Persönlichkeitseigenschaft

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Persönlichkeitseigenschaft
Eigenschaften- erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Persönlichkeitseigenschaften

sind bestimmte Eigenschaften, die etwas länger beständig sind und einen Menschen in besonderem Maße ausmachen. Persönlichkeitseigenschaften können beispielsweise Mut und Gleichmut, Extra- und Introvertiertheit, Freundlichkeit und Höflichkeit und so weiter sein.

Es gibt verschiedene Systeme, mit denen die Persönlichkeit beschrieben wird, und die dann mit bestimmten Persönlichkeitseigenschaften korrelieren.

Hier einige Modelle dazu:

Persönlichkeitseigenschaften im Ayurveda

Im Ayurveda werden drei Grundtypen unterschieden: Vata, Pitta und Kapha. • Vata ist der luftige Typ. • Pitta ist der feurige Typ. • Kapha ist der eher gemütliche und ruhige Typ.

Persönlichkeitseigenschaften des Vata-Typs Vata (der luftige Typ) hat Eigenschaften wie zum Beispiel Offenheit und Leichtigkeit, Extravertiertheit und Kreativität, aber auch Unruhe, Unzuverlässigkeit, mangelnde Konzentration, Unbeständigkeit, Flatterhaftigkeit, Wechselhaftigkeit.

Persönlichkeitseigenschaften des Pitta-Typs Der Pitta-Typ ist der feurige Typ. Er ist erfolgs- und zielorientiert, will mit Feuer und Vehemenz etwas erreichen. Persönlichkeitseigenschaften des Pitta-Typs sind zum Beispiel Willenskraft, Durchsetzungsvermögen, Begeisterung und auch Ausdauer, aber auch Wut, Unduldsamkeit, Ärger, Reizbarkeit und Frustration.

Persönlichkeitseigenschaften des Kapha-Typs Er ist der erdige, ruhige, beständige Typ. Von daher hat er folgende Persönlichkeitseigenschaften: Beständigkeit, Ausdauer, Ruhe, Gelassenheit, eine gewisse Erdigkeit oder Erdung, Praxisnähe, Zuverlässigkeit und vielleicht auch ein konservatives Temperament. Zu seinen Eigenschaften gehören aber auch Trägheit, Unflexibilität, Starrheit, Antriebslosigkeit und Faulheit.

Die fünf Dimensionen der Persönlichkeit im 5-Faktoren-Modell „Big Five“

In der empirischen Psychologie hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Modell der menschlichen Persönlichkeit herauskristallisiert, welche die Persönlichkeit in fünf Faktoren (Dimensionen) einteilt. Zu jedem Faktor gibt es dann eine stärkere und eine weniger starke Ausprägung, in die eine oder in die andere Richtung. Zu jedem dieser fünf Faktoren kann man dann viele Persönlichkeitseigenschaften zuordnen.

1. Dimension: Offenheit für Neues Wer eine hohe Offenheit hat, ist neugierig, flexibel, anpassungsfähig und so weiter. Wer eine niedrigere Offenheit hat, hat Persönlichkeitseigenschaften wie Konservatismus, Beständigkeit, Festhalten am Bisherigen, Geduld und so weiter.

2. Dimension: Introversion / Extraversion Wer eine hohe Ausprägung von Extraversion hat, ist außenorientiert, gesellig, auf Menschen eingestimmt, freudig, kontaktfreudig und so weiter. Wer wenig Extraversion (und viel Introversion) hat, hat Eigenschaften wie die Fähigkeit, sich zurückzuziehen, allein zu sein, sich zu verkriechen und so weiter.

3. Dimension: Gewissenhaftigkeit Wer eine hohe Gewissenhaftigkeit hat, orientiert sich an Regeln, schätzt Gesetzeskonformität, Genauigkeit, Detailtreue, Sparsamkeit und so weiter. Bei niedriger Gewissenhaftigkeit gibt es Eigenschaften wie Leichtsinn, Experimentierfreudigkeit, Nicht-Haften am kleinlichen und so weiter.

4. Dimension: Verträglichkeit Wie gut kommt man mit anderen Menschen zurecht? Hohe Verträglichkeit hat Eigenschaften wie Liebe, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Kompromissbereitschaft, sich Einstimmen auf andere, tun was zu tun ist. Niedrige Verträglichkeit kann sein: Streitlust, Fluchttendenzen, lieber allein zu sein (dann korreliert es mit Introversion). Aber: Man kann auch introvertiert sein und trotzdem eine hohe Verträglichkeit haben, man kann eine niedrige Verträglichkeit haben und trotzdem extravertiert sein.

5. Dimension: Psychische Stabilität Menschen mit einer hohen psychischen Stabilität haben eine innere Gelassenheit und Resilienz, Stressresilienz und eine innere Ruhe. Hingegen sind Menschen mit einer niedrigeren Stabilität neurotisch, leicht ängstlich und verärgert, sie geraten leicht in Panik und so weiter.

So kann man die verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften in diese fünf Dimensionen einordnen beziehungsweise mit ihnen korrelieren lassen, und hat dann eine relativ gute Ausprägung, was Mensch so alles sein kann.

Jeder Mensch hat letztlich alle Persönlichkeitseigenschaften, die auch jeder andere hat, nur in unterschiedlicher Ausprägung und aktiv in unterschiedlichen Kontexten. Glaube nicht, dass du niemals gereizt werden kannst! Glaube auch nicht, dass du sicher bist vor Neid, Eifersucht, Gier, Angst, Reizbarkeit und Zorn, auch nicht vor dem Tötungs- und Jagdinstinkt und so weiter!

Jeder Mensch hat alle Eigenschaften in sich, und je nach der Situation, in welche du kommst, wirst du manchmal eine Anstrengung unternehmen müssen, nicht einfach blind zu etwas reizen zu lassen.

Auf den Internetseiten von Yoga Vidya gibt es das große Lexikon der Persönlichkeitseigenschaften. Es sind wahrscheinlich über 3000 Eigenschaften! . So kannst du einen guten Überblick bekommen über das, was Menschsein ausmacht, und wie du vielleicht klug mit dir und mit anderen umgehen kannst.

Video Persönlichkeitseigenschaft

Kurzes Vortragsvideo zum Thema Persönlichkeitseigenschaft :

Autor/Sprecher: Sukadev Bretz, Seminarleiter zu Kundalini Yoga und Chakras.

Persönlichkeitseigenschaft Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Persönlichkeitseigenschaft :

Zwei Guṇa-basierte Persönlichkeitstypen

Welcher Persönlichkeitstyp denkst du bist du?

- Abschnitt aus dem Buch: Yoga der drei Energien von James Swartz -

Da es, abgesehen von vedānta, in der modernen spirituellen Welt im Grunde keine vollständige auf Schriften basierende Lehre gibt, werden viele Menschen von der Astrologie und dem Enneagramm angezogen, um Kenntnis vom Selbst ihres feinstofflichen Körpers zu erlangen. Sie neigen dazu, die guṇa-Analyse abzutun, weil sie das für zu einfach halten. Sie glauben, dass der Mensch viel komplexer sei und viel mehr Aufmerksamkeit verdiene. Sie wissen nicht, dass das guṇa-Modell so komplex ist, wie es menschlich möglich ist, denn der menschliche Organismus besteht aus vielen miteinander verbundenen Schichten – wir nennen sie die fünf Hüllen – und jede Hülle besteht aus vielen Teilen. Außerdem kann sich die guṇa-Konfiguration eines Teils von der guṇa-Konfiguration eines anderen Teils unterscheiden.

Zum Beispiel hat der feinstoffliche Körper vier Grundkomponenten und jede dieser Komponenten hat weitere Komponenten. Es gibt fünf Wahrnehmungssinne, fünf aktive Sinne, fünf physiologische Funktionen, den Geist – der mehrere Funktionen hat –, Intellekt, Ego und die Hülle der Glückseligkeit. Jede dieser Komponenten oder seiner Unterkomponenten kann von einem bestimmten guṇa oder einer bestimmten Kombination von guṇas dominiert werden! Du bist auf der Suche nach Komplexität? Wir haben sie, ganz zu schweigen von der Selbsterkenntnis und der Kenntnis über den Kosmos. Hinzu kommt, dass du, wenn du die grundlegende Bewegung aller guṇas verstehst, dieses Wissen auf jeden möglichen Aspekt deiner Persönlichkeit anwenden und ihn dementsprechend verändern kannst.

Da es drei guṇas gibt und rajas und tamas unzertrennlich sind, gibt es nur zwei grundlegende Persönlichkeitstypen, die beide weiter unterteilt werden können.

Wenn wir in vedānta über Persönlichkeitstypen sprechen, beziehen wir uns auf dein primäres Instrument, den Geist und seine Tendenzen. In dieser Diskussion sind sattva, rajas und tamas keine guṇas, sondern die grundlegende Orientierung des Geistes, deine generelle Einstellung zum Leben: dein Körper, dein Wohlstand, Leute, Spiritualität, Nahrung, Arbeit, Erholung, Nächstenliebe – alles, was auch immer es sein mag. All dies beeinflusst deine Beziehung zu Īśvara, dem bewussten Schöpfer des Lebens. Diese Beziehung muss gesund sein, wenn du wachsen willst. Deine Persönlichkeit ist deine Denkweise, deine Überzeugungen, Wertestruktur und Prioritäten. Von Persönlichkeit zu sprechen, bedeutet nicht, dir eine Identität zu geben, sondern dich zu ermutigen, sattva zu entwickeln.

Noble, edelgesinnte Menschen

Vorherrschendes sattva bringt kultivierte, rücksichtsvolle, reife Menschen hervor, deren Leben vom dharma geleitet wird. Diese Kategorie lässt sich in drei weitere unterteilen: Erstens, extrem intelligente, sattvige, edelgesinnte Menschen, manchmal auch „sphärische Wesen“ genannt, die ein ausgeprägtes Desinteresse an der Welt und oft ausgezeichnetes karma haben, das immer wieder glückliche Umstände bringt. Sie werden von der Gesellschaft eher als sonderliche, inkompetente, verrückte Unzufriedene betrachtet, sind aber tatsächlich weit davon entfernt. Zweitens, einigermaßen zufriedene, ethische, weltliche Humanisten mit wohltätiger Gesinnung, aber wenig spiritueller Neigung und wenig oder gar keiner Wertschätzung für Befreiung. Und schließlich hochentwickelte Menschen, die ihrer selbst gewahr sind, mit einem unterschiedlich starken Drang nach Befreiung.

Selbstbezogene Menschen

Rajas/tamas bringt ungeschliffene, impulsive, extrovertierte, mechanisch denkende Menschen hervor, die dharma nicht unbedingt ganz ignorieren, deren Leben jedoch von ihren Wünschen und Ängsten, Vorlieben und Abneigungen bestimmt wird.

Diese Kategorie lässt sich weiter unterteilen. Zum einen in hoch egozentrische Menschen ohne ästhetische oder spirituelle Neigungen, die ihre Zeit und schier endlos viel Energie dafür aufwenden, angenehmen, frivolen, sinnlichen und zweckmäßigen Dingen hinterherzujagen. Weil der Zweck die Mittel heiligt, schaden sie sich letztlich selbst und sind sich auch des Schadens nicht bewusst, den sie anderen zufügen. Diese Menschen sind sich ihrer selbst nicht bewusst und verstehen ihre Emotionen nicht. Sie haben kein Interesse an Spiritualität und bevorzugen fundamentalistische Religionen. Sie glauben nicht an den freien Willen, da ihre soziale Konditionierung extrem starr ist und sie gegen Kritik von außen immun macht. Sie glauben nicht an Bildung, sind stark antiintellektuell und anfällig für Propaganda. Sie fürchten Veränderungen.

Die zweite Unterkategorie sind Soziopathen und Psychopathen. Die meisten menschlichen Interaktionen basieren auf richtig (dharma) und falsch (adharma), dem Verständnis, dass richtiges Verhalten zu erwünschten Ergebnissen führt und dass unangemessenes Verhalten zu unerwünschten Ergebnissen führt. Wir sagen, wenn du das Gesetz von Recht und Unrecht anerkennst, dann musst du auch jemanden anerkennen, der über die Gesetze wacht, nennen wir ihn Gott, der die Resultate der Handlungen liefert. Soziopathen und Psychopathen sind anderer Meinung; sie sagen, dass es keine ethische Grundlage für Handlungen gibt und dass die Lust die Welt erschafft.

Dominierendes tamas, untergeordnetes rajas und praktisch kein sattva bringt gottlose, raffgierige, grausame, gewalttätige, tamasige Menschen hervor, die Freude daran haben, anderen zu schaden. Sie stellen eine allgegenwärtige Gefahr für das dharma-Feld dar und müssen unter Quarantäne gestellt werden. Die Schlimmsten der Schlimmen überfüllen buchstäblich die Gefängnisse, aber viele von ihnen durchstreifen die Gesellschaft auf der Suche nach Opfern.

Sie sitzen vor den Toren der Hölle, bestehend aus Verlangen, Wut und Gier, und sehen sich selbst als die Herren des Universums, verfolgen Macht und Reichtum und machen sich immer mehr Feinde, die sie zerstören möchten. Sie glauben, dass das Leben nichts anderes ist als die Vereinigung von Sperma und Eizelle, also haben sie keine Vorstellung von der moralischen Ordnung, die eine Wiedergeburt bewirkt. Ohne ein Konzept von richtig und falsch wird jeder zum Freiwild. Weil das Leben, um Thomas Hobbes zu zitieren, „böse, brutal und kurz“ ist, fühlen sie sich im Recht, so viel und so schnell wie möglich an sich zu reißen, bevor sie sterben. Diese Menschen mit Spatzenhirn werden selbst von trivialen Dingen irritiert; sie können bei der geringsten Provokation, sei sie real oder eingebildet, in Wut geraten. Weil der Zweck die Mittel heiligt, sind sie zu großer Grausamkeit fähig und verfolgen dank ihres Größenwahns Wünsche, die unmöglich zu erfüllen sind.

Siehe auch

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