Erscheinung

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Als Erscheinung im mystischen Sinn bezeichnet man das plötzliche oder allmähliche Auftauchen von Visionen und Lichtphänomenen mit oder ohne Gestalten, die entweder mit den Sinnen wahrzunehmen sind (Geister und andere übernatürliche Erscheinungen) oder vor dem inneren Auge erscheinen (wobei die Grenzen hier wohl fließend sind). Um die Erscheinungen vor dem geistigen Blick geht es im nachfolgenden Artikel von Swami Sivananda.

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Erscheinung

Erscheinung ist ein Begriff aus der Philosophie und der Mystik. In der Philosophie bedeutet Erscheinung so wie sich ein Gegenstand darstellt. Wir nehmen Gegenstände nicht in ihrem realen Sinn war, sondern so wie sie sich uns darstellen. Die Erscheinung eines Dinges ist also etwas anderes als das Ding selbst. Deshalb sollte man darauf achten, dass man das, was man sieht und wahrnimmt, nicht für wahr hält. Wir nehmen letztlich nur die Erscheinung des Dinges war. Wenn wir anderen Menschen begegnen, sehen wir den Gesichtsausdruck, die Mimik und Gestik. Das alles wird auf Grundlage unserer früheren Erfahrungen interpretiert. Die Erscheinung des Menschen ist aber etwas anderes als der Mensch selbst. Und es ist wichtig, immer wieder darüber zu reflektieren, dass wir die Welt nicht so wahrnehmen, wie sie eigentlich ist.

Erscheinungen bei der Meditation

Swami Sivananda, der große Yoga Meister des 20. Jhs., schreibt über Erscheinungen bei der Meditation:

Wesen und Gegenstände, mit denen man während der ersten Periode der Meditation in Beziehung tritt, gehören der astralen Welt an. Sie ähneln menschlichen Wesen ohne körperliche Hülle. Wie die Menschen kennen sie Wünsche, Liebe und Hass. Ihr Körper aber ist subtiler und kann sich frei bewegen. Sie haben die Macht zur Materialisierung und zur Entmaterialisierung, zur Vervielfachung und zum Hellsehen niederen Grades. Die strahlenden Formen gehören Gottheiten der Mentalebene oder einer höheren Ebene an, die dem Schüler ihre Begleitung (Darshan) anbieten und ihn ermutigen.

Auch verschiedene kosmische Formen (Shaktis) offenbaren sich unter einem leuchtenden Äußeren. Man muss sie verehren und in Gedanken eine kultische Zeremonie (Puja) ausführen, sobald sie erscheinen. Engel, die sich dem geistigen Blick offenbaren, sind Wesen der höheren Mentalebene.

Manchmal spürt der Schüler eine unsichtbare Hilfe, die vielleicht von seiner Schutzgottheit (Ishta Devata) stammt, wenn er tatsächlich von der physischen Ebene zu einer anderen versetzt wird. Diese unsichtbare Macht hilft ihm, den Körper zu verlassen und das Körperbewusstsein zu überwinden. Der Schüler sollte der Betrachtung dieser Visionen keine Zeit opfern und sie nur als eine Seltenheit, als Ermunterung, als Beweis für die Existenz der überphysischen Ebene und der Wirklichkeit »metaphysischer« Dinge, der Wahrheit Brahmans nehmen. Er soll sich von diesen Bildern freimachen, sich auf sein Ziel (Lakshya) ausrichten und ernst und energisch voranschreiten.

Sobald man sich zu Bett legt, erscheinen diese Lichter ohne Bemühung von selbst im Augenblick, in dem man das physische Bewusstsein übersteigt. Dasselbe Phänomen ereignet sich morgens in dem Zwischenzustand, ehe man vollkommen erwacht.

Manchmal erblickt man während der Meditation einen ungeheuren, blauen Himmel, die Weite des Äthers und sich selbst in ihm als schwarzen Punkt, der sich bisweilen auch im Zentrum des Lichts offenbart. In anderen Fällen wird man in diesem Licht schnell schwingende, lebhaft kreisende Teilchen erblicken oder körperliche Formen von Menschen, Kindern, Frauen, Männern, von Rishis mit Bärten und vollendeten Wesen (Siddhas). Auch Lichterscheinungen (Tejomaya) kann man wahrnehmen.

Dies alles kann objektiv oder subjektiv sein, kann die eigenen gedanklichen Reaktionen darstellen oder Wirklichkeiten höherer Ebenen von verschiedenem Grad und Intensität. Rhythmische Schwingungen der subtilen Materie (Tanmatra) lassen diese verschiedenen Ebenen entstehen. Jede von ihnen besitzt ihre Wesen und Dinge. Die Vision des Schülers kann ihr entstammen, sie kann aber auch der Phantasie entspringen und einfache Kristallisationen eines intensiven Gedankens darstellen.

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Erscheinung in der Mystik

Erscheinung ist in der Mystik eine Form von Vision. Man kann Gotteserscheinungen haben, Engel können einem erscheinen. In tiefer Meditation hat man vielleicht Lichterscheinungen mit verschiedenen Bildern und Farben. Das können einfach Pranawahrnehmungen sein. Es können optische Bilder sein, die das Unter- oder Überbewusstsein erzeugt. In diesem Lichtfeld kann man plötzlich Erscheinungen von seinem Meister, Engelswesen, höheren Lichtwesen oder auch von dem, was die eigentliche Aufgabe ist, haben.

Erscheinung Video

Hier findest du ein Video zu Erscheinung mit einigen Informationen und Anregungen:

Erscheinung - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Audiovortrag zu Erscheinung

Hier kannst du die Tonspur des Videos zu Erscheinung anhören:

Siehe auch

Erscheinung gehört zu den Themengebieten Esoterik, Vision, Religiöse Erfahrung, Spirituelle Erfahrung, Parapsychologie. Ähnliche Wörter und Begriffe, die thematisch dazu passen:

Zum Thema Psychologie gehören Begriffe wie Charisma, Empowerment, Ich, Inspiration, Agape, Instinkt, Kontrollpersönlichkeit, Kraft der Gedanken, Mindbuilding, Phlegma, Zwänge, Positive Affirmationen.

Begriffe im Alphabet vor und nach Erscheinung

Hier einige Infos zu Begriffen im Alphabet vor und nach Erscheinung :