Ishvara

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Ishvara (Sanskrit: ईश्वर īśvara adj. u. m.) vermögend, fähig, im Stande zu tun; Besitzer, Eigentümer; Gebieter, Herrscher, Meister, der Mächtige und Allgewaltige; Ehemann; höchster Gott, Gott in seiner herrschaftlichen Gestalt, persönlicher Gott, Bezeichnung des Brahman mit Eigenschaften; Bezeichnung von Shiva; (im Yoga) Gott als besondere Manifestation von Bewusstsein bzw. Seele, unberührt von Karma, Wunsch und Leid. Ein Name, der Shiva gegeben wird.

Erfahre im nachfolgenden Videovortrag von Sukadev Bretz, dem Gründer und Leiter von Yoga Vidya, welche Bedeutung Ishwara im Vedanta, Raja Yoga und Bhakti Yoga haben kann. Im Vedanta ist Ishwara Saguna Brahman, der Gott mit Eigenschaften. Im Raja Yoga wird Ishwara als der Ur-Guru betrachtet, den man durch Mantra-Rezitation, Schriftenstudium und Hingabe erfahren kann.

Sukadev über Ishvara

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Ishvara

Ishvara – Herr, Gott, Ishvara – der persönliche Gott, Ishvara – Gott als die Intelligenz des Universums. Heute geht es um Ishvara. Ishvara – Gott, auch manchmal übersetzt als Herr. Ishvara ist ja ein abstrakter Ausdruck für Gott. Wenn z.B. in der Hindi-Bibel der Ausdruck „der Herr“ übersetzt wird, dann steht dort „Ishvara“. Auch Ishvara und Allah sind letztlich identisch. Ishvara ist Gott, der tätig ist als Schöpfer, Erhalter und Zerstörer. Ishvara spielt in der Vedanta-Philosophie, im Bhakti Yoga und im Yoga Sutra eine wichtige Rolle.

Im Vedanta gibt es Brahman. Brahman ist das Absolute. Brahman, das Absolute, ist eins mit Atman, dem höchsten Selbst. Brahman manifestiert sich als diese Welt, als Jagad. Brahman manifestiert sich als Individuum, als Jivatman. Und was hinter dem gesamten manifesten Universum ist, ist Ishvara. Brahman manifestiert sich als Ishvara, als Intelligenz des Universums. Die Intelligenz hinter diesem Universum, das ist eben Ishvara.

Ishvara im Raja Yoga wird so definiert, Ishvara ist eine besondere Manifestation von Purusha, von Bewusstsein, von Seele, die losgelöst ist von Leiden, von Karma und von Wünschen. Also, Gott selbst mag auch in dieser Welt tätig sein, er mag sich als Avatar sogar in der Welt inkarnieren, so wie Krishna, Rama, vielleicht auch Jesus und Buddha, Gott selbst mag in diese Welt hineinkommen, aber er ist dort nicht wirklich Karma unterworfen, er ist nicht tätig aufgrund seiner Wünsche und letztlich muss er auch nichts lernen und ist auch nicht wirklich dem Leiden unterworfen, auch wenn natürlich Körperhaftigkeit auch zur Leiderfahrung des Körpers führt. Gott muss nicht in die Welt, um etwas zu lernen, nicht, um zu wachsen, nicht, um Karma zu erfüllen, sondern Gott erfüllt Dharma, so sagt es Krishna in der Bhagavad Gita. Gott manifestiert sich in der Welt, um wieder Rechtschaffenheit in die Welt hineinzubringen, um die rechte Ordnung wieder zu schaffen. Das ist also alles Ishvara.

Des Weiteren sagt Patanjali im Yoga Sutra, wer Gott hingegeben ist, wer Ishvara hingegeben ist, der wird schnell die Selbstverwirklichung erreichen. Patanjali sagt auch, dass das Studium der Schriften zur Vision und zur Erfahrung von Ishvara führt. Wenn du eine Schrift studierst, insbesondere eine, die mit einem bestimmten Aspekt von Ishvara in Verbindung steht, dann ist da die Kraft Ishwaras dahinter. Wenn du die Schrift studierst, dann wirst du dich verbunden fühlen mit Ishvara. Wenn du die Bibel liest, insbesondere die Evangelien oder die Paulus Briefe, dann spürst du die Gegenwart von Jesus, denn Jesus ist der Ishta Devata und damit Ishvara hinter den Evangelien.

Wenn du die Bhagavad Gita studierst, wirst du eine gewisse Beziehung bekommen zu Krishna usw. Und so wird also Ishvara erfahren, indem du eine Schrift studierst. So sagt es Patanjali im zweiten Kapitel. Ishvara Pranidhana hilft dann, dass du Samadhi erfahren kannst, Hingabe an Gott. Ishvara ist aber auch enthüllt und offenbart durch die Wiederholung eines Mantras, so sagt es Patanjali im ersten Kapitel. So gibt es also viel, was Ishvara alles bedeutet.

Im Vedanta wiederum manifestiert sich dann Ishvara in Brahma, Vishnu und Shiva, Schöpfer, Erhalter und Zerstörer. Und Brahma, Vishnu und Shiva haben wieder männliche und weibliche Eigenschaften. Brahma und Saraswati und Gayatri. Shiva mit Durga, Parvati, Kali. Vishnu mit Lakshmi. Vishnu wiederum manifestiert sich, inkarniert sich als Avatar, insbesondere als Rama und Krishna. Rama kommt wieder zweifach, als Rama und Sita. Krishna kommt als Krishna und Radha. Das mag jetzt kompliziert klingen, du findest ja auch alle Erklärungen dazu auf unseren Yoga Vidya Seiten, www.yoga-vidya.de. Also, Ishvara – Gott. Ishvara – der Herr, Herr des Universums. „Ishvara, ich verehre dich. Oh Gott, du bist überall. Du manifestierst dich in meinem Herzen. Du manifestierst dich im Herzen aller Wesen. Du manifestierst dich als die ganze Intelligenz. Oh Gott, führe mich, lenke mich. Oh Gott, Oh Ishvara, mache mich zu deinem Diener. Gib, dass ich dir ganz hingegeben bin. Oh Ishvara, dein Wille geschehe.“

Das Yoga Sutra des Patanjali

Patanjali definiert den Gottesbegriff der Yogaphilosphie wie folgt:

क्लेशकर्मविपाकाशयैरपरामृष्टः पुरुषविशेष ईश्वरः || 1.24 ||

kleśa-karma-vipākāśayair aparāmṛṣṭaḥ puruṣa-viśeṣa īśvaraḥ || 1.24 ||

Gott (Ishvara) ist ein besonderes Geistwesen (Purusha), unberührt von Leid (Klesha), Handlung (Karma), deren Ergebnissen (Vipaka) und der Ansammlung (Ashaya) dieser.

Viveka Chudamani - Ishvara und Jiva

Ishvara: Persönlicher Gott mit Eigenschaften

- Kommentar zum Viveka Chudamani Vers 244 von Sukadev Bretz -

Diese beiden sind die begrenzenden Eigenschaften Gottes (ishvara) und der verkörperten individuellen Seele (jiva). Aber wenn sie komplett eliminiert werden, da ist weder Gott noch individuelle Seele. Das Königreich ist das Symbol eines Königs und ein Schild des Soldaten. Wenn diese weggenommen werden, gibt es weder König noch Soldat.

Maya und fünf Koshas sind begrenzende Eigenschaften

Maya und die fünf Hüllen sind begrenzende Eigenschaften. Die Maya scheint begrenzende Eigenschaft von Ishvara zu sein. Ishvara ist die Seele des Universums, Gott, auch persönlicher Gott genannt. Ishvara ist Schöpfer, Erhalter und Zerstörer. Das ganze Universum ist wie der Körper von Ishvara. Du als Individuum, als Jiva hast die fünf Koshas:

Diese fünf Hüllen sind auch Teil der Maya. Du könntest sagen, dass du auf einer begrenzenden Ebene du wie eine Zelle im Körper Gottes bist. Man könnte sagen, dass Gott das ganze Universum als seinen Körper hat. Du bist wie eine Zelle in einem Organ Gottes.

Alles ist wie ein Organ im Körper Gottes

Du könntest auch sagen, dass dieses Sonnensystem wie ein Organ im Körper Gottes ist. Diese Erde ist wie ein Teil eines Organ Gottes. Du bist wie eine Zelle in diesem Organ Gottes. Jetzt scheint es so als ob diese eine Zelle etwas anderes ist als der ganze Körper. Aber hinter der Zelle und hinter dem ganzen Körper gibt es ein Bewusstsein. Das Bewusstsein ist nicht der Körper und nicht die Zelle. In diesem Sinne wenn du Maya von Ishvara wegnimmst, dann bleibt Brahman übrig. Wenn du Upadhi von Jiva wegnimmst, dann bleibt der Atman übrig. Und Ayam Atma Brahman – dieses Selbst ist Brahman oder auch Tat Tvam Asi – du das Individuum bist letztlich nichts anderes als asi dieses unendliche Universum. Tat Tvam Asi, dieses Selbst bist du.

Was geschah mit īśvara?

Gott ist Liebe und unterscheidet sich nicht vom Selbst

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Nārada macht eine interessante und scheinbar paradoxe Aussage: der nonduale bhakta „erfreut sich an sich selbst“. Zuerst definierte er Hingabe als höchste Liebe zu Gott und jetzt ist Liebe „Berauschung“ oder das Erfreuen am eigenen Selbst. Diese Aussage kann nur stimmen, wenn Gott sich nicht vom Selbst unterscheidet.

Plus oder minus māyā, reines Gewahrsein bleibt immer reines, unbegrenztes, nonduales, immer gegenwärtiges, ganzes und vollkommenes Gewahrsein. In keiner Philosophie der Hingabe wirst du solche Aussagen finden, weil sie die Unterscheidung zwischen dem sich Hingebenden und Gott aufheben. Um bei diesem Verständnis anzukommen, müssen wir die Logik von vedānta akzeptieren, die belegt, dass īśvara und jīva identisch sind, und mit unserer eigenen Erfahrung überprüfen, ob diese Logik tatsächlich standhält, dass ich das Selbst bin, das im Herzen aller Wesen wohnt.

Narada Bhakti Sutra - Vers 7

sā na kāmayamānā nirodha-rūpatvāt॥ 7॥
Vers 7: „Sie erzeugt keine Begierden, sondern fördert die Neigung, Objekten zu entsagen.“

Wenn du die Fülle bist, dann bist du der Sinn deines Lebens. Wenn du der Sinn bist, welchen Nutzen haben dann Objekte? Sie geben dir keinen Wert, du gibst ihnen ihren Wert. Für den nondualen bhakta sind Objekte lediglich nützlich; sie können der Fülle, die er bereits erfährt, nichts hinzufügen. Ein solcher bhakta ist wie Teflon – es haftet nichts an ihm.

Īśvaras Gesetz der Liebe

Liebe befindet sich nicht in Objekten

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Wie kannst du sie dann erkennen? Erkunde das, was du am meisten liebst. Hier ist eine Erkundung aus dem „Bṛhadāraṇyaka-upaniṣad“:

„Dieses Selbst, das eigene innerste Sein, ist teurer als das eigene Kind, teurer als Reichtum, teurer als alles andere. Eine Person, für die das Selbst das Liebste ist, kann zu jemandem, der etwas anderes denkt, mit Recht sagen: ‚Was du für das Liebste hältst wird eines Tages sterben. Meditiere einzig und allein über das Selbst als das Liebste, nicht über Geliebte, die sterblich sind‘.“ [BrU 1.4.8]

Dualistische bhaktas interessieren sich nicht für vedānta, sondern bevorzugen es, einen weit entfernten Gott anzubeten, so wie sie ihn sich vorstellen. Du kannst aber nicht erfahren, was du bist, indem du irgendetwas tust, egal was, weil die ewige Liebe, die du bist, kein erfahrbares Objekt ist. Du kannst nur den Unterschied zwischen reflektierter Liebe und der Liebe, die du bist erkennen lernen.

Die „Chāndogya-upaniṣad“ sagt:

„Das unbegrenzte Selbst ist das, worin man nichts anderes sieht, nichts anderes hört und nichts anderes versteht. Die endliche Welt ist das, worin man etwas anderes sieht, etwas anderes hört, etwas anderes versteht. Das, was unendlich ist, ist unsterblich und das, was endlich ist, ist sterblich. O Verehrter, worin ruht das Selbst? In seiner eigenen Größe – oder nicht in Größe.“ [ChU 7.24.1]

Menschen, die Liebe bei Menschen suchen, die ihrerseits selbst auf der Suche nach Liebe sind, wissen offensichtlich nicht was Liebe ist. Wenn du dich selbst in dieser Situation befindest, dann denke bitte an die erste Lektion von vedānta: Die Liebe befindet sich nicht in Objekten. Es ist das Gesetz īśvaras, dass Liebe nur zu einer Quelle der Freude fließt. Du wirst nur geliebt werden solange du interessant und nützlich bist.

Außerdem wird deine Liebe für ein Objekt nur so lange anhalten, wie das Objekt sich nach deinen Vorlieben und Abneigungen richtet, die nicht unter deiner Kontrolle sind. Nur ein versierter karma-yogī kann erfolgreich einen saṃsārī lieben, weil er oder sie keine Erwartungen hat und die Resultate der Handlungen seiner/ihres Geliebten als Geschenk von īśvara annimmt. Doch worin besteht der Sinn, wenn die Liebe, die ich in anderen suche, ich selbst bin? Wie auch immer man es betrachtet, Liebe von einem Objekt abhängig zu machen ist sinnlos.

Von dem Moment an, ab dem ich mich selbst als Liebe entdeckt habe, habe ich mir eine unerschöpfliche Quelle erschlossen. Es kümmert mich nicht mehr, ob ich von anderen geliebt werde, sondern ich liebe alle, ohne mich dagegen wehren zu können, weil ich keine andere Wahl habe. Reine Liebe bedeutet, dass īśvara durch mich und als ich liebt. Er verkörpert sich durch meine Anwesenheit. Menschen fühlen sich zu mir hingezogen, weil durch meine Liebe ihre Liebe erwacht. Ich muss mich nicht bewusst liebevoll benehmen, um andere davon zu überzeugen, dass ich liebe. Mein kleines, objektives Selbst kann sein was es ist und in der reflektierten Liebe īśvaras baden.

Das es keine Qualifikationen für Befreiung gibt, ist ein verbreiteter Erleuchtungs-Mythos. Wenn es keine Qualifikationen für Erleuchtung gibt, dann gibt es auch keine Qualifikationen für Erleuchtete, eine Idee, die den Möchtegern-gurus in die Karten spielt. Um aber Sucher vor unqualifizierten Lehrern zu schützen, sagt vedānta, dass wenn du reine Liebe erfahren und verstehen möchtest, du sie in qualifizierten Seelen finden wirst.

Die Lösung – īśvara verstehen

Alles was du brauchst ist in dir

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Wenn ich in Ruhe die Faktoren analysiere, wird mir klar werden, dass von anderen Respekt einzufordern keine Sicherheit oder Befriedigung bringt, selbst dann nicht, wenn ich eine hoch angesehene Persönlichkeit bin. Zuerst sollte ich analysieren, was mich dazu motiviert, von der Welt Anerkennung einzufordern. Dabei wird mir klar werden, dass ich mich für den Urheber meiner Handlungen und für den Schöpfer und Besitzer meiner Begabungen und Fähigkeiten halte. Doch ist das wirklich der Fall? Was habe ich wirklich erschaffen?

Es ist offensichtlich, dass ich meinen Körper nicht erschaffen habe. Eines schönen Tages kam ich in einer fleischlichen Hülle auf diese Welt, ohne irgendeine Leistung meinerseits. Bestimmte Tendenzen, Fähigkeiten und Talente keimten in mir auf. Sie stehen zu meiner Verfügung, doch ich kann mich ihrer nicht rühmen. Auch mein Empfinden von Individualität habe ich nicht erschaffen. Die Errungenschaften und Erfolge, deren Zustandekommen ich beanspruchen könnte, waren allesamt von Umständen abhängig, die das Leben selbst bereitstellte. Ich war nur gerade zur rechten Zeit am rechten Ort. Was mich dahin geführt hat, ist ein großes Geheimnis.

Wenn ich mit gesundem Menschenverstand ausgestattet bin, kann ich nur schlussfolgern, dass mir alle meine Begabungen von īśvara gegeben wurden. Als solche sollte ich sie würdigen und ohne großes Tamtam anwenden. Sie sollten für sich selbst sprechen. Ob andere sie bemerken und wertschätzen oder nicht, sollte mich nicht kümmern. Welche Begründung braucht eine Blume, um unbeachtet auf einer Brache in einem Slum zu blühen? Es liegt in ihrer Natur, zu blühen. Stolz vergeht wenn ich erkenne, dass er ein falscher Wert ist, der mir nicht dient.

Auch wenn ich die Psychologie des Stolzes verstanden habe, muss ich weiterhin wachsam bleiben und wenn er sein hässliches Haupt erhebt, mit Gleichmut und ohne Schuldgefühle oder Selbstverurteilung die dahinterliegenden Muster untersuchen. Warum kümmert es mich, was andere denken? Weil ich mich als unzulänglich empfinde. Doch ist das wahr, bin ich wirklich unzulänglich? Wird die Aufmerksamkeit von anderen mein Gefühl von Unzulänglichkeit beseitigen? Und wenn andere mich anerkennen, wird die dadurch gewonnene Befriedigung anhalten? Oder werde ich gezwungen sein, bald wieder nach Bestätigung zu suchen? Wann wird das jemals enden? Ist es vernünftig, mich für Dinge zu rühmen, wenn es doch offensichtlich ist, dass ich sie nicht erschaffen habe?

Ich kann mein stolzes Ego nicht einfach aufgeben, aber wenn ich mich ihm stelle, kann ich sehen, wie sinnlos meine Erwartungen sind. Dann verliert diese Neigung oder Gewohnheit ihre Kraft, meinen Geist zu verwirren. Das Bedürfnis nach Anerkennung wird verschwinden und ich kann ein unkomplizierter Mensch werden.

1) Stolz, Eitelkeit, Arroganz, Selbstverklärung
2) Überheblichkeit, Heuchelei
3) Nicht-Verletzen
4) Großmut, Toleranz
5) Geradlinigkeit, Wahrhaftigkeit
6) Dem Lehrer dienen
7) Reinheit
8) Eifersucht und Neid
9) Beständigkeit, Beharrlichkeit, Ausdauer
10) Beherrschung des Geistes
11) Gleichmut gegenüber Sinnesobjekten
12) Enthaltsamkeit, Verzicht
13) Abwesenheit von Egoismus
14) Würdigung der Zeit
15) Abwesenheit von Besitzdenken
16) Nichtanhaften an geliebten Menschen
17) Ein ausgeglichener Geist in allen Situationen
18) Unerschütterliche, nicht-duale Hingabe an Gott
19) Wertschätzung des Alleinseins
20) Abwesenheit von Verlangen nach Gesellschaft
21) Beständige Praxis der Selbst-Erforschung
22) Entschlusskraft, Durchhaltevermögen
23) Vorsicht, Sorgfalt und Zurückhaltung

Narada Bhakti Sutra - Vers 65

tad-arpitākhilācāraḥ san kāma-krodhābhimānādikaṃ tasminn eva karaṇīyam  ॥ 65॥
Vers 65: „Alle Handlungen dem Herrn zu weihen bedeutet, dass man auch negative Gefühle wie Begierde, Wut und Stolz an ihn weitergibt.“

Trotz all unserer Bemühungen, Begehren, Wut, Gier und falsches Denken aufzugeben, können sie weiterhin in unserem Geist auftauchen. Um dieses Problem anzugehen, schlägt Nārada vor, dass wenn wir jemandem die Schuld geben müssen, wir īśvara die Schuld geben sollen. Niemand wacht am Morgen auf und denkt: „Mal sehen, wie will ich mich heute morgen fühlen? Ich denke, ich werde wütend sein. Nein, Wut hatte ich gestern. Heute werde ich deprimiert sein. Und morgen, nur so zur Abwechslung, werde ich neidisch sein.“

Īśvara ist der kausale Körper, mein Unterbewusstsein, die Quelle meiner positiven und negativen Emotionen. Sie entstehen automatisch, in dem Moment, in der ich mit Objekten in Kontakt komme. Du kannst im Leben keinen Erfolg haben, wenn du andere für deine Gefühle verantwortlich machst. Genauso schwierig ist es, dich selbst richtig wertzuschätzen, wenn du dich andauernd selbst für deine Emotionen beschuldigst, die gar nicht unter deiner Kontrolle sind. Du kannst sie also īśvara opfern.

Der Ausweg aus der Negativität besteht darin, gesunde Neigungen zu entwickeln. Menschen, deren Geist von tamas dominiert wird, glauben tatsächlich, dass in ihrer Welt nichts getan werden kann, um die Situation zu verändern, also überlassen sie sich der Depression. Denke niemals, dass Objekte Macht über dich haben, egal ob es die Arbeit, die Familie, die Regierung oder sonst etwas ist. Es gibt sicherlich Zeiten, in denen es sich so anfühlt, als wäre das der Fall, aber Objekte sind leblos. Īśvara wird dich nicht dafür bestrafen, wenn du ihm deine Negativität anbietest, da er vollkommen leidenschaftslos ist; die Negativität selbst ist Strafe genug.

Schuldzuweisungen sind nie gut, aber so bleibt zumindest deine Aufmerksamkeit bei īśvara und richtet sich nicht nach außen auf die Welt. Wenn du aufgeladen bist von Stolz, Eifersucht, Wut oder sonst irgendeiner negativen Emotion, schimpfe auf īśvara. Wenn du īśvara für all deine guten Eigenschaften dankst, dann kannst du īśvara auch deine schlechten Eigenschaften übergeben.

Denke daran, dass diese Anweisung für bhaktas auf der informellen Ebene der Hingabe gedacht ist, nicht für die, die sich bereits mitten im karma-yoga und in der Selbsterforschung befinden. Sowohl karma-yoga als auch Selbsterforschung lösen alle Emotionen. Weil Gleichmut und Leidenschaftslosigkeit nicht im einleitenden Teil des bhakti-yoga gelehrt wird, wird diese Praxis zur Hilfe angeboten.

Narada Bhakti Sutra - Vers 66

tri-rūpa-bhaṅga-pūrvakaṃ nitya-dāsya-nitya-kāntā-bhajanātmakaṃ prema kāryaṃ premaiva kāryam  ॥ 66॥
Vers 66: „Nachdem er die guṇas transzendiert hat, sollte ein bhakta ausschließlich aus reiner Liebe zu Gott handeln und eine dauerhafte Beziehung zu ihm pflegen, wie ein Diener gegenüber seinem Herrn oder wie eine Liebende zu ihrem Geliebten.“

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Siehe auch

Literatur

Zusammenfassung Ishwara Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Ishvara , Sanskrit ईश्वर īśvara, vermögend zu, (Inf. oder Locativ; beim Inf. auf. Ishvara ist ein Sanskritwort und bedeutet vermögend zu, (Inf. oder Locativ; beim Inf. auf.

Rama als der strahlende Held, voller Kraft und Freude
Sanskrit Ishvara - Deutsch vermögend zu, (Inf oder Locativ; beim Inf auf
Deutsch vermögend zu, (Inf oder Locativ; beim Inf auf Sanskrit Ishvara
Sanskrit - Deutsch Ishvara - vermögend zu, (Inf oder Locativ; beim Inf auf
Deutsch - Sanskrit vermögend zu, (Inf oder Locativ; beim Inf auf - Ishvara

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