Wachsam

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Wachsam: Was ist wachsam? Wie ist es zu verstehen, wachsam zu sein? Woher stammt dieses Adjektiv? In diesem Artikel erfährst du einiges zur Eigenschaft wachsam, wie es gebraucht wird und wie es verwendet werden kann. Du bekommst auch viele Infos zu verwandten Wörtern, die mit wachsam etwas gemeinsam haben, Synonyme (ähnliche Wörter) zu wachsam sowie Antonyme, also Gegenteile, zu wachsam. Der Begriff wachsam bezeichnet ein Charaktermerkmal, eine Eigenschaft, die man als Tugend sehen kann. Tugenden kann man kultivieren, z.B. mit Meditation. Dafür findest du hier auch Affirmationen zu wachsam. Überlege selbst, wie stark diese Eigenschaft in dir und deinen Mitmenschen wirksam ist - und ob du sie gerne mehr zum Ausdruck bringen willst oder auch nicht. Wachsam ist eines der Adjektive zu Wachsamkeit. Einige mehr Anregungen zu wachsam findest unter dem Haupteintrag, Stichwort Wachsamkeit. Jetzt zunächst ein paar erläuternde Worte zu wachsam:

Wachsam

Wachsam zu sein bedeutet, die Umgebung oder bestimmte Vorgänge bewusst und aufmerksam - mit voller Konzentration - wahrzunehmen. Diese Eigenschaft wird auch benötigt, um an sich selbst zu arbeiten, um zum Beispiel nicht liebevolle Emotionen, Gefühle, Gedanken rechtzeitig in eine gute Richtung zu steuern oder aufzulösen.

Viveka Chudamani - Sei wachsam: Maya täuscht dich in jedem Moment

Sei in jedem Moment bewusst

- Kommentar zum Viveka Chudamani Vers 324 von Sukadev Bretz -

Shankara schreibt:

yathāpakṛṣṭaṃ śaivālaṃ kṣaṇa-mātraṃ na tiṣṭhati |
āvṛṇoti tathā māyā prājñaṃ vāpi parāṅ-mukham || 324 ||

"So wie die Algen, – wenn sie auseinander gezogen werden – keinen Augenblick so bleiben, sondern sich wieder schließen und das Wasser zudecken, genauso verhüllt Maya auch jenen das Bewusstsein, die sich vom Selbst abwenden – sogar das eines Weisen."

Sei immer bewusst in jedem Moment

Es kann also sehr schnell gehen. Sei dir dessen bewusst. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit, die Probleme sind da. Daher sei achtsam. Es gibt das Beispiel der Algen, ich weiß nicht, ob du das kennst, ist dort vermutlich heutzutage seltener, aber durchaus zu sehen. Zum Beispiel ein Baggersee in meiner Kindheit, da waren Algen. Der ganze See oder der ganze Teich war voller Algen. Und wenn man dort hinfiel, dann hat man die Algen zur Seite getan, dann sah das erstmal wie klares Wasser aus. Innerhalb von einigen Sekunden oder einigen Minuten waren die Algen wieder so, dass der ganze Teich wieder voller Algen war, die Algen kehren wieder zurück.

Täuschung kommt immer wieder

So ähnlich ist es auch, auch wenn vorübergehend der Schleier der Unwissenheit sich lüftet, schnell kommt Täuschung, ganz schnell passiert es wieder, dass du dort wieder etwas denkst was dich runterzieht, daher sei achtsam und sei vorsichtig. Sehr schnell sind deine guten Vorsätze vergessen.

Und sei dir auch bewusst zu Shankaras Zeiten war es so, die Mehrheit der Menschen war nicht spirituell, die Mehrheit der Menschen will nicht ihren Geist beherrschen. Die Mehrheit der Menschen sieht keinen Sinn darin, die Wünsche und die Emotionen zu kontrollieren. Die meisten Menschen wollen nicht daran arbeiten. Und du bist verbunden mit den anderen Menschen und wenn du irgendwo Probleme hast, wenn du irgendwelche Wünsche hast, es müssen noch nicht einmal deine eigenen Wünsche sein, es können auch die gespiegelten Wünsche der anderen sein.

Du bist das unsterbliche Selbst

Daher, sei dir bewusst, du bist das unsterbliche Selbst, du bist der Atman. Lass dich nicht fremdsteuern von den Wünschen der anderen. Manchmal, wenn du vielleicht von der Arbeit nach Hause gehst, wirst du feststellen wie du voller neuer Wünsche warst oder wie du am Tag voller Emotionen warst. Sei dir bewusst, eigene Samskaras werden wiederbelebt durch deine Umgebung und deine Erfahrung. Löse dich davon, sei dir bewusst, du bist das unsterbliche Selbst der Atman. Nimm es zur Kenntnis, aber identifiziere dich nicht damit. Mache wieder die Algen weg, weit weg. Dann, wenn du loslässt, deine Achtsamkeit nachlässt ist wieder die Täuschung da.

Streng dich an, geh über die Täuschung hinaus

Sei dir bewusst, die Welt ist so, dass Täuschung immer wieder kommt. Du musst dich anstrengen, du musst dich bemühen. Du musst dich bemühen, nicht so zu denken wie andere. Du musst dich bemühen, denken und fühlen zu ändern, immer wieder. Shankara macht fast schon etwas was einen entmutigen kann. Er sagt, es geht sogar den Weisen so. Es ist schwer, aber es ist machbar. Darum mach es.

Wachsam - Verwandte Begriffe

Hier ein paar Wörter, die mit wachsam im Zusammenhang stehen. Zunächst ein paar Wörter, die den gleichen Wortstamm haben:

  • Das Substantiv zu wachsam ist Wachsamkeit.
  • Das Substantivus Agens, also das Wort, das den Handelnden bezeichnet, ist Wachsamer.
  • Ein Verb dazu ist wachen.

Gegenteil von wachsam - Antonyme

Ein Antonym ist ein Gegenteil. Manchmal versteht man Tugenden am besten, indem man sie in Verbindung setzt mit ihrem Gegenteil. Manchmal ist das Gegenteil einer Tugend auch eine Tugend, manchmal auch ein Laster bzw. eine Untugend. Hier also einige Gegenteile von wachsam, also Antonyme:

Ausgleichende Tugenden

Vieles, was ins Extrem geführt wird, wird zur Untugend. So braucht auch wachsam einen Gegenpol. Hier einige Gegenpole, also positive Antonyme zu wachsam:

Antonyme, negative Eigenschaften

Hier einige Beispiele von Gegenteilen, Antonymen, von wachsam, die man als Laster, bzw. negative Eigenschaften ansehen kann:

Ähnliche Wörter wie wachsam - Synonyme

Synonyme sind Wörter mit ähnlicher Bedeutung. Hier einige Synonyme zu wachsam. Manche der Synonyme haben positive Bedeutung. Allerdings gilt auch: Eine Tugend in einem anderen Kontext, oder auch eine Tugend, die übertrieben wird, kann auch negative Bedeutung haben.

Positive Synonyme zu wachsam

Hier also einige Beispiele von positiven Synonymen zu wachsam:

Negative Synonyme zu wachsam

Eine eigentlich positive Eigenschaft übertrieben oder in einem anderen Kontext kann negativ sein. Man kann auch die gleiche Eigenschaft sowohl positiv als auch negativ sehen. Hier einige Beispiele von negativen Synonymen zu wachsam:

Wachsamkeit Affirmationen

Willst du die Eigenschaft Wachsamkeit in dir entwickeln, stärker werden lassen, kultivieren? Hier findest du ein paar Tipps dazu:

  • Klassische Autosuggestion: Ich bin wachsam.
  • Entwicklungsbezogene Affirmation: Ich entwickle Wachsamkeit.
  • Wunder-Affirmation: Angenommen, ich wäre wachsam, wie würde sich das anfühlen, was würde sich ändern, wie würde ich reagieren?

Hilfreich ist natürlich auch eine Meditation, in welcher du diese Eigenschaft in dir stärker werden lassen kannst. Mehr Infos findest du dazu unter dem Stichwort Eigenschaftsmeditation. Schaue auch nach unter dem Stichwort Kultivierung positiver Eigenschaften.

Hier ein Video mit Tipps zur Kultivierung von Tugenden, Eigenschaften:

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor und nach wachsam

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach wachsam kommen:

Hier einige Eigenschaften als Substantive mit ähnlichem Anfangsbuchstaben:

Weitere Informationen zu Yoga und Meditation

Literatur

Achtsamkeit kultivieren Yoga Vidya Seminare

Seminare zum Thema Liebe entwickeln:

24.09.2021 - 26.09.2021 - Achtsamkeit im Dialog
Tiefes Zuhören – achtsames Sprechen. Wir wissen, dass Worte Freude oder Leiden verursachen können. Wir kennen zahlreiche Kommunikationstechniken. Doch wie können wir Gespräche so führen, das…
24.09.2021 - 26.09.2021 - Zu sich kommen
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