Nichtanhaften
Nichtanhaften ist eine wichtige Voraussetzung, um die Erleuchtung zu erlangen. Auf Sanskrit heißt Nichtanhaften „Vairagya“.

Eines ist sicher, nämlich das nichts sicher ist!
Es bedeutet, dass du nicht an deinen eigenen Vorstellungen haftest, dass du dich nicht identifizierst mit dem Körper und der Psyche, dass du nicht an deine Wünsche und Vorstellungen verhaftet bist usw. Nichtanhaften ist letztlich die Bereitschaft, das Leben zu leben. Alles im Leben verändert sich. Im Deutschen gibt es ja auch in dem Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“ den Refrain: „Ich wär ja so gerne geblieben, aber der Wagen der rollt.“ Wenn du stark angehaftet bist, dann beschränkst du deine Erfahrungen und deine Möglichkeiten. Und du leidest, denn: Auch wenn du angehaftet bist – Dinge verändern sich, Dinge vergehen!
Bedingungslosigkeit, Offenheit, Vertrauen in göttliche Gnade und letztlich in die langfristige Klugheit des Schicksals – all das kann dir helfen, nicht anzuhaften. Im Vedanta gilt Nichtanhaften als wichtige Bedingung, um letztlich zu Atman Yana zu kommen. Dies gehört zu den Sadhana Chatushtayas, also den vier Eigenschaften, die ein Schüler kultivieren muss, um überhaupt für die Spiritualität reif zu werden:
- Vairagya – Nichtanhaften
- Shatsampat – die sechs edlen Tugenden des Gleichmuts
- Mumukshutva – tiefe Sehnsucht nach der höchsten Wirklichkeit
Hier ist Vairagya (Nichtanhaften) ein ganz entscheidender Punkt. Umgekehrt gilt aber auch: Die Frucht der Gottverwirklichung ist Nichtanhaften. Wer wirklich seine wahre Natur erfahren hat, der braucht nichts mehr, ist vollkommen wunschlos und wird letztlich auch vollkommenes Nichtanhaften leben können.
Nichtanhaften an geliebten Menschen

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der Liebe von James Swartz -
Ich bin hier, um die Schöpfung zu bereichern. Die Wesen, die mir am Herzen liegen, sollen von mir geliebt werden. Doch wir haben gesehen, dass wir nichts wirklich besitzen und nichts wirklich erschaffen haben, und dies gilt auch für unsere Beziehungen. Ein übermäßiges Anhaften an nahestehende Personen ist nicht zu rechtfertigen. Wir sollten uns liebevoll um sie kümmern und dennoch unseren Gleichmut bewahren.
Siehe auch
- Vivekakhyati
- Viveka Chudamani
- Viveka Martanda
- Jnana Yoga
- Unterscheidungsvermögen
- Advaita Vedanta
- Wer bin ich
- Erkenntnis
- Satchidananda
- Glückseligkeit
- Selbstverwirklichung
- Samadhi
- Swami Sivananda
- Shankara
Literatur
- Swami Sivananda: Die Kraft der Gedanken
- Swami Sivananda, Jnana Yoga, Hrsg.: Divine Life Society, 2007
- Swami Sivananda: Göttliche Erkenntnis
- Swami Sivananda: Autobiografie auch als eBook
- Swami Sivananda: Sivananda - Ein moderner Heiliger
- James Swartz: Yoga der Liebe
Weblinks
- Swami Sivananda
- Die sechs Yoga-Wege
- Meditation & Yoga
- Einführung in Vedanta
- Internetseiten der Divine Life Society
Seminare
Jnana Yoga und Philosophie
- 04.06.2026 - 07.06.2026 Die Wirklichkeit Verstehen - Love your SELF
Suchst du wahres Glück?
Bist du auf dem spirituellen Weg und wünschst dir mehr Klarheit, Begleitung und Antworten auf die subtileren Fragen von Jnana …- Shambu Alex Spitzl
- 14.06.2026 - 21.06.2026 Spirituelle Sterbebegleiter Ausbildung
Immer mehr Menschen wollen sich aktiv und offen mit Sterben und Tod beschäftigen und dabei zu einem neuen spirituellen Verständnis von Vergänglichkei…- Sukhavati Kusch
Meditation
- 03.06.2026 - 05.06.2026 Mich selbst liebevoll annehmen
Oft neigen wir dazu, uns selbst oder andere zu verurteilen, unsere Bedürfnisse oder die des anderen zu übergehen. In dem Seminar lernst du, wie du in …- Susanne Sirringhaus
- 04.06.2026 - 07.06.2026 Yoga meditativ & Klänge für die Seele
In dieser Auszeit für Körper und Seele kannst Du Dich in der Welt der Klänge entspannen und die Zeit genießen, die Du Dir selbst schenkst.
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Satchidananda – deine Wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit