Wahnvorstellung

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Wahnvorstellung - Überlegungen und Tipps als praktische Lebenshilfe. Wahnvorstellung ist eine Vorstellung, die es alleine in der Vorstellung eines Menschen gibt. Wahnvorstellung kann verwendet werden in der Psychiatrie: Wer unter Wahnvorstellungen leidet, der kann eine behandlungsbedürftige Psychose haben. Wichtig ist dabei, dass derjenige, der unter der Wahnvorstellung leidet, nicht weiß, dass es eine Wahnvorstellung ist. Das unterscheidet eine alltägliche Wahnvorstellung vor der krankhaften, behandlungsbedürftigen Wahnvorstellung.

Meditation hilft bei Wahnvorstellung

Jeder Mensch hat Wahnvorstellungen. Vedanta, die Philosophie hinter Yoga, sagt ja, dass die Wahrnehmung der ganzen Welt in Bildern und Formen, die Konstruktion der Welt mit Wörtern, Zeit, Raum etc. eine kollektive Wahnvorstellung ist. Wenn ein einzelner eine Wahnvorstellung hat, die vom kollektiven Wahn unterschieden ist und diese für wirklich hält, dann ist er entweder ein Geisteskranker - oder ein Genie, ein Visionär. Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn ist fließend. Manch ein Genie wurde viele Jahre für seine Wahnvorstellungen verspottet oder nicht für voll genommen - bis diese Wahnvorstellungen die Welt verändert haben. Aber es gilt auch: Gar nicht mal wenige Genies sind später auch wahnsinnig geworden.

Wahnvorstellung und spirituelle Erfahrungen

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Unterscheidung spiritueller Erfahrungen und Wahnvorstellungen

Wann ist eine Erfahrung, die außergewöhnlich ist, über das Normale hinausgeht, Wahnvorstellung und wann ist es spirituelle Erfahrung? Das ist nicht so einfach zu entscheiden. Es muss auch nicht notwendigerweise vollständig unterschieden werden. Im Yoga insbesondere im Yoga - Vedanta sagen wir ja sowieso: Die Wahrnehmung der Welt als etwas von uns getrenntes, ist eine Wahnvorstellung an sich. Es gibt keine von uns getrennt Welt. Es gibt auch nicht diese Unterschiede - schon vom Physikalischen her.

Die ganze Welt entsteht im Geist

  • Es gibt keine Farben. Farbe, das ist etwas, was im Hirn entsteht. Es gibt unterschiedliche Schwingungen.
  • Es gibt auch keine Klänge. Klänge sind einfach irgendwelche Schwingungen in der Luft, die treffen an das Ohr, das Ohr wandelt es in Sinnesimpulse um, und es kommt als elektrischer Impuls ins Hirn, das Hirn macht daraus irgendwelche Hirnwellen, und das wird dann irgendwie vom Bewusstsein interpretiert oder vom Geist interpretiert als Klang.
  • Genauso auch mit Gerüchen. Es gibt auch keine Gerüche. Es gibt Partikel, und manche dieser Partikel sind so beschaffen, dass die Nase daraus elektrische Impulse macht, die im Gehirn als Geruch interpretiert werden.
  • Genauso auch Geschmack.

Es ist also alles irgendwo ein Konstrukt des Gehirns oder des Geistes. Die Evolutionsbiologen werden sagen, ein Konstrukt des Gehirns, das irgendwo hilfreich gewesen ist, um auf dieser Welt leben zu können und wachsen zu können. Aber es ist erstmal wichtig zu verstehen, das, was wir normalerweise wahrnehmen, ist auch eine Wahnvorstellung. Es ist nicht das, was wirklich ist. Man kann dann sagen, das, was andere auch wahrnehmen, das wird als normal angesehen. Wenn es andere nicht wahrnehmen, dann ist es vielleicht eine Wahnvorstellung.

Drei Arten von Wahnvorstellungen

Dann kann man wieder unterscheiden, es gibt drei Arten von Wahnvorstellungen.

  • Erstens gibt es die allgemeine Wahnvorstellung, die alle Menschen haben, und das wir als ganz normal bezeichnen.
  • Die zweite Wahnvorstellung, die ein Individuum hat, die aber so beschaffen ist, dass das Individuum weiß, es ist eine Wahnvorstellung, die andere nicht haben, und deshalb kann das Individuum damit gut umgehen. Es wird davon nicht beherrscht und es wird nicht bei seinen sozialen Interaktionen gestört.
  • Und dann gibt es die dritte Art von Wahnvorstellungen. Das ist eine Wahnvorstellung, die so massiv ist, dass das Individuum davon sehr überzeugt ist, darauf handelt und deshalb in Schwierigkeiten gerät mit den Menschen in seiner Umgebung. Diese dritte Art von Wahnvorstellungen ist etwas, was behandlungswürdig werden kann, wenn der Mensch eben nicht mehr gut mit sich umgehen kann, nicht mehr mit anderen umgehen kann, entweder unglücklich für sich ist, oder eben andere droht zu verletzten. Diese dritte Art von Wahnvorstellungen ist eine schwierige.

Verschiedene Formen Spiritueller Erfahrungen

Jetzt kommen wir zu den spirituellen Erfahrungen. Es ist natürlich die Frage, wann ist eine Erfahrung eine spirituelle Erfahrung? Ich habe ja auch ein Buch geschrieben „Die Yogaweisheiten des Patanjali“, wo ich über verschiedene Arten Erfahrungen gesprochen habe. Ausführlicher habe ich es geschrieben in dem Buch „Die KundaliniEnergie erwecken“. Da habe ich gesprochen über Energieerfahrungen, Astralerfahrungen, Kundalinierweckungs-Erfahrungen, spirituelle Erfahrungen, psychotische Erfahrungen, usw. Also, ein breites Spektrum.

Spirituelle Erfahrungen im engeren Sinne

Spirituelle Erfahrungen im engeren Sinn ist es dann, wenn das verbunden ist, mit einem tiefen Glücksgefühl, wenn es verbunden ist mit einem Gefühl der Ausdehnung, und einer neuen Art von Wissen. Im [Yoga] sprechen wir ja davon: "meine wahre Natur ist „SatChidAnanda“ - Sein, Wissen und Glückseligkeit. Und wann immer man von dem kleinen "Ich" wegkommt und sich ausgedehnt fühlt, ist es eine Erfahrung, die dem eigentlichen Selbst nahe kommt. Daher, wann immer wir das Gefühl haben der Ausdehnung, ist es eine spirituelle Erfahrung. Das zweite ist Ananda. Ananda ist Freude. Unsere wahre Natur ist Freude. Und wann immer wir uns in der Freude fühlen, in der Liebe fühlen, dann ist es eine spirituelle Erfahrung. Wir sind auch ChidWissen und Bewusstheit. Wenn die Erfahrung mit gesteigerter Bewusstheit verbunden ist, mit ausgedehnter Bewusstheit, vielleicht neue Art von Wissen vermittelt, die nachher auch wichtig ist für den Alltag, dann ist es auch eine spirituelle Erfahrung.

Viele Elemente spiritueller Erfahrungen

Dann natürlich die spirituelle Erfahrung kann viele Elemente annehmen, die vielleicht für einen weltlichen Menschen als Wahnvorstellung erscheinen mag. Man kann eine spirituelle Erfahrung haben, in der plötzlich die Farben und Formen der normalen Welt verschwinden. Man sieht alles in einem Licht gehüllt. Es kann sogar sein, dass man die normale Welt noch sieht, aber alles leuchtet und alles ist miteinander verbunden. Oder es kann sogar sein, dass die normale Welt ganz verschwindet. Es ist nur Licht da. Es kann sein, dass Du das Gefühl hast, dass Du aus Deinem Körper austrittst und das du irgendwo das Bewusstsein der ganzen Gegend bist.

Es kann geschehen, dass Du ein Lichtwesen siehst. Ein großes Lichtwesen, das Dich so mit Freude und Liebe erfüllt. Es kann geschehen, dass Du Visionen eines Meisters hast, von dem eine solche Freude, Liebe ausstrahlt, die unglaublich ist. Es kann geschehen, dass nichts konkret Wahrnehmbares mehr da ist. Das wie eine Art Dunkelheit ist, aber diese Dunkelheit absolute Freude ist, absolute Gewissheit, absolutes Vertrauen, absolute Geborgenheit. Das sind verschiedene Formen der spirituellen Erfahrung.

Sind spirituelle Erfahrungen immer hilfreich für den Alltag?

Vom Standpunkt eines weltlichen Menschen sind das auch alles Wahnvorstellungen. Aber selbst von einem weltlichen Menschen her kann man Wahnvorstellungen daran messen, helfen die einem im Alltag zu Recht zu kommen. Spirituelle Erfahrungen tun das typischerweise. Du kommst aus dieser Erfahrung heraus, Du wirst vielleicht etwas brauchen, um sie in den Alltag zu integrieren. Du wirst liebevoller mit andern umgehen können. Du wirst liebevoller mit Dir selbst umgehen können. Du wirst Dich verbunden fühlen, eins fühlen mit anderen. Und Du hast vielleicht auch mehr Energie Deinen Alltag zu bewältigen. Daher: Spirituelle Erfahrungen sind hilfreich für den Alltag.

Spirituelle Erfahrungen die den Alltag schwer machen

Es gibt auch spirituelle Erfahrungen, die es erstmal schwer machen, in den Alltag zu gehen. Es gibt Menschen, die werden durch gerüttelt, durch geschüttelt. Und da ist oft das Problem, dass sie niemanden haben, mit denen sie darüber sprechen können. Wenn sie jemanden haben, mit dem sie sprechen können, dann können sie dies besser integrieren.

Noch etwas: Eine spirituelle Erfahrung ist verbunden eben mit Freude, mit Liebe. Wenn eine Erfahrung mit großer Angst verbunden ist, dann tritt dort ein anderes Element hinein. Dann kann man schauen, ist das noch eine spirituelle Erfahrung, oder ist das doch eine psychotische Erfahrung, eine Schizophrenie, die vielleicht entweder behandlungsbedürftig ist, und der Mensch daraus lernen muss, nicht auf diese Erfahrung zu reagieren und nicht aufgrund dieser inneren Einbildung mit anderen Menschen umzugehen.

Das waren jetzt nur ein paar Gedanken zum Thema „Wahnvorstellungen und spiritueller Erfahrungen“. Mehr dazu wie gesagt in meinem Buch „Die Kundalini-Engerie erwecken“. Und das es ja auch kostenlos zu lesen gibt auf unseren Internetseiten www.yoga-viday.de.

Aus folgendem Vortrag von Sukadev Bretz:

Umgang mit Wahnvorstellung anderer

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Vielleicht ist in deiner Umgebung jemand, wo du denkst, der hat Wahnvorstellungen. Jetzt musst du erst überlegen, sind es wirklich Wahnvorstellungen im engeren Sinne. Sind Wahnvorstellungen ein Zeichen von Schizophrenie, also einer Psychose, einer schweren psychischen Erkrankung. Aber auch solche Wahnvorstellung, wo jemand irgendetwas sieht, was es nicht gibt. Dies muss nicht unbedingt schlimm sein, manchmal wenn Menschen wissen, sie haben dort irgendwelche Wahnvorstellungen und wenn sie nicht darauf handeln, dann muss es nicht schlimm sein. Was für den einen Realität ist, kann für den anderen Wahnvorstellung sein.

Es kommt jetzt darauf an, was Menschen damit machen. Ich zum Beispiel glaube an Reinkarnation, ich zum Beispiel sehe Energiekörper von Menschen, Auras und ich kann Feinstoffwesen wahrnehmen. Andere würden sagen, ich habe Wahnvorstellungen. Ich gehe davon aus, es gibt das höchste Selbst. Ich gehe davon aus, es gibt die Gottverwirklichung, ich gehe davon aus, dass es Meister gibt, die eins mit dem Kosmos sind. Und dies auch verwirklicht haben, andere würden das als Wahnvorstellung bezeichnen und da ist eben die Frage wie man mit Wahnvorstellungen umgeht.

Es gibt Menschen, die denken sie haben besondere Fähigkeiten, besondere Talente. Andere würden denken, nein das ist unsinnig. Aber vielleicht weil sie erst einmal Wahnvorstellungen diesbezüglich haben, setzen Sie es um und nachher gelingt es ihnen, eine Menge zu tun. In diesem Sinne gibt es sattwige, rajassige und tamassige Wahnvorstellungen. Eine tamassige Wahnvorstellung ist eine Wahnvorstellung, die Menschen in die Paranoia, in eine übertriebene Angst hinein bringt, die Menschen sehr misstrauisch macht. Das sind nicht so gute Wahnvorstellungen, man muss also erst einmal überlegen, ob der Vorwurf der Wahnvorstellung wirklich gerechtfertigt ist. Als zweites, ist diese Wahnvorstellung wirklich etwas, was den Menschen behindert, ihm Schwierigkeiten bringt? Der dritte Aspekt: Ist es deine Aufgabe, den Menschen von seiner Wahnvorstellung abzubringen? Viele Fragen, die man sich stellen kann, ganz so einfach ist es nämlich nicht mit Wahnvorstellungen.

Wahnvorstellung in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Wahnvorstellung gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Wahnvorstellung - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Wahnvorstellung sind zum Beispiel Aberglaube, Einbildung, Erfindung, Erscheinung, Hirngespinst, Illusion, Imagination, Irrealität, Trug, Wahnvorstellung, Wunschbild, Trugbild, Fiktion, Unwahrheit, Abwegigkeit, Seltsamkeit, Skurrilität, Verdrehtheit, Aberwitz, Idiotie, Unsinn, Irrsinn, Wahnsinn, Absurdität, Sinnlosigkeit, Narrheit, Torheit, Widersinnigkeit, Verrücktheit, Überspanntheit, Überspitztheit, Übertriebenheit, Fantasie, Vision, Vorbild, Wunschbild, Wunschschloss, Erdichtung .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Wahnvorstellung - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Wahnvorstellung sind zum Beispiel Realität, Wahrheit, Fakt, Tatsache, Tatbestand, Korrektheit, Richtigkeit, Unangreifbarkeit, Wissen, Wahrhaftigkeit, Vertrauen, Bestimmtheit, Eindeutigkeit, Untadeligkeit, Unzweideutigkeit, Bekräftigung, Bestärktheit, Beständigkeit, Beruhigung, Ermunterung, Ermutigung, Sicherheit, Gewissheit, Entschiedenheit, Deutlichkeit, Klarheit, Kenntnis, Unanfechtbarkeit, Unwiderlegbarkeit, Wirklichkeit, Kleinlichkeit, Pingeligkeit . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Wahnvorstellung, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Wahnvorstellung, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Wahnvorstellung stehen:

Eigenschaftsgruppe

Wahnvorstellung kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Wahnvorstellung sind zum Beispiel das Adjektiv wahnsinnig, das Verb Sinnen, sowie das Substantiv Wahnsinniger.

Wer Wahnvorstellung hat, der ist wahnsinnig beziehungsweise ein Wahnsinniger.

Siehe auch

Selbsterfahrung, Yoga und Psychotherapie Yoga Vidya Seminare

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