Religion

Aus Yogawiki
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Das Wort Religion geht auf das lateinische Verb 'relegere', "bedenken, achtgeben". Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet Religion im Allgemeinen ein auf einer philosophischen Vorstellung beruhendes Konzept des Weltbildes und des Glaubens, das meist die Existenz einer höheren Macht oder transzendenter Wesen voraussetzt und für das Individuum oft bestimmte Verhaltensregeln und Rituale mit sich bringt.

Religion ist die Manifestation des ewigen Strahlens der Seele des Menschen. Das Hauptziel der Religion ist die Entfaltung der Göttlichkeit im Menschen. Religion drückt sich im Leben aus, nicht im Sprechen oder Zurschaustellen. Wahre Religion ist die Religion des Herzens.

Swami Sivananda über wahre Religion

Aus seinem Buch "Yoga im täglichen Leben":

"Wahre Religion ist Atman-Religion (des Selbst). Es gibt nur eine wahre Religion. Sie lehrt uns, in Gott zu leben und Unsterblichkeit zu erlangen. Sie beseitigt den Schleier des Nichtwissens und befähigt uns, die erhabene Schau der Einheit des Selbst zu verwirklichen. Religion ist etwas Praktisches. Sie muss wesentlicher Bestandteil unseres alltäglichen Lebens werden. Vernichtung der Selbstsucht, der Begierden, von Sympathie und Antipathie, Verwirklichung des Selbst, Liebe zu allen lebenden Wesen, selbstloser Dienst am Menschen mit dem Gefühl, dass alles im selbst ist (Atman Bhava) - das ist das Wesen wahrer Religion."

Copyright Divine Life Society

Religion und Spiritualität

von Sri Swami Krishnananda

Religion und Spiritualität sind zwei entscheidende Faktoren in der Beschreibung der “höheren” Werte des Lebens. Diese beiden Funktionen korrespondieren mit dem Leben in der Welt und dem Leben in/bei Gott. Die Beziehung zwischen der Welt und Gott spiegelt sich auch in dem Verhältnis von Religion und Spiritualität. Es wird gesagt, dass Gott sich selbst als diese Welt manifestiert hat. Deshalb könnten wir damit auch sagen, dass die Spiritualität sich ebenfalls selbst als Religion manifestiert hat.

Und damit kommen wir zu der Notwendigkeit, die Charakteristika von Gott zu beschreiben. Es ist allgemeiner Glaube, dass Gott alldurchdringend, allwissend und allmächtig ist. Diese drei Eigenschaften, mit denen Gott in Verbindung gebracht wird, sind jedoch an Objekte in Raum und Zeit gebunden. Da diese Objekte in Raum und Zeit jedoch erst nach der Manifestation Gottes als Welt entstanden sind, können diese somit also nicht die wahre und ursprüngliche Natur Gottes beschreiben. Und dies bedeutet damit, dass keinerlei Eigenschaft oder Attribut Gott beschreiben kann, egal, wie groß unsere Vorstellungskraft auch immer sein mag. Nichtsdestotrotz sollte auch akzeptiert werden, dass jede vorstellbare Qualität oder Eigenschaft ihren wahren Ursprung in Gott selbst haben muss. Oder woher kämen diese Eigenschaften sonst? Und damit haben wir einen Hinweis auf die Natur der Religion und der Spiritualität.

In Indien wird die schrittweise Entwicklung des Menschen in vier Stufen beschrieben:

1. Erziehung
2. Einbindung in die natürlichen Anforderungen des menschlichen und sozialen Lebens
3. Ablösung von diesen Aufgaben und Anhaftungen
4. Verbindung mit dem Göttlichen

Diese vierte und letzte Stufe wird auch als Sannyasa bezeichnet. In den ersten beiden Stufen sind die religiösen Disziplinen enthalten, die dann eine Person auf die dritte und vierte Entwicklungsstufe vorbereiten.

Die Religion hat verschiedene Einschränkungen, die sie einer Person auferlegt. Sie tut dies in vielen Lebensbereichen mittels klarer Regeln, die definieren, was zu tun und was zu lassen ist im Sinne von “tu dies” und “lasse das”. Es gibt keine einzige Religion ohne diese klaren Regeln für den einzelnen Menschen. Die Menschen werden dabei besonders in den beiden ersten Entwicklungsstufen aufgefordert, diese Regeln zu beachten, denn sie regeln das soziale Zusammenleben, die persönliche Ethik und jeglichen Umgang von Personen untereinander.

Jede Religion hat ihre eigenen Bestimmungen, die die religiösen Pflichten des einzelnen regeln, z.B. wie Rituale auszuführen sind, wie Gottesverehrung stattfinden sollte, wie Pilgerreisen durchgeführt werden sollen oder auch bestimmte Ernährungsregeln. Ebenso sind oft auch rituelle Waschungen und das tägliche Lesen bzw. Rezitieren der jeweiligen heiligen Schriften geregelt.

Diese Regeln werden nun im dritten Lebensabschnitt oder der dritten Entwicklungsstufe aufgeweicht, denn in dieser Stufe geht es um inneres Wachstum im Denken, im Fühlen und im Verständnis. Diese sind nicht oder nur kaum mit der menschlichen Gesellschaft an sich verbunden oder davon abhängig.

Die hinduistischen Verhaltensregeln werden “Smritis” genannt und sie betonen insbesondere die Überlegenheit der Brahmanen-Kaste und räumen den drei anderen Kasten, nämlich den Kshatriyas, den Vaishyas und den Shudras weniger Bedeutung ein. Diese spezielle Klassifizierung ist charakteristisch für die Hindu-Religion. Damit betrachten diese „Smritis” und andere derartige Schriften alle Menschen, die keine Brahmanen sind, als nicht rein oder heilig.

Fremde werden als “Yavanas” bezeichnet und dieses Worte bedeutet „Ungläubige“. Deshalb wurden auch Reisen in Länder, in denen diese Ungläubigen leben, als beschmutzend für die Reinheit der Brahmanen angesehen. Und der Brahmane, der eine solche Reise antrat, schloss sich damit aus der Gemeinschaft der Brahmanen aus.

Der Sannyasin ist hingegen ein sog. “Atyashramin”; dies bedeutet, dass er das etablierte Kastensystem verlassen hat, denn der Sannyasin hat die sozialen Gesetze bereits transzendiert und man könnte auch sagen, dass er ja bereits seinen „bürgerlichen Tod“ gestorben ist. Er gehört damit keiner der vier o.g. Kasten mehr an, sondern ist allein in Gott verwurzelt. Und er ist ein Mann Gottes, der keinen Einschränkungen mehr unterliegt, so wie auch Gott selbst keine Einschränkungen mehr hat.

Der Punkt dabei ist, dass für denjenigen, der noch Zweifel oder Hemmungen hat, sich in Gott verwurzelt zu fühlen, die Regeln noch gelten. Wenn der Sannyasin jedoch ganz sicher und fest im Gottesbewusstsein verwurzelt ist, dann gelten für ihn keine dieser Regeln mehr. Er ist wirklich in jeder Hinsicht frei.

Während dieses Kastensystem ursprünglich geschaffen wurde, um mit Hilfe einer klaren Klassifizierung der unterschiedlichen Aufgaben die Stabilität einer Gesellschaft sicherzustellen, gingen im Laufe der Zeit diese ursprüngliche Bedeutung und deren philosophische Begründung verloren. Statt dessen übernahmen blinder Eifer und Fanatismus das Ruder, oft angetrieben durch Egoismus, Gier und Hass. Dies geschah in klarem Gegensatz zu der eigentlichen Idee, dass die Ausübung einer wahren Religion ein sozialer Ausdruck der inneren, stufenweisen Hinwendung des Einzelnen zu Gott, dem Allmächtigen, sein sollte.

Vidura, der aus dem Epos Mahabharata bekannt ist, wurde von einer Shudra-Frau geboren. Aber er hat die Fähigkeit, den Sohn Brahmas aus der Brahmaloka herauf zu beschwören, allein mittels der Kraft seiner Gedanken. Und welcher orthodoxe Brahmane kann dieses bemerkenswerte Kunststück schon vollführen?

Es ist deshalb für jeden unerlässlich, sich der Einheit und Verbundenheit der Welt und des Wohlwollens bewusst zu sein. Dieses allgemeine Wohlwollen nennt Krishna in der Bhagavad Gita auch „Sarvabhuta Hita“. Gerechtigkeit ist mehr als nur Gesetze. Und auch der Körper eines einzelnen Menschen ist kein Brahmane an sich, denn er besteht aus den fünf Elementen – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Und somit wäre es für den Sohn eine Sünde, den leblosen Körper seines Brahmanenvaters nach dessen Tod den Flammen zu übergeben.

Es ist daher nicht rechtens, einen Mitmenschen zu schikanieren oder zu bestrafen aufgrund einer Handlungsanweisung irgendeiner religiösen Gemeinschaft, die fundamentalistischen Lehren folgt.

Durch den Prozess der Evolution ist die Welt ein globales Dorf geworden. Die Sonne, der Mond und die Galaxien arbeiten als kosmisches Ganzes zusammen. Auch die Luft, die wir einatmen, bewegt sich frei und hat keine Nationalität oder ethnische Unterscheidung. Wir alle leben als freie Gabe der Natur. Jede Art einer isolierten Individualität ist nicht im Einklang mit der Art und Weise, wie unser gesamtes Universum zusammenspielt. Ereignisse haben kosmische Zusammenhänge und die gesamte Schöpfung ist Einheit ebenso wie Gott Einheit ist.

Swami Sivananda über "Religion"

Auszug aus "Die Botschaft":

"Religion besteht darin, anderen Gutes zu tun und Liebe, Dankbarkeit, Wahrhaftigkeit, Gewaltlosigkeit und Reinheit auf allen Lebenswegen auszuüben.

Die Grundlagen aller großen Religionen sind unveränderlich. Sie sind leicht zu begreifen. Es gibt nur eine wirkliche Religion. Wirkliche Religion ist Selbstverwirklichung. Wirkliche Religion heißt Brahman werden. Das Wesen des Dharma besteht darin, dass man anderen nicht zufügt, was man selbst nicht zugefügt haben möchte.

Die Weltbruderschaft hat ihre Grundlage in der Religion der Liebe. Religion baut auf Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit. Wahrheit ist Gott. Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit sind nicht zweierlei, sondern ein- und dasselbe.

Gewaltlosigkeit ist das Mittel, Gottverwirklichung zu erlangen. Das Wesen der Religion liegt in der unmittelbaren Erfahrung des Göttlichen. Diese glückselige Erfahrung kann nur durch verschiedene Arten von Übungen oder Sadhanas erlangt werden. Wahre Religion bringt dich – von Angesicht zu Angesicht – zu Gott. Wahre Religion vereint dich mit dem inneren Meister oder Beobachter und segnet dich mit ewiger Seligkeit und Unsterblichkeit.

Für den Hindu ist Religion die Vergeistigung des menschlichen Lebens. Religiöse Kultur ist für ihn wirklich die Kultur der Freiheit. Religion beherrscht alle Teile seines Lebens. Er muss die Freiheit der Seele auf allen Lebensgebieten verwirklichen. Die Religion gewährt ihm die größten Ausblicke auf die Kultur wahrer Freiheit. Religion ist für ihn der einzige Weg zur Verwirklichung vollkommener Freiheit im Leben.

An der Oberfläche einer Orange gibt es keine Markierungen oder Einteilungen, aber wenn du sie aufbrichst, findest du innen mehrere Stücke. An der Oberfläche einer Zitrone findest du mehrere Einteilungen, aber wenn du sie aufbrichst, ist alles eine einzige homogene Masse. Ebenso sind im Hinduismus an der Oberfläche verschiedene Kulte zu beobachten, aber der Hinduismus selbst spricht von Einheit, Einheitlichkeit, Einheit in der Vielfalt. Der Hinduismus ist mit einer Zitrone zu vergleichen. Die Unterschiede müssen da sein, um der verschiedenen Temperamente willen. Sie sind das schmückende Beiwerk des Hinduismus."

Einführung in die ewige Religion

Artikel von Sri Swami Venkatesananda

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Die Geschichte, und zu einem gewissen Grad auch die Wissenschaft, leiden an Paranoia. Sie setzen alles herab, was ihnen in Reichweite kommt und leugnen das, was außerhalb dessen liegt. Die Gedanken und Ideale des Ostens wurden bis vor ein paar Jahren verächtlich als primitiv, heidnisch, töricht, schlecht und abergläubisch abgestempelt. Viele ernannten sich selbst zu den Erlösern der verlorenen Seele des Ostens. Bis ein paar große Männer, deren Seelen erwacht waren, eine fantastische Wahrheit erkannten.

Die Sonne geht im Osten auf. Um sich dem Licht zuzuwenden, drehen sich die Menschen gen Osten. Und "die drei weisen Männer“ kamen ebenfalls aus dem Osten. Die Weltreligionen haben im Osten ihren Ursprung. Während die irdische Macht des Westens für eine Weile die überwältigende spirituelle Weisheit des Ostens herausfordern, verspotten und unterdrücken mag, wird der Osten jedoch nicht nur überleben, sondern seinen Unterdrücker bezwingen, denn seine Weisheit benutzt keine Waffen, sondern Liebe, um den Gegner zu überwältigen.

Das Fleisch verwest. Waffen rosten. Besitz zerfällt zu Staub. Imperien werden zerschlagen. Die Heldenkämpfe auf Leben und Tod werden mit ein paar kurzen Sätzen im Geschichtsbuch abgetan. Die Erdkruste hat mit ebenbürtigem Gleichmut den stampfenden Fuß des Tyrannen und die tanzenden Füße des Jubilierenden ertragen, und eine schmale Ritze geöffnet, um beide zu empfangen. Dieses Drama ist absolut notwendig. Ohne es würde der Geist, der in der menschlichen Brust schläft, niemals erwachen. Aber es ist dieser Geist, der letztendlich Bestand hat. Der Osten beweist das wieder und wieder.

Als im Staube Europas die Kronen rollten, und als westliche vorchristliche Zivilisationen und religiöser Glaube in Vergessenheit gerieten, war der Osten wach und ist es immer noch. Heute erkennen weise Menschen des Westens, dass Materie vergeht und Geist bestehen bleibt. Sie sehen im Geist den Zweck und den Sinn des Lebens. Immer mehr Wissenschaftler und Philosophen dieser Welt geben offen zu, dass der aktuelle Brauch, materielle Werte über spirituelle zu stellen, verheerend ist.

Wenn sie sehen, dass trotz all der Wechselfälle politischer Umstürze, natürlicher und nationaler Katastrophen, wechselnden physischen und mentalen Klimas der indische Geist überleben konnte, stellen sie die legitime Frage: "Was ist das Geheimnis?" Die Antwort ist einfach "Religion". Die Religion ‘gehört’ Indien nicht. Die wesentlichen Schriften Indiens predigen das Wohlergehen aller Wesen und beteuern wiederholt ihr Dasein für den Menschen. "Hindu" ist ein vom Ausland verliehener Titel; und wenn Inder diesen noch benutzen, ist es nur, weil — "Was bedeutet schon ein Name?!" Tatsache ist, dass ein Hindu die Vielfalt von Religion nicht erkennt.

Der Geist der Religion ist die Basis der Seele des Menschen. Du kannst sie nennen, wie du willst, oder dich selbst als "freien Denker“ bezeichnen — es ist dieser Geist, der wichtig ist. Der wahre religiöse Inder hält sich an diesen Geist. Wenn andere ihn dazu befragen, gesteht er, dass es sich um eine "uralte oder ewige Religion" (Sanatana Dharma) handelt. Sanatana Dharma bedeutet für ihn auch den Pfad, der ihn zum Ewigen führt, ihn unsterblich macht oder ihm seine eigene wesentliche unsterbliche Natur offenbart (dies alles impliziert das Wort Sanatana).

Ohne seinen Geist zu opfern war der Inder immer bereit, seine Formulierungen abzuwandeln, um sich geänderten Umständen anzupassen. Er hat sich nie ohne Widerstand ergeben! Der Widerstand, den er bietet, ist wie ein Filter, der es nur der Wahrheit erlaubt, hindurch zu dringen. Für die Bewahrung des religiösen Geistes bedient sich der Inder oft interner Frühjahrsputz-Taktiken und löst in seinem Körper ein heilendes Fieber aus.

Als Buddha den Glauben der Menschen seiner Zeit herausforderte, war die erste Reaktion der Orthodoxen, ihn und seine Anhänger als Ketzer zu verstoßen. Bei genauerer Betrachtung, als sie entdeckten, dass seine Philosophie diese ewige Wahrheit repräsentierte, akzeptierten sie diese eifrig, passten ihre Denkweise an und riefen Buddha als eine Manifestation oder Inkarnation ihres Gottes aus! Zweifellos erkannten sie, dass seine Lehren die selben waren wie ihr eigener, grundlegender Glauben, der nur mit der Zeit von einer Menge Perversion und Aberglauben überwuchert war, die sie froh waren, loszuwerden.

So blieb der Geist der Religion in Indien erhalten. Über die Jahrhunderte hat sich ein ungeschriebener Verhaltenskodex und ein bestimmter Idealismus entwickelt, was "Hindu" bedeutet. Die Religion wird nicht von einem strikten Regelwerk von Dogmen und Lehrsätzen geleitet; und wenn hier und da ein pseudoreligiöser Führer welche festlegt, beweist er lediglich, dass Hinduismus nicht einmal an die ‚Dogmen der Dogmen‘ gebunden ist. Er gibt den Menschen, jedem Menschen, die Freiheit, die Wirklichkeit zu suchen und diese mit allen zu teilen. Er erkennt, dass nur Gott existiert; Er ist Eins, aber nicht einmal auf Einheit beschränkt, und kann deswegen ganz unterschiedlich benannt werden! Er ist das Zentrum aller Wesen, dem frommsten heiligen Hindu ebenso nah, wie dem ergebenen Christen oder Moslem, dem Atheisten und dem Sünder! Seine Legenden dramatisieren seine rätselhafte Wahrheit durch Sagen vonDämonen, die Gott hassten, ihn aber dennoch erreicht haben, weil dieser Hass aufrichtig war und sie daher an Gott gebunden hat (was das Wort ‚Religion‘ bedeutet).

Dies ist vielleicht das Geheimnis ihrer Lebendigkeit und die Quelle ihrer ewigen Jugend. Diese uralte Religion ist stets neu, entdeckt sich wieder in jeder neuen Offenbarung der Wahrheit, sei sie philosophisch oder wissenschaftlich. Daher ist sie ewig. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit Wahrheit, ignoriert jedoch andere Aspekte des Lebens nicht, die Halbwahrheiten und Falschheiten beinhalten können. An der Wahrheit hält sie fest, ist aber immer bereit, sich an veränderte Umstände anzupassen.

Ich war stets bestrebt, mir den Hauptgedankenstrom, der ständig diesem ewigen Springbrunnen der Religion entspringt, anzueignen. Die Theorie, dass die Grundsätze dieser uralten Religion der gemeinsame Nenner aller "Religionen" der Welt sind, gewinnt immer mehr an Boden, und immer mehr Menschen sind überzeugt, dass die ursprünglichen Verbreiter dieser Religion im Umkreis der Arktis lebten und gen Süden migrierten, und die Samen der Wahrheit unterwegs verstreuten. Es gibt eine Menge wissenschaftlicher Literatur, die dies bestätigt. Aber ich meine, ob diese Daten nun stichhaltig sind oder nicht, der ihnen zugrunde liegende Geist ist von unschätzbarem Wert. Religion (Ligatur) muss verbinden; das bedeutet auch das Wort. Was trennt, ist keine Ligatur, sondern Fraktur!

Gedanken Anderer zum Thema

Manchmal wird heute einfach nur die eigene Mitte mit Religion gleich gesetzt; ohne Kirche usw.

"Wenn es zutrifft, dass wir uns in einer missionarischen Situation des Verlustes der Tiefe befinden, dann bedarf es dringend auch in unserer Zeit einer Grundschule des spirituellen Sinns (..) niemand kann sich darüber hinweg täuschen, dass der Sinn nur noch in wenigen Fällen über die elterliche Tradition oder schulische Erziehung geweckt wird. (..geht nicht allein mit Worten, sondern über Erfahrung, statt "religiös unmusikalisch" zu sein... )" Willigis Jäger, a.a. O., S. 20f.

"Die Religionen müssen sterben, damit eine Spiritualität entstehen kann, die die Grenzen aller Religionen überschreitet", meint Raimon Panikkar. Er will damit sagen, dass wir aus Religion kein leeres Ritual machen sollen." ... Clemens Mendonca, Christliche Spiritualität im indischen Kontext. Ostfildern: Matthias-Grünewald-Verlag, 2009, S. 140

"....Der Westen wird im Lauf der Jahrhunderte seinen eigenen Yoga hervorbringen, und zwar auf der durch das Christentum geschaffenen Basis." C.G. Jung

"Das fernöstliche und das westliche Religionsverständnis sind so wenig deckungsgleich wie etwa ein Physik- und ein Kochbuch. (..) Sie decken sich bei gewissen Themen (...)." Verena Reichle, Grundgedanken des Buddhismus, Frankfurt, Fischer TB, 1994 ff... (Buch insgesamt lesenswert), S. 9

Siehe auch

Weblinks

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Hinduistische Rituale

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