Mildtätigkeit

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Mildtätigkeit bedeutet Wohltätigkeit, Barmherzigkeit, tätige Nächstenliebe. Mildtätigkeit heißt, aus Milde, aus Freundlichkeit heraus tätig zu werden. Mildtätigkeit ist zum einen eine Handlung, nämlich Spenden geben, sich um Alte und Kranke zu kümmern, Leidenden Trost zu schenken. Yoga und Mildtätigkeit, eine wundervolle Symbiose.

Mildtätigkeit ist auch eine Charaktereigenschaft, eine Tugend, die aus der Liebe, dem Mitgefühl heraus kommt. Durch Mildtätigkeit weitet man sein Herz, empfindet Verbindung mit anderen, löst sich vom Egoismus, erfährt Freude. In allen spirituellen Traditionen wird Mildtätigkeit empfohlen, um spirituell zu wachsen.

Mildtätigkeit - eine Tugend. Was ist Mildtätigkeit ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Mildtätigkeit gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Mildtätigkeit ?

Mildtätigkeit als hilfreiche Tugend

Auszug aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya, Yogalehrer, Meditationslehrer, spiritueller Lehrer, Seminar- und Ausbildungsleiter, Autor mehrerer Bücher. Er lernte 12 Jahre bei Swami Vishnu-devananda.

Was heißt Mildtätigkeit

Mildtätigkeit ist jetzt eigentlich keine Eigenschaft im Charakter, sondern es ist eine praktische Gewohnheit, eine gute Gewohnheit. Mildtätigkeit heißt, man gibt etwas anderen. Mildtätigkeit heißt, man gibt einen Teil seines Einkommens ab, um für andere etwas zu geben. In früheren Zeiten war Mildtätigkeit vielleicht noch wichtiger als heute, da gab es nicht diese staatliche Fürsorge.

So findet man überall, in allen Religionen, dass Mildtätigkeit ein wichtiger Aspekt der spirituellen Praxis ist. "Gib den Armen, gib den Kranken, gib den Mittellosen", das findet man in allen Religionen als wichtige Empfehlung, sogar mehr als das, als Gebot. Jesus hat es sogar soweit gesagt: "Was du getan hast dem Geringsten deiner Brüder und Schwestern, das hast du mir getan."

So wird eben gesagt, wenn du anderen dienst, die wenig haben, insbesondere denen, die in Not sind, dann machst du dadurch Gottesdienst. Auch Swami Sivananda hat gerne gesagt: "Dein Tempel seien die Kranken, die Armen und die Schwachen. Deine Gottesrituale seien, sie zu kleiden, ihnen was zu essen zu geben, sie zu lehren, ihnen zu helfen, ein offenes Ohr zu haben." All das ist Mildtätigkeit.

Milde in der heutigen Zeit

In unserer heutigen Zeit ist vieles, was Mildtätigkeit ist, zur Aufgabe des Sozialstaates geworden. Das hat Vorteile, das hat Nachteile. Der Vorteil ist natürlich für die Menschen in Not. Sie müssen nicht bitten, sie müssen nicht betteln, sie haben sogar Ansprüche.

Natürlich, wenn man Ansprüche hat, dann fördert es die Anspruchshaltung und das kann natürlich auch missbraucht werden, aber das Bettelwesen, das früher auch in Deutschland verbreitet war und dass es in anderen Ländern noch heute gibt, das wird auch sehr häufig missbraucht. So können wir durchaus dankbar sein für die Errungenschaften des Sozialstaates.

Für die Menschen, die betroffen sind, ist das eine erhebliche Verbesserung. Aber für die Menschen, die Geld haben, ist das manchmal eine Ausrede, dass sie eben sagen: "Von meinem Einkommen gehen sowieso fünfundvierzig Prozent Steuern ab und wenn man alles zusammenrechnet, geht sogar noch mehr von meinem Einkommen an Steuern ab. Das ist ja Mildtätigkeit, es ist zwar staatlich verordnete Mildtätigkeit, aber mehr brauche ich nicht."

Mildtätigkeit auf spiritueller Ebene

Dann grenzen Menschen sich ab und versuchen natürlich, Steuern zu sparen usw. und dann geht das Herz zu. Vom Spirituellen her gilt es, und ist wichtig, Mildtätigkeit zu üben, damit das Herz aufgeht. Wenn du jemanden siehst, der in Not ist, dann gib ihm etwas.

Wenn du jemanden siehst, der für Amnesty International, oder für Tierrechte oder für "Brot für die Welt" usw. sammelt, ist es immer gut, etwas zu geben. Wenn du etwas gibst als Mildtätigkeit, dann öffnet das dein Herz, es verbindet dich. Wann immer du irgendwo einen besonderen Gewinn machst, etwas Besonderes bekommst, vielleicht eine Erbschaft, oder eine Prämie vom Arbeitgeber, eine Gehaltserhöhung, das ist etwas Gutes, immer etwas davon als Mildtätigkeit zu geben.

Das öffnet dein Herz, das verbindet dich und du bringst auch materielle Gewinne in einen höheren Sinn und in eine höhere Aufgabe. Mildtätigkeit im engeren Sinne heißt, Geld zu geben und etwas Materielles zu geben. Mildtätigkeit in einem weiteren Sinn ist jede Art von uneigennützigem Dienen.

Was könntest Du selbst tun

Überlege selbst, hast du Mildtätigkeit, gibst du einen Teil deines Einkommens den Armen? Gibst du einen Teil deines Einkommens denen, die in Not sind, karitativen Gemeinschaften? Bist du vielleicht selbst in einer karitativen Initiative aktiv?

Oder wäre es vielleicht etwas, was du ausbauen könntest? Vielleicht gibst du auch umsonst Yogakurse, vielleicht auch Obdachlosen-Yogakurse, vielleicht unterrichtest du in Brennpunkten Kindern Yoga, oder vielleicht wäre das eine Möglichkeit, das zu tun.

Mildtätigkeit, das ist eine wichtige Eigenschaft, die auf dem spirituellen Weg sehr hilfreich ist, sein Herz zu öffnen und Gott zu erfahren. So wie Jesus gesagt hat: "Was du dem Geringsten getan hast unter deinen Brüdern und Schwestern, das hast du mir und damit Gott getan."

Mildtätigkeit und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistige Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Mildtätigkeit in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Mildtätigkeit

Ähnliche Eigenschaften wie Mildtätigkeit, also Synonyme zu Mildtätigkeit sind z.B. Altruismus, Wohltätigkeit, Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Philantrophie.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Mildtätigkeit übertrieben kann ausarten z.B. in Heuchelei, Scheinheiligkeit, Oberflächlichkeit, Unzuverlässigkeit, Willkür. Daher braucht Mildtätigkeit als Gegenpol die Kultivierung von Gerechtigkeitssinn, Striktheit, Klarheit, Verlässlichkeit.

Gegenteil von Mildtätigkeit

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für das Gegenteil von Mildtätigkeit, Antonym zu Mildtätigkeit :

Mildtätigkeit im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Mildtätigkeit

Mildtätigkeit kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Mildtätigkeit in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Mildtätigkeit zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Mildtätigkeit kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein mildtätigerer Mensch zu sein.
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Mildtätigkeit ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Mildtätigkeit ". Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten.
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation:
  • Ich bin mildtätig.

Affirmationen zum Thema Mildtätigkeit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Affirmationen für mehr Mildtätigkeit . Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr darüber.

Klassische Autosuggestion für Mildtätigkeit

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin mildtätig.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin mildtätig. Om Om Om.
  • Ich bin ein Mildtätiger, eine Mildtätige.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Mildtätigkeit

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin mildtätig " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Mildtätigkeit.
  • Ich werde mildtätig.
  • Jeden Tag werde ich mildtätiger.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Mildtätigkeit.

Dankesaffirmation für Mildtätigkeit

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag mildtätiger werde.

Wunderaffirmationen Mildtätigkeit

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren, die Sukadev Volker Bretz als Wunderaffirmationen bezeichnet:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr mildtätig. Das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Mildtätigkeit entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr mildtätig zu sein.
  • Ich bin jemand, der mildtätig ist.

Gebet für Mildtätigkeit

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Mildtätigkeit:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Mildtätigkeit.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein mildtätiger Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Mildtätigkeit mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Mildtätigkeit zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Mildtätigkeit zu entwickeln?
  • Wie könnte ich mildtätig werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Mildtätigkeit.
  • Angenommen, ich will mildtätig sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre mildtätig, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Mildtätigkeit kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als mildtätiger Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Mildtätigkeit

Nach einem Artikel von Swami Sivananda im Buch Inspiration und Weisheit. Aus dem Kapitel Nächstenliebe

Was ist Mildtätigkeit

Jede gute Tat ist Mildtätigkeit. Einem Durstigen Wasser zu geben ist Mildtätigkeit. Einen Verzweifelten zu sehen und ihm ein gutes Wort zu sprechen, das er sich aufrichtet ist Mildtätigkeit. Andere Bezeichnungen für Mildtätigkeit sind Barmherzigkeit, Wohltätigkeit, tätige Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft.

Einen Kranken zum Arzt zu führen oder ihm gute naturheilkundliche Tipps zu geben ist Mildtätigkeit. Wenn du auf der Straße Müll siehst und diesen weg räumst, ist das Mildtätigkeit.

Wohltätig zu sein, heißt freundlich und liebevoll zu sein. Auch wenn dich jemand vergessen hat, gekränkt hat, dir geschadet hat, dann ihm zu vergeben, auch das ist eine Form der Mildtätigkeit.

Wenn du jemanden siehst, der an Not leidet, dann spreche ihm ein freundschaftliches Wort und werde so wohltätig.

Natürlich, Mildtätigkeit heißt auch Spenden zu geben, Mitglied in einem karikativen Verein zu werden, dich zu engagieren und gutes zu tun. Es ist wichtig das Menschen auch Geld geben an wohltätige Institutionen.

Aber auch positive Gedanken sind subtile Mildtätigkeit. Gebet für Andere ist auch eine subtile Form von Mildtätigkeit.

Arten der Mildtätigkeit

Mildtätigkeit, eine wichtige, grossartige Tugend

Es gibt viele Formen wie du Gutes bewirken kannst. Die vielleicht beste Form der Mildtätigkeit ist Vidya Dana, das Geschenk von Weisheit.

Wenn du jemandem zu Essen gibst, will er wieder essen, wenn er hungrig ist. Wenn du aber dem Menschen lehrst, wie er seinen Lebensunterhalt verdienen kann, dann wird er dauerhaft den Hunger überwinden, aber nicht unbedingt glücklich sein.

Wenn du dem Menschen spirituelle Weisheit gibst, dann beseitigst du die Unwissenheit, den Grund warum ein Körper angenommen wurde und du zerstörst alle Arten von Leiden auf Dauer.

Vidya Dana in seinen zwei Aspekten beinhaltet einmal Bildung, Ausbildung, wie auch spirituelle Weisheit, das die beste Form der Nächstenliebe.

Die zweitbeste Form der Nächstenliebe ist für medizinische Versorgung zu sorgen. Sorge dafür das Kranke medizinische Versorgung bekommen können. Wenn du etwas weißt, dann teile es mit Anderen. Wenn du Naturmedizin hast, dann hilf den Menschen, die es brauchen können. Wenn jemand ernsthaft krank ist, dann bringe ihn zu einem Arzt.

Die drittbeste Form der Nächstenliebe ist Anadana, das Speisen Hungriger. Auch wenn diese Form heute im Westen nicht mehr so notwendig ist, es gibt immer noch hunderte von Millionen Menschen, die nichts zu essen haben.

Spende für Institutionen wie Brot für die Welt und andere, die den Hunger der Welt beseitigen wollen. Entwickle unterschiedslose Nächstenliebe. Spüre das Alle eine Manifestation des Göttlichen sind. Eine weitere wichtige Form der Mildtätigkeit ist Menschen Trost zu schenken, ein Ohr zu schenken, ihnen zuzuhören, freundliche Worte zu sprechen, sie auf zu richten.

Mildtätigkeit auch zu Hause

Mildtätigkeit beginnt im eigenen Heim. Kümmere dich um deine Kinder, deine Eltern, deinen Partner. Kümmere dich auch um die Nachbarn und um die, mit denen du täglich zu tun hast.

Horte kein Geld und keinen Wohlstand über deine Bedürfnisse hinaus. Letztlich gehört dir nichts. Gott gehört alles. Erkenne das du nur Verwalter des Eigentums Gottes bist. Gib Spenden von dem, was du zusätzlich hast.

Teile das, was du hast mit Anderen. Sei dir bewusst, was dir scheinbar gehört, gehört in Wahrheit Gott. So lebst du glücklich. So erlangst du Moksha, ewigen Frieden.

Sei dir bewusst, wenn du gibst, wirst du nicht ärmer. Das Wasser des Ganga, des heiligen Flusses wird nicht weniger, wenn die Menschen davon trinken.

Dein Reichtum wird nicht weniger werden, wenn du Mildtätigkeit übst. Schiebe Mildtätigkeit nicht bis zum Tod auf. Übe jeden Tag.

Tätige Nächstenliebe

Letztlich bringt dich Beten und spirituelle Praxis auf halbem Weg zu Gott. Fasten und Selbstbeherrschung bringt dich bis zum Tor des höchsten Wohnsitzes Gottes. Und Mildtätigkeit und uneigennützige Nächstenliebe verschaffen dir Einlass zu Gott.

Was bedeutet tätige Nächstenliebe, Mildtätigkeit? Mildtätigkeit ist letztlich tätige Nächstenliebe. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe deinen Nächsten als dein Selbst. Aber diese Liebe muss sich ausdrücken. Es ist wichtig, das du Andere liebst, aber es reicht nicht aus. Wichtig ist auch, das du diese Liebe ausdrücken lässt. Tue Gutes für Andere. Das entwickelt die Liebe. Liebe Andere und tue ihnen Gutes. So wächst du auf dem spirituellen Weg.

Tätige Nächstenliebe ist Mildtätigkeit und damit die Bereitschaft gut von Anderen zu denken und ihnen Gutes zu tun. Mildtätigkeit und Nächstenliebe sind letztlich universelle Liebe.

Großzügigkeit gegenüber Allen, insbesondere Benachteiligten ist Wohlwollen und ist Nächstenliebe und ist letztlich Mildtätigkeit.

Stille Gaben sind erhaben. Manche Menschen üben Mildtätigkeit um ihren Namen in Zeitungen veröffentlicht zu sehen, um Ruhm und Anerkennung zu bekommen. Auch das mag gut sein. Aber spirituell bringt es dir wenig. Preise deine Mildtätigkeit und dein soziales Engagement nicht an. Vermeide Stolz und Arroganz, wenn Andere dich preisen, weil du Mildtätigkeit geübt hast.

Spirituelle Mildtätigkeit ist spontan und geschieht aus Liebe ohne dir etwas einzubilden. Anfänger mögen sagen, ich habe ein gutes Werk vollbracht. Ich hoffe, das Andere es sehen und mich preisen. Ich hoffe das Menschen wissen, wie gut ich bin. Aber letztlich, vom spirituellen Standpunkt aus ist Prozerei und Angeberei bedauerlich und kontraproduktiv.

Am besten ist es, Mildtätigkeit im Stillen zu üben. Das nicht bekannt zu machen, sich nicht zu brüsten.

Was die rechte Hand tut, braucht die Linke nicht zu wissen. Ja, manchmal ist es gut Mildtätigkeit offen zu üben und Andere dazu zu inspirieren, es auch zu machen.

Manchmal ist es gut sich zu engagieren und Andere davon wissen zu lassen. Aber nicht deshalb um gelobt und gepriesen zu werden, sondern um Andere dazu zu inspirieren.

Analysiere deine Motive. Mach deine Motive uneigennützig und diene ohne etwas bekommen zu wollen.

Möglichkeiten der Mildtätigkeit

Teile alles, was du hast mit Anderen. Durch Teilen wirst du freudevoll und erfährst tiefen Frieden. Indem du das, was du hast mit Anderen teilst, spürst du kosmische Liebe. Deine Habsucht und Selbstsucht werden verschwinden. Indem du Mildtätigkeit übst, reinigst du dein Herz und du erfährst Einheit.

Wenn du Geld hast, übe Mildtätigkeit mit Geld. Wenn du Weisheit hast, teile deine Weisheit mit Anderen. Wenn du weißt, wie Yoga geht, dann gib Yogastunden.

Wenn du in der Lage bist, Menschen zuzuhören, dann höre ihnen zu. Wenn du in der Lage bist, Menschen mit guten Worten aufzurichten, dann gib gute Worte. Teile alles, was du hast mit Anderen. Das ist das große Ritual, große Gottesverehrung, große Gottesliebe.

Wenn du Anderen Gutes tust, wenn du großzügig bist, dann wirst du selbst Einheit erfahren. Du wirst zur Advaita Verwirklichung kommen, zur Erfahrung der vollen Einheit.

Tue jeden Tag etwas Gutes. Versäume keine Gelegenheit zur Mildtätigkeit. Schaue danach wo Du kannst, Gutes zu tun. Letztlich gibt es nichts, was großartiger ist als sattwige Mildtätigkeit spontaner Art, die aus dem Herzen heraus kommt.

Wenn du Spenden gibst, dann mache das mit Liebe, gib reichlich, gib deine Spenden mit Sympathie, Empathie und guten Wünschen.

Wenn du einem Gast eine Speise anbietest, dann mache es mit Liebe. Wenn du jemandem Geschenke gibst, dann gib diese Geschenke mit Freundlichkeit.

Beginne jetzt mit Mildtätigeit

Mildtätigkeit reinigt dich. Eventuell hast du früher Verfehlungen gemacht. Vielleicht hast du Menschen gekränkt, vielleicht hast du dich schuldig gemacht. Durch Mildtätigkeit kannst du diese Verfehlungen auslöschen.

Jesus lehrte, das tätige Nächstenliebe Sünden verwandelt. Tätige Nächstenliebe dient der Läuterung des Herzens. Wenn du aus Geiz Menschen ins Leid geführt hast, dann werde jetzt großzügig. Wenn du Menschen aus Egoismus heraus verletzt hast, dann mache es gut, indem du jetzt Mildtätigkeit übst.

Transformiere dich durch Mildtätigkeit. Wenn du gibst, spürst du, das der ganze Reichtum der Welt dir gehört. Geld und materielle Mittel werden dir zufließen, wenn du sie frei verschenkst. Das Geheimnis des Überflusses und des spirituellen Lebens, ist zu geben. Gib, gib, gib.

Sieh Gott überall. Teile was du hast mit Anderen. Gib einen großen Teil von dem was du hast für Andere. Überwinde jede Form von Geiz und Gier. Durch diese Art von Mildtätigkeit wird dein Herz sich öffnen. So wird deine Sicht des Lebens weit werden. Kultiviere diesen weiten Blickwinkel. Spüre wie dein Herz sich öffnet. So kannst du die Hilfe fühlen, die Gott dir gibt, wenn du dienen willst.

Oh Mensch, gib reichlich, gib mit Liebe, gib mit Freude. So wirst du alles haben, was du brauchst. Du wirst auch nach dem Tod in höhere Ebenen gehen und du wirst schließlich dein Herz gereinigt haben, Moksha, Befreiung erfahren.

Soweit meine kreative Lesung des Kapitels „Nächstenliebe“ aus dem Buch Inspiration und Weisheit von Swami Sivananda.

Übe Mildtätigkeit und diene Anderen.

Vortragsmitschnitt zu Mildtätigkeit - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Mildtätigkeit, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Mildtätigkeit

Eigenschaften im Alphabet nach Mildtätigkeit

Literatur

Weblinks

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