Sehen

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Sehen ist die Bezeichnung für die visuelle Wahrnehmung von Objekten und Erscheinungen über das Zusammenwirken von Auge und Gehirn. Viele der wahrgenommenen Einzelheiten sind jedoch nicht ohne weiteres Training im Bewusstsein abrufbar.

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Übungen zur Entwicklung des Sehens – von Swami Sivananda

Swami Sivananda schreibt über die Entwicklung des Sehens:

Wenn du einen Menschen triffst, betrachte seine Gestalt sorgfältig von Kopf bis Fuß und merke dir seine besonderen Züge, die Art seiner Augen und Augenbrauen, seine Zähne, Arme etc. Betrachte seine Kleidung, sieh hin, ob er einen Bart trägt oder nicht, welchen Hut er aufhat, wie seine Stimme, sein Verhalten, sein Blick, sein Gang sind, ob er ein freundlicher oder brutaler Mensch zu sein scheint, ob er intelligent oder langweilig, freundlich oder unliebenswürdig ist etc.

Viele Menschen sind nicht in der Lage, die Gesichter ihrer Freunde, mit denen sie Jahr um Jahr zusammen sind, zu beschreiben. Der Sohn vermag nicht genau die Physiognomie oder Züge auf dem Gesicht seines Vaters anzugeben, obwohl er jahrelang in engstem Kontakt mit ihm lebt. Offensichtlich hat er sein Gedächtnis nicht entwickelt.

Man kann nicht ein gewandter Wissenschaftler werden, wenn man nicht ganz genau beobachtet. Der Wissenschaftler muß die verschiedenen Naturerscheinungen beachten und aus diesen seine eigenen Schlüsse und Folgerungen ziehen. Er muss Tatsachen und Gestalten im Gedächtnis behalten, um die »Gesetze der Natur« zu erforschen.

Wenn du in das Wohnzimmer deines Freundes trittst, beobachte genau, welche Gegenstände darin stehen. Schließe später die Augen und denke darüber nach. Schreibe sie in dein Notizbuch und prüfe, ob es stimmt. Es schadet nicht, wenn du Fehler machst. Du solltest auch fähig sein, deinen Freund an seiner Haltung, seinem Gang und der Bewegung seiner Hände aus einer großen Menge herauszufinden.

Es gab einen Blinden in Srinigar, der die Farben allein durch Betasten eines Gewandes erspürte. Seine Fähigkeit des Tastens war wunderbar entwickelt. Alles ist Sache der Übung. Nachts kannst du nicht richtig sehen. Die Sehkraft läßt nach, aber die Kraft des Hörens wird verstärkt. Die Natur kann kompensieren. Es gibt taube Menschen, die dennoch intelligent sind.

Wenn ein Organ verkümmert, entwickelt sich ein anderes um so stärker. Die Energie des nicht benutzten Organs wird von einem anderen aufgenommen und verstärkt sich schnell. Die Natur ist voller Erbarmen und Klugheit.

Wenn die Fähigkeit des Gedächtnisses nicht geschult ist, kann man sich nicht einmal an zwei Sachen zu gleicher Zeit erinnern. Man muss die Kraft des Hörens und die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit entwickeln, um ein besseres Gedächtnis zu bekommen. Manche hören, andere sehen besser. Hunde haben eine scharfe Nase, Kobras ein scharfes Gehör. Sie hören mit ihren Augen und haben keine gesonderten Ohren. Tiger haben eine scharfe Nase, mit der sie Blut auf weite Entfernung riechen können.

In jedem kleinsten Teil der göttlichen Schöpfung herrscht das Spiel der Intelligenz und man kann die verschiedenen Arten von Schwingungen in den Tönen wahrnehmen.

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