Moral

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Moral ist ein deutsches Wort mit vielfältiger Bedeutung. Moral ist zum einen eine Charaktereigenschaft, eine Tugend, der Wunsch, ethischen Normen zu entsprechen. Anstand und Moral bedeuten hier Ähnliches. Moral wird auch als gesellschaftlich bedingtes System geltender Normen und Regeln sittlichen Verhaltens verstanden.

Eine andere Definition ist: "Moral ist ein System von geschichtlich gewordenen und gesellschaftlich bedingten sittlichen Grundsätzen, Werte und Normen, von denen sich die Menschen in ihrem Verhalten zueinander leiten lassen". Moral ist die konkrete Fassung der Ethik in einem bestimmten sozialen Kontext.

Grundsätze der Ethik gelten kulturübergreifend. Moral selbst ist kulturabhängig. Denn der Ausdruck Moral kommt vom lateinischen Wort Mores, Gepflogenheit, Sitte. Auch eine Geschichte kann eine Moral haben, eine Lehre, einen Sinn.

Moral - eine Tugend. Was ist Moral ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Moral gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Moral ?

Was ist Moral?

Moral - das ist die Zusammenfassung von allen Regeln die für alle gelten, um ein menschliches Miteinander zu ermöglichen. Die Moral beschreibt, wie man handeln und sich verhalten soll. Gesellschaftliche Gruppen haben ihre eigenen Vorstellungen.

Moral, Ethik, Sittlichkeit sind ähnliche Prinzipien. Alle Religionen haben moralische Vorschriften bzw. Empfehlungen, die sich in ihren Grundlagen ähneln. Hans Küng hat daher den Ausdruck Weltethos geprägt für das was den meisten Religionen gemein ist. Der Ausdruck "Moral" wird heute seltener verwendet als früher. Häufiger verwendet man häufiger den Ausdruck Ethik, der mehr aus dem Philosophischen und weniger aus dem religiösen Kontext stammt.

Unter "Moral" einer Geschichte, einer Fabel, eines Märchens, einer Anekdote wird oft auch der Sinn, die ethische Lehre, das was man daraus lernen kann, verstanden.

Swami Sivananda über Moral

Ethik und Moral

Zum Yoga gehört eine tief gehende Moral. Der Yoga-Meister Swami Sivananda schreibt in mehreren seiner Bücher darüber. Im Buch "How to Cultivate Virtues" steht folgender Artikel:

Ethische Kultur wird zur ethischen Vollkommenheit führen. Ein moralischer Mensch ist stärker als ein intellektueller. Ethische Kultur bringt verschiedenartige besondere Kräfte und Fähigkeiten. Moral (Sittlichkeit ) und Spiritualität gehen Hand in Hand. Moral und Spiritualität sind gleichwertig. Ethische Kultur bereitet dich auf die Vedantische Erkenntnis des Sarvam Khalvidam Brahman vor: Wahrlich dies alles, alles wovon wir wissen, ist Brahman. Es gibt keine Verschiedenheit.

Viele spirituell Suchenden begehen die Fehler sich unverzüglich in Samadhi und Meditation zu stürzen, ohne sich auch um ethische Entwicklung zu kümmern. Die wesentlichen Elemente eines moralischen Lebens sind: Aufrichtigkeit, Rechtschaffenheit, Barmherzigkeit, Menschlichkeit, Respekt vor dem Leben, mitfühlende Achtung für jedes Lebewesen, Uneigennützigkeit, Wahrhaftigkeit, sexuelle Reinheit, Nicht-Verletzen, Nicht-Begehren, Uneitelkeit, keine Scheinheiligkeit, Kosmische Liebe.

Ein Mensch, der sich nach moralischen Grundregeln verhält, hat ideale Prinzipien und Mottos. Er folgt diesen strikt, baut seine Schwächen und Defizite ab, entwickelt gute Handlungsweisen und wird ein ethisch vollkommener Mensch. Rechtschaffenheit]] ist unvergänglich. Verlasse nie den Pfad der Rechtschaffenheit selbst wenn dein Leben in Gefahr ist. Ein rechtschaffenes, tugendhaftes Leben und ein reines Gewissen spenden dem Menschen großen Trost sowohl während seines Lebens als auch im Angesicht des Todes. Ein einwandfreier Charakter ist wie ein Diamant, nach dem du dich zu tragen sehnst. Tugenden führen dich zu Selbsterkenntnis.

Unsterblichkeit kann man durch stetige Nächstenliebe und dem Einhalten der ethischen Prinzipien erlangen. Karitative Handlungen, Mitgefühl und freundlicher Dienst reinigt und öffnet das Herz, es richtet den Herzlotus auf und bereitet den Suchenden auf das Empfangen des göttlichen Lichts vor. Das Praktizieren von Aufrichtigkeit, Entbehrungen, sexueller Reinheit und Selbstbeherrschung sind die Hilfsmittel, mit denen das Wissen des Ewigen erreicht wird.

Demut ist die höchst aller Tugenden. Gott hilft dir, wenn du demütig bist. Entwickle daher diese Tugend. Die Tugend kann wachsen und fortbestehen, wenn sie positiv und aktiv ausgeübt wird. Das Gesetz des Nicht-Verletzens ist exakt und präzise wie das Gesetz der Schwerkraft. Wenn du es schaffst vollkommene Gewaltlosigkeit in Gedanken, Rede und Handlung zu praktizieren, verwirklichst du Gott.

Der Pfad von Ahimsa ist schmal, aber wenn du Gewaltlosigkeit mit aufrichtiger Ernsthaftigkeit praktizierst, kannst du den Pfad sicher beschreiten, denn dir wird die Gnade Gottes auf jedem Schritt zuteil. Ein Heiliger mit Frömmigkeit ist großmächtigen Königen weit überlegen. Gott ist höchst zufrieden mit einem frommen Menschen.

Ein Mensch, der seine Versprechungen verwirklicht, ruft einen guten Eindruck in den Gedanken anderer hervor und verbindet sich mit dem Göttlichen. Pflege Anteilnahme, Liebe, Barmherzigkeit und Aufrichtigkeit und weitere göttliche Tugenden wie sie in der Bhagavad Gita beschreiben werden. Führe ein geregeltes Leben. Charakterfestigkeit ist das Rückgrat des spirituellen Prozesses, es bildet einen wesentlichen Bestandteil des spirituellen Sadhanas.

Religion und Spiritualität: Die Basis der Moral

Moral ist die Qualität, tugendhaft zu sein. Moral ist das in einer Handlung, was es zu Recht und Unrecht macht. Es ist das Praktizieren moralischen Pflichten ausgenommen der Religion. Moral ist die Lehre des Richtigen und Falschen im menschlichen Betragen. Es bedeutet tugendhaftes Leben. Manchmal, in engerem Sinne kann es auch sexuelle Reinheit (Sexualmoral), ja sogar Keuschheit, bedeuten.

Moral ist Ethik. Es ist die Lehre, die Handlungen als richtig oder falsch darlegt. Moral als solches existiert überall gleichermaßen, denn sie kommt von Gott. Moral ist praktische Religion. Wirkliche Religion ist prinzipiell Moral. Was du tun solltest, das sollst und musst du tun, auch wenn es Schmerz und Nachteil bedeutet.

Warum? Weil es das richtige ist. Du musst das richtig tun, ganz gleich, wie viel Schmerz es dir verursacht, und wie viel Nachteil es mit sich bringt. Alle erfolgreichen Handlungen fußen auf der Grundlage der Moral. Moral ohne Spiritualität hat keine Wurzel. Sie wird zu einer austauschbar, schwankend und beliebigen Gepflogenheit. Es gibt keine Zuvorkommenheit, kein Entgegenkommen, keine Höflichkeit, kein hervorragendes Betragen ohne fundierte Moral.

Es gibt kaum wahre und vor allem dauerhafte Moral, die nicht auf Religion gegründet ist. Moral ist die Grundlage der Spiritualität. Und Religion ist Grundlage für die Moral. Moral und Spiritualität sind untrennbar genau wie Hitze und Feuer, Kälte und Eis, Duft und Blume. Moral ohne Spiritualität ist wie ein Baum ohne Wurzeln, ein Haus, das auf Sand gebaut ist, ein Wasserlauf, der nicht von einer Quelle gespeist wird.

Diskussionen über Sittlichkeit sind die besten Mittel, den Charakter eines Menschen zu veredeln, ihn von seinen negativen Eigenschaften zu befreien, ihn aus seiner Unwissenheit herauszuholen. Moral kann ohne Spiritualität kaum bestehen. Wenn dem so wäre, würde es sich ändert, sobald du Schwierigkeiten siehst. Spiritualität muss Moral steuern.

Die Moral einer Handlung hängt von den Motiven ab, aus denen heraus du agierst. Habe zuerst rechtschaffende Prinzipien, dann wirst du im tugendhaften Handeln nicht scheitern. Gesellschaftliche Moral kann nicht unter Ausschluss des spirituellen Prinzips die Oberhand gewinnen. Ohne Spiritualität stirbt die Moral, Spiritualität ist die Hauptwurzel der Moral.

Setze die Moral an ihre eigentliche und richtige Basis, das heißt Gottesfurcht und dessen Liebe. Moral ohne Spiritualität verdorrt und stirbt genau wie ein Saatkorn, das man auf steinigen Grund aussäte Moral ist die Lehre moralischer Pflichten im Leben oder der Menschen in ihrer gesellschaftlichen Funktion.

Moral und Ethik sind relativ

Die moralischen Leitsätze sind nicht absolut in dem Sinne, dass es einen Seinszustand gibt, der die moralischen Beschränkungen übersteigt. Dennoch bedeutet es nicht, dass man die moralischen Gesetze vernachlässigen kann. Moral ist das Befolgen des angeborenen Gefühls der gültige Normen und Werte, bestimmt durch das Bewusstsein, das nicht an Selbstsucht und dessen zahlreiche Ausprägungen, oder Auswirkungen gebunden ist.

Moral ist das Gefühl der Seele, das Wahrheitsempfinden, das nicht durch Leidenschaften beherrscht wird, die die Allgemeingültigkeit des Guten außer Acht lassen, das frei ist von Leiden der Unvollkommenheit. Das Ziel des moralischen Gefühls ist es, den Weg zur Vervollkommnung zu zeigen.

Demzufolge kann Moral beurteilt werden, in wie weit sie das Bewusstsein zu unermesslicher Freude lenkt, die weder auf einen Einzelnen oder einigen Menschen noch auf Teile des Universums oder lediglich auf einem Aspekt der Existenz begrenzt ist. Je weiter der Bereich des selbstlosen Bewusstseins und die daraus resultierende Freude ist, umso größer ist die Moral, mit der solche Selbstlosigkeit praktiziert wird oder die Handlungen, durch die diese Selbstlosigkeit zum Ausdruck kommt.

Alle egoistischen Handlungen sind unmoralisch. Was versteht man unter egoistischer Handlung? Es ist eine Handlung, mit der man beabsichtigt, Befriedigung der Sinne zu erlangen und das eigene Ego zu befriedigen, ohne jegliche Absicht, Begierden und Eigeninteresse zu überwinden. Zusätzlich zu den positiven Genusssüchten, beinhaltet unmoralisches Handeln andere Tätigkeit wie Leiden verursachen, Unwahrheit und Diebstahl begehen sei es in Gedanken, Rede oder Tat.

Leidenschaft, Zorn, Gier, Stolz und Eifersucht sind unmoralische Eigenschaften. Selbst Güte kann das Verletzen der moralischen Regeln nicht rechtfertigen. Sittlichkeit ist "ein großer Schwur, der universell ist, der keinen Bedingungen unterliegt, der nicht beschränkt ist auf Staaten, Orte, Zeiten oder Umstände." (Yoga Sutra von Patanjali)

Aus: Swami Sivananda: "How to Cultivate Virtues", Divine Life Society

Moralische Gesetze und Weltfrieden von Swami Sivananda

Einleitung

Der große Meister und Lehrer Swami Sivananda (links) und Swami Venkatesananda (rechts) üben Lachjoga

Vom Beginn der Geschichte der Menschheit war die Notwendigkeit für die Einführung eines moralischen Gesetzes stark ersichtlich. An der Wurzel aller Religionen, der Zivilgesetze oder jeder Art von Idealismus steht das ausgeprägte Ziel von Frieden, Glück und Fortschritt des Individuums, sowie Harmonie, Wohlstand und Entwicklung der Gemeinschaft und Gesellschaft. Dies kann nur durch den Aufbau einer gesunden ethischen Basis gesichert werden.

Nie war die Welt frei von den Spannungen von Konflikt und Disharmonie: nie gab es bei den Menschen nicht den Wunsch nach Frieden und Freundschaft. Es gibt einen ewigen Kampf zwischen dem höheren Selbst und den niederen Trieben, die Interaktion zwischen dem materiellen und dem spirituellen hält den menschlichen Geist stets in einem Zustand der Gärung. Der Mensch kann nicht ohne materielle Bedürfnisse leben und er kann niemals Frieden oder Glück ohne spirituelle Integration und Erkenntnis erfahren.

Ausgeglichene Ansichten

Die Hauptnotwendigkeit im Leben ist daher die Kultivierung einer richtigen Perspektive, die von der Unerbittlichkeit der Umstände nicht verzerrt werden kann. Der Idealismus des Menschen sollte an seine praktischen Bedürfnisse angepasst werden — sowohl denen seines Körpers als auch denen seines Geistes.

Eine spirituelle Perspektive, die den materiellen Wohlstand der Gesellschaft vernachlässigt, kann ihre Werte nicht in einem wesentlichen Maße realisieren oder das Leben der Gemeinschaft prägen. Genauso kann bloße Beschäftigung mit materiellen Belangen, ohne jeglichen spirituellen Idealismus alles Gute des Lebens zerstören und Disharmonie und Krieg schüren.

Es gibt so viele internationale Konventionen, die unterschiedlichste Normen moralischer Gesetze regeln und aufrecht erhalten, denen viele Nationen der Welt Gehorsam schulden, zumindest aufgrund ihrer Signatur. Die Frage ist, inwieweit der Geist moralischer Gesetze in internationalen Beziehungen erfüllt werden kann.

Machtkämpfe

Die Welt ist in größere Machtblöcke unterteilt, von denen jeder versucht seinen Einfluss auszubauen, wo immer sich ein politisches Vakuum bietet, oder wo immer sich eine Möglichkeit bietet, ein solches Ziel zu erreichen, durch welche machbaren Mittel auch immer.

Auf niedrigerer Ebene findet man das selbe Prinzip in den Versuchen des Stärkeren, den Schwächeren einzuschüchtern—entweder Nationen, Gemeinschaften oder Individuen. Jede internationale moralische Norm selbst kann, außer durch den Vorteil eine Gesetzesvorschrift zu haben, daher von keinem großen Nutzen sein, es sei denn, das spirituelle Bewusstsein der Menschheit erwacht—als erstes auf der Ebene des Individuums.

Die Individuen bilden die Gesellschaft und die Nation. Der Mensch muss den Geist moralischer Gesetze zunächst in seinem Herzen haben, denn ohne dieses innere Licht wird all seine Anstrengung letztendlich fruchtlos sein.

Mangel an Aufrichtigkeit

In keinem größeren Schriftstück der Welt mangelt es an moralischen Normen. Praktisch in jedem Grundgesetz jeder Nation ist moralischer Idealismus der vorherrschende Ton. Doch das Unglück der menschlichen Rasse ist, dass sie die eine Sache erklärt und die andere tut.

Religiöse Lehren gedeihen auf ethischer Basis; politische Überzeugungen ziehen Inspiration aus ethischem Idealismus und Gerechtigkeit für den Durchschnittsmenschen; soziale Prinzipien über moralische Normen florieren, um Harmonie in der Gesellschaft sicherzustellen. Wären diese auch nur in kleinem Maße effektiv, wäre das Leben wirklich gesegnet und die Welt ein Paradies.

Daher sollte der Mensch zunächst danach streben, sich selbst zu regenerieren und die Grundschritte der Religion zu praktizieren. Niemand kann religiös sein, ohne sich im praktischen Leben ethisch oder moralisch auszurichten.

Es gibt kein Christentum ohne die Bergpredigt; es gibt keinen Buddhismus ohne den edlen achtgliedrigen Pfad; es gibt keinen Hinduismus ohne Yama-Niyama oder Sadhana-Chatushtaya. Kümmert euch um die Basis; der Oberbau kommt dann von selbst. Kümmere dich darum, wer du heute bist; das Morgen kümmert sich um sich selbst.

Moral als hilfreiche Tugend

Auszug aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya, Yogalehrer, Meditationslehrer, spiritueller Lehrer, Seminar- und Ausbildungsleiter, Autor mehrerer Bücher. Sukadev Volker Bretz lernte 12 Jahre bei Swami Vishnu-devananda.

Moral ist ein Ausdruck, der in der heutigen Zeit etwas seltener verwendet wird, heute spricht man meistens von Ethik, dafür ist Ethik umso wichtiger. Moral, der Ausdruck, wird in mehreren Kontexten verwendet. zum Beispiel, in der Literatur sagt man, "die Moral von der Geschichte", das heißt, was ist die Lehre in dieser Geschichte.

Aber man sagt auch, dass Moral im Leben wichtig ist, auch Moralhaftigkeit. Moral kommt ursprünglich vom lateinischen Ausdruck "mores" und mores sind die Sitten. Und jemand, der Moral hat, der beachtet die Sitten seiner Zeit. In diesem Sinne gibt es verschiedene Moral, es gibt eine Sexualmoral und es gibt Ärztemoral und vieles andere.

Oder auch, man fragt: "Wie ist die Moral der Menschen?" Das heißt, wie ist die Stimmung? So hat Moral viele verschiedene Bedeutungskontexte. Auf die einzelnen will ich etwas eingehen. Also zunächst mal, Moral als Moral von der Geschichte. Man kann so viel lernen, wenn man mit anderen Menschen zusammen ist und etwas hört. Und es ist durchaus die gute Fähigkeit des Menschen, dass man nicht nur lernt von dem, was man selbst tut und den Fehlern, die man hat und eigene Erfahrungen, man kann auch lernen von den Eigenschaften anderer.

In diesem Sinne kann man sich fragen: "Was ist die Moral von der Geschichte?" Du kannst, auch wenn du etwas erlebt hast fragen: "Was ist für mich die Moral davon? Was habe ich davon gelernt? Was habe ich davon gelernt, was ich künftig umsetzen kann?"

Oder wenn jemand anderes dir seine Geschichte erzählt, kannst du auch überlegen: "Was ist die Moral für mich? Was davon kann ich umsetzen?" Oder wenn du einen Roman liest oder einen Film siehst, kannst du auch fragen: "Was ist für mich die Moral?" Also lernen, - Moral, - ein Aspekt von Moral ist, wie bist du bereit, zu lernen, was lernst du.

Und der Mensch ist in der Entwicklung begriffen. Und das ist etwas, was besonders wichtig ist, gerade für Menschen auf dem spirituellen Weg. Und ich bin ja Yogalehrer, Meditationslehrer, spiritueller Lehrer, ich begleite auch Menschen auf ihrem spirituellen Weg und dazu gehört auch, lernen zu wollen, wachsen zu können.

Und dort sollte man sich immer fragen: "Was ist die Moral dieser Geschichte für mich?" Zweiter Aspekt von Moral ist eben auch die Ethik in seinem eigenen Leben. Die Moral des Yoga wird zusammengefasst in fünf Empfehlungen, die so genannten fünf Yamas: AhimsaNicht-Verletzen, sich so zu verhalten, dass man andere nicht verletzt, oder sich so zu verhalten, dass man aus Mitgefühl handelt.

Zweitens, SatyamWahrhaftigkeit, also nicht lügen, offen und ehrlich zu sein. Drittens, Asteya – nicht stehlen, nicht betrügen, mit ehrlichen Mitteln seinen Lebensunterhalt verdienen. Viertens, Brahmacharya – Vermeiden von sexuellem Fehlverhalten, wobei das in starkem Wandel ist. Was ist heutzutage sexuelles Fehlverhalten?

In Brahmacharya wird sicherlich Ahimsa ein wichtiger Aspekt sein. Und auch bis heute würde man glücklicherweise sagen, dass Vergewaltigung, Kindesmissbrauch ein absolutes No-Go ist und Brahmacharya heißt mindestens das, es heißt aber auch, in Beziehungen eine Treue und es kann auch einiges anderes heißen.

Und als fünfter Aspekt der Moral ist dann Aparigraha, die Unbestechlichkeit. So gibt es die politische Moral, - also auch in der Politik muss maneine bestimmte Moral haben, dazu gehört sicherlich Unbestechlichkeit, Ehrlichkeit usw. Dann gibt es Sexualmoral, das wäre Brahmacharya. So gibt es also spezielle Arten von Moral, an die man sich halten kann.

Und schließlich die letzte Bedeutung des Wortes "Moral" ist irgendwo die Motivation und die Energie und die Freude, die man hat. Zum Beispiel fragt man: "Wie ist die Moral der Truppe?" Das heißt, wie ist die Einstellung der Truppe, insbesondere beim Militär ist das etwas. Aber man kann auch fragen: "Wie ist die Moral im Team? Wie ist die Moral in der Firma? Wie ist die Moral im Ashram? Usw." Diese Fragen kann man sich stellen.

Und wie ist dort auch deine Moral, im Sinne von deinem Engagement? Und auch dort ist man nicht abhängig von äußeren Dingen. Wenn man feststellt: "Mir geht es nicht gut." Dann fragt man: "Warum?" "Ja, die Moral in meinem ganzen Team ist nicht so gut." Dann kannst du auch überlegen: "Was könnte man machen, um die Moral zu verbessern?"

Nicht nur, wenn du der Teamleiter bist, der Vorgesetzte, selbst als Kollege, kannst du auch mal fragen: "Was können wir machen, damit unsere Moral sich wieder verbessert, dass unsere Arbeitseinstellung, unsere Freude, unsere Energie, unsere Zusammenarbeit sich verbessert?"

Du brauchst dich dort nicht als Opfer zu verhalten, du kannst schauen, was kannst du tun. Trotzdem, manchmal kann es auch helfen, einfach zu sagen: "Ok, ich kann jetzt nichts ändern und die Moral meines Teams hat auch einen Einfluss auf mich, das wird jetzt erstmal so sein. Und in der Tiefe meines Wesens bin ich der göttliche Kern, in der Tiefe meines Wesens ist Licht und Kraft.

In meinem momentanen Empfinden bin ich irgendwo beeinflusst von der Moral, von denen, mit denen ich zusammen bin. Aber ich weiß, tief im Inneren ist Freude und Kraft und diese Freude und Kraft, die werde ich bald wieder leben." Das waren ein paar Aspekte, ein paar Gedanken zum Thema "Moral" in ihren drei verschiedenen Bedeutungen. Moral als Ausdruck der Ethik, Moral als Wunsch, aus Erfahrungen und dem, was man erfahren hat und dem, was man liest, hört und sieht, seine Moral zu ziehen. Und als drittes eine gewisse auch Selbstverantwortung für seine eigene Moral, das heißt Stimmung, Motiviertheit, Energie, Freude und Liebe.

Moral und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Moral in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Moral

Ähnliche Eigenschaften wie Moral, also Synonyme zu Moral sind z.B. Verantwortungsgefühl, Ethik, Sittlichkeit, Zucht, Selbstbeherrschung, Verantwortung.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Moral übertrieben kann ausarten z.B. in Rücksichtslosigkeit, Verurteilung, Verklemmtheit. Daher braucht Moral als Gegenpol die Kultivierung von Liebe, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Flexibilität.

Gegenteil von Moral

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Moral, Antonym zu Moral :

Moral im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Moral

Moral kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Moral in dir stärker werden lassen. Was heißt das, Moral in einem stark werden zu lassen? Man kann sagen, die Entwicklung von Moral bedeutet moralisches Denken, moralisches Fühlen, moralisches Handeln.

Moral zu kultivieren, bedeutet, ein ethisches Leben zu führen.

Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Moral zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich ein besonders moralisches Leben, ein tugendhaftes Leben, führen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein moralischerer Mensch zu sein.
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Moralhaftigkeit ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Heute lebe ich ein moralisches Leben". Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten.
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation:
  • Ich bin ein Mensch, der hohe ethische Ideale hat und lebt.

Affirmationen zum Thema Moral

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Affirmationen für mehr Moral .

  • Ich führe ein tugendhaftes Leben.
  • Ich entwickle Moralhaftigkeit.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr die Fähigkeit, mein Leben auf Ethik und Moral auszurichten.

Gebet für Moral

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Moral:

  • Lieber Gott, bitte gib mir die Fähigkeit das Richtige zu tun.

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um ein moralischeres Leben zu führen?
  • Angenommen, ich würde ein moralisches Leben führen wollen, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich wäre ein tugendhafter, ein ethischer, ein moralischer Mensch, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als moralischer Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

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Vortragsmitschnitt zu Moral - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Moral, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Moral

Eigenschaften im Alphabet nach Moral

Literatur

Weblinks

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