Psychose

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Psychose ist eine schwere psychische Erkrankung, die mit einer deutlichen Einschränkung der Fähigkeit, seinen Alltag zu bewältigen.

Psychotherapie kann bei der Behandlung von Psychosen hilfreich sein

Neurotiker, Psychotiker und Psychater

Hierzu gibt es einen guten Witz. Was ist der Unterschied zwischen einem Neurotiker, einem Psychotiker und einem Psychiater? Der Neurotiker schafft Luftschlösser. Der Psychotiker wohnt darin und der Psychiater kassiert die Miete. Und das drückt so einiges aus. Wichtig hierbei zu wissen ist, fast jeder Mensch ist in einem Bereich ein Neurotiker und hat neurotische Störungen. Kein Mensch ist hundertprozentig rational und genau genommen, ist jemand hundertprozentig rational dann wäre das auch eine Form von Neurose. Weil er nicht richtig fühlen kann, kein Mitgefühl entwickelt hat, keine Spontanität besitzt und so weiter. In diesem Sinne ist die Psyche eines Menschen nie vollkommen.

Differenzierung des Begrifflichkeiten

Unterschied Neurotiker und Psychotiker

Wichtig wäre die Frage, welche Neurosen hast du? Der Unterschied zwischen einem Neurotiker und einem Psychotiker ist, der Neurotiker weiß was normales Verhalten ist und kann sehen, dass dort etwas nicht richtig ist. Der Neurotiker kann mit anderen Menschen gut kommunizieren und mit ihnen gut auskommen. Ob es immer gut ist, das ist eine andere Frage. Er ist jedoch in der Lage mit anderen Menschen zu kommunizieren und sich in seine Mitmenschen hinein zu fühlen.

Psychotiker

Der Psychotiker dagegen lebt in seiner eigenen Welt und weiß nicht, dass es seine eigene Welt ist. Er versteht die Welt seiner Mitmenschen nicht. Der Psychotiker denkt auch, dass er normal ist und die anderen es irgendwo leugnen. Das ist mindestens die alte Interpretation von Psychose. Ich bin kein Psychiater und ich kann keine detaillierte Auskunft geben. Aber ich möchte dennoch versuchen, einen Überblick zu geben.

Was ist Paranoia

Die vertrauteste psychiatrische Störung und Psychose mit der man vielleicht in Kontakt kommen kann ist die Paranoia. Die Schizophrenie und die psychotische Depression. Paranoia ist Verfolgungswahn, der so weit gehen kann, dass man ständig Angst hat, dass andere einen verfolgen. Jeder Mensch hat gewisse Ängste und jeder Mensch hat irrationale Ängste, wie zum Beispiel Phobien. Das ist aber noch keine Psychose. Eine Psychose ist es dann, wenn alles denken und fühlen von dieser Paranoia beseelt ist und zum Beispiel auch mit eingebildeten Stimmen verbunden ist.

Was ist Schizophrenie

Schizophrenie ist eine Form der Psychose, bei der Menschen Stimmen hören und Einbildungen haben. Sie gehen davon aus, dass diese tatsächlich real sind. Sie unterstellen anderen Menschen, dass sie ihnen etwas gesagt haben was sie nicht gesagt haben. Sie nehmen geistige Wesen wahr.

Psychose - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Lerne mit anderen gut zu kommunizieren

Der Unterschied zwischen Schizophrenie und Feinstofflicher Wahrnehmung in Richtung Astralreise und Wahrnehmung von verstorbenen Naturwesen sind fließend. Jemand der feinfühlig ist und Feinstoffwesen wahrnimmt muss deshalb nicht Schizophren sein, wenn er in der Lage ist zu unterscheiden, was ich selbst sehe und was andere sehen. So wird manchmal auch gesagt, die Heilung einer Psychose besteht nicht notwendigerweise darin, dass der Schizophrene keine Stimmen mehr hört sondern, dass er lernt zu erkennen, das ist das was du wahrnimmst und das ist das was andere wahrnehmen. Lerne mit anderen gut zu kommunizieren.

Sich nicht beeinflussen lassen

Die inneren Stimmen, die du hörst solltest du nicht zu ernst nehmen. Du solltest davon nicht dein Handeln und deine Motivation zu sehr beeinflussen lassen. Das ist so ähnlich wie bei Menschen die mit Partnern zusammen leben, die immer unzufrieden sind. Sie müssen sich deshalb die Lebensfreude nicht verderben lassen. Zum Beispiel die Arbeit von Pflegekräften in Altersheimen, die ständig mit Senioren zu tun haben und hin und wieder komische Äußerungen zu hören bekommen. Das muss einen nicht beeinflussen. Deine Psyche kann Stimmen haben, die du nicht ernst nehmen musst. Und dann ist die Schizophrenie keine Psychose mehr. Du lässt dich nicht mehr davon beeinflussen.

Psychotische Depressionen

Es gibt die Depression in der sanften Form als depressive Verstimmung, als Niedergeschlagenheit, als Vorstufe der Trauer, vielleicht auch als Trauerprozess. Die Depression wird dann zur Psychose, wenn dein ganzes Denken und Handeln davon beeinflusst wird. Wenn du nicht mehr in der Lage bist, morgens aus dem Bett aufzustehen, du nicht mehr deinem normalen Tagesablauf nachgehen kannst und dieser Zustand eine längere Zeit andauert. In der depressiven Psychose bist du nicht mehr in der Lage dich um dein eigenes Leben zu kümmern und einzukaufen. Bei einer psychotischen Depression brauchst du die Hilfe durch einen Psychiater.

Yoga bei depressiver Verstimmung

Wenn du dagegen eine depressive Verstimmung hast, dann können dir Yoga Übungen helfen, um wieder normal zu werden. Neue Energien zu erlangen und dich aufzuladen. Vielleicht hilft auch ein einwöchiger Urlaub oder ein Aufenthalt in einem Yoga Ashram. Wenn es aber ernsthaft ist, dann ist es wie bei jeder psychischen Erkrankung. Man braucht die Behandlung durch einen fachkundigen Arzt. In diesem Fall der Psychiater.

Anfälligkeit für Psychosen

Das sind nur einige Beispiele für Psychosen. Letztlich gibt es viele Menschen, die einmal in ihrem Leben unter einer Psychose leiden. Es ist bewiesen, dass Menschen die in ihrer Jugend im Alter von 14 bis 25 Jahren regelmäßig Drogen genommen haben, eine bis zu zehnfach größere Wahrscheinlichkeit haben, in ihrem Leben an einer Psychose zu erkranken. Im Gegensatz zu Menschen, die in diesem Lebensabschnitt nicht abhängig waren.

Yoga als Ergänzung

Yoga kann dabei hilfreich sein. Die Psychoanalyse hat unterschieden zwischen Neurosen, die jeder Mensch hat, und Psychose, welche eine schwer psychische Störung beinhaltet, die in jedem Fall behandlungsbedürftig ist. Wenn man überlegt, ob bei jemand, der seelisch leidet, Yoga und Meditation helfen könnte, muss man fragen, ob der Betreffende Psychose hat oder nur eine psychische Störung. Eine Psychose braucht eine fachkundige Behandlung, normalerweise durch einen qualifizierten Psychiater. Dieser kann dann entscheiden, ob zusätzlich zur psychiatrischen Behandlung Yoga und Meditation hilfreich sein können.

Wortherkunft Psychose - Etymologie

Das Wort Psychose bedeutet heutzutage Geisteskrankheit, Gemütskrankheit. Das Wort Psychose hat im Lauf der Jahrzehnte einen Bedeutungswandel erfahren: Anfang des 19. Jahrhunderts bedeutete Psychose Beseelung, Belebung, Seele und kommt vom griechischen Wort psȳ́chōsis (ψύχωσις), welches eben Beseelung, Belebung, Seele bedeutet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Wort Psychose neu hergeleitet als Krankheit der Psyche, so wie es auch Thrombose gibt, Nekrose, Arthrose etc. Zunächst war Psychose dabei ein Zustand starker seelischer Erregung, also insbesondere Paranoia, Schizophrenie, Manie. Später wurde auch die klinische Depression zu den Psychosen gezählt.

Psychose, Yoga und Meditation

In früheren Zeiten wurde öfter gewarnt, dass Yoga und Meditation zu Psychose führen könnte. Die empirische Forschung hat gezeigt: Die Übung von Yoga und Meditation stabilisiert die Psyche und reduziert die Wahrscheinlichkeit, in eine Psychose zu fallen. Allerdings gibt es auch unter den Yoga Übenden und den Meditierenden solche, die in eine Psychose fallen - zwar weniger als beim Durchschnitt der Bevölkerung, aber es gibt sie.

Dürfen Menschen in Psychose Yoga und/oder Meditation üben?

In früheren Zeiten wurde ohne jede empirische Evidenz behauptet, dass Yoga und Meditation kontraindiziert sind bei Psychosen. Die empirische Forschung zeigt allerdings, dass Yoga und Meditation im Gegenteil hilfreich sein können bei Psychosen.

Dennoch gilt: Ein typischer Yogalehrer, eine Meditationskursleiterin, wird bei der Betreuung von Psychose-Patienten überfordert sein. Daher ist Meditation und Yoga adjuvant, also ergänzend hilfreich, in dem Maße, wie der behandelnde Arzt das für gut hält.

Dürfen Menschen mit Psychose-Vergangenheit Yoga und /oder Meditation üben?

Wer mal eine Psychose hatte, der mag sich fragen, ob er überhaupt Yoga und/oder Meditation üben kann. Die Antwort ist ein eindeutiges Ja.

Allerdings hängt es von der Art der Psychose ab, welche Yoga Art, welche Meditationsart, hilfreich ist.

Bei Psychosen, die mit Halluzinationen einher gegangen sind, wie z.B. Paranoia oder Schizophrenie, auch bei Manie, sollten extreme Übungspraktiken vermieden werden. Auch Praktiken, welche darauf aus sind, Körperbewusstsein schnell zu transzendieren und außersinnliche Erfahrungen hervorzurufen, sollten vermieden werden.

Hatha Yoga ohne allzu langem Halten der Asanas, mit sanftem Pranayama, ist in diesem Fall hilfreich. Achtsamkeitsmeditation, Mantra Meditation, Eigenschaftsmeditation und viele Methoden der Tiefenentspannung ebenso.

Bei einer Vorerfahrung mit klinischer Depression ist jede Form von Yoga unbedingt hilfreich - weil Yoga Energie (Prana), Lebensfreude und Selbstliebe sowie überhaupt die Fähigkeit Liebe zu erfahren fördert.

Siehe auch