Beherrschung des Geistes

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Beherrschung des Geistes - Den Geist zu beherrschen ist die Essenz von Raja Yoga. Erfahre hier hilfreiches zur Geistesbeherrschung.

Beherrschung des Geistes

Zusammenfassung eines Vortrags von Swami Chidananda aus dem Buch „Lead us from Darkness unto Light.“

Den Geist zu beherrschen, das ist die Essenz von Raja Yoga. Aber wie geht das, den Geist zu steuern, zu kontrollieren? Was ist die Essenz der Beherrschung des Geistes? Darüber spricht Sukadev in diesem Vortrag, angeregt durch Worte des indischen Yogi Swami Chidananda.

Die Herrschaft über den Geist erlangen.

Das Wissen über den menschlichen Geist

Swami Chidananda hat gesagt: Unsterbliches Selbst! Es wurde im Westen schon so viel über die Psyche des Menschen geschrieben. Was wir heute besprechen werden, wird manches enthalten, was dir sehr bekannt ist. Trotzdem sind diese Dinge so wichtig und wertzuschätzen, dass man sich immer wieder erinnern sollte. Dass man immer wieder lernen sollte, wie man seinen Geist beherrschen kann. Um die Herrschaft über den Geist zu erlangen muss man sich immer wieder mit den Grundlagen des Geistes beschäftigen und diese umsetzen. Wenn man diese Grundlagen vergisst, dann braucht man immer wieder Erinnerung. Daher hatten uns seit ewigen Zeit, seit Urzeiten die Heiligen und Weisen uns immer wieder daran erinnert, wie wir den Geist beherrschen, kontrollieren können.

Zunächst einmal wollen wir ein paar Dinge beschreiben, die die modernen Psychologen bis vor kurzem gar nicht gewusst haben oder vielleicht bis heute nicht wissen. Im Westen erreicht man das Wissen über den menschlichen Geist durch die sogenannte wissenschaftliche Methode. Das ist mehr oder weniger ein induktiver Ansatz. Die Studenten sollen das Verhalten der Individuen studieren, indem sie das Verhalten beobachten. Durch das Studium des Verhaltens sollen sie zum Geist kommen. Das heisst sie schauen sich äußere Dinge an, machen Interviews oder schauen sich Verhaltensweisen an und wollen dadurch zu bestimmten Schlüssen über den menschlichen Geist kommen. Im Osten waren die Forschungen über den menschlichen Geist und wie man ihn beherrscht ganz anders. Die Methode ging mehr von innen nach außen. Die großen Weisen und Psychologen des Ostens haben mehr von innen nach außen geschaut. Das heisst sie haben ihren Geist von innen angeschaut und sie haben sich selbst analysiert. So sind sie zu tiefen intuitiven Weisheiten gekommen, die dann für andere anwendbar waren.

Der Geist als Wunder

Steine und Bäume, Gras und Sand mag es schon seit Jahrhunderten, Jahrtausenden, Jahrmillionen gegeben haben aber sie wissen nichts über ihre Umgebung und was die anderen Lebewesen tun. Erst als der Mensch in die Welt gekommen ist hat er die verschiedensten Tatsachen dieses Universums erkannt. Er hat die Tatsachen angeschaut, Schlüsse gezogen und so nützliches Wissen bekommen. So hat der Mensch zum Beispiel erkannt wie der Boden beschaffen ist und wie er ihn nutzen kann. Er hat gelernt wie die Sonne auf- und untergeht. Er hat gelernt wie er Häuser bauen kann, wie er Landwirtschaft machen kann, weil er beobachtet hat, was es für Möglichkeiten gibt um die Nahrung systematischer zu gewinnen.

Wie ist das alles möglich gewesen? Durch den menschlichen Geist. Der menschliche Geist ist das Eigenartigste und das am meisten Besondere in diesem Universum. Der Geist ist ein Mysterium. Es gilt diesen Geist zu nutzen und zur Herrschaft über den Geist zu kommen. Was macht diesen Geist aus? Der Geist hat verschiedenste Funktionen. Der Geist ist größtenteils unbewusst, zum Teil bewusst und zum Teil öffnet er sich für ein Überbewusstsein, für eine Intuition.

Das Mysterium des Geistes

Der Mensch weiß oft nicht was mit diesem Geist überhaupt da ist. Er kennt das Mysterium des Geistes nicht. Wie kommt überhaupt Gedanke zum Gedanken? Wie kommt es, dass der Geist den Geist beobachten kann? Wie geht das überhaupt, dass der Mensch etwas über sich selbst weiß, dass der Geist etwas über den Geist weiß? Könnte es eine größere Tragödie geben für ein Zuhause oder die ganze Familie wenn einer der Familie letztlich seinen Geist verliert? Ohne einen Geist kann eine Person nicht mehr als Person bezeichnet werden. Gerade bei fortgeschrittenen Stadien der Demenz erkennt man wie unglaublich wichtig der Geist ist und das ohne den Geist das ganze Leben zerbricht. Ein würdevoller Mensch, ein würdevoller Gentleman, der nachts zu viel trinkt, macht sich plötzlich zu einem Narren. Vor allen anderen zeigt er sich als Narr.

Eine Person, die irgendwo die geistigen Funktionen auch nur vorübergehend verliert ist letztlich nicht mehr der volle Mensch. So gilt es sich bewusst zu machen, dass der Geist das größte Geschenk ist, das Gott dem Menschen gegeben hat. Es gibt kein größeres Geschenk als den menschlichen Geist. Die menschliche Natur besteht letztlich aus diesem Geist. Nur der Geist kann Segen oder Fluch sein. Jeder kennt das, wenn der Geist zur Plage wird, weil er nicht zur Ruhe gebracht werden kann.

Herrschaft über den Geist

Der Geist kann Ursache für Ängste sein, für Ärger, für Depression. Aber der Geist kann auch in dem Zustand der Freude sein und vieles erkennen. Du magst Familie, Freunde und viele Besitztümer haben. Wenn der Geist irgendwo in einem Zustand der Sorge ist, dann nutzt das alles nichts. So ist es sehr wichtig zu lernen, wie der Geist funktioniert und wie du die Herrschaft über den Geist bekommen kannst. Letztlich sollte der Geist ein Instrument sein. Ein Gedanke ist die größte Kraft die du bekommen kannst. Jeder hat das gehört. Aber was ist diese Kraft? Was wird mit dem Ausdruck Gedankenkraft gemeint? Letztlich ist der Gedanke dein Glück und dein Unglück, deine Freude und dein Leid. Gedanke ist Freiheit und Bindung. Gedanke ist Himmel oder Hölle. Gedanke kann dich erheben oder dich ruinieren. Wenn der Gedankenprozess vollständig aufhört, hört das Leben auf. Daher ist Gedanke Leben.

Ein kleine Anmerkung von Sukadev: Es gibt natürlich auch einen Zustand jenseits der Gedanken bei voller Bewusstheit. Dann bist du in deiner wahren Natur und im wahren Wesen. Aber wenn kein Gedanke da ist und keine gesteigerte Bewusstheit ist, dann ist das ein Zustand von Armseligkeit. Schauen wir weiter, was Swami Chidananda sagt und niedergeschrieben wurde, denn dieses Buch ist ja eine Niederschrift seiner Vorträge.

Swami Chidananda schreibt: Geist und Gedanken sind keine zwei Sachen. Wenn ein Mensch einen bestimmten Gedanken beruhigen und zumindest vorübergehend sogar die Gedanken auflösen kann, dann hört der Geist für ihn für eine Weile auf. Wenn das automatisch passieren würde, dann wäre die Person ruiniert. Aber wenn der Mensch bewusst seine Gedanken zum Stillstand bringt und bewusst die Gedanken anhält, dann wird er der Meister seines gesamten Universums. Letztlich ist das menschliche Bewusstsein das Bewusstsein hinter dem Universum. Wenn du in der Lage bist deinen Geist zu beherrschen, dann beherrschst du das ganze Universum. Du wirst erkennen dass du eins mit dem höchsten Wesen bist. Wenn der Geist vollständig zur Ruhe gebracht ist, und zwar bewusst, dann wird das, was du erfährst, dein wahres Selbst. Dann bist du in deinem wahren Selbst.

Der Geist ist nur ein Instrument

Erkenne dein wahres Wesen.

Das Bewusstsein des Menschen ist nicht das, als was es sich darstellt. Der Geist bewölkt das Bewusstsein. Der Geist ist wie eine Barriere und er verhindert dass das reine Bewusstsein wirklich durch dich spielen kann. Das reine, unendliche Bewusstsein ist dein wahres Wesen. Erkenne dein wahres Wesen. Der Geist ist nur ein Instrument. Wenn du sein Verhalten und seine Funktionen verstanden hast, dann kannst du den Geist verwenden als die größte Kraft die Gott dir gegeben hat., dann kannst du den Geist beherrschen, steuern, kontrollieren. Wenn du den Geist nicht verstanden hast, dann wirst du ihn auch nicht kontrollieren können, keine Herrschaft über den Geist haben.

Daher erkenne zunächst einmal, dass du Herrscher über deinen Geist sein kannst. Es ist erstmal wichtig, dass du das verstehst. Du bist deinem Geist nicht ausgeliefert. Die Gedanken müssen nicht von selbst kommen. Du kannst bestimmen woran dein Geist denkt und in welchem Zustand der Geist ist. Der Geist ist dein Diener. Du bist dem Geist nicht ausgeliefert. Wenn du das nicht erkennst, dann bist du der Sklave des Geistes. Wenn der Geist dann etwas will, dann willst du es. Du bist nicht im Frieden. Du wirst wie ein Korken an der Oberfläche von stürmischen Wassern hin- und hergeworfen werden. Wenn du den Geist nicht nutzt, dann wirst du von ihm hin- und hergeworfen. So wirst du hilflos. Das muss aber nicht sein. Beherrsche den Geist! Und wenn du den Geist beherrschst dann kommst du zum Höchsten.

Zusammenfassung

Vielleicht eine kurze Zusammenfassung dieses Vortrags: Was ist wichtig für die Herrschaft des Geistes? Zunächst einmal ist wichtig zu verstehen, dass der Geist dein Diener ist. Das zu erkennen ist wichtig. Der Zustand des Geistes bestimmt ob du glücklich oder unglücklich bist, ob du viel bewirken kannst oder nicht und du bist verantwortlich dafür. Du kannst deinen Geisteszustand ändern. Der Geist steht zwischen dem Bewusstsein und der Welt. Über den Geist bekommst du Wissen über die Welt. Über den Geist kannst du etwas in der Welt bewirken. Zwischen dir und der Welt gibt es Geist und Körper. Aber du brauchst den Geist um etwas zu bewirken. Wenn du den Geist beherrschst kannst du großen Einfluss auf die Welt haben. Wenn du den Geist nicht beherrschst, dann wirst du von den Ereignissen der Welt beherrscht.

Daher beherrsche den Geist. Ebenfalls wichtig zu erkennen ist: Deine wahre Natur ist jenseits des Geistes. Beherrsche deinen Geist und dann erfährst du deine wahre Natur. Jemand, der seinen Geist beherrscht, verwirklicht die Einheit mit der Weltenseele. Jemand, der den Geist beherrscht, hat intuitiven Zugang zu dem, was zu tun ist. Jemand, der den Geist beherrscht, kann dann Körper nutzen um das zu tun, was zu tun ist. Er weiß, was zu tun ist, kann in die Welt hineinwirken und kann die Informationen von Körper und Psyche gut einordnen und einsortieren. Daher beherrsche deinen Geist. Darüber und wie das geht spricht Swami Chidananda in den nächsten Vorträgen.

Vielleicht noch mal der Hinweis: Es gibt das Buch „Lead us from Darkness unto Light“. Das ist eine Niederschrift von verschiedenen Vorträgen von Swami Chidananda, zum Teil etwas editiert, etwas in Schriftform gebracht, damit es passt. Ich nehme mir die Freiheit das frei zu übersetzen und manchmal etwas zu kommentieren. Mehr über Swami Chidananda findest du auch auf unseren Internetseiten. Mein Name Sukadev von www.yoga-vidya.de.

Video Vortrag: Beherrschung des Geistes

Beherrschung des Geistes. Wie geht das? Wie soll man vorgehen, um sein Denken und Fühlen beherrschen zu können? Ist die Beherrschung des Geistes überhaupt wünschenswert? Dazu lausche folgendem Video Vortrag:

Beherrschung des Geistes

Lerne grundlegende Denkweisen zu meistern

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -

Einen kontrollierten Verstand wertzuschätzen bedeutet die Art und Weise zu verstehen, wie der Verstand denkt und sie mit der Art und Weise in Einklang zu bringen, wie das Selbst denken würde, wenn es eine Person wäre, die in der scheinbaren Realität lebt. Auch wenn der Geist launisch ist, brauche ich seinen Launen nicht nachzugeben und seinen Fantasien nicht zu entsprechen. Geisteskontrolle bedeutet, dass ich der Chef bin, nicht der Geist.

Es gibt vier grundlegende Denkweisen, von denen ich drei verstehen und meistern muss, wenn ich meinen Geist auf Selbsterkenntnis vorbereiten will:

  • Mechanisches Denken: Ich bin mir meiner Gedanken bewusst, habe jedoch keine Kontrolle über sie, weil sie bindenden Neigungen (vāsanās) entspringen.
  • Überlegtes Denken: Die Gedanken unterliegen meinem Unterscheidungsvermögen und werden abhängig von meinem Wertesystem akzeptiert oder verworfen.
  • Spontanes Denken: Mein Denken befindet sich automatisch mit dem universellen Wertesystem in Einklang, meine Handlungen sind immer angemessen und zeitgerecht.

Damit der Geist ein nützliches Instrument der Selbsterforschung sein kann, müssen die ersten drei verstanden und gemeistert werden. Spontanes Denken ist keine Voraussetzung für Selbsterforschung, sondern die Folge von Selbsterkenntnis. Wenn mein Denken impulsiv, mechanisch oder überlegt ist, bin ich noch kein Meister, aber durch überlegtes, reflektiertes Denken kann ich, der Handelnde, Kontrolle über meinen Geist gewinnen. Diese Meisterschaft auf der relativen Ebene ist nichts anderes als eine Wachsamkeit (sattva), die bewusst alle Gedanken und Gefühle daraufhin untersucht, ob sie mit der vedantischen Logik übereinstimmen und sie, wenn sie es nicht tun, durch solche ersetzt, die es tun. Ignorantes, mechanisches Denken wird auf diese Weise unterbunden, sobald es sich im Geist ausbreitet. Wenn ich mir meines Geistes bewusst bin, kann ich aus meinen Fehlern lernen und auf mein Denken Einfluss nehmen. Das erlaubt es mir, meinem Ziel auch im Angesicht vielfältiger Ablenkungen treu zu bleiben, meine Verpflichtungen zu erfüllen und mein Verhalten an den universellen Werten auszurichten.

Geisteskontrolle, Kontrolle der Sinne und Konzentrationsvermögen sind Qualifikationen für Selbsterforschung. Geisteskontrolle ist die Fähigkeit, das Denken schon beim Entstehen der Gedanken zu disziplinieren. Kontrolle der Sinne verweist auf die Besonnenheit auf der Ebene der Sinne und Konzentrationsvermögen ist die nachhaltige Kompetenz, auch im Angesicht schädlicher Denkmuster an den Lehren festzuhalten, zum Beispiel durch die Anwendung des entgegengesetzten Gedankens. Die ersten beiden verhelfen dem Geist zu Konzentrationsvermögen.

Swami Sivananda über die Beherrschung des Geistes

Gedanken kommen, aber du bist nicht die Gedanken

- Auszug aus dem Buch "Der dreifache Yoga" von Swami Sivananda -

Was ist Geist?

Geist ist Atma Sakti. Durch den Geist offenbart sich Gott als der Allumfassende (Universum). Geist besteht aus einer äußerst feinen Materie. Geist ist äußerst feine Kraft. Prana vibriert im Geist und Geist erzeugt Gedanken. Geist ist ein Bündel von Eindrücken, Gedanken, Vasanas (Begehrungen) und Gier. Die Saat des Geistes ist Selbstsucht.

Erscheinungsweisen des Geistes

Der Geist kann fünf Funktionen der fünf Sinne der Wahrnehmung oder Erkenntnis ausüben (Jnana Indriyas). Es gibt im Geist drei Qualitäten oder Gunas, Sattwa, Rajas und Tamas. Lust, Zorn, Habsucht, Eifersucht, Stolz, Täuschung, Egoismus, Mögen und Nichtmögen, sind Regungen des Geistes. Der ewig rastlose Geist wird ruhig, sobald alle Begehrungen schwinden. Geläutert wird der Geist durch Übung selbstlosen Dienstes, Japas, Tapas, rechtes Verhalten oder Yama (Selbstbeschränkung) und Meditation. Reiner Geist oder Suddha Manas ist Geist, der mit Sattwa erfüllt ist.

Unrein oder Asaddha ist Manas der Geist, wenn er mit Rajas und Tamas erfüllt ist. Entspannung des Geistes, Japa-Gebet, Meditation, Heiterkeit, Sattwige-Nahrung, Studium religiöser Schriften sind notwendig, um den Geist gesund zu erhalten.

Wie du denkst, so bist du

Der Geist nimmt die Gestalt eines jeden Dinges an, an das er angespannt denkt. Denkt er an einen Apfel, nimmt er die Gestalt eines Apfels an. Denkt er an die Gestalt des Herrn Jesus, nimmt er die Gestalt des Herrn Jesus an. Wie du denkst, so bist du. Das ist ein unabänderliches psychologisches Gesetz. Im Wachzustand hat der Geist seinen Sitz im Hirn. Im Traumzustand hat er seinen Sitz in der Kehle. Während tiefen Schlummers ruht er im Herzen.

Geist und Prana

Prana ist das Verbindungsglied zwischen Körper und Geist. Wenn du Prana oder die Geschlechtskraft beherrschst, kannst du auch den Geist beherrschen. Durch Beherrschung des Atems kannst du auch den Geist beherrschen. Kosmischer Geist ist der allumfassende Geist Gottes, des Herrn. Er ist überbewusster Geist. Bewusster Geist wirkt im Wachzustand durch das Gehirn. Unterbewusster Geist ist China. Alle unsere Eindrücke werden im Unterbewusstsein eingebettet. Der Geist kann sich nur einer Sache auf einmal widmen. Pranayamaübung hilft, geistiges Gleichgewicht zu erlangen.

Die trennende Mauer

Geist ist die trennende Mauer zwischen Leib und Seele. Geist ist der Oberbefehlshaber. Die Sinne sind die Soldaten. Egoismus, Habgier, Eifersucht, Eitelkeit und so weiter sind die Bedienten des Geistes. Der Mensch sagt: Mein Geist war anderswo. Ich sah nichts. Mein Geist war anderswo, ich hörte nichts. Der Mensch sieht mit seinem Geist und hört mit seinem Geist. Wir nennen es Abhyasa, wenn man den Geist stetig macht oder auf einen Punkt sammelt.

Beherrschung des Geistes

Man kann den Geist durch Abhyasa oder Übung und Vairagya beherrschen. Nur durch lange dauernde Übung, durch Eifer und Hingabe kann man Samadhi oder Überbewusstsein erlangen. Ohne Leidenschaftslosigkeit oder Nichtverhaftet sein im Irdischen oder Gleichgültigkeit gegen sinnliche Freuden ist geistiger Fortschritt unmöglich. Vernichte den unreinen Geist mit Hilfe des reinen oder höheren Geistes und übersteige auch noch den höheren Geist. Die Sinne können nichts ohne die Mitwirkung des Geistes tun. Versuche nicht, unreine Gedanken zu verdrängen. Je nachdrücklicher du es versuchst, um so hartnäckiger werden sie immer wiederkehren. Erfülle vielmehr deinen Geist mit göttlichen Gedanken, dann werden die unreinen Gedanken von selbst allmählich verschwinden. Versuche nicht, den Geist mit gewaltsamen Methoden zu beherrschen. Du wirst elendiglich und hoffnungslos scheitern. Wende die bewährten und vernünftigen Methoden an. Du kannst deinen Geist leicht beherrschen lernen.

Die Ursache der Gefangenschaft

Der Geist ist an der Wurzel von Samsara oder des Weltprozesses. Begehren ist das Öl, Denken ist das Feuer. Beseitige das Öl des Begehrens, dann wird das Feuer des Denkens ausgelöscht. Geist ist wie ein Ozean. Gedanken sind die Wogen. Geist ist das Organ der Empfindung und der Gedanken. Geist denkt, Intellekt entscheidet, Egoismus ist anmaßend. Unterbewusstsein bewahrt im Gedächtnis. Wenn der Geist Sattwig ist, ruhig und rein, empfängst du Bruchstücke oder Blitze von Intuition. Geist und Prana hängen miteinander zusammen. Prana ist der Oberrock des Geistes. Wo Prana ist, ist auch Geist. Wo Geist ist, ist auch Prana. Die drei Zustände des Geistes sind Wachen, Träumen und Tiefschlaf. Geistiges Handeln ist wahres Handeln. Denken ist wirkliches Handeln. Ein Rajasiger Geist braucht vielerlei und immer neue Sensationen (Sinneseindrücke). Eintönigkeit ist ihm widerlich. Wer seine Tätigkeit ändert, ändert auch seinen Geist. Geist ist ein Torhüter. Er lässt immer nur einen einzigen Gedanken auf einmal in die geistige Fabrik oder den Palast des Geistes eintreten.

Fragen

Was ist Geist?
Welche Beziehungen bestehen zwischen Geist und Prana?
Wie reinigt man den Geist?
Wie beherrscht man den Geist?
Welcher Unterschied besteht zwischen kosmischem, unterbewusstem und bewusstem Geist?
Beschreibe die Beziehungen zwischen Geist und Gedanken.
Wo ruht der Geist im Wachen, Träumen und Tiefschlaf?
Was ist Abhyasa?

Weitere Videos mit Übersetzungen von Vorträgen von Swami Chidananda

Hier findest du weitere Videos mit Vorträgen von Sukadev mit freier Übersetzung von Vorträgen von Swami Chidananda:

Siehe auch

Weitere Artikel von Swami Chidananda im Yoga Vidya Wiki

Literatur

Literatur von Swami Chidananda

  • Light Fountain (Quelle des Lichts)
  • Ponder these Truths (Nachsinnen über Wahrheit)
  • A Call to Liberation (Aufruf zur Befreiung)
  • Seek the Beyond (Suche das Jenseits)
  • Early Morning Talks (Vorträge am frühen Morgen)

Weblinks