legende. Die berühmten Subrahmanya Tempel in Südindien sind Tiruchendur, Palani, Thirupparankundram, Swamimalai, Thiruthanigai, Thirupporur, Udipi, und Alagar Koil. Fast alle kleinen Hügel in Südindien, besonders in Tamil Nadu, haben einen Subrahmanya Tempel.

Subrahmanya zeigte seine Bala Leelas in Tiruchendur und erreichte Samadhi in Kathirgamam, in der Nähe von Jaffna, Ceylon. Jedem Seiner Anhänger, der mit Glaube, Hingabe und Ehrfurcht nach Kathirgaman geht und 2 oder 3 Tage im Tempel bleibt, gibt Subrahmanya Seine Vibhuti (Kräfte; Fähigkeiten) in Form von Anweisungen. Der Gläubige macht mystische Erfahrungen. Jedes Jahr wird an Skanda Shashti ein großes Fest im Tempel veranstaltet. Berge von Kampfer werden bei dieser Gelegenheit verbrannt. Aus diesem Anlass versammeln sich Tausende von Menschen.

An Skanda Shashti, dem Tag, an dem Subrahmanya den Dämonen Taraka tötete, werden riesige Feste mit großem Prunk und Pomp an verschiedenen Orten in Südindien gefeiert. An diesem Tag halten Gläubige Gottesdienst ab, singen Bhajans und Kirtan in geradezu überwältigendem Ausmaß. Tausende werden großzügig verpflegt. Viele unheilbare Krankheiten werden geheilt, wenn man Palani besucht und dort den Gott verehrt. In Südindien werden Subrahmanyas kosmische Spiele auf Freilichtbühnen gezeigt.

Heilige Schriften, die Skanda preisen

Muruga und Ganesha Von den 18 Puranas handelt Skanda Purana von der Inkarnation und den Leelas Skandas und Seinem Sieg über den König der Asuren, Soorapadman. Die Purana erzählt auch die Geschichte von Seiner Hochzeit mit Valli und Deivayanai. Sie preist weiterhin den Ruhm von Skanda und Seine Größe und zeigt die verschiedenen Attribute und Funktionen des Gottes. Jede Episode, die in der Purana erzählt wird, hat eine esoterische Bedeutung. Verehrer und Gläubige Subrahmanyas nehmen diesen Text zum regelmäßigen Svadhyaya (Selbststudium).

In der tamilischen Literatur findet man zahlreiche Schriften, die von Skanda handeln. Tatsächlich wurde Subrahmanya nicht nur als Gott der Natur verehrt, sondern auch als der Gott, der die tamilische Sprache an den Rishi Agastya gab. Zu den ältesten noch vorhandenen tamilischen Arbeiten gehört Thirumurugatrupadai (Anleitung für Aspiranten bezüglich der Verehrung Skandas). Der Autor dieses Buches war Nakkeerar, ein berühmter Dichter in jenen Tagen. Wer dieses Buch täglich liest und Puja abhält, wird von allen Sünden befreit und erreicht alles sowohl in diesem wie auch im nächsten Leben.

Der Heilige Arunagirinathar hat uns mehr als tausend Lieder zur Verehrung Shanmukhas hinterlassen. Diese Lieder sind bekannt als Thiruppugazh (Preisungen des Herrn). Jedes Lied ist voller Würde und bewegt die Seele. Derselbe Heilige hat der Welt ein weiteres Buch hinterlassen, nämlich Kandar Anubhooti (die Gnade des Herrn und wie wir sie erhalten können) und Kandar Alankaram. Es ist so wirkungsvoll, dass die ständige Wiederholung mit Vertrauen, Hingabe und Liebe alle Segnungen bringt, die man sich nur vorstellen kann.

In einem späteren Zeitraum hat ein anderer Heiliger, Kumaragurupara Swamigal, ein langes Gedicht zur Verehrung Shanmukhas verfasst. Dieses ist bekannt als Kandar Kali Venba. Es gibt auch noch andere Gedichte, die als Pillai Tamizh bekannt sind.

Die Gestalt Shanmukhas

Oft verkörpern die Beschreibungen und Legenden über Subrahmanya, wie in allen mythischen Berichten und Erzählungen der Hindus, verschiedene esoterische Wahrheiten. Subrahmanya hat sechs Gesichter. Er hält einen Speer oder Vel und reitet auf einem Pfau. Der Pfau steht auf einer schwarzen Schlange. Ein Hahn ist die Fahne des Gottes. Er hat 2 Frauen: Valli und Deivayanai. Er ist der Sohn von Parama Shiva. Er kam aus Shivas drittem Auge in Form von Feuer oder Licht. Seine Ziele waren die Zerstörung des großen Asura Soorapadma, der mit seinen Helfern Indra und andere Devas versklavte. Subramanya heiratete Deivayanai, die Tochter von Indra. Auf Ratschlag von Narada, heiratete Er auch Valli, die Pflegetochter des Jägerkönigs Nambi, nachdem Er ihre Hingabe intensiv getestet hatte. Sogar als Junge sperrte Subrahmanya Brahma für seine Unwissenheit über die Bedeutung des Pranava Mantras ein und ließ ihn nur auf Bitten Shivas wieder frei. Übrigens erklärte er Shiva auch die Bedeutung dieses Mantras. All diese Berichte sind hoch geschätzte, interessante Details und werden von Subrahmanya Bhaktas hingebungsvoll gehegt und gepflegt.

Vom esoterischen Standpunkt aus betrachtet, ist Subrahmanya der Gott, der sich selbst inkarnierte, um die Intelligenz der Menschen zu erhellen und sie von den verschiedenen Arten der Unwissenheit zu befreien, die die Wahrheit vor ihnen verbirgt. Dieser Subrahmanya stammt aus Shivas drittem Auge und ist ein Symbol für die Inkarnation der reinen Intelligenz, denn Shivas drittes Auge ist bekanntlich das Auge des Wissens.

Die sechs Köpfe Subrahmanyas stehen für die sechs Chakras. Sie stellen auch die fünf Sinne und den Geist dar. Sie repräsentieren ebenfalls die sechs Attribute von Bhagavan: Jnana (Weisheit), Vairagya (Leidenschaftslosigkeit), Bala (Stärke), Kirti (Ruhm), Sree (Gesundheit und Wohlstand) und Aisvarya (göttliche Macht). Sie zeigen, dass er die Quelle der vier Veden, Vedangas und der sechs Philosophieschulen ist und dass Er die fünf Jnana Indriyas und den Geist kontrolliert. Das bedeutet, dass Er der Virat Purusha mit unzähligen Köpfen ist. Sie symbolisieren, dass Sein Kopf überallhin gedreht ist (Viswathomukha) und Er allgegenwärtig ist. Die sechs Köpfe zeigen, dass Er allmächtig ist und dass Er sich vervielfältigen und jede Form annehmen kann, die er möchte. Die sechs Gesichter zeigen, dass er nach allen vier Seiten präsent ist, auch nach oben und unten.

Die zwölf Arme zeigen, dass Er alleine erschafft, erhält, zerstört, versteckt und segnet – tatsächlich alles in der Welt tut.

Valli, Daivayanai und Vel stehen für Ichcha Shakti, Kriya Shakti und Jnana Shakti. Es wird gezeigt, dass diese drei an Subrahmanya haften, der Para Brahman selbst ist. Die Tatsache, dass die Kräfte des Wunsches und der Handlung zu seiner Seite stehen und dass ausschließlich Jnana Shakti oder die Kraft der Weisheit in seiner Brust verwahrt wird, zeigt, dass die Weisheit das Allerwichtigste ist und dass sie niemals von Ihm getrennt sein wird.

Valli und Deivayanai

Subrahmanya heiratete Valli gemäß den Gesetzen der Gandharvas. Er erhielt dazu keine Erlaubnis ihrer Eltern. Das zeigt auch, dass Valli seine Wunschkraft repräsentiert.

Andererseite fand Seine Heirat mit Deivayanai nach dem Sieg über die Asuren statt. Aus Dankbarkeit gab Indra Ihm seine eigene Tochter Deivayanai zur Frau. Die Hochzeit wurde gemäß den vedischen Riten vollzogen. Daran sieht man, dass Deivayanai Seine Handlungskraft ist.

Die zwei Frauen Deivayanai und Valli symbolisieren auch die zwei Arten von Anhängern unter denjenigen, die nach Moksha, Freiheit durch Vereinigung oder Einheit mit dem Höchsten, streben. Die einen befolgen rigoros und ernsthaft die Anordnungen und die Lehren der vedischen Schriften. Sie sind Anhänger von Vaidik Karmas. Sie werden durch Deivayanai symbolisiert, die Subrahmanya nach regulärem orthodoxen Ritus heiratete. Die anderen sind leidenschaftliche Bhaktas, die Gefühlen und Emotionen mehr beimessen, als Regeln und Gesetzen. Sie werden durch Valli repräsentiert, die als Pflegetochter Nambis, dem König der Jäger, aufwuchs. Subrahmanya heiratet sie nach den Gebräuchen der Gandharvas und der Paisachas. Er beteuert Seine Liebe, indem Er sie umwirbt und benutzt Seine Kräfte, indem er ihre Verwandten bekämpft, die versuchen, Ihn zu behindern.

Der Speer - Vel

Auf dem Bild hält Subrahmanya einen Vel (Speer) in der Hand, so wie Shiva das Trident oder Trisula hält. Dies ist ein Emblem der Macht und zeigt, dass Er der Herrscher des Universums ist. Die Anhänger von Subrahmanya huldigem dem Speer.

Der Speer wurde Subrahmanya von Parvati gegeben, der Verkörperung von Shiva und Shakti. Dadurch wird gezeigt, dass der Speer ein Symbol des reines Wissens war, wie es aus Parvati, der Para Sakti, hervorkam. Die Form des Speers zeigt ebenfalls, dass Wissen in Form von Licht vom Muladhara Chakra aus, dem unteren Teil des Speers, durch die verbundenen Nadis, dargestellt durch den Stiel des Speers, verläuft und durch den 1000-blättrigen Brahmarandhra, die blattförmige Spitze am oberen Ende des Speers, nach oben verläuft.

Der Speer ist die Waffe, die den Dämon der Unwissenheit durchbohrt. Das ist Ekagra Chitta oder der einpünktige Geist, auf den so viel Wert im Raja Yoga gelegt wird und ohne den Fortschritt für den Yogi unmöglich ist. Es ist die Vorbereitung auf Konzentration, Meditation und Versenkung – im Yoga als Samyama bekannt. In der Legende ist es Soorapadama, der Dämon, der durch den Speer getötet wird. Dieser Dämon ist nichts anderes als Unwissenheit.

Der Pfau, die Schlange und der Hahn

Shanmukhas Vahana (Reittier), der Pfau, zeigt die Form der heiligen Silbe OM. Es ist die Form von Bindu (der Essenz). Wenn der Pfau sein Gefieder ausgebreitet hat, zeigt es die runde Form der heiligen Silbe OM. Darin sieht man Parabrahma Jyoti, das die Form von Muruha oder Subrahmanya hat. Die unten liegende Schlange, die von den Pfauenpfoten unter Kontrolle gehalten wird, zeigt die Unreinheit der Maya (Täuschung; Illusion), die völlig durch die Macht der heiligen Silbe OM überwunden wird.

Der Pfau ist der schönste aller Vögel. Er ist ein Vogel, der seine innere Freude durch Tanzen und das Ausbreiten seines prächtigen Gefieders zeigen kann. Wenn er sein Gefieder ausbreitet, zeigt er seine perfekte Balance, denn er ist ein sehr schwerer Vogel, der sein Gleichgewicht auf zwei schmalen Füßen halten muss. Daher können wir den Pfau auch als Symbol des mentalen Gleichgewichts bezeichnen, die Überlegenheit der sattwischen über die rajassigen und tamassigen Eigenschaften. Solch eine geistige Verfassung entfaltet sich in einer höheren Art der Selbstzufriedenheit; ein Status, ähnlich dem des Pfauen, der sein wunderschönes Gefieder ausbreitet. Es ist dieses vorherrschende Sattwa, das die Voraussetzung für das Erlangen von wahrem Wissen ist, das Wissen, das durch Subrahmanya selbst symbolisiert wird.

Der Pfau symbolisiert nicht zuletzt durch seine Haltung, dass Gott Stolz, Egoismus und Eitelkeit vollkommen überwunden hat. Die Kobra unter seinem Fuß soll zeigen, dass Er absolut angstfrei, unsterblich und weise ist.

Der Hahn auf dem Banner ist Pranava, der Ursprung des Klanges (Nada Brahman), die Klangform Gottes. Subrahmanyas Hahnenbanner symbolisiert den Untergang der Unwissenheit. Es ist der Hahn, der den Sonnenaufgang am östlichen Horizont ankündigt. Die Sonne ist der Himmelskörper, der die Dunkelheit vertreibt. Ähnlich kündigt der Hahn auf Subrahmanyas Banner die Ankunft von Wissen an, das alle Unwissenheit beseitigt.

Danda Pani

Es gibt eine andere Form von Muruga, Subrahmanya, bekannt als Danda Pani. Er wird so dargestellt, dass Er alleine - ohne Valli oder Deivayanai - mit dem Speer dasteht. Das repräsentiert Seinen Nirguna Aspekt, der frei von Maya ist. Das bedeutet auch, dass Er ohne Wunsch- und Handlungskraft sein kann, aber nicht ohne die Kraft des Wissens. Esoterische Bedeutung der Skanda-Geschichten

Wir wollen nun die Bedeutung der Legende von Soorapadma, der von Subrahmanya getötet wurde, untersuchen. Die Asuren Taraka, Simhamukha und Soorapadma waren Söhne von Maya. Sie verfolgten die Devas und nahmen Devakumara gefangen. Muruha erhörte die Gebete der Devas, tötete die drei Asuras mit Seinem Speer und befreite Devakumara aus dem Gefängnis. Später heiratete Muruha auf Bitten der siegreichen Devas Deivayanai, die Tochter von Indra. Der tiefere Sinn dieser Geschichte ist folgender: die drei Söhne von Maya sind Sattva, Rajas und Tamas, die drei Gunas. Jiva, die individuelle Seele, wird immer von diesen drei Gunas beeinflusst und ist ihnen unterworfen. Subrahmanya hört die Gebete von Jiva, der individuellen Seele, und befreit sie aus den Klauen der drei Gunas. Er befreit nicht nur Jiva, sondern er vereinigt sich durch die Heirat mit ihr selbst.

Hochzeit Vallis

Kommen wir noch einmal zur Hochzeit Vallis. Im dunklen Wald eines Berges blickt Valli inmitten ihrer Verwandschaft grausamer Jäger finster drein und verbringt ihre Zeit damit, Steine auf Vögel, die in den Feldern Körner picken, zu werfen, um sie zu verscheuchen. Aber ihre Gedanken sind immer bei Muruha, den sie liebt. Rechtzeitig erscheint ihr Muruha in verschiedenen Gestalten, testet sie, erschrickt sie durch die Hilfe Vinayakas mit einem Elefanten, enthüllt ihr am Ende Seine wahre Gestalt und nimmt sie mit, um sie zu heiraten. Zu dieser Zeit trifft Er auf den Widerstand von Vallis Pflegeeltern und tötet sie. Aber, auf Vallis Bitte hin, erweckt Er sie wieder zum Leben und feiert mit ihr die Hochzeit.

Der dunkle Wald ist Tamas. Die grausamen Jäger sind Rajas. Valli ist Jiva, die individuelle Seele, die sich in der Gewalt von beiden befindet. Ihr Bewachen der Körner auf dem Feld ist ihr aufrichtiges Sadhana, um Paramatman zu erfahren. Die Vögel, die kommen, um die Körner zu picken, sind die Hindernisse in ihrem strengen Sadhana. Um sich selbst zu retten, hält sie eine Schleuder in der Hand, was für Unterscheidungskraft steht und sie benutzt die Kieselsteine, die Vairagya bedeuten. So vertreibt sie die Hindernisse. Um die Stärke ihres Sadhana zu testen, erscheint Muruha in Verkleidungen vor ihr und zeigt ihr am Ende die Bedeutung der heiligen Silbe OM in Form des Elefanten. Dann verschwinden die Kräfte von Rajas, die die individuelle Seele umhüllen (symbolisiert durch die Jäger, die Valli umgeben) und werden in Suddha Sattwa Guna umgewandelt. Danach ist die individuelle Seele befreit und sie identifiziert sich mit Para Brahman, dem Absoluten.

Pratyaksha Devata in diesem Kali-Zeitalter

Shanmukha ist die sichtbare Gottheit (Pratyaksha Devata) in diesem Kali Zeitalter. Er ist sehr erfreut über Seine Anhänger, denen er beides gewährt: Bhukti und Mukti (erst Vergnügen und danach Moksha, Befreiung). Millionen leben noch, die Beispiele von Wundern, die von Shanmukha bewirkt wurden, aus ihrem eigenen Leben erzählen können.

Das Kavadi

Vielleicht das mächtigste Versöhnungsritual, das ein Anhänger Shanmukhas vollziehen kann, ist das Kavadi. Die Vorteile, die der Anhänger davon erhält, Gott Kavadi anzubieten, sind millionenfach größer als der kleine Schmerz, den sich der Anhänger dadurch auferlegt

Im Allgemeinen legen die Leute das Gelübde ab, Kavadi zu geben, um ein großes Unglück rückgängig zu machen oder zu verhindern. Zum Beispiel, wenn dem einzigen Sohn des Anhängers eine schicksalhafte Krankheit auferlegt wurde, würde er zu Shanmukha beten, den Jungen wieder ins Leben zurückzuholen. Im Gegenzug würde der Verehrer ein Gelübde ablegen, dass er dem Herrn ein Kavadi widmet.

Obwohl dies auf den ersten Blick materialistisch erscheint, ergibt sich jedoch bei näherer Betrachtung, dass darin die Saat für Höchste Gottesliebe enthalten ist. Das weltliche Ziel ist erreicht und der Anhänger führt Kavadi aus. Nach der Zeremonie ist er von Gottesliebe so durchdrungen, dass seine innere spirituelle Kammer geöffnet ist. Letztendlich führt das zu Para Bhakti, Höchster Hingabe.

Oh Subrahmanya! Oh allbarmherziger Gott! Wir haben weder Glauben noch Hingabe. Wir wissen nicht, wie wir Dich richtig verehren sollen oder zu Dir meditieren sollen. Wir sind Deine Kinder, die den Weg verloren, das Ziel und Deinen Namen vergessen haben. Ist es nicht Deine Aufgabe, oh mitfühlender Vater, diese verlorenen Kinder wieder unter Deinem Dach aufzunehmen, sie zu versorgen und zu beschützen, sie mit Deiner Gnade zu überhäufen und sie zu segnen?

Oh Mutter Valli, willst Du nicht bei Deinem Herrn für uns Fürsprache einlegen? Die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern ist wichtiger als alles andere auf dieser Welt. Verzeih uns, oh geliebte Mutter, obwohl wir wertlose und ungehorsame Kinder geworden sind! Mache uns gehorsam und treu ergeben. Von dieser Sekunde an gehören wir Dir. Alles ist Dein. Es ist die Pflicht der Mutter, zu korrigieren, zu erziehen, richtig zu stellen und ihren leichtsinnigen Kindern ein Vorbild zu sein, wenn sie vom rechten Pfad abkommen. Entferne den Abstand, der uns trennt, den Schleier, der uns vor Dir verbirgt. Segne uns. Bringe uns zurück zu Deinen Lotusfüßen. Wir haben nichts weiter zu sagen. Das ist unser inbrünstiges Gebet an Dich und Deinen Gott, unsere geliebten und immerwährenden Eltern.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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