Rishikesh

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Rishikesh (Hindi: ऋषिकेश, Ṛṣikeś) oder Hrishikesh (skt: Hṛṣīkeśa) ist ein Pilgerort im indischen Bundesstaat Uttarakhand mit etwa 75.000 Einwohnern, dessen offizielle Sprachen Hindi und Sanskrit sind. Am Rande des Himalayas in Nordindien gelegen, ist Rishikesh als das Tor in den Himalaya bekannt. Rishikesh ist von drei weiteren Distrikten umgeben: Tehri Garhwal, Pauri Garwhar und Haridwar. Sie liegt 25 km nördlich der heiligen Stadt Haridwar.

Rishikesh liegt am heiligen Fluss Ganges

Rishikesh ist weltbekannt für seine Rafting- und Abenteuer-Touren auf dem Ganges und im Himalaya - die Rafting-Saison dauert von März bis September. Rishikesh hat eine Menge Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören die wunderbare Natur, Tempel, Ashrams und mehr.

Sukadev über Rishikesh

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Rishikesh

Sonnenuntergang in Rishikesh

Rishikesh ist der Ort, wo Swami Sivananda seinen Ashram gegründet hat. Das Wort "Rishikesh" kann man von mehreren Sanskrit-Worten ableiten. Zum einen von dem Wort "Rishi". Rishis sind die großen Rishis, die großen Weisen, und bei Rishikesh und in Rishikesh haben eine ganze Reihe von Rishis auch gelebt, meditiert, spirituelle Praktiken geübt. Und so ist Rishikesh der Ort, wo diese Schwingungen, diese spirituellen Kraftschwingungen da sind. Rishikesh gehört sicherlich zu den machtvollsten spirituellen Kraftorten auf der ganzen Welt, deshalb haben sich dort seit Jahrtausenden immer wieder Menschen niedergelassen, die spirituell praktizieren wollten, die Gott erfahren wollten, Gott verwirklichen wollten.

Eine weitere Ableitung des Wortes "Rishikesh" kommt von "Rishikesha". Rishikesha ist auch ein Beiname von Krishna. "Rishika" heißt Sinne, "Isha" heißt Herr. Rishikesha ist der Herr über die Sinne. Und so ist Rishikesh auch immer ein Ort für spirituelle Praktiken, auch für Askese, wo es auch um Selbstbeherrschung geht. Es gibt andere Städte, die etwas mehr an der Ebene liegen, wo mehr Luxus da ist. Rishikesh ist immer ein einfacher Ort, wo es auch um Sinnesbeherrschung geht, wo es darum geht, einfach zu leben, erhaben zu denken. Indem man bewusst Askese übt, spirituelle Disziplin übt, indem man einfach lebt, auch indem man der Welt entsagt, kann man zur höchsten Verwirklichung kommen.

Rishikesh ist auch ein Ort der Swamis, wo die Entsagten leben, Mönche, Nonnen. Es gibt heute in Rishikesh viele Ashrams, und es gibt dort hunderte von Mönchen, hunderte von Swamis. Es dürfte einer der Orte auf der Welt sein, mit der höchsten Diche von Swamis. Rishikesh ist ein Ort, der schon recht alt ist. Er ist bekannt für verschiedenste Heilige und Weise.

In unserer Tradition ist Rishikesh natürlich besonders wichtig für Swami Sivananda. 1924 ließ Swami Sivananda sich in Rishikesh nieder. Der Ort Rishikesh ist zum einen eine Stadt, heutzutage mit 70.000 Einwohnern, und Rishikesh hat einige Vororte oder einige – man kann sagen – Siedlungen, die verwalterisch mit Rishikesh zusammenhängen. Rishikesh selbst ist eben eine typisch indische Stadt, keine besonders reiche Stadt, aber auch keine besonders arme Stadt. Es ist halt eine Stadt in Nordindien mit 70.000 Einwohnern.

Vom Yogastandpunkt aus besonders wichtig ist das, was heute als Muni Ki Reti bezeichnet wird, dann der Swarg Ashram und Tapovan. Das sind drei Teile von Rishikesh, die nördlich der eigentlichen Stadt liegen. Und Swarg Ashram ist auf der anderen Seite von dem Hauptort Rishikesh, etwas mehr Ganges aufwärts, gelegen. Dort hat Swami Sivananda einen großen Teil der Jahre zwischen 1924 und 1933 verbracht. Dort hat er intensiv Praktiken geübt, dort gibt es auch das so genannte Sivananda Tapasya Kutir, also das Haus, die Hütte, wo Swami Sivananda einige Jahre gelebt hat und dort intensiv praktiziert hat.

Rishikesh ist also bekannt für Swarg Ashram, also ein Teil, eine Siedlung von Rishikesh am Ganges-Ufer. Ein zweiter wichtiger Teil von Rishikesh ist Tapovan. Tapovan bei Lakshmanjhula. Und da gibt es eine berühmte Brücke: Lakshmanjhula. Dort soll Lakshmana gelebt haben und deshalb auch Lakshmanjhula. Auch in Tapovan hat Swami Sivananda einige Zeit verbracht. Er hat dort mehrmals ein paar Monate gelebt, hat dort auch ein Dispensary angelegt, also eine Art Apotheke zusammen mit medizinischer Beratung. Dort hat er selbst eine Weile medizinische Sprechstunde gehabt, und er hat dort eben auch eine kostenlose Ausgabe von westlicher Schulmedizin, Homöopathie, Naturheilkunde und Ayurveda-Mitteln gehabt. Das war alles in Tapovan, da wo die große Brücke war, Lakshmanjhula, wo Menschen über den Ganges gehen konnten, auch zu den diversen Pilgerorten hin.

Rishikesh ist auch der letzte Ort, wo die Pilgerrouten zusammenführen. Und eben im nördlichen Teil von Rishikesh, was auch noch zur Gemarkung Rishikesh führt, dort führen mehrere Pilgerorte zu verschiedenen heiligen Orten. Und dann gibt es als nächstes Muni Ki Reti. Das ist dort, wo Swami Sivananda seinen Ashram 1934 aufgebaut hat. Irgendwann in der Zeit zwischen 1932 und 1934 ist Swami Sivananda auf diese Seite des Ashrams übergesiedelt. Das ist auf der anderen Seite vom Swarg Ashram. Dort gründete er den Ashram, Sivananda Ashram, der sehr groß wurde und deshalb auch als Sivananda Nagar bezeichnet wurde, als die Stadt von Swami Sivananda, die auch eine eigene Poststelle bekam, denn Swami Sivananda hat sehr viele Briefe empfangen und geschrieben, er hat sehr viele Bücher verschickt und natürlich auch, sehr viele Lieferanten haben dort hin geliefert.

Und so war die Poststelle, Sivananda Nagar, eine Weile die wichtigste Poststelle in Rishikesh. Das Wichtigste in Rishikesh ist weiter für mich der Sivananda Ashram in Rishikesh. Rishikesh ist also ein Ort, der etwa 240 Kilometer von Delhi entfernt ist, ein Ort an der Stelle, wo der Ganges oder die Flussgöttin Ganga vom Himalaya in die Tiefebene übergeht, da wo sich mehrere Pilgerorte kreuzen, ein heiliger Ort, Ort des Sivananda Ashrams.

Lage

Rishikesh liegt im indischen Bundesstaat Uttarakhand. Copyright

Rishikesh liegt am heiligen Fluss Ganges am Südfuss des Himalaya: Benannt wurde der alte Pilgerort des Hinduismus nach Hrishikesha, einem Beinamen Vishnus. Das Wort Hrishikesha bedeutet "Meister der Sinne". Die Wortwurzeln Hrishik und ish werden zusammengefügt zum Wort Hrishikesh. Hrishik bedeutet Sinne und ish bedeutet Meister oder Herrscher. Folglich bedeutet das Wort Meister der Sinne oder Gott Vishnu. Der Ort hat seinen Namen von Gott Vishnu, nachdem er Raibhya Rishi als Ergebnis seiner Tapasya (Entsagungen) als Gott Hrishikesh erschienen ist. In der Skanda Purana (religiöser Text) ist diese Gegend bekannt als "Kubjamrak", wo Gott Vishnu unter einem Mango-Baum erschienen ist. Der moderne Name leitet sich auch vom Sanskritwort Rishi (skt. ṛṣi) »Weiser, Seher« ab. Von Rishikesh aus begeben sich viele Pilger zu den heiligen Orten Kedarnath, Badrinath, Yamunotri, Gangotri und Gomukh, der Quelle des Ganges.

Zu Rishikesh werden fünf lose miteinander verbundene Gebiete gezählt, wozu die Stadt sowie Siedlungen an beiden Seiten des Flusses Ganges zählen. Diese Gebiete beinhalten Rishikesh selbst mit seinen Geschäften und Gebäuden der öffentlichen Verwaltung, den Vorort Muni-Ki-Reti oder "Sands of the Sages", Shivananda Nagar, die Heimat des Shivananda Ashrams und der Divine Live Society nördlich von Rishikesh, die Tempel Region von Lakshman Jhula ein wenig weiter nördlich, sowie weitere Ashrams um das Swarg Ashram am östlichen Ufer des Ganges. Man kann den berühmten Neelakanta Maha Deva Tempel von hier erreichen. Der "Neelkanth Mahadev Tempel", 28 km von Rishikesh in einem Wald gelegen, ist ein sehr beliebter regionaler Pilgerort, ebenso wie die "Vasishtha Guha" (Höhle des Weisen Vashishtha), die sich 21 km oberhalb der Stadt am Ganges befindet.

Die vielen Tempel und Ashrams von Rishikesh liegen beidseitig des Ganges. Alltäglich findet während der Abenddämmerung am Triveni Ghat eine Gangaarati statt, häufig mit Prominenten. Entlang des Flusses leben in den Wäldern Sadhus und Asketen und in Lakshman Jhula gibt es eine Unterkunft für Wandermönche.

Geschichte

Rishikesh ist bereits Teil des legendären "Kedarhand" (dem heutigen Garwal) gewesen. Legenden berichten, dass Rama hier Buße für das Töten von Ravana getan hat, dem Dämonen-König von Lanka. Und Lakshmana, sein jüngerer Bruder, überquerte den Fluß Ganges an dem Ort, wo heute die "Lakshman Jhula" Brücke steht, indem er eine Jute-Seil-Brücke benutzte. Das "Kedar Khand" der Skanda Purana (religiöser Text), erwähnt ebenfalls die Existenz vom Indrakund an diesem Ort. Die Jute-Seil-Brücke ist 1889 durch eine Drahtseil-Hängebrücke ersetzt worden. Nachdem diese 1923 von einer Flut zerstört wurde, ist eine größere und stabilere Brücke gebaut worden.

Yoga Center in Rishikesh

In Rishikesh, von manchen auch die "Welt-Hauptstadt des Yoga" genannt, befindet sich eine große Anzahl an Yoga-Centern, die viele Besucher anlocken. Es wird von vielen geglaubt, dass die Meditation in Rishikesh einen Gottsucher näher an die Selbstverwirklichung und Gotterkenntnis bringt, ebenso wie ein Bad im heiligen Fluß Ganges, welcher durch Rishikesh fließt. Rishikesh ist ebenfalls die Heimat des 120-Jahre alten Kailas Ashram Brahmavidyapeetham, ein Institut, das sich für die Erhaltung und Verbreitung Vedischer Studien und Traditionen engagiert. Prominente Persönlichkeiten wie Swami Vivekananda, Swami Rama Tirtha und Swami Sivananda haben in diesem Institut studiert.

Bedeutung

Der Ort wurde im Westen bekannt, weil in den 1960er Jahren die Beatles, The Beach Boys, Donovan und andere Musiker Rishikesh aufsuchten, um sich in spirituelle Praxis zu vertiefen. John Lennon schrieb "The Happy Hrishikesh Song”. Heute begeben sich viele Menschen der ganzen Welt nach Rishikesh um Yoga zu lernen, und es hat mittlerweile den Ruf "Hauptstadt des Yogas" zu sein. In Rishikesh lebte unter anderen auch Swami Sivananda, einer der Pioniere des modernen Yoga.

Andre van Lysebeth, ein Schüler Swami Sivanandas, hatte das bei ihm in Rishikesh erlernte Hatha-Yoga und Pranayama als er in den Westen zurück kam unter dem Namen Rishikeshreihe bekannt gemacht. Diese Rishikeshreihe ist Grundlage für viele Hatha Yoga Richtungen in der Welt. Unter anderem basiert auch die Yoga Vidya Grundreihe auf der Rishikeshreihe.

Großartige Natur bei Rishikesh

Neer Garh Waterfall

Die Neer Garh Wasserfälle bei Rishikesh sind grandios. Etwa 2-3 km stromaufwärts oberhalb der Laxmanjhula Brücke sind sie über einen Fußweg zu erreichen. Es geht einige Hundert Meter bergauf - die Wanderung ist es aber wert. Man kann vom Sivananda Ashram Rishikesh über die Ram Jhula Brücke zur Swarg Ashram Seite wandern, von dort zu Lakshman Jhula gehen, die Brücke überqueren und dann die Straße entlang, bis man zum Zugang zum Wasserfall kommt. Einfacher ist es, sich irgendwo ein Taxi zu nehmen. Die Taxifahrer in allen Teilen von Rishikesh kennen den Neer Garh Wasserfall... Der Zutritt kostet einen kleinen Eintritt, denn die Wasserfälle werden von der Forstverwaltung betreut.

Pilgerweg zum Neelkanth Tempel

Ein sehr populärer Shiva-Tempel, nämlich der Neelkanth Tempel, befindet sich oberhalb des Swarg Ashrams auf 1300 Meter Höhe und gehört zur Gemarkung Rishikesh. Es gibt einen großartigen Pilgerweg, der vom Swarg Ashram aus (hinter dem Beatle Ashram) hoch führt zum Neelkanth Tempel. Er geht durch den Rajaji National Park, man trifft Affen, bunte Vögel - und immer wieder Pilger. Es ist durchaus ein anstrengender Weg - aber gut kenntlich gemacht, und zwischendurch immer wieder kleine Stände, an denen man Wasser kaufen kann. Großartige Blicke und das Gefühl, hier einen Jahrtausende alten Pilgerweg zu gehen, entschädigen für die Anstrengung.

Ganga flussaufwärts

Wenn man die Ganga, also den Ganges-Fluss von Rishikesh aus weiter nach Norden geht, kommt man in grandiose Natur. Schon von Swarg Ashram bis Lakshman Jhula ist die Aussicht schön. Hinter Laxman Jhula auf der gleichen Gangesseite wie Swarg Ashram beginnt die großartige Natur. Man muss zwar eine Straße entlang gehen, die durchaus auch befahren ist. Aber man kann immer wieder hinunter zur Ganga gehen - und dort sieht man Ganga in ihrer reinen Schönheit.

Siehe auch

Weblinks

Seminare

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