Wirbelsäulen-Meditation

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Wirbelsäulen-Meditation verhilft zur inneren Festigkeit, zu innerer Stärke. Durch Wirbelsäulen-Meditation wird Sushumna Nadi, der Energiekanal in der feinstofflichen Wirbelsäule geöffnet, die Chakren aktiviert. Es gibt verschiedene Formen der Wirbelsäulen-Meditation.

Wirbelsäulen-Meditation - Festigkeit erlangen

Konzentration auf die Wirbelsäule gibt auch Festigkeit für die Meditation

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2020 -

Kommentar zum Yoga Sutra von Patanjali Kapital 3, Vers 32

  • Was bewirkt es, wenn du deine Konzentration auf die Wirbelsäule richtest?
  • Wie kannst du Festigkeit mit relativ einfachen Mitteln erlangen?
  • Wie kannst du innere Unruhe oder schnelles Verlassen deiner Standpunkte überwinden?

Dies sind einige Themen des 32. Verses, des 3. Kapitels im Yoga Sutra.

Patanjali schreibt: kūrma-nāḍyāṁ sthairyam

Durch Samyama, liebevolle Achtsamkeit, auf kūrma-nāḍi, wird Festigkeit (sthiram) erlangt. Was ist kūrma-nāḍi? kūrma ist die Schildkröte, vielleicht kennst du die Kūrmasana; Nadi heißt Energiekanal. Die Schildkröte zieht ihre Körperteile nach Innen und dann bleibt der Rücken sichtbar. So ist kūrma-nāḍi der Rückenkanal, mit anderen Worten: Es ist die Wirbelsäule beziehungsweise auch der ganze Kanal, der von Steißbein bis zur Scheitelgegend geht. kūrma-nāḍi ist eine andere Bezeichnung für Sushumna Nadi. Im Kundalini Yoga sprechen wir meistens von Sushumna Nadi und Patanjali erwähnt hier kūrma-nāḍi.

In dem du dich auf kūrma-nāḍi konzentrierst, bekommst du Festigkeit. Man spricht im deutschen auch davon Rückgrat zeigen. Rückgrat zeigen heißt, du hast eine gewisse Festigkeit, auch wenn du angegriffen wirst; du bleibst auch bei deiner Meinung. Wenn sie tief reflektiert ist, selbst wenn sie nicht populär ist; dafür setzt du dich ein. So ist letztlich im deutschen Sprichwort Rückgrat zeigen auch diese Festigkeit ausgedrückt. Man sagt auch, dass jemand kein Rückgrat hat. Man sagt auch, dass einer einem den Rücken freihält, was auch heißt, dass man so Festigkeit haben kann.

Yoga Praktiken für Festigkeit

Patanjali empfiehlt also, dass wenn du innere Festigkeit haben willst, was auch heißen kann Rückgrat zu zeigen, was auch heißen kann, wenn du Ängstlichkeit, Getriebenheit, innere Unruhe überwinden willst, dann konzentriere dich auf die Sushumna, die feinstoffliche Wirbelsäule.

Da gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten:

Konzentration beim Pranayama

Zum einen kannst du dich beim Pranayama auf die Wirbelsäule konzentrieren. Bei Kapalabhati konzentrierst du dich zum Beispiel auf die gesamte Wirbelsäule von Muladhara bis Sahasrara. Da gibt es auch wieder verschiedene Wirklichkeiten, wie du wahrscheinlich weißt.

Wenn du die Wechselatmung, zum Beispiel beim Atemanhalten, kannst du dich auch auf die gesamte Wirbelsäule konzentrieren.

Konzentration in den Asanas

Oder wenn du die Vorwärtsbeuge machst oder den Ardha Matsyendrasana - Drehsitz -, spüre auch von Muladhara bis Sahasrara. Indem du diese ganze Wirbelsäule spürst, hilft es dir insgesamt, Festigkeit zu bekommen. Es ist eben auch interessant, du musst nur jeden Tag mindestens dich auf die gesamte Sushumna Nadi, kūrma-nāḍi konzentrieren, was insgesamt eine Festigkeit gibt.

Statische und dynamische Konzentration

Noch besser ist es, du übst einige Minuten am Tag diese kūrma-nāḍi Samyama. Also die Konzentration auf die Wirbelsäule. Es gibt dabei sowohl die statische Konzentration, das heißt du spürst den gesamten Bereich von Steißbein bis Scheitelgegend gleichzeitig und es gibt die dynamische Konzentration, indem du zum Beispiel einatmest von Sahasrara bis Muladhara und ausatmest von Muladhara bis Sahasrara oder umgekehrt.

Sushumna-Aktivierungs-Atmung

Es gibt auch die sogenannte Wirbelsäulen-Atmung auch Sushumna-Aktivierungs-Atmung genannt, wo du die Konzentration hast, entweder von vorne über die Stirn, durch die Mitte des Kopfes bis zum Steißbein und dann wieder hoch. Du kannst das als Einleitung der Meditation nehmen. Oder eben tatsächlich als Einleitung der Meditation von oben nach unten und wieder von unten nach oben, von oben nach unten und von unten nach oben. Dies führt zum einen zur Festigkeit, es führt aber auch zur Energieerweckung. Es führt auch zur Konzentration des Geistes.

Kurma Nadi Samyama für Ruhe des Geistes

Wenn du jemand bist, dem es schwerfällt, in der Meditation den Geist ruhig zu halten, probiere doch kūrma-nāḍi Samyama aus bzw. Wirbelsäule-Aktivierungs-Atmung oder Sushumna-Aktivierungs-Atmung.

Mikrokosmischer und makrokosmischer Kreislauf

Letztlich auch der mikrokosmische Kreislauf ist auch eine Form der kūrma-nāḍi Samyama. Wenn du einatmest von dem Scheitel über Stirn, Kehle, Herz, Bauch, Schambein-Gegend, Beckenboden und ausatmen über die Wirbelsäule wieder hoch zum Scheitel, dann aktivierst du natürlich alle Körperregionen, die Patanjali im Yoga Sutra erwähnt. Wenn du vorne hinuntergehst und wenn du hinten hochgehst, aktivierst du die Sushumna.

Du kannst auch den makrokosmischen Kreislauf machen. Da gehst du vom Himmel über Scheitel, über Stirn, kehle, Herz, Nabel, Schambeingegend, Beckenboden, bis in die Erde und beim Ausatmen über die Erde, durch die Sushumna hoch über Scheitel nach oben.

Dieser Art von letztlich kreisförmigem Atmen (mikrokosmischer Kreislauf, makrokosmischer Kreislauf), aktivierst du eben die verschiedenen Körperregionen, die Patanjali im vorderen Teil erwähnt und du aktivierst die Sushumna bzw. kūrma-nāḍi, die dir Festigkeit gibt.

Probiere es einfach mal aus und schaue, wie es auf dich wirkt. Du kannst auch im Alltag, wenn du weißt, dass alles Mögliche passiert und du anfängst ein bisschen nervös und unruhig zu werden oder du hast die innere Unruhe. Probiere es aus, dich dann aufzurichten und dich auf die Wirbelsäule zu konzentrieren. Vielleicht spürst du dann Festigkeit. Oder wenn der Geist in der Meditation unruhig ist, Konzentration auf kūrma-nāḍi. Spüre, wie du dann Festigkeit bekommst.

Anleitung - Sushumna Aktivierungs Meditation

Meditation mit dynamischer Konzentration

Ich werde dich gleich nochmal kurz anleiten zu einer einfachen Sushumna-Aktivierungs-Meditation oder einfachen Sushumna-Aktivierungs-Konzentration. Das wird dann mit Om enden.

Schreibe doch gerne auch deine Erfahrungen, mit dieser Art von Konzentration, in die Kommentare. Wenn dir dieser Vortrag / diese Übung gefällt, vergib doch einen „Daumen hoch“ oder klicke auf „gefällt mir“.

  • Sitze oder stehe gerade, schließe die Augen.
  • Spüre jetzt beim Einatmen Scheitel, Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Kreuzbein, Steißbein.
  • Ausatmen, spüre Steißbein, Kreuzbein, Lendenwirbelsäule, Brustwirbelsäule, Halswirbelsäule, Mitte des Kopfes bis Scheitel.
  • Einatmen von oben nach unten.
  • Ausatmen von unten nach oben.
  • Wenn du willst, schicke auch eine Lichtkugel von Scheitel über Mitte des Kopfes, Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Kreuzbein, Steißbein.
  • Ausatmen, schicke diese Lichtkugel zu, Kreuzbein, Lendenwirbelsäule, Brustwirbelsäule, Halswirbelsäule, Mitte des Kopfes, zur Scheitelregion.
  • Wenn du willst auch mit Mantra.
  • Von oben spüre hinunter die Wirbelsäule bis Steißbein
  • und ausatmen, spüre die Wirbelsäule nach oben bis Scheitel.

Mache das ein paar Mal mit dem Atem und richte dich dabei ganz auf.

  • Du kannst dir auch beim Ausatmen vorstellen, dass Scheitel dabei nach oben länger wird
  • und dass du beim Einatmen tiefer in die Erde hineingehst.
  • Jetzt spüre diese ganze Region gleichzeitig. Von Steißbein bis Scheitel. Spüre die gesamte Sushumna. Beim Ein- und Ausatmen. kūrma-nāḍi Samyama.
Om, Om, Om
Shanti, Shanti, Shanti

Video - Wirbelsäulen-Meditation im Yogasutra

Im dritten Kapitel des Yogasutra beschreibt Patanjali die Wirkung verschiedener Formen der Meditation, Samyama. Hier ein Kommentar zum 32. Vers des 3. Kapitels mit dem Thema: Durch Wirbelsäulen-Meditation zu innerer Festigkeit

Siehe auch

Literatur

Seminare

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