Vritti

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Vritti (Sanskrit: वृत्ति vṛtti f.) Aktion, Bewegung; Verhalten; Beschäftigung; das Rollen, Herabrollen (von Tränen); Art und Weise zu sein, zu tun, zu leben, Verfahren, Benehmen; ein gutes, achtungsvolles, liebevolles Benehmen, ein Gefühl der Achtung und Liebe jemanden; allgemeiner Gebrauch, Regel; Art und Weise des Verhaltens, Wesen, Natur, Art; Zustand; das Sichbefinden, Vorkommen, Erscheinen in oder an; das Vorkommen, Dasein; das Obliegen, Hingegebensein; Lebensunterhalt, Erwerb, Gewerbe, Mittel zum Leben; Wirkung, Tätigkeit, Funktion; (seelisch-geistiger) Vorgang; Stimmung; das Erscheinen oder Gebrauchtwerden eines Wortes in einer bestimmten Bedeutung, die Funktion eines Wortes; Art und Weise oder Tempo der Aussprache bzw. der Rezitation; (im Drama:) Stil, Charakter, Genre; Alliteration, häufige Wiederholung desselben Konsonanten; Rhythmus des Versschlusses; Wortform; Kommentar zu einem Sutra; Rundung, Haarwirbel; Name der Gattin eines Rudra

Sukadev über Vritti

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Vritti

Vritti ist unter anderem eine Handlung, es ist Bewegung, es ist Modifikation. Vritti heißt gerade im Yoga insbesondere Gedanke, bzw. Gedankenwelle. Vielleicht kennst du das Yogasutra oder hast davon gehört. Es ist eines der wichtigsten Werke im Yoga, geschrieben von einem großen Meister namens Patanjali. Und dieser große Meister Patanjali sagt: "Yogas Chitta Vritti Nirodhah. Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Gedanken im Geist." Es geht also um das Zur-Ruhe-Kommen der Chitta Vrittis, der Vrittis, der Bewegungen, im Chitta. Vrittis selbst sind Gedanken und Chitta Vrittis sind die Gedanken im Geist, eigentlich Bewegungen im Geist, Chitta Vrittis. Und so sind Chitta Vrittis die Gedanken.

Weil aber Chitta Vrittis, Bewegungen im Geist, Gedanken sind, wird heute meistens gesagt: Vrittis sind Gedanken. Du kannst dir deiner Gedanken bewusst werden. Du kannst die Gedanken beobachten. Du kannst sie amüsiert zur Kenntnis nehmen. Als Yoga Aspirant lernst du, dich nicht so zu identifizieren mit den Gedanken. Es ist nicht leicht, die Gedanken zu beherrschen, aber es ist leicht, die Gedanken, mindestens ein paar Momente lang, zu beobachten. Es ist nicht leicht, Gedanken am Entstehen zu hindern, aber es ist leicht, zu verhindern, dass ein Gedanke sich festsetzt und in deinem Geist bleibt.

In diesem Sinne kannst du im Raja Yoga lernen, mit deinen Vrittis, mit deinen Gedanken, gut umzugehen. Und das gehört gerade im Raja Yoga ganz besonders dazu. Untersuche deine Vrittis, untersuche, wo sie herkommen, untersuche, wie du sie ändern kannst, beobachte sie und ersetze negative Vrittis durch positive Vrittis. Und dann löse alle Vrittis auf und genieße Samadhi. Vritti sind also Gedanken. Sind die Gedanken zur Ruhe gekommen und du bist voll bewusst, dann hast du dein wahres Selbst erfahren, dann ruhst du in deinem wahren Wesen.

Gedanken zur Gedankenlosigkeit

Das Wort Gedankenlosigkeit hat im deutschen eine Vielzahl von Bedeutungen. Ich bin ja Yogalehrer , spiritueller Lehrer und in der Yogatradition unterscheiden wir gerne zwischen Sattwa, Rajas und Tamas. Sattwa – ist was erhebt, was schön ist, das was in der Liebe ist, das was uns verbindet mit einer höheren Wirklichkeit. Rajas ist das unruhige, was einen aus dem Gleichgewicht bringt und Tamas ist die Trägheit, die Faulheit. In diesem Sinne kann man Gedankenlosigkeit als sattwig, rajasig und tamasig ansehen.

Es gibt z. B. die sogenannte rajasige Gedankenlosigkeit. Die ist nicht wirklich Gedankenlosigkeit, sondern man hat eine solche Vielzahl von Gedanken, dass man alles Mögliche vergisst. Wenn man also jemandem z. B. Gedankenlosigkeit vorwirft, dann heißt das manchmal, der kann keinen klaren Gedanken fassen, er hat tausend Sachen, aber nichts ist klar. Dadurch vergisst er. Und weil er Dinge vergisst, nennt man ihn Gedankenlos. Diese rajasige Form von Gedankenlosigkeit kann man natürlich überwinden, indem man sich bewusst macht, was ist jetzt meine Aufgabe, was ist mein Ziel, was ist mein Anliegen, wie werde ich dem Gerecht und was ist jetzt dran. Priorisieren und evtl. aufschreiben, was zu tun ist. Hilfreich sind Merkzettel oder Checklisten. Und so vergisst du nicht, das was nötig ist. Also rajasige Gedankenlosigkeit im Sinne von Dinge vergessen, überwindet man, indem man sich konzentriert, fokussiert und systematisch vorgeht.

Dann gibt es die tamasige Gedankenlosigkeit. Tamasige Gedankenlosigkeit ist die Trägheit. Keine Ideen, man weiß nicht, was zu tun ist. Man weißt gar nicht, was das alles soll. Wie kannst du mit dieser tamasigen Gedankenlosigkeit umgehen? Das Beste wäre, übe Yoga, übe Meditation. Mit Yoga und Meditation bekommst du neues Prana, neue Lebensenergie. Wenn du Asanas - Yogastellungen übst, Pranayama - Atemübungen übst, wenn du meditierst, fließt wieder die Lebensenergie. Hast du Lebensenergie, bist du wacher, hast mehr Enthusiasmus, wenn du mehr Enthusiasmus hast, geht vieles so viel leichter.

Dann gibt es noch die sattwige Gedankenlosigkeit. Das heißt, volles Bewusstsein bei keinem Gedanken. Und der große Meister, Pantanjali bezeichnet diese Gedankenlosigkeit als etwas Großartiges. Im Vers 1.2 des Yogasutra des Pantanjali heißt es, yogash chitta-vritti-nirodhah - Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist. Tadâ drashtuh swarûpe ‘vasthânam - Dann ruht der Wahrnehmende (Seher) in seiner wahren Natur. Volle Bewusstheit ohne Gedanken, das ist Shamadi – Überbewusstsein, das ist Selbstverwirklichung, Gottverwirklichung. Das ist die Erfahrung des kosmischen Bewusstseins. Die Erfahrung dessen, was du wirklich bist. Diese Art von sattwige Gedankenlosigkeit, ist letztlich auch ein Ziel der Meditation – das ist die Erleuchtung. Das waren ein paar Gedanken zur Gedankenlosigkeit. Sattwige, rajasige und tamasige Gedanken- losigkeit. Mehr zu diesem Thema findest du auf unseren Internetseiten www.yoga-vidya.de Dort kannst du auch suchen nach Raja Yoga. Raja Yoga spricht sehr viel über Gedanken, Konzentration und guten Umgang mit Gedanken, um letztlich zu einer sattwigen Gedankenlosigkeit zu kommen.


Die Yoga Sutras von Patanjali

वृत्तयः पञ्चतय्यः क्लिष्टाक्लिष्टाः || 1.5 ||

vṛttayaḥ pañcatayyaḥ kliṣṭākliṣṭāḥ || 1.5 ||

Es gibt fünferlei seelisch-geistige Vorgänge (Vritti), (diese sind) leidvoll (Klishta) oder leidlos (Aklishta).

प्रमाणविपर्ययविकल्पनिद्रास्मृतयः || 1.6 ||

pramāṇa-viparyaya-vikalpa-nidrā-smṛtayaḥ || 1.6 ||

(Nämlich:) gültiges Erkenntnismittel (Pramana), Irrtum (Viparyaya), Vorstellung (Vikalpa), Schlaf (Nidra), Erinnerung (Smriti).

Siehe auch

Weblinks

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Das Sanskritwort Vritti

Vritti , Sanskrit वृत्ति vṛtti, f. das Rollen, (von Tränen), Geschehen, Vorkommen, Auftauchen, Wählen, Denken, Gedanke; Hingegebensein an, Eifer in. Substantiv Femininum Vritti ist ein Sanskrit Substantiv weiblichen Geschlechts und heißt auf Deutsch Rollen, (von Tränen), Geschehen, Vorkommen; Hingegebensein an, Eifer in.

Verschiedene Schreibweisen für Vritti

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Vritti auf Devanagari wird geschrieben " वृत्ति ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen " vṛtti ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " vRtti ", in der Velthuis Transkription " v.rtti ", in der modernen Internet Itrans Transkription " vR^itti ".