Unersättlichkeit

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unersättlichkeit bedeutet zunächst, dass jemand sehr viel essen will. Man man z.B. von einem unersättlichen Vogel sprechen, von einem Nimmersatt. Unersättlichkeit wird aber vor allem im übertragenen Sinn gebraucht. Unersättlichkeit steht für Gier, für ein unstillbares Verlangen, für Unzufriedenheit. Wer denkt, dass er durch Erfüllen von Wünschen zu mehr Zufriedenheit und Freude bekommt, der irrt sich. Die Gier des Menschen ist unersättlich. Wünsche durch ihre Erfüllung befriedigen zu wollen ist wie Öl ins Feuer gießen.

Träume sind nicht nur Schäume - Unersättlichkeit

Je mehr Brennstoff man ins Feuer gibt, umso größer wird das Feuer, umso mehr kann es verbrennen. So ist es auch mit der menschlichen Verlangen. Es gibt den Aspekt von gesunder und ausgeglichener Sinnesbefriedigung (Kama) aber jeder kennt auch das Extrem von Unersättlichkeit. Es gilt in deinem Leben den goldenen Mittelweg zu finden.

Von der Unersättlichkeit des Pitta

750px-Brahmane Opferpriester Feuer Mann Yajna1.jpg

Feuer ist unersättlich

Ich spreche momentan über die verschiedenen Persönlichkeitsmerkmale und was sie mit dem Ayurveda System zu tun haben. So gibt es Vata, das Luft Element, Kapha, das gemütliche Erde-Wasser Element, und es gibt Pitta, das Feuer-Element. Das feurige Element ist unersättlich. Das ist wie das Feuer. Es gibt ja auch im Yoga das Feuer als Symbol der Unersättlichkeit. Man sagt manchmal, es zu versuchen, seine Wünsche zu erfüllen, ist wie Öl ins Feuer gießen.

Das Feuer wird nicht kleiner, wenn man Öl ins Feuer gibt. In diesem Sinne - Pitta ist unersättlich. Ein Pitta Typ wird nie ganz zufrieden sein. Angenommen ein Pitta Typ hat sich in den Kopf gesetzt, ein Yoga Zentrum zum Laufen zu bringen, angenommen das Zentrum hat dann zweihundert Schüler pro Woche, dann denkt er schon drüber nach, drei- oder vierhundert Schüler die Woche. Wenn die eine Schule ganz voll ist, dann überlegt er, wo kann man eine zweite aufmachen, dann eine Dritte und wie kann man danach weitermachen?

Mehr ist nie genug

Egal wie viel ein Pitta Typ erreicht hat, er will immer mehr erreichen. Angenommen du bist selbst ein Pitta Typ, dann sei dir bewusst, du wirst nie zufrieden sein – zumindest nicht mit äußerlich Erlangtem. Und daher denke auch nicht, dass du nur das oder jenes erreichen kannst und dann wirst du zur Ruhe kommen. Es ist geradezu ein Merkmal des Pitta Typs, unersättlich zu sein. Unersättlich jetzt nicht im Sinne von immer mehr essen, obgleich der Pitta Typ auch eine Neigung hat, zu viel zu essen. Der Pitta Typ wird nie zufrieden sein mit dem, was andere machen. Er will immer mehr von ihnen verlangen. Er wird nie zufrieden sein mit dem, was er selbst leistet. Er will immer mehr leisten. Er wird nie zufrieden sein mit dem, was erreicht ist. Er ist unersättlich. Er will immer mehr leisten und immer mehr erreichen, immer mehr Gutes bewirken. Und das ist auch gut.

Achte auf dich selbst

So wird sich der Pitta Typ nie ausruhen. Er wird voranschreiten. Der Pitta Typ ist der, der die Welt voranbringt. Aber der Pitta Typ muss auch aufpassen, dass er darüber nicht ins Burnout gerät. Ab und zu mal, gerade weil man weiß, ich bin unersättlich, sollte man sich eine Pause gönnen. Die Vorstellung, dass man nur noch dies und das erreichen muss und dann kann man sich endlich ausruhen – für einen Pitta Typ ist dies unsinnig. Man wird weitermachen wollen. Also kann man sich auch jetzt schon ausruhen. Und manchmal muss der Pitta Typ sich selbst sagen: "Stopp! – Jetzt einen Moment Ruhe. Jetzt reicht es auch". Oder wenn etwas erreicht ist, dann sagen: „Okay, zwei, drei Tage werde ich jetzt etwas ruhiger sein, gemütlicher sein. Vielleicht etwas aufräumen, vielleicht alles etwas beruhigen.“. Denn wenn der Pitta Typ das nicht macht, kann er in die Pitta Übersteuerung kommen.

Zu viel Pitta ist nicht gut

Pitta Übersteuerung kann dann in Frustration, Ärger, Unruhe münden. Pitta Übersteuerung kann in Reizbarkeit, Zorn, Wutausbrüchen münden. Pitta Übersteuerung kann aber auch in eine Vata Übersteuerung führen, weil man zu viel zu schnell will und weil man zu viele Ideen hat, wie man es erreichen will. Der Pitta Typ kann auch eine Vata Störung bekommen im Sinne von innerer Unruhe. Daher, der Pitta Typ mag unersättlich sein, nie zufrieden sein und das ist gut. Aber er braucht zwischendurch Ruhe. Und zwischendurch sollte er sich verankern in der Tiefe seines Selbst. Egal was passiert, in der Tiefe deines Selbst bist du Sein, Wissen und Glückseligkeit. Innerlich bleibt alles ruhig. Als Pitta Typ ist die Meditation so wichtig und eine Zufriedenheit aus der Tiefe deines Wesens zu ziehen. Und eine Zufriedenheit aus dem Bewusstsein der Einheit Gottes zu ziehen.

Das waren einige Gedanken zum Pitta Temperament insbesondere zur Unersättlichkeit des Pitta Temperamentes und wie du über Entspannung, Pausen, Meditation und Bewusstsein der Einheit durch die du zur Zufriedenheit kommen kannst – auch als Pitta Typ.

Aus folgendem Vortrag von Sukadev Bretz:

Umgang mit Unersättlichkeit Anderer

Vielleicht möchtest du, dass alle Menschen nach ihren Bedürfnissen und Wünschen leben und auch zufrieden damit sind. Bei nur wenigen Menschen funktioniert das wirklich und viele von uns erleben einen Kreislauf von: Wünschen, Gier, Anhaftung und einen körperlichen,emotionalen oder geistigen Hunger der nicht wirklich zu stillen ist. Es gibt Menschen, die erscheinen unersättlich. Wie gehst du damit um?

Viele Menschen versuchen einen Mangel, den sie jetzt erleben oder erlebt haben durch ein Ersatzbedürfnis zu kompensieren. Da ist es wichtig, sich selbst zu erforschen und erst mal herauszufinden, was der Ursprung dieses Mangels ist. Ein anderer Weg, der oft in den verschiedensten spirituellen Traditionen empfohlen wird, ist es nicht allen Wünschen oder Gier nachzugeben. Deswegen ist die Entwicklung von Diziplin, Durchhaltevermögen und die Stärkung von Willenskraft durchaus wichtig. Wir sagen zwar, letztendlich ist es die Gnade von Gott bzw. des Gurus der uns auf unseren Weg fortschreiten lässt aber unser eigenes Bemühen ist auch sehr wichtig.

Letztlich ist es das klügste, ignoriere diese Gier, nimm sie nicht so wichtig. Wenn du auf deinem Weg etwas Geduld und Gleichmut entwickelt hast, kannst du verstehen, das alle Wünsche und die daraus folgende Sinnesbefriedigung, vergänglich sind. Mahatma Gandhi hat einmal gesagt: "Die Welt hat genügend für die Bedürfnisse aller, aber die Welt hat nicht genügend für die Gier aller". Manche Menschen sind bescheiden aber andere wollen immer mehr. Bei denen, die unersättliche Bedürfnisse haben, ist es wichtig zu verhindern, das die anderen zuviel wegnehmen. Wir leben auf einem Planeten mit begrenzten Resourcen und unser aller Lebensstil sollte dem Rechnung tragen.

Unersättlichkeit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Unersättlichkeit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Unersättlichkeit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Unersättlichkeit sind zum Beispiel Gier, Ausschweifung, Exzess, Maßlosigkeit, Orgie, Rausch, Zügellosigkeit, Wollust, Manie, Lüsternheit, Sucht, Triebhaftigkeit, Hemmungslosigkeit, Unstillbarkeit, Sehnsucht, Lust, Übertreibung, Verlangen, Unmäßigkeit .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Unersättlichkeit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Unersättlichkeit sind zum Beispiel Sättigung, Zufriedenstellung, Erfüllung, Befriedigung, Stille, Ruhe, Frieden, Selbstverleugnung, Askese, Magersucht, Bulimie . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Unersättlichkeit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Unersättlichkeit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Unersättlichkeit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Unersättlichkeit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Unersättlichkeit sind zum Beispiel das Adjektiv unersättlich, das Verb sättigen, sowie das Substantiv Unersättlicher.

Wer Unersättlichkeit hat, der ist unersättlich beziehungsweise ein Unersättlicher.

Siehe auch

Selbsterfahrung, Yoga und Psychotherapie Yoga Vidya Seminare

Seminare zum Thema Selbsterfahrung, Yoga und Psychotherapie:

08.03.2019 - 10.03.2019 - Praktische Schritte zum inneren Frieden
Praktische Schritte und Anregungen zum inneren Frieden können sein: Mehr Energie im Alltag – Umgang mit Emotionen – Yoga und Meditation – keine Angst vor negativem Denken – Unverarbeitetes…
Shivakami Bretz,
08.03.2019 - 10.03.2019 - Mein Dharma - meine Lebensaufgabe
Im Dharma zu sein bedeutet, auf dem Weg der eigenen persönlichen Lebensaufgabe zu gehen. Du wirst die tiefere Bedeutung des Dharma-Konzeptes kennen lernen und auf dein Leben anwenden. Durch prakti…
Dirk Gießelmann,

Weitere Informationen zu Yoga und Meditation